| MissCanterville | ...und zwar von meinen Kollegen. Ich bin heute wieder so genervt, und zwar einfach nur von der Tatsache, daß man sich von mir ein Bild macht und dann anfängt über mich zu erzählen. Okey. jetzt könnte man noch hinzufügen, daß meine Kollegen zu 90% Frauen sind (hm, nur Vorurteil?). Ich arbeite dort nun seit 3 Monaten, hab eigentlich nur die Abteilung gewechselt. Aber seit ich denken kann, stellt man mich immer hin als wäre ich "anders". Und was sind die???? Normal??? In deren Augen wahrscheinlich. Heute sagte mir nun meine Chefin, naja, sind wohl Kollegen zu ihr gekommen und hätte sich über meine Art wohl ... hm, ausgelassen. Ich sei zu ruhig, so introvertiert, würd immer den Eindruck machen als höre ich nicht zu, bin zu still....... Ähm sorry, wie siehts mit meinen fachlichen Qualitäten aus? Achja..... an der Arbeit gibt es wohl nichts auszusetzen, aber das eine geht wohl in das andere über.... WIE jetzt??? Wenn ich von anderen Vorgesetzten etwas gesagt bekomme dann geb ich halt meistens zur Antwort :OK, sorry werd ich ändern. Oder nicht, wenns nicht an meinen Fehlern lag. Ich mach halt mein eigenes Ding, bin während meiner Arbeit absolut konzentriert und je mehr Streß kommt umso ruhiger werd ich halt. Ich habe keinen Bock mich an Hetzkampagnen über andere Kollegen auszulassen, trage nun mal schwarze Klamotten und style mich nicht morgens in aller Hergottsfrüh in Dolce und Gabbana (heißt der so?) zumal ich auf Arbeit eh Dienstkleidung tragen muß, gehe nicht zu Robbie Williams Konzerten oder erzähle (un)witzige Geschichten von meinen Kindern/Mann/Freund/usw beim Frühstück.Ich arbeite um meine Freizeit zu finanzieren, ich versuche meine Arbeit gut zu machen, und ich suche mir die Leute selbst aus mit denen ich Abends noch nen Kaffee trinken möchte. Ich habe mit meinen Hobbies, Freunden etc. so einen Mörderspaß, aber davon wissen die nix, und ich will auch nicht darüber erzählen. Kollegen können so parasitär sein, sie versuchen dein Privatleben zu unterwandern, sie wollen alles von Dir wissen.... Sorry. All das würde ich denen gerne direkt ins Gesicht sagen, nur leider dann befürchte ich, werden sie mich auf den Scheiterhaufen stellen. Das hat mir bis vor ein paar Stunden noch die Laune verdorben, es wird sich auch im Endeffekt nichts dran ändern. Aber jetzt geht es mir einfach schon mal besser. |
| Demon17 | Mein Mitgefühl. Das ist das blöde am Job, das es Menschen gibt, die meinen ihr Privatkram sei relevant. Da musst Du durch, nach einiger Zeit legt sich das. Vielleicht fragst Du Deine Chefin ja mal was sie von dem alten Spruch hält, Dienst ist Dienst und Schnapps ist Schnapps. Oder Du erklärst ihr, das es auch für die Organisation Vorteile hat, dienstliches von Privatem zu trennen. Ganz abgesehen davon, das Du Deine Arbeitskraft verkaufst und nicht Deine Person. Oder zeige Dich einfach erstaunt, denn oft geht durch das Schwatzen viel Arbeitszeit verloren. frag sie ob es hier verboten ist, ein stiller nachdenklicher Typ zu sein usw. never surrender demon17 |
| Popstar | fachliche kompetenz ist nicht alles, von fachleuten gibts eben genug. das ist nachwachsender rohstoff. wenn das klima dir nicht passt, solltest du was tun anstatt zu warten dass sich was tut. im zweifelsfall tut sich nämlich nix und man hat n hübschen kleinen spielball in die runde geworfen, der irgendwann abgegriffen ist. es wird sich nix ändern, wenn der spielball still für sich sein ding tut oder mit sich tun lässt. wenn du wirklich gegen die situation angehen willst, dann rede mit den leuten. finde gemeinsamkeiten. wenn es keine gibt außer das fachliche, bist du ersetzbar und wirst ersetzt, wenn du abgegriffen bist. |
| Demon17 | Du kennst die Leute nicht Celtvis. Diese übertriebene Kontagtpfllege führt auch zu Seilschaften innerhalb der Firma, was wiederum Geld kostet. nternehmen, die zu sehr furch Seilschaften geprägt werden, gehen zwangsläufig Pleite, weil personalmäßig nichts mehr nach dem Preis-Leistungsverhältnis entschieden wird. |
| Ianus | ich denke nicht, dass man die betreffenden kollegen kennen muss, um das zu sagen, was bereits gesagt worden ist. soft skills sind inzwischen ein fester bestandteil einer bewerbungsphase. die arbeit, die du machst, kann auch ein anderer machen. und wenn sich die kollegen mit dir nicht wohl fühlen, dann spiegelt sich das auch in deren produktivität wieder. ein arbeitsplatz ist nicht nur ein ort, an dem man täglich seine 8 stunden abreißt. man sollte sich an seinem arbeitsplatz wohl fühlen. wenn du mit der neuen situation nicht zurecht kommst, kannst du ja fragen, ob man dich woandershin versetzen kann, oder versuche, dich zu integrieren. das ganze geschwätz entsteht doch eigentlich daher, dass die leute eben NICHTS über dich wissen. erzähl ihnen, dass du abends gerne mal ein bier trinken gehst, ein großer musikfan bist, festivals liebst, ausgeprägte hobbies hast, sport treibst, wo deine freunde arbeiten, ... erzähl halt von dir. stell dich an die kaffeemaschine und komm ins gespräch. hast du irgendwas daduch zu verlieren, außer mal 5 minuten, die du nicht arbeitest? offen und ehrlich sein öffnet einem jede menge türen und verschließt kaum welche. und unter uns gesagt: wenn das so weiter geht, dann findest du entweder den job bald unerträglich und verschwindest, oder es häufen sich integrationsproblembeschwerden von seiten der kollegen, was dich zu einem untragbaren teampartner macht. tolle aussichten sind das auf lange sicht nicht. und ob das deinem arbeitsgeber so gefällt, kann ich dir auch nciht sagen, aber ich schätze mal, dass da die geduld auch irgendwann am ende ist. also mach was draus. rede ein wenig. tausche ein paar "geheimnisse" gegen eine gute arbeitsatmosphäre ein. und wenn dir selbst das zu viel ist, dann unterhalte dich mit ihnen eben über politische probleme, wenn dein niveau trivialitäten wie kindergeschichten nciht zulässt ... das klingt jetzt vielleicht härter als es ist, aber es ist nur nett gemeint. |
| Cagliostro | Es gibt noch einen ganz anderen Aspekt zu beachten, wenn Teams nicht funktionieren. Leider in Deutschland zu wenig anerkannt. Es handelt sich mitunter um Führungsfehler. Wenn Vorgesetzte nicht in der Lage sind die passenden Leute auszusuchen und Wildwuchs zulassen. Vielleicht hängt es auch mit dem Schul- und Ausbildungssystem in D. zusammen. Es wird ja alles auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner abgehandelt. Schlechter Durchschnitt ist die Folge, unerheblich ob Hauptschule oder Abiturklasse, es handelt sich fast immer um ein Mitläufersystem. Echte Typen als Chefs dürfen und können sich so gar nicht herausbilden. Es ist nicht erwünscht. Wir haben also vielerorts nur nominelle Autorität, keine natürliche. In der Folge kann man beobachten, dass so auch das, was wir Mobbing nennen zunimmt, weil die Chefs entweder alles laufen lassen (keine Courage) oder selbst Bossing betreiben. Der Mitarbeiter ist in nichtselbständiger Tätigkeit beschäftigt, es ist legitim, wenn jemand "nur" seine Arbeit macht, sich ansonsten für die soziale Kontrolle der Mittelmässigen kaum interessiert. Die Mittelmässigen haben immer die Tendenz eine Art Termitenstaat zu errichten, in dem jeder quasi gleich ist, damit nicht auffällt, dass der eine oder die andere völlig inkompetent ist. Sie decken sich gegenseitig in ihrer geringen Arbeitsqualität. Eine sonderform der Anpassung. Es besteht kein Anlass ganze Belegschaften zu heiraten. Auch hier setzen sich wieder die falschen Mechanismen durch, es wird immer der kleinste Nenner gesucht, dies ist auch der Grund warum so mancher Büroschwatz von minderer Qualität ist bzw. unter der Gürtellinie angesiedelt ist (z.b Witze). Büro kann die Hölle sein. Weil sich die ganze Mittelmässigkeit unseres Bildungssystem dort offenbart. Die, die es nicht geschafft haben sitzen dort, um sich noch halbwegs als priviligiert zu betrachten, einfach weil man annimmt, das körperliche Arbeit das schlimmste von der Welt sei, wenn man sich ansieht, was ein Facharbeiter so verdienen kann, wenn er gut ist, naja...........egal. |
| Ianus | [QUOTE][i]Original geschrieben von Cagliostro [/i] [B]Es gibt noch einen ganz anderen Aspekt zu beachten, wenn Teams nicht funktionieren. Leider in Deutschland zu wenig anerkannt. Es handelt sich mitunter um Führungsfehler. [/B][/QUOTE] ach was, manager machen keine fehler! ;) naja, das mittelmäßigkeitssyndrom ist ja wieder was anderes. ich würde es sogar als noch schlimmer bezeichnen: orientierung am schwächsten. wir hängen nicht im mittelmaß sondern dämpfen die "stärksten" dadurch, dass wir zu sehr auf die "schwächsten" rücksicht nehmen. das klingt jetzt etwas rechts, ich weiß, so ist es sicher nicht gemeint. aber nehmen wir mal eine normale unterrichtsstunde in der schule als beispiel. wenn da jemand was nicht versteht, wird das wiederholt und wiederholt, bis es auch der dümmste kapiert hat (oder zumindest so tun als ob). und wer "leidet" darunter? alle die, die es längst begriffen haben. top leute brauchen eine andere behandlung als leute, die hinterher hinken. ich sage ja gar nicht, dass wir rücksichtslos handeln sollen, sonder lediglich, dass man im lernpotential bei vielen menschen genauer unterscheiden muss, was er/si kann und was nicht. ein solches system ist nicht gegeben, daher diese "mittelmäßigkeit", ein sumpf aus dem man nur schwer rauskommt. aber das ist ein thema, das hier nicht wirklich reingehört, sondern einen eigenen thread benötigen würde. ja, es sind führungsfehler. ein manager sollte bei der personalwahl wissen, was für menschen das team braucht, nicht nur qualifikationstechnisch sondern auch im sozialen sinne. und sollte eine person ein "problem" darstellen, so ist es aufgabe des managers, dieses zu beseitigen. in dem hier genannten fall halte ich es schlicht für kommunikationsschwierigkeiten, die überwunden werden müssen. da muss ein manager einschreiten und eventuell einen teamausflug veranstalten, um das wir-gefühl zu stärken und jeden einzelnen zu integrieren. trotzdem liegt es an dem einzelnen, sich aktiv in eine gruppe einzubringen. wenn man also mit verschränkten armen irgendwo in der ecke der küche steht während sich 3 kollegen unterhalten ... da braucht man doch nur den gesunden menschenverstand anzuschalten um zu überlegen, was da falsch läuft und wie einfach man da was ändern kann. sorry für die überspitzung, aber ich denke, dass so ziemlich jeder mensch über genügend persönlichen charme verfügt, um sich in eine gruppe integrieren zu können. ob das von dauer ist, hängt dann natürlich von der persönlichkeit der einzelnen personen und der gruppendynamik ab. aber versuchen kann man es immer. |
| LaChatte | [QUOTE]ein manager sollte bei der personalwahl wissen, was für menschen das team braucht, nicht nur qualifikationstechnisch sondern auch im sozialen sinne. und sollte eine person ein "problem" darstellen, so ist es aufgabe des managers, dieses zu beseitigen. in dem hier genannten fall halte ich es schlicht für kommunikationsschwierigkeiten, die überwunden werden müssen. da muss ein manager einschreiten und eventuell einen teamausflug veranstalten, um das wir-gefühl zu stärken und jeden einzelnen zu integrieren.[/QUOTE] Ach, wenn doch nur alle Chefs so sozialkompetent wären.... *seufz* - die Welt wäre ein viel schönerer Ort. In der Praxis sind sie es leider allzu oft nicht. [QUOTE]aber ich denke, dass so ziemlich jeder mensch über genügend persönlichen charme verfügt, um sich in eine gruppe integrieren zu können.[/QUOTE] nein, davon kann man nicht ausgehen. Und vor allem dann nicht, wenn die Gruppendynamik zufällig gerade nach einem Sündenbock sucht... |
| aurora borealis | @ Celtvis wobei wir wieder bei der Assimilation wären... Mir scheint, dass Männer da freizügiger sind, was "Zwänge" betrifft (Zitat: "Das ist halt so"), ein Vorurteil? @ MissCanterville Ich persönlich habe immer strikt in Privat und Beruf getrennt, was insbesondere Klatsch-Tanten im Großraumbüro gar nicht gefiel, weil ihnen dann eine Einschätzung schwerer fällt. Das Problem ist nur, dass Du bestimmte Informationen nur auf diese Weise erfährst, ob das nun eine Sekretärin oder Managerin ist. Persönlich sollte es einfach funktionieren, das nennt man Harmonie. Das tötet aber noch lange nicht die Kritikfähigkeit und notwendige Distanz dazu, wenn man will. (siehe unterschiedliche Einstellungen dazu, ob man seinen Vorgesetzten duzen oder siezen soll) Männer haben andere Wege, sich einzugliedern, z.B. Golfen (*gähn*). Eingliederung im Mindestmaß wird aber erwartet und kann Dir auch nicht gefährlich werden. Absolutes Ablocken und Grauzone baut Mauern auf und rückt ebenso Deine Arbeit ins falsche Licht. Versuche vielleicht, Dir einen neuen Rahmen zu stecken. Man kann auch mit Arbeitskolleginnen abends einen Trinken gehen, ohne dass daraus Freundschaften werden oder man beginnt, sich gegenseitig Selbsthilferatgeber-Bücher auszuleihen. Auf Firmen-Festen kann man ebenso deutlich machen, dass die dort vorgetragene Musik den Geschmackssinn verletzt. Komische Blicke und danach zusammen einen Ramazotti kippen - fertig. :) |