| Black Rat | So, da der alte Thread versehentlich gelöscht wurde, [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?threadid=66630]schaut selbst[/URL], würd ich sagen gehts hier einfach weiter. Gruß! Blacky |
| Desengano | oh.. und ich hab den gelöschten thread komplett verpasst. :( worüber habt ihr denn gesprochen? mag mal jemand grob zusammenfassen? *gg* das wäre lieb. ansonsten versuch ich später irgendwie einzusteigen oder les einfach nur mit. ^^ |
| Black Rat | Ok, ich habe die letzten Beiträge leider nicht gelesen. Aber aktuell hofft nun auch Christian Klar auf Begnadigung. Er meldete sich zu Wort, heute ging die Meldung durch die Presse: [URL=http://www.morgenpost.de/desk/736256.html]Link[/URL] C.Klar gehörte zu einer der Wichtigsten Männer der 2.RAF-Generation und ist neben B.Mohnhaupt (voraussichtliche Haftentlassung auf Bewährung am 27.03.2007), E.Haule und B.Hogefeld einer der letzten RAF-Häftlinge. Natürlich streben vorallem die Angehörigen gegen sein Begnadigungsersuchen. Einmal Terrorist, immer Terrorist? oder eher wie es der ehem.Innenminister G.Baum formuliert hat: "Ein Rechtsstaat wie der unsere sollte nach seinem Selbstverständnis zwar Menschen angemessen bestrafen, aber er sollte ihnen die Chance geben, in die Gesellschaft zurückzukehren."? |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von Black Rat [/i] [B]Einmal Terrorist, immer Terrorist? oder eher wie es der ehem.Innenminister G.Baum formuliert hat: "Ein Rechtsstaat wie der unsere sollte nach seinem Selbstverständnis zwar Menschen angemessen bestrafen, aber er sollte ihnen die Chance geben, in die Gesellschaft zurückzukehren."? [/B][/QUOTE] Vielleicht wollen sie das ja gar nicht...die RAF - Leute hatten die richtigen Ansichten über diese Gesellschaft und das imperialistische Ausbeuter- und Menschenschindersystem, haben aber womöglich die falschen Mittel gewählt, um diese zum Ausdruck zu bringen...ich schliesse mich dabei der Meinung an, dass Gewalt mit Gewalt bekämpfen zu wollen niemals funktionieren kann...allerdings: wie sollte eine Gesellschaft, die nur auf Gewalt in jeglicher Form, auf Ausbeutung und Bestrafungsmoral basiert, auch etwas anderes als derartige Gegengewalt hervorbringen...? Ich bewundere allerdings Leute wie Christian Klar, die ihre Meinung über diese Gesellschaft nicht geändert, sich nicht der Repression gebeugt haben, selbst nach jahrzehntelangem Bestrafungsterror bei ihren (in bezug auf das herrschende wirtschaftliche und politische System) richtigen Ansichten geblieben sind, anstatt feige winselnd vor dem kapitalistischen Herrschaftssystem zu Kreuze zu kriechen... |
| ange gardien | Ob das damalige System wirklich so menschenschinderisch und ausbeutend war, wie in der linken Propaganda immer dargestellt, darüber lässt sich sicher streiten - vor allem im Vergleich zu heute. Das die RAF ihrem damals hohen Anspruch oft selbst nicht gerecht wurde gibt den Thesen von Christian Klar ( im Zusammenhang mit seiner Vergangenheit als Terrorist gesehen ) eher eine unfreiwillig komische Note. Andreas Baader ging es damals wohl weniger um die Befreiung der vom Kapitalismus unterdrückten, sondern eher darum Ulrike Meinhof zu vögeln ( und die anderen Weiber aus seiner Kommune ). Während die erste RAF Generation wenigsten noch den grotesken Versuch unternahm das System zu stürzen, war die zweite Generation hauptsächlich mit sich selbst und der Befreiung der ersten Generation aus dem Knast beschäftigt. Irgendwann hatte man dann kaum noch Zeit für revolutionäre Dinge, weil der normale Kriminellenalltag ( Banküberfälle zur Aufbesserung der eigenen Finanzen ) leider kaum noch Zeit für 68er Romantik lies. Das man dabei dann auf die Unterstützung eines unterdrückerischen DDR-Regimes zurück griff, entlarvt die RAF dann entgültig... ( was gewisse Leute natürlich nicht davon abhält, weiter am RAF-Mythos zu kleben ). Trotzdem sollte ( wie ich schon im gelöschten Thread geschrieben habe ) die RAF nicht anders behandelt werden als andere Verbrecherorganisationen. Weder im Positiven noch im Negativen ( der von den Terroristen geforderte Status als Kriegsgefangene wurde damals ja auch abgelehnt ). Und wenn unsere Gesetze vorsehen, dass lebenslänglich verurteilte nach einer gewissen Zeit entlassen werden können ( wenn von ihnen keine Gefahr mehr ausgeht ), dann muss das auch für RAF-Gefangene gelten. [SIZE=1]PS: Ich nehme doch an, dass die Leute, die dieses System und diese Gesellschaft ablehnen, auch jegliche Unterstützung von dieser Seite - sei es in Form von Kindergeld, BaföG, Sozialhilfe, kostenlosem Schulbesuch usw. ablehnen - alles andere wäre inkonsequent[/SIZE] |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i] [B]Ich finde es auch schlimm, wie gerade z. B. Christian Klar in den Medien dargestellt wird und das die Politik von allen Seiten Schuldzuweisungen gegenüber seinem Weltbild entgegnet werden und sich auch äußerst negativ gegenüber antikapitalistischen Meinungen äußert. Das ist schlimm! Das zeigt eigentlich auch deutlich, in was für einer schlimmen Situation wir uns wieder befinden! Eine Gegengesellschaft wird nicht zugelassen, sie wird bekämpft. Eine öffentliche Gegengesellschaft wäre meiner Meinung nach notwendig. Ich denke, wenn eine neue Revulotionsgesellschaft gegen den Kapitalismus in die Öffentlichkeit treten würde, würden diese ganz schnell aus dem Weg geräumt werden und die Masse würde sich nicht weiter rühren. [/B][/QUOTE] Der Punkt ist der, dass das herrschende System nicht in erster Linie die früheren Taten der RAF verurteilt, sondern die Gesinnung als Beweggrund dieser Taten...das ewige Gejaule um die "bedauernswerten Opfer" von Seiten der Politiker ist dabei nur vorgeschobenes Mittel zum Zweck...die Ex - RAF Mitglieder bieten sich heute als geradezu ideale Sündenböcke an, die die breite Masse vom Wesen des Kapitalismus, das die Ursache sämtlicher Kriminalität auf der Welt ist, ablenken sollen...denn Kriminalität liegt im Wesen des Kapitalismus selbst begründet, weil dieser an sich schon eine kriminelle Ideologie ist... |
| Zafira | Hallo! Im alten Thread wurde dieser Link schon einmal reingegeben. Nun ist es so, dass ein weiterer Link von dieser Seite abgeht. Also wenn das mal nicht reicht... ( ohne Worte ) [url]http://www.brigitte-mohnhaupt.de/viewtopic.php?p=2205#2205[/url] [url]http://www.xtc-forum.de/[/url] |
| darkmav | Schön, daß wenigstens auf unseren Köhler Horscht Verlaß ist: [URL=http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,481435,00.html]Köhler lehnt Begnadigung von Ex-RAF-Terrorist Klar ab[/URL] Finde es ganz groß von Herrn Köhler, daß er sich von diesem aufkeimenden pseudolinken Zeitgeist nicht beeinflussen lassen hat, und den mehrfachen Mörder Christian Klar nicht begnadigt hat. Köhler läßt sich durch nichts und niemanden reinreden und ist in meinen Augen ein würdiger Präsident. |
| darkmav | [QUOTE][i]Original geschrieben von instroemen2 [/i] [B]Darkmav, ist das nicht ein wenig zu einfach gedacht? Natürlich ist Klar ein mehrfacher Mörder, aber auch ihm steht es frei, ein Gnadengesuch einzureichen, über welches der Bundespräsident genau so zu entscheiden hat, wie in jedem anderen Fall eines Gnadengesuchs auch. Hätte er ihn begnadigt, Köhler wäre immer noch ein "würdiger" Präsident. [/B][/QUOTE] Natürlich darf Klar von unserer Verfassung Gebrauch machen und ein Gnadenbesuch einreichen. Allerdings hatte der Präsident sicherlich seine Gründe, wieso er Klars Gnadengesuch so deutlich abgelehnt hat. Dies tat er bestimmt nicht, weil ihm die Nase des Terroristen nicht gepaßt hat, sondern, weil er die Gründe für bzw. gegen Klars Begnadigung abgewogen hat. Tja... und ich schätze, es spricht deutlich mehr gegen eine Begnadigung (die Schwere der Tat, Klars Uneinsichtigkeit usw.) als für eine Begnadigung (hier fällt mir im Moment nichts ein). So - oder so ähnlich wird der Präsident auch gedacht haben. Die Entscheidung, Klar nicht frei zu lassen, ist zwar eine subjektive, aber sie muß - wie gerichtliche Entscheidungen auch - weitgehend objektiven Kriterien genügen. Ich finde es gut, daß Köhler gesunde Härte bewiesen hat und sich nicht an die Linken angebiedert hat, die in Terroristen lediglich "Freiheitskämpfer" sehen, und dauernd etwas von "man soll den zeitlichen Kontext berücksichtigen blablabla" oder "man muß diesem armen Mann eine Chance geben" faseln. Klar wurde zu mehrfach lebenslänglich verurteilt. Also gehört er ins Gefängnis, und das für immer. Das gilt übrigens auch für andere Mörder. Lebenslänglich sollte lebenslänglich bedeuten, und nicht 15 Jahre oder so... P.S.: Ich weiß jetzt genau, was von den Linken jetzt wieder kommt. Die Titelseite der aktuellen taz macht es leider allzusehr deutlich: Köhler wurde von der CDU/CSU beeinflußt, seine Wiederwahl wurde von denen in Frage gestellt usw. Meint Ihr, Köhler, der schon mal Chef vom IWF war, hat so etwas nötig? Er hat schon desöfteren (auch gegen die Konservativen gerichtete) unpopuläre Worte gesprochen. Ich schätze ihn nicht so ein, als ob er sein Fähnchen nach dem Wind ausrichten würde - im Gegenteil: Ich halte ihn für einen der integersten Politiker: eben ein Bundespräsident im Sinne unserer Verfassung. |
| Apex | [QUOTE] Die Entscheidung, Klar nicht frei zu lassen, ist zwar eine subjektive, aber sie muß - wie gerichtliche Entscheidungen auch - weitgehend objektiven Kriterien genügen.[/QUOTE] Nein, muss sie überhaupt nicht, die Gnade ist ein willkürlicher Rechtsvorgang und steht außerhalb der rechtsstaatlichen Ordnung. Sie unterliegt keinerlei parlamentarischer oder juristischer Kontrolle sondern ist ein Überbleibsel aus monarchistischen Tagen. Rein theoretisch hätte Köhler auch sämtliche noch in Hafts sitzenden RAF-Mitglieder an seinem Geburtstag begnadigen können, einfach weil sein Geburtstag ist und wies in Kaisers Tagen auch gang und gebe war. [QUOTE]Also gehört er ins Gefängnis, und das für immer.[/QUOTE] Hier bewegst du dich, wie so viele der Gegner einer Entlassung Klars, auf verfassungswidrigem (der Fanatismus mit dem die Gegner einer Entlassung Klars und anderer argumentieren lässt mich beinahe "verfassungsfeindlichem" sagen) Boden. Das Bundesverfassungsgericht hat ganz eindeutig geurteilt, dass jeder Strafgefangene eines Tages wieder entlassen werden muss. Mir ist es prinzipiell wurscht ob Klar dieses Jahr oder in 2 Jahren entlassen wird. Vielleicht stimmts ja und er ist ein mehrfacher Mörder, dass weiß man ja nicht so genau...vielleicht wars ja auch "nur" Beihilfe, seine Strafe wird er schon verdient haben, auch wenn ichs immer noch bezeichnend finde das ein mehrfacher Mörder in Deutschland länger sitzt als ein millionenfacher Mörder, aber gut. Und das er bis heute nicht über die genauen Zusammenhänge reden will...was soll ich da sagen? Auch andere Menschen haben schon Aussagen mit der Begründung verweigert, dass sie ein "Ehrenwort" gegeben haben und zumindest einer davon sitzt immer noch im Bundestag. |
| darkmav | [QUOTE][i]Original geschrieben von instroemen2 [/i] [B]Zum Glück wird Recht immer noch von verfassungstreuen Menschen gemacht, und zu dieser Aussage siehe Apex' Beitrag. [/B][/QUOTE] Aber wieso heißt das denn "lebenslänglich", wenn dies von der Verfassung her gar nicht möglich ist? Viel ehrlicher wäre es ja dann, wenn man sagen würde: Mord wird mit 15 Jahren Freiheitsstrafe geahndet, und eben nicht mit "lebenslänglich". Naja... Muß man ja nicht verstehen, diese Eu- bzw. Dysphemismen in der Juristerei... Ich glaube übrigens, daß dieser ganze derzeitige Rummel von Klar (bzw. dessen Anwälten oder Sympathisanten) bewußt eingesetzt wird, um ihm die Zeit nach dem Gefängnis so angenehm wie möglich zu gestalten. Kein "normaler" Mörder würde bspw. eine Anstellung in einem Berliner Theater bekommen (wo doch Millionen arbeitssuchender aber unbescholtener Praktikanten rumrennen)... Wenn das nicht hilft, dann kann er immer noch ein nettes Büchlein über den bösen Kapitalismus (oder auch nur über seine Arschfickerlebnisse im Knast) schreiben; egal was drin steht: Es wird weggehen wie warme Semmeln, da Klar mittlerweile ein bekannter Mann ist (Küblböck-Effekt: Aus dem größten Mist Geld machen). Sogar ich stoße mit meinen Postings hier in das gleiche Horn und trage indirekt zur Popularität Klars bei. Am besten wär's, man würde den Terroristen wie einen gewöhnlichen Mörder behandeln und gut ist. |
| Apex | [QUOTE]Die Titelseite der aktuellen taz macht es leider allzusehr deutlich: Köhler wurde von der CDU/CSU beeinflußt, seine Wiederwahl wurde von denen in Frage gestellt usw.[/QUOTE] Die taz hat auch vollkommen Recht mit ihrer Titelseite, insbesondere von Seiten der CSU (Söder, Stoiber) wurde mit den unglaublichsten Mitteln versucht Druck auf den Bundespräsidenten auszuüben und dem Amt des Bundespräsidenten damit Schaden zugefügt. Das ist in diesem Staat in meinen Augen nicht tragbar. Das er sich hat bei seiner Entscheidung beeinflussen lassen, glaube ich nicht, dazu hat er schon zu oft quer geschossen und die Drohung, dass man ihn nicht wieder wählt ist auch eher schwach. Bei einigen wird die Entscheidung schon lange gefallen sein, dass man Köhler nicht noch einmal wählt, dazu ist er zu unbequem. [QUOTE]Ich glaube übrigens, daß dieser ganze derzeitige Rummel von Klar (bzw. dessen Anwälten oder Sympathisanten) bewußt eingesetzt wird, um ihm die Zeit nach dem Gefängnis so angenehm wie möglich zu gestalten. Kein "normaler" Mörder würde bspw. eine Anstellung in einem Berliner Theater bekommen[/QUOTE] Glaube ich nicht, ich denke der Rummel hat Klar sogar mehr geschadet. Eventuell hätte er sich anders verhalten, wenn er nicht so im Licht der Öffentlichkeit gestanden hätte und anscheinend war ja das Gespräch mit Köhler der ausschlaggebende Punkt, der zur Entscheidung des Bundespräsidenten geführt hat. Hätte Klar Interesse an einem Medienrummel gemacht, dann hätte der schon vor Jahren eingesetzt und nicht erst jetzt. Btw. auch andere RAF-Mitglieder haben ihren Weg gemacht, so ungewöhnlich ist das mit der Anstellung nun auch nicht. Ich nehme mal an, da die Hafterleichterung ja jetzt doch genehmigt ist, wird Klar diese Stelle eventuell sogar antreten können, eine Verlegung nach Berlin sollte da schon drin sein, wenn dadurch die Sozialprognose besser wird. |
| darkmav | [QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i] [B]Die taz hat auch vollkommen Recht mit ihrer Titelseite, insbesondere von Seiten der CSU (Söder, Stoiber) wurde mit den unglaublichsten Mitteln versucht Druck auf den Bundespräsidenten auszuüben und dem Amt des Bundespräsidenten damit Schaden zugefügt. Das ist in diesem Staat in meinen Augen nicht tragbar.[/b][/quote] Ich denke eher, daß dem Amt des Präsidenten Schaden zugefügt worden wäre, [i]wenn[/i] dieser Christian Klar begnadigt hätte. Klars Begnadigung widerspricht ja nicht nur sämtlichen juristischen Kriterien, sondern auch dem gesunden Menschenverstand. Wieso sollte jemand, der mehrere Menschenleben auf dem Gewissen hat, auf freien Fuß gesetzt werden? Was die Zitate auf der taz angeht, so halte ich nur das von Söder für bedenklich: "Begnadigung wäre „eine schwere Hypothek“ für eine Wiederwahl Köhlers.", da man dies leicht als Drohung auffassen könnte. Die anderen Zitate beziehen sich ja nicht auf den Bundespräsidenten, sondern lediglich zur Angelegenheit Begnadigung als solche. Und hier darf jemand wie Stoiber durchaus seine eigene Meinung haben, oder? Pflichte Dir aber bei, daß Köhler nicht der Typ ist, der sich vor irgendeinen Karren spannen läßt, sondern in seinen Entscheidungen zwar an die Verfassung gebunden ist, aber ansonsten weitgehend unabhängig ist. [quote] Glaube ich nicht, ich denke der Rummel hat Klar sogar mehr geschadet. Eventuell hätte er sich anders verhalten, wenn er nicht so im Licht der Öffentlichkeit gestanden hätte und anscheinend war ja das Gespräch mit Köhler der ausschlaggebende Punkt, der zur Entscheidung des Bundespräsidenten geführt hat. Hätte Klar Interesse an einem Medienrummel gemacht, dann hätte der schon vor Jahren eingesetzt und nicht erst jetzt. Btw. auch andere RAF-Mitglieder haben ihren Weg gemacht, so ungewöhnlich ist das mit der Anstellung nun auch nicht. Ich nehme mal an, da die Hafterleichterung ja jetzt doch genehmigt ist, wird Klar diese Stelle eventuell sogar antreten können, eine Verlegung nach Berlin sollte da schon drin sein, wenn dadurch die Sozialprognose besser wird. [/quote] Vielleicht war Klar vor ein paar Jahren noch mit amorösen Abenteuer mit seinen Mitinsassen beschäftigt, und hatte darum gar keine Zeit, sich um seine "Karriere" zu kümmern? Der beste Zeitpunkt ist doch jetzt, wo er mit auf dieser RAF-Nostalgiewelle reiten kann. Wie dem auch sei: Ich finde es pervers, das das Ermorden von Menschen längerfristig gesehen (d.h. nach Abbüßen der Haftstrafe) eine gute Grundlage dafür darstellt, einen begehrten Job zu erhalten oder gar bspw. mit Büchern viel Geld zu verdienen. Terroristsein lohnt sich wieder :rolleyes: |
| darkmav | [QUOTE][i]Original geschrieben von instroemen2 [/i] [B]Ich muss als taz-Abonnent dazu sagen: Der KOMMENTAR auf der Titelseite ist NATÜRLICH subjektiv, deshalb ist es ja auch ein KOMMENTAR! Der eigentliche Titel der heutigen Ausgabe bezieht sich auf das Ergebnis der Präsidentschaftswahl in Frankreich. [/B][/QUOTE] Du bist taz-Abonnent? Da gönne ich mir dann lieber die Bild-Zeitung. Steht zwar auch verdrehter Unsinn drinn, aber statt 'nem dicken Köhler in Großaufnahme gibt's auf der Titelseite zuweilen etwas fürs [url=http://www.bild.t-online.de/BTO/erotik/fotogalerien/2007/05-Mai/07/art-07.html]Auge[/url] :D |
| Black Rat | [QUOTE][i]Original geschrieben von darkmav [/i] [B]Da gönne ich mir dann lieber die Bild-Zeitung. Steht zwar auch verdrehter Unsinn drinn, aber statt 'nem dicken Köhler in Großaufnahme gibt's auf der Titelseite zuweilen etwas fürs Auge[/B][/QUOTE] Dazu braucht man nicht die Bildzeitung. Dieses amgazin ist mir mehr als suspekt. Als Boris jelzin starb, war das in der Bild nur ein kleiner Artikel in der Ecke wert. Stattdessen war groß auf dem Cover irgend so´n typ von DSDS. Hallo? Jelzin hat die Welt verändert? Aber lassen wir das. Das Köhler von der CDU/CSU untr Druck gesetzt wurde, ging durch alle Medien. ICh halte nichts davon. Aber der Mann lässt sich sowieso nicht reinreden, ist stanmdhaft, allei ndas ist bewundernswert. Aber hat er denn nun was zu den Gründen für die Ablehnung des Gnadengesuchs Klars gesagt? Die würden mich sehr interessieren. |
| X Inferis | Terroristen, Mörder, Freiheitskämpfer.... Im Endeffekt bestimmt Erfolg oder Niederlage über die genaue Bezeichnung solcher Personen. Die IRA & RAF waren Terroisten, Hitler & Hussein Kriegsverbrecher und die Typen die in Boston den Tee ins Meer gekippt haben und damit einen blutigen Krieg ausgelöst haben, Helden. Oder anders ausgedrückt: Hätten die ideologischen Ziele der RAF Früchte getragen, gäbe es jetzt in unserer Hauptstadt das "Ulrike Meinhof Gymnasium" und den "Adreas Baader Platz" inkl. Statue. Gleich neben den Gudrun Ensslin & Horst Mahler Gedenkplätzen. Und hätte England damals den Kampf gegen ihre aufständische Kolonie gewonnen, wäre das "Vereinte Königreich" um einiges größer und Leute wie Paul Revere wegen Hochverrats gehängt worden. Soviel dazu... Meine persönliche Meinung zur RAF? Diese Menschen sind für Ihre Überzeugungen eingestanden, was an sich positiv zu bewerten ist. Die gewählten Mittel kann ich nicht gutheißen. Da fällt mir noch ein, Vor der RAF gab es in Deutschland schonmal ein paar Terroristen. Das waren mehrere Radikale, mit so klangvollen Namen wie Claus Graf Schenk von Stauffenberg, Johann Georg Elser (dem Unwissenden sei gesagt, diese beiden führten Attentate auf HItler aus) oder auch Scholl. Heute nennt man diese Menschen Helden... |
| David v. Weber | [QUOTE][i]Original geschrieben von darkmav [/i] [B]Aber wieso heißt das denn "lebenslänglich", wenn dies von der Verfassung her gar nicht möglich ist? Viel ehrlicher wäre es ja dann, wenn man sagen würde: Mord wird mit 15 Jahren Freiheitsstrafe geahndet, und eben nicht mit "lebenslänglich". Naja... Muß man ja nicht verstehen, diese Eu- bzw. Dysphemismen in der Juristerei... [/B][/QUOTE] es heißt lebenslang ;) Und davon abgesehen kommt das - vereinfacht gesehen, von Art. 1 GG. Dazu sagt das BVerfG (BVerfGE 45, 187): Der Kern der Menschenwürde wird getroffen, wenn der Verurteilte ungeachtet der Entwicklung seiner Persönlichkeit jegliche Hoffnung, seine Freiheit wiederzuerlangen, aufgeben muss. Und diese Aussicht, die den Vollzug der lebenslangen Strafe nach dem Verständnis der Würde der Person überhaupt erträglich macht, (...) abzusichern, genügtdas Institut der Begnadigung allein nicht. Also KANN man durchaus den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen, es muss nur eine (juristisch auch durchsetzbare) AUSSICHT auf Freiheit bestehen. Deswegen werden im [i]Regelfall[/i] die Gefangenen nach 15 Jahren entlassen, und auch in der Sicherungsverwahrung wird alle 2 Jahre überprüft, ob man den Verwahrten freilassen kann. Ein Automatismus ist das aber nicht. Zum Thema Begnadigung: Da hätte sich Bob Schneider so oder so entscheiden können, es hätte immer ein Teil begrüßt und ein anderer ganz schrecklich gefunden. Und wenn die Begnadigung eins der wenigen Dinge ist, die der BPräs alleine machen darf, sollte man ihm diese Entscheidungsfreiheit auch lassen. Es gibt kein Recht auf eine Begnadigung. Insofern hätte ich mit beiden Möglichkeiten leben können. |
| Kinch | [QUOTE][i]Original geschrieben von X Inferis [/i] Im Endeffekt bestimmt Erfolg oder Niederlage über die genaue Bezeichnung solcher Personen.[...]Da fällt mir noch ein, Vor der RAF gab es in Deutschland schonmal ein paar Terroristen.[...] Heute nennt man diese Menschen Helden... [/QUOTE] Obwohl sie bekanntlichermaßen scheiterten. Und ich denke nach dem Ende der BRD wird auch die RAF weiterhin als terroristisch bezeichnet werden; das ist der kleine Unterschied. |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kinch [/i] [B]Obwohl sie bekanntlichermaßen scheiterten. Und ich denke nach dem Ende der BRD wird auch die RAF weiterhin als terroristisch bezeichnet werden; das ist der kleine Unterschied. [/B][/QUOTE] ...Welches hoffentlich in nicht mehr allzu weiter Ferne liegt...es ist allerdings noch gar nicht abzusehen, ob die RAF wirklich gescheitert ist...vielleicht gibt es nach dem Ende des Imperialismus ja ein Regime, welches die Ziele der RAF verwirklicht und mit den jetzigen Machthabern ebenso abrechnet, wie es der Ami bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen mit einigen der Top- Nazis getan hat...was einige der unzähligen Mitläufer des NS- Regimes allerdings auch nicht daran gehindert hat, sich bei den neuen Herren genauso anzudienen wie sie es zuvor schon bei den Nazis getan hatten, und dem neuen BRD - Imperialismus in den Arsch zu kriechen...welcher ohne diese alten braunen Seilschaften gar nicht so schnell wieder möglich gewesen wäre...denn um den "normalen" Kapitalismus in Deutschland wiedereinzuführen, musste auf möglichst viele der noch intakt gebliebenen wirtschaftlichen und politischen Strukturen aus der NS - Zeit zurückgegriffen werden, sofern es nur möglich war, sie mit "Demokratie" zu übertünchen...und einer dieser Opportunisten der ersten Stunde war auch der von der staatlichen Propagandamaschinerie zum "Unschuldslamm" verklärte Schleyer... Solange wie das derzeitige System weiterexistiert, muss es weiterhin Menschen geben, die sich dagegen auflehnen und es nicht hinnehmen...auch wenn ich mir dabei eher eine gewaltlose Auflehnung wünsche, etwa so, wie sie von Gandhi gegen die britischen Kolonialherren praktiziert worden ist...als Alternative zur militanten Vorgehensweise schwebt mir eher das von Gandhi propagierte Modell des gewaltlosen Widerstandes, der Nichtkooperation mit dem herrschenden System, seinen Zielen und Wünschen vor, eine konsequente Verweigerungshaltung, die ich letztendlich für weitaus geeigneter halte, den Imperialismus zu stürzen als gewaltsamer Widerstand...aber Widerstand an sich gegen dieses inzwischen globale System der Ausbeutung, Unterdrückung, wirtschaftlichen und politischen Bevormundung des einzelnen und ganzer Völkergruppen in der "Dritten Welt", welches der Kapitalismus samt all seiner Begleiterscheinungen darstellt, ist heute noch mehr notwendig als es das zu RAF - Zeiten schon war... Aber wahrscheinlich wird es nie dazu kommen...denn trotz zunehmender Überwachung und Repression, trotz Hartz IV und zunehmender Verarmung immer größerer Bevölkerungsteile ist der Wille zur Auflehnung gegen das System schwächer denn je... die breite Masse besteht eben nicht aus Helden, oder wie es im Staatsjargon heisst, "Terroristen"...die breite Masse ist nach wie vor bereit, alles hinzunehmen was ihr "von oben" herab befohlen wird...das zu sein, was von ihr erwartet wird, nämlich brave Untertanen, die das tun was man ihnen sagt, die bis ans Lebensende immer schön brav ihre Steuern zahlen, die Bildzeitung lesen (weil nur da die Wahrheit zu erfahren ist) und bis zum Umfallen schuften, um an ihr geliebtes Geld zu kommen...ja, genau das ist ja das Ideal des gehorsamen braven Bürgers, der sich wie ein pavlowscher Hund auf den Rücken dreht und servil zu sabbern beginnt, wenn Herrchen Staat die Glocke läutet...das einzige, was ich am derzeitigen Verhalten von Christian Klar wirklich kritisieren kann, ist, dass er dieses "Gnadengesuch" überhaupt eingereicht hat...denn allein das Konzept der "Gnade" bedeutet ja, sich demütig vor seinen Feinden in den Dreck zu werfen...jemand, der zu seiner Überzeugung von damals noch immer steht, nicht davon abgerückt ist, und sich auch ansonsten nicht hat einschüchtern lassen, hat so eine servile Anbiederungshaltung doch gar nicht nötig, nur um wieder in den Genuss der "Freiheit" zu gelangen, die es im Kapitalismus ja ohnehin nicht gibt, denn der Knast ist in dieser Gesellschaft der Normalzustand und somit allgegenwärtig....nur Schwächlinge winseln vor ihren Feinden um Gnade...da wäre es doch weitaus konsequenter von ihm gewesen, sich wie zuvor schon Ulrike Meinhof, Andreas Baader und Gudrun Ensslin das Leben zu nehmen, anstatt sich wie eine Zirkusratte für den Rest des [B]eigenen[/B] lebens in einen Käfig sperren, und zur Unterhaltung und Verdummung der Massen derart vorführen zu lassen...der Massen, die es immer noch nicht begriffen haben - und wahrscheinlich nie begreifen werden - wie sie selber nur ausgenutzt und vorgeführt werden...denn das ganze Theater um die RAF, das der Hartz IV - Staat und seine höchsten Armutsverwalter von Gottes Gnaden jetzt wieder von neuem veranstalten, dient ja nur diesem einen Zweck...Opium fürs Volk zu sein... |
| darkmav | [QUOTE][i]Original geschrieben von instroemen2 [/i] [B]Wenn man auch bei der "Wahrheit" anfängt, zu lesen... :rolleyes: Die taz ist in meinen Augen dadurch interessant, dass sie fundiert informiert, themenbezogen ist und kein großer Geldgeber dahinter steht. Natürlich ist es manchmal ein Blatt für "Linksspießer", aber das soll mir grade mal egal sein. [/B][/QUOTE] Was ist "Themenbezogenheit"? Meinst Du, daß die Berichterstattung der taz eher über ein begrenztes Spektrum verfügt, die typisch "linken Themen"? Was der taz ihre "Atom"kraftwerke und RAF-Heroen sind, sind der Bild ihre DSDS-Stars und Tittenmädels... Zeitungen wollen sich verkaufen; demzufolge passen sie ihre Berichterstattung ihrer Leserschaft an. Wundert mich deshalb auch nicht, daß die taz nur selten über relevante Themen berichtet. Kein großer Geldgeber... das mag sein. Aber ist das Garant für Qualität? Hinter unserer Schülerzeitung stand auch kein großer Geldgeber. Glücklicherweise stimmen wir wenigstens damit überein, daß wir "Linksspießer" nicht mögen. Immerhin etwas ;) @ X Inferis: Wieder mal ein sehr interessanter und zum Nachdenken anregender Beitrag von Dir. So etwas liest man nicht irgendwo, sondern meistens nur hier. Nachtwelten at its best. Tja... Geschichte wird von den Siegern geschrieben. Nur eines unterscheidet die Dritte-Reichs-Widerstandskämpfer von den RAF-Terroristen. Scholl und Stauffenberg wollten gezielt Hitler als Person erledigen; Klar und Mohnhaupt das böse, abstrakte, "System". @ DvW: Aber wieso heißt das Ding denn "lebenslang", wenn vorherige Entlassung eher die Regel als die Ausnahme ist? Dann sollte es doch besser "potentiell lebenslang" heißen (oder so ähnlich), denn alles andere wäre Augenwischerei. Im übrigen finde ich, daß, wenn jemand jemanden anderen ermordet (sei es nach Kindesmißbrauch, aus sog. "ideellen" Gründen, wie unsere Jungs und Mädels von der RAF oder weil er es auf dessen Erbe abgesehen hat), hat das Recht auf Wiedereingliederung in die Gesellschaft verwirkt. Unsere Verfassung mag etwas anderes dazu sagen, aber das ist mir in diesem Fall egal. Man muß auch an die Opfer denken. Die Täter können ja froh sein, daß sie nicht auf dem elektrischen Stuhl landen (USA), oder die Methoden der Sharia nicht greifen (Saudi Arabien). @Xenomorph: Deine Ansichten sind wenigstens straight, in dem Sinne, daß Du den Terroristen vorwirfst, sie sollen sich nicht an das System anbiedern, das sie bekämpfen wollten. |
| darkmav | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nigthmare [/i] [B]In dieser Hinsicht möchte ich lediglich einwerfen, dass der Mensch keinen Sinn für Gerechtigkeit hat. Mit welchem Maß willst du ein Verbrechen messen? Aber wenigstens gibst du zu, lediglich deine eigene Meinung zu sagen. Ich bin da flexibler. Welchen Mord ich durchgehen lassen würde und welchen nicht, das hängt bei mir von weit mehr Faktoren ab, als der Tat alleine. [/B][/QUOTE] Aber mit Deinem Vorschlag fangen ja die Schwierigkeiten an: Wer bestimmt denn, was schlimm ist und was nicht? Hängt das nicht auch von der politischen Einstellung des Richtenden, des Anklägers oder des Gesetzgebenden ab? Mord ist recht klar definiert und kann in der Regel recht gut nachgewiesen werden. Was liegt also näher, als für die Tatsache Mord ein definiertes Strafmaß einzuführen, das meiner Meinung nach nicht geringer als lebenslang (also ohne Begnadigungsschnickschnack, so wie im Mittelalter) ausfallen sollte, sofern der Tatbestand "Mord" [1] eindeutig nachgewiesen werden kann - so wie es bei den vielen Kindesvergewaltigern und danach -abmurksern oder eben bei RAF-Verbrechern leider der Fall ist. Nur so, also indem sie die Tat (und nicht deren Motive im einzelnen) als Richtschnur nimmt, kann die Justiz weitgehend unabhängig von der politischen Situation agieren. Das ganze Ding Rechtssprechung ist ohnehin schon einigermaßen kompliziert; wieso sollte man es noch komplizierter machen, indem man die ganzen Tathintergründe usw. hinzu zieht? Wie Du schon richtig sagst: Absolut gerecht handeln kann nur der liebe Gott. Ich bin mir sicher, daß mehr Ungerechtigkeit als Gerechtigkeit entsteht, wenn man eben die Motive und allen anderen Mist auch noch vermehrt zur Urteilsfindung hinzuzieht. Am Ende gewinnt dann doch der mit dem besseren Anwalt. Zu 95% aller Fälle sprechen die Taten für sich, da bedarf es keiner Begründung und auch keiner Interpretation. [1] Natürlich bleibt Mord noch von (fahrlässiger) Tötung und Totschlag zu unterscheiden; doch ich denke, diese Unterscheidung ist inzwischen recht klar herausgestellt. Zumindest theoretisch; praktisch gibt es da zugegebenermaßen probleme. |
| Apex | [QUOTE]Das ganze Ding Rechtssprechung ist ohnehin schon einigermaßen kompliziert; wieso sollte man es noch komplizierter machen, indem man die ganzen Tathintergründe usw. hinzu zieht?[/QUOTE] Klar, wir können auch sämtliche kriminologische, juristische und soziologische Errungenschaften der letzten 150 Jahre über den Haufen werfen, den Müll braucht eh keiner. Wenn wir anfangen nur auf Taten zu schauen ohne die Motive zu beachten können wir jegliche Prävention vergessen, vom Verfassungsauftrag der Resozialisierung ganz zu schweigen. Aber du hast schon recht, man kann es sich natürlich auch einfach machen. |
| Wicked_K | Die Vergleiche von RAF-Terroristen mit Freiheitskämpfern in der deutschen Geschichte finde ich alles andere als angebracht. Auch wenn es reichlich Grund für Zweifel am funktionieren der Demokratie in Deutschland gab und gibt, kann Gewalt kein Mittel sein. Systemkritik war und ist (noch) legal und anstatt Leute umzubringen hätten die RAFler damals z.B. durchaus eine Partei gründen können um ihre Ideologie zu vertreten. So sind sie zu Mördern geworden und dafür fehlt mir das Verständnis. Wenn man Meldungen aus der Zeit liest, waren es so ziemlich die meist gefürchteten Verbrecher Deutschlands. Daher erklären sich auch die hohe Strafmaße von selber. Was Begnadigungen angeht, ist das für mich einfach unangebracht bei Leuten, die ganz offensichtlich das Unrecht ihrer Taten immer noch nicht eingesehen haben. Es geht ja nicht darum zu verlangen, die sollten dem System in den Hintern kriechen, sondern um ein (echtes) Einsehen, dass Gewalt als Mittel falsch war. Das einzig positive daran, dass diese Dinge jetzt wieder ausgegraben und die restlichen ehemaligen RAF Mitglieder nach und nach freigelassen werden sehe ich darin, dass einige der Details, über die man lange spekulierte vielleicht doch noch ans Licht kommen. Vielleicht wird ja noch aufgeklärt welche Rolle der Verfassungssch(m)utz spielte... |
| darkmav | @Wicked_K: Ganz meine Meinung. Diesen Euphemismus "Freiheitskämpfer" für Terroristen finde ich ziemlich bescheuert; ebenso könnte man Pädophile als Kinderfreunde bezeichnen... @Apex: Ich meine eben, daß in erster Linie die Taten maßgebend für die Härte der Strafe sein sollen. Nur in begründeten Ausnahmefällen (beispielsweise der Täter ist geistig zurückgeblieben oder wurde in einer Form erpreßt) sollte das Strafmaß von den Vorgaben abweichen. Wenn ich mit überhöhter Geschwindigkeit in die Radarfalle rassele, dann fragt auch keiner nach meinen Motiven für zu schnelles Fahren (vielleicht mußte ich auf ein wichtiges Vorstellungsgespräch und ich mußte Zeit aufholen, die mir ein nicht von mir verursachter Stau zuvor gestohlen hat), sondern ich muß eben das Bußgeld blechen. Ebenso sollte man das mit Mördern handhaben. Für Mord gibt es keine Entschuldigung. Wenn das ganze Notwehr war, dann nennt sich das nicht mehr "Mord" sondern etwa "Totschlag" und wird weit milder bestraft. Die Hauptproblematik in einem allzu dehnbaren Strafmaß sehe ich darin, daß die Härte der Strafe nicht mehr den Fakten entspricht, sondern vielmehr Auslegungssache ist; vermutlich kann ein guter Anwalt (den sich natürlich nur betuchtere bzw. berühmtere Leute leisten können) da schon viel rausholen. Vergleiche diesen Link: [URL=http://www.netzeitung.de/entertainment/people/642330.html]Paris Hilton hofft auf Schwarzeneggers Gnade[/URL] |
| Tsafried | [QUOTE][i]Original geschrieben von darkmav [/i] Ich meine eben, daß in erster Linie die Taten maßgebend für die Härte der Strafe sein sollen. Nur in begründeten Ausnahmefällen (beispielsweise der Täter ist geistig zurückgeblieben oder wurde in einer Form erpreßt) sollte das Strafmaß von den Vorgaben abweichen.[/QUOTE] Mord ist Mord, aber wenn eine über Jahre misshandelte Ehefrau ihrem Mann im Schlaf den Schädel einschlägt, ist das für mich etwas wesentlich anderes, als wenn man Mama ein paar Schlaftabletten zuviel gibt, damit man endlich an ihr Geld kommt oder ein Kind missbraucht und dann erwürgt. Und dementsprechend sollte auch das Strafmaß ausfallen. [QUOTE]Wenn ich mit überhöhter Geschwindigkeit in die Radarfalle rassele, dann fragt auch keiner nach meinen Motiven für zu schnelles Fahren (vielleicht mußte ich auf ein wichtiges Vorstellungsgespräch und ich mußte Zeit aufholen, die mir ein nicht von mir verursachter Stau zuvor gestohlen hat), sondern ich muß eben das Bußgeld blechen.[/QUOTE] Äpfel und Birnen. Besser, Rosinen und Melonen. [QUOTE]Ebenso sollte man das mit Mördern handhaben. Für Mord gibt es keine Entschuldigung. Wenn das ganze Notwehr war, dann nennt sich das nicht mehr "Mord" sondern etwa "Totschlag" und wird weit milder bestraft.[/QUOTE] Entschuldigung nicht, sehr wohl aber Erklärung. |
| darkmav | [QUOTE][i]Original geschrieben von Tsafried [/i] [B]Mord ist Mord, aber wenn eine über Jahre misshandelte Ehefrau ihrem Mann im Schlaf den Schädel einschlägt, ist das für mich etwas wesentlich anderes, als wenn man Mama ein paar Schlaftabletten zuviel gibt, damit man endlich an ihr Geld kommt oder ein Kind missbraucht und dann erwürgt. Und dementsprechend sollte auch das Strafmaß ausfallen.[/b][/quote] Die misshandelte Ehefrau hätte sich auch an offizielle Stellen wenden können bzw. eine Scheidung einleiten können. Für mich ist das kein Grund, jemanden umzubringen. Notwehr war's ja in dem Fall nicht. Man könnte höchstens noch damit argumentieren, daß die Frau psychisch sehr mitgenommen war und infolgedessen unzurechnungsfähig, d.h. schuldunfähig, war. Aber dieser Nachweis wird in der Regel schwer zu erbringen sein. [quote] Äpfel und Birnen. Besser, Rosinen und Melonen. [/quote] Nö - eine Analogie. [quote] Entschuldigung nicht, sehr wohl aber Erklärung.[/QUOTE] So sehe ich das auch. Aber diese Erklärungen dürfen sich nur in eindeutig begründeten Fällen (siehe oben) auf das Strafmaß auswirken, ansonsten ist Willkür Tür und Tor geöffnet. Aber vielleicht sollte man auch an die armen Anwälte denken, die noch weniger zu tun hätten, wenn die Gesetzgebung präziser und konkreter werden würde... :rolleyes: |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von Wicked_K [/i] [B]Die Vergleiche von RAF-Terroristen mit Freiheitskämpfern in der deutschen Geschichte finde ich alles andere als angebracht. Auch wenn es reichlich Grund für Zweifel am funktionieren der Demokratie in Deutschland gab und gibt, kann Gewalt kein Mittel sein. Systemkritik war und ist (noch) legal und anstatt Leute umzubringen hätten die RAFler damals z.B. durchaus eine Partei gründen können um ihre Ideologie zu vertreten. So sind sie zu Mördern geworden und dafür fehlt mir das Verständnis. Wenn man Meldungen aus der Zeit liest, waren es so ziemlich die meist gefürchteten Verbrecher Deutschlands. Daher erklären sich auch die hohe Strafmaße von selber. Was Begnadigungen angeht, ist das für mich einfach unangebracht bei Leuten, die ganz offensichtlich das Unrecht ihrer Taten immer noch nicht eingesehen haben. Es geht ja nicht darum zu verlangen, die sollten dem System in den Hintern kriechen, sondern um ein (echtes) Einsehen, dass Gewalt als Mittel falsch war. Das einzig positive daran, dass diese Dinge jetzt wieder ausgegraben und die restlichen ehemaligen RAF Mitglieder nach und nach freigelassen werden sehe ich darin, dass einige der Details, über die man lange spekulierte vielleicht doch noch ans Licht kommen. Vielleicht wird ja noch aufgeklärt welche Rolle der Verfassungssch(m)utz spielte... [/B][/QUOTE] Alles Bullshit...der ganze Gewaltdiskurs des bürgerlichen Staates ist durch und durch doppelbödig und bigott, so wie es die bürgerliche Moral insgesamt ist...der Staat einerseits betrachtet Gewalt als legitimes Mittel zur Lösung sozialer und politischer Probleme (die es ohne ihn nicht gäbe wohlgemerkt), von seinen Untertanen verlangt er hingegen völlige Gewaltlosigkeit...Gewalt wird als "gut", oder gar "gerecht" angesehen, wenn sie von den "richtigen" Personen, nämlich staatlichen Funktionären befohlen und von ihren Bütteln und Henkern - Bullen, Militärs, Geheimdiensten, etc., ausgeführt wird... Wenn Gewalt also kein Mittel der Problemlösung ist - dann sollte der Staat gefälligst bei sich selber damit anfangen, und selber den Pfad der Gewaltlosigkeit einschlagen, bevor er selbiges von seinen Untertanen verlangt...ich bin zwar im großen und ganzen ebenfalls für Gewaltverzicht, doch kann mir letztlich keiner verbieten, Gewalt anzuwenden, wenn ich sie für richtig erachte, da sie eine natürliche Fähigkeit eines jeden (vollwertigen) Menschen ist, genau wie das atmen, sprechen oder laufen...wenn, dann entscheide ich mich selbst aus freien Stücken für den Gewaltverzicht... Ja, da sollte der Staat mal bei sich selber anfangen, Bullen und Militärs entwaffnen, Knäste schliessen...Knäste, diese pavlowschen Menschendressuranstalten sind neben dem Krieg der grösste Schandfleck, das grösste Armutszeugnis, das Kainsmal der Menschheit...im Zusammenhang mit den RAF - Morden wird zwar immer gern das Wort "menschenverachtend" gebraucht, aber wie soll ich das denn nennen...? wenn ein Arzt ein "Heilmittel" verschreiben würde, das schlimmer als die Krankheit ist, die damit geheilt werden soll, wäre er seinen Job als Arzt sicher bald los...und mit Knast und staatlicher Bestrafungsmoral wird ja nur an den Symptomen herumkuriert, und nicht die Krankheit selbst angegangen...was ja auch absurd wäre, da die Krankheit der Kapitalismus selber ist, der dieses perfide System der Menschendressur mittels Knast aufrechterhält...hat denn ein Mensch im Pinguingewand (Richter) etwa irgendein "recht", über mich zu urteilen, über den weiteren Verlauf [B]meines[/B] Lebens zu befinden, indem er mich in den Knast schicken darf...? Darauf antworte ich ganz klar mit einem "Nein", auch wenn alle anderen das Gegenteil behaupten sollten, denn legt man seine eigene staatliche Logik zugrunde, in seiner Sprache der Paragraphenbücher, die er mir vorhält, heisst so etwas "Diebstahl": jemandem etwas nehmen, was einem nicht gehört...denn mein Leben gehört unter allen Umständen mir als einzelnem ganz alleine, ich bin der Herr in meiner eigenen Wüste, in der ausser mir nichts existiert, sofern ich es nicht zulasse...nur verlangt die staatliche Gewaltbigotterie eben, das 2+2=5 ist, wenn der staatliche Funktionär etwas tut...und 2+2 =4 ist, wenn ich dasselbe tue...Wenn ich mir etwas derartiges anmasse - über andere Menschen zu urteilen und sie einzusperren - gelte ich als Verbrecher allerübelster Sorte - selbst dann, wenn ich mir vorher ein Pinguingewand aus dem Theaterfundus überstreife, welches exakt jenem des Kadis gleicht...aber er hat seins vom Staat und ich nicht, dass wäre dann der kleine - aber alles entscheidende - "Unterschied" zwischen ihm und mir...aber nur dann, wenn man den staatlichen Gewaltdiskurs anerkennt und sich ihm unterwirft...denn: unabhängig von menschlichen Meinungen und sozial konstruierter (also von anderen als mir erdachter) Realität ist der Mensch im Pinguingewand, welcher sich Richter schimpft, genausowenig ein Richter über seine Mitmenschen, wie ich es in demselben Kostüm wäre...der Richter ist nur ein Richter, weil die Mehrheit ihn als sochen anerkennt...aber das macht ihn in meinen Augen noch längst nicht dazu, denn in Wahrheit ist er kein Richter - und erst recht kein Pinguin - sondern [B]nur ein Mensch[/B] , wie es mein Lieblingsphilosoph einmal ausgedrückt hat...nicht wahr, Mr. Anderson...? Ein Mensch, der mal genauso verrottet und verwest wie ich selbst, dessen Gedärme wie meine dazu bestimmt sind, von Würmern und Maden gefressen zu werden...kein Halbgott thront da vor mir auf dem Podest...der ganze staatliche Schnickschnack, seine Paragraphenbücher, das Piedestal auf welchem er als vermeintlicher Halbgott über mir thront - all das sind nur Bühnenbilder und Requisiten, genau wie im Theater...der Bühnenschauspieler, der die Rolle des Hamlet spielt - ist auch nur so lange Hamlet, wie ich, der Zuschauer, ihn in dieser Rolle anerkenne...wenn ich ihm diese Anerkennung hingegen verweigere...dann ist er nur noch ein reichlich bescheuert aussehender, lächerlich gewandeter Fuzzie, der mit einem Totenschädel spricht...natürlich kann mich der staatliche "Schauspieler" im Gegensatz zu seinem Kollegen im Theater dazu zu zwingen versuchen, sein Spiel mitzuspielen, und an dem Stück weiterhin teilzunehmen, indem er mir seine Büttel auf den Hals hetzt...wo die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit einmal versagt, da muss eben mit Gewalt nachgeholfen werden, um die gelegentlich brüchig werdende Fassade wieder zu kitten...ich als einzener aber soll dabei stillhalten, das Spiel bis zum bitteren Ende mitspielen und mir das Maul stopfen lassen, wie es die mir zugewiesene Rolle in dieser Schmierenkomödie namens "Gesellschaft", die des "braven Bürgers", verlangt...? Lächerlich... Noch mehr Parteien gründen, noch mehr "Volksvertreter", die das Volk entmündigen und über unsere Köpfe hinweg entscheiden, noch mehr "Demokratie", noch mehr Fremdbestimmung...Wo bitteschön soll all das denn noch hinführen...? Parlamentarische "Demokratie" und Kapitalismus haben die Probleme dieser Welt bisher nicht lösen, die eigentlichen Bedürfnisse der Menschen nicht erfüllen können, und werden das auch in Zukunft nicht können...selbst einstmals durchaus idealistische Parteien - wie beispielsweise die Grünen - haben sich später immer weiter von ihren ursprünglichen Zielen entfernt und sich dem bürgerlich/kapitalistischen System angebiedert und sich seinen "Sachzwängen" untergeordnet...Nein, das genaue Gegenteil wäre hier dringend vonnöten...nicht noch mehr Parteien, sondern dass sich die Menschen endlich mal von ihren "selbstgewählten Vertretern" lossagen, sich vom System emanzipieren und selber zu denken beginnen und dementsprechend handeln, sich selber als "Stellvetreter" ihrer Interssen zu wählen, anstatt andere für sich denken und entscheiden zu lassen...es wäre dringend nötig, dass viel mehr Menschen endlich mal das Maul aufmachen, anstatt ihre Stimme an der Wahlurne abzugeben, wie es von braven Konsumenten erwartet wird... |