| Nezach | Stellt Euch vor, Ihr würdet als – den jetzigen Menschen (Euch) sehr ähnliche – Außerirdische in einer fernen Galaxis, auf irgendeinem – der gegenwärtigen Erde (auch politisch und wirtschaftlich) sehr ähnlichen – Planeten, in einem – der gegenwärtigen Bundesrepublik Deutschland sehr ähnlichen – Land bzw. Staat leben… Was müsste passieren, was müsste (national/international) alles "schieflaufen", bis Ihr Euch (innerlich) sagt: "Jetzt ist's genug! Jetzt hole ich mir, was mir zusteht! Jetzt sorge ich für Gerechtigkeit! Jetzt organisier' ich 'nen Aufstand!"? Bitte schön sachlich schreiben und artig bleiben! ;) |
| Xenomorph | [color=blue][I]"Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis auf einem unbedeutenden Planeten namens BRD"[/I][/color] [color=yellow][b]Episode 0:[/b][/color] [color=yellow][b]"Dort gab es eine mutige Allianz der Rebellen, die sich furchtlos den despotischen imperialen Schergen und ihrem imperialistischen Todesstern in den Weg stellte..."[/b][/color] Oder so ähnlich...aber warum müsste ich dafür erst in eine andere Galaxis umziehen, um den Aufstand zu proben, wo ich doch hier schon all das, was mich im Universum ankotzt, direkt vor der Nase habe...? Wenn ich mir wirklich holen will, was mir zusteht -nämlich alles - dann kann ich das doch auch jetzt und hier tun und mir die interstellare Gedankenreise auch genausogut sparen...entweder ich kann den Bonzen hier und jetzt in ihren fetten Arsch treten - oder ich kann es nicht und wenn ich es hier nicht kann, dann werde ich es auch auf einem eine Milliarde Lichtjahre weit entfernten Planeten nicht können, falls dort alles genauso zugeht wie hier...insofern ist es überflüssig, ein solches Szenario an einen anderen Ort zu verlegen, denn wenn irgendwo im Universum völlig identische Spiegelbilder von uns existieren, so wäre es logisch anzunehmen, dass sie sich unter identischen Rahmenbedingungen auch genauso verhalten würden - und was hier nicht passiert ist, dort ebensowenig hätte stattfinden können... |
| ange gardien | Wenn der Staat das Internet abschaltet, als eine der letzten Stufen zur Abschaffung der Demokratie, dann ist es an der Zeit zurück zu schlagen. Natürlich ist es dann schwierig sich zu organisieren, also sollte man das vorher tun. Ebenso wie gewisse Vorbereitungen. Ach ja, und vergesst Major Hans v. Dach als Literatur. Wird total überbewertet und eigentlich ist es ein Witz, das sein eines Werk in D auf dem Index ist. Wesentlich besser sind die ( nur auf Spanisch oder Englisch erhältlichen ) Werke von General Bayo, der unter anderem Castro und Guevara für ihre Revolutionen ausgebildet hat. Diese Werke können genau das was man braucht: Zivilisten innerhalb kürzester Zeit in halbwegs brauchbare Guerillas verwandeln - okay, bei unserer verweichlicht verfetteten Playstation-Generation dauert es vielleicht ein wenig länger. Ag ( normalerweise kein Freund von Che ) PS: Verfolgt man die Entwicklung der letzten Jahre, fühle ich mich irgendwie fatal an die Star Wars Episoden II und III erinnert. „Da geht sie hin die Freiheit, unter donnerndem Applaus“. PS: Das Problem für Leute wie mich wird dann sein zwischen den Fronten zu stehen. Zwischen dem Staat und Leuten wie Xenomorph, die nix leisten aber trotzdem der Meinung sind, ihnen steht "alles zu" Wird nicht leicht, ist aber machbar. Einfach Mad Max II als Lehrfilm anschauen und einkaufen gehen. Der .30 M1 ist gut. Alt aber richtig gut und man kann odentlich bunkern. |
| Elementarsatz | (xenomorph) [quote]Oder so ähnlich...aber warum müsste ich dafür erst in eine andere Galaxis umziehen, um den Aufstand zu proben, wo ich doch hier schon all das, was mich im Universum ankotzt, direkt vor der Nase habe...?[/quote] Und dass dich in deinem Leben alles ankotzt, daran sind natürlich die bösen Bonzen, der böse Staat, die multinationalen Konzerne und die jüdische Weltverschwörung schuld. Übernehmt bloß keine Verantwortung für das eigene Leben! :) |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von ange gardien [/i] Wesentlich besser sind die ( nur auf Spanisch oder Englisch erhältlichen ) Werke von General Bayo, der unter anderem Castro und Guevara für ihre Revolutionen ausgebildet hat.[/QUOTE]Solche Aufstände und Revolutionen entpuppen sich meist als Lawinen, deren Lauf niemand mehr so recht überschauen kann, es gibt Berge von Leichen und letztendlich bleibt alles beim Alten, nur mit neuen Namen. Da habe ich vor einem "Weg der kleineren Schritte", wie ihn [URL=http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29746/1.html]Hugo Chávez[/URL] in Venezuela prakriziert, wesentlich mehr Respekt. |
| Heph | Es muss ja nicht unbedingt gleich der Aufstand sein. Eine portion gesunder "Ziviler Ungehorsam" reicht auch aus. Wenn mir ein Gesetzt nicht gefällt sag ich es, such mir Leute die auch gegen dieses gesetzt sind, Protestiere mit Briefen und auf der Straße und geh im Endeffeckt zum BVerG je nach dem wie weit man es treiben muss. Nun ja und das unbrauchbar machen von einigen Reglung geht auch z.B. bin ich dafür alle neuen Reispässe mal kurz in die Mikrowelle zu legen. An sich müsste recht viel passieren damit ich "den Aufstnad probe". |
| Seneca | Wir sind an einem Punkt an dem Gesetze schneller erlassen, zurückgenomen und mit neuem text noch mal erlassen werden als Bürgerinitiativen darauf reagierne können. Derzeit werden gestze binne sechs Woche duchgeprügelt. Aus meiner Zeit in der ASTA weis ich noch zu gut wie träge der Widerstand in Deutschland anläuft...er steht auch vor 14:00 nicht auf, selbst wenn der Ministerpräsident unbehelligt genau vor seiner Nase gegen ihn parliert. Und wenn mal was passiert dann erschöpft sich das darin Hütten im Wald zu bauen und auf Autobahnen herumzusitzen oder vor hohen Zäunen laut gröhlend aufzumarschieren und sich dann in Käfige sperren zu lassen. |
| Heph | Die Bevölkerung geht aber auch nicht vor 4 Uhr morgens ins Bett und ist erst 25 Uhr offline. Wo die Politik schneller geworden ist ist der Bürger das auch mit der Großflächigen (ha ha ha) Vernetzung. Barack Obama, wenn auch Ami, hats ja vorgemacht mit der gesammten Facebook/online Campangne. Im Internet sehe ich durchaus ein neues schnelles aufmarschgebiet. Aber man sollte endlich mal eine Zwischengeschaltete unabhängige Verfassungsschutz-kommision für neue Gesetzte durchprügeln die anstelle des Bundespräsidenten gesetzte abzeichnet. Auch sollte das Petitionssystem aufpoliert werden. Im genauen hieße das die Sachgleichheit abzuschaffen. |
| Cabal | Was haben nur alle gegen ungerechte Staatssysteme? Da muss man sich als Möchtegerndiktatur ja regelrecht fürchten, Opfer eines wütenden, mittellosem (also Verachtungswürdigen) Mob zu werden. Ne, ne, ich ruf mal besser die Sicherheit an, die sollen den minderwertigen Mischlingshaufen schön in Schach halten, damit die echten Menschen ihr normales Leben führen können. Ich will schließlich auchmal dazugehören. Frage: Wenn der Mensch in seiner Vormachtsstellung das Tier als Nutzvieh benutzt, inwiefern ist es wahrscheinlich, dass ein Mensch, der im gleichen Verhältnis zu Mensch A mächtig ist, wie Mensch A zum Tier, diesen Menschen A ebenfalls als "Nutztier" hält? MfG Cabal |
| ange gardien | [QUOTE][i]Original geschrieben von Heph [/i] Im Internet sehe ich durchaus ein neues schnelles aufmarschgebiet. [/QUOTE] Ich habe in meinem ( zugegeben nicht in allen Punkten ganz ernst gemeintem ) ersten Post nicht umsonst als Startschuss die Abschaltung des Internet genannt. Das Internet in seiner jetzigen Form ermöglicht erstmals eine Demokratisierung von Wissen und Information. Niemand mehr kann, was das angeht, eine Monopolstellung aufrecht erhalten. Wer die Medienlandschaft aufmerksam beobachtet, konnte in letzter Zeit feststellen, dass Redakteure und Journalisten immer wieder gegen Blogs wettern. Vorgeschoben wird die Sorge um Qualitätsstandards ( als ob sich da die Mainstreammedien sonst groß drum kümmern ). In Wahrheit dürften es wirtschaftliche Gründe sein. So gesehen ist das Internet für Regierungen und Presse gleichermaßen unbequem. Wie mit diesem Medium in Zukunft umgegangen wird, ist m.E. der Indikator Nr. 1 für den Zustand unserer Demokratie. @TTP Mit deinem ersten Satz volle Zustimmung. Ob ein Weg der kleinen Schritte erfolgreich sein kann, hängt vom System ab. Gandhi war mit seiner Form des Widerstands gegen die Briten erfolgreich. Ich bezweifle aber das er z.B. gegen Hitler, oder gegen die Taliban in Afghanistan und Pakistan auch diesen Erfolg gehabt hätte. Ein Systemwechsel, egal ob friedlich oder durch Gewalt, kann nur erfolgreich sein, wenn eine Reihe von Faktoren erfüllt sind. Einer davon ist, dass das System bereits kränkeln muss. Gegen eine Diktatur, die wirtschaftlich und politisch auf dem Höhepunkt ihrer Macht ist, ist jeder Widerstand von innen zwecklos. Das System muss bröckeln und die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung muss hinter dem Wechsel stehen. |
| Heph | An sich würde der statt mit der Abschaltung der netzstruktur sich selbst mehr stören als nützen. Ausserdem ist es sehr schwer ein so dezentrales Netz wie "das Netz" abzuschalten. Mehr noch auch nur die kleinste Wahrnehmung eines solchen Vorhabens würde eine noch stärkere dezentralisierung und autarkisierung der Netzstrucktur bedeuten. |
| Gezeichneter | Das Thema erinnert mich irgendwie an Fight Club... [i]"Mann, ich sehe im Fight Club die stärksten und cleversten Männer, die es jemals gab. Ich sehe soviel Potential, das vergeudet wird. Herrgott noch mal, eine ganze Generation zapft Benzin, räumt Tische ab, schuftet als Schreibtisch-Sklave. Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos, machen Jobs, die wir hassen und kaufen dann Scheiße, die wir nicht brauchen. Wir sind die Zweitgeborenen der Geschichte - Männer ohne Zweck, ohne Ziel. Wir haben keinen großen Krieg, keine große Depression. Unser großer Krieg ist ein Spiritueller. Unsere große Depression ist unser Leben. Wir wurden durch das Fernsehen aufgezogen in dem Glauben, dass wir alle irgendwann mal Millionäre werden, Filmgötter, Rockstars... Werden wir aber nicht. Und das wird uns langsam klar. Und wir sind kurz, ganz kurz vorm Ausrasten." [/i] [i]"Du bist nicht dein Job! Du bist nicht das Geld auf deinem Konto! Nicht das Auto, das du fährst! Nicht der Inhalt deiner Brieftasche! Und nicht deine blöde Cargo-Hose! Du bist der singende, tanzende Abschaum der Welt." [/i] |
| Milten | "Jetzt sorge ich für Gerechtigkeit! Jetzt organisier' ich 'nen Aufstand!" Ich persöhnlich denke hier steckt schon ein Wiederspruch drin. Aufstände sind nicht characteristisch für Moral, Recht oder Vernunft. Eigentlich ist es meist nur eine Methode des Aggressionsabbaus, der meist darin endet, wie TheTurningPoint, bereits erwähnte nur Namen und keine Zustände ändern. Ich bezweifele natürlich nicht den guten Vorsatz, durch einen Aufstand "Gerechtigkeit" zu schaffen, nur denke ich ist es nicht möglich diese durch Massen zu erreichen. Das Werk "Psychologie der Massen" von Gustave Le Bon zeigt sehr schön die fatalen Schwächen von psychologischen Massen, das können schon zwei oder mehr Individuen sein. Ich denke Probleme wie Unrecht, Diktatur oder Zensur können nur von Individuen bewältigt werden. Schlüssel dieser Probleme sind wir selbst. Unsere Geister sind schwach und nicht in der Lage entweder Macht zu wiederstehen, noch sie zu kntrollieren, ( was in sich eigentlich schon ein Wiederspruch ist). Darüberhinaus sind wir leicht zu beeinflussen und zu täuschen. Es ist also eine Frage des geistigen Wiederstandes. Aufklärung und Bildung sollten die Lösung sein. Natürlich befinden sich diese in einer misslichen Lage, wenn das "gegnerische" System bereits an der Macht ist. Dazu wüsste ich keine effiziente Lösung, die nicht den eben genannten Prinzipien wiedersprechen würde. Daher denke ich man sollte diesen Zuständen vorbeugen, wenigstens, um das Ausmaß zu vermindern. Praktisch gesehn wäre mein Vorschlag an jeder Schule das Fach Geschichte zu intensivieren, ( am besten lernt man aus Erfahrung), sowie das einführen des Faches von Psychologie, sodas jeder die elementaren Bausteine der geistigen Srlbstverteidigung beherrscht. |
| Cabal | [QUOTE][b]Zitat: Milten[/b] Praktisch gesehn wäre mein Vorschlag an jeder Schule das Fach Geschichte zu intensivieren, ( am besten lernt man aus Erfahrung), sowie das einführen des Faches von Psychologie, sodas jeder die elementaren Bausteine der geistigen Srlbstverteidigung beherrscht.[/QUOTE] Boy, wenn jeder weiß mit welchen Mitteln du dich geistig zur Wehr setzt kann auch jeder deine geistige Abwehr umgehen. Aufstände kommen einfach zyklisch vor und sind ab und an vonnöten den Schwächeren durch den Stärkeren auszutauschen. Dabei wird es nie soweit kommen, dass der Moralische der siegreiche ist, keine Angst. MfG Cabal |
| Milten | "Boy, wenn jeder weiß mit welchen Mitteln du dich geistig zur Wehr setzt kann auch jeder deine geistige Abwehr umgehen." Das ist leider nicht ganz richtig, du hast schon recht, dass wenn man die Verteidigung kennt, sie leichter umgehen kann, aber lässt du völlig den Aspekt außen vor, dass zuvor überhaupt keine vor handen war und es Demagogen deutlich mehr Aufwand und Zeit kostet die Massen zu manipulieren, was zuvor eine Handschlag war. Darüberhinaus gibt es Mechanismen die sich nur sehr schwer bzw gar nicht, im großen Stil, wie es von Nöten, für den Demagogen, ist, umgehen lassen. Das bewusste Wahrnehmen von psychologischen Massen, das Identifizieren von Demagogen und die kritische Reflexion. Es kann schon sein, dass ein Demagoge dennoch Individuuen manipuliert, aber das funktioniert bei weitaus wenigern. Die Folge von wenig Aufwand (außerdem schaden tut es auch nicht) wäre eine deutlich resistentere Menschheit. Die einzige Kritik, dabei wäre das genaue Gegenteil. Mit dieser Maßnahme würden wir uns nämlich erst bewusst werden wie oft und in welchem Maße wir manipuliert werden. Die unangenehme Folge wäre, das z.B. Beziehungen stark rationalisiert werden würden. "Aufstände kommen einfach zyklisch vor und sind ab und an vonnöten den Schwächeren durch den Stärkeren auszutauschen." Ich denke, dass man Aufstände nicht einfach als natürlich vorraussetzen kann. Aufstände sind viel mehr eine Kausalität. Außerdem sind es meistens nicht die Schwachen, die durch einen Aufstand an die Macht kommen, sondern einfach nur andere Starke. Wie zuvor schon erwähnt, es verändern sich nur Namen nicht Zustände. "Dabei wird es nie soweit kommen, dass der Moralische der siegreiche ist, keine Angst." Diese Aussage impliziert die Anschuldigung ich würde mir so einen Zustand wünschen, dies ist jedoch ganz und gar nicht der Fall, aber bei "Massen" ist Moral und Recht nicht möglich. Psychologische Massen sind impulsiv und emotional. Moral und Recht basieren jedoch auf Vernunft und Objektivität. Beides ist nie in einer psychologischen Masse gegeben. |
| Goat93 | [QUOTE]Gandhi war mit seiner Form des Widerstands gegen die Briten erfolgreich. Ich bezweifle aber das er z.B. gegen Hitler, oder gegen die Taliban in Afghanistan und Pakistan auch diesen Erfolg gehabt hätte..[/QUOTE] Im Endeffekt wäre er erfolgreich gewesen, denn der Gewaltlose Widerstand soll ja die Schreckensherrschaft der Unterdrücker durch Lapalien und Unsinnigkeiten darstellen, das dabei so viele Menschen erst sterben müßen, ist allerdings gar nicht so "erfolgreich" Das i-Net ist DIE Überwachungs und Kontrolliermöglichkeit des Staates um den einzelnen gefügig zu machen. ich würde das Netz als ersten Schritt in den Widerstand abschalten wollen... |
| riomar | Warum auf einem fremden Planeten, warum nicht hier? Wir haben keine revolutionäre Situation, solange die Kaufhäuser voll sind und es den Mensche gut geht bzw. egal ist, dass es soziale Unterschiede gibt. |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von riomar [/i] [B]Warum auf einem fremden Planeten, warum nicht hier? Wir haben keine revolutionäre Situation, solange die Kaufhäuser voll sind und es den Mensche gut geht bzw. egal ist, dass es soziale Unterschiede gibt. [/B][/QUOTE] Ja, das stimmt vermutlich - solange dieser scheinbare Überfluss überall vorherrscht, der den Menschen aber gleich Tantalus zunehmend unerreichbar bleibt - auch wenn sie direkt davor stehen - werden sie nicht ernsthaft erwägen, das System zu stürzen...doch wird die Situation einer wachsenden Anzahl von Menschen in diesem supertollen Staat eben der jener tragischen Figur aus der antiken Sagenwelt immer ähnlicher: Der bettelnde Obdachlose, der vor einem bis zum Überbersten mit allem zu einem Leben im Wohlstand notwendigen - und noch mehr nicht notwendigem - gefüllten Konsumtempel auf der #Straße dahinvegetiert - ist des Tantalus neuzeitlicher Epigone und dem antiken Vorbild, was die Absurdität seiner Situation anbelangt, in jeder Hinsicht ebenbürtig... ...um den Menschen diesen Betrug bewusst zu machen, nämlich dass der Warenüberfluss und der durch ihn ausgelöste Stimulus folgende Botschaft haben: "ich muss mich dem System unterwerfen und ihm dienen, um wenigstens ein klein wenig davon naschen zu dürfen", zündete die RAF damals als erstes Kaufhäuser an - leider wurde gerade diese Botschaft aus der Frühzeit der Bewegung nicht verstanden, der Appell, der mit ihr verknüpft war: denn sie war und ist des Pudels Kern bei der ganzen Sache: Waren dienen der Systemstabilität mehr als alles andere, solange sie diesen bereits von Marx festgestellten Fetischcharakter beibehalten, der mit ihrer Bestimmung als Ware einhergeht...der Verwertungskreislauf hat ja diese zwei Pole, an denen alles hängt: Arbeit wird einerseits in Waren transformiert, um wiederum Arbeit zu erzeugen, und der "Ausfluss" dieses Kreislaufs stellt den Mehrwert dar, den Gewinn, den der Produktionsmittelbesitzer als Gewinn aus diesem Verwertungskreislauf abschöpft...und ein Sieg über das System, zumindest über dessen wirtschaftlichen Teil, ist nur dann möglich, wenn dieser Zyklus an irgendeiner Stelle unterbrochen wird - sei es durch gezielte Sabotage oder aber durch die wachsende Asymmetrie zwischen der notwendigen Produktivitätsrate und der Gewinnspanne der Ausbeuter, die, um ebenso weiter anzusteigen, den Arbeitslohn immer weiter drücken muss... |
| X Inferis | @Scheol Interessant, daß Du Bier & Fußball erwähnst. Als Exilbayer in Niedersachsen nehme ich große Mühen auf mich um mein geliebtes bayrisches Bier von meiner Heimatbrauerei hierher liefern zu lassen. Würde mir dieses kleine Stückchen Heimat tatsächlich durch den Staat entzogen werden würde ich tatsächlich eine Bier-Revolution starten :D Aber gut, wann würde ich rebellieren? Wenn mein Recht auf Selbstbestimmung eingeschränkt wird, die Demokratie nichtmal mehr auf dem Papier existiert und mein Empfinden von Gerechtigkeit im krassen Widersatz zum geltenden Recht steht. Menschen -weil unfähig "menschlich" zu handeln- brauchen Regeln und Gesetze um miteinander zu leben, etwas wie grenzenlose Freiheit gibt es nicht, das wäre mit Anarchie gleichzusetzen. Auf Anarchie folgt Chaos, auf Chaos unendliches Leid. Ich nehme es in Kauf zum Wohl aller auf gewisse Freiheiten zu verzichten und mich -auch teils banale- Regeln zu halten. Das nennt man Rücksicht. "Hineinfließen in die Form, aber sich nicht verformen lassen und niemals aushärten" sagte einst ein ganz besonderer Mensch zu mir und so halte ich es auch. Man muß sich bis zu einem gewissen Grad anpassen können, wenn man jedoch gezwungen wird sich jemandem zu beugen ist es Zeit sich zur Wehr zu setzen. Und wenn dies zur Folge hat, daß man "Mord rufend und die Hunde des Krieges entfesselnd" gegen ein Regime vorgeht um sich und andere zu schützen, dann ist es so. Ich würde aber nicht soweit gehen und unsere Angie als Darth Vader und die Polizei als imperiale Sturmtruppen zu sehen. Der letzte potentielle Imperator (Bush jr.) wurde kürzlich in den Ruhestand geschickt und durch einen aufstrebenden Skywalker (Obama) ersetzt. Bleibt abzuwarten, ob er sich als Luke oder Anakin entpuppt... Würde zum jetzigen Zeitpunkt eine Revolution in Deutschland starten, würde ich jedoch auf der Seite derer stehen, die diese niederschlagen. Immerhin hat uns die letzte Revoluion gegen eine demokratische Regierung in Deutschland einen gewissen österreichischen Diktator als Staatsoberhaupt eingebracht und die Dinge wurden nicht unbedingt besser. |
| Xenomorph | Ich würde jede Revolution gegen das herrschende System unterstützen - ganz gleich, von welchem sie ausginge und selbst dann, wenn ein neuer Hitler oder Stalin an ihrem Ende stehen würde...vielleicht sind solche Figuren am Ende sogar ein notwendiges Übel - denn jede Revolution braucht ihre Robespierres und Jacobiner...diese Begriffe von links vs. rechts haben inzwischen ohnehin einen Großteil ihrer Kohärenz eingebüsst - im Gegensatz zum herrschenden System, das seine Feinde klein hält, indem es Zwietracht zwischen sie sät und sie gegeneinander ausspielt - divide et impera...apropo Diktatur: Die existiert bereits, existierte von Anbeginn...die Demokratie ist eine Farce, weil sie niemals existieren kann und nie existieren wird, solange jenes "Volk" nicht aus seiner stumpfen Lethargie erwacht und seine Belange selbst in die Hand zu nehmen beginnt - ohne Bonzen, Regierungen und den ganzen daran gekoppelten parasitären Hofstaat, der ihn am Leben erhält...damit soll das Volk nur zum Stillhalten und schlucken verdammt werden - denn der von jedem eigenständigen Denken unbeleckte deutsche Dumpfmichel, der diesen Schwafu noch immer für bare Münze nimmt, ist der wirksamste Garant dafür, dass alles so bleibt wie die es haben wollen... |
| Apex | @Xeno Wenn die Revolution ihre eigenen Kinder frisst, wird sie sich an dir eine Magenverstimmung holen. |
| Demon17 | [QUOTE]Außerirdische in einer fernen Galaxis,[/QUOTE] Sobald die Raumfahrt ausreichend entwickelt ist, bekommt jede Revolution ihren eigenen Planeten. Es gibt wieder neue Grenzen, neues Land zu entdecken und alle Untzufriedenen werden sich auf den Weg zu neuen Planeten machen. Das entspannt die Lage ungemein. Lokale Aufstände gegen die üblichen Despoten wird es natürlich immer geben. Das wäre dann für mich auch der Ansatz das ganze professionell zu betreiben, denn nur dann lässt sich an der Revolution auch wirklich Geld verdienen, wenn es sichere Bankkonten gibt, auf die man die Kohle einzahlen kann. |
| Demon17 | Ja wir können ja schon mal mit der Indoktrination anfangen: Was hälst Du von einem idealistischen Antimaterialismus und wir befreien Sie dann von dem süßen Gift des Luxuslebens? |
| Demon17 | Ja so einen religiös verbrämten, antimateriellen Kollektivismus, der den Menschen einen Sinn im Leben sehen lässt, wäre ideal. Man könnte die Aufständischen dann auch gleich die Revolution weiter tragen lassen und müsste nicht immer wieder von vorn anfangen. Ich meine es braucht ja auch eine ganze Menge Infrastruktur und Logistik. |
| Demon17 | [QUOTE]Sozusagen als Rädelsführer die den Bauern bloß umfunktionieren bzw. seine Kraft für sich selbst adaptieren um erneut ein System zu entwickeln was den Entwicklern letztendlich zu Gute kommt (also uns).[/QUOTE] Das mit den LPGs hat ja nicht so hingehauen. Ich finde wir sollten die Finger von den Produktionsprozessen lassen und die Menschen selbst verstaatlichen. Das ist geschickter und man hat nicht soviel Arbeit mit der Wirtschaftsplanung. |
| Demon17 | Ja linguistische Maßnahmen sind gut, wichtig ist halt, das die Menschen einer permanenten Gehirnwäsche unterzogen werden. Die Freizeit wird natürlich kollektiv im Sinne der Weltanschauung gestaltet. Insofern haben die Menschen sowieso keine Zeit mehr Geld auszugeben und wir können die Steuern erhöhen. Also in 20 Jahren startet die erste Marsmission... |
| Demon17 | Ich werde solange Kredite aufnehmen und sie mit neuen Krediten zurückzahlen. Das ist in den USA auch 20 Jahre gut gegangen. |
| Seneca | Nein, Du musst den Leuten für das Geld was sie bei Dir anlegen 18% Zinsen p.A. versprechen...und die Zinsen bedienst du vom Geld der durch die gute Rendite angelockten Folgeanleger. Hat ja auch 20 Jahre lang geklappt. |
| Demon17 | Ob man sich das Geld nun bei den Banken oder den Anlegern holt bleibt sich doch gleich. Ich mach das anders, der Leitzins für den sich die Banken Geld bei der Europäischen Zentralbank leihen liegt bei 2% oder so. Denen mache ich vor, ich wäre eine Bank und lege das Geld dann für 3,5% in festverzinslichen Staatsanleihen an. Bei 20 Milliarden halte ich es damit eine Weile aus. |
| Nix | [QUOTE][i]Original geschrieben von Scheol [/i] [B]Ich kann Xenomorph gut verstehen....der einzige Unterschied ist, das ich nicht gewillt bin ein "befreites" Land einen derartigen Rattenfänger zu überlassen.[/B][/QUOTE] Nicht, dass Du darauf Einfluss hättest. [b][quote]Ich zerstöre etwas um aus Vorhergegangenen zu lernen und ein solideres Fundament zu errichten. [/B][/QUOTE] Das halte ich für ineffektiv. [b][quote]...genau wie die Demokratie in unserem jetzigen Land.[/B][/QUOTE] So ist es. Vor der beabsichtigten Einführung einer anderen Staatsform sollte man sich m. E. Gedanken darüber machen, wie diese aussehen soll. Ansonsten bleiben diese markigen Sprüche die Plattitüden, für die ich sie halte. |
| Nix | Die Realität mit einem Konjunkturrückgang von mindestens 5 Prozent in diesem Jahr wird das Thema bald einholen, fürchte ich. |