German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 
  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Wer ist schuld am Amoklauf in Emsdetten?
LacertaHier der [URL=http://www.n-tv.de/734961.html]Abschiedsbrief[/URL] des Selbstmörders und wie es scheint auch eines Grufties ([URL=http://www.neue-oz.de/information/pub_Thema_des_Tages/?SID=6008d2bb7e33e8a7723bec58ac342775]Der stets in schwarz gekleidete Mann war bei Mitschülern und Lehrern als Einzelgänger und Sonderling bekannt. [/URL]), welcher am heutigen Morgen in einer Schule in Emsdetten amok lief.




"Wenn man weiss, dass man in seinem Leben nicht mehr Glücklich werden kann, und sich von Tag zu Tag die Gründe dafür häufen, dann bleibt einem nichts anderes übrig als aus diesem Leben zu verschwinden. Und dafür habe ich mich entschieden. Es gibt vielleicht Leute die hätten weiter gemacht, hätten sich gedacht "das wird schon", aber das wird es nicht.

Man hat mir gesagt ich muss zur Schule gehen, um für mein leben zu lernen, um später ein schönes Leben führen zu können. Aber was bringt einem das dickste Auto, das grösste Haus, die schönste Frau, wenn es letztendlich sowieso für'n Arsch ist. Wenn deine Frau beginnt
dich zu hassen, wenn dein Auto Benzin verbraucht das du nicht zahlen kannst, und wenn du niemanden hast der dich in deinem scheiss Haus besuchen kommt!

Das einzigste was ich intensiv in der Schule beigebracht bekommen habe war, das ich ein Verlierer bin. Für die ersten jahre an der GSS stimmt das sogar, ich war der Konsumgeilheit verfallen, habe danach gestrebt Freunde zu bekommen, Menschen die dich nicht als Person, sondern als Statussymbol sehen. Aber dann bin ich aufgewacht! Ich erkannte das die Welt wie sie mir erschien nicht existiert, das sie eine Illusion war, die hauptsächlich von den Medien erzeugt wurde. Ich merkte mehr und mehr in was für einer Welt ich mich befand. Eine Welt in der Geld alles regiert, selbst in der Schule ging es nur darum. Man musste das neuste Handy haben, die neusten Klamotten, und die richtigen "Freunde". hat man eines davon nicht ist man es nicht wert beachtet zu werden. Und diese Menschen nennt man Jocks. Jocks sind alle, die meinen aufgrund von teuren Klamotten oder schönen Mädchen an der Seite über anderen zu stehen. Ich verabscheue diese Menschen, nein, ich verabscheue Menschen.

Ich habe in den 18 Jahren meines Lebens erfahren müssen, das man nur Glücklich werden kann, wenn man sich der Masse fügt, der Gesellschaft anpasst. Aber das konnte und wollte ich nicht. Ich bin frei! Niemand darf in mein Leben eingreifen, und tut er es doch hat er die Konsequenzen zu tragen! Kein Politiker hat das Recht Gesetze zu erlassen, die mir Dinge verbieten, Kein Bulle hat das Recht mir meine Waffe wegzunehmen, schon gar nicht während er seine am Gürtel trägt.

Wozu das alles? Wozu soll ich arbeiten? Damit ich mich kaputtmaloche um mit 65 in den Ruhestand zugehen und 5 Jahre später abzukratzen?Warum soll ich mich noch anstrengen irgendetwas zu erreichen, wenn es letztendlich sowieso für'n Arsch ist weil ich früher oder später krepiere? Ich kann ein Haus bauen, Kinder bekommen und was weiss ich nicht alles. Aber wozu? Das Haus wird irgendwann abgerissen, und die Kinder sterben auch mal. Was hat denn das Leben bitte für einen Sinn? Keinen! Also muss man seinem Leben einen Sinn geben, und das mache ich nicht indem ich einem überbezahlten Chef im Arsch rumkrieche oder mich von Faschisten verarschen lasse die mir erzählen wollen wir leben in einer Volksherrschaft. Nein, es gibt für mich jetzt noch eine Möglichkeit meinem Leben einen Sinn zu geben, und die werde ich nicht wie alle anderen zuvor verschwenden! Vielleicht hätte mein Leben komplett anders verlaufen können. Aber die Gesellschaft hat nunmal keinen Platz für Individualisten. Ich meine richtige Individualisten, Leute die slebst denken, und nicht solche "Ich trage ein Nietenarmband und bin alternativ" Idioten!

Ihr habt diese Schlacht begonnen, nicht ich. Meine Handlungen sind ein Resultat eurer Welt, eine Welt die mich nicht sein lassen will wie ich bin. Ihr habt euch über mich lustig gemacht, dasselbe habe ich nun mit euch getan, ich hatte nur einen ganz anderen Humor! Von 1994 bis 2003/2004 war es auch mein Bestreben, Freunde zu haben, Spass zu haben. Als ich dann 1998 auf die GSS kam, fing es an mit den Statussymbolen, Kleidung, Freunde, Handy usw.. Dann bin ich wach geworden. Mir wurde bewusst das ich mein Leben lang der Dumme für andere war, und man sich über mich lustig machte. Und ich habe mir Rache geschworen! Diese Rache wird so brutal und rücksichtslos ausgeführt werden, dass euch das Blut in den Adern gefriert. Bevor ich gehe, werde ich euch einen Denkzettel verpassen, damit mich nie wieder ein Mensch vergisst! Ich will das ihr erkennt, das niemand das Recht hat unter einem faschistischen Deckmantel aus Gesetz und Religion in fremdes Leben einzugreifen!

Ich will das sich mein Gesicht in eure Köpfe einbrennt! Ich will nicht länger davon laufen! Ich will meinen Teil zur Revolution der Ausgestossenen beitragen!

Ich will R A C H E !

Ich habe darüber nachgedacht, dass die meisten der Schüler die mich gedemütigt haben schon von der GSS abgegangen sind. Dazu habe ich zwei Dinge zu sagen:
1. Ich ging nicht nur in eine klasse, nein, ich ging auf die ganze Schule.
Die Menschen die sich auf der Schule befinden, sind in keinem Falle unschuldig! Niemand ist das! In deren Köpfen läuft das selbe Programm welches auch bei den früheren Jahrgängen lief! Ich bin der Virus der diese Programme zerstören will, es ist völlig irrelewand wo ich da anfange.
2. Ein Grossteil meiner Rache wird sich auf das Lehrpersonal richten, denn das sind Menschen die gegen meinen Willen in mein Leben eingegriffen haben, und geholfen haben mich dahin zu stellen, wo ich jetzt stehe; Auf dem Schlachtfeld! Diese Lehrer befinden sich so gut wie alle noch auf dieser verdammten schule!

Das Leben wie es heute täglich stattfindet ist wohl das armseeligste was die Welt zu bieten hat!

S.A.A.R.T. - Schule, Ausbildung, Arbeit, Rente, Tod

Das ist der Lebenslauf eines "normalen" Menschen heutzutage. Aber was ist eigentlich normal? Als normal wird das bezeichnet, was von der Gesellschaft erwartet wird. Somit werden heutzutage Punks, Penner, Mörder, Gothics, Schwule usw. als unnormal bezeichnet, weil sie den allgemeinen Vorstellungen der Gesellschaft nicht gerecht werden, können oder wollen. Ich scheiss auf euch! Jeder hat frei zu sein! Gebt jedem eine Waffe und die Probleme unter den Menschen lösen sich ohne jedliche Einmischung Dritter. Wenn jemand stirbt, dann ist er halt tot. Und? Der Tod gehört zum Leben! Kommen die Angehörigen mit dem Verlust nicht klar, können sie Selbstmord begehen, niemand hindert sie daran!

S.A.A.R.T. beginnt mit dem 6. Lebensjahr hier in Deutschland, mit der Einschulung.

Das Kind begibt sich auf seine perönliche Sozialisationsstrecke, und wird in den darauffolgenden Jahren gezwungen sich der Allgemeinheit, der Mehrheit anzupassen. Lehnt es dies ab, schalten sich Lehrer, Eltern, und nicht zuletzt die Polizei ein. Schulpflicht ist die Schönrede von Schulzwang, denn man wird ja gezwungen zur Schule zu gehen. Wer gezwungen wird, verliert ein Stück seiner Freiheit. Man wird gezwungen Steuern zu zahlen, man wird gezwungen Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten, man wird gezwungen dies zu tun, man wird gewzungen das zu tun. Ergo: Keine Freiheit! Und sowas nennt man dann Volksherrschaft. Wenn das Volk hier herrschen würde, hiesse es Anarchie!

WERDET ENDLICH WACH - GEHT AUF DIE STRASSE - DAS HAT IN DEUTSCHLAND SCHONMAL FUNKTIONIERT!

Nach meiner Tat werden wieder irgendwelche fetten Politiker dumme Sprüche klopfen wie "Wir halten nun alle zusammen" oder "Wir müssen gemeinsam versuchen dies durchzustehen". Doch das machen sie nur um Aufmerksmakeit zu bekommen, um sich selbst als die Lösung zu präsentieren. Auf der GSS war es genauso... niemals lässt sich dieses fette Stück Scheisse von Rektorin blicken, aber wenn Theater-aufführungen sind, dann steht sie als erste mit einem breiten Grinsen auf der Bühne und präsentiert sich der Masse!

Nazis, HipHoper, Türken, Staat, Staatsdiener, Gläubige...einfach alle sind zum kotzen und müssen vernichtet werden! (Den begriff "Türken" benutze ich für alle HipHopMuchels und Kleingangster; Sie kommen nach Deutschland weil die Bedingungen bei ihnen zu hause zu schlecht sind, weil Krieg ist... und dann kommen Sie nach Deutschland, dem Sozialamt der Welt, und lassne hier die Sau raus. Sie sollten alle vergast werden! Keine Juden, keine Neger, keine Holländer, aber Muchels! ICH BIN KEIN SCHEISS NAZI) Ich hasse euch und eure Art! Ihr müsst alle sterben!

Seit meinem 6. Lebensjahr wurde ich von euch allen verarscht! Nun müsst ihr dafür bezahlen!

Weil ich weiss das die Fascholizei meine Videos, Schulhefte, Tagebücher, einfach alles, nicht veröffentlichen will, habe ich das selbst in die Hand genommen.

Als letztes möchte ich den Menschen die mir was bedeuten, oder die jemals gut zu mir waren, danken, und mich für all dies Entschuldigen!

Ich bin weg..."


Die Worte eines kranken Irren oder doch die eines verzweifelten Grufties? Was meint ihr?
moreDie Worte von Jemanden der es wohl nie geschafft hat mit irgendwem über seine Probleme zu reden und sich somit eine eigene für ihn (und somit auch letztendlich für Andere) sehr bedrohliche Welt geschaffen hat.

Gruftie? Glaube ich nicht, weil ich glaube dass Gruftie-sein ein in-einer-Gruppe-sein bedeutet, und wenn man sich in einer Gruppe befindet hat man Rückhalt, Freunde und jemand mit dem man sprechen kann... Nein, ich glaube das war einfach ein armer, kleiner Junge, der vor alleinsein und perspektivlosigkeit einfach krank und wütend geworden ist. Wer letztendlich wirklich Schuld hat kann man nicht sagen. Der der nicht gehört hat was der andere nicht gesagt hat? Menschen sollten hellsehen könnten, damit sie diese Menschen auffangen können bevor es zu spät ist.

Täglich bin ich mit Jugendlichen umgeben (auch Lehrerin) ich wüsste nicht, wem ich helfen sollte, wenn ich nicht spüren kann ob es Demjenigen schlecht geht.
FurumaruNeben Chemieforen, wo er sich übers Basteln von Bomben erkundigt hat, war er übrigens auch hier angemeldet..

[url]http://www.nachtwelten.de/vB/member.php?s=&action=getinfo&userid=43219[/url]
ange gardien[QUOTE][i]Original geschrieben von Lacerta [/i]

Die Worte eines kranken Irren oder doch die eines verzweifelten Grufties? Was meint ihr? [/B][/QUOTE]

Das selbstbemitleidende Gejammer eines Versagers. Angesichts der Verletzten und der körperlichen und vor allem seelischen Folgen, die diese noch begleiten werden, nehme ich es mit Abscheu und Verachtung zur Kenntnis.
SenecaIch bin außerstande hierbei Verständniss zu zeigen.
Aber für den rest der Welt ist die Welt schon wider in Ordnung, Da man das Problem mit der Verbot Gewaltverherrlichender Videospiele in den Griff bekommt.
Ich bin nur froh das seine Waffebn illegal erworben waren, ansonmstenm hätten wier hier wieder eine casus Steinhäuser, und ich hätte mal wieder das Ordnungsamt vor der Tür.

Wenn ich auf die vergangenen Fünf Jahr zurückblicke, dürfen wir uns nun hierzulande mindestens jedes Jahr auf eine solchen Fall freuen...das Schema ist seit Columbine wohl sehr beliebt für Leute die vor ihrem Suiicid noch eine Rechnung begleichen wollen.
Lacerta[QUOTE][i]Original geschrieben von Furumaru [/i]
[B]Neben Chemieforen, wo er sich übers Basteln von Bomben erkundigt hat, war er übrigens auch hier angemeldet..

[url]http://www.nachtwelten.de/vB/member.php?s=&action=getinfo&userid=43219[/url] [/B][/QUOTE]

Das zeigt doch mal wieder wie klein diese Welt doch ist!
Ob man ihm auf seiner Beerdigung [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1334377#post1334377]Eternal von Wumpscut[/URL] spielen wird? Jedenfalls war dies anscheinend sein letzter Wunsch.
StonehengeWer Schuld hat am Amoklauf?

Eigentlich eine sinnfreie Frage, natürlich der Amokläufer. Sollte man noch froh sein wenn niemand außer dem Täter ums Leben gekommen ist.
Zu dem Text was er geschrieben haben soll: Es mögen tatsächlich viele denken daß man nur als Mitläufer etwas zählt, neues Handy, Statussymbole usw. Die Werbung will das einem auch mit Macht eintrichtern. Aber wenn man mal sein Handy über den Jordan haut, den Fernseher abschafft und "Freunde" die einen nur anerkennen wenn man jeden Modetrend mitmacht durch Ignoranz straft... wird man vielleicht erkennen daß es vielleicht wenige, aber doch Leute gibt die ähnlich denken. Im Zweifelsfall auch außerhalb der eigenen Schule, über den Tellerrand hinausblicken lohnt eigentlich immer. Noch ist es in unserer Gesellschaft möglich, anders zu sein.

Gruß
Stone
Pseudo-Gruftiii[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
Die Worte von Jemanden der es wohl nie geschafft hat mit irgendwem über seine Probleme zu reden und sich somit eine eigene für ihn (und somit auch letztendlich für Andere) sehr bedrohliche Welt geschaffen hat. [/quote]oh nein, nicht schon wieder dieses "wer über seine probleme nicht redet, aus dem platzt das irgendwann so raus"-geschwafel.....

[quote]Gruftie? Glaube ich nicht, weil ich glaube dass Gruftie-sein ein in-einer-Gruppe-sein bedeutet, und wenn man sich in einer Gruppe befindet hat man Rückhalt, Freunde und jemand mit dem man sprechen kann...[/quote]ein gruftie wird also über die passenden freunde definiert? naja was solls....ich bin ja auch ein pseudo-gruftiii. im übrigen kann auch genau das gegenteil der fall sein. leute um einen rum sind kein patent zum glücklich sein, egal was es für welche sind.




zum teil kann ich seine gedanken nachvollziehen. vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt aber man versteht worauf er hinaus will und er hat nicht ganz unrecht, auch wenn er sich eher mit dem kleineren, lächerlicheren aber seinen akuten übel befasst hat. traurig dass einen bereits so ein aus meiner sicht kleines übel so weit treiben kann.


was ihn betrifft: schade....er war noch so jung, er hätte sich noch eine chance geben können. das leben hätte auch anders werden können, wie er sich selbst von vornherein dazu verdammt hat. wirklich schade um ihn, vollkommen verblödet war er ja nicht, sein leben wäre durchaus was wert gewesen. eine gedenkminute meinerseits hat er verdient.

irgendwie habe ich gerade sowieso einen geistesblitz und verbinde ein tolles aber krankes lied mit ihm. wahrscheinlich wegen seinen namen.....


gab es eigentlich opfer? habe das ganze nicht ganz mitgekriegt. und wie hieß er überhaupt?
TrauerwesenHm, Schuld gebe ich ihm selbst auch, ich meine, es gibt einige unter uns, die ein en Knacks weghaben und aufgrund diverser Gründe gestört sind (Depression, andere psychische Krankheiten, gleiche gesellschaft usw), aber nicht Amok laufen. Wir alle leben in dieser Welt, ob wir sie nun güt oder schlecht finden, daher ist er allein daran Schuld. natürlich ist es interessant zu erfahren, wieso sich sowas häuft.

naja, dieser Brief beinhaltet eh keine neuen Erlenntnisse für mich.
Ursus[QUOTE]oh nein, nicht schon wieder dieses "wer über seine probleme nicht redet, aus dem platzt das irgendwann so raus"-geschwafel.....[/QUOTE]

Ich denke du hast die Botschaft dahinter nicht verstanden. Es geht darum mit seinen Problemen fertig zu werden. Darüber zu reden kann eine Möglichkeit sein sein sie klarer zu sehen und vieleicht an Input zum Problem zu gelangen oder Lösungswege aufgezeigt zu bekommen. Die Lösung an sich ist es nocht nicht.

Eine Lösung war auch nicht die Tat des Jungen sondern nach meiner Meinung eine Flucht davor.



[QUOTE]ein gruftie wird also über die passenden freunde definiert?[/QUOTE]

Unter Anderem. Es ist aber nur ein Punkt und auch nicht das Thema hier. Er war jedenfalls keiner, nach meinem Verständnis der schwarzen Subkultur.

Gruß Ursus
Pseudo-Gruftiii[quote]daher ist er allein daran Schuld[/quote]japp so ist es...an erster stelle. aber die welt braucht einen sündenbock und da er ja tot ist....muss was anderes her.


@ursus: nein ich denke ich habe es sehr wohl richtig verstanden, auch wenn es vielleicht ihrerseits nicht so gemeint war. dann muss sie aber lernen sich konkreter auszudrücken.

[quote]Die Worte von Jemanden der es wohl nie geschafft hat mit irgendwem über seine Probleme zu reden und sich somit eine eigene für ihn (und somit auch letztendlich für Andere) sehr bedrohliche Welt geschaffen hat.[/quote]dies habe ich rausgelesen, mehr ging auch nicht, mehr wurde auch nicht angesprochen und deshalb darf ich mich auch nur dazu äussern. etwas dahinter, wie zum beispiel eine botschaft erkennen will ich nicht, denn das wäre erst recht ein missverständnis gewesen, dadurch dass ich mir etwas dazugedacht hätte.


und dieses lächerliche was ist gothic und was nicht-geschafel ging mir schon immer auf die nerven, deswegen lassen wir es mal ausser acht wer ihn als einen gothic ansieht und wer nicht. ich tue es, ich habe es aber auch nicht nötig "gothic" als etwas hochintelligentes zu definieren, für mich steckt sehr wohl nur die kleidung dahinter. sollte ich mehr darunter verstehen würde ich meine erwartungen dadurch zu hoch schrauben. aber du hast recht, das ist nicht das thema, du siehst ihn nicht als einen an (was dir aber nicht erlaubt zu urteilen ob es die ganze szene ähnlich sieht) ich schon und dabei belassen wir es gerechterweise.
Schwarzer PrinzBeruhigt euch, Computerspiele sind schuld. Wie üblich, entweder Musik (Metal, Gothic etc.) oder Computerspiele. Man denkt jetzt darüber nach, solche Spiele (was f. Spiele?) komplett zu verbieten. Ist ja auch einfacher, als die wirklichen Hintergründe der Tat zu beleuchten. (Frage mich, wann ich mal Amok laufe, spiele auch Computer und höre Metal und Gothic).

Auch war er ein "schwarzgekleideter Einzelgänger"..

Das o.g. von GMX news entnommen.
Hans CastropAus seinem Blog ([url]http://resistantx.livejournal.com/[/url]):

[quote]
Leider musste ich in den letzten Tagen, oder auch Wochen merken, das man sich sehr in Menschen täuschen kann. Selbst ich, von dem ich immer glaubte das er Menschen richtig einschätzen kann, habe mich getäuscht.

Namen, Gründe und solche Sachen nenne ich hier nicht, sie tun nichts zur Sache. Fakt ist: Menschen verändern sich. Oder: Menschen haben viele Gesichter.
Nun sitze ich hier, die Sonne brennt auf unser schwarzes Dach, und in meinem Zimmer ist es wie in der Hölle.
Ich sitze hier an meinem Rechner, esse ein Eis und höre "Nothing" von "A", ein Lied das mich an eine Bestimmte Person erinnert die ich liebe. Ich mache mir Gedanken, überlege was die anderen jetzt wohl machen; Meine Familie hat Besuch und sitzt unten im Garten, meine "Freunde" sind warscheinlich im Freibad, ...das Freibad; Ein Ort an den ich schon lange nicht mehr gehe, "zu öffentlich" mein Argument, will den Menschen aus dem Weg gehen, um nicht noch mehr Scheiße zu erleben. Die Scheiße; Sie hat sich gelegt, wie ein Strum der Alles zerfetzt, und nun nur noch ein Regen ist und gelegentlich einige Keller vollaufen lässt.

Damals war es schlimmer, das 5-8 Schuljahr war das extremste, jetzt hat es sich gelegt, es ist nict mehr so schlimm.
Doch die Wunden sind geblieben, nicht nur Körperliche, nein, meist seeliche Wunden, und die Frage: Warum hat man das getan quält mich ebenfalls noch heute. Die meisten wissn es nicht, dachten ich ging jeden Tag zur Schule, mache nicht mit und geh wieder nach Hause.

Das einzigste Mal das etwas wirklich nach aussen drang, war als man mir einen glühenden Fahrradschlüssel auf die Hand presste...da hat der Schulleiter Anzeige erstattet. Das wars dann aber auch. Von den anderen Dingen wollte niemand was sehehn, oder sie hat niemand gesehen.

Sehen...ich überlege gerade wie es auf dieser Welt wäre wenn niemand etwas sehen würde... wären dann alle Menschen gleich? Jedenfallswürde niemand auf deine Kleidung achten,du selber warscheinlich auch nicht. Wie auch immer...
So, das war das was mich in dieser Stunde beschäftit hat.
[/quote]
Black Crow- 87Ich hab mich bisher nicht dazu geäußert, es ist schwer dazu überhaupt irgendwas zu sagen.
Eine solche Tat ist abscheulich, vor allem wenn man betrachtet, dass die Leute die er angeschossen hat ihm persönlich nichts getan haben und ich kann absolut nicht nachvollziehen, dass man einen solchen Menschen noch verehrt. Er war wohl jemand, der keinerlei Regeln akzeptiert und selbst mit 18 Jahren nicht verstanden hat, dass ein Miteinander ohne Regeln und Gesetze nunmal nicht funktioniert. Jemand der dies nicht verstehen will ist für mich nicht reif, der hat ein ernsthaftes Problem.

Er beschimpft alles was ihn grad so in den Weg kommt, egal ob es nun Sinn macht oder nicht und es ist klar erkennbar, dass dieser Mensch mit den Nerven am Ende gewesen ist und das Motiv dafür blanke Wut und Rachegefühle gewesen sind, die er so ziemlich auf alles projiziert hat, was gerade nicht seinen Vorstellungen entsprach.

Ich denke, wir sind uns alle in einem Punkt einig. Es muss etwas getan werden, dass sich solche Taten nicht ständig wiederholen, ich befürchte da wird die Annahme „Satanist, böse, Waffennarr und wollte töten, punkt“ wird da nicht wirklich weiterhelfen. Ich halte diese Sichtweise für sehr beschränkt muss ich sagen. Nicht zuletzt auch hier steckt wesentlich mehr dahinter und die Medien sowie der größte Teil der Politik machen es sich da doch etwas sehr einfach und bitte fangt mir nicht wieder mit Ballerspielen an, die spielen 50 Prozent aller männlichen Jugendlichen.

Wenn man solche erschreckenden Vorfälle in Zukunft vermeiden will, wird man gezwungen sein mehr auf die Ursachen solcher Ausraster einzugehen und viel früher etwas dagegen zu unternehmen. Im Nachhinein die Schuld nur bei dieser einen Person zu suchen halte ich für falsch und auch für etwas feige. Ich bin mir sicher, die meisten hier werden das nicht anders sehen und verstehen sehr gut wovon ich rede...

BC
Lady Armitage@ schwarzer Prinz: "schwarzer Einzelgänger" ich glaube eher die haben was gebraucht um die Story zu puschen, Computerspiele sind vermutlich schon viel zu ausgelutscht.


Ansonsten denke ich, das niemand direkt schuld war, dem wird einfach alles über den Kopf gewachsen sein mit den Jahren und dann kam der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte.
Menschen sind nunmal nicht so wie wr sie gerne hätten, vernünftig und weiße. Gewöhnt euch dran, solche Menschen wird es immer geben.
Ich weiß, das hört sich jetzt hart an, aber es ist einfach so. Der Mensch ist dem mensch sein Wolf sag ich da nur.
darkEMYRzumindest trug er in dem video einen langen schwarzen Mantel...*ui ui ui* da haben wir ja wieder mal einen Grund die schwarze Szene zu verteufeln. Und die bösen PC-Spiele kann man jetzt schön verbieten. Da stimme ich Schwarzer Prinz zu.
Bloß nicht mal eingestehen dass in dieser gesellschaftlichen Struktur was schief läuft. Ich will jetzt keinen Amoklauf rechtfertigen, aber ich denke, nahezu jeder Mensch wäre zu so etwas fähig, wenn die Gegebenheiten stimmen. Find ich immer sehr bezeichnend, dieses "Wie konnte er das tun"-Gehabe hinterher.Vorher hat sich wahrscheinlich jeder einen Dreck um ihn gekümmert (gilt auch für den Fall Robert Steinhäuser) und dann, wenn`s brennt, muss schnell ein Grund her. PC-Spiele??Ja, sehr gut, die können sich ja nicht mal verteidigen!!:rolleyes:
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von darkEMYR [/i]
[B]Vorher hat sich wahrscheinlich jeder einen Dreck um ihn gekümmert... [/B][/QUOTE]
That's it.
Ich ertrage diese Scheinheiligkeit der Menschen nicht mehr, die jetzt wieder unheimlich kreativ darin sind, die Schuld woanders zu suchen, damit sie sich nicht mit ihren eigenen Verfehlungen beschäftigen müssen.

Ich bin geneigt zu sagen: schuld sind sie alle, außer der Junge selbst.
Tsafried[QUOTE][i]Original geschrieben von darkEMYR [/i]
[B]und dann, wenn`s brennt, muss schnell ein Grund her[/B][/QUOTE]

es kommt leider nur sehr wenigen in den Sinn, dass der Grund vielleicht der Mensch selber war - Er hatte die Wahl und er hat sich entschieden, sein Abschiedsbrief macht mir keinen sonderlich verwirrten Eindruck (zumindest in großen Teilen). Die Gesellschaft, sprich seine Lebensumstände haben ihn dazu gebracht, überhaupt daran zu denken - aber getan hat er es selbst. Die Frage nach Schuld oder Nichtschuld ist glaube ich irrelevant, führt ohnehin zu keinem Ergebnis. Ich heiße nicht gut, was er getan hat - verstehe es aber in gewissem Maße; obwohl er auch nur sich selbst aus der Welt hätte schaffen können, ohne dies bei anderen auch noch zu versuchen. Aber das wäre es ihm dann vermutlich nicht wert gewesen, da stünde vielleicht zu wenig Aussage hinter. Da heißt es dann, ein Irrender, es gibt so viele, leider, man hätte ihn retten können, aber leider, jetzt ist es zu spät. Seltsam, dass man sich einen Dreck um den Menschen kümmert, solange er lebt, aber, sobald er sich anschickt, zu sterben, alles tut, um ihn am Leben zu halten. Lang lebe die Scheinheiligkeit.

Amokläufe mögen ein Problem neuerer Zeit sein - das Problem an sich besteht aber wohl seit ewigen Zeiten. Nur, früher hätte dieser Mensch dann vielleicht noch ein paar Jahre gewartet, und dann seinem Hass mit einem Mord, einer Vergewaltigung oder anderen Taten Luft gemacht. Dass er es aber getan hätte, irgendwie, steht für mich außer Frage. Nur hätte dann niemand mehr den Zusammenhang gesehen oder sehen wollen. Jetzt hingegen ist er unübersichtlich.
rosenkindTsafried,ich kann dir nur zustimmen. Mich kotzt dieses Schwarz-Weiß-Denken an.Man will nur Täter sehen und Opfer. Dass ein Opfer Täter werden kann, dass ein Täter Opfer sein kann, daran denkt keiner. Am Ende bleiben die "seltsamen Einzelgänger" als unsere Täter übrig und der Grund für die Tat, es sind halt seltsame Einzelgänger. Schuld am Amoklauf hat der Täter, aber ist das nicht etwas zu kurz gedacht? Wer hat denn daran schuld, dass ein Mensch erst in die Situation kommt, solche Dinge überhaupt zu denken? Klar, Videospiele sind mal wieder eine schöne Antwort, bloß nicht in den Spiegel schauen und erkennen müssen, dass unter den Opfern einer solchen Tat (vielleicht nicht dieser, aber im Allgemeinen schon) auch so mancher Täter ist. Dabei liets man es, der "seltsame Einzelgänger" wurde jahrelang gemobbt, wurde von den Eltern völlig vernachlässigt, wurde was auch immer. Aber die Konsequenz daraus? Videospiele sind schuld. Die schwarzen Schäfchen müssen ja schwarz bleiben und die weißen Schäfchen weiß, dass es eigentlich nur graue, manche heller, manche dunkler, Schäfchen gibt, nein, das wollen wir ja nicht sehen. Es würde mich nicht wundern, wenn eine besonders intelligente Person auch noch sagen würde"kein Wunder, dass so jemand [beispielsweise] gemobbt wurde, wenn der so krank ist, einen Amoklauf zu planen...:rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:
Goat93Als Infoeinwurf, angelbich hörte er death metal :D
Jester[QUOTE][i]Original geschrieben von Jester [/i]
[B]Ich frage mich bis heute noch, ob man nicht auch die Skimaskenfirmen verklagen sollte, da doch soviele Überfälle mit skimasken über dem Haupt begangen werden, oder aber die Unterwäscheindustrie, immerhin tragen 99% aller Amokläufer Unterwäsche,.... und wenn ich jetzt bedenke wieviele Menschen die ich kenne Unterwäsche tragen, dann wird mir schlagartig ganz anders....


Doch bleiben wir mal rational, die Kleidungsart eines Täters, egal um welches Delikt es sich handelt, lässt schwerlich Rückschlüsse auf Verbindungen zu irgendwelchen Subkulturell inspirierten Taten aufkommen. Schlichtweg die Farbe der Kleidung als zulänglichen Anhaltspunkt zu nehmen, entzieht sich dann entgültig meines Verständnisses.
Und selbst wenn ein Straftäter zu einer Subkultur gehört, so kann man sein Verhalten noch lange nicht als Querschnitt nehmen, immerhin muss man doch bekunden, dass auf den einen Straftäter hunderttausende nicht auffällige Personen in dieser Subkultur existent sind, was mathematisch gesehen wohl wenig Bedenken hervorrufen dürfte, wenn man bedenk das ein Prozentsatz von nullkommairgendwas Straffällig wurde.
Gleichsam könnte man alle Väter der Welt verurteilen, nur weil ein minimaler Prozentsatz Kindsmord begangen hat, doch wer würde denn auf diese Idee kommen, besonders wenn man selbst vielleicht Vater ist. Eine solche Verallgemeinerung, welche fast hunderprozentig auch Leute im eigenen Umfeld in das "Täterprofil" fallen lassen würden, kommt einem nunmal nicht über die Lippen.

Der Täter trug schwarz, ja, der Täter spielte wohl auch Counterstrike und war ein Aussenseiter. Was wir dadurch wissen ist, dass er ein schwarztragenden, counterstrikespielender Aussenseiter war,... mehr nicht. Desweiteren kann man kaum wissen was der leztendliche Auslöser für die Tat war, aber ich denke das die Farbe seiner Kleidung der letze Grund wäre, immerhin tragen sehr viele Bankiers schwarze Anzüge, Amoklaufen tun aber die wenigsten (obwohl auch das vorkommt).

Hier ist ein Individuum durchgedreht, und kein Kollektiv oder eine Subkultur. Ein Mensch hat aus irgend einem Grund eine Kurzschlußraktion begangen oder sah aus irgend welchen Gründen in dieser Handlung eine logische oder unabwendbare Nötigkeit sah. Zu diesem Punkt wird es über eine langzitige und sehr verzweigte Art von Zusammenhängen gekommen sein, welche im Umfeld des Betroffenen zu suchen sind, und zwar in jedem einzelnen.

Es ist mal wieder eine Schuldzuweisung welche jetzt im Raume schwebt, nur weil irgendwelche Berichterstatter bestimmte Worte verwendeten, und diese wie immer auf nährhaften Boden fallen. Das wird auch so immer wieder passieren, weil die Menschen in solchen Situationen einfach ein "Feindbild" brauchen, ein Erklärung, welche möglichst weit von ihrer eigenen Art entfernt scheint. So fühlen sie sich sicherer und "normaler", doch könnte genausogut ein Nachbar genauso durchdrehen, weil unter der Oberfläche etwas brodelt, was für einen selbst nicht einsichtig ist.

Ja, ein Junge ist Amok gelaufen. Ein Junge und nichts anderes! [/B][/QUOTE]
rosenkinddas ist ja auch mal besonders sinnig:

[I]SPD-Innenexperte Wiefelspütz regte nach der Bluttat ein Verbot Gewalt verherrlichender Computerspiele an. Er betonte aber gleichzeitig, dass nicht jeder, der ein solches Spiel spiele, «automatisch zum Massenmörder» werde.[/I]

Opium fürs verblendete Volk?
jahb[QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i]
[B]das ist ja auch mal besonders sinnig:

[I]SPD-Innenexperte Wiefelspütz regte nach der Bluttat ein Verbot Gewalt verherrlichender Computerspiele an. Er betonte aber gleichzeitig, dass nicht jeder, der ein solches Spiel spiele, «automatisch zum Massenmörder» werde.[/I]

Opium fürs verblendete Volk? [/B][/QUOTE]

Das wäre ja nun nicht das erste Mal. Aber es wäre mal ein spannender Modellversuch. Wären die Superlativen des Ergebnisses ein Anstieg der Gewalt (Wenn ich nicht auf virtuelle Gegner schießen darf schieß ich eben auf reelle) oder ein Rückgang der Amokläufe?

Vorstellen kann ich mir beides doch halte ich es letzteres für unwahrscheinlich.

Irgendwer sagte mal: Gewalt in Computerspielen sind nicht der Auslöser für Amokläufe...Aber sie treffen besser.

Vielleicht sollte man nur auf andere Präventivmaßnahmen zurückgreifen. Schwere Bewaffnung für Lehrkörper und kugelsichere Westen als Schuluniform...

Lohnt es sich überhaupt über Schuldige zu diskutieren?

Gestern auf N24 haben sie einen Klassenkameraden interviewt. Und der passte haargenau in das Schema, welches er in seinem Abschiedsbrief beschreibt. (HipHopper, was ihr da nun hereininterpretiert lege ich in euer Ermessen) Im Ansatz verstehe ich seine Gedanken und auch sein Handeln. Sicherlich gab es andere Auswege, bestimmt hat er einige davon auch gesehen...Aber bedeutet Freiheit nicht auch das Leben zu beenden zu können??? Die "Opfer" mal außen vor gelassen...

Grüße vom Jahb
Manley[QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i]
[B]
[I]SPD-Innenexperte Wiefelspütz regte nach der Bluttat ein Verbot Gewalt verherrlichender Computerspiele an. Er betonte aber gleichzeitig, dass nicht jeder, der ein solches Spiel spiele, «automatisch zum Massenmörder» werde.[/I]

Opium fürs verblendete Volk? [/B][/QUOTE]
aktionismus der politik würde ich es eher nennen. man kann ja schlecht zugeben, dass so etwas im laufe der zeit einfach immer mal wieder vorkommen wird, weil einzelne mit ihrem leben nicht klar kommen. auch wenn das mal erfrischend ehrlich wäre.

zum "schwarzgekleideten Einzelgänger" - klar, für einige menschen impliziert das gewisse dinge. ich kann hier aber keinen fehler der medien erkennen - er war doch nun einmal genau das, nach allem, was man hört und liest. ich selbst würde so etwas auch schreiben, weil es ja nun einmal zur person gehört, das kann man nicht einfach unter den tisch fallen lassen, nur weil sich dann bestimmte leute auf den schlips getreten fühlen.
Ursus[QUOTE]...(was dir aber nicht erlaubt zu urteilen ob es die ganze szene ähnlich sieht)[/QUOTE]

Was soll denn dieser Blödsinn. Weder habe ich in meinem Beitrag darüber geurteilt ob es die ganze Szene ähnlich sieht noch weißt du nicht wieso ich ihn nicht als einen betrachte. Wir können es dabei belassen, wenn du nicht noch unbegründete Unterstellungen hinzudichtest. :rolleyes:

[QUOTE]...Aber bedeutet Freiheit nicht auch das Leben zu beenden zu können??? Die "Opfer" mal außen vor gelassen...[/QUOTE]

Die Freiheit des Einen hört da auf wo die Freiheit des Anderen eingeschränkt wird. Hätte er Selbstmord begangen ohne Amok zu laufen währen die Opfer seine Familie gewesen und die Menschen die ihn liebten oder mit ihm befreundet waren oder ihn einfach nur vermissen würden. Jede Tat hat Konsequenzen und ganz besonders Selbstmord aber wer mit solch einem Gedanken spielt hat oft auch kein Auge mehr für die Menschen die ihn mögen. Er ist oft abgekapselt und lebt in seiner eigenen Realität.

Gruß Ursus
decay73Naja, die Sache mit den Spielen sollte man in meinen Augen etwas differenziert betrachten. In den modernen Zeiten, in denen die Eltern beide arbeiten gehen / gehen müssen verbringen die Kinder viel mehr Zeit alleine und kommen auch sicher viel mehr auf dumme Gedanken und machen Dinge, die sie nicht machen würden, wenn ein Elternteil da wäre.
In diesem Sinne macht es Sinn, manche Computerspiele mit einer Altersgrenze zu versehen und auch irgendwie dafür zu sorgen, daß solche Spiele nicht in Kinderhände gelangen können, denn sie können durchaus einen negativen Einfluß ausüben.
Zu sagen, daß die Spiele [I]garkeinen[/I] Einfluß haben würden, ist genauso blauäugig, wie sie in spontanem Aktionismus generell alle zu verbieten.

Es ist nunmal eine Tatsache, daß Kinder heute vermehrt den Großteil des Tages ohne Betreuung durch die Eltern oder sonst irgendeiner "Institution" aufwachsen müssen, und dieser Tatsache sollte man schon in vernünftiger Weise Rechnung tragen.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Ursus [/i]

Die Freiheit des Einen hört da auf wo die Freiheit des Anderen eingeschränkt wird. Hätte er Selbstmord begangen ohne Amok zu laufen währen die Opfer seine Familie gewesen und die Menschen die ihn liebten oder mit ihm befreundet waren oder ihn einfach nur vermissen würden. Jede Tat hat Konsequenzen und ganz besonders Selbstmord aber wer mit solch einem Gedanken spielt hat oft auch kein Auge mehr für die Menschen die ihn mögen. Er ist oft abgekapselt und lebt in seiner eigenen Realität.

Gruß Ursus [/B][/QUOTE]

das ist kein argument in meinen augen. mit der selben begründung könntest du jeden menschen in irgendeiner freiheit einschränken: "du darfst mich nicht verlassen, weil ich dich sonst vermisse", "du musst mich wählen, weil ich sonst nicht die freiheit habe zu regieren" etc. ...

im bereich der freiheit muss man messerscharf differenzieren...leider MUSS ich jetzt zu mittag essen und kann nicht näher darauf eingehen.
Ursus[QUOTE]im bereich der freiheit muss man messerscharf differenzieren...[/QUOTE]

Da stimme ich dir zu. In der Theorie hört sich das auch gut an aber in der Praxis werden Freiheiten auch täglich eingeschränkt, einfach aufgrund der Notwendigkeiten die es gibt wenn man in einem sozialen System leben will.

[QUOTE]mit der selben begründung könntest du jeden menschen in irgendeiner freiheit einschränken[/QUOTE]

Zum Leben gehört das man auch Verantwortung übernimmt und ganz besonders für seine Taten. Außerdem sind staatliche Gesetze nur ein Teil der Regeln die man in einer Gesellschaft befolgen muss. Lässt man den ungeschrieben Teil der den sozialen Umgang miteinander regelt weg, so funktioniert die Gesellschaft bestenfalls nur noch rudimentär.

Ich gehe jetzt auch Mittag essen. Wenn du willst können wir uns ja später noch dazu unterhalten.
Pseudo-Gruftiiimobbing, vernachlässigung, schlechte kindheit, etc. sind keine begründung und schon gar nicht eine entschuldigung für solche taten. man muss sich die gedankengänge nicht unnötig schwerer machen und das ganze so aufbauschen, er war daran selbst schuld und niemand sonst. die gesellschaft sucht die fehler bei subkulturen und ihr sucht die fehler bei der gesellschaft. damit seit ihr keinen deut besser. die welt ist halt schlecht aber trotzem müssen nicht alle gleich amoklaufen. es gibt weitaus schlimmere dinge wie seine pubertätsprobleme auf der welt und trotzdem tun sowas wenige. abgesehen davon dass seine probleme im vergleich zu seinen taten echt ein witz sind. so früh schon so frustriert, nur weil sich so viele kleinigkeiten angesammelt haben....nee, ich kann dieses "nervlicher schwächling" nicht aus meinem kopf verbannen wenn es um ihn geht. in einem anderem topic wurde ich für dieses "schwächling" fast gesteinigt, ich hoffe man versteht wenigstens jetzt was ich damit meine.


und woher weiss man eigentlich, dass die opfer ihm nie etwas getan haben? vollkommen hassgeladen jedem gegenüber schien er ja nicht zu sein, sonst hätte er sich bei den leuten, die "nett zu ihm waren" nicht so wörtlich entschuldigt.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]@nullpromille:

Wenn man sich allerdings das Leben nimmt, sieht man in genau diesem Moment keinen Ausweg mehr, aber das bedeutet nicht, dass es nicht einen gäbe. Man meint genau in diesem Moment, man hätte keine Freunde und niemanden, der einen mögen würde, und wenn es tatsächlich so wäre, wäre gegen einen SM nichts einzuwenden, aber solange es Menschen gibt, deren Leben einstürzen würde, wenn sich jemand anderes umbringt (Eltern, Großeltern, Geschwister), ist es etwas ganz anderes. Ein Selbstmörder hat oft wie viele Menschen auf dem Gewissen, die sich fragen, warum diese Person sowas gemacht hat, während Liebeskummer vergeht, bleibt sowas für immer. Verwandte fragen sich, ob sie vielleicht etwas hätten tun können, geben sich selbst die Schuld, während das Ende einer Beziehung in der Regel den Grund hat, dass die Beziehung nicht mehr funktioniert und nicht, weil das Leben einer Person nicht mehr funktioniert.
[/B][/QUOTE]

zu dem thema habe ich eigentlich nichts zu sagen, was nicht jean amery schon gesagt hätte. und rein rechtlich ist dein standpunkt ja der stärkere.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Pseudo-Gruftiii [/i]


und woher weiss man eigentlich, dass die opfer ihm nie etwas getan haben? vollkommen hassgeladen jedem gegenüber schien er ja nicht zu sein, sonst hätte er sich bei den leuten, die "nett zu ihm waren" nicht so wörtlich entschuldigt. [/B][/QUOTE]

das unterschreibe ich, ebenso wie den letzten beitrag von ursus. aber ihn als schwächling zu bezeichnen lehne ich ab. man ist mit worten und urteilen so schnell, wenn man nie in der situation des beurteilten war. ich bin weder ein agressiver noch ein nachtragender mensch, aber ich habe mittlerweile so unter der ignoranz von menschen zu leiden gehabt, dass ich es diesem amokläufer nachempfinden kann - und dass ich nicht amoklaufe, ist vielleicht der reine trotz gegen die ignoranten dieser welt, die dann wiederum mich zum verrückten abstempeln würden und die andere seite außer acht ließen, weil ja sie selbst die andere seite der medaille sind.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]@nullpromille:
Glaubst du, andere Menschen nicht??? Glaubst du, du bist der einzige Mensch in diesem Forum oder gar auf der ganzen Welt, den die Ignoranz der Menschen, Mobbing, Prügel, etc. fast ins Grab gebracht haben? [/B][/QUOTE]


OFFENSICHTLICH glaube ich das nicht.

allerdings sind mir mobbing und prügel nicht das hauptanliegen. sondern die ignoranz der sogenannten guten und lieben, die sich selbst nie die hände schmutzig machen würden und immer einen guten ratschlag parat haben, aber nie farbe bekennen, nie den charakter beweisen zu sagen, was sache ist.
rosenkind[QUOTE] kann man dann nicht sagen, dass ein Mensch, der an dieser Situation zerbricht, die scheinbar sehr viele Menschen durchstehen, schwach ist?[/QUOTE]

mit solchen Aussagen begibst du dich auf sehr dünnes Eis, weil es fast schon einer moralischen Wertung gleichkommt. Der "bessere Mensch" ist ein stärkerer Mensch. Und solche Denkweisen sind äußerst gefährlich.
rosenkinddas ist natürlich korrekt, dass man nicht nur die Extremfälle sehen sollte, sondern auch, was es außerhalb davon gibt. Nur ist jemand, der nach jahrelangen Mobbing beispielsweise anfängt zu ritzen oder aus sexuellem Missbrauch magersüchtig wird oder beides sogar relativ gut wegsteckt, nun wirklich nicht medienwirksam genug,weil es eben zu viele davon gibt. Wir machen ja alle erst die Augen, wenn uns etwas schockt und schließen sie wieder, sobald die Sensationsgier befriedigt ist. Darum gehts doch eigentlich. Und ich fürchte mehr will der gemeine Medienkonsument auch nicht wissen, er will nur input, aber nicht denken, nicht begreifen. Und das ist das eigentliche Problem der Zeit, nicht die Videospiele oder ähnliches, die sind nur ein Ausdruck dieses Lebensgefühls. Man sucht den kick, aber wehe man wird gezwungen, der Dunkelheit wirklich in die Auegn blicken zu müssen.
Tapio BearkingIch finde, die Hintergründe für den Amoklauf werden von Alexander Berl sehr schön zusammengefasst:

[quote]
Dieser Junge unterlag weder einem Amoklauf, noch dem Zugang zu
Schusswaffen (obwohl dieser offensichtlich gesetzeswiedrig war - sich
also erst recht die Frage stellen muss, was ein Verbot, egal für was,
für einen Sinn haben kann), noch dem Einfluss von
"gewaltverherrlichenden Killerspielen". Er unterlag auch nicht seiner
geringen Intelligenz, ganz im Gegenteil, dieser Mensch war hoch
intelligent.
Er unterlag einzig und allein der sozialen Verarmung und Marodierung
der Gesellschaft durch fehlgeleitete Politiker und geldgierige
Industrielle, die auf dem Rücken der zurechtgedrückten Massen
daherkommen. Er hat eben dieses sogar selbst erkannt, er hatte nur
keine Möglichkeit diesem durch soziale Stärkung von Familie und
Freunden entgegenzuwirken. One-way Road to Hell.[/quote]

Quelle: [url=http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=11650265&forum_id=108592]heise online news[/url]

Und anstelle die Symptome zu analysieren und die Ursachen dieses Amoklaufs zu bekämpfen werden Metaller, Satanisten und CS Spieler dafür verantwortlich gemacht.
melodieich weiß gar nicht, was man sich über dieses thema hier so erhitzt. solange es menschen gibt, die meinen etwas besseres zu sein, aufgrund irgendwelcher vorteile, meist materieller art, solange wird es frustrierte (selbst-)mörder geben.
sollte irgendjemand es irgendwann einmal bewerkstelligen können das geld abzuschaffen, wie auch immer, würde meines erachtens nach ein erheblicher unzufriedenheitsfaktor wegfallen.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]Da gebe ich dir völlig Recht - wobei ja nicht nur ritzen und Magersucht / Essucht Dinge sind, die geschehen, die meisten Menschen bauen ja ihre Aggressionen durch Computerspiele oder irgendwelche aggressive Musik ab und schaffen es auch irgendwie. Ich kenne keinen einzigen Menschen, der nicht irgendwo sein Ventil braucht, allerdings sind diese unterschiedlich. Allerdings halte ich es von heute aus gesehen für falsch, die Schuld nur bei anderen zu suchen, statt das beste aus einer Situation zu machen. Nach meinen eigenen Erfahrungen gibt es eine Stelle, wo man sich entscheiden kann, er hat sich für die einfachste Richtung entschieden, statt dafür, sich durchzubeißen. Die ganzen Menschen, deren Probleme überall ignoriert werden, die aber weitermachen, werden ignoriert, es wird ganz schnell etwas gesucht, was Schuld ist, sei es eine Szene, ein Computerspiel oder Marilyn Manson, während all die anderen Menschen, die sich nicht von der Situation haben niederkämpfen lassen und weitergemacht haben, die teilweise extreme psychische Schäden davontragen, weil sie nicht aufgeben, ignoriert werden, indem das Problem ignoriert wird. [/B][/QUOTE]

und was ist deines erachtens die konsequenz daraus?
rosenkind@
Dyspenthes

das Problem nicht zu ignorieren, würde bedeuten, sich einzugestehen, dass auch die Gegenpartei (in diesem Falle nicht die Opfer, wohl aber die ehemaligen Mitschüler) auch einiges dazu beigetragen haben. Aber wer tut das schon? manche grauen Schäfchen werden eben weiß und andere graue Schäfchen schwarz lackiert. Und ich bezweifele ehrlich gesagt, dass ein Großteil Medienkonsumenten sich selbst fragt: könnte es in meinem Umfeld genauso sein?Villeicht nicht in den Ausmaßen, aber könnte es? Denn über andere schimpfen ist ja viel leichter. Und damit schließe ich die schwarzen Reihen sicher nicht aus. Man mag sich über undifferenzierte Berichtserstattung zurecht aufregen, blind nenne ich aber Leute, die die schwarze Szene immer ausklammern ala "hier ist das heile Plätzchen, hier gibt es das nicht". mea culpa! Hier gibt es genauso viel Destruktives wie außerhalb der schwarzen Reihen.
Aber um zur Sensationsgier zurückzukommen: realistische Lösungsansätze sind komplex und komplex bedeutet denken zu müssen, eine rationale Sicht hemmt meistens Emotionen. kurz um, eine simple Logik stillt die Sensationsgier viel besser und:bringt Einschaltqouten und Käufer. eine schwarz-weiß-Moral verkauft sich eben besser...
Ich bleibe dabei: alle Schafe sind grau


[QUOTE]Und anstelle die Symptome zu analysieren und die Ursachen dieses Amoklaufs zu bekämpfen werden Metaller, Satanisten und CS Spieler dafür verantwortlich gemacht.[/QUOTE]

war doch immer so, wen erstaunt das noch?
rosenkind[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]@nullpromille:
Eigentlich, dass die "Gesellschaft" die Augen aufmachen sollte, statt zu verschließen. Da sie das aber niemals tun wird, ist meine Konsequenz seit einigen Jahren, Menschen, die gerade in dieser Situation stecken, einen Ausweg zu zeigen. Denn es gibt Auswege, man sieht sie nur nicht gleich. [/B][/QUOTE]

*Daumen hoch* Der Kampf für das Gute ist immer chancenreicher als der Kampf gegen das Schlechte.
Pelloquin@ Tapio Bearking:

Vielen Dank für den Link auf die Erklärung von [url=http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=11650265&forum_id=108592]Alexander Berl [/url]. Mir ging schon die Galle hoch, als ich las, wie der Junge [url="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,druck-449738,00.html"]bei SPIEGEL-Online[/url] ([i]"Die wirre Welt des Sebastian B."[/i]) beschrieben wurde.


Denkwürdig auch der letzte Absatz in Berls Artikel:

[quote][b]"Wer die Ursachen nicht im sozialen (und damit auch politischem)
Gefüge sucht (insbesondere im familiären Umfeld), der hat es nicht
verstanden und lebt in seinem eigenen "Killerspiel" -
protektionistischer Kapitalfaschismus."[/b][/quote]


Kapitalfaschismus... Ja, das ist es. Das ist das wahre Übel dieser Welt.
rosenkindnatürlich muss man das. Allerdings kann ich es nicht bestätigen, dass die Situation so aussichtslos ist. ich bin zufällig das Kind zweier Lehrer und weiß durch Mama, dass Mobbing allmählich doch mehr zum Thema wird. Das Problem ist, dass die Lehrerschaft mit dem Problem nicht genügend vertraut ist. Es herrscht noch viel zu oft die Vorstellung,wenn 2 sich ärgern, muss man beide mahnen, weil beide sich gegenseitig was angetan haben. laut ihrer Aussage war es früher so, dass verschiede Jugend-oder Kinderbanden gegeneinander gingen, die typischen Grüppchenkriege, die sicher jeder noch kennt. Das Problem, dass sich eine Klasse mehr oder weniger geschlossen gegen eine Person verschwören und sie systematisch fertig machen kann, ohne dass diese den Rückhalt einer Gruppe hat, wurde viel zu lange einfach ignoriert oder nicht erkannt. Ich habe 11 Jahre Mobbing selbst erlebt und erst heute, fast 15 Jahre, nachdem das bei mir losging, gibt es Fortbildungen gezielt zu diesem Thema.

Eines muss man aber auch sehen: Lehrer sind in ihrer Macht auch beschränkt. Es liegt oftmals nicht am fehlenden Willen und auch nicht am fehlenden Wissen alleine, es liegt einfach daran, dass ein einziger Mensch nicht gegen eine Schulklasse von 20 - 30 Menschen ankommt, besonders nicht gegen 20 -30 Halbstarke, die in ihrer Pubertät erwachsene Autorität ohnehin angreifen und missachten. Leider sind Lehrer oftmals selbst Opfer. Und Jugendliche nicht dumm. Eine "superfreidliche" Klasse kann durchaus eine plötzliche Metamorphose erleben, wenn die Klassenzimmertüre sich schließt und die "Autoritätsperson" ausgespuckt hat...
spitzhackeehrlich gesagt, ich kann seine beweggründe sehr gut nachvollziehen. auch wenn seine letzte konsequenz fragwürdig sein mag, ich möchte mir aber darüber lieber kein urteil erlauben.
rosenkind[QUOTE]is dahin, dass mir die Schuld am Mobbing gegeben wurde, weil es kann ja nicht einfach sein, dass andere Menschen sich grundlos gegen einen verschwören[/QUOTE]

das kenn ich in ähnlicher Hinsicht auch. in Hessen hat man ja die schönen Kopfnoten, eine davon hieß Sozialverhalten. in Sozialverhalten hatte ich immer eine 5, was daran lag, dass die anderen mich schikanierten und ich deswegen nicht in der Klasse integriert war. und das obwohl ich immer bereit war, anderen zu helfen, Dinge auszuleihen und dergleichen. im übrigen hatten die anderen immer eine 2 oder so, denn untereinander waren sie ja alle nett zueinander... verkehrte Welt.

um wirklich etwas zu verbesser, ich sage bewusst verbessern, nicht aus der Welt schaffen, denn über die Probleme, die die mobbenden Jugeldichen von zuahsue mitbringen, hat die Schule leider keine Gewalt, bräuchte es an jeder Schule Sozialarbeiter und Jugendpsychologen. Auch ein Vertrauenslehrer ist dafür kein Ersatz. Ein Lehrer ist auch nur [B]ein[/B] Mensch und kann die intensive Arbeit eines Sozialarbeites z.B. nicht leisten, weil er die Zeit dazu gar nicht hat, schließlich muss man noch den Unterricht vorbereiten, abhalten, korrigieren usw. Viele haben die Vorstellung, Lehrer hätten ja nichts zu tun außer Vormittags reden, das ist ein großer Irrtum, die Unterrichtsvorbereitung, Elterngespräche, Fortbildungen, Konferenzen, und ähnliches (wie z.B. das Korrigieren von Klausuren) erfordert auch noch jede Menge Zeit. Nur findet diese Arbeit eben nicht sichtbar statt.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]@nullpromille:
Eigentlich, dass die "Gesellschaft" die Augen aufmachen sollte, statt zu verschließen. Da sie das aber niemals tun wird, ist meine Konsequenz seit einigen Jahren, Menschen, die gerade in dieser Situation stecken, einen Ausweg zu zeigen. Denn es gibt Auswege, man sieht sie nur nicht gleich. [/B][/QUOTE]

siehst du, da hast du mir jetzt ungewollt ein rotes tuch vor die nase gehalten. das ist genau diese ratschlagpolitik die ich nicht ausstehen kann, die mich frotzelt. es gibt leute, die sich permanent ibn mein leben einmischen, die mich dadurch infantilisieren, obwohl sie mir an lebenserfahrung unterlegen sind. und dann kann man sich von denen gute ratschläge anhören. diese einmischung, diese permanente beobachtung (von wildfremden leuten) erzeugt einen stress, den man sich kaum vorstellen kann und wenn man sagt: GEHT`S ALLE SCH..EN!!! ich habe euch für zu leicht befunden, dann bekommt man gesagt, dass es auch andere auswege gäbe und mobbing kann man überwinden. NUR: MOBBING ist nicht mein problem. mein problem sind selbsternannte welverbesserer, die anderen menschen probleme und schwächen einreden um kontrolle und macht über sie auszuüben, was sie sich selbst nie eingestehen würden, weil es ihr selbstbild beschädigen würde.

und hat nicht dieser junge gesagt, dass ein lehrer in sein leben eingegriffen habe, dass das sein auslöser war. quasi eine hybris?

und ich hab nun dieses problem, dass sich alle in meine angelegenheiten einmischen und mir ratschläge erteilen, gehe zu einer freundin und die sagt mir, dass es immer einen ausweg gibt. was hat sie für eine ausbildung? psychosozialer dienst? so klingt das nämlich. nach billigen floskeln.
rosenkind@nullpromille
ich würde mich an deiner Stelle hüten zu pauschalisieren. Es gibt Leute, die sich einmischen und "gute Ratschläge" erteilen, ohne sich den Menschen mal genau anzuschauen und es gibt Menschen, die schauen sich den Menschen erstmal genau an und geben dann erst Ratschläge. Und nicht jeder, der Ratschläge gibt, hat weniger Lebenserfahrung wie die Person, der er Ratschläge gibt und versucht zu helfen. Du redest von [B]dir[/B] aber nicht jeder Mensch ist [B]du[/B], genauwenig wie alle Menschen so sind wie die, mit denen du zu tun hast.

btw, was diesen Jungen angeht und das einmischen, scroll in diesem Thread bitte mal etwas weiter vor, da hat jemand ein Zitat aus seinem Bloq geschrieben, wo er sich darüber beschwerte, dass eben [B]KEINER[/B] eingriff
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]Nullpromille, wer sagt bitte, dass ich nicht schon fast zu Tode geprügelt worden bin??? Wer sagt denn, dass ich nicht unter Mobbing zu leiden hatte, dass ich nicht irgendwann durchgedreht bin? Stelle du dich jetzt bitte nicht mit deinem ach so schrecklichen Schicksal über meines und richte du nicht über mich. Mit dieser Haltung mir gegenüber bist du kein Stück besser als die Menschen, die du verurteilst. [/B][/QUOTE]

JETZT HÖR DU ENDLICH AUF MIR ZU UNTERSTELLEN; ICH WÜRDE MEINEN ODER SAGEN; DASS MEIN SCHICKSAL DAS SCHLIMMSTE DIESER WELT SEI!!!!

nur liegt meine gewichtung aufgrund meiner erfahrungen auf der ewigen frotzelei selbsternannter, heuchlerischer menschenretter.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i]
[B]@nullpromille
ich würde mich an deiner Stelle hüten zu pauschalisieren. Es gibt Leute, die sich einmischen und "gute Ratschläge" erteilen, ohne sich den Menschen mal genau anzuschauen und es gibt Menschen, die schauen sich den Menschen erstmal genau an und geben dann erst Ratschläge. Und nicht jeder, der Ratschläge gibt, hat weniger Lebenserfahrung wie die Person, der er Ratschläge gibt und versucht zu helfen. Du redest von [B]dir[/B] aber nicht jeder Mensch ist [B]du[/B], genauwenig wie alle Menschen so sind wie die, mit denen du zu tun hast.

btw, was diesen Jungen angeht und das einmischen, scroll in diesem Thread bitte mal etwas weiter vor, da hat jemand ein Zitat aus seinem Bloq geschrieben, wo er sich darüber beschwerte, dass eben [B]KEINER[/B] eingriff [/B][/QUOTE]

1. pauschalisierst du meine meinung, weil ich immer nur von den personen gesprochen habe, die mir gute ratschläge erteilen. zugegebener maßen würde eine hochrechnung meiner persönlichen erfahrungen zwar ergeben, dass die menschen die ratschläge erteilen, tatsächlich weniger lebenserfahrung haben, als die die zwangsberatschlagt werden, aber ich habe einen tiefen glauben an ausnahmen - ich nenne das hoffnung.

2.hat der junge sich wohl beschwert, dass man sich nicht in seinem sinne eingemischt hat frotzelnde ratschläge wird er wohl gekannt haben.
rosenkinddarf ich übersetzen? Dyspenthes wollte dir, wie ich ihn verstanden habe, nicht unterstellen, du würdest dein Schicksal als das schlimmste ansehen, sondern sich gegen deine Unterstellung wehren, er hätte ja keine Ahnung von den Problemen, bei denen er versucht zu helfen.

Hör doch bitte mal auf, [B]deine[/B] Situation, [B]deine[/B] Erfahrungen und [B]deinen[/B] Standpunkt auf alle zu übertragen.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von nullpromille [/i]
[B]1. pauschalisierst du meine meinung, weil ich immer nur von den personen gesprochen habe, die mir gute ratschläge erteilen. zugegebener maßen würde eine hochrechnung meiner persönlichen erfahrungen zwar ergeben, dass die menschen die ratschläge erteilen, tatsächlich weniger lebenserfahrung haben, als die die zwangsberatschlagt werden, aber ich habe einen tiefen glauben an ausnahmen - ich nenne das hoffnung.

2.hat der junge sich wohl beschwert, dass man sich nicht in seinem sinne eingemischt hat frotzelnde ratschläge wird er wohl gekannt haben. [/B][/QUOTE]


deine pauschalisierung meiner meinung, ist ja wohl eine übertragung deiner erfahrung.
rosenkindja, du hast von den Leuten gesprochen, die du kennst, aber die Aussage benutzt, um jemanden zu kritisieren, den [B]du nicht kennst[/B] und somit auch dessen Vorgehensweise und letztendlich auch die Leute, denen er hilft, nicht kennst!
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]Das schriebst du zu meinem Kommentar darüber, dass ich meinte, man könne nur etwas verbessern, wenn man betroffenen zeigt, dass es Auswege gibt. Wie soll ich es bitte anders verstehen, als dass ich in deinen Augen einer von denen bin, die anderen von oben herab Ratschläge geben, obwohl sie dir "an Lebenserfahrung unterlegen sind"? Du hast dich auf mich bezogen und ich finde es nicht korrekt, dass du das so getan hast, weil du mein Leben nicht kennst. Punkt. Im Grunde behauptest du, ich sei einer dieser selbsternannten Menschenretter, und das brauche ich mir nicht gefallen zu lassen. [/B][/QUOTE]


nein, ich habe ein leben und ich erkläre wie sich meine meinungen, vorurteile aus meinen erfahrungen entstehen. das betrachte ich als selbstreflexion, ohne über meinen erfahrungen zu stehen. ich gebe jedem die möglichkeit, meine urteile aus meiner biographie zu deuten und so verständnis dafür aufzubringen. ich finde das verdammt mutig von mir. aber bitte...
SolsticeMeine Frau und ich haben uns in letzter Zeit gefragt, warum unser 7jähriger Sohn oft so unausgeglichen und unkonzentriert ist, bis wir aus ihm herausbekamen, dass er seit geraumer Zeit regelmäßig in der großen Pause von drei älteren Jungs geärgert, geschubst und mit dem Kopf in den Sand gedrückt wird. Als wir die Lehrer auf diesen Zustand angesprochen haben, sind wir irgendwie nicht über ein verbales Schulterzucken hinaus gekommen. Meine Frau hat dann zur Selbsthilfe gegriffen und hat unseren Jungen in der großen Pause beobachtet. Als die drei wieder ankamen und anfingen, ihn zu beschimpfen und zu schubsen, hat sie eingegriffen und die zur Rede gestellt. Wenn sie noch einmal so etwas hören würde, würde sie ihre Eltern anrufen und alles berichten (ich fürchte mal, das wird deren Eltern nicht die Bohne interessieren...:rolleyes: ).
Nun ja, wir warten mal ab. Ich habe mir jedoch vorgenommen, dass ich, wenn so etwas noch einmal vorkommen sollte, mir die Bengel mal in voller Montur greife und ihnen etwas Konkreteres androhe, als nur die Info an die Eltern...
Bei solchen Dingen werde ich zum Papa Löwen, der seine Kleinen beschützt!
rosenkind[QUOTE]nein, ich habe ein leben und ich erkläre wie sich [b]meine[/b] meinungen, vorurteile aus [b]meinen[/b] erfahrungen entstehen. das betrachte ich als selbstreflexion, ohne über [b]meinen[/b] erfahrungen zu stehen. ich gebe jedem die möglichkeit, [b]meine[/b] urteile aus [b]meiner[/b] biographie zu deuten und so verständnis dafür aufzubringen[/QUOTE]

wenn du es selbst nicht erkennst....


@Dyspenthes
mich auch. Er/sie sieht offensichtlich nicht, dass er/sie sich grade zum Maß aller Dinge macht.
SolsticeWie gesagt... ich schaue mir das nicht lange an... *schnaub*
Manley@rosenkind, nullpromille und dyspenthes: back to topic!

persönliche differenzen gehören hier nicht hin! bitte diskutiert das an anderer stelle, per pn oder mail!
Solstice@Dys: mit Teenys würde ich das auch nicht machen... da hätte ich wieder andere Vorgehensweisen. Aber das sind Dritt- oder Viertklässler, die kann man noch beeindrucken...:D
Tapio BearkingDoc, da wäre ich mir heute nicht mehr so sicher...
rosenkindgut, dann formulieren wir es allgemeiner: brauchen alle Opfer die selbe "Behandlung"? ich denke, dass man das nicht pauschalisieren kann, was der eine als hilfreich empfindet, ist für den anderen eigentlich nur noch mehr belastend, klar ist es nur bei einem Eingreifen, dass das Mobbing an sich verhindert, was den Umgang mit Opfern angeht, denke ich kommt es sehr stark auf die individuelle Persönlichkeit des einzelnen an.Was der eine als leere Ratschläge empfindet, darüber kann der andere froh sein, weil es ihm das Gefühl vermittelt von "ich bin nicht ganz alleine". Ein schönes Beispiel, wenn auch in einem anderen Kontext dafür ist das Thema SVV und "Narben" von sts. Ich kenne Betroffene die dieses Lied brauchten, weil es ihnen half und ich kenne Leute, da hatte es genau die gegensätzliche Wirkung. Grade aber aufgrund dieser individuellen Unterschiede ist in meinen Augen auch die Sache mit einer oder mehrerer Lehrerfortbildungen nicht getan, sowohl bei den Mobbern wie auch bei den Gemobbten gestaltet sich das Problem vielfältig und vielschichtig. Diese intensive Beschäftigung und den zeitlichen Aufwand, den diese erfordert kann ein Lehrer oder auch mehrere nicht erbringen. Das wäre ungefähr so, als würde man vom Besten in der Entwicklungsabteilung des riesigen IT-Unternehmens verlangen, auch noch mit einem 2-stündigen Wirtschaftslehre crashkurs die Leitung des Unternehmens zu übernehmen und es zum Merktführenden zu machen. [SIZE=1]oder von der Putzfrau des Reichstags auch noch verlangen würde, die Polizik für Deutschland zu schmeißen, wobei bei dem Vorschlag mit den Videos ist das ja mal gar nicht so abwegig *g*[/SIZE]
SolsticeUnd um mal was zum Thema zu schreiben:
Ich sah die Nachrichten, hörte, dass der Täter (von den Medien erst mal, alles Andere ist hier m.E. unwichtig) zur Gothic-Szene gerechnet wurde, außerdem Counterstrike-Spieler war... und dachte nur: NA TOLL!!
Denn die Reaktionen von den Medien und Kommentatoren und der reflexartige Aktionismus in der Politik ließen denn auch nicht lange auf sich warten...

Aber eines muss ich doch sagen: vielleicht bin ich ja etwas zart besaitet, aber die zum Teil exzessive Gewaltdarstellung in Computerspielen oder Filmen führt in meinen Augen schon zu einer Abstumpfung gegenüber Gewalt. Das ist in meinen Augen ein kleiner Schritt in derselben Richtung, wie ihn Menschen machen, die durch Krieg und Zerstörung gegangen sind. Da spielt ein Menschenleben oder eine grausige Verstümmelung keine Rolle mehr.
Nur: besser zielen kann man mit Counterstrike-Erfahrung sicher nicht (man bekommt eher einen falschen Eindruck seiner Fähigkeiten...), ich kenne jedenfalls keinen Soldaten, der mit einer Maus in der Hand ins Feld zieht...:D
rosenkind[QUOTE]aber die zum Teil exzessive Gewaltdarstellung in Computerspielen oder Filmen führt in meinen Augen schon zu einer Abstumpfung gegenüber Gewalt.[/QUOTE]

das habe ich auch nie bestritten, aber es wird aus der Mücke ein Elefant gemacht, ohne die wahren Gründe mal orgendtlich ins Licht zu rücken. Wie viele müssten denn Amok laufen, wenn dies der Grund wäre. Was sicherlich stimmt, ist, dass diese Spiele vorhandene Tendenzen noch verstärken können. Aber sie sind nicht die Ursache.
Whitedragonich habe beim grössten teil die gleiche meinung wie er.

seine methode sich zu rächen ist hart jedoch effektiv.
Schliesslich reden wir ja jetzt darüber wie viele andere menschen wahrscheinlich auch, also hat er sein ziel erreicht.

Im ganzen muss ich sagen hört es sich für mich mehr wie einer der es nicht mehr ausgehalten hat und "Explodiert" ist. naja jedenfalls meine meinung dazu.
Solstice[QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i]
[B] Was sicherlich stimmt, ist, dass diese Spiele vorhandene Tendenzen noch verstärken können. Aber sie sind nicht die Ursache. [/B][/QUOTE]

Genau das!
Beim Einen mag so ein Spiel Aggressionen abbauen, beim Anderen mag es die entgegengesetzte Wirkung entfalten. Es ist immer eine Frage des Nährbodens...
Abgesehen davon: ich spiele auch gerne Computerspiele und habe durchaus auch schon den einen oder anderen Shooter gezockt (allerdings lieber mit Taktik, ist aber egal). Ein Spiel, bei dem ich aber meinem Gegenüber effektvoll mit viel spritzendem Blut mit einer Automatik den Brustkorb zerbrösele ist für mich indiskutabel...
Dann lieber der Kritik ausgesetzt sein, Computerspiele verharmlosen die Gewalt und den Krieg, wenn es eher wie bei "Räuber und Gendarm" zugeht...
Solstice[QUOTE][i]Original geschrieben von Whitedragon [/i]
[B]ich habe beim grössten teil die gleiche meinung wie er.

seine methode sich zu rächen ist hart jedoch effektiv.
Schliesslich reden wir ja jetzt darüber wie viele andere menschen wahrscheinlich auch, also hat er sein ziel erreicht.

Im ganzen muss ich sagen hört es sich für mich mehr wie einer der es nicht mehr ausgehalten hat und "Explodiert" ist. naja jedenfalls meine meinung dazu. [/B][/QUOTE]

Aber wir müssen uns jetzt nicht vor Dir fürchten, oder...;)
rosenkind[QUOTE]seine methode sich zu rächen ist hart jedoch effektiv.[/QUOTE]

effektiv? was hat er erreicht? Diejenigen, die ihm das direkt angetan haben, leben, Schüler, die er gar nicht kennengelernt hat und nicht beurteilen kann, leben auch, nur mit traumatischen Erfahrungen, seine Lehrer leben ebenfalls, auch mit traumatischen Erfahrungen. Im Klartext heißt das: alle Leben, nur er ist tot. Und diejenigen, die ihm vermutlich am meisten das Leben zur Hölle gemacht haben, leben von allen am besten. Nur er ist tot. er wird ein paar Tage oder Wochen durch die Medien geistern und dann vergessen werden. Er hat weder die Welt geändert, noch dürfte irgendwer von den Leuten etwas verstanden haben. Am Ende hat er sein Leben ausgelöscht, nur um weiter Opfer zu bleiben, diesmal Opfer der moralischen Wertung, denn bemitleider oder verstehen wird ihn kaum einer, er wird nur als das schwarze Schaf in Erinnerung bleiben und hat auch keine Chance mehr, wirklich das zu ändern, was er eigentlich ändern wollte. ich würde das nicht effektiv, sondern völlig sinnlos nennen.
Tapio Bearking[QUOTE]Es ist immer eine Frage des Nährbodens...[/QUOTE]
Das stimmt, von daher bringen die von den Volksvertretern angestrebte Verbote nichts. Wer als Mensch schon eine wandelnde Bombe ist wird unabhängig von PC Spielen in die Luft gehen.
Aber man betreibt lieber wieder blinden Aktionismus und Populismus ohne sich mit dem Problem tiefer auseinanderzusetzen, wie es seiner Zeit John Romero getan hat. In einem Gespräch mit Elke Monssen Engberding kurz nach dem Columbine Massaker belegte er eindrucksvoll, das die Anzahl dieser Masaker seit dem Erscheinen von sog. Killerspielen sogar zurückgegangen ist, um sage und schreibe 30%.
Aber unsere Politiker sind wie immer taub für die Realität...
Nostral666ist euch mal aufgefallen das dieser Selbstmörder auch hier im forum war username: R_fuckin'_X in ein beitrag schreibt er das sein name so war wie er sich im net immer nante hier: [url]http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1395037#post1395037[/url]

ich weiss nicht ob das erwähnt wurde schon...wenn mann bei google: ResistantX findet mann sehr viel über ihn...

LG Nostral666

ps: *ganz rot werd* *peinlich ist* hab eben erst gesehen das es doch shcon erwähnt worden ist..da ja Wumpscut enternal sein gewünschtes Beerdigungslied war..hab ich mal was gefunden...über was dort gesungen wird:


Siehst Du die Sonne sinken ins Meer
Siehst Du die Sterne wandern umher
Was ich auch sage es kümmert nicht
Was ich Dich frage hat kein Gewicht
Denk an die Menschen auf dieser Welt
Feigling der eine Anderer ein Held
Was bleibt denn übrig von ihrer Tat
Ein Häufchen Asche menschlicher Art
Komm mit zum Abgrund sieh nur hinein
Dort liegt Dein Vater dessen Gebein
Denk an die Worte aus seinem Mund
Wahrheit ist ewig im Höllengrund
Wir sind sind nicht wir sind sind nicht
Wir sind sind nicht wir sind sind nicht
Wir sind nicht ewig wir sind nicht ewig
Wir sind nicht ewig wir sind nicht ewig
Nicht ewig nicht ewig nicht ewig nicht ewig
Komm mit zum Abgrund sieh nur hinein
Dort liegt Dein Vater dessen Gebein
Denk an die Worte aus seinem Mund
Wahrheit ist ewig im Höllengrund
Dort wirst Du darben für alle Zeit
Trotz Deines Glaubens an die Gottheit
Die Dir versprach zu hohlen Dich raus
Aus Deinem Leid oh endloser Graus
Wir sind sind nicht wir sind sind nicht
Wir sind sind nicht wir sind sind nicht
Wir sind nicht ewig wir sind nicht ewig
Wir sind nicht ewig wir sind nicht ewig
Nicht ewig nicht ewig nicht ewig nicht ewig
Wir sind sind nicht ewig
Wir sind sind nicht ewig
Ewig
Schwarzer Prinz[QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i]
[B]das ist ja auch mal besonders sinnig:

[I]SPD-Innenexperte Wiefelspütz regte nach der Bluttat ein Verbot Gewalt verherrlichender Computerspiele an. Er betonte aber gleichzeitig, dass nicht jeder, der ein solches Spiel spiele, «automatisch zum Massenmörder» werde.[/I]

Opium fürs verblendete Volk? [/B][/QUOTE]

Jedes 2te o. 3te PC Spiel hat irgendwie mit Gewalt, Tod, Verbrechen, Verletzungen etc. zu tun. D.h. es wären mal mind. 2 Mio. potentielle Mörder.

Aber evtl. sollte man auch mal das TV Programm überprüfen, wo schon "brutale" Kindersendungen laufen bzw. in doofen Talkshows es um Sex und S/M etc. geht. Das ist natürlich das richtige für kleine Kinder....:rolleyes:

Davon abgesehen, evtl. sollte man Leute die "schwarz" rumlaufen, die Musik ausserhalb der "Norm" hören und die dann noch Computer spielen, vorsichtshalber erstmal wegsperren....(*Ironie* als Hinweis für die es nicht von selber erkenne)
Schwarzer Prinz[QUOTE][i]
Es ist nunmal eine Tatsache, daß Kinder heute vermehrt den Großteil des Tages ohne Betreuung durch die Eltern oder sonst irgendeiner "Institution" aufwachsen müssen, und dieser Tatsache sollte man schon in vernünftiger Weise Rechnung tragen. [/B][/QUOTE]

Das sehe ich genauso. Auch die Politiker wollen das ja ändern.

Sie sagen, wir müssen mehr auf Familie wert legen, die Deutschen sollen mehr Kinder bekommen,bessere Erziehung etc. Das ist Zynismus pur. Denn genau entgegengesetzt dieser Sprüche ist die Politik: Ausweitung der Arbeitszeiten, Streichung von Hilfen für arme Kinder (Schulbücher etc.), Schließung von Kindergärten, auf Kinder von Arbeitslosen zB. wird kaum Rücksicht genommen (Alleinerziehende müssen auch Stellen annehmen, wo sie keine Zeit für die Kinder mehr haben) usw.......

Aber es gilt auch weiterhin, dass die Eltern verantwortlich sind. Und viele entziehen sich anscheinend der Verantwortung. Noch schlimmer ist es, immer öfter zu lesen, das Kinder von den eigenen Eltern getötet o. gequält werden. In was für einer Welt leben wir eigentlich, Kinder sind das höchste Gut einer Gemeinschaft..... Kinder und Tiere sollten den höchsten Schutz genießen, sie sind noch unschuldig.
MissCantervilleIch würde gerne auch noch mal in eine andere Richtung gehen.
Ich habe mehrere Nachrichten miteinder verglichen und es ist wohl im endeffekt so, daß 3 Schüler und ein Lehrer einen Streifschuß erhalten haben und die anderen 36 (es waren ja angeblich 40) wurden durch das austretende Gas aus diesen Rauchbomben verletzt. Und das die Schüße durch Druckluftpistolen verursacht wurden. Also, ich denke, der Junge wollte überhaupt niemand töten, das war ein Hilferuf!! Ok, das ist natürlich absolut keine Entschuldigung für seine Tat. Das Drama in Erfurt hat mich erheblich mehr erschüttert, da geht jemand gezielt auf seine Ex-Mitschüler los und schießt sie direkt ab. Und nicht nur einer. Ro.St. kam aus angeblich gutem Hause und war einfach "nur" wütend weil er sein ABI nicht bekommen sollte!?
Klingt das jetzt so als wäre ich auch schon abgestumpft gegenüber "kleineren" Straftaten?
Und noch was zu Computerspiele: die etwas älteren unter uns können sich vielleicht noch an die Zeit ohne PC erinnern! Was spielten wir da? Räuber und Polizist. Und wir haben auch mit Plastikpistolen auf unser gegenüber gezielt und die wenigsten sind deswegen später Amok gelaufen.
Mich verärgert, daß die Medien wieder alles so "hochbauschen" müßen.
Die Psychiatrie ist voll von Menschen, die versucht haben sich selbst oder nahestehenden Personen umzubringen, ich habe lange dort gearbeitet und weiß wovon ich rede. Und es werden immer mehr. Woher kommt das alles??
Whitedragonne keine angst, ich habe da fast die gleiche meinung jedoch würde ich nie so etwas tun.

Mit effektiv war gemeint, er wollte das wir, darauf aufmerksam werden, natürlich es stimmt er ist tot er hat nichts weltbewegendes getan, es hätte auch viel bessere, einfachere wege gegeben uns auf so etwas aufmerksam zu machen.
Und es war auch ein schlechter zeitpunkt während da noch schüler sind das muss ja einfach traumatische erlebnise geben, aber mir tun da nur die Schüler (und schülerinnen) leid die lehrer, sollen die doch, mir wäre es auch egal wenn sie tot wären, naja mir ist der tot allgemein egal (nicht das ihr noch was falsches denkt).

Ich aufjedenfall werde ihn nicht so schnell vergessen.
Lacerta[QUOTE]Er war wohl jemand, der keinerlei Regeln akzeptiert und selbst mit 18 Jahren nicht verstanden hat, dass ein Miteinander ohne Regeln und Gesetze nunmal nicht funktioniert. Jemand der dies nicht verstehen will ist für mich nicht reif, der hat ein ernsthaftes Problem.[/QUOTE]

Und was ist, wenn das Miteinander trotz bestehenden Regeln und Gesetze nicht funktioniert? Wieso dann noch moralisch handeln!? Ein Mensch handelt doch in erster Linie aus egoistischen Motiven moralisch, da er sich damit erhofft von anderen Menschen ebenfalls nicht mit Unrecht behandelt zu werden.
Ist dies nicht der Fall, wird die bestehende gesellschaftliche Moral vom Täter (bzw. Opfer) abgelehnt und mit einer meist radikaleren "Lösung" ersetzt. Diese Lösung kann in einem Selbstmord enden oder in einer radikalen Ideologie oder religiösem Fundamentalismus beginnen.
rosenkind[QUOTE][i]Original geschrieben von Whitedragon [/i]
[B]ne keine angst, ich habe da fast die gleiche meinung jedoch würde ich nie so etwas tun.

Mit effektiv war gemeint, er wollte das wir, darauf aufmerksam werden, natürlich es stimmt er ist tot er hat nichts weltbewegendes getan, es hätte auch viel bessere, einfachere wege gegeben uns auf so etwas aufmerksam zu machen.
Und es war auch ein schlechter zeitpunkt während da noch schüler sind das muss ja einfach traumatische erlebnise geben, aber mir tun da nur die Schüler (und schülerinnen) leid die lehrer, sollen die doch, mir wäre es auch egal wenn sie tot wären, naja mir ist der tot allgemein egal (nicht das ihr noch was falsches denkt).

Ich aufjedenfall werde ihn nicht so schnell vergessen. [/B][/QUOTE]

darf ich dich mal fragen, wie alt du bist?
Darket[QUOTE]Mit effektiv war gemeint, er wollte das wir, darauf aufmerksam werden, natürlich es stimmt er ist tot er hat nichts weltbewegendes getan, es hätte auch viel bessere, einfachere wege gegeben uns auf so etwas aufmerksam zu machen.[/QUOTE]
Wenn du so daran gehst, erklärst Du ihn zum Märtyrer, der mit seiner Tat und dem damiteinhergehenden Tod seiner Person versucht hat die Welt zum besseren zu wandeln. Das ist allerdings angesichts der Tat ziemlich absurd. Nach der gleichen Logik könnte man Hitler zum Märtyrer stempeln, da dieser durch seine furchtbaren Taten dafür gesorgt hat, dass Vorkehrungen geschaffen wurden, dass es keinen zweiten seiner Sorte gibt.


Zum Thema der allseits (schon wieder :rolleyes: ) diskutierten Videospiele, habe ich vorhin einen Text auf einem anderen Forum gepostet, den ich hier auch einfach mal reinstelle:

Hierzulande sind es weniger irgendwelche an und für sich ziemlich harmlosen Rock- und metalbands die schuld sind (obwohl ich glaube, dass Megaherz in Erfurt im Gespräch waren), hierzulande sind es Videospiele. Ok, ich habe gestern im Fernsehen die Werbung für den dritten Teil von Call of Duty für die neue X-Box gesehen. Während ich persönlich bei der grafischen Umsetzung anfange zu sabbern, habe ich da gleichzeitig auch bedenken, wenn ich Gewaltdarstellungen in derartig großem Realismus sehe. Dennoch ist es absurd Ursachenforschung für Gewaltausbrüche wie gestern bei irgendwelchen Ballerspielen zu suchen. Im aktuellen Fall war die Rede von einem Menschen, der sozial ziemlich isoliert war. Der veröffentlichte Teil seines "Abschiedsbriefes" deutet jedenfalls stark darauf hin. Was macht ein sozial isolierter und offenbar sehr menschenscheuer Kerl also wohl in seiner Freizeit? Richtig, irgendetwas, dass er allein tun kann, wie zum Beispiel ein Computerspiel zocken. Mach ich auch gern, wenn ich freiwillig oder auch unfreiwillig allein bin. Wenn ich mal richtig mies drauf bin, pack ich auch eines dieser "Killerspiele" aus und baller mich wild durch die Gegend (bevorzugt den ersten Teil des oben erwähnten Call of duty, Nazis erschießen wirkt ausgesprochen entspannend auf mich). Das Problem ist doch, dass hier ein Symptom zur Ursache erklärt wird, eventuell ist das sogar ein Symptom, dass verstärkend wirkt, aber soziale Isolation, gerade in der Schule, ist ein Problem, dass tiefer liegt als dass es sich mit einer schärferen Gesetzgebung bzgl Computerspielen lösen lassen würde. Was passiert denn, wenn so ein Verbot kommt? In zwei, drei Jahren läuft wieder jemand amok und wer ist dann schuld? Sind wir dann auch bei Marilyn Manson? Werden dann kollektiv Heavy Metal CDs verboten? Gibts jetzt am eingang der CD-Abteilung von Saturn Ausweiskontrollen?
Ich finde die ganze Debatte furchtbar albern, wenn es nicht so traurig wäre, würde ich noch drüber lachen. Ob diese Spiele eventuell triggernd wirken können, halte ich zwar für eine wichtige Frage, aber letztendlich ist sie nicht die Entscheidende.

Dazu fällt mir eine Story vom letzten Jahr ein. In meiner Ausbildungsklasse gab es einen Kerl, 24 Jahre alt, etwas einfältig und naiv, Heimkind, vorher bei der Bundeswehr, die ihn nicht übernehmen wollte. Kurz nachdem er in meine Klasse kam trennte sich seine Freundin nach vier Jahren von ihm und hatte auch schwupps nen neuen Freund. Für ihn war das natürlich sehr hart, klar. Jeder erwachsene Mensch hat das schonmal erlebt, mal mehr mal weniger schmerzhaft. Er hatte das vorher noch nicht erlebt, sie war seine erste und da er nie familie hatte, war die Familie seiner Freundin quasi wie die eigene Familie. Für ihn brach also mehr als nur eine Stütze weg und ob der Tatsache, dass er vergleichbares nie erlebt hatte, stürzte er in eine tiefe Krise. Da ich ihn aber nie besonders leiden konnte, habe ich lange Zeit ziemlich wenig davon mitbekommen. Mit der Zeit wurde es aber mehr, weil der Gute so ziemlich bei jedem versuchte seinen seelischen Ballast loszuwerden, also auch bisweilen bei mir. Bei diesen Gelegenheiten kam er oft auf den neuen seiner Ex zu sprechen und berichtete farbenfroh was er mit diesem gern gewalttätiges anstellen würde. Nebenbei machte er desöfteren Bemerkungen, die darauf schließen ließen, dass er juristisch ein wenig Ärger wegen des Stalkens seiner Verflossenen hatte. Das ließ ihn mir damals endgültig suspekt werden und mit einigen anderen beschloss ich die Verantwortung dafür abzugeben. Ich persönlich war zwischenzeitlich versucht die Polizei zu informieren, hab es aber dann gelassen und mich an eine meiner Dozentinnen, eine diplomierte Sozialpädagogin gewandt. Das ganze zog dann Kreise, die Polizei war da, es wurden mit ihm lange Gespräche geführt usw. Angeblich war er sogar dankbar dafür, dass ihm endlich wirklich jemand zuhörte. Ich weiß das nicht genau, denn eines Tages war er weg und ward nicht mehr gesehen. Einer meiner Mitstudierenden hatte noch losen Kontakt, er äußerte mehrfach per SMS, dass er bald wiederkomme. In der Zeit entwickelte sich bei uns der Running-Gag "Der M.? Der kommt am Montag wieder." Welcher Montag wusste allerdings niemand und M. blieb verschwunden.
Vor drei Wochen begab ich mich dann mal wieder zehn Minuten zu spät in die von mir achso geliebte Bildungseinrichtung meiner Wahl. Beim Hereinspazieren sprach meine Dozentin gerade über genau diesen Fall. M. hat sich im Februar diesen Jahres umgebracht.

warum ich diese Geschichte erzähle? M. war auch so ein Kandidat. Er war sozial isoliert, nachdem plötzlich der wichtigste Teil seines Umfeldes weggebrochen war, ihm fehlte die Lebenserfahrung damit umzugehen, er war nicht in der Lage die mentale allein Kraft aufzubringen damit fertigzuwerden und ihm fehlte die soziale Kompetez Menschen zu finden, die ihm hätten helfen können. Irgendwann gab es für ihn keinen Ausweg mehr und ich bin mir heute fast sicher: Hätte er die Möglichkeit gehabt, er hätte die Drohungen von damals gegen seine Exfreundin und ihren neuen Freund wahrgemacht. Ganz unabhängig von jedem Videospiel, von Musik oder einem Faible für Schusswaffen.
Whitedragonne also märtyrer ist er ja nicht und kann er nicht sein.

Mein alter liegt derzeit bei 15

Ich hätte den text nochmals lesen müssen irgendwie hab ich da kompletten mist geschrieben.
nullpromilleok, ok...ihr habt mich überredet und ich frag mal etwas provokant.

also in diesem forum gibt es genug nicks mit suicide etc. und in der gedichte ecke gibt es mord und totschlag und einen garten der "krank" heißt, in dem gemordet wird. es gibt ein thema "musik zur beerdigung". irgendwie ist es hier schon morbid. wenn ich mir eure meinungen jetzt hier durchlese, frage ich mich, ob das alles pure ästhetik ist - oder ob es hier mehrere gruppierungen gibt und die morbiden hier dann nicht posten etc. ...
nullpromilleein thema heißt sogar "tötet die menschheit".
Solsticebei 20000 Usern im Board finden sich immer welche, die solche Themen toll finden... :rolleyes:
nullpromillealso im rattenforum.de lese ich solche beiträge eher selten, obwohl es dort auch smalltalk gibt. liegt wohl schon daran, dass das hier ein gothic-forum ist.
SolsticeLiegt wohl daran... :D
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Solstice [/i]
[B :D [/B][/QUOTE]

grinz bitte jemand anderen an.
SolsticeBitte... :q
nullpromille:eek: das stimmt. das ist eine interessante frage. wahrscheinlich sind männer tatsächlich gewaltbereiter. diese jäger-sache aus prähistorischen zeiten. einfach ein höheres agressionspotential.
rosenkindDas hat eventuell (ist natürlich nur eine Vermutung) mit der Geschlechtsrollenerziehung zu tun. Auch im Deutschland des 21. Jahrhunderts, wachsen Jungen udn Mädchen noch mit dem Bewusstsein einer Geschlechtsrolle auf, Mädchen wird das "schwach sein" nach wie vor oft noch viel ehr gestattet als den Jungen. Zu Anfang der Pubertät, ist bei den Mädchen das Sentimentale angesagt (schwärmen für Boygroups z.B.), Jungen spielen die coolen Macker. Anders herum ist es aber auch so, dass man sich prügelnde Jungen doch noch ehr akzeptiert als sich prügelnde Mädchen. Oder um es anders zu sagen: auch heute noch lernen kleine Mädchen eher passive, kleine Jungen mehr aktive Rollen, auch wenn es nicht mehr SO sehr auffällt wie früher, aber die Emanzipation ist noch viel zu jung, als dass diese Geschlechtsrollen in der Kürze der Zeit gänzlich verschwunden sein könnten. Von daher neigen Frauen dazu, andere Symptome auszubilden als Männer. Die Störungen richten sich ehr gegen sich selbst (passive Rolle), was besonders am Beispiel der Esstörungen deutlich wird. (und ja, ich weiß, es gibt auch Männer mit Magersucht, aber die Frauenzahl überwiegt eindeutig), während sich bei Männern das aufstaut, weil sie diese Schwäche nicht zulassen (aktve Rolle), bis es explodiert. Meines Wissens ist auch so, dass mehr Frauen Therapeuten aufsuchen als Männer, obwohl die Selbstmordrate bei Männern höher ist. Ich will aber keinen Eid drauf leisten, das sind jetzt nur wackelige Erinnerungen. Jedenfalls sind Frauen denke ich aufgrund der heute immernoch währenden Erziehung ehr bereit, sich Hilfe zu suchen und sich gegen sich selbst als gegen andere zu richten.
nullpromillees gibt auch einen test, bei dem herauskam, dass männer eher bereit sind zu srafen. das ging über computerspiele. männer hatten kein schlechtes gewissen einen unfairen spieler zu bestrafen, während frauen milder und mitfühlender spielten.
Darket[QUOTE]grinz bitte jemand anderen an.[/QUOTE]
*rofl* Humorlosigkeit ist manchmal erstaunlich belustigend...
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i]
[B]*rofl* Humorlosigkeit ist manchmal erstaunlich belustigend... [/B][/QUOTE]


eigentlich hätte ich meine bemerkung als witzig angelegt gehabt. nicht jeder scherz kommt an - wie mich das leben ziemlich humorlos lehrte.
rosenkind[QUOTE]Vielleicht hängt es auch damit zusammen das Frauen oftmals ein intakteres soziales Netz aufweisen können[/QUOTE]

wäre zu überprüfen, wobei ein soziales Netz von Person zu Person schwanken kann, in den Genuss einer geschlechtsspezifischen Erziehung kommt aber jedes Kind und sind es nicht die eigenen Eltern, dann sind es die Eltern von Schulkameraden und dergleichen, die einen als Mädchen in Jungenklamotten komisch angucken und anmerken, dass Fußball kein Mädchensport ist z.B. (wobei das jetzt ja nicht direkt was mit dem passiv, aktiv zu hat, wohl aber mit geschlechtsspezifischer Erziehung, ich hoffe, du verstehst, was ich meine)

zu diesem Posting:
[QUOTE]wenn ich mir eure meinungen jetzt hier durchlese, frage ich mich, ob das alles pure ästhetik ist - oder ob es hier mehrere gruppierungen gibt und die morbiden hier dann nicht posten etc.[/QUOTE]

ich denke, das ist eine der kompliziertesten und delikatesten Angelegenheiten bezüglich der schwarzen Szene und passt ungefär zu dem,was ich vorhin über "Narben" sagte. Was für den einen Heiltrank ist, ist für den anderen Gift. Klar ist, dass hier mit dem gedanklichen Tabubruch von Suizid und Tod gespielt wird, wobei ich immer den Kopf schüttel, wenn sich jemand solche Nicks gibt. Eine pauschale Gefährdung daraus abzuleiten wäre falsch. aber ebenso falsch, wäre dieses völlig zu verneinen. Ich sage mal, die Subkultur birgt durchaus ein gewisses Gefahrenpotential. Wenn man weiß, damit umzugehen, dann kann es helfen, wenn man nicht weiß, ist es Gift. Das erfordert eine große Selbstverantwortung und das Bewusstsein darum, dass es sich um eine [B]fiktive[/B] Außeinandersetzung handelt. Die meisten Menschen, die ich kennengelernt habe, sind zu dieser Leistung durchaus fähig,aber nicht alle. Beispielsweise wenn es um Liedtexte geht, die besser nicht wörtlich genommen werden sollten. Die Kritik "die schwarze Szene treibt ihre Mitglieder in den Suizid oder ähnliches" ist sicher überzogen, aber auch nicht ganz aus der Luft gegriffen. Ich sage immer, man muss die nötige geistige Reife besitzen, in einer kleinen geschlossen Szene ist die Selbstkontrolle viel leichter, aber durch die mediale Öffnung, wie z.B. das Internet und damit auch Nachtwelten ist so eine Selbstkontrolle nicht mehr garantiert. Die Gemeinschaft fehlt und man kann sich der Szene auch nahe fühlen, ohne einen anderen Menschen zu kennen. Für Menschen, die sowieso schon gefährdet sind, kann das schon gefährlich werden. Aber mehr dazu habe ich schon in [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=61458]diesem Thread[/URL] geschrieben.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Nemain [/i]
[B]Ja, das Frauen evtl. die Agressionen gegen sich selber richten und Männer diese eher nach aussen tragen, könnte sein ...
Vielleicht hängt es auch damit zusammen das Frauen oftmals ein intakteres soziales Netz aufweisen können (reine Vermutung)? [/B][/QUOTE]


und dass frauen ein intakteres soziales netzt haben liegt vielleicht daran, dass sie mitfühlender sind? wer lässt sich schon gerne bestrafen?
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Nemain [/i]
[B]


Da verstehe ich gerade deinen Zusammenhang nicht zwischen mitfühlend und bestrafen ... [/B][/QUOTE]

das geht auf ein experiment zurück, das ich vorher erwähnt habe.

wenn zum beispiel jemand robbenbabys tötet, finden das ein mann und eine frau gleich ungerecht. die frau nimmt aber von der strafe abstand, weil sie ebenso mitgefühl mit den robbenjägern empfindet. der mann aber, könnte den robbenjäger bestrafen wollen und amoklaufen. blödes beispiel, aber auf die schnelle.
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i]
[B]Das hat eventuell (ist natürlich nur eine Vermutung) mit der Geschlechtsrollenerziehung zu tun. Auch im Deutschland des 21. Jahrhunderts, wachsen Jungen udn Mädchen noch mit dem Bewusstsein einer Geschlechtsrolle auf, Mädchen wird das "schwach sein" nach wie vor oft noch viel ehr gestattet als den Jungen. Zu Anfang der Pubertät, ist bei den Mädchen das Sentimentale angesagt (schwärmen für Boygroups z.B.), Jungen spielen die coolen Macker. Anders herum ist es aber auch so, dass man sich prügelnde Jungen doch noch ehr akzeptiert als sich prügelnde Mädchen. Oder um es anders zu sagen: auch heute noch lernen kleine Mädchen eher passive, kleine Jungen mehr aktive Rollen, auch wenn es nicht mehr SO sehr auffällt wie früher, aber die Emanzipation ist noch viel zu jung, als dass diese Geschlechtsrollen in der Kürze der Zeit gänzlich verschwunden sein könnten.[/B][/QUOTE]

Hallo Rosie

Willlkommen in der Gegenwart...
Die Emanzipationsmasche hat sich überlebt.
Gerade in vielen aktuellen Jugendszenen ist es wichtiger denn je, ein cooler Macker, oder ein Paris Hilton Klon zu sein...Ich erlebe das gerade in der Clique meiner jüngsten Schwester.

Die Jungs und Mädels haben sich tatsächlich in die frühen 60er zurückgebombt...allerdings ohne die prüde Sexualmoral und viele Eltern aus der ehem. 68er Generation machen es ihnen vor.
Welche Führungsrolle hierbei Immigarentenkinder aus patriarchischen Kulturkreisen übernehmen wäre auch mal bedenkenswert, da Schulhöfe in vielen gegenden der Republik heute von Cliquen junger Machos beherrscht werden, die ihren "Chicas" schnell klar machern, welche Rolle ihnen angedacht ist.

Die Verhältnisse in der schwarzen Szene (außer metal) sind noch nicht derart, aber auch hier weht der Wind zunehmend in diese Richtung.
rosenkindseneca, wie es bei den Jugendlichen aussieht ist mir durchaus klar, ich hab die Leute doch selbst noch um mich :D
nur sind bis zur Pubertät schonmal mehr ein Jahrzehnt vergangen und ich kann über die Erziehung davor nur spekulieren, da ich noch nicht in dem Alter bin, wo ich selber Kinder habe und somit am Geschehen nah genug dran wäre, um es zu beobachten.

wobei sich da auch die Frage stellt: warum lassen sich Mädchen auf diese Rolle ein. In einer Zeit, wo sie eigentlich mehr als je zuvor die Möglichkeit hätten, auszubrechen. Aber das gehört nicht in diesen Thread.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i]
In den modernen Zeiten, in denen die Eltern beide arbeiten gehen / gehen müssen verbringen die Kinder viel mehr Zeit alleine und kommen auch sicher viel mehr auf dumme Gedanken und machen Dinge, die sie nicht machen würden, wenn ein Elternteil da wäre. [/QUOTE]Natürlich wäre es wünschenswert, dass Eltern mehr Zeit für ihre Kinder hätten. Aber andererseits müssen Eltern und Kinder auch nicht ständig beieinander hocken. Das schafft nämlich auch Frust, wie in Familien, wo die Eltern arbeitslos sind, oft zu sehen ist. Entscheidend ist, dass Eltern und Kinder füreinander da sind, und wenn es nur eine Stunde am Tag ist. So war es damals in unserer Familie. Beide Eltern waren den ganzen Tag auf Arbeit, und wir sahen uns in der Woche nur abends. Trotzdem war genügend Zeit, um mit den Eltern über unsere Probleme zu sprechen, weil wir Kinder als [b]Menschen[/b] respektiert wurden.

[QUOTE]In diesem Sinne macht es Sinn, manche Computerspiele mit einer Altersgrenze zu versehen und auch irgendwie dafür zu sorgen, daß solche Spiele nicht in Kinderhände gelangen können[/QUOTE]Ich halte Alters-[b]Empfehlungen[/b] für sehr sinnvoll, aber alle weiteren Maßregeln gegen die Kinder halte ich für Blödsinn. Dann sollte man lieber mehr darauf achten, dass menschenverachtende Spiele, Filme usw. nicht noch großflächig beworben werden. Medien mit problematischem Inhalt (z.B. Kriegsfilme) sollten öffentlich diskutiert werden, und wenn die öffentliche Diskussion einiger Medien nicht zumutbar ist, dann gehören diese auch nicht in Erwachsenen-Hände!

[QUOTE]Es ist nunmal eine Tatsache, daß Kinder heute vermehrt den Großteil des Tages ohne Betreuung durch die Eltern oder sonst irgendeiner "Institution" aufwachsen müssen, und dieser Tatsache sollte man schon in vernünftiger Weise Rechnung tragen.[/QUOTE]Was heißt "müssen"? Ich bin heilfroh, dass ich als Kind genug freie Zeit für mich hatte, ohne ständig von Erwachsenen bewacht und drangsaliert zu werden.

Ich sehe das Problem weniger darin, dass es stupide Spiele und Filme gibt, als darin, dass es viel zu wenig anspruchsvolle Spiele und Filme gibt, die Denken und Engagement so stark fördern und fordern, dass die Kinder gar nicht erst in Langeweile verfallen und auf dumme Gedanken kommen.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Ursus [/i]
Zum Leben gehört das man auch Verantwortung übernimmt und ganz besonders für seine Taten.[/QUOTE]Dann sollte man den Kindern aber endlich mal Verantwortung [b]übertragen.[/b] Wie sollen sie denn lernen, Verantwortung zu übernehmen, wenn sie dauerhaft von den (Re-)Produktions- und Entscheidungsprozessen der Gesellschaft ausgeschlossen werden? Ganz so blöd ist die von Marx erdachte und in der DDR praktizierte "Verbindung von Ausbildung und Produktion" nicht gewesen. :rolleyes:

[QUOTE]Außerdem sind staatliche Gesetze nur ein Teil der Regeln die man in einer Gesellschaft befolgen muss.[/QUOTE]Das fällt allerdings um so schwerer, je mehr sich die ausgebrüteten Gesetze von Lebenspraxis und gesundem Menschenverstand entfernen. "Legal, illegal, scheißegal" ist die logische Folge.

[QUOTE]Lässt man den ungeschrieben Teil der den sozialen Umgang miteinander regelt weg, so funktioniert die Gesellschaft bestenfalls nur noch rudimentär.[/QUOTE]Genau darauf steuern aber solche geistlosen Auswüchse wie Hartz-IV hin. :(

Wenn wir keine ausgegrenzten Randgruppen haben wollen, dann sollten wir keine Menschen ausgrenzen.
LordUngolHab gerade Tagesthemen geguckt. Warum kommt es mir nur immer so vor als ob Geschehnisse dieser Art regelrecht abgefeiert werden? Fasziniert erklärt man da, in welchen Foren sich der Typ rumgetrieben hat und zeigt genüsslich seine Homevideos, in denen er posiert und im Wald Bomben zündet. Naja, man hat ja auch gutes Geld für die Filmchen gezahlt und schließlich muss man seinen öffentlichen Auftrag erfüllen...

Darauf folgen die üblichen Erklärungsversuche und Verbotsforderungen. Als ob sich mit Verboten von diversen Videospielen irgendwas verändern ließe. Arme Irre hat es immer gegeben und wird es immer geben.

Dieser Sebastian hat Zeit seines Lebens alles in sich hinein gefressen. Er hat sich Problemen nie gestellt und hat sich Leuten gegenüber, die ihm in irgendeiner Art Böses wollten, wohl auch nie gewehrt. Er hat es sich verdammt einfach gemacht. Er macht kehrt, zieht sich in sich selbst zurück und denkt sich immer weiter weg von der Realität. Dort entwickelt sich alles einzig und allein nach seinen Regeln. Über kurz oder lang kriegt da JEDER eine Vollmeise.

Rache? An wem? An Allen - ist ja auch wieder am einfachsten. Völlig egal, ob sie ihm jemals was getan haben. Der Typ wollte seine Schwäche damit kompensieren, in dem er andere umbringt. Dazu hat NIEMAND das Recht. "Was du nicht willst was man dir tu..." - eigentlich ganz simpel. Das kapiert jeder. Ausreden gibt's da einfach keine mehr...
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von LordUngol [/i]
[B]

Rache? An wem? An Allen - ist ja auch wieder am einfachsten. Völlig egal, ob sie ihm jemals was getan haben.
[/B][/QUOTE]

er wollte sich nachweislich nicht an allen rächen. die menschen die er lieb hatte :rolleyes: , bei denen hat er sich doch so auf die art entschuldigt.
LordUngol[QUOTE][i]Original geschrieben von nullpromille [/i]
[B]er wollte sich nachweislich nicht an allen rächen. die menschen die er lieb hatte :rolleyes: , bei denen hat er sich doch so auf die art entschuldigt. [/B][/QUOTE]

Jo, hab ich auch gelesen. Hat ihn aber nicht davon abgehalten, ansonsten wahllos um sich zu ballern - aus "Rache".
nullpromillein seinen augen wohl ausgleichende gerechtigkeit.
LordUngolEr wollte wehrlose Menschen umbringen, die ihm zum allergrößten Teil nicht mal kannten, geschweige denn, etwas getan haben. Sorry, da geht bei mir's Visier runter. Ich verachte solche Leute.
nullpromillees gibt amokläufer die ich verachte - ihn verachte ich nicht. in meinen augen ist er das opfer wesentlich dümmerer menschen und ignoranten.
LordUngol[QUOTE][i]Original geschrieben von nullpromille [/i]
[B]es gibt amokläufer die ich verachte - ihn verachte ich nicht. in meinen augen ist er das opfer wesentlich dümmerer menschen und ignoranten. [/B][/QUOTE]

Das mag sein, aber man muss genau gegen diese Leute bestehen. Jeder hat seinen Platz - zum Guten oder zum Bösen. Die Entscheidung liegt bei einem selbst. Er hat sich für die Seite entschieden, die ihn kaputt gemacht hat.
rosenkindwenn man es mal ganz kritisch sieht, hat er diejenigen, die ihn wie Dreck behandelt haben noch bestätigt, ihnen in dieser Meinung recht gegeben, denn er ist dieser Meinung gefolgt, als er sich selbst aus den Weg geschafft hat. Aber diesen Gedanken kennen sicher die meisten, die sowas durchgemacht haben. :(. Der triumphierende Gewinner, für den manche (leider auch hier imThread) halten, ist er damit nicht.
nullpromillenein, er ist kein triumphierender gewinner - er ist ein opfer. aber die, an denen er gerechtigkeit üben wollte, die sehen das vielleicht anders.
Pseudo-Gruftiiiwir drehen uns im kreis und kauen das selbe durch was wir bereits seit gestern durchgekaut haben *dezentdaraufhinweis*.....
Phoenix1384Pseudo-Gruftiii hat recht! Deswegen versuche ich mal ein paar neue Diskusionshappen auszustreuen, die, wenn ich mich nicht irre, noch nicht angesprochen worden sind - und von den Medien und Politikern erst recht nicht!

Die Medien und die Politiker reden sich den Mund fusselig, dass die bösen "Killerspiele" für die Amokläufe verantwortlich sind. Prima! In einem Land, dass einen nicht unerheblichen Teil seiner männlichen Jugend mit staatlichen Mitteln aktiv zum Töten ausbildet... Nun gut, nach der Logik hat dann auch jedes kleine Osamalein zu viel Counter-Strike gespielt, genau wie Onkel Bush und die armen armen Dutschies, die bei Demos mit Steinen schmeißen und jene, die mit Wasserwerfern auf Kinder ballern... Schade, dass sich mit der "Computerspiele züchten Amokläufer"-Theorie nur die letzten 20 Jahre abdecken lassen und prakisch auf Jugendliche und junge Erwachsene beschränkt ist. Wie hier schon irgendwo bemerkt wurde, da stimmt was nicht. Erschreckender Weise drehen sich die Argumente der Meinungsmacher stehts nur um Gewalt verherrlichendes Material; das Leid verherrlichende Material wird völlig außer acht gelassen und so praktisch Unbedenklichkeit ausgestellt. Leid verherrlichendes Material? Zum Beispiel Bilder verzweifelter Menschen, die in der Halbtotalen fotografiert/gefilmt werden, wie sie sich ihren Schmerz von der Seele heulen, was für viele Medien (besonders Nachrichtenorgane) wichtiger ist, als das aktive Helfen bzw. dokumentieren der Hilfe. Ausführliche Schilderungen und quotenwirksames Ausschlachten von Unfällen, Krisen, Skandalen, Morden, [i] Amokläufen [/i] ... Die Berichterstattung ist sehr stark auf das Negative fixiert! Positive Entwicklungen und Wendungen tauchen in den Medien so gut wie nicht auf. Die tägliche Dosies Gewaltdokumentation sollte meiner Meinung nach nicht außer Acht gelassen werden! Denn gerade diese kann, unreflektiert, bei sozial isolierten Menschen auch sehr schnell zu Frust und Wut führen, die in grausigen Gewaltexzessen enden! Ein extremes Beispiel hierzu von vor 38 Jahren: Josef Bachmann, schlechter Schüler, gescheiterte Berufsausbildung, Hilfsarbeiter, begann verschiedene Einbrüche. 1968 ist er 24 Jahre und arbeitslos, steht also praktisch im sozialen Abseits. Am 11. April feuert Bachmann drei Schüsse auf Rudi Dutschke ab, wird zu sieben Jahren verurteilt und begeht zwei Jahre später Suizid. Bei den Ermittlungen wurde deutlich, dass er stark durch die Kampagnen gegen die 68'er Bewegung der BILD (welche noch bis heute zum Teil nachwirken, bzw. spürbar sind..) beeinflusst war.

Weder Computerspiele, noch die leidgeile Berichterstattung bestimmter Medien sind Ursache für Amokläufe und ähnliche Schandtaten, dennoch kann beides für emotional instabile Menschen im sozialen Abseits starke Katalysatorfunktion haben (neudeutsch: triggern). Vielleicht sollten sich die Damen und Herren Politiker im Zuge von Killerspielverboten auch einmal Gedanken über eine Altersfreigabe von Nachrichtenorganen machen! Ich meine, im Zuge des Jugend- und Kinderschutzes werden Heranwachsende bis zu einem gewissen Alter von sexuellen Inhalten ferngehalten, weil diese ihre Entwicklung negativ beeinflussen könnt. Gleiches gilt für gewaltverherrlichende Unterhaltungsmedien - warum aber gilt dass nicht auch für die ganz reale Gewalt in den Nachrichten und Dokumentationen? Warum hat diese gezeigte real Gewalt angeblich keine Auswirkungen auf die Entwicklung junger Menschen, virtuelle unreale Gewalt aber schon?
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
Wenn es so viele Menschen gibt, die das alles jeden Tag durchmachen, und nicht nur das, sondern teilweise schlimmeres, die daran zu eigenständigen Persönlichkeiten werden, die niemandem hinterherlaufen, kann man dann nicht sagen, dass ein Mensch, der an dieser Situation zerbricht, die scheinbar sehr viele Menschen durchstehen, schwach ist?[/QUOTE]Was heißt schon "schwach"? Manchmal ist der Unterschied nur ein ganz ganz kleiner. Der "Nicht-Schwache" findet vielleicht noch eine einzige helfende Hand, und wenn es die eines Gottes ist, an den er glaubt. Wer keinen Strohhalm mehr findet, der geht eben unter. Das hat mit "stark" oder "schwach" nicht viel zu tun.

[QUOTE]Was ich sagen möchte, ist, dass es einfach dermaßen viele Menschen gibt, die das alles durchstehen, ... die einfach aus der Situation das beste machen, dass ich es für gefährlich halte, jemanden, der daran zerbrochen ist, so hoch zu hängen, während diejenigen, die täglich weitermachen, überhaupt keine Erwähnung finden. Es entsteht der Eindruck, dass es einige wenige Menschen gibt, die unter solchen Zuständen zu leiden haben und schließlich durchdrehen, aber das ist in meinen Augen falsch, die Menschen, die auffallen, sind die Spitze des Eisbergs, diejenigen, die den Druck nicht auf Dauer ausgehalten haben.[/QUOTE]Sind nicht andererseits Diejenigen Feiglinge, die alles Leid ohne zu murren ertragen, ohne aufzubegehren, und damit die Zustände, die das Leid verursachen, weiter verlängern, so dass immer wieder neue menschen diesem Leid ausgesetzt sind, ohne dass sich jemals etwas an den Zuständen ändert?

Eigentlich hat er Recht, wenn er ruft: "WERDET ENDLICH WACH - GEHT AUF DIE STRASSE - DAS HAT IN DEUTSCHLAND SCHONMAL FUNKTIONIERT!" Nur hat er dabei vergessen, dass dieses eine Mal funktioniert hat, weil es [b]FRIEDLICH[/b] vonstatten ging, weil das Ziel im Vordergrund stand, die [b]Zustände zu verändern,[/b] und nicht, Rache zu üben.

[QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i]
das ist natürlich korrekt, dass man nicht nur die Extremfälle sehen sollte, sondern auch, was es außerhalb davon gibt. Nur ist jemand, der nach jahrelangen Mobbing beispielsweise anfängt zu ritzen oder aus sexuellem Missbrauch magersüchtig wird oder beides sogar relativ gut wegsteckt, nun wirklich nicht medienwirksam genug,weil es eben zu viele davon gibt. [/QUOTE]Und ist der Unterschied zwischen dieser langsamen Selbstzerstörung und einer schnellen Selbstzerstörung wirklich so groß?

[QUOTE]Wir machen ja alle erst die Augen, wenn uns etwas schockt und schließen sie wieder, sobald die Sensationsgier befriedigt ist. Darum gehts doch eigentlich. Und ich fürchte mehr will der gemeine Medienkonsument auch nicht wissen, er will nur input, aber nicht denken, nicht begreifen.[/QUOTE]Die Frage ist, ob er es wirklich nicht wissen [b]will,[/b] oder ob er einfach nicht die Gelegenheit dazu erhält, weil er ständig mit Reizen überschüttet wird, bis er süchtig danach wird.

Natürlich kann man einwenden "Dann mach doch die Glotze aus". Aber dann würde man für eine Leistung bezahlen, die man nicht in Anspruch nimmt. Und zum Bezahlen wird man vom Staat [b]GEZwungen,[/b] ob man will oder nicht. Es ist ein langer Weg zu der Erkenntnis und Entscheidung "Dann nehmt doch euer Scheiß Geld, ich fresse euren Müll trotzdem nicht!"

[QUOTE]Und das ist das eigentliche Problem der Zeit, nicht die Videospiele oder ähnliches, die sind nur ein Ausdruck dieses Lebensgefühls. Man sucht den kick, aber wehe man wird gezwungen, der Dunkelheit wirklich in die Auegn blicken zu müssen. [/QUOTE]In Wirklichkeit sucht man nicht den Kick, sondern den Selbstwert, die eigene Identität. Wenn man aber immer und immer wieder wertlos gestempelt wird, dann glaubt man irgendwann selbst dran. :(

[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
Ich kenne keinen einzigen Menschen, der nicht irgendwo sein Ventil braucht, allerdings sind diese unterschiedlich. [/QUOTE]Es ist traurig genug, wenn die über das Ventil abgelassene Energie nutzlos verpufft, statt in wertvolles Gut gewandelt zu werden. Noch trauriger ist es, wenn diese Ventile dann auch noch verstopft werden - und sich Einige dann noch scheinheilig wundern, warum der Kessel explodiert.

[QUOTE]Allerdings halte ich es von heute aus gesehen für falsch, die Schuld nur bei anderen zu suchen, statt das beste aus einer Situation zu machen.[/QUOTE]Ich halte es generell für falsch, immer nach Schuldigen zu suchen, statt gemeinsam nach den Ursachen von Problemen zu suchen und diese zu beseitigen, oder wenn das nicht möglich ist, dann wenigstens zu versuchen, die negativen Auswirkungen einzudämmen.

[QUOTE]Nach meinen eigenen Erfahrungen gibt es eine Stelle, wo man sich entscheiden kann, er hat sich für die einfachste Richtung entschieden, statt dafür, sich durchzubeißen.[/QUOTE]Manchmal gibt es diese Stelle nicht mehr, an der man ohne fremde Hilfe zu Entscheidungen fähig ist. Er hat diese Hilfe [URL=http://www.das-beratungsnetz.de/forum/beitrag.php?thema=00013&beitrag=25736&beratungsfeld=]seit Jahren gesucht:[/URL]

[COLOR=skyblue][b]das-beratungsnetz.de schnelle Hilfe über das Internet[/b]
...
ResistantX 26.06.2004 21:34
... Ich denke das der ganze Dreck damit anfing, das einer von der Hauptschule (Ich bin auf real) nach Schulschluss zur unserer Schule kam, und mich schlagen wollte, keine Ahnung warum, vielleicht hat ihm meine Gesicht nicht gepasst, oder ich stand auf seinem Schatten.
Ich habe mich versteckt, seitdem hatte Ich Angst. Diese Angst schlägt so langsam in Wut um. Ich fresse die ganze Wut in mich hinein, um sie irgendwann auf einmal rauszulassen, und mich an all den Arschl**hern zu rächen, die mir mein Leben versaut haben. Ich meine diese "ganz harten", die meinen sie müssten mit 12 in der Ecke stehen und sich zuqualmen. Das sin die die immer nur auf die schwächeren gehen können.

Für die, die es noch nicht genau verstanden haben: Ja, es geht hier um Amoklauf!

Ich weiss selber nicht woran ich bin, ich weiss nicht mehr weiter, bitte helft mir.[/COLOR]

[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
Die ganzen Menschen, deren Probleme überall ignoriert werden, die aber weitermachen, werden ignoriert, es wird ganz schnell etwas gesucht, was Schuld ist, sei es eine Szene, ein Computerspiel oder Marilyn Manson, während all die anderen Menschen, die sich nicht von der Situation haben niederkämpfen lassen und weitergemacht haben, die teilweise extreme psychische Schäden davontragen, weil sie nicht aufgeben, ignoriert werden, indem das Problem ignoriert wird.[/QUOTE]Eben das ist das Schlimme: [b]Die Menschen werden ignoriert,[/b] egal ob sie schnell oder langsam krepieren.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
Die Menschen, die enorme psychische Schäden davontragen, aber im Endeffekt sich durchbeißen und zu selbstständigen Persönlichkeiten werden, sind die große Masse. Es gibt so verdammt viele Menschen, die unter den Zuständen zu leiden haben, die meisten mir bekannten schaffen es trotzdem, ein lebenswertes Leben aufzubauen, was nichts mit der Utopie, die er entworfen hat, zu tun hat, sondern mehr mit einem alternativen Lebensstil.[/QUOTE]Ich kann deine Erfahrungen von der "großen Masse", die es schaffen, ein lebenswertes Leben aufzubauen mit einem alternativen Lebensstil, leider nicht teilen. Ich kenne einige ganz Wenige, die das schaffen, aber die kann ich an den Fingern abzählen. Die große Masse zerbricht an den Zuständen und stirbt dann langsam vor sich hin.

[QUOTE]Er war meiner Ansicht nach ziemlich fest in gesellschaftskonformen Regeln verwurzelt, daran ist er gescheitert. [/QUOTE]Da gebe ich dir Recht. Sprüche wie "Deutschland, das Sozialamt der Welt" belegen die Medienverseuchung.

[QUOTE]Andere gründen mit mehreren solcher Menschen Bands, mit denen sie teilweise sogar recht hoffnungsvolle Lieder schreiben und spielen, sie grenzen sich durch ihre Kleidung und ihren Wertekanon von der Masse ab, sie wählen eine Alternative, die dieser Junge nicht gesehen hat. [/QUOTE]Aber wie tragfähig ist diese Alternative? Vom Musikmachen allein kann man meist nicht leben. Man braucht wenigstens was zum Essen und eine Unterkunft. Und da gehen die Probleme schon wieder los ...

[QUOTE]... dass die "Gesellschaft" die Augen aufmachen sollte, statt zu verschließen. Da sie das aber niemals tun wird, ist meine Konsequenz seit einigen Jahren, Menschen, die gerade in dieser Situation stecken, einen Ausweg zu zeigen. Denn es gibt Auswege, man sieht sie nur nicht gleich. [/QUOTE]Irgendwie kann ich die Argumente von nullpromille nachvollziehen. "Ausweg zeigen" hat etwas von "Fluchtweg zeigen". Das mag in einer ausweglos scheinenden Situation nützlich sein, aber es darf nicht zum Dauerzustand werden, dass man nur noch auf der Flucht ist. Meiner Meinung nach hat jeder Mensch ein Recht darauf, nach seinen Lebensentwürfen und -Utopien zu streben, solange sie nicht anderen Menschen Schaden zufügen. Warum soll die Masse der Menschen flüchten und sich verstecken, nur damit sich einige Wenige breitmachen können, bloß weil ihre Vorfahren Unmassen an Geld und Gütern zusammengeraubt haben?

[QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i]
Ich bleibe dabei: alle Schafe sind grau
...
*Daumen hoch* Der Kampf für das Gute ist immer chancenreicher als der Kampf gegen das Schlechte.[/QUOTE]Und wie passen da jetzt die grauen Schafe rein?
SenecaModrene Poltiker reagieren nur noch, und das in vorhersagbaren Mustern...
Der reflexartige Verweis auf "Killerspiele" war absolut absehbar und nur eine Frage der Zeit...
In eine Radiointerview im HR wurde heute eine Waffenrechtsexpertin befragt, ob es zu leicht sei, an Waffen zu kommen, udn ob man das Waffengesetz (zuletzt vor 2 Jahren als "Lex Steinhäuser") verschärfen müsse...

Die Antwort war wohl hörbar nicht befriedigend, denn sie lautete mehrmals "nein"...!
Aber ich sehe schon wie man da herumdoktern wird, was letztlich aber wieder nur Sportschützen zwischen 30 und 50 betreffen wird.

Seltsamerweise kann ich mir als über 25 jähriger WBK Inhaber, nach der Verschärfung des Waffengesetzes nun plötzlich Sturmgewehre legal zulegen...darf aber kein langes Messer in der Tasche haben.

Um auf Nummer siche zu gehen beleibt wohl nur das Verbot von Küchenmessern, Heckenscheren, Kettensägen und Äxten über 1000 Gramm und Wiedereinführung der StaSi.

Einzige Alternative zur Verhinderung solcher Fälle, die sich ständig mehren, wäre nur, den Menschen von Grund auf zu ändern...aber das kan man ja nicht per Gesetz beschließen.

Im übrigen drehen sich solche Diskussionn schon seit Columbine, und spätestens seit Erfurt im Kreis.
IsaakIch nehme an der Junge war etwas lernresistent. Er hat einen großen Fehler gemacht denn er hat seine bekannte Welt mit der gesammten Welt gleichgesetzt. Und er hat im Prinzip nur dasselbe gemacht was er seinen "Feinden" vorwirft. Jeden in einen Topf gesteckt und umgerührt. Bis auf jene, die er mochte.
Er hat es wohl nicht geschafft die Dinge mal in ein anderes Licht zu rücken.
Ich kann vieler seiner Ansichten teilen allerdings ist die Qualität seiner Beiträge hier, weniger Intelligent - Nein eigentlich sind die so dämlich dass man glauben könnte das der Brief nicht von ihm geschrieben sein kann. Obwohl die frustierte Art und der lernresistente Charakter gut wiedergespiegelt ist.

Ich habe auch meine Probleme mit Gesetzen, die man mir "aufzwingt" aber wenn man sich die Enwicklung von diesen Dingen ansieht kann man froh sein das wir überhaupt ein Recht haben. Und nicht alle Gesetze sind dumm nur weil sie mir nicht gefallen. Den Sinn hinter solchen Gesetzen hat man ihm wohl nicht beigebracht...
Aber ist er schuld? Ja denn er hat seine Entscheidung getroffen.
Ist sein Umfeld schuld? Ja denn sie haben ihn wohl nicht verstanden oder verstehen wollen.

Aber sind gewaltgeladene Computerspiele schuld?
Haben ihn denn diese Spiele so depressiv gemacht? Haben sie ihm "seine Freiheit" genommen? wohl eher nicht!
Ich kenne niemanden der wegen Ego-Shootern oder ähnlichen Spielen zum Amokläufer wird. Vielleicht hält es solche Leute eher davon ab diese Gedanken gleich in die Realität umzusetzen.
Ich nutze solche Spiele eher als ventil aber ich würde auch keine Menschen umbringen denn nur wenige Menschen wären es mir Wert und diejenigen die es sind, nenne ich Freunde aber die würde ich nicht töten da mir diese zu kostbar sind.

Ich kann auch seine Argumentationen nicht verstehen - es scheint so als müsse er seine geplannte Tat rechtertigen um sich damit zu beruhigen, um seinen offensichtlichen Fehler als ein richtiges Handeln zu definieren.
Ich bin sicher er wusste genau, dass es dämlich ist aber wenn man die gesamte Welt als Feind betrachtet und sich hilflos fühlt dann tritt man eben die Flucht an....Wilde Tiere die man in die Enge treibt sind auch sehr gefährlich weil sie dann nichts mehr zu verlieren haben.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von LordUngol [/i]
Hab gerade Tagesthemen geguckt. Warum kommt es mir nur immer so vor als ob Geschehnisse dieser Art regelrecht abgefeiert werden?[/QUOTE]Weil es wirklich so ist?

[QUOTE]Fasziniert erklärt man da, in welchen Foren sich der Typ rumgetrieben hat und zeigt genüsslich seine Homevideos, in denen er posiert und im Wald Bomben zündet. [/QUOTE]Davon hat natürlich vorher niemand nix gewusst ... das kam dann alles ganz überraschend [URL=http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24030/1.html]von einem Tag zum anderen [/URL] ... [COLOR=skyblue]"ResistantX" zog einen Tag, bevor er vor Gericht wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz erscheinen sollte, in den Tod. [/COLOR]

[QUOTE]Völlig egal, ob sie ihm jemals was getan haben. Der Typ wollte seine Schwäche damit kompensieren, in dem er andere umbringt. Dazu hat NIEMAND das Recht.[/QUOTE]Da stimme ich dir zu. (Nur leider läuft es in der "großen Politik" auch nicht anders.)

[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
Er hat im Endeffekt nur sich selbst gesehen und alle anderen Menschen waren ihm egal, auch die, die ja so lieb zu ihm gewesen sind. Anscheinend gab es ja solche Menschen, die hätten ein Ausweg sein können, er hat sich dafür entschieden, wild um sich zu ballern. [/QUOTE]So oder anders wird es gewesen sein. Ich kenne die Einzelheiten nicht. Ich kenne nur die Berichte und Nachrichten aus den Medien.

Ich habe es schon so oft in diesem Forum geschrieben, und kann auch hier wieder nichts anderes schreiben:
[b]GEWALT IST KEINE LÖSUNG.[/b]

[QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i]
wenn man es mal ganz kritisch sieht, hat er diejenigen, die ihn wie Dreck behandelt haben noch bestätigt, ihnen in dieser Meinung recht gegeben, denn er ist dieser Meinung gefolgt, als er sich selbst aus den Weg geschafft hat. Aber diesen Gedanken kennen sicher die meisten, die sowas durchgemacht haben. . Der triumphierende Gewinner, für den manche (leider auch hier imThread) halten, ist er damit nicht. [/QUOTE]Egal, ob er sich nun selbst umgebracht hat oder nicht, er hat schon verloren, als er den Weg der Gewalt gewählt und damit die Spielregeln seiner Gegner anerkannt hat.
Ich glaube übrigens nicht, dass ihn hier jemand für den triumphierenden Gewinner hält. Es gibt vielleicht ein paar kleine Meinungsunterschiede darüber, wie dunkelgrau das Schafsfell ist.

Es ist nur - wieder einmal - der Tod triumphierender Gewinner über das Leben. :(
SenecaDas Problem hierzulande ist, dass ein einziger Amokläufer mehr Einfluss auf das politisches Wirken, a.k.a. schnellste Gesetzeserlässe zur Einschränkung bisheriger Liberalität, hat als der politisch aktivste Normalbürger...!

Solche Leute treiben uns am Ende in den Überwachungstaat.

Bsp:
An amerikanischen Schulen gibt es heute Sicherheitsschleusen wie an Flughäfen, zudem führen schon verbale Gewaltandrohung für eine Suspendierung vom Unterricht.
Alles was über "Händchenhalten" auf den Schulhof hinausgeht, gilt potentiell schon als "sexual harassment".
Schuluniformenm sind jetzt auch Plicht, damit will man das Schulpendant zur corporate identity fördern...man schießt ja nicht auf's eigene Team...(außer im Krieg)

Willkommen in der schönen, korrekten, sicheren, neuen Welt, tauschen sie ihre Indentität bitte beim zuständigen Beamten gegen die ihnen zugewiesene ein...vergessen sie nicht ihre Pillen zu nehmen.

Das alles haben die dort bereits binnen nur 6-7 Jahren etabliert.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
Das Problem hierzulande ist, dass ein einziger Amokläufer mehr Einfluss auf das politisches Wirken, a.k.a. schnellste Gesetzeserlässe zur Einschränkung bisheriger Liberalität, hat als der politisch aktivste Normalbürger...! [/QUOTE]Das ist [URL=http://www.orbit9.de/wissen/zitate_goering_krieg.php]nichts neues.[/URL]

[QUOTE]Solche Leute treiben uns am Ende in den Überwachungstaat. [/QUOTE]Irgendwelche [URL=http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=11501332&forum_id=107436]Vorwände[/URL] finden sich immer ...
SenecaAls kurz vorher im Libanon ein Minister einem Attentäter zum Opfer fiel, lautete das Statement der Libanesischen Regierung sinngemäß:

Das ist der Preis der Unsicherheit, den man in einer freiheitlichen Demokratie zahlen muss...!

Ich beantrage dort Asyl, sobald Israel vom Iran mit IRBMs ausradiert wurde...Das bevorzugte Friedenstiftungsmittel dieser Welt.
rosenkindich bin hier 2 Missverständnisse zu klären, auf den Rest gehe ich ein, wenn ich nicht in 20 Minuten aus dem Haus muss:

[QUOTE]Und ist der Unterschied zwischen dieser langsamen Selbstzerstörung und einer schnellen Selbstzerstörung wirklich so groß?[/QUOTE]
es ging mir hier nicht um die Selbstzerstörung, sondern um die Zerstörung anderer, unbeteiligter

[QUOTE]Ich bleibe dabei: alle Schafe sind grau
...
*Daumen hoch* Der Kampf für das Gute ist immer chancenreicher als der Kampf gegen das Schlechte.[/QUOTE]

die Statements bezogen sich auf 2 unterschiedliche Postings.
darkEMYR[QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i]
[B]Zu sagen, daß die Spiele [I]garkeinen[/I] Einfluß haben würden, ist genauso blauäugig, wie sie in spontanem Aktionismus generell alle zu verbieten. [/B][/QUOTE]

Stimmt schon.Ich frage mich nur was da zuerst vorhanden ist. Hass auf Menschen, der dazu führt, dass man sich wenigstens am PC mal ordentlich austobt? Das das Spiel dazu führt glaub ich schlichtweg nicht.Ich kenne etliche Leute die solche Spiele spielen und deshalb nicht mal im Traum auf so etwas kommen würden. Insofern stimme ich Isaak zu. Als Ventil sind solche Spiele ganz nett, ebenso wie ordentlich aggressive Musik.Aber deshalb wird niemand Amokläufer. Das Problem der negativen Beeinflussung sehe ich da eher in jungen Jahren (12-14), da kommt es dann häufig vor, dass man das, was man da in coolen TV-Sendungen und PC-Spielen sieht nachmacht, um auch so cool zu sein. Mit 18 sollte das eigentlich schon vorbei sein und war hier auch sicher nicht Motivaton. Immerhin hat er die Relevanz von Freiheit und Individualismus betont, wenngleich er sich mit seinen späteren Ausführungen in Bezug auf den Umgang mit gewissen Personengruppen selbst widersprochen hat.


[QUOTE][i]Original geschrieben von Pseudo-Gruftiii [/i]
[B]mobbing, vernachlässigung, schlechte kindheit, etc. sind keine begründung und schon gar nicht eine entschuldigung für solche taten... er war daran selbst schuld und niemand sonst. [/B][/QUOTE]

Natürlich ist das keine Rechtfertigung.Aber ein Grund sehr wohl. Jeder reagiert anderes auf solche negativen Einflüsse.Ich hätte zu meiner Schulzeit auch gewisse Leute lieber tot als lebendig gesehen.Aber ich habe solcherlei Pläne nicht umgesetzt, ja nicht einmal entwickelt.Aber es gibt Menschen die das tun. Ich will nichts verherrlichen, aber irgendwie ist das auch einer Art konsequenten Handelns.
Er war der Ausführer der Tat und ist somit verantwortlich für das Geschehene, das ist richtig. Aber allein daran Schuld ist er nicht.
Man könnte dieser Meinung grundsätzlich zustimmen: Natürlich erscheinen Mobbing oder schlechte Kindheit ziemlich dünn als Ausrede für Verbrechen.Aber die Realität beweist täglich das Gegenteil. Sieh dir mal die Lebensläufe von Verbrechern an, von Amokläufern, jugendlichen Gewalttätern, Kinderschändern etc. (Achtung,ich nehme hier ausdrücklich NIEMANDEN in Schutz!!!)...du wirst bei 90 % Missstände im familiären Bereich oder gewisse traumatische Erlebnisse in jungen Jahren finden.Die wenigsten Menschen mit einem "normalen" Leben (schwer zu definieren,ich weiß) rasten dermaßen aus.Das ist weder Entschuldigung noch Rechtfertigung, aber es ist ein ernst zunehmender Faktor.


[QUOTE][i]Original geschrieben von Pseudo-Gruftiii [/i]
[B]die gesellschaft sucht die fehler bei subkulturen und ihr sucht die fehler bei der gesellschaft. damit seit ihr keinen deut besser. die welt ist halt schlecht aber trotzem müssen nicht alle gleich amoklaufen.[/B][/QUOTE]

Wie gesagt,unterschiedliche Menschen haben unterschiedliche Charaktere.Den einen kannst du schlagen, dann bedankt er sich fast noch, während der nächste dich absticht! Und ja: die Gesellschaft ist Mitschuld mit ihren Leistungsprinzipien und Normen und ihrer Art, alles an den Rand der Unnormalität zu drängen, was ihren Erwartungen nicht entspricht und sich ihren Regeln nicht unterwirft. Ja, auch Lehrer sehen oft weg und reagieren in falscher und fataler Art auf Konflikte (eigene Erfahrung).Sein Brief weist einige sehr kluge Gedanken zur Gesellschaft und zur heutigen Zeit auf (besonders am Anfang).Ferner war die Gesellschaft eher da als die Subkulturen, letztere sind ja häufig eine Art Zufluchtsort. Ja,die Gesellschaft kann mit Menschen, die anders sind als die Masse nicht umgehen. Sie verspottet oder fürchtet sie, aber sie kann ihnen nicht in normaler Form begegnen, weil diese Masse von Leuten nicht einsieht, dass nicht alle gleich normal sein können.Manche freuen sich auch üer diese Art von Ausgrenzung,weil sie ja ihrerseits mit der Gesellschaft nichts zu tun haben wollen.Aber der erste Schritt der Ablehnung kommt meist aus der Gesellschaft (genannte Besipiele: "Ey was hast n du da an,wie uncool!",und das schon in jungen Jahren!).Und hinterher kommen dann die netten Pädagogen und Psychologen und Eltern und Schulkameraden "Ja,was hatte der Junge denn bloß, wir wären doch für ihn da gewesen!" Jaaa scheiße,wart ihr aber nicht!!!
herbstliebe[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
[B]An amerikanischen Schulen gibt es heute Sicherheitsschleusen wie an Flughäfen, [COLOR=red]zudem führen schon verbale Gewaltandrohung für eine Suspendierung vom Unterricht. [/COLOR] [/B][/QUOTE]

Meiner Meinung nach hat Gewalt nichts an Schulen zu suchen und diese Maßnahme schützt zumindest die Schwächeren. Damit meine ich auch solche Leute wie RX.
SolsticeZum Thema Computerspiele gab es übrigens gestern im "Heute Journal" einen Beitrag, der in meinen Augen erstaunlich in der Grundtendenz von dem derzeitig politisch opportunen Geschrei abwich. Hat den sonst noch jemand gesehen? Ich fand ihn gut.
SolsticeDas ist der Beitrag zum Amoklauf, ich meinte aber diesen hier (Danke für den Link):

[url]http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/24/0,4070,4078328-5,00.html[/url]
herbstliebewar mir auch aufgefallen, deswegen habe ich den Beitrag gelöscht. :) Gut, dass du deinen trotzdem gefunden hast, ist sehr interessant.
Manleyich für meinen teil war gestern abend der tagesschau und auch den tagesthemen sehr dankbar, dass sie neben screenshots von chemikalien.de und egun nicht auch noch welche von den nachtwelten gezeigt hat.

pseudo-grufti hat die frage gestellt, warum medien überhaupt bilder von gewalt zeigen. da gibt es natürlich mehrere gründe - einer ist schlicht, dass ein großer teil des publikums sensationsgeil ist und diese dinge sehen will. ich spreche hier betont niemanden an, weil ich denke, dass keiner von uns in diese gruppe fällt. fakt ist nun mal aber, dass solche beiträge sich wegen der "allgemeinen" sensationsgeilheit besser verkaufen und somit auch eine höhere quote (egal, ob im tv die quote oder bei zeitungen die verkaufszahlen) bringen. ich finde es auch nicht gerade prickelnd, in den nachrichten (und ich meine nicht diese pseudo-nachrichten bei pro7 oder rtl2, sondern eher heute und tagesschau) bilder von zerbombten städten und frauen zu sehen, die um ihre toten männer weinen. die welt ist nun mal aber kein paradies, sondern auch ein kriegsschauplatz, und solche dinge einfach zu verschweigen hilft auch niemandem. davon abgesehen haben die medien nicht nur das recht, sondern die pflicht, ihr publikum zu informieren und dazu gehören nun mal auch unangenehme nachrichten, vor denen man die augen lieber verschließen würde.

@solstice: ich hab mir den beitrag mal angeschaut - das ist mal wirklich eine differenzierte betrachtungsweise. warum können politiker nicht auch mal so denken?
Phoenix1384Auch wenn ich die Bild nicht mag, sie für unseriös (und gefährlich) halte, sie hat auf ihrer [URL=http://www.bild.t-online.de/BTO/news/aktuell/2006/11/22/amok-schueler-tagebuch/hg-1-tagebuch.html]Online-Seite[/URL] angebliche Auszüge aus dem Tagebuch von Bastian B. veröffentlich. Sollten sie wirklich echt sein, wirft das meiner Meinung nach einen interessanten Aspekt auf, der von den meisten (besonders von den Politikern) schlicht ignoriert wird! Nicht die Computerspiele, wie gerne polemisiert wird, waren seine 'Inspirationsquelle' für seinen Amoklauf, sondern ganz reale Gewalt, von der er durch die Nachrichten erfahren hat. So soll sein Idol Eric Harris gewesen sein, der 1999 an der Columbine High School amoklief. Die Idee eines Schulmassakers hatte er also anscheinend aus der Berichterstattung über real existierende Gewalt, was meine Theorie, die ich hier weiter oben schon geschrieben habe, ein wenig unterstützt; vorausgesetzt, die Auszüge sind nicht gefaket oder sonstwie verändert. Weiß jemand eine seriösere Quelle für die Auszüge?

/edit: [URL=http://www.wdr.de/themen/panorama/21/schule_emsdetten/061120.jhtml?rubrikenstyle=panorama]Hier[/URL] sind keine Tagebuchauszüge, aber im Grunde wird das selbe gesagt. Was mir jedoch auch hier wieder sauer aufstoßen lässt, ist der fahle Beigeschmack, den die letzten zwei Absätze beim Lesen hinterlassen. Fast wirkt es so, als würden Grundsätzlich alle Waffeninteressierte, Computerspieler und Gothics potenzielle Amokläufer.. Ich frage mich, wie lange es wohl noch dauern wird, bis öffentlich verstärkt gegen die Schwarze Szene polemisiert wird und seitens der Politiker "Lösungen" für die Problematik dieser ach so gefährlichen Szene angeboten werden.
ave enddie schuld ist bei dem schützen und allein bei diesem zu finden.
doch kann ihm nicht zur last gelegt werden, dass er allein an seiner situation schuld ist.
viele politiker werden jetzt, um sich wählerstimmen zu sichern, gesetze kreieren, die im grundsatz sinnvoll sein mögen, aber letztendlich unausgegoren und unbrauchbar sind.

nahc jedem amoklauf dasselbe, es werden opfer gesucht, möglichst randgruppen, die ohnehin schon einen schweren stand haben, diese werden in den bekannten medien diffamiert und letztendlich wird versucht aus der tragödie profit zu schlagen.

in manchen dingen stimme ich mit dem amokläufer überein, unverantwortlich ist aber was er in seinem tagebuch (falls es eine wahre kopie ist, wobei ich das bei der bildzeitung anzweifeln möchte) für einen geistlosen müll schreib.

dass ausser dem amokläufer niemand anderes gestorben ist, ist zufall und liegt warscheinlich an schlechter planung und noch schlechterer ausführung seinerseits, angeblich soll er die tat etwa 2 jahre geplant haben, diese zeit hätte er sinnvoller nutzen können.

mfg
ave end
Pseudo-Gruftiii@manley: hä? hü? wer wie wo was? wo denn?
BlindspotMeine Lehrerin sprach heute das genannte Thema an und brachte es sofort mit den Videospielen in verbindung. Als ich dann versuchte ihr klar zu machen das kein Videospiel einen Menschen so beeinflussen könnte blockte sie ab und lies mich nicht fertig reden, sie kam mit der Argumentation das ein Tier niemals auf den Gedanken kommen würde einen Artgenossen zu töten...
Als ich dann mit den knuffigen Hamstern ankam hat sie wieder geblockt, Thema abgeschlossen.

Diese Politiker versuchen Tatsachen zu vertuschen um einen sogenannten ''Wohlstand'' beizuhalten. Das die Bild den Abschiedsbrief abgedruckt hat wundert mich, denn normalerweise is die Bild Zeitung genau die Zeitung die gerne manchmal übertreibt oder wichtige Details weglässt. Ob der Abschiedsbrief ungefälscht ist kann ich nicht sagen, habs nich in der Zeitung gelesen, nur im Internet...

Zum Täter selbst... Man hätte ihm helfen müssen, seine Hilfeschreie waren mehr als deutlich... Aber ich kann nicht verstehen wie er andere Menschen einfach mit in den Tod reissen wollte..
SolsticeJetzt aber mal ehrlich: wenn Du jedem, der in einem Forum wie diesem hier etwas in der Richtung schreibt, helfen willst, kannst Du gleich eine Armee von Sozialarbeitern und Psychologen einstellen. Wer soll denn bitte auseinanderklamüsern, ob das ein ernstgemeinter Hilfeschrei ist, oder nur das gotische Modegeschwafel eines Teenies mit Liebeskummer??
Guck Dir doch mal einige Posts hier auf dem Board an...
Pseudo-Gruftiii[QUOTE][i]Original geschrieben von darkEMYR [/i]
Natürlich ist das keine Rechtfertigung.Aber ein Grund sehr wohl. Jeder reagiert anderes auf solche negativen Einflüsse.Ich hätte zu meiner Schulzeit auch gewisse Leute lieber tot als lebendig gesehen.Aber ich habe solcherlei Pläne nicht umgesetzt, ja nicht einmal entwickelt.Aber es gibt Menschen die das tun. Ich will nichts verherrlichen, aber irgendwie ist das auch einer Art konsequenten Handelns. [/quote]ja klar, aber es geht hier ja darum wer schuld ist, so heisst ja auch der titel des topics. und leute, die einen gemobbt haben oder einen eine schlechte kindheit bereitet haben sind nicht schuld daran, wenn dieser später amokläuft. es ist halt eine völlig überzogene und unangepasste re-aktion. grund und schuldige kann man als zwei verschiedene dinge sehen. gründe können alle möglichen, selbst langeweile sein. und somit kommen wir auch schon zum nächsten punkt.


[quote]Er war der Ausführer der Tat und ist somit verantwortlich für das Geschehene, das ist richtig. Aber allein daran Schuld ist er nicht.
Man könnte dieser Meinung grundsätzlich zustimmen: Natürlich erscheinen Mobbing oder schlechte Kindheit ziemlich dünn als Ausrede für Verbrechen.Aber die Realität beweist täglich das Gegenteil. Sieh dir mal die Lebensläufe von Verbrechern an, von Amokläufern, jugendlichen Gewalttätern, Kinderschändern etc. (Achtung,ich nehme hier ausdrücklich NIEMANDEN in Schutz!!!)...du wirst bei 90 % Missstände im familiären Bereich oder gewisse traumatische Erlebnisse in jungen Jahren finden.Die wenigsten Menschen mit einem "normalen" Leben (schwer zu definieren,ich weiß) rasten dermaßen aus.Das ist weder Entschuldigung noch Rechtfertigung, aber es ist ein ernst zunehmender Faktor.[/quote]jeder hat sein päckchen zu tragen, die einen früher, die anderen später. wie derjenige mit beispielsweise einer schlechten kindheit umgehen lernt ist mir total egal, das ist aber nicht der richtige weg und es liegt an ihm und nur an ihm welchen er geht.

mich regt sowas auf, da diese leute andere die vielleicht eine ähnliche vergangenheit hatten aber trotzdem die güte in person sind in den dreck ziehen. ganz nach dem prinzip "wer bereits alkoholiker als eltern hatte, der wird später auch ein alkoholiker". dank solchen leuten darfst du in der gesellschaft mit deiner beispielsweise schlechten kindheit nicht offen umgehen, da sie automatisch davon ausgeht dass du irgendwann einen wasfürauchimmerartigen knall kriegst. ich wünschte man würde diesen aspekt unter den teppich kehren, denn dieser recht hohe prozentanteil der unschuldigen ist es einfach nicht wert. es ist vielleicht so, dass 90% von irgendwelchen tätern mal etwas schlimmes erlebt haben (was früher oder später jeder mal tut) aber es ist nicht so, dass 90% der menschen mit einer schlimmen kindheit gleich kriminell oder bösartig werden.

im übrigen gibt es auch beispielsweise pädophile, vergewaltiger, etc. die ein völlig unscheinbares leben hatten. da das eine mit dem anderen nicht zwingend was zu tun haben muss würde ich das am liebsten ausser acht lassen, wie gesagt, die vorurteile unschuldigen gegenüber sind es nicht wert.

ich sehe das genaue gegenteil übrigens auch als eine möglichkeit. wer viel in der vergangenheit mitgemacht hat, der wird ziemlich stark auf dem gebiet und rastet eher nicht so schnell aus. was ihn nicht umbringt macht ihm nur stärker. spieziell beim sebastian habe ich noch nichts davon gehört, dass er ein schlechtes elternhaus hatte, er wurde lediglich gemobbt. fast jeder mensch wird früher oder später mal gemobbt. ich halte seine probleme für ziemlich lächerlich, für mich persönlich sind sie ein schlechtes tatmotiv.

[quote]Wie gesagt,unterschiedliche Menschen haben unterschiedliche Charaktere.Den einen kannst du schlagen, dann bedankt er sich fast noch, während der nächste dich absticht! Und ja: die Gesellschaft ist Mitschuld mit ihren Leistungsprinzipien und Normen und ihrer Art, alles an den Rand der Unnormalität zu drängen, was ihren Erwartungen nicht entspricht und sich ihren Regeln nicht unterwirft. [/quote]tun wir das denn? wenn du ganz grob regeln sagst: tun wir das denn? einfach haben wir es sicherlich nicht, zumindest ich habe für einiges an mir ziemlich zu kämpfen und ja, ich habe auch das gefühl dass man mich oft eher nicht in die gesellschaft reinlässt. ich verstehe den sinn dieser aussage nicht, bzw. was du mir damit sagen willst. ich gehe davon aus, dass du den amoklauf nicht rechtfertigen willst, ich hoffe ich sehe das richtig, falls nicht dann sorry fürs missverständnis.

[quote]Ja, auch Lehrer sehen oft weg und reagieren in falscher und fataler Art auf Konflikte (eigene Erfahrung).Sein Brief weist einige sehr kluge Gedanken zur Gesellschaft und zur heutigen Zeit auf (besonders am Anfang).Ferner war die Gesellschaft eher da als die Subkulturen, letztere sind ja häufig eine Art Zufluchtsort. Ja,die Gesellschaft kann mit Menschen, die anders sind als die Masse nicht umgehen. Sie verspottet oder fürchtet sie, aber sie kann ihnen nicht in normaler Form begegnen, weil diese Masse von Leuten nicht einsieht, dass nicht alle gleich normal sein können.Manche freuen sich auch üer diese Art von Ausgrenzung,weil sie ja ihrerseits mit der Gesellschaft nichts zu tun haben wollen.Aber der erste Schritt der Ablehnung kommt meist aus der Gesellschaft (genannte Besipiele: "Ey was hast n du da an,wie uncool!",und das schon in jungen Jahren!).Und hinterher kommen dann die netten Pädagogen und Psychologen und Eltern und Schulkameraden "Ja,was hatte der Junge denn bloß, wir wären doch für ihn da gewesen!" Jaaa scheiße,wart ihr aber nicht!!![/QUOTE] japp, so sehe ich das natürlich auch. aber das hat für mich trotzdem immer noch nur indirekt mit dem sebastian zu tun. ich halte es eher für richtig das ganze so zu begründen, dass er, ganz alleine er halt ein mental schwacher mensch war (so schlimm das auch klingt, aber wer mit sowas so umgehen muss, der ist für mich eine arme sau). wie schon geschrieben. die welt ist halt schlecht, die gesellschaft ist scheisse, das leben ist manchmal hart. und trotzdem gibt es menschen, die schlimmeres mitgemacht haben wie er und längst nicht so reagieren mussten. also ist er ganz alleine für seine TAT (nicht für seine frustration) verantwortlich.


was die videospiele angeht bin ich mir noch nicht sicher. sie sind bestimmt kein grund aber ich kann mir vorstellen, dass sie ihm das ganze etwas erleichtert haben. als ich jünger war, war ich auch eine begeisterte tekkenfanatikerin, ich wollte das unbedingt auch lernen. andererseits ging es mir so auch bei anderen sportarten. aber mal angenommen er hatte sonst keine hobbys und er hat das ganze geballere, die waffen und das krieg spielen geliebt (was ja auch so war ney?) .....ich kann mir vorstellen, dass er sich noch einen letzten gefallen tun wollte und sein heißgeliebtes hobby mit seinem hass und seinen rachegelüsten kombiniert hat.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Solstice [/i]
[B]Jetzt aber mal ehrlich: wenn Du jedem, der in einem Forum wie diesem hier etwas in der Richtung schreibt, helfen willst, kannst Du gleich eine Armee von Sozialarbeitern und Psychologen einstellen. Wer soll denn bitte auseinanderklamüsern, ob das ein ernstgemeinter Hilfeschrei ist, oder nur das gotische Modegeschwafel eines Teenies mit Liebeskummer??
Guck Dir doch mal einige Posts hier auf dem Board an... [/B][/QUOTE]

an dieser stelle möchte ich nochmals auf die extreme intelligenz des täters zurückkommen. ich glaube nicht, dass ihm irgendwelche psychoheinis, die ihm an intelligenz mit großer wahrscheinlichkeit unterlegen gewesen wären, hätten helfen können. ich stelle mir das eher wie bei planet der affen vor. wo dieser typ, ein mensch (blankauge) zum sklaven von affen wird. er läuft ja auch quasi amok gegen diese form der unterdrückung.
BlindspotNein, ich würde mir auch nicht von einem gelehrten Psychiater sagen lassen welche Hirngespinste mir im Hirn flaussen ;)
Jeder Mensch hat eine Familie, über die Verhältnisse zu seiner Familie weiss ich nichts, jedenfalls wären das schonmal die ersten gewesen die ihm hätten helfen müssen... Dazu kommen noch die Leser seines Blogs... Und die paar Freunde die er hatte...
SolsticeHmm... ich weiß nicht, wie Du Intelligenz definierst bzw. woher Du hast, dass er soviel davon haben soll... spätestens bei der Tat war´s ja wohl vorbei damit, was?
Oder man stellt eben fest, dass Intelligenz völlig unabhängig von moralischen Werten gesehen werden muss, aber dann können wir hier auch über seine Musikalität oder sein handwerkliches Geschick reden, denn dann ist es völlig egal. Auch Menschen mit deutlich niedrigerem IQ dürften ihm moralisch weit überlegen sein.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Solstice [/i]
Auch Menschen mit deutlich niedrigerem IQ dürften ihm moralisch weit überlegen sein. [/B][/QUOTE]

das sowieso. ich habe ohnehin festgestellt, dass die menschen mit niedriger bildung, der selbsternannten geistigen elite in lebensweisheit und herzenswärme oft, leider allzu oft überlegen bleiben.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Blindspot [/i]
[B]Nein, ich würde mir auch nicht von einem gelehrten Psychiater sagen lassen welche Hirngespinste mir im Hirn flaussen ;)
Jeder Mensch hat eine Familie, über die Verhältnisse zu seiner Familie weiss ich nichts, jedenfalls wären das schonmal die ersten gewesen die ihm hätten helfen müssen... Dazu kommen noch die Leser seines Blogs... Und die paar Freunde die er hatte... [/B][/QUOTE]

du bist mir mit deinem standpunkt sehr sympathisch :eek: ! ja, seine familie hätte so ein anlaufspunkt sein können. vielleicht waren das aber allzu harmlose menschen, die nicht nachvollziehen konnten mit was für spinnern es der junge zu tun hatte. dann stand er quasi ganz alleine gegen die von ihm empfundene ungerechtigkeit. ohnmacht in angesicht einer offensichtlichen fehlentwicklung eines systems hat bestimmt schlimme folgen für einen so jungen mann, der ja eigentlich etwas aus seinem leben machen hätte können. ich denke, dass ihm das bewusst war und dass es das gefühl war, dass ihm diese menschen diese möglichkeit genommen haben.
DichterseeleNun, da das Thema auf meiner Arbeit ziemlich heftig thematisiert wurde, will ich mich dem mal nicht entziehen.
Aussage:
[b]Computerspiele sind daran schuld![/b]

Ja und nein. Die [b][u]Medien[/b][/u] wollen, dass es so ist, denn wie heißt es so schön? "Der Mensch sucht die Fehler immer erst beim Anderen."
Letztendlich gibt es eine Fülle an Inspirationen, psychische Labilitäten, etc., die, zusammengeworfen, diesen "Gewalt-Pool" erstellen und für diesen Kurzschluß verantwortlich sind. Aber man braucht ja einen Sündenbock, damit man selbst nicht zur Rechenschaft gezogen wird.

[b]Wer ist denn nun Schuld?[/b]

Jeder und niemand. Die Gewalt in den Medien, die Inspiration von anderen Amokläufern, Waffen ansich, Emotionen; Liebe, Wut, Hass, Sehnsucht, Paranoidität, etc..
In dem Song "Youth of the Nation" von P.O.D. heißt es:

"[...]
Call me blind, but I didn't see it coming
Everybody was running
But I couldn't hear nothing

Except gun blasts, it happened so fast
I don't really know this kid
Even though I sit by him in class

Maybe this kid was reaching out for love
Or maybe for a moment
He forgot who he was
Or maybe this kid just wanted to be hugged
Whatever it was
I know it's because [...]"

Man muss sich die Zeilen mal durch den Kopf gehen lassen. Es ist diese fehlende Präzision, niemand kann ein Muster oder eine Maske für einen Amoklauf erstellen, Individualität ist der entscheidende Faktor, der den Zufall generiert und jegliche Planung umso härter aus den Bahnen wirft.
Fehlende Liebe ist auch ein starker Faktor; Wenn man nicht geliebt wird und auch sonst nur wenig Zuneigung von anderen Erfährt, so schlägt es schnell in Hass um; Denn warum andere gewähren lassen, wenn man sich eh niemals mit ihnen anfreunden wird? Wenn die eigene Zukunft eh scheisse aussieht? Verzweiflung, Angst, Hass, Schmerz sind das Resultat.
Wenn man nun einen Hoffnungsschimmer, in diesem Falle das Mädchen in das er sich verliebt hatte, hat und diesen wieder verliert ist das Resultat klar: Man wird wieder die Liebe nicht kennen lernen, man bleibt allein. Das Mädchen hat also Schuld und doch hat sie keine Schuld, denn ich gehe davon aus, dass sie von seinen Gefühlen nichts wusste.

Man sieht also: Jeder ist Schuld und doch keiner.

Sündenböcke braucht das Land, denn niemand erkennt: "We are the enemy."
Manley@pseudo-gruftiii: sorry, ich bin verrutscht und meinte phoenix!
Tapio BearkingWie immer gefunden bei heise:

Der Bundesverband der Entwickler von Comupterspielen e.V., kurz:
G.A.M.E., hat soeben eine Pressemeldung herausgegeben, in der
deutlich Stellung zu den aktuellen Vorwürfen hinsichtlich
vermeintlicher "Killerspiele" bezogen wird. Das Statement dürfte
manchem Spieler aus der Seele sprechen, dessen Hobby sich wieder
einmal vehementen Anfeindungen gegenüber sieht. Lest selbst:

"Das Schicksal der Opfer der Tat berührt uns zutiefst. Viele von uns
sind Väter, Mütter; haben Familie. Wir sind erschrocken und betrübt
über diese Tat. Wir möchten allen Betroffenen unser tiefes Mitgefühl
aussprechen und wünschen den Verletzten eine rasche und vollständige
Genesung.

Energisch wenden wir uns allerdings gegen die politische
Instrumentalisierung der Vorkommnisse. Wir wenden uns gegen die
Kriminalisierung unseres Berufstandes und den Versuch einiger
Verantwortlicher in unserem Land, ein international öffentlich,
wissenschaftlich und kulturell anerkanntes Medium und dessen Künstler
und Kreative mit nicht haltbaren Argumenten als Verantwortliche für
den Amoklauf zu diffamieren.

Computer- und Videospiele sind nicht die Ursache für diese Tat. Das
bestätigen viele aktuelle Aussagen von Experten, Psychologen und
Pädagogen in der Presse. Vielmehr geht es um die Sorgen und Nöte
einer Generation jugendlicher Menschen, die in Familie, Schule, Beruf
und Gesellschaft offensichtlich zu wenige Möglichkeiten für
Selbstbestätigung, Anerkennung und Hilfe im Krisenfall findet.

Wir finden es schlicht unseriös, Computer- und Videospiele immer
wieder für ein gesamtgesellschaftliches Problem anzuprangern. Wie
schon so oft in der Vergangenheit werden wir nach unserer
Verantwortung als Produzenten gefragt. Wir sind uns dieser
Verantwortung bewusst und vertrauen auch ganz bewusst auf die
Vielzahl gesetzlicher Regelungen in Deutschland, mit deren Hilfe
Gerichte, Bundesbehörden und die Bundesländer Kinder und Jugendliche
vor Inhalten schützen, die für sie ungeeignet sind. Dieses Aufgebot
an professionellem Jugendschutz ist weltweit einmalig und wird von
uns aktiv unterstützt.

Computerspieler sind keine Randgruppe. Gespielt wird in jeder
Bevölkerungsgruppe. Computerspiele begeistern das sechsjährige
Mädchen ebenso, wie den 40-jährigen Politiker, die Sekretärin oder
einen 70 Jahre alten Rentner.

Diese Menschen haben innerhalb des gesetzlichen Rahmens das Recht,
selbst zu entscheiden, was sie spielen möchten. Dieses Recht gilt es
ebenso zu wahren wie den Jugendschutz zu gewährleisten. Jugendschutz
darf nicht an der Kinderzimmertür aufhören. Eltern müssen
kontrollieren, was ihre Kinder dort tun - ob und was sie spielen,
welche Musik sie hören und welche anderen Interessen sie haben.
Eltern und Pädagogen haben die Pflicht, sich aktiv um Kinder und
Jugendliche zu kümmern und müssen reagieren, wenn sich diese
auffällig verhalten und immer aggressiver und verschlossener werden.

Während also medial die Symptome in den Vordergrund gestellt werden,
fällt die Frage nach der Ursache für das Attentat unter den Tisch:
Wie kommt ein 18-jähriger an Waffen, Munition und Sprengstoff? Wie
kann es sein, dass er von seinem sozialen Umfeld so im Stich gelassen
wurde? Wie kann es sein, dass er seit über drei Jahren in
verschiedenster Form im Internet, im Freundeskreis, in der Schule und
sogar bei professionellen, psychologischen Diensten auffällig
geworden ist und um Hilfe bat, ohne dass darauf entsprechend reagiert
wurde?

Wir fordern die Politik daher auf, nicht erneut das Versagen unserer
sozialen Systeme zu ignorieren und den schwarzen Peter wieder einmal
unreflektiert an die Computerspieleindustrie weiterzureichen.

Wir brauchen in Deutschland keine strengeren "Verbote" - bestehende
Verbote müssen besser überwacht werden. Wie sonst sind Robert
Steinhäuser und Bastian B. an ihre Waffen bzw. Bomben gekommen? Wir
brauchen mehr Initiativen, die Schülern und Jugendlichen Hilfe bei
sozialen Problemen bieten. Wir brauchen mehr professionelle
psychologische und pädagogische Ansprechpartner für Lehrer, Eltern
und Pädagogen, die bei der Erziehung von Jugendlichen und Schülern
überfordert sind.

Öffentliche Gelder müssen wieder verstärkt in die Unterstützung
unserer sozialen Systeme fließen und nicht in den Aufbau von
strengeren Zensurbehörden oder von kriminalistischen Instituten, die
sich nur mit den Symptomen und nicht mit den Ursachen beschäftigen."


AMEN.
nullpromillecomputerspiele sind nicht schuld am amoklauf, aber sie führen natürlich zu einer desensibilsierung. ich habe letztens meinem kleinen bruder beim spielen zugesehen und war :eek: , weil es einfach nicht mehr die spiele meiner jugend waren. für uns wäre es noch vollkommen unmöglich gewesen auf figuren zu schießen, die so menschlich wirken. wir haben auf monster geschossen die wie punkte am bildschirm tanzten. ich skandiere: "monster dürfen keine menschen werden, damit menschen nicht zu monstern werden."
dr0piAn erster Stelle der Kerl selbst, weil er unglaublichen Frust und Hass in sich hineingefressen hat. Ich glaube es gibt genug Menschen (auch / besonders hier ), die in ihrer Jugend nicht gerade die schönste Zeit ihres Lebens durchgemacht haben. Ein anderer Punkt ist das schulische Versagen, was IMO auch selbstverschuldet ist, denn wenn man Hilfe braucht kann man diese auch in Anspruch nehmen oder sich einfach mehr hineinknien. Nur ist halt das Hineinknien in Selbstmitleid leichter als in die Schulbücher. An dieser Stelle sind PC-Spiele (in unserer Zeit wohl am weitesten verbreitet Shooter ala Counter-Strike) gefährlich, weil man dort eine gewisse Anerkennung ernten kann und so wichtige Zeit für die wichtigen Dingen verschütt geht.

Das ganze ist ein Teufelskreis durch den man sich von sozialen Kontakten abkapselt (obwohl er ja auch Menschen hatte, die ihm was bedeuteten).


An zweiter Stelle kommt für mich die Tatsache, dass der Kerl in einem Schützenverein war. Ich sage nicht, dass Sportschützen potentielle Amokläufer sind, aber der "alltägliche" Umgang mit Waffen wird die Hemmschwelle zu Waffengewalt mit Sicherheit senken. IMO sollten solche Vereine Auflagen wie psychische Gutachten oÄ als Vorraussetzung für eine Aufnahme bekommen.
Desweiteren hat er wohl ein Fable für Waffen gehabt, was ihn zu seinen Videos bewegt hat. Und das in Verbindung mit ner labilen Psyche, Kontakten zur Waffenbeschaffung und dem Mangel einer Person zum ausheulen/reden wird einen gewissen, nicht unerheblichen, Teil der Beweggründe ausgemacht haben.
nullpromille@dyspenthes

ich finde dein urteil nicht ausgewogen - oder ich empfinde dein urteil als nicht ausgewogen - ohne dich damit angreifen zu wollen.

beispiele:

ich bin an einem montag dieses jahres im zug gesessen und es kam eine durchsage, dass es wegen eines personenschadens zu verspätungen oder sonst was käme. die stimme des sprecher war so verzweifelt, dass klar war, dass was schlimmes passiert ist.
und am mittwoch ist es in der zeitung gestanden. da hat sich ein zwölfjähriger von einem tunnel vor den zug geworfen. der bub war zwölf, galt als hochintelligent und außergewöhnlich beliebt bei schülern und lehrern. in seinem abschiedsbrief hat er geschriebn, dass ohnehin niemand seine motive verstehen würde. sein vater meinte, dass sich sein sohn bewusst eine todsichere methode gewählt hätte um gegebenenfalls niemanden mit der pflege zu belasten. er galt ebenfalls als ausgeprägt sozial und gab klassenkameraden gratis nachhilfe.

und jetzt frage ich mich, wie das in dein konzept von den verlierern passt, die es nicht schaffen sich eine nische zu bauen?
nullpromillebist du sozial darwinist?
nullpromilleimmer einen ausweg suchen und problemlösung sind für mich zwei paar schuhe.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]Warum? Weil ich der Ansicht bin, dass man nicht den Toten, sondern den Lebenden helfen soll? Versteh ich net [/B][/QUOTE]

nein, weil du zwischen denen differenzierst die es geschafft haben und denen, die es nicht geschafft haben und eindeutig für erstere partei ergreifst. ist das vielleicht evangelisch geprägt? bei anderen reformchristen wie den calvinisten gibt es dieses denken auch. der von gott geliebte, ist der, der es in dieser welt schafft, darum streben sie nach möglichst viel reichtum in dieser welt, als ausdruck der liebe gottes. zumindest hat mir das ein calvinist in diesen worten so erklärt. die evangelischen haben da ja einen anderen zugang als die katholiken.
nullpromillevon den toten aber lernen wir. gerade wenn du so geil auf geschichtswissenschaft und historisches denken bist, solltest du meiner meinung sein. aber ich sehe das vielleicht zu eng. *bitte holt mich deswegen nicht runter*
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]Vielleicht, oder aber, wenn wir die Augen aufmachen.
[/B][/QUOTE]

wer seid ihr? und vorallem, warum macht ihr nicht endlich die augen auf?
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]Wer sagt bitte, dass ich das nicht tue? Ich beziehe dich mit ein, weil dein Standpunkt in meinen Augen sehr einseitig ist. Du hast auch deine Fehler, und nur weil du eins der Opfer warst, heißt das noch lange nicht, dass du über alle anderen Menschen erhaben bist und die absolute Wahrheit kennst - ich habe das in den letzten Jahren lernen müssen, und auch, dass von den Menschen, die sowas nicht erlebt haben, keinerlei Reaktion kommt, wenn man sie auf die Zustände aufmerksam machen will - die sehen lieber nur ein einzelnes Opfer, was therapiert werden muss, statt zu sehen, dass es eine große Masse betrifft. Und das tust du im Endeffekt auch. Du bist das arme Opfer, die Menschen, die du dazu bestimmst, sind arme Opfer, und die Menschen, die eine andere Sichtweise bekommen haben, verschließen ihre Augen oder was? [B]Bitte glaube nicht, mich zu kennen, weil ich in diesem Forum anscheinend etwas über mich schreibe. Das, was ich hier schreibe, ist nur ein winziger Ausschnitt dessen, was ich bin oder denke, weil ich absolut nicht das Bedürfnis habe, irgendjemandem tiefergreifend von meinem Leben zu erzählen, den es nichts angeht. Zu viele Menschen haben es schon für ihre Zwecke umgedeutet und missbraucht, sodass ich keine Lust dazu habe. Also schließe bitte nicht von dem Geschriebenen auf mich, andersrum tue ich es auch nicht[/B] [/B][/QUOTE]

tut mir leid, das ist mir zu verwirrend.
nullpromillenenne mich töricht, aber ich verhalte mich so wie es meinen vorstellungen eines authentischen lebens entspricht. wurde ich dadurch zum opfer? ja. aber wenn ich mich dadurch von dem entferne was ich bin, dann bin ich vernichtet.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]

1. Ich werde weder in einem Forum, noch im realen Leben jemals mein Leben absolut ausschlachten, weil ich es zu oft erlebt habe, dass Menschen mein Leben für ihre Zwecke umgedeutet haben. Darauf habe ich keine Lust mehr.
[/B][/QUOTE]

und genau das wirst du niemals vermeiden können.
mondkindganz vermeiden kann man es sicher nicht, aber man kann wenigstens versuchen weniger Angriffsfläche zu bieten und nicht wie ein offenes Buch vor den anderen ausgebreitet liegen.
nullpromillewenn du willst, kannst du aus dem verschlossensten buch einen roman fabulieren. die frage ist, ob du jemanden zur angriffsfläche machen willst. und dann ist da noch die sache, dass es menschen gibt, die sich ihre informationen illegal beschaffen. so bin ich unter anderem opfer von cyber-stalking. nichts was ich schreibe ist anonym für diese leute. soll ich jetzt gusch sein und mich ins nichts zurückziehen, weil andere leute gesetze brechen und ich vom staat keine hilfe bekomme, weil meine probleme sekundär sind und weil gewisse interessen bestehen? mir hat mal eine freundin gesagt, dass sie nicht weiß wie überhaupt jemand über mich tratschen kann, ich würde ja nichts erzählen. und dann hat sie gemeint, dass gerade deswegen die leute vielleicht was über mich erfinden und in meinen sachen rumwühlen. dann habe ich herausgefunden, dass auch sie eine war, die dinge über mich erfunden und in umlauf gebracht hat. eben weil ich nicht alles erzähle hat man mich aufgeblättert.
mondkindes ist für mich aber dennoch ein Unterschied, ob "nur" erfundene Sachen über mich erzählt werden, oder Sachen, die tatsächlich stimmen. Klar, beides ist hart und ehrlich gesagt kann ich auch das Erfundene nicht einfach so wegstecken, aber ich stecke es leichter weg.
Denkst du nicht auch, dass wir ins off topic abdriften?
nullpromilleweißt du was es heißt worte in den mund gelegt zu bekommen? außerdem wird man auf gerüchte selten direkt angesprochen. ich habe mir mit der zeit zusammeninterpretiert was über mich in umlauf ist. darüberhinaus besteht immer noch der gewaltsame einbruch in meine privatssphäre. und glaub mir das tut weh, wenn wirklich persönliche sachen, die man im traum nicht erzählen würde in umlauf kommen.
mondkind[QUOTE]weißt du was es heißt worte in den mund gelegt zu bekommen? außerdem wird man auf gerüchte selten direkt angesprochen. ich habe mir mit der zeit zusammeninterpretiert was über mich in umlauf ist. darüberhinaus besteht immer noch der gewaltsame einbruch in meine privatssphäre. und glaub mir das tut weh, wenn wirklich persönliche sachen, die man im traum nicht erzählen würde in umlauf kommen.[/QUOTE] glaub mir, ich weiss, was es heisst.
Dyspenthesmondkind, meines Erachtens kommt es darauf an, was sie über dich erzählen.
Manleykommt bitte zum thema zurück und diskutiert eure lebenswege an anderer stelle oder privat weiter. an dieser stelle bringt das niemanden weiter.
DMSBEs ist traurig dass es so weit kommen musste.

In seinem Abschiedsbrief kan man die verzweiflung spüren. Welchen Einflüss andere Menschen auf eine Person haben können erkennt man an seiner Tat.

Ich verabscheue diesem menschen nicht - ich verabscheue diese menschen die ihn dazu getrieben haben!

Seine Tat ist dennoch verachtend...
darkEMYR[QUOTE][i]Original geschrieben von Pseudo-Gruftiii [/i]
[B]es ist vielleicht so, dass 90% von irgendwelchen tätern mal etwas schlimmes erlebt haben (was früher oder später jeder mal tut) aber es ist nicht so, dass 90% der menschen mit einer schlimmen kindheit gleich kriminell oder bösartig werden.[/B][/QUOTE]

Diesen Umkehrschluss wollte ich auch mitnichten herstellen! Natürlich ist es so nicht!Sonst gäbe es ja täglich Amokläufe.
Eine Verallgemeinerung und Vorverurteilung soll natürlich nicht stattfinden!Aber auffällig ist es schon...zu auffällig um es einfach unter den Tisch zu kehren.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Pseudo-Gruftiii [/i]
[B]ich sehe das genaue gegenteil übrigens auch als eine möglichkeit. wer viel in der vergangenheit mitgemacht hat, der wird ziemlich stark auf dem gebiet und rastet eher nicht so schnell aus. was ihn nicht umbringt macht ihm nur stärker. [/B][/QUOTE]

Das ist eben genau das Ding:nicht immer!!!So pauschal kann man das nicht sagen!Es gibt Menschen die werden durch Konfrontation mit Gewalt,Vorurteilen,Ablehnung etc. unglaublich stark.Aber es gibt auch solche, die sich z.B. das Leben nehmen! Oder Amok laufen! Oder beides.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Pseudo-Gruftiii [/i]
[B]spieziell beim sebastian habe ich noch nichts davon gehört, dass er ein schlechtes elternhaus hatte, er wurde lediglich gemobbt. fast jeder mensch wird früher oder später mal gemobbt. [/B][/QUOTE]

Richtig,ein schlechtes Elternhaus war hier wohl nicht gegeben,dennoch fühlte er sich sicher einsam und diese Lücke in seinem Leben konnte,weshalb auch immer,auch seine Familie nicht schließen.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Pseudo-Gruftiii [/i]
[B]ich halte seine probleme für ziemlich lächerlich, für mich persönlich sind sie ein schlechtes tatmotiv. [/B][/QUOTE]

Ja,du!Du hältst seine Probleme für lächerlich,nichtig...sie wären auch für mich kein Grund so durchzudrehen.Für ihn waren sie es aber!Und genau das ist vielleicht das Problem:weil die Mehrheit der Menschen sagt :"Na und,sowas ist doch kein Problem" mangelt es an Verständnis dafür,dass dies für andere sehr wohl ein Problem darstellen mag.Das ist wahrscheinlich auch einfach damit zu erklären,dass Menschen meist unfähig sind,sich in verschiedenste Perspektiven ihrer Mitmenschen hineinzuversetzen. Geht doch allen mal so,du sagst irgendwas,jemand anders ist gekränkt und du hast nicht die geringste Ahnung, was daran jetzt so schlimm war!In solchen Fällen sag ich dann auch: "Was,deshalb ist der/die beleidigt?Lächerlich!" Aber so ist es...

[QUOTE][i]Original geschrieben von Pseudo-Gruftiii [/i]
[B]tun wir das denn? wenn du ganz grob regeln sagst: tun wir das denn? einfach haben wir es sicherlich nicht, zumindest ich habe für einiges an mir ziemlich zu kämpfen und ja, ich habe auch das gefühl dass man mich oft eher nicht in die gesellschaft reinlässt. ich verstehe den sinn dieser aussage nicht, bzw. was du mir damit sagen willst. [/B][/QUOTE]

Damit wollte ich sagen dass die Gesellschaft die Leute ablehnt,die der herrschenden Meinung nach nicht in deren vorgegebene Norm passen. Dazu zähle ich mich auch, dazu gehören sicher einige hier--->dazu gehört z.B. dass man angestarrt wird wie ein Außerirdischer,wenn man schwarze Mäntel trägt oder als Kerl geschminkte Augen hat. Das finde ich persönlich zwar auch ganz lustig (es macht mir halt Spaß,zu sehen,wie beschränkt die Leute reagieren wenn sie mit etwas nicht umgehen können),aber es zeigt die Grundeinstellung. "Oh das ist jemand anders als die Masse, der ist ja komisch,da machen wir lieber einen Bogen drum, da tuscheln wir, da haben wir Angst blabla!" Das meine ich: die Gesellschaft stellt gewisse Regeln / Erwartungen für den Einzelnen auf und wenn dieser sie nicht erfüllt,gehört er nicht dazu, ist ASOZIAL. Das sagte mir auch mal ein Bekannter :"Ey die Leute halten euch doch für asozial!"
Dies tut der Einzelne selbst auch für die Gesellschaft,in dem er z.B. deren Untergruppen (i.e. Arbeitslose, Asylanten, Punks,Schwule...) und andere Individuen mental in Kategorien einteilt. Die Überschneidungen dieser persönlichen Kategorien und deren Wertung ergibt die gesamtgesellschaftliche Erwartung an andere Mitglieder der Gemeinschaft .
Beispiel: ich finde es eklig und unnormal, Hunde zu essen.Diese Einschätzung teilen viele andere Individuen auch, und zwar die Mehrheit der Individuen.Daher ist es gesellschaftlicher Konsens (geworden), dass Menschen, die Hunde essen, unnormal und eklig sind.
Diese gesellschaftliche Funktion (eine Art Kontrollfunktion zur besseren Überschaubarkeit) ist automatisiert,schlichtweg menschlich (ein Relikt aus der Zeit,als man noch in Sekunden anhand visueller Wahrnehmung entscheiden musste,ob ein anderer Mensch Freund oder Feind ist)...Fazit: Die Gesellschaft gibt auf allen ihr zugehörigen Ebenen (Arbeit,Schule,Familie-->bei Sebastian war es wohl hauptsächlich die Ebene "Schule") Maßstäbe und Bedingungen (Regeln) vor. Wer sie nicht befolgt gehört nicht dazu. Das lässt ihn die Gesellschaft dann spüren!

[QUOTE][i]Original geschrieben von Pseudo-Gruftiii [/i]
[B]ich gehe davon aus, dass du den amoklauf nicht rechtfertigen willst, ich hoffe ich sehe das richtig, falls nicht dann sorry fürs missverständnis. [/B][/QUOTE]

Richtig,ich wollte den Amoklauf NICHT rechtfertigen!

[QUOTE][i]Original geschrieben von Pseudo-Gruftiii [/i]
[B] ich halte es eher für richtig das ganze so zu begründen, dass er, ganz alleine er halt ein mental schwacher mensch war (so schlimm das auch klingt, aber wer mit sowas so umgehen muss, der ist für mich eine arme sau). [/B][/QUOTE]

Er war definitiv mental schwach! Und niemand hat es verstanden,ihm eine starke Rückendeckung zu geben.Man kann das jetzt gut sagen, er war schwach, eine arme Sau. Ich denke, dass ein Mensch wirklich hochgradig verzweifelt sein muss, um so etwas zu tun. Ich bezweifle mal sehr stark,dass so etwas aus Langeweile passiert!Und ich gehe noch etwas weiter:fast JEDER wäre unter den richtigen Umständen zu so etwas fähig! Wie sich diese auslösenden Umstände gestalten, divergiert von Mensch zu Mensch.Aber du kannst jeden Menschen zu einem Punkt bringen,an dem er nur noch Rache will an denen, die (seiner Meinung nach) sein Leben zerstört haben.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Pseudo-Gruftiii [/i]
[B]also ist er ganz alleine für seine TAT (nicht für seine frustration) verantwortlich.[/B][/QUOTE]

Genau, die Tat hat ER begangen und zu verantworten. Die Frustration die dazu führte jedoch nicht bzw. nicht allein!


[QUOTE][i]Original geschrieben von Pseudo-Gruftiii [/i]
[B].....ich kann mir vorstellen, dass er sich noch einen letzten gefallen tun wollte und sein heißgeliebtes hobby mit seinem hass und seinen rachegelüsten kombiniert hat. [/B][/QUOTE]

Möglich. Vielleicht sind irgendwo die Grenzen zwischen Spiel und Realität verschwommen. Grundsätzlich zeigt sich in Beschäftigung mit Krieg,Waffen etc. ohnehin eine Begeisterung an eben diesen Faktoren.Begeisterung die vielleicht darauf basiert,dass eben diese Waffen das Mittel sind, die unliebsamen Personen zu strafen und "Rache" auszuüben. Wobei ich zugegebenermaßen auch leicht waffenvernarrt bin und dennoch kein Amokläufer. Aber ich würde lügen (und ich denke jeder würde lügen) wenn ich sagen würde dass ich mir noch nie vorgestellt hab eine Waffe an jemandem anzuwenden!Nur:ich tue es nicht,denn ich kann Realität und Fiktion trennen und hab (momentan;)) auch keinerlei Motive (damit meine ich Motive,die ich als solche werten würde) für sowas.

@DMSB:Zustimmung!Menschen werden nicht als Amokläufer geboren!Sie werden auch nicht als Verlierer geboren.Dazu werden sie gemacht.
littlelilith136Hab mir jetzt nicht den ganzen Thread durchgelesen, das wär mir etwas zu langwierig gewesen.

Leider hat der Amokläufer mit vielen Dingen Recht. Wer nicht zumindest einmal in der Situation nur wegen seines Ausehens mehr als nur gemobbt zu werden, wird das kaum verstehen. Natürlich ist das kein Grund, die ganze Sache gleich so anzugehen, nein absolut nicht, denn gebracht hat das niemanden was, im Gegenteil.

Ich will nicht wissen, wie vielen Leuten es jetzt so geht wie mir, dass sie schief angeschaut werden und ihnen die Leute weiträumig aus dem Weg gehen, weil sie Angst haben, dass du sie umbringst. Das ist das Einzige was es gebracht hat.

Toll. Schon wieder.

War er Gruftie/Goth oder nicht? Gute Frage. Ich wüsste nicht, dass sich ein Gruftie/Goth aufgrund seines Freundeskreises definiert, und selbst wenn es so wäre, wer sagt, dass diese "Freunde" ihm Halt gegeben hätten. Anscheinend hat er sich als Gruftie/Goth gefühlt. Aber schlussendlcih war er nur ein Mensch wie jeder andere.

Wenn jeder, der ach so gewaltverherrlcihte Musik hört und solche Spiele spielt, gemobbt, schlechte Kindheit, ect. ect. hatte, zum Amokläufer würde, dann wär ich von Unmengen von Amokläufern umgeben.

Das war nicht der erste Amokläufer und es wird nicht der letzte sein. Dieser Fall hat dieses Forum ja nur deswegen so arg aufgeschreckt, weil er auch hier angemeldet war. So klein ist die Welt.

Es wird nicht aufhören, so lange das System so ist wie es ist. Solange Lehrer auf Schüler hinschlagen könen, ohne von der Schule zu fliegen, so lange sie sie beschimpfen und runtermachen können. So lange die einen die anderen mobben. Ob es jetzt aufgrund der Konsumgesellschaft ist oder nicht, Menschen finden immer einen Grund.

Aber ich denke wir sind uns alle einig, dies war keine Lösung.

Lilith
DMSB@littlelilith136

das stimmt... die begründungen in seinem abschiedsbrief oder auch in seinem Tagebuch sind für mich eigentlich verständlich (nicht aber in der hinsicht dass das diese Tat rechtfertigt).

Ich glaube auch mal dass die meisten Leute sich als "Gruftie" bezeichnen weil sie schon so einiges in dieser ungerechten Welt erlebt haben.

"Stille Wasser sind tief"

Man frist sachen in sich rein ohne möglichkeit sie irgendwie wieder raus zu lassen - freunde hatte bastian kaum - keine möglichkeit um über probleme zu reden und lösungen zu finden.

Wie littlelilith136 richtig sagt - Es war ein Mensch wie jeder andere - Seine Tat (zu dem ihm andere getrieben haben) ist verachtend!
Tapio Bearking[QUOTE]freunde hatte bastian kaum[/QUOTE]

Das ist falsch. Klick ~> [url=http://stern.de/politik/panorama/:Mitsch%FCler-Amokl%E4ufers-Bastian-Au%DFenseiter/577045.html]Klack[/url]
DMSBHast recht... Hatte ich vorher nicht gesehn...

Mhh, weiß nicht - meine Freunde geben mir im Leben eigentlich so viel Kraft dass es immer wieder spaß macht...

Naja, obwohl ich auch einen Kumpel hab der so enorm depressiv ist weil er keine Freundin hat dass man es kaum aus hält... Scheint da wohl gewisse parallelen zu geben...

Aber Bastian hat doch irgendwo recht:
Ich merkte mehr und mehr in was für einer Welt ich mich befand. Eine Welt in der Geld alles regiert, selbst in der Schule ging es nur darum. Man musste das neuste Handy haben, die neusten Klamotten, und die richtigen "Freunde". hat man eines davon nicht ist man es nicht wert beachtet zu werden...

...Von 1994 bis 2003/2004 war es auch mein Bestreben, Freunde zu haben, Spass zu haben. Als ich dann 1998 auf die GSS kam, fing es an mit den Statussymbolen, Kleidung, Freunde, Handy usw.. .

UNSERE GESELLSCHAFT IST NICHT VIEL WERT!!!
darkEMYR[QUOTE][i]Original geschrieben von littlelilith136 [/i]
[B]Leider hat der Amokläufer mit vielen Dingen Recht. Wer nicht zumindest einmal in der Situation nur wegen seines Ausehens mehr als nur gemobbt zu werden, wird das kaum verstehen. [/B][/QUOTE]

Da kann ich dir nur zustimmen!
DMSBKinder und Jugendlich können nun mal sehr grausam sein - das ist aber mehr dummheit als alles andere.

Ich spreche da aus erfahrung...

Ich habe in der Grundschule auch ständig, fast täglich, einen Klassenkamaraden verhauen aus dem grund dass er dick war.

Sowas dummes... Wenn ich ihn jetzt sehe und er grüßt mich - kann ich eigentlich nur sagen - der hat so einen großen Charakter und ist so stark!

Aber es gibt Leute wie Bastian die eben mehr darauf geben dem anderen eine Denkzettel zu verpassen - um jeden Preis!

So sind die Menschen, leider!
SolsticeIch habe mir jetzt eben noch einmal den "Abschiedsbrief" durchgelesen...

Meines Erachtens nach ist das ein großer Haufen Selbstmitleid eines Menschen mit spätpubertärem Freiheitsdrang und einer Prise verhinderter Rebellion.
Tut mir leid, ich sehe da weder Seelenschmerz noch eine ausweglose Situation, sondern nur einen kleinen Jungen, der rumtrotzt, weil die Welt so ist, wie sie ist und er das nicht mal eben ändern kann.
Ein Mensch dokumentiert seine Kapitulation vor der Realität. Na toll!
darkEMYRAusweglosikeit ist auch für mich nicht zu erkennen.Für ihn war es aber so. Er fand sein Leben nicht lebenswert!
SolsticeJa, schlapp, nech?
DMSBJa,

es ist für jeden Menschen in Deutschland ein Werdegang "vorgeschrieben".

Wie er sagt "S.A.A.R.T"...

Wer aus der reihe tanzt und nicht so will wie der Staat - wird es vom Staat zu spüren bekommen...

So dumm ist das alle gar nicht.

(mal davon abgesehn dass ich dem vorgeschriebenen Werdegang des Staates folge und (durch etwas Glück was nicht jeder hat) sehr glücklich damit bin)
darkEMYRdas ist in der Tat nicht dumm.Der Brief beinhaltet einige sehr kluge Gedanken!!!
@Solstice: Außenstehenden erscheint es vielleicht schlapp.Man kann sich halt nicht 100%ig in Menschen hineinversetzen.Wir haben unsere Präferenzen,unsere Ziele,unsere Träume...und für ihn gab es das nicht bzw. waren die Träume und Ziele anderer Unsinn...
SolsticeJa, man kann eben versuchen, sich der Realität zu stellen, das Beste daraus zu machen und sich selbst dabei treu bleiben. Man kann auch wie hier auf seiner Position beharren und voll gegen die Wand fahren. Das ist in meinen Augen aber in etwa so intelligent, als wenn ich in einer Kurve geradeaus fahre, weil es mir nun einmal gerade nicht in den Kram passt, dass es hier links rum geht. Wenn ich dann vom Baum gekratzt werde, bin ich sicher meinen Prinzipien treu geblieben ("ich gehe meinen Weg, haha..), den Rest der Gesellschaft wird das aber kaum jucken.

Was mich immer an diesem Protestgefasel stört, ist der erschreckend geringe Sinn für Realismus.
LaChatteschlapp? weiss nicht. Er hatte vielleicht bloss nicht das Glück, ein robustes Gemüt zu haben...

Verurteilen kann ich ihn nicht. Ich mag mich selbst noch daran erinnern, wie schmerzhaft Mobbing ist (obwohl mir nie jemand glühende Fahrradschlüssel in die Hand drückte) und wie unschön die Welt erscheint, wenn niemand da ist, der hilft. Wenn es manchmal noch nicht einmal möglich ist, Hilfe zu holen.

Auch die Mühe mit gewissen aktuellen Realitäten kann ich sehr leicht nachvollziehen. Ich finds je länger je schwieriger, mich an dieses sinnlose "so ist es eben" anzupassen. Und Alternativen zu suchen und zu finden, frisst eine Menge Energie. hier ist es wohl ein Glück, ein bisschen älter und gefestigter zu sein. Aber es gibt auch immer wieder Zeiten, wo ich mich ernsthaft frage, was ich denn hier überhaupt auf der Erde mache... und das Gefühl habe, dass ich irgendwie falsch angeliefert worden bin. Die Welt ist einfach zu absurd und zu tragisch.
DMSBMein Sinn des Lebens:


Dem Leben einen Sinn geben...

Viele Menschen leben einfach vor sich hin...

Man sollte etwas in seinem Leben finden was dem Leben einen Sinn gibt...
Das kann zum Beispiel eine attraktive Partnerin sein - wobei da viele menschen schon wieder den nachteil haben dass sie einfach nicht so aussehn wie Brad Pitt. Oder man findet ein Hobbie dass man dauerhaft ausführen kann - aber dafür brauhst du Geld -> einen Job bei dem man soviel Geld bekommt dass man mehr damit anstellen kann als einfach nur leben zu können.

Ich habe dieses Glück eine Freundin und auch etwas geld zu haben - aber dass hab ich nur mit viel Glück bekommen - leider kann nicht jeder dieses Glück haben - leider - denn dann würde es allen besser gehn...
SolsticeNa ja... das Problem ist ja nicht selten, dass selbst Leute, die das Zeug dazu hätten, einen guten Job zu bekommen, weil sie einfach intelligent und fähig sind, diese Phase nicht mehr bekommen, weil sie bereits in der Schule teils durch äußere Einflüsse, teils durch eigenes Verschulden ihrer Chancen beraubt werden. Mit einem Hauptschulabschluss ist es eben bedeutend schwieriger, richtig Geld zu verdienen, als mit Abitur. Und den Grundstein hierfür legt man nun mal leider gerade in der Hochphase der Pubertät, also in einer Entwicklungszeit, in der einen alles interessiert, nur nicht Regeln, Gesetze, Zwänge und die eigene Zukunft. Manche kriegen es trotzdem hin, manche nicht.
Phoenix1384Ich habe gerade auf [URL=http://www.gamestar.de/news/_killerspiele_/1466334/_killerspiele_.html]GameStar.de[/URL] einen interessanten Artikel gelesen, in dem steht, dass der Gesetzgeber mit einem Verbot der Einfuhr und Herstellung von so genannten "Killerspielen", die allerdings noch zu definieren seien, durchkommen kann, da es nicht gegen das Grundgesetz verstieße. Zur Argumentation, dass die Spiele über Grauimporte aus den Nachbarstaaten, oder über Internetseiten bezogen werden könnten, wird von den Bundestags-Juristen empfohlen:"auch eine Regelung zur Zugriffsbeschränkung für Internetseiten mit entsprechenden Inhalten zu erlassen."

Einmal ganz davon abgesehen, dass es dem Binnenmarkt nicht gut tun wird, wenn ein solcher doch recht ansehnlicher Warenbestand in den Läden wegfallen wird, ist es eine ganz eindeutige Zensur! Und die IST verfassungswidrig... Wenn sich solche Zensurmethoden bei Computerspielen durchsetzen lassen, lassen sie sich auch ohne weiteres in anderen Bereichen durchsetzen. Hatte Orwell vor knapp 60 Jahren mit seiner Vision doch recht? Ich finde es erschreckend, wie die reale Welt der Welt in "1984" wieder ähnlicher wird...

Ich frage mich, was wird passieren, wenn das Verbot tatsächlich durch ist, die Unterhaltungsindustrie Gewinneinbußen hinnehmen und Arbeitsplätze streichen musste und der nächste Amoklauf passiert? Möglicherweise von jemandem, der nie mit solche Spiele gespielt hat? Und einmal angenommen, es würde gelingen die gerade jetzt geborene Generation so zu erziehen, dass sie niemals selbst gewalttätig auffällt, oder mit Gewalt, realer und virtueller, in Berührung kommt.. würden viele von denen dann nicht psychische Probleme bekommen, wenn der selbe Staat, der in ihrer Kindheit zu ihnen gesagt hat, Gewalt ist böse, sie plötzlich zum aktiven Töten ausbildet? Was ist, wenn ein gewaltfrei erzogener (also nie Ego-Shooter gespielt hat) Soldat in der Bundeswehr plötzlich Amok läuft? Wird dann die Bundeswehr verboten? Oder wird denen in der gewaltverherrlichenden Ausbildung die Waffen weggenommen? Macht sich darüber eigentlich irgendein Politiker wirklich ersthaft Gedanken?

/edit: [URL=http://www.gamestar.de/magazin/special/pc/spiele/versagen_auf_der_ganzen_linie/1466331/versagen_auf_der_ganzen_linie.html]Hier[/URL] noch ein Kommentar, der das Versagen von Medien und Politik, also der Gesellschaft, meiner Meinung nach gut auf den Punkt bringt! Es wird auch deutlich, dass die Gesellschaft der BRD (Politik/Medien) Sebastian B. in ihrem Verhalten praktisch recht gibt - es geht ihr nur ums Geld, auch jetzt nach der Tat...
littlelilith136[QUOTE]Wie er sagt "S.A.A.R.T"...

Wer aus der reihe tanzt und nicht so will wie der Staat - wird es vom Staat zu spüren bekommen...

So dumm ist das alle gar nicht.

(mal davon abgesehn dass ich dem vorgeschriebenen Werdegang des Staates folge und (durch etwas Glück was nicht jeder hat) sehr glücklich damit bin)[/QUOTE]

Und wer Probleme hat, wird vom Staat nicht unterstützt. Ich bin durchaus nicht glücklich mit dem System, dem uns ach so vorgeschrieben Lebensweg. Aber ich bin mir dessen bewusst, das ich nichts ändern kann und dieses Bewusstsein hat mich soweit gebracht, dass es mir schon egal geworden ist, wie scheiße dieses System doch ist. Das einzige was der einzelne in diesem System machen kann, ist den "für einen selbst besten" Weg zu sehen.

Die Menschen brauchen ein System, damit sie Sicherheit haben. Aber wenn sie einmal kein Glück haben, und sich aufgrund unglücklicher Verkettungen in einer Situation befinden, in der sie hilfe brauchen, dann erst merken sie, dass das System bei weitem nciht jedem hilft.
decay73Hey, Phoenix1384, wenn du dich statt mit Egoshootern und den Argumenten der Spiele-Industrie mit dem GG auseinandersetzen würdest, wüßtest du, daß gerade ein Verbot dieser "Spiele" eben keine Zensur ist.
:rolleyes:
Pseudo-Gruftiii@darkemyr: ich schätze du verstehst mich eigentlich im jeglichen punkt, ich würde es nur anders ausdrücken;)
Apex[QUOTE]Wie er sagt "S.A.A.R.T"...[/QUOTE]

Das ist Blödsinn, es gibt keinen vorgeschriebenen Lebensweg (eigendlich ist es sogar so, dass viele Menschen nicht mehr wissen wohin, weil SAART nicht mehr funktioniert). Jeder kann machen, werden und gehen wohin er will. Ich kenne genug Leute die ihr Leben vollkommen unabhängig gestalten. Eine Freundin lebt seit Jahren so, dass sie ein Jahr arbeitet und ein Jahr dann nicht, da sie in dieser Zeit dann Weltreisen macht, auf die sie im Jahr davor gespart hat. Mein Onkel ist ein Jahr durch Australien gereist, kam zurück, lies sich sein Erbe auszahlen und hat sich dann in Down Under ne Existenz aufgebaut. Nichts von den beiden Lebensläufen entspricht diesem "SAART". Wer sich selbst in anscheinend existente gesellschaftliche Normen einsperrt, hat eigendlich auch nichts anderes verdient. Leben ist was ihr draus macht.

[QUOTE]Zur Argumentation, dass die Spiele über Grauimporte aus den Nachbarstaaten, oder über Internetseiten bezogen werden könnten, wird von den Bundestags-Juristen empfohlen:"auch eine Regelung zur Zugriffsbeschränkung für Internetseiten mit entsprechenden Inhalten zu erlassen."[/QUOTE]

Es ist keine Zensur "Killerspiele" auf den Index zu setzen. Aber es dürfte schwer werden erwachsenen Menschen zu verbieten sich diese dann in Österreich zu besorgen, ob jetzt persönlich oder über "amazon.at". Da zumindest dürfte die EG etwas dagegen haben.
littlelilith136[QUOTE]Leben ist was ihr draus macht.[/QUOTE]

Du kannst nur daraus machen, wozu dir die Möglichkeiten gegeben sind. Zur Zeit ist mir keine andere Möglichkeit als zu diesem System gegeben. Aber Du hast durchaus Recht, es muss nicht so sein. Aber es ist der Grundstein unserer Gesellschaft.
nullpromillesorry :q
ApexZumindest als junger Mensch stehen einem in Europa, auch wenn es einem manchmal nicht so erscheint, alle Möglichkeiten offen, wenn man sich nur mal von der inneren Lethargie löst.
Phoenix1384@decay73 und Apex:

Ich habe nicht gesagt, dass das Verbot der Herstellung und Vertreibung von Ego-Shootern eine Zensur wäre. Im Gegenteil hatte ich geschrieben, dass das NICHT gegen das Grundgesetz verstieße. Was ich als Zensur ansehen würde, wäre die von den Bundestagsjuristen angesprochene [I]Zugriffsbeschränkung des Internets[/I], um die Spiele aus der BRD nicht mehr über internationalem Onlineversandhandel beziehen zu können... ;) Na ich hoffe doch, dass die EG da was gegen haben wird! Zensur im Internet wegen soetwas ist albern und erinnert an die Internetzensur in China.
Sicher können sie Ego-Shooter verbieten, aber das ist meiner Meinung nach so sinnvoll, wie einen Korken in einen Auspuff zu stecken, damit das Auto keine Schadstoffe mehr produziert...

/edit: Ich sehe gerade, dass die Idee Ego-Shooter zu verbieten nicht aus Deutschland kommt. In den USA ist soetwas schon seit März im Gespräch: [URL=http://www.mediabiz.de/newsvoll.afp?Nnr=202648&Biz=gamesbiz&Premium=N&Navi=00000000&T=1]link[/URL]
Etwas zynisch könnte man fast behaupten, dass die Politiker nur auf den nächsten Amoklauf gewartet haben, um auch hier ein Verbot durchzudrücken.
SolsticeAusgerechnet in dem Land, in dem jeder seine Pumpgun im Schrank und seinen Revolver unter dem Kopfkissen hat, aus Gründen der Verhinderung von Amokläufen Ego-Shooter zu verbieten, grenzt an Zynismus.
Gerade in den USA sind es doch regelmäßig die "unauffälligen Gutbürger", die durchdrehen und im Supermarkt mal ein paar Leute über den Haufen schießen, weil sie ihnen die letzte Packung Cornflakes vor der Nase weggeschnappt haben. Nur interessieren solche Nachrichten weltweit kaum noch, weil sie praktisch zum Normalbild der USA gehören.
Solsticebtw.: lebt Charlton Heston eigentlich immer noch?
decay73hach ja, die guten alten zeiten. da ist man mit einem slbstgebauten holzgewehr durch den wald gerannt und das hatte dann sogar noch eine soziale komponente.

zum einen hat man sich an frischer luft bewegt und zum anderen mußte man sich mit seinem gegenüber einigen, ob er nun getroffen wurde, oder nicht. man hat also gleichzeitig gelernt, reale konflikte zu lösen.

heute sitzt man blaß vor dem compi und lernt andere abzuknallen. und das in allen einzelheiten, denn ein spiel ist ja umso besser, je realistischer es ist.

mal im ernst, wenn ich mir vorstelle, daß 10-, 12- oder 14-jährige den tag mit sowas verbringen, wir mir übel (bei einer befragung kam heraus, daß 50% der 10-jährigen und bereits 80% der 14- bis 15- jährigen gelegentlich - ein drittel regelmäßig- spiele spielen, die eigentlich nur für erwachsene freigegeben sind) und ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß das keine auswirkungen auf kinderhirne hat. von daher fände ich ein verbot eine gute sache.

interessanterweise ist ein verbot heute schwieriger zu bekommen und zu kaufen gibt es das spiel dann trotzdem. früher gab es die bundesprüfstelle für jugendgefährdende medien und wurde ein spiel nachträglich indiziert, verschwand es aus den regalen und selbst erwachsene haben es kaum noch bekommen. wenn heute die "unterhaltungssoftware selbstkontrolle" (usk) einem spiel keine freigabe gibt, kann das bpjm nicht mehr indizieren und der verkauf gehet weiter.

das schlimme an solchen spielen ist in meinen augen, daß kindern und jugendlichen der respekt vor dem leben durch tausendfacher wiederholung der tötung anderer menschen (und das eben auch möglichst reaistisch) ohne die möglichkeit der reflexion darüber genommen wird. genauso trainieren auch soldaten, damit sie lernen, im notfall ohne zu überlegen oder darüber nachzudenken, was sie da tun, abzudrücken.

wenn sich also so ein jungedlicher aus frust und abgrundtiefem haß ein knarre besorgt, hat er wesenliches schon gelernt, seinen plan auch umzusetzen. aber natürlich, und das möchte ich noch betonen, kann man solch ein spiel alleine nicht verantwortlich für solche taten machen. das wäre zu einfach, aber es ist ein grund, sich in der gesellschaft grundlegende gedanken über verschiedene dinge zu machen. mittlerweile zeigen ja auch schon ard und zdf bilder in ihren nachrichten und berichten, wie ein mensch getötet oder erschossen wird (erstmalig bewußt aufgefallen ist es mir beim krieg in afghanistan - und mir ist dabei aufgefallen, daß es keinen unterschied in der wirkung der bilder zwischen den nachrichten und einem gut gemachten spiel gibt). solche bilder gab es nicht immer im fernsehen.

das ist ein grund, warum ich den fernseher abgeschafft habe und schon ewig keine ballerspiele mehr gespielt habe - freiwillige selbstkontrolle sozusagen. aber wenn man sich die verkauszahlen für fernseher oder computerballerspiele anschaut, scheinen das nicht viele zu machen. ;)

mich wundert es da nicht, wenn die menschen durchdrehen. es ist eben nicht mehr "alles nur ein spiel". :)


edith sagt: sorry, phoenix, denn hab ich dich wohl missunderstood. ;)

[quote]Sicher können sie Ego-Shooter verbieten, aber das ist meiner Meinung nach so sinnvoll, wie einen Korken in einen Auspuff zu stecken, damit das Auto keine Schadstoffe mehr produziert...[/quote]
Wenigstens kann das Auto dann vorübergehend nicht mehr fahren. In der zwischenzeit kann man dann ja die reifen platt machen oder das auto an die leine legen...und ihm dann einen kat verpassen...man gewinnt zeit für eine sinnvollere, überlegte lösung. :)
NnordyIch finde es ehrlich gesagt wesentlich erschreckender daß sich sowohl der junge Mann aus Emsdetten als auch der aus Erfurt offensichtlich völlig problemlos ein Waffenarsenal zusammenkaufen konnten. Da muß man sich doch viel eher fragen, wie die an die Dinger kommen können - scheint ja hierzulande mittlerweile fast genauso einfach zu sein wie im seligen Amiland. Ich kann noch so viele 'Killerspiele' (mir fehlt hier im übrigen immer noch eine genaue Definition - ist 'Heroes of Might & Magic' ein Killerspiel, weil ich da ständig Monster platt klopfe? Oder diverse Star Wars Spiele, weil ich da böse Sith mit meinem Lichtschwert zersäbele? Oder nur Rainbow Six, wo ich Geiseln rette und dafür ein paar Schurken über den Haufen schieße? Und wer legt die Definition fest?) spielen - wenn ich an keine Pumpgun komme, kann ich auch niemanden damit umschießen. So einfach ist das. In dem Moment, wo ich mir das Ding aber am besten noch ohne Kontrolle im Internet bestellen kann ohne daß Mami und Papi dies mitkriegen wird das Ganze m.E. viel problematischer.
Es ist unbestritten, daß die kindliche Sozialisation heute wesentlich anders verläuft als noch vor 10, 20 Jahren, aber ich denke daß es viel mehr Aufgabe der Eltern sein muß, darauf zu achten was ihre Sprösslinge in ihrer Freizeit so machen. Zigaretten und Alkohol dürfen an unter 16-Jährige nicht verkauft werden - komischerweise rauchen aber immer mehr 12, 13-Jährige, d.h. das gesetzliche Verbot bringt gerade mal gar nix. Eine ähnliche Perspektive sehe ich da auch in punkto Computerspiele. Davon abgesehen, daß ich auch echte Bauchschmerzen damit habe, eine weitere Entmündigung erwachsener Menschen in Deutschland zu betreiben, indem man sich nur noch Kuschelspiele a la Pokemon und Co. kaufen darf, weil bspw. Jade Empire (Martial Arts Rollenspiel) auf dem Index gelandet ist und als Killerspiel gilt. Ich glaube, mit gesetzlichen Verboten kommt man hier nicht weiter. Das ist nichts weiter als vermeintliche Symptombekämpfung, wo man doch eigentlich eher nach den Ursachen suchen sollte. Und die liegen anderswo.
SolsticePokemon ein Kuschelspiel???

In Pokemon wird praktisch jeder Konflikt mit Kampf gelöst, die Message dieser Serie ist in meinen Augen mindestens ebenso fragwürdig, wie Counterstrike.
SolsticeOff Topic: Selbst in Teletubbyland ist gerade Krieg...:D
NnordySiehste, genau das meine ich. Das endet in einem ähnlich dilettantischen Schnellschuß wie die Kampfhundeverordnung, auf die man hier in Hessen zu Beginn auch Hunde draufsetzte, die einen absolut friedlichen und freundlichen Charakter haben, bloß weil das Leute festlegten, die keinerlei Ahnung von Hunden hatten. Das wird hier nicht anders sein. Politiker, die ein Verbot von Killerspielen fordern, sollten vorher min. 2 Wochen gezwungen werden, alle Spiele, die sie verbieten wollen, selbst zu spielen, damit sie wenigstens wissen, wovon sie reden. Ich bezweifle, daß Ede schonmal Counterstrike gespielt hat. Mein Mann spielt auch Rainbow Six und hat bis heute noch niemanden umgeballert, im Gegenteil: Er hat Leute gesund gepflegt. Ist er jetzt eine Ausnahme - oder doch eher die Regel? Mir riecht das arg nach einer Kollektivbestrafung, und es zeigt mal wieder die Hilflosigkeit des Staates ob der Zustände, die er selber maßgeblich mitbegünstigt und gefördert hat.
Ergo: Pokemon ist an allem schuld! Nieder mit Pokemon, sofort verbieten! :D

P.S.: Ja, dort ist auch Krieg, und wir gewinnen... ;)
ApexNaja, mal unter uns, in einem Land, in dem man mit 18 einen Antrag stellen muss wenn man kein Gewehr in die Hand nehmen will ist doch ein solches Verbot eine vollkommene Farce...

Btw. sicher findet auch Ede, dass Pokemon zu brutal ist...immerhin haben diese armen Wolpertinger doch auch Gefühle ;)
Phoenix1384[QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i]
[B]Naja, mal unter uns, in einem Land, in dem man mit 18 einen Antrag stellen muss wenn man kein Gewehr in die Hand nehmen will ist doch ein solches Verbot eine vollkommene Farce...[/B][/QUOTE]

[zyn]Also wirklich... "Kontrolierte" Ausbildung zur staatlich anerkannten hörigen Tötungsmaschine ist doch etwas völlig anderes, als willkürliche "unkontrolierbare" Aneignung theoretischer Möglichkeiten zum Amoklauf, welche in kaum einem Computerspiel als Amoklauf dargestellt sind.. [/zyn] Mal ganz davon abgesehen, dass als Vorbild von Sebastian B. das Massaker von Littleton angegeben ist, dass PC-Spieltechnisch überhaupt gar nicht umgesetzt wurde, und somit eher auf mangelnde Medienkompetenz Sebastians zu werten sein sollte... :rolleyes:

Btw.: Ich würds echt spannend finden, was die USA sagen, wenn das Propagandaspiel der US-Army "Americas Army" auf dem deutschen Index landet und der Zugriff aus der BRD auf deren Homepage von offizieller Seite gesperrt wird.. :D
Schwarzer Prinz[QUOTE][i]Original geschrieben von littlelilith136 [/i]
[B]Und wer Probleme hat, wird vom Staat nicht unterstützt. Ich bin durchaus nicht glücklich mit dem System, dem uns ach so vorgeschrieben Lebensweg. Aber ich bin mir dessen bewusst, das ich nichts ändern kann und dieses Bewusstsein hat mich soweit gebracht, dass es mir schon egal geworden ist, wie scheiße dieses System doch ist. Das einzige was der einzelne in diesem System machen kann, ist den "für einen selbst besten" Weg zu sehen.

Die Menschen brauchen ein System, damit sie Sicherheit haben. Aber wenn sie einmal kein Glück haben, und sich aufgrund unglücklicher Verkettungen in einer Situation befinden, in der sie hilfe brauchen, dann erst merken sie, dass das System bei weitem nciht jedem hilft. [/B][/QUOTE]

Amen.

Tja, wir sind keine Tiere, wir sind keine Menschen- wir zählen nur als Konsumenten. So würde ich das prägnant auf einen Punkt bringen. Und wer kaum was hat um zu konsumieren, zählt halt auch kaum was.
Schwarzer Prinz[QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i]
[B]Zumindest als junger Mensch stehen einem in Europa, auch wenn es einem manchmal nicht so erscheint, alle Möglichkeiten offen, wenn man sich nur mal von der inneren Lethargie löst. [/B][/QUOTE]

Ohne Geld ?
ApexNaja, dass muss man sich erarbeiten...und es ist ja nicht so, als ob Sebastian dazu nicht die Fähigkeiten gehabt hätte...ich meine eine 1 in Mathe (was für mich einer teuflischen Wissenschaft gleichkommt)...er sah hier halt keine Perspektiven, was ich schade finde. Es gibt immerhin trotz der Arbeitsmarktkrise in Deutschland hunderte von Möglichkeiten sich zu qualifizieren, zu bilden oder Wege abseits ausgetretener Pfade zu finden.

Weiteres Beispiel, eine Freundin die mit mir zusammen das Abitur gemacht hat, macht gerade auf Teneriffa ein Fernstudium, jobt nebenher und bekommt Bafög (Fernstudien werden auch gefördert und der Wohnort ist dabei ja eigentlich egal) ;)

Etwas mehr Optimismus und ein klein wenig Euphorie was die Zukunft angeht kann manchmal ganz gut für Menschen sein finde ich...
Schwarzer PrinzWeiterbildung bedeutet heute nicht gleich sicherer Arbeitsplatz und gutes Einkommen. So dachte ich auchmal. Was ist mit den ganzen arbeitslosen Akademikern ? Oder guten Realschülern die keine Ausbildungstelle bekommen (d.h. Zeugnis besser o. gleich 2 wie Sohn meiner Nachbarn - 80 Bewerbungen). Die Ausbildungsstellen die früher Realschüler bekommen haben (wie simple Kaufleute o. Elektiker) werden zunehmend von Abiturienten in Anspruch genommen --> Angebot und Nachfrage. Meinst Du jeder mit weniger als Abitur ist ein Verlierer und Faulenzer ? Nur mal so gefragt ?

Und komme mir nicht mit: Können ja auswandern. Andere Länder -i.d.R. auch in der EU - nehmen nur Leute, die sie auch wirklich brauchen. Frankreich zB. nimmt nur sehr ungern überhaupt Arbeitssuchende auf, weil sie ja - genausowenig wie wir - die hohe Arbeitslosigkeit nicht in den Griff kriegen. Auch die Schweizer haben inzwischen die Nase rel. voll von deutschen "Gastarbeitern" (weil die Deutschen für weniger Geld arbeiten und so tlw. den Schweitzern die Stellen wegnehmen)

OFF TOPIC im Grunde, daher belasse ich es dabei :)
Apex[QUOTE]Meinst Du jeder mit weniger als Abitur ist ein Verlierer und Faulenzer ? Nur mal so gefragt ?[/QUOTE]

Nö glaub ich nicht, ich hab ja auch mein Abitur nachgemacht. Und meine Eltern haben auch nur den Volksschulabschluss. Heutzutage muss man halt ziemlich phantasievoll sein was die Zukunft angeht und auch sicher ziemlich flexibel. Etwas Optimismus kann hier helfen in manchem, was zunächst bedrohlich erscheint, die Chancen sehen. Ich zum Beispiel sehe in der Akademikerarbeitslosigkeit eigentlich sogar eher eine Befreiung, ich richte mein Studium nach späteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus, sondern einfach nur noch nach Interessen. Etwas was eigentlich vollkommen undenkbar ist, ich studiere nicht um später viel zu verdienen, ich studiere, weil es mir schlicht und einfach Spaß macht und ich studiere was mir gefällt und was auch meinen Fähigkeiten und Neigungen entspricht. Weil, ich kann später genauso gut arbeitslos werden wenn ich jetzt anfange BWL oder eine Naturwissenschaft zu studieren.

Und auch auf dem europäischen oder gar internationalen Arbeitsmarkt hat man durchaus Möglichkeiten. Man muss sich halt hier mehr vorbereiten und sich darüber informieren welche Branchen gerade in welchen Ländern boomen, in Irland würden mir zum Beispiel Finanzsektor, IT und Pharmazie einfallen...das sind durchaus Branchen die auch deutsche Fachkräfte suchen, nur so als Beispiel.
Es geht mir halt primär darum, dass man Jugendlichen aufhört einzureden, dass sie keine Zukunft haben, man soll Probleme nicht verschweigen, aber man muss auch aufhören den Jugendlichen das Gefühl zu vermitteln, dass sie nutzlos sind und keine Perspektiven haben. Das stimmt nämlich einfach so nicht.
littlelilith136[QUOTE]Tja, wir sind keine Tiere, wir sind keine Menschen- wir zählen nur als Konsumenten. So würde ich das prägnant auf einen Punkt bringen. Und wer kaum was hat um zu konsumieren, zählt halt auch kaum was.[/QUOTE]

Tja, es kann einem jeden passieren, das er mal auf der Straße sitzt, aber gleich verhungern oder erfrieren lassen, ist schon ne harte Geschichte, oder nicht? Und wenn bis jetzt jeder, der mal vorübergehend obdachlos war wirklich gestorben wäre (nehmen wir einmal diesen Extremfall an), wie viele Deutsche oder Österreicher würd es dann noch geben?
Wer nichts konsumiert zählt nicht. Aber was ist wenn diese nicht konsumierenten Individuen nie wieder etwas konsumieren, oder sagen wir mal, sie konsumieren aber können es sich nicht leisten Konsumenten zu zeugen (Kinderkriegen), dann stirbt der Staat aus. Wirtschaftkrise.

Und um einen Weg einschlagen zu können der nicht in dieses Schema fällt, braucht man Geld und das hat nun mal nicht jeder. Demnach braucht man erstmal ne Arbeit, und um so eine zu kriegen, braucht man ne Ausbildung. Hey, wenn man heut ne Lehrstelle will, sollte man mindestens Schulabbrecher einer Schule, die etwas mit dem Lehrberuf zu tun hatte, sein. Maturanten, oder Abituranten (kA wie das in Deutschland heißt) werden ohne Praksis oft gar nicht mehr genohmen, aber woher kriegen?

Aber ich denke nicht, dass es hier Thema der Diskusion ist, wie man aus diesem Systhem ausbrechen kann, oder ob man es kann, ich bin der Meinung, diese Diskussion sollte vielleicht mehr auf die Mängel in der Ausbildung oder der "Ausbildner" eingehen, was meiner Meinung nach einer der Hauptgründe für viele Amokläufe ist.
Phoenix1384@SchwarzerPrinz

Realschüler haben aber in Deutschland die Möglichkeit der weiterführenden Schulen und können so ihre Chancen verbessern. Warum denkt der Sohn deiner Nachbarin nicht über eine schulische Weiterbildung nach? Oder warum kommt das für ihn nicht in Frage? Mein Bruder hat bloß einen Hauptschulabschluss, da er 2 mal am Realabschluss aus eigener Faulheit, wie er selber sagt, vorbeigeschrammt ist. Jetzt ist er auf einer Fachschule für Metalltechnik und hat in 1 1/2 Jahren seinen faktischen Realschulabschluss mit praktischer Erfahrung in der Metalltechnik. Mit diesem Abschluss hat er schon mal bessere Chancen einen Ausbildungsplatz zu bekommen, da er auch Praxiskenntnisse mitbringt. Ebenso kann er, wenn er will, oder keinen Platz findet, nach dem Abschluss das Fachabi (ich glaube auch das normale Abi, bin mir da aber unsicher) machen und danach evtl. an die Fachhochschule, bzw. Uni. Diese Möglichkeiten fallen ihm aber nicht einfach so zu, weil das System gerade gute Laune hat, sondern weil er etwas dafür tut! Er hat sich gesagt, Hauptschulabschluss ist Mist und eine Ausbildung finde er damit auch nicht (obwohl der SEHR GUT war...). Also geht er weiter zur Schule und verbessert seine Chancen, in dem er sich mehr Kenntnisse aneignet. Ein VWL'er würde dazu glaube ich sagen, er erhöht seinen Marktwert. (Ich mag Wirtschaftssprache nicht besonders...). Kann mir keiner erzählen, es gäbe keine Möglichkeiten! Natürlich kann man sich tausendfach bewerben, aber das bringt nichts, wenn man ständig abgelehnt wird. Ein Freund von mir hat nach der Realschule eine Ausbildung zum Büroinformatinselektroniker (heute heißt das ganz anders) gemacht, beide Abschlüsse um 2 rum. Er wurde nicht übernommen, und fand hinterher keine Stelle - nach über 140 Bewerbungen.. Er hätte sich stattdessen auch mal zum Beispiel an der Technischen Universität bewerben können, oder andere Weiterbildungsangebote nutzen können, um seine Chancen zu verbessern; in meinem einen Semester an der TU habe ich viele kennengelernt, die eine praktische Ausbildung statt Abi hatten. Aber er meinte er hat dazu keine Lust und will lieber Geld verdienen. Jetzt jammert er rum, dass sein Aushilfsjob als Digi-Cam-Reparateur mies ist, er wenig Geld bekommt und er nicht weiß, wie lange er das machen kann, obwohl er sich praktisch für diesen Weg entschieden hat...

Das mag zwar jetzt ungebührlich hart klingen, aber ich bin der Meinung, dass Leute, die vorhandene Möglichkeiten nicht nutzen, und dann über das vorliegende rumjammern, selber Schuld haben! Etwas anderes ist es, wenn einem die vorhandenen Möglichkeiten verwehrt sind. Aber wenn man sie ignoriert oder nicht mal nach ihnen sucht, sollte man sich nicht wundern, wenn einem nichts in den Schoß gelegt wird.... Sicher, auch mit einer akademischen Ausbildung kann man arbeitslos werden/sein, aber ist das eine Entschuldigung dafür zu resignieren, die Hände in den Schoß zu legen und typisch deutsch* anzufangen zu jammern, anstatt nach Möglichkeiten zu suchen die bestehenden persönlichen Verhältnisse und Situation zu ändern? Meiner Meinung nach ganz klar NEIN!


*sorry, aber mir scheint es sehr oft so, dass in Deutschland hauptsächlich nur resignierend gejammert und NICHTS getan wird, um das beste daraus zu machen und Situationen für sich zu verbessern...

/edit: Ich stimme Apex zu, wenn er sagt, dass die Akademikerarbeitslosigkeit auch eine Befreiung sein kann und man aufhören sollte den Kids Zukunftslosigkeit einzureden. Seine Zukunft hat jeder weitestgehend selbst in der Hand! Natürlich, wenn ich mir vornehme in 10 Jahren eine große Marktbeherrschende Firma mit 10.000 Angestellten zu haben, werde ich vielleicht auf dem Weg dahin scheitern. Wenn ich jedoch gar nicht erst damit anfange an der Firma zu arbeiten, werde ich in 10 Jahren garantiert nicht weiter sein, als ich es heute bin. Fange ich jedoch an, bin ich in 10 Jahren weiter und irgendwo anders, als jetzt, und es werden sich mir neue und andere Möglichkeiten bieten. (so als Beispiel meinerseits zu dem von Apex angesprochenen Optimismus..)
Auch meiner einer kommt aus einer Familie, in der jeder Hauptschule hat/hatte. Ich machte meinen Realabschluss, ging danach aufs Gymnasium, wo ich zusätzlich zum Schulstress noch zwei sehr nahe Verwandte durch Krankheiten verlor, knallte keine Lehrer ab (obwohl einige echt sch***e waren...*g*), machte mein Abi, Zivi, fing an Maschinenbau zu studieren weil das ja sooooo zukunftssicher ist, habs geschmissen weil ich mit Mathe nicht klar kam und wechselte nach Geschichte, eine meiner Leidenschaften. Die Berufsaussichten von jungen Historikern bewegen sich offiziell irgendwo zwischen Hartz IV und Currywurstverkäufer. Das hindert mich aber keineswegs daran mit vollem Elan (*hust*) und Freude dieses Fach zu studieren! Es wird sich schon was finden lassen, auch wenn es nichts direkt mit Geschichte zu tun hat. Möglichkeiten gibt es bei Verlagen und Zeitungen (Geschichtsstudenten werden lieber genommen, als Journalismusstudenten..), div. Archiven, Museen, und bestimmt vieles, von dem ich noch nichts gehört habe. Mir ist auch ein Gerücht zu Ohren gekommen, dass Geschichtsstudenten auch Chancen in der Wirtschaft haben, einen Posten im Managmentbereich zu bekommen, da sie sich sehr schnell in neue Thematiken einarbeiten könnten... Also, was hab ich davon, wenn ich das Studium schmeiße und jammere, nur weil es angeblich schlechte Berufsaussichten später gibt? Nichts... Wenn ich trotz der schlechten Berufsaussichten weiter studiere? Viele Möglichkeiten...
Schwarzer Prinz[QUOTE][i]Original geschrieben von Phoenix1384 [/i]
[B]@SchwarzerPrinz

Realschüler haben aber in Deutschland die Möglichkeit der weiterführenden Schulen und können so ihre Chancen verbessern. Warum denkt der Sohn deiner Nachbarin nicht über eine schulische Weiterbildung nach? Oder warum kommt das für ihn nicht in Frage? [/B][/QUOTE]

Macht er ja, diese ganzen schulischen Angebote sind im Grunde "Abstellplätze". Denn was zählt im Endeffekt ist eine prakt. gute Ausbildung.

Das mit dem Informationstechniker was Du schriebst, beruhigt mich in gewisser Weise ehrlichgesagt, nahm an, diese Leute wären erheblich mehr auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Aber lassen wir das, es wird zu OT.
littlelilith136Es wär auch blöd, wenn du dein Studium schmeißt, wenn du auch nur die geringste Chance hast, es zu schaffen. Es ist immer noch besser irgend ein Fach studiert zu haben, als gar keins.

Wer die Chance und die Fähigkeiten hat, ein Studium zu schaffen, der sollte es auch zu Ende bringen.
Xenomorph"S.A.A.R.T" gewinnt immer, auch wenn ihr es nicht wahrhaben wollt und alles daran setzt, es zu leugnen...

Geld, Geld, Geld...Geld oder Leben...? Alles reduziert sich auf diese eine Frage...

Doch was ist Geld...? Zu Feststoff materialisierte, "tote Arbeit".

Geld ist tote "Arbeit". "Arbeit" ist vergeudetes Leben. Ergo: Nicht Geld [B]oder[/B] Leben. Geld ist Leben. Totes Leben. Leben, das euch nicht mehr gehört.

Ohne Geld also kein Leben...? Mit Geld kein Leben... Geld frisst Leben und gebiert Tod...

Kapital ist angehäuftes Geld. Angehäuftes, in Blech und Papier geprägtes materialisiertes Leben...

Es gibt für euch doch ein Leben nach dem Tod: Das Geld. Denn dazu werden Menschen vom Kapitalismus verarbeitet...die Frage müsste daher anders gestellt werden.
Nicht wie bisher:"Gibt es ein Leben nach dem Tod"...sondern: Gibt es auch eins davor...?

Er hat diese Frage mit einem klaren "Nein" beantwortet...das einzige, was ich wirklich missbillige ist, dass er andere da mit hineingezogen, bedroht und veletzt hat...Totalausstieg aus der Gesellschaft, o.k., aber dazu hätte auch ein "normaler" Selbstmord ausgereicht...der "ganz normale Wahnsinn" eben, mittlerweile so alltäglich, dass die bürgerlichen Medien es nicht mehr für nötig erachte, darüber zu berichten.
Zu geringes Sensationspotenzial, zu wenig Gewalt, zu wenig Interesse, zu wenig Profit - zu wenig Geld.
Da war das doch nach der schon viel zu lange anhaltenden saure-Gurken-Zeit nach Erfurt mal wieder ein gefundenes Fressen, ein wahrer Leckerbissen...aber auch der vermag den Sensationshunger der in geistiger Armut dahinvegetierenden Massen nur für kurze Zeit zu stillen...aber immerhin ist ein Sündenbock auf der Bildfläche erschienen, auf dem sich die eigene Unzufriedenheit und der sicher auch beim braven "Gutbürger" vorhandene, latente Hass abladen lässt...

Aber schon morgen, wenn nicht sogar schon heute, ist die Sache längst vergessen, und man befasst sich stattdessen lieber wieder mit den "wirklich wichtigen Dingen" im Leben, business as usual im Kapitalismus, wie zum Beispiel:

Schule, Ausbildung, Arbeit, Rente - Tod.
NnordyNur eines dazu: Der Mensch ist ein tätiges Wesen. Ein Mensch, der zur Untätigkeit verdammt wird, geht vor die Hunde. Maler, die für ihre Kunst Geld bekommen, sind auch tätig. Bands, deren CDs gekauft werden, bekommen für ihre Musik Geld. Ist in gewisser Weise auch Arbeit, aber für Leute, die das gern machen, der angenehmen Art.

Ich will dies nur als Denkanstoß auf Xenomorphs plakative nihilistische Antwort hier reinsetzen - wer micht kennt dürfte wissen daß ich garantiert kein Befürworter des Kapitalismus bin, aber ich bin auch absolut nicht der Meinung, daß der Mensch damit glücklich wäre, den ganzen Tag nur auf ohnehin oft nicht mehr existenten Wiesen zu sitzen und an Blumen zu riechen. Warum werden viele Arbeitslose depressiv? Das Untätigsein, dazu gezwungen zu sein, ist da sicher mit EIN Grund (von vielen) dafür...
littlelilith136[QUOTE]Aber schon morgen, wenn nicht sogar schon heute, ist die Sache längst vergessen, und man befasst sich stattdessen lieber wieder mit den "wirklich wichtigen Dingen" im Leben,[/QUOTE]

Traurig aber wahr.

[QUOTE]Maler, die für ihre Kunst Geld bekommen, sind auch tätig.[/QUOTE]

Und was ist, wenn keiner ihre Werke will, sie aber trotzdem weiterarbeiten, macht es nun die Arbeit oder das GEld aus, ob man tätig ist?
Apex[QUOTE]"Arbeit" ist vergeudetes Leben[/QUOTE]

Leben ohne Arbeit ist genauso vergeudet.

[QUOTE]Der Mensch ist ein tätiges Wesen.[/QUOTE]

Er ist dazu auch noch ein ökonomisches Wesen, Handel zu treiben gehört einfach dazu. Schon in Urzeiten haben Menschen getauscht, Geld vereinfacht bloß diesen Tauschhandel. Und es ist einfach so, dass man Waren und/oder Geld um diese zu erwerben benötigt um zu leben, aber das war immer so, es gab keine Zeit in der man nicht arbeiten musste um zu überleben...Schlaraffenland gibts leider nicht...
littlelilith136[QUOTE]Zitat:
--------------------------------------------------------------------------------
"Arbeit" ist vergeudetes Leben
--------------------------------------------------------------------------------



Leben ohne Arbeit ist genauso vergeudet.[/QUOTE]

Kommt immer auf die Arbeit an
buntschattenIch habe zwar nur eine Teil der 15 Seiten gelesen, aber meine Meinung zum Amokläufer (zu dem aktuellen als auch z.B. zu Steinhäuser) ist:

Ich finde eine Amoklauf absolut nicht richtig und er stellt auch kein Lösung dar, aber ich kann diese Tat [B]verstehen[/B] !!!
Auch ich war 6 J. lang an einem Gymnasium, dass sich nur mit schulischen Leistungen, aber nicht mit menschlichen Werten befasst hat. Wir hatten in der 8. und 9. Klasse 3 Suizidversuche von Schülern- das Ergebnis war ein einberufener Klassennachmittag mit dem Vertrauenslehrer. Die Wirkung war eine kurzfristiges Gemeinschaftsgefühl, welches sich nach kurzer Zeit allerdings wieder von selbst auflöste.

Das Problem an den heutigen Schulen ist einfach, dass die Schule zwischen Erziehungsauftrag, der von den Eltern immer mehr versäumt wird, und Leistungsanspruch, wie z.B. durch die Pisa-Studie, steht. Trotz dieser erhöhten Anforderungen sind die Lehrer veraltet und freie Stellen werden nicht mehr besetzt. Die Schulen sind überfordert, aber die Schüler ebenfalls. An wen soll sich ein junger Mensch wenden, der weder bei den Eltern noch bei den Lehrern Gehör findet?!

Mit Computerspielen hat das weniger zu tun. Sie sind nur ein Mittel um mit der Kombination von Freizeit und Einsamkeit fertig zu werden. Ich habe nie Interesse an solchen Spielen gehabt- dennoch sind mir Gedanken an mein Schulzeit auf dem Gymnasium auch heute noch ein Gräuel.

In meinen Augen trägt die Gesellschaft die Schuld! Wir leben nicht mehr in einer Gemeinschaft, sondern in ewiger Konkurrenz: mehr Geld, mehr Leistung, mehr Macht! Was ist mit Werten wie Menschlichkeit, gegenseitige Achtung, Mitgefühl, Anteilnahme, Ehrlichkeit? Irgendwie verkommt das doch immer mehr zur Utopie!
Xenomorph[QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i]
[B]Leben ohne Arbeit ist genauso vergeudet.
[/B][/QUOTE]

Eine Meinung, ja...aber nicht mehr...auch wenn es sicherlich die der meisten Menschen ist...

"Arbeit" ist heute ein Dogma, an das ich zu glauben und dem ich zu dienen habe, ein Dogma, dem heute ein ähnlicher Unfehlbarkeitsanspruch zukommt wie im Mittelalter der kirchlichen Lehre vom geozentrischen Weltbild...aber allein die Möglichkeit, das Leben auch für etwas anderes "vergeuden" zu können, etwas anderes überhaupt erst wollen zu können, widerlegt die Behauptung, die "Arbeit" gehöre unabdingbar zum "Wesen des Menschen"...und "Tätigkeit" kann auch etwas anderes bedeuten als "Arbeit"...nämlich auch alles, was der Gesellschaft im Gegensatz zur "Arbeit" nicht direkt von Nutzen ist, jedenfalls nicht im Sinne der Geldvermehrung und Gewinnmaximierung...bei der "Arbeit" gibt es, anders als vielleicht bei der "Tätigkeit" an sich, die Möglichkeit des "Nichtwollens"...

"Arbeit" sind alle Tätigkeiten, die lediglich unter Zwang erfolgen...nicht mehr und nicht weniger.
SenecaArbeit ist kein nötwendiger Lebensinhalt, solange man ein Lebensziel hat...Solche Ziele schaffen allerdings oft sehr viel Arbeit...!
Es geht dabei nicht unbedingt um Lohnarbeit, es gibt genug Leute, die darauf nicht (mehr) angewiesen sind...!
NnordyXenomorph: Gesetzt der Fall, Du hinter dem Haus in dem Du wohnst (ich nehme an Du schläfst nicht im Wald oder unter der Brücke) befindet sich ein Garten und es macht Dir Freude, dort Blumen zu pflanzen. Daher gehst Du im Frühjahr an die 'Arbeit' und pflanzt dort an, was mehrere Stunden dauert. Diese Form der Tätigkeit körperlicher Art ist als Arbeit definierbar. Und deshalb verwerflich?????
Arbeit ist immer Tätigsein. WARUM man arbeitet, macht den Unterschied, wie Seneca richtig darstellte. Jeder Mensch, der nur in die Gegend glotzt und nix tun kann/darf, dreht irgendwann mal am Rad. Warum Du hier die bloße Tätigkeit verdammst, ist mir ein absolutes Rätsel. Aber darum gehts hier auch gar nicht. Deinen Definitionsversuch mit dem Hintertürchen ARbeit nur als Arbeit in Form von Lohnarbeit gelten zu lassen halte ich für diskussionswürdig, aber nicht hier. Es reicht, festzuhalten, daß ich Dir da nicht nur nicht zustimme, sondern das als Spitzfindigkeit halte, um antikapitalistischen Lektüregenuß hier verwursteln zu können - aber das ist nur meine Meinung.
Der Amokläufer sah keine Perspektiven für sich. Er hätte doch - nach Deiner Meinung - einfach irgendwas machen können, was der Gesellschaft nicht dienlich gewesen wäre, und alles wäre gut gewesen? Sorry, aber bleib doch mal auf dem Teppich. Es gibt auch Leute, die ihren JOB gern machen, obwohl es doch laut Dir immer Zwang ist - oder sind die schon so Gehirngewaschen daß sie sich einbilden es mache ihnen Spaß? Oder sind das arme Irre die anders die böse kapitalistische Realität nicht ertragen? Sorry, aber die Verteufelung von Arbeit an sich halte ich für absolut daneben. Jeder, der schonmal einen Job gemacht hat, der ihm Freude bereitet hat, wird mich vielleicht verstehen, warum ich Xenomorph da weder folgen kann noch will...
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Solstice [/i]
Ich habe mir jetzt eben noch einmal den "Abschiedsbrief" durchgelesen...
Meines Erachtens nach ist das ein großer Haufen Selbstmitleid eines Menschen mit spätpubertärem Freiheitsdrang und einer Prise verhinderter Rebellion.[/QUOTE]Selbstmitleid und Freiheitsdrang sind in dem Alter eigentlich normal. Also könnte [b]verhinderte Rebellion[/b] ein wesentlicher Grund für das Austicken gewesen sein?

[QUOTE]Tut mir leid, ich sehe da weder Seelenschmerz noch eine ausweglose Situation, sondern nur einen kleinen Jungen, der rumtrotzt, weil die Welt so ist, wie sie ist und er das nicht mal eben ändern kann.
Ein Mensch dokumentiert seine Kapitulation vor der Realität. Na toll! [/QUOTE]Das geht manchmal auch älteren Herren in gehobenen Positionen so, die haben nur bessere Möglichkeiten, ihre Paranoia auszuleben.

[QUOTE]Was mich immer an diesem Protestgefasel stört, ist der erschreckend geringe Sinn für Realismus.[/QUOTE]Wieviel Sinn für Realismus haben Leute, die glauben, man könne ganze Völker lückenlos überwachen und kontrollieren? Im Unterschied zu Letzteren richten die jungen Revoluzzer keinen Schaden, wenn man ihre Rebellion [b]nicht verhindert.[/b]

[QUOTE]Na ja... das Problem ist ja nicht selten, dass selbst Leute, die das Zeug dazu hätten, einen guten Job zu bekommen, weil sie einfach intelligent und fähig sind, diese Phase nicht mehr bekommen, weil sie bereits in der Schule teils durch äußere Einflüsse, teils durch eigenes Verschulden ihrer Chancen beraubt werden. Mit einem Hauptschulabschluss ist es eben bedeutend schwieriger, richtig Geld zu verdienen, als mit Abitur. Und den Grundstein hierfür legt man nun mal leider gerade in der Hochphase der Pubertät, also in einer Entwicklungszeit, in der einen alles interessiert, nur nicht Regeln, Gesetze, Zwänge und die eigene Zukunft.[/QUOTE]Der "Abschiedsbrief" zeigt gerade, dass sich Bastian B. für Regeln, Gesetze, Zwänge und die eigene Zukunft interessiert hat, aber eben als Antwort auf seine Fragen offenbar nichts außer "S.A.A.R.T" gefunden hat. :(

[QUOTE]Ausgerechnet in dem Land, in dem jeder seine Pumpgun im Schrank und seinen Revolver unter dem Kopfkissen hat, aus Gründen der Verhinderung von Amokläufen Ego-Shooter zu verbieten, grenzt an Zynismus.[/QUOTE]Vielleicht ist es ja nur "der erschreckend geringe Sinn für Realismus"?

[QUOTE]Gerade in den USA sind es doch regelmäßig die "unauffälligen Gutbürger", die durchdrehen und im Supermarkt mal ein paar Leute über den Haufen schießen, weil sie ihnen die letzte Packung Cornflakes vor der Nase weggeschnappt haben. Nur interessieren solche Nachrichten weltweit kaum noch, weil sie praktisch zum Normalbild der USA gehören.[/QUOTE]Warum in die Ferne schweifen? In den letzten 3 Jahren haben allein in einem Umkreis von 10 km von meinem Wohnort mindestens 2 Leute ihre halbe Familie ausgerottet, und das ist gerade mal einen Artikel in der Lokalzeitung wert gewesen. Diese Leute hatten keine "Killerspiele" gespielt und waren auch nicht ständig schwarz gekleidet, also waren sie medial uninteressant. Also scheint man auch nicht gegen Amok resistent zu sein, wenn man sich mit "S.A.A.R.T" abfindet.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i]
Etwas Optimismus kann hier helfen in manchem, was zunächst bedrohlich erscheint, die Chancen sehen ... ich studiere nicht um später viel zu verdienen, ich studiere, weil es mir schlicht und einfach Spaß macht und ich studiere was mir gefällt und was auch meinen Fähigkeiten und Neigungen entspricht.[/QUOTE]Dafür ist Optimismus aber eine ziemlich irreführende Umschreibung. Denn in gewissem Sinne ist das eine Rebellion gegen die herrschenden Strukturen, in denen Geld das Maß aller Dinge ist.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i]
Es geht mir halt primär darum, dass man Jugendlichen aufhört einzureden, dass sie keine Zukunft haben, man soll Probleme nicht verschweigen, aber man muss auch aufhören den Jugendlichen das Gefühl zu vermitteln, dass sie nutzlos sind und keine Perspektiven haben. Das stimmt nämlich einfach so nicht.[/QUOTE]Innerhalb der bestehenden Strukturen haben sie keine Perspektive, sondern nur dann, wenn sie die bestehenden Strukturen durchbrechen. Es ist an uns, ihnen zu zeigen, dass das geht, ohne sich und andere Menschen umzubringen.

[QUOTE][i]Original geschrieben von littlelilith136 [/i]
Aber ich denke nicht, dass es hier Thema der Diskusion ist, wie man aus diesem Systhem ausbrechen kann, oder ob man es kann, ich bin der Meinung, diese Diskussion sollte vielleicht mehr auf die Mängel in der Ausbildung oder der "Ausbildner" eingehen, was meiner Meinung nach einer der Hauptgründe für viele Amokläufe ist.[/QUOTE]Das scheint dir so, weil einige Amokläufe von den Medien hochgepusht werden, während eine Vielzahl anderer kaum erwähnt werden. Ausbildung und Ausbilder sind ein Teil des Systems und damit diskussionswürdig, aber sie sind eben nur ein Teil.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Xenomorph [/i]
Geld, Geld, Geld...Geld oder Leben...? Alles reduziert sich auf diese eine Frage...
Doch was ist Geld...? Zu Feststoff materialisierte, "tote Arbeit".
Geld ist tote "Arbeit". "Arbeit" ist vergeudetes Leben. Ergo: Nicht Geld oder Leben. Geld ist Leben. Totes Leben. Leben, das euch nicht mehr gehört.
Ohne Geld also kein Leben...? Mit Geld kein Leben... Geld frisst Leben und gebiert Tod...
Kapital ist angehäuftes Geld. Angehäuftes, in Blech und Papier geprägtes materialisiertes Leben...
Es gibt für euch doch ein Leben nach dem Tod: Das Geld. Denn dazu werden Menschen vom Kapitalismus verarbeitet...die Frage müsste daher anders gestellt werden.
Nicht wie bisher:"Gibt es ein Leben nach dem Tod"...sondern: Gibt es auch eins davor...?[/QUOTE]Ich möchte zu diesem Komplex meine Sicht der Dinge darstellen:
Was ist Geld? Es war ursprünglich einmal (Sinn-)Bild eines bestimmten (Gebrauchs-)Wertes. Dieser Wert [b]kann[/b] Ergebnis von Arbeit sein, muss es aber nicht sein. Dieser Wert kann zum Beispiel auch eine natürliche Ressource sein. Geld erleichterte also den Austausch von Werten.
Das Problem ist nicht das Geld selbst, sondern das Zinssystem. Durch Zinsen erscheint das durch das Geld repräsentierte Gut im Laufe der Zeit immer wertvoller, während das Gut in Wirklichkeit immer wertloser wird, weil es sich verändert: Nahrungsmittel vergammeln, Häuser und Autos werden marode und so weiter. Wenn das Geld genauso wie die von ihm repräsentierten Güter vergammeln würde (Schwundgeld), dann würde es niemand mehr anhäufen. Es gäbe also keine Anhäufung von toten "Werten" und "toter Arbeit" mehr, sondern Geld könnte wieder als Sinnbild für lebendige Werte und lebendige Arbeit dienen.
Und "S.A.A.R.T" würde gar nicht mehr so traurig und trostlos klingen ...

[QUOTE][i]Original geschrieben von Nnordy [/i]
Nur eines dazu: Der Mensch ist ein tätiges Wesen. Ein Mensch, der zur Untätigkeit verdammt wird, geht vor die Hunde.[/QUOTE]Apex hat irgendwo in diesem Thread geschrieben: "Schlaraffenland gibts leider nicht". In der heutigen Gesellschaft scheint es aber eins zu geben, und die verordnete Untätigkeit bringt die Menschen um.

[QUOTE]Maler, die für ihre Kunst Geld bekommen, sind auch tätig. Bands, deren CDs gekauft werden, bekommen für ihre Musik Geld. Ist in gewisser Weise auch Arbeit, aber für Leute, die das gern machen, der angenehmen Art.[/QUOTE]Nur kannst du von dieser Arbeit nicht leben, wenn dir dafür niemand die Dinge gibt, die du zum Leben brauchst.

[QUOTE]ich bin auch absolut nicht der Meinung, daß der Mensch damit glücklich wäre, den ganzen Tag nur auf ohnehin oft nicht mehr existenten Wiesen zu sitzen und an Blumen zu riechen.[/QUOTE]Aber wenn er den ganzen Tag rackern muss und es sich nicht einmal leisten kann, auf einer Wiese zu sitzen und an Blumen zu schnuppern (weil der Boden irgendeinem "Rechteinhaber" gehört), dann ist er garantiert auch nicht glücklich.

"Arbeit muss sich wieder lohnen" heißt für mich, dass man für seine Arbeit nicht nur GELD bekommt, sondern WERTE, die dem Wert der geleisteten Arbeit entsprechen.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Nnordy [/i]
Arbeit ist immer Tätigsein. WARUM man arbeitet, macht den Unterschied, wie Seneca richtig darstellte. Jeder Mensch, der nur in die Gegend glotzt und nix tun kann/darf, dreht irgendwann mal am Rad. Warum Du hier die bloße Tätigkeit verdammst, ist mir ein absolutes Rätsel. Aber darum gehts hier auch gar nicht.[/QUOTE]Xenomorph verwendet zwar die Begriffe Arbeit und Tätigkeit gerade andersherum als ich das gewöhnlich tue, aber auch solche Missverständnisse in den Begrifflichkeiten können zu Eskalationen beitragen. Ich bin sogar der Meinung, dass fast alle gewalttätigen Auseinandersetzungen die Folge von Missverständnissen sind.

[QUOTE]Deinen Definitionsversuch mit dem Hintertürchen ARbeit nur als Arbeit in Form von Lohnarbeit gelten zu lassen halte ich für diskussionswürdig, aber nicht hier. Es reicht, festzuhalten, daß ich Dir da nicht nur nicht zustimme, sondern das als Spitzfindigkeit halte, um antikapitalistischen Lektüregenuß hier verwursteln zu können - aber das ist nur meine Meinung.[/QUOTE]Hier tust du Xenomorph Unrecht. Im öffentlichen Sprachgebrauch wird heute unter "Arbeit" in der Regel Lohnarbeit - "Erwerbstätigkeit" - verstanden. Ich (und du Nnordy vermutlich auch) verstehe unter Arbeit eine wertschöpfende (und dadurch sinnvolle) Tätigkeit. Um nicht irgendwann "am Rad zu drehen", reicht es meines Erachtens nicht, "irgendwas zu tun", sondern zur Selbstbestätigung bedarf es einer sinnvollen Tätigkeit (Arbeit nach unserem Verständnis). Ein großes Problem der heutigen Zeit ist, dass man problemlos Geld für sinnlose, ja sogar schädliche Tätigkeiten (zum Beispiel Soldat spielen) erhält, dass man aber für sinnvolle (wertschöpfende) Tätigkeiten kaum irgendwo Geld bekommt. Und der Gipfel des Ganzen ist, dass man dann in der Öffentlichkeit auch (nur) noch danach bewertet wird, ob man "erwerbstätig" ist oder nicht.

[QUOTE]Der Amokläufer sah keine Perspektiven für sich. Er hätte doch - nach Deiner Meinung - einfach irgendwas machen können, was der Gesellschaft nicht dienlich gewesen wäre, und alles wäre gut gewesen?[/QUOTE]Der Amokläufer sah keine Perspektiven in dem von mir beschriebenen Wertesystem. Er hätte irgendwas machen können, was dem herrschenden Wertesystem nicht dienlich gewesen wäre, und alles wäre gut gewesen, JA. Einfach wäre das ganz bestimmt nicht gewesen, aber es hätte seinem Leben Sinn geben können.

[QUOTE]Sorry, aber bleib doch mal auf dem Teppich. Es gibt auch Leute, die ihren JOB gern machen, obwohl es doch laut Dir immer Zwang ist - oder sind die schon so Gehirngewaschen daß sie sich einbilden es mache ihnen Spaß? Oder sind das arme Irre die anders die böse kapitalistische Realität nicht ertragen? Sorry, aber die Verteufelung von Arbeit an sich halte ich für absolut daneben. Jeder, der schonmal einen Job gemacht hat, der ihm Freude bereitet hat, wird mich vielleicht verstehen, warum ich Xenomorph da weder folgen kann noch will... [/QUOTE]Ersetze einfach mal in seinem Beitrag das Wort "Arbeit" durch "Erwerbstätigkeit", und lies ihn dann nochmal. :rolleyes:

By the way, unter dem Begriff "Job" verstehe ich nun wieder eine Tätigkeit, die in erster Linie (um nicht zu sagen ausschließlich) dem Gelderwerb dient. Spaß gibt es da sehr selten.
Aber es gibt sehr viele Arbeiten, die mir Spaß machen, auch wenn ich dafür kein Geld bekomme. :)

Den Gedankengängen Anderer folgen zu wollen, auch wenn sie andere Begrifflichkeiten verwenden, kann auch dazu beitragen, dass es weniger Missverständnisse und daraus resultierende Gewalttätigkeiten gibt.
Solstice@TTP: da Deine Beiträge zu meinen Äußerungen in der Regel Ergänzungen und Kommentare sind, kann ich Dir hier mal einfach zustimmen! ;)
LaChatte[QUOTE]. Ein großes Problem der heutigen Zeit ist, dass man problemlos Geld für sinnlose, ja sogar schädliche Tätigkeiten (zum Beispiel Soldat spielen) erhält, dass man aber für sinnvolle (wertschöpfende) Tätigkeiten kaum irgendwo Geld bekommt. [/QUOTE]

Leider ja.... ich "darf" mich im Moment sehr praktisch mit diesem Thema auseinander setzen, und bin an einem Punkt in meinem Leben angelangt, wo eine "normale" Arbeit - als Sekretärin zum Beispiel - mir einfach nur noch Bauchschmerzen macht. Und was mir Bekannte und Freunde von ihren Arbeiten erzählen, erheitert mich auch nicht gerade... Viele suchen im Moment etwas Neues, viele kommen mit der mangelnden Wertschätzung im Angestelltendasein nicht mehr zurecht. Unterrichten macht mir sehr viel Freude, doch die Kommentare von Vielen "aber davon kann man doch nicht leben!" belasten mich auch... ich will ja gern arbeiten, aber bitte etwas Sinnvolles, und etwas, in dem ich meine Stärken auch einsetzen kann... nicht irgend etwas, wo ich nur am Morgen aufstehe, damit ich von mir sagen kann, ich habe eine Arbeit.

[QUOTE]Und der Gipfel des Ganzen ist, dass man dann in der Öffentlichkeit auch (nur) noch danach bewertet wird, ob man "erwerbstätig" ist oder nicht.[/QUOTE]

Das war früher zu Zeiten der Vollbeschäftigung schlimmer... ich erinnere mich noch an meine Kindheit und an Gespräche unter Erwachsenen, wo Arbeitslose automatisch mit Faulen, Alkis und Asozialen gleichgesetzt wurden - und vor zwanzig, dreissig Jahren wars ja tatsächlich noch so, dass man ohne weiteres Arbeit finden konnte. Heute hat es sich doch herumgesprochen, dass es Menschen gibt, die trotz vieler Anstrengungen keine bezahlte Arbeit finden.
herbstliebe[QUOTE][i]Original geschrieben von Solstice [/i]
[B]@TTP: da Deine Beiträge zu meinen Äußerungen in der Regel Ergänzungen und Kommentare sind, kann ich Dir hier mal einfach zustimmen! ;) [/B][/QUOTE]

Dem schliesse ich mich an. In dem Zusammenhang möchte ich erwähnen, dass "Von der Gemütsruhe" von Seneca eine interessante Lektüre ist.

Ich bin mir nicht sicher, ob es nur das Umfeld war, dass ihn zum "Verlierer" gemacht hat. Jeder neigt mal dazu, die Schuld bei anderen zu suchen. Jahrelange Seelenqualen fördern das wahrscheinlich noch. Aber können Außenstehende einen wirklich zum Verlierer degradieren, obwohl man die hinter sich gelassen hat?

Zum Thema Arbeit... Es gibt immer sinnvolle Tätigkeiten, denen man nach seiner Erwerbstätigkeit nachgehen kann. Ich verstehe nicht, warum die Erwerbstätigkeit für mentales Wohlbefinden herhalten soll. Anerkennung erhalte ich, indem ich mein Gehalt pünktlich auf dem Konto habe.
SolsticeNa ja, es ist natürlich der Idealfall, wenn man mit der Tätigkeit Geld verdienen kann, die einem am meisten auch in der Freizeit Spass machen würde. Aber diese Fälle sind sicher spärlich gesät.
Heutzutage müssen viele eben schon froh sein, überhaupt eine Arbeit zu haben. Dass man da dann oft nur stumpf hingeht, die Zeit absitzt oder (immerhin) abarbeitet, ist nur zu verständlich. Aber trotzdem hat man sich sein Geld und damit (so ist es nun mal in unserer Gesellschaft) auch ein Stück Lebensqualität ERARBEITET.
Man nimmt Unbequemlichkeiten auf sich, um letztlich einen Gewinn davon zu haben. Und je nach Charakter sieht die Gewichtung eben unterschiedlich aus, arbeiten manche sehr viel, um mehr zu verdienen, während anderen ein kleiner Aushilfsjob reicht, um ihre kleine persönliche Freiheit zu zelebrieren.
Wer meint, in unserer Gesellschaft klar zu kommen, ohne dafür auch unangenehme Dinge leisten zu müssen, ist in meinen Augen naiv oder ignorant, denn allein um essen zu können, braucht man nun mal Geld. Sonst kann man auch in den Urwald gehen und sich im Lendenschurz von Maden ernähren.
Und ich kenne durchaus Leute, die sich in der Rolle des armen Arbeitslosen ganz wohl fühlen und sich da (auf minimalem Level) vom Vater Staat aushalten lassen. Aber bevor jetzt alle wieder loswettern: ja, das ist eine winzige Minderheit, ich kenne auch viele, die seit Monaten verzweifelt einen Job suchen, egal was.
LaChatte[QUOTE] Ich verstehe nicht, warum die Erwerbstätigkeit für mentales Wohlbefinden herhalten soll. Anerkennung erhalte ich, indem ich mein Gehalt pünktlich auf dem Konto habe.[/QUOTE]

Volkswirtschaftlich ist es unsinnig, denn die ganzen Krankheiten, Depressionen, Mobbing und anderen Probleme, die durch solche Arbeitsverhältnisse entstehen, verursachen jede Menge Kosten - nicht zuletzt schmälern sie auch den Gewinn der betroffenen Unternehmen.

Arbeit muss nicht unterhaltend oder spassig sein à la Disneyland, sie darf ruhig anstrengend und hart und ermüdend sein, wenn die Umstände es erfordern - aber sie muss sinnvoll sein, und sie muss Resultate bringen. Eine Tatsache ist leider, wie TTP schon sagte, dass viele sinnvolle und gesellschaftlich wichtige Arbeiten wenig oder kein Geld einbringen, während andererseits sinnlose oder sogar schädliche Arbeiten gut bezahlt werden.

Und das Vergnügen, einmal pro Monat einen grösseren Kontoeingang verzeichnen zu dürfen, wird des öftern mehr als aufgewogen durch tägliche Sticheleien und Druck und unnötigen Stress am Arbeitsplatz.

Ist es denn so viel verlangt, für eine sinnvolle und wertvolle Arbeit so viel Geld zu erhalten, dass man davon leben kann?
Al Asuadmuss gestehen, dass ich mir nur die ersten paar und die letzten 2 seiten zu diesem thema durchgelesen habe, aber angst vor der beruflichen zukunft schien mir für die tat höchstens einer der gründe gewesen zu sein. was mich interssieren würde: sieht sonst noch jemand einen widerspruch zwischen seiner verherrlichung der Anarchie (siehe u.a. am ende seines columbine-videos bei youtube) und seiner anklage gegen sog. "jocks" u.a. die ihm das leben schwer gemacht haben? wie würde diese anarchie dann aussehen? würden die schwachen dann nicht erst recht unterdrückt, auch wenn sie bewaffnet wären (da sich immer jemand finden lassen würde der noch besser bewafffnet wäre)? würde mich mal interssieren was ihr zu diesem thema denkt (folgen von anarchie). zynische bemerkung am schluss: als sich seine freundinn die freiheit nahm mit ihm schluss zu machen schien es ihn ja schon gestört zu haben...
DyspenthesIst es denn notwendig, dass man am Arbeitsplatz unhöflich miteinander umgeht?
Und die Arbeit eines Bankangestellten, einer Sekretärin, eines Bürokaufmanns/einer Bürokauffrau, etc. empfinde ich persönlich schon als sinnvoll. Wer bestimmt denn bitte, welche Arbeiten gesellschaftlich sinnvoll sind und welche nicht? Jede Berufsgruppe ist sinnvoll, solange man den Beruf dazu macht, meiner Ansicht nach.
Dyspenthes@Al Asuad:
Ja, deshalb bezweifle ich auch die angesprochene Intelligenz - zumindest, wenn man Intelligenz als die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen, ansieht (was es ja eigentlich bedeutet).

Zu der anderen Sache noch etwas: Das Hauptproblem ist, denke ich, der Neid. Menschen, die weniger als andere haben, sind neidisch auf die, die mehr haben, weil sie sich nicht den Zweitwagen oder das größere Haus leisten können. Ich glaube, das verbittert einigen Menschen mehr das Leben, als es ihre Arbeit tut. Außerdem sehe ich bei vielen Menschen eine unglaubliche Unzufriedenheit und die Unfähigkeit, das Schöne wahrzunehmen. Immer sind alle böse zu einem, die anderen sind immer Schuld daran, dass man nicht weiterkommt. Aber jeder Mensch hat die Möglichkeit, seinem Leben ein bisschen Farbe zu geben, wer künstlerisch oder musikalisch begabt ist, kann etwas sinnvolles schaffen, wer absolut keine Begabung hat oder meint, keine zu haben, kann sich selbst durch einen Waldspaziergang, einen heißen Tee oder ähnlichem das Leben etwas schöner gestalten. Es gibt Zeiten, in denen tatsächlich kein Mensch da ist (auch wenn es bei Sebastian ja anders gewesen zu sein scheint), aber selbst dann kann man durch gute Bücher und Kreativität Sinn schaffen. Wenn man allerdings allem einen Sinn abspricht, wird auch nichts jemals Sinn bekommen - egal ob Arbeit, Freizeit, was auch immer.
SolsticeGenau. So etwas nennt man positive Lebenseinstellung.
LaChatte[QUOTE]Ist es denn notwendig, dass man am Arbeitsplatz unhöflich miteinander umgeht?[/QUOTE]

Nein, aber es geschieht trotzdem allzu oft...

[QUOTE]Und die Arbeit eines Bankangestellten, einer Sekretärin, eines Bürokaufmanns/einer Bürokauffrau, etc. empfinde ich persönlich schon als sinnvoll. Wer bestimmt denn bitte, welche Arbeiten gesellschaftlich sinnvoll sind und welche nicht? Jede Berufsgruppe ist sinnvoll, solange man den Beruf dazu macht, meiner Ansicht nach.[/QUOTE]

Verwaltungsarbeiten müssen sein, haben aber die Tendenz (gerade in Deutschland), sich zu immer grösseren und komplizierteren Bürokratien aufzublähen. Neue Gesetze, Verordnungen und Regelungen bedeuten fast nie, dass Papierkram abgeschafft wird, sondern meist, dass ein paar neue Forumlare geschaffen werden, neuer Kontrollbedarf, mehr Aktivität. Die neuen EU-Mitglieder experimentieren mit Dingen wie der "Steuererklärung auf einer Postkarte", während die schweizerische und französischen Steuererklärungen (die mir bekannt sind) viele bunte Seiten Kleingedrucktes umfassen. Und ich kann mir durchaus sinnvollere Beschäftigungen vorstellen, als das Ausfüllen von Steuererklärungen... :rolleyes:

Und den gesellschaftlichen Nutzen von vielen Marketingaktivitäten kann ich nicht erkennen - Werbung ist störend, wenn sie ungebeten kommt, und wenn ich von jemandem dazu manipuliert werde, irgend einen Mist zu kaufen, den ich nicht brauche, so ist das auch nicht nützlich. Industrien wie die Produktion von Waffen (vor allem Minen) sind schädlich, nicht wertvoll. Ebenso halte ich viele Bereich der Nahrungsmittelindustrie für sehr ungesund.

[QUOTE] Das Hauptproblem ist, denke ich, der Neid. Menschen, die weniger als andere haben, sind neidisch auf die, die mehr haben, weil sie sich nicht den Zweitwagen oder das größere Haus leisten können. [/QUOTE]

Der neidischste Mensch, den ich kennen gelernt hatte, war selbst nicht arm - hatte eine schöne Wohnung, ein grosses Auto, eine teure Uhr, Markenkleidung, teure Ferien... und war immer noch neidisch. Hingegen kenne ich viele Menschen, die bescheiden leben (müssen) und dennoch zufrieden sind.
Dyspenthes@LaChatte:

Auch der Verwaltungsapparat ist sinnvoll, und die Steuererklärung auch, auch wenn beides Finanzen und Zeit kosten und es nicht immer so ganz einsichtig ist.

Ebenso ist Werbung sinnvoll, denn ich finde es manchmal sehr angenehm, zu erfahren, dass es ein neues Produkt gibt - die Art der Werbung hingegen hält mich sehr oft davon ab, Dinge zu kaufen, die ich sonst wahrscheinlich kaufen würde. Mal abgesehen davon haben die Nichtexistenz eines Radios und eines Fernsehers in meiner Wohnung dazu geführt, dass es mein Leben bedeutend an Qualität zugenommen hat, die Werbebanner auf Websites oder die Litfasssäulen in der Stadt fallen mir ehrlich gesagt meistens nicht auf, außer es ist etwas extrem penetrantes.

Natürlich sind Lollies ungesund, Schokolade in zu großem Genuss auch und Fastfood-Ketten sowieso - dennoch ist all das in geringen Maßen genossen nicht wirklich übel. Wenn ich in einer Stadt bin, bin ich oft ganz froh über Pommes rot-weiß, ebenso wie ein Bonbon oder ein Stück Schokolade die Lebensqualität erheblich steigern können, oder auch eine Kugel Eis. Ebenso wird wahrscheinlich jeder irgendwo Punkte finden, wo Nahrungsmittel sinnvoll sind.


[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]Der neidischste Mensch, den ich kennen gelernt hatte, war selbst nicht arm - hatte eine schöne Wohnung, ein grosses Auto, eine teure Uhr, Markenkleidung, teure Ferien... und war immer noch neidisch. Hingegen kenne ich viele Menschen, die bescheiden leben (müssen) und dennoch zufrieden sind. [/B][/QUOTE]

Das gibt es - aber schließt das eine das andere aus? Es hat beides mit dem von mir erwähnten Schaffen der Lebensqualität zu tun, wer seinem Leben keinen Sinn zu verleihen vermag, ist neidisch auf die Menschen, denen es scheinbar oder tatsächlich besser geht.


Um zum Thema zurückzuführen: Was Sebastian in meinen Augen falsch gemacht hat, ist, dass er immer nur das Negative gesehen hat. Er hat sein Leben völlig nach dem, was er meinte, wie man leben müsste, ausgerichtet und ist daran gescheitert. Aber neben S.A.A.R.T. gibt es noch Nebel, Herbst, Sonne, Blumen, Wälder, bunte Blätter, schöne Musik, ein heißes Bad, leckeren Tee, etc. - ja, man kann jetzt sagen, dass das alles Opium des Volkes ist, aber wer so denkt, versäumt so einiges, zumindest in meinen Augen.
herbstliebe[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]Ist es denn so viel verlangt, für eine sinnvolle und wertvolle Arbeit so viel Geld zu erhalten, dass man davon leben kann? [/B][/QUOTE]

Der Sinn meiner Arbeit ist, dass ich meine Familie ernähren kann. Ich kann uns warm kleiden und wir haben eine schöne Wohnung. Und die Arbeit ist für mich auch wertvoll, weil ich ganz nebenbei meine Interessen damit finanzieren kann. Kommt drauf an, wo bzw. wie man nach dem Sinn sucht. Meine Prioritäten sind da wohl etwas anders gesetzt.

Was verwaltungstechnisch Sinn macht oder nicht, überlasse ich lieber meinem Arbeitgeber. Für jeden Job gibt es jemanden, der einen Sinn darin sieht. Und sei es nur, dass er Arbeit hat.

(Ist das alles nicht schon arg OT?)
LaChatteIch sage nichts gegen Steuererklärungen und sowieso nichts gegen Nahrungsmittel - ich sage nur etwas gegen diese ungeheuer komplizierten Geschichten, die die Lebensqualität senken, und nicht erhöhen. Die Deutschen, die 16 Seiten Hartz IV-Forumlar ausfüllen, fühlen sich nicht gerechter oder besser behandelt als die Schweizer, bei denen 3 Seiten reichen. Und die ganzen Kontroll- und Rechnungsarbeiten, die dahinter stecken, sind nicht produktiv, sondern fressen Steuergelder, für die wiederum die Arbeitenden einen höheren Teil ihres Lohnes abgeben müssen.

[QUOTE] Was Sebastian in meinen Augen falsch gemacht hat, ist, dass er immer nur das Negative gesehen hat. Er hat sein Leben völlig nach dem, was er meinte, wie man leben müsste, ausgerichtet und ist daran gescheitert. [/QUOTE]

Richtig. Doch wer mal in einer solchen Negativität steckt, kommt da nicht mehr leicht raus... das ist alles andere als einfach.

[QUOTE]Für jeden Job gibt es jemanden, der einen Sinn darin sieht. Und sei es nur, dass er Arbeit hat. [/QUOTE]

Und das reicht oft nicht - ich verweise wiederum an die Milliarden an Kosten, die diese Art von Arbeit verursacht, weil Menschen sich dazu zwingen und krank werden. Wir sind doch Menschen, nicht Maschinen... Dass man an einer solche Situation verzweifeln kann, kann ich sehr gut nachvollziehen.
Tapio Bearking@Dys:
[QUOTE]Auch der Verwaltungsapparat ist sinnvoll, und die Steuererklärung auch, auch wenn beides Finanzen und Zeit kosten und es nicht immer so ganz einsichtig ist.[/QUOTE]

Nun, es ist alles eine Frage des Maßes und gerade in Deutschland wurde das Maß an Verwaltung und Bürokratie eindeutig überschritten, wie die neuen Regelungen zur Steuererklärung zeigen. Neuerdings sind die Anfragen dafür kostenpflichtig ab 100€ aufwärts und die Anforderungen für eine Steuererklärung bewusst kompliziert gehalten um Nachfragen zu erzwingen.

[QUOTE]Nebel, Herbst, Sonne, Blumen, Wälder, bunte Blätter, schöne Musik, ein heißes Bad, leckeren Tee,[/QUOTE]
Ja, alles schöne Dinge aber für viele Menschen sind sie erst schön, wenn sie diese Momente mit jemandem besonderen Teilen können, sonst sind sie nur wenige Momente unter vielen und somit nur bedingt lebenswert...
Dyspenthes[QUOTE][i]Original geschrieben von Tapio Bearking [/i]
[B]Ja, alles schöne Dinge aber für viele Menschen sind sie erst schön, wenn sie diese Momente mit jemandem besonderen Teilen können, sonst sind sie nur wenige Momente unter vielen und somit nur bedingt lebenswert... [/B][/QUOTE]

Aber warum muss immer jemand besonderes dabei sein? Warum muss überhaupt jemand dabei sein? Sind denn die meisten Menschen nicht mehr in der Lage, sich alleine zu beschäftigen, außer es geht um Computerspiele? Warum können Menschen sich nicht stundenlang in einen Wald, an einen Fluss oder ans Meer setzen und es [B]genießen[/B]? Rein vom Menschen her ist es möglich, das liegt nicht daran, dass der einzelne Mensch dazu unfähig wäre. Und vielen Menschen muss später, wenn sie den Berufsstress nicht mehr aushalten, erst wieder beigebracht werden, durch einen Wald zu gehen und abzuschalten. Die meisten Menschen beschäftigen sich mit Joggen, Fahrrad Fahren, Gesprächen, alles Dinge, die wiederum Stress erzeugen, während ein ruhiger einsamer Moment tatsächlich erheblich gesünder wäre. Warum lassen sich gerade die Menschen, die am meisten von Ausbrechen aus der Gesellschaft reden, gerade in diesem Punkt dermaßen von einer Gesellschaft einengen???
SolsticeEs muss natürlich nicht immer jemand dabei sein, um glückliche Momente zu haben (und damit meine ich jetzt nicht den Highscore im Monster-Plattmachen).
Ich kenne solche Augenblicke von alleinigen Bergwandertouren, von meiner Motorradtour allein durch die Alpen, wo ich eine Woche bis auf Tanken und Übernachten mit keinem gesprochen habe, sondern mich immer wieder nur an schönen Plätzen in der grandiosen Natür hingesetzt habe und es genossen habe. Das sind Glücksgefühle für die man sich erst mal öffnen muss, aber das hat ja leider unsere Fernseh- und Gameboy-Generation verlernt. Es herrscht ja eher der Anspruch: Hallo, hier bin ich, ich will dies und das und jetzt, Gesellschaft, sieh mal zu, dass es mir gut geht!
Tapio Bearking[QUOTE]Aber warum muss immer jemand besonderes dabei sein?[/QUOTE]
Muss es nicht, man kann auch allein in den Wald gehen. Spazieren gehen. Sonnenuntergänge anschauen. Baden. Tee trinken.
Aber Menschen sind nun einmal Herdentiere. Und von daher wäre das "Gemeinsam" das berühmtberüchtigte Tüpfelchen auf dem i...
Dyspenthes@Solstice:
genau!

@Tapio:
Sehe ich anders, es gibt Momente, in denen man einfach alleine sein muss, in denen kein anderer Mensch, und sei er auch noch so besonders, Zutritt haben darf, in denen man zur Ruhe kommen kann. Die Gefühle, die ich meine, kann man nicht teilen, egal, wie nah einem ein Mensch steht.
Tapio Bearking@Doc und Dys Argh... Ladies first... Dys und Doc:
Mag sein, das es solche Momente gibt. Mir sind sie noch nicht untergekommen.

Aber wir schweifen ab...
darkEMYR[QUOTE][i]Original geschrieben von Pseudo-Gruftiii [/i]
[B]@darkemyr: ich schätze du verstehst mich eigentlich im jeglichen punkt, ich würde es nur anders ausdrücken;) [/B][/QUOTE]

Ich glaub auch!:)
Manley[QUOTE][i]Original geschrieben von Tapio Bearking [/i]
[B]@wie die neuen Regelungen zur Steuererklärung zeigen. Neuerdings sind die Anfragen dafür kostenpflichtig ab 100€ aufwärts und die Anforderungen für eine Steuererklärung bewusst kompliziert gehalten um Nachfragen zu erzwingen.
[/B][/QUOTE]
abgesehen von OT ist das schlichtweg falsch. das finanzamt darf keine gebühren für anfragen erheben und tut es auch nicht, wie mir heute mehrere finanzbeamte glaubhaft vermittelt haben.

und jetzt bitte wieder zurück zum thema!
kyo_samaHm, ich hab den thread nicht ganz durchgelesen, deswegen weiss ich nicht, ob das thema schonmal aufkam:

ich hab gerade mal auf youtube ein wenig rumgeguckt, da gibt es ja eine menge "tribute" videos für diesen typen... ich finde es teils erschreckend, welche kommentare dazu abgelassen werden.. viele schieben alles auf mitschüler, lehrer, politiker etc, sehen keine schuld bei ihm... imho ist er der alleinschuldige, denn egal wie scheisse es einem geht, diese konsequenz zieht man im zweifelsfall allein... ich persönlich finde es schlimm, was an deutschen schulen tagtäglich passiert, aber mit dem amokläufer habe ich keinerlei mitgefühl...
Lucius NoctusOk mich regt auf , das mann es

a) auf uns Schwarzträger schiebt ( ich durfte zum Rektor und musste zeigen , das ich keine Waffen trage)

b) Counterstrike niedergemacht wird ( was kann ein pc dafür , ich seh es jetzt schon , das alle Spiele und filme in Deutschland verboten werden und Baby ab 18 ist )

Ich würde sagen , dass das eine Perosn war die phsychisch schwach ist und desswegen seine eigene Welt schuf und nun einfach seine Welt auf die reale welt übertragen wollte.

Ihr sollt mich nicht falsch verstehen , aber ich habe sogar einen kleinen Teil Respect vor ihm , denn Selbstmörder haben ihn verdient, trotzdem ist er ein Noob , weil er nichts hinbekommen hat!! :q


MfG


Lucius Noctus
Gestalt[QUOTE][i]Original geschrieben von Lucius Noctus [/i]
[B]Ihr sollt mich nicht falsch verstehen , aber ich habe sogar einen kleinen Teil Respect vor ihm , denn Selbstmörder haben ihn verdient, trotzdem ist er ein Noob , weil er nichts hinbekommen hat!! :q
[/B][/QUOTE]


du meist das ernst?
LacertaIn Erinnerung an Bastian
[url]http://www.youtube.com/watch?v=Ci2VSDMja9Y[/url]

Nun kursieren sogar Gedenkvideos an den Amokläufer von Emsdetten im Internet ! Anscheinend stand Bastian nicht alleine mit seinen Problemen und hoffentlich nimmt es die Politik nun zur Kenntnis, dass etwas getan werden muss, damit sich diese fürchterliche Tat, bei dem zum glück kein Zivilist ums Leben gekommen ist, nicht wiederholt!
Ich würde es zum Beispiel begrüßen, wenn jedes Kind für ein Jahr einer Pfadfindergruppe beitreten muss. Halt so etwas wie die damalige Hitlerjugend, nur ohne Gehirnwäsche, jedoch mit strenger Hand geführt.
Denn ein zentrales Problem ist doch die Verwöhnung und Verweichlichung der heutigen Jugend. Wie sollen sie denn das Überleben lernen, wenn sie von anfang an beigebracht bekommen, dass man sowieso schon für sie sorgen wird und man nichts dafür zu tun braucht, bis zu dem Zeitpunkt an welchem sie mit der Wahrheit konfrontiert werden, dass das Leben kein Ponyhof ist.
Ein netter Nebeneffekt meiner Idee wäre zudem, dass die Jugend lernen würde mit anderen Menschen besser umzugehen und mit ihnen gemeinsam zu arbeiten. Mit Sicherheit würden daraus auch dauerhafte Freundschaften entstehen, die der Amokläufer nicht hatte.

P.S: Kann mir jemand sagen, wie die Lieder heißen, welche im Gedenkvideo zu hören sind?
SolsticeHmm... Pfadfindergruppen... als Pflichtübung dürfte das Ergebnis nicht besser sein als der Zusammenhalt in den Schulen: Cliquenbildung und Außenseiter.
Freiwillig ist das natürlich etwas anderes. Es ist ja erwiesen, dass z.B. das Engagement in einem Sportverein o.ä. ein wesentlicher Faktor für eine bessere soziale Kompetenz bei Jugendlichen ist.

Das Video ist übrigens m.E. genauso plakativ und nichtssagend, wie der Abschiedsbrief selbst. Worthülsen, austauschbar wie ein Horoskop...
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Solstice [/i]
[B]
Das Video ist übrigens m.E. genauso plakativ und nichtssagend, wie der Abschiedsbrief selbst. Worthülsen, austauschbar wie ein Horoskop... [/B][/QUOTE]

worthülsen wären es vielleicht, wenn der junge mann jetzt nicht tot wäre.
Lacerta[QUOTE]Hmm... Pfadfindergruppen... als Pflichtübung dürfte das Ergebnis nicht besser sein als der Zusammenhalt in den Schulen: Cliquenbildung und Außenseiter. Freiwillig ist das natürlich etwas anderes.[/QUOTE]

In den Schulen ist man recht allein gelassen. Dort spielt die Teamfähigkeit eine ziemlich untergeordnete Rolle, wohingegen die Teamfähigkeit in Pfadfindergruppen äußerst wichtig ist! Wie soll man also in Schulen soziale Kompetenzen erlangen?

[QUOTE]Es ist ja erwiesen, dass z.B. das Engagement in einem Sportverein o.ä. ein wesentlicher Faktor für eine bessere soziale Kompetenz bei Jugendlichen ist.[/QUOTE]

Engagement in einem Sportverein zu zeigen, bedeutet doch nur, eine gewisse moralische Entwicklungsstufe erreicht und somit eine gute Erziehung genossen zu haben. Es ist schon richtig, dass Menschen welche sich in einem Sportverein engagieren soziale Kompetenzen besitzen, doch die Frage bleibt wie man nun den Kindern diese Kompetenzen beibringen kann!
Hellscream[QUOTE]Anscheinend stand Bastian nicht alleine mit seinen Problemen und hoffentlich nimmt es die Politik nun zur Kenntnis, dass etwas getan werden muss, damit sich diese fürchterliche Tat, bei dem zum glück kein Zivilist ums Leben gekommen ist, nicht wiederholt![/QUOTE] Ich fürchte das sie nichts Sinnvolles machen werden, sie werden kurtzzeitig Vorschläge machen und am ende nichts Sinnvolles umsetzten. Da es nicht in ihrem Interesse liegt das Geld in die Jugend zu invistieren das notwendig wäre ihre Situation zu verbessern. Ausserdem müsste man um massgeblich etwas zu verbessern schwerwiegend in das Gesellschaftliche System eingreifen, auch das liegt nicht in ihrem Interesse. Es müsste schon Wirtschaftlich und Gesellschaftlich bedrohende Entwicklungen geben dammit man sich in der Politik ernsthaftig Gedanken macht. Vielleicht wäre der ein oder andere Aufstand ganz heilsam.

[QUOTE]Ich würde es zum Beispiel begrüßen, wenn jedes Kind für ein Jahr einer Pfadfindergruppe beitreten muss.[/QUOTE] Wer auch immer mich zwingen würde meine Kinder in eine Pfadfindergruppe zu schicken würde es bereuhen. Das ist ein eingriff in die Rechte der Eltern und des Kindes der alles andere als leicht hinzunehmen ist.

[QUOTE]Halt so etwas wie die damalige Hitlerjugend, nur ohne Gehirnwäsche, jedoch mit strenger Hand geführt.[/QUOTE] Dem ist nichts hinzu zufügen. :mad:

[QUOTE]......., doch die Frage bleibt wie man nun den Kindern diese Kompetenzen beibringen kann![/QUOTE]
Ich würde sagen, indem die Gesellschaft diese soziale Kompetenz vorzeigt und auch danach leben, aber leider darf man überall immer wieder erblicken das eben diese dazu nicht in der Lage ist.

Ab imo pectore Hellscream Midgard Der Moloch
mondkindnoch etwas zu den Pfadfindergruppen: ich habe selber zeitweise geholfen eine Pfadfindergruppe zu leiten (die ganz jungen also ca 6 - 10/11 jährige), es gab dort einen Haufen Kinder, die nur zu den Pfadfindern gingen, weil ihre Eltern das so toll fanden und sie dort hinschickten (diese Kinder waren auch dementsprechend unmotiviert). Auch bei den Pfadfindern kam es zu Gruppenbildung, Kinder wurden ausgeschlossen. Wenn wir eine Einzelübung machten (also jede Gruppe einzeln, pro Gruppe hatte es so 7 - 14 Kinder) ging es in meiner Gruppe ziemlich gut (bei so wenigen Kindern hat man das ganze ziemlich gut unter Kontrolle). Es gab zwar schon auch Hänseleien und unterschwelige Aggressionen, aber es hielt sich in Grenzen. Sobald wir aber eine Gruppenübung machten, bildeten sich automatisch Grüppchen, Kinder wurden ausgeschlossen (es war nicht viel anders als in den Schulhäusern). Plötzlich waren es 2 Leiter für 40 Kinder (da die übrigen Leiter nicht erschienen, oder nur herumblödelten) und das zu kontrollieren ist verdammt schwer.
Pfadfinder auf freiwilliger Basis ist sicher etwas gutes, aber so etwas obligatorisch zu machen finde ich äusserst problematisch...
DyspenthesAch, und was ist das immer mit dem ganzen Kram von wegen Klassengemeinschaft? Wie viele Stunden wurde daran gearbeitet, eine anständige Klassengemeinschaft zu fördern, wir sind auf Wanderungen gegangen, damit wir gemeinsam etwas machten, unsere Lehrer haben Projekttage eingeschoben, damit wir gemeinsam etwas schaffen konnten, was einen Wert für alle hatte. Und was war das Ergebnis? KEINS. Ich glaube, more war es, die ganz am Anfang mal gesagt hat: Vor den Augen der Lehrer wird getan, als ob alles bestens sei, wenn der Lehrer weg ist, sieht es anders aus. Ich kann mich noch daran erinnern, dass wir gelobt wurden, wir hätten den besten Klassenzusammenhalt - ich kann mich erinnern, dass es ziemlich heftige Gruppenkämpfe gab und dass es neben mir noch ein paar andere Außenseiter gab, die ständig niedergemacht wurden, die einen mehr, die anderen weniger. Und das soll in einer Pfadfindergruppe anders sein? Selbst in der HJ war es doch nicht anders.
Und ja, nullpromille, es sind Worthülsen. Ein paar nette Phrasen, nicht mehr. Ja, er ist jetzt tot, aber sein Leben rechtfertigt das in keinster Weise.
Vor einigen Jahren habe ich einen Mann kennengelernt, der mit 10 Jahren seine ganze Familie im KZ verloren hat. Der ganz alleine mit einer Einwanderungswelle nach Israel gekommen ist. Der sich durchgebissen hat, mehrere Kriege in diesem Land erlebt hat, der, als ich ihn kennenlernte, Reiseführer für deutsche (!) Reisegruppen war. Allein sein Leben würde massig Traumata und psychische Probleme rechtfertigen - stattdessen hat er immer mal seine Witzchen gemacht, und sagte uns, dass wir eigentlich nichts dafür könnten, was damals geschehen ist, weil wir alle nicht zu der Zeit geboren wären bzw. Kinder gewesen wären, als das alles passierte.
Jetzt geht so ein kleiner Junge hin, der meint, die ganze Welt sei immer böse zu ihm gewesen, obwohl er noch nicht wirklich etwas Schlimmes erlebt hat. Der meint, die Welt würde immer böse sein. Und knallt irgendwelche Menschen ab, die ihm niemals etwas getan haben.
Meiner Ansicht nach ist er nichts weiter als ein kleiner Bengel, der den Arsch net hochkriegen wollte und kein Interesse daran hatte, irgendetwas an seinem Leben zu verändern. Und wie ich schonmal schrieb: Man kann aus dieser Situation rauskommen, es gibt in so gut wie jeder Klasse Menschen, die das durchmachen, was er "schlimmes" erlebt hat, wenn nicht schlimmeres, und keiner von ihnen läuft Amok. Und es gibt sogar einige, die daran nicht zerbrochen sind, sondern mit 20 keine verwöhnten Kinder mehr sind, sondern erwachsen. Warum soll man bitte um ein kleines verwöhntes Baby weinen, was für sich den Weg gewählt hat, sich das Leben zu nehmen? Ist doch gut, einer weniger, der rumheult, ach wie schlimm ihm das Leben mitgespielt hat. Derer gibt es weiß Gott genug :rolleyes:
Dyspenthes[QUOTE][i]Original geschrieben von Hellscream [/i]
[B]Ich würde sagen, indem die Gesellschaft diese soziale Kompetenz vorzeigt und auch danach leben, aber leider darf man überall immer wieder erblicken das eben diese dazu nicht in der Lage ist.[/B][/QUOTE]

Völlig richtig!
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]
Und ja, nullpromille, es sind Worthülsen. Ein paar nette Phrasen, nicht mehr. Ja, er ist jetzt tot, aber sein Leben rechtfertigt das in keinster Weise.
Vor einigen Jahren habe ich einen Mann kennengelernt, der mit 10 Jahren seine ganze Familie im KZ verloren hat. Der ganz alleine mit einer Einwanderungswelle nach Israel gekommen ist. Der sich durchgebissen hat, mehrere Kriege in diesem Land erlebt hat, der, als ich ihn kennenlernte, Reiseführer für deutsche (!) Reisegruppen war. Allein sein Leben würde massig Traumata und psychische Probleme rechtfertigen - stattdessen hat er immer mal seine Witzchen gemacht, und sagte uns, dass wir eigentlich nichts dafür könnten, was damals geschehen ist, weil wir alle nicht zu der Zeit geboren wären bzw. Kinder gewesen wären, als das alles passierte.
[/B][/QUOTE]

und hast du damals die fernsehaufnahmen gesehen, als israelische soldaten auf einen vater und seinen kleinen sohn geschossen haben? der bub ist im kugelhagel gestorben - und es wurde bewusst auf die beiden gefeuert. an dem selben tag ist auch einer vom roten kreuz erschossen worden, weil er zu hilfe kommen wollte. NATÜRLICH können äußere umstände menschen verrückt machen und NUR weil es einige außergewöhnliche menschen gibt, die resistent sind, heißt das nicht, dass wir die augen für das leiden derer verschließen dürfen, die nicht damit umgehen können. die LEGITIMER weise nicht damit umgehen können.
DyspenthesMein Gott, wir reden bei diesem Jungen hier eben gerade NICHT von Krieg, Hunger, Elend, sondern von einem Jungen, der in seiner Klasse nicht sonderlich beliebt und Außenseiter war - wie es sie IN JEDER KLASSE GIBT.
Verdammt noch mal, denkt hier eigentlich noch jemand realistisch? Er hat ein Dach über dem Kopf gehabt, er hatte eine Familie, er hat nie im Krieg gelebt, er hatte sogar Menschen, die ihm etwas bedeuteten, er hat seine Musik hören dürfen, er hat seinen Hobbies nachgehen dürfen, kurz: er hatte mehr, als 80%, wenn nicht 90% der Weltbevölkerung! Er hatte die Möglichkeit, seinen eigenen Weg zu suchen und hat sich für den Tod entschieden. Ist ja auch OK. Aber mein Gott, er hat definitiv ERHEBLICH WENIGER erleben müssen, als die meisten Menschen der Welt!
Sein Abschiedsbrief ist der Brief eines verwöhnten Junge, der nicht mehr weiß, dass er sich selbst durchbeißen muss. Ist meine Meinung, muss hier nicht jeder teilen, aber dieses rumgeheule, was das für ein armes Würstchen gewesen ist und dass man sein schreckliches Schicksal an seinem Tod sehen kann, finde ich daneben, da er kein Leben hatte, was nicht wie viele andere Menschen auch haben.

Edit: Ach ja, glaubt ihr eigentlich, irgendeinem Teenager würde es gut gehen? Mir wurden vor ein paar Jahren da mal die Augen aufgemacht: JEDER in dem Alter muss kämpfen, gegen Eltern, die zuviel verlangen, gegen Mitschüler, die ihren Frust an einem auslassen, dafür, gute Noten zu bekommen, jeder Pubertierende steht unter seinem persönlichen Druck, zu dem ja noch der ganze hormonelle Kram kommt. Irgendeiner ist halt unten an der letzten Stelle in der Klasse - tja, Pech gehabt. Aber das heißt nicht, dass die anderen keine Probleme hätten
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]Mein Gott, wir reden bei diesem Jungen hier eben gerade NICHT von Krieg, Hunger, Elend, sondern von einem Jungen, der in seiner Klasse nicht sonderlich beliebt und Außenseiter war - wie es sie IN JEDER KLASSE GIBT.
Verdammt noch mal, denkt hier eigentlich noch jemand realistisch? Er hat ein Dach über dem Kopf gehabt, er hatte eine Familie, er hat nie im Krieg gelebt, er hatte sogar Menschen, die ihm etwas bedeuteten, er hat seine Musik hören dürfen, er hat seinen Hobbies nachgehen dürfen, kurz: er hatte mehr, als 80%, wenn nicht 90% der Weltbevölkerung! Er hatte die Möglichkeit, seinen eigenen Weg zu suchen und hat sich für den Tod entschieden. Ist ja auch OK. Aber mein Gott, er hat definitiv ERHEBLICH WENIGER erleben müssen, als die meisten Menschen der Welt!
Sein Abschiedsbrief ist der Brief eines verwöhnten Junge, der nicht mehr weiß, dass er sich selbst durchbeißen muss. Ist meine Meinung, muss hier nicht jeder teilen, aber dieses rumgeheule, was das für ein armes Würstchen gewesen ist und dass man sein schreckliches Schicksal an seinem Tod sehen kann, finde ich daneben, da er kein Leben hatte, was nicht wie viele andere Menschen auch haben. [/B][/QUOTE]


aber wenn es ihm so gut ging, warum hat er das dann getan?
Tsafried@ Dyspenthes
tut mir leid, deinen Beitrag kann ich so nicht stehenlassen. Ein Leid kann am anderen nicht gemessen werden. Ich möchte gar nicht wissen, wieviele KZ-Überlebende im Nachhinein an den Erfahrungen zerbrochen sind und sich das Leben genommen haben - sind sie deswegen schwächer als der, der es "geschafft" hat? Herr B. hat sein persönliches KZ erlebt, so wie es jeder tut, der sich das Leben nimmt, und auf die äußeren Umstände kommt es nicht an. Was objektiv zu sehen ist, ist irrelevant. Der subjektive Berg, der nicht überwunden werden kann, der zählt, und nicht, wie er von außen gesehen wird.
Dyspenthes@nullpromille:
Weil er nur sich gesehen hat, und niemanden sonst auf der Welt

@Tsafried:
Sehe ich zum Teil anders. Natürlich ist für jeden die Hölle anders schlimm, aber ich sehe das Problem darin, dass er, zumindest wenn man das, was er hinterlassen hat, ernst nimmt, nur sich selbst gesehen hat. Und nicht sehen wollte, dass er Möglichkeiten hat, sondern im Selbstmitleid ersoffen ist.
Tut mir leid, aber das, was er erlebt, das erleben tatsächlich so viele Menschen jeden Tag, wenn nicht schlimmeres. Wenn du sagst, dass er nur die Last ertragen hat, die er tragen konnte, dann war er meinentwegen ein Weichei, weil anscheinend können andere Menschen noch erheblich mehr tragen.
Und ich finde "KZ" in diesem Fall extrem falsch benutzt, in einem KZ waren die Lebensumstände vergleichsweise erheblich extremer, als das, was er jemals erlebt hätte. "Persönliche Hölle" finde ich da angebrachter.
TsafriedDie Hölle ist für jeden gleich schlimm, sie sieht nur anders aus. Herr B. hatte die Wahl, und er hat gewählt, er ist deswegen nicht besser und nicht schlechter als der, der nichts getan hätte, sondern alles still ertragen (hier betrachte ich lediglich den Suizid und nicht die Mordversuche)."Der Weltflüchtling ist nicht schlechter als der Welteroberer - vielleicht sogar um eine Spur besser." (J. Améry, KZ-Insasse und Selbstmörder)

Ich finde es schade, dass du ihn als Weichei siehst. Für mich sind eher diejenigen Weicheier, die sich nicht erheben, gleichwohl sie es nicht sind - Begriffe wie gut oder schlecht sind hier fehl am Platz, ebenso wie stark und schwach. Andere Menschen können mehr tragen? Nein. Sie nehmen ihre Lebensumstände bloß anders auf.

noch ein Zitat des Herren Améry:

"denn wenn hier irresein und gesellschaft ins gespräch kommen, so konnte das ja nur geschehen, weil eben die gesellschaft im suizidär grosso modo einen narren oder halbirren sieht, weil sie nicht einzutreten vermag in seine geschlossene welt." (@ nullpromille verzeih mir, wenn ich hier deinen Beitrag als Vorlage nehme, ich habe grade keine Lust die entsprechenden Zitate herauszuschreiben)
Dyspenthes@Tsafried:
Ich glaube, du verstehst nicht, was ich meine. Er hat sein Leben beendet, also dadurch seinen Weg gewählt. Das ist OK. Aber ich möchte doch gerade sagen, dass er deshalb nicht mehr gelitten hat als andere, dass sein SM nicht Beweis dafür ist, wie dreckig es ihm ging.
Was mich stört ist sein Abschiedsbrief und die Tatsache, dass alle anderen an seinem Schicksal Schuld gewesen sein sollen und er sie dafür abknallen will. Und dann nicht auf Menschen losgeht, die ihm tatsächlich etwas getan haben, sondern Menschen erschießt, nur weil sie ihm etwas getan haben [i]könnten[/i].
Was mich desweiteren stört ist, dass es Milliarden Menschen auf der Welt gibt, die Elend, Hunger, Kriege, etc. zu ertragen haben. Ein Mensch hält einiges aus, wenn er will. Diese ganzen Menschen interessiert keine Sau, es ist nicht Medientauglich, es ist nicht Heldentauglich.
Er war, wie die meisten Menschen um die 20, verdammt verwöhnt. Und wenn man nie was schlimmes erlebt hat, dann kommt einem ein wenig Mobbing so vor, als ob es die Hölle sei. Aber entweder versinkt man im Selbstmitleid, oder man steht auf und tut etwas an seiner Situation. Man kann zum Beispiel auch dankbar sein, dass man etwas hatte, wo man sich dran bewähren konnte. Aber dieser Gedankengang ist anscheinend für viele doch etwas zu weit hergeholt. Eigentlich recht zynisch, wenn man bedenkt, dass die Menschen, die heute 80 sind, 2 Weltkriege erlebt haben, einen davon aktiv, und trotzdem mehr anpacken können, als wir.
nullpromillesoweit ich amerys buch noch im kopf habe, bringt er sogar das beispiel einer unglücklichen hausfrau, die sich das leben nimmt, weil ihre liebe zu einem schlagerstar sinnlos und unerwidert bleibt. für améry geht es um den moment vor dem absprung, der für jeden selbstmörder der gleiche ist. in diesem moment ist der grund für seine tat gleichgültig und gerade diesen moment kann derjenige, der nie diesen moment erlebt hat nicht nachempfinden und darum auch nicht über dessen tat urteilen. améry war nicht nur kz-überlebender, er war auch selbstmörder. er war also nicht nur stark genug schlimmstes leid zu überdauern und zu überstehen, er war dyspenthes meinung nach auch ein weichei, das im späten materiellem wohlstand selbstmord begangen hat.
DyspenthesMein Gott, ihr wollt nicht verstehen, was ich sage, oder? Ich verurteile nicht den Selbstmord, der Junge hat seinen Weg gewählt, fertig. Ich verurteile, dass er so ein Theater darum gemacht hat und Unschuldige mit in den Tod reißen wollte. *kopfschüttel*
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]Mein Gott, ihr wollt nicht verstehen, was ich sage, oder? Ich verurteile nicht den Selbstmord, der Junge hat seinen Weg gewählt, fertig. Ich verurteile, dass er so ein Theater darum gemacht hat und Unschuldige mit in den Tod reißen wollte. *kopfschüttel* [/B][/QUOTE]


dass herr s. andere leute mitreingezogen hat - das ist negativ zu bewerten -no, na, net, aber tamtam hat herr améry auch gemacht, er hat gleich ein ganzes buch geschrieben.
DyspenthesHabe ich irgendwas über Herr Améry gesagt? Ich kenne sein Buch nicht und kann es nicht beurteilen - außerdem hat er niemand anderen versucht, umzubringen, und euren Zitaten nach zu urteilen auch nicht die böse Welt für seinen Selbstmord verantwortlich gemacht.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]Habe ich irgendwas über Herr Améry gesagt? Ich kenne sein Buch nicht und kann es nicht beurteilen - außerdem hat er niemand anderen versucht, umzubringen, und euren Zitaten nach zu urteilen auch nicht die böse Welt für seinen Selbstmord verantwortlich gemacht. [/B][/QUOTE]

weißt du, ich frage mich, warum du gar so zwider auf selbstmörder bist, die sagen, dass sie hätten glücklich sein können, wenn nicht andere in ihr leben gepfuscht hätten?
DyspenthesNein, mich stören die Menschen, die andere Menschen aus Hass mit in ihren Tod ziehen wollen, während diese Menschen aber nichts dafür können!
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]Nein, mich stören die Menschen, die andere Menschen aus Hass mit in ihren Tod ziehen wollen, während diese Menschen aber nichts dafür können! [/B][/QUOTE]

mich wollten menschen aus neid in den tod treiben, als gegenreaktion habe ich mir vorgestellt, wie ich sie ersteche. das ist menschlich - und wenn ein individuum schwach wird, dann kann es auch tatsächlich amok laufen. solange der amok die täter trifft, kann ich sympathisieren. so ist das. aber im fall von herrn s. hat er wohl auch unschuldige angeschossen. immerhin, er hat nicht getötet. und das erleichtert mich.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von nullpromille [/i]
[B]solange der amok die täter trifft, kann ich sympathisieren. so ist das. aber im fall von [/B][/QUOTE]

aber richtig finde ich es nicht. vorallem, weil gerechtigkeit in die hände gottes gehört.
Lacerta[QUOTE]aber richtig finde ich es nicht. vorallem, weil gerechtigkeit in die hände gottes gehört.[/QUOTE]

Du machst Witze!
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Lacerta [/i]
[B]Du machst Witze! [/B][/QUOTE]

nein.

recht müssen die menschen eines rechtsstaats sprechen, aber gerechtigkeit kann es unter den menschen kaum geben. darum hat jesus die gerechtigkeit ja ins jenseits verlegt.
Lacerta[QUOTE]aber gerechtigkeit kann es unter den menschen kaum geben. darum hat jesus die gerechtigkeit ja ins jenseits verlegt.[/QUOTE]

Nun gut, du sprichst nun über deinen Glauben und in diesem Bereich kann man kaum Argumentieren.
Aber es stimmt schon, nach dem Sterben sind wir Menschen alle gleich und dann kann Gerechtigkeit über uns herrschen.
SolsticeZum Thema, ob es jemandem gut geht oder nicht, habe ich mal vor einer Weile dieses hier gelesen:

Wenn wir die ganze Menschheit auf ein
Dorf von 100 Einwohnern reduzieren, aber
auf die Proportionen aller bestehenden
Völker achten würden, wäre dieses Dorf so
zusammengestellt:

57 Asiaten
21 Europäer
14 Amerikaner (Nord und Süd)
8 Afrikaner

52 wären Frauen
48 wären Männer

70 Nicht- Weiße
30 Weiße

70 Nicht- Christen
30 Christen

89 heterosexuelle
11 homosexuelle

6 Personen würden 59 % des gesamten
Weltreichtums besitzen
und alle 6 Personen kämen aus den USA.
80 hätten keine ausreichenden
Wohnverhältnisse
70 wären Analphabeten
50 wären unterernährt

1 würde sterben
2 würden geboren

1 hätte einen PC
1 (nur einer) hätte einen akademischen
Abschluß

Wenn man die Welt aus dieser Sicht
betrachtet, wird jedem klar, dass das
Bedürfnis nach Zusammengehörigkeit,
Verständnis, Akzeptanz und Bildung
notwendig ist. Denkt auch darüber nach!

Falls Du heute morgen gesund und nicht
krank aufgewacht bist, bist Du glücklicher als
1 Million Menschen, die die nächste
Woche nicht erleben werden.

Falls Du nie einen Kampf des Krieges
erlebt hast,
nie die Einsamkeit durch
Gefangenschaft, die Agonie des Gequälten
oder Hunger gespürt hast, dann bist Du glücklicher
als 500 Millionen Menschen
der Welt.

Falls Du in die Kirche gehen kannst, ohne
die Angst,
dass Dir gedroht wird, dass man Dich verhaftet
oder Dich umbringt, bist Du
glücklicher als 3 Milliarden Menschen der
Welt.

Falls sich in Deinem Kühlschrank Essen
befindet, Du angezogen bist, ein Dach über
dem Kopf hast und ein Bett zum hinlegen,
bist Du reicher als 75 % der Einwohner
dieser Welt.

Falls Du ein Konto bei der Bank hast,
etwas Geld im Portemonnaie und etwas
Kleingeld in einer kleinen Schachtel,
gehörst Du zu 8% der wohlhabenden
Menschen auf dieser Welt.

Falls Du diese Nachricht liest, bist Du
doppelt gesegnet worden, denn:

Jemand hat an Dich gedacht und
Du gehörst nicht zu den 2 Milliarden
Menschen, die nicht lesen können.

Und... Du hast einen PC.

So, und wenn jemand meint, aus Selbstmitleid sich umbringen zu müssen, dann soll er das meinetwegen tun, bitte.
Aber andere für seine Probleme ausschließlich (!!, ich sehe in seinem Abschiedsbrief keine Selbstkritik) verantwortlich zu machen ist unreif, pubertär und realitätsfremd!
Tsafried@ Solstice
Dann sollte man sich die Frage stellen, warum eine Studie (anzweifelbar, sicherlich) vor einiger Zeit einmal herausgefunden zu haben meinte, dass die glücklichsten Menschen der Erde in Bangladesh leben. Reichtum = Glück geht leider nicht auf. Entbehrung und Schmerz erst führen dazu, dass man Glück mehr genießen kann, denn dann ist es nicht alltäglich. Leider wird uns in den Medien zu oft eine schöne heile Welt vermittelt - die der Realität nicht entspricht. Man glaubt daran, solange bis man selber merkt, dass es nicht stimmt. Daran zerbrechen manche Menschen

[QUOTE]aber ich möchte doch gerade sagen, dass er deshalb nicht mehr gelitten hat als andere[/QUOTE]

aber eben auch nicht weniger.

[QUOTE]Aber entweder versinkt man im Selbstmitleid, oder man steht auf und tut etwas[/QUOTE]

und Herr B. tat etwas. Leider tat er es auch anderen Menschen an.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Solstice [/i]
[B]

So, und wenn jemand meint, aus Selbstmitleid sich umbringen zu müssen, dann soll er das meinetwegen tun, bitte.
Aber andere für seine Probleme ausschließlich (!!, ich sehe in seinem Abschiedsbrief keine Selbstkritik) verantwortlich zu machen ist unreif, pubertär und realitätsfremd! [/B][/QUOTE]

und ich glaube, dass derjenige, der leid relativiert unreif und vorallem realitätsfremd ist. ich glaube desweiteren nicht, dass selbstmörder so dumm sind, nicht zu wissen, dass es menschen gibt, denen es auf irgendeine art und weise verdammt schlecht geht.

und es kann sein, dass ausschließlich andere für das leiden, das zum selbstmord führt verantwortlich sind. bitte nüchtern sein!

und wenn man in den selbstmord getrieben wurde, dann kann man das auch in seinem abschiedsbrief kundtun - was man unter gar keinen umständen darf, ist rache üben. wenn man immer denen, die einem das leben versaut haben, wieder das leben versaut, wird immer irgendjemand das leben versaut. das ist egoistisch und anmaßend. aber es sich von der seele schreiben, das darf man in seinem letzten moment noch. nicht jeder ist beim zeitpunkt seines todes mystisch entzückt und allen irdischen empfindungen entrückt.
Xenomorph[QUOTE][i]Original geschrieben von nullpromille [/i]
[B]nein.

recht müssen die menschen eines rechtsstaats sprechen, aber gerechtigkeit kann es unter den menschen kaum geben. darum hat jesus die gerechtigkeit ja ins jenseits verlegt. [/B][/QUOTE]

Na, da ist sie aber wirklich gut aufgehoben.:rolleyes:
nullpromilleund wie sieht das kant deiner meinung nach?
Dyspenthes[QUOTE][i]Original geschrieben von Xenomorph [/i]
[B]Na, da ist sie aber wirklich gut aufgehoben.:rolleyes: [/B][/QUOTE]

Xenomorph, da muss ich dir 100% Recht geben :D

Ansonsten: Niemand leidet nicht. Die Menschen, die andere leiden lassen, leiden auch auf ihre Weise. Ein Kind schlägt ein Tier, nachdem es von einem anderen Kind geschlagen wurde, welches zu Hause Stress hat durch seine Eltern, die auf ihrer Arbeit von ihrem Chef das Leben zur Hölle gemacht kriegen, der wiederum Eheprobleme hat, die von den psychischen Problemen seiner Frau herrühren, die von ihrer Kindheit kommen,... soll ich fortfahren? Jeder Mensch, der andere leiden lässt, musste auch irgendwo leiden. So ist das nunmal.
nullpromilleaber nicht jeder der leidet zerstört anderen menschen bewusst ihr leben. und nicht jeder, der anderen menschen das leben zerstört hat, hat selbst gelitten. es gibt menschen die können nicht fühlen, es gibt menschen, deren egoismus ihnen die sicht auf die realen verhältnisse verstellt...etc. ...

und ich glaube dass das der ursprung der ohnmächtigen wut ist, die zum amok führen kann oder zum einfachen selbstmord. dass man eben aus banalen gründen leiden muss. dass leute einfach alle vernunft gebrauchen um sich wie die tiere auf ein wehrloses opfer zu stürzen - ohne selbst einmal in dieser form opfer gewesen zu sein.
DyspenthesZum einen: wer sagt, dass Sebastian das Leben bewusst zerstört wurde? Sein Abschiedsbrief sagt darüber nichts aus, du interpretierst anscheinend aus deinem Leben in ihn hinein.
Zum anderen zerstört ein Amokläufer wiederum anderen Menschen das Leben. Schonmal daran gedacht? Ein Junge ersäuft im Selbstmitleid und dafür haben 40 Menschen einen Schock. Ist das durch sein Leiden vorher gerechtfertigt?
Und ich bleibe dabei: Jeder, der andere zerstört, ob bewusst oder unbewusst (selten geschieht dies wirklich bewusst, in der Regel denken diese Menschen nicht nach), hat vorher auch gelitten.
nullpromille[QUOTE]Jeder, der andere zerstört, ob bewusst oder unbewusst (selten geschieht dies wirklich bewusst, in der Regel denken diese Menschen nicht nach), hat vorher auch gelitten. [/B][/QUOTE]

jetzt gibst du sebastian wieder recht. vorher hast du noch gesagt er wäre verwöhnt - nicht mehr.
DyspenthesNein, tue ich nicht, weil ich ja nicht dem Umkehrschluss ziehe, dass jeder, der gelitten hat, auch leiden lassen muss.

[quote]Zum anderen zerstört ein Amokläufer wiederum anderen Menschen das Leben. Schonmal daran gedacht? Ein Junge ersäuft im Selbstmitleid und dafür haben 40 Menschen einen Schock. Ist das durch sein Leiden vorher gerechtfertigt?[/quote]
Xenomorph[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]Nein, tue ich nicht, weil ich ja nicht dem Umkehrschluss ziehe, dass jeder, der gelitten hat, auch leiden lassen muss. [/B][/QUOTE]

In der Praxis sieht es aber meist leider genau so aus. Das Opfer von heute ist der Täter von morgen.
nullpromille@dyspenthes:
und vorher haben ihm leute das leben zerstört und du hast es damit gerechtfertigt, dass die vorher auch gelitten haben. wohin soll das führen? in den selbstmord darf ich treiben, weil die letzte entscheidung bei demjenigen liegt, aber der, der bewusst tötet ist ein weichei. ich spucke jedem ins gesicht, der einen anderen menschen soweit bringt, dass er sich umbringt (außer derjenige ist wirklich ein weichei). es gibt menschen die sind zu schwach und das leben wird nie sanft genug für sie sein. aber es gibt menschen die sind stark - und es gibt methoden auch den starken zu brechen. dieser sebastian ist gefoltert, physisch gefoltert worden. das ist nichts was jeder durchmacht. DEIN standpunkt ist selbstgerecht - ich glaube, dass du einen hass und eine verachtung gegen menschen hast, die sich etwas weiches und mitfühlendes bewahrt haben - weil du im grunde weißt, dass es ein geschenk ist.
Mondsilbertaufe[QUOTE]Aber andere für seine Probleme ausschließlich (!!, ich sehe in seinem Abschiedsbrief keine Selbstkritik) verantwortlich zu machen ist unreif, pubertär und realitätsfremd![/QUOTE]
Deswegen lebt er ja auch nicht mehr. Weil er nicht normal war. Warum sollte das nicht Teil seiner kranken Psyche sein? Wäre er normal gewesen, hätte er sich vermutlich anders mit seiner Problematik auseinander gesetzt.
So eine Äußerung wie diese ist nicht korrekt.

Schizophrene neigen bisweilen auch zum Selbstmord. Es wird nicht jeder damit fertig, ständig Stimmen im Kopf zu hören oder Halluzinationen zu haben. Würde man posthum sagen: "Recht so. Jemand, der noch nicht mal differenzieren kann, dass die innere Stimme Blödsinn erzählt und sie nicht ausschalten kann, soll er sich meinetwegen umbringen.", wäre das auch nicht fair.

Es gibt Leute, die haben Kopfschmerzen und welche die haben Migräne. Man kann doch auch nicht zu den Migräne-Kranken sagen,sie sollten aufhören rumzuspinnen, es gäbe Leute mit Metallplatten im Kopf oder Leute mit Hirntumor, die morgen schon sterben könnten. Denen ginge es [B]richtig [/B] mies.

Anderes Beispiel, das jeder aus der Kindheit kennt: "Iss den Spinat auf! In Afrika hungern die Kinder." Bringt dieser Vorwurf einen in dem Moment weiter? Reißt man sich deshalb zusammen und überwindet den Brechreiz, weil die Kinder in Afrika hungern?

Seit Einstein ist alles relativ. Der Attentäter war kein Freund von Verantwortung. Höchstwahrscheinlich war er krank.
Die Frage hinterher ist nicht wer Schuld war, sondern warum er nicht aufgefallen ist. Man sollte meinen, Erfurt hätte nicht nur Fragen aufgeworfen, sondern auch Konsequenzen nach sich gezogen.
Aber die einzige Konsequenz scheint zu sein, wieder zu diskutieren, wer die Schuld hätte. So diskutiert man sich von einem Drama zum anderen, bis die blöden Videospiele in Zukunft nach einem Monat Spielspaß durch eine automatische Selbstzerstörung unbrauchbar gemacht werden...

Bands, Videospiele oder Schützenvereine tragen dieselbe Schuld wie die Gothicszene oder Skimaskenhersteller.

Brauchbar finde ich die Idee mit dem Schulpsychologen. Es sollte jede Schule einen bekommen, der Profile der Schüler erstellt und Einblick in ihr Privatleben und ihr Umfeld gewinnt.
Der Attentäter gibt als seinen "wunden Punkt" die Schule an. Das mag zunächst unfair sein, doch wieviele von den jungen Erwachsenen, auch hier im Board, fühlen sich dort unwohl, ausgegrenzt, gemobbt... Der eine packts, der andere nicht.

Also nach der Bildungsmisere (Pisa) nun (wiederholt) harte Kritik an einer anderen wesentlichen Funktion einer Schule: Integration.

Wir warten weiter.
nullpromille@mondsilbertaufe

deinem posting entnehme ich, dass du eigentlich schon längst im bett liegen solltest. also husch husch.

:rolleyes: hach, immer diese vernachlässigten kinder.

erstens
Dyspenthesnullpromille, ich wiederhole hier noch ein letztes Mal: DU KENNST MICH NICHT, also hör verdammt nochmal auf, mich hier zu beleidigen und zu beschimpfen, nur weil ich eine andere Ansicht als du vertrete!
MondsilbertaufeWeil ich Groß- und Kleinschreibung noch nicht vergessen habe, wie du alter Hase?
nullpromille:D

zweitens
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
[B]Weil ich Groß- und Kleinschreibung noch nicht vergessen habe, wie du alter Hase? [/B][/QUOTE]



weil das ergebnis der pisa-studie vom sinnerfassenden lesen auf dich schon zutrifft. du konntest der diskussion offensichtlich nicht folgen.


drittens
Lucius Noctus[QUOTE][i]Original geschrieben von Gestalt [/i]
[B]du meist das ernst? [/B][/QUOTE]

das mit dem das er ein noob ist mein ich nicht ernst , aber auch wenn meine situation scheiße war , ich habe es nicht hinbekommen mich selbst umzubringen , Ich hatte Angst ! und die leute die die Mauer überwinden , die haben meinen Respect verdient.

Mfg

Lucius
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Lucius Noctus [/i]
[B]das mit dem das er ein noob ist mein ich nicht ernst , aber auch wenn meine situation scheiße war , ich habe es nicht hinbekommen mich selbst umzubringen , Ich hatte Angst ! und die leute die die Mauer überwinden , die haben meinen Respect verdient.

Mfg

Lucius [/B][/QUOTE]

ich hatte eine in der klasse, die meinte selbstmord wäre feig. einige jahre später traf ich sie im zug und sie hat mir erzählt, dass sie aus unglücklicher liebe aufs dach gestiegen ist und es nicht zu stande brachte. sie hat dann zugegeben, dass es viel mut erfordert. was nicht heißen soll, dass sich jemand umbringen muss um seinen mut zu beweisen, es soll nur zeigen, wie stark sich die perspektive verändert, nachdem man eine neue erfahrung gemacht hat.
MondsilbertaufeNulli, was ist denn Inhalt und Ziel deiner Diskussion?

Mir fällt da so ein Sprichwort ein. Weißt du, welches ich meine?
"Nomen est omen" oder so ähnlich.
nullpromillekeine lust auf deine belanglosigkeiten.
Tsafriedachje ...

halten wir mal fest:
Es hat sich jemand das Leben genommen. Das ist traurig, aber durchaus nachzuvollziehen. Er hat versucht, anderen das Leben zu nehmen (obwohl ich das mittlerweile fast bezweifle, meines Wissens nach war er Sportschütze und das sicherlich seit längerem, ich denke er wäre imstande gewesen, wesentlich tödlicher vorzugehen, als er es getan hat), das ist nicht akzeptabel. Ich möchte mich auch nicht mit Begriffen wie krank oder gesund beschäftigen - die Bezeichnung "psychisch krank" ist etwas, mit dem man sehr vorsichtig umgehen sollte, sie neigt dazu, aus einem Menschen einen kranken Patienten zu machen - jedwede Behandlung entschuldigend, da einem lediglich das Krankheitsbild gegenübersteht, und nicht der Mensch. Es kam vorhin kurz der Schizophrene zur Sprache, der sich das Leben nimmt, weil er nicht mit seinen Halluzinationen umgehen kann. Ich als nicht-Schizophrener kann von der Schizophrenie nichts wissen, doch verstehen, wenn da ein Mensch entscheidet: Bevor ich gänzlich den Bezug zur Realität verliere, nehme ich mir das Leben, ich will nicht enden zwischen Therapie und Psychiatrie - er hat meine Hochachtung, gleich dem, der entscheidet, ich lebe, obwohl ich schizophren bin. Es ist ihrer Beider Recht.

Nun geht es hier aber eigentlich nicht um die Bewertung seines Suizids, sondern um die Schuldfrage ... die nicht zu beantworten ist. Jeder hatte Schuld. Keiner hatte Schuld. Das Individuum hat die logische Konsequenz seiner Weltsicht gezogen - sich den Tod zu geben, und dies in Szene zu setzen. Eine posthume Botschaft? "Seht, mit wie wenig Aufwand man Menschen in die Verzweiflung treiben kann"? Die Mordabsichten bezweifle ich mittlerweile, die Verletzung Unbeteiligter hat er jedoch in Kauf genommen - und damit, man muss es leider so sagen, den einen oder anderen vielleicht aus seiner Heile-Welt-Sicht jäh herausbefördert.
Solstice[QUOTE][i]Original geschrieben von Tsafried [/i]
[B]Die Mordabsichten bezweifle ich mittlerweile, [/B][/QUOTE]

Ähhmm... Hallo???

Sach mal Tsa, viel deutlicher geht es doch nicht. Die Absicht, Leute zu töten. ist einer der wenigen konkreten Punkte in dem Abschiedsbrief. Mord ist definiert, als eine Tötung aus niederen Beweggründen. Nun wird hier ja offensichtlich fast schon diskutiert, ob das bei S. nicht höhere Beweggründe waren (damit meine ich nicht Dich), aber in meinen Augen ist die Absicht, andere wegen des eigenen Leids selbst leiden zu lassen, einer der niedrigsten Beweggründe überhaupt.
ange gardien[QUOTE][i]Original geschrieben von Tsafried [/i]
meines Wissens nach war er Sportschütze und das sicherlich seit längerem[/QUOTE]

Gibt es dafür eine seriöse Quelle? Habe beim Googeln in dem Zusammenhang nichts gefunden.

[QUOTE]Die Mordabsichten bezweifle ich mittlerweile[/QUOTE]

Wie kommst Du darauf? Immerhin wurden zwei der Opfer offenbar am Oberkörper getroffen und sehr schwer verletzt. Ich denke das es einfach Glück war das ausser dem Täter selbst niemand ums Leben kam.
ange gardien[QUOTE][i]Original geschrieben von Solstice [/i]
Nun wird hier ja offensichtlich fast schon diskutiert, ob das bei S. nicht höhere Beweggründe waren[/QUOTE]

Legendenbildung. Das ist in solchen Fällen nicht untypisch und die Medien tragen ihren Teil dazu bei...
Natürlich ist das ein ganz fatales Signal an eventuelle Nachahmer, aber wenn es der Auflagensteigerung dient nehemen unsere Medien inzwischen skrupellos Tote in Kauf ( siehe der von der BILD inszenierte "Leichenschändungsskandal" in Afghanistan ).
TsafriedDas mit dem Sportschützen meine ich in der HAZ gelesen zu haben, aber wenn du nichts gefunden hast, muss es nicht stimmen.

Desweiteren geht es mir eigentlich nur darum zu sagen, dass der Amokläufer wesentlich mehr Menschen hätte verletzen oder töten können und ich stelle mir die Frage, warum er es dann nicht getan hat, wenn er laut seinem Abschiedsbrief tatsächlich deren aller Tod gewollt hat, warum hat er bspw. den Hausmeister nicht noch mit einem zweiten Schuss getötet? Sicher, vielleicht dachte er, er wäre tot, aber die Opfer durch Schussverletzungen waren meines Wissens nach nur sehr wenige. Da passt irgendwas nicht zusammen
SolsticeIch neige zwar eigentlich nicht dazu, diese Idde weiterzuverfolgen, aber vielleicht kommt hier doch die Diskrepanz zwischen Computerspiel und Realität zum tragen. Es ist das eine, Rache und Morde anzukündigen und im PC virtuelle Gegner niederzumetzeln. Wenn dann aber jemand real hilflos blutend vor Dir liegt, dann noch einmal draufzuhalten ist schon eine andere Liga...
alfirinDas Zielen hat er ja im Wald mit ein paar Freunden oft genug geübt.

Ich frage mich an dieser Stelle ernsthaft, warum die Politik über Computerspiele diskutiert und nicht darüber, Airsoft zu verbieten. Auf dem PC lernt man nicht das Zielen. Bei Airsoft zielt man mit täuschend echt nachgebauten Waffen auf Menschen (und auch auf Köpfe, es herrscht Schutzbrillenpflicht). Klar ist das ein Sportspiel, und es geht nur darum, den Gegner zu treffen und nicht zu verletzten; das ist aber bei Völkerball genauso. Warum muss man das hier mit Waffenimitaten machen?

Ich denke mal, der Grund, dass niemand getötet wurde, ist der, dass S.B. gemerkt hat, dass es doch etwas anderes ist, mit einer echten Waffe auf einen Menschen zu schießen, und ihm dabei in die Augen zu sehen.

Was man so von ihm gelesen hat, lässt ja vermuten, dass er ein recht intelligenter Mensch war, der aber durch seine Umwelt gebrochen wurde. Er wurde krank und sah kein Licht mehr am Ende des Tunnels.

Er wollte sterben und dabei noch möglichst viele Menschen mitnehmen. Es hätte ihm ja egal sein können, aber er hatte Angst oder Mitleid, vielleicht hat er in den letzten Minuten seines Lebens auch sowas wie eine Erleuchtung, was er da eigentlich für einen Irrsinn treibt.
moreHat er sich nicht vielleicht nur aus einem Grund selbst getötet?

Aus Angst vor den Konsequenzen seines Handelns?

Er wollte Rache, aber er wollte sich auch darstellen. Er wollte sich im Internet darstellen, er wollte gehört werden. Er wollte Angst verbreiten. Scheinbar wurde ihm im tun bewusst, welche Folgen dies für ihn hat, schneller und einfachster Ausweg - ich töte mich selbst.
Haben ja auch schon andere vor ihm gemacht. Wieviele Mörder bringen sich vor der Verhandlung in U-Haft um? Warum wird Mördern in U-Haft jegliche Möglichkeit sich zu töten genommen? M.E., und davon bin ich überzeugt, war DAS der Grund sich zu töten. Weil er das wusste, vielleicht auch schon geplant hatte, aber er wollte einmal diese Rache schmecken. Und zum Thema Sportschützen, und er hätte ja nur zweimal schießen müssen. Ihm das auch noch als mildernd auszulegen ist pervers! Was glaubt ihr, war zu dem Zeitpunkt im Schulhaus los? Der ist sicher keine Sekunde stillgestanden um zu zielen. Und unter dem Stress hat er sicher, trotz Übung, seine Hand kaum ruhig halten können.

Hätte er nur sich getötet, dann kann man das feige oder mutig nennen, aber die Absicht zu haben, andere mitzunehmen, und noch dazu Aufsehen in der Öffentlichkeit zu erregen, auch nach dem eigenen geplanten Tod, ist schlichtweg unentschuldbar, egal was ihm angetan worden ist, oder auch nicht. Es zeigt nur wie geltungssüchtig Menschen werden können und wie sehr Rache unseren Verstand umnebelt. Er hat sein Ego über alles gestellt.

So, und nun darf nulli wieder spotten. Ich finds mittlerweile sogar recht amüsant.
ange gardien[QUOTE][i]Original geschrieben von alfirin [/i]
Ich frage mich an dieser Stelle ernsthaft, warum die Politik über Computerspiele diskutiert und nicht darüber, Airsoft zu verbieten.
[/QUOTE]

Keine Angst, über Airsoft wird in diesem Zusammenhang auch fleissig diskutiert.
Ich halte von solchen Verboten grundsätzlich nichts, da sie zum einen schwer zu überwachen sind und vor allem nichts bringen.
Der Schrei nach Verboten seitens unserer Politiker ist nichts weiter als ein plumper Versuch
a) vom eigenen Versagen abzulenken
und
b) eine einfache Antwort ( Airsoft bzw. "Killerspiele" sind schuld ) zu geben, die dem Zusammenang und den Ursachen nicht gerecht wird.

Es wird immer Leute geben die mit ihrem eigenen Leben nicht klar kommen und unter denen wird es wiederum immer Leute geben, die dafür der ganzen Welt ( nur nicht sich selbst ) die Schuld geben.
In letzter Konsequenz entsteht daraus dann ein so großer Hass, dass der Betroffene zum Amokläufer wird.

Daran ändern Verbote nicht das geringste. Im Gegenteil: Wenn solche Typen mitkriegen das sie durch ihre Einzeltaten direkten Einfluss auf die Gesetzgebung haben, werden sich solche Fälle eher häufen.

Zuerst verbieten wir Airsoft und Killerspiele, dann das Tragen von schwarzen Klamotten und wenn irgendwann ein Schüler einen anderen mit einem Kugelschreiber umbringt, müssen wieder alle mit Fingerfarben malen... So hat die Tat eines einzelnen direkte Auswirkung auf das Leben von vielen.


Politiker rufen dazu auf, auffällige Schüler zu melden. Erst kürzlich wurde über einen Fall berichtet, in dem ein Schüler meinte, dass er es sich auch vorstellen könnte Amok zu laufen und dieser Schüler wurde dann in die Psychatrie eingewiesen ! ( kam im Radio auf SWR 3 ).
So weit sind wir schon, das es verboten ist laut zu denken.
Ich bin mir nicht sicher ob sich die Politik überhaupt darüber im klaren ist, das sie mit solchen Aussagen Denunzianten Tür und Tor öffnet.
Die Hexenjagd ist eröffnet... mit Vernunft hat das alles nichts zu tun.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
[B]

So, und nun darf nulli wieder spotten. Ich finds mittlerweile sogar recht amüsant. [/B][/QUOTE]

ich habe keine lust zu spotten. ich rutsche manchmal in sarkasmus ab, aber das was ich mir dabei leiste, ist weit unter dem hohnniveau, das mir von euch entgegenschlägt. ich nehme euch als gesprächspartner ja wohl ernst, wenn ich euch stichfeste argumente entgegensetze und nicht irgendein provokantes plattes wischiwaschi. und ganz ehrlich, ich halte eben genau euch für die verwöhnten rotzpippn, die über einen anderen menschen urteilen und genau wissen, was in seiner situation zu tun wäre, obwohl sie nie in seiner situation waren. wie die zuschauer vorm fernseher, die wissen auch immer, wie genau die hundertprozentige torchance zu verwerten gewesen wäre.
Solstice@Nullpromille: Nun komm mal wieder runter vom Baum...;)

Hier wird ein komplexes Thema diskutiert und es ist völlig normal, dass hier unterschiedliche Meinungen und Interpretationen (denn nichts anderes ist hier möglich) aufeinandertreffen. Und es ist auch völlig normal, dass jeder in dieser Diskussion bei seiner Meinung bleibt, oder?

- Wer sich im Laufe dieses Threads von einer Meinung zur anderen bekehren ließ hebe die Hand!

- und jetzt: wer ernsthaft glaubt, dass sein Diskussionspartner auf die eigene Meinung einlenken und klein beigeben wird hebe die Hand!

Hmm...

So, und hier haben wir den Schlüssel für praktisch alle Diskussionen hier in den Nachtwelten. Mindestens für die, die gerne mal in persönliche Angriffe abgleiten.

Und zu Deinem Posting direkt: stimmt, ich hatte in meiner Kindheit und Jugend nie diese Probleme, mag Zufall gewesen sein, günstiges Schicksal, mag mit Charakter, Stärke, Schwäche, Opportunismus oder wer weiß was zusammenhängen. Aber eines kann ich Dir versichern: ich habe in meinem Leben nie den Eindruck gehabt, dass ich nicht mein Ding (im Rahmen der Möglichkeiten) durchziehen kann. Wenn mir etwas nicht passte, habe ich nicht gewinselt, sondern versucht, mich in die Position zu bringen, von der aus ich das ändern kann. Und wenn das (z.B. bei politischen Vorgaben) nicht realistisch möglich war, dann habe ich eben gewisse Dinge akzeptiert und das Beste daraus gemacht, im Zweifelsfalle mit "Augen zu und durch". Ich habe sicher auch andere gern für Mißstände verantwortlich gemacht, insbesondere als Teenager, aber ich habe mich immer selbst bewegt, um etwas zu ändern.
Und wer mich näher kennt, weiß, dass ich hier keinen Blödsinn rede.
DyspenthesEdit:
Ich könnte hier mein ganzes Leben erzählen und warum ich zu den Ansichten gelangt bin, aber da ich eben zu der Einsicht gekommen bin, dass mir dann hier von den entsprechenden Leuten mein Leben aus der Hand genommen und in der Luft zerfetzt würde, habe ich mich entschieden, auch den winzigen Ausschnitt hier wieder zu löschen.
alfirin[QUOTE][i]Original geschrieben von ange gardien [/i]
[B]Politiker rufen dazu auf, auffällige Schüler zu melden. Erst kürzlich wurde über einen Fall berichtet, in dem ein Schüler meinte, dass er es sich auch vorstellen könnte Amok zu laufen und dieser Schüler wurde dann in die Psychatrie eingewiesen ! ( kam im Radio auf SWR 3 ).
So weit sind wir schon, das es verboten ist laut zu denken.
Ich bin mir nicht sicher ob sich die Politik überhaupt darüber im klaren ist, das sie mit solchen Aussagen Denunzianten Tür und Tor öffnet.
Die Hexenjagd ist eröffnet... mit Vernunft hat das alles nichts zu tun. [/B][/QUOTE] Dieser Schüler hatte aber auch illegal Softair-Waffen (er ist 17, die Waffen sind Ü18) und eine "Todesliste". Und dass er eingewiesen wurde, ist auch nur von der BILD verbreitet und von anderen ungeprüft aufgegriffen worden. Laut [URL=http://www.rbb-online.de/_/nachrichten/politik/beitrag_jsp/key=news5086556.html][U]diesem Bericht[/U] [/URL] war er nur in Polizeigewahrsam und ist wieder zuhause.

Was das Melden betrifft: Man muss halt eine gesunde Mitte finden. Wann ist es nur pubertäres Geschwätz, wann meint das jemand ernst? Wie verhält sich die Person sonst, gab es bei den Schulleistungen abnormale Schwankungen?

S.B. hat seine Tat lange genug angekündigt. Er war so verhaltensauffällig, das laut einem Bericht der Tagesschau (den ich gerade nicht mehr finde) überlegt wurde (von Lehrern und Eltern), einen Schulpsychologen einzuschalten. (Im übrigen kommen in Deutschland auf einen Schulpsychologen bis zu 13.000 Schüler.)

Da überlegt man nicht mehr. Da zieht man seine Samthandschuhe aus und schaltet den Psychologen ein. Logisch, dass der Junge dass nicht wollte. Aber in so einem Fall hätte man ihn zwingen müssen. Es ist klar, dass es schwieriger gewesen wäre, an den Jungen ran zu kommen, wenn er nicht gesprächsbereit war. Aber nichts tun nur weil er gesagt hat: "Nein das will ich nicht, es geht mir auch schon viel besser."?
(Wollte er das wirklich nicht? Im Internet hat er schon um Hilfe gerufen. Vielleicht wäre er bei einem Psychologen doch relativ schnell aufgetaut.)
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Solstice [/i]
[B]

- Wer sich im Laufe dieses Threads von einer Meinung zur anderen bekehren ließ hebe die Hand!

[/B][/QUOTE]

ich hebe die hand. der einzige grund um zu diskutieren ist seinen horizont zu erweitern und es ist ein unglaubliches glücksgefühl etwas gesagt zu bekommen, das man selbst nicht bedacht hatte, was das ganze bild einer situation oder eines urteils vollkommen verändern kann.

nicht soll es in einer diskussion ums rechthaben, um ruhmsucht oder ums spiel und ums gewinnen gehen.
nullpromilleund weil immer vom selbstmitleid die rede ist. ich empfinde über meine situation nicht das geringste selbstmitleid. ich habe so weit ich zurückdenken kann, kaum dieses gefühl gekannt. es gibt aber dinge die man erkennen kann, die einen zur weißglut treiben - z.b. das immer selbe wischiwaschi, das sich davonstehlen in allgemeinplätze anstatt sich seiner verantwortung zu stellen. ich habe mich meiner verantwortung gestellt und ich habe das GKÜCK immer, immer die konsequenzen meines handelns getragen zu haben. und ich fordere von meinen schuldigern, dass auch sie anfangen, sich ihre schuld einzugestehen und die verantwortung zu tragen. wie sagte wittgenstein: die verantwortung leugnen, heißt die menschen nicht zur verantwortung ziehen.

und ich denke, dass sebastians motiv nicht sein selbstmitleid war, sondern der wunsch, menschen zur verantwortung zu ziehen. was nicht bedeutet, dass ich sein handeln positiv bewerte.
alfirinZum Nichttöten ist mir noch was eingefallen:
Hieß es nicht, er wäre seinem Bruder auf dem Schulhof begegnet? Das könnte auch ein Auslöser gewesen sein, weshalb S.B. nicht getötet hat.
moreEs ist schon erstaunlich, wie du, nullpromille, immer versucht den anderen einen Spiegel vorzuhalten, und nicht im geringsten im Stande bist in deinen eigenen zu blicken.
Du hast keine Ahnung, wer deine Gesprächspartner wirklich sind, und welch einen Rucksack an Vergangenheit sie mit sich schleppen. Du fällst Urteile ohne die Menschen wirklich zu kennen. Du solltest die Regeln, die du für Andere erstellst auch mal selbst einhalten.
Jeder Mensch kann seine eigene Sicht auf Dinge haben, und diese Sicht begründet sich nicht selten auf den Erlebnissen die man in der Vergangenheit hatte.
Und um das mal zu begründen: Auch ich wurde aufs übelste in der Schule gemoppt, ich wurde von zwei Stiefvätern misshandelt, ich wurde mit fünf Jahren von einem so sehr verdroschen, dass ich im Krankenhaus aufgewacht bin, und ich habe mir oft Rache geschworen. Und auf meine Hilferufe, Lehrer, Nottelefon, Mutter, ect. hat kein Schwein reagiert. Aber es wäre mir nie in den Sinn gekommen meine Wut an Anderen, Unschuldigen abzureagieren. Und ich dachte auch an Selbstmord, wenn man mit 15 zu Hause sitzt und tagtäglich schlimmsten psychischen Misshandlungen und Schlägen ausgesetzt ist.

Also, es gibt hier durchaus Menschen, die in ähnlichen Situationen sind/waren. Also, höre auf, irgendwelche Urteile und sarkastische Frozeleien über Andere zu fällen, die nicht deiner Meinung sind. Weil DU selbst ziehst das Niveau in die Tiefe, nicht die Anderen. Denn auf der Ebene von Sarkasmus lässt es sich generell schlecht diskutieren.

Wahrnemung ist immer Subjektiv, und aufgrund dem was wir wissen lassen sich Hypothesen erstellen, wie S. wirklich war kann niemand, auch nicht du wissen. Ich persönlich bin der Meinung, er war ein Egoist, der sich ins Rampenlicht stellen wollte.
Andere Ansichten kann ich aber auch durchaus akzeptieren.
Solstice[QUOTE][i]Original geschrieben von nullpromille [/i]
[B] ich habe mich meiner verantwortung gestellt und ich habe das GLÜCK immer, immer die konsequenzen meines handelns getragen zu haben. und ich fordere von meinen schuldigern, dass auch sie anfangen, sich ihre schuld einzugestehen und die verantwortung zu tragen. [/B][/QUOTE]

Das ist doch gut! Und Du bist ja auch nicht Amok gelaufen... ;)
Manleyund jetzt mal wieder von euren einzelnen schicksalen und dem diskurs über den diskurs zurück zum thema, wenn ich bitten darf.
nullpromille@more



[QUOTE][i]Original geschrieben von nullpromille [/i]
[B]das erklärt dann ja auch alles dein ungerechtes urteil :rolleyes:

es ist mir egal, wer du bist. ich kenne dich nicht, ich weiß nicht, ob deine erzählungen stimmen - aber eins weiß ich, dass du ein urteil über einen menschen fällst, der sich umgebracht hat. und nachdem er es getan hat, muss er sehr gelitten haben. auch du magst viel gelitten haben und hast dich nicht umgebracht - was heißt das? dass du noch etwas hattest, was dich aufrecht gehalten hat - rechnest du das dir selbst an? ist es dein verdienst, dass du noch lebst? oder hattest du glück oder einen engel? ich kenne dich nicht und ich lege keinen wert darauf dich zu kennen. du hast dein leid offensichtlich überlebt, aber du hast entweder dadurch etwas verloren, oder du hattest es nicht. ich kenne dich nicht, aber ich kenne deinen standpunkt in dieser frage und das sagt etwas über dich aus. und nur darauf bezieht sich mein urteil.

p.s.: ich scheiße auf alle spiegel dieser welt. ich möchte niemanden einen spiegel vorhalten und ich möchte keinen vorgehalten bekommen. ich möchte nur das vertreten, was ich für richtig erachte und jeder kann sich über meine äußerungen sein urteil bilden. [/B][/QUOTE]
moreDu fällst keine Urteile? Aber du nennst andere ungerecht, ist das kein Urteil?
Mein Urteil mag ungerecht sein, denn ich kenne den Täter nicht. Aber, dass er sich aus dem Weg schafft, und seine Konzequenzen nicht selbst trägt, das ist auch ungerecht. Den selbes schreibst du auch. Dass die Schuldiger ihre Verantwortung zu tragen hätten. Da er Menschen verletzt hat, in der Absicht Rache zu üben ist er genauso schuld. Er hat sich seiner Verantwortung entzogen, in dem er sich umbrachte.
Den Menschen, die er verletzt hat wird nie Gerechtigkeit wiederfahren.
Aber es ist sehr spannend zu verfolgen wie du dir selbst immer und wieder widersprichst. :D
DyspenthesUm mal wieder zum Thema zurückzukommen, mag ich nochmal auf das Buch hinweisen, was ich schonmal erwähnte, hab nochmal reingesehen, ist wirklich zu dem Thema empfehlenswert, und zwar ist das von [COLOR=royalblue]Todd Strasser, alias Morton Rhue: Ich knall euch ab (Original: Give a boy a gun)[/COLOR]. Das Buch behandelt exakt die Frage, die hier gestellt wird, und zwar, wer Schuld an so einem Amoklauf ist - eine Antwort wird nicht gegeben, aber dafür alle Seiten mal beleuchtet.

Edit: Und damit keiner den Titel selbst bei Amazon eingeben muss, [URL=http://www.amazon.de/Ich-knall-euch-Morton-Rhue/dp/3473581720/sr=8-1/qid=1164557976/ref=pd_ka_1/028-5668224-0114115?ie=UTF8&s=books]hier[/URL] der Link dazu.

[quote][size=1]Aber es ist sehr spannend zu verfolgen wie du dir selbst immer und wieder widersprichst.[/size] [/quote]
[size=1]ja[/size]
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
[B]Du fällst keine Urteile?
D [/B][/QUOTE]

wer lesen kann ist klar im vorteil :rolleyes:

ich schreibe ja gerade, dass ich ein urteil aufgrund der von dir hier vertretenen ansichten fälle.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
[B]
Aber es ist sehr spannend zu verfolgen wie du dir selbst immer und wieder widersprichst. :D [/B][/QUOTE]

worin besteht mein widerspruch? zeige diese behauptung anhand eines beispiels auf oder wir beginnen und beenden jede diskussion gleich mit der behauptung, dass wir uns alle selbst widersprechen.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
Was Sebastian in meinen Augen falsch gemacht hat, ist, dass er immer nur das Negative gesehen hat. Er hat sein Leben völlig nach dem, was er meinte, wie man leben müsste, ausgerichtet und ist daran gescheitert. Aber neben S.A.A.R.T. gibt es noch Nebel, Herbst, Sonne, Blumen, Wälder, bunte Blätter, schöne Musik ...[/QUOTE]Hat ihm das in seinem Leben jemals Irgendwer gezeigt?
Vielleicht hatte er in seinem Leben nie andere Erfahrungen, als dass immer der Recht hatte, der mehr Macht ausübte. War es dann aus seiner Sicht falsch, den Ausweg auf Seiten der Macht zu suchen?

Da fällt mir eine Zeile von BarbaraRossa ein:
"Mache dass du morgen nicht gekreuzigt wirst, und du hast Recht. Bis dahin haben wir's!"

[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
Sind denn die meisten Menschen nicht mehr in der Lage, sich alleine zu beschäftigen ... Warum lassen sich gerade die Menschen, die am meisten von Ausbrechen aus der Gesellschaft reden, gerade in diesem Punkt dermaßen von einer Gesellschaft einengen?
... es gibt Momente, in denen man einfach alleine sein muss, in denen kein anderer Mensch, und sei er auch noch so besonders, Zutritt haben darf, in denen man zur Ruhe kommen kann.[/QUOTE]Liegt es vielleicht daran, dass Kinder heute gar keine Gelegenheit mehr bekommen, mit sich selbst allein zu sein? Vom ersten Tage ihres Lebens an werden sie beobachtet und überwacht. Jeder kleine Mucks wird sofort bestraft. Wer lässt denn heute noch ein Kind allein in den Wald laufen? Es könnte ja dort einem bösen Kinderschänder begegnen ...
Und was fällt Euch hier (außer nullpromille) als Lösung ein? Pfadfinder-Gruppenzwang, Sportvereine, Schulpsychologen ... :mad:
(By the way, Robert Steinhäuser war in einem Schützenverein.)

Haben denn Kinder heute noch die Möglichkeit, irgendwas allein zu ergründen, irgendwelche Probleme allein zu lösen? Und wenn sie die Probleme nicht allein lösen können, wer hört ihnen dann zu und stellt sich ihren Fragen?
Sind sie nicht wirklich (wie S.B. in seinem Abschiedsbrief schrieb) nur überall im Wege und überflüssig? Statt ihnen wenn mal nötig beim Problemlösen zu helfen, werden sie eingesperrt und überwacht, damit nur keine störenden Probleme entstehen können.

Angelo Bergamini (Kirlian Camera) sagte kürzlich in einem Interview auf die Frage, was er tun würde, wenn er einen ganzen Tag allein wäre: "Dann könnte ich endlich weinen!"

[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
Vor einigen Jahren habe ich einen Mann kennengelernt, der mit 10 Jahren seine ganze Familie im KZ verloren hat. Der ganz alleine mit einer Einwanderungswelle nach Israel gekommen ist.
... Jetzt geht so ein kleiner Junge hin, der meint, die ganze Welt sei immer böse zu ihm gewesen, obwohl er noch nicht wirklich etwas Schlimmes erlebt hat.[/QUOTE]So ein glühender Schlüssel auf der Hand ist ja auch nichts wirklich Schlimmes ?
Ein Unterschied ist: Den Einen hört man zu (wenn auch erst nach Jahren), den Anderen nicht, es sei denn, sie verschaffen sich gewaltsam Gehör.

[QUOTE]Und es gibt sogar einige, die daran nicht zerbrochen sind, sondern mit 20 keine verwöhnten Kinder mehr sind, sondern erwachsen.[/QUOTE]... also abgehärtet, gefühllos?
Und was ist mit all denen, die sie beim Sich-Durchbeißen gebissen haben?
Ich bereue es nicht, in mir einen Teil meines Kind-Seins bewahrt zu haben.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
Warum soll man bitte um ein kleines verwöhntes Baby weinen, was für sich den Weg gewählt hat, sich das Leben zu nehmen? Ist doch gut, einer weniger, der rumheult, ach wie schlimm ihm das Leben mitgespielt hat. Derer gibt es weiß Gott genug[/QUOTE]Ich kenne dich und dein bisheriges Leben nicht, aber diese Aussage deinerseits bestätigt irgendwie nullpromilles Vermutung. :(

[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
Die Menschen, die andere leiden lassen, leiden auch auf ihre Weise. Ein Kind schlägt ein Tier, nachdem es von einem anderen Kind geschlagen wurde, welches zu Hause Stress hat durch seine Eltern, die auf ihrer Arbeit von ihrem Chef das Leben zur Hölle gemacht kriegen, der wiederum Eheprobleme hat, die von den psychischen Problemen seiner Frau herrühren, die von ihrer Kindheit kommen,... soll ich fortfahren? Jeder Mensch, der andere leiden lässt, musste auch irgendwo leiden. So ist das nunmal.[/QUOTE]Damit wäre also die Tat von S.B. erklärbar?
Nein. Das stimmt so einfach nicht. Zum einen kann jemand Anderen unbewusst Leid zufügen, ohne dass er leiden musste. Zum anderen lässt nicht Jeder, dem Leid widerfahren ist, Andere dafür leiden. Ich glaube, für das Handeln eines Menschen ist weniger entscheidend, wie viel Leid ihm widerfährt, sondern wie viel FREUDE ihm widerfährt. Ein kleiner Freudestrahl kann eine ganze Menge Leid lindern. Vielleicht sollte man die Frage stellen, wie oft sich S.B. in seinem Leben freuen durfte, und daraus folgend die Frage stellen, wie oft sich überhaupt heutzutage Kinder und Jugendliche aufrichtig freuen dürfen.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Solstice [/i]
Aber eines kann ich Dir versichern: ich habe in meinem Leben nie den Eindruck gehabt, dass ich nicht mein Ding (im Rahmen der Möglichkeiten) durchziehen kann. Wenn mir etwas nicht passte, habe ich nicht gewinselt, sondern versucht, mich in die Position zu bringen, von der aus ich das ändern kann.[/QUOTE]Ist man als "Always The Winner" überhaupt in der Lage, sich in die ausweglose Situation eines Losers hinein zu versetzen?

[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
Hat er sich nicht vielleicht nur aus einem Grund selbst getötet? Aus Angst vor den Konsequenzen seines Handelns? Er wollte Rache, aber er wollte sich auch darstellen. Er wollte sich im Internet darstellen, er wollte gehört werden.[/QUOTE]Nach den aus den Medien bekannten Informationen zu urteilen war er intelligent genug, die Konsequenzen seines Handelns oder Nicht-Handelns zu kennen und hat sich bewusst FÜR das Handeln entschieden. Ja, er wollte gehört werden, um jeden Preis! Wollte er SICH darstellen? Die große Zahl von jugendlichen "Fans" lässt vermuten, dass er der festen Überzeugung war, für eine ganze Generation zu sprechen (Offenbar hat er aber nicht genug an das Schlechte geglaubt, um zu wissen, dass seine Tat nur wieder gegen eine ganze Generation verwendet werden wird).

Welche Wahl hatte er?
Zum einen hatte er die Wahl, Rache zu üben und gehört zu werden, aber sich mit Schuld zu beladen und wahrscheinlich sterben zu müssen.
Zum anderen hatte er die Wahl, keine Rache zu üben und nicht gehört zu werden, aber trotzdem schuldig zu sein (wegen unerlaubtem Waffenbesitz, Vorbereitung eines Verbrechens und vielleicht noch einiger Sachen), im Knast zu landen und dort möglicherweise misshandelt oder gar getötet zu werden (dass die harten Kerle dort ständig auf Frischfleisch warten, weiß man ja aus der Raubkopierer-Werbung) und wahrscheinlich auch noch auf Tausenden Euros Schulden sitzen zu bleiben (denn für die beschlagnahmten Waffen hätte er wohl kaum Entschädigung bekommen).
Kurz gesagt, das Risiko von Handeln oder Nicht-Handeln war aus seiner Sicht wohl ziemlich das gleiche.

[QUOTE]Scheinbar wurde ihm im tun bewusst, welche Folgen dies für ihn hat, schneller und einfachster Ausweg - ich töte mich selbst. Haben ja auch schon andere vor ihm gemacht. Wieviele Mörder bringen sich vor der Verhandlung in U-Haft um? Warum wird Mördern in U-Haft jegliche Möglichkeit sich zu töten genommen?[/QUOTE]Warum hat man IHM nicht die Möglichkeit genommen, sich - und Andere - zu töten? Zumal offenbar schon länger bekannt war, dass er große Probleme hatte (und man darum einen Psychiater einschalten wollte) und dass er im Besitz von scharfen Waffen war (und man ihn darum vor Gericht geladen hatte)? Hat man denn aus dem Amoklauf von Erfurt überhaupt nichts gelernt?

[QUOTE]Hätte er nur sich getötet, dann kann man das feige oder mutig nennen, aber die Absicht zu haben, andere mitzunehmen, und noch dazu Aufsehen in der Öffentlichkeit zu erregen, auch nach dem eigenen geplanten Tod, ist schlichtweg unentschuldbar, egal was ihm angetan worden ist, oder auch nicht.[/QUOTE]Hätte er nur sich getötet, dann wäre genau das passiert, was er in seinem Abschiedsbrief geschrieben hat: Seine Aufzeichnungen wären in der Versenkung verschwunden und die Selbstmord-Statistik 2006 hätte sich um Null-komma-soundsoviel Promille erhöht ...
Die Absicht, Andere zu töten oder ihnen sonstwie Schaden zuzufügen, kann und will ich nicht gutheißen, aber was ist gegen "Aufsehen in der Öffentlichkeit erregen" einzuwenden? Tun das nicht Politiker und Kaufleute tagtäglich lautstark?

[QUOTE]Es zeigt nur wie geltungssüchtig Menschen werden können und wie sehr Rache unseren Verstand umnebelt.[/QUOTE]Es zeigt, dass Menschen sich irgendwann gewaltsam Aufmerksamkeit verschaffen, wenn sie als mitwirken wollende Individuen ständig überhört und übersehen werden, und nur zahlenmäßig - als Zielgruppe für Umsätze und Gewinne - interessant sind.
TheTurningPointSo, nun habe ich genug um mich geschossen, und die Fragen an mich sind berechtigt:
"Was kann die Gesellschaft dagegen tun?"
"Was würdest DU denn dagegen tun?"

[QUOTE][i]Original geschrieben von Hellscream [/i]
Ich fürchte das sie nichts Sinnvolles machen werden, sie werden kurtzzeitig Vorschläge machen und am ende nichts Sinnvolles umsetzten. Da es nicht in ihrem Interesse liegt das Geld in die Jugend zu invistieren das notwendig wäre ihre Situation zu verbessern.[/QUOTE]Ja, nur zu oft fallen Sprüche wie "Die Jugend ist unsere Zukunft", aber niemand will in diese Zukunft investieren, weder Geld noch Zeit. :(

[QUOTE]Ausserdem müsste man um massgeblich etwas zu verbessern schwerwiegend in das Gesellschaftliche System eingreifen, auch das liegt nicht in ihrem Interesse.[/QUOTE]Es lässt sich auch schon innerhalb dieses gesellschaftlichen Systems Einiges erreichen, wenn man ein paar Tage weiter denkt als bis zu den nächsten Quartalszahlen.

[QUOTE]Es müsste schon Wirtschaftlich und Gesellschaftlich bedrohende Entwicklungen geben dammit man sich in der Politik ernsthaftig Gedanken macht. Vielleicht wäre der ein oder andere Aufstand ganz heilsam.[/QUOTE]Der Aufstand 1989 in der DDR hat nur scheinbar vieles verändert. Die heutigen Politiker und Wirtschaftsbosse sind genauso gedankenlos wie Honni & Co - eher noch gedankenloser.

[QUOTE]--------------------------------------------------------------------------------
doch die Frage bleibt wie man nun den Kindern diese Kompetenzen beibringen kann!
--------------------------------------------------------------------------------
Ich würde sagen, indem die Gesellschaft diese soziale Kompetenz vorzeigt und auch danach leben, aber leider darf man überall immer wieder erblicken das eben diese dazu nicht in der Lage ist.[/QUOTE]Soziale Kompetenz kann man auch "im Kleinen" vorleben. Und wie ich schon schrieb:
"Ein kleiner Freudestrahl kann eine ganze Menge Leid lindern."

[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
Er hat ein Dach über dem Kopf gehabt, er hatte eine Familie, er hat nie im Krieg gelebt ...[/QUOTE]Hat er Vertrauen gespürt und Verantwortung übertragen bekommen? Hatte er eine Arbeit, die ihn fordert und ausfüllt?

[QUOTE]Aber neben S.A.A.R.T. gibt es noch Nebel, Herbst, Sonne, Blumen, Wälder, bunte Blätter, schöne Musik ...[/QUOTE]Offenbar waren auch wir hier in den Nachtwelten nicht in der Lage, ihm das oder andere interessante Dinge zu vermitteln. :(

[QUOTE][i]Original geschrieben von Solstice [/i]
Das sind Glücksgefühle für die man sich erst mal öffnen muss, aber das hat ja leider unsere Fernseh- und Gameboy-Generation verlernt.[/QUOTE]Sie hat es nicht [b]ver-[/b]lernt, sondern es [b]von uns[/b] nicht [b]ge-[/b]lernt.

[QUOTE]Es herrscht ja eher der Anspruch: Hallo, hier bin ich, ich will dies und das und jetzt, Gesellschaft, sieh mal zu, dass es mir gut geht![/QUOTE]"All we ever wanted was everything.
All we ever got was Cold."
Das sang Bauhaus schon vor mehr als 20 Jahren, und da hat sich leider nicht viel dran geändert. Die Antwort war damals wie heute. "Wir tun was [b]wir[/b] tun können, und was [b]wir[/b] nicht können, das geht eben nicht. Basta!"
Wie wär's mal mit der Antwort: "Schafft es euch selbst! Wir unterstützen euch dabei, soweit wir das können."

[QUOTE][i]Original geschrieben von Tsafried [/i]
Leider wird uns in den Medien zu oft eine schöne heile Welt vermittelt - die der Realität nicht entspricht. Man glaubt daran, solange bis man selber merkt, dass es nicht stimmt.[/QUOTE]Ich habe nicht den Eindruck, dass man uns eine schöne heile Welt vermittelt, eher das Gegenteil. Aber man will uns permanent eintrichtern, dass diese Welt unveränderbar wäre! Daran verzweifeln die Menschen, die diesen Schmarrn glauben.

[QUOTE][i]Original geschrieben von ange gardien [/i]
Zuerst verbieten wir Airsoft und Killerspiele, dann das Tragen von schwarzen Klamotten und wenn irgendwann ein Schüler einen anderen mit einem Kugelschreiber umbringt, müssen wieder alle mit Fingerfarben malen...[/QUOTE]So ähnlich wie es die Taliban in Afghanistan gemacht haben. Nur hat das nicht zu mehr Friedlichkeit geführt, sondern Hass und Zwietracht nur noch mehr gesteigert.

[QUOTE]Politiker rufen dazu auf, auffällige Schüler zu melden.
... Ich bin mir nicht sicher ob sich die Politik überhaupt darüber im klaren ist, das sie mit solchen Aussagen Denunzianten Tür und Tor öffnet. Die Hexenjagd ist eröffnet... mit Vernunft hat das alles nichts zu tun.[/QUOTE]Denunzianten und Hexenjagd hatten wir in der Vergangenheit auch schon zur Genüge, aber das hat den Frieden auch nicht gefestigt.

[QUOTE][i]Original geschrieben von nullpromille [/i]
ich hebe die hand. der einzige grund um zu diskutieren ist seinen horizont zu erweitern und es ist ein unglaubliches glücksgefühl etwas gesagt zu bekommen, das man selbst nicht bedacht hatte, was das ganze bild einer situation oder eines urteils vollkommen verändern kann.[/QUOTE]Genauso ist es, auch im Großen. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass sich auch Jugendliche etwas von mir sagen lassen, weil ich ihnen eben auch erst einmal zuhöre und mir gegebenenfalls auch von ihnen sagen lasse, dass ich irgendwas nicht bedacht oder übersehen habe.

[QUOTE]nicht soll es in einer diskussion ums rechthaben, um ruhmsucht oder ums spiel und ums gewinnen gehen.[/QUOTE]Ums Gewinnen (von neuen Sichten) schon. :rolleyes:

[QUOTE][i]Original geschrieben von nullpromille [/i]
und weil immer vom selbstmitleid die rede ist. ich empfinde über meine situation nicht das geringste selbstmitleid. ich habe so weit ich zurückdenken kann, kaum dieses gefühl gekannt.[/QUOTE]Ich stehe zu meinem Selbstmitleid. Ich glaube, nur wer zu Selbstmitleid fähig ist, kann wirklich Mitleid mit Anderen empfinden.

[QUOTE]es gibt aber dinge die man erkennen kann, die einen zur weißglut treiben - z.b. das immer selbe wischiwaschi, das sich davonstehlen in allgemeinplätze anstatt sich seiner verantwortung zu stellen.[/QUOTE]Wobei Verantwortung nicht mit Schuld zu verwechseln ist. Sie wird erst dann zu Schuld, wenn man sie leugnet.

[QUOTE]ich habe mich meiner verantwortung gestellt und ich habe das GLÜCK immer, immer die konsequenzen meines handelns getragen zu haben. und ich fordere von meinen schuldigern, dass auch sie anfangen, sich ihre schuld einzugestehen und die verantwortung zu tragen.[/QUOTE]Wie schon gesagt, Schuld nicht mit Verantwortung verwechseln!
Das ist gerade eines der größten Übel unserer Gesellschaft, dass Verantwortung mit Schuld gleichgesetzt wird. Darum ist niemand bereit, Verantwortung zu übernehmen.
Solstice[QUOTE][i]Ist man als "Always The Winner" überhaupt in der Lage, sich in die ausweglose Situation eines Losers hinein zu versetzen?

[/B][/QUOTE]

Abgesehen davon, dass diese Formulierung etwas über das Ziel hinausschießt, finde ich, dass es eine Frage von Einfühlungsvermögen und Sensibilität ist, sich in jemanden hineinversetzen zu können und nicht von persönlichen Erfahrungen. Wäre nur Letzteres gültig würden wir beständig im eigenen Saft kochen. Denk mal über Deine Aussage genauer nach!
Darf man hier nur über einen Loser (um mal Deine Formulierung zu nehmen) urteilen, wenn man selbst einer ist oder war?
alfirinMir gefällt im übrigen das Wort "Denunziant" nicht.
Den Mut zu haben, den Mund aufzumachen, wenn man merkt, dass sich jemand komisch verhällt, den hatte nie einer, weder vor 6 Jahren, als die Misere von Bastian B. anfing, noch vor 2 Jahren, als er beschloss, keine Angst mehr zu haben, sondern nur noch zu hassen.
Und es gab bestimmt genug, die ihm selber nichts angetan haben, aber sie haben es gewusst und geschwiegen.

Man könnte ja selbst zum Mobbingopfer werden. Oder zum Denunzianten.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i]
[B]
Wobei Verantwortung nicht mit Schuld zu verwechseln ist. Sie wird erst dann zu Schuld, wenn man sie leugnet.

Wie schon gesagt, Schuld nicht mit Verantwortung verwechseln!
Das ist gerade eines der größten Übel unserer Gesellschaft, dass Verantwortung mit Schuld gleichgesetzt wird. Darum ist niemand bereit, Verantwortung zu übernehmen. [/B][/QUOTE]

ich möchte dir zuerst danken, dass ich deinen schönen beitrag lesen hab dürfen und dir recht geben, dass man schuld und verantwortung nicht verwechseln darf. ich wusste aber nicht welchen begriff ich verwenden sollte und ich habe mich für das wort aus dem "vater unser" entschieden, weil es da eben darum geht, dass wir niemanden etwas schulden und uns niemand etwas schuldet. auch wenn es für atheisten nicht nachvollziehbar ist wie ich es meine. die verantwortung halte ich für so wichtig, weil wir nur auf ihrem weg zu werten kommen, aber schuld in dem sinn mag es unter den menschen so nicht geben.
arischamöchte hier einfach mal ein paar gedanken aufschreiben, die mir bei dem "abschiedsbrief" und div. kommentaren durch den kopf gingen oder gehen.

einige leute sind am schimpfen. über ihn, über seine tat. nicht das ich rechtfertigen will, was er getan hat oder es für gut heisse. so ist es nicht gemeint. und dennoch, wenn man einfach mal den einen oder anderen satz daraus liest und versucht zu verstehen, merkt man schnell, wie recht er mit dem einen oder anderen hat. leider versteht es kaum einer.

die schule beginnt. du kommst in die erste klasse. ein neuer lebensabschnitt und du denkst, nun wird alles gut. nun wirst du kinder kennen lernen, die mit dir spielen. die dich vielleicht auch mal einladen. zum spielen oder sogar zum geburtstag. und die du einladen kannst.oh ja, wie lange hast du dich schon danach gesehnt. und nun ist es endlich soweit. tag um tag, woche um woche vergehen in der neuen schule. in der klasse, wo du doch gehofft hast, den einen oder anderen "freund" zu finden. und ja, in der pause kommen sie auch promt zu dir. sie sagen zu dir, dass sie verstecken spielen wollen und fragen dich ob du mitmachst. und du darfst sogar als erstes dran sein. du drehst dich rum und fängst an zu zählen und hörst im hintergrund wie sie lachen und sich anderen dingen zuwenden. oder du versteckst dich und sie hatten nie vor dich zu suchen. später dann werden die spiele anders. altersgerecht verlagern sie sich. es steigt eine party, doch du bist nicht dabei. du lädst zu deinem geburtstag ein. sie sagen noch dass sie kommen werden. doch stehst du alleine vor dem geburtstagskuchen. sie entschuldigen sich einige tage später mit so ausreden. "ich hatte kopfweh oder bauchweh oder musste lernen"
und je älter die kinder werden desto härter werden die spiele. es sind nicht merh spiele, die man gemeinsam spielt. nein es sind eher spiele, die gegen eine person gerichtet sind. auch nun vergeht tag um tag, woche um woche, monat um monat. doch ändern tut sich nichts. du wirst morgens begrüßt mit dem ehrenvollen namen "monster" oder "retsnom" oder "the fog". es wird normal. und von den lehrern hörst du nur immer. geh zu ihnen, rede mit ihnen. und sie werden dich aufnehmen. du gibst dir mühe und suchst den kontakt. doch nach der schule warten ein paar leute die nichts besseres vorhaben, als dich zu verfolgen, dich zu treten, zu schubsen und zu schlagen. irgendwann gehst du nicht mehr hin. hast angst. hast einfach keine lust mehr. und in der schule machen die lehrer ein date mit dem schulpsychologen klar. sie rücken dir auf die pelle und versuchen dir einzureden, dass du einen missbrauch gestehen sollst, der garnicht statt gefunden hat. sollst kästchen anmalen und striche zeichnen. aber das verhältnis in der schule ändern sie damit nicht wirklich.
und somit bist du alleine. privat hängst du zuhause rum und in der schule -so du sie nicht wieder schwänzt- stehst du abseits. ins aus gekickt. warum? diese frage stellst du dir immer und immer wieder. was hast du als so kleines kind getan, dass du dich selbst da nicht behaupten konntest? was hast du getan, dass dir dein lebensweg so vorgegeben wird? eine frage worauf du keine antwort findest. und auch keine finden wirst.

es gibt nur zwei wege.
der eine ist resignation, der andere bedeutet kampf.
entscheidest du dich für den zweiten weg, wirst du dich irgendwann mit der aussenseiterrolle abfinden müssen. deine früheste kindheit hat dir den charakter gegeben. du kannst stückweit dich ändern, aber nicht deinen charakter, nicht dein wesen. also kämpfst du. aber irgendwie immer gegen windmühlen. versuchst dich anzupassen. versuchst so zu sein, wie die leute dich haben wollen. und fängst an dich selbst zu verlieren. bis hin dazu, dass du nicht nur die leute, sondern auch dich selbst belügst. aber je mehr du kämpfst, desto mehr sehen die leute stärke in dir. und keiner sieht, wie schwach du doch wirklich bist. sie bürden dir immer mehr auf. ob du es willst oder auch nicht. du kämpfst weiter. und immer wenn du meinst, eine bekanntschaft gefunden zu haben, weisst du aber auch mit sicherheit, das sie nicht lange anhalten wird. sie wrid zerbrechen. gegen deinen willen.
irgendwann kapselst du dich ab. meidest kontakte. wozu denn auch? es würde eh nur weh tun. sie werden eh wieder gehen. denn keiner versteht, was wirklich in dir vorgeht. du bist anders. nicht der norm der gesellschaft entsprechend. und somit kein kandidat, mit dem man sich gern abgibt.

ich könnte es noch unendlich weiter ausführen.
doch es würde wohl zu nichts führen.

was will ich damit sagen?
ich denke nicht, dass es stärke ist, sich selbst (und evtl andere) umzubringen. ich glaube auch nicht, dass es schwäche ist. ich denke eher, dass es eine situation ist, die man vor augen hat, wo man weiss, es wird sich nicht wirklich was ändern.
man ist jung.man hätte noch sein ganzes leben vor sich. ja man hätte. aber was ist, wenn es wirklich so weiter geht? und wie der zufall es will, wird man plötzlich 80 jahre alt. in seinem alter wären es noch gut über 60 jahre gewesen. 60 jahre... kann sich das einer vorstellen? stellt euch vor, wie es ist, wenn man in einer firma rein muss, wo einfach die chemie zwischen den mitarbeiten und einem selbst nicht stimmt. lasst es nur mal 4 wochen sein. es ist eine ewigkeit. und nun stellt euch mal vor, diesen zustand muss man 60 jahre lang aushalten...
je mehr man sich damit auseinander setzt, desto auswegloser scheint die situation. und aus verzweiflung kann ganz schnell hass werden.

nochmal... ich will hier nicht gut heissen was er getan hat. ganz im gegenteil.
ich denke mir, wenn ich schon sterben muss, denn alleine. es ist niemandem geholfen, andere mit reinzuziehen. und was solls? wenn man sein leben so erlebt hat, denn interessiert es auch niemanden ob du tot bist oder nicht.
und selbst wenn auch nur ansatzweise dem einen oder anderen was an dir liegen sollte, wirst du ihm mit deinem selbstmord noch eher verletzen als mit einem amoklauf. denn der tot wird in der gesellschaft einfach noch "tot" geschwiegen. denn keiner mag über seine eigene vergänglichkeit wirklich nachdenken. und damit wird er automatisch konfrontiert.

wer bitte, der es schafft sich in der gesellschaft einzufügen. der es schafft sich zu behaupten, wer gelernt hat zu kommunizieren... wer bitte soll D A S ! ! ! verstehen?
und somit werden all diese selbstmorde oder amokläufe immer ein rätsel bleiben. und es werden weiterhin immer bitter böse worte über solche taten gesprochen und unnötiges und vor allem zu spätes beileid oder mitleid mitgeteilt...

manchmal verliert man und manchmal gewinnen die anderen...
so ist es und so wird es auch immer sein...

arischa

p.s.
und wer versuchen sollte in diesem text einen schuldigen für diesen zustand zu suchen. in MEINEM! text gibt es keinen schuldigen. nur so falls ihr auf ein evtl. versagen der eltern oder sonst jemanden anspielen solltet...
LordUngolliebe arischa,
deinen ausführungen gibt es nichts hinzuzufügen. ich verstehe sebastian wie viele hier. was ich nicht verzeihe, ist, daß er sich am ende seines lebens ergeben hat vor der ganzen sch... und sich an leuten "rächen" wollte, die ihm weder etwas getan haben noch sich gegen seinen angriff wehren konnten. armer kerl. ich wünsche ihm, daß es ihm jetzt gut geht. aber sein entschluss, andere umzubringen, ist und bleibt indiskutabel.
SoulReaper696Ich finde den post von arisha auch ziemlich treffend.

ABer ich finde, dass er schon das recht hatte, sich an denen zu rächen, welche ihn verletzt haben. Nicht einmal mit ner Backpfeife, sondern mit einem tritt in beide kniehkehlen gleichzeitig, sodass er zu boden fällt. aber nicht einmal in einem moment, sondern über viele jahre hinweg. und das so stark, dass sein ganzes gebein zertrümmert ist und er nicht wieder aufstehen kann.

amokläufe sind ein letztes aufbäumen, ein letzter, verzweifelter schmerzensschrei, der durch mark und bein geht.
und sie sind in gewisser weise gerechtfertigt, denn es gibt keinen ausweg für jene menschen, vergeltung zu finden. wenn ich sowas erlebt hätte, würde ich meinen schmerz nicht ungesühnt lassen.
meine (sicherlich für viele anstössige) meinung.
more[QUOTE]ABer ich finde, dass er schon das recht hatte, sich an denen zu rächen, welche ihn verletzt haben. Nicht einmal mit ner Backpfeife, sondern mit einem tritt in beide kniehkehlen gleichzeitig, sodass er zu boden fällt. aber nicht einmal in einem moment, sondern über viele jahre hinweg. und das so stark, dass sein ganzes gebein zertrümmert ist und er nicht wieder aufstehen kann. [/QUOTE] Ich wundere mich wie einfach ihr das immer darstellt. Von wem kann man sagen, dass er einen anderen absichtlich quält? Vor allem Kinder? Und über die schrieb Arischa ja auch... Ist es nicht mehr Gedankenlosigkeit, die verletzt? Bzw. kann man das immer so pauschalisieren?
Wenn einer eurer Arbeitskollegen sich einfach wie ein Arsch benimmt, geht ihr sicherlich nicht zu dem hin und sagt: Komm lass uns ein Bierchen trinken, du bist so ein Idiot, keiner kann dich leiden, desswegen gebe ich mich mit dir ab, damit es dir besser geht?
Kinder und vor allem Jugendliche in dem Alter können gnadenlos sein, das wissen wir alle. Aber dafür sind sie Jugendliche. Und bei diesem Fall sollten wir in diesem Alter bleiben, weil das ja auch ein Aspekt ist. Sebastian hatte wenig Freunde. Das war auch ein Grund, warum er sich so abgekapselt hatte. Sollte man da nicht lieber nach Gründen suchen, warum das so war? Lag es nicht vielleicht auch an seiner Person?
Ich bin tagtäglich mit Teenagern zusammen. Ich beobachte ihr Miteinander. Es bilden sich Gruppen, die sich wieder auflösen und neu formieren. Es können Kleinigkeiten sein, um diese Freundschaften zu zerstören. In diesem Alter wandelt sich alles. Und natürlich geht es auch grob und rauh zu. Aber meist kommen die Probleme von beider Seiten. Und wir sprachen hier im Board schon öfter über Mobbing. Und die Opfer sind oft auch Auslöser dieses Prozesses, und die Opfer sind m.E. auch die, die den Hebel umlenken können. Das kann kein Vertrauenslehrer, kein Sozialpädagoge, vielleicht noch ein Psychologe, aber ändern kann nur das Opfer selbst die Lage.
Was ich ausdrücken will ist, man muss beide Seiten sehen, Sebastian als Person, vielleicht einfach auch eine unsympatische Person, die ggf. auch sich in diese Ecke hat stellen lassen, und die Mitschüler/Lehrer. Die Mitschüler die darauf eingestiegen sind, weil sie in dem Alter auch sehr anfällig sind und grausam sein können (was wirklich am Alter liegt) und die Lehrer, die, weil sie die Schüler oft nur stundenweise sehen, es nicht gesehen haben, bzw. sich nicht getraut haben zu reagieren.

Also es gibt nicht nur den Einen, der mieß behandelt wird und nicht dafür kann, und die die ausführen, und an denen man sich rächen muss/darf/kann. Das Mobbing-Opfer ist oft auch selbst Auslöser für die Miesere. So grausam das klingt, weil man ja mit dem Opfer Mitleid hat. Aber Mitleid hilft nicht dabei, wenn man die Sache analysieren will. Und das mit der Rache... Wie ich jemanden behandle geschieht oft unbewusst, bei Jugendlichen sowieso oft der Fall. Rache ist fehl am Platz. Ich kann es zwar verstehen, aber es gut zu heißen, das kann ich nicht. Kein Mensch geht mit jedem Menschen gleich um. Wir als Aussenstehende sollten das fair betrachten, wie haben den objektiven Standpunkt.

Vielleicht konnte ich einen Denkanstoß geben, so als angehende Pädagogin *smile*
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
[B]
Was ich ausdrücken will ist, man muss beide Seiten sehen, Sebastian als Person, vielleicht einfach auch eine unsympatische Person, die ggf. auch sich in diese Ecke hat stellen lassen, und die Mitschüler/Lehrer. Die Mitschüler die darauf eingestiegen sind, weil sie in dem Alter auch sehr anfällig sind und grausam sein können (was wirklich am Alter liegt) und die Lehrer, die, weil sie die Schüler oft nur stundenweise sehen, es nicht gesehen haben, bzw. sich nicht getraut haben zu reagieren.
[/B][/QUOTE]

oft sind außenseiter - nämlich die richtigen außenseiter - wirklich irgendwie schwer im umgang. aber es gibt opfer, die werden so geboren und können die besten menschen sein und es wird ihnen nichts helfen. und NEIN, ich spreche nicht von mir. lebenserfahrung.
SolsticeWas more beschreibt, sehe ich täglich bei meinen Kindern und den Umgang mit ihren Freunden. Oh ja, Kinder können grausam sein!! Da laufen Sachen, bei denen man als Erwachsener echt die Luft anhält. Aber das sind auch Dinge, die Kinder lernen müssen, da müssen sie durch und sie müssen wissen, wie das ist, wenn man mal geschnitten wird, damit sie es selbst nicht irgendwann mit anderen tun. Das ist nun mal ein Teil der Sozialisation, die ein jeder Mensch durchmachen muss. Wichtig ist für mich dabei nur, dass meine Kinder zwar die Probleme selbst lösen lernen, aber im Zweifelsfall die Eltern immer noch das Fangnetz bilden, es darf nicht das Gefühl aufkommen, dass man allein da steht. Vielleicht hat so etwas bei S. gefehlt? Nicht die Hilfe, sondern die Hilfe zur Selbsthilfe?
moreKlar, man hat einfach oft auch diesen, lass es mich ganz platt ausdrücken - Stempel. Gerade Mobbingopfer kommen schon mit den Vorraussetzungen (das hört sich wieder übel an, aber es ist so) in die Schule. Wenn aber da nicht, auch von Seiten den Opfers, unternommen wird, und nur gesagt wird "ist halt so, er ist halt einfach so schwach und kann sich nicht durchsetzen", ect. wird man nie aus dem Teufelskreis rauskommen. Nicht in der Schule, nicht in der Beziehung, nicht in der Arbeit.
Wenn man ganz genau hinsieht, sind es Verhaltensweisen die diese Menschen an sich haben, die Andere einfach provozieren. Leider wissen sie es selbst oft nicht. Aber auf der Suche nach den Ursachen muss man einfach das Opfer noch genauer ansehen, als die Täter. Denn jeder kann Täter werden, und vielleicht waren wir es schon, ohne es zu merken.
Ich spreche da einerseits als Opfer, ich hatte das Problem auch, und ich konnte nur, weil ich mich habe konfrontiern lassen mit mir selbst das ändern. Und zum Anderen setze ich mich sehr für die Mobbingopfer ein, und versuche an der Schule denen zu helfen. Vielleicht hilft dann auch die eigene Erfahrung. Aber im Allgemeinen hat man gesehen, dass es nicht den Opfern hilft die Täter zu krallen. Oft können die Opfer das Ruder gut selbst in den Griff kriegen und gegen Ende eines Schuljahres lassen sich diese gut in die Klasse integrieren.

Was das alles mit Sebastian zu tun hat: 1. scheint es so zu sein, das er auch Opfer war und somit auch zum Täter wurde. 2. hatte er niemanden der ihn darin unterstützt hat dies zu ändern. 3. Viele Mobbingopfer, ich erlebe das oft, geben das nicht gerne zu, bzw. verhalten sich gerade extra so, dass sie gemieden, bzw. gehasst, gedisst (wie das neudeutsch heisst) werden, verweigern auch angebotene Hilfe aus Stolz. Das ist dann natürlich ein Strudel, der dann irgendwann, wie Geschehen eskalieren kann. Meist verlassen die Opfer dann die Schule. Weil das ist natürlich auch ein längerer Prozess. Bei vielen hört das nach der Schule auf. Dann haben sie es sozusagen hinter sich. Aber es kann gut ein Grund sein, warum dieser Amoklauf passiert ist.
Wie gesagt, reine Schätzungen, aber ich denke, nachvollziehbar.

Was noch schlimm dazu kommt, ist Vernachlässigung zu Hause. Wenn niemand einem Halt gibt, kommt man auch nicht über die ständige Frustration in der Schule hinweg. Da braucht man nur eins und eins zusammenzählen.

Also, Rache an den Tätern ist fehl am Platz, denn wer ist Täter und wer hat einfach mal eine blöde Bemerkung gemacht, was ist quälen und was in dem Alter einfach normal? Woher weiss der Täter dass er verletzt, wenn das Opfer das nicht zeigt, bzw. noch rüpelhafter ist um sich zu profilieren. Denn darum gehts den Opfern auch oft. Auffallen, als Ablenkungsmanöver. Opfer brauchen viel Anerkennung. Die einen werden ruppig, die Anderen Streber, damit sie wenigstens vom Lehrer Lob und Anerkennung bekommen.,

@Solstice, klar, da bin ich völlig einer Meinung. Ich versuche ständig Manieren zu lehren. Weil die selbst in Familien fehlen. Kinder müssen lernen wie man miteinander umgeht. Trotzdem sind Erwachsene viel zu oft aussen vor. Das ist sicherlich auch zum Teil wichtig, aber die Vorbilder fehlen leider auch.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von nullpromille [/i]
[B]oft sind außenseiter - nämlich die richtigen außenseiter - wirklich irgendwie schwer im umgang. aber es gibt opfer, die werden so geboren und können die besten menschen sein und es wird ihnen nichts helfen. und NEIN, ich spreche nicht von mir. lebenserfahrung. [/B][/QUOTE]


ok, das kann sich wiedermal niemand vorstellen. aber ich wiederhole es nochmals, damit vielleicht irgendjemand darüber nachdenkt. es sind nicht immer die schlechtesten, die der mob durch die mangel dreht. ich habe mich in meinem leben immer in die gemeinschaft gekämpft - und das wurde akzeptiert. ich hatte durch mein kämpfen oft einen derartig priveligierten status, dass ich es mir leisten konnte, andere in schutz zu nehmen, ohne selbst dafür bluten, aber kämpfen zu müssen. ICH habe mir den respekt stets erkämpft, also kommt meine aussage nicht daher, dass ich ein baby wäre, dass einfach zu schwach wäre und nicht sozialisiert oder so. das zu meiner glaubwürdigkeit.

und jetzt wiederhole ich nochmals, dass es menschen gibt, die von geburt an opfer sind. die die watsche bekommen, die wer anderer verdient hätte. das gibt es. ich kann mir nicht vorstellen, dass niemand unverdiente opfer kennt. das ist eine allgemeine lebenserfahrung. und sebastian ist vielleicht unschuldig zum handkuss gekommen, vielleicht aber war er unsympathisch.
moreDas habe ich verstanden, was du gesagt hast. ABER vielleicht habe ich mich nicht richtig ausgedrückt.

Es gibt Opfer, die sind m.E. einfach unsymphatisch. Oder haben Charaktereigenschaften die von den Mitschülern auf Widerstand stoßen. Vielleicht war Sebastian so Einer, wer weiß.

Es gibt Arschlöcher, die sind dann evt. Täter, Vielleicht war Sebastian auch so Einer.

Und es gibt Menschen, die Opfer werden, aus unerfindlichen Gründen. Weil sie einfach eine ungünstige Grundausstattung an Aura haben (Gott wie blöd das auch immer klingen mag), und daher einfach vom Schicksal nicht so begünstigt sind.

Aber, niemand ist gezwungen, das einfach so hinzunehmen. Ob es dann natürlich immer gelingt, sich da rauszukämpfen, das kann ich nicht sagen. Ich kann nur aus Erfahrung sagen, dass es meistens klappt. Und dass selbst Aussenseiter Freunde haben können die einem Halt geben.
Sind wir froh, dass Menschen so verschieden sind, und eigentlich jeder so seine Niesche findet, mit Freunden, ect. Aber ich glaube nicht, dass man mit diesem Stempel geboren wird. Ich habe sehr wenig Kenntnisse in Psychologie, aber ich weiß, dass man bis zur Einschulung eine ordentliche Entwicklung macht. Und dass in der Zeit viel passiert was diese Rangstellungen beeinflusst.
Bei der Geburt sind wir alle gleich. (Lassen wir jetzt bitte Gene und soziokulturelle Aspekte weg, von wegen, aber was ist wenn ich in Asien geboren werde, oder in Afrika, oder, oder, oder)

Der bedauerliche Rest, (wobei ich wirklich nicht glaube, dass jemand überhaupt niemanden im Leben hat, wenn er das nicht selbst verursacht hat oder das einfach weder will noch braucht) der könnte natürlich auch so ein Sebastian sein. Aber wie gesagt, das kann ich mir kaum vorstellen.
nullpromilleich spreche nicht von außenseitern - die können sich ihre nische suchen. ich spreche von opfern, denen wird diese nische nicht gegönnt.

und tabula rasa gibt es schon seit 138 jahren keine mehr.
SternentreueGott wie gern würde ich diesen Thread schliessen, bin aber leider kein Admin, tja dann bleibt er wohl.
Aber ganz ehrlich es gibt keinen Schuldigen und es hat wohl auch nie und es wird wohl auch nie einen geben, was der Typ und andere vor und viele nach ihm ebenfalls tun werden ist nichts weiter als eine Entscheidung und etwas solches ist weder richtig noch falsch sondern nur eine von unendlich vielen anderen Entscheidungen die man hätte treffen können und für keine von ihnen hätte man konkret etwas besseres sagen könnte als zu dieser. Es gibt kein für und wieder, kein links oder rechts, nur ja oder nein.
moreDann beschreib doch mal konkret wie diese arme Person aussieht und warum ihr keine Niesche gegönnt wird, bzw. welche Umstände dazu führen. Weil ich sehe da eine Figur, die du in den Raum stellst, die mir durch und durch unreal vorkommt.
Weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass es eine Person gibt, die egal wo sie hinkommt keinen Platz zum Leben finden darf, ohne dass es dafür einen Anlass gibt.
Eine Reaktion von anderen Menschen bedarf immer eines vorherigen Anlasses. Das klingt ja eher nach einer Verschwörung als nach einem realen Bild. Aber vielleicht kannst du ja wirklich so eine Geschichte erzählen, wäre ja interssant, was sich dahinter verbirgt. Bzw. vielleicht fänden sich ja doch Gründe, oder Dinge, warum es so gelaufen ist für diese Person.

Und vielleicht erklärst du noch, was du genau mit tabula-rasa meinst. Du hast so viele schöne Wörter, die keinen Zusammenhang bilden. Und leider kann ich mir deine Gedanken nicht aus den Fingern saugen.
nullpromillebeispiel:

oberstufe - einige raufbolde. ich wehre mich, setze mich durch und bekomme eine art respekt. eine andere kollegin wehrt sich ebenfalls, ist dabei aber ein sympathische, sogar humorvoller mensch - keine chance und bleibt angriffsziel. und sie hatte freundinnen - nur das hat niemanden abgehalten, sie von hinten mit einer tennisschlägersaite zu würgen etc.. sie war aber resolut und hat grenzen aufgezeigt.

zweites beispiel: ein mädchen in der volksschule meines bruders. sie ist witzig, lieb, höflich, fröhlich - wird ohne grund opfer der fast gesamten klasse. wird immer wieder geschlagen etc. ...weder ihre gegenwehr, noch das intervenieren meines bruders, noch das der lehrer, kann ihr helfen. letztendlich muss sie die klasse wechseln. wurde dort aber wieder opfer von anfeindungen.
moreJa, aber denkst du wirklich, dass es ganz allein höhere Macht, oder sonstwas ist, und nicht doch eine andere Ursache, wenn das selbe Problem sogar in völlig verschiedenen Umgebungen stattfindet???
Ich meine, ich glaube dir das ohne Zweifel. Aber ich möchte dich nur dazu anregen die Sache aus jedem Winkel genauestens zu beleuchten. Weil ich glaube es gibt Gründe, nicht geschieht ganz ohne Grund.

Aber das ist eigentlich nicht Thema dieses Threads.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
[B]Weil ich glaube es gibt Gründe, nicht geschieht ganz ohne Grund.

Aber das ist eigentlich nicht Thema dieses Threads. [/B][/QUOTE]

falls du einen profanen grund kennst, lass es mich wissen.
Dyspenthesweil man anders ist bzw. anders zu sein scheint
weil Andersartigkeit Angst macht
weil ein höflicher, netter Mensch Jugendliche in bestimmten Altersgruppen aggressiv macht
weil ein Mensch, der zu Lehrern höflich ist, als Streber oder Schleimer angesehen wird in bestimmten Altersgruppen
weil Personen nicht so reagieren, wie andere es gewohnt sind, und diese darauf mit Misstrauen reagieren
weil ein Mensch scheinbar ein besseres Leben zu haben scheint und Neid und Missgunst entstehen, die zu Hass führen können

Das sind alles Gründe, die dazu führen können, dass jemand scheinbar ohne Grund gehasst wird. Soll diese Person nun sich ändern? Objektiv betrachtet ist an dieser Person nichts Negatives, es ist ein netter, höflicher Mensch mit gutem Benhemen. Subjektiv wird dieser Mensch von anderen Menschen als Bedrohung wahrgenommen.

Das ist eine Sichtweise. Dann sagte mir jemand vor nicht allzu langer Zeit, dass es Menschen gibt, die es scheinbar anziehen, dass Menschen gegen sie aggressiv werden, auch wenn es dafür keine objektiven Gründe gibt.
Vielleicht hängen aber auch beide Dinge zusammen...
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]weil man anders ist bzw. anders zu sein scheint
weil Andersartigkeit Angst macht
weil ein höflicher, netter Mensch Jugendliche in bestimmten Altersgruppen aggressiv macht
weil ein Mensch, der zu Lehrern höflich ist, als Streber oder Schleimer angesehen wird in bestimmten Altersgruppen
weil Personen nicht so reagieren, wie andere es gewohnt sind, und diese darauf mit Misstrauen reagieren
weil ein Mensch scheinbar ein besseres Leben zu haben scheint und Neid und Missgunst entstehen, die zu Hass führen können
[/B][/QUOTE]

all diese eigenschaften treffen auf das zweitgenannte beispiel nicht zu. das erste beispiel war eine "streberin" - und? wir hatten auch andere streber, denen es nicht ganz so schlimm ging.

mal davon abgesehen, dass sehr viel von dem oben genannten auf mich auch zutrifft, ich mich aber durchsetzen konnte. ja, man hatte sogar angst vor mir - ohne, dass ich je gewalt angewendet hätte. und die angst, die man hatte, hat mich beschützt - nicht umgekehrt.

ich bin blöd, aber nicht total. all die gründe die du angeführt hast, habe ich bedacht und überlegt - aber es ist ein geheimnis.
SalkinIch finde der von Emsdetten hat zwar ein paar gute Ansätze die ich auch vertreten würde doch im großen und ganzen war er Krank. Über dass was man hört und liest hab ich mir jetzt die Meinung gebildet, dass ER selber seine FREUNDE und die Leute die ihn so fertig gemacht haben an dem Amoklauf schuld sind.

Er selber da er sich nicht an seine Freunde gewendet hat mit guten Freunden hat man immer eine Zukunft.

Seine Freunde hätten sich um ihn kümmern müssen und ihn auf seine Probleme die ihn offensichtlich ansehbar waren ansprechen müssen.
nullpromille[QUOTE][i]

Er selber da er sich nicht an seine Freunde gewendet hat mit guten Freunden hat man immer eine Zukunft.

Seine Freunde hätten sich um ihn kümmern müssen und ihn auf seine Probleme die ihn offensichtlich ansehbar waren ansprechen müssen. [/B][/QUOTE]

freundschaft ist eine illusion.

ich habe viele leute auf ihre freundschaften schwören gesehen und sind alle enttäuscht worden.

warte noch einwenig ab und du wirst diese illusion auch zu durchschauen lernen müssen.

bsp.: schubert ist von seinen freunden geradezu durchgebracht worden, als er im sterben lag, wollte ihn keiner mehr besuchen - angst vor ansteckung.

desweiteren ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich im krankheitsfall der freundeskreis zurückzieht und die familie die fürsorge übernimmt. SELBST dann, wenn es zuvor zu einem bruch zwischen dem betreffenden und seiner familie gekommen istt. die freunde vertschüssen sich aber - auch die wirklich guten. - die studie existiert - kannst ja googeln
Dyspenthes@nullpromille:
Wenn ich die Antwort auf die Frage wüsste, hätte ich Psychologie studiert, ein Buch darüber geschrieben und die Fachwelt revolutioniert. So bleibt mir nichts, als das zu sagen, was ich mit meinen Beispielen andeuten wollte: Es sind gruppendynamische Prozesse. Für die eine Gruppe fällt der eine aus dem Rahmen, für die andere jemand anderes. Zwei Beispiele: Nimm eine Klasse in einer Hochbegabtenschule und da ist jemand, der nicht ganz so hochbegabt ist, wie die anderen, die Wahrscheinlichkeit, dass er das schwarze Schaf der Klasse sein wird, ist ziemlich hoch. Nehmen wir hingegen jemand hochbegabtes, aber dafür weiches, in einer Klasse, in der die Schläger das Sagen haben, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er der Außenseiter ist, höher. Beides bedeutet nicht, dass diese Person es auch unbedingt sein muss, aber die Wahrscheinlichkeiten steigen. Wenn es, wie ich denke, von der Gruppendynamik abhängt, gibt es keine einfache Lösung, sondern nur welche, die auf die individuelle Gruppe abgestimmt sein müssen.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von nullpromille [/i]
falls du einen profanen grund kennst, lass es mich wissen. [/QUOTE]Vielleicht hat sie einfach nicht dem vorherrschenden Schönheitsideal (inklusive passender Klamotten, Tattoos tec) - und dem Streben danach - entsprochen (Punkt 1 von Dyspenthes). Oder sie war dem Schönheitsideal zu nahe und hat Neid auf sich gezogen (letzter Punkt von Dyspenthes) ...
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i]
[B]Vielleicht hat sie einfach nicht dem vorherrschenden Schönheitsideal (inklusive passender Klamotten, Tattoos tec) - und dem Streben danach - entsprochen (Punkt 1 von Dyspenthes). Oder sie war dem Schönheitsideal zu nahe und hat Neid auf sich gezogen (letzter Punkt von Dyspenthes) ... [/B][/QUOTE]

also das eine beispiel war optisch durchschnittlich - wie der rest der klasse auch. das andere beispiel war aus der volksschule - und sie ist ein hübsches mädchen - aber nicht so, dass irgendwer neidisch wäre.

und an optisches mobbing glaube ich schon gar nicht. dazu sind mir zu viele unattraktive mobber über den lebensweg gelaufen - die aber gleichzeitig narzisstisch genug waren, sich für gutaussehend zu halten. das sind alles kategorien und verallgemeinerungen zu denen mir tausend ausnahmen einfallen -schon zuviele um die regel zu bestätigen. das meine ich.
DyspenthesGlaubst du alles, was die Menschen von sich sagen? Weißt du, ob unattraktive Mobber sich nicht zu Hause über ihr Aussehen ärgern und sich insgeheim hässlich finden, aber nach außen hin behaupten, sie fänden sich schön?
Und ich sagte schon, es ist eine gruppendynamische Sache, dafür gibt es keine Regel, außer, dass jemand nicht in das Bild der anderen passt und sie deshalb aggressiv gegenüber dieser Person sind. Das kann auch sein, dass sie selbst unzufrieden sind, weil sie stundenlang lernen müssen, während es einem anderen Menschen scheinbar (!) leichter fällt, es kann sein, dass sie ihre Haare morgens stundenlang kämmen und sonstwas damit anstellen, während jemand anderes scheinbar die besseren Haare hat, es kann etwas völlig profanes sein, was einem als Außenstehendem nicht auffällt. Und oft ist es auch einfach nur, dass eine Person etwas naiv oder ein wenig unsicher wirkt und andere diesen "Makel" ausnutzen, um ihre Launen daran auszulassen.
nullpromilleund du hältst mich doch für total blöd. "blöd" ist schon gar kein ausdruck mehr dafür. ich denke mittlerweile, dass DU MICH für naiv hältst. ich kenne alle diese faktoren, ich kann sie in meine überlegungen miteinbeziehen und das habe ich gemacht. und bin aufgrunddessen zu dem schluss gekommen, dass es nicht profane gründe dafür gibt, zum opfer zu werden. und du als christ, solltest das wissen.

ach ja, isaak hat seinem vater wahrscheinlich auch einfach nicht ins bild gepasst und iphigenie halt auch nicht. - und auch wenn es ein mythos ist, irgendwie müssen die leute die ihn "geschaffen" haben, ja auch her haben.
DyspenthesOT: *seufz*Warum beziehst du eigentlich alles auf dich? Du bist nicht der Mittelpunkt der Welt, und glaub mir, außer wenn ich eine kurze Antwort auf einen deiner Beiträge verfasse, bist du mir piepegal :rolleyes:
Und "mich als Christ" und was ich glaube und denke kannst du, denke ich, nicht beurteilen!
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i]
[B]OT: *seufz*Warum beziehst du eigentlich alles auf dich? Du bist nicht der Mittelpunkt der Welt, und glaub mir, außer wenn ich eine kurze Antwort auf einen deiner Beiträge verfasse, bist du mir piepegal :rolleyes:
Und "mich als Christ" und was ich glaube und denke kannst du, denke ich, nicht beurteilen! [/B][/QUOTE]

du bemüst dich wirklich überhaupt nicht darum, das zu erfassen, was der andere zu sagen versucht?

deine antworten reden immer an dem vorbei, was ich zuvor auszudrücken versuchte - und das unterstreicht tatsächlich deine aussage, dass ich und vorallem, dass das was ich hier in die diskussion einbringe, dir piepegal ist. dann verschwende aber bitte nicht meine zeit, indem du ein gespräch vortäuschst.
Manley@nullpromille: wenn du beleidigte leberwurst spielen willst, weil keiner hier deinen standpunkt als den ultimativen, grundgültigen ansieht, dann tu das bitte. aber nicht in jedem neuen beitrag wieder!

@all: und jetzt wieder back to topic, sonst betrachte ich die diskussion hier als beendet und schließe das thema.
nullpromilleot:

ignoranz ist schuld am amoklauf des s.s..
moreVielleicht drückst du dich einfach so unklar aus, dass dir niemand folgen kann, denn nicht nur Dyspenthes scheint dir nicht folgen zu können, sondern andere auch nicht.
Um nur mal kurz auf deinen Mobbingfall einzugehen. Ich glaube du beurteilst das alles zu subjektiv. Wahrscheinlich weil es sich um Freunde von dir handelt. Aber, ob jemand attraktiv, symphatisch, gebildet, freundlich, ect. ist, ist nichts greifbares. Es wird von dir so empfunden, muss aber von Anderen nicht so gesehen werden. Das sind keine objektiv- beobachtbare Eigenschaften. Und daher fällt es dir schwer, eine andere Sicht zu gewinnen, warum sie Opfer von Mobbing wurde. Ausserdem wenn dir das erzählt wird, kennst du auch nur eine einseitige Sichtweise, bzw. hast du ja auch Stellung für sie bezogen. Daher KANNST du das nicht objektiv sehen, und somit ist deine Wahrnehmung dahingehend beeinflusst. (soviel zu Wahrnehmungspsychologie, was ich momentan verstärkt durchkauen muss)

Ich glaube aber mittlerweile hat sich das topic echt erledigt, wir driften langsam in andere Themen ab, und ich glaube wir sind hier kein Psychologieforum und keine Psychoanalytiker. Und diese Analysiererei ist sowieso sehr gefährlich. Vielleicht sollten die Mods hier mal die Schotten dicht machen.
nullpromilledas mädchen aus der klasse meines kleinen bruders habe ich genau einmal gesehen. und dieser eindruck war positiv. die lehrerin der klasse hat gesagt, dass es solche unerklärlichen sachen gibt. kinder, die ohne ihr dazutun opfer werden. ich beurteile das nicht subjektiv. es ist eine opferfamilie. íhr bruder starb später beim gasschüffeln und hat vorher bei meinem onkel gearbeitet. er war ein lieber junge - laut der aussage meines onkels. auch ihn kannte ich nicht persönlich.

und eine weitere beobachtung. eine schulkollegin aus meiner hauptschule war gut integriert und ohne äußere ursache, waren aufeinmal alle -außer mir- gegen sie. dass war wie...ich weiß es nicht...man kann es nicht erklären. seltsamer weise, habe ich dann erfahren, dass es genau die zeit war, in der sich ihre eltern scheiden ließen. sie war dadurch in ihrem verhalten aber nicht anders und wirklich integriert. gerade ihre besten freunde in der klasse haben das komplott gegen sie losgetreten. und als sie weinend zusammenbrach und gesagt hat, dass sich ihre eltern gerade scheiden lassen, da gab es kein mitgefühl.
warum so plötzlich?
more[QUOTE]Es sind gruppendynamische Prozesse.[/QUOTE] Dyspenthes hat es sehr gut ausgedrückt. Und sagen wir mal so, wenn zwei Freundinnen sich in die Haare bekommen geschieht es nicht selten, dass sich Lager bilden. Die einen symphatisieren mit der Einen oder der Anderen Person. Schön auch bei Scheidungen zu beobachten wenn sich die Freundeskreise spalten. Dass in dem Fall diese Freundin die Klasse auf Ihrer Seite hatte, mag vielleicht an der Hierarchie liegen, und der Position die diese Person inne hatte.
Aber ich kann nur nochmal Dyspenthes wiederholen, es sind gruppendynamische Prozesse. Aber niemand wird vom Schicksal dazu erwählt der Looser zu sein. Das wäre zu einfach, wie als würde man sagen, Gott hat die Welt in sieben Tagen erschaffen, basta. Da würde man die ganze Psychologie ausser Acht lassen.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
[B]Dyspenthes hat es sehr gut ausgedrückt. Und sagen wir mal so, wenn zwei Freundinnen sich in die Haare bekommen geschieht es nicht selten, dass sich Lager bilden. Die einen symphatisieren mit der Einen oder der Anderen Person. Schön auch bei Scheidungen zu beobachten wenn sich die Freundeskreise spalten. Dass in dem Fall diese Freundin die Klasse auf Ihrer Seite hatte, mag vielleicht an der Hierarchie liegen, und der Position die diese Person inne hatte.
Aber ich kann nur nochmal Dyspenthes wiederholen, es sind gruppendynamische Prozesse. Aber niemand wird vom Schicksal dazu erwählt der Looser zu sein. Das wäre zu einfach, wie als würde man sagen, Gott hat die Welt in sieben Tagen erschaffen, basta. Da würde man die ganze Psychologie ausser Acht lassen. [/B][/QUOTE]

ja, ich lasse die psychologie außer acht. gruppendynamik ist zwar sehr rätselhaft, aber erklärbar. aber ich akzeptiere euren zugang zur wirklichkeit.

außerdem sind das für mich keine loser.
more[QUOTE]Aber niemand wird vom Schicksal dazu erwählt der Looser zu sein.[/QUOTE] Ich wählte diesen Satz, um nochmal zu verdeutlichen, dass es für mich DEN LOSER nicht gibt. Weil das Leben einfach zu viele Facetten hat um einen Prototyp an Mensch zu haben, egal ob DER EGOIST, DIE SCHÖNHEITSKÖNIGIN, DER MUTTERSOHN, es gibt keine Stereotypen. GOTT SEI DANK!
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
[B]Ich wählte diesen Satz, um nochmal zu verdeutlichen, dass es für mich DEN LOSER nicht gibt. Weil das Leben einfach zu viele Facetten hat um einen Prototyp an Mensch zu haben, egal ob DER EGOIST, DIE SCHÖNHEITSKÖNIGIN, DER MUTTERSOHN, es gibt keine Stereotypen. GOTT SEI DANK! [/B][/QUOTE]

das ist derartig evident, dass es nicht einleuchtend ist, warum du das nochmals hättest verdeutlichen sollen.

aber im normalen sprachgebrauch wirst du nie darum herum kommen. weil es menschlich ist in einem gespräch mit leuten die man ewigkeiten kennt auch mal was salopp zu formulieren und darauf zu vertrauen, dass die dir dann schon soviel urteilskraft zutrauen um zu wissen, dass es eine übliche saloppe formulierung ist.
InfernalMajesty[QUOTE][i][/i]
[B]Aus seinem Blog ([url]http://resistantx.livejournal.com/[/url]) [/B][/QUOTE] oh, und das haben die noch gar nich gesperrt?!...

--------------------

naja zu dem vorfall sag ich nur:
[QUOTE][i]Original geschrieben von R_fuckin'_X [/i]
[B][...]
2. WW1, WW2, 11.September, Columbine, Erfurt, ...
[...][/B][/QUOTE]ähm... Emsdetten?!
[QUOTE][i]Original geschrieben von R_fuckin'_X [/i]
[B]"R fuckin' X" kommt von "RX", was widerum die Kurzform für "ResistantX" ist. [...] "ResistantX" ist gleichzusetzten mit "Vergänglichkeit", da alles bis zu einem bestimmten Punkt (X) standhaft ist, aber irgendwann zusammenbricht.
Vergänglichkeit ist meiner Meinung nach das beste was es auf dieser Welt gibt![...][/B][/QUOTE]tja, genauso war er selbst bis zu einem bestimmten punkt standhaft, ist aber an dem punkt x (= 20.11.2006) zusammengebrochen... =/
ob sein tod (--> vergänglichkeit) für ihn -oder andere- "das beste was es auf dieser Welt gibt" ist, ist natürlich die frage...
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von nullpromille [/i]
[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
Ich wählte diesen Satz, um nochmal zu verdeutlichen, dass es für mich DEN LOSER nicht gibt. Weil das Leben einfach zu viele Facetten hat um einen Prototyp an Mensch zu haben, egal ob DER EGOIST, DIE SCHÖNHEITSKÖNIGIN, DER MUTTERSOHN, es gibt keine Stereotypen. GOTT SEI DANK![/QUOTE]das ist derartig evident, dass es nicht einleuchtend ist, warum du das nochmals hättest verdeutlichen sollen.[/QUOTE]Vielleicht ist ja gerade das die Antwort auf die Frage "Wer ist schuld am Amoklauf in Emsdetten?" (um mal wieder zum Thema zu kommen)

In [URL=http://www.amazon.de/dp/3379001252]seinem Buch "LTI"[/URL] hat Victor Klemperer deutlich gemacht, dass Sprache einen sehr großen Einfluss auf das Denken und Handeln von Menschen hat. Wenn sich bestimmte Begriffe so ins Denken eingraben, dass man darüber vergisst, die damit bezeichneten Menschen als Menschen zu betrachten, dann besteht die Gefahr, dass Handlungen wie der Amoklauf in Emsdetten folgen, wo Menschen zu "Jocks" und "Muchels" werden, die "zu vernichten sind" ...
[QUOTE]aber im normalen sprachgebrauch wirst du nie darum herum kommen. weil es menschlich ist in einem gespräch mit leuten die man ewigkeiten kennt auch mal was salopp zu formulieren und darauf zu vertrauen, dass die dir dann schon soviel urteilskraft zutrauen um zu wissen, dass es eine übliche saloppe formulierung ist. [/QUOTE]Was ist daran menschlisch? Degradiert sich der Mensch nicht gerade dadurch, dass er damit sein Denken aufgibt und nur noch nach Schablonen urteilt und entscheidet?
Ja, vielleicht kommt man nicht darum herum. Aber man kann es versuchen, darum herum zu kommen, und dadurch Mensch zu bleiben, in dem man jeden Menschen als Menschen sieht und nicht als Stereotypen.
nullpromille[QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i]
[B]

In [URL=http://www.amazon.de/dp/3379001252]seinem Buch "LTI"[/URL] hat Victor Klemperer deutlich gemacht, dass Sprache einen sehr großen Einfluss auf das Denken und Handeln von Menschen hat. Wenn sich bestimmte Begriffe so ins Denken eingraben, dass man darüber vergisst, die damit bezeichneten Menschen als Menschen zu betrachten, dann besteht die Gefahr, dass Handlungen wie der Amoklauf in Emsdetten folgen, wo Menschen zu "Jocks" und "Muchels" werden, die "zu vernichten sind" ...
Was ist daran menschlisch? Degradiert sich der Mensch nicht gerade dadurch, dass er damit sein Denken aufgibt und nur noch nach Schablonen urteilt und entscheidet?
Ja, vielleicht kommt man nicht darum herum. Aber man kann es versuchen, darum herum zu kommen, und dadurch Mensch zu bleiben, in dem man jeden Menschen als Menschen sieht und nicht als Stereotypen. [/B][/QUOTE]

und das ist das problem mit den systemdenkern, die in ihren theorien leben - durch ihre sprachstruktur - sie schließen von sich selbst auf andere.

gerade diejenigen, die so geil z.b. auf nlp sind, das sind doch die, die offensichtlich durch die stereotypen der sprachstruktur wahrnehemen. kein bodenständiger, erdiger mensch würde mit "die dummen", die "friseure" tatsächlich alle meinen oder den stereotypen - was leicht daran zu erkennen ist, dass wenn man sagt "tu, es sind nicht alle so", dass dann die meisten darauf antworten, dass das ja selbstverständlich sei.

anders ist es mit dem menschenschlag, der geil auf psychologische-stereotypen und definitionen, ja diagnosen ist. ihm ist es wichtig ein system zu bekommen, nach dem er sich und andere deuten kann. hauptsache das system - die gedanken, die sprache...

und dann kommt nlp und nlp sprengt ja dann dieses stereotype denken usw. ...aber ist doch nur ein neues system, ein neuer stereotyp.

so leite ich mir mittlerweile die menschen her und so deute ich sie mir, die ständig mit psychologischen begriffen kategorrisieren und ständig dabei darauf aus sind, das "beschränkte" "stereotype" denken anderer menschen aufzubrechen, ohne ihr eigenes system zu denken hinterfragen oder sich zu überlegen, ob denn andere menschen überhaupt das selbe sprachempfinden wie sie selbst haben.

und sebastian hätte auch ohne seiner überordnenden begriffe ein bild von dem menschentypos in sich getragen, der seiner meinung nach dafür verantwortlich war, dass er leiden musste. - er hatte nur nicht die lust, dieses bild haarklein darzustellen, damit sich jeder ein differenziertes bild davon machen könnte - oder es war im nicht wichtig, was weiß ich.

und als nächstes hinterfragen wir die kunst, weil doch die kunst mit den radikalsten stereotypen überhaupt arbeitet, mit den archetypen.
Ardath BeyDie Frage nach Schuld ist die Frage nach einem Sündenbock also die Suche nach Alibies damit man sich selbst nicht diesen Schuh anziehen muß.
Eine durchaus gängiges und weit verbreitetes Verhalten.

Wenn man einen Hund immer wieder tritt und er dann beist wer ist Schuld am biß. Natürlich der Hund er hätte ja nicht beisen müssen weshalb es eben Maulkorb verordnung und einschläferung gibt.

Vielleicht könnte man die ganze Sache differenzieren in Schuld und Verantwortung.
Schuld wäre demnach der Junge Verantwortlich alle anderen.

Ich habe nur dei ersten Beiträge gelesen und musste doch lachen steht bei Furumaru als Signatur doch: [B]Der Weg des Kriegers liegt im Sterben[/B].

Und ange gardien schreitb einen Beitrag voller Empörung und signiert mit: [B]Pazifismus ist das Privileg der Behüteten[/B].

Nach dem Brief war ich doch erstaunt und muß sagen das mir der Junge leid tut. Wer überhaupt keinen Fluchtweg vor der Realität des Mensch sein findet kann sich nur noch töten denn weder leben wir in einer zivilisierten Zeit noch ist der Mensch mehr als ein elektrisch geladenenes, bio-chemisches Gemisch.

Die auch so wunderbare Wissenschaft findet mit jedem Tag der Vergeht heraus das sie nichts findet und immer weniger erklären kann während im Auftrage der Wissenschaft oder beauftragte Wissenschaft - die natürlich heilig ist und niemals verboten werden darf - Experimente durchführt die durchaus zum Untergang der Welt führen könnten wie z.B. der Entstehung eines schwarzen Lochs.

Während die Rüstungsindustrie tun und lassen kann was sie will, Vater weiter zur Budeswehr geht, Chemiker neue Kampfmittel erfinden zum Wohle der Menschheit, Werbefachleute Konsumenten manipulieren weil sie wissenschaftlich belegen können wie primitiv unser Hirn funktioniert, eine Erkenntnis auf die sich auch moderne Kunst stützt mit ihren bunten Strichen und geometrischen Figuren auf weiser Leinwand werden harmlose PC Spiele und Plastikwaffen verteufelt während man den Kids im Fersehen zeigt das sich jeder vor Gericht Freikaufen kann und sich Habgier auszahlt.

Und auf die Frage ob der Junge ein Grufti war oder nicht kann ich nicht antworten - ich hab ihn nicht gekannt. Aber seit das Grufti-Sein mehr mit Klischees und Etiketten zu schaffen hat als einer Mentalität ist das durchaus möglich.

Als Abschluss kann ich nur sagen das ich sämtliche Diskussionen über diesen Vorfall für sinnlos halte den ändern wird sich nichts - wie der arme Kerl schon festgestellt hat.
ange gardien[QUOTE][i]Original geschrieben von Ardath Bey [/i]

Und ange gardien schreitb einen Beitrag voller Empörung und signiert mit: [B]Pazifismus ist das Privileg der Behüteten[/B].
[/QUOTE]

Mach dir nichts draus, du bist nicht der einzige der den Satz nicht kapiert

[QUOTE]Verantwortlich alle anderen.[/QUOTE]

Wer sind eigentlich alle anderen? Gehört der Opa hier von gegenüber auch dazu? Und die Kids die hier gerade mit Lampignos vorbei laufen?

Oder meinst Du eher das nähere Umfeld, also Familie und Mitschüler?

Oder ist "alle anderen" auch nur eine Floskel von vielen, die sich wichtig anhört aber eigentlich nur kaschieren soll das man zum Thema selbst weder Lösungen, noch irgendwas konstruktives zu sagen hat?
Ardath BeyIch halte deinen Beitrag zu meinem Posting zwar für belanglos da ich aber gerade Lust und Laune habe antworte ich.

[B]Mach dir nichts draus, du bist nicht der einzige der den Satz nicht kapiert[/B][/QUOTE]

Abgesehen davon das ich den Satz verstehen kann wie ich will und ebenso in einen entsprechenden Zusammenhang bringen, was bei dir ja nicht der Fall ist weshalb eben viele Leute nicht verstehen können wie du diesen meinst da er als blose Floskel dasteht, finde ich die Feststellung dieses Satzes recht einfach.

Wer nicht um sein Leben kämpfen muß kann es sich leisten die gesellschaftlich "hübsche" Etikette des Pazifismus anzustecken womit ich bei meinnem Beitrag bin = wir Leben nicht in einer zivilisierten Welt!

[B]Wer sind eigentlich alle anderen? Gehört der Opa hier von gegenüber auch dazu? Und die Kids die hier gerade mit Lampignos vorbei laufen?[/B][/QUOTE]

Ich finde alle anderen ist sehr klar formuliert. Es mag ja sein das du glaubst wir Menschen würden in einem Isolierten Bereich leben auf den nichts Einfluss hat aber der Opa von Nebenan z.B. könnte genauso ein Lügner und Bterüger gewesen sein, vielleicht sogar ein SS-Nazi der seinen Teil zum heutigen Sein der Welt beigetragen hat. Und die Kids mit den Lampions werden die Amokläufen von Morgen oder vielleicht auch nicht - das kann man nicht wissen.
Vielleicht hat ihn ja sogar dieses Forum mit seinen Mitgliedern in seinem Charakter unterstützt und viele Beiträge ihn in seiner Sicht der Welt bestärkt - ohh. :rolleyes: Womit wir wieder bei meinem Beitrag sind und der Frage nach Verantwortung.

[B]Oder meinst Du eher das nähere Umfeld, also Familie und Mitschüler?[/B][/QUOTE]

Die sind denke ich in allen anderen inbegriffen.

[B]Oder ist "alle anderen" auch nur eine Floskel von vielen, die sich wichtig anhört aber eigentlich nur kaschieren soll das man zum Thema selbst weder Lösungen, noch irgendwas konstruktives zu sagen hat?[/B][/QUOTE]

Ich muß wieder lachen denn auser unkonstruktiven Fragen wie ich dieses und jenes "den genau" meine (als Querverweis mache ich auf deinen Satz den wenige nur verstehen aufmerksam), deren Beantwortung weder zu irgendwelchen Erkenntnissen führe würde noch etwas an dem Geschehenen ändern oder etwas ähnliches verhindern würde hast du all die kritischen Hinweise übergangen: die Heuchelei der Menschen, der Werteverfall und selbstbetrug. Ich halte diese durchaus für konstruktiv nur näher darauf einzugehen würde Bücher füllen.

Und JA :D ich denke das keine Diskussion, wie tiefgreifend sie auch sein mag, etwas ändern wird denn die Menschen ändern sich nicht.
Dieses ist eine philosophische Erkenntnis falls dir das entgehen sollte.

Aber, was schwebt dir denn so vor?
Lösungen?
Konstruktive Anmerkungen?
Hmm ....
Mir fällt da ein wunderbares Lied ein:

Got no Soul
Late for work again
Someboby's lying down on the job again
will you people please stop jumping under the train
Ladies and Gentleman, there will be a slight delay
while we hose the blood away
(and the clock keeps ticking...)

So I spent my evening wishing I never was born
drinking toasts to that hood with the hooves and the horns
because the roacheswon't do my laundry no more
and the rats refuse to fix the holes in the floor
water comes through the ceiling...

I asked a pig if he wanted to dance
he says ist that a 45 in your pants
or are you just glad to see me?
I said, all I need is a distraction
or maybe a sense of satisfaction
perhaps a pair of of pliers to rip of these blinders
because my peripheral vision is dying
it ain't as if I ain't trying
I'm a rat in a maze of my own devising
and is that a call to arms ... I hear rising out of the concrete hole?

Yer war on drugs got no soul. Yer hired thugs got no soul.
You hippy trash got no soul. Yer yuppie cash got no soul.
Yer video clips, yer beauty tips, remote control;
it's a big black hole - got no soul.

and the clock's clicking off like the timer on some big neutron switch.
expect there's just one hitch: you got to strike it rich
before the shit comes down.
So they're out there panhandling for Gold
prospecting in the street, sifting garbage in the gutter
digging in the tenements, looking for a vain
trying to find that big score: the mother lode.

and everyone's a wanne be - the wicked and the weak,
the victors and the victomized, the economists and the econimized
my T.V. mind set is shattered
no guts, no glory, no balls - whatever you wanna call it.
there ain't nothing real there at all (and I do't feel whole..)

Yeah, yer mobile phone got no soul. Yer rolling stone got no soul.
Yer music scene got no soul. Yer answering machine got no soul.
Yer microwave, yer toilet slaveYou corporate swine, yer bullshit line -
Hey you on the payroll. Hey you on the J train!
Hey you on the T.V. news! Hey you 3-piece suit!
You got no soul.


In diesem Sinne: Die Gedanken sind frei.
ange gardien@Ardath Bey

Du solltest Politiker werden. Die Kunst mit leeren Worthülsen um dich zu werfen und mit ellenlangen Floskeln eigentlich nichts zu sagen beherrscht Du perfekt.
Konkalit_4Er hat viel durchgemacht und er hat ein Zeichen gesetzt, welches von der Gesellschaft natürlich wieder missverstanden werden wird...Killerspiele etc...ist ja klar, wie in Columbine, in Erfurt usw... Ich denke er hat mit dem Abschiedsbrief gezeigt was seine Beweggründe waren, nur die Gesellschaft disqualifiziert sich mal wieder indem sie rein GAR NICHT darauf eingeht...
hagzissa13Egoshooter sind in meinen Augen nicht der Ursache von Amokläufen, sondern der Auslöser. Sicher spielt es eine Rolle, wenn (besonders junge) Menschen eh zu Gewalt tendieren. Egoshooter können in solchen Fällen meines Erachtens nach sehr wohl dieser benannte Auslöser sein. Doch die eigentliche Ursache der Gewalt liegt woanders.

Wenn es nicht die Egoshooter wären, würde sich sicherlich ein anderer Auslöser finden, der diese Menschen zum Amoklauf bewegt, und wenn es ein Film wie der "Terminator", "die hard" oder ähnliches wäre.

Um diese Gewalt zu stoppen, müssen die Ursachen behandelt werden, nicht die Symptome!
gekreuzigterAuslöser sind zuerst mal das Umfeld des Täters\Amokläufers.
Den diese Veranlassen ihn, diese Tat zu begehen, oder macht jemand nen Amoklauf mit Suizid einfach nach lust und laune?
Filme sinds nicht, es sind Wirklich die Spiele, den dort hat er nähmlich die Wahl, Töten? Welche Waffe?
So kommt er nähmlich allmählich rein, sucht sich im Internet Seiten würder diese Waffen, und dann Gleich gesinnte, und so kommts ins Rollen.
Im Film sieht er nur wie jemand Rumballert, und ich glaube so was haben über 20 Millionen Menschen gesehen, und keiner wurde nen Amokläufer.

Anders ist es, und das hat nichts mit Spielen zu tun, sondern, auch mit dem Umfeld und der Person Selbst, nähmlich Freundin Verlässt einen nach 5 Jahren, und so weiter. Aber hier gehts ja um Junge, täter.
SaramelGerad gefunden bei Gamestar:


»Killerspiele«08.02.2007, 16:28 Bayern legt Gesetzesentwurf vor
Nachdem es bislang nur Ankündigungen gab, wurde gestern vom Freistaat Bayern der »Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung des Jugendschutzes« eingereicht. In einer der nächsten Bundesratssitzungen wird der Entwurf dann ausführlich behandelt werden.


Geändert wird unter anderem §131a des Strafgesetzbuchs, der in der neuen Form folgendes beeinhaltet:


»Virtuelle Killerspiele
Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer Spielprogramme, die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen darstellen und dem Spieler die Beteiligung an dargestellten Gewalttätigkeiten solcher Art ermöglichen,
1. verbreitet,
2. öffentlich zugänglich macht,
3. einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überlässt oder zugänglich macht oder
4. herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder
auszuführen unternimmt, um sie im Sinne der Nummern 1 bis 3 zu verwenden oder
einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen.«


Neben Computer- und Videospielen bezieht sich der Gesetzesentwurf auch auf Sportarten wie Paintball. In §118 heißt es:


»Menschenverachtende Spiele
(1) Ordnungswidrig handelt, wer
1. Spiele veranstaltet, die geeignet sind, die Mitspieler in ihrer Menschenwürde herabzusetzen, indem ihre Tötung oder Verletzung unter Einsatz von Schusswaffen oder diesen nachgebildeten Gegenständen als Haupt- oder Nebeninhalt simuliert wird,
2. hierfür Grundstücke, Anlagen oder Einrichtungen bereitstellt oder
3. an solchen Spielen teilnimmt.
(2) Die Ordnungswidrigkeit kann in den Fällen des Abs. 1 Nr. 1 und 2 mit einer Geldbuße
bis zu 5.000 Euro, in den Fällen des Abs. 1 Nr. 3 mit einer Geldbuße geahndet werden.«


Außerdem gibt es auch Änderungswünsche beim Verfahren mit Erziehungsberechtigten. War es früher der eigenen Entscheidung überlassen, welche Inhalte Eltern ihren Kindern zeigen dürfen, sieht der Entwurf folgendes vor:


»Es besteht kein legitimes Bedürfnis für Erziehungsberechtigte, exzessive Gewaltdarstellungen Jugendlichen oder gar Kindern zugänglich zu machen. Das Erzieherprivileg wird daher ersatzlos aufgehoben.«


Es gibt zudem umfassende Änderungsforderungen zur Arbeit der USK.


Wenn das gesetzt durchkommt zettel ich nen Bürgerkrieg an :D
SolsticeTja, das hieße dann, dass mein Sohn (8) eine Ordnungwidrigkeit beginge, wenn er mit seinen Kumpels zu Karneval in Westernkluft mit Schreckschusspistolen spielt.... Man sollte Herrn Beckstein fragen, ob er jemals ein Holzgewehr besaß....
LaChatteund das Speerwerfen in der Leichtathletik ist auch nicht mehr möglich, weil das hat eindeutig einen militärischen Hintergrund. Ebenso wie der Biathlon eine Jagd simuliert (laufen und schiessen) und natürlich das Bogenschiessen und alle Schützenvereine schliessen müssten. Marathonläufer erinnern an die Schlacht von Marathon (eine blutige und menschenverachtende Angelegenheit), und gibts überhaupt irgend einen Sport, der KEINEN militärischen/kriegerischen Hintergrund hat?

OK. Schafft den Sport ab. Sport ist Mord. :D
SolsticeHmmm... ich sehe schwarz für die Schachclubs....
herbstliebeIch stelle mir gerade vor, wie sich die Verbotsschilder

[COLOR=crimson]Menschenverachtliches
Spielen verboten![/COLOR]

in die Landschaft intergrieren lassen.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Saramel [/i]
»Es besteht kein legitimes Bedürfnis für Erziehungsberechtigte, exzessive Gewaltdarstellungen Jugendlichen oder gar Kindern zugänglich zu machen ....«
...
Wenn das gesetzt durchkommt zettel ich nen Bürgerkrieg an :D [/QUOTE]Und ich verlange die Entfernung der Kruzifixe aus allen Gebäuden und Plätzen, die Jugendlichen oder gar Kindern zugänglich sind.
LaChatte[QUOTE]Wurde da jemanden beigebracht, was Menschenwuerde eigentlich ist bzw. was menschenverachtend ist und was nicht? Anyone?[/QUOTE]

Nach mehreren Jahren Mobbing in der Grundschule wusste ich zumindest sehr genau, was menschenverachtend ist :-/

Was praktisch gelebte Menschlichkeit ist, habe ich dann anderswo auch noch gelernt.

[QUOTE]1. Spiele veranstaltet, die geeignet sind, die Mitspieler in ihrer Menschenwürde herabzusetzen, indem ihre Tötung oder Verletzung unter Einsatz von Schusswaffen oder diesen nachgebildeten Gegenständen als Haupt- oder Nebeninhalt simuliert wird,[/QUOTE]

Dieser Herr sollte vielleicht noch einmal darüber nachdenken, was er da verlangt... :rolleyes:

Vielleicht wäre eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt deutlich förderlicher als eine Tabuisierung.
SaramelTheoretisch gesehen kannste dann alles Vergessen.

Ich zocke gerne und ich sehe schon ne ganze menge gute Software den Bach runter gehen.


Es ist aber auch so das wir uns alles gefallen lassen.

Und das dürfen wir nicht. Wir sind mittlerweile so stark eingeschränkt das ich net mal furzen kann ohne das es einer merkt.

Strategiespiele, Ballerspiele, Völkerball, Brennball, Räuber und Gendarme,Schach,Paintball, all das müsste verboten werden.

Larp wird auch verboten werden....ich seh es schon kommen.

Und so leid es mir tut... da werde ich nicht mehr mitmachen.
ApexIch persönlich glaube kaum, dass das in dieser Form durchkommt.
Xenomorph[QUOTE][i]Original geschrieben von Saramel [/i]
[B]Theoretisch gesehen kannste dann alles Vergessen.

Ich zocke gerne und ich sehe schon ne ganze menge gute Software den Bach runter gehen.


Es ist aber auch so das wir uns alles gefallen lassen.

Und das dürfen wir nicht. Wir sind mittlerweile so stark eingeschränkt das ich net mal furzen kann ohne das es einer merkt.

Strategiespiele, Ballerspiele, Völkerball, Brennball, Räuber und Gendarme,Schach,Paintball, all das müsste verboten werden.

Larp wird auch verboten werden....ich seh es schon kommen.

Und so leid es mir tut... da werde ich nicht mehr mitmachen. [/B][/QUOTE]

...das ist doch noch längst nicht alles...demnächst verbieten sie uns wahrscheinlich auch noch die halbe Weltliteratur, weil es da ja nun auch nicht immer gerade zimperlich zur Sache geht...angefangen bei den griechischen Epen des Homer bis hin zu Shakespeare, Schiller und Goethe: alles ganz furchtbar brutal und schrecklich "menschenverachtend"!
Überall nur Tote, Morde, Intrigen und Verschwörungen...man sehe sich nur einmal ein solch übles Machwerk wie "Macbeth" an...so etwas ist absolut nichts für Kinder und für Erwachsene schon gar nicht...man muss es sofort verbieten...!Ebenso wie Grimms Märchen...da wird doch die Hexe bei lebendigem Leibe im Ofen gebraten...so etwas muss schleunigst verboten werden...!
Verbrennt alle "gefährlichen" Bücher anstelle von Hexen...es lebe Fahrenheit 451...aber halt: Ist Kunst und Literatur denn nicht immer auch ein Imitat des Lebens...und nicht zuletzt auch des staatlichen Lebens, mit seinen unzähligen von den Herrschenden begangenen "menschenverachtenden" Gewaltverbrechen...?
Den Hexenverbrennungen, Morden, Kriegen, Massen- und Völkermorden, die die Herrschenden bis heute im Namen der "Moral" angezettelt haben...?
Selbst diese ach so scheußlichen Baller- und Abknallspiele haben ihr Vorbild doch in ganz realen Kriegsszenarien...nicht etwa im armseligen "alltäglichen" Leben des "Ottonormalverbrauchers"...also was...? Wenn man schon den Standpunkt vertritt, dass kriegerische Gewalt, und sei es auch nur als Spiel, einen verrohenden Einfluss auf Menschen ausübt, warum verbietet und bestraft man dann nicht zuerst die realen Vorbilder solcher "Killerspieler"...nämlich Kriege wie beispielsweise den Irakkrieg und seine Akteure...?

Wenn die Politiker nun schon jedwede Gewalt und ihre Darstellung verbieten wollen, warum fangen sie dann bei der "virtuellen" Gewalt an, und nicht bei der ganz realen, die mit ihrer Billigung tagtäglich auf der ganzen Welt stattfindet...?
Warum kehren sie nicht endlich vor ihrer eigenen Haustür und kümmern sich - ganz wortwörtlich - um ihren eigenen Dreck - anstatt anderen etwas zu verbieten...?
Ganz zu schweigen von der dem kapitalistischen Herrschaftssystem immanenten strukturellen Gewalt, die im Gegensatz zu Spielen weit eher dazu geeignet ist, zu solchen Amokläufen Anlass zu bieten...
Konkalit_4Gut geschrieben Xenomorph :)
Was ja anscheinend viele dieser achsoweisen Volksvertreter und Entscheider übersehen ist, das sich ja kein achsokranker Kopf diese Virtuelle, mediale und literarische Gewalt ausdenkt , sondern nur explizit das wiedergibt was vor Hunderten von Jahren ebenso wie heute immer noch auf dieser Welt stattfindet. Töten in einem sinnlosen Krieg ist legitim, Töten auf Virtueller Basis aber nicht? Wie weise...Ist ein Soldat der im Krieg getötet hat nicht weitaus mehr gefährdet durchzudrehen durch das Trauma als ein Jugendlicher der diese sogenannten Killerspiele spielt? All das scheint ja außer Acht gelassen zu werden. Wenn jemand ein derartiges Spiel entwickelt, denkt er sich wohl kaum die Möglichstbrutalen Dinge aus die niemals ein Mensch getan hätte, nein man braucht sich nur die Realen Dinge ansehen.
Dichterseele[QUOTE][i]Original geschrieben von Xenomorph [/i]
[B]...das ist doch noch längst nicht alles...demnächst verbieten sie uns wahrscheinlich auch noch die halbe Weltliteratur, weil es da ja nun auch nicht immer gerade zimperlich zur Sache geht...angefangen bei den griechischen Epen des Homer bis hin zu Shakespeare, Schiller und Goethe: alles ganz furchtbar brutal und schrecklich "menschenverachtend"!
Überall nur Tote, Morde, Intrigen und Verschwörungen...man sehe sich nur einmal ein solch übles Machwerk wie "Macbeth" an...so etwas ist absolut nichts für Kinder und für Erwachsene schon gar nicht...man muss es sofort verbieten...!Ebenso wie Grimms Märchen...da wird doch die Hexe bei lebendigem Leibe im Ofen gebraten...so etwas muss schleunigst verboten werden...!
Verbrennt alle "gefährlichen" Bücher anstelle von Hexen...es lebe Fahrenheit 451...aber halt: Ist Kunst und Literatur denn nicht immer auch ein Imitat des Lebens...und nicht zuletzt auch des staatlichen Lebens, mit seinen unzähligen von den Herrschenden begangenen "menschenverachtenden" Gewaltverbrechen...?
Den Hexenverbrennungen, Morden, Kriegen, Massen- und Völkermorden, die die Herrschenden bis heute im Namen der "Moral" angezettelt haben...?
Selbst diese ach so scheußlichen Baller- und Abknallspiele haben ihr Vorbild doch in ganz realen Kriegsszenarien...nicht etwa im armseligen "alltäglichen" Leben des "Ottonormalverbrauchers"...also was...? Wenn man schon den Standpunkt vertritt, dass kriegerische Gewalt, und sei es auch nur als Spiel, einen verrohenden Einfluss auf Menschen ausübt, warum verbietet und bestraft man dann nicht zuerst die realen Vorbilder solcher "Killerspieler"...nämlich Kriege wie beispielsweise den Irakkrieg und seine Akteure...?

Wenn die Politiker nun schon jedwede Gewalt und ihre Darstellung verbieten wollen, warum fangen sie dann bei der "virtuellen" Gewalt an, und nicht bei der ganz realen, die mit ihrer Billigung tagtäglich auf der ganzen Welt stattfindet...?
Warum kehren sie nicht endlich vor ihrer eigenen Haustür und kümmern sich - ganz wortwörtlich - um ihren eigenen Dreck - anstatt anderen etwas zu verbieten...?
Ganz zu schweigen von der dem kapitalistischen Herrschaftssystem immanenten strukturellen Gewalt, die im Gegensatz zu Spielen weit eher dazu geeignet ist, zu solchen Amokläufen Anlass zu bieten... [/B][/QUOTE]
Liegt es nicht irgendwie in der Natur des Menschen, Dinge zu verbrennen, die er fürchtet? Es wurde seit jeher gemacht. Spanische Inquisition, Gestapo, nur um zwei Beispiele zu geben. Fakt ist, wer ständig Feuer mit Feuer bekämpft, verbrennt sich am Ende selbst.
Konkalit_4Auch wieder wahr, nur sollten die guten Leute dann nicht anfangen einander zu verbrennen? Weil jeder den anderen fürchtet? Wir leben in einer Welt wo Misstrauen herrscht.
Dichterseele[QUOTE][i]Original geschrieben von Konkalit_4 [/i]
[B]Auch wieder wahr, nur sollten die guten Leute dann nicht anfangen einander zu verbrennen? Weil jeder den anderen fürchtet? Wir leben in einer Welt wo Misstrauen herrscht. [/B][/QUOTE]
Früher oder später wird's passieren, wenn sich nichts ändert. Früher war die Welt noch anders. Ich erinnere an die Olympischen Spiele 1972, als die Sicherheitsmaßnahmen auf einem ziemlichen Nullpunkt lagen, da die Polizei auch eher etwas "verfreundlicht" wurde. Aber gut, die Menschen lernen aus Fehlern und trotz dem Wunsche nach etwas infantiler Naivität kann man sich halt nicht anders schützen. Fressen oder gefressen werden.
LaChatte[QUOTE][i]Original geschrieben von Xenomorph [/i]
[B]
Wenn die Politiker nun schon jedwede Gewalt und ihre Darstellung verbieten wollen, warum fangen sie dann bei der "virtuellen" Gewalt an, und nicht bei der ganz realen, die mit ihrer Billigung tagtäglich auf der ganzen Welt stattfindet...?
[/B][/QUOTE]

die reale Gewalt ist schon längst verboten.;)

Und ich bin durchaus dafür, gewalttätige Computerspiele kritisch zu betrachten, und halte sie für deutlich bedenklicher als RL-Fussball oder RL-Schiesssport.

Ich finde auch Altersbegrenzungen in Ordnung (aber nicht totale Verbote), und Konsequenzen bei der Überschreitung dieser Grenzen, zum Beispiel in Form von öffentlicher Arbeit. Gewissen Menschen kanns sicher nur gut tun, vom Bildschirm wegzukommen und ein paar RL-Erfahrungen zu machen.
Xenomorph[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]die reale Gewalt ist schon längst verboten.;) [/quote]

Und als was würdest du dann Krieg, Folter, Massenmord, Hinrichtungen und den sonstigen Staatsterrorismus bezeichnen, der heute wie damals überall auf der Welt stattfindet...?

[quote]Und ich bin durchaus dafür, gewalttätige Computerspiele kritisch zu betrachten, und halte sie für deutlich bedenklicher als RL-Fussball oder RL-Schiesssport.

Ich finde auch Altersbegrenzungen in Ordnung (aber nicht totale Verbote), und Konsequenzen bei der Überschreitung dieser Grenzen, zum Beispiel in Form von öffentlicher Arbeit. Gewissen Menschen kanns sicher nur gut tun, vom Bildschirm wegzukommen und ein paar RL-Erfahrungen zu machen. [/QUOTE]

Ich halte davon überhaupt nichts...und ich würde auch dann weiterhin die Bücher lesen, die Filme sehen und die Spiele spielen, die mir gefallen, wenn "die da oben" es mir verbieten wollten...denn das einzige, was sich mit Verboten wirklich erreichen lässt, ist, dass das so gebrandmarkte "Übel" in den Untergrund abwandert und dort "illegal" weiterlebt und wächst...oder hat die Prohibition in Amerika etwa den von den Herrschenden gewünschten Effekt gehabt, dass die Schnapsbrennerei und der Alkoholkonsum von der Bildfläche verschwanden...? Mitnichten, denn solche staatsgläubigen Schafe, die sich alles gefallen lassen, was ihnen die Bonzen von oben herab diktieren, sind die Menschen eben anscheinend doch wieder nicht...stattdessen kam es zum Aufstieg der Mafia, von Al Capone und seinesgleichen, die sich das Monopol auf illegal gebrannten Schnaps auf diese Weise sichern konnten...Fakt ist doch, dass jedes auf diese Weise verbannte "Übel", infolge eines Verbots erst wirklich zu einem Übel wird...
Konkalit_4Wird dann Al Capone irgendwann Counterstrike Verkaufen??? :eek:
Sorry Blöder Scherz, aber das stimmt, wurde ja auch schon mehrfach gesagt, aber es scheint niemanden wirklich zu interessieren. Würden sich einige volksvertreter (nicht unbedingt auf DIESER Seite) aber auf allgemeinen Internetseiten der Deutschen bewegen würde ihnen vielleicht aufgehen wie gedacht wird
ApexUnd wo ist Al Capone gelandet? Richtig, auf Alcatraz...

Manchmal hab ich, so wie hier geredet wird, den Eindruck, dass diese Gesetzesinitiative schon längst Gesetz wäre.

Leute, dass Ganze muss erstmal durch den Bundesrat und dann durch den Bundestag und am Bundespräsident vorbei und selbst dann bleibt noch das Bundesverfassungsgericht...macht also mal halblang, nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i]
Leute, dass Ganze muss erstmal durch den Bundesrat und dann durch den Bundestag und am Bundespräsident vorbei und selbst dann bleibt noch das Bundesverfassungsgericht...macht also mal halblang, nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird. [/QUOTE]Naja, wenn doch "die Mehrheit der Bevölkerung für Verbote ist" (wie von den Befürwortern der Verbote erstellte Umfragen zeigen), dann werden BR, BT, BP und BVG dem wohl nicht viel Widerstand entgegensetzen ...

Manchmal bewundere ich deine Blauäugigkeit, Apex.
Solstice[QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i]
[B]Und wo ist Al Capone gelandet? Richtig, auf Alcatraz...

[/B][/QUOTE]

Ja, aber soweit ich weiß nicht wegen seiner Verbrechen, sondern wegen Steuerhinterziehung... :D
Apex[QUOTE]Manchmal bewundere ich deine Blauäugigkeit, Apex.[/QUOTE]

Würde die Legislative ausschließlich nach den Ergebnissen vom Umfragen handeln, hätten wir auch kein Hart-IV, die DM wieder, das Rauchverbot in Gaststätten und jeder der nicht Müller heißt würde abgeschoben. Ich schätze mal, es wird eine gesetzliche Regelung geben...aber deutlich schwächer als von Bayern gefordert, dass dürfte auch so manchem SPD- und CDU-Politiker zu scharf sein.

[QUOTE]Ja, aber soweit ich weiß nicht wegen seiner Verbrechen, sondern wegen Steuerhinterziehung...[/QUOTE]

Ja wie? Steuerhinterziehung ist kein Verbrechen? ;)
Xenomorph[QUOTE][i]Original geschrieben von Solstice [/i]
[B]Ja, aber soweit ich weiß nicht wegen seiner Verbrechen, sondern wegen Steuerhinterziehung... :D [/B][/QUOTE]

Ja, und ausserdem hat sich Prohibition trotzdem nicht dauerhaft durchsetzen können, sondern ist im wesentlichen auf Druck der Bevölkerung gescheitert...nicht zuletzt auch wegen der zunehmenden Bandenkriminalität, die der illegale Alkoholkonsum mit sich brachte...es hat also letztendlich nichts gebracht, den Menschen oktroyieren zu wollen, was gut und was schlecht für sie ist...durch Verbote wird die Situation nur verschärft, weil sich der Handel und Konsum der verbotenen Güter einfach in den illegalen Sektor hinein verlagern und so allenfalls zu noch mehr Kriminalität führen...die Prohibition war ein echter Rohrkrepierer, und ein Verbot solcher Ballerspiele, wenn es denn dazu käme, wird es ebenfalls werden...
SolsticeGrundsätzlich gebe ich Dir da Recht. Aber eine staatliche Kontrolle (oder zumindest ein Versuch einer solchen) bezüglich der Altersfreigabe halte ich für absolut sinnvoll. Selbst wenn diese nur lückenhaft funktioniert, ist es immer noch besser als gar nichts.
Inner Smile[QUOTE][i]Original geschrieben von Solstice [/i]
[B]Grundsätzlich gebe ich Dir da Recht. Aber eine staatliche Kontrolle (oder zumindest ein Versuch einer solchen) bezüglich der Altersfreigabe halte ich für absolut sinnvoll. Selbst wenn diese nur lückenhaft funktioniert, ist es immer noch besser als gar nichts. [/B][/QUOTE]

Was gefällt dir denn an der USK nicht?
Konkalit_4Ich hätte da ein schönes Beispiel an 2 filmen wie lückenhaft die USK funzt

2 Filme:
A) Texas Chainsaw Massacre (1974), KEine Szenen in den das Blut fließt, keine detailiierten dargestellten Morde, trotzdem gibt es eine verstümmelte Fassung die auf 57 min (!) runtergeschnitten ist und er ist ab 18 bis heute

b) Wrong Turn, enthält etliche Stellen an denen ordentlich Blut fließt, sehr viele grausame und brutale Morde und Szenen, und? Er ist ab 16 (!!!), ich denke die guten Leutchen sollten eventuell mal sich die Filme anschauen und nicht nach dem Namen zensieren und freigeben.
Seneca1974 war man noch [i]etwas[/i] empfindlicher. Daher die Zensur und Einstufung ab 18. das Beispiel lässt sich auf dutzende Filme aus der Zeit vor den späten 90ern anwenden.(z.B. Gothic~1986) Was sagt das über den Zeitgeist aus...?
Konkalit_4Immerhin gäb es ja die Möglichkeit das abzuändern...so im Laufe der Jahre wurde bis heute nicht getan, also muss man doch davon ausgehen das die Leute das nach wie vor für Teufels Machwerk halten :D
Inner Smile[QUOTE][i]Original geschrieben von Konkalit_4 [/i]
[B]Ich hätte da ein schönes Beispiel an 2 filmen wie lückenhaft die USK funzt

2 Filme:
A) Texas Chainsaw Massacre (1974), KEine Szenen in den das Blut fließt, keine detailiierten dargestellten Morde, trotzdem gibt es eine verstümmelte Fassung die auf 57 min (!) runtergeschnitten ist und er ist ab 18 bis heute

b) Wrong Turn, enthält etliche Stellen an denen ordentlich Blut fließt, sehr viele grausame und brutale Morde und Szenen, und? Er ist ab 16 (!!!), ich denke die guten Leutchen sollten eventuell mal sich die Filme anschauen und nicht nach dem Namen zensieren und freigeben. [/B][/QUOTE]

Die USK hat mit Filmen nichts zu tun.
Konkalit_4Stimmt ich bitte das dann zu entschuldigen
Solstice[QUOTE][i]Original geschrieben von Inner Smile [/i]
[B]Was gefällt dir denn an der USK nicht? [/B][/QUOTE]

Die ist schon ok... ich mache ihr ja nicht den Vorwurf, dass die Altersfreigaben in der Regel im familiären Umfeld nicht funktionieren. Die tun ihre Arbeit, im Rahmen der Möglichkeiten, die sie haben.
Fuck up EvilDie FSK ( ich denke dass USK hier nur falsch genannt wurde) ist heute deutlich liberaler als in den 80ern.
Dass diese Filme von damals heute noch indiziert sind, liegt nur daran, dass niemand einen Antrag auf Neuprüfung stellt.
heute würde das Original-TCM sicher ab 18 durchgehen.
SolsticeNee... USK. Das sind die, die die Altersfreigaben für PC-Spiele regeln.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i]
Würde die Legislative ausschließlich nach den Ergebnissen vom Umfragen handeln, hätten wir auch kein Hart-IV, die DM wieder, das Rauchverbot in Gaststätten und jeder der nicht Müller heißt würde abgeschoben. [/QUOTE]Ich schrieb über "von den Befürwortern der Verbote erstellte Umfragen" - termingerechte Exklusivberichte über "Florida-Rolf" und live von JVA-Dächern inklusive - also Umfragen unter der geBILDeten Bevölkerung ...

Dass ein allgemeines Rauchverbot nicht durchkommt, war doch wohl klar, das wäre doch total geschäftsschädigend (für Tabak- und Pharma-Industrie gleichermaßen).

[QUOTE]Ich schätze mal, es wird eine gesetzliche Regelung geben...aber deutlich schwächer als von Bayern gefordert, dass dürfte auch so manchem SPD- und CDU-Politiker zu scharf sein. [/QUOTE]Das hängt m.E. davon ab, wie einflussreich die Hersteller der Spiele sind. Wahrscheinlich wird es einen Kompromiss geben, und Microsoft wird die exklusiven Produktionsrechte und die Bundeswehr die exklusiven Vertriebsrechte bekommen ...

[QUOTE]Ja wie? Steuerhinterziehung ist kein Verbrechen? ;) [/QUOTE]Ist doch klar, wenn die Politiker schon Exklusivrechte einräumen und dann ihren Anteil vom Kuchen nicht bekommen, dass sie dann sauer werden. Bleibt die Frage, wer mehr Macht hat, seinen Unmut kundzutun ...
FireLordIch habe über dieses Thema ein Referat bei uns in der Schule in 2 Klassen gehalten, ich bin darauf hinaus das es nicht nur an den "Killerspielen" lag, sondern viele andre Faktoren dafür verantwortlich sind, und habe auch aufgeklärt das man nicht gleich ein Satanist ist wenn man sich schwarz anzieht....
Apex[URL=http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeug/0,1518,466839,00.html]Spiegel.de[/URL]

War klar, dass das so nicht durchkommen kann. Ich hab so das Gefühl die meisten würden das Ganze am liebsten verschleppen, wenn Herr Beckstein nicht immer wieder nachbohren würde (was ich durchaus begrüßen würde, immerhin warte ich schon ewig auf ET Quake Wars).
Konkalit_4@ FireLord
Freut mich das du versuchst aufzuklären, leider ist das nach meiner Ansicht vergebens, kaum gibt es wieder einen Amoklauf werden wieder die alten Bahnen eingeschlagen, Horrorfilme, Killerspiele, böse düstere Musik, blablabla. Man hat doch den Abschiedsbrief von Sebastian Bosse zigtausendfach in den Medien veröffentlicht, dort standen seine Gründe und auch das er WUSSTE das es wieder die Hetzkampagne gegen die Spiele geben wird, anscheinend hat kein Politiker oder so, diesen Brief gelesen, denn es passierte genau das was er sagte, keiner schaute nach den wahren Hintergründen, der wahre Schuldige ist und bleibt das Killerspiel...lol allein der Ausdruck lässt mich göbeln...

German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 

German Gothic Board

Startseite Chat Grüße SchwarzKultur