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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Befreiungstheologie vs römisch Katholische Kirche
HellscreamBefreiungstheologie (Leonardo Boff)
eine kleine Einführung und Zusammenfassung Des Moloch

Die Befreiungstheologie ist eine christliche Strömung, die sich nach 1965 , in der lateinamerikanischen Kirche aber auch in Südafrika und einigen Ländern Asiens entwickelte.
Sie bezieht sich auf sozialkritische Bibeltraditionen, auf eine eigenständige und variable Analyse der politökonomischen Abhängigkeit und fordert von daher eine sozialistische Umgestaltung der Gesellschaftsordnung im Interesse der Armen. Die Befreiungstheologie ist so kann man sagen in ihren Wurtzeln eine Theologie der Armen selber.

Seit der kubanischen Revolution 1959 bildeten sich in den armen, meist katholisch geprägten Bevölkerungsschichten ehemaliger europäischer Kolonien vermehrt sogenannte Basisgemeinden. Deren Mitglieder waren meist landlose Bauern, Slumbewohner und Analphabeten, die ihre Alltagsprobleme gemeinsam zu bewältigen versuchten.
Hier entstand eine Auslegung der biblischen Botschaft, die zu den Wurzeln seiner Theologie und seiner Spiritualität zurück kehrt dorthin, wo alles begann: beim Aufschrei der Armen.
Zum ersten Mal wurde Theologie nicht als rein universitäres Studienfach, das einer wohlhabenden akademischen Elite vorbehalten war, aufgefasst, sondern als unmittelbar praktische Bibelauslegung der Betroffenen selber. In deren Kontext stellte sich ein wachsender Teil von Christengemeinden und Kirchenvertretern auf die Seite der um Befreiung kämpfenden Bevölkerung. Die Rolle der Kirche blieb jedoch zwiespältig. Denn ein grosser Teil der Kirchenhierarchie stand stets eng an der Seite der jeweils Herrschenden. Ein anderer Teil jedoch entwickelte aus den konkreten Erfahrungen mit Unterdrückung, Folter, Polizeistaat, Rechtlosigkeit und Elend heraus eine neue und umfassende Solidarität mit armen Bevölkerungsmehrheiten. Zu beachten ist das der Teil der nicht auf der Seite der Reichen stand zum grossen teilen Mundtot gemacht worden ist.Die Feinde waren und sind Diktatur, Menschenfeindlichkeit und eine vom Neo-Liberalismus geprägte Globaliesierung der Eliten.

Der Name ,Befreiungstheologie' wurde von Gustavo Gutierrez geprägt. Dieser peruanische Theologe veröffentlichte im Jahr 1972 die Schrift "Theologia de la liberaciòn", welche richtungsweisend wirkte und der ganzen Bewegung ihren Namen verlieh.

Auch der Name Leonardo Boff ein katholischer Theologe, Sozialist, Poet, Buchautor, Kämpfer und Franziskaner und Menschenrechtsaktivist stellt einen der Hauptvertreter dieser Strömung dar. Geboren am 14. Dezember 1938 in Concordia, er prägte die ,Befreiungstheologie' massgeblich.1981 erschien sein Buch "Kirche und Macht" auf Portugiesisch mit dem Untertitel "Eine militante Ekklesiologie". Beides - das Thema wie die Militanz - führten zum Fall Boff. Sein zweiter Doktorvater, der Franziskaner Bonaventura Kloppenburg, warf ihm daraufhin öffentlich "Häresie" vor. 1985 wurde er von der römischen Kongregation für die Glaubenslehre unter dem Vorsitz Kardinal Joseph Ratzingers, heute Papst Benedikt XVI, wegen seiner Schriften zur Befreiungstheologie zu einem Jahr zum Schweigen verurteilt und verlor alle kirchlichen Funktionen. 1986 erhielt er diese zwar einen Monat vor Ablauf der Frist zurück, zugleich wurde die "Theologie der Befreiung" aber offiziell vom Vatikan als kirchenfeindliche Ideologie verurteilt. Kern des Konflikts zwischen Boff und Ratzinger war nicht wie bei anderen Befreiungstheologen der Vorwurf eines Marxismus in christlicher Tarnung: Vielmehr standen betont theologische Aussagen seines Buchs im Zentrum der vatikanischen Kritik. Denn er hatte die wahre Kirche des Heiligen Geistes der falschen Kircheninstitution mit ihren Machtansprüchen über die Gläubigen gegenübergestellt. Boff war eine Gefahren Quelle für die Kirche der ihren Reichtum, Einfluss auf die Menschen sowie ihre Hirachie und unfehlbarkeit bedrohte.

Zu denn Autoren der Befreiungstheologie ist zu sagen das sie sich sich nicht als "Erfinder" einer neuen Theologie verstehen , sondern als Sprachrohr der Unterdrückten. Das Thema der sozialen Kritik ist es, der Bibel ihr ureigenstes Thema, die Befreiung aus jeder Form der Sklaverei, wiederentdeckten und daraus politische Folgerungen für ihre Realität ableiten lässt.
Dabei kommt der Exodustradition entscheidende Schlüsselbedeutung zu: Hier erscheint der Gott Israels als der, "der das Elend seines Volkes sieht und die Schreie über ihre Bedränger hört". Dies wird im Neuen Testament ebenfalls gleich zu Anfang bekräftigt, wo Maria als Lobpreis für die ihr zugesagte Geburt des Messias singt: "Er stößt die Mächtigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer."
Dies sind nur zwei von uzähligen Texten und Textstellen in der Bibel die die Befreiungstheologie
bekräftigen. Darum wird Erlösung als Zentralbegriff der biblischen Heilsbotschaft nicht wie in der traditionellen Kirchentheologie ausschließlich spirituell verstanden, sondern als eine sozialpolitische und ökonomische revolutionäre Veränderung. Das Heil, das die Bibel verkündet, wird nicht mehr nur auf das Jenseits bezogen, sondern auf die gesellschaftliche Realität im Diesseits.

Politisch stehen befreiungstheologische Entwürfe meist einem sozialistisches Gesellschaftsmodell sehr nahe, wobei sie sich deutlich gegen die Dominanz von gelenkten Parteien und neuen Diktaturen abgrenzten. Sie betonen die basisdemokratischen und genossenschaftlichen Elemente.

Zum Angeführten Text

Da fragt man sich ob das Christentum seinen schlechten ruf generell verdient, ich finde das ist mal eine Theologische
Gedankenführung die sich sehen lässt. Es macht mich rassend zu sehen wie die Biblische Botschaft von der Institution Kirche so über fahren wird. Wie Marx sinngemäss sagte, "Ein Istrument um die Menschen klein zu halten" !!. Die Kirche im grossen und ganzen besonders in jenen Industrienationen Spiegeln nicht die eigentliche "Botschaft" wieder sondern viel mehr die Interessen der "grossen" und "starken"....... naja wie es fast immer war.
Die römisch Katholische Kirche aber auch die meisten anderen Christlichen Kirchen solten sich in denn Boden schämen.

Grüsse Hellscream Midgard Der Moloch
oskadisAuch wenn provokant:

GÄÄÄÄÄHN!

Sorry, aber das Thema Kirche ist ausgelutscht.

Gruß

~Oskadis~
Dark ReligionSei gegrüsst,

Da sag ich doch nur:

HALLELUJA ! Jetzt weis er es auch:D

Sorry sei nicht sauer aber da muss ich oskadis Recht geben. Das Thema ist durch und entbehrt sich wahrscheinlich bei vielen hier als Diskussionsgrundlage oder erweisst sich als neue Erkenntniss.

Gruß
Daniel
HellscreamDenn Text hatte ich grad vor nen paar Tagen für ne Presentation geschrieben zur "Befreihungstheologie" hab ich hier sonst gefunden.
Hellscreamsorry soll natürlich " sonst nichts " heissen !!!!
Darket[QUOTE]Denn Text hatte ich grad vor nen paar Tagen für ne Presentation geschrieben zur "Befreihungstheologie" hab ich hier sonst nichts gefunden.[/QUOTE]
Genau das! Wenn ich den Wunsch des Erstellers richtig interpretiere, ist das hier eine Dabette über eben jene Befreiungstheologie und zu dieser habe ich auch nichts anderes, ansatzweise aktuelles gefunden. Von daher bitte ich darum, dass Kommentare a la "Alles schon dagewesen" unterbleiben, war es nämlich noch nicht. Sollte sich das hier in einen "Die Kirche ist ja so scheiße!"-Thread verwandeln, werden ich oder meine beiden Mit-Mods schon einschreiten, keine Angst.

Grüße

Darket
Hellscream[QUOTE]geschrieben von Hellscream
Da fragt man sich ob das Christentum seinen schlechten ruf generell verdient, ich finde das ist mal eine Theologische
Gedankenführung die sich sehen lässt. Es macht mich rassend zu sehen wie die Biblische Botschaft von der Institution Kirche so über fahren wird. Wie Marx sinngemäss sagte, "Ein Istrument um die Menschen klein zu halten" !!. Die Kirche im grossen und ganzen besonders in jenen Industrienationen Spiegeln nicht die eigentliche "Botschaft" wieder sondern viel mehr die Interessen der "grossen" und "starken"....... naja wie es fast immer war.
Die römisch Katholische Kirche aber auch die meisten anderen Christlichen Kirchen solten sich in denn Boden schämen. [/QUOTE]

Das soll ich geschrieben haben? Ich bin empört! Ich muss mir selbst widersprechen.
Ja, das Christentum hat seinen schlechten Ruf verdient allerdings auch alle anderen Offenbarungsreligionen.
Bedauerlich um solche Menschen wie Leonardo Boff.
coma_blackDer Essay ist gut geschrieben und auch interessant.

Zur Befreiungstheologie selber kann ich aber leider nur folgendes Anmerken: Mir graut vor dieser Kombination aus Christentum und Marxismus! In abgeschwächter Form erleben wir das ja bereits in Deutschland, seit wir Papst sind, Inquisition und Philosophie (Ratzinger und Habermaß) geben sich brav die Hand, und das Individuum bleibt dabei auf der Strecke! Das ist mal wieder so ein Moment, wo ich mir überlege, nicht doch 200 $ für ein gewisses rotes Kärtchen auszugeben, denn mit diesem Tschandala, diesen Zukurzgekommenen jeglicher Couleur, die sich im Gefolge von Linkspartei, Christentum, Islam oder eben dieser Befreiungstheologie zusammenrotten, will ich nichts zu tun haben!

Gibt es vielleicht irgendwo noch einen Club, der nicht das Ziel der Gleichmacherei, der Belehrung und Erziehung verfolgt? Gibt es noch irgendwo Menschen, die einfach akzeptieren können, das Leid und Elend nicht nur zum Leben dazugehören, sondern daß gerade diese Schmerzerfahrungen das Leben an sich ausmachen, gewissermaßen der Urgrund und Endzweck der Existenz sind?
HellscreamWenn der Mensch sein Leid und sein Schmerz einfach akzeptiert kommt es zum Stillstand der Entwicklung, das bemühen der Menschen in ihrer Entwicklung ist ja gerade das. Die Reduzierung des Leides auf der einen und die Erhöhung der Lebensqualität auf der anderen Seite. Ohne diese Komponenten sehe ich nicht die Notwendigkeit sich vorwärts zu Quälen.

Mir graut viel mehr vor der Kombination aus Kapitalismus und Kommunismus wie ihn China umsetzt, am besten packt man noch eine Dogmatische Religion dabei, das pure Gift.
LaChatteHallo zusammen

eine interessante Sache, diese Befreiungstheologie, auch wenn sie für die Zwecke industrialisierten und einigermassen demokratischer Länder wohl noch speziell formuliert werden müsste.

Gut gefällt mir der Praxisbezug und der direktdemokratische Gedanke darin.

[QUOTE]Zu denn Autoren der Befreiungstheologie ist zu sagen das sie sich sich nicht als "Erfinder" einer neuen Theologie verstehen , sondern als Sprachrohr der Unterdrückten. Das Thema der sozialen Kritik ist es, der Bibel ihr ureigenstes Thema, die Befreiung aus jeder Form der Sklaverei, wiederentdeckten und daraus politische Folgerungen für ihre Realität ableiten lässt.[/QUOTE]

... konkret also die Frage: inwiefern sind wir hierzulande unterdrückt? Von wem? von Menschen, von Strukturen...?

Der Neoliberalismus scheint sich in den letzten Tagen grösstenteils selbst erledigt zu haben, und die Frage in Bezug auf Globalisierung kann nicht sein, ob wir eine wollen, sondern eher, welche wir wollen.

Als eine universale Theologie taugt sie mE (noch) nicht, da sie sich explizit als eine Theologie der Unterdrückten versteht. Doch angenommen, es gäbe keine Unterdrückten mehr - was könnte sie uns noch zu sagen haben? Wie könnte sie universal gestaltet werden?

grüsse, barbara
HellscreamUnterdrückung gab es immer und wird sie immer geben. Der Neoliberalismus hat sich sicher nicht selbst erledigt. Die Monarchie hat sich auch nicht selbst erledigt, dafür brauchte es erst ein paar abgetrennte Köpfe. Unterdrückte in unserer Republik gibt es genug, unterdrückt durch das wechselseitige miteinander von Strukturen, Institutionen und Personen. Wer für Hunger Löhne dazu gezwungen wird sich selbst zu schädigen, ist ein solch Unterdrückter und davon gibt es mittlerweile schon ein mehrere Millionen in Deutschland. Wir haben de facto eine Art der Zwangsarbeit in unserer Republik rehabilitiert die aufgrund der riesigen Abhängigkeiten vom System selbst als Sklaverei zu titulieren ist. Im überigen die Kirchen verdienen selbst ganz gut daran, die Kirche beziehungsweise die Christliche Theologie ist dabei der scheinheiligsten beteiligten. Kirchliches Lohndumping gefällig? [url]http://smotri.com/video/view/?id=v679961146c[/url]
Mal davon abgesehen das die Kirchen in der Republik sogar das Recht auf Diskriminierung und das erhalten von Künstlichen Monopolen besitzen, welche durch den Steuerzahler egal ob er Kirchenmitglied oder nicht ist bezahlt wird.

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