| MareNostrum | Hallo erstmal, ich hab' in letzter Zeit ein wenig viel Zeit, da ich darauf warte meine Ausbildung anfangen zu können und habe demnach ziemlich wenig zu tun. Die letzten Tage habe ich mich mehr oder minder oft vor dem Fernseher breit gemacht und gezappt, wie man das halt so tut. An einem Tag habe ich mir mal, bei Galileo die Reportage über Ausbildungsplatzsuche angeschaut, die machen es ja immer zu einem 'Medienereigniss' da man nicht verpassen sollte. Auf jedenfall hatten die Arbeitgeber so einige Allgemeinwissen-Fragen für die angehenden Azubis vorbeireitet und ich musste echt staunen, dass ziemlich wenige auf einer Weltkarte Australien gefunden hatten oder auch Afrika. Das gab mir schon zu denken. In einem weiteren Test ging es darum Joschka Fischer und Horst Köhler zu erkennen, nebenbei den hätte ich auch nicht sofort erkannt. Auf jeden Fall habe ich mich gefragt, wie das überhaupt kommen kann, dass wenn ein Schüler die Schule verlässt (egal welche Schulform, ob H R o. G) nicht wissen kann wo Australien liegt? Geschweige denn wer unser derzeitiger Bundespräsident ist? Wird das nicht mehr in der Schule gelehrt? Man kann zwar nicht immer alles Glauben, was man im Fernsehen sieht oder sollte es auch nicht vorbehaltlos, jedoch ist mir das zwischend durch auch schon aufgefallen bei Kontakten mit meiner Umgebung das es einen kleinen Mangel an Allgemeinwissen gibt. Gab es bei euch schon Situation in denen ihr Gedacht habt "Man ist der Blöd, das weiß doch jeder" ? Was seht ihr als Allgemeinwissen / Allgemeinbildung an? _______________________________________________ Ich möchte darauf hinweisen, dass ich hier keineswegs in Richtung Pisa-Studie argumentiere, sondern nur auf persönliche Ehrfahrungen die ihr in eurem Umfeld gemacht habt. _______________________________________________ |
| Arimahn | [QUOTE]Auf jeden Fall habe ich mich gefragt, wie das überhaupt kommen kann, dass wenn ein Schüler die Schule verlässt (egal welche Schulform, ob H R o. G) nicht wissen kann wo Australien liegt? Geschweige denn wer unser derzeitiger Bundespräsident ist? Wird das nicht mehr in der Schule gelehrt?[/QUOTE] Ich kann mich nicht erinnern das soetwas je gelehrt wurde. Sowas lernt man für gewöhnlich im Alltag von alleine. Wobei ich zugeben muss, dass die Frage nach Horst Köhler für uns politisch uninteressierte Jugendliche natürlich hart ist. Allgemeinbildung ist unmöglich zu definieren von daher kann man schlecht sagen, es herrsche ein Mangel daran. Man kann lediglich Mangelerscheinungen in bestimmten Gebieten erkennen (In diesem Fall also Geographie und Politik. Letzteres ist nicht verwunderlich und ersteres... Nunja, wir nähern uns da immer mehr den Amerikanern an, nicht wahr?). Aber bei Galileo sollte man sowieso vorsichtig sein. Nach meiner Erfahrung drehen sich 90% der Themen um die Herstellung von Lebensmitteln oder um irgendwelche Schwertransporte. Populär"wissenschaft" eben. Natürlich muss man sich an den Kopf fassen wenn jemand nicht weiß wo Australien liegt aber diese Leute dürften Einzelfälle sein, weiter nichts. |
| MareNostrum | [QUOTE]Allerdings. Sich auf Galileo zu berufen ist nicht gerade optimal, wenn es darum geht, sich über die Bildungslage anderer Menschen zu beschweren[/QUOTE] Beschweren war nicht die Absicht, bloß wundern und auf Grund von Galileo wollte ich das nicht, tschuldige wenn das so rübergekommen ist, eher wegen persönlicher Ehrfahrungen. Galileo gab mir nur einen Anstoß dazu, einer von vielen. [QUOTE]Natürlich muss man sich an den Kopf fassen wenn jemand nicht weiß wo Australien liegt aber diese Leute dürften Einzelfälle sein, weiter nichts.[/QUOTE] Die Frage hier ist, wie sicher bist du dir da? Wenn die Sache so ausschaut, dass die Themen sich nur auf:[QUOTE]Autos, Frauen, Hip Hop und Fußball[/QUOTE] beziehen oder auf was der aktuellste Promi sein Nickerchen macht. Da bin ich mir nicht mehr so sicher. |
| Anthara | Also wir mussten in der Schule alle Länder der Welt lernen...da kommt man doch an Australien gar nicht vorbei^^. |
| Mrs. Spookiness | Ist mir auch schon desöfteren passiert, wo ich mir dann z.T. auch denken musste "Meine Güte, so was Dummes ist mir ja noch nie begegnet" und froh darüber war, dass meine Mutter schon seit Beginn meiner Schulzeit darauf geachtet hatte, dass ich das Richtige zu lesen bekam, eben nicht nur Horrorbücherlein von R.L.Stine, sondern auch mal den einen oder anderen Roman über die Zeit im Hitlerregime, usw. Ich finde Allgemeinwissen schon sehr wichtig, man sollte doch über die Welt und ihre Geschichte Bescheid wissen, die man tagtäglich durchschreitet. Natürlich muss man nicht die Hauptstadt jeden Landes wissen oder alle Jahresdaten wichtiger Ereignisse in der Geschichte der Vereinigten Staaten im Kopf haben, aber wenn ich dann manchmal Leute treffe, die nicht wissen von wann bis wann der 1. Weltkrieg war, oder die meinen, Napoleon wäre ein Grieche gewesen (ist mir alles schon passiert...), muss ich mir schon so meine Gedanken machen. Auch bildet mir mein Gehirn gleich ein negatives Bild von jemandem, der an schulischem Wissen so gut wie nichts behalten hat, oder an allgemeiner Bildung so viel weiß (!?) wie ein Knäckebrot. Intelligenz ist eben sexy ;) Zumindest ein gesunder Anteil :rolleyes: Und Allgemeinwissen erlangt man natürlich größtenteils im Alltag - aber auch nur dann, wenn man das Richtige liest/hört, mit den richtigen Personen spricht, etc... |
| Darket | [COLOR=red] Hinweis: Ich habe das Posting von Anaximander II entfernt, da dieser nach wie vor Schreibverbot im Forum Des Kaisers Bart hat. Darket [/COLOR] |
| idisi | Hab die Sendung mit meiner Ma gesehn und wir ham uns beide fremdgeschämt. Klar is Galileo ne pseudowissenschaftliche Werbesendung (irgendwann wissen wir doch alle wie Bratwürste, Speiseeis, Fertigkuchen etc. hergestellt wird. Allerdings is es jedes mal ein anderen Firmenlogo, das da "ganz zufällig" in Bild rutscht...) und ich rege mich immer wieder über die unwissenschaftlichen Methoden und Erklärungen derartiger Infotainment-Shows auf. Kein Zweifel an mangelner Glaubwürdigkeit. Aber diese Azubibewerber erschienen mir da doch ziemlich echt. Und wahnsinnig überrascht hat mich deren Beschränktheit auch nicht. Erschütternd fand ichs trotzdem mal wieder. Besonders dieser Kommentar von dem Mädchen, dass sich sich war, die stelle zu bekommen und Deutschland auf der Weltkarte nicht finden konnte. Sie meinte, die Fragen seien viel zu schwer gewesen. Meine Mutter war auch "nur" auf der Hauptschule, hat keine Ausbildung, liest keine Wissenschaftlichen Bücher und betreibt auch sonst keine besondere private Weiterbildung, aber "bei wer wird Millionär" würde sie locker bis 32.000 € kommen. [QUOTE]So sieht's aus. Allgemeinbildung lernt man nicht auf der Schule, sondern Allgemeinbildung nimmt man im täglichen Leben auf, so wie man Luft atmet oder Sonnenstrahlen abbekommt.[/QUOTE] Kann ich bei mir nicht behaupten. Vieles, was ich in der Schule gelernt habe, speziell in Fächern wie Geschichte, Sozialkunde, Religion etc. zähle ich zu meinem Allgemeinwissen, auf dem ich bei Interesse weiter aufbaue, z.B. durch Bücher, Filme oder Internet. An einiges aus meiner Schulzeit kann ich mich dann doch erinnern. Meine Schulzeit ist nun schon ein paar Jahre her, aber soweit ich das mitbekommen hab, kamen die Kanditaten aus dieser Sendung gerade frisch von der Haupt- und sogar Realschule und die Antworten auf die Fragen: Wo Deutschland bzw. Australien liegt, oder wie das Brandenburger Tor oder der Bundespräsident aussieht, wurden tatsächlich in meinem Schulunterricht erwähnt und ich hab sowohl Haupt- als auch Realschule (in Bayern) besucht. |
| Arimahn | Ich kann mich nicht erinnern in meiner Realschulzeit, wo ich noch Erdkunde hatte, großartig etwas über fremde Länder und deren Hauptstädte gelernt zu haben. Das könnte daran liegen, dass solche "unwichtigen" Fächer immer sehr geschludert unterrichtet wurden. Was wir gemacht haben waren die Bundesländer und ihre Hauptstädte. Ich muss zugeben dass ich bis heute nicht alle auswendig weiß. Das ist ein definitiver Mangel aber dafür bin ich schliesslich in anderen Bereichen besser. |
| Trauerwesen | Wie gut Galileo ist, sei dahingestellt, das meiste wurde ja bereits genannt. Ich sehe es übrigens noch eine Stufe schlimmer, als Boulevard. Generell gibt es schon schockierendes, was Allgemeinbildung angeht. Aber ich muss sagen, was Politik angeht, bin ich auch nicht die beste. Und deutsche Städte hatte ich auch erst sehr spät "gerafft". Es kommt sicherlich auf die Rubrik/Kategorie an, da kann ein Physikgenie sein, der aber kein Wort Englisch kann. Man sieht es ja auch bei den Quizsendungen, dass Fragen nicht wirklich schwer sein können, entweder man weiss es zufällig, oder eben nicht. Ich erinnere mich an einen Pseudoeinstellungstest in der Schule, bei dem nach dem Autor vom Der alte Mann und das Meer gefragt wurde. Natürlich kann da jemand sitzen, der alle einzelnen Stücke von Shakespeare benennen könnte mit Inhaltsangabe, aber dies nun mal nicht weiss. Aber Grundkenntnisse, ein gewisses Level bei jedem, sollte schon vorhanden sein. Oft kann man sich dem auch nicht entziehen, weil man Dinge eben immer wieder aufschnappt. Hingegen finde ich aber die Frage, inwieweit Allgemeinbildung für eine Berufsausbildung wichtig ist, interessanter. Muss ich Hemingway kennen, um mich im Rechnungswesen o.ä. reinhauen zu können, um richtig gut zu sein? |
| virtualG | Hallo, zum thema wird ich gern auch etwas beitragen. Ich guck eigendlich seit jahren kein TV aus mehreren Gründen. Der wichtigste dürfte wohl die absolute verblödung sein. Ich kann mir nichts daran abgewinnen, ein paar Arbeitslose in einem Container anzugucken oder die imaginären Kilo auf einem Bild zu zählen. Genauso wenig will ich sozial schwachen in Massen auf einer Couch sehen, wie sie sich gegenseit auf höhstem Nivea diffamieren. Über die Authentizität kann man sich streiten. Dagegen gibt es ja aber noch die sogenannten "wissenschaffts"-sendungen. Früher hab ich noch geglaubt, ich tue meiner Bildung etwas gutes, aber wenn man von gewissen Themen einen tieferen EInblick erhalten hat, so kann man sich teilweise nur schämen, aber auch ärgern, dass solch Formate der Breiten Öffendlichkeit zum fraß vorgeworfen werden. Natürlich kann man die Menschen nicht mit Hochschulkram bombadieren, aber teilweise wird die Information so verstümmelt rübergebracht, dass sie schlichtweg falsch ist. Und das ist das Problem: Die Menschen glauben es. Dies trägt dann aber der Allgemeinbildung nichts bei, sondern steigert nur die Dekadenz. Leider gibt es keine Instanzen die prüfen, in welchem Ausmaß ein Format "ungeeignet" für die Bevölkerung ist. Dafür wird lieber über den sinn und unsinn von "killer" spielen debatiert und deren auswirkung, auf die ach so unschuldige Jugend. Ich weiß aus erfahrung, dass die im Fernsehen gezeigten "härtefälle" wirklich existieren, allerdings existeren genauso gegenbeispiele. Davon zeigt man aber natürlich nichts, weil es die Zielgruppe, depriemieren würde, wenn sie Menschen sehen, die gebildeter sind als sie selbst. Niemand will wissen, was alles schönes in der Welt passiert. Hauptsache man kann sein eigendes Gewissen beruhigen. Noch eine anmerkung zum TV. Nach 0:00 kommen teilweise richtig gute Sendungen, die auch das Prädikat pedagogisch wertvoll verdienen. Anzubrigen sind dort vorallem die Sparten und regional sender. |
| AlienSexFiend | [QUOTE][i]Original geschrieben von MareNostrum [/i] [B]Auf jeden Fall habe ich mich gefragt, wie das überhaupt kommen kann, dass wenn ein Schüler die Schule verlässt (egal welche Schulform, ob H R o. G) nicht wissen kann wo Australien liegt? Geschweige denn wer unser derzeitiger Bundespräsident ist? Wird das nicht mehr in der Schule gelehrt? [/B][/QUOTE] ...also ich hab weder das eine noch das andere auf dem Gymnasium gelernt, wenn ich ehrlich sein soll...meine Eltern waren schon während meiner Schulzeit immer wieder erstaunt darüber, dass uns einerseits in der Schule viel "Spezialwissen" vermittelt wurde, andererseits aber die Grundlagen, eine gewisse Allgemeinbildung fehlte, gerade in solchen Fächern wie Erdkunde oder Geschichte... ...das Unterrichtsfach Gemeinschaftskunde (sowas wie "Politik und Wirtschaft" wie es inzwischen auch an meiner alten Schule heißt) kam erst relativ spät dazu und selbst da ging es dann eher um politische Angelegenheiten in Entwicklungsländern und um die OPEC...sich mit der eigenen Politik bzw. Wirtschaft vor der Haustür auszukennen, war plötzlich Vorraussetzung, was in dem Alter, dass wir Schüler da inzwischen hatten, durchaus gerechtfertigt war, nur wurde davon eben nichts in der Schule gelernt sondern musste "irgendwie" anderweitig gelernt werden... ...und jetzt zu G8-Zeiten (Gymnasium also nur noch 8 statt 9 Schuljahre ---> Abi nach der 12. Klasse) wage ich es erst recht zu bezweifeln, dass da noch viel Zeit für Allgemeinbildung bleibt... |
| MareNostrum | @Idisi: Ich denke, dass deine Ma sich auch für Themen interesssiert die nichts mit ihrer unmittelbarer Umgebung zu tun hat und das ist etwas, das ich heut zu tage im Allgemeinen vermisse. Zudem hat dies nicht das geringste mit Schulbildung zu tun, würde ich sagen. @Arimahn: Jedoch gehe ich davon aus, dass du auf einer unbeschrifteten Weltkarte die Kontinente einigermaßen auseinanderhalten kannst. [QUOTE]Aber Grundkenntnisse, ein gewisses Level bei jedem, sollte schon vorhanden sein. Oft kann man sich dem auch nicht entziehen, weil man Dinge eben immer wieder aufschnappt. [/QUOTE] Aber irgendwie schaffen es Leute sich diesem zu entziehen und das finde ich schlimm. [QUOTE]Noch eine anmerkung zum TV. Nach 0:00 kommen teilweise richtig gute Sendungen, die auch das Prädikat pedagogisch wertvoll verdienen. Anzubrigen sind dort vorallem die Sparten und regional sender.[/QUOTE] Das finde ich auch, obwohl ich mich immer darüber aufgeregt habe das diese Sendungen, wie gesagt nach 0:00 kommen und ich zu dieser Zeit schlafen musste um am nächsten Tag zur Schule gehen zu können. In nächster Zeit werde ich mir diese Sendungen wahrscheinlich auch nicht ansehen können wegen meiner Ausbildung, das gleiche in grün. [QUOTE]...und jetzt zu G8-Zeiten (Gymnasium also nur noch 8 statt 9 Schuljahre ---> Abi nach der 12. Klasse) wage ich es erst recht zu bezweifeln, dass da noch viel Zeit für Allgemeinbildung bleibt...[/QUOTE] Finde ich nebenbei idiotisch. Soll man alles ausweniglernen oder richtig lernen? Allgemeinbildung erhält man wie hier schon mehrmals erwähnt: "[...] erlangt man natürlich größtenteils im Alltag [...]" (Mrs. Spookiness) und hängt nicht von der Schulbildung ab. |
| Belgarion | ich hab vor 10 jahren abi gemacht, und wir haben damals rein gar nix lernen "müssen", das mit "wo ist welches land" oder "wie heißt die hauptstadt von" zu tun hatte. selbst in geschichte: ohne eigeninitiative wüßte keiner aus meiner klasse, wer fidel castro ist. geschichte ging bei uns maxima bis kurz nach WK2. ABER: wir haben in erdkunde oft themen gehabt, wo man AUCH nen atlas benutzte. und mir ist schleierhaft, wie man da NICHT auf die idee kommen kann, einfach mal vor dem in bett gehen sich mal die weltkarte anzuschauen - so was kann doch unmöglich uninteressant sein... insgesamt ist "allgemeinbildung" immer so ne sache... der eine findet es extrem wichitg, mind. 3 werke von mozart zu kennen, der andere hält es für die ABildung unerläßlich zu wissen, wie der satz des pythagoras lautet, und wieder ein anderer erwartet, dass man heutzutage weiß, was ein "browser" ist. und zu einer sendung im TV: selbst wenn 50 bewerber beobachtet haben, ist das noch lange nicht repräsentativ... so was weiß jeder durch sein per allgemeinbidlung vereinnahmtes statistik-wissen ;) |
| BlackElvenTear | Allgemeinbildung ist für mich sozusagen ein "Inhaltsverzeichnis des Wissen". Es gibt so unendlich viel Wissen, dass natürlich niemand auf allen Gebieten Experte sein kann. Aber jeder halbwegs gebildete Mensch müsste so viel Wissen ansammeln können, dass er völlig unfundierte oder zweifelhafte Aussagen aus dem Bereich der Politik, der Geschichte, der Religion und der Naturwissenschaft wenigstens erkennt, denn nur so kann er sie hinterfragen, nur so verkommt die Menschheit nicht zur manipulierbaren Masse. Einem, der nichts weiß, der keinerlei Ahnung von nichts hat, dem kann man alles erzählen, er wird nicht an den Aussagen zweifeln. Einer, der manches selbst weiß, erkennt wenigstens Widersprüchlichkeiten und fragt/liest nach. Aber es wird immer auch eine Frage des Interesses bleiben, denn wer sich für nichts als für die Farbe von Paris Hiltons Unterhöschen interessiert, der wird auch keine anderen Informationen auf Dauer in sein Hirn eindringen lassen. |
| autumnnight | ohne klugzuscheissen oder ähnliches: aber meiner ansicht nach bekommt man eine allgemeinbildung am leichtesten mit, in dem man mit offenen augen durch die welt geht.. immer ein auge und ein ohr offen für neues.. wenn man da ein bisschen die speicherfunktion des hirns nutzt, sammelt sich im laufe der zeit ein ziemlicher fundus an.. folglich weiss man immer mehr, je älter man ist.. und das meine ich ernst.. |
| mathea | Nun wollte ich auch kurz meinen Senf dazu geben. Meines Zeichens alte Sachbearbeiterin Personalwesen kann nur sagen, dass es den meisten Schülern erstaunlich gut gelingt sich jeglichen Wissens zu entziehen. Und das bis zum Schluss der Schulkarriere. Zum Beispiel haben sich auf 3 Ausbildungsplätze für Industriekaufleute fast 250 Schüler beworben (einschließlich meiner Wenigkeit, ich durfte nachher die Auswertung machen). Von diesen Schülern kamen insgesamt nur 40 Leute in die engere Auswahl, das waren ausnahmslos Abiturienten. Es sollten zudem 25 gewerbliche Berufe/Ausbildungsstellen angeboten werden. Aber die Bewerber waren teilweise so schlecht, dass nur 23 Stellen besetzt werden konnten. Und im Laufe der Ausbildung sind noch 5 Leute gegangen (worden), weil sie vollkommen ungeeignet, um nicht zu sagen zu blöd waren. Lange Rede kurzer Sinn, die Beispiele von Galileo waren eigentlich keine krassen Ausnahmen. Es gibt erschreckend viele solcher Ausnahmen. Manche Bewerber sind einfach unglaublich unwissend, bilden sich auf ihr bisschen Wissen aber eine Menge ein. Zudem, mein Partner betreut Abgänger einer Hauptschule. Die sind teilweise zu blöd sich überhaupt fehlerlos zu bewerben. Die wollen Bank- und Industriekaufleute werden und können nicht einmal die Grundrechenarten anwenden. Grausam! |
| Belgarion | [QUOTE][i]Original geschrieben von mathea [/i] [B] Zum Beispiel haben sich auf 3 Ausbildungsplätze für Industriekaufleute fast 250 Schüler beworben (einschließlich meiner Wenigkeit, ich durfte nachher die Auswertung machen). Von diesen Schülern kamen insgesamt nur 40 Leute in die engere Auswahl, das waren ausnahmslos Abiturienten. Es sollten zudem 25 gewerbliche Berufe/Ausbildungsstellen angeboten werden. Aber die Bewerber waren teilweise so schlecht, dass nur 23 Stellen besetzt werden konnten. Und im Laufe der Ausbildung sind noch 5 Leute gegangen (worden), weil sie vollkommen ungeeignet, um nicht zu sagen zu blöd waren. [/B][/QUOTE] ja gut, aber in welchen fachgebieten waren die unwissend? wozu "muss" einer, der zB bankkaufmann werden will, wissen, ob "die glocke" von goethe, schiller oder vom kölner dom stammt...? und selbst DAS lernt man selbst auf nem gymnasium nicht lehrplanmäßig, jedenfalls war das bei uns nicht so. wenn natürlich - wie auch schonmal im TV zu sehen - einer optiker werden will und nicht mal den ANSATZ der aufgabe "sie möchten ihre farm umzäunen. ihr besitz ist 100m lang und 200m breit. wieviel zaun brauchen sie, wenn sich im zaun ein 10m breites tor befinden soll?" weiß, dann gute nacht... |
| Wicked_K | [QUOTE][i]Original geschrieben von mathea [/i] [B] Meines Zeichens alte Sachbearbeiterin Personalwesen kann nur sagen, dass es den meisten Schülern erstaunlich gut gelingt sich jeglichen Wissens zu entziehen. Und das bis zum Schluss der Schulkarriere. [/B][/QUOTE] Mir kommen da so leichte Zweifel, ob das rein an den Schülern liegt. Natürlich gab es schon immer Hohlbrote und die wird es auch immer geben. Aber es stellt sich auch die Frage, was und in welcher Weise ihnen vermittelt wird. Wenn Schüler schon früh ergebnisorientiertes arbeiten beigebracht wird, handeln die auch danach. Also um ein Ergebnis, in diesem Fall Zeugnisnote, Versetzung oder Abschlussnote zu erreichen, sind vielen das Verständnis der Inhalte recht unwichtig, vielmehr geht es um Fragen "Ist das Fach für mein Ziel wichtig?", "Wie komme ich mit möglichst gutem Nutzen / Aufwandverhältnis durch die Prüfung?" oder "Lohnt es sich an der Stelle Aufwand zu investieren?". Eine der weit verbreiteten und als erfolgreich bekannten Taktiken läuft ungefähr so: Kurzzeitgedächtnis zum Termin der Klausur bis zur Oberkante füllen, Klausur schreiben, Speicherplatz wieder frei machen, die nächste Klausur wartet schon... Seitens der Bildungsmafia wir das noch dadurch unterstützt, daß Schüler in Hinblick auf die Peinlichkeit von Pisa primär auf Aufgabentypen trainiert werden. Das wird bestimmt für die Statistik helfen, ob die Betreffenden sich später noch an Inhalte erinnern, steht auf einem anderen Blatt. Weiterhin erschwerend kommt hinzu, daß jahrelang Allgemeinbildung nicht gefordert wurde. Unser Bildungssystem ist recht täge, "neue" Anforderungen umzusetzen, angesichts der Durchlaufzeiten auch kein Wunder. Vielleicht wäre es hilfreich, als erstes überhaupt mal die Erwartungen genauer zu definieren??? |
| Move over Kate | Als langjähriger Ausbildungsleiter frage [i]ich[/i] mich, was die Leute den Azubis für doofe Fragen stellen. [i]Allgemeinbildung[/i] sagt über eine Berufsqualifikation nämlich überhaupt nichts aus. Wozu muss ein angehender Dachdecker z. B. wissen, wann der zweite Weltkrieg begonnen hat - und wann geendet? Oder eine angehende Bankkauffrau, wie der neue französische Präsident heißt. Das wird ihr am Schalter kaum weiterhelfen. Wir haben irgendwann die ganzen "Einstellungstests" über den Haufen geschmissen und mit den Leuten psychologisch fundierte Auswahlverfahren durchgeführt, in denen zum Beispiel soziale Kompetenzen abgeprüft worden sind. Gefallen lasse ich mir auch Logiktests oder Sprachtests, weil die damit nachweisbaren Fähigkeiten eher eine Aussage über den möglichen Ausbildungserfolg treffen können. Reines durch "auswendig lernen" erworbenes Allgemeinwissen sagt darüber hingegen überhaupt nichts aus. |
| Seneca | @ More Over Kate Ich bin zwar nur gelernter Kustschmied und gescheiterter Student, der an der Rezeption eines vier Sterne Hotels arbeitet, aber ich kann Dir versichern dass eine guten Allgemeinbildung die Arbeit mit dem Gästen sehr erleichtert. Schon alleine weil man beim immer wieder auftauchenden smalltalk zur Weltlage, oder auch mal zur modernen Kunst nicht einfach mit den Achseln zucken muss. Zudem gibt es Berugfsbilder, wie meines, in denen man mit fachlichem Wissen alleine schlicht aufgeschmissen ist, weil es nur 50% der täglichen Arbeit abdeckt...der Rest ist pure Überaschung. Von der Starthilfe am Oldtimer-Rolls Royce bis zum Buchen von Edelnutten oder dem Auftreiben eines Tierarzte Samtags nachts um 3:00 kann da alles vorkommen. Eine gute Allgemeinbildung oder auch mal Detailwissen außerhalb des "Fachs" führt dazu das der Gast sich auch gleich viel besser aufgehoben fühlt, da er den Eindruck gewinnt nicht von lauter dümmlichen Hotelpagen umgeben zu sein. Im Gegenzug schlägt sich das auch im persönlichem Ansehen nieder welches man bei den Gästen hat, speziell bei Stammgästen. |
| Montrose | [QUOTE]Aber jeder halbwegs gebildete Mensch müsste so viel Wissen ansammeln können, dass er völlig unfundierte oder zweifelhafte Aussagen aus dem Bereich der Politik, der Geschichte, der Religion und der Naturwissenschaft wenigstens erkennt[/QUOTE] Das halte ich für völlig utopisch. In diesen Sachverhalten ist die "Wirklichkeit" so kompliziert, dass von tausend Menschen vielleicht gerade mal einer einen Durchblick hat. Das, was die Leute üblicherweise als Allgemeinwissen mitnehmen, sind fehlerhafte Vorurteile, dieser ganze populär-(pseudo)-wissenschaftliche Krampf, den die Leute unbesehen nachplappern a la "es steckt alles in den Genen", "die Christen in Westeuropa haben den Kreuzzug angezettelt" und ähnlichen Quatsch. Es gibt nur zwei Arten von Menschen, deren Verstand man trauen kann: 1. Menschen ohne Bildung. Denn ein Ungebildeter käme anders als der Abiturient nie auf die Idee, Fremdwörtern und "wissenschaftlichen" Nonsens-Denkfiguren zu glauben. Sein Nichtverstehen schützt ihn davor, sich von Halbwahrheiten blenden und bluffen zu lassen. 2. Menschen, die nie im Leben gearbeitet haben und auch keine Beziehungen usw. pflegten, die sie abhielten. Denn um sich echte Bildung anzueignen, braucht man vor allem eines: ZEIT!!! Jemand, der mal zwischen Party, Urlaub, Freundschaften, dann mal wieder ein paar Seminare absitzen, Auswendiglernen, Feriennjob hin- und herpendelt .... der kann gar nicht gebildet sein. Woher hätte er auch die Zeit, über die Dinge nachzudenken? |
| Move over Kate | @ Seneca Ich stimme dir absolut zu. Aber - und das ist die Krux: Als Personaler muss ich schon differenziert betrachten, welche Stellung die Azubis in meinem Betrieb einmal einnehmen werden. Mit einem Heizungsinstallateur wird sich der Kunde wohl kaum über Politik oder Geschichte unterhalten, mit einem KFZ-Mechaniker auch nicht - mit einer Buchhändlerin vielleicht schon. Und von einem KUNSTschmied oder eine Goldschmiedin erwarten die Kunden eben auch nicht nur handwerkliche Fähigkeiten, sondern auch künstlerische Fähigkeiten und Kenntnisse. Dazu kommt, dass ein Azubi bei uns in der Regel bei der Einstellung zwischen 16 und 22 Jahre alt ist. Bis die irgendwann mal die Ausbildung und dann die Hierarchie durchlaufen haben, um in Positionen zu kommen, wo eben nicht nur Fachkompetenz sondern auch "das weitere" zählt, vergehen locker 10 bis 15 Jahre. Und da sollte sich die Allgemeinbildung entsprechend entwickelt haben. Aber ansonsten sollte für die Ausbilder wirklich gelten: Ich suche einen Metzger-, Bäcker- oder Schlosserlehrling - und kein wandelndes Lexikon. ;) |
| Wicked_K | [QUOTE][i]Original geschrieben von serene_fall [/i] [B]Ich finde, man muss nicht alles staatlich fördern. Wer regelmässig eine gute Zeitung liest, Tagesschau kuckt (vllt nicht gerade auf RTL2) und sich hin und wieder ne Sendung wie das Auslandsjournal oä anschaut, der hat doch ziemlich schnell ein Minimum an Allgemeinbildung! [/B][/QUOTE] Das hängt vom individuellen Interesse ab. Für Tagesschau, seriöse Berichterstattung oder gar Zeitung muss man sich schon interessieren, als reine Pflichtübung ist das sonst ziemlich öde. Allgemeinbildung zu haben ist ohne Zweifel von Vorteil und in einigen Berufen bestimmt geradezu notwendig. Diese Art von Bildung dürfte meistens aus Interesse entstanden sein und war auf diesem Weg einfach und meist nebenher zu erwerben. Wer allerdings nicht darüber verfügt, wird sich schwer tun sich diese quasi im Crashkurs anzueignen. Wenn das über mehr oder weniger sinnbefreites Auswendiglernen für den Einstellungstest hinausgehen soll, sind wir wieder beim natürlichen Interesse als Voraussetzung angelangt. Dieses variiert eben sehr stark von Mensch zu Mensch und von Wissensgebiet zu Wissensgebiet. Wenn wir nun zu der Erkenntnis gelangt sind, dass Allgemeinbildung für zumindest viele wichtig ist, warum nicht in der Schule vermitteln? Warum nicht so ein Fach wie "Vorbereitung auf das Berufsleben" einführen, in dem Allgemeinbildung, diverse Softskills und Grundregeln für den späteren Job trainiert werden? [QUOTE][i]Original geschrieben von Move over Kate [/i] [B]Wir haben irgendwann die ganzen "Einstellungstests" über den Haufen geschmissen und mit den Leuten psychologisch fundierte Auswahlverfahren durchgeführt, in denen zum Beispiel soziale Kompetenzen abgeprüft worden sind. Gefallen lasse ich mir auch Logiktests oder Sprachtests, weil die damit nachweisbaren Fähigkeiten eher eine Aussage über den möglichen Ausbildungserfolg treffen können. Reines durch "auswendig lernen" erworbenes Allgemeinwissen sagt darüber hingegen überhaupt nichts aus. [/B][/QUOTE] Das finde ich eine sehr sinnvolle Art, die Sache anzugehen. Alles andere wird auf Dauer leicht von Blendern und "Spezialisten im aushebeln von Prüfungen" ausgenutzt. Von diesem auswendig lernen halte ich rein gar nichts, wenn es nur dem Bestehen einer Prüfung oder eines Einstellungstests dient. |
| Desengano | die frage in der einen galileo-sendung, um die es hier geht, nach allgemeinbildung der bewerber war durchaus gerechtfertigt, weil sich die jungs und mädels also hotelfachkräfte beworben haben. und wenn ich einen gast aus irland habe, sollte ihc mich mit dem vllt nicht über religion unterhalten. etc pp. allgemeinbildung ist in diesem falle wichtig. ABER: ich habe mein abitur mit 2,0 abgeschlossen udn kam ziemlich gut um allgemeinbildung herum. 90% meines allgemeinwissens (wie ich das doch eher nennen würde) habe ich nach dem abitur erworben, einfafch weil ich da angefangen habe, nachrichten zu gucken udn zeitung zu lesen. mit dem studium habe ich angefangen, geschichtsdaten zu recherchieren, die ich nicht kannte. vorher war geschichte für mich ein graus. an der uni wars mir peinlich, dass ich so wenig zeitlich, politisch udn geografisch einordnen konnte, also habe ich einiges nachgeholt. *g* man kommt durch den schulbetrieb super durch, auch wenn man abi macht, OHNE zu wissen, wer bundespräsident ist, hauptsache man kann den ganzen kram für die klausuren auswendig, den man später eh nie wieder braucht. die kids in der sendung taten mir fast etwas leid. aber sie waren ja noch jung und haben hoffentlich was draus gelernt. jemanden als hotelfachfrau auszubilden, der noch nichtmal weiß, aus welchem land denn der champangner herkommen könnte, würde ich auch ungern tun. ein bisschen sollte man sich schon auf den beruf vorbereiten, den man erlernen will. ich bin im übrigen auch für ein schulfach, in dem man (auch als gymnasiast) lernt, wie man bewerbungen schreibt, nen mietvertrag abschließt, was man eh beachten muss, wenn man umzieht, wie man ein auto kauft, was man für rechte und pflichten als mieter hat etc pp. denn das sind alles bittere lektionen, die man machen muss, wenn man keinen hat, der einem das mal erklärt. wäre wohl das einzige wirklcih sinnvolle fach in der schule *lol* |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von Desengano [/i] [B]...ich bin im übrigen auch für ein schulfach, in dem man (auch als gymnasiast) lernt, wie man bewerbungen schreibt, nen mietvertrag abschließt, was man eh beachten muss, wenn man umzieht, wie man ein auto kauft, was man für rechte und pflichten als mieter hat etc pp. denn das sind alles bittere lektionen, die man machen muss, wenn man keinen hat, der einem das mal erklärt. wäre wohl das einzige wirklcih sinnvolle fach in der schule *lol* [/B][/QUOTE] Erstaunlicherweise hatte man in der Realschule für so was Zeit, wie ich in der Berufsschule erfuhr, auf dem Gymnasium dagegen nicht. |
| Move over Kate | [QUOTE]Erstaunlicherweise hatte man in der Realschule für so was Zeit, wie ich in der Berufsschule erfuhr, auf dem Gymnasium dagegen nicht.[/QUOTE] Eben, weil die "Realschule" vom Gedanken her "reales" vermitteln soll. ;) [QUOTE]Der Hallenser Pastor Christoph Semler (1669-1740) gründete 1707 seine „Mathematische und Mechanische Realschule“. Die Idee war es, den Unterricht zu veranschaulichen und Techniken zu schulen, die für das spätere Leben und dem Beruf notwendig erschienen. [/QUOTE] Das Gymnasium soll dagegen auf ein akademisches Studium vorbereiten - soweit die Theorie, die aber an der Realität vollkommen vorbei geht, weil immer mehr Abiturienten eben nicht studieren, sondern (zunächst) eine Ausbildung machen. Bei uns sträuben sich die Gymnasien im Kreis mit der Argumentation auch gegen Berufspraktika, egal ob in der Mittel- oder Oberstufe. Einzige Ausnahme ist eine IGS mit gymnasialer Oberstufe. Da lob ich mir doch amerikanische Highschools, wo man sogar "Auto-Reparaturkurse" belegen kann... ;) Die Deutschen legen meines Erachtens insgesamt sowieso viel zu viel Wert auf formale Bildung. Aber das ist ein anderes Thema. |
| LaChatte | [QUOTE] jemanden als hotelfachfrau auszubilden, der noch nichtmal weiß, aus welchem land denn der champangner herkommen könnte, würde ich auch ungern tun.[/QUOTE] Das ist ja genau das Wissen, das man in der Ausbildung dann hoffentlich lernt... für eine Hotelfachfrau wäre mir wichtiger, dass sie freundlich ist, gern mit Menschen umgeht - auch mit ärgerlichen und komplizierten, wie Gäste manchmal eben so sind - und dass sie gerne dient. (neudeutsch: dienstleistungen erbringt;) ) Das Vermitteln von Soft Skills fehlt wirklich, Fachkompetenzen kann man sich in der Regel relativ schnell aneignen, sobald es nötig wird, Soft Skills nicht, die muss man über längere Zeit regelmässig üben, bis sie sitzen. |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von Move over Kate [/i] [B]Da lob ich mir doch amerikanische Highschools, wo man sogar "Auto-Reparaturkurse" belegen kann... ;) [/B][/QUOTE] Hey...Ich habe auch so einen Kurs belegt...auf einem Deutschen Gymnasium, oder genaugenommen, einem Landerziehungheim der DLEH. |
| Ericthehalfabee | Was man wissen muß oder sollte um im späteren Berufsleben voran zu kommen ist von Fall zu Fall verschieden. Ich denke, das Hauptproblem ist, daß viele Kinder mehr Zeit vor der Glotze oder mit Computerspielen verbringen als mit Büchern oder draußen. Dadurch kommen sie gar nicht dazu Fertigkeiten und Fähigkeiten zu entwickeln. Das ist sicher grob verallgemeinert. Aber ich denke sog. „Medienverwahrlosung“, Tittytainment, Unterschichtenfernsehen, wie man es auch nennt, ist ein Hauptgrund für um sich greifende Verblödung. |
| Nigthmare | [QUOTE]Eine ungefähre Kenntnis der staatlichen Strukturen, ihrer Köpfe und der aktuellen Themen sind die Grundlagen einer Demokratie. Wenn an dieser nur noch ein staatliches und kein Eigeninteresse der Bürger vorhanden ist, dann sollte man ernsthaft drüber nachdenken, die Regierungsform zu ändern....[/QUOTE] Diese Regierungsform setzt ein natürliches Interesse am Mitbestimmungsrecht vorraus. Genauso wie auch optionale Bildung ein von der Situation unabhängiges Interesse braucht. Der Mensch dieser Kulturen hat sich verändert und von ihr entfremdet, denn er besitzt ebendiese nichtmehr und verliert zusehends so seine Kompatibilität zu ihr. MfG Nigthmare |
| Move over Kate | [QUOTE]Der Mensch dieser Kulturen hat sich verändert und von ihr entfremdet, denn er besitzt ebendiese nichtmehr und verliert zusehends so seine Kompatibilität zu ihr. [/QUOTE] Ich formulier das mal ein bißchen um: a) die Menschen haben eine spezifische Kultur gebildet b) die Menschen haben sich von dieser Kultur entfremdet c) der Mensch ist zu dieser einen spezifischen Kultur inkompatibel Ist c) nicht unlogisch? Ist die logische Folge aus a) und b) nicht, dass wir es mit einer "anderen" Kultur zu tun haben? Hat sich nicht eher die Kultur geändert - und die Institutionen hinken hinterher? "Kultur" ist doch nichts statisches, sondern wird von Menschen gebildet. Inkompatibel sind dann aber nicht die Menschen, sondern die Institutionen, die auf einer "veralteten" Kultur aufbauen, oder? |
| Nigthmare | @Move over Kate: Nein ist es nicht, denn du übersiehst das Generationsproblem, dass ein jeder nachkommende Mensch mindestens die gesamte Erfahrung des Vorgängers braucht, um zu den selben Einstellungen zu gelangen. Wo eine "Anpassung" an dieses System noch völlig freiwillig geschah, und als nichts anderes kann man optionale Allgemeinbildung werten wenn es als Voraussetzung für ein geregeltes Leben dieser Ordnungen nötig ist, weil es seiner Tage als das glorreiche, beste, schönste und tollste der Welt angesehen wurde, geschieht dies nun nicht mehr. Das liegt meiner bescheidenen Meinung nach daran, dass eine Kultur die Menschen stets "von sich weg" prägt. Um es in deiner Schrittreihenfolge zu erläutern: a) Menschen wollen eine Kultur b) Menschen erschaffen eine Kultur c) Menschen sterben, hinterlassen Nachfolger, die in dieser Kultur aufwachsen d) Nachfolger können die "Annehmlichkeit" dieser Kultur nicht nachvollziehen/wissen um die Folgenden Unannehmlichkeiten ob ihres Fehlens nicht Bescheid. Ursache ist der Auslöser, eine solche Kultur zu wollen. Da sie nicht fehlt, entwickelt sich die nicht. e) Menschen nehmen Kultur als störend wahr. Wollen eine andere. Kultur ist in diesem Kontext als der gegenwärtige Zeitgeist und als die Völkerspezifischen Wertebeziehungen zu verstehen. MfG Nigthmare |
| Move over Kate | Na ja. Kulturen werden ja nicht gezielt geschaffen, überlassen und übernommen. [QUOTE]Nein ist es nicht, denn du übersiehst das Generationsproblem, dass ein jeder nachkommende Mensch mindestens die gesamte Erfahrung des Vorgängers braucht, um zu den selben Einstellungen zu gelangen.[/QUOTE] Einstellungen wechseln aber zum Glück [I]zwischen[/I] den Generationen, keine Generation wird zu den selben Einstellungen der Vorgängergeneration gelangen. Jedenfalls nicht in einer zukunftsorientierten, aufgeklärten Gesellschaft. Die Einstellungen wechseln mal leise, mal heftig, mal gewaltsam, mal schleichend. Zuletzt heftig 1968 bei den Studentenrevolten, die ihrerseits eine hochgradig politisierte "junge Generation" hervor gebracht hat. Diese Generation ist heute die alte - und versteht ihrerseits die entpolisierte "Fungeneration" nicht. Das ganze hat mit "wollen" meines Erachtens recht wenig zu tun, da diese Prozesse vorwiegend ungesteuert verlaufen. [QUOTE]Nachfolger können die "Annehmlichkeit" dieser Kultur nicht nachvollziehen/wissen um die Folgenden Unannehmlichkeiten ob ihres Fehlens nicht Bescheid.[/QUOTE] Vielleicht ist das "Fehlen" für sie nicht einmal eine mit unangenehmen Konsequenzen verbundene Angelegenheit? Was wir als "erstrebenswert" erachten, sei es "hohe Allgemeinbildung", sei es "umfassende politische Beteiligung", oder "Selbstverwirklichung", ist doch eine rein normative Frage - und damit nicht für jeden und für alle Zeit allgemeinverbindlich. |
| Nigthmare | [QUOTE]Na ja. Kulturen werden ja nicht gezielt geschaffen, überlassen und übernommen.[/QUOTE] Ich habe manchmal ein ernsthaftes Bedürfnis, meinen Kopf gegen einen Nagel zu schlagen... Alles, was ich dir zu verstehen geben wollte war, dass eine bereits existierende Kultur unkontrolliert Einfluss auf die Nachfahren ihrer "Gründer" haben könnte. Die lebten nämlich unter anderen Bedingungen als die, die ihre "Etablierung" erst bedingt hat. Und da dies keine ideele Welt ist, steht es durchaus auch in Frage, ob sich gewisse Formen einer existierenden Kultur selbst untergräbt, und ob fehlendes Interesse an "Allgemeinbildung" und "Politik" eines der Symptome davon ist die als Grund haben, das sie einfach [i]da[/i] sind. Darüber wollte ich mal zum Nachdenken anregen... Irgendwie renn ich hier nur noch verbal gegen die Wand... nunja, ist nicht deine/eure Schuld... MfG Nigthmare |
| Move over Kate | [QUOTE]Ich habe manchmal ein ernsthaftes Bedürfnis, meinen Kopf gegen einen Nagel zu schlagen...[/QUOTE] Das stelle ich mir schmerzhaft vor... ;) Ich denke, dass wir im Prinzip die Sache ja ähnlich sehen. Nur betrachte ich jede Kultur als "im Fluß", weil sich jede moderne Kultur jederzeit entwickelt. Und daher behaupte ich, dass die Menschen nicht "inkompatibel" zur Kultur sind, sondern die Menschen andere kulturelle Werte definieren. Ob die nun höher oder niedriger anzusiedeln sind, ist rein subjektiv. |
| more | Ich möchte gerade etwas in diese Diskussion einbringen, was ich für sehr interessant halte. Der ehemalige Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages Peter Stihl schrieb eine Abhandlung über die Reformierung des Berufsschulwesens. In diesem schrieb er unter Anderem, dass die Allgemeinbildenen Fächer (Deutsch, Mathe, Englisch) in der Berufsschule nicht mehr gelehrt werden sollen, damit mehr Zeit ist, um die Schüler spezifischer für ihre Berufe auszubilden. Dies wäre auch im Sinne der Betriebe. Da frage ich mich, warum jammern dann die Betriebe über fehlende Allgemeinbildung ihrer Azubis, wenn sie diese angeblich garnicht brauchen? Ich persönlich halte Allgemeinbildung für so ziemlich das Wichtigste was ein Mensch lernen kann. Denn nur damit kann er sich ein Bild von der Welt machen. Und sie befähigt den Menschen auch dazu objektive Entscheidungen zu treffen. Es geht nicht nur um "mitreden" können, sondern um handlungsfähig zu werden. Und das kann m.E. ein Mensch nicht, der nur Spezialist für eine Sache ist. |
| Montrose | Der Begriff "Kultur" ist mir hier irgendwie zu abstrakt. Was meint Ihr denn konkret? Ebenso kann ich wenig mit dem Gedanken anfangen, Kultur sei "überholt". 1. Kulturen wechseln sich in der Regel nicht schlagartig ab, sondern das ist eine kontinuierliche Entwicklung. Das neue wäre ohne das Alte nicht denkbar. 2. Der Gegenstand der Ideen wechselt nicht: die Erde und der Mensch bleiben im Grunde genau gleich. Ein Konflikt sieht zu Zeiten Caesars, Lessings oder der Gegenwart genau gleich aus. Auch wenn man glaubt, für alte Probleme hätte man mittlerweile neue Lösungen gefunden, bleiben die Probleme die alten. 3. Aber auch die Lösungen bleiben oft dieselben. Manche mathematischen Sätze sind über 2500 Jahre alt. Genau da setzt vielleicht das Mißverständnis mancher Jüngeren an: sie glauben, sie müßten das Rad ständig neu erfinden. Dabei würde es zunächst einmal ausreichen, das Alte zu beherrschen. Gerade bei den Beispielen von Move over Kate zeigt sich das gut: diese Bewerber, die nicht mal eine Bewerbungsmappe zusammenstellen können, die "wissen" sicherlich alles über Einstein und über Filosofie". Sie fragen sich wie die Schildbürger, warum man eigentlich eine Treppe an der unteren Stufe betritt. Man könnte doch an der oberen Stufe loslaufen und wäre dann viel schneller am Ziel. [QUOTE]keine Generation wird zu den selben Einstellungen der Vorgängergeneration gelangen. Jedenfalls nicht in einer zukunftsorientierten, aufgeklärten Gesellschaft.[/QUOTE] Wenn sich früher etwas bewährt hat, warum sollte man krampfhaft versuchen, etwas anderes und womöglich schlechters zu machen? Vor allem die Begriffe "zukunftsorientiert und "aufgeklärt" stören mich. Erstens leben wir in der gegenwart, und zweitens.... was ist denn "aufgeklärt"??? Dieses Wort bedeutet doch nur "ich hab recht, begründen kann/will ich's aber nicht." Dass Menschen sich selbst Schlauheit zusprechen, dass taten schon die alten Ägypter ..... die empfanden sich als genauso aufgeklärt wie wir heute. Was die 68ger betrifft: die waren genauso konservativ wie die Vorgängergeneration (68ger sind total verbissene und selbstgerechte Menschen) und sie sind genauso, ja wahrscheinlich viel mehr funorientiert als die Gegenwartsgeneration, die sich im Schnelldurchgang durch die Ausbildungen hechelt, um ja nicht ins Abseits zu geraten. Den Fun der Fungeneration kann ich nicht so ganz erkennen. Ein echter 68ger ist in der Regel Genußmensch, 20 Semester Uni verpennt und dann doch irgendwie noch Beamter geworden. :D Was für mich eines der wirklich großen Rätsel ist: was wollen die Deutschen eigentlich derzeit mit ihrer verdammten Bildung??? Dass sich die Leute noch über das Notwendige (Lesen, Schreiben, Rechnen, eine (EINE!) berufliche Spezialisierung) unbedingt mit Dingen abquälen wollen, die früher nur irgendwelche durchgeknallte Spezialisten intereressierte, das kapier ich nicht. Was soll das denn???? Und dieser Bildungs-Hype tut der "Kultur" auch nicht besonders gut, weil mit der Vermassung die Möchtegerns und das Mittelmaß die Könner ertränken. Weil echte Erkennntis von Leuten zugeschwemmt wird, die mit etlichen geistigen Abkürzungen und Bluffereien nur eine Karikatur von Erkenntnis produzieren, Fassaden, ein so tun als ob. Ich finde es zum Kotzen, wenn Leute, die sich früher mit Goldkettchen und Manta profiliert haben, meinen, sie müßten neuerdings auch noch mit einem Philosophiebuch unterm Arm etwas vorgaukeln. Muss doch nicht sein. :confused: |
| Move over Kate | [QUOTE]diese Bewerber, die nicht mal eine Bewerbungsmappe zusammenstellen können, die "wissen" sicherlich alles über Einstein und über Filosofie".[/QUOTE] Wie kommst Du denn darauf? [QUOTE]Wenn sich früher etwas bewährt hat, warum sollte man krampfhaft versuchen, etwas anderes und womöglich schlechters zu machen?[/QUOTE] Ich glaube nicht, dass man von einem intendierten, also gezieltem Veränderungsprozeß sprechen kann. Gesellschaftliche Entwicklung geschieht vorwiegend ungesteuert durch wechselseitige Beeinflußung der Gesellschaftsmitglieder. Und natürlich wird "Bewährtes" solange bewahrt, wie es nützlich ist. Nur scheint "Allgemeinbildung" - und da danke ich More für den Hinweis auf Stihl- von Jüngeren, aber auch von Wirtschaftsfunktionären, nicht als bewahrenswert erachtet zu werden. Wer definiert denn, was erhaltenswert ist? Letztlich die Gesellschaft. Und was die nun für überflüssig hält, das wird sie irgendwann los werden. Ob damit für die Bildungsbürger ein "kultureller Verlust" einhergeht, steht auf einem ganz anderen Blatt. [QUOTE]Was für mich eines der wirklich großen Rätsel ist: was wollen die Deutschen eigentlich derzeit mit ihrer verdammten Bildung???[/QUOTE] Sie sollen lernen, über ihren Tellerrand hinauszuschauen. Oder wie es neudeutsch heißt: Lernen, "interdisziplinär" zu denken. ;) Ansonsten finde ich, das Du ein wenig wie Manfred Pohl argumentierts... [QUOTE]Dieses Wort bedeutet doch nur "ich hab recht, begründen kann/will ich's aber nicht." [/QUOTE] Nö, es meint eher "Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit", um Kant zu zitieren. Ich sage ja auch nicht, dass es gut oder schlecht ist, alte Werte über Bord zu werfen, weil das Zukunftsstreben eben auch unerwünschte Effekte hervorbringen kann. Nur ist es de facto so, dass "Entwicklung" nach wie vor das dominierende Ideal ist - für Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. @ More Diese Entwicklung hat die Berufsschulen schon längst erreicht. Heute lernen die Berufsschülern statt klassicher Fächer eben "Lernfelder". |
| Seneca | Nein muss nicht sein... zumal gerade sehr viele "alte" praktische Kentnisse am aussterben sind. Meine Freizeit nutze ich z.B. im erlernen und perfektionieren traditioneller Schmiedetechniken... das ist zum einen Beschäftigung mit der Historie, zum anderen aber für mich praktisch anwendbar. Nietzsches gesammelte Werke stehen wieder im Bücherregal gleich neben der Bibel....die hat man gelesen...aber in der Praxis nützen sie beide nichts. |
| Move over Kate | Das ist aber fast der Kern des Problems: Gerade die Geisteswissenschaften (Neuerdings übrigens auch KULTURwissenschaften genannt) haben die Schwierigkeit, ihren volks- und betriebswirtschaftlichen Nutzen (und in diesen Kategorien denken nunmal Menschen wie Herr Stihl) nicht darstellen zu können. Und darum ist man leider auch bereit, darauf zu verzichten. |
| Seneca | Dann sollte die Kulturwissenschaftler mal ein paar Semester Wirtschaftslehre und Marketing belegen...Ingenieure müssen das schließlich auch 2 Semester lang. Ich denke hier haben wie eine typische Auswirkung des Elfenbeinturmphänomens. |
| Move over Kate | Wenn es am Markt keine Nachfrage gibt, bringt auch Marketing nix... ;) |
| Montrose | [QUOTE]Nur scheint "Allgemeinbildung" - und da danke ich More für den Hinweis auf Stihl- von Jüngeren, aber auch von Wirtschaftsfunktionären, nicht als bewahrenswert erachtet zu werden. Wer definiert denn, was erhaltenswert ist? Letztlich die Gesellschaft. [/QUOTE] Wart mal, wer definiert jetzt eigentlich: die Gesellschaft oder Wirtschaftsfunktionäre? Wer ist "die Gesellschaft"? [QUOTE]Sie sollen lernen, über ihren Tellerrand hinauszuschauen. [/QUOTE] Wozu? [QUOTE]Nö, es meint eher "Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit", um Kant zu zitieren.[/QUOTE] Da wird eine Platitüde durch eine andere ersetzt. Was haben eigentlich Deine Wirtschaftsfunktionäre davon, wenn die Leute sich von ihrer "selbst verschuldeten Unmündigkeit" befreien? Die Wirtschaft braucht doch eher dumme Schafe. [QUOTE]Nur ist es de facto so, dass "Entwicklung" nach wie vor das dominierende Ideal ist - für Wirtschaft, Politik und Wissenschaft.[/QUOTE] Entwicklung wohin? Zu leicht zu verkaufendem Billigramsch? [QUOTE]Gerade die Geisteswissenschaften (Neuerdings übrigens auch KULTURwissenschaften genannt) haben die Schwierigkeit, ihren volks- und betriebswirtschaftlichen Nutzen (und in diesen Kategorien denken nunmal Menschen wie Herr Stihl) nicht darstellen zu können. Und darum ist man leider auch bereit, darauf zu verzichten.[/QUOTE] Gerade wenn man nur den betriebswirtschaftlichen Nutzen im Auge hat, ist man doch nicht bereit, irgendetwas für die Kulturwissenschaften zu tun. Es ist einfach eine Lebensentscheidung, ob man als Banker fett Kohle einstreichen will, eine 60 Stunden Woche für die Karriere hinlegt, um sich dann aus Hehlerware einen antiken Fund zu leisten .... ...oder ob man Archäologie studiert und das, was der andere mit Geld vergeblich zu kaufen versucht, selbst erlebt. Oder, wie Erich Fromm so schön formulierte: Haben oder Sein ;) Der oben zitierte Kant hat auch mal gesagt: Der Mensch ist Zweck und nicht Mittel. Fällt Dir dazu irgendwas Schlaues ein? Mir fällt dazu eine ganze Menge ein. Nämlich dass das Leben schon immer einen Wert hatte, egal wieviel "Entwicklung" dahintersteckte. [QUOTE]Ich denke hier haben wie eine typische Auswirkung des Elfenbeinturmphänomens. [/QUOTE] Nur schade, dass dieses Phänomen gar nicht existiert. Ich kenne soviele "Kulturwissenschaftler", sogar Germanisten und Historiker, die fest etabliert sind und gutes Geld verdienen. Einen arbeitslosen Germanisten habe ich in meinem ganzen Leben noch nie getroffen. Einen arbeitslosen BWLer sehr wohl. |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B]Nur schade, dass dieses Phänomen gar nicht existiert. Ich kenne soviele "Kulturwissenschaftler", sogar Germanisten und Historiker, die fest etabliert sind und gutes Geld verdienen. Einen arbeitslosen Germanisten habe ich in meinem ganzen Leben noch nie getroffen. Einen arbeitslosen BWLer sehr wohl. [/B][/QUOTE] Mir ist auch schon aufgefallen das Consultingfirmen voll mit "Kulturwissenschaftlern" sind... arbeitslose Germanisten und Kunsthochschulabsolventen...? Geh' nach Göttingen oder Kassel, da kann du die finden. Generell hat man es mit diesen Fächern in industriell geprägten Regionen wie dieser nicht leicht...da hilft nur abwandern. |
| Montrose | In die reichen Länder nach Süddeutschland. :p :) Dort ist auch die Bildung besser. :p :p :p |
| more | [QUOTE]Diese Entwicklung hat die Berufsschulen schon längst erreicht. Heute lernen die Berufsschülern statt klassicher Fächer eben "Lernfelder".[/QUOTE] Natürlich. Die Lernfelder sind auch eine sehr gute Einrichtung. Trotzdem gibt es noch die Fächer Deutsch, Mathe, Englisch, was ich persönlich für sehr wichtig erachte. Denn! Seien wir mal ehrlich. Sollten diese Fächer wegfallen müssen die Praxislehrer den Deutschunterricht leisten. Denn, gebe ich meinen Schülern mal ein Arbeitsblatt sind sie kaum in der Lage richtig zu lesen. Daher finde ich Montroses Angst auch etwas unbegründet. Es fehlen ja schon Grundlagen, geschweige denn die Bereitschaft überhaupt eine Tageszeitung aufzuschlagen. Daher ist die Gefahr, dass dir ein Mantafahrer mit Psychologiebuch über den Weg läuft relativ gering. Und wenn, wird er dir nur unter größtem Gestotter ein paar Brocken daraus vorlesen können. Fakt ist auch, dass die Unternehmen bestimmen was in den Schulen gelehrt werden soll. Zumindest versuchen sie darauf größt-möglichst Einfluss zu nehmen. Und das kann nicht gut sein! |
| Move over Kate | [QUOTE]Wart mal, wer definiert jetzt eigentlich: die Gesellschaft oder Wirtschaftsfunktionäre?[/QUOTE] Die Gesellschaft - aber Menschen wie der Herr Stihl sind nun mal in einflußreichen gesellschaftlichen Positionen. [QUOTE]Da wird eine Platitüde durch eine andere ersetzt. Was haben eigentlich Deine Wirtschaftsfunktionäre davon, wenn die Leute sich von ihrer "selbst verschuldeten Unmündigkeit" befreien? Die Wirtschaft braucht doch eher dumme Schafe.[/QUOTE] Die Platittüden überlaß ich dir ;) - dass die Aufklärung eben nicht eindimensional verläuft und nicht nur positive Folgen nach sich zieht, ist doch ein alter Hut. Und Stihl als Lobbyist braucht wohl eher hochqualifizierte Arbeitskräfte, die nicht zwangsläufig den dialektischen Materialismus am Fließband ausdiskutieren müssen. [QUOTE]Wozu? [/QUOTE] Keine Ahnung - frag doch mal die, die sich in Fernsehsendungen über die mangelnde Allgemeinbildung von Schulabgängern mokieren. Mir ist das relativ egal, ob irgendein 16-jähriger weiß, woher Champagner kommt. [QUOTE]Entwicklung wohin? Zu leicht zu verkaufendem Billigramsch? [/QUOTE] Klar, hoch qualifzierte (fachidiotische) Arbeitskräfte kaufen billig produzierte Massenware und pumpen so ihre Löhne wieder in die Firmen, die sie bezahlen. ;) Fordismus halt. [QUOTE]Der oben zitierte Kant hat auch mal gesagt: Der Mensch ist Zweck und nicht Mittel. Fällt Dir dazu irgendwas Schlaues ein? Mir fällt dazu eine ganze Menge ein. Nämlich dass das Leben schon immer einen Wert hatte, egal wieviel "Entwicklung" dahintersteckte. [/QUOTE] Mir fällt auch was dazu ein: Das hab ich nie bestritten. |
| Montrose | Hm, dann sind wir derselben Meinung. More hat vermutlich auch recht, wenn sie sagt, es fehle bei manchen an den Grundlagen. Allerdings kenne ich es aus meiner Erfahrung eher so, dass auch Hauptschüler rechnen, schreiben (gut, ab und zu mal eine Kleinigkeit falsch) und lesen können, also diese Personen nicht als ungebildet auffallen. [QUOTE]Mir ist das relativ egal, ob irgendein 16-jähriger weiß, woher Champagner kommt.[/QUOTE] Mir ist das auch egal. Wenn er zu seinen Alcopops schlappt, werden ihm sicherlich mal die Schampus-Flaschen auffallen. [QUOTE]Mir fällt auch was dazu ein:[/QUOTE] Das will ich schwer hoffen. Denn immerhin führt unser beider Lieblingspartei ein großes C in ihrem Namen. :) |
| more | Ich würde mal von dieser Kategorisierung "Hauptschüler", "BVJ-Schüler", "Sonderschüler", "Realschüler" weggehen. Denn mir fällt auf, dass sich Leseschwierigkeiten in allen Klassenstufen zeigen. Es geht dabei nicht darum nicht lesen zu können. Die Wörter verstehen und lesen können die Schüler. Aber daraus Zusammenhänge herausfiltern udn sich selbst Informationen zu beschaffen, das ist für eine große Zahl sehr schwierig. Und wenn man mal davon ausgeht, dass es gefordert sein wird in Zukunft sich selbstständig weiterzubilden, meinetwegen auch im Spezialgebiet, kann das nur gelingen, wenn ich mir Texte selbstständig erarbeiten kann, einen kritischen Blick auf Quellen habe (die Schüler meinen Wikipedia hat grundsätzlich immer recht) und weiß wo ich die Infos herbekomme. Und das hat auch was mit Allgemeinbildung zu tun. |
| Nigthmare | @more: Ich habe eher das Gefühl nicht die richtigen Informationen bekommen zu können, weil die entsprechenden nirgends aufzufinden sind, ganz egal wie intensiv ich auch recherchiere. Ich kann mir diese Informationsfluss zwar einverleiben und auswendiglernen, aber als armer Schüler fehlen mir alle Mittel das darin stehende auch auf die Probe zu stellen. MfG Nigthmare |
| Darket | [QUOTE]Das will ich schwer hoffen. Denn immerhin führt unser beider Lieblingspartei ein großes C in ihrem Namen.[/QUOTE] MoK, du bist doch nicht etwa desertiert? :D |
| Montrose | [QUOTE]Aber daraus Zusammenhänge herausfiltern udn sich selbst Informationen zu beschaffen, das ist für eine große Zahl sehr schwierig.[/QUOTE] Weil das auch schon höhere Bildung ist. Warum sagt man den Leuten nicht einfach, was sie tun sollen, und basta. So hat man es früher gemacht und es hat funktioniert. [QUOTE]einen kritischen Blick auf Quellen habe [/QUOTE] So etwas erlebe ich nicht mal bei Studenten kurz vor dem Examen. [QUOTE]MoK, du bist doch nicht etwa desertiert?[/QUOTE] Nimm mir nicht den letzten Rest an Hoffnung. Wir haben die letzte Wahl gewonnen, irgendwo muss es uns, die Guten, noch geben. :( |
| Darket | Meines Wissens ist das Parteibuch von MoK aber nicht schwarz... Wobei ich mich auch immer frage wo ihr herkommt, hier gibts so wenige davon :p |
| more | [QUOTE]@more: Ich habe eher das Gefühl nicht die richtigen Informationen bekommen zu können, weil die entsprechenden nirgends aufzufinden sind, ganz egal wie intensiv ich auch recherchiere.[/QUOTE] Ja, das Problem kenne ich. Aber ich verlange von den Schülern auch nicht das Internet nach irgendwelchen hochkomplizierten Dingen zu durchsuchen. Eigentlich will ich sie zurück zum Buch bewegen. Aber wenn ich dann Referate bekomme, die komplett von der Wikipedia rauskopiert worden sind, UND den Grundsatz des Themas verfehlen... [QUOTE]Warum sagt man den Leuten nicht einfach, was sie tun sollen, und basta. So hat man es früher gemacht und es hat funktioniert. [/QUOTE] Weil man früher andere Ansprüche hatte? Weil Menschen keine Maschinen sind, die man einfach programmieren kann? Weil ich gerne hätte, dass ich NICHT sagen muss was getan werden soll, sondern gerne Mitarbeiter hätte, die die Probleme SELBST sehen und beheben. Ich bin Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin, ich hatte Personal, welches Zimmer in Hotels zu reinigen hatten. Das Personal wusste, was routinemäßig zu tun war. Wenn jedoch ein Fleck an einer unvermuteten Stelle war gehe ich davon aus, dass mein Personal einen Lappen nimmt und den Fleck entfernt. UND ich erwarte, dass das Personal überlegt, mit welchem Reiniger sie welchen Fleck auf welchen Untergrund reinigt, damit das Material nicht beschädigt wird. Dazu ist es nötig, dass das Personal sich kundig macht, welchen Reiniger es braucht. Würde ich als Leitung jedesmal kosultiert werden wenn mal Rotwein auf den Teppich getropft ist, oder Kerzenwachs auf dem Marmor klebt hätte ich nur das zu tun, den ganzen Tag und könnte meinen anderen Aufgaben nicht nachkommen. So, ein kurzer Auszug aus meiner beruflichen Vergangenheit *g*. Ich will damit nur ein kleines Beispiel nennen, was ich damit meine, mit diesem selbstständigen Denken. :D |
| Move over Kate | [QUOTE]Ich habe eher das Gefühl nicht die richtigen Informationen bekommen zu können, weil die entsprechenden nirgends aufzufinden sind, ganz egal wie intensiv ich auch recherchiere.[/QUOTE] Das ist ein grundlegendes Problem, das keiner absolut lösen kann. Wir haben mal im Geschichtsseminar den Brockhaus über mehrere Ausgaben seit den 1870ern analysiert. Selbst "unabhängige" Quellen sind immer durch den Zeitgeist geprägt. Ich versuch mir immer möglichst viele verschiedene Stimmen anzuhören - und lese die freien online-Artikel der "Jungen Freiheit" ebenso wie die Veröffentlichungen bei "Indymedia" oder der "Jüdischen Allgemeinen". Das ist zwar zeitintensiv, aber interessant. Und was ich noch empfehlen kann: Die NZZ - eine Qualitätszeitung in deutscher Sprache, die aber einen "ausländischen" Blick auf die deutsche Politik bietet. Die ist super, weil relativ "distanziert". |
| Wicked_K | [QUOTE][i]Original geschrieben von serene_fall [/i] [B]@Wicked_K Ich halte es für einfach für einen Irrglauben, dass man alles, was man nicht in der Schule lernt, nicht wissen muss. [/B][/QUOTE] Das bestreite ich auch gar nicht. Jeder muss mit seinem Unwissen selber zurecht kommen. Wenn jedoch eine bestimmte Sorte von Wissen bei einem durchaus nennenswerten Teil der Bevölkerung nicht aus eigener Kraft entsteht, bleiben nur zwei Möglichkeiten. Entweder dieses Wissen ist unwichtig oder es ist Zeit darüber nachzudenken, wie dem Zustand der Unbildung begegnet werden kann. Ein entsprechendes Fach in der Schule halte ich auch nur für eine von bestimmt vielen Lösungsmöglichkeiten... [QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i] [B]IUnd wenn man mal davon ausgeht, dass es gefordert sein wird in Zukunft sich selbstständig weiterzubilden, meinetwegen auch im Spezialgebiet, kann das nur gelingen, wenn ich mir Texte selbstständig erarbeiten kann, einen kritischen Blick auf Quellen habe (die Schüler meinen Wikipedia hat grundsätzlich immer recht) und weiß wo ich die Infos herbekomme. Und das hat auch was mit Allgemeinbildung zu tun. [/B][/QUOTE] An der Stelle würde ich "Allgemeinbildung" durch "Erfahrung" ersetzen. Wenn Schüler ohne näheres hinterfragen bei Wikipedia abschreiben, ist das möglicherweise eine gar nicht mal so schlecht begonnene Transferleistung von bekannten Problemlösungsmethoden, die sie beim Umgang mit ihrem Rechner gelernt haben: Die Kiste spinnt, man googelt, lädt Updates, Patches oder Skripte runter und ohne genau zu verstehen, was dieser ganze Kram eigentlich tut, wendet man diesen nach Vorschlägenaus irgendwelchen Foren an. Oft genug funktioniert das erfolgreich. Sicher kann man damit auch auf die Nase fallen, aber mit etwas Erfahrung lassen sich brauchbare Information und Bullshit ganz gut auseinander halten Der Schüler sucht also die Abkürzung und macht mangels Erfahrung mit dem spezifischen Gebiet Fehler. Sozusagen mangelnde Kenntnis der Grenzen der Methode... Da hilft eben nur Übung :D |
| MareNostrum | Ich melde mich auch mal wieder zum Thema. Obwohl ich nicht zu allem was schreibe, durchlesen tue ich alles. Mittlerweile fange ich mir an Notizen zu machen, damit ich was dazu schreiben kann. Zu Anfang möchte ich erstmal sagen, dass ich mich freue das dieses Thema so reichlich diskutiert wird. [QUOTE]Eine ungefähre Kenntnis der staatlichen Strukturen, ihrer Köpfe und der aktuellen Themen sind die Grundlagen einer Demokratie. Wenn an dieser nur noch ein staatliches und kein Eigeninteresse der Bürger vorhanden ist, dann sollte man ernsthaft drüber nachdenken, die Regierungsform zu ändern...[/QUOTE] Würde ich auch sagen, nur das es - meiner Meinung nach - bis jetzt noch keine bessere Regierungsform erfunden wurde. Soweit ich weiss würde ein zu großer Mangel an politischem Interesse gewissen Parteien eine Tür in die Regierung öffnen und das wäre dann wahrscheinlich nicht besonders gut. [QUOTE]Ich halte es für einfach für einen Irrglauben, dass man alles, was man nicht in der Schule lernt, nicht wissen muss.[/QUOTE] Da bin ich deiner Meinung, man kann zwar nicht alles gebrauchen, aber einen Teil davon auf jeden Fall, z.B. quellenkritisches Arbeiten. [QUOTE][I]Move over Kate:[/I] Sie sollen lernen, über ihren Tellerrand hinauszuschauen.[/QUOTE] [QUOTE][I]Antwort von Montrose:[/I] Wozu?[/QUOTE] @Montrose: Deine Frage erübrigt sich hier. Ich würde in diesem Fall behaupten, das du es nicht kannst/machst. [QUOTE]In diesem schrieb er unter Anderem, dass die Allgemeinbildenen Fächer (Deutsch, Mathe, Englisch) in der Berufsschule nicht mehr gelehrt werden sollen, damit mehr Zeit ist, um die Schüler spezifischer für ihre Berufe auszubilden. Dies wäre auch im Sinne der Betriebe.[/QUOTE] Das würde dann wahrscheinlich so aussehen, das es irgendwann nur noch Fachidioten gibt die zwar alles über ihre Arbeit usw. wissen, jedoch nicht "über den Tellerrand hinausblicken können" geschweige denn, wenn der Mensch dann nicht grad Elektriker ist, man erst einen suchen muss um eine Glühbirne einzuschrauben? Würde ich jemals auf die Idee kommen eine Frima zu gründen, würde ich besonders darauf achten nicht gerade Fachidioten einzustelllen. Ausserdem sollte allgemeinbildende Fächer niemals aus dem Lehrplan genommen werden da die Menschen - hart ausgedrückt - verblöden wenn sie sich nichmal dazu überwinden könne Zeitung zu lesen etc. und interesse an ihrer Umgebung zeigen. [QUOTE]Allerdings kenne ich es aus meiner Erfahrung eher so, dass auch Hauptschüler rechnen, schreiben (gut, ab und zu mal eine Kleinigkeit falsch) und lesen können, also diese Personen nicht als ungebildet auffallen. [/QUOTE] Wie gut lesen usw.? die meisten flüssig? Ich bezweifle auch nicht das Schüler das können egal von welcher Schulform, das was ich bezweifle ist, das sie es nach der Schule auch weiterhin betreiben in einer Form die nicht nur das Lesen von Zeitschriften/Zeitungen (Bravo, Bild, usw) beinhaltet, das sie sich weiterhin fortbilden und das nicht nur speziell innerhalb ihres Berufes. Wie ich finde fördert das Lesen von Romanen und auch anderen Werken auch die Bildung des Wortschatzes. Im Kontext der kulturellen Entwicklung finde ich sollte Algemeinwissen einen höheren Stellewert bekommen, natürlich angepasst an dieselbe. Dazu gehört selbstverständlich auch, das den Schülern beigebracht würd nich alles zu glaube was sie hören/lesen. In den Schulen sollte neben der Wissensbildung auch das wissenschaftliche Arbeiten betrieben werden, damit sich die Schüler auch nach der Schule mindestens das 'Werkzeug' dafür haben sich weiter zu bilden. Das Interesse an bestimmten Themen ist individuell - das kritisiere ich auch nicht - jedoch sollte ein gewisser Grundstein in den Schulen gelehrt werden. Mir würde es peinlich sein auf einer Weltkarte Australien und Afrika nicht auseinanderhalten zu können. |
| SchwarzerSpäher | Was soll man großartig darauf antworten. Schade das die Leute icht wissen wo Australien liegt oder das Herr Kohlrabi unser Bundespräsident ist und Frau Schnittlauch unsere Verteidigunsministerin. Ich denke schon es ist wichtiger sich in den Charts auszukennen, kommt immer gut wenn man nachher seinen Kollegen den singenen Kranich auf dem Handy präsentieren kann, den man am Abend zuvor bei Jamaica im Abo runtergeladen hat. Selbstverständlich fragt man sich dann warum sich der Arbeitsgeber leider für einen anderen Bewerber entschieden hat. Nunja, es ist halt wichtiger zu wissen was grade In ist, als zu wissen dass das Erzgebirge das höchste Gebirge der Welt ist. Sicherlich suchen sich die Fernsehsender extra die Vollidioten aus, denn das bringt mehr Quote, sicherlich sind gewisse Klischees über gewisse ausländische Mitbürger wahr. Was will man tun. Sich deswegen aufzuregen lohnt sich nicht. Es ist wie es ist: Das System hat einfach versagt. Demokratie, alle sind gleich, alle haben die gleichen Rechte, egal wie dumm oder intelligent sie sind. Jeder kriegt eine Chance, egal ob man weiß das Bill Gates der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist |
| Montrose | [QUOTE]Weil man früher andere Ansprüche hatte? Weil Menschen keine Maschinen sind, die man einfach programmieren kann? [/QUOTE] Die Menschen werden heute genauso progammiert wie es immer der Fall war. Zwischen einem mittelalterlichen Katholiken und dem modernen "aufgeklärten" Menschen gibt es überhaupt keinen Unterschied. Woher sollte der auch kommen? In so einer kurzen Zeitspanne von wenigen hundert Jahren hat sich das Hirn der Menschen sicherlich nicht verändert. Das ist vielleicht mal in 30.000 Jahren der Fall. Die ganzen Bücher, jeder Lehrplan, jede "freie Diskussion" ist in Wirklichkeit Gehirnwäsche. Das siehst Du ja auch hier am Board, dass bestimmte "selbsterdachte Meinungen" nur den mainstream, den Zeitgeist wiedergeben. Und wie in den vergangenen Epochen sehen die Leute immer nur die Irrtümer der anderen, aber nicht ihre eigenen. Von daher halte ich dieses moderne Genöhle von wegen "selbstbestimmt", "aufgeklärt" für genauso lächerlich wie wenn mir ein ägyptischer Pharao erklärt, er sei Gott höchstpersönlich. [QUOTE]UND ich erwarte, dass das Personal überlegt, mit welchem Reiniger sie welchen Fleck auf welchen Untergrund reinigt, [/QUOTE] Die Zahl der Reinigungsmittel ist sicherlich nicht unendlich. Ich nehme mal an, mit 5 Mitteln kommt man durch. Wenn ich also so einer Reinigungskraft eine Tabelle erstellte mit 5 Mitteln und wann es anzuwenden ist, dann ist das Thema gegessen. Es wäre doch Verschwendung von Arbeitskraft, die Reinigungskraft dazu zu zwingen, das erst selbst zu recherchieren. Im übrigen kann man das "Selbstentdecken" auch bis zum Exzeß treiben: man könnte eine Reinigungskraft 14 Semester in einem Chemistudium ausbilden, ihr ein eignes Labor bauen, damit sie die Reingiungsmittel selbst herstellt ... und das alles, um einen Fleck wegzuwischen. Ich denke, man kann es auch übertreiben. [QUOTE]@Montrose: Deine Frage erübrigt sich hier. Ich würde in diesem Fall behaupten, das du es nicht kannst/machst.[/QUOTE] Meine Frage war: wozu sollte ich das können/machen? Darauf, weshalb man über den Tellerrand schauen soll, hast Du keine Antwort gegeben. Du hast an meiner Frage schlichtweg vorbeigeschrieben. Bevor man über den Tellerrrand schaut, sollte man doch erst mal die naheliegenden Fragen beantwortet haben, oder nicht? ;) [QUOTE]das was ich bezweifle ist, das sie es nach der Schule auch weiterhin betreiben in einer Form die nicht nur das Lesen von Zeitschriften/Zeitungen (Bravo, Bild, usw) beinhaltet, das sie sich weiterhin fortbilden und das nicht nur speziell innerhalb ihres Berufes.[/QUOTE] Wozu sollten sie das tun? Immerhin müssen sie sich um ihre Familien, ihre Kinder kümmern, ihre Wohnung, dass sie mit dem Geld klar kommen, ihren Urlaub organisieren. Warum sollten sie eine "akademische" Scheinwelt ernster nehmen als das, was ihr Leben unmittelbar ausmacht? [QUOTE]Wie ich finde fördert das Lesen von Romanen und auch anderen Werken auch die Bildung des Wortschatzes. Im Kontext der kulturellen Entwicklung finde ich sollte Algemeinwissen einen höheren Stellewert bekommen, [/QUOTE] Wozu? Was bringt es, wenn die Leute "Pleonasmus" sagen können und Goethe gelesen haben? Was ist der Sinn davon? [QUOTE]Jeder kriegt eine Chance, egal ob man weiß das Bill Gates der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist[/QUOTE] Genau. Weil es für das Funktionieren einer Demokratie nicht wichtig ist zu wissen, wer der amerikanische Präsident ist. Viel wichtiger ist es, die einzelnen Pragraphen des Sozialgesetzbuches zu kennen ..... und ich bin mir sicher, dass von Euch geistigen Hochfliegern nicht mal einer einen Paragraphen und seine Implikationen benennen könnte. Und das ist, was mich stört: diese Scheinbildung. Die Leute wissen viel über Dinge Bescheid, die sie nichts angehen oder das völlig irrelevant ist ..... aber über das, was sie unmittelbar betrifft, wissen sie fast gar nichts. Die Demokratie scheitert nicht an Kurz-, sondern an Weitsichtigkeit. Mag sein, dass jene, die Australien im Atlas finden, nicht wissen, wo sie das Erzgebirge suchen müssen. ;) |
| Odessa | Amen, Montrose, zu Deinem letzten Satz. Mir gehen diese ganzen pseudogebildeten Klugschwätzer so dermaßen auf den Senkel daß ich so viel gar nicht essen kann wie ich wieder hochwürgen möchte anhand so manchen "akademischen" Hohl-Gelabers und selbstgerechter Selbstbeweihräucherung. Schick diese Leute morgens um 6 in ein Krankenhaus um Dienst auf einer Pflegestation zu tun, und Du wirst sehen was Dir das ganze Wissen über Kant oder Nietzsche bringt, wenn die 85jhr. demente Oma Dir zum 15. Mal zu deuten versucht daß sie Deine Hand halten möchte weil sie Angst hat. Es gibt Dinge, die kann man sich nicht durch stupides Bücher-Auswendiglernen aneignen: Mitgefühl, Empathie, soziales Verantwortungsbewußtsein, Fürsorge für Familie/Freunde, ein offener Horizont für "das Leben da draußen" und Bauernschläue und Kampfgeist zum Beispiel. Alles Dinge, die man im täglichen Leben wesentlich mehr braucht als das Wissen, welcher Philosoph welche "Schule" begründete oder welches Gemälde von X wann und warum und als welcher Stil klassifiziert wurde. Womit ich weder dem Wissen darüber noch generell einer guten Allgemeinbildung noch irgendwelchen klugen Menschen eine Absage erteile. Ich erachte es natürlich auch als äußerst angenehm, mich mit Menschen über interessierende Themen unterhalten zu können, was in meinem Fall z. B. Politik, Literatur, Kunst generell und aktuelles Zeitgeschehen wäre; ich liebe Sprache/n und den Umgang damit und ich liebe es, Bücher zu lesen, ich verschlinge sie geradezu. Und an so manchem Abend im Freundeskreis wird philosophiert bis einem die Zunge fransig wird. Aber das alles macht mich nicht zu einem klügeren/besseren Menschen der deswegen mehr weiß vom Leben als die Leute, die in der Zeit lieber "Simpsons" gucken oder mit ihren Freunden zum Fußballspielen gehen, und ich würde es nie wagen, einen anderen Menschen danach zu beurteilen, ob er weiß wo Australien auf der Karte liegt. Ich würde bei meiner unglaublichen Nervosität in "Streß-Situationen" (Prüfungen, unvermutet gestellte Fragen etc.) vermutlich nicht mal den Rhein auf einer Deutschlandkarte finden in den ersten 10 Sekunden - dafür kann ich Shakespeare rezitieren, politische Artikel in zwei Sprachen verfassen und Kopfrechnen in einer Schnelligkeit, die so manchen Taschenrechner übertrumpft. Frage ist nur - brauch ich das im täglichen Leben, wo ich mein Baby wickeln mußte, meine Miete zahlen muß und wo ich mich im Job derart bewähren muß, daß ich meine Arbeit zuverlässig, korrekt, extrem gewissenhaft und sorgfältig erledige weil es eine Arbeit am und mit Menschen ist, wo nicht nach Politik, Rheinverläufen oder Romeo und Julia-Zitaten gefragt wird... ? Und das alles ist ohnehin doch sowas von egal, wenn dieser Mensch der Australien auf der Karte nicht findet dafür aber weiß, was er zu tun hat damit er ein weinendes Kind trösten kann, oder wenn er beherzt bei einem Unfall hinzutritt, um Verletzten zu helfen - während "schulwissenkluge" Leute vielleicht nur tatenlos gaffend danebenstehen und nicht wissen, wie man eine Schlagader abbindet. Wer hat hier dann der Gesellschaft und den Mitmenschen einen "klügeren" und wichtigeren Dienst erwiesen? Die Schule sollte ein gutes gefächertes Allgemeinwissen vermitteln, keine Frage. Ich bin ein großer Fan des englischen Schul- und Studiensystems, das mir (sh. Oxford, sh. Cambridge) eine durchaus fähige "geistige Elite" hervorzubringen scheint, die nicht aus psychisch und im Sozialverhalten total verkorksten kleingeistigen Fachidioten besteht, sondern aus sozial kompetenten, human handelnden und leistungswilligen aber nicht rücksichtslosen Menschen, die wissen, daß ihr "angelerntes Fachwissen" nur EIN TEIL ihres sozial erfolgreichen Lebens sein wird. Denn mit Chemieformeln, Wissenschaftsbüchern oder germanistischen Abhandlungen im Kopf habe ich zwar einen guten Start in mein Berufsleben, aber all das wird mir nicht viel helfen, wenn meine Borniertheit, Unhöflichkeit, Respektlosigkeit und soziale Inkompetenz es mir nicht ermöglichen, mit meinen Mitmenschen in Kommunikation zu treten - die sich auch mal auf so Dinge wie "wie gefällt Ihnen denn der neue Film von Tom Hanks?" oder "Lassen Sie uns doch mal zusammen mit unseren Familien eine Bootstour machen, wir bringen das Essen mit und Sie suchen die Weine aus bitte" erstrecken wird im Kollegen- und Chefkreis. Und wer da nicht bestehen kann, kann noch so gute Schulnoten haben: er wird schneller im "Aus" sein als jemand, der mit seinen 2,5 oder 3er-Noten den Job genauso gut erledigen kann, aber zusätzlich dazu noch ein verbindliches, charmantes und respektvolles angenehmes Wesen hat, mit dem man gerne einen 10-Stunden-Arbeitstag verbringt. |
| Seneca | Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, Und leider auch Theologie Durchaus studiert, mit heißem Bemühn. Da steh' ich nun, ich armer Tor, Und bin so klug als wie zuvor! Heiße Magister, heiße Doktor gar, Und ziehe schon an die zehen Jahr' Herauf, herab und quer und krumm Meine Schüler an der Nase herum -- Und sehe, daß wir nichts wissen können! Das will mir schier das Herz verbrennen. Zwar bin ich gescheiter als alle die Laffen, Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen; Mich plagen weder Skrupel noch Zweifel, Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel -- Dafür ist mir auch alle Freud' entrissen, Bilde mir nicht ein, was Rechts zu wissen, Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren, Die Menschen zu bessern und zu bekehren. Auch hab' ich weder Gut noch Geld, Noch Ehr' und Herrlichkeit der Welt; Es möchte kein Hund so länger leben! Drum hab' ich mich der Magie ergeben, Ob mir durch Geistes Kraft und Mund Nicht manch Geheimnis würde kund; Daß ich nicht mehr mit saurem Schweiß Zu sagen brauche, was ich nicht weiß; Daß ich erkenne, was die Welt Im Innersten zusammenhält... [size=1][i](aus: Goethe- Faust I, 1808)[/i][/size] |
| Odessa | :D Wieso nur wußte ich, daß sowas kommen würde von Dir? Es scheint, wir werden berechenbar auf unsere alten Tage, werter Seneca. Sieht Er, da hilft auch keine Schule denn das ist das Lehrbuch des Lebens, werter Sire *mit einer angedeuteten Verbeugung und dem leise geraunten Hamletzitat "There are more things in heaven and earth, Horatio, than are dreamt of in our philosophy" ab* ;) |
| Trauerwesen | Mainstreamkultur usw zähle ich auch zum Allgemeinwissen; man merkt es auch immer wieder bei Quizsendungen wie Wer wird Millionär, dass Dinge wie aktuelle Kinofilme, Trivialliteratur und dergleichen auch abgefragt werden. Aber wie heisst es doch so schön: ich weiss, dass ich nichts weiss. |
| SchwarzerSpäher | Amen Montrose & Odessa! Genau das ist es! Soziale Kompetenz ist meines Erachtens wichtiger als zu wissen wo denn unn genau Timbuktu liegt. Dennoch Odessa, eine Paarung der akademischen Reife + der sozialen Kompetenz kann ziemlich lethal sein für den durchschnittlichen Intellekt eines Menschen. Warum? Weil du die Menschen damit bombardieren kannst und sie nichts mehr raffen. Weder den Zynismus den du ihnen entgegnest, noch sonst irgendwas. Wie gesagt du musst erkennen können wer das Spiel führt. Ich durfte mich neulich mit einer betagten Dame 15 min über Kirschen unterhalten und habe dann leider ihre Adresse, Name, Etage, + ihr gesamtes Möbiliar erklärt bekommen -.- |
| Dark Religion | Hallo, meine Grund und Hauptschule auf dem Land wahr also doch nicht so schlecht wie Hauptschulen heute dargestellt werden ? Die Europäische Geschichte von den Anfängen des römischen Reiches an, die Deutsche Geschichte ab ca. 1850, die Länder der Welt und ihre Hauptstädte, u.s.w. wahren die Themen in Erdkunde über die 9 Jahre Schulzeit hinweg. Die Bundesländer und ihre Hauptstädte, die Flüsse Europas all dies haben wir in Erdkunde durchgenommen. Die Präsidenten und Kanzler der BRD, die Regierungsformen in Europa all dies haben wir in Sozialkunde durch genommen. In Deutschland wichtige Gedichte und Geschichten Schreiber wie die Gebrüder Grimm oder Bücher zu Serien wie Tom Sawyer und Huckleberry Finn (die zu dem Zeitpunkt gerade im Fernseh kam und ein Renner wahr) wahren im Deutschunterricht dran. Komponisten wie Bethoven oder Wagner wurden im Musikunterricht abgehandelt. Die Unterschiede zwischen Rock, Pop,Jazz, Klassik u.s.w. wurden im Musikunterricht vermittelt und erörtert. Das alles wird heute an Hauptschulen nicht mehr vermittelt ? Was bitteschön lernt man den dann in der Schule heutzutage ? |
| Montrose | [QUOTE]man merkt es auch immer wieder bei Quizsendungen wie Wer wird Millionär, dass Dinge wie aktuelle Kinofilme, Trivialliteratur und dergleichen auch abgefragt werden. [/QUOTE] Och nöööö. Jetzt legt schon das Fernsehen fest, was Allgemeinwissen ist. Leute, das kann's ja wirklich nicht sein. [QUOTE]Das alles wird heute an Hauptschulen nicht mehr vermittelt ?[/QUOTE] Das alles wurde wahrscheinlich noch nie in Hauptschulen vermittelt. Ich schenke Deinen Ausführungen keinen Glauben. |
| Dark Religion | Hallo, als Beispiel der Lehrplan für die Hauptschulen in Rheinland Pfalz der 9. Klasse anno 1990 der bei uns auch so Umgesetzt wurde und mit der 7 und 8 Klasse ziemlich Identisch ist für das Fach Deutsch Erd-Geschichts und Sozialkunde. Die Unterabschnitte die für mein Posting zum Thema Deutsch und Erdkunde wichtig sind habe ich fett markiert. Das der Plan so bei uns an der Schule umgesetzt wurde kannst du mir glauben oder lassen....deine Sache......;) Quelle: Kultusministerium: 1. Lehrplan: Lernbereich "Sprache und Kommunikation" 1.2.3. Literarische Erziehung - Medienerziehung a) Sinnerfassendes Lesen. Wesentliche Gedanken aus einem Text entnehmen und belegen koennen. b) Einfache Sach- und Gebrauchstexte verstehen und beurteilen koennen [B]c) Erfahrungen mit fiktionalen Texten (Maerchen, Erzaehlung, Kurzgeschichte, Fabel u.a.) haben und sie verstehen koennen[/B] d) Nutzen schriftlicher Informationsquellen fuer die persoenliche Information (z.B. Buecher, Zeitschriften, Illustrierten, Zeitungen, Prospekte) e) Handhabung von Nachschlagewerken} Lexika, Verzeichnissen, Uebersichten, Bedienungsanleitungen f) Erfahrungen im Umgang mit AV-Medien und Hinweise fuer die Nutzung derselben zur Verfuegung haben 5. Lehrplan:Lernbereich:Individuum u. Gesellschaft(Erdk.Gesch. Sozialkunde) Teilbereich: Erdkunde 5.1.3.0. Zusammenfassung der Intentionen und Ziele 5.1.3.1. Umgang mit geographischen Arbeitsmitteln [B]5.1.3.2. Sich orientieren[/B] 5.1.3.3. Sich versorgen 5.1.3.4. Auseinandersetzungen der Menschen mit Naturbedingungen 5.1.3.5. Gestaltung von Raeumen durch den wirtschaftenden Menschen 5.1.3.6. Umweltschutz, Raumordnunqs- und Planungsaufgaben 5.1.3.7. Gesellschaftsstrukturen und Wirtschaftspotentiale Teilbereich: Geschichte 5.2.3.1. Menschenrechte als Basis des Staates, der Demokratie 5.2.3.2. Entwicklung der Industriegesellschaft 5.2.3.3. USA und UdSSR, die Fuehrungsmaechte des Westens und Ostens 5.2.3.4. Weimar, Hitler und der 2. Weltkrieg 5.2.3.5. Deutschland nach 1945 5.2.3.6. China auf dem Wege zur Weltmacht 5.2.3.7. Die Laender der Dritten und Vierten Welt Teilbereich: Sozialkunde / politische Erziehung 5.3.3.1. Die Bundesrepublik Deutschland als Demokratie 5.3.3.2. Benachteiligungen und Stoerungen in der gesellschaftlichen Ordnung 5.3.3.3. Wirtschaft - Konsum - Freizeit 5.3.3.4. Aufgaben als Erzieher von kleinen Kindern 5.3.3.5. Der Einzelne in der Gemeinschaft und Gesellschaft |
| Montrose | Okay, hast mich überzeugt. :) Wenn das mit soviel Nachdruck gelehrt wird, dass jeder Schüler diese Inhalte halbwegs drauf hat .... dann müsste es mit der Allgemeinbildung sogar ziemlich gut aussehen. |
| Move over Kate | [QUOTE]Das alles wurde wahrscheinlich noch nie in Hauptschulen vermittelt. Ich schenke Deinen Ausführungen keinen Glauben.[/QUOTE] Schau mal bei [url]www.bildungsserver.de[/url] vorbei - da kann man alle Lehrpläne für alle Schularten aller Länder runterladen. Und ja, Dark Religion hat (ich hab mir es für Geschichte angesehen) recht. Es steht alles auf dem Lehrplan. In Geschichte geht es sogar nicht bei 1850 los, auch Absolutismus, Reformation und das Römische Reich stehen unter anderem auf dem Lehrplan. Nur - ich glaube, dass es bei der heutigen Schülerschaft sehr schwer ist, so etwas zu vermitteln (wenn ich den Berichten meiner Lehrer-Freunde glauben schenken darf). Und da sind wir wieder beim Ausgangspunkt der Diskussion: Die Jugendlichen haben sich verändert, weil sie an den Dingen kein Interesse haben. |
| more | Die Jugendlichen haben sich verändert, die Schule muss darauf reagieren. Eine Kollegin von mir hört jetzt entnervt mit dem Lehrberuf auf, weil sie sagt, sie muss die ganze Erziehungsarbeit leisten und der Grund warum sie Lehrerin werden wollte ist das vermitteln von Fachwissen. Dazu kommt es aber im Unterricht meist garnicht mehr, weil die Lehrer immer nur für Disziplin und für diese "sozial-Kompetenzen" sorgen müssen, da diese nicht vorhanden sind. Im Übrigen sie und ich sind Berufsschullehrer und wir haben es eigentlich mit fast-Erwachsenen zu tun. Und wer sagt überhaupt, dass sich menschliche Güte und Allgemeinbildung ausschließen? Das wäre genauso wenn ich behaupten würde, alle Blondinen sind dumm. So einfach ists nun auch wieder nicht! |
| Montrose | [QUOTE]Die Jugendlichen haben sich verändert, weil sie an den Dingen kein Interesse haben.[/QUOTE] Mit 16 stehen außer Geschichte auch noch Mädels und Kumpels auf dem Lehrplan. Das Leben besteht ja nicht nur aus Schule und Beruf. Und daran dürfte sich nichts geändert haben. Wie Odessa schon anmerkte, hängt der spätere Erfolg auch nicht nur von Wissen ab, sondern von einer sozialen Einbettung bis hin zu den "Seilschaften" (Beziehungen sind wirklich das halbe Leben) oder neudeutsch, die "soft skills". Und dann hat natürlich jeder Jahrgang verschiedene Persönlichkeiten. Der eine hat vielleicht wirklich auf nichts Bock, der andere ist Streber. Auch da dürfte sich nichts geändert haben. Die Probleme dürften denn auch weniger in der Mitte als am Rand auftauchen. Am unteren Rand mit jenen, die aufgrund des familären Hintergrunds abgehängt wurden. Am oberen Rand die "Elite", auf die ich mich einschieße, wenn ich mal wieder der "böse Monty" bin. Wenn ich sehe, dass schon ein Hauptschüler soviel lernt, dann muss bei einem Gymnasiasten oder Abiturienten einfach nochmals deutlich mehr da sein als "wir sind aufgeklärt" oder "die Christen sind an allem schuld" oder "die Wirtschaftsbosse bilden eine Verschwörung" und was man sonst so hört. Und das ist es, was mich dann regelrecht verstört: was bringt die "höhere Schulbildung" eigentlich wirklich, wenn klar ist, dass die Gebildeten einem eventuellen Führungsauftrag gar nicht gewachsen sind. Denn das ist ja der Zweck der höheren Ausbildung: Chef zu sein, Leitungsfunktionen zu übernehmen, Verantwortung zu tragen. Wenn die einfachsten Grundbegriffe für Verantwortung fehlen, wenn das Konzept der Führung abgelehnt wird .... wozu braucht man dann überhaupt Gymnasien? Statt Hauptschulen abzuschaffen, wie mehrfach gefordert, könnte man genau den umgekehrten Weg gehen: Gymnasien abschaffen und die Leute mal wieder ein bißchen auf den Boden der Tatsachen holen. [QUOTE]Die Jugendlichen haben sich verändert, die Schule muss darauf reagieren. Eine Kollegin von mir hört jetzt entnervt mit dem Lehrberuf auf, weil sie sagt, sie muss die ganze Erziehungsarbeit leisten und der Grund warum sie Lehrerin werden wollte ist das vermitteln von Fachwissen. [/QUOTE] Natürlich muss sie Erziehungsarbeit leisten. Das gehört auch zu ihrem Job. Schule ist der erste Ort im Leben eines Menschen, in der er die Spielregeln außerhalb der Familie kennenlernt. Alleine Fachwissen zu vermitteln wäre ja keine besonders große Kunst. Vielleicht sollte man die Leute besser auf den Lehrerberuf vorbereiten. |
| Dark Religion | Hallo, es ist ja nun auch schon 17 Jahre her das ich in der [B] Allgemeinbildenden[/B] Schule wahr (ja so hat man die Hauptschule zu meiner Zeit auch genannt). Ich habe 1990 mit 14 Jahren die Hauptschule abgeschlossen (ich wurde mit 5 als so genanntes Kann Kind eingeschult) und habe keine eigenen Kinder und zu den Kindern in meiner Familie sehr wenig Kontakt. Somit muss ich zugeben keinen Vergleich ziehen zu können, oder die heutige Situationen an Schulen wirklich zu kennen, außer dem was man in Medien und von bekannten hört und danach sieht es nicht so gut aus. Allerdings glaube ich nicht das die Art oder der Lehrplan der Hauptschulen das Problem ist, sondern die Tatsache das von den Hauptschulen zu viel verlangt wird. Sie soll Erziehen, Lehren und Intigrieren heutzutage. Und das alles soll der Lehrer machen der alleine vor einer Klasse mit 30 Schülern steht die in manchen Stadtteilen der Großstädte zu 2/3 aus Muslimischen Schülern besteht. Das ist einfach unmöglich für einen Lehrer aus meiner Sicht. Somit ist es eine normale und traurige Folge das die Abgänger der Hauptschulen bis auf wenige Ausnahmen kaum Zukunftsfähig sind. |
| more | [QUOTE]Natürlich muss sie Erziehungsarbeit leisten. Das gehört auch zu ihrem Job. Schule ist der erste Ort im Leben eines Menschen, in der er die Spielregeln außerhalb der Familie kennenlernt. Alleine Fachwissen zu vermitteln wäre ja keine besonders große Kunst.[/QUOTE] Ich spreche von der Berufsschule. Ich habe es mit Menschen zu tun, die einen Beruf lernen wollen, sie sind zwischen 16 und 30 Jahre alt! Natürlich leiste ich Erziehungsarbeit, aber ich persönlich finde es befremdlich wenn ich vor 18jährigen Schülern stehe und "Benimmregeln" aufstellen muss, die da lauten: Wir hören einander zu, wir respektieren einander und wenden keine Gewalt an, wir sind pünktlich, usw. Das erinnert mich an Grundschule. Muss ich in einer Berufsschule wirklich wieder von ganz vorne anfangen? Wie soll ich die Schüler auf den Beruf vorbereiten, wenn ich die ganze Zeit damit beschäftigt bin, einen Grundstock für soziale Kompetenzen zu legen? Montrose, bist du schon einmal vor einer Klasse gestanden und hast Fachwissen vermittelt? Dann wüsstest du nämlich welch schwierige Kunst das wirklich ist. Aber ich gebe dir auf der anderen Seite auch recht. Die jungen Lehrer werden nicht gut genug auf ihre harte und schwere Aufgabe vorbereitet. Vielleicht weil die Ausbildung schon so hart ist, dass sie über das erträgliche Maß hinausgeht. |
| Montrose | [QUOTE]Montrose, bist du schon einmal vor einer Klasse gestanden und hast Fachwissen vermittelt?[/QUOTE] [QUOTE]Vielleicht weil die Ausbildung schon so hart ist, dass sie über das erträgliche Maß hinausgeht.[/QUOTE] Wenn die Ausbildung so hart ist, müßte das Fachliche wie im FF sitzen. Ich hab schon mal etwas Nachhilfe in Latein gegeben, und dazu war ich fähig ohne das Fach studiert zu haben. Ich war damals selbst erst in der 11. Klasse. Der Lehrer muß in der Schule ja nicht mehr können als seine Schüler zum Schluß. Selbst wenn die fachliche Ausbildung hart ist, das, was letztendlich tatsächlich gelehrt wird, ist ein moderates Niveau. Deshalb dürften Fragen wie Störungen des Unterrichts zu vermeiden in meinen Augen auch die größere Kunst sein als das Fachliche. Und genau das müßte man Lehramtsstudenten klar machen. Dass es eben nicht darum geht, Fachlich was reinzuziehen und sich in eigene Interessen zu vertiefen oder diese Dinge selbst beruflich auszuüben (wofür Magister- und Diplomstudiengänge da wären), sondern dass das Hauptthema Pädagogik ist. Um es mal ganz klar zu machen: Ein Chemielehrer ist kein Chemiker. Ein Chemielehrer wird niemals bei Bayer oder BASF oder sonstwo einen neuen Kunststoff entwickeln. Schule ist ein künstlicher Raum, in dem der Lehrer definitiv keinen richtigen Beruf ausübt.... außer eben den einen, Pädagoge zu sein. Die Rahmenbedingungen zu schaffen .... damit auch die sozialen, dass Lernen möglich ist, das ist sein Job. Ich hatte auch in der Schule Lehrer, Mathe zum Beispiel, die waren menschlich völlig inkompetent, haben auf der Tafel ihre Steckenpferdchen runtergerasselt ... und haben nicht gemerkt, dass das nicht ihr Job ist. Es ist nicht ihr Job zu sagen "Guckt mal, ich bin der tolle Mathematiker, und ich zieh hier jetzt eine Show ab, wie schlau ich bin und wie ich das Fach mag" (wenn er schlau wäre und das Fach wirklich lieben würde, wäre er nicht Lehrer, sondern richtiger Mathematiker geworden!). Sondern sein Job ist, dass jeder, auch der nicht begabte Schüler, die Grundlagen mitnimmt. Und dafür muß er wissen, wie er die Rahmenbedingunen schafft ..... und nicht geistige Höhenflüge in seinem Fach leisten. Pädagogik ist die primäre Aufgabe und nicht Mathematik in diesem Fall. Und das müßte man Lehramtskandidaten vom ersten Semester an klar machen, was das Ziel ihrer Ausbildung ist. |
| LaChatte | [QUOTE]Das erinnert mich an Grundschule. Muss ich in einer Berufsschule wirklich wieder von ganz vorne anfangen? Wie soll ich die Schüler auf den Beruf vorbereiten, wenn ich die ganze Zeit damit beschäftigt bin, einen Grundstock für soziale Kompetenzen zu legen?[/QUOTE] hallo more Als ich damals in der Zeitarbeitsfirma arbeitete, betrafen die meisten Klagen der Arbeitgeber genau diese minimalen sozialen Kompetenzen: die Leute kommen zu spät, sie gehen zu früh, sie zetteln Streit an und sind aggressiv, sie klauen Material und Werkzeug... Wenn du es also schaffst, deinen SchülerInnen ein paar Grundregeln des Zusammenlebens zu vermitteln, erhöhst du ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt ganz wesentlich. Vielleicht kommst du sogar noch zu den feineren Punkten, wie zum Beispiel: keine Kaugummis während Vorstellungsgesprächen.;) [QUOTE]Montrose, bist du schon einmal vor einer Klasse gestanden und hast Fachwissen vermittelt? Dann wüsstest du nämlich welch schwierige Kunst das wirklich ist.[/QUOTE] ich ziehe meinen Hut vor jenen, die es tun. Ich habs getan, als Praktikum, mit einem Nervenzusammenbruch als Resultat. Ich unterrichte lieber Einzelne, da kann man sich wirklich aufs Fach konzentrieren und muss nicht ständig erziehen. |
| Move over Kate | [QUOTE]Natürlich muss sie Erziehungsarbeit leisten. Das gehört auch zu ihrem Job. Schule ist der erste Ort im Leben eines Menschen, in der er die Spielregeln außerhalb der Familie kennenlernt.[/QUOTE] Das setzt aber voraus, dass die Schüler die Regeln kennen, die Ihnen die Familie vermitteln müssten. Wer Doppelkopf lernen will, sollte vorher Mau Mau gespielt haben. ;) Die Schulen müssen heute viele Aufgaben übernehmen, die vor 40 Jahren noch selbstverständlich die Familie übernommen hat. [QUOTE]Aber ich gebe dir auf der anderen Seite auch recht. Die jungen Lehrer werden nicht gut genug auf ihre harte und schwere Aufgabe vorbereitet. Vielleicht weil die Ausbildung schon so hart ist, dass sie über das erträgliche Maß hinausgeht.[/QUOTE] Ich will dir ja nicht in den Rücken fallen - aber: "Harte und schwere Ausbildung"? Die universitären Studiengänge für das Lehramt sind sicherlich fachlich nicht übermäßig abgehoben, gerade für Lehramt Grund- und Hauptschule oder Realschule werden in den vergleichbaren Diplom- oder jetzt "Master"studiengängen wesentlich tiefere Kenntnisse verlangt. Härter ist vielleicht das Referendariat - aber auch da gilt: Alles ist relativ. Ich habe einen Bekannten, der nach Jahren in der freien Wirtschaft als Maschinenbau-Ing den Quereinstieg gemacht hat. Für den war das Referendariat nach Jahren in einem Ingenieurbüro vergleichsweise erholsam. Was natürlich nicht ausschließt, dass das Referendariat "regulären" Referendaren nach dem Studium als "härter" erscheint. Viele Lehrer kennen leider nur Schule (bis zum Abi), Studium und dann wieder Schule - und von dieser Position aus ist die Beurteilung zwangsläufig mit Betriebsblindheit verbunden. |
| Ericthehalfabee | [QUOTE]Deshalb dürften Fragen wie Störungen des Unterrichts zu vermeiden in meinen Augen auch die größere Kunst sein als das Fachliche. Und genau das müßte man Lehramtsstudenten klar machen. Dass es eben nicht darum geht, Fachlich was reinzuziehen und sich in eigene Interessen zu vertiefen oder diese Dinge selbst beruflich auszuüben (wofür Magister- und Diplomstudiengänge da wären), sondern dass das Hauptthema Pädagogik ist. Um es mal ganz klar zu machen: Ein Chemielehrer ist kein Chemiker. Ein Chemielehrer wird niemals bei Bayer oder BASF oder sonstwo einen neuen Kunststoff entwickeln. Schule ist ein künstlicher Raum, in dem der Lehrer definitiv keinen richtigen Beruf ausübt.... außer eben den einen, Pädagoge zu sein. Die Rahmenbedingungen zu schaffen .... damit auch die sozialen, dass Lernen möglich ist, das ist sein Job. [/QUOTE] Soweit so gut, da gehe ich mit Dir konform. Wo zieht man aber die Grenze, zwischen dem was die Eltern dem Kind an sozialen Kompentenzen mitgeben müssen und wo der Lehrer anfängt?!? Abgesehn davon, daß Schüler den Lehrern auf der Nase rumtanzen (das gab es aber auch schon immer, vielleicht nicht mit den Auswüchsen, wie man das heute in gewissen Gegenden findet) gibt es ja auch das andere Extrem. Ich meine wenn ein Lehrer wirklich mal durchgreift, nach mehreren sanften Erziehungsversuchen mal auf den Tisch haut und laut sagt "es reicht, Hefte raus Kurzkontrolle" ( zu meiner Zeit gabs das noch!) dann kommen ja teilweise Schüler zusammen mit den Eltern und rufen nach der UNO-Menschenrechtskommission oder sowas.....;) |
| Montrose | Das ist ein Problem. Unheimlich sind mir echt solche Leute, die es bis zum Letzten ausreizen. Die gegen jede Sanktion immun sind, weil sie sagen "Ihr könnt mir doch nichts." Und tatsächlich ist das auch ein bißchen ein gesellschaftliches Versagen, dass man lange Zeit auf Druck verzichtete und die Leute durch ein Netz nach dem anderen durchfallen ließ. Gewalt ... egal, gibt's Bewährung.... schlechte Noten .... egal ...... wenn's gar nicht mehr geht schmeißen wir ihn raus (wohin? Ins Nichts?) ..... und später, wenn es aufgrund mangelnder Fähigkeiten keinen Job gibt, gibt's halt Sozialhilfe .... Langzeitsarbeitlose. Tatsächlich kommt man damit durch. Ich kannte solche Leute persönlich, waren über 40 Jahre alt, hatten miserablen oder gar keinen Abschluß, lebten von Stütze, hatten alle paar Wochen ein nettes Gespräch mit einem vom Arbeitsamt..... an Wohnung waren die proper ausgestattet (50 Quadratmeter), DVD-Player und CD hatten sie sowieso, in der Disse waren sie auch jede Woche, die Klamotten waren okay (mit Schwarzarbeit, illegalen Drogen vertickern, bei halbwegs gutaussehenden Frauen gibt's immer einen Dummen, der bezahlt) ... ging das. Um solche Leute kümmert sich kein Mensch. Und solchen Leuten kann man auch mit nichts drohen. Du fliegst von der Schule?? Hahaha, nichts lieber als das! Keine Ausbilduing?? Weshalb Ausbildung, es geht doch auch so! Und da sehe ich auch die Grenzen von Lehrern. Wenn die jemandem eine 5 geben oder vor die Tür stellen oder gar von der Schule entlassen, dann hat das ja nur Wirkung bei Leuten, denen eine Note, in der Klasse oder auf der Schule sein etwas bedeutet. Wenn es hingegen eh wurscht ist... was soll's. Da ginge dann nur noch etwas, was lange Zeit verpöhnt war: deutlichere Erziehungsmaßnahmen bis hin zu Erziehungsheimen und dortigen "Ruheräume" oder wie das heißt. Klare Regeln: Du bekommst nur, wenn Du was gibst. Das ist ja auch wieder im Kommen. Man hat sich um diese Leute aus schlechtem Gewissen heraus lange Zeit nicht gekümmtert. Denn es gibt natürlich auch die andere Seite: dass Leute gut ausgebilet wurden und dennoch keinen Job fanden. Da fragten sich Politiker wahrscheinlich, wie man Leute zu etwas zwingen kann, wenn umgekehrt sich nicht zugleich die Gesellschaft dazu verpflichtet, schulische und berufliche Bemühungen zu belohnen. Daraus resultierte die übliche Bestechungspolitik a la Kohl: wir versprechen euch nichts und im Gegenzug bezahlen wir euren Ausstieg mit Stütze. Es ist also sicherlich nicht nur ein Problem der Schüler, sondern auch der gesamten Gesellschaft. Man kann nicht von jemandem Leistung verlangen, wenn man ihm nichts dafür gibt. Geradezu lächerlich finde ich es dann, wenn dann auch noch Englisch im Kindergarten eingeführt wird, wo viele nicht mal richtig deutsch können. Solche Aktionen machen dann deutlich, dass die Verantwortlichen in der Bildungspolitik keinen blassen Schimmer haben. |
| Trauerwesen | [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B]Och nöööö. Jetzt legt schon das Fernsehen fest, was Allgemeinwissen ist. Leute, das kann's ja wirklich nicht sein. [/B][/QUOTE] Das legt das nicht fest, aber das veranschaulicht, dass es auch dazu gehört. Man kann natürlich von Hochkultur sprechen und von Popkultur, aber wenn es Allgemeinwissen heisst, dann meint dies etwas allgemeines. Das heisst natürlich nicht, dass man nur die Chartplatzierungen kennen muss, aber sonst nichts, sondern ein lediglich, dass Allgemeinwissen das nicht ausschliessen muss. ich würde den Anteil nun kleinerschrauben, das ganze aber eben nicht komplett ausklammern, auch wenn es nicht zum kanon gehört. Das ist genauso die Sache mit Boulevard; ich selber kann es nicht ausstehen, aber im Endeffekt gehört es schon teilweise dazu, zu wissen, was in der Welt geschieht, auch wenn sich das auf Hotelerbinnen mit Blähungen konzentriert. Ich denke mir einfach, dass jemand, der nur was von Hochkultur versteht und sonst nichts weiss, am Leben ein wenig vorbeischrammt. Und wie ich bereits schrieb, vertrete ich auch die Ansicht, dass mein Wissen über Goethe und die deutsche Politik nichts dazu beiträgt, wie gut ich in dieser und jener Ausbildung bin, aber dennoch ein gewisses Level von jemanden erwarte. |
| Montrose | [QUOTE]dann kommen ja teilweise Schüler zusammen mit den Eltern und rufen nach der UNO-Menschenrechtskommission oder sowas.....[/QUOTE] Ist doch toll, wenn sich die Eltern melden. Ist man gleich im Gespräch mit Ihnen! So etwas müßte im Studium auch gleich vermittelt werden: Elterngespräche führen und ggf. auf Eltern zugehen (wie mach ich das?). [QUOTE]Das legt das nicht fest, aber das veranschaulicht, dass es auch dazu gehört. [/QUOTE] Nein, das tut es definitiv nicht. Ein Fernsehredakteur bestimmt nicht, was Allgemeinbildung ist. [QUOTE]Das heisst natürlich nicht, dass man nur die Chartplatzierungen kennen muss, [/QUOTE] Welche Charts meinst Du jetzt: Black Musik, Indi, Volksmusik??? Man muss die Chartplatzierungen überhaupt nicht kennen, weil das keine Bildung, sondern Unterhaltung ist. Oder kannst Du mir mal erklären, worin der Gehalt von Charts bestehen soll. Leider leidersehe ich in den Medien, wie wichtig das alles aufgebauscht wird, so dass manche irrtümlich glauben, dass sei wichtig. Aber es ist nur Showbuiss. Allgemeinbildung dient einem Zweck, der sicherlich nicht darin besteht, Fotobildchen von 50Cent zu sammeln. Denn das ist inhaltslos und unnütz. [QUOTE]Ich denke mir einfach, dass jemand, der nur was von Hochkultur versteht und sonst nichts weiss,[/QUOTE] Ich nehme die Eskapaden von Paris Hilton natürlich auch zur Kenntnis ...leider kommt man an diesem Stuß ja nicht vorbei, er springt einem ja von jedem Titelblatt... aber das ist keine Bildung, auch keine Allgemeinbildung. Das ist Stuß, und als solchen sollte man ihn auch bezeichnen. [QUOTE]dass mein Wissen über Goethe und die deutsche Politik nichts dazu beiträgt, wie gut ich in dieser und jener Ausbildung bin, aber dennoch ein gewisses Level von jemanden erwarte.[/QUOTE] Ich wüßte keinen Grund, weshalb man solch ein Level erwarten sollte. Fällt Dir dazu eine Begründung ein? Abgesehen davon: beschreib dieses Level doch mal genauer. Gehört neben Goethe nicht auch Fontane, von Kleist, Hauptmann, Brecht .... Martin Walser ... die gesammelten Werke von Grass ... zur "Allgemeinbildung"? Wo willst Du denn da die Grenze ziehen? Sollen die Leute jeden Tag 8 Stunden lesen, um ja nichts von der "Allgemeinbildung" zu versäumen. Ich sehe nicht ganz ein, wieso jemand, der sich vielleicht lieber für Fußball oder Autos interessiert, seine Zeit mit solchen Dingen verplempern soll. Würde zur Allgemeinbildung nicht auch gehören, aus dem Stand alle Fußballvereine der 1. Bundesliga oder 50 Automarken aufsagen zu können? ;) |
| Waldemar | @ Montrose :-) Irgendwie kotzt Dich ja so vieles an, was ich sehr gut nachvollziehen kann. Nur die meisten Menschen sind einfach zu dämlich ihr eigenes Glück zu (be)greifen. Das ist leider nichts Neues und man kann keinen zwingen. Und wenn man zwingt, bringt es meistens leider auch nichts, aus den Gründen, die schon erläuterst hast. Wenn die Eltern in dieser Gesellschaft dauerhaft versagen, wird der Staat es in den meisten Fällen auch nicht retten können, egal wie viel Chancen man ihnen auch geben wird. Denn sie wollen ja nicht.. Deshalb gebe ich mich mit dem Pöbel einfach nicht ab, egal was andere dann von mir denken. Das ist meine Überzeugung. |
| Trauerwesen | Montrose: Niemand bestimmt, was Allgemeinbildung ist, ausser die Gesellschaft. Die Chartplatzierungen sind vielleicht ein schlechtes Beispiel, aber wenn man Hemingway kennen sollte, dann sicherlich auch, wer der aktuelle Bond ist. Das hat was für mich mit kultur zu tun, denn Bond ist weit mehr als Unterhaltung. Und wenn die Hilton die Welt beschäftigt, aber mich nicht, dann weiss ich trotzdem davon, eben weil das für mich trotzdem irgendwie zu gesellschaftlichem Verständnis gehört. Wieso ich jetzt ein gewisses Mass an Bildung erwarte; nun, für einen Job selber ist es egal (da zählt Fachwissen mehr), aber für mich bringen solche Dinge auch eine gewisse Diskussionsgrundlage mit. Man sieht es ja hier sehr gut, wenn jemand keine Ahnung von etwas hat, kommt da oft nur Müll bei raus (je nach Thema). Im Job ist dies egal, aber wenn mir jemand gegenüber sitzen würde, der nicht mal weiss, wo unser Land hier liegt, wüsste ich nicht, was ich mit dem anfangen sollte. Und ich schrieb auch schon einige Seiten zuvor, dass man eben nicht alles wissen kann, dass es jemanden geben mag, der vielleicht alle Charaktere aus allen Shakespeare-Dramen aufsagen kann, aber noch nie von Fontane gehört hat. Es kommt immer auf das Umfeld an und was ich damit erreichen will. Geschichte halte ich durchaus für wichtig, auch wenn ich selber manche Dinge nicht weiss, aber viele geschichtliche Ereignisse können eine Lehre sein. Ich bin gerade nicht gut im formulieren, aber ich hoffe, in etwa kommt es rüber, was ich sagen will. |
| Montrose | [QUOTE]Wenn die Eltern in dieser Gesellschaft dauerhaft versagen, wird der Staat es in den meisten Fällen auch nicht retten können,[/QUOTE] 99% der Eltern versagen nicht. Das allgemeine Versagen der Eltern ist eine Erfindung von Ratgeber-Büchern und Politikern, die sich mit Panikmache profilieren wollen. Ich finde das schon ein bißchen dreist, wenn die kinderlose Yuppie-Single-Generation sich dumm und dämlich verdient ohne zu teilen, niemals sich nachts durch ein schreiendes Kind stören läßt .... und dann andere, die eben gerade dies tun müssen, für Versager erklärt. Also lassen wir doch mal die Kirche im Dorf: Versager sind nur die, die keine Kinder haben. Punkt. Wenn der Staat eh nichts retten kann, dann frage ich mich, wozu ich Steuergelder für Lehrer, Sozialarbeiter, Jugendämter usw. usw. bezahle. Wozu ist der Staat dann überhaupt da, wenn er nichts tut? [QUOTE]Niemand bestimmt, was Allgemeinbildung ist, ausser die Gesellschaft.[/QUOTE] Nö. Die Rechtschreibreform wurde von einer kleinen Expertenkommission gegen den Willen "der Gesellschaft" durchgedrückt, was ich sehr schade fand. Lehrpläne im allgemeinen werden nicht von "der Gesellschaft" bestimmt, sondern von Bildungsministerien. [QUOTE]aber wenn man Hemingway kennen sollte, dann sicherlich auch, wer der aktuelle Bond ist.[/QUOTE] Mag sein. Ich finde, man sollte das anders als Allgemeinbildung nennen. Vielleicht Leitkultur ? :D Denn es geht dabei ja eigentlich nicht um Bildung oder Intelligenz, sondern um einen gemeinsamen sozialen oder kulturellen Boden. Man muss nicht schlau, sondern dabei sein. Das ist natürlich auch sehr wertvoll und wichtig. Da hast Du recht. Übrigens fand ich in diesem Kontext auch schade, dass man den Religionsunterricht durch "Ethik" ersetzte. Man kann durchaus der Meinung sein, es gibt keinen Gott und Kirche ist eh Unterdrückung. Aber immerhin war das ein gemeinsames Thema, ein gemeinsamer Boden. Und zumindest, was ich von meiner älteren Verwandtschaft weiß, war es gerade der Religionslehrer, der solche Tugenden wie Pünktlichkeit, Ehrlichkeit vermittelte (auch wenn nicht unbedingt in der Bibel steht, dass man sich die Nägel schneiden soll ;)). Durch das FAch Ethik wurde das Unmittelbare in eine Distanz gebracht: wir tun nicht mehr, sondern wir reden nur noch über's Tun. |
| Waldemar | [QUOTE]Monti: Also lassen wir doch mal die Kirche im Dorf: Versager sind nur die, die keine Kinder haben. Punkt. [/QUOTE] Also die Kirche kann stehen wo sie will, dann bin ich also ein Versager weil ich kein Kind habe? Willst Du mich verarschen? :D [QUOTE]Wenn der Staat eh nichts retten kann, dann frage ich mich, wozu ich Steuergelder für Lehrer, Sozialarbeiter, Jugendämter usw. usw. bezahle.[/QUOTE] Deine Kirche steht aber auch nicht im Dorf, oder? :) Natürlich ist jeder Versuch schon alleine sein Geld wert, aber ich sprach von den Fällen, die selbst der Staat nicht mit allen Mittel und Instrumenten, die ihm zur Verfügung stehen, nicht mehr helfen kann. Die Verlierer die es sein WOLLEN! Selbst DonQuichotte wird sie nicht retten... |
| Montrose | [QUOTE]Willst Du mich verarschen?[/QUOTE] Nein, nur an Deine staatsbürgerlichen Pflichten erinnern. :D [QUOTE]aber ich sprach von den Fällen, die selbst der Staat nicht mit allen Mittel und Instrumenten, die ihm zur Verfügung stehen, nicht mehr helfen kann. [/QUOTE] Solche Fälle gibt's überhaupt nicht. Mit den nötigen Mitteln ;) läßt sich alles erzwingen. |
| Waldemar | [QUOTE]Nein, nur an Deine staatsbürgerlichen Pflichten erinnern. [/QUOTE] Achso, ich denke sogar, dass das nicht ausgeschlossen ist. ;) Wer will ein Kind von mir? :D PS. Angebote bitte per PN, Fruchtbarkeitsnachweise erwünscht! :D |
| more | @ Move over Kate, ich sprach nicht von der fachlichen Leistung, die von mir abverlangt wird, sondern von der psychischen. Das Fachliche... Das ist ja die Vorraussetzung für die Ausbildung (zumindest die, welche ich mache). Ich habe viele gefragt, die die Ausbildung schon lange absolviert haben. Die Meinungen waren alle einstimmig: Sie würden diese Ausbildung nie wieder machen. Ich weiß wovon ich spreche, ich habe zwei Berufsausbildungen hinter mir, aber diese Ausbildung übersteigt alle Vorstellungen die ich mir über den Lehrberuf gemacht habe. Die Schüler sind eigentlich nicht wirklich das Problem, sondern die Strukturen, welche die Institution Schule bilden. Aber das gehört nicht zum Thema. @Montrose, Nachhilfe kannst du nicht annähernd mit Unterricht vergleichen. |
| Dark Religion | Hallo. und ich weis das ich höchsten Respekt vor Lehre in der heutigen Zeit habe. Familie (insbesondere die Aufgaben der Eltern) Staatsgerechte Erziehung (sollen ja nicht lauter Punks werden ;) ) Freizeitbeschäftigung betreuen und organisieren(Ganztagsschulen) Problemfälle lösen (schwerer Erziebahre) und Intigrieren (ausländisch oder mit ausländischen Wurzeln Kindern westliche und Deutsche Werte vermitteln+ Lehrplan) ist eine Bärenaufgabe die doch kein Mensch schaffen kann. In der Hauptschule ist das Problem logischer Weise am grössten. Würde die Hauptschule und Realschule abgeschafft (Gesamtschule), währe das Problem verlagert aber längst nicht gelöst. Deshalb: Respekt vor den Lehrkräften in Deutschland meinerseits:) |
| Desengano | ich finde auch noch die unterscheidung zwischen bildung und wissen wichtig. das wird ja in der überschrift auch shcon etwas angedeutet. wenn jemand viel weiß, heißt das noch lange nicht, dass er auch gebildet ist. ich hab auch der abizeit wahrscheinlich sehr viel mehr bildung als wissen mitgenommen. ich habe recht wenig stoff gelernt aber ich hatte einen lehrer, der mir half meine persönlichkeit weiter zu entwickeln. hinzu kam einer generelle starke entwicklung, vor allem in sozialer kompetenz meinerseits damals. allgemeinbildung ist für mich das, was odessa beschrieb. dann noch gemischt mit etwas allgemeinwissen und man ist gut ausgestattet, denke ich. um mir wissen anzueignen brauche ich nicht wirklcih eine institution wie schule oder uni. aber um zusammenhänge zu verstehen, soziale kompetenzen zu erlernen, in einer gruppe zu agieren, dafür schon. udn alle lerhpläne in ehren. aber dass die lehrer das alles so schön unterrichten heißt noch lange nicht, dass das auch bis nach dem test in den köpfen der schüler bleibt. |
| Dark Religion | [QUOTE][i]Original geschrieben von Desengano [/i] [B] udn alle lerhpläne in ehren. aber dass die lehrer das alles so schön unterrichten heißt noch lange nicht, dass das auch bis nach dem test in den köpfen der schüler bleibt. [/B][/QUOTE] Hallo, das Unterscheidet gute Lehre von schlechten.........;) Auch da hatte ich eine gute der ich im Nachhineinen dankbar bin auch wenn ihr uns nicht immer verstanden haben früher..... ;) |