German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 
  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Berufsverbot gegen Lehrer
Apex[URL=http://www.theresia-bauer.de/downloads/14_05_04.pdf]Artikel der Frankfurter Rundschau[/URL]

[URL=http://www.heidelberg.rotehilfe.de/berufsverbot/pdf/26_04_04_flugi.pdf]Chronologie der Ereignisse[/URL]

Es ist mal wieder soweit, die konservative mitte-rechts Regierung von Baden-Würtemberg holt den Radikalenerlass (1995 vom europäischen Gerichtshof als menschenrechtswidrig gewertet) aus der Mottenkiste um einen Lehrer dessen politische Einstellung ihr nicht passt an der Ausübung seines Berufes zu hindern.

Der besagte Realschullehrer Michael Csaszkóczy ist Mitglied bei der Antifaschistischen Initiative Heidelberg und der Antikriegsbewegung seit Jahren aktiv und setzt sich für selbstverwaltete Jugendzentren und bedrohte Flüchtlinge ein.

Jetzt wird ihm von Seiten des Verfassungsschutzes vorgeworfen nicht hinter der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu stehen und deswegen für ein Amt im öffentlichen Dienst nicht geeignet zu sein.
Dabei sollte man doch denken das die Zeit der willkürlichen Berufsverbote und wilden Hatz auf Linke doch schon seit 30 Jahren vorbei ist. Aber nein...wer seine demokratischen Grundrechte ausnutzt und sich aktiv für eine andere Politik einsetzt, der läuft immer noch Gefahr in den Sog der Geheimdienste zu geraten die uns vor dem bösen roten Buhmann beschützen. Es kann doch nicht angehn das ein Mensch Berufsverbot bekommt nur weil er von einer Zukunft abseits von Ausbeutung und Unterdrückung träumt.

Was denkt ihr darüber?

[URL=http://www.autonomes-zentrum.org/ai/]Hier noch ein Link zur AIHD, bei der Csaszkóczy Mitglied ist.[/URL]
decay73Wen wunderts, wenn 'Pazifist' ja schon zu eine Art Schimpfwort mutiert...:rolleyes:
DarketNun gut, fragwürdig ist der Verein mit Sicherheit und pazifistisch ist der mit Sicherheit nicht:
[QUOTE]Militanz, die sich durch angemessene Zielgerichtetheit, permanente Selbstreflexion, konsequente Abwägung und hohes Verantwortungsbewusstsein der Agierenden auszeichnet, betrachten wir dabei als ein legitimes Mittel im Kampf um Befreiung[/QUOTE]
Man mag davon halten was man will, aber von ausgesprochenem Pazifismus spüre ich da wenig.
Jedoch halte ich es grundsätzlich für unangemessen Menschen wegen ihrer politischen Überzeugung, die ja nun garnicht unbedingt etwas mit der Qualifikation der betreffenden Person zu tun hat, die Ausübung ihres Berufes zu verbieten. Willy Brandt tat dies in den Wirren des Kalten Krieges und bezeichnete es nachher als größten fehler seiner politischen Karriere und ich denke er hatte recht. Dieser Antifa-Verein mag bestenfalls zweifelhaft sein, solange er nicht verboten ist, kann niemand für die Mitgliedschaft belangt werden. Sollte erjemals verboten werden, kann man meiner Meinung nach wieder darüber sprechen, vorher auf garkeinen Fall!

[QUOTE]Wen wunderts, wenn 'Pazifist' ja schon zu eine Art Schimpfwort mutiert...[/QUOTE]
Fürchterlich, ich muss mich ja fast schon dafür verstecken einer zu sein :rolleyes:
PeacockPrincessKann man das typisch nennen? Ich glaube schon...

Und zum einfach nur wütend werden ist es auch...

Aber was ich nicht wirklich verstehe: Warum bekommt Csaszkóczy Berufsverbot? Was hat sein Lehrersein mit seinem Engagment zu tun?
Gut, er hat Studenten geführt, aber das sind erwachsene Leute, die selbst entscheiden können, an was sie teilnehmen und an was nicht.

Stellt er sich denn vor seine Schüler und predigt Frieden?
Sollte er das wirklich tun bzw. getan haben, kann ich den Radikalerlass wenigstens etwas verstehen, denn andern- und vor allem Schüler/ Kindern- seine Meinung aufzudrücken, indem man seine Autorität als Lehrer missbraucht, ist nie in Ordnung, egal um welche Art Meinung es sich handelt.
Davon hab ich allerdings nichts in den Quellen gefunden...
Im Gegenteil, ein Lehrer, der seinen Schülern vorlebt, dass man die Dinge, die man nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, nicht stumm hinnehmen und sich für seine Träume und Ziele einsetzten sollte, ist doch nur begrüßenswert- ganz im Gegenteil von den eingestaubten Fachkräften, die lustlos die letzten Jahre bis zu ihrer Pension abstottern.

Und noch etwas verstehe ich nicht ganz: der Radikalerlass wurde 1995 vom europäischen Gerichtshof geächtet und Deutschland hält sich nicht daran...?
DarketWenn man für Kriegsgegnerschaft Berufsverbot bekommt, könnte ich ne ganze Liste meiner ehemaligen Lehrer anfertigen, die sich ziemlich deutlich in Richtung Irak-Krieg geäußert haben. Ich denke es geht, wie ja auch aus dem Artikel der FAZ hervorgeht eher um die Mitgliedschaft bei diesem Antifa-Verein. Der Begriff der "militanz" ist an sich schon äußerst fragwürdig und wird ja in diesen Kreisen gern und oft verwendet, was ich für einen reinen Euphemismus für den Begriff des "Steine schmeißens" halte.
Dennoch bleibt es außerordentlich skandalös, dass man für die Mitgliedschaft in einer nicht verbotenen Vereinigung belangt werden kann. Das war es bei der DKP, wo diese Maßnahmen wie ich sagen muss leider gefruchtet und mit zur gänzlichen Bedeutungslosigkeit dieser Partei geführt hat (leider, trotz meiner politisch gänzlichen anderen Einstellung) auch schon so und wird 30 Jahre später nicht besser!
LaChatte[QUOTE]Jedoch halte ich es grundsätzlich für unangemessen Menschen wegen ihrer politischen Überzeugung, die ja nun garnicht unbedingt etwas mit der Qualifikation der betreffenden Person zu tun hat, die Ausübung ihres Berufes zu verbieten.[/QUOTE]

[QUOTE]Was hat sein Lehrersein mit seinem Engagment zu tun?[/QUOTE]

Ich wär neugierig zu wissen, ob solche Sätze auch gefallen wären, wenn dieser Lehrer ein (Neo)Nazi wär....

wohl kaum, denn PeacockPrincess beantwortet ihre Frage eigentlich gleich selbst:

[QUOTE]Im Gegenteil, ein Lehrer, der seinen Schülern vorlebt, dass man die Dinge, die man nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, nicht stumm hinnehmen und sich für seine Träume und Ziele einsetzten sollte, ist doch nur begrüßenswert- ganz im Gegenteil von den eingestaubten Fachkräften, die lustlos die letzten Jahre bis zu ihrer Pension abstottern.[/QUOTE]

... wobei man dieses Zitat durchaus auch auf einen anwenden könnte, der es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, dass es Juden auf der Welt gibt.

Politische Einstellungen haben sehr wohl etwas mit Lehrer-Sein zu tun.

Und nur am Rande: was mich an dieser Gruppe stört, ist ihre Definition "gegen Faschismus" - so etwas wie "für den Frieden", "für Multikulti", "für das Ausländerstimmrecht" fände ich bedeutend sinnvoller...
gekitsuilo: auf dem parteizettel stand aber auch die pds drauf... zumindest bei uns :)

und zum thema: sowas is freilich aergerlich, aber es geht ja um folgendes: als lehrer arbeitet der gute herr ja als beamter, sprich direkter angestellter des staates - und stellt in seiner rolle als lehrer auch einen vertreter des staates dar.

deshalb darf er beispielsweise nicht mitglied in einer demokratiefeindlichen vereinigung oder partei sein. in frankreich duerfen lehrer in oeffentlichen schulen aus diesem grund kein zeichen ihrer religionszugehoerigkeit tragen. und ich vermute, dass es eben dieser punkt der militanz ist der den verein auf die schwarze liste setzt: er ist zwar erlaubt, aber nicht fuer vertreter des staates - er darf in seiner freizeit mit denen sympathisieren so viel er will, denn auch fuer beamte gibts meinungsfreiheit. nur mitglied darf er nicht sein und auswirkungen auf seine berufstaetigkeit darfs nicht haben.
Darket[QUOTE]Ich wär neugierig zu wissen, ob solche Sätze auch gefallen wären, wenn dieser Lehrer ein (Neo)Nazi wär.... [/QUOTE]
Durchaus, hier in Berlin gab es einen Fall, der recht hohe Wellen geschlagen hat. Es ging um einen Lehrer an einem gymnasium, dem rechtsextreme Tendenzen vorgeworfen wurden, der deswegen Stress mit Kollegen, Vorgesetzten und vor allem empörten Eltern hatte. Ich fand das skandalös, da diesem Lehrer nichteinmal vorgeworfen wurde in irgendeiner verfassungsfeindlichen Gruppierung Mitglied zu sein, der einzige Vorwurf bestand darin, dass es angeblich nationalistisch denken würde. Nun war der gute Mann wie ich von einem seiner Schüler erfuhr stockkonservativ, aber das tut garnichts zur Sache, jeder darf in diesem Land denken was er will. Ich kann nachvollziehen, dass der Staat keine Verfassungsfeinde in den Dienst nehmen möchte (obwohl das NPD-Verbotsverfahren da ja so einiges gegenteiliges aufgezeigt hat...), dass heißt keine Mitglieder verbotener vereinigungen einstellt, da aber meines Wissens weder NPD, DKP, REPs, PDS, usw. verboten sind, dürften ihre Mitglieder meiner Ansicht nach auch nicht benachteiligt werden.
Obendrein habe ich für die Antifa und ihre Splittergruppen in etwa so viel übrig wie für einen pöbelnden Nazimob, das einzige was die noch unterscheidet ist die Länge der Haare.
ApexAuch ein Lehrer muß aber das Recht haben sich eine politische Meinung zu bilden, im Unterrricht ist er aber zu strikter Neutralität verpflichtet ganz klar. Sicher geht das nicht immer, aber einen wirklich Neutralen Lehrer gibt es nicht...zumindest habe ich noch nie einen getroffen. Selbst an meiner neuen Schule weiß ich jetzt nach einem Jahr schon ganz genau welcher Lehrer feministisch, konservativ, liberal oder sozialkritisch veranlagt ist. Solange ein Lehrer aber den Schülern nicht seine Weltanschauung als Nonplusultra verkauft geht das okay. Und auch wenn es mir in der Seele weh tut auch ein NPDler oder ein DVUler muß das Recht haben in einem demokratischen Staat zu unterrichten, solange er sich an die Regeln hält. Herr Csaszkóczy hat sich meines Wissens bisher an die Regeln gehlaten von dieser Seite kann man ihm keinen Vorwurf machen.

Was die Mitgleidschaft in der Antifa angeht, nicht jeder der Antifaschist ist, ist auch Steineschmeißer (ich zumindest sehe mich durchaus als Antifaschist auch wenn ich keiner Vereinigung angehöre). Was die Bereitschaft zur Militanz angeht so muß man sagen das eine grundsätzliche Bereitschaft zur Militanz in meinen Augen unter bestimmten Umständen sogar gerechtfertigt ist (nämlich dann wenn man auf militante Art und Weiße massiv an der ausübung seiner Grundrechte gehindert wird, in dem Fall deckt dies sogar das Grundgesetz). Herr Csaszkóczy hat ja als er dazu Stellung nehmen sollte nicht wirklich mit ja oder nein geantwortet sondern eine eigene Erklärung abgegeben (ich kuck mal ob ich sie finde). Zumindest ist Herr Csaszkóczy bisher nicht durch Gewalttätigkeit aufgefallen also denke ich ist auch hier ihm kein Vorwurf zu machen.

Auch muß man sagen das ich von der Antifa in Heidelberg bisher nur relativ gutes gehört habe, so kommt es hier eher selten zu Gewaltakten. Eher glänzt sie durch witzige und intelligente Aktionen (zum Beispiel das Straßenfest oder die Straßenschilderaktion, da gibts auch Fotos auf der HP) was wohl auch ein wenig auf den Einfluß von Csaszkóczy zurückzuführen sein dürfte.

Und was nun die Verfassungstreue angeht, so hat Herr Csaszkóczy auch seinen Eid auf die Verfassung abzulegen. Wenn er das getan hat (ich glaube soweit kam er ja noch nicht mal) muß er sich an die Verfassung halten, wobei ich jetzt keine Anzeichen sehe das er es nicht tun würde. In der Antifa nutzt er seine Grundrechte die ihm vom Grundgesetz zugesichert wurden...man müßte eigendlich fragen wer hier seinen Treueeid bricht indem man ihn aufgrund dessen versucht an der Ausübung seines Berufes zu hindern.

Und was die extreme Einstellung angeht, ich persönliche halte jeden zweiten CDUler für einen Extremist, dass ist ganz klar Auslegungssache. Solange Herr Csaszkóczy nicht radikal wird und versucht seine Träume (übrigens auch meine) mit Gewalt zu verwirklichen ist das in Ordnung. Und ehrlich gesagt habe ich persönlich nicht den Eindruck als reden wir hier von einem neuen Andreas Baader.

Ich zumindest mache mir um meine Zukunft Gedanken...immerhin gehe ich auch ab und an auf Antifa-Demos oder rede öffentlich von einer Zukunft in der man den Kapitalismus abgeschafft hat. Ich habe vielleicht mal vor das Lehramt zu ergreifen was passiert wenn ich dann in irgendein Raster falle und auf einmal Verfassungsfeind bin? Es ist mein Grundrecht in einer Demokratie auf demokratischem Wege einen Systemwechsel herbeizuführen. Solange ich mich dabei an unsere Grundwerte halte und dabei keine Straftaten begehe habe ich mir nichts vorzuwerfen.

Achja und wenn jetzt einer sagen will das diese Träume unrealistisch sind...ein bissl Idealismus darf man sich ja mal gönnen ;)
ancientich halte dieses alte gesetzt grundsätzlich für gut.

ein lehrer hat einen sehr sehr wichtigen job in der ausbildung von kindern/jugendlichen. daher muß er diese aufgabe auch im sinne...derer ausführen...die ihn bezahlen...und denen er dienstlich verpflichtet ist. ist er im öff. dienst...muß er auch die kinder in rahmen der jetzt geltenden verfassung erziehen und unterrichten.
seine persönliche meinung...seine ideale usw muß er im dienst außen vorlassen. jegliche einbringung persönlicher ansichten...sind leider fehl am platze. das mag bei außerpolitischen themen noch ok und tolerierbar sein...sowie es um politik geht...muß er sich an die vorgegebenen richtlinien halten.

mitgliedschaften in verfassungsfeindlichen organisation...verbieten sich automatisch. wer dem zuwider handelt...muß eben mit berufsverbot rechnen.
so wie ärzte...die nach bestrafung auch nicht mehr praktizieren dürfen.

das thema muß man auch als ein allgemeines sehen. auf einzelfälle einzugehen...bringt da nicht wirklich was.

grüßle
ancient
Scientist[quote]
Militanz, die sich durch angemessene Zielgerichtetheit, permanente Selbstreflexion, konsequente Abwägung und hohes Verantwortungsbewusstsein der Agierenden auszeichnet, betrachten wir dabei als ein legitimes Mittel im Kampf um Befreiung

Mit dem vermeintlich vollzogenen Bruch mit der nationalsozialistischen Vergangenheit wird der Aufstieg der BRD zur politischen und militärischen Hegemonialmacht innerhalb des imperialistischen Herrschaftskomplexes Europäische Union (EU) legitimiert. (Bürgern der DDR oder Nordkoreas durfte die sprachliche Dialektik doch bekannt vorkommen)

Vor allem der Wille, faschistischen Parteien und Banden nicht nur verbal, sondern auch auf der Straße, sei es mit Demonstrationen, Blockaden oder direkten Angriffen entgegenzutreten und somit die Parole "Kein Fußbreit den Faschisten" in die Tat umzusetzen, unterscheidet den autonomen Antifaschismus vom bürgerlichen.

…der Gleichsetzung des nationalsozialistischen Terrorsystems mit der Staatsform der sich selbst als "sozialistisch" definierenden Regime und der sich daraus ergebenden Verharmlosung und "Normalisierung" deutscher nationalsozialistischer Vergangenheit und restaurierter Nachkriegsgegenwart… (Das linke Gegenstück zur Auschwitzlüge?)
[/quote]
Erinnert ein bisschen an einen linken Kampftrupp während der Weimarer Republik.
Liefern die sich demnächst auch Straßenschlachten mit irgendwelchen Stahlhelmen.
Dagegen klingt die Propaganda der Nationalen Rechten ja fast wie die Slogans einer liberalen Weltoffenen Partei des 21. Jahrhunderts.

Ich finde es Nachvollziehbar und begrüße es sogar, wenn man einem solchen Lehrer die Einstellung verweigert.
Der Fall Kaplan hat gezeigt, wie verwundbar der deutsche Rechtsstaat ist.
Wir dürfen nicht zulassen, dass die Feinde unseres Staates unsere höchsten Güter, wie Meinungsfreiheit und Demokratie als Waffen gegen uns benutzen, oder sie als Schutzschilde für ihre Verfassungsfeindlichen Aktionen gebrauchen.
Ein Lehrer ist ein Diener des Staates und muss seinem Dienstherren und der Verfassung auf die er bei seiner Verbeamtung schwört folge leisten.

Gruß vom Scientist!
decay73Bei meiner Firma interessiert es aber auch niemanden, was ich privat mache. Eher wird mir nahegelegt, alles private draußen zu lassen.

Nur bei Lehrern geht das nicht. Bei denen zählt anscheinend immer noch nicht Leistung. Würde mich nicht wundern wenn demnächst wieder gefragt wird, ob sie gedient haben.

Natürlich muß auch ein Leher (wie jeder andere auch) die Gesetze beachten. Aber das hat er doch. Und auch war er nie in einer verbotenen Gruppe.

Also was soll das ganze Geschrei um nichts?

Vorauseilender Gehorsam?

Lieber mal jemanden unterstellen, er wäre bestimmt ein schlechter Lehrer und würde seine Schüler nur manipulieren?
Das hat ein ehemaliger Leher von mir auch nicht. Er war seinerzeit bei den Grünen und außerdem Atheist, aber das hat [b]nie[/b] irgendeine Rolle gespielt.
Warum wird aber diesem besagten C. das jetzt unterstellt?
Zum Glück komme ich gebürtig nicht aus B.-W. :rolleyes:

Was man in letzter Zeit so mitbekommt ist echt zum heulen. Mit einer freiheitlichen, demokratischen Grundordnung hat das immer weniger zu tun...

~decay~
ScientistDer Erlass, um den sich alles dreht:
[quote]
Die Regierungschefs der Länder haben in einer Besprechung mit Bundeskanzler Willy Brandt am 28. Januar 1972 auf Vorschlag der Ständigen Konferenz der Innenminister der Länder die folgenden Grundsätze beschlossen:

1. Nach den Beamtengesetzen in Bund und Ländern darf in das Beamtenverhältnis nur berufen werden, wer die Gewähr dafür bietet, dass er jederzeit für die freiheitliche und demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes eintritt; Beamte sind verpflichtet, sich aktiv innerhalb und außerhalb des Dienstes für die Erhaltung dieser Grundordnung einzusetzen.

Es handelt sich hierbei um zwingende Vorschriften.

2. Jeder Einzelfall muss für sich geprüft und entschieden werden. Von folgenden Grundsätzen ist dabei auszugehen:

2.1 Bewerber

2.1.1 Ein Bewerber, der verfassungsfeindliche Aktivitäten entwickelt, wird nicht in den öffentlichen Dienst eingestellt.

2.1.2 Gehört ein Bewerber einer Organisation an, die verfassungsfeindliche Ziele verfolgt, so begründet diese Mitgliedschaft Zweifel daran, ob er jederzeit für die freiheitliche und demokratische Grundordnung eintreten wird. Diese Zweifel rechtfertigen in der Regel eine Ablehnung des Einstellungsantrages.

2.2 Beamte

Erfüllt ein Beamter durch Handlungen oder wegen seiner Mitgliedschaft in einer Organisation verfassungsfeindlicher Zielsetzung die Anforderungen des § 35 Beamtenrechtsrahmengesetz nicht, aufgrund derer er verpflichtet ist, sich durch sein gesamtes Verhalten zu der freiheitlichen und demokratischen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes zu bekennen und für deren Erhaltung einzutreten, so hat der Dienstherr aufgrund des jeweils ermittelten Sachverhaltes die gebotenen Konsequenzen zu ziehen und insbesondere zu prüfen, ob die Entfernung des Beamten aus dem Dienst anzustreben ist.

3. Für Arbeiter und Angestellte im öffentlichen Dienst gelten entsprechend den jeweiligen tarifvertraglichen Bestimmungen dieselben Grundsätze.

(Ministerialblatt von Nordrhein-Westfalen, 1972, S. 324)
[/quote]
Er erscheint mir ehrlich gesagt recht vernünftig.
decay73Und der ist ganz offensichtlich vom Europäischen Gerichtshof als menschenrechtswidrig beurteilt worden.

Und er sagt selbst, daß er kein Problem mit diesem Staat hat. Oder ist Kritik üben bereits ausreichend für ein Berufsverbot?

~decay~
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i]
[B]Decay, nochmal - würdest Du, Ihr, auch dafür sein dass rechte Extremisten Lehrer werden und Eure Kinder großziehen? Auch wenn sie versprechen, ihre Gesinnung "ja nur privat" auszuleben?
[/B][/QUOTE]

Wenn derjenige sich an die geltenden Gesetze des Landes hält und nicht die Schüler manipuliert, wäre ich nicht begeistert, hätte aber auch kein Problem damit.

[QUOTE]....und wieder: wo ist dann - dieser Logik folgend - diese gerühmte "demokratische" Freiheit für graue/braune Wölfe? Deren Freiheit - bzw. die Beschneidung selbiger - findest Du doch, glaube ich, wie auch ich, richtig und gut...wie ist es also da mit dem Demokratie-Empfinden und der Gerechtigkeit bestellt?[/QUOTE]

Falscher Vergleich. Dieses Board ist keine öffentlich-rechtliche Einrichtung, sondern rein privat und [i]ganz offensichtlich[/i] mit gewissen Regeln und Befugnissen (Moderation) verbunden.
Wenn mein Arbeitgeber die Regel aufstellt, daß die Staplerfahrer nur noch 20 km/h fahren dürfen, müssen sie das. Ob es Sinn macht oder nicht.


~decay~
decay73Ach so.

Trotzdem. Wenn sie sich in Unterricht mit politischer Meinungsmache zurückhalten und nicht gerade in einer verbotenen Organisation sind, dann ist es o.k., wenn auch nicht schön ;)
ApexWie ich schon sagte Odessa...jeder zweite...ich fang bei dir mit zählen an ;)

Und ja ich denke auch das ein Nationalistischer Lehrer das recht haben muß unterrichten zu dürfen...niemand darf aufgrund seiner politischen Weltanschauung daran gehindert werden seinen Beruf auszuüben. Das klingt hart aber in der Demokratie gilt immer noch "gleiches Recht für alle" und deswegen muß auch einem rechten gestattet sein den Lehrberuf auszuüben. Sicher wäre ich alles andere als begeistert...und ich wäre bestimmt vorsichtig und würde versuchen immer genau über die Inhalte des Unterrichts informiert zu sein aber ich würde ihn nicht daran hindern zu unterrichten solange er einen neutralen Unterricht macht. Wenn wir Menschen verbieten aufgrund ihrer Weltansschauung ihrem Beruf nachzugehen brauchen wir auch nicht mehr unsere Demokratie verteidigen weil die haben wir dann schon längst verloren.

Herr Csaszkóczy hat sich nichts aber auch gar nichts zu schulden kommen lassen es gibt keinen Grund gegen ihn ein Berufsverbot zu verhängen. Wobei ich glaube das dieses eh spätestens vor einer europäischen Instanz aufgehoben werden würde. (Siehe Decays Beitrag)

Und was die Antifa Heidelberg angeht so muß man auch sagen das diese nicht als Gewlattätig gilt. Im Gegenteil, sie wird als Partner bei vielen Bürgerintiativen (Antikreigsbewegung) und Parteien (Grüne, die Wählergemeinschaft von Heidelberg) gerne gesehn. Von daher kann man wohl kaum von einer verfassungsfeindlichen Gruppierung reden.

Ich persönlich halte das aktive Mitarbeiten in und Erhalten von Freiräumen für eine lobenswerten und wichtigen Dienst an der Gesellschaft. Und ich denke nicht das man dafür bestraft werden sollte.
decay73@Odessa: Logo. Aber dann kann man sich ja auch durchaus wehren. Und wenn ein Kind mitbekommt daß es manchmal ganz gut ist, sein Maul aufzumachen, hat es mehr gelernt als in ein paar Stunden Deutschunterrricht.

Und wenn man es schafft sein Kind gut zu erziehen (wozu die Schule nur bedingt in der Lage ist), wird es einem von solchen Dingen auch erzählen.

edit: wenn es aber lernt ungerechfertigterweise vorzuverurteilen ist m.E. Hopfen und Malz für eine freiheitlich-demokatsiche Grundordnung verlohren... :)
ScientistDie AIHD taucht übrigens seit Jahren in den Berichten des Landesamtes für Verfassungsschutz in Baden-Württemberg auf. Ihr wird unter anderem die Beteiligung an Gewalttätigen Demonstrationen und Ausschreitungen im Rahmen von Fußballspielen, sowie die Beteiligung an zwei Anschlägen auf Gebäude im Jahr 1999 vorgeworfen. Soviel also zur Willkür der Behörden und zur Pazifistischen Einstellung des Herrn Csaszkóczy. Auf der Homepage des Verfassungsschutzes in BW findet sich die AIHD auch unter der Rubrik linksextremistischer Terrorismus unter der auch die RAF geführt wird.

[url]www.verfassungsschutz-bw.de[/url]
ApexNur weil es Vorkommnisse gab an denen die AIHD beteiligt gewesen sein soll heißt das noch lange nicht das Herr Csaszkóczy daran beiteiligt war...wie gesagt es liegt nichts vor und er hat keinerlei Vorstrafen.

Und der BW-Verfassungsschutz...naja...die stellen auch die Wahl von Karl Marx auf Platz 3 in der ZDF Sendung "Unsere besten" als Werbeaktion der DKP, MLPD etc. dar...:rolleyes:
gekitsuilo: ich meinte eben den zettel der einstellungunterlagen bei dems um parteien und verbaende geht. da stand bei mir auch die pds mit drauf. und den zettel mit den kommunistischen staaten musst ich auch noch unterschreiben :) da war sogar die ddr noch mit aufgefuehrt auf der liste :)

thema: in sachen berufsausuebung stimme ich prinzipiell zu, da muss privates von beruflicher leistung getrennt werden. aber berufsausuebung in der freien wirtschaft und eine rolle ausfuellen die repraesentativ fuer den staat ist, das sind doch zwei paar stiefel... zumindest meiner ansicht nach. und dass ein staat der demokratisch ist niemanden einstellt der "privat" demokratiefeindlich ist halte ich doch irgendwo fuer logisch. ist halt ne regel. wo es regeln gibt gibt es grauzonen und sowohl faelle in denen die regel an sich greifen muesste, es aber nicht tut als auch umgekehrt.

dieser lehrer war als person im lehramt bestimmt recht kompetent sonst wuerde kein so ein aufhebens um sein berufsverbot gemacht werden... aber so wie ein an sich rechtschaffener lehrer hier berufsverbot kriegt durfte ich mir von einem anerkannten und akzeptierten lehrer im unterricht sagen lassen dass wenn wir noch zu irgendwas kommen wollen wir auf jeden fall zum sozialismus muessen. (ich weiss dass dir das sympatisch is apex, aber in seiner eigenschaft als lehrer sowas loszulassen duerfte doch auch nach deinem verstaendnis untragbar sein, oder?)

aber das koennte sich ueber kurz oder lang eh erledigen... wenn lehrer mal nichtmehr verbeamtet werden koennte das unter umstaenden schon ein erster schritt zur lockerung werden.
ApexIch glaube er war hatte noch gar nicht richtig die Gelegenheit sich als Lehrer zu beweisen...es sei denn im Referendariat.

Eine solche Aussage wie von deinem Lehrer ist schon bedenklich und sollte dann auch genau beobachtet werden.

Aber:

Herrn Csaszkóczy hat keine politischen Ansichten im Unterrricht geäußert.

Herrn Csaszkóczy hat sich nichts zu schulden kommen lassen und ist nicht Vorbestraft.

Herrn Csaszkóczy ist nicht Mitgleid in einer verfassungsfeindlichen Organisation.

Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund an seiner Verfassungstreue zu zweifeln.

Im übrigen ist Sozialismus/Kommunismus nicht ungleich Demokratie. Dass sollte man nicht vergessen. Ansonsten wären Parteien wie die PDS oder die DKP nicht denkbar. Nur weil jemand Kommunist ist, bedeutet das nicht das dieser die Widerkehr des Stalinismus wünscht.
Darket[QUOTE]mitgliedschaften in verfassungsfeindlichen organisation...verbieten sich automatisch. wer dem zuwider handelt...muß eben mit berufsverbot rechnen.[/QUOTE]
Völlig richtig, aber solange eine Vereinigung nicht verfassungsfeindlich eingestuft wird, denn würde sie es, müsste sie verboten werden, was hier offensichtlich nicht der Fall ist, muss sie behandelt werden wie eine CDU-Ortsgruppe, der Schützenverein oder der Kegelclub! Ja, dieser Antifa-Pöbel ist auch meiner Meinung nach nicht wirklich verfassungskonform (Pöbel bezieht sich jetzt auf die organisierten Gruppen, nicht auf einzelne, ich würde mich selbst auch als Antifaschisten bezeichnen), aber solange es kein rechtskräftiges Urteil dahingehend gibt, ist er so zu behandeln, wie jeder andere auch.

@scientist
Nen paar Antifa-Spinner mit der RAF gleichzusetzen halte ich dann aber doch für gewagt. Wir müssen uns nicht darüber streiten, dass die eindeutig verfassungsfeindliche Äußerungen von sich geben und schon allein von daher in keiner Weise unterstützenswert sind, aber gekidnappt und ermordet haben die noch niemanden, oder?
gekitsusie haben tourbusse angezuendet, da haette schon was bei passieren koennen. :rolleyes: ;)
2378Nur mal eine kurze Frage.

Wie einfach wäre es den Lehrer wieder aus dem Staatsdienst zu entlassen?
Scientist[Quote]
Nach den Beamtengesetzen in Bund und Ländern darf in das Beamtenverhältnis nur berufen werden, wer die Gewähr dafür bietet, dass er jederzeit für die freiheitliche und demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes eintritt; Beamte sind verpflichtet, sich aktiv innerhalb und außerhalb des Dienstes für die Erhaltung dieser Grundordnung einzusetzen.
[/quote]
Wenn jemand stillschweigend Mitglied in einer Organisation ist, die Verfassungsfeindliche Parolen publiziert und möglicherweise sogar Verfassungsfeindlich ist, in einer Organisation, die an terroristischen Verbrechen (z.B. an Anschlägen auf Gebäude; Was kommt als nächstes? Der Weg zu Verbrechen wie sie die RAF durchgeführt hat ist da nicht mehr weit!) beteiligt war, in einer Organisation, die von Staatsschutz und vom Verfassungsschutz deshalb beobachtet wir, dann ist das nicht gerade ein Zeichen besonderer Aktivität auf dem Gebiet der Erhaltung der freiheitlich demokratischen Grundordnung.
DarketMein Gott, dann sol das Verfassungsgericht diese Antifa-Gruppe doch verbieten!!! Dann kann man den Leherer vor die Wahl stellen, aber er ist doch nunmal (meiner Meinung nach leider) nicht verboten! Dem Mann wurde keine einzige gesetzwidrige Tat nachgewiesen, die Tatsache, dass er politisch aktiv in irgend eine Richtung arbeitet, ist nicht verboten, also tut dieser Mensch rein juristisch betrachtet nichts unrechtes.
Nnordy@DArket: Danke, endlich sagt es mal einer!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Diese ganze Spekulation darüber ob diese Gruppe nun verfassungsfeindlich ist oder nicht hat sich doch, wenn es hier schon um Wortklauberei im Sinne des ERlasses geht, von selbst erledigt - sie ist nicht verboten, und daher max. als "möglicherweise verfassungsfeindlich" (wenn überhaupt!) anzusehen, aber nicht als erwiesen verfassungsfeindlich! Punkt. Damit hat sich die ganze Argumentation gegen Hr. C. doch ad absurdum geführt, noch dazu da er bis dato in keiner Art und Weise verhaltensauffällig bzw. "kriminell" geworden ist. Wo also ist deren verdammtes Problem?

@Scientist: Du hast eine etwas komische Vorstellung davon, wie eine antifaschistische Gruppe zu einer zweiten RAF "mutieren" kann... Entschuldigung, aber: SO EIN BLÖDSINN!!!!!!!!!!!!!!! Die Vorstellung ist so dermaßen abwegig - denn, JA, es ist ein sehr weiter Weg von (leere) Häuser anzünden bis hin zu Mord und Totschlag. In diesem Sinne trennen diese Gruppe genau so viele Welten von der RAF wie von den Faschos, die damals Hoyerswerda verbrochen haben... Ich frage mich echt, wie Du das ernsthaft glauben kannst, daß eine Gruppe, die ANTIFASCHISTISCH eingestellt ist (und sich damit u.a. gegen die menschenverachtende Ideologie von wohl in 1. Linie des deutschen FAschismus wie er im Nationalsozialismus "gelebt" wurde wendet), mal eben schnell einen anderen Menschen tötet - so ganz einfach mal so nebenbei, denn: Wer HÄuser anzündet, der geht auch über Leichen? Das wäre doch mal ernsthaft zu überlegen...
ScientistJa, wer sich terroristisch betätigt und Häuser anzündet, der geht auch über Leichen. Der Unterschied ist für mich nur geringfügiger Natur. Das erste setzt bereits ein so hohes Maß an Krimineller Energie vorraus, das letzteres fast zwangsläufig folgen muss.
Die Geschichte der RAF begann mit zwei Brandanschlägen gegen Frankfurter Kaufhäuser 1968. Der Rest der Geschichte ist ja hinlänglich bekannt. Im Kampf gegen den Terrorismus reicht es nicht aus am Hindukusch zu stehen, wir müssen ihn auch in Heidelberg führen.

Und was die Antifaschistische Einstellung angeht, so sollten wir uns doch fragen, wofür steht diese Gruppierung und nicht wogegen behauptet sie zu sein. Es sind mehr Menschen im Namen des Antifaschismus getötet worden als es der Faschismus je fertiggebracht hat. Es hat Staaten gegeben, die haben sogar Mauern nach ihm benannt und anschließend nach denen schießen lassen, die sie überquert haben. Von daher halte ich eine antifaschistische einstellung nicht unbedingt für ein Qualitätsprädikat in Sachen Gewaltlosigkeit und Verfassungstreue.

Der gute Herr C. scheint offenbar doch so verhaltensauffällig gewesen zu sein, das er seit 1992 vom Verfassungsschutz observiert wurde, der soviel Informationsmaterial gesammelt hat, das das Baden - Württembergische Kultusministerium überzeugt zu sein scheint, das dieses Material ausreiche um ein Berufsverbot zu begründen. Die Gerichte werden darüber entscheiden.
NnordyDAnn frage ich nochmal: Und WARUM ist diese "terroristische Vereinigung" dann noch nicht für verfassungswidrig erklärt und entsprechend aufgelöst worden???????????????? Ich find's lustig, wie schnell heute von "Terrorismus" die Rede ist bzw. wie schnell aktive politische Gruppen in diese Ecke gedrängt werden...

Zu deiner Behauptung bzw. dem äußerst geschmacklosen "Aufrechnungsversuch" bezüglich der Todesopfer in faschistischen und "anderen" Regimes enthalte ich mich jeden Kommentars. Außer, daß ich sowas äußerst zynisch finde.

Woher beziehst Du denn deine Information bezüglich der Observierung des Hr. C.? Oder ist das "top secret"? :D Quellenangabe wär' nicht schlecht!
Black ReaperMag man vo dem Verein halten, was man will, solange er nicht verboten ist, muss das Mitglied die selben Chancen im öffentlichen Dienst haben, wie alle anderen Nicht-Mitglieder auch.

Solange er nicht als gewaltbereit aufgefallen ist, halte ich ihn für den Lehrerberuf für durchausgeeignet. Und dies ist ja der Fall. Zudem halte ich den Vorwurf, seine Einstellung sei mit der freiheitlcih-demokratischen Grundordnung nicht in Einklang zu bringen, für absolut lächerlich. Der Verein engagiert sich gegen rechtsradikale Aktionen und tut dies, laut dem Grundsatz, friedlich, schreckt aber im Ernstfall nicht vor Konfrontation zurück. Für mich klingt das in übertragen nach Notwehr bzw. Nothilfe. Zudem ist das Recht auf freie Meinung ein Grundrecht, und niemand darf aufgrund seiner Gesinnung bevorteilt oder benachteiligt werden.

In diesem Fall meine ich jedenfalls, dass der Lehrer weiterhin den Lehrerberuf ausüben darf. Dabei muss er natürlich neutral sein und darf nicht (ok, blödes Beispiel) im unterricht linke parolen verbreiten. Solange es dafür keine Beweise gibt, ist er völlig geeignet für seinen Beruf. Auch wenn ich eher links gesinnt bin, würde ich auch einen sehr rechten Lehrer so akzeptieren, solange er seine Neutralität am Arbeitsplatz wahrt.
decay73Und was hat das alles jetzt mit dem hier diskutierten Fall zu tun?
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i]
[B]durchaus sein könnte[/B][/QUOTE]

Genau. Es könnte ja so vieles passieren. Was also tun? Vorsichtshalber rausschmeißen? Man sieht es im ja nicht an der Nasenspitze an...mir übrigens auch nicht...
ApexDie Sache ist einfach die dass man niemand wegen etwas bestrafen kann was er nicht getan hat....wo kämen wir denn dahin?

Wenn Herr C. vorbestraft wäre wegen Gewalttaten dann wäre das eine ganz andere Sache aber der Mann hat eine reine weiße Weste. Er hat sich niemals was zu Schulden kommen lassen, was ihn in meinen Augen daran hindert das Lehramt zu ergreifen.

@Scientist

Man kann sehr wohl Gewlt gegen Sachen von Gewlat gegen Menschen unterscheiden. Sicher beides ist nicht schön...aber ich sehe schon einen Unterschied darin Farbbeutel auf ein Gebäude zu werfen oder einen Menschen zu ermorden. Und auch hier war Herr C. nie an Taten beteiligt.

Und was die Antifa angeht...viele Antifa-Gruppen sind Spinner aber viele die ich kenne sind durchaus ernstzunehmende friedliche Gruppierungen von Menschen die sich gegen staatliche Unterdrückung und sich für mehr Bürgerrechte einsetzen. Sie sind ein wichtiger Teil deutscher Politik und Kultur und es wäre schlimm wenn die ganzen selbstverwalteten Jugendzentren, Infoläden, Cafes oder Bauwagensiedlungen aufgelöst werden. Die Antifa-Gruppen sind untereinander sehr verschieden und man kann nicht behaupten das alle Antifa-Mitglieder gewalttätig wären. Und wenn mal ein paar Linke Quatsch machen werden diese sehr gerne der einen oder anderen Gruppe zugeordnet ohne irgendeinen Hinweis. Gäbe es Hinweise oder sogar Beweise das die Antifa Heidelberg aktiv an Verbrechen beteiligt war oder sie sogar organisiert hat, dann wäre diese Gruppe schon längst verboten worden.

@Odessa

Man kann aber nicht von einem Ernstfall ausgehen solange er nicht passiert ist. Ich kann doch niemand wegen etwas bestrafen was er nicht getan hat. Nur weil jemand bei einer Gruppierung ist die dem System sehr kritisch gegenübersteht und lieber ein anderes hätte kann ich ihn doch in einer Demokratie nicht deswegen verurteilen. Herr C. scheint schon an sehr vielen Aktionen beteieligt gewesen zu sein (seit 1989 politisch aktiv) und hat keine Einzige Vorstrafe...es gibt keinen Grund davon auszugehen das er in absehbarer Zeit kriminell wird.
ApexNaja ich denke das man ihm zumindest eine Chance geben sollte, seine Noten sind verdammt gut und auch in der Referendariatszeit scheint nichts vorgefallen zu sein...und seien wir mal ganz ehrlich...an was es in diesem Land doch vor allem fehlt sind gute Lehrer. Mal von der Ungerechtigkeit abgesehn wiegt der Verlust eines Lehrers der so gute Anlagen hat in meinen Augen schwerer als die geringe Gefahr das er seine Schüler in bombenlegende Anarchisten verwandelt.
DarketIch behaupte ein stockkonservativer Lehrer bringt mindestens die gleiche Gefahr mit sich seine Schüler zu gewaltbereiten Anarchisten zu machen, aber nun gut, das ist was anderes.
[QUOTE]Antizionistische Aktion[/QUOTE]
Echt, die gibbet wirklich? Ich hab grade gestern nen Araber mit nem T-Shirt von denen hier durch X-Berg flanieren sehen, ich dachte das wär nen Scherz, dass die echt existieren wusste ich nicht.

[QUOTE]durchaus sein könnte[/QUOTE]
Stichwort Rechtstaat... In dubio pro reo

[QUOTE]Ja, wer sich terroristisch betätigt und Häuser anzündet, der geht auch über Leichen[/QUOTE]
Stimmt, sehe ich genauso, und es wäre ein gutes Argument für das Verbot dieser Gruppe, das ich dann auch voll unterstützen würde ( rechtstaatliches Verfahren und Gerichtsurteil vorausgesetzt). Dennoch, selbst wenn wir diesen Verein als gewaltbereit und prinzipiell verfassungsfeindlich betrachten, ist es möglich sich mit den Zielen von Gruppen zu identifizieren, ohne deren Methoden gutzuheißen. Um mal den viel zitierten Nahostkonflikt aus der Mottenkiste zu kramen, gibt es jede Menge Palästinenser, die sich mit den Zielen von Hamas&co identifizieren, ohne sich selbst gleich in die Luft zu jagen. Opportunismus ist nicht strafbar und jeder darf denken was er will, er darf es vielleicht nicht in jeder Situation aussprechen, wie der Beamtendienst ganz gut zeigt, aber niemandem kann verboten werden zu denken, wie er denkt!
Der Mann hat nichts strafbares getan, sich nichts zu schulden kommen lassen und dementsprechend spricht auch nichts gegen seine Übernahme in den Schuldienst.
Allerdings muss ich anmerken, dass die Verbeamtung von Lehrern recht oft zu einigermaßen skandalösen Folgen führt. Es ist ja durchaus möglich, dass dieser Herr C. seine Schüler mit Informationen und Ansichten füttert, die nicht verfassungskonform sind. In so einem Fall ist es dennoch so gut wie aussichtslos diesen Lehrer wieder loszuwerden. Ich glaube da liegt das eigentliche Problem, Lehrer die Mist bauen müssten gefeuert werden können, wie andere Arbeitnehmer auch, wäre diese Möglichkeit da, könnte man sich die ganze Diskussion sparen, da man ihn dann einfach übernehmen und zwei Jahre abwarten könnte. Bei 25-30 Schülern in einer Klasse, ist es doch so gut wie ausgeschlossen, dass im Falle extremer Äußerungen nichts nach außen dringt.
Nebenbei würde es dazu führen, dass man noch so manch anderen Pseudopädagogen vor die Tür setzen könnte, in meinen 14 Jahren (nicht lachen! :D ) Schule habe ich so manchen getroffen, der im Schuldienst nichts verloren hatte, ganz abgesehen von politischer Einstellung.
ApexAlso ich glaube ich muß Blind sein ich finde hier nirgends ein Wort darüber das die Antifa Heidelberg Häuser anzündet...könntet ihr einem alten blinden Mann da mal helfen?

Ansonsten, wenn ihr Organisationen wegen Sachbeschädigung als Terroristische Vereinigung seht fordert bitte auch ein Verbot für Attac, Greenpeace und den Eintracht Fanclub Raunheim e.V. ;)

Manchmal kratzt man halt an den Gesetzen...aber deswegen gleich als verfassungsfeindlich und terroistisch zu gelten, finde ich überzoge...im übrigen müßte ja erstmal nachgewiesen sein das die Täter mit der Zustimmung der Antifa gehandelt haben bzw. in deren Namen. Und es muß erwiesen sein das sich diese Tat gezielt gegen den Rechtsstaat richtete und das Ziel hatte diesen auf Gewalttätige Art und Weise hmmmmm ich sag mal abzulösen ;)
ScientistUnter Terrorismus versteht man politisch motivierte Kriminalität, insbesondere Gewaltkriminalität. Da die zwei Anschläge gegen Gebäude laut dem Jahresbericht 1999 des Landesamtes für Verfassungsschutz Baden-Württemberg im Vorfeld und im Zusammenhang mit einer Demonstration gegen die Bundesgeschäftsstelle der NPD standen, handelt es sich definitiv um eine politisch motivierte Kriminalität. Da auf das Konto der AIHD auch noch Ausschreitungen z.B. bei Fußballspielen (Waldhof Mannheim gegen FC St.Pauli)gegen Neonazis gehen, ist es wohl Legitim, von Terrorismus zu sprechen.

Damit fielen dann gewaltbereite Hooligans schon aus dem Raster, sie sollten nichts desto trotz bestraft werden und Organisationen die derartiger Gewalt Vorschub leisten sollten verboten werden.

Gerade Attac halte ich für eine höchst Problematische Organisation. Diese Organisation ist vor allem durch gewalttätige Ausschreitungen am Rande von Internationalen Konferenzen bekannt geworden, so z.B. 2001 in Genua, als sie sich tagelang Staßenschlachten mit der Polizei lieferte und das halbe Stadtzentrum verwüstete.
Obwohl der Kern der Organisation sicherlich nicht als extremistisch oder verfassungsfeindlich eingestuft werden muss, sie wird sogar von Seiten der demokratischen Parteien und der Gewerkschaften unterstützt, so ist sie doch auch ein Sammelbecken des Linksextremismus und -Terrorismus, der sich unter dem Deckmantel von Attac ungestört und unbehelligt entwickeln kann. Aus diesem Grund wird die Organisation auch vom Bundesamt für Verfassungsschutz und diversen Landesämtern für den Verfassungsschutz überwacht und taucht regelmäßig in den Jahresberichten auf. Wenn es ihr nicht gelingt, sich von den Extremisten in ihren Reihen zu distanzieren, dann muss in Zweifelsfall auch eine Verbot in Erwägung gezogen werden.

Ähnliches gilt für die PDS. Sie hat sich zwar in ihrer Mehrheit von der unterdrückerischen SED in eine demokratische Partei gewandelt, aber es gibt in ihr doch große Strömungen die durchaus als linksextremistisch zu bezeichnen wären, so z.B. die Kommunistische Plattform, die durch das Bundesamt für den Verfassungsschutz beobachtet wird.

Greenpeace mag zwar durchaus wünschenswerte Ziele haben (diese süßen Wale wollen wir doch alle schützen), aber wenn sie ihre Ziele durch Mittel zu erreichen versuchen, die nicht mit geltendem Recht zu vereinbaren sind, dann muss der Rechtsstaat sie unnachgiebig verfolgen. Auch ein Umweltterrorist, wäre für mich als Lehrer untragbar.

In einer derart kleinen Organisation wie der AIHD sollte es eigentlich unmöglich sein von Gewaltaktionen nichts mit zu bekommen. Außerdem kann man von ihnen ja in den Berichten des Verfassungsschutzes nachlesen. Herr C. war übrigens nach einer Aufforderung der Landesregierung nicht bereit sich von den Verfassungsfeindlichen Gewaltaufrufen der Organisation zu distanzieren.
gekitsuwas hier alles diskutiert wird...

es sieht doch so aus: es tut NICHTS zur sache ob dieser lehrer irgendwas getan hat, ob er vorbestraft ist, ob diese gruppe verboten ist oder nicht oder sonstwas.
es ist auch interessat wer was fuer rechte "haben muss" laut manchen postern.

fakt ist: der staat beschaeftigt niemanden der in einer organisation mitglied ist welche demokratiefeindlich ist oder freiheitsfeindlich. diese organisation braucht deswegen noch lang net verboten sein und auch net gewalttaetig.
der staat stellt diese regel auf, der lehrer hat sie nicht erfuellt und ist demzufolge aus dem staatsdienst geflogen.
ob diese vereinigung verboten oder verfassungsfeindlich ist ist dabei schlichtweg irrelevant.

jetz kann man ueber sinn und unsinn dieser reel diskutieren... aber wer welche rechte hat oder nicht hat ist hanebuechen. die rechte stehen im wortlaut schonmal hier im thread und so lauten sie. da steht nix von "verboten" oder sonstwas...
decay73@Gekitsu:
Fakt ist aber auch, daß der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte genau diese Berufsverbotspraxis für menschenrechtswidrig erklärt hat.

Ich werde das dumme Gefühl nicht los, daß hier wieder Jagt auf politisch anders denkende gemacht wird. Und wenn ich Scientists Beitrag lese beschleicht mich das ungute Gefühl, daß man heute nicht mehr eine politsische Meinung links der SPD haben darf.
Ist die Demokratie in Deutschland wirklich schon so schwach geworden oder liegt das an dem Wahn, daß jeder, der nicht bedingungslos für uns ist, gegen uns ist?

Ich finde das Verhalten der Behörden erschreckend. Und mit Ruhm haben die sich in diesem Zusammenhang auch nicht gerade bekleckert.
Deren Vorgehen gegen eine harmlose Demonstration in Heidelberg.
"Das zu befürchtende Berufsverbot muss auch im Kontext anhaltender politischer Einschüchterung und Behinderung in anderen Bereichen gesehen werden, vor allem im Rahmen von Demonstrationen, so jüngst und in besonders drastischer Form bei der Demonstration für ein neuesselbstverwaltetes Zentrum vom 31.01.04 in Heidelberg. [...]Dabei wurden zahlreiche, für eine Demonstration eigentlich selbstverständliche Gegenstände wie Fahnenstangen und Fahnen beschlagnahmt. Auffällig war das unverhältnismäßig hohe Aufgebot ab Einsatzkräften der Polizei, die mit Sturmhauben, Helmen, Knieschützern, Schlagstöcken und Schutzschildern ausgerüstet den Demonstrationszug einkesselten und in teilweise mehrreihigen engen Spalieren bis zum Kundgebungsort "bewachten"."
(GEW Rhein-Neckar/Heidelberg)

C's Führungszeugnis sei "blütenweiß". Bei eigenständiger Weltsicht habe er zwar "nicht den missionarischen Eifer, meine Verfassungstreue ständig unter Beweis zu stellen", aber mit dem Staat als solchem "kein Problem".

Desweiteren hielt er zu einer Anhörung schriftlich folgendes fest:
"Militanz bezeichnet eine widerständliche Haltung, die nicht vor Konfrontation zurückschreckt."

Das ist m.E. kein Aufruf zu Gewalt, sondern "lediglich" zu Widerstand. Wenngleich der Widerstand nicht unbedingt gewaltfrei bleiben muß, wenn einem z.B. Gewalt angetan wird.

Nur eines haben solche (wie auch viele andere erschreckende Dinge, wie z.B. absolut friedliche, minderjährige Schüler, die auf einer von vielen Partien und Organisationen unterstützten Demo gegen Fremdenhaß den Schlagstock der Polizei kennenlernen 'durften') gemein:
Demokratische Engagement wird im Keim erstickt.

Schade eigentlich.

~decay~
NnordyAch decay, ich weiß schon was von @Scientist jetzt kommt: Ein "Terrorist" (der Hr. C. ja seiner Meinung nach zu sein scheint) verwirkt durch seine ungesetzlichen Aktionen sein Anrecht auf Menschenrechte - sowas in der Richtung... :rolleyes:

Wie man merkt, ist die Bereitschaft, Hr. C. als - potentiellen - Terroristen abzustempeln wesentlich höher als sein Recht, nicht nach einem menschenrechtswidrigen Erlaß behandelt zu werden. Wobei ich glaube daß, selbst wenn die Entscheidung aufgrund der Menschenrechtswidrigkeit zurück genommen werden müßte, "man" sicher andere MIttel und Wege finden würde, um den Mann aus dem Staatsdienst rauszuwerfen.
Wenn ich dann noch dran denke, wie viele Altnazis noch in den 50er und 60er, teils auch noch in den 70er Jahren als Lehrer an den Schulen gewirkt haben (wobei ich nicht behaupte, daß jeder von denen seine "Gesinnung" den Schülern eingebleut hat...), kommt mir diese ganze Geschichte hier vor wie ein äußerst schlechter Scherz. Auch, wenn das nichts zur Sache tut.
2378Da bisher noch niemand auf die Frage einging:

Wie leicht kann man einen Lehrer wegen so etwas aus dem Staatsdienst entlassen?

Wenn man diese Frage beantworten kann - dann kann man auch über den Rest nachdenken.

Grund:
Geht es ohne Probleme, dann ist das alles hier großer Mist und die stellen sich wirklcih an.

Geht es nicht ohne Probleme, dann sollte man schon damit rechnen, dass man erstmal überprüft usw wird. Dazu muss ich sagen, wer in den Staatsdienst will - und das will er - sollte auch komplett Konform zu den demkr. Grundordnungen der BRD stehen.
Lehrer aus links und rechtsextremen Richtungen gehören nicht in den Schuldienst - und ich denke Lehrer die in der NPD sind, kommen auch nicht ohne Probleme rein (hat da sich mal jemand zu informiert). Grund dafür ist... wer da seine Meinung vertritt, der wird die Kinder beeinflussen und es reicht schon, wenn die leichten links und rechts tedenzen da sind...

2378
ancient[QUOTE]Wenn ich dann noch dran denke, wie viele Altnazis noch in den 50er und 60er, teils auch noch in den 70er Jahren als Lehrer an den Schulen gewirkt haben (wobei ich nicht behaupte, daß jeder von denen seine "Gesinnung" den Schülern eingebleut hat...), kommt mir diese ganze Geschichte hier vor wie ein äußerst schlechter Scherz. Auch, wenn das nichts zur Sache tut.[/QUOTE]

nun...eine völlig andere situation. nach dem krieg gab es wohl erstmal keine anderen lehrer als jene...die auch im 3.reich unterrichtet haben. solange sie nicht besonders auffällig sind/waren...und nicht mitglieder rechter organisationen bzw. als verfassungsschädlich eingestufte...sind...oder ihre alten ansichten verbreiten...können sie durchaus als lehrer arbeiten.
dabei ist auch zu bedenken...das nicht jeder lehrer im 3.reich...gleich der ultraüberzeugte nazionalsozialist war.

kamen beschwerden oder gar anzeigen...wurde in der regel auch von der schulleitung bzw. dem schulamt darauf reagiert.

anders sieht es da mit linksradikalen tendenzen ab ende der 60ziger aus. zu zeiten des kalten krieges...kann man z.b. keinen bekennenden kommunisten im schuldienst belassen. die zeit seiner aktivitäten liegt ja nicht zurück...sondern sind akut. das risiko der verbreitung linker irrlehren waren da viel zu groß. daher mußten solche elemente auch sofort entfernt werden.
das gleiche fordert man ja heut auch von lehrern welche rechtes gedankengut verbreiten.

ein antifaschistisches denken...geht leider oft mit kommunistischen gedanken einher. es ist also durchaus nicht einfach das auseinanderzuhalten.
jeder kennt z.b. das antifa symbol...nicht viele wissen aber...das dieses zeichen auf eine linksradikale geschichte zurück geht.
die "antifaschistische aktion" war eine kommunistische organisation...welche der nachfolger des berüchtigten und 1929 verbotenen "roten frontkämpferbundes" war...bzw ist.
der rfb war nix anderes als der millitärische arm der kpd. sozusagen das gegenstück zu den sturmabteilungen der nsdap.
ein verwenden derartiger symbole deutet schon etwas auf die politische richtung hin. keiner soll bitte "gewaltlosigkeit propagieren"...und dann mit solchen aufnähern rumlaufen...
das nur mal am rande bemerkt...;)


[QUOTE]Nebenbei: wie aus eigener Erfahrung zu berichten kann ein Lehrer durchaus von "Hitlers Errungenschaften", den "faulen Schwarzen" usw. reden, ohne das ihm ein Strick daraus gedreht wird - eine Beschwerde ergab noch nicht mal eine Untersuchung. Tja, der Mensch war halt klug genug nicht in der NPD zu sein sondern nur ihre Propaganda an die Schüler weiterzugeben. Wirklich sinnig Menschen nach ihrer Mitgliedschaft und nicht nach ihrem Verhalten auszuschließen[/QUOTE]

ja. so ist es...wem man nix beweisen kann...der ist unschuldig.
wäre es anders theraven...würden wir gnadenlose willkür haben.
es gibt immer mittel und wege jemanden "einen strick" zu drehen. wenn eine anzeige nicht reicht...dann viele von verschiedenen...meist hat man auch unterstützung von anderen lehrern.

gehabt euch wohl
ancient
2378Gothic ist aber keine politische Einstellung... .

Zu Kommunismus bzw eher der in umgesetze Sozialismus kann man nur eins sagen - er ist nie in einer Demokratie umgesetzt worden. Vor dem 2 WK haben sich links und rechts umgebracht... und wer mal wissen will, was für Verbrechen im Namen des Kommunismus passiert sind, kann sich das Schwarzbuch des Kommunismus mal anschauen. Man muss es nicht mögen... und es ist einseitig, aber leider sind es belegbare Fakten.

Das das alles nichts mit der Grundidee von Marx zu tun hat, ist mir klar.. aber man muss darüber reden was umgesetzt wird oder?
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von 2378 [/i]
[B]Gothic ist aber keine politische Einstellung... .
[/B][/QUOTE]

Das weißt vielleicht du, aber nicht irgendwelche Behörden.

Ich möchte eigentlich gar nicht so genau wissen, wer hier so alles vorbei schaut.

Gerade die Gothic- Szene steht durchaus unter Beobachtung...
ScientistFür ein Berufsverbot muss Herr C. nicht Mitglied in einer Verbotenen Organisation sein oder selbst an politisch motivierten Verbrechen beteiligt gewesen sein, es genügen lediglich Zweifel an seiner Verfassungstreue. Diese bestehen nach Meinung des Kultusministeriums und des Verfassungsschutzes und des Staatsschutzes, der Teilweise die Informationen die heute beim LfV lagern sammelte. Ob diese Zweifel gerechtfertigt sind und für ein Berufsverbot ausreichen, entscheiden momentan die Gerichte. Vermutlich wird es ein Kampf durch alle Instanzen.

Der Hauptkritikpunkt des Europäischen Gerichtshofes, war wenn ich mich recht entsinne nicht das Gesetz als solches, sondern seine etwas einseitige Umsetzung in den siebziger Jahren, als überwiegend linke Staatsfeinde davon betroffen waren, während man die rechten unbehelligt lies.
Sofern man diesen Fehler vermeidet, sollte das Gesetz recht unproblematisch sein. Immerhin ist es in den meisten Bundesländern weiterhin gültig und hat z.B. nach dem Ende der DDR gute Dienste geleistet.

Im Verfasungsschutzbericht steht im Zusammenhang mit der AIHD nur etwas von zwei Anschlägen gegen die Bundesgeschäftsstelle der NPD. Selbst wenn es sich nur um Farbbeutel handelt, so sind diese extremistischen Aktivitäten doch mit größter Sorge zu beobachten.
Ich halte das nicht für einen Bagatelldelikt.

Das demokratische Spektrum reicht bei mir von der Sozialdemokratie (inklusive entsprechender sozialdemokratischer und gemäßigt sozialistischer Strömungen in der PDS)
Bis zur CSU. Alles as links oder rechts davon Positioniert ist, halte ich für extremistisch und Staatsfeindlich. Das heißt nicht, das man derartige Organisationen sofort verbieten sollte (das Beispiel NPD hat gezeogt, wie schwierig das in der Praxis ist), aber man sollte sie unter strenger Beobachtung durch Staatsschutz und Verfassungsschutz halten, um notfalls eingreifen zu können. Entsprechendes gilt natürlich auch für alle religiös fundamentalistischen Gruppierungen.
Aktuelle Initiativen durch die Innenminister von Bund und Ländern gehen ja bereits in die Richtung dem Staat schon im Verdachtsfall Möglichkeiten der rechtlichen Handhabung gegen Terroristen und Extremisten zu geben um einen zweiten Fall Kaplan oder die Peinlichkeiten um Personen im Umfeld der Attentäter des 11.9. künftig zu verhindern und den Bürger wirksam zu schützen. Bei solchen Gesetzen ist natürlich darauf zu achten, dass durch Kontrollstrukturen ein Aushebeln des Rechtsstaats verhindert wird.

[quote]
Und was die Antifaschistische Einstellung angeht, so sollten wir uns doch fragen, wofür steht diese Gruppierung und nicht wogegen behauptet sie zu sein. Es sind mehr Menschen im Namen des Antifaschismus getötet worden als es der Faschismus je fertiggebracht hat.
[/quote]
Mit diesem Kommentar, habe ich auf die Behauptung geantwortet, das eine Organisation die sich als Antifaschistisch bezeichnet, quasi a priori gewaltfrei wäre. Es ging mir weder um ein Aufrechnen von Opfern, noch darum, eine Grundsatzdiskussion über für und wider des Kommunismus/Sozialismus zu führen.
2378Wenn jemand es schafft die viele Strömungen hier politisch deuten zu können - soll er es mal veruschen :q

Ich kann mir vorstellen, dass sie beobachtet wird - aber das wird in vielen Szenen sein usw...

Aber nochmal:

Kann ein Lehrer deswegen auch dem Staatsdienst entlassen werden?????
Darket[QUOTE]es genügen lediglich Zweifel an seiner Verfassungstreue[/QUOTE]
Das widerspricht aber jeglicher rechtstaatlicher Grundordnung!
Ich zweifle, wie jede Menge andere in diesem Land auch daran, dass Helmut Kohl nicht korrupt ist, aber dummer Weise habe ich jedenfalls keinen Beweis für das gegenteil, die Tatsache, dass ich zweifle reicht da nunmal nicht aus!



[QUOTE]Kann ein Lehrer deswegen auch dem Staatsdienst entlassen werden?????[/QUOTE]
Das Problem habe ich gestern schonmal angesprochen, einen verbeamteten Lehrer wieder loszuwerden ist so gut wie unmöglich, ich hab da schon harsträubende Geschichten von Lehrern gehört, die immernoch unterrichten dürfen. Allerdings sehe ich nicht ein, wieso man bei dieser Problematik eher bereit ist Berufsverbote zu erteilen, als etwas am deutschen beamtenrecht zu ändern. Man kann das eigentliche Problem doch nicht unter den Teppich kehren (wiegesagt geht es da längst nicht immer um Politik) und dann versuchen den Schaden vorher einzudämmen.
ancientok ...irrlehren...war vielleicht etwas zu heftig. aber das wort gefällt mir...:rolleyes:

[QUOTE]Irgendwie vermisse ich zunehmend die Weltoffenheit auf diesem Board [/QUOTE]

das der satz in zusammenhang mit dem thread hier fällt...find ich doch sehr bedauerlich. weltoffenheit hat nix mit...anderer meinung sein...zu tun. wo jemand hier nicht weltoffen ist...würde ich doch gern mal wissen. wir führen hier ne ganz annehmbare diskussion...wo es zwangsweise andere meinungen gibt.
im übrigen hat weltoffenheit auch seine grenzen...genau wie toleranz und diskussionswillgkeit.

[QUOTE]Wie würde es denn aussehen, wenn ein Lehrer Herr S. wegen seiner Mitgliedschaft in einem "Verein zur Förderung des Gothic e.V." Berufsverbot bekommen sollte? [/QUOTE]

wie bereits von vielen...einschließlich mir...geschrieben...wird jegliche mitgliedschaft in verfassungswidrigen organisationen mit ausschluß aus dem staatsdienst geahndet.
auch ein aktives mitarbeiten...fördern... von solchen gruppierungen ziehen einen ausschluß nach sich...auch wenn man nicht mitglied ist.
es geht auch nicht unbedingt nur um politische parteien...
Darket[QUOTE]Im übrigen sind militärische Auslandseinsätze der Bundeswehr auch verfassungswidrig [/QUOTE]
*lol* da kann man drüber streiten....also wenn man denjenigen folgt die da meinen Deutschland würde sonstewo verteidigt werden, aber lassen wir das :rolleyes:
Nagut alljene als Kleinbürger zu bezeichnen, die in manchen Punkten eine konservativere Einstellung haben als man selber entspringt ja nun "guter roter Tradition" und behagt mir zumindest nicht so sehr. Es hat niemand was davon sich hier alt-sozialistische Parolen um die Ohren zu hauen.
ApexAlso im Verfassungsschutzbericht steht nur, dass im Vorfeld zu Aktionen gegen die NPD, die von einem antifaschistischen Bündniss ausgingen dem die AIHD angehört, es zu zwei Anschlägen auf die NPD Zentrale kam...von wem die ausgingen und welches Ausmaß die hatten, darauf wird nicht eingegangen...theoretisch könnte ein bekiffter Jugendlicher gegen die Hauswand gepinkelt haben...

Und die Fußballspiele...hier steht nur das Polizeipräsenz nötig war um die Gruppen zu trennen...davon das es zu Ausschreitungen von linker Seite aus kam steht da auch nix. Auch nicht von wem die Gewaltbereitschaft letztendlich ausging.

Und wie gesagt nur weil man Kapitalismusfeindlich eignestellt ist heißt das noch lange nicht das man dem freiheitlich demokratischen System gegenüber feindlich gesonnen ist. Und jetzt mal ehrlich, nur weil jemand sich politisch links engagiert und Mitglied bei einer Vereinigung ist, die (hier im besten Fall) als bedenklich gilt, das Lehramt zu verweigern...entschuldigung ich empfinde das als höchst lächerlich und eher als Bestätigung für den, von den Autonomen unterstellten, Unterdrückungscharakter des Staates.

Der Radikalenerlass wurde seit dem Jahre 1975 nicht mehr angewandt, ihn jetzt aus der Mottenkiste der Geschichte zu holen nur aufgrund dessen das ein zukünftiger Lehrer "vielleicht" verfassungsfeindlich sein "könnte" halte ich für mehr als übertrieben.

Achja der europäische Gerichtshof hat das Berufsverbot unter anderem auch deswegen als menschenrechtswidrig gewertet, weil er das Recht auf Meinungsfreiheit radikal unterdrückt. Nicht weil er nicht alle gleich unterdrückt.

Ich persönlich würde mich ja gar nicht erst auf einen Streit mit BW einlassen und in ein Bundesland ins Exil gehen indem der Radikalenerlass aufgehoben wurde...Niedersachen zum Beispiel. Gut Herr C. hängt vielleicht an seinem Zuhause, aber da sieht man ja wos hinführt jetzt müßte man eigendlich schon überlegen woanders hinzugehn um seinen Beruf auszuüben weil über einen das Berufsverbot verhängt wurde...ich komm mir vor wie im Vormärz...

Achja eine Beamten wegen Bruch des Treueides (meines Wissens eine Straftat) aus dem Staatsdienst auszuschließen geht meines Wissens relativ schnell.
gekitsunaja... ob meinungsfreiheit in dem bezug ein wirklicher angriffspunkt sein kann sei mal dahingestellt...

du darfst hier jeder meinung sein die du nur willst, das wird durch den radikalenerlass in keinster weise beeintraechtigt. du musst gegebenenfalls konsequenzen tragen, aber die finde ich zumindest sehr nachvollziehbar. (inwiefern das auf den fall hier zutrifft mal ausser acht gelassen: mag wohl sein dass er als radikaler linker durchaus noch pro demokratie/freiheit sein kann - aber dazu kenne ich ihn zu wenig)
du darfst als beispielsweise schreinergeselle keinen schreinereibetrieb fuehren... das waere die konsequenz daraus weil du keine meisterpruefung gemacht hast. oder du kannst als sichtbar taetowierter manche berufe nicht ausueben weil du nicht eingestellt wirst - was dich nicht daran hindert dich doch taetowieren zu lassen.

gerechtigkeit heisst nicht dass jeder immer zu allem das recht hat...
und es kann meines erachtens auch faelle geben in denen jemandem die betaetigung im staatsdienst verweigert werden kann - diese moeglichkeit muss nicht jedem immer offenstehen.
CastropDie Problematik besteht doch darin, daß dieser Staat nicht konsequent ist - soll er die Antifabündnisse verbieten, dann wird der Mann nicht eingestellt; solange sich diese Leute in der Öffentlichkeit bewegen dürfen, müßte er auch eingestellt werden.
Aber genauso suspekt ist es, daß sich eine SED vor 14 Jahren einfach in PDS umbenennen und ihr Parteivermögen behalten durfte und an Wahlen teilnehmen kann.
ApexNaja in dem Fall eigendlich schon...

Grundgesetz
Artikel 33
[Staatsbürgerliche Gleichstellung aller Deutschen; öffentlicher Dienst; Berufsbeamtentum]

(1) Jeder Deutsche hat in jedem Lande die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.

(2) Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.

(3) Der Genuß bürgerlicher und staatsbürgerlicher Rechte, die Zulassung zu öffentlichen Ämtern sowie die im öffentlichen Dienste erworbenen Rechte sind unabhängig von dem religiösen Bekenntnis. Niemandem darf aus seiner Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einem Bekenntnisse oder einer [U]Weltanschauung[/U] ein Nachteil erwachsen.
Darket[QUOTE]Der Radikalenerlass wurde seit dem Jahre 1975 nicht mehr angewandt, ihn jetzt aus der Mottenkiste der Geschichte zu holen nur aufgrund dessen das ein zukünftiger Lehrer "vielleicht" verfassungsfeindlich sein "könnte" halte ich für mehr als übertrieben[/QUOTE]
Vorallem weil derjenige, der ihn erlassen hat und von manchen als der größte deutsche Politiker der Nachkriegsgeschichte bezeichnet wird, diesen in seiner Umsetzung als den größten fehler seiner Laufbahn bezeichnet hat. Vom EU-Gerichtshof mal ganz abgesehen... :rolleyes:

[QUOTE]Und wie gesagt nur weil man Kapitalismusfeindlich eignestellt ist heißt das noch lange nicht das man dem freiheitlich demokratischen System gegenüber feindlich gesonnen ist. [/QUOTE]
Selbst die SPD bezeichnet sich als kapitalismusfeindlich und auf die Idee, dass die verfassungsfeindlich wären, würde nichtmal die rechtsaußen-Ecke der CSU kommen.
gekitsu[QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i]
[B]
(2) Jeder Deutsche hat nach seiner [u]Eignung[/u], Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.
[/B][/QUOTE]

irgendwo gewichtungssache... inwieweit ist ein demokratie- und freiheitsfeindlicher mensch geeignet, fuer einen demokratichen und freiheitlichen staat zu arbeiten?
dazu legste die weltanschauung im kontext der religioesen weltanschauung aus (was bei dem wortlaut auch noch gut funktioniert) und die sache koennte andersrum aussehen...

elende paragraphenreiterei ;)
hagzissa13Ich finde es richtig und gerecht, daß radikale Anhänger, egal ob recht, links oder wie auch immer geartet, aus öffentlichen Ämtern entlassen werden. Weder radikales linkes, noch rechtes Gedankengut finde ich als Vorbild für Kinder und Jugendliche sinnvoll und geeignet. Genauso wenig, wie ich es gutheißen würde, daß meine Kinder von Lehrern brauner Gesinnung unterrichtet würden, fände ich es akzeptabel, sie von sehr links gearteten Menschen unterrichtet zu wissen...


Hagzissa

- per aspera ad astra -
DarketAber das bedeutet doch effektiv, dass jede politische Gesinnung, die sich nicht mit denen der Bundestagsparteien deckt illegitim ist. Das waren bei der Europawahl in etwa 10%! Der Begriff lebendige Demokratie ist immens wichtig und wenn wir jetzt damit anfangen keine anderen Ansichten zu akzeptieren, fördern wir damit die Stagnation der Demokratie und auf Dauer den Zerfall ebenjener.
lusciniaKomisch, das das Thema "Kopftuch" hier noch nicht gefallen ist, was ja momentan in der Öffentlichkeit sehr diskutiert wird.

Es ist eben eine Sache, eine ganz eigene Weltanschauung zu haben (politisch, religiös etc.) und eine andere, diese explizit in eine Öffentlichkeit zu tragen (und sie auch zu leben), in der aber laut Gesetz Neutralität (Schule) verordnet ist.

Bei aller gewollten Neutralität hier in unserem Lande:
in Bayern hängen Kreuze an den Wänden... und die Lehrer unterrichten nach Lehrplänen der Bundesländer (also deren Politik)... Aber so ist halt die Demokratie, voller Widersprüche :D
ApexLaaaange ists her, aber es gibt Neuigkeiten.

[URL=http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,471682,00.html]Spiegel.de[/URL]

Das Berufsverbot gegen Herrn Csaszkóczy, wurde aufgehoben. Damit ist Herrn Csaszkóczy ein Teilerfolg gegen die Regierung von BW gelungen, das Gericht sah keine Gründe die gegen seine Einstellung in den Staatsdienst sprechen. Gegen Herrn Csaszkóczy, der sich seit Jahren stark in der Jugendarbeit engagiert und für die Bürgermedaille für Zivilcourage der Stadt Heidelberg vorgeschlagen war, war aus bis heute nebulösen Gründen vor drei Jahren, trotz exzellenter Leistungen im Studium, ein Berufsverbot verhängt worden. Begründung war seine Mitarbeit in einer lokalen Antifa-Gruppierung.
lefthandAlso was mir immer wieder aufällt ist das:
Lehrer mit einer konservativen Gesinnung, regen niemenden auf, auch wenn viele etwas an CDU/CSU audzusetzten haben.
Lehrer mit die eine etwas oder etwas mehr rechtsgerichtete Weltanschauung werden oftmal ebenso eher in Frieden gelassen, wenn sie sich im Unterricht nicht in diese Richtung äußern.
Bei linksgerichteten Lehrern ist es aber oft egal, ob sie sich zu ihrer politischen Meinung im Unterricht äußern oder nicht- sie haben oftmals Probleme bei der Verbeamtung oder bekommen sogar Berufverbot.
Ich kenne Beispiele zu allen diesen Fällen.
Die meisten Lehrer im Angestelltenverhältnis sind eher links gerichtet, wenige von ihnen sind wegen gesundheitlicher Gründe oder aufgrund ihrer Staatsbürgelschaft vom Beamtentum ausgeschlossen worden.
Je nach dem in welchen Bundesland Du bist kannst Du's schon vergessen verbeamtet zu werden, nur weil Du auf ein paar Anti-Kriegs Demos warst, dafür muss man noch nicht einmal in einer Organisation sein. So viel zum Pazifismus (ich glaube den meisten von Euch ist es wichtig in Frieden leben zu können, oder? Ja? Ohoh, dann seit Ihr ja fast schon gefährlich;) )
Also wissen viele der Lehrer nicht einmal genau, warum sie keine Beamten werden konnten- denn die allermeisten versuchen im Unterricht Neutralität zu bewahren
Aber dass unser Demokratischer Staat versucht Antifaschisten vom Staatsdienst fern zu halten, weil sie verfassungsfeindlich sein könnten halte ich schon für bedenklich... aber lassen wir das

Wichtig ist es, dass man als Lehrer im Unterricht Neutralität wahrt, egal für was man nach der Schule auf die Straße geht.
Leider ist es tätsächlich so, dass Lehrer mit einer linken Weltanschauung oft im Nachteil sind.
Ich hoffe, dass der Staat in diesen Fall auch lernt Neutralität zu wahren, denn schließlich leben wir in einer Demokratie- in der man frei ist seine politische Meinung selbst zu finden und auch zu vertreten (solange man niemand anderes dabei einschränkt) und dass sollte allen wichtig sein.
Deshalb bin ich gegen Berufsverbote, außer, sie haben einen ganz klaren Grund, der aber nur dann gegeben wäre, wenn der Lehrer z.B. in der Schule gegen andere Personengruppen hetzt.
Ich jedenfalls möchte meine eigene politische Meinung haben können.
Wahrscheinlich werde ich auch nie verbeamtet, aber ich habe die Hoffnung in die Demokratie noch nicht völlig aufgegeben! Vielleicht klapps ja... ansonsten bin ich halt auch nur Angestellte.
darkmavIch finde die Verbeamtung von Lehrern (wie auch die von Professoren) ziemlich unsinnig. Man könnte also die Diskussion recht leicht auflösen, indem man die Verbeamtung einfach abschafft! Aber ich denke, mit solch einem Vorschlag rennt man erst mal gegen Windmühlen, da die Politik von der Lehrerschaft sehr stark unterwandert ist. Wer sonst hat denn heutzutage noch Zeit für ein Ehrenamt?

Problematisch ist, daß bspw. die "Antifa" eine Organistation ist, die vom Verfassungsschutz unter Beobachtung steht. Wieso sollte also jemand, der einer solchen Gruppe angehört, ein Beamtenverhältnis (in dem unserem Staat unbedingte Gefolgschaft geschworen werden muß) angeboten werden?

Deswegen hoffe ich, daß Herr Csaszkóczy auch nie in den Genuß eines solchen gerät. Aber es ist ein bekanntes Muster der Linken: Die Annehmlichkeiten des Staates, gegen den sie kämpfen, fordern sie gerne und vehement ein.
ApexIch sags ja immer wieder gerne, die Antifa ist keine homogene Organisation und kann als solche auch nicht vom Verfassungsschutz überwacht werden. Einzelne Gruppen werden beobachtet oder überwacht (was auch ein Unterschied ist) aber nicht alle. Ich persönlich glaube nicht, dass die an unserer Schule gegründete AG Antifa vom Verfassungsschutz überwacht wird.

Und Herr Csaszkóczy hat nie gegen den Staat gekämpft, was ein Blödsinn. Er ist Mitglied bei einem linksalternativen Projekt mit dem er (übrigens sehr kreative) Projekte und Demos organisiert hat und dafür von der Stadt Heidelberg ausgezeichnet wurde.
darkmav[QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i]
[B]Ich sags ja immer wieder gerne, die Antifa ist keine homogene Organisation und kann als solche auch nicht vom Verfassungsschutz überwacht werden. Einzelne Gruppen werden beobachtet oder überwacht (was auch ein Unterschied ist) aber nicht alle. Ich persönlich glaube nicht, dass die an unserer Schule gegründete AG Antifa vom Verfassungsschutz überwacht wird.

Und Herr Csaszkóczy hat nie gegen den Staat gekämpft, was ein Blödsinn. Er ist Mitglied bei einem linksalternativen Projekt mit dem er (übrigens sehr kreative) Projekte und Demos organisiert hat und dafür von der Stadt Heidelberg ausgezeichnet wurde. [/B][/QUOTE]
Ich weiß nicht, ob folgende Aussage der "antifaschistischen Inititiative Heidelbergs", bei der Herr Csaszkóczy Mitglied ist, auf dem Boden der Verfassung fußt:
[quote]
Militanz, die sich durch angemessene Zielgerichtetheit, permanente Selbstreflexion, konsequente Abwägung und hohes Verantwortungsbewusstsein der Agierenden auszeichnet, betrachten wir dabei als ein legitimes Mittel im Kampf um Befreiung.
[/quote]
ApexNunja, Militanz ist im Kampf um Freiheit durchaus im Grundgesetz vorgesehen. Vergleiche Artikel 20 Abs. 4 "Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist."

Zumal hier sehr differenziert mit dem Begriff "Militanz" umgegangen wird, halte ich das gar nicht mal für schlimm. Btw. ist Herr Csaszkóczy meines Wissens nie einer Straftat in diesem Zusammenhang überführt worden.
more[QUOTE]Ich finde die Verbeamtung von Lehrern (wie auch die von Professoren) ziemlich unsinnig. Man könnte also die Diskussion recht leicht auflösen, indem man die Verbeamtung einfach abschafft! Aber ich denke, mit solch einem Vorschlag rennt man erst mal gegen Windmühlen, da die Politik von der Lehrerschaft sehr stark unterwandert ist. Wer sonst hat denn heutzutage noch Zeit für ein Ehrenamt?[/QUOTE] Nunja, da muss man sich mal mit dem Sinn der Verbeamtung von Lehrern auseinander setzen. Ein Lehrer soll seinen Beruf so ausüben können, dass er vom Staat abgesichert ist. Der Staat gibt ihm so die nötige Unabhängigkeit von z. B. Arbeitsmarkt, Angst vor Arbeitslosigkeit, Konkurrenz (ein besserer Bewerber z. B.), Geldnöte, ect.

Daher finde ich die Verbeamtung von Lehrern noch immer sinnvoll. Allerdings muss sich dieser arme Mensch dann auch all dem unterwerfen was das System von ihm verlangt. Dazu gehört auch die Sache mit der Politik. Und da ist das System mehr als streng. Viel besser in dieser Hinsicht geht des angestellten Lehrern.

Wenn mans grausam betrachtet soll der Lehrer kein Individuum sondern ausführende Kraft des Systems werden. Ich kenne (bin ja noch in der Ausbildung zur Lehrerin) die daran zerbrechen, weil das oft über das Maß des erträglichen hinausgeht. Und die politische Gesinnung ist nur die Spitze es Eisberges.
liziumunlogisch!
ich kenne mehrere Lehrer die ganz offensichtlich in ihrer meinungsäußerung in die andere Extreme schlagen aber ein Beamter mit linker Einstellung wird sofort abgezogen. finde dich gründe viel zu schmal.
KaworuIch hab jetzt nich den ganzen Thread gelesen, aber ich hatte die Ehre diesem armen Lehrer mal persönlich gegenüber zu sitzen im Ethikunterricht in der Schule.
Dieser Herr hatte schon eine seltsame Einstellung.
Aus Protest nimmt er keine andere Arbeit an und lebt auf Staatskosten. Sehr vorbildlich und löblich...
Und ihm zu Folge is der Bundesverfassungsschutz wohl eine schreckliche Geheimorganisation, die ihn bespitzelt und ihm Böses will.
Der Typ sieht sich als armes Opfer und alle sollen ihn bemitleiden...

Ob das Berufsverbot gerechtfertigt is... darüber kann man natürlich streiten...
Der Eindruck den er auf mich gemacht hat und die persönliche Einstellung die er vermittelt hat, lassen mir das Berufsverbot als zumindest nachvollziehbar erscheinen.
Apex[QUOTE]Aus Protest nimmt er keine andere Arbeit an und lebt auf Staatskosten. Sehr vorbildlich und löblich...[/QUOTE]

Find ich auch, immerhin wird ihm sein Grundrecht auf freie Berufswahl vorenthalten.

[QUOTE]Und ihm zu Folge is der Bundesverfassungsschutz wohl eine schreckliche Geheimorganisation, die ihn bespitzelt und ihm Böses will.[/QUOTE]

Verständlich, zumal Geheimdienste an sich in einer Demokratie eh eine zwiespältige Angelegenheit sind.

[QUOTE]Der Eindruck den er auf mich gemacht hat und die persönliche Einstellung die er vermittelt hat, lassen mir das Berufsverbot als zumindest nachvollziehbar erscheinen.[/QUOTE]

Könntest du das näher erklären?
lefthandAlso wie man das nun mit der Verbeamtung sieht ist ja die eine Sache, aber die BerrufsVERBOTE, und damit nicht nur die Ungleichbehandlung durch eine verweigerte Verbeamtung ist eine andere.
Der Verfassungsschutz ist meiner Meinung nach eine nicht gut einzuschätzende Institution, und sie beobachtet viel Partein und Organisationen, die zum Teil in keinster Weise verfassungsfeindlich handeln!
Dass sich die Meinung der Gefährlichkeit von Personen, die der Verfassungsschutz hat oftmal garnicht einmal mit der unseres Staates deckt sieht man oft genug, nicht erst dann wenn Berufverbote wieder aufgehoben werden sondern auch dann wenn solche Personen beispielweise Auszeichnungen von Städten vom Land erhalten!
Darüberhinaus muss man noch nicht einmal Mitglied in einer vom Verfassungsschutz beobachteten Organisation sein, bei einem Bekannten von mir hat die Anwesendheit auf einem Volksfest, das von einer überwachten Partei veranstaltet wurde und die Teilnahme auf völlig friedlichen Demontrationen genügt um Berufsverbot zu erhalten!
Es scheint so zu sein, dass eine Äußerung gegen den Kapitalismus mit verfassungsfeindlichen Äußerungen gleichgesetzt wird... dabei steht in unserer Verfassung doch garnix vom Schutz des Kapitalismus?!

Ich finde auch vorallem die Ungleichbehandlung erschreckend, die vorallem Kollegen mit linker Einstellung wiederfährt. Ich erinnere mich an einen Fall, in dem Schüler (!) sich verzweifelt an die Presse wandten, da von staatswegen nichts gegen ihren Lehrer getan wurde, der mit ihnen nichts anderes im Geschichtsunterricht durchnahm als die Truppenstellungen im 2. Weltkrieg und Gedanken darüber, wie ein Sieg für Hitler hätte errungen werden könne... So weit ich weiß ist da nichts weiter passiert, als das der militaristische Lehrer in eine andere Schule versetzt wurde.

Was mich wundert ist, dass der Verfassungsschutz den linksgerichteten LehrerInnen eine solche Aufmerksamkeit schenkt, die rechte Szene ist (erschreckender Weise) doch um einiges besser organisiert und vernetzt (auch wenns zum Großteil Hohlbirnen sind :p). Da wäre eine stärkere Überwachung doch angebrachter?!
darkmavWas ich komisch finde:

Wieso handhabt es der Staat nicht, wie Privatunternehmen?

Wenn denen die Nase des Bewerbers nicht paßt (beispielsweise Du hast die "falschen" Hobbies, bist in dem "falschen" Verein oder in der "falschen" Partei), bist Du da auch draußen. In der formalen Absage steht dann immer was von "man habe einen besser qualifizierteren" Bewerber gefunden bzw. "man hat keine geeignete Einsatzmöglichkeit gefunden", aber weswegen man wirklich nicht genommen wurde - das kann eh niemand überprüfen: Man würde das wohl kaum gesagt bekommen, da man dann ja Anwälte auf die Firma loslassen könnte, von wegen Antidiskriminierungsgesetz und so...

Ich denke, niemand hat grundsätzlich das Recht irgendwo eingestellt zu werden. Schön wär's ja - hätten wir dann keine Arbeitslosen mehr. Also braucht eigentlich keine Berufsverbote. Dieser Typ scheint mir einfach nicht geeignet für den Lehrerberuf. Basta. Soll er's doch bei ner Walldorfschule probieren oder sonstwo...


@lefthand:

Meine persönliche Erfahrung ist, daß Lehrer zu 80% eher links-gerichtet sind. Ein politisch in der Mitte stehender Lehrer (CDU) war bei mir eher die Ausnahme, Rechtsaußen-Lehrer sind mir persönlich nicht bekannt. "Social Education" deckte sich bei uns immer ziemlich genau mit dem Programm der Grünen. Dabei waren die Grundmessages, die man auf den Weg bekam, daß alle Ausländer toll sind und Cola aus Blechdosen zu trinken böse ist. Es gab auch RAF-Sympathisanten an der Schule oder den Althippie, der alle paar Jahre mal zum Friseur ging, oder einen Drogenbeauftragten, der ganz offen für Marihuana-Legalisierung war. Leute also, die in jedem anderen Unternehmen schon längst gekickt worden wären. Schule: Das war so etwas, wie ein Biotop für ewiggestrige Linke.
Apex[QUOTE]Wieso handhabt es der Staat nicht, wie Privatunternehmen?[/QUOTE]

Weil der Staat höheren Idealen verpflichtet ist, zum Beispiel dem Minderheitenschutz und dem Meinungs-Pluralismus.

[QUOTE]Ich denke, niemand hat grundsätzlich das Recht irgendwo eingestellt zu werden.[/QUOTE]

Das stimmt, aber es hat auch niemand das Recht, einem unbescholtenen, im Gegenteil sogar ausgezeichnetem Bürger das Grundrecht auf freie Berufswahl zu entziehen.

[QUOTE]Dieser Typ scheint mir einfach nicht geeignet für den Lehrerberuf. Basta.[/QUOTE]

Wäre echt klasse, wenn man jeden, dessen Nase dir nicht passt, rausschmeißen könnte nech?
Montrose[QUOTE]Find ich auch, immerhin wird ihm sein Grundrecht auf freie Berufswahl vorenthalten.[/QUOTE]

Ich glaube, jetzt sind wir in der Augsburger Puppenkiste angelangt. Irgendwo in Lummerland.

Dieses Grundrecht mag ja irgendwo im Grundgesetz oder sonstwo stehen. Mir wäre aber neu, dass das im Ernstfall wirklich umgesetzt würde.
ApexWieso? Die Berufsfreiheit ist ein klassisches Abwehrrecht gegen Eingriffe des Staates in das Berufsleben des Bürgers, eben vor allem bei einem Berufsverbot. Dementsprechend müssen ernste Gründe vorliegen, bevor ein Berufsverbot ausgesprochen werden darf. Der Radikalenerlass, der eine Vereinfachung des Berufsverbotes darstellt, war hier wohl einer der größten Fehler der Regierung Brandt (wie auch dieser später eingestand).
MontroseIn der freien Marktwirtschaft darf zwar jeder bei Eignung theoretisch jede Ausbildung durchführen (theoretisch, weil oft nicht mal das gewährleistet ist; siehe Lehrstellen). Aber dass er damit hinterher einen Beruf bekommt, das ist nicht garantiert. Die Arbeitgeber haben keine Verpflichtung, Arbeitsplätze dort zu schaffen, wo gar keine gebraucht werden. Und das beschränkt die Möglichkeit nach freier Berufswahl im allgemeinen.

Die freie Berufswahl im Individualfall kann zudem dadurch eingeschränkt werden, dass der Arbeitgeber dem Arbeitssuchenden die Eignung abspricht. Das ist das, was darkmav bereits sagte.

Von daher verstehe ich nicht ganz, weshalb ein Vorgang im Öffentlichen Dienst als besonders skandalös gelten soll, der auf dem freien Markt gang und gäbe ist.
ApexEs geht ja eben hier nicht um den freien Markt, sondern darum, dass das Recht auf freie Berufswahl hier durch staatlichen Entscheid eingeschränkt wird. Und gerade im öffentlichen Dienst, wo der Radikalenerlass vor allem eingesetzt wird, ist es so, dass Menschen die berufliche Zukunft genommen wird, aufgrund von häufig sehr zweifelhaften Gründen und in vielen Berufen hat man einfach keine andere Alternative als eben den Staatsdienst. Als Lehrer könnte man zwar an eine private Lehranstalt gehen, aber entweder muss man sich dort einer Ideologie oder einem Glauben unterordnen (Waldorf- und Konfessionsschulen) oder der Stellenbedarf ist um ein vielfaches geringer.

Das Recht auf freie Berufswahl ist auch kein Recht auf Arbeit, also kein "soziales Recht" wie es etwa in der hessischen Verfassung steht, sondern eben nur ein Abwehrrecht gegen staatliche Eingriffe. Und etwas anderes liegt hier ja nicht vor.
CagliostroHm, in einem Staat, in dem Menschen auf den drögen Staat als Arbeitgeber (hoffen) und bei einer Nominalabweichung schon Angst um ihre Zukunft haben müssen, stimmt etwas nicht.
Als Arbeitgeber hat der Staat das Recht, die Leute einzustellen, die ihm passen. Wer Steine auf uniformierte Beamte wirft, ist nach Meinung des Staates als Beamter nur sehr schwierig tragbar.
Muss man nicht verstehen.Kann man aber.

Letztendlich ist in der heutigen Zeit nicht mehr einzusehen, warum Lehrer Beamte sein sollen.
Der Beamtenstatus gehört, vll von Polizisten und Feuerwehrleuten abgesehen ganz abgeschafft. Passt nicht in unsere Zeit.

Ein Recht auf Arbeit gibt es nicht, das ist widersinnig.
Wir haben alle Arbeit, aber keine Aufgabe.
Arbeit ist kein Recht, sondern ein Sachzwang.
Ein notwendiges Übel, es kann so gesehen kein Grundrecht sein.
Mir wäre es lieber ohne Arbeit meine Miete zahlen zu können.
Apex[QUOTE]Als Arbeitgeber hat der Staat das Recht, die Leute einzustellen, die ihm passen. Wer Steine auf uniformierte Beamte wirft, ist nach Meinung des Staates als Beamter nur sehr schwierig tragbar.[/QUOTE]

So einfach ist das nicht, hier geht es nicht um eine einfache Ablehnung einer Bewerbung aufgrund von persönlichen oder betrieblichen Gründen, sondern um ein de facto Berufsverbot. Und btw. hat die betreffende Person weder Steine geworfen noch ist sie in sonstiger Weise großartig strafrechtlich oder verfassungsfeindlich auffällig gewesen, wie der Verwaltungsgerichtshof schon festgestellt hat. Eventuell solltetst du dich vorher über das Thema genauer informieren.

[QUOTE]Letztendlich ist in der heutigen Zeit nicht mehr einzusehen, warum Lehrer Beamte sein sollen.[/QUOTE]

Ich persönlich bin ganz froh, wenn meine Kinder von Menschen unterrichtet werden, die einen Eid abgelegt haben.

[QUOTE]Der Beamtenstatus gehört, vll von Polizisten und Feuerwehrleuten abgesehen ganz abgeschafft.[/QUOTE]

Finde ich nicht, viele Beamtenposten sind aus dem Grund mit Vertretern des Staates besetzt, weil dort eine hohe Verantwortung zu tragen ist, die auch eine gewisse Staatstreue voraussetzt.

[QUOTE]Ein Recht auf Arbeit gibt es nicht, das ist widersinnig.[/QUOTE]

Schrieb ich was anderes? Noch einmal, die Berufsfreiheit ist ein Abwehrrecht und kein soziales Recht, jetzt klar?

[QUOTE]Ein notwendiges Übel, es kann so gesehen kein Grundrecht sein.[/QUOTE]

Viele Gruppierungen und große Teile der Bevölkerung sehen das aber anders, ich persönlich halte auch nicht viel von einklagbaren sozialen Grundrechten, aber die Diskussion darum gibt es schon seit Jahren. Und speziell beim Recht auf Wohnung zum Beispiel, sah es in der Vergangenheit schon öfter so aus, als würde es bald zu einem Grundrecht werden.
darkmavIch sehe es so wie Cagliostro: Der Beamtenstatus für Lehrer und Professoren gehört abgeschafft. Vielmehr sollte eine leistungsabhängige und vor allem leistungsgerechte Bezahlung eingeführt werden, d.h. die Lehrer, Schulen und Bundesländer sollten einem Benchmarking unterzogen werden.

Wenn ich daran denke, was für Flachpfeifen ich in meiner Schulzeit genießen durfte: 5 Minuten Verspätung vor jeder Unterrichtsstunde (die nur 45 Minuten dauerte) waren die Regel. Danach wurde erst mal 10 Minuten Smalltalk zum besten gegeben, bis es dann mal hieß "dann wolln wir mal was tun". Falls ein Lehrer keinen Bock auf Unterricht hatte, wurde ein Film reingeschmissen (der nicht unbedingt etwas mit dem Fach zu tun haben mußte), und alle waren zufrieden. Mein Physiklehrer hatte regelmäßig ca. 6 Wochen gebraucht, um 6 Klausuren zu korrigieren. Individuelle Betreuung: Fehlanzeige.

Lehrer, die wirklich motiviert waren, und von denen man behaupten konnte, sie seien ihre Entlohnung (die ja nicht gering ist, und in dem Bereich liegt, was auch Ingenieure verdienen, die kündbar sind und die nicht die halbe Zeit Ferien haben) wert gewesen, waren die krasse Ausnahme.

Aber warum sollte man auch motiviert sein, wenn man so oder so das gleiche Gehalt bekommt, unkündbar ist, und nach ein paar Jahren zum OStRa befördert wird? Selbst würde ich da auch auf Sparflamme arbeiten - zumal ein legerer Unterricht mit vielen Päuschen und Filmchen und wenig Hausaufgaben auch bei den Schülern gut ankommt.

Kurzum: Man sollte Zielvorgaben einführen (beispielsweise Notenschnitt in einer bundesweit zentral gestellten Klausur, die jedes Jahr in jeder Klassenstufe für jedes wichtige Fach geschrieben werden muß). Wenn diese wiederholt nicht erreicht werden, fliegt der Lehrer raus - und zwar ganz aus dem staatlichen Schulbetrieb.

Ich glaube, bei motiviertem, leistungsorientierten, Lehrpersonal läßt sich das G8 ohne Probleme verwirklichen - sogar wenn gleichzeitig das Ausbildungsniveau in wichtigen Fächern (Sprache, Mathematik, Naturwissenschaften) gesteigert wird.

Oben gesagtes gilt natürlich im speziellen für Gymnasiallehrer; Grund- und Hauptschullehrer haben oft einen sehr viel härteren Job, der paradoxerweise schlechter entlohnt wird.
lefthand.ein Glück, dass es bei und eine Verfassung gibt und auch ein Grundgesetz, ansonsten würden wohl diese kapitalistischen Verfahren angewandt und der durchschnittliche Bürger bloß noch ein Mittel zum Zweck (der Gewinnmaximierung).
Solange der Staat Vorgaben macht, was zu unterrichten ist und so die Bildung zur Sache des Staates macht, muss er auch für die Bildungvermittler sorge tragen.

Aber es scheint als wäre es von einigen gewünscht die Bildung zu privatisieren.. Gut, dann schickt eure Kinder auf die TyssenKrupp-Schule damit es nachher auch in diesem Betrieb arbeiten kann und auf dem internationalen Arbeitsmarkt eine Chance hat...außer natürlich man hat nicht genug Geld, aber dann hat man ja auch wohl nicht genug gearbeitet..Was? Du arbeitest voll und bekommst kaum Geld? Dann nimm doch noch eine Stelle an, macht doch jeder!
Wenn das Deine Vorstellung einer besseren Welt ist na dann..viel Spass damit!
Und wenn nicht komm ja nicht mit was von wegen: das läuft halt in die Richtung und da kann man ja nichts machen... Tu was dagegen oder mecker nicht rum!


Und zu den steine-schmeissenden Chaoten: ich glaube kaum, dass man mit dieser Polemik in irgendeinerweise den Kern der Sache trifft.
Auch wenn die "größte Tageszeitund Deutschlands" so einen Blödsinn schreibt musst Du ihn nicht glauben.
Den es sind oft auch Pazifisten, die Berufsverbot erhalten..
Außerdem sind die Autonomen und Linksextremen, die tatsächlich mit Steinen schmeissen meist Jugendliche, nur so zur Info....



Und noch zur Entlohnung der Lehrer:
Tut mir ja leid wenn der eine oder andere scheiß Lehrer hatte aber es gibt auch scheiß Ingenieure, und die müssen nicht bis spät am Abend Elternabensde abhalten und ihre Fortbildungen und Betriebsfahrten selbst bezahlen. Die müssen auch nicht schauen, wie sie mit 10 oder 20 Jahre alten Material ein gutes Ergebnis erzielen und sich einen teil der Arbeitmaterialien selbst kaufen (bei mir in der Schule: Kreide, Kopien, Folien für den Projektor..und ab und an auch mal was aus der Reihe, euer Eis auf der Klassenfahrt, die wird übrigens von Lehrer auch mitbezahlt, stammt meistens nicht aus der Klassenkasse). Klar, ich hatte auch schlechte Lehrer, aber auch gute, und die guten haben sich einfach den Arsch aufgerissen, um mit der schlechten Ausstattung der Schule was zu reißen. Nur wird man als Lehrer ständig vor irgendwelche neuen halbgaren Ideen der Schulminister gestellt und soll die umsetzen, da wird man irgendwann auch frustriert......
Aber es ging hier ja auch nicht um gute vs. schlechte Lehrer.
Bei Flaschen im Schuldienst sollte man durchaus auch mal Prüfungen auf die Fähigkeit als Lehrer durchführen(qualifizierte, die die es meist gibt sind von irgendwelchen Sesselpupsen konzipiert und durchgeführt, die Jugendliche nur von Weitem kennen) aber was ist mit der politischen Einstellung und der Eignung im Beruf?!
Habt ihr da keine Argumente mehr und geht jetzt auf die: Also so im Allgemeinen-Ebene?!!
Montrose[QUOTE], dann schickt eure Kinder auf die TyssenKrupp-Schule[/QUOTE]

Das vielleicht nicht. Aber es wäre wünschenswert, wenn in Schulen auch mal "richtige" Berufstätige in den Unterricht eingebunden würden und nicht bloß Leute, die das Leben nur von der Schul-/Uni-Bank her kennen.

Das, was Lehrer vermitteln, sind doch oft ziemliche Scheinwelten: ein Lehrer hat in dem, was er lehrt, nie gearbeitet, war auch nicht in der Forschung tätig usw.. hat nie bewiesen, dass das, was er lehrt, überhaupt funktioniert.

Von daher ärgert es mich persönlich schon ein bißchen, dass Lehrer wie im Karneval merkwürdige Phantasie-Titel wie Oberstudienrat, Oberstudiendirektor usw. verliehen bekommen.

Ob die Schule von der Firma TyssenKrupp oder der Firma Oberschulamt gesponsert wird, macht qualitativ vielleicht gar keinen so großen Unterschied. Beide sind nicht nur Inhaber von Wahrheiten, sondern auch von klassenspezifischen Interessen.

[QUOTE]was ist mit der politischen Einstellung und der Eignung im Beruf?![/QUOTE]

Wenn eine nicht-neutrale politische Einstellung toleriert, ja vielleicht in manchen Fächern sogar erwünscht ist, dann möglichst pluralistisch.

Der obengenannte Herr, der die Truppenaufstellungen im II. WK durchnimmt, hat da genauso seine Berechtigung wie der pazifistische Öko-Lehrer.

Persönlich glaube ich, dass man vom Krieg sehr viel mehr über Pazifismus lernen kann als vom Pazifismus.
Anaximander[quote]Das, was Lehrer vermitteln, sind doch oft ziemliche Scheinwelten: ein Lehrer hat in dem, was er lehrt, nie gearbeitet, war auch nicht in der Forschung tätig usw.. hat nie bewiesen, dass das, was er lehrt, überhaupt funktioniert. [/quote]

Erstens beweist er es zu einem Teil ja sehr wohl, da Experimente ein wesentlicher Bestandteil guten naturwissenschaftlichen Unterrichts sind. Wir haben z.B. in meinem Bio-LK massenweise PCRs durchgeführt und die genetische Identität von Mc-Donalds-Fleisch durchgeführt (80% Ratte, 20% Menschenfleisch ;)). Und zum Studium gehören sowieso größere Experimente und Forschungspraktika.

Zweitens ist es nicht die Aufgabe des Lehrers, die Wahrheit seines Lehrinhaltes zu beweisen. Es wäre völlig absurd, wenn jeder Physik-Lehrer auf eigene Faust eine experimentelle Bestätigung der wichtigsten physikalischen Theorien durchführen müsste, womit andere Menschen Jahrhunderte beschäftigt waren. Wir leben in einer arbeitsteiligen Gesellschaft.

[quote]Von daher ärgert es mich persönlich schon ein bißchen, dass Lehrer wie im Karneval merkwürdige Phantasie-Titel wie Oberstudienrat, Oberstudiendirektor usw. verliehen bekommen. [/quote]
Was ist daran komisch und was hat das mit der Frage nach der Praxisnähe des Unterrichts zu tun?

[quote]Persönlich glaube ich, dass man vom Krieg sehr viel mehr über Pazifismus lernen kann als vom Pazifismus.[/quote]
Das ist mal wieder eine hohle Phrase. Soll einen gedankenreichen, hintergründigen Eindruck machen, ist aber in Wirklichkeit nur gedankenloses Gerede.
darkmavEignung für den Beruf läßt sich leicht prüfen: Man guckt, wie gut das Produkt (d.h. die Schüler in diesem Fall) im Vergleich zur Konkurrenz abschneidet. Natürlich muß man schauen, daß man vernünftig Statistik zusammenkriegt; d.h. über mehrere Klassen mitteln.

Das mit der politischen Einstellung ist eben deswegen gefährlich, weil es Lehrer mit Menschen (=Schüler) zu tun haben, die sehr beeinflußbar sind. Darum sollten eindeutige politische Stellungsnahmen (wie mit der RAF zu sympathisieren, wie an meiner Schule geschehen) im Unterricht nichts zu suchen haben und Kündigungsgrund sein.

Arbeitsmaterialien selbst kaufen usw.... Ein Unternehmensberater muß sich seine Anzüge selbst kaufen, während ein Lehrer - wenn er will - im Trainingsanzug rumschlappen darf. Im Vergleich zur Uni war unsere Schulausrüstung nicht schlecht. Gerade im naturwissenschaftlichen Bereich hatten wir jede Menge teuren Krempel rumstehen, der nie gebraucht wurde. Das mit den Fortbildungen selbst bezahlen ist natürlich 'ne Schweinerei (es sei denn, es handelt sich um irgendwelchen Esoterikmist, den soll's ja auch geben) - stattdessen sollten aber Fortbildungen ausschließlich in den Ferien stattfinden und verbindlich sein. Sogar der Lehrerausflug fand an einem Schultag statt! (Dafür sind die Lehrerchens auch immer fleißig demonstrieren gegangen, wenn's um Unterrichtsausfälle ging...)

Als Schüler hat man das natürlich nie aus dieser Perspektive betrachtet. Des Lehrers Ferien waren auch unsere Ferien. Lehrer, die einen auf faul gemacht haben, kamen in der Regel gut an. Erst zu spät kommen, dann quatschen, wie's Wochenende war, danach 'nen Film angucken oder etwas Musik hören, und dann fünf Minuten früher aufhören. So gefällt's den Schülern (und den Lehrern). Für die natürlich angekündigten Unterrichtskontrollen werden die Kiddies dann eingeschworen, und es wird ausnahmsweise kreativ unterrichtet.


Edit: Vielleicht ist's heute ja anders; aber auf den Beruf bzw. auf das Studium vorbereitet hat die Schule kaum. Anstatt zu lernen, wie man Bewerbungen schreibt, haben wir in Deutsch irgendwelchen Mittelhochdeutschschmonsens durchgepaukt (und zwar in der 11. Klasse, nicht im Deutsch-LK, wo so etwas - wenn überhaupt - hingehört). Die von den Unis angebotenen Schnuppertage wurden von der Schulleitung generell geblockt - dabei war das für mich das wichtigste am Schulunterricht überhaupt; schließlich mußte ich ja irgendwie wissen, was ich studieren wollte.
Montrose[QUOTE]Das mit der politischen Einstellung ist eben deswegen gefährlich, weil es Lehrer mit Menschen (=Schüler) zu tun haben,[/QUOTE]

Der Lehrer ist Modell für die Schüler. Wenn der Lehrer keine Meinung hat/haben darf, wie soll er dann seinen Schülern vermitteln, dass sie eine Meinung haben sollen?

Für MAtheleher ist das egal. Aber bei Deutsch, Geschichte, Religion,. Sozialkunde, Erdkunde .... das kannst Du ohne Politik nicht bringen. In allen diesen Fächern geht es um Positionen.



[QUOTE]Das ist mal wieder eine hohle Phrase. Soll einen gedankenreichen, hintergründigen Eindruck machen, ist aber in Wirklichkeit nur gedankenloses Gerede.[/QUOTE]

Das wirfst Du mir immer dann vor, wenn Du mich nicht verstehst.



Was ich sagen will, ist folgendes:

Ich glaube, dass Gewalt am ehesten dann vermieden werden kann, wenn jemand um seine Gewaltfähigkeit weiß und sie deshalb

a. nicht mehr unter Beweis stellen muss,
b. die Auswirkungen für sich und andere nachvollziehen kann (und zwar nicht nur intellektuell, sondern das auch empfinden kann)
c. sich deshalb über Alternativen Gedanken macht.


Wenn ich etwas nicht geübt habe, dann kann ich nicht damit umgehen. Wenn ich mit Gewalt keine Erfahrungen gesammelt habe, mit eigener Aggression, wenn ich mir das gar nicht bewußt mache, wenn ich das verleugne .... dann kann ich im Belastungsfall mit meiner Gewaltbereitschaft nicht umgehen.

Tatsache ist doch nun mal, dass es etliche Gewalt-Exzesse aus dem Friedenslager gab, was meine These doch bestätigt. Ein bekannter Exzess war, dass der Leiter von Aktion Sühnezeichen Klaus Geyer seine Frau umbrachte.

Auch sonst merkst Du, dass die ach so friedliebenden Linken oft sehr viel mehr zur Gewalt bereit sind als irgendwelche rechten Militaria-Fans.

Die Begeisterung, in den I. WK zu ziehen erklärt man sich auch damit, dass die Leute überhaupt keine Ahnung hatten, was Krieg eigentlich wirklich bedeutet.

Von den heutigen Militärs hörst Du weit weniger (eigentlich gar keine) Hurra-Parolen "Wir retten die Welt" aber von "friedlichen" Politikern. Je weiter weg vom Militär, desto eher zum Schießen bereit. So ist das doch! Siehe Merkel, die damals partout mit in den Irak ziehen wollte .... ausgerechnet die hahaha.

Meine gefühlte Sicherheit jedenfalls ist für mich in der Nähe eines "Gewaltträgers", sei es Polizei oder Militär, sehr viel größer als bei irgendwelchen Friedensheinis, die, wenn sie mir schon kein's in die Fresse hauen, mich dann wenigstens psychisch fertig machen.

Die Linkslastigkeit von Lehrkörpern an Schulen ist nicht unbedingt wünschenswert.
Cagliostro"Ihr werdet die Schwachen nicht stärken, wenn ihr die Starken schwächt!" (Pestalozzi)


Die Schulpolitik seit 68 ist auf Chancengleichheit, gleichmässige Bedingungen usw. ausgerichtet.

Nun, in der Praxis sieht dies leider anders aus.

Erstens, die Menschen sind nicht gleich, es wird immer grosse, kleine dumme und gescheite Kinder geben, da beisst die Maus keinen Faden ab.
Jegliche Diskussion über die Ungleichheit der Menschen ist schon ein Affront gegen die political correctness.
Aber manche Menschen haben eine andere Hautfarbe, oder es fehlen Gliedmassen und dergleichen, ich denke, dass man das offensichtliche auch sagen darf, sonst ist es wie bei "des Kaisers neue Kleider", aber wir schweifen ab...


Wie dem auch sei, die Gleichmässigkeit kann offenbar heutzutage nur hergestellt werden, wenn Lehrer nach dem allerkleinsten gemeinsamen Nenner gehen, damit der letzte Depp noch mitkommt. Das bedeutet das Niveau an unseren Schulen ist aufgrund eines falschverstandenen Demokratiebegriffes erschreckend niedrig.
Demokratie für die Post-68er ist, wenn alle gleich dumm sind.
Eine Hochbegabung ist in der Neidrepublik ohnehin verdächtig, ein Hochbegabter mag später durchaus durch sein Talent etwas mehr Geld verdienen als das Depperl aus der 3.Reihe.
Leider ist bei uns alles nach dem schlechten Durchschnitt ausgerichtet, dementsprechend haben wir auch die Politiker, die wir verdienen.

Zu den Polizisten:
Sie stellen die letzte gesellschaftliche Verteidigungslinie dar, indem sie Schulschwänzer zuhause abholen oder Jugendliche nach Drogen durchsuchen.
Wenn ich mehr Polizisten brauche um gesellschaftlicher Phänomene herr zu werden, dann haben im Vorfeld Eltern,Kindergärtner und Lehrer versagt. Nicht mehr und nicht weniger.
ApexEigentlich geht es hier um das Berufsverbot gegen Herrn Csaszkóczy und nicht um das deutsche Schulsystem aber eins noch:

Ich persönlich war auf einer Gesamtschule und habe dort meine mittlere Reife gemacht. Bei uns waren alle drei Schultypen vereint, Hauptschule, Realschule und Oberstufe, alle besuchten den gleichen Unterricht (in den Hauptfächern aber nach Kursen unterteilt), in diesem Modell konnte man gut beobachten wie schwache und starke Schüler sehr gut von einander profitieren konnten. Die Starken erklärten den schwachen Schülern (durchaus auch während des laufenenden Unterrichts) Unterrichtsinhalte, die die Schwachen nicht verstanden hatten, wiederholten und verinnerlichten dabei den Stoff und schulten nebenbei ihre Soft-Skills. Solche Synergie-Effekte bekommt man nicht, wenn man starke und schwache Schüler separiert und Eliten schafft. Ich persönlich wäre für eine komplette Reform des Schulsystems hin zur Gesamtschule bis zur 10. Klasse als einzige Schulform.
Montrose[QUOTE]Eigentlich geht es hier um das Berufsverbot gegen Herrn Csaszkóczy [/QUOTE]

Wenn wir für jeden Arbeitnehmer, der ungerecht behandelt wird, einen thread aufmachen wollten, dann würde das Internet explodieren. Ich wüßte nicht, weshalb ausgerechnet Lehrer Extra-Würste bekommen sollen. Die sind doch sowieso schon privilegiert.

Prinzipiell hab ich nichts dagegen, wenn jemand den Helden spielt. Aber dann soll er auch damit rechnen, den Preis dafür privat zu bezahlen und nicht aus sicherer Deckung einer staatliche Institution heraus zu schießen und sich womöglich noch von denen bezahlen zu lassen, die er angreift.

[QUOTE]Das bedeutet das Niveau an unseren Schulen ist aufgrund eines falschverstandenen Demokratiebegriffes erschreckend niedrig.[/QUOTE]

Das ist wahrscheinlich die falsche Begründung.

Richtig ist wohl eher, dass Lehrer vor allem solche werden, die selbst keine brillanten Schüler waren. Der Typus Lehrer ist jemand, der seinen Status eher aus der Erfüllung von Normen als aufgrund von herausragender Intelligenz bewahrt. Um eine wirkliche "Elite"-Förderung zu haben, müßten andere Berufsgruppen in den Unterricht eingebunden werden. Denn Lehrer sind keine "Elite" und können demnach auch keine "Elite" heranbilden.

Der zweite Punkt ist: gibt ein Lehrer schlechte Noten, hat er Ärger. Gibt er allen gute Noten, dann ist er beliebt. Das zieht sich an der Uni fort, wo in etlichen Studienfächern nur noch 1 und 2 vergeben wird. Da "Bildung" plötzlich so prestigeträchtig wurde, will natürlich keiner mehr als dumm gelten. Damit sinkt die Frustrationstoleranz und das Konfliktpotential steigt nach dem Motto "Machst Du mich Schüler kaputt, mach ich Dich Lehrer kaputt." Es geht also gar nicht mehr um Bildung im eigentlichen Sinne, sondern um Scheinbildung, um Zeugnisse und Zertifikate.

Dieser Murks kommt von oberster Stelle. Politiker glauben, wenn man Hautpschule abschaffen würde, gäbe es plötzlich keine leistungsschwachen Schüler mehr. Wenn man mehr Leuten das Abitur geben würde, wären die Menschen wirklich klüger. Elite entsteht, wenn man eine Institution Elite nennt. Die Politiker glauben ernsthaft, wenn man Dinge besser bezeichnet, sind sie in Wirklichkeit besser. Oder, um es kürzer auszudrücken: Propagandalügen!


[QUOTE]schulten nebenbei ihre Soft-Skills. [/QUOTE]

Manche Chefs sind brutal, neurotisch, hinterhältig, schleimig oder wie verzogene Kinder. Das mit den "Soft-skills" und der "Teamfähigkeit" usw., das sind Propagandalügen. Soft-Skills sind karriere-schädlich.

[QUOTE]Solche Synergie-Effekte bekommt man nicht, wenn man starke und schwache Schüler separiert und Eliten schafft.[/QUOTE]
Die Frage ist: wen braucht man zu was?

Was hat der zukünftige Fachverkäufer davon, wenn ihm sein Schulkamerad Physik-Nachhilfe gibt und der Fachverkäufer das gar nicht braucht. Die meisten Berufe, auch akademische, beschränken sich doch auf einige wenige Tätigkeiten. Man muss doch gar nicht alles wissen.

Mir ist demnach nicht ganz klar, wozu der "Synergie-Effekt" gut sein soll?

Was die "Elite" betrifft, so ist das eine Propagandalüge. Was soll das denn sein, "Elite"?

Wenn einer ein Genie ist, wenn jemand die tollsten Visionen hat, wenn es jemand echt drauf hat .... dann wird ein guter Chef versuchen, ihn möglichst unten zu halten. Denn wenn das Genie Karriere macht, ergeben sich daraus nur Nachteile

a. der Chef verliert seinen Posten
b. das Genie wird Chef und hat keine Zeit mehr zum Genie-Sein

Ich persönlich hab den Verdacht, dass das System zwangsläufig ungerecht und unlogisch sein muss, um zu funktionieren.

[QUOTE]Ich persönlich wäre für eine komplette Reform des Schulsystems hin zur Gesamtschule bis zur 10. Klasse als einzige Schulform.[/QUOTE]
Es gab Pläne, Hauptschule und Realschule zusammenzulegen. Die Schlußfolgerungen der PISA-Studie legen auch eher eine Gesamtschule nahe, zumindest ist die Aufteilung in der 4. Klasse zu früh. Dennoch dürfte das Konzept Gesamtschule derzeit nicht zur Diskussion stehen. Die Gesellschaft tendiert derzeit eher dazu, ungleiches noch ungleicher zu machen.
Cagliostro@Montrose

hätte auch nicht gedacht, dass ich dir in weiten Teilen zustimmen würde.


"...Typus Lehrer ist jemand, der seinen Status eher aus der Erfüllung von Normen als aufgrund von herausragender Intelligenz bewahrt."

Alles spricht somit dafür, dass es keine Lehrbeamten geben darf.

Hat ein Lehrer zuviele oder zuwenige Sitzenbleiber (beides ist Signifikant!), so sollte er gefeuert werden können, wie ein Bundesligatrainer.
Das wäre erfolgreicher, als ein Heer an dauerkrankgeschriebenen 40jährigen durchzufüttern bis zur Pension.
darkmavapropos Berufsverbote:
[url]http://www.zeit.de/2007/28/NPD-Lehrer[/url]
ApexIch sehe hier eigentlich keine Vergleichspunkte. Frau Schmutzler ist weiterhin im Staatsdienst beschäftigt, aber bis auf weiteres halt im Innendienst, aber eben bei gleichen Bezügen.

Ihr Mann hat bei einer katholischen Privatschule gearbeitet, von daher denke ich kann diese ihn auch ohne weiteres entlassen, wenn sie der Meinung ist, dass sein Weltbild nicht mit dem der Schule vereinbar ist. Immerhin ist es eine katholische Schule, also eine Schule an der eine bestimmte Weltanschauung vermittelt wird. Er kann aber dagegen natürlich arbeitsrechtliche Schritte einleiten, was ich ihm als Gewerkschaftler auch raten würde (auch wenn die NPD auf die Meinung der Gewerkschaft sonst pfeifen). Ansonsten gibts ja kein Berufsverbot, davon ist momentan auch nicht die Rede. Er kann sich ja jederzeit eine neue Stellung suchen.

Allerdings könnte es für das Ehepaar kritisch werden, wenn die HDJ als Nachfolgeorganisation der Wiking-Jugend verboten wird. Dann sind sie als Mitglieder und Unterstützer einer verfassungsfeindlichen Organisation natürlich nicht mehr im Staatsdienst tragbar. Sie sollten also vorher überlegen dort auszutreten und sämtliche Verbindungen zu kappen, dann wird das auch mit dem Berufsverbot erstmal nix.
darkmavTrotzdem darf Frau Schmutzler ihren [b]Beruf[/b] als Lehrerin nicht mehr nachgehen. Im Innendienst ist sie Tippse oder auch nur Sesselpupsein, was weiß ich - aber [b]nicht[/b] Lehrerin. Also [i]Berufsverbot[/i]. Ich glaube, Herr Csaszkóczy würde sich mit Innendienst auch nicht zufrieden geben.

Gibt es seit nicht ein Antidiskriminierungsgesetz? Dann düfte - strenggenommen - auch die Privatschule Herrn Schmutzler nicht rausschmeißen, da es sich bei der NPD-Zugehörigkeit um eine private Weltanschauung handelt. Das zeigt allerdings auc, was das Gesetz wert ist. Arbeitgebern fällt immer irgendwas ein, wenn denen Deine Nase nicht passt.
ApexSie darf ihrem Beruf nachgehen, sie ist nur zur Zeit wegen Unfriedens in der Schule in den Innendienst versetzt. Das ist kein permanenter Zustand, sie ist immernoch Lehrerin. Und ich wüßte nicht, dass das zuständige Bundesland förmlich ein Berufsverbot ausgesprochen hätte. De facto ist sie im Moment nicht am Unterricht beteiligt, de jure ist sie aber immernoch Lehrerin. Eventuell stehen ihr da auch arbeitsrechtliche Möglichkeiten zu, sollte der Zustand dauerhaft sein. Aber ich gehe mal nicht davon aus, dass die Dame in der GEW ist, von daher wird sie sich privat bei ihrem Anwalt informieren müssen.

[QUOTE]Gibt es seit nicht ein Antidiskriminierungsgesetz? Dann düfte - strenggenommen - auch die Privatschule Herrn Schmutzler nicht rausschmeißen, da es sich bei der NPD-Zugehörigkeit um eine private Weltanschauung handelt.[/QUOTE]

Deswegen würde ich auch raten vors Arbeitsgericht zu ziehen, aber die bisherigen Entscheidungen waren so, dass bei konfessionellen Einrichtungen hier Ausnahmen gemacht werden, wenn es um die Weltanschauung oder Religion geht. So dürfte auch kein Moslem Leiter eines katholischen Kindergartens werden, es geht häufig sogar so ins Detail, dass du entlassen wirst, wenn du als Angestellter einer katholischen Einrichtung zum Protestantismus konvertierst. Ich schätze mal, die katholische Einrichtung wird argumentieren, dass eine Mitgliedschaft bei der NPD mit dem katholischen Glauben unvereinbar sei.
Wasserlilie[QUOTE]Richtig ist wohl eher, dass Lehrer vor allem solche werden, die selbst keine brillanten Schüler waren[/QUOTE]

Bei uns liegt der NC für die meisten Lehramtsfächer bei 1,9 und besser. Die gleichen Fächer auf Diplom oder jetzt eben Bachelor kann jeder Honk, der irgendeine Hochschulberechtigung nachweist, ohne Probleme studieren.

Natürlich hat man in einem Einzelfach höhere fachliche Ansprüche zu erfüllen. Aber dafür fallen Pädagogik, Philosophie und Soziologie als Zusatzstudien flach sowie die Doppelbelastung durch zwei oder mehr Hauptfächer.
Als Lehrer studiert man mind. zwei halbe Diplomstudiengänge plus Zusatzstudien.

Viele Lehrer mögen unmotiviert oder fragwürdig in ihrer menschlichen oder didaktischen Kompetenz sein. Blöd sind sie aber (heutzutage) auf keinen Fall (mehr)! (Oder sie sind zumindest Fachidioten wie alle anderen Hochschulabsolventen auch ;) )
Darket[QUOTE]dass bei konfessionellen Einrichtungen hier Ausnahmen gemacht werden, wenn es um die Weltanschauung oder Religion geht[/QUOTE]
Die werden nicht von irgend einem Gericht gemacht, die sind kirchlichen Einrichtungen als Tendenzbetrieben (leider leider) gesetzlich zugestanden.

German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 

German Gothic Board

Startseite Chat Grüße SchwarzKultur