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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Liedtexte und Inhalte
Goat93So, ich will mal nen interessantes und Spannung
erzeugendes Thema anfangen was ich mit der
Suche Funktion nicht gefunden hab *gg

Inwieweit nimmt man Liedinhalte und
Bandauftreten selbst ernst?
Und Zwar die Inhalte der Lieder, Aufmachung der
Tonträger, Bühnenshow usw. usf.
Einerseits geht dieses Thema klar in die Politische Abteilung
(Weswegen es auch hier is), aber ich wollt das darüberhinaus
generell verstanden wissen.
Damit ist übrigends NICHT gemeint, wie es aufgenommen
werden könnte, sondern wie es bei euch direkt ankommt.

Also, mir geht es nicht um eine Spezielle Ausrichtung, sondern
enfach Allgemein, was zieht man wirklich aus den Tonträgern,
der Musik und was ignoriert man schlußendlich einfach und
hört nur die Musik.

Und ganz wichtig, wie kann man dann über eine Musikrichtung
urteilen?

Mir ist der Einfall zum Thema durch den Schwenker zur
Phädophilie gekommen, da mir letztens eine alte
Scorpions Platte ins Auge stach. Uhi Scorpions,
Feuerzeug und Bartwickelmaschin rauskram, juhu...

Aber mal im Ernst, kA ob man das Cover posten darf, wenn
ned, einfach bidde mal rausnehmen ^^
Andererseits isses auf der offiziellen Scorpions Seite auch

Das Cover, was ähhh für Aufregung sorgte:
[IMG]http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/3/33/Virgin_Killer.jpg[/IMG]
Fuck up Evil[QUOTE][i]Original geschrieben von Dark Angel 2 [/i]
[B]Ob man die Musik ernst nimmt oder nicht, ist es seine Sache. Es gibt Lieder, die auf das Geschehen zurückzuführen sind. (z.B. The Boomtown Rats - das Lied "I don`t Monday", es inspiriert durch das Schulmasaker von Brenda Ann Spencer.)
Es gibt auch Lieder, die in politische Richtung gehen.

Zum Cover von Sciorpions: Ich finde, dass das Cover zensiert werden soll. Ich halte davon, dass das Cover besser mit schwarzen Balken zensiert werden soll.

Wenn Musik aus dem Radio kommt, kann ich spüren, was für Musik ist.

Wenn man die Musik in eine Richtung festlegt, soll man wissen, was für Musik der Sänger oder die Bands singt oder spielt. Und nach dem Tempo des Gesangs. [/B][/QUOTE]

:rolleyes: :eek:

Satzbau ???

Sinn ???

Ich kann Deine Beiträge nicht verstehen.
Goat93[QUOTE][i]Original geschrieben von Dark Angel 2 [/i]
[B]Ob man die Musik ernst nimmt oder nicht, ist es seine Sache. Es gibt Lieder, die auf das Geschehen zurückzuführen sind. (z.B. The Boomtown Rats - das Lied "I don`t Monday", es inspiriert durch das Schulmasaker von Brenda Ann Spencer.)
Es gibt auch Lieder, die in politische Richtung gehen.

Zum Cover von Sciorpions: Ich finde, dass das Cover zensiert werden soll. Ich halte davon, dass das Cover besser mit schwarzen Balken zensiert werden soll.

Wenn Musik aus dem Radio kommt, kann ich spüren, was für Musik ist.

Wenn man die Musik in eine Richtung festlegt, soll man wissen, was für Musik der Sänger oder die Bands singt oder spielt. Und nach dem Tempo des Gesangs. [/B][/QUOTE]

So eine Antwort wollt ich ja gerade NICHT haben. Es ist
bei dem Thema egal, was sein KÖNNTE, mir geht es darum
was IST.

Nimmst DU jeden Text der von dir gehörten bands ernst
oder läßt DU da eher die Inhalte beiläufig beiseite?
Verändert sich DEIN leben durch die Inhalte der Musik
oder eben nicht?
Desengano@goat: wie ist dsa denn bei dir?

ich persönlich setze mich schon mit liedtexten auseinander, wenn es denn in dem lied welche gibt udn cih sie auch verstehe. allerdings nicht bei jedem lied. es gibt songs, bei denen stolpere ich erst jahre später über die bedeutung oder entdecke eine neue bedeutung. kann schon spannend sein, lieder nach jahren wieder auszugraben.
mein leben verändern sie allerdings nicht. klar gibts hin und wieder sätze, die zum grübeln anregen, aber das kann einem auch auf der straße oder sonstwo passieren, wenn jemand mal was schlaues fallen lässt.
aber das meiste ist mir eh schon irgendwo mal begegnet.

knifflig wirds dann, wenn die diskussionen losgehen, wie rechts eine band denn sei, obs denn wirklcih neonazis sind, ob sie provozieren, sie überidentifizieren oder einfach nur dämlcih sind. dann sucht man auf plattencovern, in liedtexten udn ist hinterher noch verwirrter als vorher. wenn dann noch die interviews udn selbstaussagen von den gruppen hinzukommen, isses in der regel ganz aus. *lach*
da ich eine kleine internetmusiksendung mache, muss ich schon bissl drauf achten, was in den texten vorkommt und wie das gemeint ist, wies bei mir ankommt udn gemeint sein könnte udn bei anderen ankommen könnte bla.

an sich aber nen spannendes thema. mal schaun, wie andere mit liedtexten umgehen. soll ja menschen geben, die ihre nicks nach songs benennen ;)


achja noch zum skorpions cover. das schon übel. ich weiß ja nciht, inwiefern das provozieren oder sonstwas soll. aber bei mir kommen gleich schon die bilder vom fotoshooting in den kopf udn allein das find cih schon nicht okay. ich kann die aufregung darum schon verstehen. dann doch lieber tote menschen oder sowas. oO vorausgesetzt man tötet sie net fürs cover hehe.
OdessaKönnte es nicht sein, daß DarkAngel 2 vielleicht einfach nur nicht deutscher Abstammung ist, Deutsch also nicht ihre/seine Muttersprache ist? ;-)

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Nimmst DU jeden Text der von dir gehörten bands ernst oder läßt DU da eher die Inhalte beiläufig beiseite? Verändert sich DEIN leben durch die Inhalte der Musik oder eben nicht?
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Die wenigen Bands die ich höre - ich bleibe meinen mir gefallenden Künstlern treu seit über 20 Jahren und fahre damit ganz gut - nehme ich ernst; es hat seinen Grund, daß sie meine Lieblingsbands sind. Es ist v. a. wegen der Texte, wegen der darin vermittelten Aussagen und der dahinterstehenden Lebensphilosophie und Ideologie, die im jeweiligen Fall dann auch meiner Gedankenwelt entsprechen. Ich kann nur einen Künstler ernst nehmen, der authentisch ist, der also etwas singt was wirklich aus ihm selbst kommt.

Mein Leben verändert sich durch die Inhalte der Musik nicht, da ich mich in meinem Denken ("so gut als halt möglich") nicht manipulieren lasse von Erfahrungen und Meinungen Anderer, es ist bei mir eher umgekehrt: ich finde viele meiner Denkweisen als auch Lebenserfahrungen, die ich machte, in gewissen Inhalten bei meinen Favoriten wieder und kann mich deswegen dafür begeistern - weil ich es 1:1 nachvollziehen kann. Natürlich beeinflußt es meine Stimmung, was ich gerade höre: bei einem aggressiven Stück mit aggressivem Inhalt bin ich anders drauf als bei einer Ballade. Wobei auch hier wieder die Frage ist: Henne oder Ei. Wähle ich nicht ein bestimmtes Lied deshalb WEIL ich aggressiv drauf bin in dem Moment, und sagt mir ein bestimmter Text in dem Moment nur deshalb etwas WEIL ich gerade in verliebter/trauriger/verzweifelter Stimmung bin...?


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klar gibts hin und wieder sätze, die zum grübeln anregen, aber das kann einem auch auf der straße oder sonstwo passieren, wenn jemand mal was schlaues fallen lässt.
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:) Geht mir auch so. Aber das sind dann auch wiederum so Dinge, über die man sich, glaube ich, ohnehin schon vielleicht mal so am Rande Gedanken gemacht hat und was dann durch das Hören oder Lesen einer bestimmten Liedzeile wieder hochkommt.

Nicks nach songs: oh ja. Ganze threads und Tagebücher danach benannt. Eben WEIL es so authentisch war vom jeweiligen Künstler und sich auch für mein Leben als "i have been there, too"- treffend erwies :-).
AlienSexFiend[QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i]
[B]Mein Leben verändert sich durch die Inhalte der Musik nicht, da ich mich in meinem Denken ("so gut als halt möglich") nicht manipulieren lasse von Erfahrungen und Meinungen Anderer, es ist bei mir eher umgekehrt: ich finde viele meiner Denkweisen als auch Lebenserfahrungen, die ich machte, in gewissen Inhalten bei meinen Favoriten wieder und kann mich deswegen dafür begeistern - weil ich es 1:1 nachvollziehen kann. [/B][/QUOTE]

...genau das ging mir vorhin auch als erstes durch den Kopf als ich das Thema hier zum ersten Mal gelesen hab...dann gibt es aber auch Bands, bei denen mir die Texte nicht im Vordergrund stehen, wo mir die Musik als solche nahe geht, was in erster Linie dann aber auch Bands sind, die in Sprachen singen, die ich nicht verstehe...klar lese ich mir die Texte dann auch nach Möglichkeit irgendwann durch (wenn es sich nicht gerade um Phantasiesprachen handelt), aber das ist dann sozusagen nur noch ein "Bonus", daran, ob ich die Musik mag oder nicht, ändert es dann nichts mehr...
Odessa----
Achja noch zum skorpions cover. das schon übel. ich weiß ja nciht, inwiefern das provozieren oder sonstwas soll. aber bei mir kommen gleich schon die bilder vom fotoshooting in den kopf udn allein das find cih schon nicht okay. ich kann die aufregung darum schon verstehen. dann doch lieber tote menschen oder sowas. oO vorausgesetzt man tötet sie net fürs cover hehe.
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Das Cover ist über 30 Jahre alt, ich hab mir damals (1976 glaub ich) die Platte gekauft und weiß noch, daß es Wirbel gab wegen des Bildes. Aber wenn man weiss daß die Scorpions eine klare Stellung bezogen zu gesellschaftspolitisch relevanten Themen, als Familienväter ohnehin, relativiert sich das schnell. Das Cover sollte provozieren und zum Nachdenken anregen, aber eher in Sachen "Die geistige Unschuld" töten: Kriegstreiberei, Menschen ausnutzen, religiöse und politische Ideologien mißbrauchen um Menschen abhängig zu machen usw. Also die "Unschuld" betreffend, die in uns Allen getötet wird über kurz oder lang. Zumindest habe ich es so in Erinnerung, es ist wie gesagt 30 Jahre her und nur noch nebulös in meinem Langzeitgedächtnis vorhanden ;-)

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was in erster Linie dann aber auch Bands sind, die in Sprachen singen, die ich nicht verstehe...
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Alien :) : ich tipp jetzt mal auf Sigur Ros. Unglaublich gute Musik, geht sehr nahe obwohl man die Texte nicht versteht, nicht verstehen kann. Da geht der Inhalt, wie Du schon schriebst, wirklich nur über die Emotion, die "gefühlten" Töne und die Stimmung. Geht mir auch so bei dieser Musik und ist auch bei Klassik der Fall bei mir. Bachs Orgel - trifft bis ins Mark, ganz ohne Text ;-)
Creobotra[QUOTE][i]Original geschrieben von Goat93 [/i]
Nimmst DU jeden Text der von dir gehörten bands ernst
oder läßt DU da eher die Inhalte beiläufig beiseite?
Verändert sich DEIN leben durch die Inhalte der Musik
oder eben nicht?[/QUOTE]
die zeiten, in denen Liedtexte noch allgemein bewegen konnten (gerade politische), sind wohl vorbei. ich denke da an "liedermacher" die sich noch gehör verschaffen konnten, in einenr zeit in der musik, bzw die texte noch sprach- und nicht abflußrohr waren.
persönlich kann ich auch nur sagen, daß nur sehr wenige liedtexte bei mir überhaupt etwas auslösen, wenn dann eher im zusammenhang mit bestimmten situationen oder ereignissen.
aber [I]verändern[/I] sicher nicht, zum nachdenken bewegen... manchmal.

edith zum cover: unterste schublade.
natürlich toll, wenn man auf provokante und kritische gesellschaftliche zustände aufmerksam machen will. aber in der form? mit dem titel "virgin killer"? sorry, aber das ist mir defitinitv zu platt, oberflächlich, billig. solche inhalte rüberzubringen bedarfs es schon wesentlich besseres geschick, als das, das der grafiker da an den tag gelegt hat.
AlienSexFiend[QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i]
[B]Alien :) : ich tipp jetzt mal auf Sigur Ros. Unglaublich gute Musik, geht sehr nahe obwohl man die Texte nicht versteht, nicht verstehen kann. Da geht der Inhalt, wie Du schon schriebst, wirklich nur über die Emotion, die "gefühlten" Töne und die Stimmung. Geht mir auch so bei dieser Musik und ist auch bei Klassik der Fall bei mir. Bachs Orgel - trifft bis ins Mark, ganz ohne Text ;-) [/B][/QUOTE]

...unter anderem ja und die Phantasiesprache war auf jeden Fall auf sie bezogen...;) ...selbst wenn man die Übersetzung der Texte liest, versteht man manche nicht ohne weitere Infos, aber es geht zum größten Teil trotzdem sehr nah...
scorpio666[QUOTE][i]Original geschrieben von Dark Angel 2 [/i]
[B]

Zum Cover von Sciorpions: Ich finde, dass das Cover zensiert werden soll. Ich halte davon, dass das Cover besser mit schwarzen Balken zensiert werden soll.

. [/B][/QUOTE]

Das man immer gleich bei allen hysterisch nach Zensur schreien muß. Was ist denn an den Cover so schlimm? Schlimm sind doch nur die, denen beim Anblick eines solchen Covers die Phantasien durchgehen. Sollte das hier im Board bei einen der Fall sein ,sollte er sich schleunigst untersuchen lassen bevor es noch schlimmer wird.
Ich finde es durchaus positiv wenn Kunst oder von mir aus auch Musiker provozieren, oder auch mal ein Tabu ansprechen. Schlimm finde ich hingegen das wie beispiels bei den Karikaturen um einen Propheten klein bei gegeben wurde. Dabei waren die nicht schlimm sondern die religiös vergifteten Hirne, die sogar mit Mord drohten.

Musik ist für mich in erster Linie Unterhaltung. Und wer nimmt beispiels einen Horrorfilm ernst?
Creobotra[QUOTE][i]Original geschrieben von scorpio666 [/i]
Schlimm sind doch nur die, denen beim Anblick eines solchen Covers die Phantasien durchgehen. Sollte das hier im Board bei einen der Fall sein ,sollte er sich schleunigst untersuchen lassen bevor es noch schlimmer wird.[/QUOTE]

super, setzten wir mal wieder die eigene ansicht als standard, ja?

[QUOTE]Ich finde es durchaus positiv wenn Kunst oder von mir aus auch Musiker provozieren, oder auch mal ein Tabu ansprechen.[/QUOTE]
jaja, wie ich gesagt habt hab, kommt auch drauf an, wie sies machen. man muß nicht alles unter diesem deckmäntelchen dulden.
OdessaCreo: ich fand das Cover auch nicht wirklich... sagen wir mal, gelungen. Man hätte das natürlich anders umsetzen können, aber der Schockeffekt war ja gewollt und damals war das Thema Pädophilie tatsächlich noch nicht so präsent wie es das heute ist. Vielleicht waren die Leute also sogar noch ein Stück weit "gesünder" und dachten eben NICHT gleich "an sowas". Keine Ahnung, ich vermute hier nur. Wie gesagt - das Cover sorgte für Wirbel, ich konnte den Wirbel nachvollziehen, hätte selbst ein anderes Bild gewählt weil ich die Pose des Mädchens und daß ihre Nacktheit so platt eingesetzt wird, auch nicht okay fand. Aber ich finde z. B. heutige Cover gewisser Gotenbands und Sampler unserer Szene, die NUR mit nackten Fetish-Lolitas, SM-Tussis "grad knapp volljährig" und generell geschmacklosestem "sex sells" arbeiten, mindestens genauso fragwürdig.
athara[QUOTE]Schlimm sind doch nur die, denen beim Anblick eines solchen Covers die Phantasien durchgehen. Sollte das hier im Board bei einen der Fall sein ,sollte er sich schleunigst untersuchen lassen bevor es noch schlimmer wird.[/QUOTE]
Das Abbilden nackter Minderjähriger ist ja mittlererweile gesetzlich reglementiert, sprich verboten.
Dabei ging es nicht in allererster Linie um die potenziell "losgetreten" Phantasien beim Betrachter, sondern um den Schutz eben dieser Minderjähriger. Ein Kind dieses alters (Scorpionscover) verfügt noch nicht über eine angemessene Entscheidungsgewalt darüber, ob das nun gut oder schlecht ist, was da mit ihm passiert. Von Freiwillgkeit kann also nicht die Rede sein. In gewisser Weise setzt man sich über die Privats- oder Intimsphäre der Kinder hinweg. Und das gehört meiner Meinung nach heutzutage auch gesetzlich unterbunden.
riomar[QUOTE]knifflig wirds dann, wenn die diskussionen losgehen, wie rechts eine band denn sei, obs denn wirklich neonazis sind, ob sie provozieren, sie überidentifizieren oder einfach nur dämlich sind. dann sucht man auf plattencovern, in liedtexten und ist hinterher noch verwirrter als vorher. wenn dann noch die interviews und selbstaussagen von den gruppen hinzukommen, isses in der regel ganz aus. *lach*[/QUOTE]

Dies finde ich nicht schlecht. Gerade bei rechten oder mit rechten Symbolen provozierenden Gruppen (Kirlian Camera) bin ich vorsichtig, weil ich schwer einschätzen kann, was da nur Provokation ist. Welchen Sinn hat Provokation, wenn sie nicht erklärt wird? Den Hörer zum Nachdenken bringen? Ich finde, dass die Hörer nicht mit der Provokation alleingelassen werden sollten. Ich reagiere bei allem, was in die rechte Ecke geht, leicht allergisch. Dahinter steckt Gedankenmüll, den ich ablehne. Und ich bin nicht bereit, dies wegen einer schönen Musik zu tolerieren. Dann höre ich es nicht mehr.

Es ist rein akustisch oft schwierig, englische Texte zu verstehen. Wenn der Text dann nicht irgendwo abgedruckt ist, weiß ich nicht, über welches "wichtige" Thema der Typ da eigentlich singt. Für die Identifikation mit einer Gruppe ist es schon wichtig, auch die Inhalte zu kennen. Da finde ich es z.B. ganz angenehm, dass die Texte von Joy Division persönlich sind.

Schwierig ist es für mich, einzuschätzen, wie "echt" eine Gruppe ist. Ich möchte niemanden anhimmeln, der einen bestimmten Lebensstil oder -haltung nur vortäuscht, um durch ein Persönlichkeitsbild Knete zu machen.
Creobotra[QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i]
Creo: ich fand das Cover auch nicht wirklich... sagen wir mal, gelungen. Man hätte das natürlich anders umsetzen können, aber der Schockeffekt war ja gewollt und damals war das Thema Pädophilie tatsächlich noch nicht so präsent wie es das heute ist. [/QUOTE]

klar, den zeitlich-gesellschaftlichen kontext muss man natürlich berücksichtigen.
die "gewaltverherrlichenden" cover einiger bands in den 70gern waren ja auch sone sache.
damals hat man kritischere anders (nocht besser) angefaßt.
bliebt trotzdem die frage, was das aufm cover sollte...(ode rhab ich das verbummelt? gabs da ein lied dazu?)
ja, war nicht so präsent, besser es wurde geflissentlich unter den teppich gekehrt. dazu kam mal ne gute reportage, wie gerade dieses thema mehr und vor allem kritischer in der öffentlichkeit wahrgenommen wurde.
Kildare[QUOTE][i]Original geschrieben von Goat93 [/i]
[B]
Inwieweit nimmt man Liedinhalte und Bandauftreten selbst ernst?[/QUOTE]

Erst Mal gar nicht. Ich muss gestehen, dass Musik für mich ein stimmungsabhängiges Unterhaltungsmedium ist und demtentsprechend passen konsumiert wird. Und da unterscheide ich nicht zwischen "ernsthaftem" Künszter und Weird Al Yankovich. Was passt, passt.

Und dann tritt Phase zwei ein, in der ein Lied mir so gut gefällt, dass ich mich mit Text, Inhalt und irgendwann vielleicht so gar auch Band auseinandersetze. Das ist dann mein Privatvergnügen, das unter Umständen im Erwerb eines T-Shirts gipfeln kann.
Daraus ziehen kann ich meistens nur Emotionen - Thesen und Gedanken werden meiner Meinung nach besser durch andere medien vermittelt - zumindest für mich.

Die Identifizierung mit einem Künstler oder einer Band auf gedeihen und verderben war mir immer suspekt und wird es wohl auch bleiben. Ob es sich dabei nun um die kultische Verehrung von "Blutengel", "Tokio Hotel, den "Sisters of Mercy" oder "Metallica" handelt, spielt letzten Endes keine Rolle. Auch ein bestimmtes Sparten denken, in dem man nur das eine oder das andere hören und mögen kann, mutet mir seltsam an. Bislang ist mir die Festplatte trotz des wilden Mixes aus Hip Hop, Chansons, Metal, Gothic und irischer Folklore noch nicht protestierend durchgebrannt, weil ich das erste gebot "Du sollst nicht mischen" missachtet hätte.
Ich ignoriere damit wohl so ziemlich alles, was nicht direkt Ton ist.

Kommen wir zu den Einschränkungen. Es gibt Musik, die mir einfach nicht liegt. Gut. Passiert. Die vermittelt mir dann auch nichts weiter als den Drang, den Radiosender auf der Stelle zu wechseln.
Und dieser Drang kann durchaus auch durch den Text oder Inhalt motiviert sein, wenn dieser meinen eigenen Bedürfnissen ästhetisch oder moralisch zuwieder läuft. Ersteres verlangt nicht nach weiterer Auseinandersetzung mit dem Stück. Der Künstler und ich haben einfach einen unterschiedlichen Geschmack. Zweiteres hingegen verlangt mir dann manchmal doch etwas Denkarbeit ab und genau diese Frage: Wie ernst nimmst Du Falco's "Jeanie"? Marylin Manson's "Get Your gun"? Korn?
Zirkelschluss - nicht ernst. So weit mir bekannt ist, hat auch keiner dieser Künstler, die in seinen Liedern propagierten Taten begangen.

Ich empfehle zu dieser Temathis "Fort Minor - cigarette"..."we don't believe the words, we just like the way they sound...."

Probleme bekomme ich nur dann, wenn ich das Gefühl habe, der Künstler nimmt seine Sache ein bisschen zu ernst. Bei mir persönlich fängt das schon mit dem Töten kleinerer Tiere auf der Bühne an....andere haben da andere Grenzen und irgendwann greift dann so gar unser Freund, der Gesetzgeber ein.

Covers, Bilder, Lifestyle, Merchandise - all das geht ziemlich spurlos an mir vorüuber. Wem's Spaß macht- bitte. Jeder Mensch hat ein Hobby und ob ich nun Miniatureisenbahnen sammle oder Poster von "NIN" bleibt am Ende mir überlassen.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Goat93 [/i]
Und ganz wichtig, wie kann man dann über eine Musikrichtung
urteilen?[/QUOTE]

Gar nicht?
Für mich sind Musikrichtungen und Genres maximal Richtwerte, die mir bei der Orientierung im Plattenladen weiterhelfen, wobei da auch fröhlich durcheinander sortiert wird und bei "Metal" steht was ich für "Indipendent" halten würde und bei "Alternative" was für mich nach "Hard Rock" klingt.

Maximal hat man durch einen mit einer bestimmten Musikrichtung verbundenen Lebenstil, der in videos ode rvon Bands propagiert wird, ein Vorurteil im Kopf, dass sich in einigen Fällen bestätigt, in anderen eben nicht. Diese Vorurteilbelastung muss ich mir zumindest zeitweilig gefallen lassen, wenn ich mich mit einer Musikrichtung assoziiere.

Wenn ich also mit einem "Death Cult Legion 666" auf dem Rücken spazieren gehe, ist mir bewusst, dass einige Menschen mich für misanthrop, übellaunig und vielleicht so gar gewaltbereit halten könnten. Manchmal ist die dadurch erreichte Abgrenzung ja auch erwünscht.
In den Fällen, in denen ich mich klar zu einer Musikrichtung oder Band bekenne und mich als Fan bezeichne, sollte ich mich mit Texten, Inhalten udn Auftreten auseinandergesetzt haben und begründen können, warum es gerade dieser Künstler ist, der mich fasziniert. Im Zwefiel muss ich dann eben auch Position beziehen, wie weit meine Identifikation geht.

Zum Cover - ganz bestimmt nicht meins. Anscheinend legal, ich persönlich halte nichts viel von Kindern in aufreizenden Posen, egal zu welchen Zwecken.
Was andere Leute auf ihr booklet drucken, ist für mich maximal Bonus. Im Falles von "ASP- Weltunter" ein hübscher Bonus, im Falle von anderen Covern für mich ehr ein Fall von "Ich denke, ich hab's noch - irgendwo bei den Topflappen von tante Hildegard und dem anderen Mist, den ich nicht brauche aber auch nicht weg schmeißen mag."

Lange Rede kurzer Sinn:
es kommt auf die Musik an, wenn ich den Text verstehe beeinflusst dieser meine Wahrnehmung des Werkes.
Goat93Als erstes mal an alle :

Danke :)

Das mit dem Scorpionscover, das war übrigends nur ein Extremes
Beispiel halt, was mich zum Thema angeregt hat. In Richtung
Solcher Reizthemen (Rechts und Phädö) sind viele wahnsinnig
reizbar, wie man hier ja auch schon merkt. Allerdings verwundert
es mich gleichermaßen (was ich hier natürlich nicht sehen kann
^^) das genausoviele keinerlei Probleme mit generellen
Mord/Gewalt Fantasieinhalten und Darstellungen haben,
außer es betrifft die drei größeren Moralischen Themen
Nazis, Phädö und Gewalt gegen Frauen, das letztere allerdings
auch mit einer sehr großen einschränkung. Das wird meist
nur hervorgekramt, wenn entweder Nazi oder Phädo schon
zugrundeliegen um nochmal nachzutreten.

Desengano fragte wie ist das bei mir. Hmm. mal umrissen.
Ich setz mich irre gern mit Grenzwertigen Themen auseinander
und schau die verschiedenen Standpunkte an.
Allerding, und deswegen wohl auch mitunter das Thema,
identifiziere ich mich Zwangsläufig nicht mit den Bands oder
den Texten. Ich setz mich mit den inhalten auseinander,
aber wirklich das Leben danach ausrichten?
Die Meinungen anderer einfach übernehmen?

Andererseits ist es dadurch mir Persönlich auch eher egal
ob da nun so ein Cover wie bei den Scorpions bei herauskommt
oder nur ne Blümchenwiese. Allerdings würd ich das Scorpions-
album der Blümchenwiese rein aus Neugier schon vorziehen, ob
und was nun dahinterstecken kann.
scorpio666[QUOTE][i]Original geschrieben von Creobotra [/i]
[B]super, setzten wir mal wieder die eigene ansicht als standard, ja?

. [/B][/QUOTE]
:D Wie heisst es so schön. Es gibt zwei Ansichten. Meine und die Falsche. :D


athara

Wäre das Cover verboten, wäre es nicht veröffentlicht, oder zumindest nicht mehr.
Wobei noch zu klären wäre ob es eine Grafik oder wirklich ein Foto ist. Dann könnte ich Deine Argumentation zumindest nachvollziehen. Für mich ist es einfach nur ein Cover wie jedes andere.
Fuck up EvilIch lese auch oft, manchmal der Booklet beim während dem musikhören, aber ich verstehe es meistenslich nicht so oft, da die ja ganz oft meistens in ausländisch singen.
Organdiliedtexte und cover und musik- alles ist mir wichtig. es muss alles passen, alles einen sinn ergeben.
auf die texte achte ich besonders. manchmal gibt es lieder, wo man dem text erstmal keine aufmerksamkeit schenkt und denkt " toll, das ist voll mein ding!", aber dann kommt das böse erwachen- der text dazu ist einfach nur schlecht.

bei mir ist es auch stimmungsabhängig was ich grad höre, so müssen die texte auch zur stimmung passen und nicht nur die musik. sie (texte) müssen immer das aussagen, was ich gerade fühle und denke.

übrigens fand ich schon immer die musik, die texte und die die cover von Enigma ganz toll. da stimmt meiner meinung nach wirklich alles.
Desengano[QUOTE][i]Original geschrieben von Fuck up Evil [/i]
[B]Ich lese auch oft, manchmal der Booklet beim während dem musikhören, aber ich verstehe es meistenslich nicht so oft, da die ja ganz oft meistens in ausländisch singen. [/B][/QUOTE]


chr chr chr. geht mir genauso. *ggg*
Manley[QUOTE][i]Original geschrieben von Fuck up Evil [/i]
[B]Ich lese auch oft, manchmal der Booklet beim während dem musikhören, aber ich verstehe es meistenslich nicht so oft, da die ja ganz oft meistens in ausländisch singen. [/B][/QUOTE] [QUOTE][i]Original geschrieben von Desengano [/i]chr chr chr. geht mir genauso. *ggg*[/QUOTE] [COLOR=crimson]jetzt ist schluss! wenn ihr euch weiter lustig machen wollte, tut es per pn, aber nicht hier im thread! ende der durchsage![/COLOR]
Demon17[FONT=century gothic] [SIZE=4]All beauty must die.[/SIZE] [/FONT] ... über diese Worte Nick Caves habe ich lange nachgedacht ... und dann habe ich mich gefreut, das Kylie ihre Brust-OP so gut überstanden hat.

Manche Aussagen verbergen ja mehr als sie beleuchten. Cave verschweigt uns die Endlichkeit des Lebens und focussiert bewusst auf die Schönheit, die er in Form einer jungen Frau auf höchst romantische Weise in einem kleinen Weier ertränkt und dann immer wieder besucht. Meint er nun den Verwesungsprozess, seine manische Wut auf schöne Frauen... darüber lassen uns des Sängers Worte im Unklaren.

Ich bin zu dem Schluß gekommen, dass die Schönheit im Auge des Betrachters liegt und der Künstler uns hiermit kundtut, dass er sich seiner Sterblichkeit bewußt ist. Vielleicht ist er ja auch schon tot, denn wenn der Sinn für das Schöne stirbt, ist der Mensch doch nur noch eine leere Hülle.
Trauerwesen[QUOTE][i]Original geschrieben von Goat93 [/i]
[B]
Inwieweit nimmt man Liedinhalte und
Bandauftreten selbst ernst?
Und Zwar die Inhalte der Lieder, Aufmachung der
Tonträger, Bühnenshow usw. usf.
Einerseits geht dieses Thema klar in die Politische Abteilung
(Weswegen es auch hier is), aber ich wollt das darüberhinaus
generell verstanden wissen.
Damit ist übrigends NICHT gemeint, wie es aufgenommen
werden könnte, sondern wie es bei euch direkt ankommt.

[/B][/QUOTE]

Lustigerweise bin ich dahingehend ein wenig gespalten. Mir ist eine politische Ausrichtung, die mir gefällt, sympathisch, und das färbt sich auch auf mein Ansehen eines Künstlers ab.
Andersherum gibt es allerdings Ausnahmen. Es gibt 1-2 Neofolk-Combos, die politisch durchaus fragwürdig sind, aber da blende ich das irgendwie aus und beziehe mich nur auf die reine Musik. Was nicht heisst, dass ich irgendwas leugne, aber in dem Fall macht es die Musik nicht schlechter, während andere, politisch extrem fragwürdige Bands von vornherein bei mir verloren haben (z.b. Böhse Onkelz, wobei ich die Musik von denen schon immer beschissen fand).
Ich bin also schon in der Lage, etwas auf die Musik zu reduzieren, sie steht aber auch bei Bands, die mir generell zusagen (also auch politisch usw) die Musik im Vordergrund, was nicht heisst, dass ich manch eindeutige Texte (mit Kritik, Sinn, was auch immer) nicht einen Bonus ergeben würden.

Es ist aber halt auch nun mal so, dass eine Bedeutung eines Textes auch immer zu einem Teil vom Hörer kommt. Texte sind mir dahingehend schon wichtig, sofern sie lyrisch toll sind oder mich eben berühren, direkt ansprechen. Beides zusammen ist natürlich das Tollste überhaupt ,).
Wobei man natürlich bei einigen Textstellen schon mal aufhorcht und sich fragt, wie genau der Künstler das denn nun meinte.

Cover hingegen sind so eine Sache. Ich freue mich über schöne Covers, aber wenn die Musik stimmt und das Cover scheusslich ist, kann ich das verkraften. Wobei ich da eigentlich eher nach Ästhetik gehe, ich brauche da eigentlich keine Aussagen oder Stellungnahmen auf dem Cover.
Fuck up Evil[QUOTE][i]Original geschrieben von Manley [/i]
[B][COLOR=crimson]jetzt ist schluss! wenn ihr euch weiter lustig machen wollte, tut es per pn, aber nicht hier im thread! ende der durchsage![/COLOR] [/B][/QUOTE]

Mooooment....

Andere dürfen hier ihren Kopf auf die Tastatur fallen lassen, in der Hoffnung, dass dabei ein mehr oder weniger sinnvoller Satz herauskommt und kein Moderator schreibt etwas dazu . . .

Aber wenn andere user das dann in ironischer Weise beleuchten, werden diese dann zur Ordnung gerufen !??!!??!

Da stimmt aber etwas nicht, denk mal darüber nach.
solipsismus[SIZE=1]@Fuck Up
In Anbetracht der Tatsache, dass du keine Ahnung hast, warum sie sich so ausdrückt, denke ich ebenfalls, dass es hier fehl am Platze ist, sich darüber auszulassen. In diesem Fall gilt die gängige Taktik Beiträge, mit denen man nichts anfangen kann, doch einfach mal zu überlesen. Du kannst ja sogar die [i]Ignorierfunktion[/i] nutzen, wenn es dir so in der Seele weh tut.[/SIZE]
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Desengano [/i]
mal schaun, wie andere mit liedtexten umgehen. soll ja menschen geben, die ihre nicks nach songs benennen[/QUOTE]Ich kann schwer leugnen, dass ich zu dieser Spezies gehöre. "The Turning Point" hat (im Zusammenwirken mit einem [URL="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3442215609"]kleinen Büchlein[/URL]) meine Lebenseinstellung wirklich sehr verändert. Das bedeutet aber nicht, dass ich der totale Lacrimosa-Fan bin, und auch nicht, dass Texte für mich wichtiger als die Musik sind.
[QUOTE][i]Original geschrieben von riomar [/i]
Gerade bei rechten oder mit rechten Symbolen provozierenden Gruppen (Kirlian Camera) bin ich vorsichtig ... Welchen Sinn hat Provokation, wenn sie nicht erklärt wird? Den Hörer zum Nachdenken bringen? ... Ich reagiere bei allem, was in die rechte Ecke geht, leicht allergisch. Dahinter steckt Gedankenmüll, den ich ablehne.[/QUOTE]Mir geht es ähnlich wie Goat93, ich setze mich oft mit grenzwertigen Themen auseinander und schaue mir die verschiedenen Standpunkte an. Gerade beim Rechts-Links-Streit übersehen Manche, dass es auch Menschen gibt, für die dieser Streit irrelevant ist. Und man kann an Äußerlichkeiten generell nicht erkennen, was im Inneren von Menschen vor sich geht: "Die vermeintlichen Antifas waren so gut getarnt, dass es für uns nicht möglich war sie als Nazis zu erkennen, daher bin ich mir auch immernoch nicht sicher, ob die Angreifer Antifas oder getarnte Nazis waren." (siehe [URL="http://de.indymedia.org/2007/06/186531.shtml"]Link[/URL] in diesem [URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=69734"]Thread[/URL])
[QUOTE]Schwierig ist es für mich, einzuschätzen, wie "echt" eine Gruppe ist. Ich möchte niemanden anhimmeln, der einen bestimmten Lebensstil oder -haltung nur vortäuscht, um durch ein Persönlichkeitsbild Knete zu machen.[/QUOTE]Ich will generell niemanden anhimmeln, und alle Versuche, Künstler als "Stars" zu profilieren, erzeugen in mir um so mehr Abneigung (ganz abgesehen davon, dass man durch Fan-atismus selbst in eine Ecke rutschen kann, in die man niemals wollte). Da "Knete machen" heutzutage mehr oder weniger lebensnotwendig ist, kann man das auch einem Musiker nicht verdenken. Darum ist es oft schwer zu erkennen, welchen Anteil Künstler und "Vermarkter" an den Werken und ihrer Inszenierung haben.
[QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i]
Die wenigen Bands die ich höre - ich bleibe meinen mir gefallenden Künstlern treu seit über 20 Jahren und fahre damit ganz gut - nehme ich ernst; es hat seinen Grund, daß sie meine Lieblingsbands sind. ... Ich kann nur einen Künstler ernst nehmen, der authentisch ist, der also etwas singt was wirklich aus ihm selbst kommt.[/QUOTE]Ich habe auch einige Lieblingsbands, denen ich in der Weise treu bleibe, dass ich mich für weitere (neue) Werke von ihnen interessiere. Ob diese mir dann immer gleich gefallen, ist eine andere Frage, ich bin da recht kritisch. Mir ist es auch sehr wichtig, dass ein Künstler authentisch ist. Das heißt nicht, dass er sich nicht weiterentwickeln darf und seine Einstellungen und Ansichten nicht verändern darf, aber abrupte Änderungen müssen für mich irgendwie nachvollziehbar sein (z.B. schwere Schicksalsschläge).
[QUOTE]Mein Leben verändert sich durch die Inhalte der Musik nicht, da ich mich in meinem Denken ... nicht manipulieren lasse von Erfahrungen und Meinungen Anderer, es ist bei mir eher umgekehrt: ich finde viele meiner Denkweisen als auch Lebenserfahrungen, die ich machte, in gewissen Inhalten bei meinen Favoriten wieder ...[/QUOTE]Ich glaube schon, dass sich mein Leben durch manche Kunstwerke entscheidend verändert (hat), aber nicht dadurch, dass ich Erfahrungen und Meinungen Anderer übernehme, sondern meist dadurch, dass diese scheinbar meinen bisherigen Erfahrungen und Meinungen widersprechen. Das regt mich sehr zum Nachdenken und Hinterfragen an.
[QUOTE]Das Cover ist über 30 Jahre alt, ich hab mir damals (1976 glaub ich) die Platte gekauft und weiß noch, daß es Wirbel gab wegen des Bildes. Aber wenn man weiss daß die Scorpions eine klare Stellung bezogen zu gesellschaftspolitisch relevanten Themen, als Familienväter ohnehin, relativiert sich das schnell. ... ich fand das Cover auch nicht wirklich... sagen wir mal, gelungen. Man hätte das natürlich anders umsetzen können, aber der Schockeffekt war ja gewollt und damals war das Thema Pädophilie tatsächlich noch nicht so präsent wie es das heute ist. Vielleicht waren die Leute also sogar noch ein Stück weit "gesünder" und dachten eben NICHT gleich "an sowas".[/QUOTE]Freizügigkeit war Mode Ende der 60er / Anfang der 70er Jahre, FKK hatte Hochkonjunktur, und das Bild könnte durchaus eine Szene aus irgendeinem "Schulmädchen-Report" sein, wie sie damals im Fernsehen liefen. Besonders aussagekräftig finde ich das Cover auch nicht, aber wenn ich so drüber nachdenke, sind die Cover der Scorpions-Platten, die ich habe, alle nicht so die Wucht.
Aber was soll's, wenn die Musik gut ist, dann sind die Cover eher unwichtig, ebenso wie Texte (siehe Beispiele Sigur Ros und Bach). Im Gegensatz dazu nützen die besten Texte nicht viel, wenn die Musik nichts taugt, dann ist es besser, man macht (wie Christian von Aster) gleich eine Buchlesung daraus und sorgt damit für überfüllte Hallen ...
Odessa---
Mir ist es auch sehr wichtig, dass ein Künstler authentisch ist. Das heißt nicht, dass er sich nicht weiterentwickeln darf und seine Einstellungen und Ansichten nicht verändern darf, aber abrupte Änderungen müssen für mich irgendwie nachvollziehbar sein (z.B. schwere Schicksalsschläge).
----

TTP, geht mir genauso. Ich erlebe es seit Jahren, daß Fans meiner Lieblingsband einfach nicht damit klarkommen, daß der Mastermind selbiger Band nach dem Split mit der Ur-Crew jetzt völlig Anderes macht musikalisch. Das, was ihn jetzt und eigentlich schon immer "umtreibt" und was aus ihm selbst kommt. Was somit ur-authentisch ist und imho nichts, wofür sich dieser Mensch hätte zu rechtfertigen. Aber sehr viele Leute scheinen "Kunst" damit zu verwechseln, daß der Künstler ihnen gefällig zu sein hat mit dem, was sie von ihm gewohnt sind/waren und daß er auf keinen Fall etwas Anderes machen darf als das, was man bisher gewohnt war.
Desenganoworan merkt man denn eigentlich die authentizität eines künstlers und seiner texte? wann ist für euch ein künstler authentisch udn wann nicht? wie siehts denn aus, wenn er musikalisch oder inhaltlich plötzlcih was ganz anderes macht? ist er DANN authentisch oder NICHT MEHR? udn woran merkt man dsa? udn ist das überhaupt wichtig? *g*

ja ich weiß, fragen über fragen, aber mir ist gänzlich unklar, woran man merkt, ob ein künstler auch authentisch ist udn warum das für euch wichtig ist. :)

[QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i]
[B]---
Mir ist es auch sehr wichtig, dass ein Künstler authentisch ist. Das heißt nicht, dass er sich nicht weiterentwickeln darf und seine Einstellungen und Ansichten nicht verändern darf, aber abrupte Änderungen müssen für mich irgendwie nachvollziehbar sein (z.B. schwere Schicksalsschläge).
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TTP, geht mir genauso. Ich erlebe es seit Jahren, daß Fans meiner Lieblingsband einfach nicht damit klarkommen, daß der Mastermind selbiger Band nach dem Split mit der Ur-Crew jetzt völlig Anderes macht musikalisch. Das, was ihn jetzt und eigentlich schon immer "umtreibt" und was aus ihm selbst kommt. Was somit ur-authentisch ist und imho nichts, wofür sich dieser Mensch hätte zu rechtfertigen. Aber sehr viele Leute scheinen "Kunst" damit zu verwechseln, daß der Künstler ihnen gefällig zu sein hat mit dem, was sie von ihm gewohnt sind/waren und daß er auf keinen Fall etwas Anderes machen darf als das, was man bisher gewohnt war. [/B][/QUOTE]


ja aber ist das nicht ein bisschen unterschiedlich, was ihr da meint? also mir gehts nur darum, das auch wirkclih zu verstehen. wenn ttp sagt, es braucht einen triftigen grund für eine veränderung, damit es ihr (warst doch w oder.. *denk*) authentisch erscheint udn odessa meint, dass es ja auch sein kann, dass er jetzt das ureigne macht nach der veränderung, die aber wohl keinen triftigen grund hatte, dann sehe ich darin schon unterschiedliche meinungen.

ich persönlcih finde es gut, wenn künstler mal was anderes machen. udn für mich braucht es da keine rechtfertigung, schicksalsschläge oder irgendeinen triftigen grund.
von daher stimme ich eher odessa zu und ttp nicht so... von daher finde ich, dass ihr unterschiedlcihe meinungen hab. *lach*

sry wenn das jetzt etwas konfus war.. aber vllt versteh ich eure übereinkunft besser, wenn cih das mit der authentizität nachvollziehen kann. :)
XenomorphDas kommt ganz darauf an...wenn ich als Fan dieses Künstlers den Eindruck gewinne, dass ein solcher Wandel dem rein persönlichen inneren Wandel jenes Menschen entspricht - so sehe ich ihn weiterhin als authentisch, als Künstler, der sich nicht verbiegt und sich selber treu bleibt mit dem was er tut - weil er es weder für mich, noch für sonst jemanden aus dem "Publikum" tut, sondern nur für sich selbst...deshalb kann ich in diesem Fall einen Kurswechsel auch ohne weiteres akzeptieren...wenn hingegen Mammon seine Hand dabei im Spiel hat - er also einem kommerziell bedingten Trend folgt - dann nicht...
OdessaDesengano: ich stimmte TTP dahingehend zu - und habe es vielleicht nur nicht deutlich genug abgegrenzt bzw. klargemacht - daß für mich auch wichtig ist, daß ich die Änderung dann auch mit meinem Geschmack in Einklang bringen kann. Simples Beispiel: Carl McCoy würde plötzlich seine Liebe zu Jazz entdecken und nur noch Jazz spielen. Dann wäre er natürlich immer noch authentisch und somit würde ich ihn als Mensch weiterhin schätzen, aber ich würde dann nicht mehr seine Kunst sprich seine Musik hören, einfach weil sie mir nicht mehr gefällt (ich kann halt auf Jazz einfach nicht). Trotzdem würde ich nun aber nicht hingehen und monieren DASS McCoy jetzt Jazz macht und fordern daß er "gefälligst" weiterhin Gotenrock (und bevor es Darket mir boshaft reineditiert mach ich es gleich selbst: "das ist Metal!") zu machen habe nur weil ich das so gewohnt war von ihm.

Oder kurz: sh. Xenomorph. Wobei ich da, Xeno, die Einschränkung machen möchte, daß natürlich auch ein Künstler von etwas leben muß. Miete muß bezahlt werden, das Essen auch und die Kleider für die Kinder. Niemand kann von Luft und Kunst/Liebe allein leben. Es ist ein Balanceakt, sich selbst treu zu bleiben, authentisch zu bleiben und trotzdem überleben zu können. Im Falle meiner Lieblingsband ging es bisher, weil noch andere finanzielle Standbeine da waren/sind, wo Kohle reinkam, und weil das authentische gerade bei diesem Künstler bzw. dieser Band von einer doch sehr zuverlässigen und seit Jahrzehnten loyalen Hörerschaft getragen wird und dies sich auch finanziell niederschlug durch die zuverlässig erfolgenden Platten- und Cd-Käufe :-).
XenomorphIch verstehe schon: der Kapitalismus behält auch in der Kunst immer das letzte Wort - weil eben jeder, auch der Künstler - zeitlebens an dieses parasitäre System von Ausbeutung gefesselt bleibt, das von jedem erwartet, es doch gefälligst am Leben zu erhalten damit er selber von ihm am Leben erhalten werde...und zu diesem Zweck müssen ja auch hier wie jedes Mal zuerst einmal wieder die ganzen Schmarotzer zum Zuge kommen, die ihren "Anteil", bzw. "Tribut" in Form von Arbeits-, bzw. Sklaven- oder Judaslohn des Verrats an das Kapital einfordern: Lohn-Arbeit"geber" und Vermieter, um nur einmal die beiden allerschlimmsten Gruppen von Ausbeutern zu nennen, die ich um all das anbetteln soll, was mir eigentlich ohnehin schon gehört, denn: "Wir brauchen keine Hausbesitzer, denn die Häuser gehören uns! Wir brauchen keine Fabrikbesitzer, denn die Fabriken gehören uns! Aus dem Weg, Kapitalisten!"(Ton, Steine, Scherben - "Die letzte Schlacht gewinnen wir") ...daher kann es wahre, von allen materiellen Zwängen befreite Kunst auch erst dann geben, wenn der Mensch von materiellen Zwängen - dem Kapitalismus samt all seinen Nutznießern und Profitgeiern - an sich befreit ist...denn was die Menschen anscheinend noch immer nicht kapiert haben: Der Mensch kann ohne den Kapitalismus leben - doch die Kapitalisten nicht ohne die Menschen, die sie und ihren räuberisch-blutsaugerischen Machtapparat unterstützen...
atharaHallo Xeno!
Sag mal, in jedem Fred hier an Board liest man von Dir die gleiche Laier. Wird Dir das nicht irgendwann zu mühselig? Was erwartest Du denn? Oder besser: Ich frag mal ganz dreist: Mit was kaufts Du Dir Lebensmittel, mit was bezahlst Du Deine Miete? Mit Kamelen und Meerschweinchen? :rolleyes:

*Mao-Bibel rumwerf*
Desengano[QUOTE][i]Original geschrieben von Xenomorph [/i]
[B]Das kommt ganz darauf an...wenn ich als Fan dieses Künstlers den Eindruck gewinne, dass ein solcher Wandel dem rein persönlichen inneren Wandel jenes Menschen entspricht - so sehe ich ihn weiterhin als authentisch, als Künstler, der sich nicht verbiegt und sich selber treu bleibt mit dem was er tut - weil er es weder für mich, noch für sonst jemanden aus dem "Publikum" tut, sondern nur für sich selbst...deshalb kann ich in diesem Fall einen Kurswechsel auch ohne weiteres akzeptieren...wenn hingegen Mammon seine Hand dabei im Spiel hat - er also einem kommerziell bedingten Trend folgt - dann nicht... [/B][/QUOTE]

und woher weißt du das? wie kannst du wissen, ob er einem kommerziellen trend folgt oder gerade das tut, was er will? und wieso ist das überhaupt wichtig?
Goat93[QUOTE][i]Original geschrieben von Desengano [/i]
[B]und woher weißt du das? wie kannst du wissen, ob er einem kommerziellen trend folgt oder gerade das tut, was er will? und wieso ist das überhaupt wichtig? [/B][/QUOTE]

Das merkt man eigentlich recht schnell an der Art der
Vermarktung.
Generelll wird Weiterentwicklung, Für die Fans oder
sonstiges Vorgeschoben wenn ein Kommerziell
Begründeter Kurswechsel vorsteht.
Man muß dabei auch beachten sobald eine Band einen
gewissen Absatz hat und beginnt die Musik als Vollzeit
zu machen, dann ist es definitiv ein Job und zwar mit allen
Konsequenzen. Das bedeutet in 80% der Fälle Identitäts-
verlust der Musik:(
Das muß nichteinmal wirklich das hinterherhecheln eines
Trendes sein, vielmehr ist es der Punkt wo man als
Künstler gezwungen ist einen bestimmten Absatz
zu erreichen.

Das mit der Authentizität ist auch so eine Sache. Ab wann will
man eigentlich wirklich, das die Musiker tatsächlich Authentisch
sind? ;)


[QUOTE]"Wir brauchen keine Hausbesitzer, denn die Häuser gehören uns! Wir brauchen keine Fabrikbesitzer, denn die Fabriken gehören uns! Aus dem Weg, Kapitalisten!"(Ton, Steine, Scherben - "Die letzte Schlacht gewinnen wir") [/QUOTE]

Fidn ich witzig, das von einer Musikgruppe die ihre Tonträger
heute noch verkauft statt verschenkt, gehören die denn
nicht allen? :rolleyes:
Xenomorph[QUOTE][i]Original geschrieben von Goat93 [/i]
Das merkt man eigentlich recht schnell an der Art der
Vermarktung.
Generelll wird Weiterentwicklung, Für die Fans oder
sonstiges Vorgeschoben wenn ein Kommerziell
Begründeter Kurswechsel vorsteht. [/quote]

Es zeigt sich zumeist darin, dass eine Gruppe oder ein Künstler auf einen bereits bestehenden, aktuell sehr gefragten und damit kommerziell erfolgversprechenden Zug aufspringt: Wenn Carl McCoy jetzt plötzlich HipHop oder irgendwelchen seichten Schlagerpop machen würde - dann wäre die Sache für mich relativ klar, dass er für sich eine neue und kommerzträchtigere Zielgruppe gesucht hat - wenn er stattdessen auf Jazz umsteigen würde - was ja theoretisch gar keine so abwegige Wandlung wäre - so würde ich eher anderes vermuten, nämlich eine tatsächliche Weiterentwicklung, bzw. Interessenverlagerung auf ein anderes musikalisches Gebiet - denn Jazz ist ja genau wie die klassische Musik ein Genre, in dem sich fast ausschliessliche ernsthafte Künstler betätigen, wohingegen das beim Hiphop ja eher nur in ganz wenigen Ausnahmen der Fall ist, um es mal mit milden Worten auszudrücken...

[quote]Fidn ich witzig, das von einer Musikgruppe die ihre Tonträger
heute noch verkauft statt verschenkt, gehören die denn
nicht allen? :rolleyes: [/B][/QUOTE]

Es steckt ja in erster Linie die halsabschneiderische, blutsaugende Musikindustrie, bzw -mafia hinter der Vermarktung von Tonträgern, und weniger die Künstler/Musiker selber...dennoch ist es natürlich irgendwo verlogen, denn konsequenterweise müssten sie bereit sein, sie zu verschenken, wenn sie ihre Songtexte zum Programm erheben wollten - aber du brauchst ja keine CDs zu kaufen - du kannst sie kopieren :D aber gerade dort zeigt sich dann mehr als anderswo der enge Zusammenhang von Markt und Staat - denn der plutokratisch-kapitalistische Staat der Bourgeoisie sieht es ja gar nicht soooo gerne, wenn man als "Konsument" den entsprechenden Markt einfach umgeht und sich einfach alles nimmt, was man haben will - die einfachste und direkteste Vorgehensweise ist eben fast immer auch die beste - weil man auf diese Weise das System, das auf Gedeih und Verderb an den beiden Polen von Warenwert und Lohnarbeit hängt, sowohl ausnutzen alsauch aushebeln kann, wodurch den Plutokraten der Reibach entgeht...
Desenganoaber kann es denn nicht auch genau andersherum sein? dass ein künstler gerade keine mainstream musik macht, um ach so individuell udn geistreich udn alternativ und hippiemäßig udn sonstwas zu sein? und sich gerade deswegen verstellt und nicht authentisch ist?
ich persönlich finde die gleichung kommerziell = identitätslos ein bisschen zu einfach.
Goat93Generell find ich die Gleichung auch zu einfach. Es liegt immer
im Betrachten einer ganzen Gruppe an Bands.
Aber im Gegensatz zu Xeno seh ich eher generell die
Unterstützung der Labels und den Zwang bestimmten
Umsatz mit einem Markennamen, den man sich aufgebaut hat,
zu erreichen. Ob das nun mit Musik erreicht wird, die davor
noch nicht vorhanden war oder man einem Trend aufspringt
ist mir daher völlig egal, wenn ich ehrlich bin. Das zweitere ist,
die Musik muß dadurch nicht schlechter sein, im Gegenteil, sie
kann sogar besser werden, selten aber wahr.

Selbstverständlich gibt es auch viele Musikgruppen/Projekte
die einfach das machen was sie wollen und das nur in einem
größeren Finanziellen Rahmen dann umsetzen, also so ganz
Einfach ist das generell nun auch nicht.

Zu der bösen Musik Mafia:
Das Thema kopieren hatten wir schon X-mal durch. Die
Vermarktung von Gruppen wie Crass war dagegen wirklich
interessant. Schlußendlich ist es aber generell so, das die
Leute irgendwann Geld haben wollen für das, was sie machen.
Denn das bekommen sie nicht von allein und wenn sie sowieso
ersteinmal weg vom Fenster sind, wird es ungemein schwierig
seine Rente mit gar nichts zu finanzieren, als Beispiele einmal
Throbbing Gristle genannt, die sich jetzt ja nun mehr oder
minder Erfolgreich wieder um ihre "Karrieren" bemühen müßen.

Generell ist es nicht falsch was Xeno sagt, allerdings etwas sehr
Polemisch ausgedrückt. Andererseits besteht einfach die Gefahr
das wir eine Künstlerische Wüste erzeugen ohne Finanziellen
Rückhalt. Obwohl, würd mich Persönlich auch nicht so sehr
stören, die Menschen sind hier viel zu verwöhnt was das
angeht....
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Desengano [/i]
woran merkt man denn eigentlich die authentizität eines künstlers und seiner texte? wann ist für euch ein künstler authentisch udn wann nicht? wie siehts denn aus, wenn er musikalisch oder inhaltlich plötzlcih was ganz anderes macht? ist er DANN authentisch oder NICHT MEHR? udn woran merkt man dsa? udn ist das überhaupt wichtig? *g*[/QUOTE]Viele Künstler arbeiten sogar gleichzeitig an mehreren musikalisch und inhaltlich völlig verschiedenen Projekten, versuchen ihre Sicht der Welt auf verschiedenstem Wege auszudrücken, probieren sich aus. Das ist alles kein Problem. Ich bin nur dann etwas irritiert, wenn ein Mensch gleichzeitig verschiedenste Weltsichten ausdrückt, die absolut nicht zusammenpassen wollen. Wenn zum Beispiel jemand von Liebe und Zärtlichkeit trällert und gleichzeitig seine Frau halb tot schlägt. Oder wenn jemand gleichzeitig als freigeistiger Weltbürger und Nazi auftritt ...

[QUOTE]wenn ttp sagt, es braucht einen triftigen grund für eine veränderung, damit es ihr (warst doch w oder.. *denk*) authentisch erscheint udn odessa meint, dass es ja auch sein kann, dass er jetzt das ureigne macht nach der veränderung, die aber wohl keinen triftigen grund hatte, dann sehe ich darin schon unterschiedliche meinungen.[/QUOTE]Die Wahl verschiedener Ausdrucksmittel ist wie gesagt für mich kein Grund zum Misstrauen. Wenn mir aber jemand bisher nur als ein netter, aufrichtiger Mensch bekannt war, und nun plötzlich voller Hass und Verbitterung ist, dann frage ich mich schon nach dem Warum. Und gleiches gilt andersrum: Wenn jemand bisher (in meinen Augen) ein Arschloch in Person war und plötzlich wie ausgewechselt ist, dann frage ich mich auch nach dem Warum. Schwere Schicksalsschläge können solche Änderungen bewirken. Ich halte solche Änderungen also durchaus für möglich, obwohl sie auf den ersten Blick unglaubhaft erscheinen mögen.

Außerdem könnte es auch sein, dass mir bisher jemand unglaubwürdig erschien, einfach weil ich ihn bisher immer missverstanden hatte. Ich schrieb schon, dass es auch Menschen gibt (zu denen ich mich mittlerweile auch zähle), für die der Rechts-Links-Streit irrelevant ist, weil für sie "rechtsextrem" und "linksextrem" gleichsam menschenverachtend und lebensfeindlich sind. Solange man im Rechts-Links-Denken verfangen ist, wird man einen Großteil dessen, was unter dem Oberbegriff "Schwarz" (und insbesondere unter "Neofolk") läuft, kaum nachvollziehen können.

[QUOTE]ich persönlcih finde es gut, wenn künstler mal was anderes machen. udn für mich braucht es da keine rechtfertigung, schicksalsschläge oder irgendeinen triftigen grund.
von daher stimme ich eher odessa zu und ttp nicht so... von daher finde ich, dass ihr unterschiedlcihe meinungen hab. *lach*[/QUOTE]Wie das mit dem "triftigen Grund" gemeint war, habe ich nun hoffentlich einigermaßen verständlich erklären können?

Ansonsten finde ich es auch gut, wenn Künstler mal was anderes machen. Gerade für solche "wechselhaften" Bands wie Lacrimosa, Untoten, Faith & The Muse oder Laibach kann ich mich begeistern. Und falls Carl McCoy plötzlich wirklich Jazz spielen würde, dann würde er das vermutlich mit soviel Liebe und Hingabe tun, dass sogar Odessa davon begeistert wäre. Ich bin selbst einmal von einem Free-Jazz-Konzert völlig ergriffen worden (zu dem ich aus purer Langeweile gegangen war), obwohl ich bis dahin üüüberhaupt nichts mit Jazz am Hut hatte.

By the way, TheTurningPoint ist ein Männlein ... :)
OdessaUnd falls Carl McCoy plötzlich wirklich Jazz spielen würde, dann würde er das vermutlich mit soviel Liebe und Hingabe tun, dass sogar Odessa davon begeistert wäre.
---

Du kennst mich viel zu gut, TTP... stimmt, vermutlich könnte Carl wirklich machen was er wollte - es würde mich begeistern in dem Moment, wo ich SEINE (noch mit über 45 Jahren "kindlich" gebliebene) Begeisterung(-sfähigkeit), seine stille Freude bei und mit Allem was er tut und seinen Willen, es mit Menschen zu teilen die "aufnehmen" können ohne zu werten und schubladisieren, spüren würde :) . Trotzdem werde ich es weiterhin begrüßen, beim Gotenrock oder, wie Darket es nennt, "Metal" zu bleiben :D . - Sorry fürs ot, bin schon wieder weg...
TrauerwesenAuf McCoys Metal kann ich aber gut verzichten :D.

Sorry für OT, ist ja schon gut.
Schwarzer Prinzdto, Trauerwesen.

Mh, ich finde Umbra Et Imago Texte toll :D
coma_blackMit Musik und Liedtexten ist das so eine Sache...
Lyrik (und dazu gehören auch Songtexte) sind in der Regel immer unverständlich. Es gibt zwar Interpretations[I]möglichkeiten[/I], aber damit ist die Gefahr gegeben, das Kunstwerk auf eine simple Denksportaufgabe zu reduzieren, die man nur knacken muss.

Insofern ist gewissermaßen das "magische Erbe" der Kunst (die nicht umsonst in ihren Ursprüngen religiös geprägt war), also das Unverständliche, die überweltliche Aura das Maßgebliche - also einfach Art und Ausmaß meiner persönlichen Ergriffenheit. Trotzdem ist es natürlich mitunter ziemlich spannend, Liedtexte zu übersetzen und zu versuchen, dahinterzukommen, was ein Künstler wohl ausdrücken wollte. Jedoch muss ich zugeben, daß ich nicht einmal bei meinen beiden Lieblingsbands Nine inch Nails bzw. Marilyn Manson wirklich sichere Aussagen treffen könnte (NIN ist zu introvertiert und fragmentarisch, Manson viel zu überladen mit Zitaten und okkulter Symbolik), aber gerade DAS zeichnet Kunst eben aus - ähnlich wie man ein Gedicht Jahrzehnte mit sich herumträgt, auswendig lernt, es auf einer unbewußten Ebene "verstanden" hat, die Ratio aber in ihrem Zugriff versagt (man lese nur mal Christian Morgenstern oder diverse Dadaisten...).

---

Zu provokativen Covern bzw. obszönen, abjekten oder gewalttätigen Inhalten kann ich nur sagen, daß die Provokation meistens im Auge des Betrachters liegt. Wenn ich jemanden frage "ist dieses Bild obszön" weiß ich nachher viel über den Gefragten, aber nichts über das Bild. Nun gibt es gewisse Symbole und Darstellungen, bei denen das Strafrecht greift, aber auch hier erlebt man meistens lediglich hysterische Anwandlungen von Berufsgutmenschen und Moralisten, die sich in den meisten Fällen nicht einmal ansatzweise mit dem Werk auseinandergesetzt haben.
Pädophilie war zum Zeitpunkt des Scorpionscovers noch kein solches Reizthema, und wie man an Kommentaren hier erkennt, hat der "unschuldige Blick" in den letzten Jahren kräftig gelitten, da nicht einmal mehr zwischen Nacktheit, Erotik und harter Pornographie unterschieden wird, sobald Kinder gezeigt werden. Wobei ich die erotische Pose schon als vorsätzliche Transgression werte, die im richtigen Rahmen als akzeptabel durchgehen könnte (auf das Album macht mir dieses Cover allerdings keine Lust).
Goat93Also, es kommt drauf an welche Band man vor sich hat und
was es für Musik ist.

NIN und MM sind nicht gerad so irre schwer zu durchleuchten,
da gibt es an sich nicht viel missverständnis, da beide
aus einer gewissen Tradition ihrer Vorbilder ihre Sachen
entnehmen. Gerad MM ist da nur eine Summe von ein paar
anderen Künstlern und daher ist es recht leicht das zu filtern.
Andererseits gibt es aber viele Künstler, ich denk mal MM
gehört da auch zu, die es wollen und als Absolut wichtig
ansehen das man sich mit ihren Werken auseinandersetzt
und es eben nicht als reine Beschallung ansieht.

Ich find es daher recht befremdlich generell gesagt, das
die eine Musik als Böse verdammt wird und die andere
supertolli sein soll. Es gibt da immer wieder so tolle
Paradebeispiele, wo ich jedesmal wirklich nur mit dem
Kopf schütteln kann, das sich soetwas als paradox
überhaupt aufbauen kann.

Nehmen wir da mal irgendein Lied von einer Tanzbaren
Musikgruppe, Terminal Choice, Combichrist, Wumpscut
oder von mir aus auch neuere Haus Arafna. Haus Arafna
dürft nen tolles Beispiel gerad hergeben. Diese Bands
an sich haben alle Texte die auch mal wirklich existierende
Misstände aufgreifen, die also einen Inhalt haben.
Dagegen mal sowas wie NON oder Death in June, die ebenso
solche Textinhalte haben.
Die erstere Gruppe hat das Augenmerk der Konsumenten
auf die Musik, besser gesagt auf die Tanzmusik, also der
Unterhaltung. Die letztere Gruppe auf die Inhalte, also
da ist die Musik mehr oder minder "nur" gleichberechtigt
oder sogar wichtiger, je nach einzelnem Lied und Inhalt.

Wirklich interessant wird es für mich, wenn mir jemand
begegnet der auf wehenden fahnen gegen die Bösen
Faschos von NON herzieht, deren Übles Böses Machwerk
die guten armen Menschen ursupieren soll, dann aber
selbst bei einem Lied über kindesmisshandlung freudestrahlend
das Tanzbein schwingt und danach ersteinmal feststellen
muß, wie geil doch das Lied ist.

Mit der kleinen Geschichte will ich einfach auf den umstand
der Inhalte eingehen. Das ist meines Erachtens generell so.
Ich kann mir z.B eine wirkliche Auseinandersetzung mit einem
Thema in einem wirklich intensiven Maße nicht bei Tanzmusik
wie Combichrist vorstellen, da das Hauptmerk eben auf
das Tanzen liegt und nicht auf den Inhalt. Deswegen ist
ja Straftanz auch so danebengegangen im Endeffekt.
coma_blackAlso wenn ich mir nachtkabarett.com so anschaue, steckt hinter MM ne ganze Menge an Tradition...

Aber das ist irgendwie auch ein Problem von Lyrik, daß man meistens schon im Voraus gewisse Erwartungshaltungen vermittelt bekommt. Z. B. bei Bob Dylan: ganz einfach - Protestbewegung, politische Songs gegen Krieg und all sowas. Und dann stolpert man über Sachen wie "Mr. Jones" oder "Desolation Row", die auf der Textebene einen ganz anderen Bob Dylan zeigen, der sich eben nicht auf Schlagworte reduzieren lässt...

Ich halte auch die Reduktion auf Tanzmusik vs. Textorientierung für etwas zu einfach, wenn man berücksichtigt, wie viele Instrumentalstücke es gibt, die vollkommen ohne Text doch eine Aussage haben können (von klassischer Musik ganz zu schweigen - siehe z. B. Adornos "Philosophie der neueren Musik"; Strawinsky und Co. waren damals noch relativ neu).
Goat93[QUOTE]Also wenn ich mir nachtkabarett.com so anschaue, steckt hinter MM ne ganze Menge an Tradition...[/QUOTE]
Er ist sogar so freundlich und erläutert ein bissle die herkunft
seiner Symbole, machen ja wenigsten :)


[QUOTE]Ich halte auch die Reduktion auf Tanzmusik vs. Textorientierung für etwas zu einfach, wenn man berücksichtigt, wie viele Instrumentalstücke es gibt, die vollkommen ohne Text doch eine Aussage haben können (von klassischer Musik ganz zu schweigen - siehe z. B. Adornos "Philosophie der neueren Musik"; Strawinsky und Co. waren damals noch relativ neu).[/QUOTE]

Nun, es geht um TANZmusik, nicht um Instrumentalmusik. ;)
coma_blackAuch auf die Gefahr hin, jetzt pedantisch zu wirken: hinter Tanzmusik steckt auch ein philosophischer Background.
Nun kann man zwar alles verkomplizieren bzw. überinterpretieren, mir persönlich sind jedoch gerade die Werke suspekt, die für sich selbst keinen Anspruch auf tiefere Bedeutung erheben. Tatsächlich transportiert nämlich auch ein ganz billiger Schlager bereits Ideologie dadurch, daß sich nach einigen Takten erraten läßt, wie es weitergeht usw.
Goat93[QUOTE][i]Original geschrieben von coma_black [/i]
[B]Auch auf die Gefahr hin, jetzt pedantisch zu wirken: hinter Tanzmusik steckt auch ein philosophischer Background.
Nun kann man zwar alles verkomplizieren bzw. überinterpretieren, mir persönlich sind jedoch gerade die Werke suspekt, die für sich selbst keinen Anspruch auf tiefere Bedeutung erheben. Tatsächlich transportiert nämlich auch ein ganz billiger Schlager bereits Ideologie dadurch, daß sich nach einigen Takten erraten läßt, wie es weitergeht usw. [/B][/QUOTE]

Nun, dann erklärbär mir doch mal, wie man während des
tanzens auf einen Philosophischen Hintergrund achtet? :)
coma_blackWenn man einen Tänzer genau beobachtet, auch wenn er nur wild herumspringt, läßt sich ein intuitives Verstehen erkennen. Kompliziert ausgedrückt übersetzt der Tänzer den "Text" (egal, ob das Musikstück jetzt tatsächlich einen Text hat oder instrumental ist) ein ein neues Medium - in Körperausdruck. Dieser getanzte "Text" ist für einen eventuellen Zuschauer wiederum lesbar, ebenso wie es viel über die weltsicht des Tanzenden aussagt, wozu er überhaupt tanzt. Warum fängt man bei einem Lied sofort zu wackeln an und beim anderen nicht?

Musik ebenso wie der persönliche Musikgeschmack stiften Identiät und damit auch Philosophie.
Goat93Du redest gerade von Interpretation durch Außenstehende,
ich rede von der Interpretation des Inhaltes des Liedes durch
den Tänzer. Das sind zwei völlig verschiedene Themen an sich.

Zudem muß ich zugeben, das ich es mir als sehr schwer vorstelle,
irgendwelche Inhalte in das Standartgehüpfe der Tanzfläche
in einer Gothendisco zu Combichrist hineinzuinterpretieren.
Das geht nicht gegen das Tanzen an sich oder den Stücken
an sich, sondern nur um den Umstand das der Tänzer die
inhalte eines Liedes völlig absurdum führt, indem er das macht
wofür das Lied gemacht ist.

Als Beispiel habe ich eben den Inhalt über ein Missbrauch
angeführt, wie darf man nun Glücklich tanzenden Menschen
mit diesem inhalt in Verbindung bringen?
coma_blackIch kenne jetzt das Lied nicht, ich versuche trotzdem mal eine Interpretation:

Das Lied handelt von Mißbrauch, ist also mehr oder weniger drastisch, provokativ und offensiv - auch dadurch, daß es ein ernstes Thema in einen tanzbaren Rhythmus übersetzt. Dazu nun zu tanzen ist eigentlich ein Tabubruch, ein spontaner Akt von Rebellion gegen das hergebrachte Wertverständnis. Gleichzeitig wird aber die geltende Ordnung dadurch bestätigt, daß der Tabubruch als solcher erkannnt wird (außer man ist ernsthaft bösartig). Man empfindet also doppelt die Lust an der Transgression, indem man auf harmlose Art und Weise, ohne jemanden zu schädigen zum Mitverschwörer des "Bösen" wird, sowie die Lust am Reflexionsprozess.

Solche Gedankengänge finden normalerweise natürlich im Bruchteil von Sekunden statt und werden - außer in Fällen wie gerade eben - nicht von vorne bis hinten durchformuliert.
Goat93Die Interpretation an sich ist wirklich gut, leider teile ich
sie nur nicht, Meiner Erfahrung nach lassen sich die Leute
durch den Beat leiten und ignorieren alles andere dabei.
Das Auseinandersetzen mit den Inhalten ist dann ggf. bei
den ganzen "fans", also die die Band dann wirklich ver-
innerlichen wie Tokio Hotel Jünger...aber sonst?

Deine Interpretation setzt eine Auseinandersetzung des inhaltes
innerhalb der Masse voraus, daran scheitert es ja sowieso
schon allemal ;)

Ich bleib einfach dabei, Tanzmusik ist keine wirklich gute Plattform
um eine Aussage zu treffen, außer man will gezielt das erreichen
das die Hörer sich selbst als Fehlgeleitet vorführen...
Das Problem sehe ich aber auch bei Metal Musik , eventuell
sogar bei Musik allgemein, je nach Grundlage...mir wird oftmals
übel wenn ein Lied vorgetragen wir, welches sich um etwas
nicht gerade tolles dreht ^^° und die Leute klatschen und
feiern "ihre Band" ab...ohne weitere Rücksichtnahme auf das
was "ihre Band" da gerade aussagt... :/
coma_blackAlso gut, dann reduzieren wird das Ganze nur auf den Beat...

Je nachdem, wie hart der Rhythmus ist, verdeutlicht er den täglichen Rhythmus des uns umgebenden Systems (Industrieanlagen, Gleichschritt, Faschismus, usw.). Der Tanz ist somit immer eine Bestätigung des Systems, darum wird er auch in allen Kulturen als Gruppenereignis zelebriert, folgt in sich mehr oder weniger strengen Regeln. Gegenwärtig orientiert sich die gewöhnliche Disco an recht archaischen Stammestänzen und ist relativ unterleibszentriert - es wird also die ewige Ordnung des Sexus ekstatisch zelebriert (auch unter Zuhilfenahme von Alkohol). Wir feiern damit am Wochenende quasi ein kleines Dionysosfest, bei dem auf die Schlachtung des Gottkönigs aus Zivilisationsgründen höflich verzichtet wird. In verklemmteren Zeiten beschränkte sich dieses Ritual eben auf die strenger reglementierten Standardtänze oder das Zeremoniell der Fürstenhöfe.


Als Beispiel möchte ich hier mal "The Beautiful People" von Herrn Manson anführen: Das Ding hat einen derartig faschistisch anmutenden Marschmusik-Beat, daß der an Nietzsche angelehnte Text fast nicht mehr notwendig gewesen wäre. Vielmehr stellt sich gerade der Text letztlich gegen das System der Musik, indem er das Lob auf den Übermenschen auf die Penisgröße reduziert und als Faschismus entlarvt. Auf der Videoclipebene kommt dann noch ganz konkret der Führerkult und das Streben nach Perfektion hinzu: der Faschismus der Schönen und Reichen ;) (darum die ganzen Prothesen).

[url]http://www.youtube.com/watch?v=WsXeHk-9JAY[/url]
Goat93[URL=http://de.youtube.com/watch?v=vUA6e-s2pBw]Tanzen ^^°[/URL]

Ähh jaaaaaa......^^°°°°°°°°

[URL=http://de.youtube.com/watch?v=B8pg4t25vvM&feature=related]wow O_O[/URL]

hihi ^^°°°°


Ne, mal ehrlich, das hört sich toll an was du schreibst, aber
ich erkenn da keinerlei Bezug zur Realität :(
coma_blackIst ja witzig, daß wir beide den selben Beat ausgewählt haben, das von Combichrist kannte ich ja noch gar nicht, hat aber nahezu den gleichen Rhythmus wie Manson...
Goat93Naja, das is so der Standart Tanz Beat, gelle :D

Was du zu Manson sagst...ich frag mich wieviele der
Hörer das auch wissen oder wievielen das Interessiert ;)

edit:

Bei Mansons würd ich eventuell noch als Interpretation zufügen
wollen, das er damit den leuten die Antifaschismus rufen,
selbst ihren Faschismus ausleben. Bei dem Kontrast kommt
es auch oft zu Sinnbildlichen Kämpfen....
coma_blackDiejenigen, die es nicht wissen bzw. nicht darüber nachdenken, was sie so den Tag über vorgesetzt bekommen, sind in der Überzahl und entsprechend leicht manipulierbar - vor allem durch Musik. Ich denke mal an die ganzen Werbemelodien (0190 lalalalal), Kirchenlieder oder Nationalhymnen. Meine Schwester hat in der Grundschule ein Lied über tägliches Zähneputzen auswendig lernen müssen, warum wohl?

Edit: Klar, diese Provokation mit Fascho-Symbolen ist zwar seit Throbbing Gristle Usus, wird aber trotzdem ständig mißverstanden. Bei Rammstein meinten anfangs auch viele, die seien Rechts.
Goat93Mich würd dabei interessieren, ob der jeweilige
Künstler das mit einplant, das die Hörer völlig
desinteressiert sind oder eben nicht.

Bands wie U2 oder sowas wollen ja gezielt mit ihrer
Musik eigentlich was verbreiten, Bob Dylan ebenso.
Andersherum wird in andren Bands zuviel Hinein-
interpretiert, wie Death in June z.B (oder einfach das
Falsche, je nachdem ^^)

Mir geht es ja eben um diese Desinteressierte Hörerschaft,
die den Großteil des Konsummarktes ausmacht, denn für
die wird ja auch ein großteil der (sehr oft Kitschigen) Musik
gemacht. Ich frag mich halt dabei, wo die Waagschale bei
dem ganzen ist...
coma_blackDie meisten Künstler planen sowas mit ein, ich denke hier z. B. im Filmbereich an Steven Spielberg, der seine Filme bewußt so konzipiert, daß einfach gestrickte Zuschauer einfach nur unterhalten werden, gleichzeitig aber auch politische Inhalte über die Rolle des Judentums in Amerika und der Welt vermittelt werden und natürlich auch noch einfach die Themen abgehandelt werden, die ihn persönlich beschäftigen (Vater-Sohn-Beziehungen, die Rolle von Nahrung, usw.).

Andere Künstler machen es einem da nicht so leicht, bzw. sind absichtlich sperrig und unklar. Je nachdem, was der Rezipient für ein Vorwissen hat, entstehen so natürlich auch Fehldeutungen, die der Künstler gar nicht im Sinn hatte - aber dafür ist das ja auch Kunst und keine wissenschaftliche Abhandlung.
Ardath BeyAls ersten möchte ich mich mal unbeliebt machen und wieder auf die Gruftie typische Doppelmoral und Heuchelei aufmerksam machen.
Es ist ein leichtes durch die Suchmaschiene Beiträge zu dem [B]verehrten[/B] und [B]hochgeschätzten[/B] Edgar Allen Poe zu finden den vielleicht 80% aller Gruftie super finden und die anderen 20 sich nicht um ihn scheren.
Tatsache ist das Poe seine 13 Jahre alte Cousine geheiratet und wohl auch gefickt hat.
Also haltet bitte was pädophelie betrifft den Mund!
Nackte Kinder? Die rennen zu dutzenden am Strand rum. Schert keine Sau.
Aber kann ich jetzt lange faseln. Das Thema pädophelie ist durchaus tückisch. :D
Ich sehe aus unterschiedlichen Gründen keine Tragik in dem Scorpions Cover.

Was mich betrifft, ja es interessiert mich schon was die Texter so von sich geben und wenn sie nur Müll schreiben muß die Mucke schon verdammt gut sein damit ich mir das Album hole. Besonder kotzen kann ich bei pseudo philosophisch-spychologischen Texten die vorne und hinten keinen Sinn ergeben und nur wunderliche Worte aneinander reihen.
Ebenso schenken kann ich mir übliches Gewäsch von Herzschmerz und Böser, böser Welt.
Da hör und les' ich lieber texte von Henry Rollins der keine schwülstugen Wörter brauch: "If you can see the you that I see when I see you, you see yourself so differently!"
Und ja, ich kann sagen das ein paar wenige Texte mein denklen beeinflusst haben oder sagen wir lieber vorangetrieben denn was ich denke mach ich mit mir selber aus, wie man wohl leicht an meiner Erröffnung sehen kann.
Allerdings müssen texte nicht politisch oder philosophisch/psychologisch sein.
Fantasy Sachen alle Manowar oder Manilla Road sind auch ok solange sie in sich schlüssig sind - bei Manowar nicht immer der Fall. :D
Großartige Texte für die man manchmal etwas länger brauch finden sich bei Neurosis. Sehr genial z.B.:"When to speak of a world so old is to relearn what is known, a time to tghink back and move on."
Schöner Satz auch von Tod Ashley der generell gute Texte schreibt:"If living is for learning then dying is forgeting, once we have forgotten then we can go on living."

Naja, das war jetzt viel text.:rolleyes:
Goat93@Shadowflower:

Wo hat Coma Black denn geschrieben das Manson
faschistisch wäre?
Und woher willst du wissen, das Herr Manson gegen den
Faschismus ist, was hat das HK mit dem Faschismus zu tun?

Manson lebt durch Missverständnisse denn er kann damit
sich in der Öffentluchkeit Präsentieren ohne durch die
Problematiken Schlußendlich abgeschossen zu werden.
Leider werden dadurch die Inhalte verzerrt, die man mit
dieser Grundlage rüberbringen kann.

Aber so als kleiner Tipp, jemand der mit Boyd Rice, Michael
Moyhnihan und Thomas Thorn befreundet war und sich
sein komplettes Image von diesen 3 Leuten ausleiht,
in der CoS bei Herrn lavey direkt nebenan sitzt, dem
sollte man Faschismus nicht zu weit wegrücken ;)

Oder man muß die Ansichten über die werten Herren
einmal revidieren :cool:
Goat93Also, aus deinem Beitrag lese ich grade heraus,
das die Verbindung zwischen dem Faschismus und
dem HK die Punks der 60er und 70er ist, da diese
das Zeichen getragen haben.

Ich verstehe daraus weiter, das HK ist ein Symbol
zum Provozieren, sonst nix?

Richtig interpretiert?

Was als Zitat da steht ist quasi von Laibach kopiert,
also auch nix neues...
hagzissa13[QUOTE][i]Original geschrieben von Goat93 [/i]
[B]Also, aus deinem Beitrag lese ich grade heraus,
das die Verbindung zwischen dem Faschismus und
dem HK die Punks der 60er und 70er ist, da diese
das Zeichen getragen haben.

Ich verstehe daraus weiter, das HK ist ein Symbol
zum Provozieren, sonst nix?

Richtig interpretiert?

Was als Zitat da steht ist quasi von Laibach kopiert,
also auch nix neues... [/B][/QUOTE]

Ich verstehe es eher so, daß quasi das HK als Symbol "verarscht" wird ("das verzerrte Spiegelbild").
SenecaSo etwas wie das Symbol des deutschen Nationalsosialismus kann man nicht verarschen indem man sie trägt. Genausowenig wird irgendwas verarscht wenn man SS-Uniformenrepliken zu einer EMO-Frisur trägt.
hagzissa13[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
[B]So etwas wie das Symbol des deutschen Nationalsosialismus kann man nicht verarschen indem man sie trägt. Genausowenig wird irgendwas verarscht wenn man SS-Uniformenrepliken zu einer EMO-Frisur trägt. [/B][/QUOTE]

Sehe ich genauso. Doch diese Leute scheinen das so zu sehen, wenn ich die oben genannte Aussage richtig verstanden habe.
aurora borealisaber ist doch immer die Frage, wo fängt was an. Ich finde auch den Auftritt bzw. Videos/-hintergründe von Bands wie Shadow Reichenstein oder Feindflug Banane.
Goat93[QUOTE][i]Original geschrieben von hagzissa13 [/i]
[B]Sehe ich genauso. Doch diese Leute scheinen das so zu sehen, wenn ich die oben genannte Aussage richtig verstanden habe. [/B][/QUOTE]

Ehrlich gesagt denke ich eher, das dem nicht so ist.
gerad bei Künstlern wie Marylin Manson.

Shadow Reichenstein ist Horrorpunx, da geht es um was
völlig anderes und denen sind Bezüge zum NS auch
völlig Egal, die wollen sie gar nicht herstellen.
Eiserne Kreuze sind einfach "cool" in gewissen Kreisen.
Die Weißen Schnürsenkel sind .B bei denen auch schon
ausm Outfit genommen, da gehe ich eher von naivität
dem gegenüber aus oder unwissenheit...
coma_blackIn Mansons Triptychon über den Antichrist-Superstar geht es ja gerade um die Verschränkung von Kunst, Kommerz und Faschismus. Da ist ganz am Anfang dieser kleine Wurm, der gerne ein Star wäre. Er ist verärgert über die aus seiner Sicht heuchlerische und verlogene Welt und transformiert diesen Zorn in Kunst. Und dann, oh Wunder, hat er Erfolg mit seiner Kunst, er hat Scharen von Fans, die seine Message kaufen, die Kunst wurde zur Handelsware. Die Provokation, seinen Zorn zu artikulieren wird Mode, zuletzt Ideologie, und der Künstler steht als "Führer" auf der Bühne.

Schaut man sich im Vergleich mal das braune Gesindel von anno dazumal an, werden folgende Parallelen augenscheinlich: Zunächst war man ganz einfach mit den herrschenden Zuständen nicht einverstanden, man äußerte Kritik, denn nur die Kritik kann Änderungen herbeiführen. Die Änderung erfolgte, Hitler wurde Kanzler und spätestens an diesem Punkt kippte die Kritik um in Herrschaft, die lediglich mit ihrer eigenen Aufrechterhaltung beschäftigt war (bei Ausschaltung aller Opposition).

So ähnlich, wenn auch nicht so radikal erging es den Grünen, als sie an der Bundesregierung beteiligt waren, der Inhalt verkam zur Ideologie.

So ähnlich wird es auch allen anderen kritischen und nichtkonformen Stimmen ergehen, sobald sie ersteinmal Erfolg haben. Wer weiß, vielleicht werden ja irgendwann einmal Emo-Frisuren zur Pflicht?

Ein Blick auf den latent vorhandenen Faschismus vor allem der Unterhaltungsindustrie (von den weißen Zähnen in der Werbung bis zur geradezu militanten Abgrenzung der einzelnen Musikstile voneinander) ist jedenfalls ein Fass ohne Boden, und es ist traurig, daß vor allem diejenigen, die die Parallelen aufzeigen wollen, vorschnell als Butzemänner hingestellt werden, die an Amokläufen und wer weiß was noch allem Schuld haben.
Goat93Ein paar Sachen die ich anders sehe:

[QUOTE]Zunächst war man ganz einfach mit den herrschenden Zuständen nicht einverstanden, man äußerte Kritik, denn nur die Kritik kann Änderungen herbeiführen. Die Änderung erfolgte, Hitler wurde Kanzler und spätestens an diesem Punkt kippte die Kritik um in Herrschaft, die lediglich mit ihrer eigenen Aufrechterhaltung beschäftigt war (bei Ausschaltung aller Opposition).[/QUOTE]
Ein Bissle zu Einfach gehalten, denn mit
der Ausschaltung der Opposition ist man Anfangs auch schon
genauso beschäftigt, das ist in jeglichem Ideologischen System
das man ersteinmal ein Feindbild braucht um sich selbst als
Gut darstellen zu können. Naja, viele Feindbilder ist natürlich
richtiger ^^°

Eine ( oder mehrere) Opposition(en) an sich gibt es immer,
egal wo man wie was warum macht oder darstellt.

[QUOTE]So ähnlich wird es auch allen anderen kritischen und nichtkonformen Stimmen ergehen, sobald sie ersteinmal Erfolg haben. Wer weiß, vielleicht werden ja irgendwann einmal Emo-Frisuren zur Pflicht?[/QUOTE]
Der Unterschied liegt in den Massenmedien. Heute wird man
mit "Individualität" dichtgebombt. Man setzt sich mit einer
Gesellschaft oder einer Gemeinschaft gar nicht mehr auseinander
hat keinerlei Identifikation mit einer solchen und dement-
sprechend kann diese auch nicht mehr so erstarken.

Als Beispiel:
Früher gab es ein paar Künstler die irre Erfolgreich waren
und bis heute sind. Heute gibt es eine Unzahl an Klein/Mittel-
erfolgreichen.

[QUOTE]bis zur geradezu militanten Abgrenzung der einzelnen Musikstile voneinander) [/QUOTE]
Das ist übrigends völlig falsch. Die Musikindustrie versucht
krampfhaft immer wieder alte Stile zu verbinden und dadurch
neue Absatzmärkte zu schaffen. Die bösen intoleranten
Fans sind jene, die wirklich Militant abgrenzen. Das funzt aba
auch nur bis es genügend Kommerziell ausgerichtete Fans
gibt, die den Konsumspaß eben mitmachen.
coma_blackDie gekaufte Pseudoindividualität, die heute so groß in Mode ist, habe ich damit nicht gemeint - die beschränkt sich zusehends auf die Wahl des einen oder anderen Produkts; die Persönlichkeit wird über den Aufdruck auf dem T-Shirt definiert.

Außerdem ist es mehr als bedenklich, daß gerade zu Zeiten weitverbreiteter "Individualität" sämtliche totalitäre Tendenzen vom Kommunismus bis zur Prohibition massiven Zulauf erhalten. Wenn ich mir meine derzeitigen Lieblingsfeindbilder bei den Antirauchern anschaue, wird vielleicht klarer, was ich weiter oben gemeint habe: Sobald sich eine anfangs sogar begrüßenswerte Idee (hier "Rauchverbot") ersteinmal etabliert hat, wird sie immer maßloser in ihren Forderungen, erhebt letztlich den Anspruch auf Alleingültigkeit (zuerst Vereinzelte sinnvolle Fortschritte wie Verbot am Arbeitsplatz, im Flugzeug, Kino und Theater; doch das reicht nicht, die Gastronomie muss bereinigt werden, auch Privatclubs, schließlich soll Rauchen in Privatwohnungen und generell überall verboten werden, man phantasiert davon, renitente Raucher in Lager zu sperren etc. pp.). Damit verwandelt sich das ursprünglich Gutgemeinte mehr und mehr in sein destruktives Gegenteil (siehe auch extremistische Tierschützer, Abtreibungsgegner usw. usf., die in religiösem Eifer über sämtliche Ziele hinausschießen). Kritik wird also entweder zu einer affirmativen Verklärung des ohnehin Bestehenden, oder aber zu gnadenloser Herrschaft, das hat man bei Hitler wie bei Marx gesehen und davor auch schon bei jeder großen Idee, die die Menschheit hervorgebracht hat. Bis zur Entdeckung der Mathematik konnte man bequem ohne sie leben (man hatte eben viel oder wenig), als sie aber ersteinmal da war, wurde sie unentbehrlich.

---

In der Musikindustrie selbst hat sich inzwischen die klare Abgrenzung von Käufergruppen aufgelöst, um die Gewinne zu maximieren, das stimmt. Dafür läuft seit längerem ein regelrechter Feldzug gegen jene, die sich ihre Musik aus anderen Quellen beschaffen (Raubkopierer oder noch plakativer Verbrecher genannt) sowie gegen kleine Undergroundlabels, Hinterhof- und Garagenmusiker, die sich einer Vereinnahmung durch das System entziehen.
Goat93Das die Musikindustrie sich gegen Raubkopierer einsetzt ist
ja nicht gerade neu, es wirbelt heute nur etwas mehr,
da es länger mal ruhig war. Allerdings gab es die ganzen
Sachen schon in den 80ern, wo das Home Taping aufkam.

Den Bezug zum Pseudo individualismus kann ich in diesem
Zusammenhang nicht nachvollziehen, was hat das alles
mit meiner Aussage zu tun?
coma_black"Der Unterschied liegt in den Massenmedien. Heute wird man
mit "Individualität" dichtgebombt. Man setzt sich mit einer
Gesellschaft oder einer Gemeinschaft gar nicht mehr auseinander
hat keinerlei Identifikation mit einer solchen und dement-
sprechend kann diese auch nicht mehr so erstarken."

---

Bezugnehmend auf diese Passage wollte ich verdeutlichen, daß es eigentlich im Sinne der Gesellschaft ist, daß sich niemand mehr mit ihr identifiziert oder auseinandersetzt. Stattdessen wird durch diese falsch verstandene "Individualität" der Mensch zunehmend in die Isolation und Vereinsamung getrieben und damit leichter verwaltbar. Da macht dann auch das Ausspielen einzelner Konsumgruppen gegeneinander durchaus einen Sinn (Genußmenschen vs. Abstinenzler usw.).

Vor allem aber wird der politisch Interessierte, der sich mit der Gesellschaft, ihren Machtstrukturen und Mechanismen auseinandersetzt mehr und mehr zum Sonderling abgestempelt; obwohl doch gerade die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft (also auch mit der Geschichte des eigenen Volkes, der kulturellen Tradition etc. pp.) erst eine wirkliche Herausbildung von Individualität ermöglichen kann.

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