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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: BIO und ökolgischer Landbau
Heathcliff-WHWas haltet ihr von Bio Produkten und ökologischem Landbau?
In wie weit trägt der Öko Landbau zum Natur- und Umweltschutz bei?
Wie steht ihr als Verbraucher zu Bio? Was findet ihr gut? Was kann verbessert werden?
nullpromilleobwohl ich die von dir angesprochene thematik sehr interessant finde, kann ich leider aufgrund deines nick-untertitels nichts dazu schreiben ohne das gefühl zu haben, dieses mir wichtige thema wie perlen vor die säue zu werfen. aber ich werde interessiert alle anderen beiträge dazu lesen. ich danke dir für das aufgreifen dieses wichtigen aspekts verantwortungsvollen lebens.
ange gardien[QUOTE]Was haltet ihr von Bio Produkten und ökologischem Landbau?[/QUOTE]

Viel. Ich bin überzeugt davon, dass in vielen Bereichen Bioprodukte tatsächlich gesünder sind als konventionell erzeugte Lebensmittel, wobei es hier auch vom einzelnen Produkt abhängt, wie groß der Unterschied ist.

[QUOTE]In wie weit trägt der Öko Landbau zum Natur- und Umweltschutz bei?[/QUOTE]

Durch den Verzicht auf Pestizide und Kunstdünger werden Böden und Grundwasser geschont.
Biologioscher Landbau verzichtet auf große Monokulturen, was de n Böden wieder zugute kommt.
Das sind nur zwei Beispiele von vielen. Es gibt eine ganze Reihe weiterer Vorteile für Natur- und Umweltschutz.

[QUOTE]Was kann verbessert werden?[/QUOTE]

Für den Verbraucher wäre eine einheitlichere Kennzeichnung wünschenswert. Im Moment gibt es zu viele Biosiegel, was ziemlich verwirrend ist und ich habe den Eindruck, nicht überall wo "Bio" drauf steht ist auch Bio drin.
Hier müsste es klare Richtlinien geben.
ange gardien[QUOTE][i]Original geschrieben von nullpromille [/i]
obwohl ich die von dir angesprochene thematik sehr interessant finde, kann ich leider aufgrund deines nick-untertitels nichts dazu schreiben ohne das gefühl zu haben, dieses mir wichtige thema wie perlen vor die säue zu werfen. [/QUOTE]

:D

Die Fragestellung erinnert mich an einen Schulaufsatz oder ein Referat oder ähnliches.
Aber egal, dass Thema ist interessant. Habe nur kurz geantwortet weil ich hier im Büro eigentlich gerade was ganz anderes machen müsste...
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von ange gardien [/i]
[B]:D

Die Fragestellung erinnert mich an einen Schulaufsatz oder ein Referat oder ähnliches.
Aber egal, dass Thema ist interessant. Habe nur kurz geantwortet weil ich hier im Büro eigentlich gerade was ganz anderes machen müsste... [/B][/QUOTE]

WAHRLICH, WAHRLICH
Heathcliff-WHSo, hab Nick Untertitel wieder geändert - diesmal was weihnachtliches *Weihnachten lieb*

Bei Lebensmittel gibt es eine einheitliche Kennzeichnung, nämlich das EU Bio Siegel.

Bezeichnungen wie "BioBio", "Naturland", "BIOLAND" und ähnliches sind teilweise Markennamen oder kennzeichnen den Anbauverband. Für den Verbraucher ist das zugegeben etwas verwirrend. Man kann sich aber durch die strengen Kontrollen sicher sein, dass Bio drin ist wo Bio drauf steht.

Vom Gesundheitsaspekt her, kann man sich eigentlich auch sicher sein, dass Bioprodukte gesünder ist. Marmelade und Süßwaren werden aber auch durch Bio nicht gesund, vielleicht aber ein bisschen gesünder.

Ich traue dem Ökolandbau auch eine große Zukunft zu. Es ist eine Alternative, es wird uns ein Weg gezeigt den man gehen könnte um mit den heutigen Umweltproblemen (und auch sozialen Problemen) fertig zu werden.
nullpromilleund wer weiß, wer weiß...vielleicht trägt biolandbau sogar zur bekämpfung von sexismus bei...wer weiß
Heathcliff-WH[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]Meiner Ansicht nach sollte das, was als Bio-Richtlinien gelten, für alle Lebensmittel zur Norm werden, statt der möglichst billigen Massenproduktion, von der eh das meiste wieder weggeworfen wird - aber dazu müssten die Verbraucher umgepolt werden. Solange es Menschen gibt, die sich über staatliche Subventionen für Biobauern aufregen, wird es noch weiter so bleiben, wie bisher. [/B][/QUOTE]

Ja das stimmt. Es wird auch interessant sein zu beobachten wohin der Biotrend geht, wie weit sich die Wirtschaft anpasst, wie der Ökolandbau und die konventionelle (Land)wirtschaft zusammen/gegeneinander arbeiten.
Heathcliff-WH[QUOTE][i]Original geschrieben von nullpromille [/i]
[B]und wer weiß, wer weiß...vielleicht trägt biolandbau sogar zur bekämpfung von sexismus bei...wer weiß [/B][/QUOTE]

Naja, wer weiß. Da Ökolandbau die Landflucht verhindert und sich dadurch soziale und familiäre Strukturen auf dem Land aufbauen können kann man vielleicht dadurch auch Bildungseinrichtungen aufbauen, was vielleicht zur Folge hätte, dass Sexismus/Rassismus vorgebeugt wird...
herbstliebeMilch- und Fleischprodukten kaufe ich ausschließlich als Bioprodukt, weil ich die Massentierhaltung nicht fördere. Entweder Bio oder es gibt kein Fleisch und Käse. Natürlich achte ich auch auf entsprechende Eier und Fisch kaufe ich nur mit dem neuen Umweltsiegel MSC.

Das Ganze ist etwas kostspielig, aber es gibt mir und meiner Familie eine höhere Lebensqualität.

Da ich der Meinung bin, die Biokette sollte nicht durch den Kauf von Nichtbioprodukten durchbrochen werden, probiere ich auch beim Obst- und Gemüsekauf, Nudeln, Müsli und was es alles gibt, Bio zu kaufen. Allerdings schrecken mich da die Preise teilweise ab.

Mir gefällt der Trend, dass in den großen Supermärkten Bioprodukte erhältlich sind, weil ich denke, das animiert Andere, mal die Produkte auszuprobieren. Ich fahre auch gerne mal ein Stückchen weiter, wenn im nahen Supermarkt die Biomilch ausgegangen ist.
Heathcliff-WHSehr vorbildlich! Auf regionale und saisonale Produkte zu achten ist natürlich spitze.

Ich kann mir Bio in den seltensten Fällen leisten, hole aber immer öfter Bio, zumal in den Supermärkten Bio Produkte sehr günstig sind und Lebensmittel allgemein sehr günstig geworden sind.

Werd mir demnächst mal Bio Kartoffeln holen und mit Schale essen (mmm lecker, mit Käse und Crème fraîche), damit ich auch die ganzen Vitamine mitesse. Konventionelle Kartoffeln soll man ja nicht mit Schale essen (hab ich gehört).
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Heathcliff-WH [/i]
[B]Naja, wer weiß. Da Ökolandbau die Landflucht verhindert und sich dadurch soziale und familiäre Strukturen auf dem Land aufbauen können kann man vielleicht dadurch auch Bildungseinrichtungen aufbauen, was vielleicht zur Folge hätte, dass Sexismus/Rassismus vorgebeugt wird... [/B][/QUOTE]

das wollte ich -wenn auch stark verkürzt- damit auch sagen.
Heathcliff-WHFreut mich, ich dachte schon du machst dich drüber lustig.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Heathcliff-WH [/i]
[B]Freut mich, ich dachte schon du machst dich drüber lustig. [/B][/QUOTE]

no, no, no, no, never!
Heathcliff-WHFair Trade finde ich auch wichtig. Besonders bei überrgionalen Produkten. Klassiker sind da ja: Kaffee, Bananen und Blumen.
herbstliebe[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]Das finde ich schwierig, weil durch die längere Autofahrt nimmst du in Kauf, dass die Umwelt anderweitig wieder belastet wird. [/B][/QUOTE]

Ich hatte damit gerechnet, dass jemand das aufgreift und habe absichtlich nicht "mit dem Rad" geschrieben. :) Mein Auto habe ich verkauft, weil es nur im Hof stand. Stattdessen habe ich mir ein gutes neues Rad gekauft. Eine gute Verkehranbindung habe ich auch.

Ich finde es gut, wenn trotz fehlender Finanzen etwas darauf achtet wird, was man kauft. Es wäre schön, wenn jeder ein wenig umsichtig wäre.

Unser Biowochenmarkt ist nicht so besonders, deswegen gehe ich lieber mal zum Bioladen. Wir haben allein in der Innenstadt drei.
herbstliebe[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]wobei ich es eigentlich für sinnvoll erachte, die Landwirtschaft direkt zu unterstützen [/B][/QUOTE]

Solch einen Händler haben wir auch einen in der Nähe. Wenn der auch Bio anbietet, werde ich da mal einkaufen.
Heathcliff-WHHabt ihr gewusst, dass bei ökologischer Eierproduktion die Hähne vergast werden? Hat mich voll geschockt. Bei konventioneller Eierproduktion werden sie geschrapselt, ist da Vergasen humaner?
Da ich kein Veganer bin, kann ich das auch nicht verurteilen, wenn ich jetzt aber vor der Wahl stünde vegan oder bioeier, würde ich vegan nehmen (soll jetzt aber kein vegan plädoyer werden, muss jeder selber wissen ob er fleisch ist oder nicht)
Manley[QUOTE][i]Original geschrieben von Heathcliff-WH [/i]
[B]Habt ihr gewusst, dass bei ökologischer Eierproduktion die Hähne vergast werden? [/B][/QUOTE]
das klingt nach einem eigenartigen zusammenhang. gerade für die eierproduktion braucht man doch hähne... meintest du vielleicht fleischproduktion?

ansonsten lass ich mich auch gern ausführlich darüber aufklären.
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von Manley [/i]
[B]das klingt nach einem eigenartigen zusammenhang. gerade für die eierproduktion braucht man doch hähne... meintest du vielleicht fleischproduktion?

ansonsten lass ich mich auch gern ausführlich darüber aufklären. [/B][/QUOTE]

Da will ich mal zur Aufklärung beitragen :) Eier legen die Hühner auch ohne Hähne, bei meiner Freundin gibts seit Jahr und Tag keinen Hahn, aber die Hühner legen trotzdem fleißig Eier. Die sind im Geschmack auch kaum mit gekauften zu vergleichen, selbst mit Freiland oder Bio-Eiern.

Zum eigentlichen Thema: Ich kaufe seit einiger Zeit meistens im Bioladen ein, das Essen dort schmeckt gut(schon wenn ich an die Hanfbrötchen denk...), der Händler nett und man unterstützt den biologischen Landbau der der Umwelt große Mengen an Giften erspart, zumindest ansatzweise artgerechte Tierhaltung unterstützt und als wichtigen Nebenbeieffekt durch seine viel arbeitsintensivere Produktionsweise Arbeitsplätze schafft. Und das auf dem Land und nicht nur für Hochqualifizierte! (wo hat man das heutzutage schon sonst). Fernerhin bin ich ein Gegner des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen, weswegen mir die Bio-Linie "keine Gentechnik" am besten zusagt. Paßt ja auch irgendwie gut zusammen, ruft man sich ins Gedächtnis daß Monsanto, Bayer & Co neben Eintreibung teurer Lizenzgebühren vor allem im Sinn haben ihre "passenden" Pestizide an den Mann zu bringen (und die Bauern möglichst abhängig davon zu machen). Mir machen die Schwätzer nichts vor, die hehre Ziele wie Bekämpfung des Welthungers vorschützen um die Landwirtschaft zu zerstören.
Leider ist seit dem überstürztem Abgang der rotgrünen Regierung und dem Amtsantritt von Herrn "Genhofer" (den ich übrigens nicht ungern als Gesundheitsminister gesehen hätte) hier einiges eingerissen und steht noch schlimmeres zu befürchten.

Übrigens... auch für Vegetarier hat Bio viel leckeres zu bieten, für mich ein weiterer handfester Grund Bio zu kaufen. Das Geld dafür spar ich lieber an anderen Stellen ein, schließlich lebt sichs auch ohne Fernseher, Handy, teures Auto/Klamotten usw. ganz beschaulich.

Schattengrüße
Stonehenge
TrauerwesenGenerell halte ich Bio für eine gute Sache, ist ja schon teils erschreckend, was die Viecher so alles bekommen, vom ethischen Gedanken mal abgesehen. Und der kommt ja noch hinzu.

Ich bin selber Vegetarier und bemerke derzeit, wie gut mir Sojaprodukte tun (wegen Proteinen), die ja auch nicht gerade billig sind, aber das ist es mir wert, ebenso, so gut es geht Bio zu kaufen (was aber noch nicht immer bzw ganz der Fall ist). Gerade Eier kaufe ich mindestens aus Freilandhaltung, wenn vorhanden aus Bio.

Und es ist generell so, dass ich es teils ekelig finde, nicht nur, wie die Tiere teils gehalten werden, oder Gemüse bespritzt, sondern auch, was da noch bei den Tieren so reinkommt. Da nehme ich lieber kleinere Äpfel, die aber nicht glitschig sind von den Pestiziden. Auch wenn sie teurer sind, habe selber wenig Geld, aber irgendwie bin ich das schuldig...

Ich finde die Entwicklung aber mittlerweile gut und hoffnungsvoll, denn es gibt immer mehr Bioläden und auch -Kosmetika, und ich hoffe, der Trend geht weiter, so dass die Preise evtl auch ein wenig purzeln können (hat ja auch mit der Abnahme zu tun). Ich sehe es als Verantwortung der Umwelt, Tierwelt usw gegenüber, aber eben auch mir selbst gegenüber, eben weil es zum Teil wirklich gesünder ist.
herbstliebe[QUOTE][i]Original geschrieben von Stonehenge [/i]
[B] Das Geld dafür spar ich lieber an anderen Stellen ein, schließlich lebt sichs auch ohne Fernseher, Handy, teures Auto/Klamotten usw. ganz beschaulich.
[/B][/QUOTE]

Das geht mir genauso, das Lebensgefühl ist definitiv wertvoller. Ein Handy habe ich zwar, aber nur, damit ich für meine Tochter erreichbar bin.
Manley@stonehenge: danke für die aufklärung! da war das stadtkind in mir wohl nicht ganz im bilde... ;)
Heathcliff-WH@ Bio Eier: Ja, ich hab das vielleicht ein bisschen misverständlich geschrieben. Auch bei Bio werden gezüchtete (nicht überzüchtete) Legehennen zur Eierproduktion "genutzt". Wenn die schlüpfen ist die Hälfte natürlich männlich, und um die muss man sich ja irgendwie kümmern.

Ansonsten finde ich die Beiträge sehr gut. BIO is schon gut, aber kann natürlich auch noch verbessert werden.
TrauerwesenDas mit den Biohähnen ist mir auch neu, habe mir auch ehrlich gesagt noch nie so Gedanken gemacht, was mit den Männchen passiert...also quasi keine Brathähnchen, nehme ich an? Das ist schade, aber gut, die einen machen Eierproduktion, die anderen Fleischproduktion, was irgendwie auch nachvollziehbar, aber eventuell doch optimierbar ist (wie Heathcliff ja auch sagt, dass es verbesserungsfähig sei).
SartanasHi,

wichtiges und interessantes Thema.
Ich bin da immer ein bissl gespalten...
Einerseits finde ich bio natürlich sehr gut und versuche auch, des öfteren Bio zu erstehen...schwerpunktmaessig natürlich bei Fleisch, Eiern und Milch.
Wobei Käse ja da eigentlich auch reingehoeren würde *feststell*
Das ist halt der ethische Aspekt....
Und Gemüse hätte ich ja auch ganz gerne Bio.....aber:
Bei beidem gilt: Es ist verflucht teuer.
Und als student ist das echt schwierig.
mein weg sah, da ich auch aus ethischen gründen lieber keine tiere verzehren würde, bisweil so aus, dass ich versuche fleisch etc soweit wie moeglich vom plan zu streichen und wenn, dann lieber bio und weniger.
aber schon in der mensa sieht es da mau aus.

nun worauf ich hinaus will, preis ist ein hauptrob.
ich denke, wenn es nicht so teuer wäre, würde sehr viel mehr leute bio konsumieren.

ein freund von mir brachte mal das argument, dass man weltweit die menschen gar nicht bio ernähren koennte.
und dann bleibt die frage...hm, ist es fair, dass wir halt in den reicheren ländern bio essen koennen, während viele viele menschen es nicht koennen und sogar hungern?
sollten dann nicht lieber alle nicht bio essen und dafür mehr für alle?
Das ist total kompliziert finde ich.
Einerseits will man natürlich die tiere nicht leiden lassen, andererseits hängt soviel dran :(
womit wir formal gesehen schon fast wieder OT wären...aber eben auch nur fast;)
Dyspenthes@Sartanas:
Das mit nicht Bio essen und dafür haben mehr Menschen was zu essen stimmt so nicht. Wenn die Menschen in Europa das Fleisch aus Massentierhaltung essen, gelangt das meiste nicht verzehrte Fleisch, was eine ganze Menge ist, auf dem Müll, statt dass ärmere oder hungernde Menschen etwas davon sehen würden. Manches kommt noch an Obdachlosenheime und ähnliche Einrichtungen, das meiste auf die Müllhalde.
Mal abgesehen davon tun mir die Tiere leid, die in Massentierhaltung leben (obwohl ich zugeben muss, zu oft die billige Milch zu wählen, einfach der Kosten wegen), ist es denn richtig, dass man Tiere leiden lässt, ohne dass davon irgendetwas besser würde? Das Problem besteht meines Erachtens eher darin, dass manche Menschen meinen, jeden Tag Fleisch konsumieren zu müssen, was nachweislich ungesund ist. Für all diese Menschen muss produziert werden, und zwar von jeder Fleischsorte so viel, dass eine möglichst große Auswahl für möglichst viele Menschen da ist.
Ich sprach vor ein paar Wochen mit meinem Opa darüber, meine Großeltern hatten früher Landwirtschaft und haben auch selber geschlachtet: Es gab einmal in der Woche richtig Fleisch, hin und wieder etwas Wurst (die auch noch in einem Zustand verwertet wurde, in dem sie heute weggeworfen würde, also jetzt nicht gammelig, aber wenn die Salami hart und trocken geworden war oder so), in Metzgereien gab es vor noch nicht allzu langer Zeit nicht halb die Auswahl, die man heute bekommt.
Meines Erachtens wäre es notwendig, die heimische Landwirtschaft zu fördern, damit diese nicht am Existenzminimum arbeiten und ihre Erzeugnisse möglichst billig herstellen muss, sondern dass Bio zum Normalen wird, wie es, laut Aussage meiner Großeltern, vor nichtmal 50 Jahren noch normal war.

Edit: Warum muss ein Apfel eigentlich schön glatt und ordentlich sein - die Verschrumpelten aus dem eigenen Garten schmecken meistens erheblich besser. Aber wenn man ein wenig aufpasst, merkt man, wie schnell man nach der glatten, polierten Apfelsorte greift, statt den heimischen Apfel mit schon ein paar braunen Stellen zu wählen.
Sartanashallo dyspenthes

ja ich weiss, dass generell nahrungsmittel die im überschuss sind leider oftmals weggeworfen werden.....das wäre das nächste problem in der kette.
und eins für sich natürlich auch.
und natürlich soll man die tiere nicht scheisse behandeln und leiden lassen..mir schwebt da eher vor, alles bio....nur dann ist wieder die frage, ist es machbar?
Global?
also davon ausgehend, dass jegliche nahrung gerecht verteilt wird....
vielelicht etwas zu hypothetisch...leider :(
den aspekt mit dem alle weniger fleisch essen finde ich auch sehr sinnvoll..einer der gruende, warum ich es versuche.
klar, wegen ethik wegen der massentierhaltung, dann wegen ethik wegen der tiere generell und eben wegen den politischen aspekten.
was du ansprichst mit deinen grosseltern finde ich sehr wichtig.
das hat man oft gar nicht mehr auf dem schirm....dass es vor wenigen jahrzehnten durchaus normal war, bio zu haben und dann eben weniger fleisch.
in bezug auf diesen aspekt war das sicherlich auch gesünder, viele der heutigen "zivilisationskrankheiten" rühren ja von einem ueberangebot an lebensmitteln und vor allem zuviel fleisch und tierische produkte.

also zusammenfassend in bezug auf diese punkte...am besten überall bio, alles essen gerecht verteilen und moeglichst wenig fleisch.....klingt so schoen, aber ob wir eine umsetzung dessen jemals erleben werden,bleibt leider fraglich :(

lg
Dyspenthes@Sartanas:
Ich weiß nicht, ob die Menschen, die heute leben, die ungerechte Verteilung der Lebensmittel in den Griff bekommen könnten - aber der Nahrungsmittelüberschuss, der in den Wohlstandsländern produziert wird, gelangt schon heute nicht zu den Menschen, die es gebrauchen könnten. Außerdem bin ich der Ansicht, dass eine vernünftige Entwicklungshilfe besser wäre, als wohltätige Spenden von Lebensmitteln zu machen, die hier niemand mehr essen möchte. Aber das ist ein anderes Thema.
Allein für Europa denke ich eigentlich schon, dass sich etwas ändern könnte. Und ich glaube auch daran, auch wenn es vielleicht naiv klingt, dass auch wenige Menschen etwas bewirken können - jedes Tier, was ein Leben in einer vernünftigen Tierhaltung leben darf, ist ein Tier mehr, bzw. ein Tier in Massentierhaltung weniger. Jeder Mensch, der Bio kauft, tut etwas für den Biomarkt, jeder Mensch, der das Fleisch aus Massentierhaltung für seine private Küche verweigert, tut etwas dagegen - es ist ein Tier weniger, was unter üblen Umständen leben musste. Wenn man sich sagt, dass es eh nichts bringt, und seine Haltung resigniert aufgibt, ist ein Mensch weniger da, der aktiv ein kleines bisschen verändert.
Ich weiß, dass der einzelne Mensch nicht ein System umwälzen kann, aber jeder Mensch ist in der Lage, die Welt ein kleines bisschen schöner und lebenswerter zu gestalten, und dazu gehört meiner Ansicht auch, dass man die Menschen finanziell unterstützt, die Bioprodukte anbauen, indem man ihre Produkte kauft.
Sartanasklar wäre eine sinnvolle entwicklungszusammenarbeit gut...
wobei mir dazu einfaellt, dass wir im Seminar mal festgestellt haben, dass das auch leicht in arroganz umschlägt, wenn die "industrieländer" meinen, sie müssten den ärmeren ländern helfen....denn damit suggerieren wir ja, dass wir es besser wissen oder koennten...uns über sie stellen..das kann es ja auch nicht sein.
wobei ich schon weiss, wie du das meintest.
klar wäre es sinnvoller.....
trotzdem wäre es gut, wenn irgendwie mehr verteilung erreicht werden koennte.....dafür is fair trade ja ein gutes bsp.
aber ich glaube wir bewegen uns echt zu weit weg *seufz*

ansonsten stimme ich dir zu..jeder mensch im "system" zaehlt und jeder hat einfluss auf sein umfeld.....folglich ist nichts vergebens....nur den mut nicht zu verlieren faellt manchmal ganz schoen schwer.
was die unterstützung angeht, hast du recht.
aber vom staat müsste da auch noch viel mehr kommen..bisher isses ja eher so, soweit ich weiss, dass den leuten steine in den weg gelegt werden.
und das ist natürlich- wie so oft- kontraproduktiv.

edit: ich weise nochmal ausdrücklich drauf hin, dass ich natürlich nicht gegen entwicklungszusammenarbeit bin...nur wollte ich drauf hinweisen, dass man genau guckt mit welcher einstellung man rangeht und wie man es anstellt... :)
DyspenthesZum ersten Punkt: Ja, ich hoffe ja mal, dass du weißt, wie ich "sinnvolle Entwicklungshilfe" definiere - eben nicht durch das hinstellen von Maschinen und Besserwisserei ;)

Zum zweiten Punkt finde ich einen Thread wie diesen bzw. Gespräche mit ein paar Freunden und Bekannten, die auch eher in die Bio-Richtung tendieren, immer ganz gut, ebenso ist es in meinen Augen immer wieder ermunternd, wenn man in einen Bioladen geht und sieht, dass man nicht alleine ist!
Sartanashey,

naja, genau weiss ich natürlich nciht, wie du das definierst, aber ich entnehme dem, dass es über das häufig praktizierte hinausgeht :)
Wäre auch mal nen thema wert eigentlich !!! :)

Ja, du hast recht...ich finde diese diskussion auch gerade recht gut und äusserst motivierend :)

Muss jetzt erstmal pausieren mit schreiben, da besuch.

lg
StonehengeMahlzeit!

[QUOTE][i]Original geschrieben von Sartanas [/i]
[B]
Und Gemüse hätte ich ja auch ganz gerne Bio.....aber:
Bei beidem gilt: Es ist verflucht teuer.
Und als student ist das echt schwierig.
mein weg sah, da ich auch aus ethischen gründen lieber keine tiere verzehren würde, bisweil so aus, dass ich versuche fleisch etc soweit wie moeglich vom plan zu streichen und wenn, dann lieber bio und weniger.
aber schon in der mensa sieht es da mau aus.
[/B][/QUOTE]

Löblicher Ansatz. Mit dem teuer das kenn ich auch, das kann man etwas optimieren indem man einheimische und saisonale Produkte kauft. Im Februar Paprika aus Israel muß bei mir mal nicht sein. Noch besser ists natürlich einen Kleingarten zu besitzen ;-)

Und mit der Mensa: Dort ists zwar nicht teuer, aber der Fraß kommt einem schnell zu den Ohren wieder heraus. Deswegen rate ich jedem an der sich in Richtung Bio oder Vegetarier bewegen möchte als erstes mal selber kochen zu lernen. Oder als angenehmere Alternative: man suche sich eine Freundin/Freund die/der gut kochen kann :-)

Stone

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