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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Kosten & Gefahren von Unverantwortlichkeit
JensemannWenn ich so die Nachrichten lese, dann wundert es mich oft wie sehr sich Menschen wissentlich in Gefahr begeben. Gestern dann, hat mir ein Kollege an den kopf geworfen, warum der Staat überhaupt so viel Geld ausgibt Menschen zu retten die durch eigenes Verschulden oder sogar eigene Dummheit in Krisensituationen geraten sind. Gemeint sind nicht Rot-Kreuz Helfer in Dafur oder Ärzte in Mocambique, sondern vielmehr Leute die in ihrer Freizeit nichts besseres zu tun haben als sich Gefahren auszusetzen.

Beispiel 1: die 2 Segler die in Somalia von Rebellen/Piraten entführt worden sind. Was bewegt jemanden dazu mit einem kleinen Segelboot in einem Bereich des indischen Ozeans herumzuschippern, in dem kurzfristig zuvor bereits selbst Tanker gekapert worden sind um Lösegeld zu erpressen? Vielmehr noch, es gibt Reisewarnungen und die Betitelung als gefährlichste Gewässer der Welt. Nun werden von der Bundesregierung wieder Mittel und Menschen zur Verfügung gestellt um die Staatsbürger zu befreien.

Beispiel 2: Die Bergsteiger auf dem Nanga Parbat. Hier wird es noch eine Nummer extremer, denn hier geht es nicht nur um Geld sondern auch um Menschenleben die riskiert werden (Bergungsstaffeln, Hubschrauberpiloten) um s.g. Extremsportler auf 7000 Meter zu retten. Der Berg ist für seine Unfälle berühmt berüchtigt und selbst Messner hat seinen Bruder wohl dort verloren. Wer verantwortet so etwas?

Beispiel 3: Bergsteiger als Geiseln der PKK. Nun gilt die Türkei nicht als Krisenregion, zumindest nicht gänzlich, aber dass im Osten vor ein paar Monaten noch kriegsaehnliche Gefechte mit PKK Anhängern geführt worden sind, sollte selbst dem letzten Bergsteiger bekannt sein. Dieser tapferen Recken begaben sich also nicht nur bewusst in die Gefahr des Bergsteigens sondern auch eine Reise in eine Krisenregion.

Es geht mir ausdrücklich um Touristen, nicht um humanitäre Hilfe oder Forschungsarbeiten. Sollte man von solchen geretteten „Opfern“ die Kosten zurück verlangen? Wer trägt die Verantwortung wenn bei Rettungsaktionen Helfer getötet werden nur weil Mitglieder der Wohlstandgesellschaft mal wieder einen Kick benötigten?
Nachtschicht79na das spricht mir aus dem herzen! ich finde die sollen, wenn sie doch sooo viel kohle für ihren "sport" haben, sich auch selber versichern! ich sehe nicht ein mit meinen beiträgen zur krankenkasse auch jeden deppen skifahrer mit zu versichern. das sollen die mal schön selber machen!

und was die retter angeht, die kennen sich aus, wissen um die gefahr, sonst würden sie es nicht machen. trotzdem kann immer mal etwas schiefgehen, davor ist man nicht gefeit.
moreIch glaube mal "gehört" zu haben, dass diese Menschen sehr wohl vom Staat zur Kasse gebeten werden, wenn sie sich wissentlich in Gefahr begeben. Ich denke das war damals bekannt geworden, als Menschen in der Sahara verschleppt wurden.

Nur bei dem Geld, dass der Staat für diese Menschen ausgeben glaube ich kaum, dass ein Mensch in seinem Leben soviel verdient um das zurück zahlen zu können.

Ich habe für sowas kein Verständnis. Vor allem nicht für diesen Glauben, die Anderen werden es schon richten.
Demon17ist schon ziemlich bescheuert, das sehe ich auch so, allerdings zögert das Auswärtige Amt oft aus aussenpolitischen Gründen Regionen als Krisengebiete auszugeben und Reisewarnungen auszusprechen.

[URL=http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/LaenderReiseinformationen.jsp]Auswärtiges Amt: Länder, Reisen, Sicherheit[/URL]

Ich finde, in solchen Fällen sollten auch die Reiseveranstalter, die diese Reisen organsieren und die Lage vor Ort besser einschätzen können als einzelne Touristen, stärker an den Rettungskosten beteiligt werden. Bei diesen Bergsteigern, die einfach weiter machen, obwohl schon einer tot ist, sollte man sowieso nur gegen Vorkasse bergen.
CeryniManchen Leuten kann man nicht wirklich helfen, selbst wenn Warnungen ausgesprochen werden - oder man sie beim auswärtigen Amt nachlesen kann - begeben sie sich in Regionen, die als Gefährlich eingestuft sind.
Sei das nun der Regenwald, Afrika - besonders die "kriegerischen" Länder dort - oder ein anderer Staat.
Diese Leute wollen ausdrücklich dahin, manchmal um die Neugierde zu befriedigen oder weil es dort so schön billig ist oder what ever auch sonst...

Mich persönlich würde z.B. mal Israel interessieren, doch ich würde da nicht hinfahren, weil mir die Lage dort - auch wenn man derzeit nicht allzuviel davon hört, naja mittlerweile schon wieder - einfach zu unsicher ist. Doch ich kenn einige, die trotz der Gefahren - vor einigen Jahren hörte man ja fast jeden Tag von irgendwelchen Anschlägen oder Ausschreitungen - dorthin reisten. Es ist ihnen nichts passiert, aber es hätte können.
Andererseits leben die meisten Länder von uns Touris und wollen auch nicht als gefährlich eingestuft werden, die vertuschen event. "gefährliche" Situationen und erst wenn man dort ist, bemerkt man so einiges, was nicht in den Medien zu sehen war/ist bzw. bekannt ist.

Alleine die Anschläge in Spanien derzeit - trotzdem fahren/fliegen die Touris dorthin um Urlaub zu machen. Erst wenn es wieder Verletzte und Tote gibt, dann beschweren sie sich.


Ob man ihnen trotzdem helfen soll? Wieso nicht? Klar, die Kosten für uns Unbeteiligte steigen immens an, doch wenn nicht aus diesem Grund, dann finden die Versicherungen einen anderen. Ja, sie handeln unvernünftig, indem sie in diese Länder reisen, doch es ist auch nicht besonders fair, sie als Spielball zu benutzen. Allerdings macht sich der Staat durch das Freikaufen mancher Geiseln sehr angreifbar, deshalb wird so manches vertuscht, doch seien wir mal ehrlich: Was genau wissen wir denn über das genaue Vorgehen unseres Staates im Ausland? Wir bekommen doch nur das zu Hören, was der Staat will. Z.B. die Sache mit der Türkei und den entführten Bergsteigern. Erst wollte die PKK, dass die BRD u.a. diesen Fernsehsender wieder zuläßt und danach hieß es dann, dass das alles ein Mißverständnis gewesen sei? Für wie doof hält der Staat seine Bürger eigentlich?


Mhmm Bergsteiger am Himalaya... Was bitteschön ist dann mit den Extremläufern bei der Zugspitze? Der Lauf ging in Österreich los und die liefen die Zugspitze auch auf der österreichischen Seite hinauf. Die wußten ja auch wie gefährlich es ist und dass das Wetter jederzeit umschlagen kann - was es ja auch getan hat - es gab zwei Tote und mehrere Verletzte, und Österreich ist definitiv nicht die BRD, also Ausland! Hier haben sich die Retter auch in Lebensgefahr gebracht, doch irgendwie wird hierüber nicht soviel diskutiert, wie über die anderen ausländischen Länder.....
Jensemann[QUOTE] Was bitteschön ist dann mit den Extremläufern bei der Zugspitze? Der Lauf ging in Österreich los und die liefen die Zugspitze auch auf der österreichischen Seite hinauf.[/QUOTE]

Unterschied 1: ca. 4000 Hoehenmeter

Unterschied 2: Bergsteigen vs. Berglauf

Unterschied 3: ~ +/- 25 C

Natuerlich ist es schwierig in manchen Laendern regional zwischen Bedrohung und Sicher heit zu unterscheiden; jedoch wird auch darauf hingewiesen. In Indonesien wuerde ich mich z.B. nur ungern im Osten aufhalten, in Kolumbien im Sueden und Indien im Norden. Aber auch da haelt das auswaertige Amt regionale Warnungen parat, so dass niemand sich mit Nichtwissen entschuldigen kann; zuletzt die Reiseveranstalter. Letztere sollten wirklich mehr in die Pflicht genommen werden.

Diese Saharasache hab ich nur noch dunkel in Erinnerung..... Aber da gab es die Diskussion sehr ausfuehrlich, stimmt.
Desengano[QUOTE][i]Original geschrieben von Ceryni [/i]
[B]

Alleine die Anschläge in Spanien derzeit - trotzdem fahren/fliegen die Touris dorthin um Urlaub zu machen. Erst wenn es wieder Verletzte und Tote gibt, dann beschweren sie sich.
[/B][/QUOTE]

also ich war damals in madrid, als der große anschlag auf den zug war. und weder bin ich panisch ins sichere deutschland zurück geflogen, noch meide ich spanien seitdem. ich versteh deine argumentation auch ehrlich gesagt nicht so ganz. die anschläge, die in spanien passieren, können in deutschland ganz genauso passieren. bzw weiß ich gar nicht welche aktuellen anschläge du meinst...

und deine auslands-bemerkung in bezug aus österreich verstehe ich auch nicht so recht. ich finde schon, dass es ein großer unterschied ist, ob die leute auf nem berg ums leben kommen, weil sie die falschen klamotten anhatten oder ob sie von terroristen entführt werden.

udn ich stimme dem allgemeinen tenor hier zu, dass es bescheuert ist, in krisengebieten rumzurennen. allerdings muss man halt untescheiden zwischen gebieten, wo vielleicht mal ein anschlag war und gebieten, wo ständig etwas ist und geiseln wertvoll sind.
man muss sich auch einfach informieren, wie die politische lage derzeit in der entsprechenden region ist. die lage mit der PKK hatte sich kurz zuvor wieder angespannt und auch deutschland hatte seine finger da mit im spiel. da war die entführung gerade zu eine logische konsequenz.

aber was soll der staat denn tun? er kann nur immer wieder warnen. aber wenns halt mal dazu kommt, kann er die geiseln ja wohl schlecht im stich lassen.
more[QUOTE]Bei diesen Bergsteigern, die einfach weiter machen, obwohl schon einer tot ist, sollte man sowieso nur gegen Vorkasse bergen.[/QUOTE] Hä?

Rettungshubschrauberpilot: "Wir nehmen Visa, Master und Eurocard Wir nehmen keine Schecks an! Leider können wir auch keine 500 €-Scheine annehmen! Haben sie mich verstanden???"
JensemannNebenbei: die Bergsteiger wollten nicht weitermachen, die wollen zum naechstgelegenen Camp was leider weiter hoeher ist anstatt weiter unten. Zudem hat man sich aber doch fuer den Abstieg entschieden und konnte zumindest schon auf 6600m zurueck.
ApexIch weiß nicht inwiefern man bei all den Beispielen von Unverantwortlichkeit reden kann. Sicher ist es riskant einen Berg wie den Nanga Parbat besteigen zu wollen, aber den Erstbesteigern des Matterhorns hat auch keiner Unverantwortlichkeit vorgeworfen, obwohl einige von ihnen tödlich verunglückt sind. Die Bergsteigerei ist eine der gefährlichen Sportarten, weil hier eben Sport und die Gefahr des Unbekannten stark miteinander verwoben sind. Aber ich halte es auch für den ganz normalen Entdeckerdrang des Menschen, eben dieses Unbekannte zu suchen und dafür auch die Gefahr in Kauf zu nehmen.

Ich fände es grundfalsch sich in seinen vier Wänden zu verkriechen aus Angst vor der bösen Außenwelt, in der ja so viel passieren kann. Ich halte die Reisefreiheit durchaus für eine der großen Freiheiten die wir genießen, das Recht die Welt auch abseits von militärisch gesicherten Ferienanlagen erleben zu dürfen. Alles andere wäre für das Herkunftsland eines Alexander von Humboldt eine Schande. Reisen war schon immer gefährlich, eventuell muss dafür auch wieder ein gewisses Bewusstsein geschaffen werden, aber den Leuten zu sagen: "Wenn ihr in Schwierigkeiten kommt, kennen wir euch nicht mehr", nein, dass führt in meinen Augen zu weit. Der Solidargedanke bedeutet eben auch, dass ich manchmal für Sachen einstehen muss, die so nicht meine Zustimmung finden, in dem Wissen, dass auch mir eines Tages geholfen wird, obwohl ich mich in den Augen anderer unverantwortlich verhalten habe.

Ich persönlich wollte auch schon immer mal ins Baskenland, nach Israel und nach Lateinamerika. Und ich werde das auch irgendwann machen, die Möglichkeit die Welt abseits von Flimmerkiste und Internet erleben zu können ist mir das Risiko durchaus wert.

[QUOTE]Bei diesen Bergsteigern, die einfach weiter machen, obwohl schon einer tot ist, sollte man sowieso nur gegen Vorkasse bergen.[/QUOTE]

Für mich als ehemaliger Feuerwehrmann eine widerwärtige Vorstellung.
Demon17Finde ich nicht. Statt ihren vermissten Kollegen zu suchen krackseln sie munter weiter, obwohl das Wetter jederzeit umschlagen kann. Warum sollen Suchtrupps ihr Leben riskieren?

Sicher Risiken bestehen immer, doch was spricht dagegen, diese Risiken über eine entsprechende Versicherung abzudecken, statt den Steuerzahler daran zu beteiligen. Das gilt insbesondere für Extremsportarten, aber auch für Reisen in Krisengebiete. Hier sollten in erster Linie die Veranstalter zur Kasse gebeten werden.
Es ist doch das alte Spiel, Verluste sozialisiert man und Gewinne privatisiert man. Warum sollen nicht die dafür zahlen, die von dem Tourismus profitieren. Die Sicherheitsvorkehrungen würden wahrscheinlich erheblich besser werden.

Es besteht ein Unterschied zwischen Mut und Dummheit oder Gier - und Dummheit und Gier muß bestraft werden.
Apex[QUOTE]Warum sollen Suchtrupps ihr Leben riskieren?[/QUOTE]

Entweder sie machen es ehrenamtlich oder sie werden dafür bezahlt, so oder so machen sie es freiwillig.

[QUOTE]Hier sollten in erster Linie die Veranstalter zur Kasse gebeten werden.[/QUOTE]

Sicher, wenn der Veranstalter unzureichend über eventuelle Risiken aufgeklärt hat, kann man ihn sicher zur Verantwortung ziehen, aber muss man deswegen gleich ein solches Fass aufmachen?

[QUOTE]Sicher Risiken bestehen immer, doch was spricht dagegen, diese Risiken über eine entsprechende Versicherung abzudecken, statt den Steuerzahler daran zu beteiligen.[/QUOTE]

Mich schreckt so ein Gedanke ab, was kommt als nächstes? Bezahlen wir keine Krebstherapien für Raucher mehr? Ich mag den Gedanken nicht, alles nur noch über Individualversicherungen regeln zu wollen, sicher wäre das ein tolles Geschäft für die Versicherungsbranche, aber ich verstehe unter einem Solidarsystem etwas anderes.
Mal im Ernst, was kosten denn diese Unfälle bei Extremsportlern oder Reisenden den Staat real im Jahr? Wenn man sich hier über die Kosten aufregt, hat man doch bestimmt auch Zahlen auf der Hand. Ansonsten gehe ich davon aus, dass es sich hier um Kleinbeträge im Haushalt handelt und man sich, bezogen auf Steuerverschwendung, erstmal um die großen Brocken Gedanken machen sollte.
Demon17[QUOTE] Bezahlen wir keine Krebstherapien für Raucher mehr? Ich mag den Gedanken nicht, alles nur noch über Individualversicherungen regeln zu wollen, sicher wäre das ein tolles Geschäft für die Versicherungsbranche, aber ich verstehe unter einem Solidarsystem etwas anderes. [/QUOTE] Raucher zahlen Tabaksteuer. Außerdem bekommen sie trotz kürzerer Lebenserwartung keinen Abschlag auf die Rentenversicherung. (Das wird in keiner Schadensbilanz berücksichtigt.)

Es ist nicht so, das (freiwillige) Risikogruppen nicht für die Kosten herangezogen werden. Das Solidarsystem sollte nur zur Absicherung unvermeidlicher Lebensrisiken herangezogen werden, da es andernfalls einfach nicht mehr zu finanzieren ist. Urlaub in fernen Ländern ist Luxus. Willst Du Berufsinvaliden die Renten kürzen um die Risiken von Luxusreisen abzudecken? Die Reiseveranstalter verdienen sich eine goldene Nase damit. Ich glaube 60 Milliarden geben Bundesbürger im Jahr für Urlaub aus. Mit einigen 100 Millionen könnten sämtliche Risiken abgedeckt werden.

Schließlich kommen gesetzliche Krankenversicherungen auch nicht mehr für die Kosten von Krankheiten durch Piercings oder Tätowierungen auf.
JensemannZudem manche wirklich ein Leben lang sparen um dann DIE Reise zu unternehmen. Aber tatsaechlich sind doch Menschen die sich so etwas leisten nicht gerade die am schlechtesten Gestellten; schon allein wegen der Organisationskosten.

Das Entdeckertum von Humboldt mit dem Bergsteigern zu vergleichen ist unpassend. Erst einmal gibt es nichts mehr zu entdecken und andereseits unterstelle ich den Besteigern vom Nanga Parbat andere Motivatoren als einem Forscher anno 1850. Allein die Tatsache, das jenes Team via Internet Kontakt mit den Rettern hielt (mittlerweile wohl kein Strom mehr) wirkt auf mich nicht wie ein Indikator eines grenzauslotendes Abenteuer. Und selbst wenn, diese Sportler haben selbst bei vollem Bewusstsein entschieden auf einen der gefaehrlichsten Berge der Welt zu steigen, trotz Warnungen und vorhergegangener Unfaelle, also sollten sie auch die Verantwortung tragen. Was wuerde denn der Retter fuer Feedback bekommen wenn er sagt: "Meinen Eid habe ich auf Menschen bezogen die unverschuldet in Not geraten sind, damit sehe ich mich von meiner Einsatzpflicht entbunden."?
Retter klar, aber an deren Stelle wuerde ich eine kleine Sinnkrise aufweisen koennen, sollte man mich um den Einsatz ersuchen.

Die Grenze zwischen Eigenverschulden und Fremdverschulden bei terroristischen Anschlaegen in Krisenregionen ist schwerer zu definieren m.M.n. Zum Beispiel das dt. Managerehepaar das vor 2 Tagen in Suedafrika ermordet wurde. Waren die jetzt da um zu helfen (oekonomisch versteht sich) oder hat man sie vor die Wahl gestellt, woraufhin das Geld lockte? Auch fuer Suedafrika gibt es seit den fremdenfeindlichen uebergriffen Reisewarnungen; man schaue mal auf die "No-Go-Area" Diskussion im Rahmen der kommenden WM.
Demon17Im Irak werden momentan auch deutsche Mittelständler heiß umworben. Ich frage mich, wann wieder die ersten Ingenieure entführt werden. Ich denke solche Risiken sind teilweise notwendig. Für völlig überflüssig halte ich es allerdings, vor der somalischen Küste herumzusegeln. Das Baskenland mit seiner Hauptsstadt Barcelona ist übrigens für Touris nicht weiter gefährlich. Israel war damals auch ziemlich sicher. Man mußte halt auf abgestellte Taschen an Bushaltestellen achten. Da sind wir mit dem CVJM hin. Aber eine Ferienhaussiedlung in einer Region, wo eine freilaufende Guerilla operiert halte ich nicht für sicher und es wäre total bescheuert dort Urlaub zu machen. Wie gesagt, es gibt wahrscheinlich Versicherungen, die entweder der Veranstalter oder die Touristen abschließen können. Die kalkulieren die Risiken ziemlich exakt. Wenn es dann zu teuer wird, sollte man sich auch nicht auf die Solidargemeinschaft verlassen. Je mehr die bezahlt, desdo höher stehen deutsche Touristen bei Entführern im Kurs.
JensemannAuch wenn ich meine Rueckenvertiefung zu ueberbewertet erachte als sie mit dem Spiegel zu dekontaminieren; zumindest auf der Internetpraesenz dieses "Presseorgans" gibt es ganz interessante Beitraege zum Thema: [URL=http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=4648]Drueck mich![/URL]
CabalDieser Thread erinnert mich an die Worte coma_blacks, der einmal sinnbildlich sagte, dass die Raucher nur einer der Untergruppen wären, denen man es zukünftig schwer machen würde. Es würden die Alkoholtrinkenden, die Süßigkeitsessenden, die Dickleibigereren und die Unsportlichen folgen.
Nun gut, in diesem Fall trifft es nun die Extremsportler und ich sehe in nächster Zukunft ab dass Geld für Rettungsaktionen für ebendiese wohl gekürzt beziehungsweise Verbote folgen, die den "Strafbestand" des eigenverschuldeten Risikos um Leib und Leben definieren. Die Anderen Dinge kommen dann vermutlich doch erst später.

Cheers
Apex[QUOTE]Urlaub in fernen Ländern ist Luxus. Willst Du Berufsinvaliden die Renten kürzen um die Risiken von Luxusreisen abzudecken?[/QUOTE]

Nun ich denke, dass ist eine Einstellungssache, ich halte Reisen in ferne Länder für ein, im Sinne der Volksbildung, durchaus anzustrebendes Ziel. Wobei ich mal Sachen wie den Ballermann-All-Inclusive-Urlaub mal ausschließe.
Sicher ist der Gedanke utopisch, jedem Bürger Deutschlands die Möglichkeit einer Reise zu bieten, aber man sollte es zusätzlich nicht weiter erschwehren.

Auf der anderen Seite zweifle ich wie gesagt an den immensen Kosten, mir ist zumindest nicht bekannt, dass man, aufgrund von Entführungen und Unfällen einen Nachtragshaushalt verabschieden musste.

[QUOTE]Das Entdeckertum von Humboldt mit dem Bergsteigern zu vergleichen ist unpassend. Erst einmal gibt es nichts mehr zu entdecken und andereseits unterstelle ich den Besteigern vom Nanga Parbat andere Motivatoren als einem Forscher anno 1850. [/QUOTE]

Nein ich finde er passt durchaus, ob es nichts mehr zu entdecken gibt, darüber kann man getrost streiten und ob sich die Motivation so stark unterscheidet, glaube ich auch nicht. Für einen persönlich gibt es noch jede Menge zu entdecken, ich persönlich kann gut verstehen, dass die betreffenden Bergsteiger, eben etwas erreichen wollten, was außer ihnen kaum jemand geschafft hat.
Auch das sie Vorkehrungen getroffen hatten, mit den Rettungskräften in Kontakt treten zu können halte ich für ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein und für ein Zeichen dafür, dass sie sich der Gefahr bewusst waren in die sie sich da begegeben haben. Die Gefahr in Kauf zu nehmen um ein gestecktes Ziel zu erreichen halte ich in keinem Fall für verwerflich und ich halte es auch für extrem unfair, den Bergsteigern hier eine Erwartungshaltung zu unterstellen, nach der sie für sich ein Recht auf Rettung ableiten würden. Wer Bergsteiger ist, der weiß, dass im Zweifel keine Hilfe kommen wird.

[QUOTE]Was wuerde denn der Retter fuer Feedback bekommen wenn er sagt: "Meinen Eid habe ich auf Menschen bezogen die unverschuldet in Not geraten sind, damit sehe ich mich von meiner Einsatzpflicht entbunden."?[/QUOTE]

Man würde ihm raten sich einen neuen Job zu suchen, anscheinend fehlt ihm die Eignung. Ich persönlich helfe prinzipiell erstmal jedem Menschen, ob verschuldet oder unverschuldet ist doch irrelevant, wenns um Menschenleben geht.
Es ist was anderes wenn man sein eigenes Leben dabei gefährdet, dies kann nun wirklich nicht von einem verlangt werden. Aber vor jedem Einsatz die Schuldfrage diskutieren...dann können wirs auch gleich sein lassen.

[QUOTE]Das Baskenland mit seiner Hauptsstadt Barcelona ist übrigens für Touris nicht weiter gefährlich.[/QUOTE]

Katalonien...Barcelona ist die Hauptstadt von Katalonien, ganz andere Ecke ;)

Die Haupstadt des Baskenlandes wäre wohl Bilbao, so es denn explizit eine geben würde. Und ungefährlich ist es da nicht wirklich, die ETA hat schon mehrere Anschläge auf Zentren des Tourismus (Hotels) und Verkehrsknotenpunkte wie etwa Flughäfen verübt.

Wie dem auch sei, die aktuelle Politik der deutschen Regierung gegenüber Entführern empfinde ich auch als grundlegend falsch. Sich erpressbar zu machen ist keine Lösung, außerdem finde ichs der Familie Schleyer gegenüber dezent unfair (gut, da gings nicht um Geld aber trotzdem...).
Demon17[QUOTE]
Nun ich denke, dass ist eine Einstellungssache, ich halte Reisen in ferne Länder für ein, im Sinne der Volksbildung, durchaus anzustrebendes Ziel. Wobei ich mal Sachen wie den Ballermann-All-Inclusive-Urlaub mal ausschließe.
Sicher ist der Gedanke utopisch, jedem Bürger Deutschlands die Möglichkeit einer Reise zu bieten, aber man sollte es zusätzlich nicht weiter erschwehren.

Auf der anderen Seite zweifle ich wie gesagt an den immensen Kosten, mir ist zumindest nicht bekannt, dass man, aufgrund von Entführungen und Unfällen einen Nachtragshaushalt verabschieden musste.[/QUOTE]

Das ist keine Frage eines Nachtragshaushaltes, sondern der Einstellung. Der Sozialstaat ist nicht für Subventionen von Fernreisen verantwortlich. Ich finde es übrigens gut das sich die BRD auch politisch nicht von Entführern wie neulich der PKK erpressen läßt. Dasselbe Prinzip wie bei Schleier danmals. Alles klar? Ich finde deine Formulierung mit dem Nachtragshaushalt bezeichnend. Es ist diese selbstgefällige Art mit der Millionen verschwendet werden. Diese summieren sich jedes Jahr zu Milliardenbeträgen. Das ist eine Frage der Einstellung. Bei der Kinderamut finde ich das echt schlimm.


[QUOTE]Nein ich finde er passt durchaus, ob es nichts mehr zu entdecken gibt, darüber kann man getrost streiten und ob sich die Motivation so stark unterscheidet, glaube ich auch nicht. [/QUOTE] Für wissenschaftliche Expeditionen gibt es natürlich eine staatliche Finanzierung inkl. der Risikovorsorge. Dafür ist die DFG oder eine andere Trägergesellschaft zuständig. Der Unterschied zwischen Urlaub und Forschung besteht in dem Nutzen für das Allgemeinwohl durch die Forschungsergebnisse.

[QUOTE]Für einen persönlich gibt es noch jede Menge zu entdecken, ich persönlich kann gut verstehen, dass die betreffenden Bergsteiger, eben etwas erreichen wollten, was außer ihnen kaum jemand geschafft hat.
Auch das sie Vorkehrungen getroffen hatten, mit den Rettungskräften in Kontakt treten zu können halte ich für ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein und für ein Zeichen dafür, dass sie sich der Gefahr bewusst waren in die sie sich da begegeben haben. Die Gefahr in Kauf zu nehmen um ein gestecktes Ziel zu erreichen halte ich in keinem Fall für verwerflich und ich halte es auch für extrem unfair, den Bergsteigern hier eine Erwartungshaltung zu unterstellen, nach der sie für sich ein Recht auf Rettung ableiten würden. Wer Bergsteiger ist, der weiß, dass im Zweifel keine Hilfe kommen wird.[/QUOTE]

Hey kein Problem damit wenn siich die Leute in Gefahr bringen. Es geht auschließlich um die Finanzierung von Rettungsaktionen, die höchstwahrscheinlich notwendig sind. Hier stellt die Bundesrepublik inzwischen hohe Rechnungen, wie das Beispiel einiger privater Höhlenforscher zeigte, die trotz Warnungen in tagelangen Rettungsaktionen unter Gefahr für Leib und Leben der THW-Mitarbeiter gerettet wurden. Wer bewußt hohe Risiken eingeht, der soll gefälligst selbst bezahlen, das kann schließlich in die Millionen gehen.

Was die Bergsteiger am Nanga Parbat angeht: der Vermisste ist ein dreifacher Familienvater. Ich kann darin kein Verantwortungsbewußtsein erkennen, sein Leben in dieser Situation so leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

Was das Baskenland angeht. Ich denke mit Sprengstoff muß man immer rechnen, selbst in London oder hier. Eine funktionierende Staatsmacht ist aber in der Lage Entführungen schnell zu unterbinden.

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