| Vengadiel | .. |
| Eorl | Das politische Überleben beider Kandidaten hängt doch davon ab, ob sie sich durchsetzen oder nicht. Von daher ist mit einer gütlichen Einigung nicht zu rechnen. Weder Merkel noch Schröder können es sich leisten, nicht Kanzler zu werden. Deswegen sträubt sich Merkle gegen eine Koaltiion unter Schröder, und deswegen macht Schröder diese öllig hirnrissigen Pseudo-Rechnungen auf, mit der er seinen Machterhalt begründen will. Wenn klar ist das er damit nicht durchkommt, wird ihn seine Partei aber hoffentlich fallen lassen, und dann wäre auch eine halbwegs vernünftige Regierung möglich. |
| Demon17 | Ich glaube das wird nichts mehr mit der Konjunktur... |
| decay73 | Hans Söllner hat vorgeschlagen, daß sich die beiden mal zusammensetzen und mit Hanf beschäftigen sollten. Dann würde es auch klappen, wenn man die guten Ideen dann zusammenschmeißen würde. ;) |
| Wind | Ich denke, dass diesem Land ein "Kanzler-Sharing" auf keinen Fall gut tun würde. Die Parteien sind so unterschiedlich, dass hier gar nichts mehr ginge. Obwohl wir stecken ja jetzt schon in einer politischen Sackgasse - oder sogar schlimmer - es geht werder vor, noch zurück. Ich bin wirklich gespannt, wie unsere Regierung dann aussehen soll und wie sie dann handlungsfähig sein will. :rolleyes: [QUOTE][..]ob es Erfolg haben wird, klingt in meinen Ohren wie pure Verunsichertheit der großen Parteien.[/QUOTE] Ich glaube, die beiden großen Parteien bzw deren Auftreten ist sogar viel zu starr und selbstsicher.. Kompromisse sind ja eigentlich nicht schlecht, wenn sie denn funktionieren würden, was meiner Meinung nach diesmal nicht der Fall sein wird. Liebe Grüße nachdenkende[r] Wind |
| Joan Eric Tanat | Meistens eint nur die Not wieder die Menschen (Volk, Politiker, Parteien). Der Egoismus muß sich erst selbst sein Grab schaufeln. Wenn niemand freiwillig Opfer bringen will, holt die Zeit sich ihre Opfer. Leider muß immer erst Blut fließen, bis wieder Friede und Eintracht herrschen können. (Ich erwarte, daß die da oben mit gutem Beispiel vorangehen, aber sie tun es nicht. Es geht nicht um Deutschland, nur noch um Kaspereien. Ist es das, was das deutsche Volk will und gewählt hat?) Gruß, jet |
| Montrose | Die CDU hat derzeit die Mehrheit in den Bundesländern. Von daher wäre eine weitere SPD-Regierung handlungsunfähig. Wenn die CDU regiert, dann haben die Oppostionsparteien SPD, LINKE und Grüne die Mehrheit. Und ich denke, daß die Linke trotz aller Vorbehalte zur SPD eher die SPD als die CDU unterstützen würde. Daraus folgt: SPD und CDU können nur gemeinsam noch etwas bewegen. [QUOTE]Ich denke, dass diesem Land ein "Kanzler-Sharing" auf keinen Fall gut tun würde. [/QUOTE]Vielleicht doch. |
| decay73 | Naja, vom "Kanzler-Sharing" halte ich eigentlich nichts. Ob das gut oder schlecht wäre sei mal dahingestellt, auf jeden Fall wäre es albern und würde lediglich der Machtversessenheit der beiden Politiker dienen. Die Bevölkerung will aber anscheinend für die nächsten vier Jahre Stabilität und Kontinuität auch in den jeweiligen Personen. Inhaltlich dürfte sich nicht viel ändern, denn das Regierungsprogramm würde ja in den Koalitionsverhandlungen festgezurrt. Nein, besser wäre es, wenn sich die beiden Parteien einigen und mit einem Kanzler eine für vier Jahre stabile Koalition bilden würden. |
| Montrose | [QUOTE]Die Bevölkerung will aber anscheinend für die nächsten vier Jahre Stabilität und Kontinuität auch in den jeweiligen Personen.[/quote]Warum hat die Bevölkerung dann nicht entsprechend gewählt? [QUOTE]und mit einem Kanzler eine für vier Jahre stabile Koalition bilden würden.[/QUOTE]Stoiber? ;) |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B]Warum hat die Bevölkerung dann nicht entsprechend gewählt? [/B][/QUOTE] Hat sie doch: Es läuft doch logischerweiwe auf eine große Koalition raus und der Wähler geht berechtigterweise davon aus, daß sich die Damen und Herren Politiker im Sinne Deutschlands zu einigen haben, zumal es sich um die beiden großen "Volksparteien" handelt. Zu Stoiber sag ich jetzt besser nicht. Der hat ja schon jetzt aufgrund seiner dummen Kommentare halb Deutschland gegen sich. |
| Menedemos | Eine interessante Alternative habe ich heute in der "Gerd-Show" von Antenne Bayern gehört: Gerd S.: "Du, Angie, wir teilen uns einfach die Macht, was hältst du davon?" Angie: "Sie meinen, Sie zwei Jahre, ich zwei Jahre??" Gerd: "Nöö, du den Osten, ich den Westen, hohoho...!" ;) Die Realität ist leider nicht so lustig. Ich glaube, Schröder will die Verhandlungen über eine große Koalition durch unannehmbare, ja unsittliche Vorbedingungen zum Scheitern bringen. Und dann wird er erklären, daß zum Wohle Deutschlands und so ... bla ... eine stabile Regierung nur mit der PDS zu bilden ist!! Denkt an meine Worte...! :rolleyes: Irgendetwas plant der Mann jedenfalls! (Zitat von weiß nicht mehr von wem, vielleicht darket) |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Menedemos [/i] Angie: "Sie meinen, Sie zwei Jahre, ich zwei Jahre??" Gerd: "Nöö, du den Osten, ich den Westen, hohoho...!" [/QUOTE]Umgekehrt könnte eher ein Schuh draus werden. [QUOTE]Schröder will die Verhandlungen über eine große Koalition durch unannehmbare, ja unsittliche Vorbedingungen zum Scheitern bringen. Und dann wird er erklären, daß zum Wohle Deutschlands und so ... bla ... eine stabile Regierung nur mit der PDS zu bilden ist!! [/QUOTE]Dazu braucht er nur die Agenda21 inklusive Hartz-IV aufzugeben. |
| Menedemos | [QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i] [B]Dazu braucht er nur die Agenda21 inklusive Hartz-IV aufzugeben. [/B][/QUOTE] Mittlerweile fürchte ich, daß er zum Zwecke des Machterhalts sogar dazu bereit ist. :rolleyes: Das einzige, was ihn noch zögernd machen dürfte, ist sein alter "Freund" Lafo. |
| LaChatte | Kanzler-Sharing, warum nicht? Allerdings muss es eine ungerade Zahl sein, damit innerhalb des Kanzleramtes eine Mehrheit gebildet werden kann. Ich schlage als dritten Kandidaten Montrose vor. :p |
| Demon17 | Mit LaChatte als Regierungssprecherin wär das doch mal eine echte Alternative.:D Spass beisete. Die beiden Volksparteien sind schwach wie nie, bei der nächsten Wahl würden sie noch schwächer. Was dann? |
| Tiberon | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]... Was dann?[/B][/QUOTE]Eine breitere Fächerung der Stimmen ist in meinen Augen besser. Wenn noch ein, zwei Parteien hinzukommen würden, und sich dann 7x14% um die Regierung streiten, dann wirds interessant. |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Tiberon [/i] [B]Wenn noch ein, zwei Parteien hinzukommen würden, und sich dann 7x14% um die Regierung streiten, dann wirds interessant. [/B][/QUOTE] Das wären dann ja italiänísche Verhältnisse! Immerhin ist deren Arbeitslosenzahl geringer als bei uns. So falsch kann es also nicht sein (in Sinne von "Gut ist, was Arbeit schafft"). Abgesehen davon landen die beiden 35%-Parteien ja auch nur im Sandkasten und dreschen mit ihren Schaufeln aufeinander ein, weil Angie einen Turm, Gerhard aber eine Mauer bauen wollte. Ich bin mal gespannt, wann das aufhört und sich alle wieder wie erwachsene Menschen benehmen. Was kommt? Natürlich eine Verbreiterung des Parteienspektrums. Der Wähler orientiert sich immer weniger an "langfristige Bindungen", sondern entscheidet spontan nach Sachlage, wie man bei der Wahl sehen konnte. Die Demoskopen müssen sich da schon was neues einfallen lassen. Die Stimmung eine Woche vor der Wahl hat mit dem Ergebnis nichts mehr zu tun. Die meisten überlegen sich das in der Wahlkabine. Jedenfalls haben die "Volks"parteien nicht mehr automatisch den Stellenwert einer "Volks"partei. Die Zeiten, iin denen man ein Leben lang die gleiche Partei wählt, sind halt vorbei, und das ist auch gut so. |
| Tiberon | [QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i] [B]Der Wähler orientiert sich immer weniger an "langfristige Bindungen", sondern entscheidet spontan nach Sachlage, wie man bei der Wahl sehen konnte.[/B][/QUOTE]Weil der Standardpolitiker nur blöde rumlabert. Die bekommen von hier was gesteckt, von da was gesteckt und wissen garnichtmehr, welche Interessen sie nun eigentlich vertreten wollen. Lobbying muß geächtet und schlimmer als Korruption bestraft werden. |
| Odessa | Über zwei Jahre später. Äinschie macht den Job, und ich finde in einigen Dingen nicht mal so schlecht, in anderen Dingen wiederum katastrophal. Aber da nimmt sie sich ja nix mit all ihren Vorgängern. --- Der Wähler orientiert sich immer weniger an "langfristige Bindungen", sondern entscheidet spontan nach Sachlage, wie man bei der Wahl sehen konnte. --- Das ist ein sehr guter Punkt (gewesen), schon damals. Ich sehe es an mir selbst, daß ich wirklich nicht mehr festgelegt bin auf eine Partei. Die Profile sind verschwommen, die Probleme die das Land hat sind jeder Partei bekannt und da ist die Farbe dann fast schon egal, denn die Lösungsvorschläge sind auch nicht wirklich gravierend verschieden. Mehr und mehr entscheiden, so empfinde ich es zumindest, auch eher Bindungen an einzelne "prägnante" Köpfe in einer Partei, wen man wählt. So wie das schon mal war zu Zeiten, als eine SPD einen klugen Kopf wie einen Helmut Schmidt hatte. Da wurde damals von vielen Leuten eigentlich nur "der Schmidti" gewählt und weniger die SPD als Partei. Wo sind heute die Köpfe, die Vertrauensfiguren? |
| Darket | [QUOTE]Über zwei Jahre später. Äinschie macht den Job, und ich finde in einigen Dingen nicht mal so schlecht, in anderen Dingen wiederum katastrophal[/QUOTE] Eigentlich macht sie weder das eine noch das andere, genausowenig wie ihren Job. Sie macht garnix außer Händeschütteln. Hat den vorteil, dass man dabei eben auch nix falsch machen kann. |
| Odessa | :D Naja, damit meine ich, daß sie im Gegensatz zu einem Herrn Schröder z. B. nicht besoffen durch die Medienlandschaft prollt, daß sie sich höflich benimmt im Ausland usw. Und ja, das ist verdammt wenig Gutes was man sagen kann, und es sollte mir zu denken geben daß sowas schon als "positiv" auffällt was früher für jeden Politiker selbstverständlich war... aber hey, man wird genügsam, nach 43 Jahren erlebter Politik hier;-) |
| Trauerwesen | Mir fiel nur auf, dass sie sehr reiselustig ist *g*. Viel machen kann sie hier ja wirklich nicht, die ist ja wirklich nur unterwegs. Als Repräsentant (was sie durchaus ist) ist sie aber nicht so schlecht, das stimmt schon. |
| Demon17 | Unterschätzt sie nicht, sie hat bei Kohl gelernt, über den haben auch viele gelacht und doch hat er dieses Land verändert wie kein anderer. Nun ja, die Folgen der Entspannungspolitik werden manche sagen, doch konnten sich viele in der SPD eine Wiedervereinigung nicht vorstellen. Die Folgen der Agenda 2010 sagen viele, angesichts der sinkenden Arbeitslosigkeit und doch ist es schon eine Leistung der Wirtschaft keine neuen Steine in den Weg legen zu lassen. In der Politik geschieht vieles besser im Stillen. Oft ist es klüger, die Dinge sich entwickeln zu lassen, solange die Richtung stimmt. |
| Odessa | Kohl ist einer der am meisten zu Unrecht verrissenen Politiker dieses Landes. Er hat natürlich viel falsch gemacht, wie jeder Politiker, wie jeder MENSCH es tut in seinem Leben, aber das hält man ja einem Schröder seltsamerweise auch nicht ewig vor oder einem Lafontaine oder einem Schily oder einer Frau Pauli. Aber wenn ich manchmal alte Interviews mit Herrn Kohl höre, den ich selbst nie mochte und auch nie wählte, muß ich rückwirkend doch sagen: er war wenigstens selbst überzeugt davon von dem was er vertrat. Und eine ehrliche Überzeugung zu haben von der Politik, die man vertritt (auch wenn in dem Fall diese Politik nicht "die meine" war), finde ich anständiger als das, was heute diese Polit-Schmierenkomödianten teilweise abziehen, die noch nicht mal ansatzweise hinter den von ihnen gepredigten Zielen stehen. Ich finde es btw. unsäglich respektlos und armselig, daß noch heute Witze über Kohls Figur gemacht werden. Sind wir in der 1. Klasse, wo man seine Mitschüler in kindlich-naiver Grausamkeit hänselte wegen ihrer roten Haare oder ihrer Sommersprossen? Aber die gleichen Leute (Medien, Kabarettisten etc.) wiederum regen sich sofort lautstark auf, wenn jemand zu einem "nicht deutschen Mitbürger" ein harmloses "Ausländer" sagt, von wegen political correctness. Das hat mir aber immerhin gezeigt, wie "ernst" ich viele Deutsche zu nehmen habe in ihren politischen Ansichten und ihrem demonstrativ zur Schau gestellten political correctness-Wahn. Und wie boshaft-gehässig und erbärmlich Einige sind in ihren Witzen, die sie über "Personen des öffentlichen Lebens" glauben reißen zu dürfen. Als ob jemand, nur weil er Kanzler ist, KEIN Recht darauf hätte, daß man sich weder über seine Augenform noch über seinen Taillenumfang noch über seine Schuhgröße so hämisch verletzend ausläßt. Bei "uns Angie" wars dann ja genauso: das Erste was überall zu lesen und hören war, war: "Wie sieht die denn aus, ui die hat Falten unter den Augen, ooh was für ne schreckliche Frisur, iih ist die aber unattraktiv, und was hat die denn für Hosenanzüge an ist ja schrecklick" usw. Ja genau - weil es ja auch so unglaublich wichtig ist für die Staatspolitik, ob die Frau Kanzlerin nun ein blaues oder ein grünes Kostüm anhat und ob es irgendeinen Einfluß auf die Arbeitslosenzahlen hat, ob sie ihre Haare glatt trägt oder gelockt. Haben diese Leute eigentlich auch nur ansatzweise kapiert, daß Frau Merkel weder "Heidi Klums next KlonbarbieDummköpfchen" sein will/soll noch daß sie Vorbild sein will/soll für Sex in the City-Girlies, deren einziger geistiger Lebensinhalt darin besteht, sich über die Anzahl ihrer Blachnik-Pumps und die "Trendigkeit" ihrer Handtäschchen zu identifizieren? Frau Merkel soll Politik machen und weder "Pornstar"-Wichsvorlage sein für ihre männlichen Wähler noch eine "Modeikone" für die weiblichen. edit: Die können ja gerne weiterhin einer "Prinzessin der Herzen-Diana" nachheulen oder sich an den Damen des europäischen Hochadels und an deren outfits besabbern... :rolleyes: Aber von einer Kanzlerin erwarte ich ein bisserl mehr als ständig wechselnde Frisuren "nur weil es die Presse so will" oder "geliftete Gesichtspartien" weil das "kamerafreundlicher" ist... |
| hagzissa13 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Unterschätzt sie nicht, sie hat bei Kohl gelernt, über den haben auch viele gelacht und doch hat er dieses Land verändert wie kein anderer. [...] Oft ist es klüger, die Dinge sich entwickeln zu lassen, solange die Richtung stimmt. [/B][/QUOTE] ...hast wohl auch dazu gelernt, in den letzten zwei Jahren, wenn ich mir diese Aussage von damals von Dir anschaue: [quote][b]Ich glaube das wird nichts mehr mit der Konjunktur...[/quote][/b] ;) [size=1]...ich bin auch immer wieder erstaunt, wie sich meine eigenen Einschätzungen im Laufe der Zeit ändern![/size] |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] Und eine ehrliche Überzeugung zu haben von der Politik, die man vertritt (auch wenn in dem Fall diese Politik nicht "die meine" war), finde ich anständiger als das, was heute diese Polit-Schmierenkomödianten teilweise abziehen, die noch nicht mal ansatzweise hinter den von ihnen gepredigten Zielen stehen.[/QUOTE]Ich stimme dir zu, wobei ich Frau Merkel nicht von den Polit-Clowns ausnehme. Da zolle ich viel eher Herta Däubler-Gmelin meine Hochachtung, die aus dem Amt gefeuert wurde, weil sie aufrichtig zu ihrer Überzeugung stand. [QUOTE]Bei "uns Angie" wars dann ja genauso: das Erste was überall zu lesen und hören war, war: "Wie sieht die denn aus ..."[/QUOTE]Nicht selten steht das Äußere als Metapher für das Auftreten und Verhalten, das man zwar rein gefühlsmäßig ablehnt, aber nicht in wenige Worte fassen kann. So sagen böse Zungen, dass Frau Merkel darum so besch... aussieht, weil sie dauernd anderen Leuten in den Hintern kriecht ... Ein Gegenbeispiel ist (war) Regine Hildebrandt, die von vielen Leuten (zumindest hier im Osten) regelrecht geliebt wurde, obwohl sie nicht aussah wie Lady Diana. |
| Odessa | Oh ja, Frau Däubler-Gmelin...das war auch eine Politikerin mit Charakter. Wie gesagt, man muß nicht zustimmen in den Überzeugungen, aber die Art wie jemand zu seinen eigenen steht und sie vertritt, nötigt fairen Respekt ab. Frau Hildebrandt - ich erinnere mich, eine etwas "herber" wirkende Frau in der Optik... ich muß gestehen, ich hatte immer ein Problem mit ihrer Stimme. Dafür kann sie nichts, das ist auch keine Wertung - nur wenn jemand mit einem Übergehör wie ich "gestraft" ist und sehr empfindlich auf Geräusche reagiert, ist eine sehr laute schrille und/oder hektische Stimme wirklich eine körperliche Qual. Ich konnte der guten Frau selten länger als 1,2 Minuten zuhören ohne physische Probleme. Was natürlich nichts an der Smartheit ihrer Aussagen änderte ;-) Ich hatte kürzlich in "quer", einem echt guten Politmagazin, einen Bericht gesehen über die Politiker-Jugend. Da ging es auch um das Thema Macht-Teilung, wenn auch in etwas anderem und erweitertem Sinne als hier, a la "die Alten gehen, die Jungen rücken nach - Charakterköpfe sind wieder gefragt". Da wurden dann u. a. zwei CSU-Jungpolitiker vorgestellt, die wirklich sehr sympathisch rüberkamen in der Art, wie sie ihre Politik vortrugen und dabei auch als "Persönlichkeit" eine durchaus gute Figur machten. Sie waren fähig, in klaren ganzen Sätzen zu reden ohne rumzustammeln (das zumindest sollte imho ein Politiker, der viel sprechen muß, halt wirklich beherrschen müssen), sie verfingen sich bei Fragen nicht in Widersprüchlichkeiten, sie konnten ihre Ziele und Vorstellungen klar definieren ohne das übliche "Waschzettel-Runterleiern" oder "WischiWaschi-viel reden aber nix sagen"... es scheint noch Hoffnung zu geben, daß die nachrückenden 30-45jährigen in den Parteien doch wieder etwas "Profil" zeigen (dürfen). |
| Ursus | [URL=http://www.youtube.com/watch?v=6r6-YnbODXo]Für alle "Sie-macht-es-doch-nicht-schlecht"-Sager[/URL] |
| Odessa | Wobei die Satireclowns - so sehr ich selbst politisches Kabarett liebe - ja immer eines schuldig bleiben: den Beweis, daß sie es besser machen würden. ;) |
| Montrose | [QUOTE]Oh ja, Frau Däubler-Gmelin.[/QUOTE] Dieselbe Dame wollte den Rechtsweg verkürzen. Bossi hat in seinemBuch "Halbgötter in Schwarz" jetzt schon Mängel des Rechtsweges festgestellt. So erfolgt beim Wechsel von Amtsgericht in die höhere Instanz keine erneute Beweisaufnahme mehr, es besteht nicht einmal mehr ein ausführlicher Protokollzwang, weshalb ein im Amtsgericht unschuldig Verurteilter kaum eine Chance hat, in einer höheren Instanz freigesprochen zu werden. Frau Däubler-Gmeling wollte durch eine noch stärkere Rationalisierung des Rechtswesens noch mehr Risiken eingehen, so dass die Gefahr von Fehlurteilen drastisch erhöht worden wäre. Zum Glück wurde die Dame gestoppt. Es mag sein, dass sie gegen Bush mutig auftrat (dazu braucht man ja auch nur eine gute Gesinnung und keinen Verstand ;) ). Als Rechtsexpertin war Däubler-Gmelin jedoch schlichtweg eine Katastrophe, und Deutschland atmete auf, als die endlich weg war. |
| Ursus | Odessa: Politisches Kabarett hat auch nicht den Anspruch es besser zu machen sondern auf humoristische Art und Weise auf Misstände hinzuweisen. Berechtigte Kritik die den Zweck hat auf Mängel hinzuweisen und nicht jemand die Arbeit und Verantwortung abzunehmen. Noch braucht es keinen Passierschein A38 um seine Rechte als Staatsbürger in Anspruch zu nehmen und in einer Demokratie ist freie Meinungsäußerung noch ein Recht. Auf der "Bis Neulich" DVD wird übrigens auch klar, dass ihm die Entlarvung von Sprachmissbrauch eher ein Anliegen ist, als in den politischen Apparat einzusteigen. |
| Odessa | Vielen Dank für die Belehrung, Meister Petz;-). Aber das wußte ich bereits schon vorher, denn wie gesagt schätze ich politisches Kabarett sehr und war schon zu Besuch in polit. Kleinkunstbühnen a la "Wach und Schieß", als Euereiner noch gar nicht geboren war *G*. Trotzdem erlaube ich mir anzumerken, daß mich gewisse Kabarettisten (das hatte mit Deinem link gar nix zu tun, das war generell), die immer nur in die gleiche (politische) Kerbe hauen, aufgrund ihrer Einseitigkeit etwas nerven, und ferners wage ich weiter zu behaupten daß - auch wenn man etwas humoristisch kritisiert und was ich weder monierte noch was beschnitten werden solle (Dein Hinweis auf Meinungsfreiheit) - man trotzdem damit rechnen muß, mal scherzhaft gefragt zu werden, was man denn selbst für Lösungsvorschläge hätte und wie man es denn besser machen könne, so als Mensch abseits des Satire-Programms. ;) |
| Ursus | Klar aber nach Verbesserungsvorschlägen kannst du auch jeden anderen fragen. Das hat doch mit der Kritik nichts zu tun. Ich war sehr überrascht sowas von dir lesen zu müssen. "Die Satireclowns" haben ein Recht darauf Kritik äußern zu dürfen, ohne es besser machen zu müssen (!). Was können denn die Clowns für die ungerechtfertigten Ansprüche der populistischen Teilzeitkonservativen? ;) |
| Odessa | Auuufpassen Herr Stadtbär, ich bin heute verbal geladen *g*: Ich darf hier doch hoffentlich noch meine Meinung sagen ohne solche fragwürdigen persönlichen Seitenhiebe - oder was soll das bedeuten von wegen populistische Teilzeitkonservative, hmmm? Ich richte mich weder nach populistischen Dingen (dann wäre ich "Hobby-Linke mit grünem Touch" geblieben *g*) noch bin ich Teilzeitkonservative. Ich bin in vielen Dingen werte-konservativ und in anderen so scheißliberal, daß es sogar der PDS zu extrem wäre *G*. Im Ernst: Ich habe immer die Meinung "gelebt", daß ich Leute gerne frage, was sie selbst anders machen würden - so ich diese Leute fragen kann. Einen Dieter Hildebrandt z. B. KONNTE man in München nach den Shows früher immer mal sowas fragen und sich oft auch in politischen Dingen kurz austauschen, ebenso einen Ottfried Fischer in seinem "Schlachthof". Andere wiederum taten das nie, sondern machten "nur" ihre Satire (was allein Sinn der Sache ist, schon richtig) und äußerten sich nicht weiters zum Thema. Müssen sie auch nicht, klar. Aber nur sowas meinte ich damit: es gibt welche unter den Kabarettisten, die selber gute Ideen haben/hatten wie sie es besser machen würden, wären sie Politiker. Und andere Kabarettisten, die das nicht haben oder nicht äußerten - was wie gesagt auch völlig legitim ist, denn es ist ja nicht ihr Job. Das also ist nur meine urprivate eigene Erfahrung und die floß in meine harmlose Bemerkung, als nette Antwort an Dich gedacht wegen des links, mit ein hier. Natürlich ist das aber doch in keinster Weise ein von mir erhobener "Anspruch", es ist nur das, was ich selbst mit einigen Kabarett-Abenden verbinde und was ich als ganz angenehm und bereichernd empfand ;-) |
| Ursus | OK, persönliche Erfahrung akzeptiert. Wer fragen kann und mag, bitteschön. Das habe ich auch nie in Frage gestellt. Nur das du explizit "nervende" Kabarettisten das scherzhaft fragen wolltest, lies einen etwas einseitigen Eindruck bei mir entstehen. Entweder alle oder keinen. Wer sich seine Lieblinge rauspickt, muss sich auch fragen lassen wieso er an sie Ansprüche stellt, die die anderen nicht erfüllen müssen. "Können sie es denn besser machen?" ist eine sehr populistische Rechtfertigungsalternative die in den seltensten Fällen als ernstgemeinte Frage vorkommt. Wird sie mal wirklich als solche behandelt ist dann auch noch fraglich, ob sich der Fragende auch an die Verbesserungsvorschläge hält. Ich habe bisher jedenfalls nur standartisierte Antwortmails von Frau Merkels Büro erhalten, in denen mir für mein Interesse gedankt wurde und in denen mir mitgeteilt wurde, das meine Vorschläge "geprüft" werden. Insofern bleibe ich dabei das das eine populistische Phrase ist und das sagt mir meine Erfahrung. Demnach kann ich guten Gewissens auch mal einen Versuchsballon steigen lassen wenn mir jemand mit diesem Spruch kommt. *G* [QUOTE]Ich bin in vielen Dingen werte-konservativ und in anderen so scheißliberal, daß es sogar der PDS zu extrem wäre *G*. [/QUOTE] Genau das nenne ich Teilzeitkonservativ.:p Nicht zu verwechseln mit den Neocons die bis sie 30 sind die Freuden eines, gelinde gesagt, unsteten Lebenswandel genießen, um sich dann nahtlos in eine etablierte wertekonservative Idylle einzufügen. :q |
| Odessa | --- Nur das du explizit "nervende" Kabarettisten das scherzhaft fragen wolltest, --- Mit nervend meine ich die Sorte, die sich z. B. immer nur auf ein Opfer stürzt. Das war bei einigen früher Herrn Kohls Bauchumfang, der für jeden noch so armseligen Gag herhalten mußte, das war/ist bei anderen eben Frau Merkels Frisur - das hat für mich nicht mehr wirklich was mit guter bissiger Politsatire zu tun, sondern eher was von diesem Wadlbeißertum, wie wir das in Bayern nennen. Für mich ist gutes Politkabarett halt nur dann gegeben, wenn alle Parteien ihr Fett abkriegen und das wegen ihrer Politik, nicht wegen irgendwelcher Äußerlichkeiten der Politiker. ;-) --- Wer sich seine Lieblinge rauspickt, muss sich auch fragen lassen wieso er an sie Ansprüche stellt, die die anderen nicht erfüllen müssen. --- Ok, das ist in Ordnung, natürlich hab auch ich meine "Lieblinge" und bin bei denen nicht so "streng", der Punkt geht also an Dich ;-) --- Ich habe bisher jedenfalls nur standartisierte Antwortmails von Frau Merkels Büro erhalten, in denen mir für mein Interesse gedankt wurde und in denen mir mitgeteilt wurde, das meine Vorschläge "geprüft" werden. --- Oh ja, sowas kenne ich.Am nettesten war bei mir ein FDP-Abgeordneter, der mir in 3 Absätzen zurückschrieb und auch wirklich auf meine Fragen einging (da ging es um die MWSt-Erhöhung); dann gab es noch gute Erfahrungen mit dem SPD-Büro im Münchner Westend, als es um sozialen Wohnungsbau dort ging. Ein CSU-Bürgermeister hier war ebenfalls äußerst kommunikativ und "bürgernah", aber ansonsten - ja, wie bei Dir: Fehlanzeige. Neocons: :D Noch ein Trend den keiner braucht.... |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] Dieselbe Dame wollte den Rechtsweg verkürzen.[/QUOTE]Wenn ich an die Dauer meines letzten Rechtsstreites denke, sehe ich in einer Verkürzung erstmal nichts Schlechtes. [QUOTE]So erfolgt beim Wechsel von Amtsgericht in die höhere Instanz keine erneute Beweisaufnahme mehr, es besteht nicht einmal mehr ein ausführlicher Protokollzwang, weshalb ein im Amtsgericht unschuldig Verurteilter kaum eine Chance hat, in einer höheren Instanz freigesprochen zu werden. [/QUOTE]Hat das die Herta verbockt, oder ist das vielleicht erst das Werk ihrer netten Nachfolgerin? [QUOTE]Frau Däubler-Gmeling wollte durch eine noch stärkere Rationalisierung des Rechtswesens noch mehr Risiken eingehen, so dass die Gefahr von Fehlurteilen drastisch erhöht worden wäre.[/QUOTE]Wenn es wirklich eine [b]Rational-[/b]isierung wäre, die den Namen verdient, dann dürfte die Gefahr von Fehlurteilen eher sinken, weil die Möglichkeiten von Rechtsbeugung und Korruption geringer werden. [QUOTE]Als Rechtsexpertin war Däubler-Gmelin jedoch schlichtweg eine Katastrophe, und Deutschland atmete auf, als die endlich weg war. [/QUOTE]Ich hab's schon immer geahnt, dass "Du bist Deutschland" für mich nicht so recht zutrifft. Ich habe das Übergeben erst so richtig gelernt, seit nicht mehr Frau Däubler-Gmelin unser "Rechtshirte" ist, sondern Frau Bertelsmann-Zypries. [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] Wobei die Satireclowns - so sehr ich selbst politisches Kabarett liebe - ja immer eines schuldig bleiben: den Beweis, daß sie es besser machen würden.[/QUOTE]Dazu hat desillusionierter TTP im Thread [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1573921#post1573921]"Narrenfreiheit"[/URL] Einiges geschrieben ... [QUOTE]Neocons: :D Noch ein Trend den keiner braucht....[/QUOTE]Aber Ilo, du wirst mir doch nicht auf deine alten Tage noch zur Kommunistin werden? :eek: |
| Odessa | Aber Frankie, Du weißt doch daß ich laut Apex ein "Basiskommunist" bin, immer schon war *g*. Nur ist mein Kommunismus nicht der, den die heutigen und gestrigen Genossen darunter verstehen bzw. schon gar nicht das, was in der ehem. UdSSR, China, auf Kuba etc. gelebt wurde bzw. noch gelebt wird. Der einzige mir bisher erfolgreich erscheinende Kommunist war die Figur des "Bürgermeister Peppone" in den Don Camillo und Peppone-Filmen ;-). Keine Sorge also, ich bleibe weiterhin wertekonservativer Liberaler mit basiskommunistischen Anarchiegrundstrukturen in demokratischer Gottgläubigkeit, ohne religiös zu sein. (irgendwann gründ ich meine eigene Partei, ich weiß nur noch nicht was ich dazu anziehen soll, Du weißt, Frauen...):D |