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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: DB - Debakel (deutsche) Bahn
matheaIch habe sooo einen Hals und rege mich gerade maßlos auf!

Warum? Weil ich einen Hass habe auf die Deutsche Bahn und generell mittlerweile auf alle öffentlichen Verkehrmittelunternehmen.

Kurz zur Sache: Ich wohne mehr oder minder auf dem platten Land (Olpe am Biggesee, wenn das jemand kennt, also irgendwo zwischen Frankfurt und Köln).

Nun muss ich zur Arbeit in einen noch kleineren Ort (Attendorn, wenn das jemand kennt). Durch wirdrige Umstände (Familie, Geldmangel, Dummheit) war es mir bisher nicht vergönnt einen eigenen Wagen zu besitzen. Ist ja augenscheinlich auch nicht schlimm, von Olpe nach Attendorn fährt ja (offiziell!!) ein Zug.

Ich stehe morgens um 6.25Uhr am Banhsteig, da nuschelt eine Bahnangestellte etwas über Funk durch den Lautsprecher. Kein Mensch versteht etwas, also rufe ich bei der Bahn an. Da sagt man mir, der Zug habe einen Triebwagenschaden. Toll, wann denn der Schienenersatzverkehr einsetzt, frage ich. Die Dame antwortet leicht entrüstet, so etwas gäbe es nicht (zumindest nicht in Olpe), außerdem komme ja in 1 Stunde "schon" der nächste Zug, also um 7.20Uhr. Aber sie könne mir freundlicherweise eine Bescheinigung für den Arbeitgeber zuschicken, dass der Zug wirklich nicht gekommen ist. Gespräch beendet.

Toll! Weil das aber mein zweiter Arbeitstag in der neuen Firma war und ich keine Gleitzeit habe, versuchte ich um 6.45 ein Taxi zu bekommen. Aber hier am A... der Welt kommen die ersten Taxen frühestens um 7Uhr. Dann bekam ich eine Fahrerin die sich angeblich superklasse überall auskannte und sich prompt verfahren hat. Ich durfte 25€ latzen, kam zu spät zur Arbeit, musste 1 Stunde länger bleiben deswegen (wg. Verspätungsregelung) und bekomme von der Bahn keinen Cent erstattet.

Entschuldigt bitte die Laberei, aber ich bin stinksauer! Ständig wird man angehalten zu Gunsten der Umwelt auf einen Pkw zu verzichten und den Personennahverkehr zu nutzen. Ja, und was ist wenn es den nicht gibt? Ich könnte ausflippen! Ohne Auto ist man man total aufgeschmissen. Man wird regelrecht dafür bestraft, dass man zu Hause rausgeflogen ist, sich irgendwie mit dem Azubigehalt durchschlägt und ohne fremde Hilfe mit dem vollen Gehalt erst einmal seine Finanzierung auf die Beine stellt. Und dann muss man sich auch noch dumm anmachen lassen.

Aber das ist etwas Anderes. Kommt jemand auch vom platten Land und hat trotz Volljährigkeit und Führerschein, aber mangels Auto keinen Plan wie man von A nach B kommen soll? Nehmt ihr das so hin, regt ihr euch auf oder schreibt ihr bitterböse Briefe an die Bahn?

Bin gespannt wer, was, wie macht und schreibt!

Kurz vor dem Platzen
mathea
Lea B.Auch Super:
Immer wenn man früh genug losgeht,kommt der Zug garantier zu spät.
Ist man mal spät dran,kommt der Zug garnatiert auf die Minute pünktlich!

Die Bahn hatte in letzter Zeit übrigens Verspätung wie schon lange nicht.

MFG Lea
TrauerwesenIch bin zu Beginn meines Studiums noch öfter mit der Bahn gefahren, weil ich einiges an Sprit sparen konnte, da die Uni auch ein wenig weiter weg ist (ca 60 km). Ging auch alles soweit ganz gut, ausser, dass ich doppelt so lange brauchte als mit dem Auto, aber dafür konnte man schön lernen oder anderweitig etwas lesen. Tja, dann wurde der Fahrplan umgestellt, und mein Anschlusszug kam nun kurz bevor mein erster Zug eintraf. Gut, das machte kaum einen Unterschied, denn wenn der erste Zug Verspätung hatte, hatte ich den Anschluss eh verpasst.
Ich stieg dann wieder auf Auto um, da ich weniger Lust hatte, eine Stunde vor meinen Kursen an der Uni zu sein oder aber 20 Minuten nach Kursbeginn. Gut, das ist weniger die Schuld der Bahn, aber im Endeffekt ist es so unpraktisch geworden, dass ich es dann doch lieber bleiben liess.
matheaNatürlich, Verspätung hin oder her, das kann immer passieren. Man ist auch auf jeden Fall sehr abhängig und verliert viel Zeit.

Aber wenn eh nur ein Zug/Bus in der Stunde kommt und der auch noch ersatzlos ausfällt...

Dann ist mein Tag echt vorbei. Und so extrem günstig ist das auch nicht. Zudem muss ich trotzdem noch 15-20 Minuten laufen um vom Bahnhof zur Arbeit zu kommen.

Ich könnte mich selbst vollheulen...
Trauerwesen[QUOTE][i]Original geschrieben von mathea [/i]
[B] Zudem muss ich trotzdem noch 15-20 Minuten laufen um vom Bahnhof zur Arbeit zu kommen.
[/B][/QUOTE]

Ich musste zudem noch Auto fahren, zum bahnhof ein Stück (auch etwa 20 Minuten), weil mein Semesterticket nicht hier gilt, wo ich wohne. Und da fiel die Wahl dann doch schon leichter...
matheaDu bist in der Hinsicht wirklich zu beneiden. Immerhin hast du ein Auto.

Ich wollte mir vor kurzem auch eines zulegen. Aber beim Kaufpreis an sich bleibt es dabei ja nicht. Verischerung, Steuern kommen auch noch hinzu, vom Nummernschild rede ich gar nicht. Man, auch wenn man einen Wagen für knapp 1000€ bekommt muss man mindestens die Hälfte noch drauf legen um die Kiste fahren zu dürfen.

Und dann verlässt man sich auch noch auf die Bahn *schimpf*
TrauerwesenNunja, ohne Auto wäre ich hier wohl auch sehr aufgeschmissen. Trotzdem tanke ich alle 4-7 Tage, eben weil ich die Strecke nun fahren muss. Hat alles seine Vor- und Nachteile.
Lea B.Wenn man erst ,al einen Führerschein hätte........
Ich bin komplett auf öffentliche Mittel angewiesen
matheaIch weiß wie das ist, Lea. Mein Vater hat mich kilometerweit zu Fuß gehen lassen und saß zu Hause auf der Couch vor dem TV. Dafür kann die Bahn nichts, aber das war auch sehr schlimm.
Lea B.ich darf gut 1 1/2 h zu meinem Freund fahren.Das ist wirklich extrem nervig.Mit auto dauert das eine halbe stunde.
ich muss immer erst in eine andere richtung fahren.
Sprich die Busfahrt verläuft in die entgegengesetzte richtung.Und dann muss ich mit Zug wieder ein Stück zurück!
matheaIch sage es ja, unsereins wohnt am A... der Welt!
JunipaNaja, da kann man dann aber auch auf alle Verkehrsmittel schimpfen.
Ich wohnte lange Zeit auch "hinter den Bergen" wo man wirklich ein Auto benötigt um wegzukommen und kann jetzt, bedingt durch Umzug die öffentlichen Verkehrsmitttel benutzen - und was soll ich sagen: Ich bin begeistert!

Ich stehe jetzt nicht mehr im Stau, muss im Winter keine Stunde früher losfahren, weil selbst wenn die Straßen gestreut wurden gibt es immer noch die Angsthasen die ihre Autos lieber schieben als mit ihnen zu fahren wenn sie eine Schneeflocke sehen. Ich muss auch keine Scheiben mehr freikratzen, mich nicht über erhöhte Spritpreise ärgern und ein Auto das in unpassenden Momenten mal nicht anspringt, gibt es ja auch immer wieder.
matheaIch kann deine Begeisterung vollkommen verstehen @Janipa. Ich fahre eigentlich auch gern mit Bus/Bahn. Man muss sich nicht auf den Verkehr konzentrieren, kann Musik hören oder vor sich hindösen. Und umgerechnet auf Anschaffung und "Haltung" eines Wagens ist das sehr praktisch.

Der Nachteil, ich bin immer in Eile den einzigen Zug in der Stunde zu erwischen, ansonsten muss ich elend lang warten. Hätte ich einen Wagen könnte ich trotz 5 Minuten länger arbeiten noch heim fahren. Und wenn der Bus/die Bahn nicht kommt bin ich aufgeschmissen, aber so richtig.

Das nervt. Und insbesondere nervt es mich, dass man ja zusehen soll, dass man eben kein zweites Auto pro Haushalt hat, sondern Bus/Bahn nutzt.

Tja, und mittlerweile geht das überhaupt nicht mehr.

Zudem sieht es beim Chef manchmal ziemlich dämlich aus wenn man mitten in der Woche um 17Uhr sagt: Chef, es tut mir leid, ich muss jetzt gehen weil der letzte Bus in 10 Minuten fährt. Und die Tatsache, dass eben um 17Uhr der letzte Bus am Tag fährt ist für mich extrem rückständig.

Man kann argumentieren: Wo keine Nachfrage, da kein Angebot. Schon klar, dann sehe ich mich auch aufgrund der zwar besseren aber immer noch mäßigen Arbeitsmarktsituation eben gezwungen der Umwelt ein weiteres Auto zuzumuten.
Demon17Ja das ist wirklich blöd mathea, kannst Du nicht einfach nach Attendorn ziehen? Ich meine das kann sich ja echt negativ auf Deine Beruf auswirken. Oder versuch doch ,al eine Fahrgemeinschaft zu Grtünden. Ob Du wirklich für 1000€ ein Auto bekommst, das auch ohne große Reparaturen dauerhaft fährt ist fraglich. Ich meine wenn Du 2 Jahre Gewährleistung hast, bist Du auf der sicheren Seite, aber kauf auf keinen Fall "im Kundenauftrag abzugeben" weil dann ist die Kiste garantiert kaputt und Du hast keine Garantie. Am besten Du kennst jemand der wirklich Ahnung von PKW´s hat und gehst mit dem ein Auto kaufen. Auch solltest Du einen günstigen Schrauber kennen, der fair ist, sonst kannst Du übel draufzahlen. Auf jeden Fall Verbrauch, Versicherung und Steuern vorher kalkulieren und vergleichen, das bringt ein par Hunderter im Jahr.

lg

demon17
mathea@Demon, Umziehen wäre an und für sich eine Idee, aber ich bin vor 2 Monaten erst nach Olpe gezogen. Das klingt vielleicht blöd, aber in ein noc kleineres Kaff möchte ich eigentlich nicht ziehen.

Fahrgemeinschaft habe ich jetzt gebildet, aber die Dame, die mich mitnimmt, ist irgendwie nicht sehr erbaut davon. Insofern fürchte ich, dass das u.U. nicht lang gut geht.

Klar, man bekommt für 1000€ keine Luxukarosse. Aber was soll ich tun?

Dennoch vielen Dank für die Ideen!
moreDa habe ich auch eine schöne Geschichte beizusteuern.
Es war der erste Schultag diesen Jahres. Ich musste ins ca. 60 km entfernte Karlsruhe fahren. Mitten in die Stadt wo alle Parkplätze sauteuer und selten sind...
Also, denk ich mir, fahre ich mit der DB... *g* Ich muss ja nur 15 Minuten zum Bahnhof gehen.
Der Tag war sehr wichtig für mich. Ich hatte meine Vereidigung, weil ich eine Ausbildung als Lehrerin angefangen habe, an diesem Tag.
Im Brief vom Regierungspräsidium stand: Wenn Sie nicht pünktlich erscheinen und sich vorher nicht entschuldigen, werden sie nicht vereidigt....
Also, ich stand am Bahnhof, hübsch aufgebrezelt im Blüschen, weil ja auch im Schreiben stand: Angemessene Kleidung zu tragen (...) für diesen feierlichen Augenblick.
Klar, man wird ja nicht jeden Tag vereidigt. Man schwört ja nicht jeden Tag einen Eid auf das Grundgesetz und die Verfassung.

Voller Vorfreude stand ich also am Bahnsteig. Aber kein Zug. Ich wurde nervös. Eine halbe Stunde später, kein Zug... Langsam wurde ich panisch. Ich war jetzt schon zu spät.
Eine Stunde später... kein Zug. Panisch und mit Tränen in den Augen rief ich beim Regierungspräsidium an. Ich komme, ganz bestimmt, bitte lasst mich noch mitmachen!!!!
Irgendwann kam endlich der Zug, nach 2 Stunden Verspätung!

Ich kam natürlich wie eine Idiotin in die Vereidigung geplatzt. Sehr peinlich, eine Erstattung oder Schmerzengeld habe ich bis heute nicht bekommen!
matheaMan, das ist natürlich der Hammer!

Ich hoffe, du bist immerhin noch vereidigt worden? Da rutsch einem wirklich das Herz in die Hose!
Lady Morguemeine geschichte vom letzten sonntag, die ich schon mal in nem fk niedergeschrieben hab:
[QUOTE][i]Original geschrieben von Lady Morgue [/i]
[B]es is sonntag nachmittag... leicht verkatert und wenig schlaf, aber nunja. ich hab mein ca 10 kilo "täschen" gepackt und bin eigentlich abfahrbereit....am bahngleis stell ich natürlich erst fest, dass mein zugticket immer noch neben dem bett liegt *argh*. in 10 min fährt mein zug! ein blick ins portemonnaie offenbart mir gähnende leere...scheiße! also zum ec-automaten und dann ab zum bahnschalter. problem geschildert und die auskunft bekommen, dass ich mich gleich ans zugpersonal wenden sollte. die würden dort meine personalien aufnehmen und mir dann zitat "einen gelben schein" aushändigen, den ich innerhalb von 14 tagen an nem schalter zusammen mit dem gültigen ticket, welches mir d. dann nachgeschickt hätte, vorlegen kann. das würde nur ne bearbeitungsgebühr von ca 7€ kosten. super denk ich mir.
im zug:
ich setze mich also gleich in den ersten wagon, wo normalerweise die fahrräder, kinderwagen usw ihren platz finden.
"gelben zettel? kenn ich nicht. also dieses evtl. nicht vorhandene ticket haben sie vergessen?" ich denke mir o0(du trottel! von wegen evtl.! das ticket is vorhanden und ich hab es lediglich vergessen. gut, meine schuld, aber ich bin nicht so doof, dass wenn ich schwarz fahren wollen würde, dass DIR dann noch auf die nase zu binden.).
es folgte also eine ca halbstündige diskussion, wie wir das nun am besten regeln. in dem abteil saß noch ein schwerbehinderter rollifahrer, der, nach seinem sprachcomputer zu vermuten, nicht sprechen konnte. dieser rollifahrer fährt mir also während des gesprächs leicht gegen den fuß und hält uns einen zettel entgegen. ich hab erst nicht geschnallt, was er von uns wollte, aber der schaffner wohl, der dann ganz entrüstet meinte "achso, sie wollen sie als begleitperson umsonstmitnehmen? also das geht nun wirklich nicht! da hättet ihr euch früher absprechen müssen! außerdem müssen sie (der rollifahrer) ja eh schon in brandenburg aussteigen, das geht also nicht. außerdem sind wir ein betrieb wie jeder andere und auch auf das geld angewiesen!". DAS war der moment, wo der schaffner das letzte fünkchen an der ohnehin schon kaum vorhandenen sympathie meinerseits verloren hat. am liebsten hätte ich ihm meine fingernägel ins gesicht gerammt...aber ich bin ja gut erzogen, setze ein zuckersüßes lächeln für den rollifahrer auf und bedanke mich für sein liebes angebot. und da ich, anders als der schaffner vermutete, sehr wohl zahlungsfähig war, kaufe ich erneut ein ticket für umgerechnet ca 54€, nachdem mir der schaffner versicherte, dass ich, wenn ich beide tickets an nem schalter vorlege gegebenenfalls die differenz zurück bekomme und eben diese bearbeitungsgebühr bleche...arschloch!
[/B][/QUOTE]

die ganze sache steht auch noch aus und ich werde es sicher net vorort in unserem kleinen kaffbahnhof regeln, sondern mich gleich an die nä zentrale wenden! der nette junge mann am schalter in berlin hat mir quasi versichert, dass das mit diesem ominösen "gelben schein" zu regeln sei, weil ich auch nochmal extra nachgefragt hab, ob das so wirklich klappt.

auch nett die geschichte auf der fahrt nach mannheim. ich musste in kassel oder so umsteigen und hatte nicht viel zeit. ich höre gerade noch die durchsage, dass mein anschlusszug von einem anderen gleis abfahren wird. am bahnsteig herrscht das chaos, weil etliche leute dort umherirren und keiner mehr den durchblick hat. mein überfüllter zug steht schon am gleis. in der einen tür standen schon einige leute und auch ein schaffner. um sicher zu gehen, dass ich die durchsage richtig verstanden habe, frage ich also diesen schaffner, ob dies denn der zug richtung mannheim is und bekomme die pampige antwort "ich bin nicht im dienst!" :eek: also echt mal! ein kleines "ja" hätte doch gereicht. selbst wenn er nicht im dienst is, sollte er doch wissen in welche richtung er fährt. aber ne, die antwort bekam ich dann von den anderen passagieren, die in der tür standen.

aber um mal auch ne nette geschichte beizusteuern: es war ne relativ kurzfristig geplante fahrt nach hamburg glaube ich. ich wollte mein ticket im zug lösen. nach ca. 60km kam dann auch endlich mal eine schaffnerin und ich leier meinen text runter "einmal lösen von bis bitte." usw.. sie meinte dann" ui da sind sie ja schon länger unterwegs...ich berechne ihnen den fahrschein mal von der letzten station, weil sie so ehrlich waren!" sie hat mir also einfach mal so ca. 20€ geschenkt!

aber solche netten geschichten sind scheinbar doch eher selten. wenns geht fahr ich auch lieber mit meinem auto, worauf ich auch angewiesen bin! in meinem kaff gibts keinen bahnhof, sondern erst 10km weiter und die buslinien fahren nur stündlich werktags. aber bei längeren strecken is es einfach günstiger mitm zug (es sei denn es fährt noch jemand mit mitm auto und man teilt sich die tankfüllung) und mitfahrzentralen sind jetzt auch net so das wahre für mich, weil ich nur ungern mit fremden leuten fahren möchte.
Demon17Ich hatte ein Praktikum in Bonn. Da ich wegen eines Arbeitsunfalls an Krücken ging, nahm ich die Bahn. Eines Freitags hatte der Zug wohl Verspätung und nicht nur dieser. Die Lautsprecherdurchsagen überstürzten sich und waren kaum zu verstehen. 5 Minuten nach der Abfahrtszeit kam endlich der ICE. Da der Zug schnell in den Bahnhof fuhr, konnte ich den Namen nicht lesen. Er sah aus wie immer und ich stieg ein. Als ich den Schaffner fragte ob ich im richtigen Zug saß, erfuhr ich, das es in die falsche Richtung ging. Niemand konnte mir Auskuft geben, wie ich nun nach Bielefeld kam. Ich stieg aus und nahm einen Regionalzug. Irgendwann ging es nicht mehr weiter und ich verbrachte die Nacht auf einem Abstellgleis in Oberhausen. Danach bin ich dann trotz der Verletzung doch lieber Auto gefahren und habe insgesamt 50 DM pro Woche gespart, da ich auch keine Nahverkehrskarte mehr brauchte. Ganz abgesehen davon, das ich in dr halben Zeit zu Hause wahr und kein Taxi mehr brauchte, weil ich von Bielefeld zwei Busse nehmen musste. Der erste traf meist ein, wenn der Anschlussbus grad wegfuhr.
MondsilbertaufeWenn man für ein Auto kein Geld hat, ist ein Moped eine gute Alternative.
Über den Versagerverein Bahn ärgere ich mich schon lange nicht mehr.
matheaIch werde mehr und mehr vom Debakel Bahn bestätigt. Die können doch augenscheinlich nichts weiter als heiße Luft in den Äther blasen. Da weiß die eine Hand nicht was die andere tut.

Ist hier vielleicht ein Bahnangestellter der das Gegenteil behaupten kann?

Moped oder Roller sind schon klasse, aber unpraktisch. Wenn man viel mit Kunden zu tun hat und als Frau auch noch längere Haare hat...ich kann mich schlecht im Hosenanzug auf das Krad setzen. Oder tut das vielleicht jemand und ich stelle mich nur an?
bradógDeutschland hat das dichteste Schienenverkehrsnetz der Welt und wenn da mal was außer der Reihe passiert, z. B. ein Lok- oder Oberleitungsschaden, so zieht diese Störung weite Kreise. Von daher kann ich schon verstehen, daß sich das alles nicht so einfach miteinander koordinieren läßt und Verspätungen oder Komplettausfälle die Folge sind.

Was ich jedoch absolut nicht nachvollziehen kann ... seit einem guten halben Jahr bin ich mit der Bahn in Richtung Nürnberg unterwegs. Ohne zu übertreiben kann ich sagen, daß während dieses Zeitraums der Zug ganze 3 x pünktlich war, mehrere Male komplett ausfiel, ansonsten zwischen 5 - 15 Minuten Verspätung hatte, ich morgens noch nie einen Sitzplatz ergattert habe und der Zug manchmal dermaßen überfüllt war, daß die Türen fast nicht mehr zugingen. Ich könnte das alles ja noch einigermaßen akzeptieren, wenn die Fahrpreise nicht ständig steigen würden. Dafür daß der Service immer schlechter wird, auch noch mehr zu bezahlen, das kann es ja wohl nicht sein!

Da ich auch desöfteren mit dem ICE quer durch Deutschland unterwegs war und in Anschlußzüge umsteigen mußte, habe ich hiermit allerdings eher gute Erfahrungen hinsichtlich Pünktlichkeit und Service gemacht. Nehme mal an, daß für die Bahn der Fernverkehr einen höheren Stellenwert hat, als der Nahverkehr.
matheaDas Problem bzgl. steigender Fahrpreise kenne ich zudem auch vom Busfahren. Nicht, dass die Busse nicht ausgelastet sind, im Gegenteil. Ich frage mich eher, warum im Regionalverkerh auf dem platten Land hypermoderne Busse mit sprachlicher Haltestellenauskunft eingesetzt werden? In großen Städten mit regen Tourismus mag dieser Buseinsatz sinnvoll sein. Aber am A... der Welt wo allerhöchstens Pendler und Schüler Bus/Bahn nutzen? Ich weiß nicht.

Ich bin bisher 10 Mal mit dem Zug morgens gefahren, er war 3 Mal zu spät und kam einmal ersatzlos gar nicht. Und zudem gibt es auch nichts Widerlicheres als Regionalbahnen mit Toiletten in der 2. Klasse. Ekelhaft!

Und soweit ich das beurteilen kann sind die Fernverkehsnetze eben aus dem Grund so gut, weil darüber größtenteils auch der Güterverkehr abgewickelt wird.

Klar, in anderen europäischen Ländern sieht das noch wesentlich desaströser aus. Allerdings sieht man es in Italien auch nach meiner Erfahrung nicht so eng mit der Pünktlichkeit.

Es ist wirklich ärgerlich. Man sollte doch eigentlich meinen, dass man für sein Geld auch etwas verlangen kann.
matheaDas glaube ich gern. Aber ob man 5 Minuten vor oder nach dem vereinbarten Termin eintrift ist nun wirklich meist nicht besonders wichtig.
matheaStimmt. Deswegen musste ich wegen 15 Minuten Verspätung durch den Zug und Verfahrerei der Taxifrau 45 Minuten an meine reguläre Arbeitszeit anhängen. Betriebsinterne Regelung, nicht schön aber selten.
Lady Morgue[QUOTE][i]Original geschrieben von mathea [/i]
[B]Und soweit ich das beurteilen kann sind die Fernverkehsnetze eben aus dem Grund so gut, weil darüber größtenteils auch der Güterverkehr abgewickelt wird.[/B][/QUOTE]

richtig. es gibt sogar einige größere betriebe, die deswegen auch extra verträge mit der bahn abgeschlossen haben.
bei uns in der nähe gibts ein stahlwerk mit schichtdienst. damit gewährleistet is, dass die arbeiter auch zu den jeweilgen schichten kommen können, is die bahnverbindung recht gut. will man aber in die nächst größere stadt (in dem fall braunschweig), kann man sich dann auf ca. 1/2 - 1 std wartezeit am bahnhof einstellen, bis der nächste anschlusszug kommt.
das is aber auch net bei allen betrieben der fall. das vw-werk in wolfsburg hat, meines wissens nach, z.b. keinen vertrag (aus naheliegenden gründen) mit der bahn :rolleyes:
Lea B.Man,jetzt gibt es auch keine Raucherabteile mehr.Das war der Horror als wir nach frankfurt gefahren sind.Ich und mein Freund haben uns dann auf's Klo verkrochen,als gerade keiner in der nähe waren.Allerdings,als wir gerade am quarzen waren,hat der zug halt gemacht und es stiegen total viele Leute ein.
Die ham sich auch erst mal einen gegrinst als wir zu zweit wieder rauskamen:D :rolleyes:
ApexIch finde es, gerade beim Fernverkehr, Rauchern gegenüber aber sehr unfair. Zumindest abgegrenzte Raucherabteile sollte man zur Verfügung stellen.
Lady Morguedie raucherabteile gibts aber immer noch in nem ic oder ice ;) nur halt net mehr im regionalverkehr. das is auch son ding von der bahn. eigentlich hieß es ja, dass die generell abgeschafft werden sollten. auf den plänen tauchen sie auch net mehr auf, aber vorhanden sind sie trotzdem :D als raucher bin ich ja recht dankbar dafür, weil ich wie gesagt eigentlich nur den fernverkehr nutze. aber stimmt schon, raucher- und nichtraucherabteile sind blöd (um nicht zu sagen eigentlich kaum) von einander abgetrennt. keine ahnung warum die nicht einfach komplette wagons dafür nehmen, anstatt mehrere zu teilen (wobei es natürlich auch komplette nichtraucher-wagons gibt. nur mal so als anmerkung)...
Lea B.Oder das Raucher Abteil liegt ganz hinten oder ganz vorne am Zug.Dann muss sich der vernünftige Nicht.Raucher auch nicht mehr dadurch zwingen.
Leider ntze ich nur Regionalverkehr,was zu diesr doch etwas peinlichen Aktion geführt hat:rolleyes:
Lea
darkmav[QUOTE][i]Original geschrieben von Lady Morgue [/i]
[B]die raucherabteile gibts aber immer noch in nem ic oder ice ;) nur halt net mehr im regionalverkehr. [/B][/QUOTE]
Das finde ich vernünftig. Solange die Raucher sich in den Raucherabteilen aufhalten stören sie mich nicht. Die Frage stellt sich zudem, ob man - was den Regionalverkehr betrifft - nicht mal 'ne halbe Stunde ohne "Kippe" auskommen kann.

Was allerdings eingeführt gehört sind [i]Nichtkinderabteile[/i]. Es gibt nichts schlimmeres, als wenn sich eine junge, womöglich noch antiauthoritär erziehende, Familie zu Dir ins Abteil setzt, die ihren Blagen freien Lauf läßt. Sobald man sich räuspert, oder zur Mäßigung des Geschreis mahnt, droht dann einem auch noch, als "kinderfeindlich" abgestempelt zu werden. Als ob es den verzogenen Teppichratten es etwas schaden würde, mal ein paar Stunden ruhig zu sitzen, und sich mit einem (Bilder-)Buch zu beschäftigen...

Ansonsten halte ich mich aber sehr viel lieber in Abteilen auf, und ich finde es schade, daß es immer weniger werden. Krasse Typen mit MP3-Player trauen sich meistens nicht in einem Abteil ihren technischen Schnickschnack aufzudrehen - wohl aber im Großraumwaggon.

Bahnfahren ist eben Roulette: Manchmal hat man das ganze Abteil für sich - dann ist es himmlisch; noch viel besser, als auf dem Sofa zuhause. Manchmal aber sind die Züge dermaßen überfüllt und es rennen so viele Schwachmaten rum, daß einem die Augen und Ohren weh tun. Was Verspätungen angeht, sehe ich das nicht so kritisch - insbesondere im Fernverkehr sind die Züge doch zumeist pünktlich. Wenn sich jemand vors Gleis schmeißt ("Betriebsstörung") kann die Bahn ja auch nichts dafür. Problematischer ist da vielleicht der Nahverkehr: Wenn die Züge überfüllt sind oder ein Zug auf den anderen warten muß.

Überhaupt wird der Nahverkehr eher stiefmütterlich behandelt; der läßt sich eben nicht prestigemäßig ausschlachten, wie etwa irgendwelche Höchstgeschwindigkeitsstrecken. Habe das Gefühl, daß immer mehr Ausweichstrecken stillgelegt werden, was ja auch für die Verspätungen verantwortlich ist.

Gerade in der heutigen Zeit (Klimaerwärmung durch CO2-Ausstoß auch des Straßenverkehrs) sollte man den Nahverkehr entsprechend subventionieren, d.h.

1.) das Angebot ausbauen (etwa Schweizer Standard erreichen), und
2.) die Preise senken.

Nur so lassen sich die Leute zum umsteigen bewegen. Finanzieren ließe sich ja sowas leicht mit einer Erhebung der Kfz-Steuer/Mineralölsteuer/Ökosteuer.
LaChatte[QUOTE]1.) das Angebot ausbauen (etwa Schweizer Standard erreichen), und[/QUOTE]

Das ist ein ehrgeiziges Ziel, schliesslich ist es in punkto ÖV der höchste Standard der Welt. Da gibts sogar ICs mit Ruheabteilen, wo nicht nur Kindergeschrei, sondern auch Gespräche am Handy und Unterhaltungen zwischen Passagieren verboten sind. ;)
Lea B.Auch der Wahnsinn:
Ich wollte mit Freund essen gehen.Wir steigen also un die Regionalbahn und fahren nach Siegen.Auf einmal fängt es an zu stinken.Wir gucken und was war?
Mitten im Zug saßen so ein paar Leute und waren am Kiffen.
Wir sind dann auch zum Schaffner,weil so viel Dummheit gehört gestraft!
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von mathea [/i]
[B]Klar, man bekommt für 1000€ keine Luxukarosse. Aber was soll ich tun?
[/B][/QUOTE]

Vielleicht wäre eine Idee einen Trabant zu kaufen. Wenn Du keine Autobahn fahren mußt reciht der vollkommen zu, Wertverlust=0 und reparieren kann man das meiste selbst. Mit Ersatzteilen könnte es außerhalb von Ostdeutschland allerdings schwieriger aussehen, Verbrauch und Steuern (da Stinker) sind auch nicht zu unterschätzen.

Stone
darkmav[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]Das ist ein ehrgeiziges Ziel, schliesslich ist es in punkto ÖV der höchste Standard der Welt. Da gibts sogar ICs mit Ruheabteilen, wo nicht nur Kindergeschrei, sondern auch Gespräche am Handy und Unterhaltungen zwischen Passagieren verboten sind. ;) [/B][/QUOTE]
Alpenländle rulez!

Das sind ja traumhafte Zustände :-) Unter diesen Bedingungen würde ich mir die Anschaffung eines Autos (auch wenn ich mir dann mal eins leisten könnte) ernsthaft überlegen.

So etwas nenne ich mal real praktizierter Umweltschutz, und nicht diese Gängelei um das Dosenpfad, was wir hier in Dtl. haben. Letzteres ist übrigens ein Grund [b]für[/b] die Anschaffung eines Autos (weil es dann günstiger ist, Bier in Kästen zu kaufen, da man ansonsten immer so 'ne "Flaschenwirtschaft" rumstehen hat). Ist aber ein anderes Thema...

Aber ich denke, Manager bei der Bahn wäre mein absoluter Traumjob: Ich würde dann einfach mit 'nem Block bewaffnet in der Gegend rumfahren, und mir die ganzen Mißstände aufschreiben - danach dann im Team überlegen, wie sich diese beseitigen lassen. Oft führen schon ganz kleine (und kostengünstige) Maßnahmen zum Erfolg.
darkmav[QUOTE][i]Original geschrieben von Stonehenge [/i]
[B]Vielleicht wäre eine Idee einen Trabant zu kaufen. Wenn Du keine Autobahn fahren mußt reciht der vollkommen zu, Wertverlust=0 und reparieren kann man das meiste selbst. Mit Ersatzteilen könnte es außerhalb von Ostdeutschland allerdings schwieriger aussehen, Verbrauch und Steuern (da Stinker) sind auch nicht zu unterschätzen. [/B][/QUOTE]
Und vor allem gibt's da keine nutzlose Elektronik, die selbst gestandene Automechaniker nicht mehr kapieren... ;)

Wenn ich ein Auto hätte, wäre ich gerne in der Lage, die Maschine ins kleinste Detail zu [i]verstehen[/i]. D.h. sie auch selbst reparieren bzw. modifizieren zu können.

Wertverlust=0 ist auch nett ausgedrückt ;) Ich schätze durchaus, daß der Trabant so langsam wieder an Wert gewinnen müßte, da funktionstüchtige Rennpappen auf den Straßen immer seltener werden, und diese Kisten ja Inbegriff von NOstalgie sind.

Du sagst es: Einziger Wehrmutstropfen an den Rennpappen ist, daß diese Wägelchen alles andere als umweltfreundlich sind. Sie sind deshalb meiner Meinung nach nicht zum täglichen Gebrauch geeignet, sondern sollten allenfalls als "Oldtimer" eingesetzt werden.
matheaTolle Idee @ stone und dark! Wo kann ich so ein neuwertiges Ding erstehen? Wieviele Jahre muss ich warten? Passt ein CD-Wechsler in den Kofferraum? Oder ist der Trabant gar Heckbetrieben?

Ich liebe Oldtimer!

Noch eine tolle Story von der Bahn: Wir fuhren von Berlin nach Köln, hinter unseren Abteil gab es ein Racuherabteil. In diesem saß ein Stammtisch von älteren, sich betrinkenden, lautstarken Damen. Meine Begleiterin ging in dieses Abteil um zu rauchen und musste sich von den Damen lauthals verscheuchen lassen, weil die Damen nicht rauchten. Also geht meine Kollegin zum Bahnpersonal um sicj zu beschweren. Und was brachte es ihr? Der Typ meinte, er könne (wolle) nichts tun. Sehr klasse! Never change a winning team! (alte Damen=unotivierte Angestellte).

Ist hier denn kein Bahnsymphatisant?

(Nicht, dass ich jemanden vermissen würde....)
Lea B.Keine Rauche,kiffer in Regionalbahn,Verspätungen,stress.Eigentlich Nein.
Aber ohne die Bahn wären wir ganz schön aufgeschmissen.
Klartext:Wir hassen sie,aber wir brauchen sie!
matheaSorry, Lea, Bahn hin oder her. Aber ich brauche jemanden auf den ich mich verlassen kann, vor allem wenn ich dafür bezahlen soll und anhängig bin von starren Fahrplänen.
Lea B.Stell dir vor,jeder würde sagen,ich kann mich nicht auf die verlassen,dann würden alle nur noch Auto fahren.Das gäb ein Chaos.
matheaDa stimme ich dir zu. Aber leider bleibt mir wohl keine andere Wahl...
OdessaDarkmav: kann mich Dir nur anschließen - Alpenländle rulez dahingehend auf jeden Fall, von diesen traumhaften Zuständen in der Schweiz habe ich schon öfters gehört :).

"Die Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs am Tegernsee und hier speziell die Verbindung Gmund - TegernseeOrt - Wildbad Kreuth betreffend" oder "Wie Odessa zu einem Arbeitsplatz NICHT kam":

Um einen Arbeitsplatz in der Klinik in Wildbad Kreuth (wenige KM hinterm Tegernsee, fast an der tirolerischen Grenze gelegen) zu erreichen von meinem Wohnort aus, dauert es mit dem Auto keine 20 Minuten. Es fahren auch einige Buslinien am Tegernsee, wir haben hier eine BOB (Bayer. Oberland-Bahn) die stündlich verkehrt, superzuverlässig, alles kein Thema.

Problem ist nur: ich wohne mit meinem Hof so ziemlich exakt 45 meter zu weit "südlich", um schon zum Sammeltaxi-Gebiet für Tegernsee zu gehören, und somit gehöre ich wegen dieser paar Meter noch zum Sammeltaxi-Gebiet Rosenheim (zuständig für Hausham, Miesbach, Schliersee etc.). Das Sammeltaxi ist ein öffentliches Verkehrsmittel, welches zur jeweils halben Stunde fährt und hierfür mit einer Mindestvorbestellzeit von einer Stunde angerufen werden muß, um Leute dann zu exponierten Orten in den einzelnen Städten oder Dörfern zu bringen (Krankenhaus, Schulen, Museen, private Einödhöfe, Bahnhöfe, Busstationen etc). Als ich nun zu der anvisierten Arbeitsstelle - die einzig freie in dem Kreis seit über einem halben Jahr damals und ich hätte sie dringendst und gerne angetreten - fahren wollte, hätte sich dies so gestaltet:

Um 5.30 das Sammeltaxi anrufen, damit es um 6.30 an meinem Hof (ich habe eine eigene Haltestelle dort, als Einödhof der km-weit von sämtlichen anderen Haltestellen entfernt ist) erscheinen möge und mich für ca. 5 Euro zur Haltestelle "Am Schuß", kurz vor Gmund, fahren möge. Denn nur bis dorthin darf mich das Sammeltaxi fahren denn hinter "Schuß" beginnt der Landkreis Tegernsee und somit die Zuständigkeit des Sammeltaxis Tegernsee.

Ich wäre dann also um 6.40 in etwa am "Schuß" gewesen. Hätte dort dann auf das Sammeltaxi aus Tegernsee gewartet, das frühestens um 7.00 erschienen wäre denn Sammeltaxis kommen ja nur alle halbe Stunde (keine dreckigen Witze jetzt bitte, sie kommen immerhin öfter als Weihnachten); dieses Taxi bringt mich dann für ca. 6,50 Euro vom "Schuß" nach Gmund am Tegernsee, wo der Busbahnhof ist. Dort wäre ich dann gegen 7.10 spätestens eingetroffen.

Der Bus, den ich benötigt hätte um nach Kreuth zu kommen, fährt dort um 7.12 weg. Hätte ich es geschafft, in 2 Minuten den Taxifahrer zu bezahlen, das Formular zu unterschreiben das man immer unterschreiben muß, hat man das Sammeltaxi benutzt, und hätte es weiters geschafft, in den verbleibenden ca. 30 Sekunden dann von der AST-Haltestelle über die Kreuzung zum Busbahnhof zu laufen um dort um 7.12 in den Bus zu keuchen, der mich nach TegernseeOrt bringt, hätte mir das .... gar nichts geholfen.

Denn - Achtung jetzt kommt´s - der Bus, der dort nötig gewesen wäre um mich von TegernseeOrt nach Wildbad Kreuth zu bringen, fuhr dort schon um 6.50 los.

Nun hätte ich natürlich trotzdem mit dem Bus von Gmund um 7.12 losfahren können und wäre um ca. 7.30 in TegernseeOrt gewesen und hätte dort bis 10.45 auf den 2. Bus, der nach Wildbad Kreuth fährt, warten können. In der Zeit, so hatte ich mir schon überlegt, hätte ich täglich mit einem fliegenden Lederwarenstand vielleicht einen Zuverdienst erwerben können oder mit dem Verkauf von belegten Brötchen, whatever, mir wäre schon was eingefallen um die Wartezeit von 3 Stunden zu überbrücken.

Blöd und waaahnsinnig unflexibel war halt nur die Meinung des Arbeitgebers, daß es ihm so gar nichts helfe wenn die Frau H. als Sekretärin der Klinik erst mal gegen Mittags um 12 in etwa einträfe für ihren Job, der - da es eine Halbtagsstelle vormittags war - nur bis 13 Uhr gegangen wäre.

Was mich - nur um es weiterzuspinnen - dann allein für die HINFAHRT, hätte es geklappt, täglich gekostet hätte:
- 1. Sammeltaxi 5 Euro
- 2. Sammeltaxi 6 Euro
- 1. Bus ca. 1,60 Euro
- 2. Bus nach Kreuth, der über halb Oberbayern fährt dann: ca. 3 Euro

Macht 15,60 Euro für eine einfache Fahrt und nein, es gibt kein Abo oder Streifenkarten fürs Sammeltaxi und bei den RVO-Bussen auch nur begrenzt wie bei Schwimmbädern, wo man dann bei 10 Streifen irgendwie 20 Cent spart.

Bei täglicher Hin- und Rückfahrt wären das also über 31 Euro gewesen, bei 21 Arbeitstagen im Monat *rechen rechen* 650 Euro und mein Halbtagsgehalt brutto im ÖD hätte 980 Euro betragen dort ohne Übernahme der Fahrtkosten denn solche Luxus-Sozialleistungen jibbed für ÖD-Leuts nicht. Also war es Essig mit der Stelle aufgrund u. a. eines Busses, der eine halbe Stunde zu früh losfuhr in TegernseeOrt. Aber auch wenn das geklappt hätte, hätte ich spätestens in den Ferien ein Problem gehabt denn dieser Bus fährt nur zu Schulzeiten und das Sammeltaxi soll dank GRÜNER ach so umweltfreundlicher und bürgernaher Politiker hier abgeschafft werden weil es "den Gemeinden zu teuer kommt".

Freiheit und Flexibilität hat einen Namen und er lautet Auto - zumindest hier in den Bergen und auf dem Land, wo man allein schon aus erwähnten Naturschutzgründen nicht auf 1.500 Metern Höhe eine U-bahn bauen kann und wo die allermeisten Leute ein Auto haben da sie Höfe zu versorgen haben wo man kisten- und säckeweise Futtermittel, Baustoff, Lebensmittel für noch intakte Großfamilien mit 4 Generationen unter einem Dach usw. zu transportieren hat.

Die öffentlichen Transportmittel sind hier, wie gesagt, eigentlich wirklich gut ausgebaut, vor allem für die Touristen: jede Attraktion, jeder Ort, ist mit Bussen und Bahnen erreichbar - wenn man nicht morgens auf allesumfassende Anschlußverbindungen angewiesen ist ortsübergreifend; und die Touris bekommen sogar am Tegernsee die Fahrten umsonst mit einem speziellen Touristenticket, da man verhindern will daß die Orte noch mehr mit den Autokolonnen zugestaut werden. Aber der Einheimische, der morgens um 5 oder 7 in seine Arbeit muß, der hat halt unter Umständen - wie in meinem Fall mit Bad Kreuth - echt das Nachsehen weil da zu der Zeit kein Hinkommen ist wo ich es arbeitstechnisch gebraucht hätte.
darkmavZur Preisgestaltung der DB:
Diese Vielfalt an Tarifen hat nur einen Zweck: Den Kunden zu verwirren. Die Bahn kalkuliert ja schon damit, daß die Kunden (bzw. die Bahnberater) in 95% der Fälle nicht in der Lage sind, das billigste Angebot auszuwählen.

Sicherlich ist es möglich für 29 Ömmels durch ganz Deutschland zu gurken, aber nur wenn:
- Du Deine Karte über das Internet bestellst
- Du mindestens 4 Wochen vorher buchst
- Du exakt den Zug nimmst, für den Du dich angemeldet hast. Wenn Du 'nen Anschluß verpaßt (auch wenn Du gar nicht schuld warst), hast Du Pech gehabt.

Dann gibt es noch Wochenendticket, Baden-Württembergticket, Comfort-Programm, Bonus-Programm, Sparpreis, Supersparpreis usw.

Fände es am besten (auch wenn ich dann manchmal draufzahlen würde), es gäbe einen Preis um an ein Ziel zu kommen. Bei diesem Modell gäbe es zwar keinen Supersparpreisschnickschnack mehr, aber: Die reguläre Bahnfahrt würde billiger werden, und das ist es ja, worauf es ankommt. Die Bahn könnte ihren Vorteil, im Gegensatz zum Flugzeug ein flexibel einsetzbares und unkompliziertes Verkehrsmittel zu sein, voll ausspielen.

Allerdings könnte die Bahn dann nicht mehr mit den 29 Euro für ganz Deutschland Werbung machen. Was in der heutigen Zeit wohl fatal wäre, wo es nur noch auf Marketing und Klingeltöne ankommt.

Die Bahncard halte ich allerdings für eine gute Sache. Auch die Staffelung in BC25, BC50 und BC100. Daß die Bahncards überproportional teurer werden, zeigt allerdings, daß dieses Angebot vom Kunden auch angenommen wird.

@Auto vs. Bahn:
Trotz allen Widrigkeiten bin ich überzeugter Bahnfahrer. Besonders im Fernverkehr ist das Reisen mit der Bahn sehr komfortabel und auch schnell geworden. Und vor allem - und das ist für mich der wichtigste Grund, auf die Bahn umzusteigen - umweltfreundlich.

Allerdings ist der Nahverkehr schon ziemlich mies: Dauernd überfüllte und verspätete Züge, abgefuckte Kleinbahnhöfe, irgendwelches laut Handy- und MP3-Player konsumierendes Gesocks lassen mich ernsthaft darüber nachdenken, ob ich nicht aufs Auto umsteigen werde. Naja... Im Sommer bin ich meistens mit dem Fahrrad unterwegs; ist schließlich auch gut für die Gesundheit.
OdessaRadfahren im Sommer - gute Option. Blöd nur wiederum hier, wo 5-7 Monate im Jahre teilweise meterhoch der Schnee liegt (Alpen) und man auch mit Bussen dann manche Straßen gar nicht mehr befahren kann, geschweige denn mit Fahrrad.
darkmav[QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i]
[B]Radfahren im Sommer - gute Option. Blöd nur wiederum hier, wo 5-7 Monate im Jahre teilweise meterhoch der Schnee liegt (Alpen) und man auch mit Bussen dann manche Straßen gar nicht mehr befahren kann, geschweige denn mit Fahrrad. [/B][/QUOTE]
Naja... Radfahren ist nur manchmal eine Alternative zum ÖPNV/ zum Auto. Auch in der Kurpfalz regnet es (und das gar nicht zu selten). Außerdem darf die Strecke nicht zu weit sein und die Steigungen nicht zu beträchtlich (was ja in den Alpen ein Problem werden könnte).
Odessa;) Genau das ist es. In meinem Job würde es auch heißen, daß ich - sh. die anvisierte Stelle in Kreuth - auf dem Rad täglich knappe 50 km zurücklegen würde (nur im Sommer möglich, wie gesagt) was ich momentan zwar täglich abends auf dem Trimmrad mit 20-25 km mache, aber nicht täglich gezwungenermaßen machen MÜSSEN möchte (sorry, blödes Deutsch) wenn ich dann noch "frisch und gepflegt" im Chefsekretariat zu arbeiten habe in einem Kostüm mit entsprechend feminin-klassischem Schuhwerk, welches ich dann in einem Köfferchen immer mit mir führen müßte damit ich mich nach meiner Radlarbeitswegtour erstmal wieder duschen und bürofreundlich umziehen kann;-)
LaChatte[QUOTE]Mir als Schweizer ist die DB sympathisch, weil sie doch recht günstig ist (im Vergleich zur schweizer Staatsbahn), Angebote wie das Länderticket oder das Wochenendticket find ich einfach klasse.[/QUOTE]

hi serene-fall

so teuer sind die SBB gar nicht, vor allem nicht, wenn man ein Halbtax hat. Da sind die französischen Bahnen was ganz Anderes, die für die Strecke Saint Louis-Mulhouse einfach geschlagene 5 Euro verlangen, und wenn man gleich 10 Tickets aufs Mal kauft, sind es immer noch 3.80 einfach. Die Strecke Basel-Liestal, die etwa gleich lang ist, ist da eindeutig günstiger und hat erst noch mehr Anschlüsse, plus Trambillet inbegriffen. Taktfahrplan? - in Frankreich unbekannt. Pünktlichkeit? Naja, wenn man Glück hat... und sonst eben nicht. Ausserdem sind die französischen Bahnhöfe eine triste Angelegenheit, während man in den Schweizer Bahnhöfen Cafés und Läden aller Art findet, die helfen, die Zeit zu vertreiben.

In Deutschland war ich bisher noch nicht oft, aber die wenigen Male haben mir als Erfahrung absolut gereicht... :-/
JunipaEs kommt mir so vor, als müsste man sich schon rechtfertigen überhaupt Auto zu fahren...
Ich will mich mal bekennen: trotz (für mich) perfekter Bus und Bahnanbindung hier in Hamburg, habe ich mir mal erlaubt mein Auto zu behalten.
Schon allein aus dem Grund um sperrige oder große Teile zu transportieren.
Ich bin zwar nich unbedingt schwächlich, will aber trotzdem keine 3 Säcke Katzenstreu durch die Straßen schleppen. Für "normale" fahrten nehme ich schon aus Gründen der Bequemlichkeit lieber die Bahn - da erspart man sich auch noch die Parkplatzsuche.
Letztendlich kommt es doch darauf an wofür man das Auto benutzt. Wenn man wirklich so ab vom Schuß wohnt lohnt sich ein Auto einfach, oder meinetwegen ein Roller oder Moped. Man müsste ja auch mal den Zeitwert dagegen rechnen.
Der Spaß hört für mich auf wenn jemand 500 m zum nächsten Kiosk fährt, oder ähnliches - alles schon erlebt. Da denke ich mir dann schon: Jaa...Benzin ist noch nicht teuer genug.

Zum Thema Fernverkehr. Stimmt schon, es ist praktisch und bequem, aber auch sauteuer, wenn man eben nicht so ein Superangebot der Bahn nutzen kann, aus welchen Gründen auch immer. Wenn ich mir dann das Auto mit Leuten vollpacke komme ich billiger dabei weg.
darkmav[QUOTE][i]Original geschrieben von Anthara [/i]
[B]Also ich bin auch ÖV Benutzerin (Schweizerin) und muss sagen, wir haben schon ziemlich viel Glück in dieser Hinsicht. Klar, die Preise sind meiner Meinung nach wirklich zu hoch, aber im grossen und ganzen ists ne gute Sache. Allerdings werd ich mir später auf jedenfall ein Auto anschaffen, wenn ich es mir finanziell leisten kann. [/B][/QUOTE]
Warum wirst Du Dir ein Auto anschaffen? Denke mal, daß Du ziemlich viel in der Gegend rumfahren mußt (mit vielen Leuten im Auto), damit sich die Anschaffungskosten für ein Auto amortisieren.

Zudem darf man den Umweltschutzaspekt nicht aus den Augen verlieren.

Ich denke, Bahn fahren sollte so billig werden, daß die pro Person emittierte Mengen CO2 gleich viel kosten.

Rechenbeispiel: Mit der Bahn verursache ich auf 'ner Strecke von 1000km eine Einheit CO2; mit dem Auto vier Einheiten CO2; mit dem Flugzeug sechs Einheiten CO2.

Nun kostet das Auto auf diese Strecke 200 Euro; dann sollte Bahn fahren 50 Euro und Flugzeug 300 Euro kosten.

Ich denke, gegeben diese Kalkulation (die sich schließlich durch politische Maßnahmen -> Erhöhung der Ökosteuer bzw. Subvention der Bundesbahn realisieren ließe), würden viel mehr Menschen von der Straße auf die Schiene umsteigen.
noemdas is schon ne wahre hassliebe, das mit der bahn...

bin jahrelang von ab nach ffm gependelt (zur schule) und hab wirklich fast alles erlebt- und meistens leider eher negatives. das die bahn unpünklich und überfüllt war- darüber hab ich mich schon gar nicht mehr aufgeregt.
als ich dann von mz nach darmstadt zur fh gependelt bin (mit semesterticket) kam ich mir schon königlich vor weil da ein ec ging der direkt durchgefahren ist und im ggs. zum fahren mit dem auto mind. ne halbe stunde gespart hat. der ec war immer gut gefüllt aber nicht übervoll- dann gabs ne umfrage im ec die (angeblich) zu tage förderte das kaum jemand den benutzt und deshalb sich nicht rentieren würde. also wurde er abgeschafft. also nur noch mit regionalbahn fahren die nichmal genug waggons hat- ergo: alle haben sich -tuns wahrscheinlich heute noch- totgetreten morgens.
danke deutsche bahn.
aber naja.
weil ich kein semesterticket mehr hab- und fertig mit studium bin und aufm ländle wohn, fahr ich gar nicht mehr mit dem ÖVP. ich fahr auto, besser motorrad wenn ich in die stadt muss wg. parkplatz.

Nur am Wochenende ist mir was krasses passiert:
wollte mit nem freund nach münchen- tolles wochenendticket zu zweit einfache fahrt für 61euro, echt ganz günstig, aber zuggebunden. weil wir nicht in worms parken wollten (in münchen wollten wir ein auto abholen und damit zurück fahren) hat uns ein freund an den bhf fahren wollen. also wir alles gepackt und wirklich genug zeit um dahinzukommen. fahren über die käffer los und stehn im stau! da war also in eich gerade die motorradsegnung vorbei und tausende von bikern auf einer rundfahrt. hätt ich eigentlich wissen müssen aber da die strasse nicht abgeriegelt war, kein schild, kein polizist usw. wussten wir nicht was los war. wir hätten auch noch wenden können hätten wir es gewusst. also irgendwann gehts ein stück weiter und die tausend biker kommen uns entgegen, eigentlich wär es ja kein problem wenn nicht vor uns ein unfall gewesen wäre. polizei, Krankenwagen, Hubschrauber, nix ging mehr. der total überforderte polizist hat es nicht gebacken bekommen den Verkehr zu regeln.

letztendlich war es für worms zu spät und auch als wir dann (die letzte möglichkeit) nach mannheim an den bhf kamen, war der zug natürlich gerade weg. ticket verfallen, regulär kostet es 120 euro pro nase. also einfach mal beim ticketschalter gefragt. *flunker* der anschlusszug hatte verspätung... wir bekamen einen gutschein ausgestellt der allerdings nur gültig mit der bestätigung von der servicestelle (ist ja klar) das der zug tatsächlich verspätet gewesen ist. naja. wir habens trotzdem versucht- dem echt stoischen menschen dort eine total abstruse geschichte erzählt. irgendwas von motorrädern und verspätung... der hat es natürlich geblickt wo der hase läuft, hat gegrinst und gesagt: ich schreib euch mal 50 min verspätung auf. gute fahrt.
das war ja so geil!
das hat sicherlich für einige ärgerliche situationen in früheren zeiten entschädigt.:D

noem
Black Reaper@darkmav: Ganz so schlimm ist die Bahn doch nicht... Wenn du einen Anschluss verpasst, ohne dass dich daran die Schuld trifft, dann musst du dir das nur von einem Schaffner bestätigen lassen... Wie wahrscheinlich es ist, einen solchen anzutreffen, ist allerdings die andere Frage...


Allgemein muss ich sagen, die Bahn sollte sich vor allem wieder auf den Nahverkehr konzentrieren, denn wo holt die Bahn die meisten Gewinne rein? Richtig, mit den Pendlern... Ich, der momentan immer ein Auto zur Verfügung hat und mit den Kosten kein Problem, muss trotzdem immer wieder feststellen, wie es ist, wenn man nicht in Dortmund wohnt, sondern in der Nachbarstadt... Hier fahren abends die Züge allenfalls bis halb 1, was ich für einen Ballungsraum wie das Ruhrgebiet teilweise für absolut lächerlich halte... Dazu kommt noch, dass man manchmal Angst haben muss, in den letzten Zug zu steigen, denn da kommen dann des Öfteren nette Kombinationen wie Türken, Russen und Nazis zusammen... Das alles zusammengenommen ergibt bei ausreichender Anzahl eine ordentliche Schlägerei... Blöderweise gibt's die Schaffner auch nur in marginaler Anzahl, ich sehe auf 10 Abendfahrten vielleicht ein einziges Mal einen... Nun gut, könnte man meinen, hier im Ruhrgebiet liegt alles eng zusammen, da müsste man ja vielleicht auf andere Nahverkehrsmittel umsteigen können... Das ist beispielsweise in Essen auch richtig, die haben nämlich ein eigenes Nachtverkehrsnetz und um in den hintersten Winkel von Essen (als Beispiel nehme ich E-Werden, für die Ortskundigen), muss man selbst mitten in der Nacht maximal 2 Stunden warten... Es fährt immer noch entweder eine S-Bahn oder ein Nachtbus... Bei mir jedoch, am Rande des Ruhrgebiets fährt der letzte Bus nach Lünen in der Woche um 22.41, man müsste, um diesen Bus zu bekommen, um 22.27 aus der Dortmunder Innenstadt die Bahn nehmen und dann noch Glück haben, dass sie auch pünktlich ist... Am Wochenende sieht's noch schlimmer aus, Sonntags geht der letzte Bus meines Wissens eine halbe bis ganze Stunde früher... Und abgesehen von den teilweise unbenutzbaren Zügen, die aufgrund miserabler Strecken auch alle Nase lang ausfallen, kommt man dann nicht mehr nach Lünen... In Dortmund fährt zumindest jeden Tag der Nachtbus ein oder zwei Mal, aber nach Lünen? Fehlanzeige, Freitags um 2 und um 3.15, samstags noch zusätzlich um 4.30...

Diesen Zustand finde ich für einen Ballungsraum absolut inakzeptabel, denn wo sollte man sonst besser auf das Auto verzichten können als hier? Wenn irgendwer auf dem Land wohnt, wo alle 2 Stunden der Bus kommt und der letzte davon um 15 Uhr abdampft, da kann ich jeden verstehen, der sagt, er könne bzw. wolle nicht auf das Auto verzichten... Wenn ich allerdings hier in der Woche kaum akzeptable Möglichkeiten habe, nach 22.30 nach Lünen zu kommen, dann finde ich das absolut lächerlich... Nicht alles davon ist der "Verdienst" der Bahn, aber dass hier wirklich erfolg- und gewinnversprechender Änderungsbedarf vorliegt, daran dürfte wohl kein Zweifel sein...


Gruß,

Black Reaper
darkmavTja... Mehdorn sind eben irgendwelche Prestigeobjekte wichtiger:

* Höchstgeschwindigkeitsstrecken, die vielleicht ein paar Minuten einsparen könnten - sofern denn die Züge pünktlich am Startbahnhof losfahren und unterwegs nichts unvorhergesehenes passiert.

* Ein total sinnloser Berliner Hauptbahnhof. Was habe ich gegrinst, als in der Sturmnacht dieser Pfeiler runtergefallen ist!

* Sowie ein superteures aber reichlich überflüssiges Nord-Süd/Ost-West Drehkreuz in Berlin, wo doch jeder weiß, daß nördlich und östlich von Berlin nicht mehr viel kommt... Aber für unsere ach so tolle Hauptstadt ist uns eben kein Geld zu schade... hauptsache wir haben was zum Repräsentieren.


Andererseits fehlt für den Nahverkehr das Geld an allen Ecken und Enden: Aus den kleinen Bahnhöfen sind Müllhalden geworden: überall häßliches Graffitti; defekte Anzeigen; eingeworfene Scheiben; überall liegt Schrott rum usw. Noch kleinere Bahnhöfe werden geschlossen. Schaffner sind nur noch da um Schwarzfahrer zu cashen; viele Züge fahren ohne Schaffner - damit werden dem ganzen Handyklingeltongesindel keine Grenzen mehr gesetzt.


Ich könnte mich stundenlang aufregen über das Bahn-Management. Mir scheint, daß die hohen Herren vielleicht die persönlichen Bedürfnisse der Politiker wahrnehmen (ansonsten sind mir die Milliarden nicht zu erklären, die in die Infrastruktur in und um Berlin geflossen sind) aber von den Anforderungen des kleinen Pendlers keine Ahnung haben.
darkmavÜber Pro und Kontra der Pendlerpauschale (oder besser gesagt, über die Höhe derselben) kann man streiten.

Man könnte schließlich auch argumentieren, daß - wenn jemand weiter außerhalb wohnt - weniger Miete aufgebracht werden muß. Für Euren Fall mag das nicht zutreffen, aber bei 350€/Monat und mehreren Stunden Fahrzeit/Tag könnte man sich überlegen, sich eine zweite Wohnung nahe am Arbeitsplatz zu suchen, was, so viel ich weiß, auch steuerlich begünstigt wird.

Daß der ÖPNV gegenüber der Benutzung privater Kraftfahrzeuge verbilligt und verbessert werden soll, soll die Leute eben dazu treiben, von Auto auf Bus & Bahn umzusteigen. Mit "Verbesserung" des ÖPNV meine ich durchaus auch eine Ausweitung des Fahrplans in ländlichere Gebiete (etwa über eine Art Sammel- bzw. Ruftaxi etc.). Wenn der ÖPNV besser geworden ist, dann werden auch auf dem Land mehr Leute mit Bus und Bahn fahren, was im Gegenzug das öffentliche Fahrgeschäft wieder profitabler macht.

Ich hoffe, Du nimmst mir meine Einstellung für eine eher moderate Pendlerpauschale nicht übel; aber ich denke nicht, daß man viel Auto fahren noch belohnen sollte.

Noch was allgemeines:

Das Problem ist übrigens nicht unbedingt, daß ÖPNV so teuer ist, sondern eher, daß Auto fahren noch vergleichsweise als billig angesehen wird, es aber nicht ist.

Im übrigen kalkulieren die meisten Leute nur mit Benzinkosten; allerdings kommen Reifen, Öl, Reperaturkosten, Reinigungskosten usw. dazu. Dann die Fixkosten, die da wären Kfz-Steuer und Versicherung. Und dann natürlich das, was Auto fahren so richtig teuer macht: die Anschaffungskosten. Wenn eine Karre von 20.000 Euro Wert 20 Jahre hält, dann sind das pro Jahr 1000 Euro, also fast 100 Euro pro Monat - und man hat noch keine Versicherung gezahlt geschweige man ist nur einen Meter damit gefahren.

Aber die meisten Leute denken eben, mit dem Benzingeld sei es getan, vergessen aber, daß das für die meisten nur der kleinste Posten ist.

Wenn man die Fahrscheine gegen die Ausgaben für Benzin aufrechnet, kommt die Bahn natürlich schlecht weg; wenn man den Rest aber dazu nimmt kommt man leicht auf Kosten von 30-50 Cent pro Kilometer, d.h. mindestens 300 Euro pro 1000km - dafür läßt sich locker erste Klasse fahren.
DarketDie Frage ist aber doch, ob eine Streichung bzw. starke Verminderung der Pendlerpauschale ohne gleichzeitigen massivaen Ausbau des ÖPNV mit der heute vom Arbeitnehmer verlangten Flexibilität vereinbar ist. Noch dazu in Zeiten, in denen der ÖPNV weitgehend privatisiert wird und dem Staat somit auch die Regulierungsmaßnahmen für Fahrpreise und die gefahrenen Routen langsam aber sicher ausgehen.
Odessa---

Man könnte schließlich auch argumentieren, daß - wenn jemand weiter außerhalb wohnt - weniger Miete aufgebracht werden muß. Für Euren Fall mag das nicht zutreffen, aber bei 350€/Monat und mehreren Stunden Fahrzeit/Tag könnte man sich überlegen, sich eine zweite Wohnung nahe am Arbeitsplatz zu suchen, was, so viel ich weiß, auch steuerlich begünstigt wird.
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Guter Punkt, darkmav, aber ich kann Dir erklären warum sich dies bei uns, wie bei Vielen hier, nicht rechnet: Oberbayern, Umland München. Ich lebte 35 Jahre lang in meiner Geburtsstadt, war im ÖD immer tätig und bezog ein Gehalt, das niemals über - jetzt umgerechnet - 1.200 Euro netto hinausging. Die nackte Miete für eine 2,5-Zimmer-Wohnung in München lag schon vor 6 Jahren bei 750-900 Euro, ohne NK. Als ich einen vermeintlich festen Job 50 km außerhalb Münchens antrat, zogen wir in 4 km Entfernung zu diesem Job da ich ohne Führerschein diese Arbeitsstelle mittels Sammeltaxi und div. Kollegen die mich mitnahmen (in der Früh war es mein Mann) gut erreichen konnte. Die Arbeit meines Mannes lag da auch schon außerhalb Münchens, ca. 25 km, in der gleichen südlichen Richtung.

Nach 3 Jahren stellte sich heraus, daß ich die Arbeit nicht behalten kann, und sitze nun hier, möchte dort aber auch bleiben weil dieser Hof das Billigste ist was man im bayer. OBerland mieten kann: warm zahlen wir gerade mal knappe 780 Euro und das ist schon "billig" hier. - Würden wir wieder umziehen, näher Richtung München, hätte mein Mann vielleicht "nur" noch 200 Euro im Monat Fahrtkosten (wenns die halbe Strecke dann wäre z. B.), aber wir müßten wieder über 1.100 Euro mindestens für eine 2-3-Zimmer-Wohnung hinlegen, und bekäme ich dann eine Arbeit in München, hätte ich mit MVV bzw. Bahn auch an die 150-200 Euro Fahrtkosten.

Es nimmt sich nichts, so oder so - und die angespannte Mietsituation um den Moloch München herum (zu dem die Arbeiter schon aus Niederbayern und dem benachbarten Tirol täglich anreisen, einige haben an einfacher Fahrtstrecke da schon über 150 km) ist ohnehin schon zum Explodieren, seit Jahrzehnten. Leute suchen oft über Jahre eine einigermaßen bezahlbare Wohnung, es wurden in armseligen "Shows" sogar schon Wohnungen versteigert bzw. Menschen wurden, was mal Schlagzeilen machte, von einem Vermieter zu seltsamen "Was würdet Ihr alles machen für eine Wohnung"-Spielchen aufgefordert und verzweifelte Menschen machten da dann sogar mit.... Das Umland von München, auch da wo wir wohnen (50 km südlich davon) ist schon schweineteuer, es fängt erst an ab Augsburg (was schon fast 100 km weg ist von M.), einigermaßen bezahlbar zu werden.

Von daher - Du hast in Oberbayern keine Wahl: Entweder Du lebst direkt in München, wo die ganze Arbeit und High tech industry (Siemens-Towns, IT-Branche etc.) ist und bezahlst für eine Wohnung für eine Familie dann über 1.000 Euro Miete, oder Du lebst im "anfahrbaren" Umfeld wie wir und hast "nur" 700-800 Euro Miete aber eben die Fahrtkosten. Die, wie gesagt, in München aber auch dank schweineteurer MVV-Tickets anfallen und was nichts an der Situation ändert, wenn Du als Familie zwei Arbeitsplätze fahrtechnisch zu bedienen hast, wovon der eine, sh. mein Mann, gerade NICHT in München ist und er dann - wären wir in München - von der anderen Seite wieder zur Arbeit tuckern müßte.

Wenn Du Kinder hast und hier lebst, bist Du auch noch doppelt gebunden, denn die gehen dann hier in die Schule, haben hier ihr Umfeld, ihre Freunde... und sehr viele Leute hier betreiben noch ihre Bio-Höfe und müssen aber, dank fehlender Existenzmöglichkeit hierdurch, zusätzlich noch arbeiten. Bauern, die um 3 Uhr ihr Vieh versorgen bis um 5 und dann nach München reinfahren, um für 5-7 Stunden aufm Bau zu arbeiten und dann abends beim Heimkommen schnell noch ihre Felder bestellen, sind zur traurigen Gewohnheit geworden...

Ich denke, daß der Staat - da halte ich nach wie vor die Kommunistenfahne hoch *g* - die "Arbeiter und Bauern" in diesem Land stärken und schützen soll und ihnen ihr nicht einfaches Dasein erleichtern muß wo es nur geht :)

@350 Euro: das ist mit Versicherung, umgerechnet aufs Monat zu den Benzinkosten dazu. Da wir auch in München ein Auto hatten/haben müßten (Großeinkäufe, Flexibilität, am Wochenende ständige Fahrten aus München raus um Termine wahrzunehmen etc.), würden trotzdem Kosten für ein Auto weiterhin anfallen. Von der schlechten Lebensqualität in der Großstadt - wie gesagt hatte ich es 35 Jahre lang und es machte mich herzkrank - abgesehen, die ich mir nie mehr antun möchte. Der Preis des stundenlangen Fahrens wird von meinem Mann gerne in Kauf genommen dafür, daß er abends und in der Freizeit hier "seine" Kühe vor dem Fenster hat, die Berge, die Wälder, und wieder "Mensch" ist ;-)
darkmav@Darket:

Genau: ÖPNV subventionieren und Pendlerpauschale zurückschrauben - das ist der richtige Weg. Vor allem, wenn man dies unter dem Gesichtspunkt des Umweltschutz sieht.


@Odessa:

Du hast schön geschildert, wie die Wahl des Wohnorts von sehr vielen - zum Teil "weichen" - Faktoren abhängt. Mit Partner und Kindern wirds natürlich noch komplizierter.

Ich weiß genau, wieso ich nicht scharf drauf bin, einen Job in München zu bekommen... Regensburg bspw. ist gemütlicher, billiger und hat auch High-Tech-Industrie.

Ich denke, man sollte bei der Wahl eines Jobs auch darauf achten, daß
1.) dieser Job sicher ist und
2.) man nicht dauernd irgendwohin versetzt werden könnte.

Das sind ganz aktuelle Fragen, die mich derzeit beschäftigen...
StonehengeAls Zweitwohnung wären mir 2.5 Zimmer auch schon im "billigen Osten" viel zu teuer, um bloß mal unter der Woche übernachten zu können würde mir schon ein 10 m² Zimmer genügen (es sollte aber einigermaßen ruhig sein dort, ins Studentenwohnheim mit Club und Grillplatz nebenan würde ich nicht nochmal zurückziehen wollen).

[QUOTE][i]Original geschrieben von darkmav [/i]
[B]Ich denke, man sollte bei der Wahl eines Jobs auch darauf achten, daß
1.) dieser Job sicher ist und
2.) man nicht dauernd irgendwohin versetzt werden könnte.[/B][/QUOTE]
Richtig gut wäre es (weitestgehend) Selbstversorger zu werden. Ganz geht es denke ich ziemlich schwer, da eine kleine Menge Geld kann man immer mal ganz gut gebrauchen (Kleidung, Baumaterial...). Ideal vielleicht einen 400-Euro-Job nebenbei. Lebensmittel sollten in Deutschland wieder so viel wert sein daß ein kleiner Bio-Hof zumindest eine Familie ernähren kann. Vorausgesetzt er gehört demjenigen selbst und nicht der Bank.

Schattengrüße,
Stonehenge
Odessa:) Stone - wie wär´s, engagier mich als Hausmeisterin für Dein erworbenes Häuschen und da bleib ich dann auch unter der Woche leben ganz ohne Bahnverbindung und so;-)

Wegen des sicheren Jobs: der war sicher. Mehrmals wurde mir vom Direktor versichert daß ich nach der Mutterschaftsvertretung (3 Jahre) weiterhin bleiben könne da die Dame 1. nicht zurückkommen würde und 2. selbst wenn, man für mich halbtags was arrangieren würde. Daß es nicht klappte dann, was ich 1 Monat vor Ablauf des Vertrages erst erfuhr, lag an so Dingen wie einer bigotten (Zeugin Jehovas, die in mir den "Satan" sah wegen meiner schwarzen Kleidung) neidzerfressenen Kollegin, die trotz mehrfacher Abmahnungen, Beschwerden von Patienten und Kollegen und Intervenierens des Personalrats nicht gekündigt wurde.

Sicher im Job ist man hierzulande - das habe ich gelernt - nur dann, wenn man mitintrigiert, nach oben schleimt und nach unten tritt, ja nicht eigenverantwortlich denkt und wenn man, das ist ganz wichtig arbeitet man mit einer gewissen Sorte Frau zusammen, auf keinen Fall

a) beliebter bei den Kollegen (v. a. den männlichen)
b) erfolgreicher
c) kompetenter
d) fleissiger (gaaanz übel! Das brachte mir Minuspunkte ohne Ende daß ich 2 Vollzeitjobs in 10 Std. über 3 Jahre erledigte während "Madame" nicht mal 4 Stunden Arbeit am Stück zusammenbrachte)

ist als die Kollegin die an ihrem gallegrünen giftgelben Neid sonst zugrunde geht und einem am Stuhl sägt.
LaChatte[QUOTE]Sicher im Job ist man hierzulande - das habe ich gelernt - nur dann, wenn man mitintrigiert, nach oben schleimt und nach unten tritt, ja nicht eigenverantwortlich denkt[/QUOTE]

Nein, nicht mal dann. Die Sicherheit eines Jobs erstreckt sich grundsätzlich nur bis zur Kündigungsfrist, auch nach zehn oder zwanzig Jahren Betriebszugehörigkeit. Da ist man in gewisser Weise in der Selbständigkeit noch sicherer...;)

[QUOTE]Richtig gut wäre es (weitestgehend) Selbstversorger zu werden.[/QUOTE]

Stonehenge, von sowas träume ich schon lange. Eine Art WG, aber der etwas gepflegteren Art, ich gehe davon aus, dass man da sehr viel weniger Geld braucht und dennoch sehr viel besser leben kann. :)

Back to topic: Erreichbarkeit mit den ÖV war bei mir immer eins der Hauptkriterien bei der Wohnungssuche. Keine ÖV, keine Wohnung.
mathea@LaChatte, dann versuche einmal im Sauerland unter deinen Kriterien eine Wohnung zu finden...es ist zum Weinen :( ! Kann man nämlich komplett vergessen.

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