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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Kriminalisierung, das neue Neue Jugendschutzgesetz
HellscreamKriminalisierung das neue Neue „Jugendschutzgesetz“

Die Bundesregierung hat sich wieder einmal etwas ganz besonders einfalle lassen.
[url]http://www.heise.de/newsticker/Strafgesetzbuch-kennt-ab-morgen-den-Begriff-Jugendpornographie--/meldung/118381[/url]

[QUOTE] Wer versucht, sich (etwa über das Internet) den Besitz von „jugendpornographischen Schriften“ zu verschaffen, die ein tatsächliches oder wirklichkeitsnahes Geschehen wiedergeben, wird künftig mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft. Als "wirklichkeitsnahes Geschehen" ist dabei die Darstellung eines Geschehens zu verstehen, das sich dem „durchschnittlichen Betrachter“ dem äußeren Erscheinungsbild nach als ein tatsächliches darstellt. Darunter können also auch Darstellungen mit sogenannten "Scheinminderjährigen" fallen, also von Darstellern, die dem Alter nach volljährig sind, hinsichtlich ihres äußeren Erscheinungsbildes aber als minderjährig eingestuft werden „könnten“.[/QUOTE]

Die direkte Quelle des Gesetzestextes
[url]http://www.bgblportal.de/BGBL/bgbl1f/bgbl108s2149.pdf[/url]

Hier zwei Links zu Jura Blogs, da ich in diesem Bereich leider nur sehr begrenzte Kentnisse besitze
[url]http://anwaltsalltag-pr.blogspot.com/2008/08/184c-stgb-e-strafbarkeit.html[/url]
[url]http://www.lawblog.de/index.php/archives/2008/08/29/neuer-schub-fur-die-hexenjagd/[/url]

Ich sehe das ganze wie folgt,
Erstens ist das Gesetzt diskriminierend gegenüber volljährigen Frauen, die nun einmal nichts dafür können wenn sie leicht mit Minderjährigen zu verwechseln sind. Wenn ich mich recht erinnere waren Sexualwissenschaftler diese schon einmal geschlossen gegen solch ein (wenn nicht sogar dieses) Gesetzt Sturm gelaufen. Es besteht ein Grundlegender Unterschied zwischen einem Pädophilen der sich an Kindern aufgeilt und jemanden der sich beim Anblick einer Jugendlich aus sehenden Person erregen lässt.

Zweites ist das Gesetzt so angelegt das es Gesetzliche Willkür gerade zu fördert.
Wer soll bitteschön ein „durchschnittlicher Betrachter“ sein? Und dieses „könnte“ man ende ist in meinen Augen wirklich Ausdruck blinder Willkür. Man denke auch einmal nach was nun alles auf einmal strafbar geworden ist. Ich denke die Polizei wird in der nächsten Zeit sehr viele Hausdurchsuchungen durch führen können, der größte Teil der Mangas sind nun genau so illegal wie das Buch Lolita oder die Fotos die der 18 oder 19 Jährige Freund von seiner Freundin vielleicht 17 oder aber auch 20 denn eigentlich ist es egal wie alt sie ist es unter liegt der Willkür des Richters und der Staatsanwaltschaft ob sie aussieht wie eine Minderjährige oder nicht. Ganz nahc dem Motto wir finden immer etwas.

Drittens betrifft das man davon geht aus das schon die Darstellung einer Straftat in welcher Form auch immer strafbar ist. Man sehe diesen Grundsatz auf das gesamte Strafrecht aus. Kriminalromane wäre strafrechtlich eben so illegal wie Splatter Filme, ein Roman Juliette von Marquis de Sade und so weiter.

Dieser Staat macht mir Angst er erschafft sich sein eigenen Kriminellen.
CabalTja, die heutigen Gummiparagraphen übersteigen bald die des dritten Reich's.

[QUOTE]Erstens ist das Gesetzt diskriminierend gegenüber volljährigen Frauen, die nun einmal nichts dafür können wenn sie leicht mit Minderjährigen zu verwechseln sind. Wenn ich mich recht erinnere waren Sexualwissenschaftler diese schon einmal geschlossen gegen solch ein (wenn nicht sogar dieses) Gesetzt Sturm gelaufen. Es besteht ein Grundlegender Unterschied zwischen einem Pädophilen der sich an Kindern aufgeilt und jemanden der sich beim Anblick einer Jugendlich aus sehenden Person erregen lässt.[/QUOTE]

Viel schlimmer ist, dass es sich hierbei um ein "Verbrechen" ohne Opfer handelt. oder aber man sich seine Opfer selbst ausdenkt. Mit der Realität haben die Restriktion über sogenannte Sexualstrafaten überhaupt nichts mehr zu tun. Ich sehe das grundlegenste Problem darin, dass ein "Rechtsstaat" für seine Gesetze keine schlüssigen Erklärungen für deren Existenzberechtigungen anhand eines reel existierenden Schadens abgeben muss, welcher zudem bekanntlich unter dem Zeitgeist einem ewigem Wandel unterliegt. Vielmehr geschieht soetwas umgekehrt: Existiert ersteinmal ein Gesetz, werden aufgrund der darwinistischen Überlebenslogik auf lange Sicht nur Befürworter übrigbleiben. Auch imaginäre, irreperable "Seelenschäden" schleichen sich in die Köpfe der Menschen ein, konstant von solchen, die keine Opfer kennen. Manche gehen sogar soweit ernsthaft zu meinen, dass ein Kind bereits durch ein unglücklich gewählten Namen traumatisiert werden kann, wenn sie deren biblische Bedeutung kennenlernen. Sexualverbrechen haben sich in die Köpfe der Menschen eingebrannt und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis man willkürlich Verantwortungen für sexualbedingte, geistige Störungen mit einer fadenscheinigen Begründung auf jeden schieben darf der einem dafür einfällt.

MfG
Cabal
Demon17Na ich denke in der Pornoindustrie wird der OMA-Sex eine ganz neue Bedeutung erhalten. Nur da kann man sicher sein, das es diesen Gummiparagraphen nicht betrift. Das mehr gegen Kinderprostitution und entsprechende Pornoprodukte getan werden muß ist klar. Doch sind die Grenzen wohl echt fließend ...
SenecaDazu fallen mir nur drei Dinge ein:
1. Wurde auch Zeit!
2. Ich muss mal die BDB bereinigen!
3. nachdem das WaffG bezüglich Schneidwaren verschärft wurde, war es ja nur eine Frage der Zeit bis man auch andere scharfen Geräte verbietet *g*

Außerdem drängt sich mir nun die Frage auf ob das weitesgehende Nichttragen von Kleidern auf dem WGT nun erst ab 18 erlaubt ist ? Ich empfand das schon vorher immer als "voll Porno", wie man auf neudeutsch sagt.
Icy[COLOR=red]Und das Allerbeste: [/COLOR]Es reicht schon ein Werbebanner einer vor kurzem legalen Lolita-Seite im Cache des Browsers mit ensprechender Grafik zu haben, um jetzt ein Schwerkrimineller zu sein!
Der Höhepunkt: Jugendpornografie wird jetzt wie Kinderpornografie behandelt und rechtfertigt die erweiterten Strafverfolgungsinstrumente wie Telefonüberwachung und vielleicht auch Online-Durchsuchung.

[b]Also: Trefft Sicherheitsmaßnahmen wie Festplatten verschlüsseln, es kann JEDEN oder JEDE treffen![/b]
Ronin76[QUOTE]Dieser Staat macht mir Angst er erschafft sich sein eigenen Kriminellen.[/QUOTE]
Guten Morgen. Es freut mich ja, daß du dich mit solchen Dingen auseinandersetzt, doch diese Situation ist keineswegs neu. NUR SO entsteht Kriminalität. Gewalt wird oft damit gleichgesetzt, ist es jedoch keineswegs.
Schatten27Wie würde den das Volk entscheiden wenn es keine Staatlichen Verordnungen gäbe? Weniger wilkürkich? Die primäre aufgabe des Staates ist ja wohl die schwachen zu schützen und das sind nu mal unsere Kinder und junge Heranwchsende. Eine 18 jährige Frau ( Kind ) ist halt noch icht in der Lage zu erfassen welche auswirkung Pornografische handlungen auf ihr Leben und ihre Seele haben kann,egal ob sie wie 15 oder 21 aussieht.
JensemannWenn dieses Gesetz in Japan Wirkung finden wuerde, waren 2/3 der maennlichen Bevoelkerung hinter Gittern. Allerdings, einen gewissen Sinn kann ich diesem Gesetz - auch wenn es verwerflich auslegungsfaehig ist - schon abgewinnen. So zielen doch einige "Erotikanbieter" genau darauf ab durch Darstellung jugendlich aussehende Personen, eine gewisse zweifelhafte Zielgruppe anzusprechen. Nur formulieren haette man das wirklich besser koennen.

Btw. Gleiches sollte man fuer die zweckorientierte, "pseudoerotische" Darstellung von Vergewaltigungen einfuehren (in klaren Saetzen).
schwarze_kunst[QUOTE][i]Original geschrieben von Schatten27 [/i]
[B]Eine 18 jährige Frau ( Kind ) ist halt noch icht in der Lage zu erfassen welche auswirkung Pornografische handlungen auf ihr Leben und ihre Seele haben kann,egal ob sie wie 15 oder 21 aussieht. [/B][/QUOTE]

In welchem Alter erhält man denn dann die Erleuchtung? Mit 27? :rolleyes:
Tsafried[QUOTE][i]Original geschrieben von Schatten27 [/i]
[B]Eine 18 jährige Frau ( Kind ) ist halt noch icht in der Lage zu erfassen welche auswirkung Pornografische handlungen auf ihr Leben und ihre Seele haben kann,egal ob sie wie 15 oder 21 aussieht. [/B][/QUOTE]

Ein Kind muss bis zum Alter von 10/11 Jahren gezeigt haben, was es kann, sonst war's das mit einer realistischen Chance, irgendwann mal studieren zu können. Die immer noch ca. 50% Prozent eines Jahrgangs müssen bis 15/16 wissen, was sie beruflich machen wollen, als Grundstock für alle weiteren Qualifizierungen. Die Kleinen können nicht schnell genug erwachsen werden, aber wehe, da kommt was von Sexualität dazwischen!

Du weißt schon, was "Volljährigkeit" bedeutet?
SenecaDie Soziologie hat den Jugendbegriff übrigens schon bis 30 ausgedehnt.
Fakt ist...mit jeden Jahrzehnt seit den 60ern werden die Menschen deutlisch später "erwachsen".

Kein Wunder als, meine damen und Herren, wenn der Gesetzgeber diesem Fakt rechnug trägt. Vor Gericht beginnt die volle Strafmündigkeit nicht umsonst erst mit 21. Meiner Meinung nach besteht ein Hauptproblem in dieser Gesellschaft nicht zuletzt darin, das sich volljährige heutzutage tatsächlich schon für Erwachsene halten...deren Rechte ergreifen...aber die Verantwortung dann an die Eltern oder den Staat abschieben wollen.
Dieses Gesetzt ist die UMsetzung einer EU Gesetzes...und ein Grund warum es existiert ist eine Flut von Teenagerschwangerschaften, Vergewaltigungen unter Teenagern und Teenagerprostitution die viele Europäische Länder gerade erleben.

Die Gesellschaftsmoral unterliegt den gleichen Regeln wie der Kapitalismus...fallen alle Regeln weg, fliegt einem irgendwann alles um die Ohren.
morenun, so wie ich das auffasse geht es in diesem Gesetz im prinzip ja darum, dass zwar legale Pornos mit erwachsenen Frauen gedreht werden, diese aber als Minderjährige angepriesen werden. Das hält die Pornoindustrie bisher aus der Gefahrenzone raus, trotzdem bedienen sie hier die pädophile Zielgruppe.
Ich denke keine Angst muss haben, wer ganz deutlich macht, dass die Darstellerinnen volljährig sind. Was aber natürlich den kleinen Kinderf**** von nebenan nicht wirklich an den Verkaufstresen zieht, der ja voll auf kleine 12-14jährige mit Knabenbrüsten steht (womöglich sollten die Mädels noch jünger sein.)

Das nur mal so am Rande bemerkt. Sollte man sich vielleicht durch den Kopf gehen lassen, bevor man hier wild die Glocken schellt. Bzw. wer trotzdem noch der Meinung ist, dass derlei Filmchen durchaus ihre Berechtigung haben, sollte mal seine Tassen im Schränkchen zählen...
[QUOTE]aber wehe, da kommt was von Sexualität dazwischen![/QUOTE] Nur zu meinem Verständnis: Pornografie bzw. sich als Darstellerin zu verdingen gehört deiner Meinung nach zu einer normalen sexuellen Entwicklung von pupertierenden Mädchen???
SenecaDie Novelle will eigentlich die Jugendprostitution deckeln. Das mit der Pornographie ist nur eine Randnote.
moreJa das hängt aber irgendwie alles zusammen. Ich meine, wenn man beobachtet wie Kinder heute mit Sexualität umgehen, ist das schon erschreckend. Ich habe ja einmal in der Woche Kinder ehrenamtlich zu betreuen. Die Art und Weise wie da Sprüche geklopft werden, Fäkalsprache und "ey isch fick disch in dein Arschloch bis du heulst"... ect. Da hat Sex oft nur was mit Gewalt zu tun. Ob das nun von Musik kommt, oder weil jedes zweite Kind einen Porno auf dem Handy hat sei mal dahin gestellt. Mich erschreckt das auf alle Fälle. Und mich erschreckt vor allem auch, dass teilweise die Kleinen sich mit ihren Eltern abends gemeinsam einen Porno reinziehen.
Pornografie ist ok. Aber ein verantwortungsvoller Umgang damit ist auch nötig!
Tsafried[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
[B]Nur zu meinem Verständnis: Pornografie [...] gehört deiner Meinung nach zu einer normalen sexuellen Entwicklung von pubertierenden Mädchen??? [/B][/QUOTE]

Ja, natürlich. Ich sehe da auch keinen Unterschied zwischen Männlein und Weiblein. Du wirst wenig Menschen finden, die eine(n) 16-Jährige(n), der sich Pornos ansieht, für fehltentwickelt halten. Dem anderen Verhalten ist mE nicht mit Gesetzen, sondern mit vernünftiger Bildung beizukommen.

Im Übrigen bezog sich meine Aussage auf die vorige, die volljährigen Menschen ihre Verantwortungsfähigkeit absprechen wollte. Dass der mitunter schwammig ausgelegt wird, ist nicht meine Schuld, aber wenn ich mit 16 (14?) Sex haben darf, sehe ich keinen Grund, dann Pornographie aber zu verbieten. Ich jedenfalls kann keine schlüssige Erklärung dafür finden, dass eine Minderjährige zwar mit jedem schlafen darf, mit dem sie will (und meines Wissens nach, man korrigiere mich, ist das mit 16 der Fall), aber davon keine Bilder/Videos verbreiten?

Was ich von diesem Verhalten halte, steht hier gar nicht zur Debatte. Aber ich kann nicht das eine erlauben, das andere aber für eine kriminelle Handlung erklären. Zum Sex kann ich genauso gezwungen werden wie zur Pornographie. Wo ist da der Unterschied??

Wie durch dieses Gesetz Teenagerschwangerschaften, -vergewaltigungen und -prostitution eingedämmt werden soll, ist mir übrigens schleierhaft.
HellscreamNur damit ich nicht falsch verstanden werde, ich halte ein Verbot von Pornographie die Personen beteiligt die ihr 18 Lebensjahr noch nicht erreicht haben für richtig. Ich kritisiere ausschließlich die von mir oben genannten Punkte.
Xenomorph[QUOTE][i]Original geschrieben von Hellscream [/i]
[B]Nur damit ich nicht falsch verstanden werde, ich halte ein Verbot von Pornographie die Personen beteiligt die ihr 18 Lebensjahr noch nicht erreicht haben für richtig. Ich kritisiere ausschließlich die von mir oben genannten Punkte. [/B][/QUOTE]

..und was genau verstehst du unter "Pornographie"...? ausschliesslich Filme/Fotos mit realen Menschen als - freiwilligen oder unfreiwilligen - Akteuren...? Und ab welchem Grad von "Schweinerei" bzw. sexuell "unmoralischer Handlungen" würdest du dabei den Anfang setzen...?für die Christen und insbesondere des Deutschen verkrustete Piefke-Moral ist Sex doch an sich schon wiederwärtig und "schmutzig", dessen freizügige Darstellung ein Sakrileg...aber wenn ich diesen neuesten Gesetzesunfug richtig verstehe, dann fallen darunter doch selbst imaginäre Darstellungen, bzw. frei erfundene "pornographiosche" Texte, in denen sexuelle Handlungen an nach heutiger Auffassung minderjährigen Personen vorkommen - werde ich bald etwa schon dafür eigelocht, dass ich De Sades "Die 120 Tage von Sodom" lese...? Ehrlich, dieser Staat und seine bigotte Scheißmoral, die kotzen mich ganz derbe an - wem oder was soll ich denn damit schaden, indem ich so etwas nur lese oder selber schreibe...? Niemandem! Und diesen Staat immer wieder als "Schutzpatron der Schwachen" schönzureden, solch idiotisches Geschwätz geht mir auch langsam auf den Senkel - denn "schwach", wer ist das...? Doch immer nur der, der gerade nicht das Wohlwollen und den "Schutz" dieses Staates geniesst, sprich Arbeitslose, Asylanten und andere sozial benachteiligte Randgruppen...diese sind nur deshalb "schwach", weil ihnen die Lobby dazu fehlt etwas anderes zu sein, "schwache" Gruppen innerhalb einer Gesellschaft werden erst dazu gemacht - und zwar geschieht dies im Interesse des Staates und des Kapitals selber, Verlierer werden als Sündenbböcke für das Versagen ebenjenes Staates immer wieder benötigt - und denen hilft der Staat ganz bestimmt nicht, aus ihrer zudiktierten Rolle auszubrechen...
moreNun Tsa, dann hab ich dich doch richtig verstanden. Ich wollte nur nicht irgendwas spekulieren was du vielleicht nicht so gemeint hast.

Trotzdem kann ich mich deiner Meinung nicht anschließen. Ich sehe darin eine nicht unerhebliche Gefahr für diese Jungen und Mädchen. Ich denke es ist ein großer Unterschied ob die Jungen und Mädchen Sex miteinander haben oder noch andere - fremde Personen - da mit einbeziehen, was ja bei der Pornografie geschieht. Porno ist nicht Realität. Aber heut zu Tage scheint sich das mehr und mehr zu vermischen. Bei der Vorstellung dass schon Teenager ihren Körper verkaufen, sei es durch Prostitution oder Pornografie steigen mir die Tränen in die Augen. Ich persönlich finde das ganz arg schlimm. Nicht wegen der Gewalt, oder weil ich Pornos schlecht finden würde - ganz im Gegenteil, sondern dass schon in so jungen Jahren dann der Sex ganz und gar öffentlich ist. Dass es keine Entwicklung mehr gibt, sondern nur Tür auf und rein ins harte Leben. Es gäbe dann keinerlei Schutz. Wenn Pornografie Oswald Kolle wäre... Wenn es das nur wäre. Aber es ist hart und kalt und lieblos, schnell und leistungsbezogen, es geht nur um makelose Körper und so weiter. Ich bin nicht dafür Pornos zu verbieten, aber ich bin dagegen, dass man Minderjährige als Darsteller einstellt. Denn dann ist Erpressung und Prostitution Tür und Tor geöffnet.
coma_blackTja, Rauchverbote waren noch nicht genug, jetzt wird die Nation auch von Pornographie bereinigt. Richtig legal war Porno ja noch nie, lediglich geduldet, und nun hat man eine wahre Allzweckwaffe: nach dem Gesetzestext reicht es bereits, wenn auf mich die Darstellerin im neuesten Oma-Pervers einen minderjährigen Eindruck macht, um den Videothekar ordentlich ins Schwitzen zu bekommen.

Letztlich haben wir also der EU sei Dank ein wirtschaftsfeindliches Gesetz mehr, das konsequent angewendet die meisten Videotheken ausmerzen kann. Otto-Normalbürger ist wieder einen Schritt näher am Gefängnis und die kulturelle Vielfalt wird noch mehr beschnitten als ohnehin (was ist denn z. B. mit Texten wie "es war Sommer, ich war 16"? Wie sieht's aus mit Schund wie "Schulmädchenreport" oder Kunst wie "Elfenlied"? Werden jetzt wieder Scheiterhaufen für Bücher errichtet?).

Wie lange dauert es noch, daß endlich mal jemand kapiert, daß dieser ganze Schmuh von Warnhinweisen auf alkoholischen Getränken bis zur staatlichen Online-Schnüffelei, incl. neuer Jugendschutz (ganz toll dabei auch die riesigen Altersfreigaben auf DVDs und Spielen) den Zweck verfolgen, den Bürger für dubiose Zwecke "in den Griff" zu bekommen? Für eine puritanische Brave-New-World, in der inzwischen nicht einmal mehr Platz für Räucherstäbchen ist? In der Musik bestimmte Lautstärken nicht zu überschreiten hat? In der Leute, die sich auf einem Gothic-Board herumtreiben unter Generalverdacht stehen, Gedankenverbrecher zu sein?
Ronin76[QUOTE]Porno ist nicht Realität.[/QUOTE]
Eben doch, denn alle Menschen sind Schauspieler. Offensichtlich sind Pornos auch oft Prostitution, doch wer prostituiert sich heute nicht ? All die "netten" Leute die den ganzen Tag mit einem bescheuerten Lächeln im Gesicht in den vielen Firmen umherwandeln tun auch nichts anderes.

Ich bin der Meinung, daß zB in Deutschland viel zu verklemmt mit Sex umgegangen wird. Die wilden 60er und 70er scheinen hier keine große Wirkung hinterlassen zu haben. Sex gilt immer noch als ein schmutziges Tabuthema. Diese Tabuisierung bringt die Pornoindustrie mal so richtig in Fahrt. Denn daß eine immense Nachfrage bzw ein Bedürfniß nach Sexualtität besteht ist wohl auch offensichtlich. Durch die Verklemmtheit und Frigidität vieler Frauen aber auch mancher Männer können diese Bedürfnisse und Triebe jedoch nicht befriedigt werden, und genau da setzt die Pornoindustrie an.
moremir scheint es so, als würden hier einige hier Hobbyhysteriker sein. Sobald ein neues Gesetz raus kommt wird ein Ach-und-Weh-Thread eröffnet. Sei es damals um das Gesetz mit den Stichwaffen (worum sich ja mittlerweile hier keiner mehr was scheißt) oder jetzt mit dem neuen Jugendschutzgesetz, welches, wie Seneca ja schon bemerkte eigentlich nur eine Angleichung an eurpäische Normen ist. Wer wird hier den eigentlich real eingeengt? Seid ihr alle - die hier so rumheulen - notorische Pornokonsumenten die jetzt Angst haben müssen?
Sorry, also wenn ich bisher in der Videothek einen Porno ausgeliehen hatte habe ich mir dabei nichts gedacht und werde es weiterhin auch nicht. Und wenn ich mir bei Amazon pornographische Lektüre hole, seien dies Romane oder Comics befürchte ich trotz Gesetz nicht, dass mir jemand ans Leder will.

Die gleiche Geschichte war doch dieser Aufschreib mit den Chemikalien. Ich bestelle schon seit Jahren Chemikalien im Internet in größeren Mengen und wurde noch nie behelligt.
Also vielleicht kriegt ihr euch ein bisschen ein. Natürlich will ich euch den Zeter-und-Mordio-Spass nicht verderben, soll ja Leute geben, die brauchen das wie den täglichen Guten-Morgen-Kaffee... :D

P.S. @ Ronin - ich wusste dass die Versklavungsleier wieder kommen wird. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

P.P.S @ Gerade Pornokonsumenten sind oft die Verklemmtesten... Sollte man mal drüber nachdenken... (uuuppsssi, jetzt werden sich wieder welche persönlich beleidigt fühlen - gut nur, dass ich selbst gerne Pornos gucke und noch viel lieber lese...)
Hellscream[QUOTE]geschrieben von Xenomorph
werde ich bald etwa schon dafür eigelocht, dass ich De Sades "Die 120 Tage von Sodom" lese...?[/QUOTE]

Dann gehe ich mit dir in den Knast, ich besitze das Buch.
Das imaginäre Darstellungen von Handlungen die unter Strafe stehen Rechtswidrig sind würde bedeuten das auch Kriminalromane und andere unzählige Dinge illegal wären, sollte so etwas umgesetzt werden werde ich mich auch mein Widerstandsrecht berufen. Es ist gerade zu makaber, da lässt man Millionen durch die „unsichtbare Hand“ des Marktes ermorden und führt einen Krieg nach dem nächsten aber stellt sich bei jeder Mord Darstellung an als sei man ein kleines Schulmädchen.

[QUOTE]geschrieben von more
Seid ihr alle - die hier so rumheulen - notorische Pornokonsumenten die jetzt Angst haben müssen?
[/QUOTE]

Deswegen werden solche experimentellen Gesetzte bevor sie ausgedreht werden, gerade in solchen Bereichen durch geführt. Da man im Notfall auf eben diese Moralischen Totschlag Argumente zurück greift. Du erwartest nicht ernsthaft das sich jetzt jemand vor dir entblößt oder?
coma_blackDiese EU-Norm ist m. E. sehr wohl ein Grund, hysterisch zu werden.

Deutschland war bisher kein verklemmtes Land, aber durch dieses Gesetz werden wir - natürlich nicht gleich, sondern mit viel Geduld und Spucke - amerikanische Verhältnisse bekommen. Laut Gesetzestext kann man theoretisch alle und jeden anzeigen: den Hausmann, der seinen Kleinkindern die Windeln wechselt, die Eltern, die mit den Kids zum FKK-Baden gehen, den Jugendlichen, der seine "aufreizenden" Fotos nicht unter Verschluß hält (Beispiel: zwei Teenager fummeln und machen dabei Bilder von sich - rechtlich haben sie damit Kinderpornographie hergestellt!).

Selbst wenn es nun nicht zu einer Flut von Anzeigen und Prozessen kommen wird (was ich dann bei aller Schwarzseherei auch nicht wirklich glaube), so ist doch ein Trend zu erkennen, sukzessive alles unerwünschte Gedankengut von der Jugend fernzuhalten. Spinnen wir die Vorstellung eines Jugendlichen einmal aus, der wirklich bis zum 18. Lebensjahr nur in der Ganztagesschule herumgesessen hat, gelernt hat, zu "funktionieren", ohne Sex, ohne Tabak und Alkohol und natürlich ohne gesellschaftlich nicht toleriertes Gedankengut (Horrorfilme, Killerspiele, Rockmusik, die eigentlich nur Nietzsche, DeSade, Marcuse, Freud, Schwarze Romantik usw. in etwas leichter verständlicher Form darstellen) - was haben wir denn dann letztlich?

Der gegenwärtige "Jugendschutz" züchtet die Bannerträger einer neuen Form von Totalitarismus heran, vielleicht ohne Armbinden und Halstücher, dafür aber "gesund", asexuell und gehorsam! Gleichzeitig werden die Anhänger des "schmutzigeren", dafür aber spannenderen und auch lebenswerteren Lifestyles mehr und mehr verächtlich gemacht. Wer ist schon gerne ein potentieller Amokläufer und gibt zu, gerne Shooter zu spielen? Wer will schon gerne ein gemeingefährlicher Massenmörder sein, der für 3.301 Passivrauchopfer verantworlich ist? Wer will schon öffentlich Kinderpornographie gutheißen? Wer gibt schon zu, daß er zu dick ist?

Darum wird sich auch niemand finden, der diesem Schwachsinn einhalt gebietet...

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Etwas Off-Topic, wer keine Exkurse mag, sollte nicht weiterlesen ;) :

Als Beispiel für die ständig perfekter werdende Gehirnwäsche unserer Jugend möchte ich diverse Abschlußprüfungen für Hauptschüler erwähnen, die sämtlich darauf abzielten, den Schülern unter Streßbedingungen ideologische Schlagworte einzuhämmern (indem die gesamte Prüfung etwa ausschließlich Aufgabenstellungen zum Thema Wasserverbrauch und -knappheit beinhaltete, inklusive Diagramme mit düsteren Zukunftsprognosen und der Aufforderung, einen informativen Text zum Thema zu verfassen, der Freunde und Familie zum Wassersparen anhalten soll).


Zusatz zum Thema "Pornokonsum":

Solange niemand geschädigt wird, sollte ich konsumieren können, was ich als Erwachsener für richtig halte. Wenn jemand auf volljährige Frauen im Schulmädchenlook abfährt, bitte sehr. Sich über die sexuellen Präferenzen anderer zu erheben zeugt doch lediglich von der eigenen Verderbtheit, ja es entlarvt sich doch gerade derjenige als Schwein, der beim Anblick eines nackten Kindes sofort "Pornographie!" ruft.
Im Falle der Hardcore-Pornographie war nun eine Reglementierung durchaus nötig und auch sinnvoll, um Mißbrauch (auch den von zwangsprostituierten Erwachsenen, um die sich das Gesetz anscheinend weiterhin einen Dreck kümmert) auszuschließen oder zumindest vorzubeugen. Allerdings kann eine Situation, die Mißbrauch lediglich nachstellt nun behandelt werden, als handele es sich um eine reale Situation - es wird hier faktisch genauso verfahren wie bisher mit Splatterfilmen, denen in den entsprechenden Beschlagnahmebeschlüssen dokumentarischer Charakter zugesprochen wird. Daß diese nicht mehr stattfindende Trennung von Fiktion und Wirklichkeit überdies sogar auf Zeichentrick (Mangas) und Literatur ausgedehnt wird, spricht Bände über die mentale Verfassung unserer Gesellschaft bzw. über das Menschenbild des Gesetzgebers.
Cabal[QUOTE]Zitat: more
mir scheint es so, als würden hier einige hier Hobbyhysteriker sein.[/QUOTE]

Und dass man dich scheinends immer weniger ernstnimmt ist zumindest Ein erfreulicher Ausgleich zu den Strapazen eines Rechtsstaatsliebenden Bürgers, der unter Qualen mitansehen muss wie die effiziente Ästhetik gut ausformulierter und durchdachter Gesetze zur Etablierung einer fortschrittlichen und hochpluralistischen Gesellschaft von derart von mit Nachmittagserbrochenem geschriebenen Scheingesetzen und alptraumhaft formulierter Pseudonotwendigkeiten vergewaltigt, zusammengeschlagen und zur Freude der Schadensfreudigen liegengelassen wird.
Danke, lieber Hellscream, für deine kritische Beobachtung und hartnäckige Diskussion der angsteinflößenden innenpolitischen Vorgänge in diesem Land.

MfG
Cabal
moreWir sprechen uns nochmal in zwei Wochen... Solange ist nämlich die Halbwertszeit solcher Threads...
Ich frag mich ehrlich gesagt, warum hier immer die Gleichen lamentieren. Warum wendet ihr euch eigentlich nicht an die Stellen in denen ihr was bewirken könntet? Statt dessen eröffnet man Stammtische und heult und palawert. Gerade du lieber Cabal sitzt doch eigentlich nur auf deinen vier Buchstaben in deinem Kämmerchen und schwingst hier große Reden. Warum gehst du nicht auf die Straße und machst große Politik? Möglichkeiten zu engagieren gibts im Übrigen genug. Und sag jetzt nicht, dass du keine Partei findest die deine Interessen vertreten würde...

Das Gesetz hat sicherlich seine Tücken. Und ich kann einige Einwände auch gut verstehen. Dennoch amüsiert mich das ewig gleiche Rad hier.

[QUOTE]...der unter Qualen mitansehen muss wie die effiziente Ästhetik gut ausformulierter und durchdachter Gesetze zur Etablierung einer fortschrittlichen und hochpluralistischen Gesellschaft von derart von mit Nachmittagserbrochenem geschriebenen Scheingesetzen und alptraumhaft formulierter Pseudonotwendigkeiten vergewaltigt, zusammengeschlagen und zur Freude der Schadensfreudigen liegengelassen wird.[/QUOTE] Wobei ich dir in diesem Absatz absolut beipflichten kann. Der Gesetzestext ist wirklich schwammig. Doch wir wissen auch alle, dass bei einer Neuentwicklung eines Gesetzes viel Zeit verstreicht bis alle Eventualitäten berücksichtig wurden. Aber was erzähl ich da... Alles schon mal gesagt. Zum tausendsten und abertausendsten Male...
Xenomorph[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
[B]mir scheint es so, als würden hier einige hier Hobbyhysteriker sein. Sobald ein neues Gesetz raus kommt wird ein Ach-und-Weh-Thread eröffnet. Sei es damals um das Gesetz mit den Stichwaffen (worum sich ja mittlerweile hier keiner mehr was scheißt) oder jetzt mit dem neuen Jugendschutzgesetz, welches, wie Seneca ja schon bemerkte eigentlich nur eine Angleichung an eurpäische Normen ist. Wer wird hier den eigentlich real eingeengt? Seid ihr alle - die hier so rumheulen - notorische Pornokonsumenten die jetzt Angst haben müssen?
Sorry, also wenn ich bisher in der Videothek einen Porno ausgeliehen hatte habe ich mir dabei nichts gedacht und werde es weiterhin auch nicht. Und wenn ich mir bei Amazon pornographische Lektüre hole, seien dies Romane oder Comics befürchte ich trotz Gesetz nicht, dass mir jemand ans Leder will.
[/B][/QUOTE]

So läuft das leider immer - die Leute vergessen schnell in der heutigen Zeit - und das ist das Problem - zum Denken ist ja auch nicht viel Zeit geblieben - dank des einzigen heute noch verbliebenen Lebensinhaltes, nämlich Arbeit, Arbeit, Arbeit...ja, dieses absurde Waffengesetz ist längst Schnee von gestern, kein Hahn kräht mehr danach und der von allen innig geliebte Staat ist noch immer die Henne, die goldene Eier legt...wenn morgen ein Gesetz herauskäme, das die Zwangskastration von Homosexuellen ermöglichte, würden zwar sofort wieder ein paar halbherzig- empörte "buh"-Rufe ertönen, doch ein paar Wochen später wäre Gras über die Sache gewachsen, man kehrt zur "Normalität" zurück, "business as usual" ist angesagt, der Alltag (der alltägliche Wahnsinn vielmehr) holt einen wieder ein, wie man sagt..."man hat schliesslich wichtigeres zu tun"...denn wer erleidet irgendeinen feststellbaren "Schaden" dadurch, dass ich "pornographische" Literatur oder Filme Konsumiere...? Bei Filmen mit realen Menschen als Akteuren - nun ja, da mag ja manches zu beanstanden sein, abzulehnen ist und bleibt jegliche "Pornographie" jedoch für mich nur dann, wenn die Darsteller in Filmen/Videos, etc., zur Teilnahme an derlei Produktionen genötigt werden...doch dieses Gesetz greift ja eindeutig viel weiter: dass auch gänzlich imaginäre Darstellungen wie beispielsweise in der Literatur dabei aussenvor bleiben, ist keinesfalls auszuschliessen, nach meinem Verständnis der Dinge...

Man hat schliesslich "wichtigeres" im Kopf als sich Gedanken darüber zu machen, warum eigentlich wildfremde Menschen verbindliche "Rechtsurteile" über die eigenen Vorlieben und die eigene Befindlichkeit sich anmassen dürfen - denn der Staat braucht zwar Menschen, die er mit immer neuen Gesetzen drangsalieren kann, aber den Staat braucht umgekehrt kein Mensch...ich und jeder andere auf der Welt könnten sehr gut ohne ihn leben, Produktion und Verteilung von Gütern könnten auch - und zwar besser - ohne ihn bewerkstelligt werden, und Interessenkonflikte zu lösen ist auch ohne Zwang, Herrschaft und Einschüchterung möglich - und zwar einzig und allein auf diesem Wege...und die meisten dieser Probleme, die der Staat mit irgendwelchen Gesetzen zu lösen sich erhofft sind ohnehin Scheinprobleme, die entweder nicht da sind oder von ihm selbst erst zu Problemen erklärt worden sind...hinter jedem Gesetz stehen allemal wirtschaftliche Interessen und damit auch Interessengruppen, und so bleibt bei jedem Gesetz zu fragen, welche das im speziellen sind. Denn ohne jeden Grund werden auch keine neuen Gesetze fabriziert...auch hier verbirgt sich eine ganze Industrie, bzw. ein Industriezweig, der davon profitiert, denn: Je mehr Gesetze es gibt und desto meschuggener diese ausfallen, desto mehr Beschäftigung gibt es für die staatliche Bürokratie und die von ihr abhängige Peripherie, das in die tausende gehende Heer der Juristen und Beamten, die von dieser durch immer mehr und immer absurdere Gesetze immer komplexer und unübersichtlicher werdenden Bürokratie leben wie Gott in Frankreich...diese sind für mich die wahren "Sozialschmarotzer", wenn dieser unschöne Begriff überhaupt irgendwo passend ist, so ist er es hier...der Staat, le grand masturbateur, die große Selbstbefriedigungsmaschnine verschafft sich hier selber die Arbeitsplätze und deren Rechtfertigung gleich mit...die erste Abhilfe wäre jedoch einfach: man setze all die gelehrten Korinthenkacker von Juristen und Polikern, die solche Gesetze ers(p)innen oder von ihrer Existenz leben, an die frische Luft, versetze sie schlicht und einfach in die Rolle der Arbeitslosen, damit sie sich deren Lebenslage, über die sie ja immer so genau Bescheid wissen wollen und lauthals ihr "Wissen" kundtun - damit sie endlich einmal erfahren, wie die Lebenslage jener Menschen tatsächlich beschaffen ist, über die sie sich ja sonst immer "verbindliche Rechtsurteile" abzugeben anmassen...ja, und dann drücke man ihnen endlich einmal Spaten und Pflugschar in die Hand, und lasse sie endlich einmal zehn bis sechzehn Stunden am Tag "sinnvoller" Arbeit nachgehen, die Felder umpflügen und ansstelle des Volkes die Kühe melken - ja Ferien auf dem Bauernhof für alle Bonzen - das wäre mal ein gescheiter Anfang...
OdessaMore, aber Du schreibst Doch auch hier und eröffnest threads zu Themen über die Du reden willst - dafür ist man doch auf einem Forum. Und Du hast auch hier geantwortet, also wieso sollten das Andere nicht auch dürfen ohne sich dafür als "Hysteriker" und "Rumheuler" betiteln lassen zu müssen ;-).

Ich bin hier der Meinung wie hellscream und der Anderen die schrieben, vor allem Tsafried hat es sehr sachlich logisch auf den Punkt gebracht. Und auch ich lasse mir ungern verbieten, weiterhin z. B. meine erotischen Geschichten mit Vergewaltigungs-Szenarien, Blut-Mord-Fantasien und sonstigen Bukowski-aliken Szenen zu schreiben und für ausgewählte Leser (alle über 18) zu veröffentlichen. Nach diesem Gesetz mache ich mich aber allein schon dadurch strafbar daß ich diese "imaginären" (in der Fantasie) spielenden Dinge schildere, wenn ich diesen schwammigen Text richtig verstanden habe.

Und nur darüber reden wir - über dieses Gesetz und was wir davon halten. Für sowas ist das Subforum Kaiser laut seiner Beschreibung da, von wegen "was regt Euch auf, worüber möchtet Ihr Dampf ablassen". Wenn wir Alle nur noch über Dinge reden oder uns im virtuellen Raum ärgern dürften, wenn wir im realen Leben alle Politiker, Tierschützer, Kinderpornobekämpfer, Waffenträger, schwule Adoptionswillige oder "Die Linke/NPD"-Wähler sind, wäre das Forum leer und Matthias könnte es dichtmachen weil: wir sind alle im realen Leben Kanzler geworden (hey - endlich kapier ich den Satz "DU bist Deutschland" und "Wir sind Papst" *g*). Ich versteh was Du meinst von wegen "nicht nur schwafeln, auch was tun" - sehe ich auch so wie Du weißt. Nur: trotzdem meckert man doch mal und tauscht sich aus, hört sich anderer Leute Meinungen an und läßt Dampf ab. Ich mach es nur noch selten hier in Diskussionsthreads mittlerweile, weil ich real auch lieber aktiv werde und es seit Jahrzehnten auch bin... aber manchmal ist es nicht verkehrt, sich gerade über das internet kurzzuschließen und Leute somit auch zu mobilisieren :-).

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Sei es damals um das Gesetz mit den Stichwaffen (worum sich ja mittlerweile hier keiner mehr was scheißt)
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Mea maxima culpa - sorry, daß ich immer nur 3-4 Beiträge und immer nur dann, wenn ich (wie heute) ausnahmsweise nach Monaten mal wieder viel Zeit am Rechner verbringen kann, zu einem Thema schreibe und nicht noch nach Jahren immer wieder täglich dazusetze "Im Übrigen finde ich immer noch, daß es eine Schweinerei ist daß man mir auf Mittelaltermärkten meinen Dolch verbietet, während jemand mit einem 8 cm Messer rumlaufen darf". Macht doch aber keiner von uns, wäre auch nicht im Interesse des Forums und seiner Aktualität ;-)
OdessaLaut Gesetzestext kann man theoretisch alle und jeden anzeigen: den Hausmann, der seinen Kleinkindern die Windeln wechselt, die Eltern, die mit den Kids zum FKK-Baden gehen,
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Genau das ist der Punkt. Was glaubst du wie viele völlig verunsicherte Väter ich schon vor Jahren in meiner Arbeit beim Jugendamt erlebte, die mir sagten: "Ich traue mich schon gar nicht mehr, meine Tochter auf den Schoß zu nehmen, weil ich sofort schief angeschaut werde oder das Tuscheln besorgter Supermammis beginnt die mich auf dem Spielplatz vermutlich als perversen Kinderschänder ausmachen". Wenn es schon so weit ist, daß sich Eltern nicht mal mehr unverkrampft und normal zärtlich zu ihren Kindern sein trauen nur weil einige hysterische Moralapostel und Hobby-Schnüffler hinter allem und jedem gleich "Kinderpornographie, Kindsmißbrauch" oder sonstwas Kriminelles vermuten, hört sich für mich der Spaß auf. Und all diesen selbstgerechten bornierten Hobby-Falschparkeraufschreibern und Else Klings, die nichts Anderes zu tun haben außer im Leben ihrer Nachbarn rumzuschnüffeln, spielt dieses Gesetz in die Hände.

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Spinnen wir die Vorstellung eines Jugendlichen einmal aus, der wirklich bis zum 18. Lebensjahr nur in der Ganztagesschule herumgesessen hat, gelernt hat, zu "funktionieren", ohne Sex, ohne Tabak und Alkohol und natürlich ohne gesellschaftlich nicht toleriertes Gedankengut (Horrorfilme, Killerspiele, Rockmusik, die eigentlich nur Nietzsche, DeSade, Marcuse, Freud, Schwarze Romantik usw. in etwas leichter verständlicher Form darstellen) - was haben wir denn dann letztlich?
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Die Horrorvision eines Filmes, dessen Titel ich vergessen habe... es war furchtbar, da ging es um Frauen die von ihren Männern "umoperiert" worden waren, zu gefügigen netten dummdoofen niedlichen Püppis, die natürlich absolut treu, ergeben, unterwürfig und gaaanz toll im Backen und Kochen und Kinderkriegen waren. Mensch wie hieß das Ding nochmal, "Die Frauen von..." irgendwas. Das war ein schlimmerer Alptraum als Mariah Carey singen zu hören. Ich glaube, das war der Tag an dem ich erstmals einen Schluck Whisky trank.

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Wer will schon gerne ein gemeingefährlicher Massenmörder sein, der für 3.301 Passivrauchopfer verantworlich ist?
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Wer will schon gerne vom 3.302 Passivraucher, der die Schnauze voll hat von egomanischen Rauchern, eins aufs Maul kriegen und das dann aber auch wie ein Mann einstecken können und sagen "okay, Du hast AUCH Dein Recht auf Deinen lifestyle und Genuß" ;-)? - Bei dem Thema kommen wir beide nie zusammen, aber dieses Blutvergießen gehört hier nicht her *G*....

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Wer gibt schon zu, daß er zu dick ist?:D
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Ich ich ich :D! Ich bin arabisch-Rubens! Und ich freue mich schon jetzt darauf, dem Politiker der auf die kranke Idee kommen sollte, alle Menschen die nicht nur 65 kg bei 175 cm Größe wiegen mit einem Krankenkassenzuschlag zu belegen, ganz gepflegt meine 84 kg auf 175 cm sowas von unter die Nase zu reiben daß der Heidi Klum für eine mutierte Miniwachtel hält :D
coma_blackDer Film heißt Die Frauen von Stepford (und bitte nicht das Remake anschauen) ;)

Außerdem empfehle ich noch das Buch "Wir" von Jewgenij Samjatin. Hier hat sogar Orwell abgekupfert, und vor allem Zahlenmenschen und Statistikfans kommen darin sehr schlecht weg...


edit: und auch Odessa wird, wenn es einmal soweit ist, brav die dem BMI-entsprechende Menükarte in der rauch-und musikfreien Systemgastro-Kantine (natürlich alles hübsch steril) studieren und die angemessene Diätnahrung zu sich nehmen, wollen wir wetten?
Dasselbe habe ich nämlich bei zahllosen Rauchern erlebt, die herumtönten "nie gehe ich raus!" und ebenso wird es jetzt mit den Pornoguckern laufen. Da wird jetzt der PC verschlüsselt und man surft mit Proxy, man hofft und betet, daß es einen selber nicht erwischen wird, und das war's dann. Öffentlich werden sich noch weniger Leute als bisher als FKKler oder sonstwas abartiges outen, das Klima wird noch verklemmter und bald haben wir das nächste tolle Gesetz, über das dann fünf Minuten diskutiert wird.

Nothing's going to Change the World...

Naja, noch bin ich ja da
HellscreamDas schlimmste ist das solche Gesetzte absolute Konformität erzwingen. Weil es könnte ja alles was nicht hundertprozentig in die Moral der absoluten Mehrheit eingebettet ist illegal sein und geahndet werden. Deswegen vermeidet man direkt alles das was strittig sein könnte, beziehungsweise was dem erzkonservativen Staatsanwalt verächtlich sein könnte. Gerade weil es in der verschärften sozialen Situation im Land teilweise einem Selbstmord gleichkommt Konflikte nicht zu umgehen sondern Flagge zu zeigen, möglicherweise in das Gefängnis zu gehen für seine Überzeugungen, ich werde keines meiner geliebten Bücher verbrennen.

coma_black drückt genau das aus was ich befürchte. Einen pädagogisch absoluten Zugriff auf die Jugend. In der Pädagogik sehe ich zunehmend Kritisch, wie der Philosophische Anteil, also auch der jenige Anteil der Pädagogik die Mündigkeit verlangt. Zunehmend in den Hintergrund gerät und verdrängt wird von rein Naturwissenschaftlichen Ansätzen, die den absoluten Zugriff auf die Jugend im Rahmen der uneingeschränkten Leistungsverfügung stellen. Deutschland baut an Strukturen welche dazu führen könnten, das wir uns Genrationen heran züchten die absolut konform geht und gerade Wegs in den Totalitarismus laufen könnte.

[QUOTE]geschrieben von more
Ich frag mich ehrlich gesagt, warum hier immer die Gleichen lamentieren.[/QUOTE]

Ich sehe es als meine Pflicht an die Diskussion nicht sterben zu lassen. Ich sehe es als meine Pflicht an alle Möglichkeiten zu Nutzen meine Perspektive dazu legen. Ein Stück Bewusstsein schaffen ein ganz kleines nur aber immer hin. Ein Beitrag bewirkt nicht viel gibt es tausende legt das vielleicht die Grundlage für mehr. Wenn ich meine Perspektive nur einer Person nahe bringe ist das nicht Weltbewegend, aber diese Person wird die Perspektive vielleicht weiter tragen. Und ich spreche nicht nur mit einer Person, ich binde Grundsätzlich meine Umgebung in meine Gedanken mit ein.

"Die Stimme des Intellekts ist leise, aber sie ruht nicht, ehe sie sich Gehör geschafft hat. Am Ende, nach unzählig oft wiederholten Abweisungen, findet sie es doch. Dies ist einer der wenigen Punkte, in denen man für die Zukunft der Menschheit optimistisch sein darf." Sigmund Freud
coma_black@Hellscream:

Die Jugend wird gegenwärtig nur noch für die Interessen der Wirtschaft zugerichtet, der Bildungsplan für Baden-Württemberg zieht nicht einmal ansatzweise in Betracht, daß der eine oder andere Schüler sich später einmal selbständig machen könnte.
Durchmengt wird unsere Schulbildung dafür mit jeder Menge Öko-Ideologie und pseudochristlichem Gutmenschentum. Tja, da wird immer über Werteverfall gejammert, dabei ziehen wir gerade eine heuchlerische Bande von Duckmäusern heran!
Odessaedit: und auch Odessa wird, wenn es einmal soweit ist, brav die dem BMI-entsprechende Menükarte in der rauch-und musikfreien Systemgastro-Kantine (natürlich alles hübsch steril) studieren und die angemessene Diätnahrung zu sich nehmen, wollen wir wetten?
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Da kannst Du Deinen letzten Aschenbecher drauf verwetten daß dem nicht so sein wird - sind wir in etwa gleich alt, daß wir das zusammen erleben und ich meinen Wettgewinn von Dir einfordern kann (ich steh sehr auf Silber zur Zeit)? Ich werde erst dann Diät essen wenn mein Arzt mir stichhaltig beweisen kann, daß irgendwas an meinem Körper deswegen kaputt geht weil ich keine 65 kg wiege. Oder wenn ich mich selbst nicht mehr wohlfühle aus Gründen immer. Ich werde niemals irgendetwas an mir ändern, nur weil irgendwelche Gesetze besagen daß "jemand der so viel wiegt wie Sie nach heutigem Statistikstand für gewöhnlich 0,05% eher erkrankt/stirbt" etc. ;)
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i]
[B]
Spinnen wir die Vorstellung eines Jugendlichen einmal aus, der wirklich bis zum 18. Lebensjahr nur in der Ganztagesschule herumgesessen hat, gelernt hat, zu "funktionieren", ohne Sex, ohne Tabak und Alkohol und natürlich ohne gesellschaftlich nicht toleriertes Gedankengut (Horrorfilme, Killerspiele, Rockmusik, die eigentlich nur Nietzsche, DeSade, Marcuse, Freud, Schwarze Romantik usw. in etwas leichter verständlicher Form darstellen) - was haben wir denn dann letztlich?
-[/B][/QUOTE]Was hast Du denn gegen mich...???
Ich wurde doch auch erst mit 19 aus dem Internat herausgelassen.
Die Heimregeln besagten ganz klar: Kein Fernsehen, kein Alkohol, kein Rauchen, Keine Drogen und kein Sex. All dieser Kram wird auch schlicht überbewertet.

Stattdessen habe ich ein Instrument erlernt, zwei Frendsprachen zusätzlich, 8 Stunden Sport pro Woche Rafting Touren, Segeltörns auf Dreimastern, Bergsteigen und Theaterbesuche.

Was für ein Horror für unsere heutigen Jugend.
OdessaMein lieber Seni, es ehrt mich ungemein daß Du wieder sprichst mit mir *G* - aber wenn Du schon mich zitierst, dann bitte auch wirklich mich. Denn das habe ich nicht geschrieben sondern coma black. Und wir mögen vielleicht rhetorisch ähnlich klingen, aber noch sind wir nicht eine Einheit ;).

Ich weiß nicht woraus Du entnimmst, daß ich gegen Bildung, Theaterbesuche oder Sport bin. Du kennst doch mein Leben: ich bin die, die noch nicht mal one night stands hatte, geheiratet hat bevor sie mit einem Mann ins Bett ging, nicht raucht und bis vor kurzem noch nicht mal einen Schluck Whisky getrunken hat. Und die, wie more, es traurig findet daß viele Jugendliche heute Sex nur noch als etwas lieblos Ordinäres, mit Gewalt und Verrohung verbunden, zu empfinden scheinen. Aber das kann weder ein Pseudo-Schutzgesetz ändern noch hat es was damit zu tun, ob Kinder fernsehen durften oder mit 14 Sex hatten. Ich habe mit 14 geheiratet, hatte somit Sex und wage zu behaupten daß mein Lebenswandel sich nicht als "pervers" bezeichnen läßt ;-). Ich habe auch Fernsehen und finde es toll, als finanziell doch eher schlechtgestellte Person wenigstens dadurch die Möglichkeit zu haben, mir die Teile der Welt die ich auch aufgrund chronischer Krankheiten leider nie werde besuchen können, durch interessante Reiseberichte quasi ins Haus holen zu können, historische Dokumentationen, wissenschaftliche Sendungen, aktuelles Zeitgeschehen "vor Ort" aus aller Welt ansehen zu können und, wenn mir mal nicht nach Lesen, "draußen" aktiv sein, mit einer Partei die Welt zu verbessern zu versuchen oder nach Gesprächen mit Freunden ist, einen ruhigen Film-Abend einlegen zu können wo ich mir mich von Schmerzen und Sorgen ablenkende Filme zu Gemüte führe.

Es ist, wie bei Allem im Leben, die Mischung und die Dosis. Ich habe meiner Tochter nie etwas wirklich verboten, sondern habe mit ihr alles besprochen und ihr die Fürs und Widers dargelegt. Ich habe meine Tochter geschützt und sie umsorgt und bewacht wie meinen Augapfel - aber Gott steh mir bei ich habe mir nie angemaßt, mein Kind als "unfertiges Wesen" zu sehen das kein Recht hätte auf seine eigenen Erfahrungen und vor allem seine eigene Meinungsbildung. Liebe heißt auch, Vertrauen zu haben. Vertrauen heißt, daß ich meinem Kind so viel Respekt entgegenbringe, daß ich ihm mit wachsendem Alter Eigenverantwortung übertrage und es selbst entscheiden lasse. Ich habe kein Recht, mein Kind als meinen "Klon" zu betrachten den ich nach meinen Vorstellungen zu formen habe, mein Kind ist ein eigenständiges Lebewesen, das ich lieben, aufziehen und dann in die eigene Welt zu entlassen habe. Wenn ich das mache und meinem Kind vorlebe, wie man mit Erotik, Drogen, Medienkonsum und den sonstigen Schönheiten dieser Welt umgeht (denn auch "Drogen" - Schokolade, feines Essen, Alkohol und Tabak in MAßEN - sind Genuß und Schönheit), dann wird dieses Kind eben nicht

- mit 14 auf dem Strich landen
- mit 15 hardcorepornos von sich ins netz stellen
- mit 16 den ersten Heroinentzug hinter sich haben
- mit 18 auf dem German gothicboard landen in seltsamer WGT-Kleidung ;-)

Es ist die Verantwortung der Eltern, ihren Kindern Ideale wie Selbstbewußtsein, Selbstvertrauen und das Vertrauen in die EIGENE Ethik und "das ist schlecht für mich, das ist gut für mich"-Entscheidungsfähigkeit mitzugeben, es ihnen vorzuleben. Es ist NICHT Aufgabe eines Staates, seine erwachsenen Bürger zu potentiellen "Kinderschändern" zu erklären mittels schwachsinniger Gummiparagraphen, nur weil einige Eltern versagt haben und sich um ihre Kinder kein Stück kümmerten.

:cool: Und daß die aus dem Internat die schlimmsten Finger sind, die später dann doppelt und dreifach alles nachholen was sie vorher versäumten, muß ich Dir Frauenschwarm und Schwerenöter doch sicher nicht erzählen, ich stamm ja auch aus einer ehem. Klosterschule ;-).
moreIch wollte eigentlich nichts mehr schreiben, aber Odessa hat mir ziemlich deutlich gezeigt, dass ich mich wohl ziemlich missverständich ausgedrückt habe. Drum versuche ich mal mein Geschreibsel kurz und bündig so zu fassen, dass man auch meinen Gedanken dahinter versteht:

Ich persönlich halte von diesem Gesetz auch nichts - ich denke jedoch, dass in gewisser Weise ein durchaus nachvollziehbarer Kern darin steckt, und hier wirklich versucht wird einen gewissen Schutz zu bieten, der vorher noch nicht da war. Rein oberflächlich betrachtet könnte ich der selben Meinung sein wie Cabal, Hellscream und die Anderen. Aber ich meine oberflächliche Betrachtung genügt einfach nicht.

Ich bin der Meinung, dass jammern und lamentieren in diesem Fall - und auch in anderen Fällen - nichts bringt, sondern ich mich freuen würde, hier mal konkrete Vorschläge zu finden was man hätte anders machen können, bzw. WARUM genau dieses Gesetz unnötig ist.

Ich möchte niemanden verbieten Threads aufzumachen um auf politische Misstände hinzuweisen. Ich finde das wichtig und richtig. ABER da sich diese Diskussionen scheinbar immer wieder im Kreise drehen und im Prinzip nur den Inhalt haben: "Der Staat ist böse und wir sind ganz arm und können daran nichts ändern.", möchte ich auch ein Recht darauf haben der Meinung zu sein, dass Handeln in diesem Fall richtiger und effizienter wäre als immer wieder die selbe Leier runterzubeten.

Ich bin absolut gegen die Beschneidung von Kunst! Und Pornographie gehört für mich dazu. Pornographie ist ein stilistisches Ausdrucksmittel, welches gerade in der Literatur zwingend notwendig ist. Aber die Reduktion von Pornographie auf Filme finde ich nicht gut. Und ich finde es nicht gut - auch nicht in der Literatur, wenn man sich dabei auf Minderjährige konzentriert mit der Begründung: Tut denen doch nichts - ist ja nur Fiktion. Ich persönlich sehe darin eine Gefahr. Ich bin zwiegespalten ob ein Verbot etwas bringt. Das mag meine Geschmackssache sein. Und vielleicht geht da bei mir die Fantasie durch. Aber ich habe nunmal real mit Kindern in diesem Alter zu tun, und der Gedanke daran würgt mich richtig. Ich bitte darum mir das auch mal nachzusehen, dass die Vorstellung dass sowas überall zu kaufen wäre ein Greuel ist. Ich denke es gibt andere stilistische Mittel in der Kunst. Da brauche ich nicht auf Minderjährige zurück greifen müssen. Und ich spreche da ausschließlich von Hardcore.

So, ich hoffe nun habe ich mich deutlich genug ausgedrückt.
Odessaedit - more: "schon geklärt" im wie immer noch am besten direkten Gespräch;-).

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Ich bin zwiegespalten ob ein Verbot etwas bringt. Das mag meine Geschmackssache sein. Und vielleicht geht da bei mir die Fantasie durch. Aber ich habe nunmal real mit Kindern in diesem Alter zu tun, und der Gedanke daran würgt mich richtig.
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Alles verständlich und geht mir nicht anders. Aber die Kinder zu schützen vor sowas ist eine Sache - in blindem Aktionismus Gesetze zu erlassen oder zu verschärfen, die "auf alles und jeden auf Verdacht hin" anwendbar sind und unbescholtene Bürger zu Kriminellen stempeln, dient weder den Kindern noch einem Rechtsstaat. Nur das wollte ich zum Ausdruck bringen :)
coma_blackDieses Gesetz war natürlich notwendig. Vom Kerngedanken her geht es ja darum, auch Jugendliche davor zu schützen, sexuell ausgebeutet zu werden durch Prostitution / Pornographie.

Ärgerlich daran ist aber die unglaublich schlampige Formulierung, die das Ganze zur reinen Farce werden läßt. Im Wortlaut können nämlich sogar die Mitwirkenden in solch einem Jugendporno strafrechtlich verfolgt werden - eine beispiellose Verhöhnung der Opfer sexuellen Mißbrauchs.
Die nicht stattfindende Trennung von Fiktion und realem Geschehen ist dann eben noch das Sahnehäubchen obendrauf.


Zu Seneca: Ich habe nichts gegen Leute aus Internaten oder Klosterschulen, jedoch bin ich der Meinung, daß diese Institutionen teilweise sehr seltsame Lebenseinstellungen vermitteln (gilt allerdings auch für Waldorfschulen usw. sowie die "klassischen" Schulformen, Beispiele weiter oben). Ich musste anno 1997 schon aufgrund meiner Vorliebe für Horrorfilm und -literatur mehr als einen kritischen Blick ertragen und es enttäuscht mich, daß wir in dieser Hinsicht nicht endlich liberaler werden, sondern daß sich nach und nach (durch Leute aus meiner Generation wie z. B. Sabine Bätzing) eine Art Neo-Biedermeier etabliert. Dieser gesellschaftliche Verdrängungsmechanismus wird sich zwangsläufig verheerend auswirken, es war beispielsweise gerade die sehr sittenstrenge und obrigkeitshörige Erziehung im Kaiserreich und der KuK-Monarchie maßgeblich für die Kriegsbegeisterung zu Anfang des Ersten Weltkriegs verantwortlich, weil man sich erhoffte, so endlich mal die Sau rauslassen zu können (was Deutsche Soldaten dort in Belgien und Nordfrankreich mit Frauen angestellt haben ist in seiner Grausamkeit bis heute noch nicht gänzlich erfasst, die Bosnien-Vergewaltigungen sehen daneben jedoch zahm aus).
Man kann die Bedeutung von Sex natürlich überbewerten wie manche Freudianer, aber die Tatsache, daß eine "funktionale" Gesellschaft davon profitiert, wenn sexuelle Energie in Arbeit transformiert wird, liegt auf der Hand - darum sind gewisse Tabus und Anstandsregeln sinnvoll. Mit diesem neuen Gesetz in der vorliegenden Form wird jedoch einer Transformation in rohe Gewalt Vorschub geleistet und gleichzeitig ein paranoides System, in dem selbst die Opfer noch Täter sind und jeder unter Generalverdacht gestellt wird geschaffen. Bei der Vorstellung, daß all dies vielleicht sogar gewollt sein könnte, wird mir speiübel, denn es passt in das Konzept, daß die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise Auslöser der Kriege von Übermorgen sein wird...
moreNun, das direkte Gespräch mit Odessa hat mir auch gezeigt, dass ich von Anfang an das Gesetz von einer anderen Sichtweise heraus betrachtet habe und daher hier einiges Geschriebene falsch interpretiert habe. Ich wollte nochmal abschließend sagen, dass ich niemanden beleidigen wollte. Nur aus meiner Sicht heraus haben mich manche Äußerungen von Usern hier ziemlich erschreckt - da einfach fehlinterpretiert. An dieser Stelle bitte ich um Verzeihung, diejenigen die es betrifft wissen hoffentlich dass sie auch gemeint sind.

Nun wieder zur Sache. Ich denke, dass das Gesetz dennoch den Begriff Pornographie als solchen verwendet. Und was Pornographie ist lässt sich ziemlich klar umschreiben. Es wird für Teenager sicher nicht verboten sein sich beim Sex zu filmen oder neckische Fotos von sich zu schießen. Jedoch ist die Auswirkung dann vielleicht jene, dass zum Beispiel Forenbetreiber nach diesem Gesetz solche Bilder und Videos von ihren Plattformen nehmen müssen. Und da frage ich mich, wem das schaden würde?
Cabal[QUOTE]Zitat: more

Warum wendet ihr euch eigentlich nicht an die Stellen in denen ihr was bewirken könntet?[/QUOTE]

Das würde ich ja, aber dann würde ich umgehend in den Knast wandern.

[QUOTE]Statt dessen eröffnet man Stammtische und heult und palawert.[/QUOTE]

Das ist kein Stammtisch sondern ein Fingerzeig auf unsere Gesetzgebung und die Gesinnung unserer Volksvertreter. Das einige diese sogar noch befürworten ist ja der Grund, warum solche Gesetze mit der breiten Akzeptanz der Masse entworfen und abgenickt werden können. So funktioniert nämlich eine Demokratie, werte more. Wo man sich also hinwendet wenn es darum geht etwas zu bewirken ist dann wo? Vorausgesetzt man hat noch einen Sinn für Demokratie?

Andererseits kann ich ja, wie gesagt, auch einen gewaltsamen Umsturz einleiten und eine Diktatur einrichten oder mich einer Lobbyistengruppe anschließen und auf den Willen des Volkes so scheißen wie unsere jetzige Politik auch, wenn Sie das mehr begeistert. Meine Gesinnung ist das jedoch nicht.

[QUOTE]Gerade du lieber Cabal sitzt doch eigentlich nur auf deinen vier Buchstaben in deinem Kämmerchen und schwingst hier große Reden.[/QUOTE]

Woher wollen Sie denn wissen, was ich mache?
Speichelleckerisch an der Kriminalisierung unschuldiger Bürger arbeiten tue ich jedenfalls nicht.

[QUOTE]Möglichkeiten zu engagieren gibts im Übrigen genug. Und sag jetzt nicht, dass du keine Partei findest die deine Interessen vertreten würde...[/QUOTE]

Die gibt es aber tatsächlich nicht. Das liegt vielleicht darin, dass ich mir weit mehr Gedanken um die Programme der auswählbaren Parteien mache. Kurzzeitig lassen sich da mit einigen zwar vorrübergehende Lösungen erreichen wie bei der Piratenpartei, die innerhalb kürzester Zeit widerrum wieder andere Probleme verursachen werden. Es liegt ausserdem nicht in meinem Interesse mich wiederrum als demokratischer Aktivist einer demokratiefeindlichen Partei anzuschließen, die in ihrem Programmen und Meinungen auf die Meinungen der anderen Menschen verzichten. Ich richte mich da lieber an Plattformen die mir sachgerecht vermitteln, was die wirkliche Denke der Bevölkerung ist.

Und zuguterletzt frage ich mich, wie man sich so ignorant anmaßen kann zu behaupten, derartige Threads würden nur als Heulplattform missbraucht werden wenn sie, wie in diesem Beispiel, gut aufzeigen, wie der Durchschnitt zu solchen Themen denkt, und man diese Ergebnisse auch verwerten kann.

Ihr Horizont ist bemitleidenswert beschränkt, werte more, und das ergibt wohl auch ihre reichlich primitive Stellung zu derartigen Themen.

Guten Abend
Cabal
coma_blackInternetforen sind (wie Stammtische auch) ein Mittel, sich innerhalb einer bestimmten Gruppierung auszutauschen. Der real meßbare politische Einfluß dieses Boards dürfte wohl eher gering sein - trotzdem ist es EINE Möglichkeit, die eigene Position klarzumachen, Überschneidungen und Differenzen innerhalb der "Szene" auszuloten usw.

Sich in einer Partei zu engagieren ist übrigens auch wieder nur EINE Möglichkeit, und nach einigen Jahren Mitgliedschaft bei der FDP kann ich aus Erfahrung sagen, daß sich auch in einer Partei nicht so einfach etwas großartiges bewegen läßt - man braucht viel Zeit und einen langen Atem. Den hatten all die Verbotsbefürworter, die gegenwärtig triumphieren, viele Kampagnen, die jetzt endlich Früchte tragen, laufen schon seit 20 und 30 Jahren. Das sind Relationen, in denen die vergnügungssüchtigen Partymacher der Nach-68er-Generationen gewöhnlich nicht denken, darum funktioniert auch die Überrumpelungsstrategie, mit der z. B. in Großbritannien ein perfekter Überwachungsstaat aufgebaut wird, so hervorragend: während man noch über das neueste Gesetzt staunt, wird schon das nächste geschrieben.

Vollstrecker dieser Rückkehr zum staatlich überwachten Calvinismus ohne Jenseitsversprechen sind all die Strebertypen, die man in der Disco nicht haben wollte und die darum Zeit hatten, Soziologie, Pädagogik oder Politikwissenschaften zu studieren, sich schon früh in bei den Jusos oder der Jungen Union hochzuschlafen, usw. Sie können nun endlich einer pluralistischen und daher unübersichtlichen Gesellschaft "Sinn" verleihen, und da kaum noch jemand Foucault liest, sind die Widersprecher dünn gesät und leicht als Spinner abgetan.


Ich bin daher inzwischen dazu übergegangen, auf so vielfältige Art und Weise wie möglich mein Gedankengut unter die Leute zu bringen (und mich natürlich auch mit dem Denken der Anderen auseinanderzusetzen), denn nur in der Gesamtheit von Forenschreiben, politischer Tätigkeit usw. usf. läßt sich mit kleinen Schritten etwas greifbares bewegen - nur nicht ungeduldig werden...
XenomorphÜberhaupt nichts wird sich verändern - Parteipolitik ist Käse und Zeitverschwendung, alle Parteien vertreten inzwischen ein- und denselben Mist, keine davon entspricht mehr dem, was für mich wünschenswert wäre...überall dieselbe verklemmte Moral, überall Gesinnungschnüffelei und Bigotterie ohne Ende, wer sein Fähnchen immer am optimalsten nach dem Winde richtet macht das Rennen...dieser Staat insgesamt ist mir schnuppe, seine Politik eine Farce...ich lasse ihn in Ruhe und alles, was ich als Gegenleistung dafür erwarte ist, dass er mich gleichermassen meiner Wege gehen lässt... ich werde daher auch nichts anderes tun, als weiterhin die Bücher zu lesen und das zu schreiben - ob hier oder anderswo, was mir gefällt und was ich für richtig halte...wenn ich dafür irgendwann im Knast oder in der Klapse landen sollte - nun denn, dann ist das eben ein dabei mit einzukalkulierendes Risiko, ebenso wie das des Rauchers, der damit rechnen muss, irgendwann an Lungenkrebs zu sterben...
OdessaComablack, das interessiert mich - wieso bist Du dann aus der Partei raus? Waren es Dinge an der Parteiführung oder am Programm? FDP hatte ich mal sehr große Sympathien, habe mich jedoch nie zu einem "Kreuzerl" dafür (außer mal einer Zweitstimme *g*) durchringen können.
coma_blackWo habe ich denn geschrieben, daß ich aus der FDP raus bin? Den Gefallen werde ich der Politik garantiert nicht tun ;)
OdessaOh sorry, Dein Satz klang für mich so als wäre es Vergangenheit - mein Fehler, rein grammatisch ;-)

Find ich toll daß Du engagiert bist, die Frage bleibt: wie steht die FDP zu der Sache, kannst Du da was bewirken?
moreIch finde es sinnvoll sich in Parteien zu organisieren. Die Art und Weise wie man von innen heraus seine Meinung vertreten zu können ist nicht zu unterschätzen. Natürlich muss man auch einen langen Atem haben, das ist ganz klar.
hagzissa13[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
[B]Ich finde es sinnvoll sich in Parteien zu organisieren. Die Art und Weise wie man von innen heraus seine Meinung vertreten zu können ist nicht zu unterschätzen. Natürlich muss man auch einen langen Atem haben, das ist ganz klar. [/B][/QUOTE]


Schade nur, daß ich seit Jahren das Gefühl habe, keiner Partei trauen zu können. Die in der Mitte geben sich nicht viel vom Programm her und über die extremen brauchen wir wohl kaum zu reden.... :rolleyes:

Neue Parteien haben kaum eine Chance, da man viel Kohle braucht, um Werbung zu machen und Öffentlichkeit her zu stellen. Da fehlt so zu sagen das "Startkapital"
moreIch persönlich bin in keiner Partei. Aber ich kenne genügend die sich engagieren (Parteien möchte ich an dieser Stelle keine aufzählen, weil ich hier nicht sypatisieren möchte), und dort schon einiges bewegen konnten. Denn natürlich ist das Programm der Partei eine Sache, die Masse der Menschen darin und deren Anliegen und Interessen jedoch eine Andere. Das heißt, selbst wenn man nicht in allen Punkten der Partei zustimmt, ist das noch kein Ausschlusskriterium. Zumindest nicht zwingend.

Ich persönlich rede mit den Leuten lieber direkt, auf den unzähligen Sitzungen die bei uns stattfinden. Bzw. laden wir mit unserem ehrenamtlichen Integrationscafé öfter Politiker ein und können mit denen dann im kleineren Kreis diskutieren. Durch kleinere Öffentlichkeitsarbeit konnten wir auch schon einiges erreichen. Man macht sich zwar unbequem, jedoch habe ich nicht den Eindruck, dass man uns desswegen nicht respektieren oder ernst nehmen würde. Es gehört halt auch Diplomatie und ein langer Atem dazu.
Cabal[QUOTE]Ich bin daher inzwischen dazu übergegangen, auf so vielfältige Art und Weise wie möglich mein Gedankengut unter die Leute zu bringen (und mich natürlich auch mit dem Denken der Anderen auseinanderzusetzen), denn nur in der Gesamtheit von Forenschreiben, politischer Tätigkeit usw. usf. läßt sich mit kleinen Schritten etwas greifbares bewegen - nur nicht ungeduldig werden...[/QUOTE]

Aber wo bitte liegt der Fortschritt, wenn der Großteil der Menschen sich mit einer liberalen Gesetzgebung immer noch nicht anfreunden können?
Anderen Leuten auf Teufel komm raus meinen Willen aufzuzwingen liegt zumindest in meinem Interesse nicht.

MfG
Cabal
coma_blackStimmt, der Großteil der Menschen bevorzugt momentan den leichteren anitliberalen bis totalitären Weg. Unsere vorgeblich unpolitische Unterhaltungsindustrie macht es ja vor (und ich spreche da nicht von den vielfach angefeindeten Produkten der "Hassindustrie", die im Gegenteil gerade weil sie die unterschwellig vorhandenen faschistoiden Tendenzen thematisiert so heftigen Attacken ausgesetzt wird).

Dagegen anzugehen kann bisweilen ziemlich frustrierend sein. Wenn man z. B. den bedenklichen philosophischen Gehalt von DSDS oder Big Brother zur Sprache bringt erlebt man von Seiten der sogenannten bildungsfernen Schicht Ablehnung, weil man ihnen die (wohlverdiente) Entspannung nach der Arbeit schlechtredet wohingegen diejenigen, die sich für gebildet halten eine tiefergehende Diskussion über Manipulationsmechanismen "unpolitischer" Unterhaltung für irrelevant halten; die schauen ja nur Arte bzw. tun so als ob...

Die noch höher gebildeten Soziologen, Pädagogen usw., denen man hier eigentlich klare Sicht unterstellen sollte, haben aber auch ein Problem, nämlich die gezielte Manipulation von Forschungsergebnissen, dubiose Studien und die Tatsache, daß einmal evaluierte Ergebnisse in hunderten von Arbeiten ungeprüft übernommen werden. (Und: NEIN! Ich rede hier nicht vom Rauchverbot!). So gehen beispielsweise nahezu alle Studien und die entsprechende Fachliteratur, die den Zusammenhang von realer Jugendgewalt und Mediengewalt zurück auf Texte, die aus radikal-christfundamentalistischen Kreisen in den USA stammt, d. h. es wurden lediglich Thesen, die man besser im "Wachturm" publiziert hätte durch sehr zweifelhafte Methoden (systematisches Unter-Streß-setzen von Kleinkindern, die überwacht von einem Rudel Menschen in weißen Kitteln und Videokameras stundenlang vor die Spielkonsole gesetz wurden, etc. pp.) vorgeblich "wissenschaftlich bewiesen". Und wenn man nun weiß, wie ein Hochschulstudium so abläuft ist es doch klar, daß dieses Wissen relativ ungeprüft einfach weiterverbreitet wird, indem man es in seiner Hausarbeit zitiert; da es in den meisten Fällen sowieso nur um einen Schein oder eine ordentliche Note geht, ist das nicht einmal besonders verwerflich, aber so schleppt sich u. U. der größte Schwachsinn jahrzehntelang durch die Gelehrtenköpfe und setzt sich schließlich auch als Dogma in der Gesellschaft fest. Auf solche Schwachstellen des Wissenschaftsbetriebes lassen sich dann auch BBC-Dokumentationen über Richard Löwenherz zurückführen, in denen weder Leopold von Österreich noch Heinrich VI. erwähnt werden. Und dagegen mach' mal etwas!

Ein weiteres besser zum Thread passendes Beispiel ist der Jugendbegriff und seine Entstehung, auf den weiter oben schon eingegangen wurde. "Jugend" ist eine bürgerliche Erfindung, die ursprünglich sogar nur für männliche "Jugendliche" galt. Gemeint waren die Kaufmannssöhne, denen aufgrund längerer Ausbildungszeiten eine gewisse "Schonfrist" zugestanden wurde, bevor sie volle Verantwortung übernehmen mussten. Mädchen hingegen wurden bereits in der Kindheit daran gewöhnt, im Haushalt mit anzupacken.
Wer sich übrigens schonmal gefragt hat, warum im Märchen (und im Mittelalter) die Mütter immer bei der Geburt des ersten Kindes starben, sollte sich vor Augen halten, daß man damals keine moralischen Bedenken hatte, die Mädchen mit 12 bis 13 Jahren zu verheiraten. Die Körper waren in diesem Alter schlicht und einfach nicht voll entwickelt und zum Kinderkriegen nicht geeignet.

Bevor hier jetzt die Frage kommt, ob ich denn wohl gegen Jugendschutz bin: Natürlich nicht! Aber Jugend heute wird gezielt instrumentalisiert, die Leute bis ins hohe Alter unmündig zu halten, schließlich ist man ja heute eigentlich mit 30 noch Jugendlicher. Man erkauft sich heutzutage die ewige Jugend damit, daß man auf Einflußnahme verzichtet, die ist ja schließlich das Metier irgendwelcher alter Jungfern und grauer Herren in Hinterzimmern. Vitalität hingegen bedeutet gähnende Leere in der Birne und dafür einen Waschbrettbauch vom vielen Cola-Light. "Jugend" an sich ist somit letztlich ein reiner Kunstbegriff, richtiger und vielleicht etwas weniger irreführend wäre es, wenn man "Geschlechtsreife" als Kriterium nehmen würde. Ab dem Moment, in dem ein Jugendlicher das Bedürfnis nach Sex und Porno entwickelt, sollte man es ihm prinzipiell auch ermöglichen, dieses Bedürfnis auszuleben unter Berücksichtigung des Grundsatzes, daß "die Dosis das Gift macht." Eigentlich wäre die Aufgabe unserer Pädagogen, junge Menschen schrittweise auch auf die dunkleren / schmutzigeren Seiten des Menschseins vorzubereiten. Stattdessen kann man selbst im Jahre 2008 noch erwachsene Menschen erleben, für die nach der Lektüre eines gewissen Marquis die Welt zusammenbricht.

Nun hat mein Rundumschlag gewiss einige Schwachstellen und Lücken, aber wenn sich nur zehn Menschen finden, die darüber nachdenken und davon ausgehend andere aktuelle "Wahrheiten" hinterfragen - ey, dann habe ich doch schon ziemlich viel erreicht, oder?
Goat93[QUOTE](und ich spreche da nicht von den vielfach angefeindeten Produkten der "Hassindustrie", die im Gegenteil gerade weil sie die unterschwellig vorhandenen faschistoiden Tendenzen thematisiert so heftigen Attacken ausgesetzt wird).[/QUOTE]
Erklärbär, meinst du damit die Guido Knopp Wirtschaft?

[QUOTE]Wenn man z. B. den bedenklichen philosophischen Gehalt von DSDS oder Big Brother zur Sprache bringt erlebt man von Seiten der sogenannten bildungsfernen Schicht Ablehnung, weil man ihnen die (wohlverdiente) Entspannung nach der Arbeit schlechtredet wohingegen diejenigen, die sich für gebildet halten eine tiefergehende Diskussion über Manipulationsmechanismen "unpolitischer" Unterhaltung für irrelevant halten;[/QUOTE]
Hmm, weiß nicht, mir kommt es eher so vor, als ob sich immer
mehr über den Gehalt dieser Sendungen "aufregen", weil
es gerade sozusagend was dolles ist, sich dagegen
auszusprechen. Ebenso wie man über die Bild herzieht...
mich wundert es nur immer, wer die dann kauft :(

[QUOTE]Die noch höher gebildeten Soziologen, Pädagogen usw., denen man hier eigentlich klare Sicht unterstellen sollte, haben aber auch ein Problem, nämlich die gezielte Manipulation von Forschungsergebnissen, dubiose Studien und die Tatsache, daß einmal evaluierte Ergebnisse in hunderten von Arbeiten ungeprüft übernommen werden. (Und: NEIN! Ich rede hier nicht vom Rauchverbot!). So gehen beispielsweise nahezu alle Studien und die entsprechende Fachliteratur, die den Zusammenhang von realer Jugendgewalt und Mediengewalt zurück auf Texte, die aus radikal-christfundamentalistischen Kreisen in den USA stammt, d. h. es wurden lediglich Thesen, die man besser im "Wachturm" publiziert hätte durch sehr zweifelhafte Methoden (systematisches Unter-Streß-setzen von Kleinkindern, die überwacht von einem Rudel Menschen in weißen Kitteln und Videokameras stundenlang vor die Spielkonsole gesetz wurden, etc. pp.) vorgeblich "wissenschaftlich bewiesen". [/QUOTE]

Davon lebt zZ. die Antifa :)
Es ist eigentlich schon genial, was man mit Selbstzitaten
erreichen kann. Dumm ist nur, das am Ende der Vorgang
nicht mehr gestoppt werden kann, auch nicht von denen,
die das ausgelöst haben...

[QUOTE]Wer sich übrigens schonmal gefragt hat, warum im Märchen (und im Mittelalter) die Mütter immer bei der Geburt des ersten Kindes starben, sollte sich vor Augen halten, daß man damals keine moralischen Bedenken hatte, die Mädchen mit 12 bis 13 Jahren zu verheiraten. Die Körper waren in diesem Alter schlicht und einfach nicht voll entwickelt und zum Kinderkriegen nicht geeignet.[/QUOTE]
Oha, das komplette Volk in Nahen Osten gibt es gar nicht? O_O

Verdammt, wieder auf soner doofen Lüge reingefallen :(

[edit: das isn witz, bitte lächeln.
Es war früher generell normal Mädchen so früh wie Möglich
zu verheiraten damit sie so viele Kinder wie öglich bekommen.
Es war allerdings auch normal das Kinder mit 10-12 die Geburten
überlebt haben, man rechnete mit einer Todesquote von
mehr wie 50% der Kinder bis sie die Möglichkeit hatten, die
Eltern zu versorgen. Dazu waren die Kinder die Altersvorsoge.
Bitte auch nicht vergessen. ]

[QUOTE]Aber Jugend heute wird gezielt instrumentalisiert, die Leute bis ins hohe Alter unmündig zu halten[/QUOTE]
Sehe ich auchkomplett anders. Man versucht sogar wieder
die Mündigkeit runterzuschrauben. Verträge ab 16, wahlen
ab 16, Auto ab 16 usw usf. Bei der Jahrhundertwende war
man ca. mit 25-30 aus der Jugend heraus, heute erwartet man
das schon mit 16-17...das die Leute mit 40 immer noch Jugendlich
denken, ist was anderes, das ist eben der sich festgesetzte
"Lifestyle"...
destinysbloodJugendliche werden eben auch immer mehr als kommerzielle Zielgruppe beworben, die einen Haufen Geld in Klamotten und Unterhaltung stecken. Das hat mit politischer Mündigkeit wenig zu tun, siehe um Beispiel mit welcher Heftigkeit sich einzelene Kommunen gegen die Heransetzung des Wahlalters wehren.
Kinch[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
Es wird für Teenager sicher nicht verboten sein sich beim Sex zu filmen oder neckische Fotos von sich zu schießen.[/QUOTE]

Ähm, doch, wenn ein Richter den Film als Pornographie einstuft, was bei einem Film in dem es ausschließlich um den Geschlechtsakt geht, wohl nicht allzu unwahrscheinlich sein dürfte.
Je nachdem können die Darsteller/Produzenten dann auch angeklagt werden, wegen der Herstellung von Jugenpornographie. Das ist bei Kinderpornographie übrigens auch nicht anders.

Bei "nechischen Fotos" ist das vielleicht anders, denn Pornographie ist nicht gleich Nacktheit. Man darf auch Nacktphotos von kleinen Kinder haben, wenn die Sexualität dabei nicht das zentrale Motiv ist.
Das hält aber im Zweifel keinen Staatsanwalt davon ab, dennoch einen Antrag auf Hausdurchsuchung wegen Verdacht auf Kinderpornographie zu stellen.

[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
Jedoch ist die Auswirkung dann vielleicht jene, dass zum Beispiel Forenbetreiber nach diesem Gesetz solche Bilder und Videos von ihren Plattformen nehmen müssen.[/QUOTE]

Ich denke, du hast den Kern der Kritik immer noch nicht verstanden. Es geht den meisten hier - vermutlich allen - nicht um das Verbot von Jugenpornographie, sondern um die Klausel über "wirklichkeitsnahes Geschehen".

Angenommen du suchst Pornographie im Internet; und du suchst dabei weder explizit nach Kinder- noch nach Jugendpornographie. Du findest - sowas soll es ja tatsächlich geben - dann auch irgendwann eine Seite die massenhaft Material bietet; ein Filmchen darunter ist mit einer Darstellerin die vielleicht etwas jugendlich wirkt und das typische Sujet der "Schülerin bekommt Nachhilfestunden vom Englischlehrer" bietet. Oder irgendetwas anderes, was ein "durchscnittlicher Beobachter" in Person eines Richters für ein "tatsächliches Geschehen" halten würde.
Dein Freund und Helfer, weiß natürlich auch, dass auf dieser Seite "Jugendpornographie" angeboten wird und schlussfolgert, dass alle Besucher dieser Seite eben an Jugendpornographie interessiert seien.
Und hast du das Pech die Darstellerin für über 18 gehalten zu haben, weil sie es vielleicht sogar ist, kannst du dich ein paar Tagen oder Wochen später auf Besuch um 6 Uhr Morgens freuen.

Wenn du mutig bist, mach doch mal nen Selbsttest: Such mal 30 Minuten lang nach Pornographie, mit ganz "gewöhnlichen" Suchwörter, also nicht gerade "Lolita" und co; und versuch dabei NICHT Material anzuklicken, dass man für Jugenpornographie halten _könnte_*. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es dir nicht gelingen wird.

[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
Und da frage ich mich, wem das schaden würde?[/QUOTE]

Dumm nur, dass Gesetze nicht dazu da sind niemandem zu schaden, sondern jemanden zu helfen. Die Frage ist also: Wem kann man helfen, wenn es weder Täter noch Opfer gibt?

*Nur so als Anmerkung, weil ich glaube, dass du das auch falsch verstanden hast: Jugenpornographie erstreckt sich über ein Alter von 14 bis 18. Es reicht also schon, wenn man eine Darstellerin für 17 hält; weit über das Alter hinaus, das Pädophile interessieren würde.
moreNun, ich denke schon, dass ich den Kern der Geschichte verstehe. Aber ich glaube bei dem Gesetz geht es um das veröffentlichen von Bildmaterial. Und solange die Teenager sich ihre Filmchen zu Hause anschauen und nicht auf eine öffentliche Plattform stellen, ist das ein legaler Bereich und absolute Privatsphäre.

Natürlich sehe ich die Gefahr die du beschreibst, der Missbrauch der vorprogrammiert scheint. Das habe ich auch nicht bestritten. Aber mich würde mal interessieren, wie man auf der einen Seite Schutz gewähren und anderer Seits sich trotzdem genau und präziese genug ausdrücken kann.
Kinch[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
Nun, ich denke schon, dass ich den Kern der Geschichte verstehe. Aber ich glaube bei dem Gesetz geht es um das veröffentlichen von Bildmaterial. Und solange die Teenager sich ihre Filmchen zu Hause anschauen und nicht auf eine öffentliche Plattform stellen, ist das ein legaler Bereich und absolute Privatsphäre.[/QUOTE]

Mag ja sein, das du den Kern der Geschichte verstanden hast. Aber du fängst immer wieder mit einem Beispiel an (wenn ich das gerade richtig verstehe), das daran vorbei geht.

Bei Scheinminderjährigkeit, geht es nicht um Minderjährigkeit. Das Problem sind nicht Minderjährige die Pornos von sich drehen, sondern Erwachsene die man für Minderjährig hält.

Es geht nicht um fiktives Werk das Pädophile ansprechen soll, da fiktionale Kinderpornographie imho auch schon vorher illegal war und es geht auch nicht um Minderjährige die in selbstgedrehten Sexfilmen/Photos agieren.

[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
Aber mich würde mal interessieren, wie man auf der einen Seite Schutz gewähren und anderer Seits sich trotzdem genau und präziese genug ausdrücken kann.[/QUOTE]

Wo ist das Problme? Man verbietet einfach nur die Jugendpornographie. Punkt aus.
coma_blackMan kann sogar belangt werden, wenn sich beim surfen auf Porno-Seiten plötzlich ein Pop-Up mit "Lolita"-Bildern öffnet. Oder wenn im E-Mail-Postfach plötzlich unverlangt Fotos von Jugendlichen auftauchen.

In Kombination mit der Online-Durchsuchung bieten sich hier natürlich die tollsten Verschwörungszenarios an: Man schickt einem unliebsamen Mitbürger zunächst tonnenweise solcher Mails und anschließend den Bundestrojaner. Man hat dann zwar keine Verbindung zum Terrorismus herstellen können, daber durch den Beifang wurde ein gemeingefährlicher Kinderschänder unschädlich gemacht...


@goat:

Ich meine damit betont "unpolitische" Produkte, die von sich selbst behaupten, lediglich Unterhaltung zu sein (DSDS, MTV, Mario Barth, et al.); hier wird nämlich gezielt über die politische Agenda dieser "Unterhaltung" hinweggetäuscht. Und auch wenn es vielleicht in sein mag, sich künstlich über die Bildzeitung oder Dieter Bohlen aufzuregen, stelle ich fest, daß sich die Kritik immer nur an Oberflächlichkeiten orientiert, das größere Konzept hinter dem Ganzen stellt niemand in Frage, weil es in den meisten Fällen eben gar nicht wahrgenommen wird (Beispiel DSDS: hier polarisiert der eine oder andere Spruch von Bohlen, oder ein ganz besonders doofer Kandidat - nicht jedoch der philosophisch-politische Gehalt einer Sendung, die die Unsitte, geistig zurückgebliebene Menschen und andere Abnormitäten auf dem Jahrmarkt herumzuzeigen mit anderen Mitteln wieder Salonfähig gemacht hat; die die Funktionsmechanismen des Kapitalismus und der Musikindustrie derartig offen zur Schau stellt, daß man sich nur wundern kann u. v. m. das eigentlich nicht in diesen Thread gehört).

Zur Müttersterblichkeit im Mittelalter kann ich mich natürlich nur auf die diversen Stammtafeln berufen. Die sehr frühe Verheiratung und die Tatsache, daß die Geburt des ersten Kindes sehr häufig nicht überlebt wurde, lässt sich natürlich auch noch durch andere Faktoren wie die allgemein schlechte medizinische Versorgung, die "naturnahe" Ernährung im Mittelalter (mit der man eh nur maximal 40 werden konnte; man gab z. B. Bleiglanz in den Wein, wenn er zu trübe war, Fleisch konnte nicht richtig gelagert werden...) usw. zurückführen, aber der noch nicht ausgewachsene Körper dürfte schon ein Hauptgrund dafür gewesen sein.

Die Tatsache, daß man heutzutage schon sehr früh geschäftsfähig ist, ist für mich eben gerade ein Beleg dafür, daß man die Menschen möglichst früh in Abhängigkeitsverhältnissen haben will. Es gibt doch nichts besseres, als 18jährige, die bereits hoch verschuldet sind - die machen schon den Mund nicht mehr auf.
coma_black@more:

Die Fähigkeit, Schutz zu gewähren und sich dabei trotzdem noch präzise auszudrücken sollte man von Kommissionen, die unsere Steuergelder kosten und über juristischen, soziologischen und psychologischen Background verfügen, eigentlich erwarten können. Es wurden vor dem Gesetz ja massig Experten vor dem Bundestag angehört, die alle ihre Bedenken äußerten, und trotzdem wurde jetzt so ein Geschlamp fabriziert.

Das heißt für mich, daß unsere Volksvertreter entweder Stümper oder offen bösartig sind.
Goat93[QUOTE]Man kann sogar belangt werden, wenn sich beim surfen auf Porno-Seiten plötzlich ein Pop-Up mit "Lolita"-Bildern öffnet. Oder wenn im E-Mail-Postfach plötzlich unverlangt Fotos von Jugendlichen auftauchen.[/QUOTE]

So einfach geht das nicht, denn die Erfolgsquote bei
Neonazi Organisationen, Kinderschänderringen,
Kriminellen Vereinigungen usw ist unheimlich gering,
wenn man bedenkt wie offen und naiv viele Gruppierungen
im Netz agieren.



[QUOTE]nicht jedoch der philosophisch-politische Gehalt einer Sendung, die die Unsitte, geistig zurückgebliebene Menschen und andere Abnormitäten auf dem Jahrmarkt herumzuzeigen mit anderen Mitteln wieder Salonfähig gemacht hat; [/QUOTE]
Diese Unsitte war schon immer Salonfähig, den Menschen
wird jetzt nur direkt in die Fresse klargemacht, das jeder
ein Star oder ein Looser ist und das jeder in der Masse
untergeht. Rate mal, wieso solche Subkulturen mit Individual
Scheiße so Hochkonjunktur haben...

[QUOTE]die die Funktionsmechanismen des Kapitalismus und der Musikindustrie derartig offen zur Schau stellt[/QUOTE]
Streich erstmal den kapitalismus, das Prinzip Brot und Spiele
ist nunmal uralt. Die Musikindustrie versucht sich selbst zu
überleben, wenn man das auf unserer Regierung umschlägt
ist es eben kein Wunder, was die machen. Wie die Bild reflektiert
die Unterhaltungsindustrie nur das wieder, was die Leute an
Unterhaltung haben wollen. Zombie filme, Splatter, Blut,
Hardcore Sex verkauft sich nur, wenn es Abnehmer findet.
Und da es Gesellschaftlich in diese Richtung geht, muß
die Unterhaltungsindustrie darauf reagieren. Der Film
Running Man oder das Buch zeigen das ja schon aus den
80ern auf, wenn anaber mal die ganzen Japanischen Spiel-
shows ansieht, erkennt man seine Ekelgrenze ganz neu.

Nur, im Umkehrschluß, wenn die Bevölkerung sich wieder an
Wagner, Brahms und Kuschelpop sehnen würde, was meinst
du was im Fernsehen laufen würde und was die Charts dann
erobert?

[QUOTE]daß die Geburt des ersten Kindes sehr häufig nicht überlebt wurde[/QUOTE]
Die Aussage find ich schon recht seltsam, allerdings wäre ich
über einige Infos dazu wirklich dankbar :)

[QUOTE]Die Tatsache, daß man heutzutage schon sehr früh geschäftsfähig ist, ist für mich eben gerade ein Beleg dafür, daß man die Menschen möglichst früh in Abhängigkeitsverhältnissen haben will. Es gibt doch nichts besseres, als 18jährige, die bereits hoch verschuldet sind - die machen schon den Mund nicht mehr auf.[/QUOTE]
Wer profitiert denn von einem Staatsstreich oder einer Banken-
krise?
Derjenige der keine Schulden hat oder derjenige dem sowieso
alles egal ist?
more[QUOTE]Wo ist das Problme? Man verbietet einfach nur die Jugendpornographie. Punkt aus.[/QUOTE] Das räumt aber das Problem nicht aus, dass "Jugendpornographie" auch wieder Auslegungssache ist. Also, das heißt ja im Prinzip, wir brauchen eine genauere Beschreibung der Dinge die verboten werden.
Goat93[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
[B]Das räumt aber das Problem nicht aus, dass "Jugendpornographie" auch wieder Auslegungssache ist. Also, das heißt ja im Prinzip, wir brauchen eine genauere Beschreibung der Dinge die verboten werden. [/B][/QUOTE]

Die gibt es doch schon.
Kinch[QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i]
[B]Das räumt aber das Problem nicht aus, dass "Jugendpornographie" auch wieder Auslegungssache ist. Also, das heißt ja im Prinzip, wir brauchen eine genauere Beschreibung der Dinge die verboten werden. [/B][/QUOTE]

Ich kann dir nicht ganz folgen. Es ist objektiv klar, wer über 18 ist und wer nicht. Da gibt es keinen Interpretationsspielraum.

Die Frage ab wann etwas Pornographie ist, ist eine ganz andere Frage. Threadthema hier ist einzig und allein die Scheinminderjährigkeit.
coma_blackWird jetzt eigentlich der Windelfetisch auch verboten? :D



@goat:

Running Man (der Film) ist doch aber so ein Paradebeispiel, wie die Gesellschaft damit umgeht, wenn zeitkritische Inhalte zu unverblümt ausgesprochen werden. Im Fernsehen läuft er bis heute nicht ungekürzt, die "seriöse" Kritik nimmt ihn nicht zur Kenntnis und in Pädagogenkreisen wird er als für die 80er Jahre prototypischer Gewaltschrott diffamiert (wie das zu unrecht auch mit Rambo, Robocop und den zahlreichen anderen Schwarzeneggers geschieht). Man schiebt einfach eine handvoll harter Action-Szenen vor und verstellt mit der Gewaltdebatte bewußt den Blick auf das Gesamtkonzept, wenn das auch nichts nützt, erwirkt man zur Not eben noch die Beschlagnahme (siehe noch eklatander das Spiel "Manhunt", das die Mechanismen, nach denen Unterhaltung funktioniert theoretisch auch dem dümmsten klarmacht - aber eben verboten ist und obendrein selbst in Zockerkreisen einen schlechten Ruf hat).



Zum Thema etwas passender hier noch ein interessanter Film:

[url]http://www.youtube.com/watch?v=ggxiBWv4xYE[/url]
Goat93Das Buch wie der Film wurden schon zur Kentniss genommen
von der Kritik, allerdings wurde beides von der Gesellschaft
als Action Film abgetan, weder von der Industrie noch von
der Kritik. Damit ist eben dieser Film ein Beispiel für die
Reaktionen aus dem Volk gegenüber diesen Aspekten,
ich denke nicht das man das den Industrien vorwerfen
kann. Im Gegenteil, die Industrie ermöglicht regelmäßig
das Schaffen von Kritischen Produkten, hier eben Filme.
Vom Volk allein ausgehend würde es sowas nicht geben.
Das wiederum sieht man an Filmen des Regiseures
Akira Kurosawa, dessen Filmepen desöfteren Aufgrund
der Ignoranz des Volkes gefloppt sind (obwohl sie
Inhaltlich Gehaltvoll sind). Ebenso kann man auch Filme
wie Wag the Dog heranziehen, die wirklich Ernste und
Realistische Thematiken heranziehen.
In den USA wird übrigends schon länger über das Medium
Film die Bevölkerung auf Krisensituationen vorbereitet, dort
nutzt man direkt und gezielt das Medium, allerdings auch
eher mit schlechterem Erfolg.

Was ich damit sagen will, die Bevölkerung entscheidet, was
man seitens der Medien machen kann und was nicht. Viele
Mediengruppen haben sich schon zur Tugend gemacht aufgrund
dieser Situation mit den Erfolgreichen Filmen die Inhaltlich
wichtigen aber leider völlig Erfolglosen Filme mitzutragen, das
allerdings völlig freiwillig mit dem Willen, überhaupt solche
Filme zu ermöglichen. (Als Beispiel sei einmal Francis Ford
Coppola im Filmbereich genannt)
coma_blackIm Prinzip gebe ich dir recht, aber die Publikums- bzw. Öffentlichkeitswahrnehmung von Filmen, Spielen oder Büchern wird m. E. sehr stark durch diverse Interessengruppen gesteuert, siehe das Theater um Natural Born Killers oder Basic Instict. Hier wurde gezielt eine Scheinkontroverse geschaffen, um künstlerisch sehr anspruchsvolle Filme auch für den "normalen" Zuschauer interessant zu machen. Ohne diese Werbemaßnahme hätten diese Filme gar nicht genug Publikum für eine Kontroverse gefunden.

Eine weitere relativ neue Maßnahme der Filmindustrie ist es, in Internetblogs und -foren gezielt die Produkte der Konkurrenten schlechtzumachen; selbst geschmierte Kritiker sind heute eher die Regel als die Ausnahme. Die Meinung der Gesellschaft über ein bestimmtes Werk spiegelt insofern letztlich doch nur die Haltung der wirtschaftlich und politisch Mächtigen gegenüber dem betreffenden Werk wieder. Insofern ist es schon wichtig, zwischen künstlich erzeugter "Öffentlichkeit" und der tatsächlichen Einstellung der Gesellschaft zu unterscheiden. Das würde auch erklären, warum alle die Bildzeitung, Pornos oder die SAW-Reihe total blöd finden, diese aber trotzdem so wahnsinnig erfolgreich sind.

Dadurch, daß derartigen Produkten von vornherein (teilweise schon von der Herstellerseite) das Attribut "Schund" oder "Schwachsinn" aufgestempelt wird, wird nämlich einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Material der Weg verbaut und Leute wie ich, die die Meinung vertreten, daß selbst ein Porno viel über die Zeit und den kulturellen Kontext aussagen kann, in dem er entstanden ist (teilweise sogar mehr als die "offizielle" Kunst), werden bestenfalls milde belächelt.
Goat93Ehrlich gesagt seh ich das völlig anders. Die Filmindustrie
muß definitv jeglichen Weg der Werbung einschlagen, den
sie können, wie z.B bei Blair Witch Project. Sie müßen schließlich
von dem Erfolg des jeweiligen Produktes/Films ihre Rechnungen
zahlen (irgendwie auch Logisch, wenn man drüber nachdenkt).
Die Suggestion was nun Anspruchsvoll ist und was "Schund"
kommt dagegen aus erster Reihe von den Medienkritikern,
also einem anderem Teil der Medien, daran sieht man schon
das es keine Gemeinschaft "Medien" gibt, sondern auch
unabhängig voneinander.
Das Schlußendlich die Kritikermedien auch keinerlei wirklichen
Einfluß auf den Erfolg und somit der Auseinandersetzung
mit dem jeweilign Film haben, beweisen zig Filme, wie Aliens,
Conan der Barbar usw usf, die als "Flops" von den Kritikern
doch zu Welterfolgen wurden, da sie in den Kinos natürlich
dementsprechend Erfolge feierten.
Dagegen ist ein Film mit guter Werbung wie Herr der Ringe von
Ralf Bakshi (der Zeichentrick) völlig gefloppt obwohl Bakshi
zu der Zeit Erfolge hatte.

Sobald es dann zu einer Auseinandersetzung mit einem
Thema kommt, den ein Film transportieren soll, gehen
die Ansichten logischerweise auch völlig auseinander.
Natural Born Killers is in meinen Augen ein Stinklangweiliger
Road Movie, ich würd da nichteinmal eine Kontroverse
erkennen, wenn sie mir ins Gesicht springt. Allerdings
spiegelt der Film einen gewissen Alltagstraum vieler
Leute wieder und zeigt einige Interessante Aspekte auf,
im Umgang mit gewissen Situationen, was aber auch schon
1.000 mal in anderen Medien durchgekaut wurde. Der Film
hat es aber geschafft eine Kontroverse zu schaffen, was man
als Positiv ansehen kann. Ebenso wie Fight Club oder
Trainspotting, die sind allerdings um einiges besser wie
Natural Born Killers.
Die Filmindustrie hat auch immer Zweige für selbsternannte
Klassiker usw. geschaffen, also Plattformen für Filme, die
erhalten bleiben sollen. Das geht dann von Schnulzigen
Sissi Filmen über Taxi Driver bishin zu 120 Tage von Sodom
alles aus dem Aspekt des Künstlerischen Anspruchs heraus.
(Was ich auch wirklich gut finde :) )
Das man irgendetwas braucht um diese Filme auch an den
Kunden zu bekommen, ist dabei doch recht logisch.
Das wiederum führt zu dem zweiten Teil deines Beitrages.
Die Pressewirkung Gut/Schlecht. Schlechte Werbung ist die
beste Werbung :)
Es gibt seit ewigkeiten Filmffirmen die ihre eigenen Filme
so schlecht darstellen wie nur irgends möglich (Troma
als Beispiel genannt) weil es eben einfach gute Werbung
ist und dazu einen gewissen Humor aufgreift, der viele
anspricht. Das bedeutet umso mehr Polarisierung bei einem
Produkt entsteht umso mehr Aufmerksamkeit bekommt dieses
Produkt Schlußendlich auch. Reine Werbestrategie die auch
völlig aufgeht. Allerdings setzt sich im Endeffekt nie eine
meinung durch, was von allen seiten auch völlig beab-
sichtigt wird.
Es gibt keine "Öffentlichkeitsmeinung" da die Öffentlichkeit,
überhaupt nicht Öffentlich ist. Die Meinungen der Leute
geht in allen Himmelsrichtungen, es gibt daher keinen
wirklich bekräftigenden Kanon, der etwas be/verurteilen
kann. Zudem macht sich auch keiner die Mühe, sowas
wirklich zu überprüfen. Meist wird nur anhand der
Zahlenden Kunden über das Produkt geurteilt, was
im Endeffekt für die Masse auch völlig bequem ist
und ausreicht. 10 Millionen Menschen haben "Harry Potter"
gesehen, hmm schau ich mir auch mal an.
Oder andersherum, alle ziehen über Tokio Hotel her, muß
ich mir mal anhören, irgendwas müßen die ja an sich haben...
Heute kann man alles als Kult verkaufen und es ist gerade
der Schund, der heute Hochkommt. Undergroundfilme,
BilligFilme (B und C Movies) feiern totale Erfolge woran
sich die Größeren Produktionen natürlich auch wieder dran
orientieren. Aber heute feiert alles zugleich. Eine total
öde Serie wie Saw wird genauso abgefeiert wie ein
Sozio Film Marke "Gummo", man muß nur die jeweiligen
Fankreise auffinden oder in einer Videothek nachfragen.
Das im Gedächnis die Projekte meistens bleiben, die am
meisten Werbung fahren, ist allerdings auch logisch,
ansonsten bräuchte man keine Millionen für Werbung
ausgeben ;)

Was auch wichtig dabei ist, die meisten Urteilen die Filme
im Jetzt ab und vergessen den Film dann wieder. Einige
Filme sind aber vor ihrer Zeit und werden erst nach Jahren
wirklich "entdeckt" und bekommen dann 10-20 Jahre
nach erscheinen erst wirkliche Aufmerksamkeit.
Es kann sich eigentlich keiner heute vorstellen das
ein KVLTfilm wie Blade Runner ein totaler Flop
früher an den Kinokassen war (also 1982), konnt
ich auch nicht ^^".
Dagegen wird z.B bei Batman - Dark Knight hauptsächlich
mit dem Tod von dem einen Schauspieler geworben, das
gleiche funktionierte schon bei Brandon Lee und The Crow.
Beide male sind die Filme richtig erfolgreich, logischerweise,
denn es ist etwas bizarres und Interssantes um den Film
passiert (ebenso wie bei Poltergeist z.B). Nur dadurch das
die Leute sowieso schon mit Werbung und Überanstrengung
vollgedonnert werden, muß etwas sein was die Aufmerksamkeit
auf sich lenkt, ansonsten geht es unter. Hier kann man
auch von einem Versuch sprechen, das Publikum zu lenken
und zu steuern, diese Filme mußten Erfolge werden und man
tat alles um sie als "Nachruf" auch dementsprechend
zu erfolgen zu machen.
coma_blackIm Prinzip völlig richtig, ich versuche trotzdem noch einmal, meine Sicht der Dinge klarzumachen, weil wir anscheinend etwas aneinander vorbeireden.

Beispiel "Blade Runner": Hier war ein Film seiner Zeit bzw. dem Zeitgeist voraus. Gehypt wurde ein kleiner runzlichter Messias mit Kulleraugen (E.T.), man ging in etlichen Kirchen sogar so weit, ganze Predigten diesem Film zu widmen und bei der Oscarverleihung sahnte natürlich ebenfalls das Spielberg-Werk ab, obwohl der Blade Runner auch tricktechnisch eindeutig die Nase vorn hatte. Blade Runner entsprach eben nicht der damaligen hoffnungsvoll-positivistischen Zeitströmung, der Tendenz, angesichts von Kaltem Krieg usw. eine kindliche Unschuld hochleben zu lassen und zur Naivität zurückzukehren. Diese "Naivität" wiederum läßt seit heutzutage Filme wie den neuen Indy kläglich scheitern, weil der Trend zu "dreckiger und härter" tendiert (siehe James Bond, hier wurde das erkannt und mit dem neuen Konzept kräftig abgesahnt).

Die Frage ist nun, wer bestimmt eigentlich den Zeitgeist, diese diversen Strömungen im Publikumsgeschmack? Und bei der Beantwortung dieser Frage bin ich so zynisch, zu behaupten, daß die allgemeinen übergreifenden Trends, wohin der Zeitgeist geht, eben NICHT vom Publikum bestimmt werden.

Vielmehr leisten wir uns eine Vielzahl an Institutionen vom deutschen Kulturrat bis zur Bundesprüfstelle und den bayrischen Landfrauen, die dem Publikum die Orientierung abnehmen. Die haben zwar am kommerziellen Abschneiden eines Filmes, Spiels usw. zwar nur einen geringen Anteil, aber - und das liegt für mich auf der Hand - derartige Institutionen haben gewaltigen Einfluß darauf, wie eine bestimmte Kulturform öffentlich wahrgenommen wird. Horrorfilme (und von denen vor allem Splatterstreifen) haben ein schlechteres Image als Hardcorepornographie. Kaum jemand würde sich einfach so als Counter-Striker outen. Böhse Onkelz hört man nicht. Soll heißen, gewisse Klischeevorstellungen setzen sich einfach durch gezielte Kampagnen dauerhaft fest und sorgen selbst unter den Fans für ein mehr oder minder schlechtes Gewissen bzw. bringen diese in die Situation, sich ständig für ihre Interessen rechtfertigen zu müssen. Man stelle sich dies einmal bei einem Komödienfan vor, dem man ständig die zahllosen unterdurchschnittlichen bis schlechten Vertreter dieser Gattung zur Last legen würde ;)

Ein weiteres Problem ist die Unterscheidung von "hoher" und "trivialer" Kultur. Spätestens seit dem erweiterten Textbegriff sollte ja prinzipiell ein Kochrezept gleichberechtigt neben Goethe stehen dürfen (zumindest wenn es um die wissenschaftliche Auswertung geht - denn auch den formalen Aufbau eines Rezeptes zu ergründen kann für den Sprachforscher interessant sein), nur in den Köpfen des Alltagsmenschen ist diese Sicht der Dinge noch nicht angekommen. Da wird sich nach wie vor gemäß den Standards von anno dunnemal über das eine Kunstwerk lustig gemacht und über das nächste empört, und dieses festhalten an überkommenen Vorstellungen ist m. E. durchaus gewollt, weil es in der Kultur immer um zwei entgegengesetzte Positionen geht.

Die erste Position ist diejenige, die zeigt, wie sich die Gesellschaft offiziell sieht oder besser: wie sie sich gerne sehen würde. Das sind dann die Werke, die irgendwelche Förderpreise einheimsen und meistens etwas mit Vergangenheitsbewältigung oder der nationalen Orientierung in der Gegenwart zu tun haben. Geschichten über Paare und Passanten und postmoderne Verwicklungen.

Darunter ist dann die zweite, als trivial geschmähte, Kultur verborgen, die Auskunft über das tatsächliche Befinden der Gesellschaft geben [I]kann[/I], vorausgesetzt, man geht behutsam an die vordergründig einfachen Geschichten von Dunklen Rittern, Cyberpunks und Massenmördern heran. Durch die betonte Zweitklassigkeit und Irrelevanz dieser Kulturgüter wird eine allzu tiefgreifende Lektüre jedoch vorsätzlich verhindert - und zur Not gibt es noch die nicht stattfindende Zensur unter dem Deckmantel des Jugendschutzes, wo die Zeitkritik nicht gut genug verschleiert wurde (Darstellungen von Kannibalismus und Kindstötung sind nun einmal Indikatoren von Krisenzeiten und dienen seit 9/11 wieder vermehrt als Wirkungsstrategie der Filmbranche, das erschütterte amerikanische Selbstbewußtsein zu thematisieren - wenn auch teilweise sehr plump).

Um hier von einer einfachen Nachfrage-Angebot-Situation auszugehen gibt es für meinen Geschmack eben einfach zu viele Steuermechanismen. Wer's nicht glaubt sollte seinen Bekannten die "120 Tage" oder "Im Reich der Sinne" empfehlen...
Goat93[QUOTE]derartige Institutionen haben gewaltigen Einfluß darauf, wie eine bestimmte Kulturform öffentlich wahrgenommen wird.[/QUOTE]
Eben genau dem widerspreche ich ja. Die FSK ist mittlerweile
durch das i_net völlig ausgehebelt, Horror und Splatter (Gerade
Zombie) Filme sind wieder ein Renner, Onkelz ist eine Megageile
KultBand, die sicherlich keinerlei Pressetechnische Probleme
mehr hat, da sie völlig etabliert ist (woran sie schlußendlich
im übrigen auch gescheitert ist).
Counter Strike und ähnliches zieht auch keinen mehr hinterm
Vorhand, es gibt zudem schon etliche Fun Shirts mit
Verarschesprüchen zu dem Thema.
Durch das Vernetzen kann man sich alles ansehen und besorgen,
die Hemmschwelle dem gegenüber ist auch nicht mehr wirklich
hoch, außer einige Politiker halten gerade Reden, aber selbst
dann geht die Tendenz eher mittlerweile dahin, das die Politiker
als Deppen darstehen und nicht die Spieler.

Was du über diese Triviale und Hochklassike Literatur sagst
ist in gewisser Weise schon richtig, aber der Schwerpunkt
liegt mittlerweile in der Trivialliteratur, die dann als Hochwertig
verkauft wird, die Klassiker kapiert heute kaum noch jemand,
da die Leute es verlernt haben, sich lange auf einer Sache
zu konzentrieren (was allerdings Zwangsläufig auch Freiwillig
geschah durch Spielekonsum und Fernsehkonsum).
Sachen wie Herr der Ringe ist eigentlich Trivialliteratur, wird
aber total Hochgelobt, ebenso Poe, Lovecraft usw usf.
Es gibt Wissenschaftliche Exkursionen über Blade Runner
und Cyberpunk, Heute ist alles einfach vertreten, man kann
nichts mehr wirklich total steuern, dafür ist das Angebot
einfach zu groß ;)

edit:

Mit ET und Blade Runner. Blade Runner wurde von den
Konsumenten ignoriert, E. wurde von den Konsumenten
hochgebracht, weder von den Pastoren in der Kirche, noch
von Spielberg selbst. Der Film hatte die normale Werbe-
kampagne gehabt. Was daraus folgte ist nur durch den
Konsumenten geschaffen, da sich ein Absatzmarkt gebildet
hat, das gleiche kann man mit Matrix vergleichen, der ebenso
einen Rattenschwanz hinter sich zog, obwohl der erste Film
nur einfach eine gewollte Anhäufung von Special Effekts ist
und die Story eigentlich völlig nebensächlich eingebaut wurde
coma_blackUnd wie bitteschön erklärst du die Tatsache, [I]daß[/I] E. T. von den Konsumenten hochgebracht wurde?

Und zur Öffentlichkeitswahrnehmung von Counter-Strike und Co. kann ich nur sagen, klar, je jünger die Leute sind, mit denen man zu tun hat, umso lockerer wird die Sache gesehen, der Trend geht allgemein aber dahin, daß die Daumenschrauben wieder angezogen werden. Schau dir nur mal an, wieviele Filme dieses Jahr ausschließlich zensiert rausgekommen sind. Man kann nun sagen, hah, kauf' ich eben in Österreich, aber Inside, Frontier(s), Manhunt Backwoods Massacre, usw. - das wird auf Dauer richtig teuer bei 30 Euro die Nase, nur damit ich den Film so sehen kann, wie er gedacht ist. Und illegales Downloaden ist mittlerweile auch nicht mehr sooo einfach, wie manche meinen.

Aber wir sollten vielleicht auf einen anderen Thread ausweichen, um das weiter auszudiskutieren...

Um mal wieder auf die Pornodebatte zurückzukommen ist für mich diese neue Gesetzgebung ebenfalls ein solches Instrument, den Zeitgeist wieder in verklemmt-moralistische Bahnen zu lenken. Wenn man sich einmal die öffentliche Wahrnehmung des Kinderkörpers genauer unter die Lupe nimmt, kann man nämlich feststellen, daß inzwischen der nackte Kinderpo auch vom Durchschnittsmenschen mit dem Blick des Pornographen gesehen wird. Man hat obszöne Hintergedanken, weil man sich zwangsläufig vorstellt, daß es da draußen Subjekte gibt, die sich daran aufgeilen - durch die Kampagne wurde gewissermaßen ein kollektives schlechtes Gewissen ausgelöst, das nun dafür verantwortlich ist, daß ein schlampiges Gesetz nahezu widerspruchslos hingenommen wird.

Entspringt dieser Zeitgeist nun den Massen oder vielleicht doch der geschickten Manipulation?
Goat93[QUOTE]Und wie bitteschön erklärst du die Tatsache, daß E. T. von den Konsumenten hochgebracht wurde?[/QUOTE]

Leute gehen ins Kino, finden den Film toll und erzählen das
weiter. Es gehen mehr Leute ins Kino, finden das auch toll
und erzählen das weiter. Es gehen noch mehr Leute ins
Kino, finden das immer noch toll und alle sind Glücklich :)

Das kannste z.B bei dem Film Conan - Der Barbar genau
sehen ;)

[QUOTE]Schau dir nur mal an, wieviele Filme dieses Jahr ausschließlich zensiert rausgekommen sind. Man kann nun sagen, hah, kauf' ich eben in Österreich, aber Inside, Frontier(s), Manhunt Backwoods Massacre, usw. - das wird auf Dauer richtig teuer bei 30 Euro die Nase, nur damit ich den Film so sehen kann, wie er gedacht ist. Und illegales Downloaden ist mittlerweile auch nicht mehr sooo einfach, wie manche meinen.[/QUOTE]

KAUFEN O_O

Wuahahahahahahahahahahaaaaaaaaaaaaaaaaa
Illegales Downloaden ist über Blogseiten und Rapidshare
sogar relativ Legal geworden. Dazu ist bekanntgegeben
worden, das man nur noch Massendownloader am Arsch
will und nicht mehr jeden Kleinstlader, bedeutet es ist
sogar noch einfacher geworden.
Ungeschnittene Filme:
Komplett Europa + Drumrum ist KEIN Zollgebiet, orderst
über Polen ne Belgien oder Öreich Geschichte isses total
billisch oder noch viel viel viel viel einfacher, gehst auf
einer der Tausend Ab 18 Verkaufsplattformen, meldest
dich da an und orderst da direkt mit wirklich sehr
geringen Preisen und ungeschnittenen Filmen zum
Abwinken. Es war noch nie so einfach an den ganzen
Scheiß ranzukommen :p

[QUOTE]Entspringt dieser Zeitgeist nun den Massen oder vielleicht doch der geschickten Manipulation?[/QUOTE]
Eigentlich auch wieder den Massen, den die Forderung
nach Strafen bezüglich Sexualstraftäter und das generell
bei Kindern nimmt immer mehr zu. Die Strafen sind relativ
milde, es gibt immer noch völlig legale Foren und
Gruppierungen, die Kinderpornografie als Normal etablieren
wollen. Im Endeffekt würd ich dabei sagen, es kommt
wirklich aus der Bevölkerung und wird einfach ein paar
Jahrzehnte später mal in der Politik aufgegriffen, dabei
ist aber zu bedenken das viele Politiker aus der Peace
Gesellschaftstraum Abteilung kamen und nun neuere
nachrücken, die eine andere Ansicht gegenüber diese
Wir-lieben-uns-alle Einstellung haben.

Die Gruppe Columne On hat auf dem Album "Dreamtime"
das Thema Kindersexualität in den Medien aufgegriffen
und einfach einmal krass dargestellt.
Das ist 2005 rausgekommen, also auch schon 3 Jahre alt.

Die gleiche Gruppe hat übrigends mit dem Video
"Braunserver" das Thema Television einmal aufge-
griffen, ebenso empfehlenswert.

Verstehe mich bitte nicht falsch. Die "Medien" als
solches versuchen logischerweise die Konsumenten
zu beeinflußen und zu manipulieren (wie einige extrem
bekannte Projekte und Experimente das auch gezeigt haben,
allerdings wurd einiges davon wieder verboten). generell
ist es auch nicht soo schwer, jemanden zu manipulieren.
Was ich allerdings sagen will, dadurch das es soviele
voneinander unabhängige Mediengruppierungen gibt,
kommt es zu einer Überflutung und totalen negierung
der Manipulation, die Leute stumpfen einfach soweit
ab, das sie diese Manipulation einfach nicht mehr wahr-
nehmen bzw. in dem generellen Desinteresse gehen
die Sachen völlig unter. Die meisten Themen sind bei
den Leuten max. 2 Monate interessant und es wird
wild rumdebattiert und bla. Danach allerdings ist es
vergessen und uninteressant geworden, es kommt
das nächste. Die Gruppierungen der Debatten haben
dadurch allerdings keinerlei Unterstützung auf langer
Fläche und stehen also wie vorher alleine da.
Splatterfilme und Ego Shooter sind solange ein
Thema, wie es eine Art Unterhaltung für die Masse
hergibt, danach ist es völlig uninteressant und aus dem
Gedächnis gelöscht, bis es nach einiegr Zeit wieder
"neu" aufgefrischt wird. Bloß, es ändert doch nichts
wirklich....
Cagliostro[QUOTE][i]Original geschrieben von Icy [/i]
[B][COLOR=red]Und das Allerbeste: [/COLOR]Es reicht schon ein Werbebanner einer vor kurzem legalen Lolita-Seite im Cache des Browsers mit ensprechender Grafik zu haben, um jetzt ein Schwerkrimineller zu sein!
Der Höhepunkt: Jugendpornografie wird jetzt wie Kinderpornografie behandelt und rechtfertigt die erweiterten Strafverfolgungsinstrumente wie Telefonüberwachung und vielleicht auch Online-Durchsuchung.

[b]Also: Trefft Sicherheitsmaßnahmen wie Festplatten verschlüsseln, es kann JEDEN oder JEDE treffen![/b] [/B][/QUOTE]

Schwer, denn es darf ja bald die Bundeswehr im Inneren Polizeiaufgaben übernehmen.
Also nicht wundern, wenn der Staatsanwalt mit d. LeoII vorfährt.
Aber nur bei ganz schweren Fällen....

Oder aber wir erleben eine Retrowelle.
Fünfzigerjahre, Adenauerzeit (würde auch sehr gut zu Frau Sonderleyen passen).

Junger Mann/ältere Frau: Verboten.
Junge Frau/älterer Mann: eigentlich verboten, es gibt aber Ausnahmen auf der Vorstandsebene (18jährige Sekretärin).
Mann/Mann: verboten
Frau/Frau: verboten

Kommt das eine oder andere raus, das nicht normgerecht ist,
dann kann man die Protagonisten aus Finanz, Regierung oder BDI immer noch warnen oder teilweise ermorden bzw. die Akten fälschen, vernichten usw.
(Nitribit).

Fazit:
Frau v.d.Leine und Frau VWSchavan sind totale Quotenfrauen, die keine eigene Kompetenz haben, da es sich weitgehend um Länderrecht handelt, der Bund aber zentralistische Akzente setzen wollte.
Sie müssen ab und zu etwas gaaanz wichtiges bringen, da sie ja ständig in Selbsterklärungsnot sind.
Dazu gehören halt die erweiterten Regeln des Jugendschutzes.
Die auch bald darin münden könnten, dass Alkoholgenuss erst mit 21 möglich ist, man aber schon mit 16 in Afghanistan seinen Arsch hinhalten darf.
coma_blackVorsicht Ironie: In Afghanistan humanitäre Einsätze zur Friedenssicherung zu unterstützen, sollte für unsere Jugend Ehrensache sein. Um die im heroischen und selbstlosen Einsatz Gefallenen (immerhin darf man inzwischen auch sagen, daß unsere Jungs dort unten "fallen"...), wird dann natürlich ebenso stolz getrauert, wie seinerzeit um die Teilnehmer beim Volkssturm. Hier nun den Jugendschutz anzuwenden, wäre völlig falsch, viel wichtiger ist es, kriegsverherrlichende Filme (Starship Troopers) oder Ego-Shooter endlich komplett zu verbieten, denn hier wird das Soldatentum auf widerliche Weise als Abenteuer dargestellt! Also nächstes Mal bitte differenzieren...

Ironie aus!

@goat:

[QUOTE]Die "Medien" als solches versuchen logischerweise die Konsumenten zu beeinflußen und zu manipulieren (wie einige extrem bekannte Projekte und Experimente das auch gezeigt haben, allerdings wurd einiges davon wieder verboten). generell ist es auch nicht soo schwer, jemanden zu manipulieren. Was ich allerdings sagen will, dadurch das es soviele voneinander unabhängige Mediengruppierungen gibt, kommt es zu einer Überflutung und totalen negierung der Manipulation, die Leute stumpfen einfach soweit ab, das sie diese Manipulation einfach nicht mehr wahr- nehmen bzw. in dem generellen Desinteresse gehen die Sachen völlig unter. Die meisten Themen sind bei den Leuten max. 2 Monate interessant und es wird wild rumdebattiert und bla.[/QUOTE]

Und genau das ist letztlich auch seitens der Machthaber erwünscht - die Flut an gegensätzlichen und wiedersprüchlichen Positionen, Meinungen, usw. SOLL zu einer Abstumpfung und zu Desinteresse führen, der Einzelne bekommt auf diese Art vorgeführt, daß er eigentlich keine Ahnung von gar nichts hat und sich gefälligst in seinen kleinen Privatbereich zurückzuziehen hat, der zusehends ebenfalls von oben her organisiert wird. Wilhelm Reich hat in seiner "Massenpsychologie des Faschismus" genau diesen Zustand als äußerst begünstigend für totalitäre Strukturen erkannt: gerade weil die Mehrzahl der Leute mit ihrem bißchen Privatleben schon nicht mehr fertig wird und daher regelrecht davor zurückschreckt, in politischen Dingen nachzuhaken und sich eine Meinung zu bilden, die mehr ist als nur ein Modetrend, den man mal eben mitmacht oder auch nicht - gerade darum haben Demagogen wie Gysi oder Lafo (oder auch inkompetente Labertaschen wie v. d. Leyen) so leichtes Spiel.
Die Aufgabe der Medien in dieser Angelegenheit ist dabei weniger offen propagandistisch (wenngleich es diverse Hurra-Patriotische und andere Machwerke gibt, die z. B. den Kampf gegen den Terror als notwendig darstellen) als vielmehr eine indirekte Huldigung an den Kapitalismus zu verstehen. Letztlich stellt ein Spielfilm oder eine Show immer das investierte Kapital aus, man unterscheidet sogar nach A, B und C-Movies (Perfektion der Technik, Effekte, "teure" Schauspieler, und am besten verkommt das Ganze dann zum Werbespot für Luxusartikel und Urlaubsziele wie die Bond-Filme).
Der Zuschauer (der Mittel- und Unterschicht) fühlt sich bereits angesichts der gewaltigen Budgets, des genauestens dokumentierten Lifestyles der Upper-Class in St. Moritz und Monte Carlo, so klein und unbedeutend - hinzu kommen dann noch all die Ratgeber für tolle Beziehungen, vor allem in Frauenzeitschriften, die eigentlich auch nur Zwietracht säen weil sie einen falsch verstandenen Feminismus propagieren und und und.
Da sage noch einer, man wird nicht manipuliert...
Hellscream[QUOTE]geschrieben von coma_black
Da sage noch einer, man wird nicht manipuliert...[/QUOTE]

Aber sie wollen es doch auch irgend wie die Menschen oder? Da streckt sich eine ganze Generation gegen den Himmel mit einem neuen Gefühl nach Harmonie, da stört nicht da mehr als ein richtiger Konflikt der langwierig ausgefochten werden muss. Sie wollen Manipuliert werden, sie schreien gerade zu danach. Offene Konfrontation ist gefährlich für denn Erfolg der Berufsbiographie, der Druck des Kapitalismus ist groß, ja Lebens bestimmend geworden. Die politische Interessenvertretung der Religiösen hat da leichtes Spiel ihre Sexual verachtende Moral zu etablieren. Sie waren spätestens nach der Machtübernahme des Römischen Reichs immer die Nutznießer der Herrschenden Despoten.
DionazIch würde das so sehen.Kinderpornographie war ja schon illegal,das heißt auch Jugendliche bis 18 beim Sex zu filmen war immer illegal.
Nun da es heute schon 14 jährige gibt die wie ende 20 aussehen und Mädels die sich ihr Jugendliches Aussehen noch bis anfang dreizig bewahrt haben wird es schwer da irgendwas zu entscheiden.Welcher Richter soll da objektiv entscheiden.Es werden in Deutschland zu viele Gesetze durchgebracht wo die letztendliche Entscheidungsgewalt zu viel Spielraum behält.
Wo ich das Problem sehe ist natürlich,das Leute wie Kirchenangehörige oder sonstige strikte Ablehner pornographischer Darstellungen so versuchen können gegen diese im allgemeinen anzugehen.Es werden viel Prozesse folgen,die nur aufgrund solcher persönlicher Abneigungen den Staat bzw die Gerichte unnötig belasten werden.

Damit möchte ich keinesfalls manch wirklich Zweifelhaftes Filmgut in Schutz nehmen!
Goat93[QUOTE]Und genau das ist letztlich auch seitens der Machthaber erwünscht - die Flut an gegensätzlichen und wiedersprüchlichen Positionen, Meinungen, usw. SOLL zu einer Abstumpfung und zu Desinteresse führen, der Einzelne bekommt auf diese Art vorgeführt, daß er eigentlich keine Ahnung von gar nichts hat und sich gefälligst in seinen kleinen Privatbereich zurückzuziehen hat, der zusehends ebenfalls von oben her organisiert wird. Wilhelm Reich hat in seiner "Massenpsychologie des Faschismus" genau diesen Zustand als äußerst begünstigend für totalitäre Strukturen erkannt: gerade weil die Mehrzahl der Leute mit ihrem bißchen Privatleben schon nicht mehr fertig wird und daher regelrecht davor zurückschreckt, in politischen Dingen nachzuhaken und sich eine Meinung zu bilden, die mehr ist als nur ein Modetrend, den man mal eben mitmacht oder auch nicht - gerade darum haben Demagogen wie Gysi oder Lafo (oder auch inkompetente Labertaschen wie v. d. Leyen) so leichtes Spiel.[/QUOTE]
Das ist zu einfach gedacht. Es gibt keine Geschlossenen
Machthaber, es gibt keine Zentrale die irgendetwas steuert.
Der Glaube daran ist zwar Weitverbreitet, aber er soll die
Aktuellen Dinge nur vereinfachen und ist Grundlegend
FALSCH.

Man darf dazu nicht vergessen, das die Menschen schon immer
mit ihren eigenen Problemen überfordert waren und sie in
Deutschland z.B überhaupt erst knapp 100 Jahre Einfluß
auf die Politik haben, davor interessierte es wirkliche keine
Sau, was der einzelne dachte. Das Problem liegt vielmehr
im Glauben, das man als Einzelner überhaupt was zu sagen hat.
Die Masse war noch nie Politisch aktiv oder interessiert
(Selbst bei Putschen und Aufständen ging es nicht um
Politik sondern vielmehr ums eigene Überleben des Alltages).
Jetzt zu erwarten das die Menschen DIE Politikwesen über-
haupt wären und das sie dann einen Rückgang des Politischen
Interesses hätten ist Falsch, denn es gab dieses Interesse
nie wirklich. Was soll da denn dann Zurückgehen?
Ich würde sogar eher behaupten, das man heute ein
viel größeres Politisches Angebot vorliegen hat, was Teilweise
auch wahrgenommen wird, wie früher.
Zudem gibt es keine einfach ausgerichtete Politische Doktrine,
es ist also recht schwer für ein Totalitäres System sich
durchzusetzen, solange das Demokratische funktioniert.
Das Demokratische wandelt sich vielmehr in ein Totalitäres,
aber auf den Grundsätzen der Demokratie bezogen, soll
heißen, es dauert einfach alles länger und man hat viel
mehr Zeit es zu ändern (die aktuelle Finanzkrise kann z.B
einiges ändern, die Möglichkeiten sind gegeben, was in einem
rein Totalitären Staat nicht gegeben wäre).

Nun, Antifa, NPD, Kameradschaften, Kommunistische Verbünde,
Burschenschaften, Subkulturen und so weiter sind voll von
Politischen Ambitionen, Jusos und sonstige Sachen ebenso,
nie war die Politik im Alltag so normal wie heute....


[QUOTE]Kinderpornographie war ja schon illegal,das heißt auch Jugendliche bis 18 beim Sex zu filmen war immer illegal.[/QUOTE]
Bis 16, dann klappts auch. Nur Hardcore war Ab 18
ZoyIllegal sind ja schon GESCHICHTEN wo zwei 17jährige Sex haben, denn unter Jugendpornografie zählt schon wirklichkeitsnahes Geschehen. Auwaia.
Wie kanns sein das Geschichten wo leute ERMORDET werden legal sind, aber wenns ums Sex geht, ist man plötzlich schwerkriminell? Ist doch absurd, theoretisch selbst bei echten sexhaltigen Kinder-"Ersteerfahrung"-Fantasiestories! Sind wir in den USA?

Wenn man private Porno-Komplettsammlungen auf DVD hat, woher weiß man, ob und welches Bild nun illegal ist? Und wie kriegt man ein jetzt illegal gewordenes Bild von einer DVD gelöscht? Wer bezahlt einen das umkopieren und neubrennen? Am Besten formatiert man seine ganze Platte nur weil die feinen Leute aus der Regierung "hü" sagen? Muss man vielleicht in Zukunft mal alle seine Erinnerungsfotos von der Kindheit wegwerfen, weil der Ausschnitt des benutzten Pullovers 2cm zu tief sein könnte und dann für immer in der öffentlich einsehbarne Sexualakte landet oder gar wie im Mittelalter am Pranger neben echten Kinderschändern kommt? Kinderschutz: ja. Aber das geht viel zu weit :mad:

Ich geh das nächste Mal wählen, auch aus anderen Gründen und paar habe ich auch überreden können, diese unfähige Regierung abzuwählen. Aber ich befürchte, das reicht nicht. Egal, hauptsache man hat was getan und meckert nicht nur.
Cabal[QUOTE][b]Zitat: Zoy[/b]

Kinderschutz: ja. Aber das geht viel zu weit[/QUOTE]

Ach wissen Sie, werter Neuankömmling, ich persönlich frage mich immer wie selbst die Opposition dies gesetzliche Gestammel als Kinderschutz bezeichnen kann. Kinderschutz bedeutet Kinder vor Gewalteinwirkung und einer verkorksten Kindheit zu schützen. Das Nicht-Ansehen von Kinderpornografie hat damit nichts zu tun.

MfG
Cabal

Edith:
[quote]Sind wir in den USA?[/quote]
Nein, wir sind in der EU.
Dionaz[QUOTE][i]Original geschrieben von Zoy [/i]
[B]
Ich geh das nächste Mal wählen, auch aus anderen Gründen und paar habe ich auch überreden können, diese unfähige Regierung abzuwählen. Aber ich befürchte, das reicht nicht. Egal, hauptsache man hat was getan und meckert nicht nur. [/B][/QUOTE]

Das is ne gute Sache wenn du wählen gehst,das is außer Frage.Schön währe nur wenn man hier in Deutschland die Wahl hätte!
Denn ich sehe das leider so, die Parteien hier wollen immer wieder aufzeigen wie unterschiedlich sie agieren würde nur im Grunde würde, so denke ich, der selbe Schund bei rumkommen!
Denn bei manchen Dingen sind sie sich alle einig. Und wenns nur drum geht die Diäten zu erhöhen!!!
Zoy[QUOTE][i]Original geschrieben von Cabal [/i]
[B]Nein, wir sind in der EU. [/B][/QUOTE]
Aber ich komme mir immer mehr vor wie in den USA.
Es geht noch weiter, nämlich mit dem [URL=http://www.tagesschau.de/inland/kinderbetreuung104.html]erweiterten Führungszeugnis (Link)[/URL], erstmal nur für Kindergärtner-Jobs, später mal sicherlich für alles, so das man irgendwann mal für ein vergessenes Foto von seiner eigenen Kindheit, wo der Ausschnitt des Pullovers 2cm zu weit war, nie mehr ein Job bekommt und beim Rausgehen mit faule Eier beworfen wird weil irgendwo öffentlich abrufbar "Kinderschänder" steht.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Dionaz [/i]
[B]Das is ne gute Sache wenn du wählen gehst,das is außer Frage.Schön währe nur wenn man hier in Deutschland die Wahl hätte!
Denn ich sehe das leider so, die Parteien hier wollen immer wieder aufzeigen wie unterschiedlich sie agieren würde nur im Grunde würde, so denke ich, der selbe Schund bei rumkommen!
Denn bei manchen Dingen sind sie sich alle einig. Und wenns nur drum geht die Diäten zu erhöhen!!! [/B][/QUOTE]
Es gibt ganz andere Alternativen als CDU/CSU/SPD/FDP/Grünen/Linke, ganz ohne dabei die NPD usw wählen zu müssen. Und wer meint, man kann überhaupt nichts wählen und soviel Überblick über der Wirtschaft und das System hat das er sich zutraut, zu regieren, der kann auch eine eigene Partei gründen. Es liegt alleine am Volk. Und wenn Mist gewählt wird, bekommt man auch Mist, das ist logisch.
- "Jedes Volk kriegt die Regierung, die es verdient"
HellscreamBluten für die Dummheit der Bürger und ihrer Volksvertreter. :o
DionazIch möchte dazu nur sagen,dass ich jede Wahl dazu nutze zu versuchen etwas zu ändern,es ist ja nich so als würde ich nur meckern.
Nur heißt etwas zu verändern,die Leute zu wählen deren Programm sich fürs erste nich so toll für einen selbst anhört.Leider verstehen dies die Masse der Menschen nicht,sondern lassen sich von den großen tollen Versprechungen der mächtigen Parteien (CDU,SPD) verleiten.Und dann meckern sie umso mehr wenn diese ihre tollen Versprechungen nich halten können!
In dem Sinne ist es schon richtig,das Volk bekommt die Regierung,die sie verdient!
Goat93[QUOTE]Es gibt ganz andere Alternativen als CDU/CSU/SPD/FDP/Grünen/Linke, ganz ohne dabei die NPD usw wählen zu müssen.[/QUOTE]

Das ist übrigends auch wieder etwas recht omniöses.
Sobald eine Partei nicht so ganz in den Kram passt
ist sie ganz fix "rechtspopulistisch" was dann schnell
auch mit rechtsextrem gleichgesetzt wird. Oder eben
Kommunistisch, womit man ebenso die Wähler versucht
zu verschrecken
ange gardien@ Goat

absolut richtig. Die bestehenden Macht"eliten" von CDU/SPD/FDP/GrünInnen/Linke ( ja, auch die letzten beiden zähle ich inzwischen dazu ) setzen alles daran um eine ernst zu nehmende Opposition gar nicht erst in Erscheinung treten zu lassen und da sie die Medien kontrollieren, klappt das auch ganz gut.

Die letzte wirkliche Neuerscheinung, die WASG, wurde ja durch die Übernahme der ex-SED erfolgreich entschärft, bzw. für viele klar denkende Menschen unwählbar gemacht und taugt ( wenn überhaupt ) nur noch als Protestpartei.
Andere Parteien werden entweder ins Lächerliche gezogen oder als Radikal gebranntmarkt.


Dazu kommt bei den Bürgern die weit verbreitete Meinung, es wäre ohnehin eine verschenkte Stimme, wenn man eine kleine Partei wählt. Dumm nur, dass sich so niemals etwas am System ändern wird ( was von den etablierten Parteien ja auch voll beabsichtigt ist ).

Anstatt nicht zu wählen ( was letztendlich den großen in die Hände spielt ) sollte man sich wirklich Gedanken um Alternativen machen. Geben würde es sie, nur müsste man sich damit beschäftigen, was den meisten wieder zu viel ist.
Und so wählt man dann doch wieder CDU oder SPD und schimpft weiter :(
CabalWobei sich das meiner bescheidenen Meinung nach seit dem Zeitalter des Massenkomunikationsmittels Internet eigentlich von selbst erledigen sollte, denn durch dieses haben sie die Möglichkeit einzusehen, dass die Masse von Menschen mittlerweile ebenfalls nicht mehr bereit ist, sich weiterhin von den bestehenden Großen regieren zu lassen.

Ich werde aufjedenfall meine Stimme an einer der kleinen Parteien "verschenken".

MfG
Cabal
ZoyIch finde es auch sehr wichtig, andere anzuzetteln, aufdas sie endlich wählen gehen.
Eine Stimme ist ein großer Fortschritt, aber sie reicht alleine nicht.
Ursprünglich fing mein Boss damit an, "Hey bist du einverstanden was die Regierung macht? Nein? Erst wählen, dann meckern ... jede Stimme zählt ..." usw., jetzt wurden schon einige Leute "angesteckt", hier noch eine Stimme, dort noch eine Stimmt und hier wieder eine Stimme, da kommt schon was zusammen. ;)
coma_blackNicht zu wählen spielt den etablierten Parteien ja eigentlich am besten in die Hände. Denn bei der Sitzverteilung geht es nicht mehr um die Wahlbeteiligung.

Grob vereinfacht bedeutet das: Wenn etwa nur 30 % der Wahlberechtigten wählen gehen, weil sie überzeugte CDUler sind, dann bedeutet das bei der Sitzverteilung, diese 30 % haben zu 100 % CDU gewählt, darum bekommt die CDU alle Sitze und hat die Mehrheit im Parlament. Als Nichtwähler wählt man also grundsätzlich auch, und zwar meistens diejenigen, die man als letztes als Regierung haben will.

Ich kann daher nur dazu aufrufen, daß ihr eure Stimmen "verschenkt", egal an wen, denn die großen Parteien haben immer eine handvoll Anhänger, die zur Urne gehen.

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