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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Fall Mitja: Schuld der Behörden?
Mrs. SpookinessJeder wird von dem Fall des kleinen Mitja gehört haben, der auf tragische Weise ums Leben gekommen war: missbraucht und dann erdrosselt.

Ich persönlich stelle mir zu dem Fall nur eine konkrete Frage: hätte man den Mord verhindern können? Meine Antwort lautet ganz klar JA hätte man. Als ich in der Zeitung gelesen hatte, dass der Mörder bereits schon 5 MAL wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagt war, und sich auch schon in Haft befand, drehte sich mir der Magen um. Bereits mit 17 Jahren soll er das erste Mal ein Kind missbraucht haben, dann in einem Zeitraum von fast 30 Jahren noch 4 Mal, darunter eben dieser Mordfall. Das letzte Mal saß er 1998 zwei Jahre im Gefängnis, wurde auch schon in psychatrische Behandlung eingewiesen, allerdings immer wieder freigelassen, trotz der Verbrechen die er begangen hatte. Hatte denn die Staatsanwaltschaft ernsthaft geglaubt, einen solch schwer psychisch Kranken, wieder rehabilitieren zu können??? Nach seinem letzten Vergehen wurden Bewährungsauflagen angeordnet, die aber 2005 abgelaufen waren, womit der Knabe wieder tun und lassen konnte was er wollte. Meine Meinung: viel zu wenig Sicherheitsvorkehrungen. Der Typ war doch selbst nach den Haftstrafen/Behandlungen etc. immer noch der Psychopath wie eh und je! Die erste Misshalndung beging er mit 17, jetzt ist der Knabe 43 und hat wieder zugeschlagen, sogar gemordet! Man hätte ihn SPÄTESTENS nach dem zweiten Vergehen wegsperren müssen, aber für wie lange? Die lebenslange Haftstrafe beträgt bei uns in Deutschland lächerlicherweise 15 Jahre, ebenfalls eine Regelung, die sich geändert gehört. Ich weiß, wir leben nicht mehr im Mittelalter, und manchmal finde ich auch die Maßnahmen der Amerikaner, die in solchen Situationen um einiges energischer reagieren, auch übertrieben (100 Jahre Haft....haha), aber ich bin der Meinung, in Deutschland gehören sich härtere Maßnahmen gegen Straftäter eingeführt, lebenslange Haftstrafen (und nicht nur 15 Jahre!!) und in manchen Fällen finde ich sogar die Todesstrafe angebracht. Denn es sind nun mal die meisten Sexualstraftäter Wiederholungsstraftäter; schon zu oft ist es passiert, dass schon Vorbestrafte nach ihrer scheinbaren "Rehabilitation" nur wenige Wochen nach ihrer Entlassung wieder zuschlugen.

Mich interessiert wirklich, was ihr dazu zu sagen habt :)

Ich sage dazu nur (und verzeiht mir meine Ausdrucksweise):
Für mich ist es ein solches perverses Arschloch, das kleine Kinder quält und ermordet, nicht wert, auch nur im Gefängnis am LEBEN zu sein.
ApexAlso meines Wissens befand sich der mutmaßliche Täter ja seit Jahren in psychotherapeutischer Behandlung, die aber nur schleppend voran kam. Eventuell hätte man hier schon eher tätig werden müssen, aber vielleicht war dem behandelnden Arzt auch die akute Gefahr nicht wirklich bewusst. Soweit ich mitbekommen habe, wurde der mutmaßliche Täter ja selbst in seiner Kindheit missbraucht und kennt die Leiden der Opfer, weswegen sein bisheriger Arzt momentan davon ausgeht, dass er, so er die Tat begangen hat, sich wohl selbst bestrafen wollen wird, in welcher Form auch immer.

Ich bin jetzt nicht so sehr mit dem Fall vertraut, dass ich hier ein Urteil abgeben möchte, auch bin ich kein Arzt als das ich die Psyche eines Menschen beurteilen kann. Sicher muss man sich fragen ob nach 5 Vorfällen (von denen ich aber weder etwas über Qualität noch Umfang weiß) nicht härtere Restriktionen notwendig sind und was hier für Fehler gemacht wurden (eventuell auch im Zusammenhang mit der DDR-Justiz).

Wichtig dürfte vor allem sein, den Tätern eine intensivere Betreuung zukommen zu lassen, in der ihnen Techniken vermittelt werden ihrem inneren Drang zu widerstehen. Eine Garantie, dass man nicht straffällig wird, gibt es aber nicht, dass ist ganz klar, sowas wird es nie geben. Und ich denke nicht, dass man einen Menschen für etwas verurteilen kann, was er vielleicht irgendwann tun könnte, auch wenn er es vielleicht schon getan hat. Man kann allerhöchstens versuchen das Risiko zu minimieren, dass heißt möglichst stark Menschen zu betreuen und wenn sie ein zu großes Risiko darstellen eine Sicherheitsverwahrung anzuordnen.

Ich persönlich finde aber, dass sich allgemein zu wenig mit dem gesellschaftlichen Phänomen Kindesmissbrauch beschäftigt wird. Es ist quasi eines der letzten Tabu-Themen der Gesellschaft und das muss man aufbrechen. Interessant ist hier der Ansatz der Berliner Charité:

[URL=http://www.kein-taeter-werden.de/]Lieben sie Kinder mehr als ihnen lieb ist?[/URL]
EXULTATIONMrs.Spookiness, ich muss sagen, dass ich deine meinung mehr oder weniger vertrete und dich gut verstehen kann.
solche täter gehören weggesperrt, denn sicherlich ist es in den meisten fällen so: wer kinder, frauen oder andere menschen missbraucht, foltert usw. ist psychisch nicht normal und hat unter normalen menschen nichts zu suchen. aber die behörden gehen viel zu liberal mit solchen tätern um und sind fast jedes mal so naiv dran zu glauben, dass vor allem solche täter sich je ändern werden. da kann man nur mit dem kopf schütteln. dieser junde und auch andere missbrauchte kinder haben's echt nicht verdient, dass man sie so behandelt und dass sie mit ihrem leben für die hirnlosigkeit der behörden zahlen müssen.
Black ReaperWenn hier schon von exultation eine, wie im Eingangsposting, irgendwo sensationslüsterne und radikale These von wegen "Der Junge und all die anderen missbrauchten Kinder haben sowas nicht verdient" und "einfach für immer wegsperren solche Leute" kommen, dann möchte ich etwas entgegnen: Sexualstraftäter, die ein einziges Mal eine solche Tat begangen haben und danach gelernt haben, mit ihren Trieben, mit ihrem Drang und ihren Gefühlen im Einklang mit dem Gesetz zu leben, haben es auch nicht verdient, im Gefängnis zu verrotten. Ich verstehe natürlich, dass vor allem bei solcherlei Delikten die Abscheu besonders groß ist und ich möchte keinesfalls die Taten legitimieren im Sinne von "die Leute sind nun mal krank und haben nun mal ihre Triebe", dennoch meine ich, dass sie eine weitere Chance verdient haben... An dieser Stelle möchte ich mich Apex anschließen: Eine völlige Sicherheit, dass ein solcher Täter nicht mehr in diesem Sinne straffällig wird, wird es nie geben. Aber auf Verdacht die Täter per se lebenslang einzusperren ist sowohl (von meiner Warte aus) moralisch bedenklich, unangemessen und zudem auch verfassungsrechlich gar nicht möglich.


Im Übrigen sollten in meinen Augen Projekte wie das der Charité, zu welchem Apex den Link gesetzt hat, gefördert werden... Das ist die beste Chance, Sicherheit in diesem Bereich zu "produzieren"... Gewissermaßen ist diese Möglichkeit sogar besser als eine Strafe, weil man dort auch Personen erreicht, die potentiell gefährliche Triebe spüren und kein Täter werden wollen...

Soviel erstmal von meiner Seite dazu...

Black Reaper
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von Mrs. Spookiness [/i]
[B]Jeder wird von dem Fall des kleinen Mitja gehört haben, der auf tragische Weise ums Leben gekommen war: missbraucht und dann erdrosselt.
[...]
Das letzte Mal saß er 1998 zwei Jahre im Gefängnis, wurde auch schon in psychatrische Behandlung eingewiesen, allerdings immer wieder freigelassen, trotz der Verbrechen die er begangen hatte. Hatte denn die Staatsanwaltschaft ernsthaft geglaubt, einen solch schwer psychisch Kranken, wieder rehabilitieren zu können??? Nach seinem letzten Vergehen wurden Bewährungsauflagen angeordnet, die aber 2005 abgelaufen waren, womit der Knabe wieder tun und lassen konnte was er wollte. Meine Meinung: viel zu wenig Sicherheitsvorkehrungen.
[...]
aber ich bin der Meinung, in Deutschland gehören sich härtere Maßnahmen gegen Straftäter eingeführt, lebenslange Haftstrafen (und nicht nur 15 Jahre!!) und in manchen Fällen finde ich sogar die Todesstrafe angebracht. Denn es sind nun mal die meisten Sexualstraftäter Wiederholungsstraftäter; schon zu oft ist es passiert, dass schon Vorbestrafte nach ihrer scheinbaren "Rehabilitation" nur wenige Wochen nach ihrer Entlassung wieder zuschlugen.
[...]
Ich sage dazu nur (und verzeiht mir meine Ausdrucksweise):
Für mich ist es ein solches perverses Arschloch, das kleine Kinder quält und ermordet, nicht wert, auch nur im Gefängnis am LEBEN zu sein. [/B][/QUOTE]

Gibt ja seit heute Neuigkeiten zum Fall. Der Mensch wollte sich vermutlich durch Selbstmord seiner gerechten, vermutlich trotzdem wieder zu laschen, Strafe entziehen. Was zum Glück vorerst gescheitert ist. Wenn er mit Verletzungen überlebt soll er sich in mindestens 25 Jahren hinter Gittern erstmal selber richtig [b]klar[/b] (kleine Anspielung) werden, was er da angerichtet hat. Ich finde Todesstrafe verkehrt, aber lebenslang sollte auch lebenslang bedeuten und Mörder nicht durch mildernde Umstände wie "nicht ganz richtig im Kopf" wieder auf die Menschheit losgelassen werden. Außerdem sollten die Insassen in den Gefängnissen etwas straffer im Schach gehalten werden, hat ja gesehen daß teilweise Straftaten an Mitgefangenen verübt werden weil man den Verbrechern einfach zuviel Freiheitsgrade läßt. Einsperren und unter straffer Kontrolle hart arbeiten lassen bei Wasser und Brot, und Luxus wie Fernseher, Handys und dergleichen hat im Knast nix verloren. Einzige was ich noch zugeben würde ist Sport, denn dadurch hat auch der Dauerknasti eine Möglichkeit seinem Leben einen gewissen Sinn zu geben.
Spätestens bei Widerholungstätern im Kindesmißbrauch wie diesem da, finde ich aber Strafen von nur wenigen Jahren absolut lächerlich.

Nochmal meine Nichtzustimmung zum letzten Satz im Ursprungspost:
Sie (die Straftäter) sollen wenn sie verurteilt werden am Leben bleiben und für ihre Taten büßen, nicht sich feig aus dem Leben stehlen oder durch Todesstrafe umgebracht werden. Die anderen werden nämlich auch in ihrer Trauer zurücklassen.

Schattengrüße, Stonehenge
Tsafried[QUOTE][i]Original geschrieben von Stonehenge [/i]
[B]Straftaten an Mitgefangenen verübt werden.... weil man den Verbrechern einfach zuviel Freiheitsgrade läßt. Einsperren und unter straffer Kontrolle hart arbeiten lassen bei Wasser und Brot, und Luxus wie Fernseher, Handys und dergleichen hat im Knast nix verloren[/B][/QUOTE]

damit hätte auch der Mitgefangene unter diesen Umständen zu leiden. Wenn das Ziel ist, Gefangene zu Selbstmördern zu machen, könnte man das durchaus effektiv erreichen. Dumm nur, es gibt so etwas wie Menschenrechte, und wie will man in Einklang mit diesen Gefangene zur Arbeit zwingen? Unzulängliche "Recht"sprechung gibt es wahrlich genug auf dieser Welt, und unser Rechtssystem hat es sich nunmal zur Aufgabe gemacht, Täter zu resozialisieren. Wem das nicht passt, der kann gerne dahin auswandern, wo man es mit Menschenrechten nicht so genau nimmt, China, Iran, Singapur, usw usf geben glänzende Beispiele dafür ab, dass das Mittelalter leider noch lange nicht vorbei ist.
Apex[QUOTE]Straftaten an Mitgefangenen verübt werden.... weil man den Verbrechern einfach zuviel Freiheitsgrade läßt. Einsperren und unter straffer Kontrolle hart arbeiten lassen bei Wasser und Brot, und Luxus wie Fernseher, Handys und dergleichen hat im Knast nix verloren[/QUOTE]

Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich bei Menschen kein Unrechtsbewusstsein aufbaut, wenn man sie einfach wegsperrt. Eher das Gegenteil ist der Fall, in den Anfangsjahren der Haft haben viele Täter einen unglaublichen Drang zur Wiedergutmachung, durch wegsperren wird der aber nicht gefördert sondern wandelt sich in eine Art Trotzreaktion, bei der der Täter anfängt die Schuld bei anderen zu suchen.
SinRazielEin heikles Thema.

Ich bin selbst in der Justiz beschäftigt und habe mich damals während der Ausbildung ganz fürchterlich mit einem Richter angelegt, dort war ebenfalls das Thema Kindesmissbrauch gegeben. Unser Rechtssystem ist in vielen Dingen unvollkommen, leider Gottes auch bei solchen Straftaten.

Menschen, die Kinder vergewaltigen, für sonstige sexuelle Zwecke etc. missbrauchen, und sei es für Pornos oder Bilder ohne direkten Zwangzugriff auf diese, haben für mich jedes Recht verwirkt, noch als "Menschen" bezeichnet zu werden!

Leute, die so etwas Abscheuliches und Verachtenswertes tun, gehören meiner Meinung nach lebenslänglich (und das meine ich auch so, nicht nur ein paar Jahrzehnte) weggesperrt. Das ist aus diversen Gründen (teilweise so banalen wie der Finanzierung) leider nicht möglich. Die weitere Idee, solche .. Menschen.. den Eltern oder Erziehungsberechtigten auszuhändigen und dann diesen Straffreiheit zu garantieren, finde ich ebenfalls ausgesprochen interessant - aber auch das ist leider nicht möglich, eine Rückkehr zur Selbst- und Lynchjustiz kann nicht der richtige Weg sein, sonst wären Chaos und Anarchie garantiert.

In Dänemark wurde meinen Informationen zufolge ein Medikament entwickelt, dass solche Straftäter impotent macht, und sobald sie sich dieses Medikament nicht mehr abholen kommen, werden sie sofort festgenommen und wandern zurück in den Knast.

Auch eine sehr schöne Idee, leider ist es nicht zwingend erforderlich, potent zu sein, um Gewalt gegen Kinder auszuüben.

Ich finde die Aussage, dass solche Kreaturen ja "nur" ihren Trieb ausgelebt haben und ach je - auch das nur einmal und sie bereuen es ja auch so furchtbar - einfach unglaublich!

Denkt einmal daran, es wären EURE Kinder, Schwestern, Brüder, Cousinen wie auch immer, die einem solchen Perversling zum Opfer gefallen sind - und dann kommt eine dritte unbeteiligte Person (sei es in Form eines Rechtsprechers, eines Psychologen oder sonst wer) daher und sagt, derjenige hätte eine schwere Kindheit gehabt, sei selbst misshandelt worden bla bla bla!

Ein Thema, bei dem ich mich so richtig schön in Rage reden könnte. Ich habe null und ich wiederhole absolut NULL Verständnis für solche Widerlinge oder Leute, die diese verharmlosen oder in Schutz nehmen!

In diesem Sinne...

Raz
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von SinRaziel [/i]
[B]In Dänemark wurde meinen Informationen zufolge ein Medikament entwickelt, dass solche Straftäter impotent macht, und sobald sie sich dieses Medikament nicht mehr abholen kommen, werden sie sofort festgenommen und wandern zurück in den Knast.[/B][/QUOTE]

Halte ich für untauglich, denn wer kontrolliert daß die Leute das Medikament tatsächlich einnehmen und nicht in den Bart oder sonstwohin verschwinden lassen?

[QUOTE][i]Original geschrieben von Tsafried [/i]
[B]damit hätte auch der Mitgefangene unter diesen Umständen zu leiden. Wenn das Ziel ist, Gefangene zu Selbstmördern zu machen, könnte man das durchaus effektiv erreichen. Dumm nur, es gibt so etwas wie Menschenrechte, und wie will man in Einklang mit diesen Gefangene zur Arbeit zwingen? [/B][/QUOTE]

Mir als Mitgefangener wäre es wesentlich lieber straff kontrolliert arbeiten zu müssen, als Nachts von einem "Schwein" abgestochen zu werden. Außerdem hat derjenige Mitgefangene der nur ein kleines Vergehen auf dem Kerbholz hat, diese Strapazen entsprechend kürzer auszuhalten.
Gezwungen zur Arbeit sind draußen manch unbescholtene Bürger, wieso sollten Verbrecher da Schonbehandlung genießen? Sie kriegen ja immerhin Unterkunft und Essen gratis.

Zum Thema auswandern: Ich denke zwischen windelweicher Behandlung und Menschenrechtsverletzung liegt noch die harte, aber faire Tour. Außerdem ist das Problem in Bananenrepubliken eher, daß man eben nicht wegen Schwerverbrechen wie Kindsmord, sondern wegen Bagatellvergehen wie Witzen über die Regierung unmenschliche Behandlung erfährt.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Apex[/i]
[B]Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich bei Menschen kein Unrechtsbewusstsein aufbaut, wenn man sie einfach wegsperrt. Eher das Gegenteil ist der Fall, in den Anfangsjahren der Haft haben viele Täter einen unglaublichen Drang zur Wiedergutmachung, durch wegsperren wird der aber nicht gefördert sondern wandelt sich in eine Art Trotzreaktion, bei der der Täter anfängt die Schuld bei anderen zu suchen. [/B][/QUOTE]

Im Fall Mitja war das offensichtlich nicht der Grund, denn der war ja nur 2 Jährchen hinter Gittern.

Stone
Tapio Bearking[QUOTE]Halte ich für untauglich, denn wer kontrolliert daß die Leute das Medikament tatsächlich einnehmen und nicht in den Bart oder sonstwohin verschwinden lassen?[/QUOTE]

Das ist nicht das eigentliche Problem.
Auch impotente Kindermörder morden weiter, u.U. sogar noch bestialischer, da sie zudem auch noch die Frustration über ihre eigene Zeugungsunfähigkeit abbauen wollen...
Solche Aktionen sind folglich kontraproduktiv.
SinRaziel@Stonehenge: Das Mittel wird unter Aufsicht direkt gespritzt, daher ist das mit dem "in den Bart verschwinden lassen" ein wenig unwahrscheinlich.

In diesem Sinne...

Raz
Spalanzani[QUOTE][i]Original geschrieben von SinRaziel [/i]
In Dänemark wurde meinen Informationen zufolge ein Medikament entwickelt, dass solche Straftäter impotent macht, und sobald sie sich dieses Medikament nicht mehr abholen kommen, werden sie sofort festgenommen und wandern zurück in den Knast.

Auch eine sehr schöne Idee, leider ist es nicht zwingend erforderlich, potent zu sein, um Gewalt gegen Kinder auszuüben.
[/QUOTE]

Erschreckend, dass du nach eigenen Angaben in der Justiz (in welcher Art auch immer) tätig bist, und solche Dinge propagierst, die nicht im geringsten mit unserem Grundgesetz konform sind (und wohl auch gegen etliche andere Gesetze verstoßen würden)... Ich möchte hier nur mal auf Artikel 2 (2) verweisen...

Insgesamt steuert der Thread meiner Meinung nach mal wieder Richtung Stammtisch ab...

Zum Glück halten mal wieder die "üblichen Verdächtigen" wie z.B. Apex das Niveau hier über Wasser...
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von Tapio Bearking [/i]
[B]Auch impotente Kindermörder morden weiter, u.U. sogar noch bestialischer, da sie zudem auch noch die Frustration über ihre eigene Zeugungsunfähigkeit abbauen wollen...
Solche Aktionen sind folglich kontraproduktiv. [/B][/QUOTE]
Ich bin ja auch dagegen, die "impotent" frei draußen rumlaufen zu lassen. Solche gefährliche Leute gehören eingesperrt und gut is. Wenn von ihnen wirklich keine Gefahr mehr ausgeht (z.B. als gebrechlicher Opi mit über 70), kann man sie ja meinetwegen wieder rauslassen. Sie haben dann immer noch mehr vom Leben gehabt als ihre Opfer.
Übrigens erkenne ich hier kein Stammtischniveau, im Zweifelsfall ist mir ein Biertrinker am Stammtisch aber immer noch angenehmer als ein frei herumlaufender Mörder.

Schattengrüße,
Stonehenge
ApexWas bitte anderes als Stammtischniveau ist es denn, wenn anstatt realitätsnaher Vorschläge populistisch-krudes Zeug wie Zwangskastration, Zwangsarbeit, Wegsperren oder ähnliches kommt? Wenn wir so anfangen, können wir auch gleich über den Weihnachtsmann oder den Osterhasen reden, dass ist dann genauso nahe an der Realität.

Ich meine, klar können wirs uns auch einfach machen, Kinderschänder sind böse Menschen, ach was rede ich Monster, die es nicht wert sind, überhaupt zur selben Spezies wie ich gerechnet zu werden. Am besten wir bringen sie alle um oder wenn wir uns schon nicht die Hände schmutzig machen wollen, wir sperren sie weg, dann erledigt sich das Problem schon von selbst. Warum sollen wir uns auch damit beschäftigen? Das is ja unangenehm, da müsste man ja am Ende noch nachdenken. Sind doch eh alles Wiederholungstäter. Und die Opfer sperren wir am besten gleich in die Zelle nebenan, viele Opfer werden ja eh mal Täter und dann brauchen wir uns auch gleich nicht mehr mit denen zu beschäftigen.

Nee, sorry...das ist mir zu plump und zu einfach. Mal davon abgesehen, dass es mit meinen ethischen und moralischen Überzeugungen nicht in Einklang zu bringen ist.
SinRaziel@Apex: Das solche Gedanken nicht durchführbar sind, ist klar - habe ich aber auch schon geschrieben. Aber nenn mir doch mal ernsthafte rechtsgültige Möglichkeiten, solche Leute sicher aus dem Verkehr zu ziehen. Ich weiß, dass das Off-Topic ist und hier auch gar nicht angesprochen wurde, mich aber trotzdem ernsthaft interessiert. Im Fall der Fälle sonst auch gerne per PN. Es ist unglaublich frustrierend, im Rechtswesen zu arbeiten und solchen Leuten mehr oder weniger hilflos gegenüberzustehen, weil man aufgrund der Gesetzgebung nur begrenzte Möglichkeiten hat.

@Spalanzani: Ich propagiere hier nicht im geringsten irgendwelche Pseudo-Medikamente, bei denen mal die Wirkung völlig dahingestellt sei. Ich glaube, du hast mich diesbezüglich gründlich missverstanden.

Mir geht es darum, dass die Gesellschaft - und das höre ich auch aus deinem Beitrag heraus, korrigier mich, wenn ich mich irre - solche Perversen immer noch für re-integrierbar halten.

Warum muss man solche Menschen, die sich wie der letzte Abschaum benehmen, sozial- und gesetztechnisch gut behandeln?
Womit hat ein Kind es verdient, so behandelt zu werden?
Wer hat das Recht zu entscheiden, ob ein solcher Mensch wieder freigelassen werden darf, damit er - wie es ja leider immer wieder und ausgesprochen häufig wie auch in diesem Falle bei Mitja geschehen - in sein altes Schema zurückverfallen kann?
Warum hat ein Mensch, der einem anderen Menschen das Leben nimmt oder es so zerstört wie es bei Kindesmissbrauch der Fall ist, das Recht auf ein freies Leben, nachdem er seine zwei bis fünfzehn Jahre Gefängnis abgesessen hat?
Womit rechtfertigt sich so jemand für sein Betragen vor den Eltern?

Ich glaube schon, dass bei anderen Bestrafungen oder genaueren Untersuchungen Mitja noch leben würde - denn dann wäre dieser Mensch nicht nach so vielen Rückfällen freigelassen worden.

Ich finde es ausgesprochen sinnlos, lieber Spalanzani, und nimm es mir nicht übel, hier mit Gesetzesbeispielen und Niveauanspielungen zu kommen. Es ist mit Sicherheit eine Frage der generellen Einstellung gegenüber solchen Dingen - und ich maße mir auch nicht an, hier irgendwen für seine persönliche Meinung zu kritisieren. Ich denke nur, dass es bei bestimmten Straftaten einfach nicht möglich ist, darüber locker hinwegzugehen und - was wesentlich schlimmer ist - solche Leute wieder freizulassen oder die generelle Thematik mit einem Schulterzucken und Sich-Drüber-Lustig-Machen abzutun.

Stell dir bitte einmal ernsthaft vor, wenn eines der anderen Opfer dein eigenes Kind gewesen wäre, und irgendwer offeriert dir gesetzesumgehende Möglichkeiten - ich meine nichts Illegales, sondern eine Form der endgültigen (!) Ver- und Bewahrung solcher Leute.

Und dann kommt der Peiniger des Kindes wieder davon, weil irgendjemand furchtbar Intelligentes mit der Begründung kommt,
dass eine solche Behandlung gegen die (Grund-) Gesetze verstoßen würde.

Ich glaube nicht, dass du dann danebenstehen würdest und sagst: Natürlich, die Gesetze. Na, dann schick ihn halt für zwei Jahre hinter Gittern, danach für ein paar Jahre in die geschlossene Anstalt und wenn er sich clever genug anstellt, lassen wir ihn wieder laufen, der wird schon daraus gelernt haben.

Oder auch nicht, wie leider wieder bewiesen wurde.


In diesem Sinne...

Raz
mepHisto06Es ist schön zu lesen, dass es wenigstens noch den einen oder anderen gibt, der im Angesicht einer - unbestritten furchtbren - Einzeltat noch auf dem Teppich bleibt und nicht wie die große dumme Mehrheit aufgeregt durcheinanderschreiend alle mühsam erreichten Demokratie- und Menschenrechte mit Füßen tritt.

Sofort wird nach "lebenslang einsperren", Todesstarfe, Wasser & Brot und Kastration (!) geschrien. Plötzlich wünscht sich jeder Kameras an jeder Ecke, den genetischen Fingerabdruck jedermans in Datenbanken ... von zweiter Chance und Freiheit vs. Restrisiko einer Gesellschaft ist keine Rede mehr.

Wir oft und wie laut diejenigen, die das Glück haben in einer einigermaßen funktionierenden Demokratie zu leben nach einer Folter-Diktatur verlangen, verwundert mich wieder und wieder.


mepHisto
StonehengeNochmal zur Klarstellung: Für lebenslang einsperren wäre ich bei

- Mördern nach dem 1.mal
- Kinderschändern bei Wiederholungstat

Mir Aussagen wie diese:
[Quote][B]Und die Opfer sperren wir am besten gleich in die Zelle nebenan, viele Opfer werden ja eh mal Täter und dann brauchen wir uns auch gleich nicht mehr mit denen zu beschäftigen[/B][/Quote]
in den Mund zu legen möchte ich mir allerdings auf das strengste verbitten. Die Täter sollen bestraft werden, den Opfern aber geholfen werden (sofern sie nach der Tat noch leben). Und wenn sie ein kleines Stück weniger Angst haben weil sie den Täter sicher hinter Schloß und Riegel wissen.

[Quote][B]Plötzlich wünscht sich jeder Kameras an jeder Ecke, den genetischen Fingerabdruck jedermans in Datenbanken ... von zweiter Chance und Freiheit vs. Restrisiko einer Gesellschaft ist keine Rede mehr.[/B][/Quote]
Die Eigenschaft, nicht gesagtes in anderen ihre Sätze hineinzudeuten, kenne ich normalerweise eigentlich nur von Frauen (Edith: das ist nicht frauenfeindlich gemeint!).

Die Haltung schweren Straftätern gegenüber ist übrigens einer der wenigen Punkte, die ich als Vorbehalte gegenüber einer grünen Alleinregierung hätte.

Stonehenge.
SinRaziel*kopfschüttelt* dabei ist es doch eigentlich ganz einfach.

Du glaubst doch nicht im Ernst, dass es hier um eine Einzeltat geht, oder?

Kein Mensch glaubt daran, dass es besser wäre, zu solchen Steinzeitmethoden oder Negativutopien zurückzukehren.

Ich finde es nur unglaublich - und das meine ich nicht nur seit Mitja, sondern die Thematik spielt sich regelmäßig wieder in den Vordergrund - dass es immer noch Leute gibt, die ernsthaft glauben, solche Leute können da auch nichts für.

Niemand will die völlige Kontrolle. Aber wer sich tatsächlich strafbar gemacht hat mit solchen Taten, gehört auch der Schwere des Verbrechens gemäß bestraft! Da reichen zwei Jahre Gefängnis einfach nicht aus!
Vor allem, wenn man dann mitbekommt, dass eine Frau für Autozerkratzen knappe zehn Jahre ohne Bewährung bekommt.

In diesem Sinne...

Raz
Spalanzani[QUOTE][i]Original geschrieben von SinRaziel [/i]
@Spalanzani: Ich propagiere hier nicht im geringsten irgendwelche Pseudo-Medikamente, bei denen mal die Wirkung völlig dahingestellt sei. Ich glaube, du hast mich diesbezüglich gründlich missverstanden.
[/B][/QUOTE]

Ok, dem möchte ich aber mal deine Aussage gegenüberstellen:

[QUOTE][i]Original geschrieben von SinRaziel [/i]
In Dänemark wurde meinen Informationen zufolge ein Medikament entwickelt, dass solche Straftäter impotent macht, und sobald sie sich dieses Medikament nicht mehr abholen kommen, werden sie sofort festgenommen und wandern zurück in den Knast.

[B]Auch eine sehr schöne Idee, leider ist es nicht zwingend erforderlich, potent zu sein, um Gewalt gegen Kinder auszuüben.[/B]
[/B][/QUOTE]

Du findest diese Methode doch deiner Aussage nach akzeptabel, zynischerweise sogar "schön", nur eben nicht unbedingt zweckdienlich. Nenn es von mir aus eben nicht propagieren, nenn es wie du willst, ich finde diese Aussage jedoch äußerst bedenklich!

[QUOTE][i]Original geschrieben von SinRaziel [/i]
Mir geht es darum, dass die Gesellschaft - und das höre ich auch aus deinem Beitrag heraus, korrigier mich, wenn ich mich irre - solche Perversen immer noch für re-integrierbar halten.
[/B][/QUOTE]
Du verallgemeinerst! Ich finde man sollten "solchen Perversen" eine Chance geben, in die Gesellschaft zurückzukehren, wenn sie ihre Strafe verbüßt haben und von ihnen keine Gefahr mehr ausgeht. Letzteres haben Leute zu beurteilen, die davon wohl deutlich mehr Ahnung als ich, und ich nehme an, auch als du haben. Dass dabei Fehler passieren können ist klar. Klar ist aber auch, dass hier Einzelfälle verallgemeinert werden. Natürlich kommen solche Fehler vor, aber wenn man ein 0%-Risiko möchte, muss man die ganze Bevölkerung einsperren. Wäre es deiner Argumentation folgend nicht auch logisch, Personen, die ihren Führerschein aufgrund von Alkohol/Drogen am Steuer verlieren, diesen nie wieder zu geben? Immerhin scheinen sie ein falsches Verhältnis zum Straßenverkehr zu haben. Wenn sie ihren Führerschein zurückerhalten, könnten sie ja jemanden überfahren, da sie "rückgefällig" geworden sind. Auch hier bestand ein erhöhtes Risiko durch das Zurückgeben des Führerscheins. Der Vergleich hinkt, klar. Man kann die beiden Fälle nicht vergleichen. Das Prinzip dahinter ist doch aber ein ähnliches. Das Problem bei Verbrechen gegen Kinder ist meistens eine unangemessene Emotionalisierung der Diskussion, wie ich sie auch hier z.T. sehe.

[QUOTE][i]Original geschrieben von SinRaziel [/i]
Warum muss man solche Menschen, die sich wie der letzte Abschaum benehmen, sozial- und gesetztechnisch gut behandeln?
[/B][/QUOTE]

Weil wir unsere Gesetze auch gleich "in die Tonne kloppen" könnten, wenn sie nicht für jeden Anwendung fänden.

[QUOTE][i]Original geschrieben von SinRaziel [/i]
Womit hat ein Kind es verdient, so behandelt zu werden?
[/B][/QUOTE]

Hier mal wieder die von mir angeprangerte Emotionalisierung.
Womit hat es Person X verdient, ausgeraubt zu werden? Womit hat es Person Y verdient, überfahren zu werden? Womit hat Person Z es verdient, die Handtasche gestohlen zu bekommen?

Das ist doch vollkommen irrelevant!

[QUOTE][i]Original geschrieben von SinRaziel [/i]
Wer hat das Recht zu entscheiden, ob ein solcher Mensch wieder freigelassen werden darf, damit er - wie es ja leider immer wieder und ausgesprochen häufig wie auch in diesem Falle bei Mitja geschehen - in sein altes Schema zurückverfallen kann?
[/B][/QUOTE]

Ein Sachverständiger, der versucht, sowas zu verhindern. Du hast doch sicher eine Statistik oder zumindest eine seriöse Quelle dafür, dass die Rückfälligkeitsrate "ausgesprochen" hoch ist?!

[QUOTE][i]Original geschrieben von SinRaziel [/i]
Warum hat ein Mensch, der einem anderen Menschen das Leben nimmt oder es so zerstört wie es bei Kindesmissbrauch der Fall ist, das Recht auf ein freies Leben, nachdem er seine zwei bis fünfzehn Jahre Gefängnis abgesessen hat?
Womit rechtfertigt sich so jemand für sein Betragen vor den Eltern?
[/B][/QUOTE]

Weil unser Strafsystem nicht das Ziel verfolgt, Verbrechen zu rächen. Resozialisierung ist ein wichtiger Aspekt. Auch hier wird mal wieder (bewusst oder unbewusst) versucht, Mitleid mit den Eltern zu erregen. Natürlich ist es schrecklich für sie, aber Ziel des Strafrechtes ist es nicht, den Rachewunsch der Geschädigten zu erfüllen!


[QUOTE][i]Original geschrieben von SinRaziel [/i]
Ich glaube schon, dass bei anderen Bestrafungen oder genaueren Untersuchungen Mitja noch leben würde - denn dann wäre dieser Mensch nicht nach so vielen Rückfällen freigelassen worden.
[/B][/QUOTE]

Klar, hier ist ein Fehler passiert! Überall wo Menschen agieren, passieren Fehler, die einen sind eben dramatischer als andere. Leider haben wir es hier mit einem dramatischeren Fehler zu tun.

[QUOTE][i]Original geschrieben von SinRaziel [/i]
Ich finde es ausgesprochen sinnlos, lieber Spalanzani, und nimm es mir nicht übel, hier mit Gesetzesbeispielen und Niveauanspielungen zu kommen. Es ist mit Sicherheit eine Frage der generellen Einstellung gegenüber solchen Dingen - und ich maße mir auch nicht an, hier irgendwen für seine persönliche Meinung zu kritisieren.
[/B][/QUOTE]

Solange alles sachlich abläuft, nehme ich nichts übel.

Das Grundgesetz ist moralisches Fundament unserer Gesellschaft, nicht irgenein Gesetz. Und das finde ich alles andere als sinnlos.

Doch, ich kritisiere deine Meinung. Denn ansonsten macht eine Diskussion ja keinen Sinn. Das hat nichts mit Anmaßung zu tun. Wenn du keine Kritik willst, beteilige dich eben nicht an einer Diskussion.

[QUOTE][i]Original geschrieben von SinRaziel [/i]
Ich denke nur, dass es bei bestimmten Straftaten einfach nicht möglich ist, darüber locker hinwegzugehen und - was wesentlich schlimmer ist - solche Leute wieder freizulassen oder die generelle Thematik mit einem Schulterzucken und Sich-Drüber-Lustig-Machen abzutun.
[/B][/QUOTE]

Mache ich ja nicht.

[QUOTE][i]Original geschrieben von SinRaziel [/i]
Stell dir bitte einmal ernsthaft vor, wenn eines der anderen Opfer dein eigenes Kind gewesen wäre, und irgendwer offeriert dir gesetzesumgehende Möglichkeiten - ich meine nichts Illegales, sondern eine Form der endgültigen (!) Ver- und Bewahrung solcher Leute.

Und dann kommt der Peiniger des Kindes wieder davon, weil irgendjemand furchtbar Intelligentes mit der Begründung kommt,
dass eine solche Behandlung gegen die (Grund-) Gesetze verstoßen würde.

Ich glaube nicht, dass du dann danebenstehen würdest und sagst: Natürlich, die Gesetze. Na, dann schick ihn halt für zwei Jahre hinter Gittern, danach für ein paar Jahre in die geschlossene Anstalt und wenn er sich clever genug anstellt, lassen wir ihn wieder laufen, der wird schon daraus gelernt haben.

Oder auch nicht, wie leider wieder bewiesen wurde.
[/B][/QUOTE]

Und natürlich mal wieder ein Bezug aufs Persönliche, Emotionale. Mag sein, dass in einer solchen Situation auch mein Rechtsempfinden getrübt wäre, das schliesse ich garnicht aus. Aber ich hoffe, dass mich dann jemand auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Es hat schon seinen Grund, dass nicht die Geschädigten, sondern Unbeteiligte, Neutrale, rechtsprechen!

Spalanzani

Edit: Tippfehler...
Spalanzani[QUOTE][i]Original geschrieben von SinRaziel [/i]
Vor allem, wenn man dann mitbekommt, dass eine Frau für Autozerkratzen knappe zehn Jahre ohne Bewährung bekommt.
[/B][/QUOTE]

So, dafür hätte ich jetzt gerne mal einen Beleg.

Spalanzani
Apex[QUOTE]Warum muss man solche Menschen, die sich wie der letzte Abschaum benehmen, sozial- und gesetztechnisch gut behandeln? [/QUOTE]

Also wenn du in der Justiz arbeitest und ernsthaft eine solche Frage stellst, wäre eine andere Arbeitsstelle für dich sicher besser geeignet. Schon Ghandi wusste, dass sich der Zustand einer Gesellschaft daran ablesen lässt, wie sie mit ihren Gefangenen umgeht.

Der Strafvollzug hat in erster Linie einen resozialisierenden Auftrag und wo immer da eine Chance besteht sollte man sie nutzen. Und ja ich glaube, dass es Möglichkeiten der Therapierbarkeit geben muss, alles andere ist in meinen Augen, angesichts der Tatsache, dass Pädophilie und Kindesmissbrauch Massenphänomene sind nicht vorstellbar. Was denkt ihr denn, von welchen Größenordnungen wir hier reden? Meint ihr wir reden hier nur von ein paar läppischen tausend Menschen, dass nimmt ganz andere Größenordnungen an und wenn wir da keine Therapien entwickeln dann gute Nacht...ich meine es ist nicht so, dass die Gesellschaft nicht damit leben kann, sie tut es seit tausenden von Jahren mit den bewährten Methoden. Wer Kinder missbraucht, der wird getötet oder weggesperrt, nur ich persönlich hätte gerne, dass das irgendwann aufhört und Kinder keine Angst mehr haben müssen. Nur mit den bestehenden Methoden wird sich daran nichts ändern und wer glaubt, dass wir so eine bessere Gesellschaft schaffen, kann gerne den Geschichtsunterricht wiederholen, es würde nichts anderes als eine Stagnation beim status quo bedeuten.

[QUOTE] Die Täter sollen bestraft werden, den Opfern aber geholfen werden (sofern sie nach der Tat noch leben).[/QUOTE]

Aber es ist doch die selbe Argumentationsweise. Bei einem Sexualstraftäter, scheint möglicherweise (man weiß es ja nicht genau) die Gefahr, dass er eine sexuelle Straftat begeht größer zu sein als bei bspw. mir, also sperren wir ihn für immer ein, dann kann er sowas nicht mehr machen.
Bei Opfern scheint aber auch eine große Gefahr zu bestehen, dass sie irgendwann zu Tätern werden, also sperren wir sie auch ein. Warum nicht? Wer weiß wieviele Kinder noch leben könnten, wenn wir die Opfer einsperren würden?

Man kann niemand für etwas einsperren, was er vielleicht mal begehen könnte.

[QUOTE]dass es immer noch Leute gibt, die ernsthaft glauben, solche Leute können da auch nichts für.[/QUOTE]

Natürlich können die Leute was dafür, sie handeln schließlich eigenverantwortlich. Nur muss man sich fragen, welche Möglichkeiten ein Mensch hat, der, sagen wir mal, sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlt, etwas dagegen zu tun. Mir widerstrebt es an sich ja mich in eine solche Person hineinzuversetzen, aber anders gehts nicht. Also ganz ehrlich, angenommen ihr hättet so einen Drang, würdet ihr ärztliche Hilfe suchen? Bei der öffentlichen Meinung? Alles riskieren und ich meine wirklich alles? Eure gesamte Existenz der ärztlichen Schweigepflicht anvertrauen? Sorry, aber irgendwo kann ich schon nachvollziehen, dass solche Leute lieber versuchen selbst damit fertig zu werden, was natürlich nicht klappt und irgendwann unweigerlich dann zu einer Tragödie führt.

Also nochmal, die Täter tragen die Verantwortung für ihre Taten, aber damit allein ist es nicht getan.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von mepHisto06 [/i]
Wie oft und wie laut diejenigen, die das Glück haben in einer einigermaßen funktionierenden Demokratie zu leben nach einer Folter-Diktatur verlangen, verwundert mich wieder und wieder.[/QUOTE]Nicht nur dich. :(

[QUOTE][i]Original geschrieben von SinRaziel [/i]
*kopfschüttelt* dabei ist es doch eigentlich ganz einfach.[/QUOTE]Leider ist es eben nicht ganz einfach. Vor allem darum nicht, weil die meisten Leute nicht erkennen (wollen), dass das Ziel eigentlich nicht ist, Verbrecher zu bestrafen, sondern Verbrechen zu verhindern.

[QUOTE]Kein Mensch glaubt daran, dass es besser wäre, zu solchen Steinzeitmethoden oder Negativutopien zurückzukehren. [/QUOTE]Und kaum ein Mensch glaubt daran, dass die reale Gefahr besteht, zu solchen Steinzeitmethoden und Negativutopien zurückzukehren. Nur wenn es dann wieder so weit ist, dann haben sie "von nichts gewusst".

[QUOTE]Ich finde es nur unglaublich - und das meine ich nicht nur seit Mitja, sondern die Thematik spielt sich regelmäßig wieder in den Vordergrund - dass es immer noch Leute gibt, die ernsthaft glauben, solche Leute können da auch nichts für.[/QUOTE]Der Begriff "solche Leute" taucht immer dann auf, wenn versucht wird, sich selbst als unfehlbar, als "Die Guten" hinzustellen. Aber gerade da beginnt es gefährlich zu werden.

Bei solchen Taten spielen eine Vielzahl an Faktoren eine Rolle. Wenn man also solche Taten einschränken will (man wird sie nie ganz verhindern können), muss man alle diese Faktoren in Betracht ziehen. Im Grunde genommen steckt [URL=http://www.amazon.de/dp/3100894316]in jedem Menschen das Potential, zum Mörder[/URL] zu werden. Wir können nur in gewissem Maße beeinflussen, [b]wie viele[/b] Menschen wirklich zum Mörder werden.

[QUOTE]Niemand will die völlige Kontrolle.[/QUOTE]Aber wir werden sie bekommen, wenn die Hysterie noch ein Weilchen geschürt wird. Und mit ihr werden wir nicht etwa weniger Mörder und Vergewaltiger bekommen, sondern noch viel mehr. :(
EXULTATION@Black Reaper

ok, sagen wir mal jeder hat eine zweite chance verdient. und der kinderschänder auch. aber dann? glaubst du er hat irgendeine chance nach dem 3., 4., 5. mal verdient? ich meine- nein, hat er nicht. klar gibt es welche, die sich ändern, die anders werden und ihre taten nicht fortsetzen. aber was ist mit der anderen sorte?
dass es in deutschland mehr rentner gibt als kinder, ist ja wohl nichts neues. allein schon aus diesem grund sollte man die kinder vielleicht nicht so gefährden.
SinRazielSoviel Kontroverses ..

Ich versuche mich kurz zu fassen:

@Spalanzani und Apex: Zugeben gibt es Themen, bei denen es mir schwerfällt, neutral zu bleiben. Es gibt da zwei Aspekte - einmal mein beruflicher und mein privater. Beruflich gesehen stimme ich euch natürlich zu - Gesetze haben ihren Grund und ihre Richtigkeit, sonst hätten wir ein echtes Problem und ich einen falschen Job. Ich habe allerdings überhaupt kein Verständnis für Verbrecher, speziell bei Sexualstraftätern gleich welcher Form, die trotz Wiederholung immer wieder auf unzurechnungsfähig etc. plädieren und damit durchkommen. Ich sehe ein, dass Resozialisierung wichtig ist, wobei ich dir zustimmen möchte, dass da kein echter Vergleich möglich ist. Sexualdelikte sind meiner Meinung nach wesentlich schlimmer als andere, das ist aber meine persönliche Meinung. Das ist ja gerade das frustrierende. Wenn jemand wegen Alkohol am Steuer weggesperrt wird, den Führerschein irgendwann wiederbekommt und dasselbe noch einmal passiert, hat derjenige scheinbar nichts gelernt, und ja, dann bin ich dafür, dass er den Führerschein für längere Zeit nicht mehr wiederbekommt. Bei der anderen Geschichte sind die Betroffenen aber, wie ich finde, wesentlich schlimmer geschädigt. Klar kann auch bei einem durch Trunkenheit verursachten tödlichen Verkehrsunfall niemand mehr was für denjenigen oder die Zurückgebliebenen tun, für die ist es ebenso schlimm.

Das ganze ist aber eine Problematik, die sich selbst widerspricht und bei der kein Ende abzusehen ist, da man sich dort immer im Kreis drehen wird bzgl. der Argumentation. Es gibt leider keine Möglichkeit, solche wie auch immer gearteten Wiederholungstätern endgültig zu resozialisieren und ich bin die erste, die den Politiker wählt, der eine gute Idee dafür hat.

Was das Gandhi-Zitat angeht - natürlich. Was man immer wieder von Ländern wie Amerika o.ä. hört, ist genauso inakzeptabel, genauso wie die Todesstrafe.

Was die Aussage bzgl. der Zehn-Jahres-Strafe angeht, so war das während meiner Ausbildung 1999/2000 ein Fall, den der Richter, mit dem ich eine ähnliche Diskussion wie diese hier geführt habe, als Ausnahme abgehakt und abgewunken hat.

Im übrigen habe ich ebenfalls kein Problem mit Kritik, ich schätze gute Diskussionen und ich bemühe mich, nicht allzu emotional zu werden.
Es ist nur sehr frustrierend, gegenüber solcher Thematiken hilflos zu sein. Mir ist klar, dass es sicherlich Straftäter gibt, die ernsthaft ihre Taten bereuen und somit eine Resozialisierung verdienen, das Problem ist nur, dass das kein großer Trost für die Hinterbliebenen ist.

In diesem Sinne...

Raz
Tapio BearkingMal eine kleine Info eingeworfen:

Die Rückfallquote bei Sexualstraftätern im Allgemeinen liegt bei 14 - 20%.
Bei Pädophilen und Vergewaltigern erwachsener Frauen sogar bei 50%.*

Die Frage nach einer zweiten Chance dürfte sich erübrigen und mit einem eindeutigen NEIN! beantwortet werden.

Quelle: [url=http://tinyurl.com/2uachy]Klack[/url]
Fuck up EvilWas ihr hier diskutiert ist ja leider eh zwecklos,
das Strafrecht bleibt wie es ist, und wir werden wohl auch weiterhin von Vergewaltigern & Kinderschändern hören, die gleiches in ihrer Vergangenheit schon öfter "erfolgreich" verbrochen haben und auch nach ihrer Entlassung wieder verbrechen werden.
Das wissen die Staatsanwälte genauso gut wie die Richter, aber es wird sich wohl nichts ändern.
Tapio Bearking[QUOTE]Was ihr hier diskutiert ist ja leider eh zwecklos,[/QUOTE]
Was nicht heißt, das man es trotzdem versuchen kann. ;)

Das Problem, warum diese Leute auf freien Fuss kommen ist, das sie sehr gut manipulieren können. Ein Lebenslänglicher in den USA offenbarte John Douglas, das es ihm ohne weiteres möglich wäre jedem Gefängnispsychologen eine x-beliebige psychische Störung vorzugaukeln. Eben das ist auch das Problem in .de. Für Gewisse Verbrechen sollte an die eigentliche Haftstrafe noch ein \"mit anschließender Sicherheitsverwahrung\" angefügt werden.
Fuck up Evil[QUOTE][i]Original geschrieben von Tapio Bearking [/i]
Für Gewisse Verbrechen sollte an die eigentliche Haftstrafe noch ein \"mit anschließender Sicherheitsverwahrung\" angefügt werden.[/QUOTE]

ja aber dann kommen doch wieder die Vorwürfe, dass das nicht vereinbar mit den Menschenrechten etc. sei.
welcher Politiker will sich denn so weit aus dem Fenster lehnen !??!?!

:rolleyes:
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von SinRaziel [/i]
Ich habe allerdings überhaupt kein Verständnis für Verbrecher, speziell bei Sexualstraftätern gleich welcher Form, die trotz Wiederholung immer wieder auf unzurechnungsfähig etc. plädieren und damit durchkommen. [/QUOTE]Wenn sie sich selbst als unzurechnungsfähig einstufen, sollten sie eigentlich kein Problem damit haben, in einer geschlossenen Anstalt zu leben.

[QUOTE]Sexualdelikte sind meiner Meinung nach wesentlich schlimmer als andere, das ist aber meine persönliche Meinung. Das ist ja gerade das frustrierende. Wenn jemand wegen Alkohol am Steuer weggesperrt wird, den Führerschein irgendwann wiederbekommt und dasselbe noch einmal passiert, hat derjenige scheinbar nichts gelernt, und ja, dann bin ich dafür, dass er den Führerschein für längere Zeit nicht mehr wiederbekommt. [/QUOTE]Ja, und dann fahren sie eben ohne Führerschein weiter. Meiner Meinung nach sind Sexualdelikte nicht schlimmer, sie werden in den Medien nur mehr aufgebauscht, während von den Kindern, die - [b]tagtäglich[/b] - bei Verkehrsunfällen getötet und verstümmelt werden, kaum jemand redet.

In beiden Fällen spielen auf Täterseite Süchte eine große Rolle, die man meines Erachtens nur wegbekommt, indem man sie durch andere, ungefährlichere "Süchte" ersetzt. Herauszufinden, welche anderen "Süchte" für welchen Täter die passendsten wären, könnte ein interessantes Tätigkeitsfeld für die Wissenschaft sein. Aber an diesem Punkt tut uns letztendlich doch meist das Geld mehr leid als unsere Kinder. :mad:

[QUOTE]Das ganze ist aber eine Problematik, die sich selbst widerspricht und bei der kein Ende abzusehen ist, da man sich dort immer im Kreis drehen wird bzgl. der Argumentation. [/QUOTE]Meiner Ansicht nach ist es vor allem eine Frage der Konsequenz, mit der die Problematik behandelt wird.

[QUOTE]Es gibt leider keine Möglichkeit, solche wie auch immer gearteten Wiederholungstätern endgültig zu resozialisieren und ich bin die erste, die den Politiker wählt, der eine gute Idee dafür hat. [/QUOTE]Andere "Süchte" als möglichen Ausweg habe ich schon genannt (ich denke dabei vor allem an verschiedenste Formen künstlerischer Tätigkeit und andere Arten von "Arbeitswut"). Wer gar nicht resozialisierbar ist, für den muss eben die Umgebung so angepasst werden, dass er darin einigermaßen leben kann. Wenn es einem Täter in der geschlossenen Anstalt so gut geht, dass er gar nicht mehr da heraus will, dann stachelt das zwar Neid und Missgunst der Außenstehenden an, aber ganz nüchtern betrachtet könnte und würde er dann keinen Kindern mehr etwas zu Leide tun.

[QUOTE]Was das Gandhi-Zitat angeht - natürlich. Was man immer wieder von Ländern wie Amerika o.ä. hört, ist genauso inakzeptabel, genauso wie die Todesstrafe. [/QUOTE]Leider gibt es nur Wenige, die wie Gandhi auch mal in die andere Richtung denken.

[QUOTE]Es ist nur sehr frustrierend, gegenüber solcher Thematiken hilflos zu sein. Mir ist klar, dass es sicherlich Straftäter gibt, die ernsthaft ihre Taten bereuen und somit eine Resozialisierung verdienen, das Problem ist nur, dass das kein großer Trost für die Hinterbliebenen ist.[/QUOTE]Wahrscheinlich können wir unsere Hilflosigkeit erst dann überwinden, wenn wir beginnen, Täter und Opfer gleichermaßen als [b]Menschen[/b] zu betrachten. Nicht selten sind Opfer gleichzeitig Täter und umgekehrt.
Apex[QUOTE]Wahrscheinlich können wir unsere Hilflosigkeit erst dann überwinden, wenn wir beginnen, Täter und Opfer gleichermaßen als Menschen zu betrachten. Nicht selten sind Opfer gleichzeitig Täter und umgekehrt.[/QUOTE]

Danke Turni, für diese weisen Worte :)
Manley[QUOTE]Ein bischen OT, aber du bist Vegetarier, stimmts?[/QUOTE]
bitte nicht persönlich werden, das könnt ihr gern anders austragen. danke.
MondsilbertaufeIch finde die Idee klasse, Gutachter für ihre Gutachten in derartigen Fällen haftbar zu machen. Wer sich irrt, trägt die Verantwortung. Wer sich unsicher ist, wird sich in seinem Gutachten mäßigen (müssen).
Was man damit erreichen will? Eine persönliche Komponente in der Erstellung eines Gutachtens. Wenn sich der Gutachter täuscht, tut es ihm persönlich weh.
Jeder Arzt verliert seine Approbation bei groben, fahrlässigen Fehlern. Er muss sich jederzeit absichern, dass er seine Medizin rechtlich und moralisch vertreten kann. Warum soll es für einen Gutachter, speziell diesen einen Gutachter eine Extrawurst geben?
[QUOTE]Wieder nur deine subjektive Meinung,[/QUOTE]
Na und? Es wäre schlimm, wenn es niemals persönlich werden würde.
Wenn nichts persönlich wäre, wäre nichts wichtig. Das Leben wäre nicht schützenswert, ein Kind für alle "gleichgültig" und Menschenrechte nur eine blöde Erfindung aus Langeweile.
Glücklicherweise gibt es Menschen, die naturgemäß auf Kindchenschema ansprechen und die sich emotional für andere engagieren.
Ein bisschen Gutmensch hat auch in Mutter Theresa, Ghandi und dem Papst gesteckt. Niemand würde Mutter Theresa vorwerfen, sie hätte keine objektive Ansicht zu Leprakranken gahabt. Denn objektiv gesehen sind diese nicht mehr als infizierte Körper, oder?
[QUOTE]Nicht selten sind Opfer gleichzeitig Täter und umgekehrt.[/QUOTE]
Opfer sind Opfer und Täter sind Täter. Das sind 2 verschiedene Paar Schuhe, die nicht zusammen gewürfelt gehören. Wer das nicht trennen kann, kommt solange in Sicherungsverwahrung bis es ihm gelingt.
Ein Opfer, das sich entscheidet Täter zu werden, entscheidet sich gleichzeitig für die andere Seite der Gesellschaft und muss mit den Konsequenzen leben.

Ich bin froh kein Richter zu sein und menschlich emotional argumentieren zu dürfen. So gesehen ist genau das meine Stärke.
Apex[QUOTE]Wer sich unsicher ist, wird sich in seinem Gutachten mäßigen (müssen). [/QUOTE]

Mit dem Ergebnis, dass wir auf einmal keine Gutachter mehr haben, wer wird schon noch so einen Job machen wollen? Ein Restrisiko ist niemals auszuschließen, bei niemand.

[QUOTE]Opfer sind Opfer und Täter sind Täter[/QUOTE]

Eine idealisierte, einfache Sichtweise. Die Realität ist eine andere. Es gibt eben nicht nur schwarz und weiß, sondern auch vielviel grau.
Spalanzani[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Ich bin froh kein Richter zu sein und menschlich emotional argumentieren zu dürfen.[/QUOTE]
Nur läufst du dann Gefahr, nicht ernst genommen zu werden... ein Argument sollte allgemeingültig und logisch sein, nicht auf subjektiven Emotionen basieren. Natürlich können Logik und Emotionen auch mal Hand in Hand gehen, das heißt aber nicht, dass jedes emotionale Argument logisch, sprich, ein taugliches Argument ist.

Spalanzani
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i]
[B] [Zu: Täter sollen bestraft werden, Opfern soll geholfen werden]

Aber es ist doch die selbe Argumentationsweise. Bei einem Sexualstraftäter, scheint möglicherweise (man weiß es ja nicht genau) die Gefahr, dass er eine sexuelle Straftat begeht größer zu sein als bei bspw. mir, also sperren wir ihn für immer ein, dann kann er sowas nicht mehr machen.
Bei Opfern scheint aber auch eine große Gefahr zu bestehen, dass sie irgendwann zu Tätern werden, also sperren wir sie auch ein. Warum nicht? Wer weiß wieviele Kinder noch leben könnten, wenn wir die Opfer einsperren würden?

Man kann niemand für etwas einsperren, was er vielleicht mal begehen könnte.
[/B][/QUOTE]

Ich habe den Eindruck, Du kannst oder willst meinen Satz nicht richtig verstehen. Der letzte Satz den ich von Dir zitiert habe sagt doch eigentlich alles aus:

Eben drum weil sie nichts verbrochen haben, kann man die [b]Opfer[/b] nicht einsperren. Das wäre ja auch noch...
Die [b]Täter[/b] kann man aber einsperren, eben weil es nicht nur Straftaten gibt was sie vielleicht mal (wieder) begehen könnten, sondern auch solche die sie getan haben. Das ist der entscheidende Unterschied Täter-Opfer.

Wird ein Mensch der früher schonmal Opfer war selbst zum Täter, kann man ihn wie jeden anderen Täter auch einsperren, aber vorher nicht.

Stone
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i]
[B] [Zu: Totale Kontrolle]
Aber wir werden sie bekommen, wenn die Hysterie noch ein Weilchen geschürt wird. Und mit ihr werden wir nicht etwa weniger Mörder und Vergewaltiger bekommen, sondern noch viel mehr. :( [/B][/QUOTE]
TTP, als gelernter DDR-Bürger kannst Du sicher mal eine Einschätzung abgeben, ob die DDR näher an der totalen Kontrolle lag als das jetzige System. Bei mir ist die Einschätzung etwas eingeschränkt, weil irgendwann nach dem roten Halstuch Schluß war.
Über den Vergleich der Kriminalitätsraten speziell bei Gewaltverbrechen gegen Leib und Leben habe ich eine relativ vertrauenswürdige Quelle, das Buch heißt "Der Kreuzworträtselmord, und andere spektakuläre Fälle der Volkspolizei" (oder so ähnlich), Autor ist mir gerade entfallen kann ich aber bei Bedarf heraussuchen.
Kontrollierbar ist übrigens nie alles total, da ab einer gewissen Menge an gesammelten Daten die Auswertung einfach nicht mehr in "Echtzeit" zu schaffen ist (nebenbei: Wer kontrolliert die Kontrolleure?). Ein Staat der deswegen den Spitzelapparat immer weiter aufbläht wird wegen Vernachlässigung anderer Dringlichkeiten früher oder später scheitern.

Stone
Black Reaper[QUOTE][i]Original geschrieben von EXULTATION [/i]
[B]@Black Reaper

ok, sagen wir mal jeder hat eine zweite chance verdient. und der kinderschänder auch. aber dann? glaubst du er hat irgendeine chance nach dem 3., 4., 5. mal verdient? ich meine- nein, hat er nicht. klar gibt es welche, die sich ändern, die anders werden und ihre taten nicht fortsetzen. aber was ist mit der anderen sorte?
dass es in deutschland mehr rentner gibt als kinder, ist ja wohl nichts neues. allein schon aus diesem grund sollte man die kinder vielleicht nicht so gefährden. [/B][/QUOTE]

Sollte jemand wirklich die Chance haben, 5 mal wegen Vergewaltigung oder Kindesmissbrauch verurteilt zu werden, dann sei sicher: Sollte es ausreichend Beweise geben, dann gibt's da Sicherheitsverwahrung für etliche Jahre... Da müsste man sich für 5 Verurteilungen schon fast anstrengen, um das in einem existentiellen Leben zu schaffen...

Die Frage, ob die Höchststrafen für Sexualstraftäter erhöht werden sollten, ist zwar eine andere Debatte, aber darauf könnte ich mich durchaus einlassen, nur um dahingehend meine Position nochmals klarzustellen... Dennoch ist und bleibt das Problem (das, wie mir berichtet wurde, von Richtern, die ständig in diesem Bereich urteilen müssen, auch bedauert wird), dass viele Verbrechen schlichtweg nicht mehr nachweisbar sind... Natürlich verjähren solche Vergehen niemals, aber weise sie ersteinmal nach, wenn du nicht sofort zur Polizei gegangen bist... DAS ist der Knackpunkt... Häufig ist einfach vieles nicht mehr nachweisbar, weshalb so milde Strafen rauskommen... Ich las kürzlich von einem Fall, in dem jemand seine Nichte in 4 Jahren mutmaßlich über 500 mal missbraucht hatte... Er bekam 3 Jahre, denn vieles war schlichtweg nicht mehr nachweisbar...


Und zum Schluss noch eine Bitte: Nicht noch diese leidige Demographie-Geschichte hier mit reinziehen... Demnächst kommt noch das Therapieprogramm, dass Pädophile in Gerontophile umerziehen will, denn dann würde man auch das demographische Problem in den Griff kriegen... :rolleyes:


Gruß,

Black Reaper

P.S.: Ich schließe mich auch mal wieder Apex an... Freiheitsentzug hat den Sinn, die Täter zu bessern und nicht, sie zu bestrafen... Auch wenn das häufig dem persönlichen Empfinden zuwiderlaufen mag, bin ich absolut für dieses Prinzip, denn ansonsten: Willkommen zurück in der Steinzeit... :rolleyes:
StonehengeG'auf!

Ich will erstmal gleich noch die schuldig gebliebene Quelle nachliefern.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Stonehenge [/i]
[B]Über den Vergleich der Kriminalitätsraten speziell bei Gewaltverbrechen gegen Leib und Leben habe ich eine relativ vertrauenswürdige Quelle, das Buch heißt "Der Kreuzworträtselmord, und andere spektakuläre Fälle der Volkspolizei" (oder so ähnlich), Autor ist mir gerade entfallen kann ich aber bei Bedarf heraussuchen.[/B][/QUOTE]

Das Buch heißt:
"Der Kreuzworträtselmord, und andere Kriminalfälle aus der DDR" von Hans Girod.

Ich zitiere zur Kriminalstatistik der DDR (als Quelle wird angegeben: Statistisches Jahrbuch der DDR 1986)
[QUOTE]Die Kriminalstatistik der DDR registrierte über Jahrzehnte gleichbleibend ein Tötungsverbrechen auf 100000 Einwohner pro Jahr. In der gleichen Zeitspanne stieg die Häufigkeit dieser Deliktgruppe in der Bundesrepublik auf das Fünffache. Nach dem Untergang der DDR ist in den neuen Bundesländern auch diese Größe inzwischen überschritten. Im internationalen Vergleich schnitt die DDR mit ihrem geringen Anteil an Tötungsdelikten sehr günstig ab. [...][/QUOTE]
Es könnte so erscheinen, als wäre einigen DDR-Bürgern die neugewonnene Freiheit nicht so gut bekommen. Obwohl ich nicht der Meinung bin daß die DDR im Ganzen der absolute Überwachungsstaat war als der sie gern von Populisten hingestellt ist, halte ich es trotzdem für ein Faktum, daß der Durchschnittsbürger einige Einschränkungen und Überwachung mehr in Kauf nehmen mußte als heute, siehe z.B. Reisefreiheit, Überwachung und Abhörung von Telefonen durch Stasi usw.
Die Aussage daß mehr Kontrolle pauschal mehr Kriminalität erzeugt halte ich aus dieser Sichtweise für zweifelhaft. Das soll hier nicht beschönigen, daß auch vom DDR-System Unrecht begangen wurde (Todesopfer bei versuchtem Grenzübertritt z.B.).

Eh jetzt noch jemand meint daß heutzutage mehr Kontrolle über elektronische Systeme, Internet, Handyortung usw. stattfindet: Dieses Kontrollmechanismen kann man sich relativ einfach entziehen, indem man auf einige "Bequemlichkeiten" verzichtet die der DDR-Bürger niemals hatte, wie etwa bargeldloser Zahlungsverkehr und Payback-Karten, Internet an sich, Handy, und sogar ein Telefonanschluß war zu früheren Zeiten selten.
Wer diesen neumodischen Krimskrams nutzen möchte sollte auch die prinzipielle Überwachbarkeit darüber in Kauf nehmen, wenn es auch der Staat nicht tut gibt es immer noch die Möglichkeit für Kriminelle, wenn es technisch einmal machbar ist.

Schattengrüße, Stonehenge
SinRaziel*lacht* also manchmal spielen wir schon ein bisschen Darki-Kindergarten..

Ich habe zum Leben und zu all seinen Seiten eine positive und bejahende Einstellung. Ich bin keiner dieser Goths, die nach dem alles-sowieso-voll-scheiße-Prinzip leben.

Lieber Nightmare, ich könnte natürlich deine Erwartungen erfüllen und dir eine riesig ausformulierte Antwort präsentieren, angefangen mit einem beleidigten "ich bin KEIN Vegetarier" und aufgehört mit einem zickigen "Blame Me".

Ist aber nicht mein Stil.

Ich finde, es ist ein verdammt großer Unterschied zwischen Sex mit Kindern, Sex mit Plüschtieren und Sex zwischen alten Leuten. Ich glaube du hast eine Scheiß-Egal-Haltung gegen Gewalt eingenommen, die sehr bedenklich ist, hauptsache du bist nicht der nächste auf der Liste. Die Welt dreht sich aber nicht nur um dich, und ich hoffe, dass du nie in eine solche Situation kommen musst oder wenn es so ist, du stark genug bist, dich zu wehren. Die Kinder (und ja, ich spreche auch von Kindermord) sind in den meisten Fällen dazu nicht in der Lage.

Und für all die, die es immer noch nicht geschnallt haben: Ja, ich arbeite in der Justiz, und Ja, ich mag meinen Job und TROTZDEM sind mir die Opfer wichtiger als die Täter. Letztere wissen, was sie tun und kennen die Konsequenzen. Und ich sage immer noch, dass die Bestrafung für Wiederholungstäter zu gering bemessen ist. Hätte der Staat das Geld dafür, dann sage ich JA, sperrt sie weg und zwar lebenslang! Es ist wirklich gruselig mit anzusehen, dass die Einhaltung der Gesetze für den einen oder anderen wichtiger ist als das Erhalten von Leben, aber das ist ein generelles Problem, dass durchaus auch in der Justiz und Politik immer wieder diskutiert wird (Beispiel: Wie viele Leben sind das Leben eines Kindes wert?)

Bevor alle wieder Zeter und Mordio schreien: Es geht um Wiederholungstäter, wichtig.

Was die zu lasche Gesetzgebung angeht, verstehe ich nicht, was es da auszusagen gibt. Sexualstraftäter, Mörder - diese Leute müssen härter bestraft werden, und ich rede nicht von Gleiches mit Gleichem oder menschenunwürdigen Dingen. Ich gebe zu, dass ein Teil von mir solche Menschen gerne leiden sehen würde für ihre schlimmen Taten, aber mir ist klar (und ja, das ist es tatsächlich), dass es in einem Staat, der funktionieren soll, nicht machbar ist. Und wenn ihr ehrlich seid, gibt es in jedem von euch so einen Teil.

Im übrigen - wenn nur die "persönliche Befangenheit" bei einem dermaßen gefühlskalten Menschen zieht, dass er sagt, stimmt, wenn ich persönlich befangen wäre, würde ich sie auch härter bestrafen wollen (es geht nur um die Diskussion, nicht um die Ausführung!), dann bitte. Aber euch allen sollte klar sein, dass es immer zwei Möglichkeiten gibt, diese Dinge zu sehen. Eine davon ist die persönliche, die hier scheinbar völlig ignoriert wird.

Natürlich ist es schlimm, dass tagtäglich genauso viele Kinder bei grässlichen Unfällen getötet werden, aber darin schon liegt der Unterschied: UNFALL und VORSATZ.

In diesem Sinne...

Raz
herbstliebe[QUOTE]Man kann die Wirksamkeit des Maßregelvollzugs nach streng wissenschaftlichen Kriterien nur schwerlich exakt messen. Aber ich denke schon, dass der Maßregelvollzug vergleichsweise recht effektiv ist. Für schwere, also Gewalt- und Sexualdelikte liegt derzeit die Rückfallquote unter zehn Prozent, während im Regelvollzug die Rückfallraten 50 Prozent und mehr betragen. Dieser Unterschied ist sicher auch darin begründet, dass wir die psychischen kranken Täter nach dem Maßregelvollzug möglichst intensiv nach versorgen. Je professioneller die forensische Nachsorge, desto geringer die Rückfallgefahr.

[URL=http://www.zeit.de/online/2007/10/sexualstraftaeter-interview-seifert?page=1]Die Zeit[/URL]
[/QUOTE]

In dem Artikel geht es u. a. um das Medikament, das Programm in der Berliner Charité und ob Maßregelvollzug sinnvoller als Regelvollzug ist.

@ decay

Opfer - Täter ... nicht nur schwarz/weiß

Ich sehe keine Graustufen. Wo sollen die liegen?
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von herbstliebe [/i]
[B]@ decay

Opfer - Täter ... nicht nur schwarz/weiß

Ich sehe keine Graustufen. Wo sollen die liegen? [/B][/QUOTE]

Hilf mir mal...ich finde in diesem Thread keinen Beitrag von mir (außer diesem hier) :)
herbstliebe[QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i]
[B]Hilf mir mal...ich finde in diesem Thread keinen Beitrag von mir (außer diesem hier) :) [/B][/QUOTE]

[img]http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/s030.gif[/img]
Öhm, ja... [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/a080.gif[/img] ;)

Hallo Apex,

die Frage geht an dich.

herbsti
Mondsilbertaufe[QUOTE]Mit dem Ergebnis, dass wir auf einmal keine Gutachter mehr haben, wer wird schon noch so einen Job machen wollen?[/QUOTE]
Das ist lediglich eine Frage des finanziellen Ausgleichs. Abgesehen davon werden die Gutachter nicht gezwungen die Patienten freizustellen. Es wird auch kein Chirurg gezwungen, dir die Mandeln rauszunehmen. Er machts trotzdem, auch auf die Gefahr hin, dass ihm ein Fehler dabei unterläuft und du verblutest.
Risikofrei arbeitet niemand.
[QUOTE]Nur läufst du dann Gefahr, nicht ernst genommen zu werden... ein Argument sollte allgemeingültig und logisch sein, nicht auf subjektiven Emotionen basieren.[/QUOTE]
Diese Form von Emotionen, wie sie bei Quälereien und Tötungen von Kindern aufkommen, sind durch beliebige Versuche immer wieder rekonstruierbar. Ob Kindchenschema logisch ist, weiß ich nicht, aber es funktioniert. Und es funktioniert so gut, dass ich mir nicht so sicher bin, ob es eine subjektive Empfindung ist, wenn ein Kleinkind den Beschützerinstinkt einer Mutter hervorruft.
Emotionen sind beweisbar.
Insofern ist es keine Frage des Glaubens oder Ernstnehmens, sondern des sich Bewusstmachens.
[QUOTE]Ich sehe keine Graustufen. Wo sollen die liegen?[/QUOTE]
Die Frage ist berechtigt.
Und was noch spannend ist: Welche rechtlichen Konsequenzen ergeben sich daraus?
Ein bisschen Lebenslänglich? Ein Jahr Abzug der Haftstrafe wegen Misshandlung in der Kindheit und ein weiteres halbes Jahr weniger wegen Traumatisierung in der Jugend?
ApexDie Graustufen liegen sowohl im Täter, der sich nicht kontrollieren kann oder vielleicht auch will, als auch in der Gesellschaft, die solche Täter mit hervorbringt.

Ich glaube ich habe meine Sichtweise hier schon ein paar mal dargelegt, ehrlich gesagt bin ich jetzt auch zu faul mich nochmal zu wiederholen. Also einfach mal in ein paar meiner vorangegangenen Beiträge gucken.

[QUOTE]Und was noch spannend ist: Welche rechtlichen Konsequenzen ergeben sich daraus? [/QUOTE]

Rechtliche müssen sich hier nicht ergeben. Ich bin mit den momentanen rechtlichen Möglichkeiten zufrieden. Allerdings wären sowohl soziale Konsequenzen im Umgang mit zum Beispiel nicht straffällig gewordenen Menschen mit pädo-sexuellen Neigungen wünschenswert, als auch Konsequenzen im Strafvollzug direkt, sprich bessere Betreuung, mehr und besser ausgebildetes Personal etc.
Spalanzani[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Diese Form von Emotionen, wie sie bei Quälereien und Tötungen von Kindern aufkommen, sind durch beliebige Versuche immer wieder rekonstruierbar. Ob Kindchenschema logisch ist, weiß ich nicht, aber es funktioniert. Und es funktioniert so gut, dass ich mir nicht so sicher bin, ob es eine subjektive Empfindung ist, wenn ein Kleinkind den Beschützerinstinkt einer Mutter hervorruft.
Emotionen sind beweisbar.
Insofern ist es keine Frage des Glaubens oder Ernstnehmens, sondern des sich Bewusstmachens.
[/QUOTE]

Das ist doch garnicht das Thema. Ich kritisiere nicht die Diskussion über Emotionen, ich kritisiere die emotionale Diskussionsebene. Das sind zwei Paar Schuhe.

Spalanzani
Mondsilbertaufe[QUOTE]ich kritisiere die emotionale Diskussionsebene.[/QUOTE]
Ok. Was anderes: "Ich habe Durst."
Nimmst du mich jetzt nicht ernst, weil ich dir nicht wissenschaftlich erklären kann, warum ich immer an Wasser denke oder weil du keine schriftliche Bilanz meiner Trinkmenge vorliegen hast, die logischerweise erklären könnte, warum ich Durst habe und ob es unnatürlich großer Durst ist?
Macht sich jemand lächerlich, der quälenden Durst hat und nicht sagen kann, warum?

Oder kann man einem durstigen Menschen glauben, dass er gerade hohen Leidensdruck hat?

Ähnlich: "Ich bin traurig."
Nimmst du mich deswegen nicht ernst, weil ich dir nicht darlege, wie die Physiologie meines Gehirns just bei diesem Vorgang funktioniert oder weil ich dir keine Studie darüber liefere, welche Umstände beweisen, dass sie bei allen Versuchspersonen Traurigkeit hervorrufen?

Die Frage ist doch, nimmst du wahr, dass ich traurig bin? Kannst du es selbst vielleicht nachvollziehen, warum jemand traurig ist?
Oder ist es erst real, nachdem der traurige Mensch den wissenschaftlichen Beweis erbracht hat, tatsächlich traurig zu sein?

Warum, denkst du, werden die Verbrechen an Kindern so scharf verurteilt? Weil alle Menschen die Gesetze gelesen haben und da steht sowas drin?
Warum belasten solche Verbrechen die Menschen emotional so stark?
Ausnahmsweise ist das sogar wissenschaftlich rekonstruierbar und deswegen kann man damit argumentieren.

Und es ist keinesfalls so, dass man sich lächerlich macht, wenn man zugibt, dass die Natur ganze Arbeit geleistet hat und das Kindchenschema auch bei einem persönlich greift.

Traurig, wenn man sich dafür rechtfertigen muss. Traurig, dass viele Diskussionen gänzlich ohne Emotion und Bedürfnis auskommen sollen. Dabei sind das doch ganz erhebliche menschliche Motivatoren.
SinRazielDem kann ich nur zustimmen.



In diesem Sinne...

Raz
SinRazielDein Sarkasmus in allen Ehren, Nightmare, aber ernstnehmen kann ich deine Aussage(n) nicht wirklich.

Elegant am Thema vorbeigepostet.


In diesem Sinne...

Raz
Kinch[QUOTE][i]Original geschrieben von SinRaziel [/i]
Elegant am Thema vorbeigepostet.[/QUOTE]

Komisch das mit der subjektiven Wahrnehmung, denn meine sagt mir, dass Mondsilbertaufe am Thema vorbeigeschrieben hat, ich könnte das auch begründen, stattdessen verweise ich aber auf mein Gefühl.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i]
Allerdings wären sowohl soziale Konsequenzen im Umgang mit zum Beispiel nicht straffällig gewordenen Menschen mit pädo-sexuellen Neigungen wünschenswert, als auch Konsequenzen im Strafvollzug direkt, sprich bessere Betreuung, mehr und besser ausgebildetes Personal etc.[/QUOTE]

Pädo-Sexuelle Neigungen sind allerdings derart stigmatisiert, dass Menschen die solche Neigungen bei sich verspüren sich wohl kaum freiwillig dazu bekennen, bzw. sich in Therapie begeben werden, aus Angst ausgegrenzt, vorveruteilt oder schlicht bedroht zu werden. Eine berechtigte Angst, wie ich finde.
SinRazielGrinst.. was das und deine generelle Einstellung dazu betrifft, verweise ich auf meine bisherigen Beiträge.

In diesem Sinne...

Raz
Apex[QUOTE]Pädo-Sexuelle Neigungen sind allerdings derart stigmatisiert, dass Menschen die solche Neigungen bei sich verspüren sich wohl kaum freiwillig dazu bekennen, bzw. sich in Therapie begeben werden, aus Angst ausgegrenzt, vorveruteilt oder schlicht bedroht zu werden. Eine berechtigte Angst, wie ich finde.[/QUOTE]

Ja, dass hatte ich hier oder in einem ähnlichen Threat auch schon erwähnt. Verständnis dafür hatte ich auch, bei der derzeitigen gesellschaftlichen Stigmatisierung würde ich auch eher den Teufel tun als mich und meine gesamte Existenz der ärztlichen Schweigepflicht anzuvertrauen. Wobei es wohl schon ein großer Schritt wäre sich selbst einzugestehen, dass man ein Problem hat.
SinRazielDas sehe ich ähnlich, wie bereits geschrieben - Wer würde sich schon freiwillig dazu bekennen, kranke Phantasien oder Neigungen zu empfinden, vor allem bei der öffentlichen Reaktion auf diese Dinge? Ich bin ganz ehrlich, ich glaube, wenn jemand in meinem Bekanntenkreis etwas in dem Maße zugeben würde, ich würde mich auch zurückziehen.

Ich stimme Apex zu, dass es aber auf jeden Fall ein erster Schritt in die richtige Richtung ist, sich selbst zuzugestehen, dass man ein grundsätzliches Problem bzw. eine sexuelle Fehleinstellung.

Die Frage wäre daher, wie und ob es möglich wäre, eine Anlaufstelle für solche Leute einzurichten. Eine Art Pro-Familia-Haus erscheint mir da eher ungeeignet - es würde niemand hingehen, ähnlich wie bei Abtreibungskliniken.

Aber wenn es die Option gäbe, per Telefon oder Internet eine solche Beratungsstelle anzulaufen, die anonym in jeder größeren Stadt vertreten wäre, könnte das ein Anfang sein.


In diesem Sinne...

Raz
MondsilbertaufeNachdem Kinch nicht der erste ist, der mir nicht folgen kann, vereinfache ich mal.
[QUOTE]Übrigens eine nette Überleitung, denn emotional aufwühlen tut mich das ganze erst, wenn ich beginne eine emotionale Beziehung mit dem Opfer herzustellen, beispielsweise wenn ich mir vorstelle, selbst in dieser Lage zu sein oder wenn es einer (ACHTUNG: TOTSCHLAGARGUMENT) meiner Kinder wäre.[/QUOTE]
Dem ist nicht so. Denn dein "Totschlagargument" fußt auf dem biologischen Hintergrund der Arterhaltung und Brutpflege.
Man hat ihm den Namen "Kindchenschema" gegeben, als man herausgefunden hat, dass Kinder bei Erwachsenen Beschützer- und Fürsorgeinstinkte auslösen. Dies ist auch bei Kinderlosen provozierbar.
Wer damit immer noch nichts anfangen kann, den bitte ich Google zu bemühen.

Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass Menschen, bei denen das Kindchenschema nicht greift, von der gesunden Bevölkerung abweichen.
Es ist nicht nur wider des Gesetzes Kinder zu quälen, sondern auch wider der Natur.
Das ist wie Kacke essen.
[QUOTE]Wieder nur deine subjektive Meinung, aber eine, die es sich aufzugreifen lohnt. Die Frage ist doch, warum ein Richter soetwas nach dem Grad der Abscheulichkeit strafen sollte, und noch vielmehr, warum man dieses Szenario überhaupt widerlich findet.[/QUOTE]
Es ist fraglich inwieweit die Ablehnung der Kindesmisshandlung subjektiv ist.
Normal gleich subjektiv, pathologisch gleich objektiv?
Bin ich objektiv, wenn ein gewaltsamer Kindstod den gleichen Stellenwert hat wie ein Schlaganfall bei einer 80 Jährigen?

Ich halte es für einen Fehler, die derzeitige Strafgesetzgebung als Grundlage für Gerechtigkeit zu sehen. Wäre es gerecht, gäbe es keine Wiederholungstäter.
Es ist legitim, längere und konsequentere Strafen zu fordern. Genauso wie es legitim ist, die Kinder schützen zu wollen.

Die emotionale Komponente in einer Diskussion ist nicht zwingend irrational. Oft sogar ist sie wissenschaftlich beweisbar.
Komischerweise sind gerade die männlichen Mitglieder unserer Bevölkerung damit überfordert.
Komischerweise funktioniert der natürliche Kinderschutz bei Frauen auch viel besser...
Kinch[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Nachdem Kinch nicht der erste ist, der mir nicht folgen kann, vereinfache ich mal.[/QUOTE]

Nun ja, dass du meiner Meinung nach gar nicht beurteilen kannst ob ich dir folgen kann oder nicht, spricht schon für sich. Schließlich habe ich meine Ansicht bewusst nicht begründet.
So schließe ich mich deiner Behauptung auch nicht an.

Hat irgendjemand die Existenz des Kindchenschema bestritten, oder die wissenschaftliche Beweisbarkeit von Emotionen, oder das Menschen zum Teil irrational handeln und denken?
Es ging hier nur um die Frage, sofern ich Spalanzani richtig verstehe, inwieweit irrationale Gefühle in einer Diskussion einfließen sollen. Und da sprichst du schlicht am Thema vorbei.
Auch wenn es das Kindchenschema gibt, inwiefern sollte das eine Basis für eine Diskussion sein?
Kindchenschemas sind nichts Moralisches, nichts Objektives und nichts Rationales. Der Schlüsselreiz des Kindchenschemas wird schließlich auch durch Kinder anderer Arten bedient (Katzenkinder sind ja soooo süß) bis hin zu Stofftieren. Soll unsere Gesetzgebung auf Reiz-Reaktions-Schemas beruhen?
Nebenbei beachtet die Gesetzgebung die Gefühle der Menschen sehr wohl, und es ist auch legitim mit Gefühlen im Allgemeinen objektiv zu argumentieren. Sonst wäre Beleidigung überhaupt keine Straftat, Vergewaltigung wäre leichte Körperverletzung, etc pp.
Aber ist es ein Unterschied ob man mit Emotionen argumentiert, oder emotional argumentiert.
Komischerweise sind bei dieser Differenzierung die weiblichen Mitglieder unserer Bevölkerung überfordert.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Die emotionale Komponente in einer Diskussion ist nicht zwingend irrational. Oft sogar ist sie wissenschaftlich beweisbar.[/QUOTE]

Nochmal: Bestreitet das jemand? Die Frage ist: Warum sollen Gefühle die Basis einer Diskussion darstellen? Und nicht: Gibt es Gefühle ja oder nein? Und da du an der ersten Frage konsequent vorbeiredest bin ich der Ansicht, dass du einfach Thema vorbei sprichst.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Komischerweise funktioniert der natürliche Kinderschutz bei Frauen auch viel besser...[/QUOTE]

Joar, wenn man die Frauen ausblendet die ihre Kinder misshandeln oder töten, kann man sogar behaupten: Frauen misshandeln oder töten Kinder niemals.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass Menschen, bei denen das Kindchenschema nicht greift, von der gesunden Bevölkerung abweichen. [/QUOTE]

Halt ich für ziemlich lächerlich.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Es ist nicht nur wider des Gesetzes Kinder zu quälen, sondern auch wider der Natur.
Das ist wie Kacke essen.[/QUOTE]

Trotzdem ist das eine verboten, und das andere nicht. Weil eben "Wider der Natur" kein Straftatbestand ist. Zum Glück. Sonst müsste man den kompletten Flugverkehr lahmlegen. Denn wenn Gott/die Natur gewollt hätte das Menschen fliegen hätte er/sie ihnen Flügel gegeben.

Nachtrag:

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Es ist fraglich inwieweit die Ablehnung der Kindesmisshandlung subjektiv ist.
Normal gleich subjektiv, pathologisch gleich objektiv?
Bin ich objektiv, wenn ein gewaltsamer Kindstod den gleichen Stellenwert hat wie ein Schlaganfall bei einer 80 Jährigen? [/QUOTE]

Nightmare sagte in der von dir zitierten Stelle, mit keiner Silbe dass die Ablehnung der Kindesmisshandlung per se subjektiv sei. Sondern er kritisierte die Art und Weise mit der begründet wurde, warum Menschen die bestimmte Handlungen begehen hart bestraft werden sollen. Er ging der Frage sehr ausführlich nach, warum Abscheulichkeit allein kein Kriterium für ein Rechtssystem zur Kategorisierung von Straftaten sein sollte.
Daher steht es in keinem Widerspruch zu seiner Aussage – wie du es implizierst – dass man Kindesmisshandlung auch objektiv ablehnen kann.
StonehengeZum Thema Nebendiskussion #1:

[QUOTE][i]Original geschrieben von Kinch [/i]
[B]Trotzdem ist das eine verboten, und das andere nicht. Weil eben "Wider der Natur" kein Straftatbestand ist. Zum Glück. Sonst müsste man den kompletten Flugverkehr lahmlegen. Denn wenn Gott/die Natur gewollt hätte das Menschen fliegen hätte er/sie ihnen Flügel gegeben.
[/B][/QUOTE]
MIch persönlich würde es überhaupt nicht stören wenn der komplette Flugverkehr lahmgelegt würde, ob zur Terrorabwehr, wegen explodierender Treibstoffkosten oder aus welchen Gründen auch immer ist völlig Banane. Bin mein Lebtag noch nie geflogen und habe auch nicht vor es jemals zu tun, warum auch? Täte nebenbei noch der CO2-Bilanz was gutes und würde die ganzen jetlaggeplagten Handlungsreisenden mal wieder etwas entkrampfen :)

Kacke essen würde ich deswegen trotzdem nicht, auch wenn es nicht verboten sei...

Nächtlichen Gruß,
Stonehenge
Kinch[QUOTE][i]Original geschrieben von Stonehenge [/i]
Mich persönlich würde es überhaupt nicht stören wenn der komplette Flugverkehr lahmgelegt würde
[...]
Kacke essen würde ich deswegen trotzdem nicht[/QUOTE]

Danke, dass du uns an deinen Interessen teilhaben lässt.
Manleykönntet ihr jetzt bitte mal wieder ein wenig sprachliches niveau einkehren lassen? danke.
SinRaziel@Stonehenge: *zwinker* yeep..

@Rest:

Ursprüngliches Thema dieses scheinbar außer Kontrolle geratenen Threads war ja nun der Fall Mitja, der leider schon wieder langsam aber sicher aus den Köpfen der Bevölkerung entflohen ist. Es bewahrheitet sich, was bereits in diesem Thread gesagt wurde, dass eine Zeitlang alle Zeter und Mordio schreien und dann die ganze traurige Geschichte in Vergessenheit gerät.

Ob es nun Schuld der Behörden ist oder nicht, kann ich nicht sagen - ich persönlich tendiere aus den von mir geschriebenen Beiträgen zu einem Ja - bei besserer genereller Vorsorge oder Überwachung von Wiederholungstätern wäre Mitja noch am Leben gewesen.

Diskussionen, schön und gut, aber allmählich läuft die Geschichte hier etwas aus dem Ruder, auch was Sarkasmus, Zynismus und allgemeine Beleidigungen angeht.

Back to Basics - was kann man tun, um den Mensch als solches (egal ob Kind, Mann oder Frau) vor in irgendeiner Form "entarteten" Mitgliedern seiner eigenen Spezies zu schützen, ohne wider das Rechtssystem zu stehen und ohne einen diktatorischen Staat oder Steinzeitansichten zurückzuholen?

In diesem Sinne...

Raz
Mondsilbertaufe[QUOTE]Es ging hier nur um die Frage, sofern ich Spalanzani richtig verstehe, inwieweit [B]irrationale[/B] Gefühle in einer Diskussion einfließen sollen. [/QUOTE]
Antwort:
[QUOTE]Die emotionale Komponente in einer Diskussion ist nicht zwingend [B]irrational[/B]. [/QUOTE]
[QUOTE]Warum sollen Gefühle die [B]Basis[/B] einer Diskussion darstellen?[/QUOTE]
Antwort:
[QUOTE]Die emotionale [B]Komponente[/B] in einer Diskussion ist nicht zwingend irrational. [/QUOTE]
[QUOTE]Weil eben "Wider der Natur" kein Straftatbestand ist. [/QUOTE]
Das ist allen klar, denke ich. Deswegen sitzen auch nicht alle Pädophilen im Knast, sondern nur diejenigen, die "aktiv" werden. [QUOTE]Nightmare sagte in der von dir zitierten Stelle, mit keiner Silbe dass die Ablehnung der Kindesmisshandlung per se subjektiv sei.[/QUOTE]
Stimmt, ich habe die Stelle nicht zitiert. ;)
Seine Meinung ist eine etwas - naja... - seltene. Wenn ich mich recht erinnere, räumt er einer Kindesvergewaltigung den gleichen Stellenwert ein wie der körperlichen Liebe zwischen 2 älteren Menschen.
[QUOTE]Daher steht es in keinem Widerspruch zu seiner Aussage – wie du es implizierst – dass man Kindesmisshandlung auch objektiv ablehnen kann.[/QUOTE]
Seine Einstellung ist nicht objektiv, sondern ungesund.
[QUOTE]inwieweit irrationale Gefühle in einer Diskussion einfließen sollen. Und da sprichst du schlicht am Thema vorbei.[/QUOTE]
Falls ihr lieber irrationale Beiträge wie den hier erörtern wollt:[QUOTE]Das macht mich traurig. Ich bin dafür generell keine Jugendlichen zu verhaften. Gleich was sie machen. Einschlieslich Mord und Vergewaltigung. Sonst wein ich.[/QUOTE]
...spiele ich nicht mehr mit.
Die Runde "dumm", wurde schon gewonnen. :D
Mondsilbertaufe[QUOTE]was kann man tun, um den Mensch als solches (egal ob Kind, Mann oder Frau) vor in irgendeiner Form "entarteten" Mitgliedern seiner eigenen Spezies zu schützen[/QUOTE]
Es gibt ja Vorstellungen, was man machen kann. Leider mangelt es am Personal und am Geld.
Die Ansätze sind gar nicht schlecht: Es gibt eine Zusammenarbeit zwischen Kinderärzten, Geburtskliniken, Kindergärten, Jugendämtern, Gesundheitsämtern, dem Schulamt, der Psychiatrie und der Polizei. Bis jetzt greifen diese Interaktionen nur bei interfamiliären Konflikten.
Es könnte einen Weg geben, hierüber die Kinder auch vor psychiatrisch auffälligen Menschen zu schützen. Allerdings müsste dazu enorm aufgerüstet werden. Die Behörden sind ja schon mit ihren Familien überfordert.
Blöderweise werden die Angelegenheiten (noch) stiefkindlich behandelt und viele Fälle fallen einfach unter den Tisch.
Der Druck der Öffentlichkeit allein hilft aber schon, dass sich gewisse Stellen die Inkonsequenz ihrer Arbeit klar machen. Da muss nur mal kurz am Chefsessel gesägt werden.
KinchBeide "Antworten" sind nur leider im Bezug auf die Frage etwas inhaltsleer. Die Frage ist nochmal "Inwieweit". Wenn jemand die emotionale Diskussionsebene kritisiert, heißt es eben nicht, dass er erwartet, dass der Mensch sämtliche seiner Emotionen verleugnet.
Als Antwort auf die Kritik antwortest du erstens mit: Gefühle sind beweisbar (Was nie bezweifelt wurde) und Zweitens Gefühle müssen nicht zwingend wider der Vernunft sein (was nie bezweifelt wurde).
Ich bin immer noch der Meinung du schreibst am Off-Topic-Thema vorbei.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Das ist allen klar, denke ich. Deswegen sitzen auch nicht alle Pädophilen im Knast, sondern nur diejenigen, die "aktiv" werden. [/QUOTE]

Da wäre erstens die Frage ob Pädophile widernatürlich ist (wenn ja, müsste es Homosexualität auch sein, meiner Meinung nach), und Zweitens, dass das allen klar ist, bezweilfe ich doch stark.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Wenn ich mich recht erinnere, räumt er einer Kindesvergewaltigung den gleichen Stellenwert ein wie der körperlichen Liebe zwischen 2 älteren Menschen.[/QUOTE]

Das stimmt so nicht. Er sagt er findet die Vorstellung einer Kindesvergewaltigung widerlich, die Vorstellung von Geschlechtsverkehr älterer Menschen aber auch. Trotzdem ist er wohl für das Verbot des einen, aber nicht für das Verbot des anderen. (Interpretiert)
Stein des Anstoßes war nämlich die Aussage jemand der etwas Abscheuliches tut, verdiene es eingesperrt zu werden. Hier war die Emotion die Basis der Diskussionsebene, was zu Recht kritisiert wurde.
Seine Äußerungen dass ihm Kindesvergewaltigungen egal wären, würde man den Wert abstrahieren, verstehe ich entweder falsch oder halte ich für - hm na ja, kein Kommentar.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Back to Basics - was kann man tun, um den Mensch als solches (egal ob Kind, Mann oder Frau) vor in irgendeiner Form "entarteten" Mitgliedern seiner eigenen Spezies zu schützen, ohne wider das Rechtssystem zu stehen und ohne einen diktatorischen Staat oder Steinzeitansichten zurückzuholen?[/QUOTE]

Das ist aber auch nicht das Thema hier, wenn ich mal erinnern darf.
Im Übrigen würde ich einen rationalen Zugang zu dem Thema innerhalb der Gesellschaft begrüßen, und glaube das wäre ein echter Sicherheitsgewinn.
Solche Taten verhindert man am effektivsten nicht dann, wenn es einen potentiellen Täter gibt, sondern in dem man die Entwicklung eines solchen Menschen in sozialeren Bahnen lenkt. Und das geht meiner Ansicht nach nur dann, wenn sich der Täter selbst konstruktiv mit seinen Neigungen beschäftigen kann, und eine Therapie anfangen kann ohne, wie angesprochen, gleich stigmatisiert zu sein.
Eine Entstigmatisierung des Themas würde meiner Ansicht nach auch die Wehrhaftigkeit der Opfer erhöhen, und vielleicht ihren Leidensdruck vermindern.
Eine Schändung definiert Wikipedia, als "die demonstrative Verletzung eines Tabus, wobei die Heiligkeit, Ehre und Integrität des Objekts der Schändung zerstört wird mit der Absicht, die damit in Verbindung stehenden Menschen zu demütigen."
Wäre das Tabu nicht so groß, wäre meiner Meinung nach, das Gefühl des "Geschändetseins" der Opfer möglicherweise geringer, was bei ihrer Rekonvaleszenz sicherlich zuträglich ist. Außerdem ist Scham und Selbstvorwürfe ein häufiger Grund für die Erduldung einer Kindesmisshandlung durch die Opfer.
Aber solange im gesellschaftlichen Diskurs noch die irrationale Ablehnung von Kindesmissbrauch (im Gegensatz zur rationalen Ablehnung) vorherrscht, ebenso wie die Dämonisierung der Täter oder Pädophilen, wird sich da wenig tun.
Apex[QUOTE]was kann man tun, um den Mensch als solches (egal ob Kind, Mann oder Frau) vor in irgendeiner Form "entarteten" Mitgliedern seiner eigenen Spezies zu schützen, ohne wider das Rechtssystem zu stehen und ohne einen diktatorischen Staat oder Steinzeitansichten zurückzuholen?[/QUOTE]

Hm, man könnte anfangen über das Thema zu diskutieren ohne Wörter aus dem Nazi-Jargon wie "entartet" zu verwenden.

Schön wäre es, wenn wir mal anfangen könnten hier Pädophile oder andere Kinderschänder als widernatürlich darzustellen und damit zu dämonisieren. Wenn es widernatürlich wäre würde es sowas gar nicht geben, ich behaupte sogar das Gegenteil, Pädophilie ist eine sehr natürliche Angelegenheit. Wie schon gesagt, gab es in der gesamten Menschheitsgeschichte schon Fälle von Pädophilie. Damit, dass man Pädophilie dämonisiert löst man das Problem nicht, sondern man verschlimmert es indem man Menschen in ein soziales Abseits drängt, was dazu führt, dass niemand sich jemals offenbaren und Hilfe suchen wird, weil er Angst hat gesellschaftlich geächtet zu werden.

Ich kanns auch populistisch formulieren:

Pädophile als "entartet" zu bezeichnen tötet Kinder.
Mondsilbertaufe[QUOTE]Da wäre erstens die Frage ob Pädophile widernatürlich ist (wenn ja, müsste es Homosexualität auch sein, meiner Meinung nach), [/QUOTE]
Eine Frage der eigenen Meinung, finde ich auch.
Obwohl beides, sowohl Pädophilie als auch Homosexualität "anstößig" sind, beruht die Homosexualität meist auf Gegenseitigkeit, während die Pädophilie auf Kosten von Kindern ausgelebt wird. Dies ist die Hauptursache der (vermeintlichen) Stigmatisierung.
Würde die Homosexualität nicht in beiderseitigem Einvernehmen stattfinden, hätte sie auch den Vergewaltigungscharakter und wäre somit eine Straftat.
[QUOTE]Das stimmt so nicht. Er sagt er findet die Vorstellung einer Kindesvergewaltigung widerlich, die Vorstellung von Geschlechtsverkehr älterer Menschen aber auch.[/QUOTE]
Das ist aber sehr wohlwollend betrachtet. Tatsächlich schrieb er:[QUOTE]Ich selbst finde die Vorstellung, wie ein Kind vergewaltig wird, widerlich, aber nicht mehr wie der Geschlechtsverkehr alter Leute untereinander.[/QUOTE]
Ich finde rohe Eier widerlich. Und ich finde Kriegsfilme widerlich. Kriegsfilme finde ich aber um einiges widerlicher als rohe Eier.
[QUOTE]Eine Entstigmatisierung des Themas würde meiner Ansicht nach auch die Wehrhaftigkeit der Opfer erhöhen, und vielleicht ihren Leidensdruck vermindern.[/QUOTE]
Eine "Entstigmatisierung" vermindert in erster Linie den Leidensdruck der Straftäter.
[QUOTE]Wäre das Tabu nicht so groß, wäre meiner Meinung nach, das Gefühl des "Geschändetseins" der Opfer möglicherweise geringer, was bei ihrer Rekonvaleszenz sicherlich zuträglich ist.[/QUOTE]
Das hieße, ein 4jähriges Kind würde eine Vergewaltigung besser wegstecken wenn man es davon in Kenntnis setzt, dass es Männer gibt, die mit ihm Sex machen möchten? Dann fühlte sich das Kleinkind besser, denn über Sex mit Kindern sprechen auch die Erwachsenen? Oder wie darf man sich das vorstellen?
[QUOTE]Außerdem ist Scham und Selbstvorwürfe ein häufiger Grund für die Erduldung einer Kindesmisshandlung durch die Opfer.[/QUOTE]
Das gilt für jede Form der körperlichen Gewalt und das gilt auch für Frauen. Ich denke jede Frau hat Angst, nachts allein im Wald rumzulaufen, weil die Gefahr einer Vergewaltigung und des schutzlosen Ausgeliefertseins vor fremden Personen besteht.
Trotzdem "verpackt" sie das Trauma einer Vergewaltigung im dunklen Wald nicht besser, wenn es sie erwischen sollte.
Sie hat keinen Therapievorteil gegenüber den Damen, die ihre Vergewaltiger vorher in der Disko kennengelernt haben.
Dreht man den Spieß herum, hat die Frau, deren Vergewaltiger ein Bekannter oder sogar Angehöriger ist kein mindergroßes Trauma zu bewältigen.
[QUOTE]Aber solange im gesellschaftlichen Diskurs noch die irrationale Ablehnung von Kindesmissbrauch (im Gegensatz zur rationalen Ablehnung) vorherrscht, ebenso wie die Dämonisierung der Täter oder Pädophilen, wird sich da wenig tun.[/QUOTE]
Die Vorverurteilung der Täter hat einen ganz wesentlichen Sinn. Nämlich den Schutz der Kinder. Nur durch die scharfe Verurteilung von Kindermorden ist es möglich, Eltern und Kinder auf bestehende Gefahren aufmerksam zu machen und ihnen beizubringen, doch bitte nicht mit netten Onkels mitzugehen.
Die Dämonisierung des Kindesmords ist gerechtfertigt, denn ähnlich dämonenhaft benimmt sich ein Vergewaltiger und Mörder.
Um politisch korrekt zu bleiben muss jeder Mord verurteilt werden. Eine Bagatellisierung darf es nicht geben, erst recht nicht wenn "Schutzbefohlene" involviert sind. Denn sie verdienen nicht nur unser Mitleid, sondern (das ist extra für Kinch ;) ) können Gefahren und heikle Situationen nicht adäquat abschätzen und sich aus dieser demnach nicht befreien.

Pädophile ohne kriminellen Charakter (d.h. ohne Bilder, Filme, Körperverletzung etc.) verdienen einen fairen Umgang und eine Chance in der Gesellschaft, wenn sie offensiv an sich arbeiten.

Es muss sicher an 2 Fronten gearbeitet werden: Kinder- und Täterschutz. Ich bekenne mich dennoch dazu, nicht neutral zu sein und räume dem Kinderschutz persönlich einen höheren Stellenwert ein.
[QUOTE]Ich kanns auch populistisch formulieren:
Pädophile als "entartet" zu bezeichnen tötet Kinder.[/QUOTE]
Wenn das stimmen würde, wäre jeder Pädophile ein Killer. Ist das so?
Sind Menschen, die Kinder aus sexuellem Antrieb heraus töten nicht irgendwie "psychopathogisch auffällig" oder meinetwegen "entartet"?
Oder was fehlt denen, Herr Psychiater?
Kinch[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Obwohl beides, sowohl Pädophilie als auch Homosexualität "anstößig" sind, beruht die Homosexualität meist auf Gegenseitigkeit, während die Pädophilie auf Kosten von Kindern ausgelebt wird. Dies ist die Hauptursache der (vermeintlichen) Stigmatisierung.[/QUOTE]

Das dies die Hauptursache der Stigmatisierung wäre, glaube ich nicht. Die Hauptursache sehe ich persönlich viel mehr darin, dass die Massenmedien und die öffentliche Wahrnehmung nicht zwischen pädophile Menschen und Menschen die Kinder vergewaltigen oder missbrauchen unterscheiden. Daher ist Pädophilie, so wie ich es zumindest wahrnehme, im öffentlichen Bewusstsein gleichgesetzt mit dem Drang Kindern (sexuelle) Gewalt anzutun.
Auch wenn die Auslebung der Pädophilie in jedem Fall eine Form des Missbrauchs darstellen wird, ist da doch zu differenzieren.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Würde die Homosexualität nicht in beiderseitigem Einvernehmen stattfinden, hätte sie auch den Vergewaltigungscharakter und wäre somit eine Straftat.[/QUOTE]

Auch wenn ich annehme, dass du das richtige meintest: Homosexualität wäre keine Straftat, sondern nur die Auslebung selbiger.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Das ist aber sehr wohlwollend betrachtet. [/QUOTE]

Ich sehe eben das Gute im Menschen. Zugeben: Mir ist nicht klar wie „widerlich“ zu verstehen ist. Rein ästhetisch, moralisch oder emotional. Ich nahm an ästhetisch, und darin sehe ich kein Problem. Wenn jemand eine Gerontophobie hat, oder was weiß ich, kann man ihm das kaum zu Vorwurf machen. Über Geschmack lässt sich nicht streiten.
Dass ihm Kindermissbrauch (scheinbar) moralisch nicht tangiert, finde ich auch bedenklich.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Eine "Entstigmatisierung" vermindert in erster Linie den Leidensdruck der Straftäter.[/QUOTE]

Und genau das sehe ich nicht so. Ein Straftäter ist in dem Falle ein Mensch der ein Kind vergewaltigt oder sogar tötet. Und ich behaupte einfach, dass ein Mensch der bei klaren Bewusstsein eine solche Tat plant und ausführt, nicht mehr von solchen Sachen wir Moral oder Ethik großartig berührt wird.
Die Stigmatisierung betrifft eben naturgemäß nur jene Menschen die aus moralischen Skrupel nicht zum Straftäter werden. Und diese moralischen Skrupeln, kein Kind töten oder missbrauchen zu wollen, die jedem gesunden (auch jedem gesunden pädophilen) Menschen eigen ist, ist bestimmt nicht von einer Stigmatisierung innerhalb der Gesellschaft abhängig, sondern von einer adäquaten Sozialisation.
Stigmatisierung in dem Falle würde nur zur Folge haben, dass der Mensch mit diesen Neigungen sich nur schwer diese Neigungen eingestehen kann, das heißt die Stigmatisierung provoziert Verdrängung oder Verleugnung. Und beides steigert in meinen Augen die Gefahr, dass die Selbstbeherrschung irgendwann zusammenbricht. Im Gegensatz zu einer therapeutischen Begleitung und dem Erlernen eines adäquaten Umgangs mit dieser Sexualität.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Das hieße, ein 4jähriges Kind würde eine Vergewaltigung besser wegstecken wenn man es davon in Kenntnis setzt, dass es Männer gibt, die mit ihm Sex machen möchten? Dann fühlte sich das Kleinkind besser, denn über Sex mit Kindern sprechen auch die Erwachsenen? Oder wie darf man sich das vorstellen?[/QUOTE]

Ja also, bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich, ich müsse meine Meinung über deine Diskussionskultur revidieren, jetzt bin ich mir aber nicht mehr so sicher. Wenn du dich konstruktiv mit diesem Aspekt meiner Meinung befassen möchtest, stehe ich dir gerne zur Verfügung. Aber die bösartige Überspitzung meiner Worte finde ich – ohne polemisch sein zu wollen – langweilig.

[QUOTE]
Das gilt für jede Form der körperlichen Gewalt und das gilt auch für Frauen.[/QUOTE]

Das gilt auch für Männer. Du Differenzierst meiner Meinung nach verdächtig oft nach Geschlecht.
Beim restlichen Abschnitt sehe ich nicht so richtig den Bezug zu dem Zitat. Ich schrieb explizit von einer Erdulden wegen Scham und Schuldgefühlen. Beide Gefühle liegen für mich in der Natur der Tat. Ein gewaltsames Eindringen in eine intime Persönlichkeitssphäre wird immer mit Scham begleitet werden, und Schuldgefühle ist eine recht verbreitete Psychische Reaktion, vielleicht um dem Geschehene die Willkürlichkeit zu nehmen.
Das heißt aber nicht, dass es angebracht wäre beide Gefühle durch die Umwelt zu bejahen. Es ist in meinen Augen das Falscheste was man tun könnte, einem Opfer darin zu bestärken, dass es „beschmutzt“ wurde, und dass es daran selbst Schuld sei. Und daran erkennt man sehr wohl, dass die Bewertung der Tat durch die Umwelt sehr entscheidend dafür ist, wie das Opfer die Tat selbst wahrnimmt. Vor allem bei Kindern. Daher meine Meinung, dass solche Taten nicht mehr stigmatisiert oder tabuisiert sein, sondern als eine begreifbare Abscheulichkeit angesehen werden sollte. Denn dann ist mehr nicht mehr Opfer von etwas Unaussprechlichem, sondern von etwas Begreifbarem, und ich finde dass wäre enorm hilfreich für die Opfer.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Die Vorverurteilung der Täter hat einen ganz wesentlichen Sinn. Nämlich den Schutz der Kinder. Nur durch die scharfe Verurteilung von Kindermorden ist es möglich, Eltern und Kinder auf bestehende Gefahren aufmerksam zu machen und ihnen beizubringen, doch bitte nicht mit netten Onkels mitzugehen.[/QUOTE]

Tut mir leid, aber ich sehe keine eindeutigen Sinn in dieser Passage. Eine „Vorverurteilung“ ist eine Verurteilung eines Menschen der nichts getan hat.
Kindesmord (so wie jeder Mord) wird auch nicht vorverurteilt, sondern verurteilt, völlig zu recht, etwas anderes habe ich ja auch nie behauptet.
Vorverurteilung ist dabei keine Voraussetzung für der Prävention. Man muss den Nachbarn nicht bereits als Kinderschänder abtun weil der im Kindergarten arbeitet (Vorverurteilung), um sein Kind davor zu warnen mit Fremden mitzugehen(Prävention), weil man gelesen hat das Kindesmord schlecht ist (Verurteilung).

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Die Dämonisierung des Kindesmords ist gerechtfertigt, denn ähnlich dämonenhaft benimmt sich ein Vergewaltiger und Mörder.[/QUOTE]

Tut mir noch mal leid, aber ich glaube du ließt oft nicht genau: Es ging um „die Dämonisierung der Täter oder Pädophilen“, nicht um die Dämonisierung von Kindesmissbrauch/mord.
Und eine Dämonisierung ist niemals gerechtfertigt, weil sie in keiner Form konstruktiv ist. Man weigert sich bei der Dämonisierung die Tat verstehen zu wollen, bzw. sie in einem rationalen Rahmen zu erfassen. Es liegt in der Natur des dämonischen Schlechtes zu tun, aber es liegt nicht in der Natur des Menschen. Wer Täter dämonisiert, erkennt ihnen das Menschliche ab und verkennt dabei auch die Individualisierung die überhaupt zur Ausprägung einer Täterpersönlichkeit führte. Das heißt man verkennt sowohl die Möglichkeit der Prävention als auch der Resozialisation. Warum Dämonisierung auch für das Opfer negativ ist, steht oben.
Wer glaubt Täter seinen Dämonenhafte Wesen, der kann gleich die Wissenschaftliche Annäherung an das Thema kippen, den Opfern sagen sie wurden opfer von etwas Dämonischem, und alle Täter mit Weihwasser auf den Scheiterhaufen stellen.
Man muss diese Taten nicht dämonisieren um sich aufs schärfste abzulehnen.
Die Dämosisierung hat noch einen anderen Nebeneffekt:
[url]http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5220976_REF1,00.html[/url]
Solche Urteile, von denen es erschreckend viele gibt, sind meiner Ansicht eben nur Möglichkeit wo man jede Rationalität fahren lässt, und glaubt es mit Dämonen zu tun zu haben.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Pädophile ohne kriminellen Charakter (d.h. ohne Bilder, Filme, Körperverletzung etc.) verdienen einen fairen Umgang und eine Chance in der Gesellschaft, wenn sie offensiv an sich arbeiten.[/QUOTE]

Gerade der offensive Umgang wird ihnen durch Dämonisierung und Stigmatisierung verwehrt.
[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
Es muss sicher an 2 Fronten gearbeitet werden: Kinder- und Täterschutz. Ich bekenne mich dennoch dazu, nicht neutral zu sein und räume dem Kinderschutz persönlich einen höheren Stellenwert ein.[/QUOTE]

Auch Kinder können Täter sein. Zwei 13 Jährige die sich nackt sehen, können beide wegen Kindermissbrauch angeklagt werden, sind im Sinne des deutschen Gesetzes auch eindeutig schuldig, ein Mädchen von 13 das Photos von sich macht ist wegen der Herstellung von Kinderpornographie dran. ([url]http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/nachrichten/kinderpornos-internet/88344.asp[/url]) In den USA wurde gerade vor wenige Wochen ein minderjähriges Paar wegen Verbreitung von Kinderpornographie verurteilt weil es Photos von sich selbst, an die eigene Emailadresse versendet hat.
[url]http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24697/1.html[/url]

Gut die Beispiele sind extrem, und sicherlich hast du daran nicht gedacht. Die Welt ist aber nun mal nicht ideal, und man kann Täterschutz in meinen Augen nicht von Opferschutz trennen.
Außerdem stehen Täterschutz und Opferschutz in meinen Augen auch nicht widersprechend gegenüber.
Mondsilbertaufe[QUOTE]Daher ist Pädophilie, so wie ich es zumindest wahrnehme, im öffentlichen Bewusstsein gleichgesetzt mit dem Drang Kindern (sexuelle) Gewalt anzutun.[/QUOTE]
Ich nehme das öffentliche Bewusstsein ganz anders wahr. Berichtet wird gern über Kinderschänder, Kindermörder/innen, Kinderpornoringe und Wiederholungstäter. Das und diejenigen werden zu recht scharf verurteilt. Nenne es von mir aus Stigmatisierung, Dämonisierung oder was auch immer...
Pädophilie, die nicht kriminell ist, wird meines Erachtens gar nicht von den Medien behandelt. Deswegen ist mir eine Stigmatisierung in dem Bereich auch nicht plausibel.

Und noch etwas habe ich über das Kindchenschema gelesen: Frauen, die am ehesten dem Kindchenschema entsprechen wurden von befragten Personen als besonders attraktiv eingestuft. Da gibts eine Studie drüber.
Das hieße praktisch, dass die Veranlagung zum Kindchenschema bei Mann und Frau nicht nur in der Nestschutzfrage greift, sondern auch bei der Partnerwahl des Männchens. Na sieh mal einer an... Ein bisschen pluna ist wohl jeder.
[QUOTE]Wenn du dich konstruktiv mit diesem Aspekt meiner Meinung befassen möchtest, stehe ich dir gerne zur Verfügung. [/QUOTE] Um ehrlich zu sein, bot mir deine Überlegung keinen Ansatz für konstruktive Kritik. Vielleicht erklärst du die neue Therapieoption für vergewaltigte Kinder noch einmal genauer, jetzt, wo wir wissen, dass wir alle pluna sind?
Dafür das Zitat:[QUOTE]Wäre das Tabu nicht so groß, wäre meiner Meinung nach, das Gefühl des "Geschändetseins" der Opfer möglicherweise geringer, was bei ihrer Rekonvaleszenz sicherlich zuträglich ist.[/QUOTE] Soweit mir bekannt ist, spielt die Schuld- und Schamfrage der Kinder in einer posttraumatischen Belastungsstörung bzw. in der Bewältigung eines Traumas in der Kindheit eine untergeordnete Rolle.
Die Kinder schämen sich nicht, sondern sind verhaltensgestört. Das Gefühl der Scham setzt vorraus, dass sie sich das Erlebte bewusst machen. Das ist aber meist nicht der Fall. Möglicherweise eine Folge des Selbstschutzes.
Und obwohl sie immer wiederkehrende Erinnerungen an das Trauma haben, neigen sie eher zur Verdrängung. Ein von außen genötigtes Bewusstmachen der schrecklichen Erlebnisse kann verheerende Folgen für das Kind haben.

Mal ernsthaft: denkst du wirklich, dass die Verhaltensstörungen eines Kindes geringer ausgeprägt wären, wenn nette Pädophile auch mal in die Zeitung kommen?
Ich kann nicht glauben, dass Kinder, die ihre Eltern sterben sehen weniger traumatisiert sind als vor 50 Jahren. Schließlich sieht man jetzt jeden Tag Tote im Fernsehen.
Nein, das ist Blödsinn, was du schreibst. Sowas funktioniert auch nur bei Erwachsenen, die die Geschehnisse rekapitulieren können, weil man sich da einen rationalen Umgang erhofft.
Kinder sind schlicht zu klein dafür.
[QUOTE]Denn dann ist mehr nicht mehr Opfer von etwas Unaussprechlichem, sondern von etwas Begreifbarem, und ich finde dass wäre enorm hilfreich für die Opfer.[/QUOTE]
Kinder brauchen lange, bis sie soweit in der Therapie fortgeschritten sind. Manchmal sitzen sie als Erwachsene im Gespräch, um Erlebtes in der Kindheit (endlich) zu verarbeiten und sich bewusst mit der Tat auseinander zu setzen. Vorher war das einfach noch nicht möglich. Und selbst dann brauchen einige Erwachsene Hypnose und andere Hilfsmittel, damit der Verarbeitungsprozess voranschreitet.
Das Bewusste muss beim Kind vom Kind kommen. Wenn das Kind verdrängt, soll man ihm die Zeit geben, die es braucht.
Und wie ich schon schrieb, kann man einem Kleinkind eine Vergewaltigung nicht begreifbar machen. Das können keine Medien, keine Eltern und Therapeuten oft auch nicht.
[QUOTE]Vorverurteilung ist dabei keine Voraussetzung für der Prävention. [/QUOTE]
Genauso funktioniert es aber.
"Auch wenn der Mann noch so nett ist und dir Schokolade geben will, du gehst da nicht mit!"
"Und warum nicht?"
... Na?
Das Ziel ist, dass Kinder vor allen (!) fremden Männern, die es ansprechen Misstrauen entwickeln. Selbst wenn sie den ein oder anderen Unrecht dabei tun, ihn als potentielle Gefahr dämonisieren. (das Wort fetzt :D )
Nach Aussagen der Medien, bringen Eltern den Kindern nicht genug Misstrauen bei. Die Kinder vermuten hinter jedem Femden einen netten Mann. Das ist ein Fehler. Ich denke das auch.
[QUOTE]Die Welt ist aber nun mal nicht ideal, [/QUOTE]
Das ist doch eine gute Antwort auf die Frage des Kindes, warum es nicht mit Fremden mitgehen darf. Oder?
Kinch[QUOTE]
Pädophilie, die nicht kriminell ist, wird meines Erachtens gar nicht von den Medien behandelt. [/QUOTE]

Eben, genau das ist ein Aspekt der Sitgmatisierung.

[QUOTE]
Um ehrlich zu sein, bot mir deine Überlegung keinen Ansatz für konstruktive Kritik[/QUOTE]

Da kann man sachlich nachfragen statt zu polemisieren.

[QUOTE]
Soweit mir bekannt ist, spielt die Schuld- und Schamfrage der Kinder in einer posttraumatischen Belastungsstörung bzw. in der Bewältigung eines Traumas in der Kindheit eine untergeordnete Rolle.[/QUOTE]

Das kommt wohl im wesentlichen auf das Alter an. Ich jedenfalls habe kein Missbrauchsopfer kennengelernt, dass keine Schamgefühle entwickelt hat. Und kann mir beim besten Willen auch nicht vorstellen, dass das eine atypische Reaktion wäre.
Die einzigen Missbrauchsopfer die keine Schamgefühle hatten, waren jene Minderjährigen die einen freiwilligen sexuellen Kontakt hatten.
Das Kleinkinder keine Schamgefühle entwickeln mag stimmen, aber diese Gefühle tauchen dann zumindest im weiteren Verlauf des Lebens auf, wenn die Geschehnisse verarbeitet werden müssen.

[QUOTE]
Und obwohl sie immer wiederkehrende Erinnerungen an das Trauma haben, neigen sie eher zur Verdrängung. Ein von außen genötigtes Bewusstmachen der schrecklichen Erlebnisse kann verheerende Folgen für das Kind haben.[/QUOTE]

Wie du zu der Ansicht gelangst, ich hätte etwas anderes gesagt, ist mir nicht klar.

[QUOTE]
Mal ernsthaft: denkst du wirklich, dass die Verhaltensstörungen eines Kindes geringer ausgeprägt wären, wenn nette Pädophile auch mal in die Zeitung kommen?[/QUOTE]

Das habe ich mit keiner Silbe gesagt. Ich habe nie behauptet, dass Pädophile als nett dargestellt werden sollen. Von der medialen Darstellung der Pädophilie sprach ich in dem Zusammenhang sogar überhaupt nicht.

[QUOTE]
Ich kann nicht glauben, dass Kinder, die ihre Eltern sterben sehen weniger traumatisiert sind als vor 50 Jahren. Schließlich sieht man jetzt jeden Tag Tote im Fernsehen.[/QUOTE]

Was für einen Bezug dass zu meiner Aussage haben soll, ist mir völlig schleierhaft. Ich habe nie behauptet, dass eine Vergewaltigung jemals kein schlimmes Ereignis sein kann, sondern dass die Reaktionen der Umwelt auch kontraproduktiv sein können, wenn sie Dämonisieren.
In Extremfällen haben meiner Meinung nach, die Umweltreaktionen sogar erst „Missbrauchsopfer“ geschaffen.

Im Weiteren versteifst du dich in dieser Diskussion jetzt völlig auf Kleinkind. Missbrauchsopfer von 13 Jahren, können sehr wohl Vergewaltigungen als solche begreifen. Und Kleinkinder werden auch irgendwann älter.

[QUOTE]
Genauso funktioniert es aber.
"Auch wenn der Mann noch so nett ist und dir Schokolade geben will, du gehst da nicht mit!"
"Und warum nicht?"
... Na?[/QUOTE]

Das ist keine Vorverurteilung. Und was für Kinder gilt, muss noch lange nicht für Erwachsene gelten. Dass man Kindern ein Grundmisstrauen beibringt, mag angebracht sein, weil sie selbst nur schlecht Gefahrensituationen einschätzen können. Das heißt aber nicht, dass das auch für die Eltern gelten muss. Und von den Eltern sprach ich völlig unmissverständlich. Tut mir leid, aber entweder ließt du sehr sehr ungenau, oder unterstellst absichtlich falsche Aussagen.

[QUOTE]
Das ist doch eine gute Antwort auf die Frage des Kindes, warum es nicht mit Fremden mitgehen darf. Oder?[/QUOTE]

Das ist auch was völlig ohne jeden Bezug zu meiner Aussage gestellt wird.

Versuchs bitte nochmal. Und solltest du etwas nicht verstehen, versuche bitte eine intelligente Frage zu formulieren.

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