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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Wenn der Sozialstaat unsozial wird...
ooAlbertHi,

ich hab hier mal folgende Problematik zum durchdenken

Mal angenommen ihr fangt eine unentgeltliche schulische ausbildung (3j) an und ihr bekommt kein Bafög aus mangelndem anspruch, jedoch zahlt euch eure mutter monatlich was. Jetzt kann die es aber auch nicht mehr ...

Was ist nun?

Wenn ich das richtig verstanden habe muß die Arge kein ALG2 zahlen, da man ja theoretisch als vollzeit schüler der Arbeitswelt nicht zur verfügung steht. Bafög, bzw. Bab gibts auch keins, da kein anspruch besteht, bsp. weil man mal bafög für eine andere ausbildung bekam die aber abbrach, etc..

Würde das heißen, das diese menschen mal so richtig pech gehabt haben und denen nichts anderes übrig bleibt als die schwer ergatterte ausbildung zu kündigen und wieder Arbeitslos auf ALG2 zu sein?

Achso nochwas, ich bin nicht in der situation aber ich glaube das sowas anderen schon passiert ist.

mfg
Lea B.Ich finde es wirklich unfair, wenn man keine Unterstützung bekommt und als Abiturient sogar blechen muss.
Heute gilt:Höhere Bildung, weniger Kohle zum Leben!
Klar, hnterher bekommt man mehr, aber ohne nterstützung so viel Geld blechen...
Zumindestens sollte das Abitur wieder kostenfrei sein.
Zum einem will der Staat mehr für die bildung tun, besser Gebildete Arbeitskräfte und dann 500 Mäuse/Semester, die in Miete etc. wohl besser angebracht wären.
HellscreamDas sind nicht nur 500 Euro, da kommen noch Verwaltungsgebühren dazu.

Wo existiert denn bitteschön noch ein Sozialstaat? :D
moreDoch, Bafög musst du trotzdem bekommen. Das nennt sich dann entweder Meister Bafög oder Darlehens Bafög, dieses muss man aber wieder zurückzahlen wie ein Darlehen. Frag nochmal, denn deine Situation gibts öfter als du denkst.

Am Besten direkt zur Bafög-Stelle gehen und ggf. auch mal mit verschiedenen Beratern sprechen, denn das Bafög-Gesetz ist so umfassend, dass manche Berater nicht alle Sonderregelungen kennen.

Viel Glück, leer ausgehen tust du sicher nicht.
ooAlbertMeister-bafög gilt nicht, da es ja keine fortbildung ist sondern eine ausbildung.

mit Darlehens-Bafög ist wohl der bildungskredit gemeint oder? Den gibts aber auch frühestens im 2. ausbildungjahr.
DarketIch kenn die Problematik, mir gehts genauso. Ich hab mich mit nem Nebenjob gerettet und inzwischen zwei von drei Jahren rumgebracht.
Schwarzer PrinzUm was für eine schul. Ausbildung handelt es sich denn ??
ooAlbertstaatlich geprüfter erzieher mit Abitur, dh. Berufsabschluß und abitur in einem, eigentlich ne tolle sache wie ich finde.
Schwarzer PrinzSowas ähnliches macht Bekannte von mir auch, kann ja mal fragen wie das bei der läuft...
DarketWird hier diskutiert oder werden Tips gesucht?
ooAlbertich nhem mal an beides :) denn erstens ist es schon ein unding das es diesen zustand überhaupt geben kann und zweites wäre ein lösungsvorschlag auch gut, da dies bedeutet es ist nicht ganz so aussichtslos wies scheint ....
darkmavFolgendes ist ein guter Ansatz:
[url=http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/uni/Uni-Studiengebuehren;art296,2358133]keine Studiengebühren ab IQ 130[/url]

Auch die Studiengebühren zu erlassen ab einem bestimmten Abi-Schnitt halte ich für eine gute Idee.
ApexDas Problem ist, bei zu vielen Ausnahmen, kann mans auch gleich lassen. Ich habe ja eh schon den Verdacht, dass die Studiengebühren im Endeffekt bald mehr Kosten verursachen, als das sie zur Finanzierung der Bildung beitragen. Und seien wir mal ganz ehrlich, IQ, Prüfungsergebnisse etc. müssen nicht zwangsweise etwas über die Qualität des Studenten aussagen, genauso könnte man soziales Engagement, ehrenamtliche Tätigkeiten etc. honorieren.

Im Großen und Ganzen halte ich Studiengebühren immernoch für eine Mogelpackung, die im Endeffekt mehr schadet als nützt.
Naja, mein Entschluss jetzt auf Pump zu studieren steht fest...n Haus kann man pfänden, ne Firma pleite gehn aber meine erworbene Bildung können sie mir nicht wegnehmen...

Den Spruch lass ich mir eintätowieren wenns schief geht und ich komplett abgebrannt bin. :rolleyes:
SenecaDas ist wie mit dem Medizinerstest...kurz nachdem der eingeführt war gab es regelrechte Crashkurse und Vorbereitungsliteratur um die Eignungsprüfung für das Medizinstudium zu bestehen.

Andererseits hat sich so schon mal die Spreu vom Weizen getrennt, denn wer vorab den Elan nicht aufbringt sich vorzubereiten wird das auch im 6. Semester nicht tun.

Ich habe auch Fälle erlebt in denen die Einführung der Studiengebühren, und vor alle der Übergangsfristen aus einstigen Gammelstudenten ganz fleißige Bienchen gemacht hat.
ApexGut, die Leute werden sich vorher sicher jetzt mehr Gedanken über ihr Studium machen (so sie denn nicht vermögend sind), aber ansonsten sehe ich sie eher als Hindernis. Zumindest machen sie nicht viel Sinn wenns um die Finanzierung der Unis geht.
Black Reaper[QUOTE][i]Original geschrieben von darkmav [/i]
[B]Folgendes ist ein guter Ansatz:
[url=http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/uni/Uni-Studiengebuehren;art296,2358133]keine Studiengebühren ab IQ 130[/url]

Auch die Studiengebühren zu erlassen ab einem bestimmten Abi-Schnitt halte ich für eine gute Idee. [/B][/QUOTE]


Mit dem keine Studiengebühren für Hochbegabte, ok, kann ich mich mit anfreunden... Ich vermute mal, du meintest das mit dem Abi-Schnitt ergänzend dazu, ansonsten hielte ich das, aufgrund häufiger Probleme von Hochbegabten, nämlich schlechter Noten, für reichlich schwachsinnig...

Allerdings muss man auch bedenken, dass wenn man schon Studiengebühren hat, zu viele Ausnahmen wohl das System eher noch mehr belasten, als es ohne Gebühren der Fall wäre...

Für mich wär's, als Studiengebührengegner, zwar eher anstrebenswert, aber der Weisheit letzter Schluss wohl auch nicht...
Letztlich hat Apex recht mit der Vermutung, dass Studiengebühren eine ziemliche Mogelpackung sind...
Zum einen sind die Gebühren nur von relativ gut situierten Leuten ohne Probleme aufzutreiben... Alle anderen müssen recht viel arbeiten, was das Studium belastet und damit diesen Leuten unter Umständen einen besseren Abschluss oder sogar den Abschluss überhaupt verwehrt, oder man muss einen Kredit aufnehmen... Problem an der Sache: Das ist ein ganz normaler Kredit mit Zinsen, die nicht im Wesentlichen unter den normalen Kreditzinsen liegen... Ergo: Die Betroffenen haben eine enorme Belastung, die sie später abbauen müssen... Man mag jetzt natürlich entgegnen, das sei früher auch nicht anders gewesen, aber früher, beispielsweise als mein Vater studiert hat und auch einen Kredit dafür aufnahm, konnte er sicher sein, so ziemlich mit jedem Uni-Abschluss einen Job zu finden, der gut bezahlt war und der eine recht zügige Abzahlung des Kredites gewährleistete... Heute wird in der 8. Klasse begonnen, den Schülern einzuprügeln, sie wären nicht ausreichend qualifiziert, wenn sie kein Parteibuch haben, weniger als 2 Instrumente und 3 oder 4 Sprachen beherrschen, etc. Eine Stimmung der Angst, die, wenn auch noch Finanzsorgen dazukommen, diese Leute davon abhält, ein Studium überhaupt aufzunehmen... Auch kann man heute genug lesen über die Generation Praktikum, obdachlose promovierte Philologen und reichlich schlecht bezahlte Jobs, selbst für Akademiker, sofern es sich nicht um Naturwissenschaftler (Biologen ausgenommen) oder Ingenieure handelt...

Auch zu fragen ist, wo das Geld herkommt, wenn Leute wirklich den Kredit nicht zurückzahlen können... Antwort: Aus dem Ausfalltopf. Den Schaden haben damit aber prinzipiell die Unis, denn von den 500 €, die zumindest hier in NRW jeder Studierende zahlt, kommen im schlimmsten Fall noch 180 bei den Unis an... Die Landesbank macht einen fetten Gewinn, denn die kriegt in jedem Fall das gesamte Geld plus Zinsen zurück... Nun gut, man mag auch sagen, 180 € seien nur der schlimmste Fall, und selbst das sei immer noch besser als gar nichts für die Unis, aber eine Mogelpackung bleibt es für mich immer noch...

Wie wäre es mit weniger Gebühren, die aber zu größeren Anteilen der Uni zugute kommen? Wie wäre es mit zinsfreien Darlehen oder Darlehen mit der Verzinsung des jeweiligen Inflationssatzes? Wenn überhaupt Studiengebühren, dann wären das für mich schon Fortschritte...

So sind Studiengebühren für mich nur eine weitere Form der Besteuerung und eine Diskriminierung von finanzschwächeren Familien sowie eine Aufstiegsbarriere für Kinder aus ärmeren Familien...

Aber dass man ein Sanierungsprogramm für Landesbanken nicht besser tarnen könnte, das muss ich der Regierung lassen... Respekt! :rolleyes:
Montrose[QUOTE]Mit dem keine Studiengebühren für Hochbegabte[/QUOTE]
[QUOTE]Auch die Studiengebühren zu erlassen ab einem bestimmten Abi-Schnitt halte ich für eine gute Idee.[/QUOTE]

Ich halte das für keine gute Idee.

Der Abi-Schnitt sagt über die Studientauglichkeit wenig aus, weil es Sonderbegabungen gibt, die in einem Durchschnitt nicht berücksichtigt werden. Wenn einer Latein studieren will, in Latein eine 1 hat und in Mathe eine 5 hat, dann sagt der Durchschnitt 3,0 aus beiden Noten wenig über die Eignung für ein Lateinstudium aus.


Das Konstrukt der Intelligenz ist ziemlich problematisch, denn

1. ein einmal als "Begabter" Gekennzeichneter wird auch dann höher eingeschätzt, wenn er sich keine Mühe mehr gibt, arrogant wird oder vor lauter Detailwissen den Überblick verliert. Zu viel Vorschußlorbeeren sind kontraproduktiv, weil die Leute dann zu hohe Erwartungen an sich und an ihren Erfolg stellen.


2. ein einmal als wenig intelligent Gekennzeichneter wird entmutigt, sich Mühe zu geben und über sich hinauszuwachsen. Immerhin bedeutet Lernen nicht, dass jemand schon etwas können muss, sondern dass er es sich erst noch aneignet. Nicht die Intelligenz, sondern was tatsächlich als Resultat rauskommt (egal ob es durch "Intelligenz" oder Fleiß oder Engagement entstand), entscheidet.

Als Folge des Elite-Denkens geht die Bewertung nicht mit dem einher, was real passiert. Der "Hochbegabte" ist vielleicht im Endeffekt gar nicht besser als andere (viele Berufe, auch akademische, verlangen ohnehin keine Hochbegabung, sondern einfach nur, dass jemand den Job macht). Und der anscheinend weniger Begabte bekommt gar nicht erst die Chance, sich zu beweisen, obwohl er genauso erfolgreich wäre.


Richtig wäre folgendes:

die Studiengebühren werden zunächst mal gestundet. Wer schnell und erfolgreich studiert, muss weniger oder nichts zurückzahlen. Wer schlechte Studienerfolge erbringt, muss zurückzahlen. Die Leistung müßte man allerdings schon in der Zwischenprüfung sichten.

Denn die Gesellschaft hat ein Interesse an guten Studienleistungen .... aber nicht an guten Ergebnissen in Intelligenztests oder gar im Abi-Schnitt. Intelligenztests auszufüllen oder Abiturient sein ist keine sinnvolle Berufstätigkeit. Davon hat keiner was.


Die Studiengebühren belaufen sich auf nicht mal 10.000 Euro. Wenn jemand einen Heilpraktikerschein oder einen Meisterbrief oder sich selbständig machen will, sind die Ausgaben deutlich höher als für ein Studium.

Studieren ist in Deutschland auf jeden Fall zu billig. 6000 Euro für eine vieljährige, hochqualifizierte Ausbildung ist ein Nasenwasser. Das ist gerade mal der Wert von dreimal Ferien in Kuba oder von Papas Sitzcecke, dem Wohnzimmerschrank und dem Fernseher.

Das Geld ist innerhalb eines Jahres Berufstätigkeit wieder reingeholt.


Dass die Leute für's Studium jobben müssen ist schlecht. Denn die Leute sollen was lernen und nicht jobben gehen. Deshalb sollte die Kreditvergabe etc. kulant gehandhabt werden.
Saturnheute werden Studiengebühren eingeführt.. und morgen wird der Staat sich dann wundern, dass es zuwenig Akademiker in Deutschland gibt.... und Unsummen dafür Aufbringen, dieses Problem zu lösen....

Das Zusätzliche Prob an studiengebühren ist es ja, dass durch die Umstellung auch Bachelor/Master-Studiengäge eine wöchentliche Belastung von 40 Stunden angesetzt ist... da fragen wir uns mal - wo soll man dann noch Nebenjobs machen??? - In Hamburg werdne Teilzeitstudien angeboten, die mit der Hlt der Belastung auskommen - aber eben auch doppelt so lange dauern (und das führt wozu?) Genau: Sie kosten das Doppelte.... also, wer für das Geld arbeiten muss wird gleich doppelt so stark ausgenommen....

Ich kann mich nur in soweit freuen, dass Verwandte seit meiner Kindheit Geld für mch gespaart haben, das dann wohl als Studiengebührenpostler dran glaben muss...
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Saturn [/i]
[B]heute werden Studiengebühren eingeführt.. und morgen wird der Staat sich dann wundern, dass es zuwenig Akademiker in Deutschland gibt.... und Unsummen dafür Aufbringen, dieses Problem zu lösen....

[/B][/QUOTE]

Halte ich für Nahnebüchene Unsinn...Studiengebühren simd in vielen Ländern üblich...speziel in solchen die gerne für einAuslandsstudium aufgesucht werden.

Zudem wiederspricht dem der Zulauf den Privatunis in der Letzten Jahre hatte.
Ich weise auch noch mal darauf hin das es in nichtakademischen Berufen (auch wenn sich die Schulen oft Akademie nennen) die absolute Regel ist, dass man für Fortbildungen zahlt.
Apex[QUOTE]In Hamburg werdne Teilzeitstudien angeboten[/QUOTE]

Btw. für Teilzeitstudiengänge gibt es keinen Kfw-Studienkredit.

Gute Nachrichten aus Hessen, es scheint, dass in diesem, meinem Bundesland die Chancen auf eine juristisch angeordnete Rücknahme der Gebühren nicht schlecht stehen. [URL=http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,500869,00.html]Quelle[/URL]
BrokenWingsRein soziologisch gesehen gibt es sowas wie unzusozial nicht. Jede interaktion ist sozial ob negativ oder positiv....

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