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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Popetown
christopher.WHier eine Meldung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken zur Comic-Serie Popetown, die demnächst von MTV ausgestrahlt wird. Nach einer Kritik des Deutschen Werberates wegen eklatanter Verletzungen religiöser Gefühle hat MTV inzwischen die Anzeigen zur Serie gestoppt; gleichzeitig fordert CSU-Generalsekretär Markus Söder eine Verankerung von härteren Strafen wegen Blasphemie im Strafrecht.

Pressemeldungen
10.04.2006

ZdK protestiert gegen Verhöhnung des christlichen Glaubens

Zu einer Anzeige in der Zeitschrift "TV Today" für die Fernsehserie "Popetown" erklärt der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, am Sonntag, den 09. April 2006:

"Nur wenige Tage vor Karfreitag und dem Osterfest werden die Christen in Deutschland in empörender Weise provoziert. Der Fernsehsender MTV kündigt zum 3. Mai 2006 den Beginn der Serie 'Popetown' an. Wie die Werbung ankündigt, geht es dabei um einen 'durchgeknallten Papst' und einen 'kriminellen Kardinal', die unter anderem Waisenkinder in die Sklaverei verkaufen. Für diese widerwärtige Verhöhnung der katholischen Kirche wirbt der Sender MTV in der Programmzeitschrift 'TV Today', die von Burda Medien in München vertrieben wird, mit einer ganzseitigen Anzeige, die den christlichen Glauben in gröbster Weise in den Schmutz zieht. Unter der Überschrift 'Lachen statt rumhängen' werden ein leeres Kreuz gezeigt und davor Christus mit Dornenkrone und Wundmalen, der auf einem Sessel vor einem Fernsehgerät sitzt und lacht.

Die Fernsehserie und die dafür werbende Anzeige sind ein direkter Angriff auf den christlichen Glauben. Was für Millionen von Menschen in Deutschland von fundamentaler Bedeutung für ihr Leben ist, wird in infamer Weise lächerlich gemacht. Die freiheitliche Ordnung lebt von den ethischen und religiösen Überzeugungen der Menschen. Daher sind die geplante Fernsehserie und diese Fernsehwerbung eine schwerwiegende Störung des öffentlichen Friedens. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken fordert, dass diese Fernsehserie nicht gezeigt wird, und prüft die Einleitung rechtlicher Schritte gegen die Fernsehwerbung.

Wir fordern alle Christinnen und Christen in Deutschland auf, sich unserer Forderung, dass die Serie 'Popetown' nicht gezeigt wird, anzuschließen und ihrerseits gegen die Fernsehserie und gegen diese Werbung in der Zeitschrift 'TV Today' zu protestieren."
____________

Mir persönlich geht die Forderung von Prof. Dr. Hans Joachim Meyer nicht weit genug. Wenn hier in Deutschland schon ein Gottesstaat errichtet werden soll und wir so schnell beleidigt sind wie manche unserer islamischen Freunde, dann sollten wir auch gleich drakonische Strafen einführen, wie sie in anderen Ländern schon längst praktiziert werden.
Mein Vorschlag wären öffentliche Kreuzigungen am Rande unserer Autobahnen.

Ich bin ja eigentlich nicht so der Neue-Themen-Eröffner. Und vielleicht hätte es auch genügt, diesen Beitrag in Beowulfs Thread "Die christliche Gefahr" zu setzen.

Aber ich bin so langsam ein wenig besorgt darüber, wie konservative Strömungen inzwischen auch hier in Deutschland mit gespielter Empörung auf den "Mohamed-Karikaturen-Zug" aufspringen und versuchen, das Spielfeld immer enger abzustecken.

MfG
Christopher W.
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von christopher.W [/i]
[B]Aber ich bin so langsam ein wenig besorgt darüber, wie konservative Strömungen inzwischen auch hier in Deutschland mit gespielter Empörung auf den "Mohamed-Karikaturen-Zug" aufspringen und versuchen, das Spielfeld immer enger abzustecken.
[/B][/QUOTE]

mir scheint es wäre sinnvoll dieses in einem etwas grösseren kontext zu denken. releigion ist auch hier nur vorwand für eine bedenkliche strömung in unserem „aufgeklärten“ land. es gibt immer seltener die trennung zwischen privatem glauben und öffentlicher politik. und wenn in der politik etwas schief läuft und man demgegenüber nur noch ein gefühl der ohnmacht hat (weil die ja eh machen was sie wollen), weicht man auf das private feld aus, um dort seinem gegenüber eins auszuwischen. und manche benutzen dafür halt die religion. wenn niemand auf mich hört, muss jemand anderes, grösseres (der grosse bruder, der staat, die kirche) das verbieten, was ich verboten haben will. und verboten haben will ich es, weil mir langweilig ist und weil ich meinen nachbarn nunmal nicht mag...irgenwie muss man ihn ja zu fassen kriegen, sonst könnte es ja noch passieren, dass jemand merkt, dass er tatsächlich besser ist als ich.

ich habe das gefühl, unsere gesellschaft radikalisiert sich zunehmend, weil immer mehr mit ihrer freiheit nicht zurecht kommen, denn dazu müsste man sein hirn anstrengen und sich in geduld und toleranz üben und akzeptieren, dass da jemand anders als man selbst ist. das ist aber vielen zu anstrengend, so wie auch vielen zu anstrengend ist, für ihre eigenen vorstellungen geradezustehen. also brauchen sie „was grösseres“, worauf sie ihre eigenen vorstellungen projizieren können. in diesem fall halt die religion.

aber wahrscheinlich dreht sich jesus im grabe um und gott lacht sich über solch alberne vorstellungen tot...
darkmavHmmm... Muhammed-Town wäre auch mal etwas lustiges! Wäre gespannt, wie die Reaktionen der muslimischen Geistesoberen dazu ausfallen würden...

Im Ernst: Ich halte (selbst die katholische) Kirche um einiges liberaler, als (nur ein gemäßigter) Islam. Ich halte den Aufruf des ZdKs für gerechtfertigt.

Es ist nicht davon Auszugehen, daß wegen dieser Serie Botschaften zerstört und Menschen ermordet werden (wie bei den Muhammed-Karikaturen). Übrigens hätte sich damals auch ein Obermufti (oder so) hinstellen können, und die muslimische Gemeinde auffordern können, diese Dänische Zeitung zu boykottieren... Hätte ich gar nichts dagegen gehabt...
OdessaHoi Chris,

die Serie zu verbieten, geht mir zu weit, klare Sache, das ist radikal und erinnert mich an die Faschodeppen in der Mullahfraktion, die ja die Todesstrafe sogar auf Moslems verhängen, die es wagen, zum Christentum überzutreten.

Ich bin ein Gegner von "Kunst-Zensur" und habe auch bei den Mohakaris dafür plädiert, daß diese weiterhin veröffentlicht werden. In Abwandlung eines bekannten Ausspruchs von daher: "ich teile nicht die Meinung, die man in dieser Serie zu vertreten scheint (empfinde es, nach Deiner Schilderung, als reichlich geschmacklos und armselig und ich bin KEIN Christ), aber ich werde das Recht dieser Leute, diese ihre geschmacklose Meinung frei zu äussern, immer verteidigen".

Grüssle zu Dir,
ilo
daimosUnd wann gibt es die ersten Anti-MTV-Demonstrationen der Katholiken und wann wird endlich das MTV-Gebäude in Brand gesteckt? :D

Wir können von Glück reden, dass unsere Religiösen sind so militant sind. Ansonsten muss man die Unterschiede teilweise sehr genau suchen. :p
darkmavHallo Odessa,

die Serie sollte nach Ansicht der Katholiken in erster Linie ja auch nicht von oben verboten werden, sondern nur von Christen boykottiert. Klar, daß es einige Hardliner gibt, die da rechtlich was drehen wollen, aber ich glaube, sie werden keinen Erfolg haben. Versuch mal eine "Muhammed-Town" in Iran im Fernsehen zu zeigen!

Jedenfalls halte ich Deine Ansicht für konsequent, da Du ja auch für die Pressefreiheit im Mohammed-Fall warst. Inkonsequent würde ich halten, wenn man diese (im Vergleich zu den Islamisten) noch recht gemäßigten Aufrufe des ZdKs verurteilen würde, andernfalls die islamistischen Ausschreitungen im Treibwasser der Mohammed-Karikaturen relativieren oder gar gutheißen würde, wie es bei einigen Forenschreibern der Fall war.

Gruß, dm
curupiraWas im Moment auf MTV zu sehen ist find ich generell nicht mehr vertretbar. Gezeigt wird nur noch blanke Gewallt und Verhönung des Lebens. Ich spreche jetzt von diesen Serien wie Happy tree friends usw.
Warum regt sich die Kirche nicht auch mal darüber auf. Es wiederspricht doch auch ihren Glaubenssätzen und Moralvorstellungen. Nur weil sie sich mal wieder angegriffen fühlt.
JesterIch kann mich im großen und ganzen auch nur Decay anschliessen. Wir kommen auch wieder in eine Zeit in welcher der Glauben zunehmend für eigene Zwecke instrumentalisiert werden. Und genau in diesem Moment beginnt aber auch, wie aich schon erwänhnt, das der Glaube auch in größeren MAßstäben als Druckmittel bzw. als Stemmeisen in der Rechstsprache missbraucht.
Religiöse Gedankengänge werden, allein aus dem Grunde heraus das es eine anerkannte theologische Ströumg ist, über andere Haltungen gestellt und bekommen somit eine höher Werthaftigkeit. Religiöse Menschen (oder besser gesagt jene Menschen und Institutionen welche sich als Vertreter jener sehen) schaffen es immer öfter alleine mit der Beharrung auf ihrer "Religiösität" ihre Interessen durchzusetzen und das gesammte System unterstützt dies noch direkt indem immer und immer wieder dieser Grundsatzt bestätigt wird.

Im genannten Beispiel stellt sich mit die Frage warum sich die Kirche (oder auch die Gläubigen in der Gesammtheit) so über eine humoristisch aufzufassende Zeichnung beschweren, während sie sich selbst tagtäglich über die humoristischen Ergüsse gegenüber anderen Gruppen oder auch Einzelpersonen erheitern. Sollte nun auch jeder Prominente oder jede "kleinere" Organisation auf die Barrikaden gehen können wenn eine Karikatur erscheint welche sie im schlechten Licht erscheinen ließe? Wer hätte sich denn so vehement gegenüber "Illustrated" gestemmt, welches ebenfalls auf MTV ausgestrahlt wird, und welches nicht gerade sachte mit der Prominenz der heutigen Tage umspringt?
Gerade die Kirche, welche ja nicht als letze oft zu betonen wagt das alle gleich seien, sollte in ihrer Klage dann wohl komplett gegen die Verballhornung jeglicher Menschen und Gruppen klagen, oder aber, wie auch schon eingangs genannt doch wieder ins Mittelalter zurückgreifen und nach einem Staat im Rechte der Kirche schreien.
Alles andere ist wohl nur als eine fragwürdige Handhabung zu bezeichnen welche auf rein egoistische Absichten schliessen liesse, von welchen sich ja auch gerade die katholische Kirche stets distanziert. Denn wenn es eine Grundsätliche Rechtssache wäre, so müssten sie genauso für jegliche "Verunglimpfung" anderer Glaubensgruppen einstehen, welche nunmehr allerdings nur herangezogen werden um den eigenen Standpunkt zu untermauern. Und die belange von noch kleineren Glaubengruppen, oder jenen welche keinen Akzeptanz bei der katholischen Kirche finden, werden sicherlich keine Unterstüzung von selbiger erwarten dürfen.
Diese wird sich auf die größe der katholischen (oder auch christlichen) Gemeinschaft berufen und auf deren Einfluss auf "den öffentlichen Frieden".
decay73...wie sagte peter lustig immer am ende seiner sendung: "und jetzt aber ausschalten..."

das gilt für karakaturistenliebhaber wie für karikaturistenliebhaberhasser gleichermassen. ;)


es ist eine interessante wie unheilvolle melange aus fernsehen, religion, politik und gefühlsduselei. wie soll da überhaupt was sinnvolles rauskommen können?
JesterEs wird nichts sinnvolles dabei herauskomemn, wie es das letzendlich nie tut.

Die Problematik des "abschaltens" ist dabei nur, das die meisten (und auch gerde die großen Organisationen) ein wegschauen als Eingeständnis oder Niederlage einsehen und sie sensibilieren sich zunehmenst mehr. Und so werden die Grenzen immer enger Gesteckt in welchen die anderen sich bewegen dürfen bevor ein Aufschrei erschallt!
David v. WeberIch freu mich ja so, dass ich endlich mal wieder diesen Witz auskramen kann:

Eine Werbeagentur erhält den Auftrag, für die Firma Huber, einen Nagelproduzenten, Werbung zu machen. Der Grafiker, dem die Sache anvertraut wurde, macht sich umgehend an die Arbeit und stellt der Nagelfirma nach kurzer Zeit sein Plakat vor.
Auf dem Plakat ist ein Mann zu sehen, der mit blitzenden Nägeln am Kreuz hängt, und darunter steht der Spruch: "Huber-Nägel - Halten 2000 Jahre lang!"
Die Begeisterung über das Plakat hält sich natürlich in Grenzen und der Mitarbeiter der Agentur wird gebeten, sich doch etwas neues auszudenken.
Einige Tage später präsentiert er ein neues Plakat, ein leeres Holzkreuz mit einem Mann, der darunter im Dreck liegt. Unterschrift: "Mit Huber-Nägeln wär das nicht passiert!"

Höhöhö. Uralt und immer noch nicht verboten.


Ich verstehe die Aufregung ehrlich gesagt nicht so ganz. Ich wage zu behaupten, dass die meisten Gläubigen Katholiken in der Ostermette keinen Fernseher neben dem Tabernakel stehen haben, in dem MTV läuft.

Ansonsten erinnert mich ein Verbot der Serie (und das ZdK ist ja nun nicht nur ein Haufen fanatischer sektiererischer "Hardliner") inklusive Boykottaufrufe gegen MTV doch sehr an den Karrikaturenstreit. (Okay, die Amerikanische Botschaft wird sicher nicht brennen...)
Und ich finde, da sollte unsere christlich-geprägte, westliche Werteordnung mit gutem Beispiel vorangehen und sowas lächelnd (oder vielleicht mit begründeter Kritik) dulden. Besonders wenn für sie besagte Karrikaturen (die sicher vergleichbar geschmacklos waren) unter die zu verteidigende Pressefreiheit fallen.
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von Jester [/i]
[B]Die Problematik des "abschaltens" ist dabei nur, das die meisten (und auch gerde die großen Organisationen) ein wegschauen als Eingeständnis oder Niederlage einsehen und sie sensibilieren sich zunehmenst mehr. Und so werden die Grenzen immer enger Gesteckt in welchen die anderen sich bewegen dürfen bevor ein Aufschrei erschallt! [/B][/QUOTE]

das stimmt natürlich. aber ich schaue ja auch nicht weg, sondern bewusst nicht hin. das ist natürlich ein zugegebenermassen kleiner unterschied aber ich weiss natürlich über den vorgang bescheid, versuche aber zu vermeiden, ihm eine höhere relevanz als nötig beizumessen. oder anders ausgedrückt: mich tangieren solche karikaturen nur peripher. ;)
EfnaDas Proplem ist das hier der ZRK hier ziemliche Heuchelei betreibt. Zum Zeitpunkt des Karrikaturenstreit war er für die Pressefreiheit und jetzt wo sie betroffen sind, sind sie die grössten Feinde? Ob die katholische liberaler ist als der Islam kann man nicht sagen. Ich glaube das sie beide genauso reaktionär sind, nur das das die katholische Kirche nicht so in der Öffentlichkeit das preisgeben kann. Ich glaube wenn die katholische Kirche noch genauso viel Macht hätte wie damals sehe Europa auch so aus wie die islamische Welt. Letztendlich gibt es keine Religion die mehr zum Fanatismus neigt wie eine andere. Es liegt eher daran das viele Menschen Religion als Machterhalt und erhöhung Missbrauchen. Und ich blicke eher mit Sorge in die Zukunft wenn es um Religion, ich jmuss Decay recht geben scheinbar wird Religion als Machtmittel wieder populärer und secheinbar steigt in vielen Religion unter anderem auch im Christentum die Tendenz zum Reaktionären und Fundamentalistischen Denken.
daimos[QUOTE][i]Original geschrieben von curupira [/i]
Was im Moment auf MTV zu sehen ist find ich generell nicht mehr vertretbar. [b]Gezeigt wird nur noch blanke Gewallt und Verhönung des Lebens.[/b] Ich spreche jetzt von diesen Serien wie Happy tree friends usw.
Warum regt sich die Kirche nicht auch mal darüber auf. Es wiederspricht doch auch ihren Glaubenssätzen und Moralvorstellungen. Nur weil sie sich mal wieder angegriffen fühlt.[/QUOTE]Na, dann sind ja die Katholiken die richtigen Moralapostel dafür mit ihrer Bibel (vgl. meine Sig).

Mit Georg Haderer und Michael Schmidt-Salomon gab es ja auch so viel Stress.

Die Kirchen müssen endlich mal realisieren, dass sie nicht mehr die großen Macker sind. In Deutschland machen beide (!) großen Kirchen nur noch etwa 62% der Bevölkerung aus und man schätzt, dass der Anteil in den nächsten 15-20 Jahren auf unter 50% fallen wird. In einer solchen Position kann ich nicht meinen, für ganz Deutschland zu sprechen, und muss erkennen, dass es da auch durchaus andere Meinungen zu gibt. Aber die Realität wird dann gern verdrängt.
OdessaNur um der Diskussion etwas "Würze" hinzuzufügen, was die Toleranz anbelangt: wie weit geht denn die Toleranz und Meinungsfreiheit hier bei uns aber wirklich, wo Einige den Christen vorwerfen DASS sie sich (mit ja durchaus legalen und demokratischen Mitteln) gegen diese Verhöhnung des Leids Christi wehren.... ?

Beispiel: Neonazis veröffentlichen irgendeine Karikatur, in der sie Holocaust-Opfer, halbvergaste Leichen z. B. , auf einer Couch drapieren und drunter sowas schreiben wie: "Verpassen Sie nie wieder einen Termin - mfg, ihr Kaminkehrerinnung", oder wenn man Serien machen würde, in denen man die Holocaust-Opfer lustig tanzend in den KZ´s zeigt, Oktoberfestmelodien grölend...

Geschmacklos, widerlich, und jeder hier, jeder, da möchte ich sicher sein, würde lauthals schreien: Verbietet den Dreck.

Ich auch. Ich fände das widerlich. Somit muss ich mir selbst die Frage stellen: wie sehr bin ich Heuchler? Wie sehr dehne auch ich den Begriff Meinungsfreiheit?

Dürfen Christen nicht das fordern, was "wir" alle (wie ich annehme) im Falle "Holocaust-Satire" auch täten, nämlich uns beschweren über die Verhöhnung von Leid und Tod?

Fragend, vor allem sich selbst hinterfragend hierin,
ilo
JesterJeder hat das Recht sich gegen etwas auszusprechen, allerdings geht der ZdK soweit rechtliche Schritte einleiten zu wollen udn somit die Austrahlung der Serie zu unterbinden. Und der vergleich zu deinem Beispiel unterscheidet sich dahingehend, das es eine gesetzliche Grundlage gäbe welche die Unterbindung dieser fiktiven "Satire" rechtfertigen würde.

Im Falle der religiösen Verballhornung wüsste ich nicht das es ein hinlänglich bekanntes Gesetzt gebe welche die freie Darstellung der Meinung bezüglich der Thematik "Jesus Christus" verbiete.

Natürlich hat ein jeder Christ dann das Recht sich wiederum kritisch zu diesem Erguß zu äussern und es mag einem, so man sich denn ein wenig darauf besinnt, verständlich erscheinen das sie diese humoristische Aufarbeitung des Themas nicht wirklich unterhaltsam finden. Da kommt für mich aber der Punkt das es, wenn man mit dem Verständnis dafür soweit gehen würde das man das Verbot als gerechtfertigt anerkennen würde, auch gegenüber allen anderen so gehandhabt werden müsste. Somit wäre jede humoristische Auffassung gegen eine Person oder eine Gruppe genauso unmoralisch da man damit ja die Person direkt "angreift". Folglich müssten auch jegliche Darstellung dieser Art aus dem Verkehr gezogen werden.
Und sein wir doch ehrlich, das wäre nicht nur das aus für jedes Satiremagazin, sondern auch für einen Großteil des Humors auf dieser unseren Welt, denn fast jeder Humor ist auf dem Fundament gebaut das er etwas zum Ziel hat.

Letzendlich besteht die Problematik des "eine Grenze des guten Geschmacks ziehen". Und da bleibt dann nur die Frage wer nun wieder das recht haben soll diese zu ziehen. Für mich ist diese bei der geschilderten Darstellung noch lange nicht erreicht, da ich in der Lage bin es als Humor aufzufassen und nicht als (wie es nun propagiert wird) Hetzjagd gegen den christlichen Glauben. Der ZdK sieht das natürlich wieder anders, aber letztendlich würde es sie auch nicht wirklich interessieren wenn ich mich über eine ähnliche humoristische Veralberung meiner Person beklagen würde, denn was bin ich schon gegen das Christentum. (Und auch der Islam wird in dem Bezug dann ja für nicht so voll genommen wie das Christentum. Wenn wir mal ehrlich sind, das ist ja wiederrum, wenn man es hart sehen wollen würde, eine zweiteilung durch den ZdK. Die Islamisten sollen sich mit der Presse- und Kunstfreihheit abfinden, die Christen allerdings nicht!? Stellten sich damit die Katholiken nicht öffentlich in gewisser weise über die Islamisten,... aber auch das nur als Randgedanke)
OdessaJester, seh ich ja auch so, ich würde diese Serie nicht verbieten, auf keinen Fall... wie gesagt, ich hab mich nur selbst dabei ertappt, daß ich - in diesem geschilderten Beispiel mit den Holocaustopfern - tatsächlich FÜR eine sofortige Zensur wäre, obwohl ich sonst dagegen bin. Ich bin, was diese Zweischneidigkeit in mir selbst betrifft, mit mir am Hadern und bezichtige mich, bin ich ehrlich, der Doppelmoral (mir fällt grad kein anderes deutsches Wort ein dafür) dahingehend.

Deine Punkte sind wie fast immer sehr gut nachvollziehbar, sie geben mir jede Menge "Denkstoff" und auch Antworten, v. a. das mit der Gesetzgebung, die in diesem Fall ja Riegel vorschob bzw. vorschiebt, danke :)
JesterIch glaube kein Mensch kann von sich behaupten das er keine Grenzen hat an dem seine Meinungen kippen aufgrund der für ihn erscheinenden Schwergewichtigkeit die ein Thema irgendwann erreicht. Gleichsam denke ich aber auch nicht das es was schlimmes in dem Sinne ist, auch wenn es im falschen Kontext und bei der falschen Person durchaus schädliche Ausmaße annehmen kann.
Allerdings kommt in manchen Fällen, wie zum Beispiel beim Holocaust, eine so große Mehrheit gleichzeitig an eine Grenze, das es als eine gesellschatlich allgemeingültig zu berücksichtigende Grenze angesehen wird und gegebenenfalls dann auch im Gesetz verankert wird.

Im Geist geschaffene Grenzen rühren ja auch daher das wir für uns selbst Grenzen schaffen welche in den meisten Fällen dazu führen das auch andere vor Fehlverhalten unsererseits zu schützen. Und gleichsam erhoffen (oder erwarten) wir natürlich auch das diese Grenzen auch für andere gelten würden, da wir uns eben durch das überschreiten selbiger bedrängt fühlen würden. Nun kommen aber wieder verschiedene Auffassungen davon die aufeinanderprallen... aber anderes Thema,...
NnordyIlo,
im Falle Deines konstruierten Beispiels gibt es nur einen Satz, den ich dazu sagen kann: "Keine Toleranz den Intoleranten". Es geht nicht darum, gleiches mit gleichem zu vergelten, aber es gibt für alles Grenzen. Man KANN Mohammed-Karikaturen als Beleidigung des Glaubens auffassen, ebenso wie besagte MTV-Serie. Das ist letztlich Ermessenssache, weil wir uns dabei auch nach wie vor in einem fiktiven Raum bewegen - weder die MTV-Serie noch die Karikaturen erheben Anspruch darauf, die Wirklichkeit abzubilden, und das weiß auch jeder halbwegs aufgeklärte Mensch. Anders sieht es bei Deinem Beispiel aus: In dem Fall würde eine historische und kzweifelsfrei belegte Tatsache (also Realität) unter Mißachtung elementarer menschlicher Würde und der historischen Wahrheit grotesk und lügenhaft verzerrt. Der Unterschied liegt für mich in der Gewichtung des moralischen Aspekts, und der ist in Deinem konstruierten Beispiel in Anlehnung an meinen eingangs plakativen Satz in dem Fall wesentlich höher zu bewerten als ein falsch verstandener Kunst- oder auch nur Pressefreiheitsbegriff.
Und jetzt geh ich besser in Deckung, weil hier wohl gleich ein Aufschrei durch die Reihen gehen wird... ;)

P.S.: Das Schlimme ist, daß ich mir durchaus vorstellen kann, daß solche Bilder in rechtsextremen Kreisen durchaus kursieren KÖNNTEN...
belladonnaIch habe diese Spots zwar nicht gesehen, mangels Fernsehgerät, aber so wie es geschildert ist - was soll so schlimm an einem lachenden Jesus sein der nicht mehr als gequälter Märtyrer am Kreuz hängt? Um es mal mit Storms Worten zu untermalen:

Am Kreuz hing sein gequält Gebeine,
Mit Blut besudelt und geschmäht;
Dann hat die stets jungfräulich reine
Natur das Schreckensbild verweht.

Doch die sich seine Jünger nannten,
Die formten es in Erz und Stein,
Und stellten's in des Tempels Düster
Und in die lichte Flur hinein.

So, jedem reinen Aug ein Schauder,
Ragt es herein in unsre Zeit;
Verewigend den alten Frevel,
Ein Bild der Unversönlichkeit.

Da ist mir ein entspannt fernsehguckender Jesus doch allemal lieber. Und was die Schauergeschichten über den Papst angeht, der kleine Kinder als Sklaven verkauft...Es hat in der Geschichte schon einige Päpste gegeben, die Dinge taten, die nicht einmal der Teufel persönlich übers Herz gebracht hätte.
Vielleicht soll das ja auch eine Art Metapher sein? Menschen zu Sklaven des religiösen Glaubens machen? Keine Ahnung. Auf jeden Fall gibt es in kirchenpolitischen Kreisen wohl mehr als nur ein schwarzes Schaf. Dass die Alimente unehelicher Bischofs- oder Priesterkinder von den Kirchensteuern bezahlt werden, gibt ja auch zu denken. Oder das ein Pfarrer sich weigert ein Kind zu taufen, weil die Eltern den schwulen Onkel als Taufpaten wünschen. In Kirchenkreisen insbesondere in den katholischen ist man oft meilenweit entfernt von christlichen Werten. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Und nichts anderes will man vielleicht mit Popetown einmal mehr vor Augen führen. Die Reaktion der Kirche darauf, erinnert mich an das Sprichwort: Getroffene Hunde bellen...:rolleyes:
WasserlilieIch bin zwar Christin, aber nicht katholisch, vielleicht liegt mein abweichendes Weltbild daran.;)

Ich finde die Anzeige mit Jesus vor dem Fernseher eigentlich ganz originell, aber ich bin auch ein "Dogma"-Fan und wäre durchaus für einen netten Buddy-Christ/Kumpel Jesus in meiner Kirche zu haben. Was ich bei den Ankündigungen (und einigen der bereits laufenden Serien) viel bedenklicher finde, ist die Darstellung von Menschenhandel oder z.B. auch Sex mit kleinen Jungen (neulich bei South Park) zu Spaßzwecken.
Ob der Papst als kiffender, saufender Junkie etc. hingestellt wird, ist mir persönlich relativ egal. Der ist reich, mächtig und erwachsen und in zwei Wochen intressiert das doch keinen mehr und Benedikt isses wahrscheinlich jetzt schon ziemlich schnuppe.
Der hat doch andere Probleme.
Denn mal ehrlich, hier den Vergleich Katholiken = islamische Fundis zu ziehen, ist doch etwas übertrieben.
Aber ich finde schon, dass die Öffentlichkeit und auch die Medien die Pflicht haben, jene zu schützen, die sich nicht selbst schützen können.
Institutionen wie das ZdK oder aber auch der Zentralrat der Juden, etc. (damit sich hier keiner unterdrückt fühlt ;) ) reagieren doch gern mal etwas überempfindlich.
(Und nein, ich habe nicht gesagt, das sie nie recht haben oder überflüssig sind, sonst wird mir hier noch rechte Gesinnung unterstellt. :rolleyes: )
OdessaAngie, ich versteh was Du meinst und teile ja die Meinung auch, wie die von Chris, Jester und Anderen hier; meine Gedanken bezüglich der "Wertigkeiten" und des moralischen Hinterfragens (Doppelmoral etc.) gehen in eine ganz andere Richtung... lass uns das an anderer Stelle weiterführen wenn Du magst, weil ich hier sonst off topic werde ohne Ende ;)
Timberwolf[b]MTV versus CTV![/b] :D

Musiksender protestiert gegen Verhöhnung des Massenmediums Fernsehen

Am Osterfest werden die Fernsehzuschauer in Deutschland in empörender Weise provoziert. Wie die Werbung ankündigt, wird der Fernsehsender des Vatikans (CTV) als Antwort eine Fernsehserie über den Präsidenten von MTV International, Bill Roedy, namens 'dopetown' produzieren. Dort soll es darum gehen, wie das Management und die Ideenschmiede des Musiksenders sich den Einschaltquoten zuliebe tagtäglich neue Möglichkeiten aus den Fingern saugen, um ihre Zuschauer an die Flimmerkiste zu fesseln. Wesentlicher Bestandteil der Serie ist es, sich über den hohen Koks-Konsum und das ausschweifende Leben in der kreativen Elite von MTV lustig zu machen. Natürlich werden da dann auch die üblichen Missstände in solchen Großunternehmen wie Sexismus in der Chef-Etage durch den Kakao gezogen. Die erste Folge zeigt unter anderem wie sich Bill Roedy und seine Untergebenen über den vor zwei Jahren tödlich geendeten Versuch zweier norwegischer Jugendlicher, einen Gag aus der beliebten Serie "Jackass" nachzuahmen, kaputt lachen.

"Die Fernsehserie und die dafür werbende Anzeige sind ein direkter Angriff auf das Massenmedium Fernsehen", beklagt die Pressesprecherin des Musiksenders. Was für Millionen von Menschen in Deutschland von fundamentaler Bedeutung für ihr Leben ist, wird in infamer Weise lächerlich gemacht.

Ich bin auch sowohl für Kunst- als auch Pressefreiheit, aber das konnte ich mir grad nicht verkneifen. :rolleyes:
Black ReaperIch würde sagen, es darf gelacht werden... Der Einfall das vatikanischen Fernsehens ist zwar in meinen Augen ebenso schlecht wie geschmacklos wie die Wirkursache dieser Produktion, aber wie sich MTV hier lächerlich macht, ist doch, ganz ernsthaft, armselig... Wie man derart mit zweierlei Maß messen kann und das nicht bemerken kann, ist mir unbegreiflich...


@Odessa: Ich kenne diese Zweischneidigkeit auch, d.h. ich reibe mich häufig auch an meiner eigenen Einstellung zu bestimmten Themen, frage mich immer wieder, ob ich hier und da nicht vielleicht zu tolerant oder auch zu intolerant bin... Es gibt ja bereits ein Verbot (ich weiß nur nicht, ob es gesetzlich verbindlich ist oder "nur" im Rahmen eines freiwillig einzuhaltenden Codex) für Presse- oder generell Medienprodukte, die religiöse Gefühle im groben Maße verletzen... Bei dem Beispiel der vergasten Leichen halte ich es angesichts der Herausgeber (rein aus meinem moralischen Gefühl) für grenzwertig, eher tendierend zu illegal, jedoch könnte ein politisch neutraler Karikaturist auf möglicherweise zeitnahe Ereignisse eingehen und somit die Religiongruppe der Juden gar nicht in der Weise ansprechen bzw. einbeziehen wie die o.g. Neo-Nazis... Ob man dann den Scherz für makaber oder geschmacklos hält, bleibt ja immer noch jedem selbst überlassen, aber ich denke, viele Leute würden dann das Ganze ein wenig liberaler sehen...

Im aktuellen Fall der ZdK-Klage würde ich jedoch sagen:
Durchgeknallter Papst - stimmt
krimineller Kardinal - wenn man sich nicht gegen diesen Papst wehrt, grenzt das an Kriminalität

Also wo liegt die grobe Gefühlsverletzung, wenn doch eigentlich nur Satire betrieben wurde? Ob das der ursprüngliche Sinn der Sendung war, darf bezweifelt werden, aber zu manch höherwertig auslegbaren Ergüssen könnte ja auch mal MTV gut sein...

Soweit,

Black Reaper
Timberwolf[QUOTE][i]Original geschrieben von Black Reaper [/i]
[B]Ich würde sagen, es darf gelacht werden... Der Einfall das vatikanischen Fernsehens ist zwar in meinen Augen ebenso schlecht wie geschmacklos wie die Wirkursache dieser Produktion, aber wie sich MTV hier lächerlich macht, ist doch, ganz ernsthaft, armselig... [/B][/QUOTE]
Huch, :eek: wenn es nicht deutlich war: der Pressetext über "dopetown" war eine Erfindung meinerseits. ;)
Black ReaperHmm... man möge mir zu solch früher Stunde meine Unfähigkeit der Ironie-Erkennung verzeihen... :rolleyes: Etwas übernächtigt kann das schon mal vorkommen...

Daher möchte ich trotzdem den MTV revidieren... In anderen Punkten bleibt meine Meinung davon aber unberührt...
Gregsen[QUOTE][i]Original geschrieben von christopher.W [/i]
[B]
Mein Vorschlag wären öffentliche Kreuzigungen am Rande unserer Autobahnen.

[/B][/QUOTE]

Was hab ich gelacht, ich mag deinen Humor..jawolle, gute alte Manier wie vor 2000 Jahren, immer her damit :D

Zur Werbung: Ich weiß gar nicht was die haben..."Nicht rumhängen, sondern lachen" ist mit die originellste Werbeanzeige der letzten Jahre.... :D
Nix[quote][B]...geht es dabei um einen 'durchgeknallten Papst' und einen 'kriminellen Kardinal', die unter anderem Waisenkinder in die Sklaverei verkaufen...
[/quote][/B]

Hm, was soll man dazu sagen?
- Könnte meine neue Lieblingsserie werden! :D
psychochickenDie Serie ist nicht wirklich lustig und ausserdem so realitätsfern, dass ich mich da als reeller Popetowner gar nicht angegriffen fühlen würde.
Für meine Begriffe war das ein bisschen viel Trommelwirbel für ein paar billige Scherze.
OdessaYepp, hab grad die Diskussion auf MTV darüber verfolgt und die Serie gesehen. Sowas von armselig, dümmlich und wirklich nur noch vöööllig langweilig-witzlos... dagegen sind ja die Teletubbies richtig "heisse intellektuelle" Feger. Meine Fresse, und dieser geschmacklose "Gag" mit der Hostienfabrik - Verarsche von KZ-Opfern, dann noch Behinderten-/Rollstuhlfahrer-/ Waisenkinder-Demütigung, das alles so dermaßen plump und auf dem Niveau 5jhr. Kindergartenkinder, die sich gegenseitig im Sandkasten niedermachen... darüber könnte ich mich mehr aufregen als über jegliche vermeintliche Verletzung religiöser Gefühle.

Aber wirklich GUT fand ich die Diskussion eben auf MTV, wo ein äußerst fairer, sachlicher, anständiger und respektvoller MTV-Moderator, Markus Kavka, eine ruhige angenehme Diskussion leitete. Hut ab, hätte ich von diesem Sender wirklich nicht erwartet.
DarketMir ist wurscht wie schlecht das ganze ist, hab auch ne Zeit lang ganz gern South park geschaut. ich empfinde die absenz von Geschmack, niveau und Stil bisweilen als gekonntes Stilmittel, aber das ist Geschmacksache.
Ich habs net gesehen, weil mir aufgefallen ist, dass ich garkein MTV kriege...ich versuche wohl zu selten da hinzukommen.

Ich kann hier nur wiederholen, was ich schon im Vorfeld (man liest ja so einiges) an MTV geschrieben hab, nämlich, dass ich nicht einsehe, weshalb sich jetzt gerade diejenigen so weit aus dem Fenster lehnen, die beim so genannten "Karrikaturenstreit" eifrigst die Pressefreiheit bemühten. Der Sachverhalt ist ein ähnlicher: ein austauschbares Medium karrikiert die religion auf recht derbe und dabei wohl nicht einmal lustige Weise.
Die Presse ist kein verdammtes Staatseigentum (und selbst dann wäre es fragwürdig), bei dem die Gesellschaft unmittelbar das Programm bestimmt. Jeder kann und soll sagen, was er denkt (im Rahmen geltenden Rechts), es muss ja anderen Leuten nicht schmecken.
OdessaDarket, ich seh das doch genauso wie Du ;-). Eben weil ich bei den Mohammed-Karikaturen auch gegen ein Verbot war, bin ich es bei der Serie natürlich auch, die Pressefreiheit ist mir heilig.

Trotzdem steht natürlich jedem Christen oder Kritiker zu, sich - so man sich verletzt fühlt - über diesen oder irgendeinen anderen Kram zu beschweren; das taten die Moslems auch und ich muss sagen: ich sehe immerhin noch keine marodierenden, Flaggen oder gar Menschen verbrennenden Christen durch die Lande ziehen, die den MTV-Sender in die Luft jagen oder abfackeln ;-).

Die Diskussion gestern brachte das Ergebnis - was mich eigentlich auch erstaunte - , daß nicht mal die Christen, die anwesend waren, ein Problem mit der Sendung hatten. Die sagten durch die Bank, daß sie diese Folge weder witzig noch aufregend fanden, aber sie auch NICHT verbieten würden.

Es war u. a. ein, ich glaube, Journalist von der FAZ da, der mir sehr gut gefiel in seinen Äußerungen, weil er völlig unabhängig von der kirchlichen Seite seine Kritik an der Serie und ihrem Inhalt äußerte und die deckt sich mit meiner: es ist einfach wirklich nur ein format-loses, gag-freies, un-satirisches, un-witziges und nicht mal annähernd so "pfiffiges" Serienteil wie es z. B. Southpark oder die Simpsons (die ich genial finde!) sind. Er fragte sich auch ziemlich kopfschüttelnd, wie es dazu kommen konnte, daß diese Serie von einer Stelle (cologne irgendwas) prämiert wurde, denn er sah in dieser Serie nichts, was auch nur annähernd einen wie auch immer gearteten "Kunst"-Anspruch hätte und auch wenn es der wäre, daß es KEINE "Kunst" ist, also Trash.

Nicht falsch verstehen, Darket - Trash, die völlige Abwesenheit von Geschmack, "Kunst" und Stil, kann Kult sein, und Filme wie die von Rob Zombie (die ich durch die Bank klasse finde) sind auch nichts "künstlerisch wertvolles". Aber solange man sich irgendwie amüsieren kann dabei, ist es okay.

Bei Popetown, ich schwöre Dir, da würden Dir nach 5 Min. die Füsse einschlafen und das Hirn sowieso, weil es so grotten-laaaangweilig war... eben KEIN erwarteter "Seitenhieb" a la "Life of Brian", KEINE Satire gegen Dinge wie z. B. Verhütungsverbot bei gleichzeitiger Überbevölkerung etc. - es war so "glatt" und fade wie das Sandmännchen (wobei das ja noch niedlich ist), nur mit wesentlich schlechteren Figuren und mit Dialogen, die von - so mutmaße ich - Verona Feldbusch oder Dieter Bohlen stammen. Also von irgendwem mit null politischem/satirischem Humor ;-). Schliesse mich serene-fall zu 100% an, dahingehend.

Aber wie immer - das ist nur meine Meinung, die niemand Anderer teilen muß, Geschmäcker sind so verschieden wie wir Menschen selbst ;-)
Unleashed DemonNun gut, ich glaube nicht an Gott und habe eine seeeehr kritische Einstellung der kirche gegenüber.
Deswegen freute ich mich auch, als ich die werbung für die serie sah.

Tjah, gestern kam die erste Folge und... ich fand sie enttäuschend.
Anstatt die Kirche sinn- und einigermaßen niveauvoll zu parodieren kam nur sinnloser und alberner Klamauk.

Viel hätte man aus dieser Serie machen können, aber das potential wurde verschenkt.

PS:
Richtig gut fand ich die anschließende Diskusionsrunde auf mtv.
Das hat das niveau des senders um ein vielfaches gehoben :D
TimberwolfWürde man Popetown verbieten, müsste man konsequenterweise auch die Bild verbieten und ohne die könnte ich mir die deutsche Medienwelt nun wirklich nicht vorstellen. :rolleyes:

Dass die katholische Kirche alles andere als progressiv ist, dürfte kein einigermaßen gebildeter Mensch bezweifeln... aber wenn man heutzutage nach den Ursachen/Urhebern für soziale Ungerechtigkeiten suchen möchte, sollte man sein Feindbild eher in Politik und Wirtschaft suchen als in einer Institution wie der Kirche. ^^ Die einzig wirklich interessanten Protagonisten in Rom sind dieser Tage doch Berlusconi und Prodi und nicht der Papst. Und europäische Machtzentren sind in meinen Augen auch eher die Parlamente als auch die Finanzmärkte und Großunternehmen in der EU und nicht die Kirche... aber es scheint für manch einen fundamentalistischen Atheisten einen - im wahrsten Sinne des Wortes - Heidenspaß zu machen, seine Energie in erster Linie in Kirchenkritik zu investieren als die wirklichen politischen und wirtschafltichen Bösewichte unserer Gesellschaft anzugehen.
OdessaTimberwolf, das ist ja auch einfach gewesen bisher - die Gläubigen haben sich selten gewehrt, wurden sie früher verhöhnt oder diffamiert.

Das war bei der Diskussion gestern auch ein sehr interessanter Punkt, der angesprochen wurde; ich glaube es war Smudo/Fanta 4, der das als erster miteinbrachte: dass heutzutage wieder so viele junge Leute zu ihrem Glauben stehen, sich nicht schämen dafür, DASS sie an Gott glauben und in einer Kirche sind. Noch vor 10,15 Jahren wäre das unmöglich gewesen. Wenn ein junger Mensch damals glaubte, wurde er hierzulande ausgelacht oder als geistig minderbemittelter lebensunfähiger Depp hingestellt.

Die Zeiten haben sich geändert, die jungen Leute - großgeworden in einer Elterngeneration, die "Anti-Autorität", "Anti-Werte", "Anti alles was früher als Zusammenhalt in einer Gesellschaft/Familie galt" als Maßstab hatte und ihre Kinder auch so erzog - sehnen sich nach etwas, was ihnen Halt gibt, sehnen sich nach "heiler Welt" und das, denke ich, ist allemal besser als sich in bescheuerte Drogen, Suff oder Mitgliedschaften in grenzterroristisch-faschistischen Gartenzwerg-Vereinen oder Bowling-Clubs zu flüchten... . und diese jungen Leute sind plötzlich "da", sind sichtbar, pilgern zum Papst, stehen ganz offen dazu daß er für sie eine "Leitfigur" ist, ein Stückchen "Wert" und Halt in einer Welt, in der nichts mehr wert hat und Halt bietet... JETZT kann man nicht mehr einfach so ungestraft Gott lästern (was diese Serie ja ohnehin nicht tut, aber generell gesprochen), jetzt ist da eine Menge an Jugend, die widerspricht und sich ihren Glauben nicht madig machen lässt.

Eigentlich finde ich, wie gesagt, diese Entwicklung so schlecht nicht. Mir sind betende und verklärt singende 16jhr., die nach Rom reisen und dabei alten und kranken Menschen die Hand halten und mit ihnen reden, tausendmal lieber als - sh. anderer thread hier - verrohte bestialische primitive Idioten, die sogar noch auf Leichen einschlagen und an nichts mehr glauben in diesem Leben außer an die Macht der Gewalt und der eigenen Fäuste...
Timberwolf@ Odessa: Hm? Wie meinen? - Also ich nehme einfach mal an, dass wir un einig sind, weil einen Widerspruch zwischen deinen und meinen Aussagen kann ich so für's Erste eigentlich nicht erkennen. :D ;)

Ich wollte jedenfalls nur anmerken, dass ich es drollig finde, wenn die Kirche heutzutage noch als Wurzel allen Übels angeprangert wird, obwohl sich die Machtzentren heute andernorts befinden, nämlich in Politik und Wirtschaft. Mir kommen viele vor Kirchenkritik strotzenden Atheisten wie ein Schwarm Piranhas vor, die sich auf einen abgenagten Knochen stürzen, während neben an eine Kuh ungeachtet ertrinkt - ohne Ahnung, wo die Party eigentlich abgeht...
Ihr wollt etwas gegen Sexismus und für Gleichberechtigung tun? Gut! Dann schaut Euch die verfickten Führungsebenen diverser Unternehmen an oder am besten gleich das eigene soziale Umfeld und nicht nur (wohlgemerkt: nicht [b]nur[/b]) diesen Altherrenclub im Vatikan! - Ihr habt ein Problem damit, dass manche Leute mehr Macht haben als ihnen eigentlich gut tut? Prima! Dann überhäuft die Politiker und Manager dieser Welt mit Titularien der Missgunst! - Ihr wollt was gegen unverdienten Reichtum tun? Super! Dann kritisiert mal die Verdienste diverser Chefs in besagten Unternehmen! Wie zum Teufel will man beispielsweise mit vernünftigen Argumenten rechtfertigen dass ein Direktor der Crédit Suisse 500'000'000 (in Worten: eine halbe Milliarde) Schweizer Franken pro Jahr verdient? - Etcetera. Nichts gegen Kirchenkritik, aber beherrscht werden wir heutzutage von anderen.
Darket[url]http://www.laut.de/vorlaut/news/2006/05/04/01992/index.htm[/url]

Scheinbar ganz treffend zusammengefasst.
OdessaJo, triffts ganz gut, Darket. Und Timberwolf - stimmt, ich stimme Dir zu, ich hab mich etwas unklar ausgedrückt ;-).
VengadielMal ohne auf meine Vorredner einzugehen,
Ich habe die Sendung gesehen und fand sie ehrlich gesagt einfach nur albern und kindisch.
Nichts, was man sich "unbedingt" angucken muss, einige "Kritikansätze" (:rolleyes: ) waren ganz schön, aber verkam zum Kindergartengeplänkel.
Meine Meinung.
hagzissa13Man kann's auch echt übertreiben. Ich bin katholisch getauft, habe aber so etwas meine Probleme mit der Amtkirche. Der Glaube an eine höhere Macht ist jedoch durchaus gegeben.

Wenn ich mir diese langweile Zeichentrickserie anschaue, frage ich mich allen Ernstes, worüber man sich dabei aufregen will. Für mich zeigt dieser Streit eine Art Intoleranz, denn wenn ich z.B. meinen Kleiderschrank anbeten würde, könnte ich auch nicht gerichtlich durchsetzen, daß von nun an keine Späße mehr über Kleiderschränke gemacht werden dürfen.

Um es mal ganz krass zu sagen: Niemand weiß (kann es beweisen), ob es Gott wirklich gibt, aber trotzdem darf man nicht über Dinge, die direkt oder indirekt damit verbunden sind, spötteln?

Wenn wir beginnen würden, all die Scherze zu verbieten, die Menschen in ihrem religiösen Denken auf die Füße treten KÖNNTEN (und es gibt ja Leute die glauben nichtmal an Gott, die glauben an was weiß ich nicht was - oder sogar an den von mir benannten Kleiderschrank), dann könnten wir bald alle zum Lachen in den Keller gehen.

Wenn man als Christ (oder, aus aktuellem Anlaß Moslem) oder Angehöriger einer x-beliebigen Religion nicht über solchen Dingen steht, dann zeugt das meiner Meinung nach von Schwäche.
DeacanAb heute, 21.30Uhr, strahlt MTV die Serie komplett aus - den Unkenrufen zum Trotze.

Und: gut so.

Ich selbst bezeichne mich als Atheisten, was ist bitte mit meinen atheistischen Gefühlen? Jedes Jahr zu Ostern oder Weihnachten werden meine Gefühle auf's Schärfste verletzt, wenn ARD, ZDF etc. Filme wie "Jesus - sein Leben sein Leiden", "Noah und die Arche" oder "Moses - die 10 Gebote" zeigen.
Gewalt über Gewalt... nichts davon ist laut Christen fiktiv - es steht ja so in der heiligen Schrift.

Was ist, wenn ich Kinder hätte? Und die das sehen? Und möglicherweise auf die Idee kämen, das die Juden ein unsagbar grausames Volk sind - immerhin haben sie zugesehen, wie einer aus ihrer Mitte hingerichtet wurde?
Über die Reaktionen bei "Moses" will ich gar nicht erst nachdenken.

Fazit: viel Lärm um nichts.
PS: ...zudem mag ich kein Produkt einer inzestiösen Verbindung sein - nach Noah geht das aber gar nicht anders...
:rolleyes:
RagingAngel[QUOTE][i]Original geschrieben von Deacan [/i]
[B]nichts davon ist laut Christen fiktiv - es steht ja so in der heiligen Schrift.[/B][/QUOTE]

Das stimmt einfach mal nicht. Das sind die Kreationisten. Christen glaube in der Regel, dass die Geschichten in der Bibel nicht einfach wahr sind sondern gedeutet werden müssen. Jedenfalls seit das Mittelalter zu ende ist. *g*
Deacan[QUOTE][i]Original geschrieben von RagingAngel [/i]
[B]Das stimmt einfach mal nicht. Das sind die Kreationisten. Christen glaube in der Regel, dass die Geschichten in der Bibel nicht einfach wahr sind sondern gedeutet werden müssen. Jedenfalls seit das Mittelalter zu ende ist. *g* [/B][/QUOTE]

Wenn dem so ist, warum dann ständig neue Verfilmungen?
Es geht dabei einzig und allein um Missionierung und Indoktrination.
Interessant: die Geschichten müssen gedeutet werden... das ist einfach gesprochen nur Unsinn. Vor 2000 Jahren verstanden die Menschen eine EINFACHE Sprache, man arbeitete mit einfacher Symbolik und Linguistik.
Dieses "Deuten" von Texten hat einen Fehler: das NT wurde für die Leser seiner Zeit geschrieben und nicht um erst Jahrhunderte später vom Leser gedeutet zu werden - oder haben die Verfasser des NT etwa eine kleine Zeitreise gemacht?

Meines Erachtens kamen dank Popetown ein paar Leutchen, die zu Recht langsam aber sicher ins Reich des Vergessen gefallen waren, wieder einmal ins Rampenlicht zurück. Keiner schreit wenn im TV das Blut in "Moses" in Strömen fließt - aber wenn man einen fiktiven Papst in mieser Zeichentrickmanier durch Bild schickt, schreit die Menge.

Deacan
RagingAngel[QUOTE][i]Original geschrieben von Deacan [/i]
[B]die Geschichten müssen gedeutet werden... das ist einfach gesprochen nur Unsinn.[/B][/QUOTE]

Du willst sie also nicht deuten btw. hinterfragen sondern wörtlich nehmen? :D

[QUOTE][i]Original geschrieben von Deacan [/i]
[B]Vor 2000 Jahren verstanden die Menschen eine EINFACHE Sprache, man arbeitete mit einfacher Symbolik und Linguistik.
Dieses "Deuten" von Texten hat einen Fehler: das NT wurde für die Leser seiner Zeit geschrieben und nicht um erst Jahrhunderte später vom Leser gedeutet zu werden - oder haben die Verfasser des NT etwa eine kleine Zeitreise gemacht?[/B][/QUOTE]

Du nennst doch selbst den Grund warum man sie deuten muss. Heute versteht keiner mehr was damals mit der Symbolik gemeint war, also muss man überlegen was das damals zu bedeuten hatte. Ich verstehe deine Argumentation offensichtlich nicht.


Das "die Menge schreit" hat doch sowieso eher was mit den Medien zu tun als mit der Serie selbst. Das hat sich doch alles nur hochgeschaukelt und wurde von ein paar Leuten kommentiert die sowieso gegen alles sind und die Serie wohl nie selbst gesehen haben. Außerdem ging es doch auch eher um diese komische Werbung als um die Serie. Ich glaube ohne die Werbung und ohne dieses Aufgebausche hätte Popetown nicht mehr Einschaltquoten gehabt als die Klingeltonwerbung die sonst auf MTV läuft.

btw: Bei der Passion Christi haben auch alle geschrien, obwohl das nicht kritisch war. Bei dem Film waren alle der gleichen Meinung wie du, Deacan. *g*
DeacanDas AT wie auch das NT ist so geschrieben worden, das es für das einfache Volk verständlich war - es ist also wortwörtlich zu nehmen.
Da gibt es nichts hinein zu interpretieren - die dusselige Idee zum Beispiel mit den "Gleichnissen" kommt heutzutage von Leuten, die um die Fehler eben dieses Buches wissen und es versuchen schönzureden.

Oder willst du etwa behaupten, das wir uns sprachlich so stark weiterentwickelt haben, das wir einen einfachen Satz wie "Wer nicht will das ich euer König bin, den werft mir zu Füßen" nicht deuten können?
So steht es zum Beispiel im NT...

Nochmals: das AT & NT wurden so geschrieben, das das einfache Volk es verstand - warum sollte man bitte Lösungsschablonen fürs Verstehen benötigen? Was nützt ein Buch, dessen Inhalt nur für Eingeweihte lesbar ist?
Entweder die Bibel ist das eine ultimative Buch und hat etwas zu sagen (und zwar in verständlicher From) oder es ist Unfug wie die Steuergesetze Deutschlands, denn die versteht auch kein vernünftiger Mensch ohne Zusatzbildung.
Darketamen
RagingAngelIn der Bibel stehen aber auch so Sachen wie:

[QUOTE][b]Wenn aber ein Männlicher nicht beschnitten wird an seiner Vorhaut, wird er ausgerottet werden aus seinem Volk[/b][/QUOTE]
und
[QUOTE][b]Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß ich heimsuchen werde alle, die an der Vorhaut beschnitten sind[/b][/QUOTE]
Außerdem steht da noch:
[QUOTE][b]Und er warf die Silberlinge in den Tempel, ging fort und erhängte sich.[/b][/QUOTE]
und
[QUOTE][b] tut ihnen gegenüber das gleiche[/b][/QUOTE]

Naja man hat ja sowieso keine Chance. (Ich liebe zusammenhanglose Bibelzitate. *g*)

Einigen wir uns also darauf, dass das alles völliger Unfug ist. ;-)

Jetzt mal wieder etwas ernster.
In 2000 Jahren hat sich die Bedeutung von Worten und Symbolik schon recht stark verändert. Vor 50 Jahren verstand man unter "billig" ja auch noch qualitativ minderwertig und nicht günstig und wer sich mal richtig mit Gleichnissen oder der Bergpredigt auseinandersetzt wird noch andere Sachen feststellen. Natürlich muss man sich damit wissenschaftlich auseinandersetzen und nicht religiös. Wenn man natürlich sagt: "Ich will das nicht, das ist alles uninteressanter Mist.", dann ist das auch ne Sichtweise. Es zwingt einen ja keiner, es sei denn man wählt Religion in der Oberstufe *g*.

Zurück zur Bibel. Wenn man mal bedenkt, dass das ganze Ding ein riesen Sammelsurium von Texten verschiedener Autoren ist die vermutlich aus verschiedenen Zeiten kommen und gegenseitig voneinander abgeschrieben und Neues dazugeschrieben haben kann man das doch garnicht als wörtlich nehmen und als "die heilige Schrift" sehen. Ich denke aber schon, dass sich wenigstens einige was dabei gedacht haben als sie das geschrieben haben und Symbolik wandelt sich im Laufe der Zeit normalerweise sehr stark und einzelne Sätze, die aus dem Zusammenhang gerissen wurden sind in der Regel nurnoch Datenmüll. Das ist auch in Texten außerhalb der Bibel so.
christopher.WPOPETOWN / STOIBERSTADT

Hier ein aktueller Spiegel-Artikel … ich dachte eigentlich, das Thema hat sich erledigt; zu durchschaubar schien doch das Geschrei der Kirche, zu fadenscheinig die rechtschaffene Empörung über eine fade Zeichentrickserie, für die sich außer dem ZdK und einigen abgehalfterten Politikern - bot sich doch endlich wieder einmal die Möglichkeit, sich medienwirksam in Szene zu setzen - kein Mensch interessiert hätte.

Doch jetzt kommt Super-Stoibi, Häuptling Silberlocke, der staubige Gamsbart-auf-dem-Hut-Träger, Schutzengel der beleidigten Weißwürste, Retter des wahren Glaubens!

Unser fahnenflüchtiger bayerischer Hinterwäldler wühlt noch immer mit dumpfer Besessenheit in der muffigen Krabbelkiste verletzter religiöser Gefühle und man wundert sich, dass er nicht anfängt mit dem Kopf zu wackeln wie eine Wacky Wobbler-Figur aus Kunstharz.

Was ist denn der Plan? Wird Staubi in Zukunft die Jungs mit Weihwasser besprengen, wenn sie T-Shirts tragen, auf denen groß hinten drauf steht: JESUS IS A CUNT und wird er CDs öffentlich verbrennen, auf denen Satan, dem Fürst der Finsternis gehuldigt wird? Wird es auch hierzulande endlich Religionspolizisten geben, die mit kleinen Stöckchen durch die Straßen laufen und unchristliches Benehmen unverzüglich bestrafen? Steht auf der INRI-Tafel über dem Haupt des Heilands in Zukunft das Wort OBEN, damit man das Kreuz auch ja richtig herum aufhängt?

Und was ist mit den Anbetern des Schwarzen Gottes? Schützt der Edelweiß-Exorzist auch mich und meine Gefühle vor den Jesus-Freaks und den Papst-Groupies, die mit ihren stinkigen Jesus-Schlappen auf meinen religiösen Überzeugungen und meiner Nase herum trampeln?

Mann, ist das gruselig.


RELIGION
Stoibers Glaubensgipfel
Von Sebastian Fischer, München

Nach Mohammed-Karikaturen und TV-Papstsatire geht CSU-Chef Edmund Stoiber in die religiöse Offensive: Gemeinsam mit Vertretern der Glaubensgemeinschaften will er das Strafrecht verschärfen. Vertreter muslimischer Organisationen fehlten bei dem Treffen.

München - Der Priester drängt ungeduldig an den wartenden Fernsehteams vorbei. "He, das ist doch Kardinal Wetter", bemerkt da ein flinker TV-Redakteur. Schnell wird der Flüchtende gestellt. Nein, er nehme nicht an der geplanten Pressekonferenz teil: "Ich gehe - und ich komme auch nicht wieder zurück", sagt Kardinal Friedrich Wetter, der Erzbischof von München und Freising. Das Verhältnis zwischen Kirche und Medien ist dieser Tage ein angespanntes.

Weil er die Mikrofonträger aber nicht abhängen kann, gibt der Kardinal dann doch noch zwei Sätze zu Protokoll: "Wir halten es nicht länger für hinnehmbar, in der Öffentlichkeit beschimpft zu werden." Und: "Wir sind hier alle einer Meinung."

"Wir", das sind heute die Vertreter von Katholiken, Protestanten, Juden, Griechisch-Orthodoxen sowie ein Islamexperte. "Wir alle" umfasst die Religionsgemeinschaften im Verein mit anwesenden Repräsentanten von Medien und Politik. Zwei Stunden haben sie bei Brez'n und Mineralwasser in der bayerischen Staatskanzlei diskutiert: Über die Mohammed-Karikaturen, über die MTV-Papstsatire "Popetown", kurzum: über einen besseren Schutz religiöser Überzeugungen.

Verschärfung des Paragrafen 166

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) fordert als Gastgeber der Runde "einen Grundkonsens, dass nicht alles mit Füßen getreten werden darf, was anderen heilig ist". Deshalb habe er den "politischen Willen", eine Initiative im Bundesrat zur Verschärfung des Strafrechtsparagrafen 166 zu starten, der bisher die Beschimpfung eines religiösen Bekenntnisses unter Strafe stellt. Eine Neuauflage das früheren Gotteslästerungsparagrafen aber sei "keine wünschenswerte Option", so Stoiber: "Wir haben das drei Mal versucht und sind drei Mal gescheitert."

Edmund Stoiber versucht sich und seine CSU seit einigen Monaten wieder besonders deutlich als Verteidiger religiöser Werte zu positionieren. Im Kampf gegen Spott und Hohn der Medien soll jetzt klare Kante gezeigt werden. Symbolisch zumindest klappt das schon ganz gut. Als eine Fernsehfrau Stoiber darauf hinweist, er sitze im Gegenlicht, kontert der gereizt: "Es kommt nicht aufs Licht an, sondern auf die Inhalte." Basta. Später wird dann doch noch der Vorhang vorgezogen.

Die mit der muslimischen Empörung über die Mohammed-Karikaturen auf die Agenda gerutschte Debatte um den Schutz religiöser Symbole füttert Stoiber regelmäßig mit neuen Beiträgen an. Sein Hauptziel: Mehr Schutz für christliche Empfindungen. Der Machtmensch wittert außerdem die Rückkehr der Werte ins Herz der Gesellschaft. Stoiber auf der Zeitgeistwelle.

"Außer den Simpsons keine normale Familie mehr"

Anfang Mai empfing er rund tausend ehrenamtliche Kirchenmitarbeiter im Kaisersaal der Münchner Residenz, "in einer der besten Stuben Bayerns", so Stoiber damals. Das erste Mal überhaupt wurde das freiwillige und unentgeltliche Engagement jener Bayern geehrt, "die sich für ihren Glauben und ihre Religion einsetzen". Auch im Kaisersaal intonierte Stoiber unter großem Applaus die Kritik an den Medien: Im deutschen Fernsehen gebe es "nur noch kaputte Familien. Außer den Simpsons", so Stoiber, "gibt es keine normale Familie mehr im TV".

Auffällig bei den Veranstaltungen in Kaisersaal und Staatskanzlei: Es fehlen Vertreter muslimischer Organisationen. Obwohl Stoibers Mannen deren Beteiligung per Presseerklärung vom 27. April angekündigt hatten, diskutiert heute nur Professor Harry Harun Behr als gläubiger Muslim und Islamexperte mit. Behr sagt und fordert wichtige Dinge, etwa in Bezug auf den islamischen Religionsunterricht in deutschen Schulen: Dessen Bildungsauftrag liege auch darin, die Artikulation von Schmerz und Ärger zu lehren. "Bei den Mohammed-Karikaturen hatte ich oft den Eindruck, es handele sich mehr um einen wütenden Aufschrei denn um einen gut artikulierten Disput", so Behr.

Es müssten die Fähigkeiten gelehrt werden, anderen zuhören zu können, sich in andere hineinzuversetzen. Warum konnten nicht die Repräsentanten muslimischer Organisationen so sprechen? Stoiber: "Wir tun uns sehr schwer, dort Gesprächspartner zu finden." Mit Missachtung habe das nichts zu tun. Tatsächlich sind die über drei Millionen Muslime in Deutschland organisatorisch zersplittert. Es gibt keinen zentralen Ansprechpartner, der hinreichend legitimiert wäre.

Aiman Mazyek sieht das anders. Der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime, in dessen Charta die Verpflichtung zur Integration in die deutsche Gesellschaft betont wird, ist enttäuscht: "Es ist schade, es ist eine verpasste Chance, dass muslimische Organisationen nicht zu Stoibers Treffen eingeladen wurden." Außerdem hätten Gewerkschaften und andere Parteien in der Staatskanzlei gefehlt, so Mazyek. Stoibers Initiative sei gut. Wenn das Heilige angegriffen werde, "müssen alle zusammenstehen". Deshalb unterstütze der Zentralrat eine Verschärfung des Paragrafen 166, allerdings sei die Verankerung einer "Kultur der Achtung und des Respekts in der Gesellschaft genauso wichtig".

Damit wählt Aiman Mazyek beinahe die gleichen Worte wie Edmund Stoiber zuvor auf dem Glaubensgipfel.

© SPIEGEL ONLINE 2006


PS: "Außer den Simpsons", so Stoiber, "gibt es keine normale Familie mehr im TV".

Also dazu sag ich mal nichts. Das wäre zu einfach ;-)
Deacan[QUOTE][i]Original geschrieben von christopher.W [/i]
[B]POPETOWN / STOIBERSTADT

PS: "Außer den Simpsons", so Stoiber, "gibt es keine normale Familie mehr im TV".

Also dazu sag ich mal nichts. Das wäre zu einfach ;-) [/B][/QUOTE]

*räusper*

DAS finde ich jetzt aber doch arg erstaunlich - angefangen bei Homers Nachbarn über die Phrasen eines Pfarrers innerhalb dieser Serie... damit beweist sich wieder einmal, das Stoiber null Ahnung von dem hat, was er da einfordert - die Simpson sind in etlichen Episoden mehr als nur kritisch gegenüber Religionen, sondern voller Hohn und Spott.

Aber: außer den Simpsons keine normale Familie mehr im TV, ahja. Demnächst werden dann die Bundys als deutsche Normfamilie eingeführt.

Deacan
WohlstandskindSowas ist einfach nur lächerlich. :D
Was soll man dazu noch sagen?

Popetown hat mich enttäuscht. Ich hatte mit mehr davon versprochen. Aber vielleicht werden noch richtige, lustige Kirchen/Religions Satire-Serien kommen. Ich wünsche es mir auf jeden Fall. Es gibt ja immer noch South Park und div. andere, die ihre Sache sehr gut machen!


Normale Familien im TV? Wieso sollte ich dann noch den Fernseher anschalten? :rolleyes:
hagzissa13[QUOTE][i]Original geschrieben von christopher.W [/i]
[B] Außer den Simpsons", so Stoiber, "gibt es keine normale Familie mehr im TV".
[/B][/QUOTE]

Ich bin kein wirklicher Stoiber-Fan, aber er scheint doch einen gesunden Schuß schwarzen Humor zu haben! :D
christopher.WDa könntest Du natürlich recht haben ...

Wenn er sich mal locker macht, kann man mit dem Ede sicher entspannt ein Gläschen DUFF-Bier im Hofbräuhaus picheln ;-)
Darket[QUOTE]die Simpson sind in etlichen Episoden mehr als nur kritisch gegenüber Religionen, sondern voller Hohn und Spott.[/QUOTE]
"Wir können an einer öffentlichen Schule keine rücksicht auf religion nehmen, genauso wenig wie die organisierten religionen auf Tatsachen."
-Schulinspektor Chalmers

[QUOTE]Wenn er sich mal locker macht, kann man mit dem Ede sicher entspannt ein Gläschen DUFF-Bier im Hofbräuhaus picheln[/QUOTE]
Wenn er das denn mal täte.... :rolleyes:
Cold RainWir haben heute im Religions-Unterricht über die Verschärfung in der Bestrafung von Blasphemie diskutiert. Und es gibt wirklich Leute, die Herrn Stoiber damit recht gaben, man müsse schließlich die religiösen Gefühle schützen.
Wenn man jemanden auf der Straße beleidigt, könne man dafür ja auch belangt werden, wenn derjenige Anzeige erstattet.
Ja. ich liebe unschlüssige Argumente.
Wahscheinlich kann man lange warten, bis Gott jemanden anzeigt, weil er ihn angezeigt hat^^

Wie kann man etwas/jemanden beleidigen, der eventuell gar nicht exitiert...

Naja, wie dem auch sei, ich halte so eine Gesetzesgebung für Unsinn, mal abgesehen von der Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit und der Willkür bei der Bestrafung von Blasphemie.
Pseudo-Gruftiiina das wäre ja noch schön. wäre dann wohl das selbe wie heute mit den juden. selber darf man bis aufs übelste beschimpft und beleidigt werden aber sobald man etwas, auch wenn es sogar nur das selbe ist zurücksagt ist man gleich ein neonazi und wird sofort abgeführt *loool*....alles schon vorgekommen.


edit: sollte ich das wort "juden" zensieren? :D





manchmal hat man in der tat das gefühl, das man das wort nicht mal mehr in den mund nehmen darf.

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