| neutraler Engel | In der Schweiz ist balt Wahltag. In Deutschland bekommt man davon wohl eher weniger mit über, doch die Schweiz, so scheint es, ist gerade ein bisschen am Amoklaufen. Der Wahltag für die Neuwahl des Stände- und Nationalrates rückt immer näher und spätestens seit der Diskussion um Blochers Wiederwahl und den damit verbundenen Gerüchten/Geheimplänen/Verschwörungstheorien nimmt dieser ganze Wahlkampf absurde Ausmasse an. Obwohl ich bei den letzten Nationalratswahlen noch zu jung zum Wählen war, hab ich die politischen Bewegungen immer mitverfolgt und bin jetzt umso erstaunter wie sich der Wahlkampf entwickelt hat. Ist es wirklich nötig, dass die SVP (schweizerische Volkspartei) Wahlkampfspiele mit Zottel (dem Maskottchen der Partei, ein 6 Jähriger Geissbock) ins Internet stellt bei dem scharze Schafe aus der Schweiz gehalten werden müssen, Grüne überfahren werden, ausländische Steuervögte in Tell-manier abgeschossen und schweizer Pässe vor der Verteilung an Ausländer bewahrt werden müssen. Ungeachtet der Tatsache, dass bei der SVP ein mehr als nur latentes Rassismuspotential herrscht, sind sie nicht die einzige Parte (wohl aber die extremste) die im Vorfeld dieser Wahlen ein kaum gezeigtes Werbeverhalten zeigen. Ist dies wirklich nötig? Und wo wird das bei den nächsten Wahlen hinführen wenn wieder der Kantonsrat gewählt wird in ein paar Jahren? Ich hoffe mal, dieses Thema spricht nicht nur die paar Schweizer im Forum an. Wie läuft der Wahlkampf in Deutschland? Wie extrem ist der Wahlkampf bei euch, und wie extrem darf er werden? |
| Devil-Damien | das problem im heutigen wahlkampf ist eh überall das selbe. früher hieß es: wählt uns, wir sind die besten! heute: wählt uns, die anderen sind scheisse! |
| Desengano | wichtig ist halt, wählen zu gehen, um das kleinste übel zu haben. *g* |
| Darket | Das ist ein bißchen platt formuliert. In Deutschland läuft so ein Wahlkampf zumindest von Seiten der etablierten deutlich harmloser. Die Linke stellt da z.T. eine Ausnahme dar, was ich aber v.a. dem Populismus eines Herrn Lafontaine ankreide. Was oben beschrieben wird, würde hier nie durchgehen. |
| LaChatte | [QUOTE][i]Original geschrieben von neutraler Engel [/i] [B] Ist es wirklich nötig, dass die SVP (schweizerische Volkspartei) Wahlkampfspiele mit Zottel (dem Maskottchen der Partei, ein 6 Jähriger Geissbock) ins Internet stellt bei dem scharze Schafe aus der Schweiz gehalten werden müssen, Grüne überfahren werden, ausländische Steuervögte in Tell-manier abgeschossen und schweizer Pässe vor der Verteilung an Ausländer bewahrt werden müssen. [/B][/QUOTE] Das ist ja wirklich nichts Neues, die Messerstecherplakate vor ein paar Jahren waren auch nicht besser... auch wenns damals noch keine online-Version gab. Das Schlimme scheint mir eher, dass die andern Parteien ausser "Hauptsache gegen die SVP!" einfach nichts Substanzielles an Programm haben - soweit (sowenig) ich das im Moment verfolgt habe... |
| Apex | Naja, jetzt [URL=http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,507481,00.html]kritisiert schon die UNO[/URL] den Wahlkampf der SVP als rassistisch und die NPD übernimmt für den hessischen Wahlkampf das Plakat. Was soll man dazu noch sagen? |
| LaChatte | --- bitte die deutsche Brille ablegen und easy bleiben!;) Die Schweiz ist keineswegs dabei, sich in eine faschistische Diktatur zu verwandeln, hat immer noch einen der höchsten Ausländeranteile Europas und das funktioniert auch relativ gut. Vielleicht kommt endlich die linke Hälfte des politischen Spektrums wieder in die Gänge und macht vernünftige Politik, mit Parteiprogrammen und so... s'wär langsam an der Zeit. |
| darkmav | [QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i] [B]Naja, jetzt [URL=http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,507481,00.html]kritisiert schon die UNO[/URL] den Wahlkampf der SVP als rassistisch und die NPD übernimmt für den hessischen Wahlkampf das Plakat. Was soll man dazu noch sagen? [/B][/QUOTE] Man muss halt diese auf Spiegel-Online gezeigten Plakate richtig interpretieren. Hier geht es ja darum, dass die Ausweisung KRIMINELLER Auslaender vereinfacht werden soll. D.h. die SVP ist nicht per se auslaenderfeindlich, sondern richtet sich nur gegen KRIMINELLE Auslaender, wogegen nichts einzuwenden ist. Schliesslich bleibt es jedem Auslaender selbst ueberlassen, das Gaesterecht zu missbrauchen und kriminell zu werden. Dann muss sich derjenige aber auch nicht wundern, wenn er unsanft behandelt wird. Dass kriminelle Auslaender in der Schweiz zu Recht als problematisch angesehen werden, zeigt folgendes Zitat aus dem Spiegel-Artikel: "Tatsächlich ist der Anteil ausländischer Straftäter [...] überproportional gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil." Dass zuegige Ausweisungsverfahren tatsaechlich erfolgreich in der Reduktion der Kriminalitaetsrate haben zeigte sich ja in der Innenpolitik von Guenther Beckstein. Ebenso wird das mit den schwarzen Schafen faelschlicherweise als rassistisch angesehen. Nun ist in unserem Sprachgebrauch ein schwarzes Schaf jemand, der sich anders verhaelt als die weissen Schafe, d.h. in dem Kontext der Wahlplakate jemand, der kriminell geworden ist. Das hat jezt nun mal gar nichts mit der Hautfarbe zu tun - zumal die Schweizer ja die groessten Probleme mit hellhaeutigen Auslaendern (vom Balkan bspw.) haben. Konsequenterweise muesste man dann die negativ besetzte Redewendung "schwarz sehen" auch als rassistisch ansehen. Vielleicht ist dieser UNO-Botschafter noch nicht lange genug im Land, um Redewendungen korrekt interpretieren zu koennen... Fazit: In der Schweiz wird nicht so wie in Deutschland alles und jedes, was nicht Mainstream-kompatibel ist, mit der PC-Keule totgeschlagen - das mag auch damit zusammenhaengen, weil die Schweiz schon immer politisch neutral war. |
| Apex | [QUOTE]Hier geht es ja darum, dass die Ausweisung KRIMINELLER Auslaender vereinfacht werden soll. D.h. die SVP ist nicht per se auslaenderfeindlich, sondern richtet sich nur gegen KRIMINELLE Auslaender, wogegen nichts einzuwenden ist.[/QUOTE] Sein wir doch realistisch, der Zusatz "kriminell" steht da doch nur, weil das sonst auch für schweizerische Verhältnisse zu weit ginge. Und ob jemand, der vielleicht sein ganzes Leben lang in einem Land lebt, dessen Staatsbürger er aber nicht, noch unter sowas wie "Gastrecht" fällt, ist ja nun sehr zweifelhaft. Btw. gibt es meines Wissens in der Schweiz keine Statistik für das gesamte Land, die bei den Tätern nach Staatsangehörigkeit unterscheidet. Da muss sich der Spiegel vertan haben. Fedpol jedenfalls spricht nur von wenigen hundert ausländischen, jugendlichen Straftätern, was schon ein kleiner Unterschied zu den Aussagen der SVP ist. [QUOTE]Dass zuegige Ausweisungsverfahren tatsaechlich erfolgreich in der Reduktion der Kriminalitaetsrate haben zeigte sich ja in der Innenpolitik von Guenther Beckstein.[/QUOTE] Naja, ob da ein direkter Zusammenhang besteht, halte ich für relativ fraglich. Ganz abgesehen davon, sollte man jemand loben, der Probleme lieber von sich weg(ab)schiebt, anstatt sie zu lösen? [QUOTE]Das hat jezt nun mal gar nichts mit der Hautfarbe zu tun - zumal die Schweizer ja die groessten Probleme mit hellhaeutigen Auslaendern (vom Balkan bspw.) haben.[/QUOTE] Wenn man sich da andere SVP-Plakate mit dunkelhäutigen "Bedrohungen" ansieht, dann stellt man da ganz schnell eine Verbindung her. |
| darkmav | [QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i] Btw. gibt es meines Wissens in der Schweiz keine Statistik für das gesamte Land, die bei den Tätern nach Staatsangehörigkeit unterscheidet. [/quote] Laut SVP gibt es die: Siehe [url]http://www.typo3start.ch/sites/ausschaffungd/[/url] [quote] Wenn man sich da andere SVP-Plakate mit dunkelhäutigen "Bedrohungen" ansieht, dann stellt man da ganz schnell eine Verbindung her. [/QUOTE] Kannst Du den Link zu einem solchen Plakat posten? Auf Spiegel-Online habe ich keines gefunden. |
| Apex | [QUOTE]Laut SVP gibt es die: Siehe [url]http://www.typo3start.ch/sites/ausschaffungd/[/url][/QUOTE] Also Mav...du als wissenschaftlich gebildete Person müsstest eine so vereinfachte Statistik doch schon aus Prinzip in Frage stellen oder? Diese Statistik der SVP ist eine einzige Falschaussage, meine Profs würden mir sowas um die Ohren schlagen. Das fängt schon nach dem schönen Wort "Fakten" an. Da steht "Anzahl ausländischer Straftäter", bei der Ursprungsstatistik bei Fedpol steht dagegen "Tatverdächtiger". Der Unterschied dürfte klar sein, vielleicht so klar, dass die SVP sich hier zur Fälschung gezwungen sah...aber ich will da niemand was unterstellen. Die polizeiliche Statistik wiederum verweist sogar explizit darauf, dass es große Defizite bei der Erhebung gibt und die Statistik nicht mehr als ein ganz grober Indikator sein kann. Man plant allerdings eine kompetente Statistik ab 2010 ;) [QUOTE]Kannst Du den Link zu einem solchen Plakat posten? Auf Spiegel-Online habe ich keines gefunden.[/QUOTE] Freili... [URL]http://www.spiegel.de/img/0,1020,974445,00.jpg[/URL] |
| LaChatte | [QUOTE]Laut SVP gibt es die: Siehe [url]http://www.typo3start.ch/sites/ausschaffungd/[/url][/QUOTE] jaaa, wieder das typische Hinbiegen von Statistiken, denn die soziale Struktur wurde nicht berücksichtigt. Dabei ist bekannt, dass Auswandernde zum grössten Teil junge Männer sind, und die sind in allen Kulturen die Aggressivsten von allen. Wenn die Struktur der AusländerInnen ähnlich wäre wie die Struktur der SchweizerInnen - man also rein testhalber ein paar Tausend alte Frauen und Männer aus dem Ausland hierher holen würde - sähe die Sache schon ganz anders aus. Ich glaube nicht, dass Greise und Greisinnen, auch ausländische, viele Verbrechen begehen... [QUOTE]Kannst Du den Link zu einem solchen Plakat posten? Auf Spiegel-Online habe ich keines gefunden.[/QUOTE] Asylmissbrauch-Plakat: [url]http://www.mobinet.ch/aktuell/j07/m06/TN-070625-d1.html[/url] gerupftes Huhn-Plakat und Rattenplakat: [url]http://www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Aug_31_2003.html[/url] "Schweizer sind die Neger"-Plakat: [url]http://www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jul_29_2003.html[/url] .... nun, egal obs gegen die Netten und Linken geht oder gegen AusländerInnen, ich glaub, der Stil ist ungefähr klar geworden? |
| darkmav | [QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i] [B]jaaa, wieder das typische Hinbiegen von Statistiken, denn die soziale Struktur wurde nicht berücksichtigt. Dabei ist bekannt, dass Auswandernde zum grössten Teil junge Männer sind, und die sind in allen Kulturen die Aggressivsten von allen.[/b][/quote] Zumindest in Deutschland ist es so, dass junge Tuerken deutlich krimineller sind als eine Deutsche Vergleichsgruppe. [quote] Freili... [url]http://www.spiegel.de/img/0,1020,974445,00.jpg[/url] [/quote] Hier haben die Haende alle moeglichen Hautfarben. [quote] Asylmissbrauch-Plakat: [url]http://www.mobinet.ch/aktuell/j07/m06/TN-070625-d1.html[/url] gerupftes Huhn-Plakat und Rattenplakat: [url]http://www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Aug_31_2003.html[/url] [/quote] Hier sehe ich nirgendswo Schwarze. Allerdings richten sich diese Plakate gegen Huehner und Ratten, was ja auch nicht nett ist. ;-) [quote] "Schweizer sind die Neger"-Plakat: [url]http://www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jul_29_2003.html[/url] [/quote] Das ist zugegebernmassen provokant. Finde ich durchaus nicht in Ordnung, die Bezeichnung "Neger", die einen dunkelhaeutigen Menschen charaktierisiert, diskriminierend zu verwenden. Jedenfalls wird der Wahlkampf in der Schweiz viel kreativer gefuehrt, als der in Deutschland. Hierzulande machen allenfalls die Gruenen und die APPD lustige Wahlkampfaktionen. Die grossen Parteien trauen sich hierzulande ja gar nichts mehr, aus Angst irgendwo anzuecken. Kann mich ueberigens an Wahlplakate der Gruenen erinnern, wo Burschenschaften in den Dreck gezogen wurden. Hat sich aber so gut wie keiner darueber aufgeregt.. Edit: Wohl doch. Siehe [url]http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,367238,00.html[/url] Uebrigens sind seit neuestem auch die Gruenen rassistisch, denn auch sie beziehen sich auf schwarze Shcafe auf ihren Plakaten. Hier: [url]http://www.gruene-bw.de/fileadmin/gruenebw/dateien/Presse/42-05-PlakataktionOettinger.pdf[/url] ;) |
| casanit | Ich glaub', der Wahlkampf ist insgesamt nicht härter geworden in den letzten Jahren. Was vielleicht härter geworden ist, ist das ganze Drumherum. Ein Freund von mir hat das SVP-Sekretariat in Bern ein wenig "verschönert", worauf die Zeitung von einem Anschlag von linken Chaoten berichtete. Wenige Tage später detonierte (wahrscheinlich als Antwort darauf) in der Reitschule in Bern ein Sprengkörper. Zwar wurde (meines Wissens) dabei niemand verletzt, aber eines Tages könnte sowas schon ins Auge gehen. Irgendwie wirkt auf mich der Wahlkampf und das damit verbundene Schwarz-Weiss-Denken nur noch lächerlich. "Linke Chaoten..."! Mein Freund ist zwar links, aber ganz sicherlich kein Chaot. Ausserdem waren die Verzierungen für "linke Chaoten" teilweise zu subtil und verschlüsselt (hehe, das ist jetzt natürlich von meiner Seite her Schwarz-Weiss-Denken). Auf jeden Fall: während des Wahlkampfs bleibt das gesunde Denken auf der Strecke, scheint mir. Ich hab' mir auch schon überlegt, ob ich für die nächsten Wahlen kandidieren soll. Als Fake-Kandidat, um darüber dann einen Dokfilm zu drehen, der all die Lächerlichkeiten entlarvt. @neutraler Engel > definitiv noch schlimmer als die SVP ist die SD. Obwohl man von denen nicht ganz so viele Plakate sieht. Aber der Ton darauf ist noch harscher. Die PNOS hat (meines Wissens) glücklicherweise (noch) nicht genügend Geld für grosse Plakat-Kampagnen. gx casanit noway ----------------------------------------------------------------- Zum Schluss noch die Wahlkampf-Witze des Tages: Heute früh wollte mir einer dieser Politiker am Bahnhof ein "Gipfeli" in die Hand drücken. Ich war jedoch total gehetzt, um den Zug nicht zu verpassen. Dies schien dieser Herr Politiker überhaupt nicht zu verstehen! Typisch! Die Politiker haben wieder mal NULL VERSTÄNDNIS für die Probleme und Sorgen des einfachen Volkes, grins* Und letzte Woche standen da auch einige PolitikerInnen am Bahnhof. Eine Frau warb mit dem Spruch "...mehr Toleranz" und drückte mir Ihre Wahlkampf-Broschüre in die Hand. Nachdem ich mir die Broschüre dicht vor meine kurzsichtigen Augen gedrückt hatte, las ich: SVP! Die Broschüre ging direkt wieder an die "nette Politikerin" zurück. Sie schien nicht einmal überrascht, anscheinend erlebt Sie das mehrmals täglich, grins* |
| Cagliostro | Das parlamentarische System ist generell in der Krise. Es zeigt sich, dass die Parteien nicht in der Lage sind, sich seriös zu finanzieren und sie geben denjenigen Einfluss, die diesen nicht haben sollten. Die CSU ist u.A. so ein Beispiel, sie regiert Bayern seit fast 60Jahren in nordkoreanischer Weise, es ist wirklich ein Phänomen, warum sie immer wieder gewählt wird, ist sie doch offen korrupt. Sie finanziert sich durch Spenden der korruptesten Figuren der Politszene. Dennoch halten viele Bayern ausrechnet die deutschnationale CSU für die Lordsiegelbewahrerin des Bayerntums. Die Frage ist, wo liegt der Lustgewinn eine langweilige und farblose Provinzfigur wie Huber als Vorsitzenden zu haben? Die bayerischen Interessen in Berlin hat die CSU eh nie vertreten, aber die Interessen der CSU in Berlin wird Huber auch nicht vertreten, dazu ist er zu fad. Beckstein, Beckstein alles muss versteckt sein. Ja, gut ein netter älterer Herr, aber trotzdem keine wirklich gute Wahl. So wird die CSU eines Tages an ihrer internen erzwungenen Geschlossenheit scheitern, einfach weil die begrenzte Auswahl an echten Typen keine Visionäre hervorbringt. Frau Pauli allein ist auch keine grosse Herausforderung, ihr Fehler war es, ohne Hausmacht zu agieren. So wird die CSU immer mehr zu einer Langweilerpartei, die das christliche ohnehin schon lange verloren hat. Sie hat alles dem Mainstream geopfert. Der FDP gleich, sich selbst verraten, nur um am Kabinettstisch in Bonn/Berlin sitzen zu dürfen. Erbärmlich im Grunde. Das könnte in abgewandelter Form in der Schweiz passieren, in dem Moment wo Blocher eine gute Mehrheit hat, wird er auch mit all den Kräften kooperieren, die er verbal jetzt bekämpft und er wird sein eigenes Programm verwässern, um international halbwegs geachtet zu sein. In Österreich ist den Haiderablegern nicht mehr gelungen die Wählerstimmen zu holen, weil der Bärentaler sein eigenes Programm jeden Tag neu von Innen nach Aussen gekehrt hat, gottseidank. Kopftuchverbot allein wird kaum viele Wählerstimmen bringen oder Slogans wie "Daham is Daham" (FPÖ). Bzö und FPÖ bekämpfen sich eh offen, obwohl sie beide das gleiche Programm haben (Steuererleichterung für deutsche Schäferhunde). Die Parteienszene in Mitteleuropa ist nicht in Bewegung. Die Grünen sind an sich gescheitert und ohnehin ist die Protestbewegung des empörten Mittelstandes keine Ausgangsbasis, um wieder mitspielen zu dürfen, die Sozialdemokraten in Berlin und Wien haben August Bebel schon beim Frühstück verraten, wie wird dann erst das Mittagessen? Liberale kann man eh vergessen, weil sie im engeren Sinne eh nur noch wirtschaftsliberal sind. Die Idee der Partei an sich ist gescheitert. Die Idee der Politik wahrscheinlich auch. Wir bräuchten die Möglichkeit zu Wählerlisten und auf unteren Ebenen die Persönlichkeitswahl, wie in den Kommunen. |
| darkmav | [QUOTE][i]Original geschrieben von casanit [/i] [B] Irgendwie wirkt auf mich der Wahlkampf und das damit verbundene Schwarz-Weiss-Denken nur noch lächerlich. "Linke Chaoten..."! Mein Freund ist zwar links, aber ganz sicherlich kein Chaot. Ausserdem waren die Verzierungen für "linke Chaoten" teilweise zu subtil und verschlüsselt (hehe, das ist jetzt natürlich von meiner Seite her Schwarz-Weiss-Denken). Auf jeden Fall: während des Wahlkampfs bleibt das gesunde Denken auf der Strecke, scheint mir. [/B][/QUOTE] Dein Freund scheint mir wirklich nicht mehr ganz gesund zu sein. Das was er gemacht hat, ist eindeutig Sachbeschädigung; d.h. er ist mit sicherheit als "Chaot" einzustufen - ob links, das kann ich nicht beurteilen. |
| darkmav | @casanit: War Dein Kumpel da eigentlich auch dabei? [url=http://www.welt.de/politik/article1242736/Gewalt_ueberschattet_Wahlkampf_in_der_Schweiz.html]Straßenschlachten in Bern[/url] |
| Pooka | Obwohl ich noch zu jung bin um wählen zu gehen und ich mich mit dieser ganzen Wahlkampfsache auch nicht so genau auseinandersetze, bleibt mir nichts anderes übrig als zu sagen, dass ich dieses Getue um Verschwörungen und Geheimpläne lächerlich finde. Dabei verliert man völlig den Überblick, worum es eigentlich geht, die Politik ist da nur noch Nebensache. |
| japanfreak | [QUOTE][i]Original geschrieben von darkmav [/i] [B]@casanit: War Dein Kumpel da eigentlich auch dabei? [url=http://www.welt.de/politik/article1242736/Gewalt_ueberschattet_Wahlkampf_in_der_Schweiz.html]Straßenschlachten in Bern[/url] [/B][/QUOTE] Ich erlaube mir, einfach mal meine Eindrücke so zu posten, wie ich sie schon in einem anderen Forum gepostet habe: Allgemein halte ich von der Svp nicht viel und ich war auch gestern an der Gegendemonstration. Die eigentliche Demo auf dem Münsterplatz mit Hiphop( ) und Reden von einem Zürcher Sp-Nationalrat und einer Betroffenen, die sich gegen die kriminalisierung eines jeden Invaliden (Stichwort: Scheininvalid) wehrte, lief völlig friedlich ab und es war sogar dann ruhig, als eine Wolke Tränengas zu uns gewindet wurde. Als am Mittag um...12 Uhr ...etwa... die autonomen, vermummten Gestalten an uns vorbeizogen worden sie kollektiv ausgebuht und die Veranstalter riefen zur Friedfertigkeit auf. Auch die Zahlen waren anders, als dass sie die SVP veröffentlicht. Die Organisatoren der Gegendemonstration redeten von etwa 4-5000 Gegendemonstranten und 2-3000 Svp-lern. Die SVP wiederum von 10'000 Svplern, was ich jedoch für unrealistisch halte. Das die "autonomen", genauso wie die Rechtsextremen ein Pack von dreckigen, gewalttätigen **** Trotteln ist, ist klar. Und leider werden ihre Taten wieder auf den durchschnittlichen "Linken" zurückfallen. Hierbei muss man die SVP loben, anscheinend haben sie es mit ihren Sicherheitskräften geschafft, einen Rechtsradikalen Block aufzulösen. Das schlimmste war gestern wohl die Polizeipräsenz. Als ich um halb Zwölf (also eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn) den Platz betrat waren auf dem Weg nur etwa 20 Polizisten zu sehen in vier Grüppchen, die irgendwo rumstanden. Später wurden dann Barrikaden aufgestellt, woraufhin die Chaoten einfach einen anderen Weg benutzten. Als ich mal an so einer Barrikade vorbeimusste hatte ich einfach nur mitleid mit den Polizisten. Die Leute machen ihren verdammten Job, mit dem sie sich ihr Leben finanzieren und müssen in einerreihne Ausgänge versperren (imo völlig unterbesetzt). Auch, dass dieser links-extreme Block nicht nur auf SVP-Material (Bühne, infrastruktur) losging, sondern das "Bell"(Verpfelgung) Auto attackirene mussten und 3-4 Autos (Die bestimmt nicht einem "Bonzen" gehören) finde ich absolut verwerflich und ich bin der Meinung, dass die Polizei nach 1-maliger Warnung sofort Gummischrot und Tränengas einsetzen sollen. Alles in allem war es wohl nur für die friedlichen Linken ein schöner Tag. Auch wenn wir gewarnt wurden, auf dem Weg zum Banhof seien Rechtsradikale Grüppchen unterwegs, doch ansonsten war es friedlich und auch die Musik passte gegen ende hin. Die SVP als solche tut mir nicht leid, jedoch finde ich auch die Übergriffe auf SVP-Wähler (nunmal ältere Herren) absolut verachtenswert. ARGH, ich kann meine Wut gegen diese Scheiss Autonomen (diverse schweizer und deutscha Antifa-organisationen und auch grössere italienisch-sprechende Blöcke (Tessin oder Italien)) gar nicht in Worte fassen mfg japanfreak |
| Fuck up Evil | [QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i] [B]Sein wir doch realistisch, der Zusatz "kriminell" steht da doch nur, weil das sonst auch für schweizerische Verhältnisse zu weit ginge. ... [/B][/QUOTE] Oh... !? Auch nicht schlecht... Du weisst ja ganz genau wie so ein Plakat gemeint ist. Da steht zwar kriminelle Ausländer, aber Du weisst ja ganz genau, dass die ALLE Ausländer meinen, das kriminell schreiben die nur so darauf. |
| der fremde | auf dem wdr habe ich vor ein paar monaten eine reportage über ausschreitungen von autonomen in italien gesehen. da wurde die these vertreten dass es gerade die rechten politiker und beamte sind die soweit zulassen dass die autonomen viel schaden anrichten um dann eine gerechtfertigung für härteres durchgreifen gegen demonstranten und radikalere sicherheitspolitik allgemein zu haben. bekräftigt wurde das ganze damit dass die polizei tagelange(es ging um sowas wie demonstrationen bei einem g8 gipfel in italien, der ganze terror ging tatsächlich über tage) nicht ausrückte um ein von autonomen besetztes und nach und nach demoliertes haus(das war irgendsowas wie eine schule oder ein jugendzentrum) von den autonomen zu befreien und diese zu verhaften. als sie dort ankamen war die ganze aktion längst vorbei. dafür gabs dann berichte von friedlichen demonstranten die am ende des gilpfels, in einer schule in ihren schlafsäcken schlafend von der polizei auf übelste angegriffen wurde, tränengas, gummiknüppel schläge zum "aufwecken". unzählige wurden veröletzt, darunter auch viele frauen. knochenbrüche,rausgeschlagene zähne haben sehr viele zu beklagen gehabt, anschließend keine medizinige versorgung, stattdessen irgendwo wie in einem gefängnis eingesperrt, und weitere übergriffe. auch errinere ich mich dass es dort bilder gab wo während des gipfels wie autonome von den polizei wagen heraus mit waffen (schlagwaffen, keine feuerwaffen) versorgt wurden bevor es "losging". das ganze passierte sowas wie 2001 oder so, und jahre später kam das nach und nach in italien ans licht, folge waren anklagen gegen einige verantwortliche beamten, soweit ich mich errinere, zugegeben wurde nichts. ich bin selber kein autonomer und es kam mir auch sehr krass als dass ichs auf anhieb ohne zweifel belassen würde, allerdings bin ich seit der reportage unentschlossen obs nur die autonomen selber das problem sind, oder es nicht tatsächlich kräfte gibt die sie benutzen um die "normalen" linken vorzuführen. eins ist aber natürlich klar: wer als autonomer bei sowas teilnimmt schadet den linken mehr als 10 nazis |
| Ronin76 | @original Schrieb im demokratischen Deutschland würde sich bei solch einer Wahlkampfmethode sofort der Verfassungsschutz einschalten, und es würde von vielen Seiten (vor allem von Seiten der Regierungspartein) der Vorschlag gemacht werden, jene Partei zu verbieten. |
| Apex | [QUOTE]im demokratischen Deutschland würde sich bei solch einer Wahlkampfmethode sofort der Verfassungsschutz einschalten, und es würde von vielen Seiten (vor allem von Seiten der Regierungspartein) der Vorschlag gemacht werden, jene Partei zu verbieten.[/QUOTE] Der Verfassungsschutz schaltet sich in der Regel nicht ein, dazu ist er gar nicht befugt. Er macht nur Notizen, die er dann auswertet und zur Verwendung im kriminalistischen und sozialpolitischen Bereich speichert. Und der Vorschlag die Partei zu verbieten kommt eigentlich nicht so schnell. Es gäbe Empörung, aber wenns nicht grade die NPD ist man mit so einem Vorschlag eigentlich recht zurückhaltend. Man erinnere sich nur an die unsägliche Anti-Ausländer-Kampagne bei Kochs erstem Wahlkampf. |
| Ronin76 | [QUOTE]Der Verfassungsschutz schaltet sich in der Regel nicht ein, dazu ist er gar nicht befugt. Er macht nur Notizen, die er dann auswertet und zur Verwendung im kriminalistischen und sozialpolitischen Bereich speichert.[/QUOTE] Richtig, denn die Drecksarbeit dürfen andere machen. Oder um es mit deinen Worten zu schreiben: "Verwendung im kriminalistischen und sozialpolitischen Bereich" |
| Fuck up Evil | [QUOTE][i]Original geschrieben von serene_fall [/i] [B] Zum Glück sind all diese Initiativen gescheitert.... [/B][/QUOTE] Ja zum Glück... |
| Apex | [QUOTE]Apex, dieser "Kinder statt Inder" Slogan??[/QUOTE] Nein, beim Koch wars eine Unterschriftensammlung gegen die doppelte Staatsbürgerschaft, die während des Landtagswahlkampfes lief und durch die er dann die Wahl gewonnen hat. Das war schon toll wie der Rentner während des Hessenschau-Interviews ins Bild rief: "Wo kann man hier gegen Ausländer unterschreiben?". [QUOTE]Richtig, denn die Drecksarbeit dürfen andere machen.[/QUOTE] Was daran Drecksarbeit sein soll, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Unsere Streetworker beziehen auch teilweise ihre Infos aus dem Verfassungsschutzbericht und die machen bestimmt keine Drecksarbeit...es sei denn es ist wieder "Dreck-weg-Tag"... |
| Ronin76 | Mir ist schleierhaft, was Sozialarbeiter (Streetworker) mit dem VS zu tun haben. Bitte um Aufklärung ! |
| Apex | [QUOTE]Mir ist schleierhaft, was Sozialarbeiter (Streetworker) mit dem VS zu tun haben. Bitte um Aufklärung ![/QUOTE] Als ich in der Ausbildung war, gabs mit ner kleinen Gruppe von 5-6 Neonazis Probleme bei uns und die Streetworker kamen eben zu uns um sich den aktuellen Verfassungsschutzbericht geben zu lassen, um sich ein wenig zu informieren. Wir haben ihnen dann noch n bissl anderen Kram gegeben, was die Landeszentrale für politische Bildung halt hergibt. |
| Ronin76 | Also wenn ich richtig verstehe, arbeitest du selbst bei einer Abteilung des Verfassungsschutzes, dh einer Landeszentrale für politische Bildung Bundesland X, welche ich als administrativen (behördlichen) Verfassungsschutz betrachte, oder hast dort gearbeitet (Ausbildung). Das würde deine erste Reaktion jedenfalls nachdrücklich erklären. Ich lese mir gerade ein paar Dinge von diesem Kram durch. zB die Zeitschrift[URL=http://www.buergerimstaat.de/3_06/diktatur.pdf]Der Bürger im Staat - Bewältigung von Diktaturen[/URL]. Als Dateidokument leider wegen dem Spaltensystem schlecht zu lesen, aber sehr informativ und erstaunlich neutral gehalten. Hat mich inspiriert, einen eigenen Thread zu starten. Vom Verfassungsschutzbericht 2006 kann ich allerdings keinesfalls behaupten neutral zu sein, da er ganz nach Innenminister Schäuble ausgerichtet ist, und meiner Meinung nach sogar Tendenzen einer verfassungsfeindlichen Publikation aufweist. zB ist da die Rede von "Islamischem Extremismus und Terrorismus", und es werden Pseudobeweiße genannt, die überhaupt nicht beweißbar sind, dh es besteht ein sehr manipulativer wenn nicht gar propagandistischer Charakter, welcher sich mit den Interessen der Regierung deckt. |
| Apex | [QUOTE]Also wenn ich richtig verstehe, arbeitest du selbst bei einer Abteilung des Verfassungsschutzes, dh einer Landeszentrale für politische Bildung Bundesland X, welche ich als administrativen (behördlichen) Verfassungsschutz betrachte, oder hast dort gearbeitet (Ausbildung). Das würde deine erste Reaktion jedenfalls nachdrücklich erklären.[/QUOTE] Öhm, nö...ich würde da zwar gerne arbeiten, weil ich das Angebot der Landeszentralen einfach phantastisch finde...vor allem zum Nulltarif...aber ich habe in einer öffentlichen Bibliothek gearbeitet. Und als solche sind wir eben auch als Informationsdienstleister für die verschiedenen Behörden etc. zuständig und arbeiten eng mit den Landeszentralen zusammen. Naja, die Landeszentralen haben nicht wirklich etwas mit dem Verfassungsschutz zu tun, sie geben halt Informationen zu allen wichtigen politischen Themengebieten raus. Geschichte, Sozialpolitik, Wirtschaft, Bundesregierung, Europa usw. Wenn das der aktuelle Verfassungsschutzbericht fehlen würde, würde ich das als Mangel betrachten. Btw. die Publikationen der Landeszentralen sowie der Bundeszentrale werden in der Regel von unabhängigen Spezialisten und Wissenschaftlern geschrieben und das teilweise in einer Qualität, die ich bei so mancher Veröffentlichung von meinen Dozenten vermisse. |
| Ronin76 | Der Zeitungsbericht der Weltwoche.ch ist genauso neutral gehalten wie wenn eine X-beliebige deutsche Zeitung über eine Demo der NPD berichtet. Das ist dann aber nie jemandem peinlich. |
| Apex | [QUOTE]Der Zeitungsbericht der Weltwoche.ch ist genauso neutral gehalten wie wenn eine X-beliebige deutsche Zeitung über eine Demo der NPD berichtet.[/QUOTE] Naja, das Ganze is reine Parteipropaganda, wie man sie hier aus den offiziellen Parteiorganen kennt. Da sind hiesige Zeitungen doch deutlich objektiver. |
| Ronin76 | Der Bericht ist so überzogen und bildlich geschrieben, daß er durchaus amüsant ist. Ich würde gerne wissen, woher der Laienauthor so kleine Details wie das Alter der anscheinend 40-jährige Frau, welche schreiend aus einer Gasse gerannt kam, wusste. Gefragt hatte er sie bestimmt nicht. Da wäre doch das Alter des Authors viel interessanter, welches aber leider verschwiegen wird. Daß Wikipedia ein hervorragendes Werkzeug zur Manipulation ist, wäre ja nichts Neues. Ab und zu kommt es da eben zu Interessenkonflikten, und dann fliegt die Sache auf. |
| Ronin76 | [QUOTE]Diese Seite existiert nicht (mehr) Bitte versuchen Sie, den gewünschten Inhalt über die Navigation oder die Suche zu erreichen, oder kontaktieren Sie einen Administrator. Besten Dank![/QUOTE] |
| LaChatte | Hat sonst noch jemand die gestrige Arena mit all den Parteipräsidenten gesehen? Ich bin ja tendenziell eher links, der Fehr war aber peinlich, und FDP-Präsident Fulvio Pelli hats gesagt: verhindern, verhindern, verhindern! Ich finde es ja auch gut, wenn die Sozialwerke nicht abgebaut werden, oder wenn keine neuen AKWs gebaut werden, aber schön wäre es doch, wenn auch noch Alternativen dazu aufgezeigt würden... nur Nein sagen ist eben noch lange nicht Politik. Die Grüne Genner war ganz OK, allerdings halt allzu reduziert auf grüne Themen, das ganze Klimazeugs... für Ueli Maurer (SVP) ist das Wichtigste "mehr Repression", und er hat munter Statistiken zurechtgebogen und auf nicht sehr seriöse Weise interpretiert, und, äh, war da auch noch einer der CVP? Ich glaub schon, so ein Grosser, Dunkelhaariger, aber der blieb sowas von farblos, ich hab keine Ahnung mehr von seinen Statements. *uff* Und aus diesem seltsamen Haufen soll man nun wählen...? Nun, ich geh mal davon aus, dass es in der Schweiz auch nicht schlimmer ist als anderswo...:D |
| Ronin76 | Wenn man Parteien nach den Wahlkampfaussagen ihrer Politiker wählt, sollte man lieber nicht wählen gehen, denn es liegt in der Natur von Politikern zu lügen und mit dem zu locken, was das dumme Stimmvieh hören will. Nach der Wahl geht dann immer das kollektive Jammern los, weil die bösen Politiker gelogen haben. Oder noch besser: Trotz Ankündigung einer MWST-Erhöhung wurde jene Partei gewählt, welche dies angekündigt und beworben hatte, und die Wähler jener Partei beschwerten sich dann nach der Wahl über die teuren Produktpreise. Wieso macht ihr nicht aktive Nichtwahl, wenn euch schon das Parteienangebot nicht überzeugen kann !? |
| neutraler Engel | Nur mal kurz zu all den Zahlen von wegen die SVP sei die stärkste Partei. Klar haben sie mit inzwischen 27% gesamthaft den grössten Stimmenanteil, aber man sollte dabei auch bedenken, dass bei den Linken die SP mit ihren 21% bei weitem nicht alleine dasteht. In den letzten paar Jahren hat sie die Linke immer mehr aufgespalten, was sicher zu lasten der SP geht, nicht aber der Linken. Die Alternative, junge alternative, Juso und wie sie alle heissen sollte man nicht einfach vergessen, da sie doch auch einen immer wichtigeren Teil des linken Flügels ausmachen. Der einzige Grund, warum die SVP so grosse Wählerstimmen verzeichnen kann ist doch, dass die Rechte/Konservative viel weniger aufgespalten ist (mal abgesehen von SD und PNOS) und im Gegenteil sich in der letzten Zeit sogar eher noch zu einen scheint. Welcher Weg jetzt sinnvoller ist, Aufspaltung oder Vereinigung, wäre wohl Thema für ne neue Diskussion, ich wollte damit auch nur aufzeigen, dass trotz der grossen bösen prozent Zahl die SVP nicht zwingend auch die stärkste Partei ist. |
| neutraler Engel | @serene_fall Also diese Verteilung 60% Rechts, 40% Links scheint mir jetzt doch ein wenig unrealistisch, sind doch die meissten groesseren Staedte tendentiell eher mitte-links orientiert. Generell finde ich diese Aufteilung Links-Rechts zu grob, denn, auch wenn die FDP und CVP ihre verbuendeten schneller wechseln als man nachzaehlen kann, sie, oder besser gesagt ihre Waehler doch eher dem Mittelfeld zuzuordnen sind. Ich kenne die prozentualen Verteilungen nicht auswendig, doch mir scheint trotzdem, dass eine Polarisation, der Lager, wie du sie beschreibst noch nicht so stark vortgeschritten ist. ... aber was nicht ist kann ja noch werden.. (und wird es wahrscheinlich auch) |
| casanit | @serene_fall "Viel Lärm um nichts" - find' ich persönlich nicht. Als ich am Montag im Bahnhof-Restaurant von Burgdorf gemütlich einen Kaffee trinken wollte, kam ein Typ mit einer höchst bedenklichen Botschaft auf dem Pullover zur Tür herein. Auf seiner Brust stand in grossen Lettern: GEGEN DIE JUGEN! und auf dem Rücken war ein Piktogramm mit einem Männchen, das einen David-Stern in den Mülleimer schmeisst. Niemand wagte dazu etwas zu sagen... Wenn eine Folge der letzten Wahl ist, dass in Zukunft solcher Abschaum seine Botschaft ohne Widerstand in der Öffentlichkeit verbreiten kann, dann kann man dagegen gar nicht genug Lärm machen - finde ich. gx casanit noway |
| LaChatte | das ist ja mal spannend, das hab ich gar nicht mitgekriegt... und spannend wird es wohl bleiben! grüsse, barbara |
| neutraler Engel | hmm.. auch wenn Widmer-schlumpf die wahl ablehnt und Blocher daraufhin die wiederwahl wahl gewinnt wird sein Imageverlust wohl noch lange nachhaften. Und fuer Widmer-Schlumpf wird es wohl so oder so eine schwierige Zeit werden. Nimmt sie an, wird es ihr wie Schmidt ergehen und sie wird von der eigenen partei wenn nicht verstossen, dann zumindest doch nicht mehr als vollwertiges mitglied gesehen (siehe schmidt als halber Bundesrat...) Aber auch wenn Widmer-Schlumpf nicht annimmt wird sie wohl noch ein weilchen probleme mit der Zuercherfraktion haben, da sie ja defacto Blocher in der Wahl (wenn auch unabsichtlich) geschlagen hat. Naja ich will nicht in ihrer Haut stecken ud warte jetzt gespannt auf Ihre Aeusserung.. *chch* Blocher hat verloren, da kann man sagen was man will. Denn wenn er doch noch in den Bundesrat kommen wuerde, dann nur noch mit hilfe anderer.. und da erinnert man sich doch noch zu gerne an Werbeplakate wie Blocher staerken, SVP waehlen.. *hehe* :q |
| Apex | Also ich hab mir ja echt Mühe gegeben, die Kommentare und Statements auf SF zu verstehen, aber diese Sprache...diese Sprache... |
| LaChatte | Widmer soll die Wahl doch annehmen, die Zürcher SVP eine neue Partei gründen und aus der SVP austreten und nur noch Opposition machen (Blocher hat ja wieder Zeit für einen Parteivorsitz), die verbliebene SVP könnte Schmid und Widmer wieder in die Fraktion aufnehmen, und alle wären glücklich... :cool: bin ja mal gespannt, was die Weltwoche schreiben wird:D grüsse, barbara |
| neutraler Engel | [QUOTE]Da haben sie's ihm aber gegeben, die Netten, die Linken und die Wankelmütigen! [/QUOTE] *huhu* da haben die CVP (=Wankemuetige/meinungslose) ja doch mal ne eigene Meinung gehabt und was zustande gebracht.. [QUOTE]Deutsche Berichterstattung über die Schweiz ist immer etwas komisch, das mit den 7 Bundesräten ohne Regierungs- und Oppositionspartei kapiert anscheinend niemand so ganz.... [/QUOTE] Also das mit keine Oppositionspartei stimmt ja bald auch nicht mehr so...:rolleyes: Nachdem sich die SVP bei den letzten Wahlen so viel Muehe gegeben hat, die ganze Rechte zusammen zu halten und nicht wie die Linke aufgesplittet zu werde, denke ich, wird es spaetestens jetzt erhebliche reibereien geben. Ich wuerde mich freuen, wenn die sich auf mal ein bisschen aufteilen wuerden.. das macht ja viel mehr Spass.. |
| LaChatte | [QUOTE] SVP-Fraktionschef Caspar Baader kündigte nach der Wahl an, die Partei werde die Politik der Regierung künftig mittels Volksabstimmung bekämpfen.[/QUOTE] Das heisst erst mal gar nichts. Die SVP kann gern eine Initivative starten, das ist ihr gutes Recht, oder auch im Falle eines Falles das Referendum ergreifen... aber wenn da kein Wortlaut steht, was genau geändert werden soll, kann man wirklich nicht abschätzen, ob das dann auch vom Schweizer Volk angenommen werden wird oder nicht. Die SchweizerInnen stimmen in der Regel recht vernünftig ab. grüsse, barbara |
| LaChatte | apropos, noch ein Zitat aus dem Artikel: [QUOTE]Mit dem Rückzug der SVP in die Opposition ist das seit fast 100 Jahren bestehende Konkordanzsystem der Schweiz faktisch zerbrochen.[/QUOTE] Das ist nun doch sehr übertrieben... zuerst muss man mal schauen, was mit der SVP geschehen wird, wie viele sich den SVP-BundesrätInnen anschliessen werden, und wie viele dem Blocherblock. Die SVP stellt heute 30% des Parlaments, davon sind vielleicht die Hälfte Blocheranhänger... und mit 15% hat man noch keine riesige Oppositionspartei. Vor allem, da man im Rest des Parlaments immer noch ein buntes Spektrum an Meinungen und Ideen findet. Die Konkordanz besteht nicht nur im Parlament, sondern auch im Bundesrat weiter. grüsse, barbara |
| Darket | Ich habe sehr gelacht als ich das in den Nachrichten gehört habe. Scheint so als würden die schweizer Nationalisten das Schicksal aller rechts-populistischen Projekte ab einer gewissen Größenordnung teilen. Man vergleiche mal mit Österreich oder der NPD in Sachsen. Irgendwann machen die sich alle lächerlich. Die Welt ist manchmal doch gerecht! |
| LaChatte | [QUOTE] Von der Schlappe wird sich die SVP erholen, schneller als einem lieb sein dürfte...[/QUOTE] Da habe ich so meine Zweifel. Von Blocher hört man nicht mehr viel, seit er nicht mehr Bundesrat ist, und ohne ihn fehlt einfach das gewisse Stück Genialität, das er eingebracht hat. Seine grosse Zeit ist vorbei, und ich hoffe, er wird sich zum Ehrenvorsitzenden oder so wählen lassen, und nicht mehr zu oft öffentlich auftreten. Als grosser alter Mann der SVP wär das wohl die richtige Rolle für ihn, und eine ehrenhafte. Eine kleine Kolumne in der Weltwoche (als Ersatz für Mörgeli vielleicht) oder hin und wieder bissige grosse Interviews, aus einer unabhängigen Position, so wie Helmut Hubacher das hin und wieder macht, das wär wohl das Richtige für ihn. Und die Frage ist, ob die SVP sich nun zu einem Biotop der Fanatiker entwickeln wird (und dann wird sie kaum noch eine so grosse Mehrheit finden), oder ob sie statt personality-dramas endlich wieder mal Politik machen wird. So richtig sachbezogen und solide, und so. Spannend bleibt es im Moment allemal, mal schauen, wie sie die Sache weiter entwickeln wird... grüsse, barbara |
| Darket | [QUOTE]Der Vergleich hinkt... Mit der NPD würd ich die SVP nicht vergleichen, auch wenn die SVP die Parteien am rechten Rand verdrängt hat (zB die Autopartei oder die Schweizer Demokraten)...[/QUOTE] Inhaltlich hinkt der Vergleich, vollkommen korrekt. Ich meine damit nur, dass die Muster sich bei rechts-außen Parteien offenbar gleichen, egal wo in Europa. Ich kenne mich mit der politischen Dynamik in der Schweiz auch nicht wirklich aus, von daher kann ich wenig zur wahrscheinlichen Zukunft der SVP sagen. Fakt ist allerdings, das jetzt hat ihr richtig weh getan, mal sehen was sie draus machen. |
| Darket | Mehrheitsfähig sind sie schon. Populismus ist eine simple und in der Vergangenheit mehr als einmal erfolgreich erprobte Methode Mehrheiten zu beschaffen. In Deutschland passiert das gerade aus der anderen Richtung. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis Lafontaine und seine Stasi-Freunde hier die Politik auch jenseits der Oppositionsbank mitbestimmen. Erfolg hat das ganze meistens. Allerdings neigen solche politischen Gruppierungen dazu sich selbst zu zerfleischen und/oder lächerlich zu machen. Die SVP spaltet sich gerade lustig und haut sich die Köpfe ein. Erinnert verblüffend an das, was, daher auch mein Vergleich, der NPD in Sachsen passiert ist, Haider und seinen Schwachköpfen in Österreich und Ronald "Law and order" Schill in Hamburg. Ich bin hierzulande sehr gespannt ob das ein Phänomen von rechts ist, oder ob dem linken Demagogen Lafontaine ähnliches blüht. Die Aussagen gewisserneugewählter Landtagsmitglieder seiner Partei (bzw. der Liste seiner Partei) deuten in diese Richtung. Der Dauerbeschuss von Gregor Gysi, ohne den Lafontaine einigermaßen tot wäre, wegen seiner angeblichen oder tatsächlichen Stasi-Vergangenheit ebenfalls. Wir werden sehen. |