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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Brauchen wir "Narren"?...wieder?
Silverfalljeder kennt die funktion des mittelalterlichen narren, der am hofe lebt, und den fürsten und sein gefolge mit spitzen sprüchen unterhält...
doch hatte er auch die funktion inne, den herrscher zu hinterfragen und mit ihm in scharfen dialog seine entscheidungen zu hinterfragen...an dem punkt sind wir meilenweit vom schellenbekappten idioten entfernt...
...in einem fantasy-rollenspiel namens werwolf gibt es eine parallelgesellschaft von werwölfen, die sich als wächter der erdmutter verstehen.diese sind in streng hierarchischen, fest gefügten stämmen organisiert, sie befolgen eine jahrtausendalte tradition.es gibt glaub ich 4 geburtszeichen
ahroun sind krieger
gaillard sind kriegsbarden
theurgen sind schamanen
und die ragabash sind die "zweifler-an-den-wegen", die narren, die relative freiheit gegenüber dem "Gesetz"("relative!!") geniessen


fehlt uns nicht ein solches element in unserer momentanen gesellschaft!!
werden nicht querdenker zu krass an den rand gedrängt, ??das war ja schon immer so, wenn man so will, aber ist jetzt nicht die zeit, wo wir narren wieder "nötig" hätten??


...sind nicht viele leute gerade deshalb auf diesen seiten???

bin auf eure meinung gespannt...
TrauerwesenNunja, ich denke mal, die Satire erfüllt jene Eigenschaften heutzutage, und es gibt sie ja schon durchaus; in Film, Buch, Zeitschrift (Titanic), anderweitigen Medien (auch Leute wie harald Schmidt fungieren ja so gesehen auch als kritiker).
Zwar mögen die meisten an den Rand der Gesellschaft gedrängt sein, aber gerade diese medialen bereichen zeigen ja durchaus, dass Satire anerkannt und gewollt ist. Der Privatmann ausserhalb der Medien kann da sicherlich weniger machen, oder immerhin nicht solchen Einfluss üben.
Und natürlich gibt es Unterschiede, die Satire ist doch irgendwie mehr oder minder begrenzt, aus Respekt vor irgendwas, reine Narrenfreiheit hat sie zwar, ist aber irgendwie "nicht gewollt". Die Wirkung mag damit auch begrenzt sein, aber immerhin gibt es sie noch in dieser Richtung.
Denn die meisten fürchten sich heutzutage wirklich davor, richtig den Mund aufzumachen.
Silverfallja, schön und gut, aber ich frage mich , ob wir nicht eine...wie soll ich sagen..."Instanz" dafür gründen müssten, ob man heutzutage nicht noch lauter scheisse schreien müsste, because of the magic dummheit der masse...

und ich frage mich wie eine solche instanz aussehen würde, und wie sie arbeiten könnte...
...so ne art rettungsgruppe für den guten geschmack, etc...
TrauerwesenIch denke, sofern etwas gegründet wird, das dann eine Gruppe darstellt, wird der Gruppenzwang erneut auftauchen und man passt sich gegenseitig an; das beste beispiel dürfte die so individuelle Gothicbewegung sein.
Leute, die dann anderer Meinung sind als andere Mitglieder dieser Instanz, würden dann wohlmöglich auch die Klappe halten.
Gabriel BellNajo, aber die Satiriker und Gesellschaftskritiker sind imho doch net schlecht vertreten - gerade bei den ganzen Kabarettisten...oder auch sicherlich noch im Theater... Ich denke, dass es eher an Menschen mangelt, die die Lektionen auch wirklich ins eigene Leben aufnehmen wollen...wer geht denn noch ins Theater?

[url]http://www.youtube.com/watch?v=i7__yCAfxKk[/url]
[url]http://www.youtube.com/watch?v=kSvnyOtq8Is[/url]
[url]http://www.youtube.com/watch?v=5k5LbtS4SXM[/url]
[url]http://www.youtube.com/watch?v=1TbLxTCLCGo[/url]
[url]http://www.youtube.com/watch?v=Nkn0CmrNPIs[/url]
TrauerwesenGabriel_Bell:

Richtig, zum einen ist es nicht ganz so präsent, zum anderen bleibt die Kritik aber oftmals auf der Strecke. Es mag lustig sein, was der Kabarettist dort auf der Bühne sagt, aber ob die Kritik die Menschen wirklich erreicht?
Cold RainAlso ich denke schon, dass es Kabarettisten gibt, die die Menschen auch erreichen. Aber leider nicht die breite Masse, sondern ein eher "ausgewähltes" Publikum. Politisches Kabarett ist zum Teil so, dass man es nur versteht, wenn man z.B. tagespolitisch auf der Höhe ist.
Wer sich also gar nicht damit beschäftigt, wird dadurch auch nicht erreicht werden.

Interessant ist aber auch der Platz, der solchen Sendungen im Fernseh eingeräumt wird:
Nein, nicht etwa um viertel nach acht auf dem besten Sendeplatz, sondern irgendwann nachts nach elf. Ja, wer sieht denn dann noch fern??? Da drängt sich doch schonmal der Verdacht auf, wir SOLLEN das nicht sehen ;)

Aber das ganze als organisierte Gruppe... das halte ich für schlecht durchführbar.
Dainty[QUOTE][i]Original geschrieben von Cold Rain [/i]
[B]Interessant ist aber auch der Platz, der solchen Sendungen im Fernseh eingeräumt wird:
Nein, nicht etwa um viertel nach acht auf dem besten Sendeplatz, sondern irgendwann nachts nach elf. Ja, wer sieht denn dann noch fern??? Da drängt sich doch schonmal der Verdacht auf, wir SOLLEN das nicht sehen.[/B][/QUOTE]

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten nehmen halt ihren Auftrag sehr ernst und besudeln das Publikum zur besten Sendezeit mit ultra-flachen Soaps, Quizshows mit Schwiegermamas Liebling Jörg Pilawa, mit scheinhinterfragenden Christiansen, Maischberger, Kern und Beckmann, mit Tatorten und Alpen-Panorama-Bildern. Dieser Auftrag ist es also, der so viel Geld kostet, um anders zu sein als die Privaten, im digitalen Zeitalter wettbewerbsfähig zu bleiben.... aber achnein, es geht ja gar nicht ums Geld, es geht ums Prinzip (ungefährer O-Ton von Klaus Kleber, gestern in den Nachrichten, vor dem eigentlichen Beitrag).
matheaIch finde, was uns fehlt ist eine richtige Subkultur wie sie bis in die 30er, 40er Jahre üblich war, mit einem richtigen Kabarret. Wo sind nur die großen Persönlichkeiten hin, die auf ihren Bühnen freizügig die Gesellschaft schockiert haben und Chansons zum besten gaben um sich über die Missstände der Gegenwart zu amüsieren?
fosca...und wenn wir's mal mit Zivilcourage versuchen und laut aber unbequem sind, nur so zur Abwechslung? Das wäre dann wahrscheinlich die allergrößte Narretei, die ich mir vorstellen kann :eek:
matheaUnd wohl (zumindest da wo ich wohne) leider die ineffizienteste Art.
ÄquivalentIch denke auch, dass es nicht an Kritikern sondern an Leuten mangelt, die ihnen zuhören. Früher war wohl der Narr eine nette Ablenkung, heute gibt es soviel leichtverdauliche Ablenkung, dass ein Kritiker eher letzte Wahl ist - deshalb auch die halbwegs tauglichen Sendungen mitten in der Nacht ... . Zudem kritisieren eigentlich alle dauernd das irgendwer irgendwas verkehrt macht, aber niemand hat Lust sich etwas Besseres zu überlegen, niemand hat Lust selbst etwas anzufangen und die Kritik sinnvoll umzusetzen. Es hat sich irgendwie eine Dagegen! -Mentalität entwickelt, der aber kein Dafür! mehr entgegengesetzt wird, weil wohl vielen Leuten die Perspektiven zu fehlen scheinen.
Vielleicht brauchen wir keinen Kritiker sondern eher jemanden der neue Möglichkeiten aufzeigt.
Sirvaniawürde den posten sofort übernehmen. muss aber auch sagen, wie mein vorredner, das die zuhörer die eigentliche mangelware sind. noch dazu hat unsere politik immer ein gutes händchen dafür probleme einfach wegzureden ode sich an einem anderen problem hochzuziehen und das in den medien hochzupushen, damit man auf die wirklich wichtigen sachen, oder die die negative publicity wären, nich aufmerksam wird. warum sonst wird die klimakatstrophe denn sonst so hochgezogen? wobei ich die problematik nich schmälern will. aber man wird so zugeballert mit andren sachen das man ganz schnell überhört, das die polizei in privatrechner übers internet eindringt, etc... sollte man mal die leute am pult wegschubsen, oder muss erst wieder irgendeine tragödie passieren, damit man zuhört?
ApexNaja, ich finde die Klimaproblematik schon um einiges wichtiger, als die Spinnereien eines Innenministers, die nacheinander vom Bundesverfassungsgericht oder dem Justizministerium (oder beiden) abgewiesen werden. Btw. fand ich, wurde sehr ausführlich in den Medien über die PC-Schnüffelei berichtet...meine Zeitung hatte es glaub ich auch zweimal als Tagesthema...
Vampir_Zharek"Narren haben wir in der heutigen zeit immer noch sie starben nie aus
denn jedes jahr wenn der koelner karneval ist kommen die alle aus ihren loechern gekrochen dann ist die stadt ueberrollt von Narren und buetenrednern.

daher sollte die frage eher lauten brauchen wir so viele Narren?


gez.
Zharek
MontroseIch war letzten Samstag im Kabarett.

Anders als im Fernsehen kam da auch so eine besinnliche Note rein; ziemlich abwechslungsreich jedenfalls: von Klamauk bis hin zu politischen Themen.

"Stell Dir vor, alle wissen, wie's geht, aber keiner kriegt's hin" :eek:

war so ein Spruch, der bei mir hängen geblieben ist.

So ganz die Rolle des Hofnarrs ist das allerdings nicht. Denn der Hofnarr sprach zum König .... der Kabarettist eher zum Volk.

Trotzdem, da das Stichwort Kabarett fiel ... sowas mal ohne Bildschirmscheibe dazwischen zu erleben, das lohnt sich.

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