| Curzon | Ein Thema, über das ich mir in letzter Zeit viel Gedanken mache, Erziehung. Mir ist nämlich klar geworden, daß sich viele meiner Probleme durch meine Erziehung bedingt sind. Nicht daß ich irgendwie schlecht erzogen wurde oder so, eher war ich ein Einzelkind und bin eher verzogen worden...leider. Jetzt würde mich mal interessieren, wie würdet ihr eure Kinder erziehen? Gibt es die Perfekte Erziehung? Ist das erste Kind notwendigerweise ein "Versuchsobjekt" in Sachen Erziehung? Braucht man Geschwister? (ich sage JA!) Wie stark prägt einen die Erziehung? Denkt ihr, daß ihr falsch erzogen wurdet? ------------------ IT IS MY FIRM BELIEF THAT IT IS A MISTAKE TO HOLD FIRM BELIEFS. |
| TwilightSun | Ich denke, man sollte einem Kind viel Freiraum lassen und ihm gleichzeitig die Gewissheit geben, dass immer jemand für ihn da ist. Und am besten erzieht man es ohne dieses ganzen Nintendo etc. Zeug. Und ohne Fernseher. Dann hat es vielleicht den hauch eier Chance, ein intelligenter, selbstständiger Jugendliher und auch Erwachsener zu werden... Und ich denke, ein Kind braucht nicht unbedingt Geschwister. Wenn ich keinen Bruder haben würde, hätte ich heute...ach, egal, ist bescheuert, so etwas zu verallgemeinern. Aber meine Tochter wird definitiv keinen großen bruder haben...und wenn ich dann nur ein Kind habe... nachdenkliche Grüße Twi ------------------ Der Tod ist eine Tür die öffnet, keine, die schließt |
| Colonaell | Erziehung ist eine sehr zweischneidige Sache... Ist zwar ein guter Gedankenansatz von wegen ohen Nintendokram und so, aber seien wir doch mal ehrlich, der markt erzieht die Kinder... Wenn Twi jetzt beschliesst das Kind ohne Elektronikkram und TV grosszuziehen ist es durchaus wahrscheinlich, daß das Kind es in der Schule SEHR schwer haben wird, und gar ausgegrenzt wird, weils halt nie weiß, worums bei den Fernsehsendungen geht, wie das neueste Spiel so aussieht etc etc.... Inidividualität ist ein Luxus den man sich heutzutage nur im Verborgenen leisten kann. Wer ein Kind erzieht, muß meiner Meinung nach SEHR viel Verantwortungsgefühl besitzen, und Feingefühl, weil der Grat auf dem man wandert wird immer schmaler... Ich unterstelle zumindest, daß ein glückliches Kind das Ziel ist... Ich selbst kann nicht unbedingt von einer berauschenden Erziehung berichten. Und ich werde wahrscheinlich auch nie Kinder haben, weil ich die Fehler die ich selbst habe, und die meine Eltern vielleicht gemacht haben nicht wiederholen möchte... Ein Kind ist Verantwortungssache, und kein lebendig gewordener Wunsch... Grüße Col O'Naell |
| l'ange obscur | Ich selber hatte eine eher strenge Erziehung. Und ich denke, es war gut so. Und so versuche ich auch mein Engelchen zu erziehen. Doch gleichzeitig versuche ich immer, ihre Individualität zu födern. Ich hab genaue Vorstellungen, wie sie mals ein soll. ( Klingt fürchtbar, ich weiß) Ich möchte, dass sie selbstbewußt durch's Leben geht. Deshalb hat sie früh Dinge selber tun dürfen. Und tolerant soll sie mal werden. Leben und leben lassen. Aber dafür ist sie noch zu klein. Aber immerhin haut sie niemals von sich aus zuerst. Lässt sich aber auch nichts gefallen von anderen. ICh versuche einfach, ihr die Grundwerte zu vermittel, die ich für wertvoll erachte. Manchmal bin ich wohl auch egoistisch. ICh hab sie von ganz klein an an Pferde gewöhnt. ( Ich reite auch von klein auf) Aber ich würde sie niemals zwingen. ICh könnte noch soooo viel schreiben. |
| herbstelfe | ich hab mir, als ich noch jünger war, immer gesagt, dass ich meine kinder (falls ich je welche haben werde) nie und nimmer so erziehen werde, wie es meine eltern mit mir getan haben. in der zwischenzeit hat sich da einiges geändert. es ist doch nicht alles so verkehrt, wie ich immer glaubte. kinder müssen ihre grenzen haben, sie können ja nicht alles tun, was sie wollen, bzw. nicht alles haben, was sie wollen. ich möchte meine kinder nicht verziehen. sie sollen nur wissen, dass sie geliebt werden und die eltern immer für sie da sind. geschwister finde ich sehr, sehr wichtig. ich hab mich sehr oft mit meinem bruder rumgeprügelt und gestritten. im laufe der jahre kamen wir immer besser miteinander aus, weil wir es langsam lernten, wie man wieder heil aus einem streit herauskommt (ausserdem macht es schlagfertiger [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif[/img] ). also, wenn kinder, dann zwei. elfe |
| Medievalla | Auf jeden Fall wird man sehr stark von der Erziehung beeinflußt, von Anfang an. Viele Leute scheinen aber zu vergessen dass Kinder weder ein Spielzeug, noch Eigentum sind. Man sollte ihnen meiner Meinung nach eine Stütze auf ihrem Lebensweg sein ohne sie in ein Korsett zu zwängen. (im übertragenen sinne). Ich selbst habe im großen und ganzen immer noch dieselben Wertvorstellungen, wie sie mir von klein auf vermittelt wurden. In einigen Punkten habe ich inzwischen eine andere Meinung, aber es war unheimlich schwer sich davon zu befreien..... |
| Seneca | Ich weiß garnicht, ob Eltern überhaupt in der lage sind, Kinder zu erziehen. Eltern neigen einfach zu sehr dazu, es dem Nachwuch recht zu machen. Wie ein altes afrikanischen Sprichwort schon sagt: Es braucht ein ganzes Dorf, um Kinder zu erziehen. Ich bin mit 11 Jahren aus diesem Grund Internatsschüler geworden, weil meine Eltern wohl auch eingesehen hatten, das ich mir als verzogenes Einzelkind einfach zu viele macken angewöhnt habe. Die beste erziehung ist es wohl, wenn man mit anderen aneinander gerät, die eine die eigenen Grenzen aufzeigen. Solange dann jemand da ist, der das in Grenzen hält, ist es das beste was es gibt. So lernt man sehr schnell, das man von den andern nur erwarten kann, was man selbst gibt. Ich glaube das Verhätschelung wohl auf lange Sicht das schlimmste ist, was einem Kind wiederfahren kann. ------------------ >>> Pulvis et Umbra sumus <<< |
| TheSadness | ...erziehung???...ich will die erziehung meiner mutter/eltern nicht missen...hat aus mir ein selbstständig handelndes und denkendes wesen geschaffen... ...habe geschwister und bin dennoch schwierig...naja, mein vater verstarb als ich 11 war...das machte wohl aus mir einen trauerkloß... ...zum thema kinder nun...ich will eigentlich keine...ich will die verantwortung für ein anderes leben nicht übernehmen...so seltsam es klingen mag... ...ich habe angst davor, dass sie so werden könnten wie ich...das ich ihnen einst das gefühl vermitteln könnte, dass das leben nicht lebenswert sei, weil ich selbst so fühle... ...ich will auch nicht am eigenen leib erfahren was ich so bisher meiner mutter angetan habe...trotz, dass sie der liebste mensch ist und mir vieles bedeutet... ...erziehung ist schon eine schwierige sache...die umwelt, das schicksal prägen im grunde das kind was zu beginn von den eltern geformt wurde... ...ich bin nicht so seltsam, weil meine eltern mich verzogen haben... TheSad |
| Custos Noctis | Oh man ... "Mir ist nämlich klar geworden, daß sich viele meiner Probleme durch meine Erziehung bedingt sind." Selbstmitleid ? Seine Schwächen und Fehler auf andere abschieben ? Zu faul sein, sich selbst zu entwickeln und dafür eine Ausrede suchen ? Jetzt kommt bestimmt ein Hammerwiderspruch zu dem oben Genannten. Nein, weil genau sowas wie in den 3 Beispielen ist hier der Fall, und nichts Gegenteiliges. "Ich hab genaue Vorstellungen, wie sie mals ein soll." Jo klingt wirklich furchtbar, und zwar weil das unverantwortlich ist. So einen Satz würd ich nochnicht einmal bei einem Haustier sagen und du sprichst so von deinem Kind... "Und am besten erzieht man es ohne dieses ganzen Nintendo etc. Zeug. Und ohne Fernseher. Dann hat es vielleicht den hauch eier Chance, ein intelligenter, selbstständiger Jugendliher und auch Erwachsener zu werden..." Die Chance, dass dieses Kind in der Pubertät von einem Arzt bestätigt bekommt, dass es geistig weit hinter Gleichaltrigen ist, ist dann aber weitaus höher. Durch ein solches Verhalten wird sie das Kind von den anderen abgrenzen, wenige Freunde haben und später evt. einmal beziehungsunfähig. Ich übertreibe ? Nein. Hab es an 2 Fällen mitbekommen. Da dachten die Eltern auch, dass sie ihrem Kind damit einen Gefallen tun. Intelligenz hat damit nichts zu tun. Und durch soziale Abgrenzung wird man nicht selbstständig. --------------------------------------------- Erziehen ist lenken. Lenken ist ein Nehmen der Individualität. Sowas sollte man nur tun um Extreme zu vermeinden. Extreme auf beiden Seiten (da das vielen nicht in den Sinn kommt). Und das sollte man schon möglichst vorher. Bevor die Richtung in ein Extrem nur annähernd eingeschlagen ist. Hier haben allerdings manche eine ziemlich seltsame Vorstellung von "Erziehung". Das klingt für mich schon, als ob man sein Kind wie ein Bonsaibaum in ganz genaue Formen pressen will. Und ab der Schule werden die Eltern nurnoch eine Nebenrolle in der Erziehung spielen. Ab der Pubertät praktisch garkeine mehr. Geht doch bitte mal alle Diskussionen tiefsinniger und objektiver an und nicht immer nur so subjektiv und seltsam. |
| Curzon | Zitat: |
| Custos Noctis | Ich habe zwar bewusst provoziert, aber streiten wollte ich auch nicht. Nur die Erziehung heutzutage ist nurnoch Müll. Früher war es allerdings genauso ... Fast immer wird versucht, das Kind zu einem Ebenbild von sich selbst zu machen, aber dabei die eigenen Fehler wegzulassen. Wegen völlig normalen Stufen der Entwicklung ,in der Pubertät zum Beispiel, wird so ein Stress gemacht, obwohl es genauso bei den Eltern zu diesem Zeitpunkt auch war. Und bei allen anderen Menschen auch. Vorallem, und das regt mich am Meisten auf, werden Kinder und Jugendliche nurnoch auf Erfolg getrimmt. Unterricht für Instrumente, die das Kind nicht mag, sprachen lernen, die man eigentlich nicht mehr braucht, 10 Nachhilfelehrer und wenn der Sohnemann dann mal ABI hat gehts darum, möglichst einen Beruf zu lernen (studieren), wo man viel Geld verdient. Klingt evt. übertrieben, aber vergleicht dieses Anliegen der meisten Eltern mal mit ihren Bemühungen um die sozialen Kontakte und den Sport und ect. der Kids... Könnte echt ein Buch drüber schreiben langsam.... .... mach ich vielleicht auch mal bei Gelegenheit. |
| Custos Noctis | Weil ich es immerwieder lesen: Seid ihr so überzeugt davon, dass ein Kind automatisch "verdorben" wird, wenn es moderne Unterhaltungsmedien nutzt ? Warum soll sowas einem Kind schaden, wenn es in vernünftiger Form als Freizeit- beschäftigung genutzt wird und nicht um den Eltern Erziehungsarbeit zu ersparen oder zum Lebensinhalt des Kindes wird ? Die Dosis machts. |
| Curzon | @Custos Noctis: Es war früher so, daß die Leute viele Kinder in die Welt setzten, da die Sterblichkeitsrate hoch war, aber zumindest einige überleben mußten, um die Eltern im Alter zu versorgen. Kinderkriegen war damals schon ein egoistisches Motiv. Heute kriegen die Leute wenig Kinder und schenken ihnen umso mehr Aufmerksamkeit und wollen jetzt erst recht, daß sie "was anständiges werden". Und der Hintergedanke mit der Altersversorgung ist trotz staatlicher Rente sicher noch vorhanden. Ich find´s auch zum Kotzen, daß Eltern ihren Kindern immer ihr eigenes Bild von ihnen aufdrücken wollen. Das ist Macht, pure Macht. Eltern haben die Möglichkeit, wirksam Macht und Einfluß auf ihre Kinder zu üben, und Macht korrumpiert bekanntermaßen sofort. Eine interessante Beobachtung nebenbei: TIERE bekommen in Zeiten des Mangels wenig Nachkommen, weil sie nur wenig ernähren können, und in Zeiten des Überflusses viele Nachkommen. MENSCHEN bekommen in Zeiten des Mangels viele Nachkommen, denn wenn einer stirbt, gibt es genug "Ersatz", und in Zeiten des Überflusses wenig Nachkommen...warum?? Wenn der Mensch sich in etwas vom Tier unterscheidet, dann darin. ------------------ IT IS MY FIRM BELIEF THAT IT IS A MISTAKE TO HOLD FIRM BELIEFS. |
| Jaddy | Ich glaube nich das ich falsch erzogen wurde in Bezug auf meine Meinung, da eine meinung durch erziehung entsteht in erster linie... Das ich mit meiner Mutter über nichts reden kann (sex, partnerschaften, liebe und all die wichtigen sachen für mich), das empfinde ich als schlechte erziehung, ich werde es nie können weiss aber nicht warum nicht... Das liegt an der erziehung denk ich mal. Keiner weiss wie man es richtig machen soll, ich glaube das kommt ganz auf das schicksal drauf an was amn als kind so alles erlebt und mitbekommt.... ich bin auch einzelkind, fühle mich aber nicht verzogen...wieder sache der erziehung Wenn ich einmal Kinder haben sollte, was ich natürlich nicht will da ich sowas grausam find, dann würde ich versuchen sie zu tolerant zu erziehen, ihnen das geben was sie brauchen nicht zuviel nicht zuwenig keine strafen <>lieber drüber reden leise aber...dann sollen sie selbst entscheiden was sie tun wollen und wenn sie es falsch enstscheiden-ihrer meinung nach egal wie alt sie sind- dann werde ich keine mühe scheuen ihnen den neuen wünsch zu erfüllen jaddy |
| l'ange obscur | Vielleicht sollte ich erklären, wie ich es meine mit meiner Vorstellung, wie mein Kind später mals ein soll. ( Ich glaube, es ist ein bischen missverstanden worden) Wenn sie irgendwann mal alt ist, soll sie sagen können, dass sie glücklich war und froh ist, geboren worden zu sein. |
| verwirrter Wanderer | hallo, zu Erziehung direkt möchte ich jetzt mal nciht so viel sagen, da ich einerseits denke, dass dies auch sehr vom Kind direkt abhängt! Es ist weit einfacher ein "normales", sportliches, leicht überdurchschnittlich intelligentes Kind (gibts sowas?) zu erziehen, als welche, die vielleicht hyperaktiv ist, überdurchschnittliche Begabung hat oder so... ich denke das ist auch ein wichtiger Faktor, der immer berücksichtigt werden sollte und auf den dann beide Elternteile gemeinsam angemessen reagieren (ich weiß, Wunschdenken) Mal zum Thema Geschwister: Viele sagen, Geschwister sind wichtig... hmmm ich bin versucht euch recht zu geben, doch auch hier gibt es große Unterschiede, welches Geschlecht die Kinder haben, wer der ältere ist, wie lange die Kinder auseinander sind usw. Dies alles beeinflusst natürlich auch das Verhältnis der Geschwister. Mein Bruder z.B. ist 5 Jahre jünger als ich. Dieser Alterunterschied ist doch, besonders in jungen Jahren, so extrem, dass ein vereintes Miteinander bei mir und meinem Bruder so gut wie nicht vorkommt (leider?) Schlagkräftigkeit wird bei mir dadurch auch nicht gefördert, da mein Bruder in Streitsituationen entweder gewalttätig wird (verzweiflungstat... durch die 5 Jahre hat er keine Chance [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/frown.gif[/img]) oder bei meinen Eltern eine verzerrte Geschichte abliefert (ich kann Sprüche wie "du bist doch der Ältere" oder "der klügere gibt nach" nicht merh hören [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif[/img]) Ich denke, wenn Geschwister, dann sollte der Altersunterschied möglichst gering sein um genau solche Dinge zu vermeiden. dunkle Grüße, verwirrter Wanderer |
| claudecahun | Ich erziehe berufsmäßig und mag eigentlich den Begriff "Erziehung" überhaupt nicht. Ich sehe meine Aufgabe eher darin, die Kids zu begleiten, ihnen die Hand zu reichen, wenn sie Unterstützung brauchen, aber immer nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich. So wie ich das mitbekomme, machen sich die meisten Eltern einen fürchterlichen Kopf, wie sie jetzt ihr Kind am besten Erziehen sollen, wie und wo fördern, welches Spielzeug und vielleicht doch mit 4 schon in den Englischkurs? ich finde, da ist sehr viel Natürlichkeit verlorengegangen... Die Eltern haben rasende Anst, etwas falsch zu machen, projezieren ihre eigenen Wünsche in die Kinder, etc... Aber Erziehung ist sehr individuell und kann nie perfekt sein, weil sie auf zwischenmenschlicher Beziehung basiert. So lange ich meinem Kind das Gefühl gebe, das ich es bedingungslos liebe, egal was es tut und ich hinter ihm stehe, ist schon viel gewonnen. Natürlich kann man mit Erziehung auch einiges vermurksen, ganz klar. Aber in diesen Prozeß spielen so viele Faktoren mit hinein.. |
| Nienna | Hatte jetzt keine Zeit die ganzen Postings durchzulesen, aber zu deiner Frage curzon, ob man Geschwister braucht sage ich nein! Ich selbst bin ein Einzelkind und sehr glücklich so. Ich bin nie verwöhnt worden oder sonstiges, ich habe auch gelernt zu teilen und bin fürn Einzelkind so ziemlich sozial, das einzigste ist vielleicht, da ich früher öfters alleine und auf mich gestellt war, dass ich teilweise etwas ruhig bin... Ich denke auch nicht dass ich schlecht erzogen bin, natürlich, das sagen auch meine Eltern, waren sie damals unerfahren, aber ich lebe und ich bin lebensfähig. Ich würde sogar sagen, dass ich mein Kind später mal mit zwei drei kleinen Abweichungen genauso erziehen würde, wie ich erzogen worden bin. Ist es komisch, dass ich ein Kind bin, dass sich über seine Erziehung freut? Grüße, Nienna |
| Asdren | Nun es ist eine Sache wie man kinder erzieht ich werde sie konserativ erziehen. Sehe was es bringt und werde keinen Fernsehr erlauben. Nur Bücher hehe. Der rest ist geschichte mal sehen obs klappt wenn nicht ich sag´s euch OK. |
| Hitomie | Mir geht es ähnlich wie claudecahun... Ich habe auch den Beruf der Erzieherin gelernt, aber liegt zwischen Theorie und Praxis nicht ein Unterschied von Welten? Ich habe auch öfter die Erfahrung gemacht, das manche Eltern meinen: So jetzt geht mein Kind in die Kindertagesstätte, jetzt hab ich mit der Erziehung nichts mehr zu tun...Dabei belgeiten wir die Kinder nur, die eigentliche Erziehung erfolgt nun einmal von den Eltern... Ich habe auch erlebt, das einer Kollegin ein Vater mal angeboten hat: Wenn mein Sohn nicht tut was sie wollen, dann dürfen sie ihn auch schlagen, wenn sie das für richtig halten. Wieso ist Erziehung ein Thema um das sie manche zu viel und andere zu wenig Gedanken machen? |
| Stonehenge | [QUOTE][i]Original geschrieben von TwilightSun [/i] [B]Ich denke, man sollte einem Kind viel Freiraum lassen und ihm gleichzeitig die Gewissheit geben, dass immer jemand für ihn da ist. Und am besten erzieht man es ohne dieses ganzen Nintendo etc. Zeug. Und ohne Fernseher. Dann hat es vielleicht den hauch eier Chance, ein intelligenter, selbstständiger Jugendliher und auch Erwachsener zu werden...[/B][/QUOTE] Ich würde ein Kind jedenfalls auch ohne Fernseher erziehen. Wenn doch einer im Haus wäre (z.B. der der Oma), würde ich nur wenige speziell ausgesuchte Sendungen erlauben. Außerdem würde ich ihm weder ein Handy, noch irgendwelche überteuerten Markenklamotten bezahlen. Dafür aber schon als Kleinkind viel vorlesen um Interesse am Lesen zu wecken und immer viel Bücher und Zeitungen im Haus haben. Außerdem würde ich versuchen dem Kind beizeiten das Skatspielen beizubringen, ist ein prima Langeweiletöter und fördert als angenehmer Nebeneffekt das Kopfrechnen :) Außerdem halte ich noch viel in die Natur gehen sowie das Heranführen an sportliche Betätigung für wichtig. Bei Interesse auch das Erlernen eines Musikinstrumentes. Zum Thema Angst vor Ausgrenzung in Schule usw.: Insofern man selbst und ggf. die ganze Familie plus Freunde für das Kind da ist, ist eine eventuelle Ausgrenzung durch eine "verblödete Mehrheit" zu verkraften. Auf diese Art und Weise lernt das Kind gleich vermutlich eher wenige, aber um so wertvollere Freunde kennen. Mit Wänstern die andere Leute wegen fehlendem Luxus auslachen würde mein Kind auf Dauer vermutlich nicht glücklich werden, also wozu sich mit solchen abgeben. Finanziell würde ich mein Kind zumindest unterhalb der 16, abgeschwächt unter 18 relativ kurz halten, auf jeden Fall so daß das Geld nicht für Zigaretten und ähnlichen Unfug gereicht. Viele Unsitten manifestieren sich nämlich hauptsächlich im minderjährigen Alter, wer mit 18 noch nie eine Zigarette im Mund hatte ist im allgemeinen dann auch vernünftig genug nicht später noch anzufangen. Im Zweifelsfall dann lieber bei sinnvollen Anschaffungswünschen wie Fahrrad selbst etwas dazusteuern als einen Haufen Taschengeld zum Verprassen überlassen. Bin selber so erzogen worden und dank der dadurch erworbenen Sparsamkeit selbst als langjährig geringstverdienender Student nie wirklich Geldsorgen gegenübergestanden. Hatte seinerzeit mal recht ungläubig einen Artikel gelesen in dem für Studenten von einem Lebenshaltungsbedarf um die 700 DM pro Monat ausgegangen wurde, ich selber kam mit rund 400 DMark monatlichem Bafög jahrelang locker einschließlich Miete über die Runden und von bißchen nebenher verdientem konnte ich mir sogar ein älteres Auto unterhalten (angeschafft vom Ersparten während der Zivizeit). Ist aber alles nur ziemlich theoretisch, da sich in nächster Zeit nicht eigentlich ein Kinderwunsch bei mir abzeichnet. |
| Hellscream | Ich finde Janusz Korczaks Ansätze eigentlich für ganz Vernünftig, vor allem seine Rechte der Kinder halte ich für einen richtigen Ansatz. Recht des Kindes auf seinen Tod. Recht des Kindes auf den heutigen Tag. Recht des Kindes so zu sein, wie es ist. [URL=http://www.janusz-korczak.de/]http://www.janusz-korczak.de/[/URL] Konservative Erziehung halte ich in erster Linie für eine Vereinnahmung des Kindes durch ihre Eltern und ich lehne sie somit ab. Das Kind muss die Möglichkeiten besitzen sich frei zu entwickeln. Dabei kommt der erziehenden Person natürlich die Verantwortung zu einen Rahmen für die Entwicklung des Kindes zu schaffen, das heißt dafür zu sorgen das es genug Lern Angebote gibt und das Kind über eine Möglichst Interessen fördernde Umgebung verfügt. Das Fernsehen halte ich insofern für ein Problem da es das Kind dazu anregt passiv zu sein und es zu einem reinen Konsumenten Dasein anregt. [QUOTE]Wieso ist Erziehung ein Thema um das sie manche zu viel und andere zu wenig Gedanken machen?[/QUOTE] Das ist so wie in fast allen Geisteswissenschaften, jeder meint eine Ahnung zu haben, auch ohne eine entsprechende Ausbildung oder anderweitige intensive Annäherung an das Thema. Ab imo pectore Hellscream Midgard Der Moloch |
| kupfer | Allgemein gesagt gibt es wohl nicht die perfekte Erziehung, da jedes Kind anders ist oder einer anderen "Kategorie" angehört (Draussen-Rumrenner, Stubenhocker, Andere-Ärgerer und was weiß ich). Ein Versuchsobjekt ist das erste Kind deswegen noch nicht, aber die meisten Eltern werden wohl beim zweiten Kind vor allem die Methoden anwenden, die beim ersten gut funktioniert haben. Geschwister finde ich sinnvoll, um sozialen Umgang zu erlernen, damit auch im gemeinsamen Urlaub jemand zum gemeinsamen Spielen da ist etc... Dabei sollte dann der Altersunterschied natürlich nicht zu groß sein, oder aber so groß, dass das ältere Kind sich gerne um das jüngere kümmert, das war bei mir und meinem acht Jahre älteren (Halb)bruder der Fall. Ich bin im Nachhinein gesehen, sehr zufrieden mit meiner Erziehung durch meine Eltern und wenn ich selber mal Kinder habe, werde ich wohl vieles ähnlich machen, nur in machen Dingen nicht so extrem wie meine Eltern. Zur Unterstützung von stonehenges Ansicht :): Ich habe während der Grundschulzeit sehr wenig Taschengeld bekommen (Ich meine, es waren 50 Pfennig pro Woche) und fand das damals natürlich nicht toll, da ich eigentlich nie mit den anderen Kindern eben zum Kiosk gehen und ein Eis kaufen konnte etc. Als ich in die fünfte Klasse gekommen bin, gabs dann 5 Mark die Woche, das war Reichtum pur! Ich glaube, aus dieser 50-Pfennig-Zeit habe ich behalten, dass ich heute im Vergleich zu den meisten Freunden relativ wenig irgendwelchen unnützen Krempel kaufe und mir jedesmal überlege, ob ich die Sachen auch wirklich brauche. Ich durfte lange Zeit nur eine halbe Stunde pro Tag fernsehen, und da auch nicht jeden Mist, der für Kinder gesendet wird, sondern eher Sachen wie Sendung mit der Maus etc. Das würde ich als Mutter allerdings weniger krass handhaben, da es nunmal auch gute Sendungen und Filme für Kinder gibt, die länger als 30 Minuten sind; mir wurde in solchen Fällen öfters die Kiste vor der Nase ausgeschaltet:q. Andere Dinge, die ich wohl von meinen Eltern für meine Kinder "weiterverwenden" würde, wären zum Beispiel - konsequent NIE dem Kind Süßigkeiten aus der Quengelabteilung an der Kasse kaufen. Gabs bei mir nicht und hat mir nicht geschadet, fertig. :D Außerdem ist es sehr stressfrei, wenn die Kinder lernen, dass sie danach gar nicht erst fragen brauchen :D - viel nach draussen gehen, die Natur kennen lernen - das Kind mit dem Fahrrad irgendwohin fahren lassen und nicht ständig mit dem Auto rumkutschieren - vernünftiges Essen mit viel Gemüse und Obst und wenig Fertigfraß. - wenn das Kind an einem Thema Interesse zeigt, darüber reden, entsprechende Bücher aus der Bücherei holen etc... (Bei Freunden hab ich mitbekommen, dass Fragen nach unbekannten Wörtern oder Themen abgeschmettert wurden "Das lernst du später in der Schule") - Ganz wichtig, aber wohl erst bei älteren Kindern: Wenn das Kind irgendetwas auf den ersten Blick unsinniges machen will, setzt man sich in Ruhe zusammen und diskutiert gleichberechtigt darüber. Derjenige mit den besseren Argumenten gewinnt :) - Und allgemein: den Kindern nicht den A*** hinterhertragen. Kinder werden wohl kaum verhaltensgestört, wenn sie sich morgens ihr Pausenbrot für die Schule selber schmieren müssen, Geburtstagseinladungen selber schreiben (beides natürlich erst ab einem bestimmten Alter). Das heißt ja nicht, dass man sie nicht auch mal verwöhnen darf... Aber als Negativbeispiel habe ich immer noch diese Situation aus der achten/neunten Klasse im Kopf: Ich hab eine Freundin bei ihr zu Hause besucht; wir bekamen Hunger und wollten uns jeder eine Tütensuppe kochen und zusammen essen. Für sie war da nur das schier unlösbare Problem, dass die eine Suppe 5 Minuten und die andere 10 Minuten kochen sollte :eek: Eine Sache, die meine Eltern bei mir leider zwar angedacht, dann aber doch nich durchgezogen haben, war die zweisprachige Erziehung. Meine Eltern sind zwar beide deutsch, aber mein Vater spricht sehr gut französisch. Falls ich später im Ausland lebe, kommt das mit der Zweisprachigkeit natürlich automatisch. Wenn nicht, würde ich ein Kindermädchen o. ä. einstellen, das nicht (nur) deutsch als Muttersprache hat, falls ich denn eins bräuchte oder mir per Anzeige etc. jemanden suchen, der einfach viel Zeit mit dem Kinder verbringt und es in seiner Muttersprache volllabert :D |
| Valkyria | [QUOTE][i]Original geschrieben von Hellscream [/i] [B]Ich finde Janusz Korczaks Ansätze eigentlich für ganz Vernünftig, vor allem seine Rechte der Kinder halte ich für einen richtigen Ansatz. Recht des Kindes auf seinen Tod. Recht des Kindes auf den heutigen Tag. Recht des Kindes so zu sein, wie es ist. [/B][/QUOTE] *zustimm* allerdings sieht man auch bei Korczak, dass seine praktische Umsetzung leider nicht so recht funktioniert. Perfekte Erziehung gibt es nicht, aber jeder Erziehende sollte stets versuchen, das Ideal zu erreichen. Ich vertrete da vielleicht eine sehr radikale Ansicht, aber manchmal denke ich; wenn man in diesem Land für alles eine Genehmigung braucht, überall beeinflusst wird usw., warum darf jeder Assi (Entschuldigung, aber es ist ja so..) ein Kind in die Welt setzen und ihm mit schlechter Erziehung die Zukunft verbauen darf? Das, was ich im ersten Jahr im Pädagogikunterricht gelernt hab, sollte JEDER, der Kontakt zu Kindern hat, vermittelt bekommen. LG Valkyria |
| Gabriel Bell | Doch das Problem hat mich auch schon beschäftigt - dass man für die beiden vielleicht ausschlaggebendsten Sachen in einem Land keine Genehmigung brauchst: Du kannst ohne Ende Kinder in die Welt setzen (leider in manchen Familien nur um des Kindergeldes willen, was die dann ausbaden dürfen) und du darfst wählen gehen... Ansonsten generell zum Thema...was ich sehr wichtig finde, ist, die Eigenentwicklung eines Kindes zu fördern und es in Hobbies und Leidenschaften immer zu unterstützen. Ich glaube außerdem, dass sich viele Elternteile manchmal nicht bewusst sind, was sie anrichten, wenn sie sich mit den Problemen ihrer Kinder nicht auseinandersetzen. Wieviele depressive Kinder leiden wohl vor allem darunter, dass man sie einfach nicht ernst nimmt...dass man ihnen einfach sagt, sie sollen aufhören mit dem Mist - "andere können es doch auch". Auch in der Erziehung ist bei vielen Eltern wohl leider ein gewisses Schubladendenken vorhanden...von der Unfähigkeit dazwischen zu unterscheiden, dem Kind alle Träume zu ermöglichen oder ihm die eigenen aufzuzwängen mal ganz zu schweigen. In Bezug auf das Fernsehen bin ich sehr zwiegespalten. Einerseits läuft wirklich eine Unmasse an Mist in der Bildröhre, der imho nur abstumpft, andererseits habe ich z.B. mit meiner Mum immer Star Trek geschaut seit ich 5 bin und ich behaupte mal das hat meine Phantasie immer sehr beflügelt, ohne mich dabei allzusehr abzustumpfen - die Auswahl machts. |
| Stonehenge | [QUOTE][i]Original geschrieben von Gabriel Bell [/i] [B]n Bezug auf das Fernsehen bin ich sehr zwiegespalten. Einerseits läuft wirklich eine Unmasse an Mist in der Bildröhre, der imho nur abstumpft, andererseits habe ich z.B. mit meiner Mum immer Star Trek geschaut seit ich 5 bin und ich behaupte mal das hat meine Phantasie immer sehr beflügelt, ohne mich dabei allzusehr abzustumpfen - die Auswahl machts. [/B][/QUOTE] Solang "Stardreck" bzw. "Raumschiff Entenscheiß" ;) im wesentlichen die einzige Serie bleibt sowie Frau Mama bei der evtl. Werbung zwischendurch auchmal wegschaltet oder sich mit einem unterhält sehe ich noch keine Gefahr für die frühkindliche Psyche. Gefährlich wird der Fernsehkonsum erst bei Überschreitung einer kritischen Menge an Sinnlosigkeiten, worunter ich auch und vor allem die Werbung [ausgenommen Mainzelmännchen :)], im erweiterten Sinne aber auch die Nachrichten auf Privatsendern wie RTL 2 ansehe. Hinsichtlich Kindern allgemein sehe ich sowieso nur höchste Verwirrung von allen Seiten. Weltweit gibt es offensichtlich zu viele, in Deutschland angeblich zu wenige aber die "Unterschicht" bekommt nach Meinung einiger wieder zu viele. Kann sich ja jeder raussuchen was ihm gerade gefällt, ich für meinen Teil leiste momentan einen kleinen Beitrag das Wachstum der Weltbevölkerung zu bremsen. Bezüglich Verprassung des Kindergeldes für Zigaretten & Co von einigen würde ich dafür plädieren, dieses nicht in Geldform sondern als Sachleistungen oder z.B. Lebensmittelmarken auszugeben, eine andere Idee statt Auszahlung von Kindergeld wäre wie in der DDR für Jedermann kostenlose Kindergärten bzw. Schulessen und Schulmilch für Pfennigbeträge anzubieten (als meine Eltern das 3.Kind bekommen hatten gabs sogar die 55 Pfennig fürs Mittagessen noch erlassen). Würde die Zweckentfremdung erheblich eindämmen, wäre ja nicht das erste Mal daß unsere Oberen nach der Wende das Rad zum 2.Mal erfinden und dann als Wahnsinnserfolg feiern wollen. Stone |
| Frost_Geist | [QUOTE][i]Original geschrieben von claudecahun [/i] [B]Ich erziehe berufsmäßig und mag eigentlich den Begriff "Erziehung" überhaupt nicht. Ich sehe meine Aufgabe eher darin, die Kids zu begleiten, ihnen die Hand zu reichen, wenn sie Unterstützung brauchen, aber immer nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich. So wie ich das mitbekomme, machen sich die meisten Eltern einen fürchterlichen Kopf, wie sie jetzt ihr Kind am besten Erziehen sollen, wie und wo fördern, welches Spielzeug und vielleicht doch mit 4 schon in den Englischkurs? ich finde, da ist sehr viel Natürlichkeit verlorengegangen... Die Eltern haben rasende Anst, etwas falsch zu machen, projezieren ihre eigenen Wünsche in die Kinder, etc... Aber Erziehung ist sehr individuell und kann nie perfekt sein, weil sie auf zwischenmenschlicher Beziehung basiert. So lange ich meinem Kind das Gefühl gebe, das ich es bedingungslos liebe, egal was es tut und ich hinter ihm stehe, ist schon viel gewonnen. Natürlich kann man mit Erziehung auch einiges vermurksen, ganz klar. Aber in diesen Prozeß spielen so viele Faktoren mit hinein.. [/B][/QUOTE] Ich spreche als angehender Lehrer auch weniger vom Erziehen sondern Begleiten. Grad die Kleinen (ich hab ne Großfamilie) sehen die Welt als Abenteuer und Herausforderung. Als Begleiter muss man ihnen raten und helfen und erklären, aber auch einschränken, strafen und fordern.. Würde man es mit Herr der Ringe ausdrücken, sind Kinder wie Hobbits und der Erzieher wie Gandalf. In erster Linie möchte man seinen Kindern oder Kindern vermitteln, dass sie sich selbst helfen können, um sich zurechtzufinden. Ich kann ein Kind nicht in Watte packen, weil es dem tatsächlichen Leben dann nicht gewachsen ist. Kinder müssen lernen Überlebensfähig zu sein. Vor allem brauchen sie eine Menge anreize, um sich zu entwickeln. Das entwickeln tun sie von selbst, der Erzieher muss dabei nur helfen, wenn das Kind nicht weiterkommt oder eine schädliche Fehleinschätzung bekommt. Ich bin in diesem Sinne auch sehr gut erzogen worden. Unsere Familie hat einen verdammt langen Stammbaum und auch eine erziehende Tradition. Man nennt dies "Germanische Erziehung". Heisst soviel wie, ich habe als Kleinkind Boxen und Ringen gelernt, Tierkunde, Natur, zusammenhänge des Lebens früh an der Natur verdeutlicht bekommen. Das Kämpfen als eine Art sportliche und geistig fordernde Disziplin, um den Umgang mit Gewalt zu lernen. Ich wurde stets dazu gedrängt eigene Ansichten oder Haltungen zu entwickeln, habe aber gleichzeitig eine streng hierarchische Familie erlebt, in der ich als "heranwachsender" nicht das Recht habe, das übrige Familienwesen zu kritisieren, höchstens zu ermahnen. Ich durfte also eine Meinung haben, aber abwiegen, ob diese eine Wichtigkeit hat. Und da sie zumeist im Allgemeinsinne nur meinen eigenen Bedürfnissen genügt, durfte ich sie nicht der Familie vorsetzen aufgrund der Hierarchie. Mein Vater und meine Mutter haben sich immer sehr um mich und meinen Bruder gekümmert und sich als weise Anführer erwiesen. Trotz einer strengen Hierarchie der Familie hatten wir eine Menge Freiheiten und wurden gefördert. AUch schulisch war es nicht wichtig, ob wir überall gut waren, sondern nur, dass wir sozusagen Talente für bestimmte Fächer entwicelten. So störte es meine Eltern nie, wenn ich mal eine 5 in Mathe hatte, sofern ich gleichzeitig in Geschichte, Politik meine 1 nach Hause brachte. Ich habe so ein ausgeprägteres Wertesystem vermittelt bekommen, was stets nach Leistungsfähigkeit und persönlichem Einsatz bewertet und nicht nach Material oder Pragmatismus. Aufrichtigkeit und Ehre spielen bei uns immer noch eine große Rolle. Auch das Ansehen der Frau ist bei uns sehr hoch. Der Rat meiner Mutter war meinem Vater immer ein großes Bedürfnis. Nicht, dass er alleine nicht gekonnt hätte, aber es war ihm immer wichtig, dass meine Mutter als Sprecherin für die Kinder die Sache absegnet. Ich und mein Bruder haben gelernt uns gegen Unrecht zu verteidigen, sofern es sinnvoll ist und gleichzeitig andere zu respektieren und uns selbst zu erniedrigen, dass in sinnvoll ist nach mehr zu streben und DInge in angriff zu nehmen die nicht nur mich sondern die Gemeinschaft weiterbringen. Allerdings haben wir auch gelernt, dass gewisse Menschen keinen Respekt und keine Ehre verdienen und das sind diejenigen, die zu sehr ihr ICH verwöhnen und keine Tugenden entwickeln. Wir verachten kollegial alle Nichts-Könner, Arbeitsfaulen und nicht aufrichtige Menschen. Und das sogar so stark, dass wir sie nicht als unsere Mitmenschen sehen, sondern als Belastung der Allgemeinheit. Wo hat diese Erziehung hingeführt ? Eigentlich dahin, dass mein Bruder und Ich heute sehr erfolgreich sind. Er arbeitet in San Francisco für IBM und ich bin aktiver Sportler, der an Deutschen Meisterschaften teil nimmt und Lehramt studiert. Wir haben beide ein super Abi hingelegt und haben sofort nach der Schule begonnen unser Leben zu organisieren. Uns fehlen jetzt nur noch 2 hübsche Frauen ;), also ich und mein Bruder sind noch frei. Allerdings ist auch diese Erziehung nicht makellos. In uns wurden hohe Erwatungen gesetzt und unser Stand und unser Ansehen war stets davon bestimmt wir erfolgreich wir unser Ding durchziehen. Uns wurde nie gesagt "Mach dies oder dies", sondern "Machs einfach richtig." Was soll man richtig machen ? Nicht alles, aber soviel wie geht. Wir kennen z.B. keine Klischees wie "Männer können net kochen oder bügeln, nähen, putzen". Das sollte jeder Mensch können. Aber gerade uns ist immer wieder unbegreiflich, wie so viele Menschen nicht aufrichtig sein können und nur ihr Ego im Kopf haben. Das sich viele Menschen überbewerten und Dinge einfordern auf die sie kein Recht haben. Das jeder sein Individuum mehr sieht, als den Rest. Unsere Eltern haben uns die Welt nicht schlechter und nicht besser gezeigt als sie ist. Es hätte keinen Sinn gemacht uns kein Fernseh zu erlauben, keine Süßigkeiten und nur in Ökolatschen rumlaufen zu lassen. SIe hätten 2 Weltfremde Menschen erzogen, die sich von der Welt dauernd bedroht und angegriffen fühlen. Ich wollte keinem mit meinem Beitrag sagen, dass er schlecht erzogen wurde, oder seine Kinder schlecht erzieht. Vielmehr zeigt sich, dass Kinder erziehen eigentlich sehr sehr schwer ist. Aber wenn man sich immer Mühe gibt und an das Gute denkt, dass man seinen Kindern für das Leben damit tut, dann kann es meistens net schief gehen, außer wenn Eltern nur an sich denken, was heute leider sehr stark der Fall ist. In diesem Sinne: Danke Vater Danke Mutter Danke Bruder Danke Familie Bis bald |
| laminare | Wenn man sein kind einfach nur bedingunglos liebt, und ihm das auch täglich zeigt, sich das kind dann geborgen fühlt, denke ich, ist schon sehr viel getan. |
| LaChatte | letzthin aufgeschnappt: "es hat keinen Sinn, Kinder erziehen zu wollen, sie machen einem sowieso alles nach":D ich finde, das triffts recht gut. Für Eltern und ErzieherInnen, PädagogInnen etc ist es wichtig, sich selbst zu erziehen, so gut es irgend geht - dann machens die Kids schon nach. Und dann verzeihen sie früher oder später auch Fehler und Ungerechtigkeiten, die man notwendigerweise macht. |
| Acid Princess | Ich denke die perfekte Erziehung gibt es sowieso nicht. Das müssen alle Eltern ihren eigenen Weg finden, aber ich denke wenn sie zu allem Ja und ahmen sagen ist das bestimmt nicht unbedingt förderlich. Also ich bin das erste Kind von zweien und wenn ich wirklich ein Versuchsobjekt war ist das denke ich ganz gut gelungen, ohne jetzt eingebildet zu wirken. Mein bruder ist 3 Jahre jünger als ich und früher haben wir uns immer so richtig gefetzt, auch teilweise echt brutal. Meine Mom war schon total verzweifelt. Aber wenn man älter wir legt sich sowas ja zum Glück und jetzt bin ich echt froh das ich ihn hab. Also alles zu locker sehen in der Erziehung ist nicht gut denke ich, aber man muss natürlich auch den Kinder genug freiräume lassen, damit sie erfahrungen sammeln können und lernen für den Mist den sie verzapfen selbst die Verantwortung zu übernehmen. Und ich denke auch, das es sehr sehr positiv ist wenn man Geschwister hat, dadurch lernt man nähmlich auch ne ganze Menge LG The Princess |
| Mondsilbertaufe | [QUOTE]Mir ist nämlich klar geworden, daß sich viele meiner Probleme durch meine Erziehung bedingt sind.[/QUOTE] Als ich unlängst einen der angesagten "Indoor-Spielplätze" besuchte, kam mir ein ähnlicher Gedanke. Nach einer halben Stunde habe ich das Weite gesucht, weil ich sonst meine gute Mädchenschule vergessen hätte. [QUOTE]"es hat keinen Sinn, Kinder erziehen zu wollen, sie machen einem sowieso alles nach"[/QUOTE] Ich denke, zu hoffen, die Kleinen würde sich schon das beste von einem abgucken ist ein bisschen zu wenig. Man muss mit den Kindern arbeiten. Wenn man sie machen lässt, passiert genau das gleiche wie ich es jüngst erlebt habe: Eltern sitzen in der Ecke und schauen wie die Schafe auf der Weide ihren Kindern hinterher, die sich beleidigend, schreiend und prügelnd ein Spielgerät erkämpfen, mit dem sie andere Kinder quälen können. Warum sitzen die Kinder nicht so brav und phlegmatisch in der Ecke wie die Eltern? Die machen das doch vor. |
| Viking | Tatsächlich denke ich (als verkappter Pädagoge) dass man seinen Kindern ein Vorbild bieten kann- spätestens mit Eintritt in den Kindergarten eines von vielen… The Trick to keep living is to keep breathing. Demnach ist die Erziehung der Kinder eine beständige Aufgabe, die möglichst ohne das „Phlegmatisch in der Ecke sitzen“ vonstatten gehen sollte. Mein Junge ist jetzt 2 ½ und er wird zweimal in der Woche bei der Tagesmutter abgeliefert, wo er eine ausreichende Menge anderer Vorbilder hat und mit dem Eintritt in der Schule wird es exponentiell schlimmer. Man kann seine Kinder nicht vor möglicherweise schädlichen Einflüssen schützen, man kann sie nur darauf vorbereiten, ihnen zu begegnen. Wenn man das schafft, hat man die halbe Erziehungsfrage schon gelöst. Das klappt natürlich nicht für alle Lebensbereiche, schon gar und besonders nicht, wenn man versucht, ihnen etwas krampfhaft zu verbieten- dann wird es noch reizvoller! Ich halte Aufklärung für den Trick. Hätten meine Eltern mich und meinen Bruder über gewisse Dinge aufgeklärt oder es wenigstens versucht, wären mir manche unschöne Kapitel meines Heranwachsens erspart geblieben, wobei man als Elter natürlich in dem Dilemma sitzt, dass der Spross einen nicht über alles, was ihm oder ihr widerfährt auch aufklärt- schon aus Schamgründen. Ich denke da an meine Jugend in der Mittelstufe. Als Zwölfjähriger erhielt ich bereits eine umfassende Kampfsportausbildung, was mir zwar meine körperliche Unversehrtheit relativ bewahrte, mich dennoch (in einer Gesamtschule) von der sozialen Mitte abgrenzte, zumal ich als Streber und Langweiler galt (was nicht nur in amerikanischen HighShoolFilmen nachteilhaft ist). Deshalb kannte ich mit vierzehn nicht nur den Inhalt der Schulbücherei fast auswendig, ich war auch, mit guten Noten ausgestattet und einem hungrigen Geist beseelt, einer der bei den Lehren beliebtesten und bei den Schülern unbeliebtesten Menschen dieser Lehranstalt und mit sechzehn in der Anwartschaft für eine technische Spitzenschule und bei meinen Mitschülern im Rang eines komischen Typen, der so Fantasyzeug liest und so…. Mein sozialer Status hat sich mit Eintritt in die Oberstufe und noch stärker mit meinem Wechsel an die Universität entscheidend gewandelt, doch, im nachhinein, muss ich feststellen, dass ein wenig Aufklärung über meiner Eltern Jugend mir etwas dabei geholfen hätte, in vernünftigen Bahnen zu denken. Dann hätte ich womöglich nicht mit vierzehn angefangen zu rauchen (bin ich bis heute nicht los), hätte nicht zwei Jahre bei der Bundeswehr verplempert und wäre vielleicht auch nicht in verschiedene verhängnisvolle Beziehungen gelaufen. Natürlich ist die Frage nach dem „Was wäre wenn“ hinfällig, schließlich ist es anders gekommen als gedacht, ohne das ich es jetzt ändern könnte, doch wenn ich mein Kind mit dem Konsens meiner Erfahrungen ausstatten kann, wappne ich es zumindest gegen die Fehler, die ich gemacht habe. Gepaart mit den Fehlern meiner Frau ergibt das zumindest ein ansehnliches Repoitare an Dingen, die man vielleicht besser nicht tun sollte oder zumindest eine Anleitung zur Minimierung der sich daraus ergebenen Schäden für Leib und Seele. Zu hoffen bleibt es für mich, da ich ihm nicht wünsche, was mir widerfuhr. Trotz all dieser Erkenntnisse werde ich mit meiner Frau möglichst schnell ein oder zwei Geschwister nachlegen. Anwesende mögen sich ausgeschlossen fühlen, doch ich habe die Erfahrung gemacht (bei mehreren Personen) dass Einzelkinder ausgesprochene Asis sind. Ich will keinen Kultursprenger großziehen! |
| LaChatte | [QUOTE]Ich denke, zu hoffen, die Kleinen würde sich schon das beste von einem abgucken ist ein bisschen zu wenig.[/QUOTE] Nein, das ist schon sehr viel. Lernen durch Imitation ist eine der wichtigsten Formen des Lernens. Aber man muss daran denken, dass sie ALLES abgucken, nicht nur das, was man selbst für das Beste hält. Darum gehts beim Erziehen ja vor allem darum, sich selbst als Erwachsene/r so vorbildlich wie möglich zu erziehen, damits nur wenig Schlechtes gibt, was die Kids nachmachen könnten. |
| Frau Gaia | [QUOTE][i]Original geschrieben von Stonehenge [/i] [B]Ich würde ein Kind jedenfalls auch ohne Fernseher erziehen. Wenn doch einer im Haus wäre (z.B. der der Oma), würde ich nur wenige speziell ausgesuchte Sendungen erlauben. [/B][/QUOTE] In meinen Augen eines der schlimmsten Dinge, die man seinem Kind antun kann. An erster Stelle in Sachen Kindererziehung steht in meinen Augen, dem Kind beizubringen, selbst zu denken. Wer seinem Kind von vornherein die Konfrontation mit sogenannten "negativen Einflüssen" verwehrt, verhindert, dass es sich damit auseinandersetzt und lernt, eigene Urteile zu fällen - damit wird gerade der Grundstein gelegt für dessen Zombierung durch diverse, allgemein gebräuchliche Propagandamittel. Abgesehen davon möchte ich bei dieser Gelegenheit an jene amerikanischen Konservativ-Christen erinnern, deren Nachkömmlinge beim Eintritt ins Erwachsenenalter die ersten sind, die bei den für sie nun zugänglich gemachten Alk-Orgien die Hüllen fallen lassen - was mit Sicherheit nicht im Sinne der ihnen von ihrem Elternhaus angedachten Erziehung liegt. Seine Kinder von Geburt an mit Wissen vollzustopfen (oder besser gesagt: zum Nachforschen anzuregen) kann meiner Ansicht nach hingegen nicht falsch sein, bzw. sollte eigentlich zur Norm werden, wenn man nicht explizit gegen das Selbsterhaltungsvermögen einer Gemeinschaft anarbeiten möchte. Mit Grüßen, Frau Gaia, welche im Alleingang die Geburtenrate Deutschlands um etwa eine Zahl hinter dem Komma anheben wird |
| Mondsilbertaufe | [QUOTE]Mit Grüßen, Frau Gaia, welche im Alleingang die Geburtenrate Deutschlands um etwa eine Zahl hinter dem Komma anheben wird[/QUOTE] Wie machsten das? Mit Kaulquappen? Das würde mich ehrlich interessieren. |
| Arimahn | Wenn man einem Kind nichts anderes als die Glotze vorsetzt wird es selberverständlich irgendwann das Interesse an anderen Sachen (BÜCHERN, Gottverdammt! O.o) verlieren. Deshalb sollte man besonders auf einen ausgewogenen Kontakt mit Medien achten. Ein Kind, dem nie vorgelesen wurde, wird später auch selbst nicht lesen. Und damit beginnt der Teufelskreis. |
| Ayla | Ich weiß nicht, ob es den perfekten Erziehungsstil gibt oder nicht. Aber ich denke, dass eine solche Erziehung nicht konsequent umsetzbar wäre. Dazu müssten die Eltern perfekt sein und so etwas halte ich für unmöglich. Jeder Mensch wird durch äußere Einflüsse und seine Gefühle beeinflusst und handelt vielleicht manchmal entgegen seiner erzieherischen Ansichten. Wichtig ist meiner Meinung nach, wie man mit seinen eigenen Fehlern umgeht und dass das Vertrauensverhältnis zum Kind nicht getsört wird. Denn wenn das Kind weiß, dass es sich auf seine Eltern verlassen kann, dass es geliebt wird, kann glaube ich, nicht allzu viel schief gehen. |
| Frau Gaia | [QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i] [B]Wie machsten das? Mit Kaulquappen? Das würde mich ehrlich interessieren. [/B][/QUOTE] Oh, gute Idee - dass ich da nicht früher schon drauf gekommen bin! :P @Vidar: Ich denke auch, dass man seinem Kind irgendwo auch zutrauen sollte, dass es seine Erfahrungen selber beurteilt. Ein Kind ist schließlich auch nur ein Erwachsener mit wenig Lebenserfahrung - und diese wollen sich ja gewisse Dinge von anderen Leuten auch nicht verbieten lassen. Lange Rede, kurzer Sinn: Ein Kind wird am Ende sowieso nicht das, was man sich immer gewünscht hat, deswegen kann man nichts weiter, als anbieten und schauen, was es draus macht. Weise Worte von der Meisterin herself, Frau Gaia |
| Onissa | Also ich finde es gibt kein richtig und falsch in der Erziehung (mal abgesehen von der Norm der Allgemeinbevölkerung) Man übernimmt nunmal die Fehler und Eigenschaften, aber auch die positiven Eigenheiten die man von seinen Eltern gelehrt bekommen hat. Genauso ist es bei unseren Eltern. Es kommt einfach darauf an, wie man damit umgeht. Ob man stark genug ist die erlernten Dinge auszubauen. (verbessern/verschlechtern) Ich kann bei mir sagen, meine Eltern haben ihr Bestes gegeben. Finanziell und emotional. (Emotional leider nicht viel, da sie es nie anders gelernt oder gesehen haben von ihren Eltern, aber sie haben sich bemüht es besser zu machen! *ihnen in Gedanken Dank* Darum werde ich später auch da sein, wenn sie gewaschen und gepflegt werden müssen :) Carpe Diem Onissa |
| Stonehenge | [QUOTE][i]Original geschrieben von Frau Gaia [/i] [B]In meinen Augen eines der schlimmsten Dinge, die man seinem Kind antun kann. An erster Stelle in Sachen Kindererziehung steht in meinen Augen, dem Kind beizubringen, selbst zu denken. Wer seinem Kind von vornherein die Konfrontation mit sogenannten "negativen Einflüssen" verwehrt, verhindert, dass es sich damit auseinandersetzt und lernt, eigene Urteile zu fällen - damit wird gerade der Grundstein gelegt für dessen Zombierung durch diverse, allgemein gebräuchliche Propagandamittel. [/B][/QUOTE] Bezüglich dem Fernseher habe ich im Bekanntenkreis einige hervorragende Beispiele wie sich Kinder mit stark reglementiertem Fernsehzugang gegenüber solchen entwickeln wo schon die Eltern jeden Abend vor der Glotze hängen. Eigene Urteile zu fällen lernt man eben besser außerhalb des Fernsehens und der einem in diversen Sendungen vorgegaukelten Wirklichkeit. Ist das Kind erstmal etwas älter und hat die Fähigkeit gewonnen sich kritisch und nicht nur konsumierend mit der Fernsehmaterie auseinanderzusetzen hat es hoffentlich genügend Substanz gewonnen auch später folgenden "negativen Einflüssen" zu widerstehen. [QUOTE][i]Original geschrieben von Frau Gaia [/i] [B]Abgesehen davon möchte ich bei dieser Gelegenheit an jene amerikanischen Konservativ-Christen erinnern, deren Nachkömmlinge beim Eintritt ins Erwachsenenalter die ersten sind, die bei den für sie nun zugänglich gemachten Alk-Orgien die Hüllen fallen lassen - was mit Sicherheit nicht im Sinne der ihnen von ihrem Elternhaus angedachten Erziehung liegt. [/B][/QUOTE] Abgesehen davon, daß ich von dem Geisteszustand nicht weniger Amerikaner keine so hohe Meinung besitze (hat die letzte Präsidentenwahl einmal wieder bestätigt, vielleicht liegts daran daß dort das Privatfernsehen schon länger und noch umfangreicher existiert als hierzulande). [QUOTE][i]Original geschrieben von Frau Gaia [/i] [B]Seine Kinder von Geburt an mit Wissen vollzustopfen (oder besser gesagt: zum Nachforschen anzuregen) kann meiner Ansicht nach hingegen nicht falsch sein, bzw. sollte eigentlich zur Norm werden, wenn man nicht explizit gegen das Selbsterhaltungsvermögen einer Gemeinschaft anarbeiten möchte. Mit Grüßen, Frau Gaia, welche im Alleingang die Geburtenrate Deutschlands um etwa eine Zahl hinter dem Komma anheben wird [/B][/QUOTE] Besser als Vollstopfen halte ich wie gesagt schon Interesse wecken für Wissen/Zusammenhänge, was einschließt daß man sich intensiv mit den Kindern abgibt und vor allem auch aktiv wird.[1] Inwieweit das möglich ist wenn man aller reichlich 9 Monate ein weiteres in die Welt setzt (mehr zur Geburtenrate beitragen ist abgesehen von Mehrlingen nicht möglich), sollte am besten jeder selbst abschätzen. Durch Einführung des Elterngeldes könnte sich der Geburtenturnus einiger "vom Erziehungsgeld Lebenden" ja von aller 2 Jahre auf aller 1 Jahre beschleunigen... [1] Häufige Ausflüge in die nahe Umgebung bringen da u.U. wesentlich mehr als 3 Wochen Urlaub in der Südsee und den Rest des Jahres schwer malochen um den Lebensstandard nur ja nicht zu verlieren. Schattengrüße, Stonehenge |
| belladonna | [QUOTE]Natürlich ist die Frage nach dem „Was wäre wenn“ hinfällig, schließlich ist es anders gekommen als gedacht, ohne das ich es jetzt ändern könnte, doch wenn ich mein Kind mit dem Konsens meiner Erfahrungen ausstatten kann, wappne ich es zumindest gegen die Fehler, die ich gemacht habe. Gepaart mit den Fehlern meiner Frau ergibt das zumindest ein ansehnliches Repoitare an Dingen, die man vielleicht besser nicht tun sollte oder zumindest eine Anleitung zur Minimierung der sich daraus ergebenen Schäden für Leib und Seele.[/QUOTE] Erstmal zu "was wäre wenn" du hättest trotzdem getan was du getan hast. Das Kind möchte ich mal erleben, daß den Erfahrungen seiner Eltern traut und dann brav ihren Rat befolgt:D Ein großer Fehler ist es schonmal, zu versuchen sein Kind vor den Fehlern zu bewahren die man selbst gemacht hat. Das funktioniert nicht! Man macht sich nur selbst verrückt und überträgt seine eigenen Existensängste auf das Kind, daß dann vielleicht erst recht mit einer Erfahrung konfrontiert wird, die es so wahrscheinlich nicht gemacht hätte. (passiert mir mit meinen Kiddies leider auch oft) Das Kind ist kein Neutrum es ist ein eigenständiges Wesen mit eigenen Charakterzügen und einer anderen Lebenseinstellung. Meine Tochter z. B. erzieht eher uns als umgekehrt:D Aber das macht nix, denn sie ist eigentlich sehr vernünftig und tut selten etwas unüberlegtes. Wichtig ist, meiner Meinung nach, sein Kind anzunehmen, es zu kennen und ihm zu zeigen, daß es so wie es ist geliebt wird. Ich habe auch festgestellt daß gemeinsame Unternehmungen und das tägliche gemeinsame Abendessen sehr positiv sind. Unsere Kinder bringen mein Mann und ich auch bis auf seltene Ausnahmen immer gemeinsam ins Bett und wir singen dann immer zusammen "Der Mond ist aufgegangen" als Schlaflied. Ich denke so etwas brauchen Kinder. Eine Konstante auf die sie vertrauen können, daß gibt ihnen ein Gefühl von Sicherheit. Und dann drehen sie auch nicht so am Rad und hören viel besser auf einen, weil sie ausgeglichener sind. Aber trotzdem ist man leider auch nur ein Mensch und macht genau die Fehler die man nie machen wollte und ist ungerecht. Letztenendes sollte man seinem Gefühl vertrauen. Wenn man ein mulmiges Gefühl hat bei einer Erziehungsmaßnahme, dann war sie wohl auch nicht richtig. |
| Odessa | Hier schließe ich mich absolut Belladonna und Seneca an ;) . Was mir auffällt in Deutschland ist, daß sehr viele Eltern völlig überfordert zu sein scheinen mit der Erziehung ihrer Kinder. Sie setzen sie in die Welt, finden sie niedlich und goldig solange sie Säuglinge sind und "gut" auf Fotos rumgereicht werden können, hutschigutschi ooch guck mal die süüüüßen Händchen eieiei.... aber dann gehts los: wie, man muß sich drum kümmern daß das Kind, sobald es laufen kann, das auch tun kann - auf einem Spielplatz, im Wald, um einen See drumrum, über eine Wiese, und daß es sich dabei austoben und schreien und spielen soll und muß. Wie, ein Kind braucht "Regelmäßigkeiten" und gewisse feststehende Rhythmen und Rituale, an die es sich erstmal orientieren kann, bis es seinen eigenen Weg findet? Und wie, ein Kind steht doch tatsächlich VOR 10 Uhr mittags auf, ich kann also nicht einfach die Kinderzimmertür absperren und es von morgens 6 Uhr weg schreien lassen nur weil es um die unchristliche Uhrzeit doch tatsächlich schon wach und hungrig ist und ein Frühstück will (das ICH als Mutter oder Vater gar noch täglich die nächsten Jahre lang zubereiten müßte?) Wie, ein Kind muß gewisse Regeln und Werte des humanen Miteinanders vermittelt bekommen wie "nein man tritt nicht mit Füßen auf seine Mitmenschen ein, nein man quält keine Tiere, nein es ist nicht okay der Frau im Bus einfach ins Gesicht zu spucken weil Du das lustig findest" usw. Was ich hierzulande gerade bei jüngeren Eltern als "Erziehung" erlebe, läßt mir oft echt die Haare zu Berge stehen: Eltern die "Angst" vor ihren sie schlagenden Kindern haben, weil die Eltern es versäumten, ihrem Kind Grenzen zu setzen. Mütter die sich - obwohl sie den ganzen Tag Zeit hätten weil sie nicht arbeiten müssen - kein Stück um ihre Kinder kümmern, sie nur vor dem PC abhängen lassen und ihnen täglich 5 oder 10 Euro in die Hand drücken mit dem Satz "Kauf Dir was zu Essen und sieh zu, daß Du bis Mitternacht wieder daheim bist". Väter die vor ihren Playstations hocken oder in der Kneipe oder vorm Fernseher, statt mit ihren Kindern auf den Bolzplatz zu gehen, einen Ausflug zu machen oder mit ihnen einfach nur zu reden. Kinder, die so "zivilisationsdegeneriert" sind (wofür sie nichts können in dem Fall), daß sie schon mit 10 Jahren keine 500 Meter am Stück mehr laufen können weil sie Tag und Nacht nur daheim hocken ohne sich zu bewegen. Weil es die Eltern ja genauso machen und ihren Hintern nicht zu mehr bewegen als zu "Flasch Bier holen, Pizza bestellen und höchstes Level beim neuen PCspiel erreichen". Kinder, die mit 10 rauchen und mit 12 saufen und auf der Straße abhängen weil die Eltern "keine Zeit" haben sich um sie zu kümmern. Nennt mich konservativ und spießig, aber ich find sowas reichlich "un-schick" und kein Zeichen irgendeiner Freiheit, sondern ein armseliges Zeichen einer halt- und wertelosen Gesellschaft, der ihre Kinder völlig egal sind. Ich habe es oft erlebt, daß ich mich dumm anreden lassen mußte von ERWACHSENEN!, wenn ich einem randalierenden Kind in einem Bus mal ein freundliches "Würdest Du bitte aufhören damit, mit den Fäusten an die Scheibe zu schlagen/mit Deinen Schuhen auf der Sitzbank zu hüpfen/Dein tropfendes Eis an der Scheibe zu verschmieren?" sagte. Da hieß es dann sofort "jaa typisch, das kinderFEINDLICHE Deutschland, in Italien/Spanien/etc. würde sowas nicht passieren". Woraufhin ich dann immer nur erwiderte: "Stimmt, denn in diesen Ländern lieben die Eltern ihre Kinder für gewöhnlich sehr, kümmern sich um sie und deswegen erziehen sie sie auch noch selbst." Wurde nie verstanden, liegt also sicherlich - mal wieder - nur an meiner Dummheit und "konservativen Beschränktheit" ;-) |
| Montrose | Eltern sind verunsichert. Wenn es keine gesellschaftlich verbindlichen Normen mehr gibt, ist auch nichts mehr da, was man den Kindern als verbindlich weitergeben könnte. Wenn heutzutage 12jährige mit Sidos arschficksongs oder irgendwelche Hopper von drugs und Fresse einschlagen und guns singen, und niemand geht da dazwischen...... wie kann man denn da überhaupt noch glaubwürdig rüberbringen, dass es so etwas wie Ethik gibt. Die "nachlässigen" Eltern tun ja nur das, was längere Zeit von der Pädagogik als "gut" bezeichnet wurde. Anti-autoritäre Erziehung und Konsorten. Und dass sie ihren Kindern Geld für Süßkram, Hamburger oder Killervideos in die hand drücken, ist ja gesellschaftlich auch erwünscht. Immerhin sichert das Arbeitsplätze. Der Kapitalismus ist nun mal nicht kindgerecht. Jetzt bekommen die Eltern genau für das, was ihnen jahrelang propagiert wurde und was sie strikt einhielten, auch noch eins auf den Deckel. Wie unfair. Eltern müssen gegen soviel ankämpfen: Medien, verfehlte Familienpolitik, gleichgültiger Zeitgeist usw. .... Anders ausgedrückt: die Eltern sind doch auch nur Opfer des Systems. Und sie noch mehr zu verunsichern, indem man auf ihnen rumprügelt, macht die Sache ganz gewiss nicht besser. Man könnte sie zur Abwechslung doch auch mal loben. Vielleicht wäre das produktiver als ständig auf ihnen einzuprügeln und ständig darauf hinzuweisen, dass es andere viel besser können... ganz egal, ob das jetzt Finnen, Amerikaner oder Leute mit anderer Geschlechtsorientierung sind ...... Eltern wqird doch ständig vermittelt: du machst alles falsch, du bist nicht so gut wie andere. Im Prinzip ist das nichts anderes als Mobbing. Hexenjagd auf die deutsche Familie. |
| Organdi | [QUOTE][i]Original geschrieben von Curzon [/i] Jetzt würde mich mal interessieren, wie würdet ihr eure Kinder erziehen?[/QUOTE] streng und konservativ, anders würde ich wahrscheinlich nicht können. das heiß' jetzt aber nicht, dass ich meine kinder mit gewalt erziehen werde und dass sie dann am ende völlig verbittert sind- um Gottes willen! aber ich finde, man muss schon eine strenge haltung an den tag legen, sonst hat man bei den kleinen keine chance. dabei muss man aber weiterhin eine person des vertrauens bleiben, so dass das kind in jedem moment auf die eltern zurückgreifen kann, falls etwas schief läuft. im übrigen kann man das jetzt nicht so genau sagen. ich weiß nämlich noch nicht, was ich für kinder bekomme- werden es zarte pflänzchen sein oder freche rotzlöffel. jedes kind braucht einen individuellen umgang. [QUOTE]Gibt es die Perfekte Erziehung?[/QUOTE] nein. jede erziehung ist anders. aber es gibt einige normen, die eine gute erziehung von einer schlechten unterscheiden können. [QUOTE]Ist das erste Kind notwendigerweise ein "Versuchsobjekt" in Sachen Erziehung?[/QUOTE] das sollte es nicht sein. man muss sich schon vor den schwangerschaften im klaren sein, wie (in etwa) man seine kinder erziehen möchte und nicht erst rumexperementieren. [QUOTE]Braucht man Geschwister? (ich sage JA!)[/QUOTE] ich habe geschwister. betrachte mich aber weiterhin als ein einzelkind. warum? weil meine geschwister im schnitt 14 jahre jünger sind als ich. ich betrachte sie einfach nicht mehr als geschwister, das sind fast schon die eigenen kinder. ein geschwisterverhältnis wird sich sicherlich noch entwickeln- in 10 jahren. jetzt nicht. deswegen bin ich der meinung, geschwister soll es schon geben. aber mit einem 2-3 jahre altersunterschied. so können sich die kinder gegenseitig austauschen. ich hab mir immer richtige geschwister gewünscht, doch zu spät welche bekommen. :D [QUOTE]Wie stark prägt einen die Erziehung?[/QUOTE] ist immer unterschiedlich. mich hat die erziehung fast gar nicht geprägt. [QUOTE]Denkt ihr, daß ihr falsch erzogen wurdet?[/QUOTE] ich wurde falsch behandelt- das ja. der erziehungsgedanke war ja schon richtig, nur die methode falsch. |
| Cabal | Ja, die Zusammenhänge, in einem Land zu leben und gleichzeitig über dieses zu maulen sind schon furchtbar faszinierend. Hingegen kann man immer so tun das es woanders furchtbar besser ist und zeitgleich nicht diesselbe Quelle für deren Erziehungsstandards haben, aus denen man sie für dieses hier Land bezieht. Schon recht. |
| x-xcva | [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose:[/i] Die "nachlässigen" Eltern tun ja nur das, was längere Zeit von der Pädagogik als "gut" bezeichnet wurde. Anti-autoritäre Erziehung und Konsorten. [/QUOTE] Das ist pure Polemik. Antiautoritäre Erziehung, besser das Modell davon, denn über eben diesen Status kam es (mE zum Glück) nie wirklich hinaus, hat nichts mit Verwahrlosung zu tun. Und das was 'früher' soviel 'besser' war, war nicht selten bigotter, nach außen gerichteter Zwang, Stichwort: 'Was sollen denn die Nachbarn denken?' Es wird dazu geneigt, die Vergangenheit zu glorifizieren, was ein natürlicher Bestandteil der menschlicher Psychohygiene ist, dennoch, will man zumindest den Hauch von Objektivität wahren, sollte man vielleicht mal z. B. das ein oder andere TV-Progamm (oder Printmedien) von 'dazumal' konsumieren, was noch viel bescheidener war als das, was heutzutage serviert wird. Gut, es gab keine 'arschgefickten Gummizofen' und ähnliches Gedöns auf dem Musikmarkt; und es gab auch kein 'yourporn' o. s. ä. im Internet, aber was es gab, das war genausoviel häusliche Gewalt (wenn nicht noch mehr), genausoviel Missbrauch und Orientierungslosigkeit, nur wusste es da noch nicht jeder und RTL2 berichtete noch nicht live und in Farbe darüber. DAS ist der einzige Unterschied! Was Du hier (und im Homosexuellen-Thread und im... und im.... und in x anderen Threads) versuchst Monty, ist für mich offensichtlich, nämlich Dein mE über alle Maßen moralinsaures, religiös-fundamentalistisch motiviertes Schubladendenken, dadurch salonfähig zu machen, dass Du alles schlechtredest was nach ca. 1950 an Neuerungen in unserer Gesellschaft aufkam. Langsam nervt's, echt jetzt. So, und jetzt gehe ich mich wirklich hinlegen, das hätte ich schon tun sollen, bevor ich blöderweise einen Blick hier hineinwarf. :rolleyes: Gute Nacht ....:q |
| Odessa | Mischa, ich hoffe Dir ist klar daß ich NICHT diese "fassaden-gerechte" Heuchelei - die ich im anderen thread selbst monierte - hier glorifiziere. Ich lehne die antiautoritäre Erziehung als solche ab, weil ich sie für kein Stück besser halte als das "alte" Modell mit hoch-autoritärer "Zucht, Ordnung und (falscher) Disziplin". Das eine ist so ein übles Extrem wie das andere es war/ist. Weder autoritär noch anti-autoritär sind für mich Modelle - nur eine Erziehung, die kindgerecht ist dahingehend daß sie einem Kind Grenzen setzt, Werte vermittelt (die ich mit "human, sozial/verträglich, ethisch" bezeichnen würde) und die ein Kind zu einem selbstsicheren, selbstbewußten und sich selbst treu bleibendem Menschen erzieht, ist für mich *betone: rein persönliche Meinung* eine "gute" Erziehung. Ein angstfreies selbstsicheres Kind, das vermittelt bekommt daß es immer geliebt wird und daß immer jemand da ist, das aber auch vermittelt bekommt daß die eigene Freiheit Grenzen hat wo sie die Bedürfnisse anderer Menschen verletzt - das ist mein Begriff von "konservativem Wertemodell". Weil ich konservativ übersetze mit "etwas bewahrend was sich als richtig erwies". Und die Werte Angstfreiheit, Liebe, Rücksichtnahme auf Andere und sich selbst treu bleiben ohne dabei zum "grenzen-losen" Egomanen zu werden, erachte ich als "wert", bewahrt zu werden ;-). |
| belladonna | Erich Kästner meint dazu: Es nützt nichts daß wir unsere Kinder erziehen - sie machen uns ja doch alles nach. :D |
| Organdi | [QUOTE][i]Original geschrieben von belladonna [/i] [B]Erich Kästner meint dazu: Es nützt nichts daß wir unsere Kinder erziehen - sie machen uns ja doch alles nach. :D [/B][/QUOTE] das wäre ja echt super, dann bräuchte ich mein kind nicht zu erziehen. dass aber die kinder doch nicht immer das tun, was die eltern, zeigen alleine schon meine ma und ich :D |
| da.sublime | Kinder wollen sich ja auch bewußt von dem Verhalten der Eltern distanzieren, vor allem in der Pubertät. Aber später fallen sie doch wieder in die vorgelebten Verhaltensmuster, meistens jedenfalls. Autorität schadet jedenfalls nicht, zumindest bei den Kleineren. Sie müssen lernen, das zu tun, was die Eltern sagen. Später kann man auch vieles mit ihnen diskutieren und ausarbeiten, ihre Meinung hören. Das ist die Theorie...die Praxis sieht anders aus...ich lass mich auch viel zu oft mit meinen Kindern auf Diskussionen ein und bereue es meistens. |
| LaChatte | Ich glaube, hier tut es eine Mischung aus Autorität - mit Dingen, die nicht diskutiert werden, wie die Sache mit den Stricknadeln und Steckdosen - und Offenheit für Diskussion, wo verschiedene Lösungen möglich sind und wo Kinder oft eigene Ideen entwickeln, auf die die Erwachsenen nie im Leben kommen würden...:D grüsse, barbara |
| Jode | vielleicht sollte man noch einmal - ''das kind sollte das tun, was die eltern sagen'' differenzieren gesetzt den fall, dass es andere kinder schlägt, muss man es natürlich dazu anhalten, damit aufzuhören und ihm vermitteln, dass ein solches verhalten nicht in ordnung ist (und nicht geduldet wird) wenn aber (selber kürzlich im bus erlebt) die mutter nur gelangweilt in die gegend starrt und den versuch des kindes, ihre aufmerksamkeit (es wollte ihr etwas erzählen oder zeigen) zu erregen abblockt, weil sie gerade keine lust hat sich mit ihm zu beschäftigen, dann stößt mir das sauer auf im ersten fall ist es wünschenswert, dass das kind tut, was der erwachsene sagt - im zweiten fall wird nur die position 'ich bin hier derjenige, der das sagen hat' ausgenutzt ...freilich ist mir bewusst, dass die junge frau einfach gestresst gewesen sein kann/ einen schlechten tag hatte, oder was auch immer - leider gibt es menschen, bei denen dies die grundlegende haltung gegenüber dem kind ist |
| Cagliostro | [QUOTE][i]Original geschrieben von Curzon [/i] [B]... Jetzt würde mich mal interessieren, wie würdet ihr eure Kinder erziehen? Gibt es die Perfekte Erziehung? Ist das erste Kind notwendigerweise ein "Versuchsobjekt" in Sachen Erziehung? Braucht man Geschwister? (ich sage JA!) Wie stark prägt einen die Erziehung? Denkt ihr, daß ihr falsch erzogen wurdet? [/B][/QUOTE] Schwer zu sagen, die Erziehung ist wichtig, aber nicht alles. Ausserdem hab ich mich quasi autodidaktisch selbst erzogen, als mir klar wurde, dass ich von Versagern umgeben war. Jetzt würde mich mal interessieren, wie würdet ihr eure Kinder erziehen? --> Hilfe zur Selbsthilfe. Misstrauen gegenüber Staat, Hilforganisationen und dergl. Nur was du selbst schaffst, hat einen Wert. Gibt es die Perfekte Erziehung? -->Nein! Ist das erste Kind notwendigerweise ein "Versuchsobjekt" in Sachen Erziehung? -->Ach, so wie jeder Mensch ein Prototyp ist, ja geradezu sein sollte. Braucht man Geschwister? (ich sage JA!) -->Das Leben als solches ist quasi technisch aufgezwungen, also braucht man es ideologisch nicht, demzufolge braucht man auch keine Geschwister. Schön, wenn man welche hat, die nett sind. Wohl nicht immer der Regelfall. Wie stark prägt einen die Erziehung? -->50% Denkt ihr, daß ihr falsch erzogen wurdet? -->Ja, konnte dies aber selbst ausgleichen, da ich relativ unabhängig und individualistisch bin. |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] [B]Weder autoritär noch anti-autoritär sind für mich Modelle - nur eine Erziehung, die kindgerecht ist dahingehend daß sie einem Kind Grenzen setzt, Werte vermittelt (die ich mit "human, sozial/verträglich, ethisch" bezeichnen würde) und die ein Kind zu einem selbstsicheren, selbstbewußten und sich selbst treu bleibendem Menschen erzieht, ist für mich *betone: rein persönliche Meinung* eine "gute" Erziehung. Ein angstfreies selbstsicheres Kind, das vermittelt bekommt daß es immer geliebt wird und daß immer jemand da ist, das aber auch vermittelt bekommt daß die eigene Freiheit Grenzen hat wo sie die Bedürfnisse anderer Menschen verletzt - das ist mein Begriff von "konservativem Wertemodell". Weil ich konservativ übersetze mit "etwas bewahrend was sich als richtig erwies". Und die Werte Angstfreiheit, Liebe, Rücksichtnahme auf Andere und sich selbst treu bleiben ohne dabei zum "grenzen-losen" Egomanen zu werden, erachte ich als "wert", bewahrt zu werden ;-). [/B][/QUOTE] Beide Wege sind falsch, sowohl die autoritäre wie die antiautoritäre Methode, und Angstfreiheit ist schon deshalb eine reine Illusion, weil "Angst die älteste und stärkste Gefühlsregung ist" zu der Menschen fähig sind - wie H.P. Lovecraft zu Beginn seines Essays "Die Literatur der Angst" (Supernatural Horror in Literature) ganz richtig feststellt - abgesehen vom Geschlechtstrieb vielleicht, der aber erst ab der Pubertät wirklich eine tragende Rolle spielt, und der womöglich den einzigen echten Gegenpol zur Angst darstellt, weil er der die Menschen trotz allem weitermachen lässt, indem er sie mit der hormongesteuerten Illusion einlullt, das Leben sei schön und trotz allem lebenswert... Die Angst hingegen lebt ewig...sie begleitet den Menschen den ganzen kurzen Weg von der Geburt bis zum Tod auf Schritt und Tritt, und liegt dabei mit eben jenem Geschlechtstrieb in einem ständigen Kampf um die Oberhand...schon der Vorgang der Geburt an sich ist ein primordiales und irreversibles Angsterlebnis, ein Trauma, von dem sich der Geborene niemals wieder wird erholen können: der Durchgang aus der dunklen "Innenwelt" durch den "Tunnel" ins "Licht", der in entfremdeter Form in zahlreichen Vorstellungen vom Durchgang der Seele ins "Licht" des Nachlebens seine Entsprechung findet - siehe z.B. bei Hieronymus Bosch - was eigentlich nur folgerichtig ist, da der Tod ebenso wie zuvor die Geburt aufgezwungen ist und die Geburt durch ihn rückgängig gemacht wird...mein eigenes Leben ist mir fremd, ich kann es nur als etwas mir äusseres, etwas fremdes betrachten - das somit nichts als Angst erzeugt: "die Haut, die nicht meine ist" (Leto II, Children Of Dune) - der Tod hingegen ist die Rückkehr in den "eigenen", natürlichen Nicht-Zustand, von dem mich die Geburt entfremdet und entfernt hat...Angst vor dem Tod sollte es daher eigentlich nicht geben...dass es sie dennoch gibt, dass sie bei den allermeisten Menschen die Angst vor den Illusionen des Lebens um ein vielfaches übersteigt, ist nicht zuletzt das Resultat der Erziehung, die eine solche Täuschung zum Ziel hat, indem sie die Angst vor dem Fremden und Unbekannten gezielt zur Steuerung und zur Manipulation des Verhaltens im Interesse der Gesellschaft ausnutzt...denn die Angst vor dem vermeintlich Unbekannten, das die Menschen nach dem Tod erwartet - ist das stärkste Druckmittel des Staates, um seine Untertanen zu gefügigen Sklaven und Robotern zu erziehen... ...und jede wie auch immer ausgerichtete Erziehung muss auf Angst in irgendeiner Form aufbauen, sie gezielt manipulieren und verstärken, sie in die Richtung lenken, wo sie benötigt wird um zu dem gewünschten Resultat zu gelangen: Angst vor dem Vater als zunächst höchster Verkörperung von Autorität steht dabei wohl an erster Stelle...später folgt dann die Angst vor dem Versagen in der Schule und später im Beruf, wie sie z.B. in der Schule von den Lehrern heraufbeschworen wird, als vermeintlicher Motivator zu den von der kapitalistischen Gesellschaft erwarteten Leistungen... |
| LaChatte | [QUOTE]und der womöglich den einzigen echten Gegenpol zur Angst darstellt, weil er der die Menschen trotz allem weitermachen lässt, indem er sie mit der hormongesteuerten Illusion einlullt, das Leben sei schön und trotz allem lebenswert...[/QUOTE] Es mag vielleicht eine Illusion sein, aber es ist eine, die das Leben tatsächlich süss und lebenswert macht. Eine, die gesund macht und gesund hält, die ein gelassenes und heiteres Gemüt erschafft, alles in allem eine wunderbare Sache. Andererseits - warum sollten Gefühle von Geborgenheit, Freude und Liebe illusionärer sein als Gefühle von Einsamkeit, Verzweiflung und Angst? [QUOTE].mein eigenes Leben ist mir fremd, ich kann es nur als etwas mir äusseres, etwas fremdes betrachten -[/QUOTE] das ist eine persönliche Haltung, die längst nicht alle teilen müssen. Schliesse nicht zu sehr von deinem Empfinden auf andere Menschen. ;) Es ist auch möglich, wenn denn jemand es will, zu lernen, sich in der eigenen Haut wohl und zuhause zu fühlen. Das ist anspruchsvoll und nicht immer einfach, aber es ist möglich. Eltern, ErzieherInnen und LehrerInnen können hier eine wichtige Rolle spielen, dass ein Kind sich in seinem Körper zuhause fühlen lernt. [QUOTE]...und jede wie auch immer ausgerichtete Erziehung muss auf Angst in irgendeiner Form aufbauen, sie gezielt manipulieren und verstärken, sie in die Richtung lenken, wo sie benötigt wird um zu dem gewünschten Resultat zu gelangen: Angst vor dem Vater als zunächst höchster Verkörperung von Autorität steht dabei wohl an erster Stelle...später folgt dann die Angst vor dem Versagen in der Schule und später im Beruf, wie sie z.B. in der Schule von den Lehrern heraufbeschworen wird, als vermeintlicher Motivator zu den von der kapitalistischen Gesellschaft erwarteten Leistungen...[/QUOTE] Auch das muss nicht sein. Es gibt durchaus Wege, um (Selbst)Vertrauen zu vermitteln und zu fördern, und es gibt Wege, um durch die Angst hindurch zu gehen. Wenn du Dune gelesen hast, hast du bestimmt auch die "Litanei gegen die Angst" kennen gelernt... die nicht gerade optimal formuliert ist, aber wo das Wesentliche stimmt: geh durch die Angst, dreh dich um - und da ist nichts mehr. Deine eigenen Gespenster haben sich aufgelöst. Es ist auch bekannt, dass Spiel und Freude viel bessere Lernleistungen ermöglichen, als Angst und Druck. Hunde, die als Begleiter für taube Menschen ausgebildet werden, bekommen als Welpen Unmengen an Spielzeug und Streicheleinheiten und sinnlichen Erfahrungen aller Art, denn das fördert die Intelligenz. Und in dieser Beziehung sind Menschen nicht anders als Hunde gestrickt. grüsse, barbara |
| Montrose | Also in gewisser Weise wundert es mich, dass man über Erziehung überhaupt sprechen muss. So ganz naiv könnte ich mir vorstellen, dass vieles auch von alleine klappt. Und damit meine ich nicht "anti-autoritär", sondern ich meine authentisch und spontan. Wenn ein Kind was falsch macht, gibt es eine natürliche und sinnvolle Reaktion der Eltern. Wobei ich halt hoffe, dass die Eltern nicht selbst eins an der Waffel haben, was leiderleider viel zu oft und in allen Kreisen vorkommt. Wütend zu sein, aber eben deshalb nicht gleich das Kind zu verprügeln oder völlig nieder zu machen in seinem Ego. Ersteres kam in meiner Familie nicht vor .... letzteres war geradezu Volkssport. Bei jedem kleinsten Konflikt ging es gleich ums Ganze, ging's gleich um"nie mehr", Enterbung, der ultimative Verstoß mit dem Fluch auch für den Rest der menschheit nur nch als Aussatz gelten. Meine Verwandtschaft mußte gewinnen um jeden Preis, selbst wenn sie ihre Waffen viel zu groß wählten oder eben dadurch .... alleine starben. Die Ausführungen von Xenomorph scheinen mir durchaus angemessen und richtig. Irgendwie wird eine Angst aufgebaut, um die Kinder vollkommen kontrollieren zu können - ein totalitärer Anspruch auf die Menschenseele. Und warum? Weil manche Eltern oder Apsekte der Gesellschaft selbst ihre Ängste hat und meint, wenn man eine Tür nur einen Spalt öffnet, überflute sogleich die ganze Nordsee das Wohnzimmer. [QUOTE]Denkt ihr, daß ihr falsch erzogen wurdet?[/QUOTE]Ja. Aber ich habe vieles zu spät durchschaut. Die Ängste, Unsicherheit und Unglücksgefühle, die ich manchmal habe, sind die meiner Eltern. Sie hatten Angst und sie fühlten sich draußen, unsicher und beschwörten die Monster herauf. Sie und eigentlich nicht ich. Ich bezweifle, ob man sich selbst helfen kann, denn dieses alte Zeug klebt an einem wie Patex. Es ist eher der Umgang mit Leuten, die anders als die eigenen Eltern drauf sind, die einen ändern und freier machen. Das "Unbewußte" muss irgendwann begreifen, dass es für die eigene Generation lebt und nicht für die Vorstellungen der Alten. [QUOTE]Kinder wollen sich ja auch bewußt von dem Verhalten der Eltern distanzieren, vor allem in der Pubertät. [/QUOTE]Tja, das ist die Zeit, wo die Raupe zum Schmetterling wird. Auch wenn ich ein Psychoanalytik-Skeptiker bin, haben sie vielleicht doch recht: zu dem Zeitpunkt ist schon vieles, vielleicht schon alles gelaufen. Hm. Als ich ein Junge war, war ich Klassenclown und Klassenbester. Ich hatte eine Leichtigkeit im Leben. Die war mit der Pubertät schlagartig weg. Das dauerte Jahre, bis wieder ein bißchen was von der früheren Leichtigkeit durchkam. Und ich glaube, das hing auch damit zusammen, dass man mir die Werkzeuge für dieses neue Leben nicht so recht in meiner Kindheit mitgegeben hatte. Erst unter der Bewährung "Erwachsenwerden" merkst Du, ob die Muster, die du dir in der Kindheit erworben hast, etwas taugen. x-cave warf mir weiter oben die Einstellung der 50ger Jahre vor. x-cave ahnt wahrscheinlich gar nicht, wie nahe sie da an einem heiklen Punkt ist. Mein Vater war Kriegswaise, die Jugend in den 50gern. Sein Vater war am Monte Cassino gefallen. Als ich auf dem Klassenfest in der ersten Klasse bei einem dieser typischen Kinderspiele in der Gruppe mitspielen sollte -meine Eltern standen daneben - überfiel mich plötzlich so eine furchtbare Traurigkeit, dass ich nur mit Mühe nicht losheulte. Ich konnte nicht mitspielen. Ich war ein anderer als sonst. Ich glaube, nachdem ich lange drüber nachgedacht habe, dass ich in dem Moment nicht mein eigenes Außenseitersein betrauerte (ich war überhaupt kein Außenseiter), sondern dass ich das Gefühl meines Vaters fühlte. Er fühlte sich als Waise so. Aber ich war quasi die Radiostation für seine Gefühle. Tatsächlich hampelte er das ganze Leben nach irgendeiner Anerkennung und Aufmerksamkeit, die er als Waiser offenbar nicht bekommen hatte. Die immer wieder erzählten "Chewing-Gum-Geschichten" und das amerikanische Care-Paket bestimmten die Abendsgespräche. Selbst sein Abgang ging in dieselbe Kerbe. Viel Worte. Hm. Was ich sagen will: vielleicht ist es für Kinder manchmal besser, wenn sie weniger statt zu viel von den Eltern und ihren Belastungen mitbekommen..... zumindest dann, wenn bei den Eltern eben irgendetwas unnatürlich ablief. Unbelastete Eltern hingegen brauchen keine Pädagogik und auch keine Staatsaufsicht: die tun ganz von alleine genau das Richtige. Was aber soll man mit den kaputten Eltern tun? Vielleicht können oder sollten diese von "Pädagogik" profitieren. Ich beneide Familien, die leichtlebig sein können, die diese Schwere meiner Eltern, diese drückende Atmosphäre nicht kennen. Das sind ganz andere Menschen. Die gehen anders durch's Leben. |
| LaChatte | [QUOTE]Unbelastete Eltern hingegen brauchen keine Pädagogik und auch keine Staatsaufsicht: die tun ganz von alleine genau das Richtige. [/QUOTE] und jetzt sag bloss, wo soll man diese perfekten Eltern finden? Die gibts doch gar nicht. grüsse, barbara |
| belladonna | [QUOTE]Denkt ihr, daß ihr falsch erzogen wurdet?[/QUOTE] Sagen wir es mal so: Meine Eltern hatten wie alle normalen Eltern die besten Absichten. Aber auch meine Eltern sind nur Menschen und machen Fehler. Sie waren auch mal Kinder mit Eltern die Fehler gemacht haben, haben Dinge erlebt, die man heute nur aus dem Fernsehen kennt: Krieg, Nachkriegszeit, Hunger, Prügel etc. Als Kind habe ich mich manchmal ungerecht behandelt gefühlt und wurde hin und her gezerrt zwischen Überbehütung und "Im Stich gelassen werden". Vieles kann ich jetzt da ich erwachsen bin und selbst Kinder habe besser verstehen und ich habe die Gewissheit daß meine Eltern mich lieben und wie gesagt immer bemüht waren es richtig zu machen und mir den richtigen Weg zu zeigen. Ich bin dankbar dafür daß ich sie habe, daß sie sich Gedanken um mich gemacht haben und immer noch machen auch wenn ihr guter Wille oft an den äußeren Umständen oder ihren eigenen Traumata gescheitert ist. Jetzt bin ich alt genug meinen eigenen Weg zu gehen und würde mir nur selbst schaden wenn ich meine Eltern jetzt da ich Ü 30 und selbst Mutter von zwei Kindern bin immer noch in die Verantwortung für Fehler die ich heute mache ziehe. Davon muß man sich loslösen und (@Monty: Patex hin oder her ;) ) seinen eigenen Weg gehen und ein neues Programm aufrufen, sonst hört das nie auf und das möchte zumindest ich meinen Kindern nicht antun. Meine Mutter wurde von ihrem Stiefvater regelmäßig und heimtückisch mit einem Vierkantholz geprügelt. Er hielt ihr dabei den Mund zu, damit ihre Mutter nichts mitbekam und verbot ihr unter wüsten Drohungen mit irgendeinem darüber zu sprechen. Ihre Mutter hat sie gezwungen verschimmeltes Brot zu essen, weil meine Mutter lernen sollte, daß man Brot nicht wegschmeißt. Sie hatte ein paar Schulbrote nicht gegessen und dann ängstlich versteckt. Sie wegzuwerfen hat sie sich nicht getraut und als meine Oma sie dann fand waren sie eben verschimmelt und dann folgte diese für meine Begriffe grausame Strafe. Man sollte sich auch mal Gedanken machen, was die Eltern in ihrer Kindheit erlebt haben und daß es sie vielleicht verletzen könnte wenn man ihnen ewig die Schuld für eigenes späteres Versagen gibt. Meine Mutter hat sich doch auch so gut sie eben konnte zusammen gerissen und sich wirlich bemüht, mir eine schönere Kindheit zu bieten als sie selbst hatte. Auch wenn ich das vielleicht nicht immer so empfunden habe als Kind - trotzdem weiß ich heute zu schätzen was sie für mich getan haben und werfe ihnen nicht ewig die Dinge vor die schief gelaufen sind. Was würde mir denn das nützen? Es würde mir nur als willkommene, bequeme Ausrede dienen, mich meiner Eigenverantwortung zu entziehen wenn es mal brenzlig wird. Wie soll ich denn bitte an Schwierigkeiten wachsen, wenn ich die Verantwortung in solchen Situationen immer wieder meinen Eltern zuschiebe? Die perfekte Erziehung gibt es einfach nicht. Es ist schon viel wert wenn die Eltern ihre Verantwortung wirklich ernst nehmen und an sich arbeiten und aus ihren nur allzu menschlichen Fehlern lernen. Ich denke auch, daß es einem Kind nicht schaden kann, wenn es sieht daß auch die Eltern nur Menschen sind und auch Fehler machen und daraus lernen können. Selbstbewußtsein ist doch auch irgendwo die Fähigkeit, keine Angst davor zu haben Fehler zu machen. Denn die sind wie gesagt einfach nur menschlich. Und Kinder brauchen selbstbewußte Elten und nicht "perfekte Eltern". ;) |
| Jode | da kann ich belladonna nur zustimmen - auch ich muss leider sagen, dass ich einen ganzen batzen an unsicherheit und etliche du-sollst-gedanken mitbekommen habe, weil sich meine eltern in den punkten nicht mit sich selbst auseinandersetzen konnten - deswegen aber die hände in den schoß zu legen und jedwedes (eigenes) unvermögen den eltern anzulasten, würde mich nur daran hindern weiter zu wachsen - @montrose - ich weiß nicht, ob das folgende beispiel für die von dir angesprochene problematik ('patex') dienen kann...: jahrelang hatte ich mit einer freundschaft große probleme - ich fühlte mich unzulänglich und war hochgradig enttäuscht und ärgerlich, wenn diese freundin sich über eine etwas längere zeit (sehr subjektive kategorie, ich weiß) nicht gemeldet hat, reagierte auf bestimmte äußerungen hoch empfindlich etc. - dann kam es zum zusammenbruch der freundschaft und meiner mehr oder weniger bewahrten fassung - ein äußerst anstrengendes dreiviertel jahr habe ich mit mir selbst gerungen und irgendwann feststellen müssen, dass ich sie in eine 'elternposition' gehoben hatte - ich wollte fürsorge, aufmerksamkeit, anerkennung und war mir meiner existenz als eigenständige, vollwertige person* nie sicher (und verlangte eine entsprechende versicherung von ihrer seite) - als mir dies bewusst wurde, konnte ich sie für mich aus dieser rolle entlassen und endlich einen vernünftigen kontakt zu ihr aufbauen - sicherlich habe ich diese verhaltensweise bzw. denkschema nicht nur auf sie angewendet - die damalige situation zwang mich (und ich mich auch selbst) eine lösung zu finde -manchmal merke ich auch heute noch, wie ich wieder in dieses bekannte - und damit ''sichere'' - muster zurückfallen möchte, doch nun kann ich damit umgehen durch dieses ereignis weiß ich um den spielraum meiner eigenen fähigkeiten (der sicherlich auch grenzen hat) *etwas, so will es mir scheinen, was mir meine eltern nicht vermitteln konnten - bei meinem vater weiß ich weshalb, da ich auch mit meiner omi viel zu tun hatte und habe und zudem noch einiges über seine kindheitskonstellation weiß |
| Montrose | [QUOTE]und jetzt sag bloss, wo soll man diese perfekten Eltern finden? Die gibts doch gar nicht.[/QUOTE] Das ist die Gretchenfrage: muss der Mensch zwangsläufig scheitern? Ich glaube nicht. Entschuldigungen hin oder her, ich bin der Ansicht, dass es nicht normal ist, zu Kindern grausam zu sein. Das hat mit "perfekten Eltern" gar nichts zu tun, sondern es geht um ganz normales Verhalten. War zum Beispiel das Schlagen von Kindern früher wirklich normal, oder gab es nicht schon irgendeinen Juden oder Römer oder Ritter, dem klar war, dass das Scheiße ist. [QUOTE]und jedwedes (eigenes) unvermögen den eltern anzulasten, würde mich nur daran hindern weiter zu wachsen[/QUOTE]Klasssischerweise meint man, der ödipale Konflikt bestünde darin, dass der Vater mit dem Sohn konkurriert, der Sohn sich vor der Stärke des Vaters fürchtet und deshalb Probleme bekommt. Mittlerweile gibt es da eine andere Sichtweise. Der Konflikt besteht nicht darin, dass der Sohn die Stärke, sondern dass er die Schwäche des Vaters fürchtet. Wenn der Vater schwach ist, kann der Sohn sich nicht mehr festhalten. Ich will darauf hinaus: die Eltern schützen und auf die eigene Verantwortung und Stärke zu beharren kann auch ein pathologisches Muster sein: der Sohn kommt aus der Rolle des Schützers und Opfers des Vaters nicht raus. Der Sohn aber muss weder Heiland seines Vaters sein noch für ihn ans Kreuz gehen. Ich glaube, dass zwischen Eltern und Kind normalerweise eine unbefangene Beziehung besteht, und gute Erziehung gelingt automatisch, ganz ohne "Perfektion", sondern einfach weil das der normale Lauf der Dinge ist. Der "Perfektions"-Anspruch ist ja auch wieder pathologisch. Was hat den "Perfektion" hier für eine Bedeutung. "Perfektion" ist die Peitsche, mit der Eltern ihre Kinder terrorisieren. Bei allem, was Du tust, kann ein anderer sagen "ist nicht genug". Perfektion ist nichts anderes, als den anderen niemals gewinnen zu lassen, sondern klarzumachen, dass er trotz aller Anstrengungen immer hinter den Erwartungen zurückbleiben wird. Ihn in die Verliererposition zu bringen. Von daher ..... wenn Ihr mit "Perfektion" daherkommt, solltet Ihr mal hinterfragen, ob das nicht wieder das "Patex" ist, nur in anderer Verkleidung. |
| Jode | zum einen - ich bin eine tochter^^ den von dir beschriebenen konflikt gibt es aber auch zwischen mutter und tochter - wenn die tochter zur besten freundin der mutter wird, diese aber in entscheidenden momenten die tochter wieder in ihre position verweist ('du hast mir gar nichts zu sagen') - in dieses verhalten zu sehr zu verfallen - davor hat mich meine tante bewahrt, der eben das wiederfahren war - sie wurde zur komplizin ihrer mutter und sollte dieser in ihrer eigenen unsicherheit helfen (was sie natürlich nie konnte) und nein - ich strebe da keine perfektion an (ein grausig-kalter gedanke) - ich bemühe mich nur darum bei mir zu bleiben und mir nicht falsche schuldgefühle anhängen zu lassen - was, wenn ich feststelle, dass ich kein opfer (mehr) bin? ich merke, wie gut es mir tut, wenn ich nicht in der kindlichen haltung 'irgendwer wird sich um meine belange kümmern' verharre, sondern mich um mich sorge |
| belladonna | [QUOTE]Von daher ..... wenn Ihr mit "Perfektion" daherkommt, solltet Ihr mal hinterfragen, ob das nicht wieder das "Patex" ist, nur in anderer Verkleidung.[/QUOTE] ähm :rolleyes: ich schrieb auch: [QUOTE]Selbstbewußtsein ist doch auch irgendwo die Fähigkeit, keine Angst davor zu haben Fehler zu machen. Denn die sind wie gesagt einfach nur menschlich. Und Kinder brauchen selbstbewußte Elten und nicht "perfekte Eltern". [/QUOTE] Und was das uralte Thema "die Eltern sind an allem schuld" angeht, fällt mir dazu nur ein: "Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt es an der Badehose" ;) An Jodes Beispiel sieht man ja daß es durchaus möglich ist, sich alten Verhaltensmustern zu stellen und zu lernen einfach mal einen anderen, besseren Weg einzuschlagen. Manchmal trifft aber eben auch der von meiner Schwiegermutter oft zitierte Spruch zu: "Scheiße ist warm" und auf diese Weise verbaut sich manch einer die Chance sein Leben in die Hand zu nehmen und positive Veränderungen zu bewirken, wenn es ihm einfach bequemer ist, am Altbekannten und Vertrauten festzuhalten. Denn da weiß man - auch wenn es einfach nur furchtbar ist - immerhin woran man ist :D |
| LaChatte | [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i]Das ist die Gretchenfrage: muss der Mensch zwangsläufig scheitern?[/quote] nein, muss man nicht. Das ist aber nicht dieselbe Frage, ob Menschen irgendwie "automatisch" gute Eltern sind. Ein Kind zu lieben ist das Eine, und das tun wohl die allermeisten. Das reicht aber noch nicht, den um ein Kind zu pflegen und zu erziehen braucht es auch Fachkompetenzen, und die muss man irgendwie lernen. Und wenn man sie nicht lernt, so hat es entsprechende negative Folgen für die Kinder. [QUOTE] Das hat mit "perfekten Eltern" gar nichts zu tun, sondern es geht um ganz normales Verhalten. War zum Beispiel das Schlagen von Kindern früher wirklich normal, oder gab es nicht schon irgendeinen Juden oder Römer oder Ritter, dem klar war, dass das Scheiße ist. [/quote] In Ländern, wo Prügelstrafen, Folterungen und Todesstrafen ganz normal und legal waren/sind, ist es wohl zu erwarten, dass auch das Schlagen von Kindern als normal galt/gilt. [QUOTE] Ich glaube, dass zwischen Eltern und Kind normalerweise eine unbefangene Beziehung besteht, und gute Erziehung gelingt automatisch, ganz ohne "Perfektion", sondern einfach weil das der normale Lauf der Dinge ist. [/quote] nun ja, die meisten schaffen es irgendwie, erwachsen zu werden und sich mehr oder weniger mit der Gesellschaft und der Welt zu arrangieren. Und alle haben so ihre Probleme, gerade auch mit den Eltern, und viele schleppen dieses Erbe ein Leben lang mit sich. Das ist normal, aber ist das auch gut? grüsse, barbara |
| Montrose | [QUOTE]Das reicht aber noch nicht, den um ein Kind zu pflegen und zu erziehen braucht es auch Fachkompetenzen, und die muss man irgendwie lernen.[/QUOTE]In einem Interview sagte eine Karriere-Frau mal eiskalt: natürlich gäbe ich meine Kinder ab, denn ich hab das mit Kindern doch gar nicht studiert. :rolleyes: Auf der anderen Seite sagten echte Mütter mir schon, dass sie vieles einfach ausprobieren müssen und dann rausfinden, ob da jetzt Hunger oder sonstwas ist. Ich hab selbst mal ein bißchen Babysitter gespielt, und die Frau meinte, das merke ich dann schon, was zu tun sei. Und so war das dann auch, obwohl ich natürlich auch in ein paar Dinge eingewiesen wurde. Aber ein Kind ist kein passives Ding, sondern das interagiert. Was soll das denn für eine Welt sein, bei der eine Frau erst 10 Semester Sozialpädagogik und Kinderpsychiatrie studieren muss, bis sie mit einem Kind umgehen kann. Sicher muss man auch manches lernen. Früher war dazu die Großmutter da, die vieles wieder von der eigenen Mutter gelernt hat. Warum sollte das heute nicht auch noch so funktionieren? Was die Pädagogik-Ratgeber betrifft, so steckt da oft wenig Kindererziehung und viel Ideologie drin. Das ging mit Rousseau los (der französische Starpädagoge vernachlässigte seine eigenen Kinder), geht weiter über die Erziehungsmethoden des Dr. med. Schreber (sein Sohn beging später Selbstmord), geht weiter zur "schwarzen Pädagogik" bis hin zu den Opfern der Antipädagogik. Es ging und geht diesen Ratgebern nicht um das Wohlergehen der Kindern, sondern vielmehr darum, die Kinder in den Dienst einer Ideologie zu stellen. Und das ist falsch. [QUOTE]In Ländern, wo Prügelstrafen, Folterungen und Todesstrafen ganz normal und legal waren/sind, ist es wohl zu erwarten, dass auch das Schlagen von Kindern als normal galt/gilt. [/QUOTE]Das hieße aber, dass eine Ideologie eine größere Kraft hat als eine persönliche Beziehung. Der Vater oder die Mutter können unmittelbar erleben, was sie da jetzt tun. Und dennoch ist die Ideologie stärker? [QUOTE] "Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt es an der Badehose"[/QUOTE]Die Frage stellt sich sowieso nicht. Niemand nimmt Rücksicht auf die Kindheit von Menschen. Und niemand könnte die Zeit zurückdrehen oderseine alten Eltern zur Rede stellen. Dass aber jemand für alles selbst die Schuld trägt und nicht die Erziehung, kann im Einzelfall durchaus ungerecht sein. Ein Kind kann sich nicht wehren, wenn es mißbraucht wird. Oder wenn die Eltern sich trennen. Oder oder oder. Dieses "Jeder ist Herr seines Lebens" halte ich für ein Ammenmärchen genauso wie der "Individualismus", der ja nur dazu dient, soziale Gemeinschaften auf Kosten des Individuums zu entlasten. Selbstverständlich hatte der gesellschaftlich angeordnete II. Weltkrieg Auswirkungen auf die Erziehung, weil viele Kinder Halbwaisen wurden. Auch wenn diese Kinder später mit hochglanzpolierten Schuhen und Mittelscheitel alle "brav und rechtschaffen Karriere machten", von dem Verlusterlebnis ihrer Kindheit konnte sie niemand retten. Jeder ist seines Glückes Schmied ist einfach eine gute Ausrede, sich nicht mit denen auseinandersetzen zu müssen, die schlechtere Startchancen haben als wir. Der Individualismus ist kollektives Weggucken. |
| LaChatte | [QUOTE]Sicher muss man auch manches lernen. Früher war dazu die Großmutter da, die vieles wieder von der eigenen Mutter gelernt hat. Warum sollte das heute nicht auch noch so funktionieren?[/QUOTE] Weil die Grossfamilie nicht mehr existiert. Weil es nicht mehr so ist, dass so gut wie alle Menschen in einem Haushalt mit Kindern leben, und sie heute folglich auch nicht mehr das Erziehen quasi im Vorbeigehen mit aufschnappen, wie das früher tatsächlich automatisch passierte. [QUOTE]Es ging und geht diesen Ratgebern nicht um das Wohlergehen der Kindern, sondern vielmehr darum, die Kinder in den Dienst einer Ideologie zu stellen. Und das ist falsch.[/QUOTE] Es geht bestimmt nicht allen Ratgebern nur um ihre Ideologie. :rolleyes: [QUOTE]Das hieße aber, dass eine Ideologie eine größere Kraft hat als eine persönliche Beziehung. Der Vater oder die Mutter können unmittelbar erleben, was sie da jetzt tun. Und dennoch ist die Ideologie stärker?[/QUOTE] Der Lehnsherr schlägt den Leibeigenen, der Henker schlägt den Dieb, der Bauer schlägt das Vieh... warum sollten da Kinder eine Ausnahme machen? Es ist dann einfach so: schlagen ist normal. grüsse, barbara |
| Cabal | [QUOTE]Zitat: belladonna Und was das uralte Thema "die Eltern sind an allem schuld" angeht, fällt mir dazu nur ein: "Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt es an der Badehose" An Jodes Beispiel sieht man ja daß es durchaus möglich ist, sich alten Verhaltensmustern zu stellen und zu lernen einfach mal einen anderen, besseren Weg einzuschlagen.[/QUOTE] Es ist aber hoffentlich klar dass der einen großen Abschnitt eines Lebens ausgesetzte Einfluss seitens Eltern im Großen Denkmuster des Menschen vorbestimmen und Verhaltensweisen auch die passenden psychologischen Muster vorraussetzen? Da spielt es keine Rolle wenn ein Mensch theoretisch alles könnte, was auch jeder andere Mensch könnte, wenn er zu unsicher ist, diese neuen Wege einzuschlagen, zu sehr in seinen Ansichten festgefahren ist oder die Dinge auch völlig anders wertet. In vielen Fällen benötigen Menschen den Schub von Aussen, um wieder in passende Bahnen gelenkt zu werden, oder eine längere Zeit freier Entfaltung. Solche Menschen sind auch leicht unter Zwang zu setzen wenn ihnen pseudohilfreiche Ratschläge gegeben werden, einfach einen anderen Weg einzuschlagen. Dieser indirekte Vorwurf des Makels gegenüber Personen, die selbst keinen sehen, oder aber sie sehen aber sich schon bewusst mit subjektiven Begründungen davon distanzierten ist in ihrem Konstrukt nichts weiter als eine ungerechte Beleidigung oder eine Übergehung ihrer Ängste oder Prioritäten. Darum wirst du mit diesem Spruch alleine keine Früchte ernten wenn du hoffst, damit jemanden auf den Pfad der Tugend zu locken. [QUOTE]Zitat: LaChatte nein, muss man nicht. Das ist aber nicht dieselbe Frage, ob Menschen irgendwie "automatisch" gute Eltern sind. Ein Kind zu lieben ist das Eine, und das tun wohl die allermeisten. Das reicht aber noch nicht, den um ein Kind zu pflegen und zu erziehen braucht es auch Fachkompetenzen, und die muss man irgendwie lernen. Und wenn man sie nicht lernt, so hat es entsprechende negative Folgen für die Kinder.[/QUOTE] Aha. Meinst du die Afrikaner haben in ihren Dorfgemeinden soetwas wie einen Lehrgang: Kindererziehung, und bei wem es sich noch lohnt? (Zwecks Kindersterblichkeit.) Meinst du der Ansturm auf Kinder würde noch wachsen wenn ein Lehrgang für Kinder anfängt, Pflicht zu werden? Vorallem interessiere ich mich aber dafür: Welche Quelle hast du für diese Aussage, von welchen negativen Folgen sprichst du und auf was soll eine Kindererziehung mit Fachkompetenzen hinzielen? Rieche ich da vielleicht sogar einen neuen Markt: Ganzkinder-Erziehungsstätten? Baby comes in, Leader comes out. |
| Jode | kleine anmerkung @belladonna so 'einfach mal einen anderen weg einschlagen' geht sicherlich nicht - wie ich schon schrieb - es hat (im kern) ein dreiviertel jahr gedauert und das war alles andere als leicht - den weg, den ich eingeschlagen hatte, sah ich erst ganz am schluss (als ich den hässlichsten teil geschafft hatte) ich ging nur mit dem gedanken - diese situation/ denkweisen tun dir nicht gut - heran und hatte allenfalls eine vage vorstellung davon, wie ich es ändern könnte @montrose - ich vertrete keineswegs die these, jeder sei seines glückes schmied (oder auch in der lesart - sie zu, wie du klarkommst) ich bezog mich mit dem geschriebenen nur auf meine situation, um zu zeigen, dass veränderungen aus eigener kraft in einem gewissen rahmen möglich sind - ich musste recht früh feststellen, dass ich in gewissen dingen nichts von meinen eltern erwarten kann (von der akzeptanz dieses umstandes bin ich zt noch weit entfernt) und versuche mich nun in der kunst, bei mir selbst zu sein - wie kann ich jemandem anerkennung vermitteln, wenn ich sie mir selbst verweigere - wie jemandem gutes tun, wenn ich mir nichts gönne (''du bist den aufwand nicht wert'')? - worin siehst du denn schlechtere startchancen? wenig geübt in sozialer interaktion oder extrem unsicher durch fehlendes selbstbewusstsein oder in der bildung bzw ausbildung benachteiligt... - im letzten falle kann ich mir eine förderung noch vorstellen, aber was kann man in der anderen fällen denn tun? ---- mögliche sinnfreie passagen oder unverständliche schlussfolgerungen sind der tageszeit geschuldet (dumme ausrede - ich weiß) |
| LaChatte | Hallo Cabal [QUOTE]Meinst du die Afrikaner haben in ihren Dorfgemeinden soetwas wie einen Lehrgang: Kindererziehung, und bei wem es sich noch lohnt? (Zwecks Kindersterblichkeit.)[/QUOTE] Ja, haben sie. Weil in den Dörfern noch viel eher Grossfamilien und ähnliche Strukturen vorhanden sind, als bei uns. Weil es da immer jede Menge Personen hat, die schon viele Kinder erzogen haben, und die reichlich Erfahrung haben, und die dieses Wissen weiter geben - was für eine junge Mutter hier meist nicht gilt. Wenn sie mal nicht weiter weiss, muss sie sich bewusst Hilfe holen, und oft heisst das: professionelle Hilfe, da hier selten Grossmütter mit mehr als zehn Enkeln Nachbarinnen sind, die man rasch fragen könnte. Kinder hier haben oft sehr wenige Bezugspersonen - im afrikanischen Dorf haben sie jede Menge davon. [QUOTE]Vorallem interessiere ich mich aber dafür: Welche Quelle hast du für diese Aussage, von welchen negativen Folgen sprichst du und auf was soll eine Kindererziehung mit Fachkompetenzen hinzielen?[/QUOTE] Naja, da gibts einiges. Zu den Folgen von übermässigem Konsum von Bildschirm (Fernsehen, PC) schaue bei Manfred Spitzer. Zum Thema Essstörungen bei Vierjährigen schaue bei Udo Pollmer. Es gibt Eltern, die nicht von allein auf die Idee kommen, dass zuckerhaltige Getränke schädlich sind, sodass die Kinder schon die Milchzähne voller Karies haben. Es gibt Eltern, die nicht von allein auf die Idee kommen, dass Rauchen in der Wohnung schädlich ist für das Kind. Es gibt Eltern, die die "Kartoffelmethode" anwenden (giessen und düngen, der Rest passiert von allein), und es gibt die Übervorsichtigen und Übereifrigen, die schon Vorschulkindern einen vollen Terminkalender verpassen. Es gibt jene, die Ohrfeigen für eine ganz normale Erziehungsmethode halten. Es gibt alle möglichen Fehler, und oft solche, die man mit ein bisschen Nachdenken eigentlich wissen könnte. Und dann beobachtete ich mal diese Szene, im Supermarkt gleich vor der Kasse, wo es natürlich ein Süssigkeitenregal hat: Junior nahm sich ein Stück Schokolade aus dem Regal. Mama sagte nein. Junior sagt "ich will ich will!" Mama sagt nein. Juniors Ton wird lauter. Mama sagt nein. Juniors Ton wird noch lauter. Mama sagt nein. Juniors Ton erreicht so langsam die Schmerzgrenze - und Mama, ärgerlich, schon fast durch bei der Kasse: "also gut!". Junior strahlt. Und hat wieder mal gelernt: geh den Leuten einfach lang genug auf die Nerven, dann tun sie schon, was man selbst will... tolle Lektion, nicht?:rolleyes: [QUOTE]Rieche ich da vielleicht sogar einen neuen Markt: Ganzkinder-Erziehungsstätten? Baby comes in, Leader comes out.[/QUOTE] Das ist kein neuer Markt, solche Angebote gibts schon länger. Einfach für entsprechend teures Geld. Weil da vielleicht pro vier Kinder eine erwachsene Begleitperson zur Verfügung steht, anstatt eine für zwanzig Kinder, wie es in staatlichen Angeboten oft der Fall ist. grüsse, barbara |
| belladonna | [QUOTE]Dass aber jemand für alles selbst die Schuld trägt und nicht die Erziehung, kann im Einzelfall durchaus ungerecht sein. [/QUOTE] Ja, da stimme ich dir durchaus zu. Es gibt Dinge, die für ein Kind so schlimm sind, daß es sich davon nur schwer oder gar nicht erholt. Aber ein Kind zu mißbrauchen, verwahrlosen lassen oder zu mißhandeln ist ja eben keine Erziehung. Aber wenn Eltern wirklich bemüht sind und ihrem Kind wirklich gute Eltern sein wollen und dann eben auch mal Fehler machen und das Kind später seinen Eltern diese Fehler ewig vorhält und seinen Eltern unterstellt: wenn ihr damals nicht so und so gehandelt hättet, dann könnte ich jetzt... oder wäre heut das und das nicht passiert....Das finde ich eben etwas nervig. Irgendwann muß man eben auch ein paar Dinge selbst in die Hand nehmen. [QUOTE]so 'einfach mal einen anderen weg einschlagen' geht sicherlich nicht - wie ich schon schrieb - es hat (im kern) ein dreiviertel jahr gedauert und das war alles andere als leicht[/QUOTE] Ich wußte daß das kommt :D Da habe ich im Eifer des Gefechts wieder mal ein Wort zu viel geschrieben...Mir ist klar daß es eben nicht so "einfach" ist - ich habe ja auch noch an "alten Mustern" zu knabbern und weiß das selbst nur allzu gut. ;) |
| Lamydia | Die perfekte Beziehung kann es einfach nicht geben, schon aus dem Grund das jeder gute Erziehung anders sieht. Ob ein Kind ein "Versuchsobjekt" ist denk ich nicht. So würd ich das nicht unbedingt formulieren. Aufjedenfall ist es ein egoistisches Projekt, doch stimmtes ein wenig man versucht es mal...ich denke viele schaffen Kinder damit sie etwas zum bestimmen haben. Denn wie sooft kommt dieser Spruch: wir sind deine Eltern du das Kind und so weiter. Geschwister sind aufjedenfall wichtig. Ersten wird man dann nicht so bemüttert und kann mehr tun und zweitens haben die Eltern mehr Ruhe weil man sich mehr untereinander Kabelt. Wie man erzogen wurde merkt man auch später wieder,wenn man selbst ein Kind hat irgende eine Art der ERziheung führt man später bei seinem eigenem Kind wieder aus. Ich werde nicht unbedingt flasch erzogen, jede sind manche Erziehungsmethoden Schwachsinnig und ich muss am besten perfekt sein da ich aber Goth bin bin cih das nicht also Stress pur. Naja GRuß Lamydia |
| belladonna | [QUOTE]wir sind deine Eltern du das Kind und so weiter.[/QUOTE] Das ist aber manchmal auch wirklich nötig. Ein Kind muß die Autorität der Eltern akzeptieren. Verantwortungsvolle Eltern werden diese auch nicht zum Schaden des Kindes ausnutzen oder damit ihre "Machtgeilheit" befriedigen. [QUOTE]Aufjedenfall ist es ein egoistisches Projekt[/QUOTE] Du hast keine Kinder, oder? Ein Kind ist alles andere als ein egoistisches Projekt. Jede Entscheidung, die man trifft wenn man Kinder hat, muß man in ihrem Sinne abwägen. Viele Dinge die man ohne Kinder unter dem Begriff "Selbstverwirklichung" getan hat muß man im Sinne der Kinder nicht selten hinten an stellen. Der ganze Tagesablauf richtet sich nach den Kindern aus. Man muß sein bisheriges Leben ganz schön umkrempeln. Aber das hat auch was gutes, man hat einfach mehr Struktur im Alltag. ;) Wer ein Kind nur bekommt, um jemanden zu haben der ihn bedingunglos liebt, oder über den er Macht hat, muß ganz schön naiv sein und wird sich ganz schön umgucken und schnell mit der Realität des Elternseins überfordert sein. ;) |
| Lamydia | hm stimmt schon irgendwie:D ne habe noch kein Kind vllt wird sich meine Meinung umkrempeln wenn ich mal eins hab bin halt noch einvorlauter noch nicht ganz erwachsener^^ |
| belladonna | @Lamydia Wie gesagt man muß sich selbst ganz schön zurücknehmen, wenn man Kinder hat, aber so schlimm ist das auch wieder nicht. Man hat es ja nicht anders gewollt :D Aber ich denke mit "egoistisch" meinst du auch eher die Tatsache, daß man es ja (im Normalfall) sich selbst wünscht und das Kind bekommt, weil man es eben haben will. Aber man sollte sich natürlich auch darüber im klaren sein, daß man sich damit auch für eine Menge Verantwortung entscheidet. Und die lieben Kleinen werden ja auch irgendwann mal größer und selbständiger ;) Und man sollte bei aller Liebe natürlich schon noch ein bißchen Platz für seine eigenen Bedürfnisse lassen. Sozusagen auch als Vorbild, damit das Kind lernt auf sich und seine Bedürfnisse zu achten und sich nicht noch n' Helfersyndrom zuzieht :D Naja, es ist manchmal ein ziemlicher Balanceakt. So, nun muß ich aber auch meinen Kiddies Vorbild sein und den Computer abschalten. Bis morgen dann wieder ;) |