| Demon17 | Sind wir auf dem Weg zur [URL=http://de.wikipedia.org/wiki/Nekrophilie]Nekrophilie[/URL] ? Ist die schwarze Szene ein Vorreiter eines Trends zur Liebe der Toten? Ist Nekrophilie die Quintessenz oder der Endpunkt von Gothic? Bands wie Rammstein, Eisregen aber auch Künstler wie Nick Cave und Kylie Minogue verherrlichen die Vereinigung mit Verstorbenen. Sind wir auf dem Wege uns mit dem Jenseits auch sexuell zu vereinen? Wikipedia:[QUOTE]In der Analytischen Sozialpsychologie von Erich Fromm ist unter Nekrophilie eine Charakterorientierung zu verstehen, die in Verkehrung der biophilen Kräfte des Menschen (Biophilie) im modernen Sozialcharakter eine zunehmende Tendenz zur Zerstörung zeigt. Nekrophilie und Destruktivität sind nach Fromm die „Folge ungelebten Lebens“ (und – im Gegensatz zu Freud – nicht Ausdruck eines biologisch fixierten Destruktions- oder Todestriebes). Fromm bewertet die westliche Zivilisation in Teilen als nekrophil. Symbole des Nekrophilen sind Fassaden aus Beton und Stahl, die Vergötterung der Technik der Megamaschine (Technophilie), die Vergeudung von Ressourcen im Konsumismus und die Behandlung von Menschen als Dinge im Bürokratismus.[/QUOTE] Löst die Reduktion unserer Persönlichkeiten auf das technische, funktionale in der Berufs- und Alltagswelt einen unbewußten Todeswunsch in uns aus, in der Absicht in eine andere Welt zu fliehen, die uns im Ganzen nimmt wie wir sind. Suchen sich deshalb einige den oder die Liebsten aus der Totenwelt aus, von denen die sich nicht mehr wehren und uns nehmen wie wir sind, uns die Illusion ganzheitlichen Verständnisses schenken und wenn ja, bis zu welchem Grad der Verwesung gelingt es uns den Menschen im Leichnam zu sehen und haltet ihr Mumifizierung zur Aufrechterhaltung einer langen Beziehung für legitim? Gibt es etwas romantischeres als Liebe und Tod, ist dann die Liebe zu einem Toten nicht der Inbegriff der Romantik? dark dreams demon17 |
| Demon17 | Nun Fromm unterscheidet ja unter anderem zwischen autoritären, narzistischen und nekrophilen Charakterzügen. natürlich äußern sich solche unbewußten Neigungen nur latent und kommen dann in der beschriebenen Technophilie oder dem Bürokratismus zum Ausdruck. Sicher auch ein Aspekt des immanenten Wunsches des Menschen seine Umwelt zu kontrollieren, doch keineswags zu verwechseln mit dem autoritären Charakter. Nur selten findet sich die Nekrophilie in Reinkultur wie etwa bei [URL=http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_von_Cosel]Carl von Cosel[/URL] , der seine tote Geliebte im Mausoleum aufbahrte und sie nachts besuchte. Bis auf die Beischlafvorrichtung finde ich die Idee sehr romantisch. Ich würde es auch nicht unbedingt krank nennen. Carl von Cosel konnte jedenfalls keine psychologische Fehlfunktion nachgewiesen werden. dark dreams demon17 |
| Demon17 | Ich denke es gibt zwei Arten von Nekrophilie, einerseits die romantische Nekrophilie wie die des Carl von Cosel, die versucht einen über alles geliebten Menschen über den Tod hinaus als Lebenspartner zu behalten und andererseits die pervertierte Nekrophilie, wie sie in dem medizinischen Onlinelexikon [URL=http://www.onmeda.de/lexika/sexualitaet/nekrophilie.html]Onmeda[/URL] auf der zweiten Seite mit den Fallbeispielen beschrieben wird. Ein anderes Beispiel für die romantische Nekrophilie wird in Hitchcocks[URL=http://www.physiologus.de/nekroph.htm] Vertigo[/URL] beschrieben. Mich fasziniert das Thema so sehr, weil in ihm einerseits eine Übersteigerung der romantischen Liebe zum Ausdruck kommt und und die Nekrophilie zugleich nach der gängigen Moral und Ästhetik eine der widerlichsten Formen pervertierter Sexualität darstellt. Auch bin ich nicht bereit gleich jedes von den gesellschaftlichen Normen abweichende Sexualverhalten als krankhaft abzustempeln. Das wurde bis Mitte der siebziger auch mit der Homosexualität gemacht und unterliegt eigentlich eher dem Wertewandel als gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnis. never surrender demon17 |
| Demon17 | ,,,und was wenn Sie vor ihrem Tode damit einverstanden wäre? |
| Trauerwesen | Ich für meinen Teil differenziere schon sehr stark zwischen Nekrophilie und Liebe; das eine ist sexuell, ein Trieb, das andere ein Gefühl, emotional. ich selber mag auch in gewisser Hinsicht den Tod romantisieren, aber nur in Bezug auf Liebe, und ich kann mir aber nicht vorstellen, diese Liebe dann in einem Sexualakt post human durchzuführen, da liegen dann doch für mich Welten dazwischen. Und wie bereits gesagt, soll nekrophilie - ebenso wie Pädophilie - sich eher auf ein gesondertes Machtbewusstsein berufen, welches wohl weniger durch Liebe zum Ausdruck kommt, also vor dem Tod. |
| Demon17 | Ich denke über den sexuelen Aspekt läßt sich schlecht streiten, der ist auf jeden Fall übelkeitserregend. Aber die Aufbewahreung einer Person, etwa in Form einer Mumie, die nächtlichen Besuche. Verbunden mit langen Gesprächen (gut es wären Monologe). Das machen manche Leute ja auch am Grab ihrer Verstorbenen. Die liebevolle Pflege des Leichnams und die ein oder andere Zärtlichkeit wäre eventuell doch sehr romantisch. Ich meine Nekrophilie doch eher im Wortsinne (von griechisch nekrós = Toter, Leiche und philía = Zuneigung) . Leichenschändung hingegen hat ja mit Liebe im eigentlichen Sinne nichts zu tun. So ein [URL=http://www.raetsel-der-menschheit.de/forgot/taj_mahal.htm]Taj Mahal[/URL] in dem der oder die Liebste aufgebahrt Läge um dort die Nächte zu verbringen fände ich schon extrem romantisch. think twice its magic demon17 |
| Odessa | Lieber Ch. - mein Thema ;-). Als bekennender Heathcliff-Maniac bin ich natürlich von einer gewissen Art der Nekrophilie - wenn man es so nennen will - angezogen. Ich glaube, daß das überhaupt das Einzige an mir ist, was "schwarzromantisch" wäre ... dieses völlige Verständnis von extremen Liebesformen und -neigungen. Wer den Fall nicht kennt: Emily Bronte schuf mit "Wuthering heights" eigentlich DEN "Gothic-Novelle-Klassiker", in dem die Hauptfigur Heathcliff ein äußerst stark (und natürlich unglücklich) liebender Mann ist, dessen Liebe stirbt und der sie noch Jahre nach ihrem Tod so liebt und "verinnerlicht", daß er sogar ihren Leichnam ausgräbt in ihrem Grab, nur um zu sehen ob sie wirklich noch "da drin" liegt (sie erscheint ihm nämlich auch als Geist). Inwieweit Heathcliff mit der Leiche dann "irgendwas" praktiziert, wird im Buch nicht beschrieben, aber ich habe auf einigen Literatur-Foren, wo dieses Buch im Rahmen einiger Doktorarbeiten Thema war, viele Stimmen gelesen, die einen nekrophilen Aspekt hier nicht ausschliessen. Ich selbst hatte vor Jahren Kontakt mit einem Chirurgen, der geistig nicht so wirklich gesund war (aber wer ist das schon...) und der mir schilderte, wie sehr er sich von Toten angezogen fühle, in einer Art, die er selbst nicht mal richtig beschreiben konnte. Es war keine Lust oder sexuelle Gier, sondern eher eine Art - so sehe ich es aus seinen Worten heute - großer Neugier, großer Faszination .... der Mann schrieb mir, daß er sich in der Klinik in jeder freien Minute in der Pathologie aufhalte, die toten Körper betrachte, sie auch berühre.. hinter die Augen sehen möchte, die toten.. wissen möchte, was "da" ist.... Ich war anfangs sehr befremdet, vor allem nachdem er mir weitere Details aus seinem Privatleben schilderte, worin ein Orden eine Rolle spielte, der u. a. seine verstorbenen Mitglieder nach altägyptischem Brauch in einem Ritual "mumifiziert". Auch in der Schilderung dieser Rituale war sehr viel nekrophiles, gemischt mit extremer Sinnlichkeit. Ekstase, Leidenschaft, Lust - gepaart mit dem Erleben von Schmerz bis hin zu Todeswünschen bzw. Tötungsphantasien spielten für diesen Mann eine große Rolle und augenscheinlich für die anderen Ordensmitglieder auch. Ich muss gestehen, daß ich bis zu einem gewissen Grad diese Faszination - ähnlich dem Kaninchen vor der Schlange hypnotisiert - teilen konnte. Ich aber letztendlich selbst NICHT so weit gehen konnte und wollte, einen toten Menschen - also eine Leiche - noch als "Liebespartner" zu betrachten. Ích kenne viele Menschen, die ihre toten Haustiere ausstopfen lassen, um sie immer noch "bei sich" zu haben, und da bin ich wirklich absolut unschlüssig was ich davon halten soll: ich kann den Schmerz und die Trauer so gut verstehen und den Wunsch, das geliebte Wesen immer noch streicheln zu können, oder es in der bevorzugten Schlafpose auf dem Sofa liegen zu haben, auch als Leiche. Und trotzdem empfinde ich ein Gefühl des "das ist nicht richtig" dabei, denn mir ist andererseits die Totenruhe heilig und ich denke, ein jedes Wesen - ob Mensch oder Tier - hat ein Recht darauf, daß seine "sterbliche Hülle" nach dem Ableben auch in Ruhe gelassen wird.... Von daher - ich bin unschlüssig. Faszination übt es auf mich aus, wenn Menschen so extrem emotional sind daß auch der Tod ihre Liebe und Leidenschaft nicht bremst, denn ich bestehe aus 101% Emotion ;-). Aber andererseits sind meine Grenzen eben da, wo die Toten ihre Art "Heiligkeit" meines Empfindens nach haben... Gutes Thema, demon, ich merke grad mal wieder daß es eine Menge Reaktionen in mir auslöst ....:) |
| rosenkind | man verzeihe mir, dass ich nur die ersten Beiträge gelesen habe. ich denke, es gibt einen Unterschied zwischen Fantasie und dem Realen. ich spreche nun mal von mir: An sich ist die [B]Vorstellung[/B] alleine, von der aufgebahrten Toten, dem trauenden Liebenden, der neben ihr wacht ect. an sich für mich schon romnatisch, aber nur solange es in der Form von Vorstellung bleibt, z.B. von Lyrik. Wenn es diese Grenze überschreitet, empfinde ich daran nichts mehr romantisches, die Vorstellung, dass jemand wirklich... ist einfach nur eklig. Klingt zunächst paradox. ist es auch. Aber dieses Paradoxe begegnet uns so oft. Warum schauen so viele Menschen gerne Filme, in denen viel Blut fließt? oder lesen Gruselgeschichten? ect. pp. Und dabei sind sie alle friedlich. Ich denke, man kann es nicht alleine auf unsere Moral, "der Reiz des Verbotenen" schließen, die uns verbietet etwas zu tun. Dies spielt sicher eine Rolle, aber ebenfalls eine Rolle spielt, denke ich, der Reiz an unserer eigenen Angst. Im realen Leben ist Angst mein etwas unangenehmes, entweder sie überwältigt uns oder wir müssen hart kämpfen, damit sie das nicht tut. Angst machen uns oft Dinge, die wirklichgefählich sind (auch im sozialen, ein Boss, der einem feuern kann ist auch gefählich in dem Sinne) oder die wir schlichtweg nicht begreifen. Beim Tod kommen beide Aspekte zusammen, einerseits ist der Tod schon immer ein Mythos gewesen, der auch heute nicht bezwungen ist und anderseits ist er Bedrohung, wir alle müssen sterben irgendwann und uns allen werden irgendwann Menschen entrissen werden, die wir lieben. In der [B]Vorstellung[/B] können wir unserer Angst begegnen, ohne dass sie übermächtig wird, können wir unserem Unwissen begegnen, ohne dass es übermächtig wird. Ich denke, das macht den Reiz des ganzen aus. Was das mit dem schwarz-sein zu tun hat. Die Exoten mages sicher geben, aber ich denke auch hier, spielt doch vieles im Bereich der Fiktion, jedenfalls erlebe ich es so. Ich denke, das ist auch der Punkt, der von vielen (Neueinsteigern) missverstanden wird, auch in anderer hinsicht, dass vieles einfach nicht zu wörtlich zu nehmen ist, sondern eine Außeinandersetzung auf einer gedanklichen, theatralischen Ebene. wir sind in gewisser Weise, die Künstler, die die Kulisse der Vorstellung malen... ansonsten finde ich odessas Thread sehr interessant. Was steckt dahinter, wenn man den toten Körper wie einen lebendigen behandelt. Vor 3 Monaten erzählte unsere Tageszeitung von einem 70jährigen, der über ein Jahr lang seine tote Frau neben sich im Bett eingewickelt "aufbewahrt" hat. in meinen Augen ist dieser "lebendige Tote" in gewisser Weise doch irgendwo das Gegenteil von "nekrophilie" im wörtlichen Sinne. Es ist doch der Versuch, etwas lebendig zu halten, was egentlich tot ist. Es ist doch in gewisser die Ignoranz gegenüber dem Tod. Und letztendlich eine Flucht. Ein Mann, der eine Leiche so lange im Bett aufbewahr, was geht in ihm vor? Ein Bewusstsein "deine Frau ist tot", doch viel mehr ein Verdrängen. Ein lebendig halten wollen. Und das ist in meinen Augen wieder eine Flucht vor dem Tod. Irgendwie finde ich unter diesem Aspekt es auch passend, dass eine Ausstellung wie Körperwelten grade in unserer heutigen Zeit stattfindet, die sich dem Tod weit entfremdet hat. Es herrscht noch ein wages Ahnen darüber, denn ganz aus der Welt schaffen kann man den Tod doch nicht, denn er holt auch heute noch jeden ein. doch irgendwie sind wir unfähig geworden uns mit dem Zerfall abzufinden, mit dem Tod eben. was dabei herauskommt kann letzendlich nur verquer sein, wir nehmen tote Körper, stellen sie aus und halten sie künstlich fest, damit sie nicht verwesen können. ein "lebendiger Tod", eingefroren. das sind meine Gedanken dazu. |
| Morphia | Also meine ganz persönliche Meinung und Empfindung zu dem Thema: Romantisch finde ich es nicht, einen geliebte Menschena auch nach dem Tod noch bei sich zu haben, zu spüren, mit ihm zusammen zu "leben". Ich habe mir die Frage gestellt, ob ich einen Toten den überhaupt noch berühren könnte (es gibt ja dieses Bild in Filmen, wo die "Hinterbliebenen" die Toten umarmen und festhalten), aber nicht mal das wäre mir wirklich möglich. Für mich ist der blosse Körper nicht das, was ich so sehr liebe, ab dem Augenblick des Todes gibt es nichts, was ich noch festhalten könnte. Zudem bin ich doch eher realistisch, ich glaube irgendwann stinkt ein Toter so sehr, dass das jedwede Romantik zerstört... Trotzdem verdamme ich es nicht, wenn jemand, im Einverständnis mit seinem Partner, diesen mumifiziert, ausstopft oder sonstwas mit ihm anstellt. So lange, wie ich davon nichts mitbekomme, ist es für mich nicht tragisch. Es gibt vieles, was andere toll finden, und ich hingegen abartig. Meine Güte, so lange, wie es keinem schadet, akzeptiere ich es. Das ist zwar immer ein schwieriges Thema, mit der Akzeptanz, Toleranz etc, aber so sehe ich es! Liebe Grüße! Morphia |
| Morphia | @serene_fall: Natürlich hast du Recht, man muss immer weiter denken, was das bedeutet, wenn man alles akzeptiert. Es ist ein schwieriges Thema. Und doch denke ich, dass es mir nicht obliegt, darüber zu urteilen, ob jemand psychisch gestört ist, wenn er auf diese oder jene Art und Weise mit dem Tod umgeht. Im Übrigen denke ich, dass jeder Mensch das Recht hat, zu entscheiden, wann, durch wen und unter welchen Umständen er sterben möchte. Wenn sich also jemand wünscht, von seinem Partner oder wem auch immer aufgegessen zu werden, dann akzeptiere ich das ebenso als freie Entscheidung, wie den "Wunsch", von einer Brücke zu springen. Und vielleicht kommt ein Nekrophiler auf gewisse Art auch besser mit dem Tod klar, da er sich sowas wie eine Weiterführung geschaffen hat. Aber das ist wieder ein Bereich, wo ich mich nicht auskenne, könnts mir bloss vorstellen;) Liebe Grüße und einen schönen Samstagabend! Morphia |
| rosenkind | ich denke es ist ein Fehler, immer von [B]freien[/B] Entscheidungen auszugehen, weil es immer Punkte gibt, wo an sich nicht wirklich aufgrund der psychischen Verfassung frei entscheiden kann. aber das ist ein anderes thema |
| Blackstar | Der einziege romantische zusammenhang von Liebe und Tod ist jawohl meiner meinung nach eine unsterblioche Liebe..w enn jemand der sienen geliebten Menschen verloren hat sich nichts mehr wünscht als irgendwann einmal wieder mit ihm/ihr zusammen zusein.. Allerdings halte ich es doch wirklich für sehr sehr SEHR krankhaft und abnormal wenn jemand seine tote Ehefrau ausbuddelt um bei ihr zu sein oder noch besser mit ihr weiter hin verkehr zu haben... *ihhhhhh* Ich mein das die "Hülle" eines Menschen nach seinem ableben nunmal anfängt zu verotten is ja wohl schon grund genung jemanden schön unter der Erde zulassen und da in totalem Frieden zu lassen... Mal abgesehen von dem Ekel der mich packt wenn ich an sowas nur denke, bin ich der Meinung das man die Totenruhe nicht stören sollte.. Wo kommen wir denn dahin wenn jeder so wie in dem RTL berricht einemn verstórbenen Menschen wieder ausbuddelt und anfängt den auszustpofen und dann ins Wohnzimmer zu setzen *BAAAAH* Solche "Vorlieben" sind für mich extrem krankhaft und sollten schnellsten in psychatrischebehandlung... |
| Demon17 | Ich finde es sehr bedenklich, wie hier die Psychologie mal wieder missbraucht wird, um ein unerwünschtes, abweichendes Verhalten zu diskriminieren. Es ist wieder mal typisch, kaum befindet sich ein Mensch jenseits gesellschaftlicher Konventionen und Normen, schon ruft fachlich völlig unbedarft Volkes Stimme nach der Psychatrie. Bei [URL=http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_von_Cosel]Carl von Cosel[/URL], der nun wirklich gründlich untersucht wurde, konnte keine psychische Erkrankung festgestellt werden. Auch der Ekelfaktor der durch den [URL=http://mitglied.lycos.de/chemie7b/jasmin_flieder.htm]Auflösungsprozess[/URL] eines Leichnams im Spiel ist, läßt sich durch die chemisch-morphologische Präparation seit Anfang des letzten Jahrhunderts vollständig eliminiert werden, wie die [URL=http://www.benecke.com/lenin.html]Konservierung Lenins[/URL] beweist. Sogar die vollständige Beweglichkeit der Leiche kann erhalten werden. Ich möchte deshalb alle bitten, die sich hier empören, vorurteilsfrei und unvoreingenommen an das Thema heranzugehen. Liebe Odessa, Trauerwesen und Rosenkind, ich habe mich über eure Beiträge sehr gefreut und werde näher auf sie eingehen, sobald ich die Zeit dafür finde. Dark dreams demon17 |
| Efna | Gabs da nicht die Körperaustellung die sehr heftig umstritten war. Die Ägypter haben ihre Toten Mumifiziert weil sie glaubten das die Seele und der Körper untrennbar miteinander verbunden ist. Das bedeutet wenn der Körper nicht mehr existiert, ist die Seele auch inexistent. Ob es noch andere Gründe dafür das ihre Körper für die ewigkeit konservierten weiss ich nicht. Da gab es eine richtige Totenreligion, Im gegensatz zu der heutigen Gesellschaft wurde der Tod aöls nichts schlimmes angesehen. Es gab damals eine ganze Totenreligion die sich mit der Verehrung der Toten befasste. Ich kenne einige Gedichte aus der Zeit des alten Ägyptens einige haben eine sehr heftige Einstellung die zumindestens in heutiger Zeit ziemlich umstritten wäre die teilweise sehr nachdenklich sind z.b. Mnschenfein- DEin Diskurrs eines Lebensmüden mit seiner Seele. |
| Demon17 | Hallo Efna, vielleicht könntest Du hier einige dieser Gedichte posten oder einen Link legen. Mit dem Copyright dürfte es ja nach Jahrtausenden kein Problem mehr geben.;) dark greetz demon17 |
| feuerbringer | mir gibt es zu denken dass menschen keine grenzen akzeptieren können kinder tote tiere nichts zählt nur die egozentrik des einzelnen ist es wirklich nicht möglich in gedanken bei einem geliebten menschen tier oder sonst was zu bleiben und ist es wirklich nötig alle perversitäten des menschen zu tolerieren legalisieren und erstrebenswert zu machen was für ein kleiner mensch dem sein kopf und sein herz nicht reicht |
| hagzissa13 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Bands wie Rammstein, Eisregen aber auch Künstler wie Nick Cave und Kylie Minogue verherrlichen die Vereinigung mit Verstorbenen. Sind wir auf dem Wege uns mit dem Jenseits auch sexuell zu vereinen? [/B][/QUOTE] Naja, es ist ja schon ein Unterschied, ob man Sex mit Toten haben will oder romantisch verklärt über ein Zusammentreffen mit dem verstorbenen Liebsten im Jenseits (wann auch immer das stattfinden soll oder wird) singt (oder sinniert). |
| Demon17 | Perversion war mal ein wertneutraler wissenschaftlicher Fachbegriff, doch was ist daraus geworden als er in den allgemeinen Sürachgebrauch überging *seufz* . Man kann bei denen die ihn verwenden bestenfalls noch auf eine konventionelle Sexualmoral schließen, aber sonst ist er nichts weiter als ein Schimpfwort. Der Fachbegriff der ihn ersetzt heißt übrigens Paraphilie. Der Vergleich mit Pädophilie und Sodomie geht extrem unter die Gürtellinie. Schließlich schadet die romantische Form der Nekrophilie der Leiche nicht, sondern dient sogar ihrem Erhalt. Auch das Einverständnis der oder des Verstorbenen vor dem Ableben ist ja nicht auszuschließen. Im übrigen vermute ich, das diese unreflektierte pauschale Ablehnung der Nekrophilie etwas mir der Trennung von Körper und Seele im Christentum zu tun hat. Es gab und gibt Kulturen, die ein völlig unbefangenes Verhältnis zu den mumifizierten Körpern ihrer Toten hatten bzw. haben. So sind z.B. in England Moormumien gefunden worden, die erst nach Jahrhunderten nach ihrem Tod unter den großen Sippenhäusern begraben wurden und viele Generationen lang in Hockerstellung bei ihren toten und lebenden Nachfahren saßen. Du siehst also Feuerbringer, so abwegig ist die Vorstellung der Bewahrung des Körpers eines Toten nicht um das Leben mit ihm oder ihr zu verbringen. Die Ahnenkulte unserer Vorfahren waren sehr mystisch finde ich. think twice its magic demon17 |
| Demon17 | Vielleicht hast Du ja das Zitat aus Wikipedia im Eingangsposting übersehen. Ich wiederhole es nochmal:[QUOTE]In der Analytischen Sozialpsychologie von Erich Fromm ist unter Nekrophilie eine Charakterorientierung zu verstehen, die in Verkehrung der biophilen Kräfte des Menschen (Biophilie) im modernen Sozialcharakter eine zunehmende Tendenz zur Zerstörung zeigt. Nekrophilie und Destruktivität sind nach Fromm die „Folge ungelebten Lebens“ (und – im Gegensatz zu Freud – nicht Ausdruck eines biologisch fixierten Destruktions- oder Todestriebes). Fromm bewertet die westliche Zivilisation in Teilen als nekrophil. Symbole des Nekrophilen sind Fassaden aus Beton und Stahl, die Vergötterung der Technik der Megamaschine (Technophilie), die Vergeudung von Ressourcen im Konsumismus und die Behandlung von Menschen als Dinge im Bürokratismus.[/QUOTE] Das hat doch nun wirklich nichts mit der romantischen Nekrophilie wie ich sie hier vertrete gemein. Ebenso ist völlig unbestritten, das es zahreiche nekrophile Patholohien gibt. Auch hier habe ich einen Link zu Onmeda gelegt, einem medizinischen Internetlexikon. Doch das trifft den Kern meiner Aussage nicht, das es außer der Natur nichts romantischeres gibt als Liebe und Tod, und das die Kombination dieser beiden tragenden Elemente der Romantik dieselbe dramatisch steigern kann und keineswegs krankhaft oder ekelhaft sein muß. dark dreams demon17:) |
| Demon17 | [QUOTE]da die per se definition des nekrophilen, deine art der darstellung, nicht wirklich abdeckt.[/QUOTE] A) ist Carl von Cosel ein schönes Beispiel dafür, das es doch geht, auch wenn seine Art der Konservierung recht primitiv war. B) spreche ich von der romantischen Nekropilie. Das gängige, vorurteilsbeladene Konzept der Nekrophilie ist ordinär und wiederwärtig und geilt sich an extrem ekelhaften Beispielen auf um dem breiten Publikum die Zornesröte ins Gesicht zu treiben und ihm gleichzeitig den den wohligen Schauer des gruselns über den Rücken zu treiben. c) geht es bei dem Exkurs zu den Totenkulten eigentlich nur darum darzulegen, das die Ablehnung mit konservierten Leichen zusammenzuleben rein kulturell bzw. sozialisationsbedingt ist. Für viele Menschen war es und ist es teilweise immer noch total normal mit den geliebten Toten in einem Raum zusammenzuleben. Ob es auch zu Zärtlichkeiten kam, entzieht sich der Forschung. Wahrscheinlich sind jedoch ritualiserte Ehrungen als Ersatz dafür. d) Sicher sind die sexuellen Aspekte der Nekrophilie erst durch den Einsatz der chemisch-morpholigischen Präparation auf dem Stand des 20. Jahrhunderts ästehtisch vertretbar. Doch wir leben bekanntlich imn 21. jahrhundert und technisch gesehen spricht nichts mehr gegen den ewigen Erhalt des Leichnams des geliebten, verstorbenen Partners in perfekter Schönheit. :) never surrender demon17 |
| tearnoc | ich hab leider keinen wikipedia artikel zur hand, aber ich bin mir sicher irgendwo gelesen zu haben, dass es ein volk gibt/gab, welches die toten einmal im jahr ausgräbt, um mit ihnen ein fest zu feiern. weiss da jemand mehr? |
| feuerbringer | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] Im übrigen vermute ich, das diese unreflektierte pauschale Ablehnung der Nekrophilie etwas mir der Trennung von Körper und Seele im Christentum zu tun hat. Es gab und gibt Kulturen, die ein völlig unbefangenes Verhältnis zu den mumifizierten Körpern ihrer Toten hatten bzw. haben. So sind z.B. in England Moormumien gefunden worden, die erst nach Jahrhunderten nach ihrem Tod unter den großen Sippenhäusern begraben wurden und viele Generationen lang in Hockerstellung bei ihren toten und lebenden Nachfahren saßen. Du siehst also Feuerbringer, so abwegig ist die Vorstellung der Bewahrung des Körpers eines Toten nicht um das Leben mit ihm oder ihr zu verbringen. Die Ahnenkulte unserer Vorfahren waren sehr mystisch finde ich.[/QUOTE] es ist ein himmelweiter unterschied ob ich einen toten nachfahren in irgendeiner form in meiner näheren umgebung (oder einem speziellen ort) respektvoll aufbewahre um in verbindung zu bleiben oder ob ich ihn für sexuellen handlungen missbrauche in allen gesellschaften gab und gibt es tabus sie mögen variieren und trotzdem halte ich sie für notwendig wir leben heute in einer gesellschaft die sex soweit enttabuisiert hat dass alles erlaubt ist und alles gezeigt wird keinerlei mystik und keinerlei respekt unter dieser voraussetzung nekrophilie pädophilie und andere extreme sexualpraktiken zu tolerieren ist eine freikarte für sexualtäter mir geht es nicht um verbote es geht um grenzen grenzen die die schützen die den passiven part übernehmen (müssen/wollen) wenn es ansonsten um eine melancholische sehnsüchtige romantische beschäftigung mit dem tod oder dem leben geht habe ich keine bedenken das kino im kopf darf mehr sein als die realität und im übrigen unterschätzt du mich demon17 für mich ist der tod faszinierend und anziehend in seiner morbiden schönheit strahlt er ruhe und harmonie aus ihn zu stören durch profane sexualpraktiken nimmt ihm eben die von dir demon17 genannten mystik respekt dem leben und dem tod |
| hagzissa13 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Für viele Menschen war es und ist es teilweise immer noch total normal mit den geliebten Toten in einem Raum zusammenzuleben. [/b][/quote] Bei welchen Kulturen ist das denn (noch) lege artis? Und wie lange leben diese Kulturen denn mit ihren Toten zusammen? |
| Demon17 | Nun die Shua in Südamerika habe z.B. bis weit in das 20. Jahrhundert [URL=http://www.discovery.de/mumienwoche/home/schrumpfkoepfe.shtml]Schrumpfköpfe[/URL] angefertigt und auf rituellen Festen stolz mit sich herumgetragen. Dann die ganze politischen Mumien des Kommunismus, neben lenin auch Onkel Ho (Ho Chi Min) in Vietnam z.B. Die so als Lebensnahe Körper von Millionen besucht wurden. Und denken wir nicht zuletzt an die ganzen Heiligen deren mumifizierte Überreste in den Kirchen aufbewahrt werden und als Reliquien verehrt werden. Auch solle sich laut wikipedia heute noch birmanische Priester mumifizieren lassen. Nähere Quellen darüber und die Art und Weise ihrer Aufbewahrung habe ich nicht gefunden, doch warum der verstorbenen Liebe nicht einen Tempel bauen, ähnlich der aufgebahrten mumifizierten Heiligen in eineigen Kirchen, die in Glassärgen den Gläubigen zur Verehrung noch nach Jahrhunderten zur Verfügung stehen? Oder den kommunistischen Führern? Was und ob ein ein Paar dann noch intim wird, wen geht es was an?;) never surrender demon17 |
| rosenkind | Vergewaltigungund Pädophilie kann man nun wirklich nicht mit Nekrophilie vergleichen. Beim einen geht es um lebendige Menschen, mit Gefühlen, die schwere Traumata erleiden. Beim anderen um pure Materie und mehr nicht. Diese Wehrlosigkeit miteinander zu vergleichen finde ich absurd. sonststimme ich dem zu |
| Demon17 | [QUOTE][i]Original geschrieben von serene_fall [/i] [B]Die Verehrung von Toten ist was anderes als die Nekrophilie. Totenverehrungen, in denen die Toten "mitspielen", liegt eine andere Motivation zu Grunde, die sexuelle Komponente fehlt doch da. Mich befremden "normale" Totenkulte wie bei den kommunistischen Führern oder Heiligen etc auch... Ich kann dem nichts abgewinnen... [/B][/QUOTE] Oh da täuschst Du Dich Srene-fall, schau Dur mal die Verzückung an mit der manche die Reliquien bzw, deren Schreine Küssen. Das mischtst sich durchaus religiöses mit sexuellem. Nicht umsonst ist der Begriff "Liebe" so doppeldeutig. ( Der Begriff "Werte" übrigens auch, aber das tut jetzt nichts zur Sache ) Ich habe hier ein Zitat des protestantischen Ekstatikers [/QUOTE] [URL=http://ekstase.know-library.net/#Ekstase_im_Christentum]Jakob Böhme[/URL] [QUOTE]Zu den grossen deutschen Ekstatikern zählt u.a. der von seiner Kirche ungeliebte Protestant und Schuhmacher Jakob Böhme, der auch in seinen ekstatischen Schilderungen Frömmigkeit und Erotik verschmolz: "die züchtige Jungfrau...wird dich führen zu deinem Bräutigam, der den Schlüssel hat zu den Toren der Tiefe... der wird dir geben von dem himmlischen Manna zu essen: das wird dich erquicken und du wirst stark werden und Ringen mit den Toren der Tiefe. Du wirst durchbrechen als die Morgenröte." [/Quote] Es gibt in den religiösen Semantiken Unmengen sexueller Anspielungen, auch gerade dort wo das Zölibat für den nötigen Triebdruck sorgt. Und die Vereinigung der Nonnen mit dem Sohn Gottes als Braut Jesu Christi, dessen physische Emanation ja auch schon längste verrottet ist... ich finde eine romantische Verinigung mit dem perfekt erhaltenen Körper mit voller Beweglichkeit einer schönen Geliebten, die Fortführung einer übermenschlichen Liebe über den Tod hinaus in einem Ambiente das der Liebe würdig ist da gar nicht so abwegig und als Schwarzromantiker extrem inspirierend. Wobei der sexuelle Aspekt sicher allen möglichen Formen der Sublimation unterläge. dark dreams demon17 |
| rosenkind | [QUOTE]Auch diese "Materie" [b]war[/b] mal ein Mensch mit Rechten und einer Würde...[/QUOTE] eben, WAR klar wehrt sich eine Leiche nicht, wie auch, geht schlecht wenn man tot ist... trotzdem kann man das nicht aufeine Stufe mit Vergewaltigung und Pädophilie stellen, wo neben dem Körper [B]vorallem die Psyche[/B] geschändet wird. Eine Leiche hingegen ist tot, da gibt es keine Psyche mehrin dem Köroer, die in Mitleidenschaft gezogen wurde. ich finde es einfach nicht vergleichbar |
| hagzissa13 | Halten wir doch mal fest: Auch wenn jeder seine privaten Grenzen in der Totenverehrung hat, so ist ein gewisses Maß sicherlich ok. Sex mit Toten finden die allermeisten Menschen abartig - wie ich finde zu recht. Wie man diese Dinge nun genau beim Namen nennt, ist doch letzendlich wurscht. Ob man "nur" den Sex mit Toten als Nekrophilie bezeichnet, oder auch Teile des Totenkults, ist doch vollkommen latte. Klar, gut ist es schon, eine gemeinsame Definition zu haben, um eine Diskussionsbasis zu haben. Läßt sich diese aber nicht finden (und das scheint hier ja nun mal ein wenig schwierig zu sein), dann diskutiert man eben über die "namenlosen" Sachverhalte als solche. Wo ist das Problem? Laßt doch mal bitte diese Zitatenschlacht um das Wort "Nekrophilie" als solche weg, die bringt die Diskussion schließlich nicht voran. |
| hagzissa13 | [QUOTE][i]Original geschrieben von serene_fall [/i] [B]Ich und die anderen versuchen ja den Begriff etwas auseinanderzunehmen... Das macht schon Sinn... [/B][/QUOTE] Aber wenn sich schon die "Gelehrten" uneins sind über die begriffliche Definition, werden wir hier auch keine Lösung finden. Ich bleibe bei meiner Meinung, daß es weniger um die Ausschlachtung des Begriffs als solches gehen sollte, denn mehr um die die Auseinandersetzung mit dem Gebiet, den die Nekrophilie umfaßt und mit dessen Inhalt. |
| Demon17 | Genau und Nekrophilie läßt sich als Liebesbeziehung zu einem Toten definieren, die die erotische Komponente einschließt. Dies ist mit den modernen Konservierungstechniken nicht mehr so abwegig wie manche hier glauben machen wollen. Im Gegenteil. Der Körper bleibt ohne jede Verwesung bei voller Beweglichkeit erhalten. Eine Frau in einer romantischen Umgebung, einer Kapelle oder einer Gruft z.B., die keine anderen Wünsche hat als dem Geliebten 24 Stunden am Tag zur Verfügung zu stehen, die schweigend seine Liebkosungen empfängt und niemals Fragen stellt oder die weihevolle Stimmung durch störendes Plappern unterbricht hätte ja auch unter praktischen Gesichtspunkten ihre Vorteile. Hinzu kommt der leichte Schauder beim betreten des Altarraumes der toten Geliebten. Dér Reiz die romantischsten Aspekte des Lebens, Liebe und Tod zu vereinen und die Möglichkeit eine Liebe über den Tod hinaus auch physisch fortzuführen. Ich sage der Nekrophilie deshalb eine großartige Zukunft voraus, gerade auch im Hinblick auf die Überalterung der Gesellschaft. think twice its magic demon17 |
| darkEMYR | Das hört sich ja echt romantisch an, ABER: dass die Nekrophilie eine Zukunft hat glaube ich nicht. Mal im ernst: wie viele Menschen gibt es wohl, die es vorziehen, Liebe mit einem kalten,leblosen Körper zu vollziehen?Allein die toten Augen...und auf Dauer lassen sich Leichen auch nicht konservieren, jedenfalls nicht in der ursprünglichen menschlichen Form...und wer will schon so ein mumifiziertes Teil? |
| Demon17 | Doch mein lieber DarkEmyr, die Konservierung funktioniert. Es verwest gar nichts mehr. Siehe Lenin und den hatten sie schon ein paar Monate eingegraben in den frostigen russischen Boden, was bekanntlich die Zellen Zerstört. Also auf keinen Fall einfrieren, sondern gleich nach der Leichenstarre zum Konservator damit. Was die toten Augen betrifft, wenn sie das Licht der Fackeln, Kerzen oder Öllampen in den Augen der toten Geliebten bricht gibt es sehr schöne, lebhafte Reflexe. Wer das schon will fragst Du? Der wahre Romantiker natürlich, dessen Liebe über den Tod andauert und dem diese einmalige Verbindung der beiden romantischsten Motive überhaupt, denn es gibt ja nichts romantischeres als Liebe und Tod einen kalten Schauder des Entzückens über die Schultern jagd. dg demon17 |
| darkEMYR | so wie du das schreibst kann ich das fast schon nachvollziehen...wär aber trotzdem nix für mich,da leb ich romantik lieber anders aus ;) |
| Cagliostro | In unserer westlichen "Kultur" ist der Tod an den Rand des Abgrundes gedrängt worden. Man schlägt Kommerzblätter auf und sieht die Anzeigen, die so tun, als könne man ein paar Pillen schlucken und man hätte zehn Leben mehr und könnte immer so weiter machen. Der Tod ist gut. Er sortiert die Spreu vom Weizen. Ja, er selektiert. Er bewirkt, dass es auf Erden nicht gar zu eng zu geht. Er sorgt für Qualität. Sonst wären alle Menschen Hampelmänner. Der Tod sortiert aus. Gnadenlos. Aber so ist es richtig. Warum sollen nutzlose und bedeutungslose Bioeinheiten weiterleben, wenn sie zu nichts gut sind. Der Tod mistet aus. Eigenltich mag ich ihn. Er gibt mir die Sicherheit, dass dieser ganze Scheiss - Leben genannt, eines Tages zuende sein wird. Und dass nutzlose Wesen wie Paris Hilton&Co. genauso auf den Gen-müll geschmissen werden wie ich dereinst. By the way, da ist sie eigentlich schon, aber sie weiss es noch nicht. |
| Demon17 | Ich verstehe Nekrophilie eher als eine Form der Ästhetisierung des Todes. Mehr ein geistiges Phänomen als ein Physisches. Die Vorstellung eine Leiche zu poppen stößt wohl die Meisten von uns ab und man wäre wohl nur am Ende eines Gewöhnungsprozesses dazu bereit. Doch wie heißt das Thema dieses Threads doch, "Von der Romantisierung des Todes zur Nekrophilie". Eigentlich ist Nekrophilie doch nur die konsequente Umsetzung des ersten Teils der Überschrift. Wahrscheinlich ist die Vorstellung einfach zu brutal, so kraß und unvorbereitet. Für mich ist es natürlich auch eine Frage der Körpertemperatur. Wahrscheinlich nehmen deshalb so viele Frauen Abstand davon, weil sie doch so schnell frieren. Aber genug, für die sensiblen Gemüter möchte ich hier auf die Website der [URL=http://www.asa.de/projects/index_hggn.htm]Humanen Gesellschaft für Nekrophilie[/URL] hinweisen. Sie wird dem wahren Romantiker die Ästhetik der Totenliebe näherbringen, damit auch die zarten Gemüter, durch die künstlerische Bearbeitung des Themas, in den Genuß der vollendeten Romantisierung des Todes kommen können. Wie gesagt, Rom ist auch nicht an einem Tag gebaut worden und die gesellschaftlichen Tabus sind noch in uns wirksam. panta rei demon17 |
| Demon17 | [QUOTE][i]Original geschrieben von serene_fall [/i] [B]Humane Gesellschaft für Nekrophilie? Was es nicht alles gibt...[/Quote] [/B] gelle ;) [B][QUOTE]Ich versteh trotzdem nicht, was das Wort Liebe in diesem Kontext zu suchen hat...[/QUOTE][/B] Na, Sex ohne Liebe ist doch profan, wenn auch nicht unesthätisch. Ohne Liebe käme die mystische Seite des Themas doch viel zu kurz. [B][QUOTE]Romantisierung des Todes und Nekrophilie sind doch zwei verschiedene Dinge. Romantisierung geschieht oft, wenn das Thema Tod künstlerisch irgendwie umgesetzt wird... [/Quote][/B] Ja irgendwie und ist eine Gruft, in der eine perfekt konservierte Leiche in stimmungsvoller Atmosphäre aufgebahrt liegt nicht auch eine Form von Kunst? [B][Quote]Gestorben ist letztlich noch jeder alleine und für sich selbst...[/Quote] [/B]Genau an diesem beklagenswerten Umstand könnte die Nekrophilie doch in vielen Fällen Abhilfe schaffen. [B][QUOTE]Und Rom ist zum Glück irgendwann auch wieder untergegangen, wenn auch nicht an einem Tag... [/QUOTE][/B] Die ewige Stadt steht immer noch und wir bewundern doch auch die Ruinen der Vergangenheit, warum nicht auch die Menschen aus dieser Zeit. Stell Dir mal vor, Kleopatra wäre uns erhalten geblieben, als ob sie noch Leben würde... |
| nullpromille | vielleicht kann ich dich für lenin erwärmen? auf, auf nach russland! |
| Demon17 | @nullpromille, Lenin hatten wir schon... @serene_fall dto. |
| nullpromille | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]@nullpromille, Lenin hatten wir schon... [/B][/QUOTE] und? wie war er? |
| Demon17 | ...zu spät einbalsamiert |
| Demon17 | Ich habe hier noch einen interesanten Artikel zu neuen Praktiken der prämortalen Nekropilie gefunden, die angeblich in Gothic-Kreisen Anklang findet. [QUOTE]Prämortale Nekrophilie ist eine Abwandlung der Nekrophilie bei der sich die Sexualpräferenz nicht auf wirklich tote Objekte, sondern nur auf scheinbar tote Objekte richtet. Am häufigsten tritt die prämortale Nekrophilie in S/M-Kreisen auf. Sie drückt sich dort in sexuell orientierten Handlungen zwischen Personen aus, bei denen mindestens einer der Beteiligten, oftmals zusätzlich noch anonymisiert, durch Latex- oder Ledermaske und/oder Anzug, fast bewegungsunfähig der Willkür eines Anderen ausgeliefert ist. Das Leichenhafte oder scheinbar Tote wird zumeist durch Fesselungen, sogenanntes Bondage erreicht. Die Anonymisierung soll zusätzlich den Charakter des Toten, des Objektes verstärken. Eine eher seltenere Variante der prämortalen Nekrophilie ist Betäubungs-, Scheintoten- oder Koma-Variante. Hierbei werden dem Sexualpartner Medikamente oder Drogen verabreicht, die ihn in einen Zustand völliger Bewußtlosigkeit versetzen, so daß der Nekrophile seinen Neigungen nachgehen kann, ohne dabei durch störende Verwesungsmechanismen eingeschränkt zu werden. Das Scheinkoma wird in Regel durch Verabreichung von Schlafmitteln erreicht. Diese Variante prämortaler, nekrophiler Techniken wird bevorzugt von Frauen eingesetzt, da sie am nur scheinbar toten Objekt, durch die Beigabe von Viagra und ähnlichen Produkten, den zumeist gewünschten Beischlaf vollziehen können. Eine Praktik, die den herkömmlichen postmortalen, nekrophilen Frauen in der Regel bislang versagt blieb. Aus der neueren Gothic Szene sind inzwischen Fälle bekannt, in denen es auf Friedhöfen zu regelrechten Orgien mit mehren prämortalen Leichen gekommen sein soll. In Ermangelung der Kenntnis genauer Dosierung der notwendigen Schlafmittel, wird hier häufig auf ein Übermaß an Alkohol zurückgegriffen. Obwohl preislich teuer als eine Handvoll Schlafmittel, hat sich in Praxis das sogenannte Koma-Saufen durchgesetzt. [/QUOTE] |
| Seneca | Na jetzt wird mir langsam klar warum ich mich Sonntags wie erschlagen fühle und mich nicht mehr an Samstag erinnern kann. |
| Krang2 | Hallo, @Demon17, meintest du diesen Beitrag in deiner PN? Da war noch ein von Nekro1982 eröffneter Beitrag zum Thema Nekrophilie, der ist aber aus mir unerfindlichen Gründen geschlossen worden. Ich denke, daß die "schwarze Szene" sich bestimmt nicht zur Nekrophilie hin entwickelt, auch wenn mitunter mit solchen Symbolen kokettiert wird. Darüber zu philosophieren und tatsächlich solche Phantasien zu haben oder sogar auszuleben sind doch völlig verschiedene Dinge. Und man wird nicht durch Gewöhnung so, sondern entweder hat man diese Neigung oder nicht. Die kann man sich nicht durch Reden oder Filme gucken anerziehen, es kann immer nur etwas geweckt werden, was vorher schon da war. Ach so, Frauen sind nicht nekrophil, weil sie so leicht frieren? Hähähä!:D |
| coma_black | Ohne jetzt jeden Beitrag gelesen zu haben: Freud hat noch ziemlich streng zwischen Eros und Thanatos unterschieden. Schaut man sich dieses Gegensatzpaar aber genauer an, verwischen die Unterschiede. Ich behaupte, unsere gesamte Kultur, selbst wo sie das Leben vergöttert und verherrlicht, steht unter dem Schatten des Todes. Bei den Franzosen nennt man den Orgasmus [I]le petit mort[/I], d. h. der definitive Kick, hinter dem wir alle herlaufen, ist ein Zustand der absoluten Selbstverneinung. Wir sind darauf aus, das Ego, das wir irgendwann mühsam ausgebildet haben, durch Extase an den Rand der Auslöschung zu bringen, durch Sex, Rauschmittel oder extreme körperliche Erfahrungen (von Bungee-Jumping bis hin zur selbstvergessenen Extase der Selbstgeißler). Der letzte und konsequenteste Schritt ist dann folgerichtig die Hochstilisierung des Todes zum letzten Finalen "Höhepunkt", nach dem es (anders als nach einem exzessiven Saufgelage o. ä.) keine "Auferstehung" mehr gibt. Im Eingangspost hat Demon17 auf Erich Fromm verwiesen, darum brauche ich den Technikfetischismus nicht mehr explizit erwähnen, ich verweise aber auf J. G. Ballards "Crash" bzw. den gleichnamigen weniger expliziten Film von David Cronenberg, in denen davon ausgehend eine völlig neue Körperästhetik entworfen wird. |
| Krang2 | Ich bin natürlich auch auf Erich Fromm gestoßen und habe nur das Grundkonzept gelesen. ABER: Was die Nekrophilie als sexuelle Neigung angeht, hat sie nichts, aber auch gar nichts mit seinen Behauptungen und seiner selbst ernannten Charakterkunde zu tun! Der Kerl hat vermutlich nie in seinem Leben mit einem Nekrophilen geredet. Ansonsten würde er den Begriff nicht einfach klauen und damit soviel Verwirrung stiften. Nekrophilie als Neigung ist eine nicht weiter ableitbare Variantion des Geschlechtstriebes, fertig, alles andere ist Erweiterung des Begriffes. Und das hat auch nichts mit Todessehnsucht, Bindungsunfähigkeit, Lebensunlust oder dergleichen zu tun, wenn, dann entstehen weitere Probleme erst durch die (schwer auslebbare) Neigung und nicht umgekehrt. Es gibt natürlich Menschen, die aufgrund von Erlebnissen oder Problemen solche Phantasien entwickeln, aber dann ist es wiederum nicht "primär" (siehe mein letzter Beitrag). Und dann gibt es noch polymorph Perverse, bei denen es auch nur ein Teil ihrer Sexualität ist, und die auch recht oft unter einer Borderline-Störung leiden, die vielleicht auch Ursache dafür ist. Natürlich kann man im Nachhinein immer nach Ereignissen suchen, die dieses und jenes bewirkt haben sollen, aber tausend anderen ist dann das Gleiche passiert, ohne Wirkung. Ich behaupte, wenn man sowas beeinflussen kann, dann nur VOR Abschluß des Jugendalters (bis 20 oder so), denn danach sind die sexuellen Erregungsmuster ziemlich abgeschlossen und kaum noch abänderbar. Man kann zwar später auf einmal entdecken, daß irgend eine seltsame Phantasie einen erregt, aber dann war das schon vorher festgelegt. Wenn Erklärungen so einfach wären und schon alles wissenschaftlich geklärt wäre, wie manche gern behaupten, gäbe es richtige "Heilung" dafür, also eine Umorientierung dazu, ganz normalen Sex genauso toll zu finden. Aber das gibt es nicht, und die Verhaltenstherapien und Chemiekeulen, die so im Angebot der Psychiater zu finden sind, sind lediglich zur Kontrolle bzw. Unterdrückung gedacht, damit die Betroffenen keine Straftaten begehen (wie bei Pädophilen ja auch). Ich habe noch keinen kenngelernt, der von seiner Neigung geheilt wurde, selbst wenn der Betreffende das wünschte. Wenn jemand von euch den Gegenbeweis antreten möchte, soll er mir mal schreiben, bin schon gespannt. :D |
| coma_black | Die Auslegung des Begriffs ist in der Tat ein Problem; man braucht nur die Filme "Ghost" und "Nekromantik 2" miteinander vergleichen. Beide handeln unterm Strich von nekrophilen Phantasien, sie gehen nur unterschiedlich weit. (Also die Filme Buttgereits sind große Kunst, aber trotzdem stellen sie meine persönliche Ekelgrenze dar, darum sollten den obigen Vergleich wohl nur robuste Charaktere vornehmen). Fromm hat mit seiner Theorie insofern schon recht, da er das ganze nicht rein sexuell sieht, sondern verallgemeinert. Wobei, um es mit David Cronenberg zu sagen: "Everything is sexual!" und von daher ist es ein eher zweitrangiger Unterschied, ob jemand einen gesellschaftlich als unbedenklich eingestuften Objektfetisch hat, oder konkret auf dem Friedhof herumschändet. Die Maßstäbe dafür, wann eine sexuelle Präferenz zum "Pfui!" wird, sind ohnehin nur anerzogen und im Grunde genommen arbiträr (ausgenommen Inzest). Und wenn man jetzt einfach davon ausgeht, daß unsere sexuellen Vorlieben und Abneigungen dafür (mit)verantwortlich sind, wie wir unsere Welt gestalten, läßt sich die unterschwellig vorhandene Nekrophilie durchaus in allen Kulturen feststellen. Das fängt dann tatsächlich schon beim Make-Up an, das im Wesentlichen einen Totenschädel mit blutigen Lippen darstellen soll. |
| Krang2 | Hallo, das Problem, das ich mit Fromm habe, ist daß er bestimmte Charaktereigenschaften mit Nekrophilie assoziiert, die bestimmte Klischees bedienen. Und das ist einfach nicht wahr, das ist für mich einfach nur ein Vorurteil. |
| Demon17 | Fromm fasst den Begriff abstrakter auf. Im Grunde geht es um die Entfremdung des Menschen von sich selbst in der modernen Massengesellschaft, die nicht mehr den Einzelnen sieht, sondern ihn nur noch anhand standardisierter Merkmale wahrnimmt. Was sich wiederum auf die Prägung der Menschen durch die Gesellschaft und damit auf deren Psyche auswirkt. Das Leitbild der Architektur, die technischen Leitbilder sind dominant. Leitbilder, die tote Materie zum Inhalt haben und eben keine menschlichen Vorbilder, so wie in früheren Zeiten. Inwieweit nun die Reduktion von Menschen auf Produktionsfaktoren oder Konsumgüter einen Trend zur Nekropilie im klassischen Sinne erzeugen, also zum Sex mit Toten oder mit Menschen in Zuständen, die dem Tode sehr nahe kommen, möchte ich mal dahingestellt lassen. Dieser Thread heisst ja "Von der Romantisierung des Todes zur Nekropilie" und nähert sich dem Thema auf eine andere Art und Weise. Hier geht es eher um die Integration des Todes und damit auch der Toten in die Lebenswelt. Ob die Romantisierung des Todes, wie es sie schon zu allen Zeiten gab, vom Heldentod bis hin zum Freitod zweier Liebender in unserer Gesellscft zugenommen hat wage ich zu bezweifeln. Es hat jedoch eine klare Verschiebung gegeben, von der Mainstreamheroisierung des Heldentodes hin zu einem zentralen Thema einer Subkultur, die offenbar nicht todzukriegen ist. Ich möchte sogar die These aufstellen, das es gerade diese Beschränkung des Mainstreams auf das Materielle ist, die neben der Tabuisierung des Todes als Thema, erheblichen Anteil an der Enstehung einer schwarzen Szene hat. Der Tod wird in keinem anderen Teil der Gesellschaft mehr positiv thematisiert. Sämtliche romantischen Vorstellungen, die mit dem Tod zusammenhängen sind längst zum Tabu geworden. |
| Krang2 | Demon17 schreibt: "Inwieweit nun die Reduktion (...) einen Trend zur Nekropilie im klassischen Sinne erzeugen (...) möchte ich mal dahingestellt lassen." <--- Ja, genau das meine ich, diese "Erzeugung" gibt es nicht, das ist völliger Schwachsinn. Es ist ja auch nicht so, daß Nekrophile grundsätzlich Maschinen oder häßliche Gebäude mögen oder kontaktgehemmt wären usw. Romantisierung des Todes erzeugt auch keine Nekrophilie. Man kann eine sexuelle Neigung bei einem Erwachsenen nicht durch Erziehung oder Gesellschaft erzeugen, vielleicht von anerzogenen Moden, die verinnerlicht worden sind (z.B. Intimrasur), mal abgesehen. Ich meine, wenn ich mir am Strand lauter nackte Kinder anschaue, werde ich davon auch nicht pädophil. Was du sonst geschrieben hast, kann ich nachvollziehen, also daß die Tabuisierung des Todes dazu beiträgt, daß das Thema an anderer Stelle wieder hervorbricht. |
| coma_black | Die Tabuisiserung macht zumindest neugierig, und sei es nur auf diverse Internetseiten, die Bilder von Tod und Verwesung präsentieren. Und je steriler unsere Lebenswelt wird, umso morbider wird auch das Interesse an kranken und sterbenden Menschen. Das gehört zwar eigentlich eher in einen anderen Thread, aber mir ist aufgefallen, daß beispielsweise sehr viele Abstinenzler eine regelrechte Faszination für Krebsleiden bzw. das Sterben in allen Variationen entwickeln können - eine Faszination, die über Anteilnahme oder Abscheu weit hinaus geht. Gleichzeitig ist aber Abstinenz eine Art nichtgelebtes Leben, wohingegen die meisten Laster das Leben verkürzen... Todessehnsucht eben, egal wie man es dreht. |
| Krang2 | Ja Comablack, wieso, willst du ein paar zum Thema passende Seiten anschauen und durchlesen? Nur so aus, sagen wir, wissenschaftlicher Neugier? Man könnte auch Gaffen sagen, aber ich denke, Neugier ist bis zu einem gewissen Grad gesund, nur sollte jeder wissen, wieviel er verträgt, ohne geistigen Schaden zu nehmen. Ganz ehrlich, man weiß doch vorher schon, was einen erwartet, soviel Phantasie traue ich den meisten zu. Ich verstehe nie, warum die Leute manche Seiten öffnen und dann so ganz erstaunt tun, als hätten sie vorher ja gar nicht geahnt, was ihnen dann vom Bildschirm entgegenlacht. Ich würde die vielen Gore/Splatter/Snuff usw. Seiten/Foren aber nicht mit Nekrophilie gleichsetzen, die sind doch größtenteils eher was für verkappte Sadisten. |
| coma_black | Naja, ich bin begeisterter Splatterfan und lebe auf diese Weise auch meine sadistischen Neigungen bzw. wenn man so will meine latente Nekrophilie oder allgemeiner meine Todessehnsucht aus. Das empörte Getue von "Bildungsbürgern" bei der Konfrontation mit derartigen Inhalten ist m. E. nur ein Verdrängungsmechanismus, weil sie sich ihre dunkle Seite (also ihre Faszination) nachträglich nicht eingestehen wollen. Daß in der Folge dann Kunst wie "Nekromantik 2", "Cannibal Holocaust" oder aktuell "Inside" verboten wird, ist eine traurige Begleiterscheinung. |
| Krang2 | Ich kriege ehrlich gesagt Bauchschmerzen, wenn Nekrophilie und Sadismus immer in einem Atemzug genannt werden. Das tritt doch nur selten zusammen auf, ich würde schon fast sagen, echte Nekrophile sind nie sadistisch, weil ihnen die Gefühle lebender Menschen sexuell nichts geben (und dazu gehören auch Angst und Schmerz). Nekromantik2 ist übrigens wieder legalisiert worden, nachdem der Regisseur vor Gericht gegangen ist und das als Kunst hingestellt hat. Und Zombie- und Gewaltfilme, die zu meinen Jugendzeiten nur unter dem Ladentisch zu kriegen waren, liegen heute bei Karstadt herum. Ich bin eher verwundert, wie locker jetzt wieder damit umgegangen wird. Zur Zeit haben sie es wohl wieder eher auf die Videospiele abgesehen. Der zweite Teil von Nekromantik litt aber sehr an Ödemie, ich denke da nur an endlose Szenen wie das Eierfrühstück - was hatte das in dem Film zu suchen? Als Splatterfilm würde ich das aber erst einstufen, wenn jemand einen dritten Teil in der Qualität von Saw dreht. Im ersten Teil wird zumindest versucht, eine psychologische Begründung zu finden (mit der Fernsehdokumentation im Hintergrund und dem Kaninchen). Aber die Kaninchenszene ist so verworren, daß man sie nur versteht, wenn man die Erklärung dazu liest. Und das finde ich blöd, ein Film sollte schon aus sich selbst heraus verständlich sein. Hm, war das jetzt am Thema vorbeigeschrieben? |
| coma_black | Sorry, ich war der Meinung, Nekromantik 2 wäre immer noch verboten. Die Zombie-Werke bei Karstadt sind aber allesamt stark zensiert, die Originalfassungen waren zur Anfangszeit der DVD kurz erhältlich, sind aber inzwischen alle wieder kassiert (sogar ein Teil der "Reitenden Leichen"). Sadismus hat mit Nekrophilie die Objektifizierung des Menschen/Gegenstands gemeinsam, in beiden Fällen wird einfach nur über etwas verfügt und maximaler Nutzen daraus gezogen. Ansonsten sollte man das aber in der Tat nicht leichtfertig gleichsetzen, hast schon recht. |
| Krang2 | Hallo, das stimmt, es findet bei beidem eine Entpersönlichung statt, das trifft aber auf viele Fetische zu. Beim Sadismus ist sozusagen die Handlung pervertiert und bei der Nekrophilie das Objekt. Sicher gibt es immer fließende Übergänge, und auf jeden, der irgend etwas auslebt, kommen noch zehn oder mehr, die sich das nur heimlich vorstellen, und dann ist es auch oft so, daß die Vorstellung idealisiert ist und die Verwirklichung dann oft enttäuscht. Allerdings haben es die Sadisten viel besser, denn für die ist es nicht schwer, ihre Vorlieben mit Gleichgesinnten legal auszuleben. Und ja, du hast Recht, die Filme sind in der erhältlichen deutschen Fassung oft geschnitten. War bei Saw1-4 auch so, müßte aber noch mal nachschauen. |
| coma_black | Bei Saw kann ich dir aushelfen: Teil 1 ist als unrated erhältlich Teil 2 auch Teil 3 nur über Ösiland als unrated und indiziert Teil 4 ebenfalls Teil 5 die unrated ist indiziert auf Liste B und soll beschlagnahmt werden. Hinzu kommen zahlreiche Cut-Fassungen ab 18 und teilweise auch ab 16 sowie die eigentlich ungeschnittenen, aber harmloseren Kinofassungen. Bei ofdb.de und schnittberichte.com kann man's noch genauer nachlesen. |
| Demon17 | Ich habe hier einen Artikel zur Psychologie des Horrorgenusses im Focus gefunden. [QUOTE]Horror-Genuss Liebhaber von Horrorfilmen genießen es regelrecht, sich zu fürchten. Damit können sie zwei Gefühlswelten simultan durchleben. Zu diesem Schluss kommen US-Wissenschaftler. Sie analysierten die Emotionen von Probanden während einer Filmvorführung. Das Ergebnis: Leute mit einer Vorliebe für Gruselstreifen sind glücklich, wenn sie Angst haben und eigentlich unglücklich sind. Die schrecklichsten Momente empfinden sie gleichzeitig als die schönsten. Dies könne auch für Extremsportler gelten, die einen Nervenkitzel suchen. Bisher glaubten die Psychologen, dass Menschen nicht zugleich positive und negative Gefühle haben können.[/QUOTE] Mir kommt das irgendwie bekannt vor. In der schwarzen Szene ging es ursprünglich ja auch mal vorwiegend darum, Trauer und Melancholie genießen zu können. Diese häufig als pervers bezeichnete Kopplung von negativ eingestuften Gefühlen mit irgendeiner Art von Lustempfinden oder Genuss ist wahrscheinlich eine der psychologischen Grundlagen der Gothicszene. Die das offen zur Schau trägt. In versteckter oder verdrängter, also unbewusster Form dürfte dieses Phänomen jedoch in weiten Teilen der Gesellschaft vorkommen. Etwas beim genuss einer inhumanen, gewaltigen Architektur, bei der Übertragung sexueller Reize auf Blechkarossen usw. Ich denke darum geht es Fromm, wenn er von einem Trend zur Nekrophilie in der Gesellschaft spricht. Während die bewussten Formen dieser negativ-positiv Reizkopplung gemeinhin in die Subkultur gedrängt werden, dominieren viele Formen der unbewussten Reizkopplung die Ästhetik und das Verhalten des Mainstreams. Im Unterschied zur Subkultur, ist man sich hier der pathologischen Apsekte dieser Reizkopplung weniger bewusst. Man glaubt also gesellschaftlichen Moralvorstellungen und Normen zu entsprechen, während in der Subkultur die Wirkung gesellschaftlicher Moralvorstellungen und Normen weitgehend aufgehoben ist. Soll heißen, die einen brennen ohne es (offiziell) zu wissen und die anderen spielen bewusster mit dem Feuer und nehmen Brände in Kauf. |
| coma_black | Im Zusammenhang mit Horror wird doch schon seit es Sekundärliteratur gibt von "Angstlust" gesprochen, ich denke, das fasst es am besten zusammen. In Hans Schifferles Buch "Die 100 besten Horrorfilme" geht es in den jeweiligen Besprechungen sogar ausschließlich um die Schönheit und Erotik derartiger Kulturerzeugnisse. Schifferle vermutet, daß wir uns beim Betrachten solcher Filme wieder in die Zeit zurückversetzen, als wir noch Angst vor dem Schwarzen Mann unter unserem Bett hatten usw. und daß so als Nebeneffekt eine wohlige Nostalgie entsteht, wir uns also ein Stück Kindheit konservieren. Auch die Ästhetik der Subkulturen wird erwähnt, etwa im Zusammenhang mit Barkers "Hellraiser" und "Cabal". Schade nur, daß das Buch inzwischen vergriffen ist... Die einzelnen Besprechungen findet man aber (ohne Vorwort) hier: [url]http://www.dust-devil.de/html/1-100.html[/url] |
| Krang2 | Hallo, ja, die Angstlust und eine verleugnete Pervertierung (oder wie man es nennen soll) mag auf den Großteil der Gesellschaft zutreffen. Wenn schon Kinder mit Reizen überflutet werden und kommunikationsarm aufwachsen, wundert mich das auch nicht. Aber: Ein Normaler kann tausend Horrorfilme gucken und wird dadurch nicht nekrophil und umgekehrt. Schon allein die Motivation, die im Artikel beschrieben wird, ist bei normalen Menschen anders - ein Nekrophiler guckt sich gewisse Filme nicht an, weil er sich dabei fürchtet. Nach Fromm müßte ein Nekrophiler die Extremform all dessen sein, was er da herbeiphantasiert, aber das stimmt NICHT, und deshalb bleibe ich dabei, daß man eine sexuelle Neigung nicht mit einem Gesellschaftsphänomen vermischen sollte. Nekrophilie ist weder an- noch aberziehbar! Genauso wenig wie Pädophilie oder Homosexualität! Alles andere klingt für mich so schwachsinnig wie Gender mainstreaming und hat nichts mit naturwissenschaftlicher Erkenntnis, sondern marxistischer Verbohrtheit zu tun. Natürlich kann eine kaputte Gesellschaft den gesündesten Menschen deformieren, aber umgekehrt kann die beste Erziehung nicht verhindern, wenn jemand später abartig wird. Vieles, was später zur Erklärung angeführt wird, ist nur Rationalisierung, um es besser akzeptieren zu können. Ich habe übrigens zwei PNen, die aber gar nicht in meinem Postfach erscheinen...wo sind sie? Würde sie gern lesen und beantworten.... |
| Demon17 | [QUOTE]Die Nekrophilie - (zu griech. nekrós = Toter Leiche und philía = Zuneigung ) stammt aus der Psychologie und der Sexualkunde und bedeutet als abartig geltender auf Leichen gerichteter Sexualtrieb . [/QUOTE] Dieser Ausrichtung des Sexualtriebs wird nach einer These Jürgen Habermas (1968), durch die zunehmende Entfremdung und Technisierung der Gesellschaft verstärkt. Die Nekrophilie ist nach den Kategorien Fromms, eine der Erscheinungsformen der Triebstruktur des Menschen. Diese teilt er in biophile=lebensbejahende, gesunde und nekrophile= todsuchende, kranke ein. Die Nekrophelie ist für Fromm also sowohl eine Oberkategorie, in der auch Angslust, Sadismus, Fetischismen aller Art (zu denen ich auch die Lust an der Technik zählen würde soweit es sexuelle Ausmaße annimmt.) Den von Krang gemeinten engeren Begriff der Nekrophilie in der Definition oben erklärt Fromm psychologisch folgendermaßen: [QUOTE]Anknüpfend an Lewis Mumford entwickelt Fromm die These, dass Nekrophilie oft eng mit einer Vergötterung der Technik einhergehe. Als Beleg zitiert er ausführlich aus dem Manifest des Futurismus, das der italienische Faschist Filippo Tommaso Marinetti 1909 verfasst hat – darin die Zeilen: …ein aufheulendes Auto … ist schöner als die Nike von Samothrake… Wir wollen den Krieg verherrlichen – diese einzige Hygiene der Welt –, den Militarismus, den Patriotismus, die Vernichtungstat der Anarchisten, die schönen Ideen, für die man stirbt, und die Verachtung des Weibes. Im Folgenden stellt Fromm allerlei Bezüge zum Bombenkrieg, zum Atomkrieg und zum Bau von Robotern her. In seiner Hypothese über den Inzest und den Ödipuskomplex versucht Fromm, das Phänomen Nekrophilie auf die traditionellen Kategorien von Sigmund Freuds Psychoanalyse zurückzuführen. Seine These ist: Männer, die es als Kind nicht geschafft haben, eine emotionale oder auch erotische Beziehung zu ihrer Mutter aufzubauen, werden im Extremfall autistisch. In weniger extremen Fällen könnte daraus eine Wurzel der Nekrophilie werden: Sie werden nicht von der lebendigen Mutter oder von der Mutter ähnelnden lebendigen Frauen erotisch angezogen, sondern von der Mutter als abstraktem Symbol (für Heimat, Blut, Rasse usw.) oder von der Mutter als potenzieller Mörderin ihrer Kinder. Auf diese Weise kann eventuell eine inzestuöse Bindung an Tod und Zerstörung entstehen. [/QUOTE] er untersucht das am Fallbeispiel Adolf Hitlers, der für ihn ein exemplarischer Fall einer nekrophil gestörten Persönlichkeit ist. Er hat ja schließlich auf eine irrationale Art und weise Leichenberge produziert. Ob Hitler sich dann wirklich an Leichen vergangen hat, ist allerdings nicht belegt. Das wäre dann ein beispiel sogenannter Verdrängung einer entsprechenden Veranlagung, die dann unbewusst und indirekt das Verhalten eines Menschen steuert und sich somit seiner Kontrolle entzieht. [QUOTE]Während der späte Freud Lebens- und Todestrieb als gleichrangige Prinzipien betrachtete, sieht Fromm die Biophilie als biologisch normalen Impuls, die Nekrophilie dagegen als psychopathologisches Phänomen, als Folge eines gehemmten Wachstums, einer seelischen Verkrüppelung.[/QUOTE] Insofern ist es auch nicht verwunderlich, wenn ein nekrophiler sich durch Szenarien angezogen fühlt, die anderen Menschen Angst machen. (Egal ob sie diese Angst nun wieder genießen oder nicht.) In seiner Wahrnehmung ist eine Horrorszene mit einer zerstückelten Leiche nichts anderes als Ausdruck sexueller Lust. Der Nekrophile identifiziert sich ja nicht mit dem Opfer, sondern mit dem mörderischen Außenseiter der Gesellschaft, dem Täter also. |
| Krang2 | Ich sag es ja, dieser Fromm hat in seinem Leben nie einen echten Nekrophilen kennengelernt, sonst würde er so einen Schwachsinn nicht zu Papier bringen. Das ist wieder mal typisch, Theorien erst gar nicht in der Wirklichkeit zu überprüfen, könnte ja den eigenen Dogmatismus zu Fall bringen. Haha, und wie erklärt er nekrophile Frauen, haben die dann ein Vaterproblem? Oder zuviele Plattenbausiedlungen in der Nähe gehabt? |
| Demon17 | Ich würde Erich Fromms Terminologie in diesem Fall eine unterkomplexe Generalisierung nennen. Er hat einerseits die Möglichkeit grundlegender Zusammenhänge erkannt, diese aber sprachlich verwirrend kategorisiert. Natürlich spielt hier auch das Problem einer politisierten Wissenschaft eine Rolle. Fromm liegt genau auf Lienie der Aufklärer und Sozialreformer im Sinne der 68er Bewegung. Was nicht heißt, das er nicht wesentliche Gesetzmäßigkeiten gesellschaftlicher Ordnung und des menschlichen Zusammenlebens klar erkannt hat. Er integriert sie halt zu einem Weltbild das inzwischen empirisch stark gelitten hat. Ich halte ihn dennoch für einen sehr kompetenten Sozialpsychologen, der Wesentliches zum Erkentnissgewinn der letzten Jahrzehnte beigetragen hat. Die Auslegung der tiefenpsychologischen Aspekte, die Du hier anzweifelst, unterliegen nach wie vor einem ständigen Wandel in der wissenschaftlichen Theoriebildung. Die Erklärung von Ursachen bei hyperkomplexen Systemen, wie es Menschen nun einmal sind, ist immer mit hohen Risiken behaftet. Monokausale Ansätze erkennen in der Regel nur einen Teil der Wahrheit, sind aber aufgrund der disziplinären Organisation der Wissenschaft leider auch heute noch an der Tagesordnung. Interdisziplinäre Diskurse sind um ein Vielfaches Aufwändiger als Diskussionen innerhalb einer Disziplin, da es für jede Disziplin, bzw. Wissenschaft einer jahrelangen Ausbildung bedarf um daran teilnehmen zu können. Zu guter letzt möchte ich noch darauf hinweisen, das es sich sowohl bei Freud als auch bei Fromm um Theorien handelt. Also Systemen von Hypothesen, die formuliert werden um eine temporäres Erklärungsmodell auf dem Stand aktueller Forschung zu bilden. Niemand behauptet das es sich um unwiederlegbare Wahrheiten handelt. |
| Krang2 | Selbst wenn er ein kompetenter Sozialpsychologe wäre (was ich verneine), sollte er sich dann immer noch nicht anmaßen, Begriffe aus der Sexualmedizin zu benutzen, von der Null Ahnung hat. Das regt mich aus persönlichen Gründen ziemlich auf. |
| coma_black | Herbert Marcuse hat hier m. E. einen besseren Ansatz mit seinem Gegensatzpaar Lust- und Realitätsprinzip (wobei unter das Realitätsprinzip all die Dinge wie Macht, Technik, usw. fallen). |
| Krang2 | Hallo, ja, mittlerweile habe ich schon alles geschrieben, was ich dazu zu sagen habe. Ich werde das Thema jetzt abbestellen, möchte nicht immer mit Wiederholungen nerven. Zum Abschied könnte ich euch ja noch eine sehr schöne Seite über Nekrophilie zeigen, aber hier lesen Minderjährige mit, und der Verweis würde wohl sowieso gelöscht werden. Noch viel Freude beim Gesellschaftstheorien-entwerfen. :D |
| hagzissa13 | @ Krang2: Irgendwie verstehe ich Deine Beiträge nicht. Ich lese immer nur "der und der hat ja keine Ahnung", "dies und jenes ist totaler Quatsch", aber Deine Ansicht, was es mit der Nekrophilie eigentlich auf sich hat - mal so ganz konkret auf den Punkt gebracht, finde ich eigentlich nirgendwo in Deinen Beiträgen. Also ich bin immer noch nicht schlauer, als vorher und eine Aussage nach dem Motto "weiß ja jeder, was da abgeht" hilft mir da auch nicht weiter..... MIR fehlt da anscheinend einiges an Phantasie, von der Du sicher bist, daß wir sie alle haben. Und was Fromm und die Sexualmedizin angeht: So oft, wie die ICD geändert wird, ist der heutige Stand der Sexualmedizin garantiert auch nicht der Weisheit letzter Schluß... |
| Demon17 | Also es ist unheimlich schwer etwas anderes zum Thema zu finden als irgendwelche Fromm- Rezeptionen und Berichte von nekrophilen Praktiken. Ich habe hier auf go-feminin einen halbwegs brauchbaren Ansatz zu einem der psychologischen Aspekt der Nekrophilie gefunden: [QUOTE]Für nekrophil veranlagte Menschen gilt eine Leiche als eine Mischung aus Gegenstand und einem vollkommen wehrlosen Lebewesen: Das Opfer kann nicht mehr reagieren, wodurch der Täter uneingeschränkte Macht über das Geschehen hat.[/QUOTE] Ich halte diesen Ansatz aber für unvollständig, da die Faszination des Todes und der wohlige Schauer beim Anblick einer Leiche nicht berücksichtigt wird. Dieser Ansatz scheint eher für die prämortale Nekrophelie interessant zu sein, erklärt aber nicht die Lust am Spiel mit Leichenteilen und Torsi. Die Zerstörung von Lustobjekten usw. Aif Datenschlag gibt es Seitenweise Berichte über Fälle von Nekrophelie aus dem letzten Jahrhundert.... [QUOTE]Er grub die Leichen mit den H�nden aus, sp�rte vor Erregung gar nicht die Verletzungen, die er sich dabei zuzog. Im Besitz der Leiche, schnitt er sie mit S�bel oder Taschenmesser auf, riss die Eingeweide aus und masturbierte in dieser Situation. Das Geschlecht der Toten war ihm angeblich ganz gleichg�ltig, jedoch wurde konstatiert, dass dieser moderne Vampyr mehr weibliche als m�nnliche Leichen ausgrub. W�hrend dieser Akte sei er in unbeschreiblicher geschlechtlicher Aufregung gewesen. Nachdem er sie zerschnitten, hatte er die Leichen jeweils wieder eingegraben. Im Juli 1848 geriet er zuf�llig an die Leiche eines etwa 16j�hrigen M�dchens. Da erwachte zum erstenmal in ihm das Gel�ste, an dem Kadaver den Koitus auszu�ben "Ich bedeckte ihn allenthalben mit K�ssen, dr�ckte ihn wie rasend an mein Herz. Alles, was man an einem lebenden Weib geniessen kann, war nichts im Vergleich zu dem empfundenen Genuss. Nachdem ich diesen etwa � Stunde gekostet, zerst�ckte ich wie gew�hnlich die Leiche und riss die Eingeweide heraus. Dann begrub ich den Kadaver wieder." [/QUOTE] [URL=http://www.datenschlag.org/bisam/krafft-ebing/psychopathia/14/ps082.html]Quelle: Datenschlag[/URL] |
| hagzissa13 | Entschuldigung, aber ich glaube, ich muß gleich kotzen..... Sorry, ich denke, ich bin wahrlich nicht schwach besaitet, schließlich muß ich mir jeden Tag Dinge anschauen, wo sich vielen Normalsterblichen schon der Magen umdreht. Aber hier kommt es mir vor Ekel fast hoch..... |
| coma_black | Also viel schlimmer als der Text von "Heirate mich!" ist das doch auch nicht... |
| Krang2 | Na gut, dann werde ich es jetzt extra nur für dich auf den Punkt bringen: Nekrophilie ist eine Form der Sexualität, die man sich nicht aussucht, so wie man sich seinen Geschmack oder seine Mentalität nicht aussucht. Und wenn dann Pseudowissenschaftler wie Fromm irgendwelche Charakterzüge nekrophil nennen, hieße das im Umkehrschluß, daß Leute mit nekrophilen Phantasien diese Charakterzüge vermehrt haben müßten, und das ist für mich Diffamierung. Nekrophile sind weder lebensfeindlich/-untüchtig, zerstörerisch, geisteskrank noch häßlich, bindungsunfähig usw., und ihr Architekturgeschmack ist auch nicht speziell. Die Asozialen und Mörder stechen natürlich ins Auge, aber die gibt`s genauso unter Normalos, DAS würde ich schon eher als Charaktermerkmale akzeptieren. Und diese Begründungen, die im Netz zu finden sind (z.B. die erwähnte Dominanz), nennt man in der Psychiatrie Rationalisierung. D.h. man findet eine rationale, vernünftige Erklärung, um etwas nachvollziehen und somit leichter akzeptieren zu können. Und die Gesellschaft produziert auch nicht mehr Nekrophile. Genauso wenig wie sie mehr Schwule oder mehr Pädophile produziert. Vielleicht erzeugt sie mehr Interesse, und vielleicht kokettieren manche Gothics mit nekrophilen Gegenständen, aber nekrophil wird keiner, der es nicht schon vorher war. Und, wenn ich arrogant gewirkt haben sollte, tut es mir leid. Es ist einfach nur etwas, das mir nahe geht. Ich dachte, ich wäre in meinen Beiträgen sachlich geblieben. Wenn ich jemandem auf die Füße getreten sein sollte, tut es mir leid. Was ich mich gerade frage, warum tut jemand so interessiert und regt sich dann über eine Beschreibung auf? Wer nicht bereit für die Antworten ist, sollte auch keine Fragen stellen! |
| hagzissa13 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Krang2 [/i] [B]Was ich mich gerade frage, warum tut jemand so interessiert und regt sich dann über eine Beschreibung auf? Wer nicht bereit für die Antworten ist, sollte auch keine Fragen stellen! [/B][/QUOTE] Was im Umkehrschluß bedeutet, daß nur, wer denkt, bereit zu sein (woher soll man das vor der Antwort wissen?), auch fragen darf, worum es eigentlich geht? Nö! Ich interessiere mich für viele Dinge, das bedeutet aber noch lange nicht, daß ich sie gut finden muß, bzw. ich mich über die Antworten nicht aufregen darf. Ich interessiere mich, wie viele andere Menschen auch, z.B. für die Zerstörung unseres Planten. Darf ich mich darüber nicht aufregen? Ich interessiere mich für genmanipulierte Nahrungsmittel. Darf mir die Antwort darauf keine Bauchschmerzen bereiten? Ich interessiere mich für das Thema Beschneidung von Frauen. Darf mir die Antwort darauf nicht nahe gehen? Ich interessiere mich für das Thema Mißhandlung und Mißbrauch von Kindern. Darf ich dieses Geschehen nicht widerlich finden? Ich frage, um mir ein Bild machen zu können. Ob ich die Antwort oder das, was sich mir dann darstellt gut oder eben nicht gut finde, entscheide ich selbst. Ich schaue nicht weg, nur weil mir vielleicht die Antwort nicht gefallen könnte. Wo kämen wir hin, daß wir jedesmal die Augen verschließen, nur weil wir die Antwort oder die damit verbundenen Tatsachen fürchten? Genau diese Leute, die mit Scheuklappen durchs Leben gehen sind es, die mit zu verantworten haben, daß unsere Welt so ist, wie sie ist. Da möchte ich mich ehrlich gesagt nicht wirklich gerne mit einreihen... Auch, wenn ich wie Du der Meinung bin, daß sexuelle Präferenzen nicht mit bestimmten Charakterzügen oder gar belanglosen Banalitäten wie dem Wohngeschmack einhergehen, bin ich jedoch durchaus der Meinung, über einer Leiche zu masturbieren/ onanieren oder gar sie zu fic*en - zu schänden und hinterher zu zerstückeln, sorry, wie pietätslos und respektlos gegenüber dem toten Menschen ist das denn bitte? Mir ist klar, daß diese Handlungen die Extremform der Nekrophilie darstellen, jedoch stellen auch Dinge, wie das "reine" Ausgraben zur Befriedigung von sexuellen Gelüsten/ Trieben in meinen Augen eine Respektlosigkeit allererster Güte dar. Wenn ich tot wäre und jemand würde mich ausbuddeln, um sich - laß es mich salopp formulieren - daran aufzugeilen (weitergehende Handlungen möchte ich mir hierbei erstmal garnicht vorstellen), dann würde ich mir wünschen, für eine kurze Zeit wieder materiell zu werden, um demjenigen gehörig eins vors Freßbrett zu kloppen. Diese oben angesprochenen Dinge sind in meinen Augen eine ganz andere Liga, als z.B. auf einem Friedhof rumzusitzen und friedlich dem Mond zuzuschauen, wobei keine Totenruhe gestört wird, heißt (für mich): Romantik des Todes und sexuelle Handlungen rund um Verstorbene sind für mich zwei ganz unterschiedliche paar Schuhe. Nix für ungut... |
| coma_black | Tja, und damit wären wir wieder beim frommen Erich und der restlichen Philosophenclique: Nach Fromm ist es ebenso "nekrophil" friedlich auf Höfen herumzuhocken und die Stille und Melancholie dort zu genießen; bzw. es ist eine mildere, gesellschaftlich eher akzeptierte Form von Nekrophilie, wohingegen das Extrem selbst gemäßigt nekrophil veranlagte Personen zum Erschauern bringt. Anderes Beispiel: diversen Sexualpsychologen zufolge ist der momentane Trend zur Intimrasur eine zahme Form von Pädophilie (wie der restliche Jugendwahn des narzisstischen Zeitalters auch) - trotzdem ist hier wieder das Extrem gesellschaftlich geächtet (im Falle von Kindern meiner Meinung nach auch zu Recht, da hier schwere psychische Schäden angerichtet werden). Noch ein Beispiel, das im Raucherthread für Empörung sorgte, ist der latent vorhandene Faschismus der Bevölkerung, der nach Fromm eine nekrophile Spielart darstellt, und sich im Streben nach Reglementierung äußert - wodurch die Gesellschaft mehr und mehr in Konventionen erstarrt und sich so einem toten Organismus angleicht. Trotzdem muss auch hier nicht jeder Verbotsbefürworter notgedrungen auch im Stechschritt hinter Fahnen herlaufen. So ist das eben bei unseren großen Denkern. Die versuchen einfach, vom Exzess auf kleine alltägliche Dinge zurückzuschließen und bezeichnen dann einen Hang zu monumentaler Architektur oder zu schnittigen Autos ebenfalls als nekrophil - man sollte diese Bezeichnungen daher prinzipiell [I]wertneutral[/I] auffassen. Krang2 versteht den Begriff Nekrophilie aber nicht als neutrale Spielmarke, sondern im Sinne des allgemeinen Sprachgebrauchs, der besagt, daß es sich dabei um eine krankhaft-sexuelle Perversion handelt. Philosophie als objektive Wissenschaft kümmert sich jedoch nicht um den ganzen ideologischen Ballast, den Nicht-Philosophen eventuell mit einem Begriff verknüpfen könnten - daher vielleicht die Mißverständnisse. |
| hagzissa13 | Mir ist die Defintion und wer sie da aufstellt, ob berühmt (berüchtigt? ;) ) oder nicht vollkommen latte. Wie ich bereits oben erwähnte, wird die ICD so oft erneuert - umgestellt - Krankheit zu Nicht-Krankheit und umgekehrt gemacht, daß man gar nicht mehr hinterher kommt. Ich stelle einfach FÜR MICH fest, was ich als ok erachte und was nicht. Ich denke, das macht jeder so und gehört zum Prozeß der Meinungsbildung dazu. An Leichen rumzumanipulieren der Lustbefriedigung wegen geht für mich aufgrund des Respektes, den man jedem Toten entgegenbringen sollte einfach nicht - ein no-go so zu sagen. |
| Krang2 | Hallo, wenn du dir ein unverzerrtes Bild machen willst und von Gesprächspartnern Offenheit erwartest, ist dein Verhalten unklug, die wenigsten sind dann ehrlich zu dir. Nicht daß du mal aus allen Wolken fällst, wenn du merkst, daß deine beste Freundin irgend etwas ist, was du gaaaaanz schlimm findest. Willst du einem Menschen seine Phantasien vorwerfen? Wenn Phantasien strafbar wären, säßen wir alle im Gefängnis, nicht wahr? Was die Taten angeht, würde ich sie aus Respekt vor den Gefühlen der Angehörigen ablehnen, aber nicht wegen des Toten. Der Körper ist nämlich nur ein Stück Fleisch, auch dein erlauchter. Wenn du tot bist, wünschst du dir gar nichts mehr. Dann verwest du nur und es ist dir egal, was mit dir geschieht. Daß du dich aufregst, heißt nur, daß du deinen eigenen Tod wohl nicht so ganz akzeptiert hast. Ich persönlich finde es viel schlimmer, was lebenden Menschen angetan wird - von ganz normalen Menschen, die das willentlich und ohne Not tun. Jeden Tag wird Unrecht begangen, werden Menschen verletzt, psychisch oder körperlich. Der einzige Grund, warum du dich darüber nicht viel mehr aufregst als über Nekrophilie, ist, weil es so normal, so alltäglich ist. Was jeder mal macht, ist ja normal und wird akzeptiert, auch wenn es viel mehr Schaden anrichtet. Beispiel: Wenn mich in der U-Bahn so ein Jugendlicher beleidigt oder belästigt, ist das viel schlimmer als jede Störung der Totenruhe, weil ich Gefühle habe, weil ich Schaden davontrage, weil es mich verletzt. Einem Toter kann man keinen Schaden zufügen. Also, wenn alle ihre Probleme, Komplexe und Aggressionen an Toten ausließen, wäre die Erde sicher ein friedlicherer Ort, hihi. Nur so aus Neugier....Wie siehst du es, wenn eine Grabstätte aufgelöst ist? Wie siehst du es, wenn jemand in seinem Testament Nekrophilie erlaubt? Wie siehst du es, wenn jemand sich legal Knochen oder Körperteile bestellt (ja, das gibt es)? Wie siehst du es, wenn die Angehörigen nie etwas davon erfahren (dann gibt es ja theoretisch keinen Geschädigten/kein Opfer)? Moralpredigten wirken bei mir übrigens nur, wenn man den Absender persönlich kennt. Sonst könnte es in der Anonymität sein, daß der Mörder auf den Dieb zeigt. |
| Krang2 | "Ich stelle einfach FÜR MICH fest, was ich als ok erachte und was nicht." <--- Diesen Satz werde ich mal verfeinern. Ich kann einen Schwulen nicht verstehen, aber tolerieren. Ich kann einen Mörder verstehen, aber nicht tolerieren. Siehst du den Unterschied? |
| hagzissa13 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Krang2 [/i] wenn du dir ein unverzerrtes Bild machen willst und von Gesprächspartnern Offenheit erwartest, ist dein Verhalten unklug, die wenigsten sind dann ehrlich zu dir.[/quote] Sollte ich besser Gefallen heucheln, damit man offener zu mir ist? Wenn jemand daran interessiert ist, zu demonstrieren, daß seine Handlungen nichts schlimmes sind, wird er es tun. [quote] Nicht daß du mal aus allen Wolken fällst, wenn du merkst, daß deine beste Freundin irgend etwas ist, was du gaaaaanz schlimm findest. [/quote] Wenn einer meiner Freunde Leichen schändet, war er die längste Zeit mein Freund gewesen. [quote]Willst du einem Menschen seine Phantasien vorwerfen? Wenn Phantasien strafbar wären, säßen wir alle im Gefängnis, nicht wahr?[/quote] Ich habe doch nirgens etwas von PHANTASIEN geschrieben, sondern von TATEN! Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Was in welchem Kopf vor sich geht, ist mir latte, auch wenn ich solche Phantasien nicht wirklich angenehm fände, wüßte ich z.B., daß mein Partner sie hegt. Ich wüßte nicht, ob ich in einer solchen Beziehung leben könnte, wenn ich das wüßte. Wenn ein Freund diese Phantasien hegen würde, könnte ich, glaube ich, nur mit ihm befreundet bleiben, wüßte ich, daß er sie nicht umsetzt in einer Weise, die ich als respektlos dem Verstorbenen gegenüber betrachte - Befriedigung der sexuellen Lust an Leichen(teilen). [quote]Was die Taten angeht, würde ich sie aus Respekt vor den Gefühlen der Angehörigen ablehnen, aber nicht wegen des Toten. Der Körper ist nämlich nur ein Stück Fleisch, auch dein erlauchter. Wenn du tot bist, wünschst du dir gar nichts mehr. Dann verwest du nur und es ist dir egal, was mit dir geschieht. Daß du dich aufregst, heißt nur, daß du deinen eigenen Tod wohl nicht so ganz akzeptiert hast. [/quote] Oha, DAS nenne ich mal echt starken Tobak! Ganz schön anmaßend, finde ich. Das ist DEINE Sicht der Dinge. Ich sehe das eben anders. Und ich wollte nicht, daß mein Körper geschändet wird nach dem Tod. Nicht, weil ich mit meinem Tod nicht zurecht komme, wie Du vermutest, sondern weil es mein Körper ist und ich das Recht haben möchte, zu bestimmen, was nach meinem Ableben damit geschieht. Zweiter Teil der Antwort nach dem nächsten Zitat: [quote]Wie siehst du es, wenn jemand in seinem Testament Nekrophilie erlaubt? Wie siehst du es, wenn jemand sich legal Knochen oder Körperteile bestellt (ja, das gibt es)? Wie siehst du es, wenn die Angehörigen nie etwas davon erfahren (dann gibt es ja theoretisch keinen Geschädigten/kein Opfer)? [/quote] Wenn jemand in seinem Testament erlaubt, geschändet zu werden, von mir aus (ich stelle mir gerade vor, wie das von statten gehen könnte: Nekrophile rufen bei der Friedhofsverwaltung an und fragen, wer sich bereit gestellt hat, gefläddert zu werden und besprechen dann die Details, wie und wann das vor sich gehen soll - netter Gedanke.... :D ). Was jeder mit seinem Körper anstellen will nach dem Tod, sollte jedem selbst überlassen werden. [b]Aber so, wie Du ja rein theoretisch ansprichst, daß es auch möglich sein kann, geschändet werden zu wollen, sollte man vielleicht doch auch akzeptieren, daß es die meisten wohl nicht wollen[/b] (wir könnten ja mal eine diesbezügliche Umfrage in einer Stadt in der Fußgängerzone starten). Und ich denke, die meisten "Opfer" wollten es definitiv nicht. Zudem denke ich, es wäre irgendwie auch ein wenig zuviel des Guten, an jeden Grabstein einen Zettel dranmachen zu müssen "Ich will nicht geschändet werden", um seine Ruhe zu haben - was den um"trieb"igen wahrscheinlich auch nicht abhalten würde... [quote]Ich persönlich finde es viel schlimmer, was lebenden Menschen angetan wird - von ganz normalen Menschen, die das willentlich und ohne Not tun. Jeden Tag wird Unrecht begangen, werden Menschen verletzt, psychisch oder körperlich. Der einzige Grund, warum du dich darüber nicht viel mehr aufregst als über Nekrophilie, ist, weil es so normal, so alltäglich ist. Was jeder mal macht, ist ja normal und wird akzeptiert, auch wenn es viel mehr Schaden anrichtet. [/quote] Hättest Du meinen Beitrag gelesen an Dich, wäre Dir folgende Passage aufgefallen - Zitat von mir: [quote][b]Ich interessiere mich für viele Dinge, das bedeutet aber noch lange nicht, daß ich sie gut finden muß, bzw. ich mich über die Antworten nicht aufregen darf. Ich interessiere mich, wie viele andere Menschen auch, z.B. für die Zerstörung unseres Planten. Darf ich mich darüber nicht aufregen? Ich interessiere mich für genmanipulierte Nahrungsmittel. Darf mir die Antwort darauf keine Bauchschmerzen bereiten? Ich interessiere mich für das Thema Beschneidung von Frauen. Darf mir die Antwort darauf nicht nahe gehen? Ich interessiere mich für das Thema Mißhandlung und Mißbrauch von Kindern. Darf ich dieses Geschehen nicht widerlich finden?[/quote][/b] Wenn ich mich in derartiger Weise über Verbrechen an Lebendigen auslasse, darf man ruhigen Gewissens konstatieren, daß es mich mehr als nur SEHR aufregt. Und was mich mehr oder weniger aufregt in meinem Leben, ist mein Gusto. Für mich ist eben all das ein no-go, wo Respektlosigkeit herrscht und tätliche Handlungen gegen den (mutmaßlichen - den Toten betreffend) Willen anderer durchgeführt wird. Für mich ist ein Leichnam eben mehr, als nur ein Stück Fleisch und auch wenn Du schreibst, daß er für Dich nur dies ist - ein Stück Fleisch - stimmt das ja nicht wirklich, oder macht den Nekrophilen etwa das Schnitzel vom Metzger nebenan auch sexuell an? Ich glaube wohl nicht, denn auch für ihn/sie ist eine Leiche mehr als nur "ein Stück Fleisch", womit Du Deine eigene Argumentation ad absurdum führst. Für mich stellt Deine Argumentation lediglich einen Versuch der Legitimation dar für etwas, daß wohl die meisten Menschen als nicht in Ordnung empfinden, wenn es ihren eigenen Leichnam betrifft. Aber Legitimation erfährt und erreicht man nicht einfach, indem man auf Gefühlen anderer herumtrampelt, die sich im entscheidenden Moment - nämlich nach ihrem Tod - nicht mehr wehren können und einfach konstatiert, daß es sie doch wohl eh nicht mehr stören könne, da sie tot seien. Du machst es Dir da sehr einfach. [quote]Moralpredigten wirken bei mir übrigens nur, wenn man den Absender persönlich kennt. Sonst könnte es in der Anonymität sein, daß der Mörder auf den Dieb zeigt. [/QUOTE] Weißt Du, ich bin ein alter Hase hier auf dem Board und mich kennen hier sehr viele. Ich denke, daß die, mit denen ich befreundet oder gut bekannt bin, sehr wohl wissen, was sie von mir zu halten haben, da ich sie alle persönlich kenne - und das reicht mir. Ich lasse hier nicht die Hosen runter vor wildfremden Menschen. Was erwartest Du? Meinen Steckbrief und ein Bild? Würdest Du dann meine Texte als würdig betrachten, sie als Moralpredigt bei Dir wirken zu lassen? Ich will Dir hier aber gar keine Moralpredigt halten. Was Du in Deiner Phantasie mit wem auch immer anstellst, hat mich nicht zu jucken - und tut es auch nicht. Naja, vielleicht doch, wenn ich diejenige wäre, die Du da gedanklich bearbeitest in welcher Weise auch immer, aber davon gehe ich mal nicht aus und ändern könnte ich es eh nicht. Aber es stört mich generell - nicht jetzt speziell auf Dich bezogen -sehr wohl, wenn diese Phantasien in die Tat umgesetzt werden an Menschen, deren mutmaßlicher Wille nicht unbedingt davon ausgehen läßt, daß sie diese Handlungen befürworten. Außerdem halte ich mich grundsätzlich sehr bedeckt vor Menschen, von denen ich weiß, daß ihnen mein Tod (und damit auch mein Leben) eh völlig egal ist - und das beziehe ich NICHT auf diesen Thread hier, sondern auf den Afghanistanthread [Zitat: Mir tut kein Soldat leid, der da abgeschossen wird...]. Ach ja: Falls Du Dich jetzt als den von Dir in Deinem Beispiel angesprochenen Dieb fühlst und mich als den Mörder betrachtest (liegt ja nahe), kann ich Dich beruhigen: Ich bin Arzt und darf meine Waffe nur zur eigenen Verteidigung nutzen. ;) Darum werde ich jetzt keinen Steckbrief (obwohl ich ja einen Teil durchaus offenbart habe - Du weißt defintitiv mehr von mir, als ich von Dir) und kein Bild hier rein stellen, sondern meinen, um mit Deinen Worten zu sprechen, "erlauchten Körper" ins echte Leben da draußen schwingen. |
| Krang2 | Hallo, Naja, das wäre für mich dann keine Freundschaft, sondern nur eine Bekanntschaft, wenn man nicht ALLES erzählen kann, weil man Angst hätte, daß der andere die Freundschaft beendet. Selbst wenn mein bester Freund morgen zu mir kommt und erzählt, daß er einen Mord begangen hätte, würde ich nicht einfach die Freundschaft beenden, sondern erst mal anhören, was er zu sagen hat, und dann vielleicht gemeinsam eine Lösung finden. Aber ihn allein mit seinen Problemen lassen, das würde ich sicher nicht. Wäre das nicht auch: Es sich einfach machen? Du hast aber Recht, in einer Beziehung sollte man über Phantasien usw. reden, bevor es wirklich ernst wird. Sonst wäre das unfair. Ja, du siehst das mit dem Körper jetzt im Leben anders als ich, aber wenn jemand tot ist, spielt das keine Rolle mehr. Das Brimborium drumrum ist für die Angehörigen, nicht für den Toten. Und mir persönlich ist es auch egal, was mit meinem Körper nach dem Tod passiert: Wenn mich dann noch jemand hübsch genug findet, um mit mir Sex zu haben, obwohl ich dann noch älter und häßlicher bin als jetzt, nehme ich das als Kompliment. :-) Was die Umfrage auf dem Marktplatz angeht, können wir ja was ausmachen und wetten....aber ich glaube nicht, daß ich es bringe, die durchzuführen.... das wäre mir zu peinlich, da müßte ich dann ständig loslachen. Ich grinse ja jetzt schon! Also, ich bin da ganz selbstlos und stelle meinen Körper der Wissenschaft zur Verfügung...oder wer immer den haben will.... Doch, ich habe bemerkt, daß du dich über anderes aufregst, ich wollte nur klarstellen, daß das um einiges schlimmer ist als Nekrophilie. Was das Schnitzel vom Metzger angeht, das ist wirklich verschieden. Du wirst doch als Ärztin nicht so naiv sein und glauben, daß es sowas nicht gibt? Wenn ein Nekrophiler irgend etwas Emotionales in den Körper eines Toten hineininterpretiert, ändert das nichts daran, daß es trotzdem nur ein Stück Fleisch ist. Wenn sich einer an einem Schuh aufgeilt, wird dadurch auch nichts anderes als ein Schuh daraus, er empfindet nur anders, reine Kopfsache. Ist also nur ein Scheinwiderspruch. Nein, ich erwarte nichts von dir und ich stelle deine Integrität auch nicht in Frage. Ich wollte nur sagen, daß ich diese Diskussion als rein sachlich nehme und nichts Moralisches davon mitnehme, weil ich mir nur von guten Freunden etwas sagen lasse - und du klingst nicht so, als ob du meine Freundin werden willst, hehe. Hey, ich würde dich gedanklich weder tot noch lebendig "bearbeiten", weil ich stockhetero bin! Und nein, egal ist es mir nicht, wenn Menschen sinnlos sterben, aber niemand ist zur Wehrpflicht gezwungen. Das ist so, wie wenn jemand ständig mit Tempo 200 auf der Landstraße rast, natürlich ist es schade, wenn er einen Unfall baut, aber... Mal mal ganz offen und ehrlich, tu ich dir leid, weil ich Ärger mit dem JobCenter und zwei Kinder habe, oder denkst du dir, die ist ja selbst schuld an ihrem Elend? Was sind denn für dich als Ärztin Leichenteile, sind Knochen auch Leichenteile? (Es ist übrigens möglich, menschliche Schädel u.a. Knochen käuflich zu erwerben). Ja, ist Korinthenkackerei, aber ich möchte deine Meinung dazu auch gern wissen. Liebe Grüße, R. |
| hagzissa13 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Krang2 [/i] Naja, das wäre für mich dann keine Freundschaft, sondern nur eine Bekanntschaft, wenn man nicht ALLES erzählen kann, weil man Angst hätte, daß der andere die Freundschaft beendet. Selbst wenn mein bester Freund morgen zu mir kommt und erzählt, daß er einen Mord begangen hätte, würde ich nicht einfach die Freundschaft beenden, sondern erst mal anhören, was er zu sagen hat, und dann vielleicht gemeinsam eine Lösung finden. Aber ihn allein mit seinen Problemen lassen, das würde ich sicher nicht. Wäre das nicht auch: Es sich einfach machen?[/quote] Wenn mir ein Freund erzählt, daß er die Phantasie hat, Tote zu begatten, was denkst Du kommt aus der Erzählung raus, außer "ich finde es befriedigend, Tote zu begatten"? Bei einem Mord ist das was anderes - Beweggründe, Ablauf, eventueller Totschlag, Notwehr etc. .... Dein Vergleich hinkt arg in meinen Augen, besonders, da Du selbst betonst, daß man diese Neigung unabhängig des restlichen Kontext des Lebens erwirbt. Mord steht immer im Kontext des Lebens - und ist damit diskussionsfähig. Aber was soll man an einer Neigung diskutieren? Zudem schreibst Du etwas von wegen "mit den Problemen nicht allein lassen". Wenn Nekrophilie doch so überhaupt gar nix schlimmes ist, wie Du betonst, warum sollte denn dann der Nekrophile ein Problem damit haben, daß er besprochen haben möchte? Ich bespreche doch mit meinen Freunden auch nicht meine Sexualität in Form einer Problembesprechung, da mich meine Sexualität emotional eben nicht belastet. Ein belastendes Erlebnis wird doch erst dann erzeugt, wenn man ein schlechtes Gewissen hat oder die Praktik und damit verbundene Dinge als Problem empfindet. Warum sollte man ein schlechtes Gewissen oder ein Problem haben, wenn man das eigene Handeln nicht selbst verurteilt und hinterfragt? Das geschieht doch erst, wenn es tief im Innersten gegen die eigenen Werte und Normen strebt. Ich habe ja auch kein schlechtes Gewissen, mit bestimmten Outfits an bestimmten Orten rumzurennen, nur weil mir die Gesellschaft da draußen suggeriert, daß es nicht ihren festgelegten Normen und Werten entspricht. Ich mache es ohne schlechtes Gewissen, weil ich weiß, daß mein Handeln niemandem weh tut, denn es wird niemand gegen seinen Willen damit konfrontiert, was ich halb öffentlich trage, da niemand diesem ausgesetzt ist, der es nicht sehen will, zudem wird somit niemandem der Respekt verwehrt und nicht zuletzt wird niemandem wehgetan. Verspürt ein nekrophiler Mensch also das Gefühl ein Problem zu haben, dann doch nur, weil seine Vorliebe kollidiert mit der Außenwelt, was ihm dann letztendlich ein schlechtes Gewissen und Probleme macht. [quote]Ja, du siehst das mit dem Körper jetzt im Leben anders als ich, aber wenn jemand tot ist, spielt das keine Rolle mehr. Das Brimborium drumrum ist für die Angehörigen, nicht für den Toten. Und mir persönlich ist es auch egal, was mit meinem Körper nach dem Tod passiert[/quote] Du solltest schreiben "spielt das FÜR MICH keine Rolle mehr", denn für die meisten Menschen spielt es eine große Rolle. Woher ich das weiß? Aus vielen Gesprächen mit Sterbenden. Die machen sich sehr viele Gedanken darüber, was mit ihnen nach ihrem Tod geschehen soll und ich glaube "als Leiche für sexuelle Akte herhalten" spielt in deren Wunschkatalog keine sonderliche Rolle - nicht mal eine untergeordnete Rolle - um das mal möglichst neutral zu beschreiben. Ich habe viele Wünsche erfahren, von normalem Grab, über Urne oder Seebestattung, Bestattungen in Mausoleen, Freigabe für die Wissenschaft oder Gunther von Hagen, kitschigen Feiern, hoch religiösen Feiern, keine Feiern, rockigen Feiern und altbackenen Feiern. Aber daß mir jemand in seiner letzten Stunde erzählt hätte, daß er es geil finden würde, mal so richtig - Du weißt schon was - nee, DAS hätte ich mir als Highlight sicherlich behalten... [quote]Was die Umfrage auf dem Marktplatz angeht, können wir ja was ausmachen und wetten....aber ich glaube nicht, daß ich es bringe, die durchzuführen.... [/quote] Ich schon. Ich hätte damit aber sowas von gar kein Problem. Aber wie gesagt: Meine Gespräche mit sterbenden Menschen machen das Vorhaben eigentlich überflüssig... [quote] ich wollte nur klarstellen, daß das um einiges schlimmer ist als Nekrophilie. [/quote] Schlimmer sicher, was es für mich aufgrund der von mir empfundenen Respektlosigkeit jedoch in keinster Weise legitimiert. [quote]Du wirst doch als Ärztin nicht so naiv sein und glauben, daß es sowas nicht gibt?[/quote] Och, weißt Du, wenn die "Arsch"kiste - Urogenitalkiste im Krankenhaus erstmal randgefüllt ist mit Haarspraydosen (Colon), 1.5-Liter-Colaflaschen (Colon), Perlenketten (Urethra), Kastanien (Colon), Kerzen (Colon), Hägerstifte (Urethra + Blase), Tannenzweige (Colon) etc. etc. etc., dann wundert Dich nichts mehr. Nur der Ekel bleibt. Den haben ja auch viele, die das erste mal mit im OP sind. Da kämen wir ja auch nicht auf die Idee echauffiert zu tun, denn wir wissen, daß dies normale Reaktionen auf das sind, was man dort sieht, wenn man es nicht gewohnt ist. Darum verstehe ich auch immer nicht, warum Anhänger bestimmter sexueller Praktiken stets Toleranz für ihre Handlungen fordern und sich selber echauffieren, wenn andere das nicht nachvollziehen können, bzw. es eklig finden, was da so praktiziert wird, anstatt mal einzusehen, daß die Reaktion des Ekels durchaus normal sein kann. Wir brechen uns da in unserem Berufsfeld ja auch keinen Zacken mit aus der Krone bei unseren Newbies.... [quote]Wenn ein Nekrophiler irgend etwas Emotionales in den Körper eines Toten hineininterpretiert, ändert das nichts daran, daß es trotzdem nur ein Stück Fleisch ist.[/quote] Aber genau diese Emotion muß dem Menschen, der den Verbleib seines Körpers nach seinem Tod in seinem Sinne geregelt haben will doch genauso zugebilligt werden. Sonst stellst Du doch den Wunsch/ die Emotion des Nekrophilen über den Wunsch/ die Emotion des Toten/ desjenigen, der irgendwann sterben wird. Genauso, wie der Nekrophile in der Leiche nicht nur ein Stück Fleisch sieht, sieht doch auch der Mensch (im allgemeinen) seinen Körper nicht als Stück Fleisch - selbst wenn er tot ist nicht. Es geht nicht darum, ob der Körper ein Stück Fleisch ist, sondern darum, wie Menschen dieses Stück Fleisch emotional belegen. Nekrophile sehen es als Lustobjekt, der "gemeine" Mensch als durch seinen Willen gelenktes, schützenswertes Gut. Und das steht in meinen Augen höher, als der Wunsch des Nekrophilen. [quote] und du klingst nicht so, als ob du meine Freundin werden willst, hehe. [/quote] Stimmt, denn wem mein Leben und mein Tod egal sind, den will ich nicht zum Freund, hehe. [quote]Und nein, egal ist es mir nicht, wenn Menschen sinnlos sterben, aber niemand ist zur Wehrpflicht gezwungen.[/quote] Stimmt. Zur Nekrophilie aber auch nicht - auch wenn es eine Neigung oder Vorliebe darstellt (könnte man bei einem Berufswunsch auch konstatieren). Trotz allem forderst Du Toleranz und Interesse für die Beweggründe des nekrophilen Menschen, ohne das gleiche anderen Menschen (und z.B. ihren Intensionen) entgegenzubringen. Wer sich emotional ein wenig bewegt, wie der berühmte Elefant im Porzellanladen, darf sich über "Kollateralschäden" nicht wundern... ;) [quote] Mal mal ganz offen und ehrlich, tu ich dir leid, weil ich Ärger mit dem JobCenter und zwei Kinder habe, oder denkst du dir, die ist ja selbst schuld an ihrem Elend?[/quote] Wie soll ich dazu etwas sagen? Ich kenne Dich doch gar nicht und kann somit auch nicht über Dich und Deine Situation urteilen. Es steht mir nicht zu. [quote]Was sind denn für dich als Ärztin Leichenteile, sind Knochen auch Leichenteile? (Es ist übrigens möglich, menschliche Schädel u.a. Knochen käuflich zu erwerben). Ja, ist Korinthenkackerei, aber ich möchte deine Meinung dazu auch gern wissen. [/QUOTE] Für mich ist alles ein Leichenteil, was von einer Leiche kommt. Per definitionem. Wenn jemand seinen Körper der Wissenschaft zur Verfügung stellt, habe ich davor sehr großen Respekt. Wenn dies ohne seine Zustimmung geschehen würde, würde ich dieses Handeln verurteilen. Man käme ja auch nicht auf die Idee, Organe eines Toten zu verpflanzen, der das nicht wollte. Meine Großmutter hat sich damals der Wissenschaft zur Verfügung gestellt, weil sie wußte, daß ich Medizin studieren wollte und es als gute Idee empfunden, so indirekt meine Ausbildung und die der anderen Studenten zu unterstützen. Ich empfand es als eine wahrhaftig großartige Geste, auch wenn ich niemals dort hätte studieren können, wo sie hinkam - die Verbindung zwischen uns war zu emotional und zu eng, als daß ich sie hätte präparieren können oder auch nur im gleichen Saal arbeiten können, wo sie liegt oder schon gelegen hat. |
| Krang2 | Hallo, zum Willen des Sterbenden....meinst du, der merkt hinterher, wenn du ihm etwas versprichst (z.B. eine opulente Beerdigung) und das nicht einhältst? Nein, er stirbt glücklich und wird nie wissen, daß du ihn angelogen hast. Der Wille, die Würde, die Wünsche usw. enden mit dem Tod. Zumindest so lange, bis ich keinen Gegenbeweis habe, ich lasse mich gern von einem Geisterbeschwörer vom Gegenteil überzeugen! Aber ich merke gerade, daß wir uns immer mehr vom ursprünglichen Diskussionsthema entfernen. Und entgegen deiner Unterstellung fordere ich weder Interesse noch Toleranz für Nekrophile, also will ich andere, die dieses Thema anklicken, nicht weiter mit unseren Beiträgen nerven. Wenn du auf deinen Beitrag noch weitere Antwort möchtest, kannst du mir das gern per PN mitteilen. Zumindest sehe ich in der Diskussion eine weitere Bestätigung, daß die Eingangsfragen von Demon17 getrost mit Nein beantwortet werden können. Liebe Grüße, R. |
| hagzissa13 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Krang2 [/i] Der Wille, die Würde, die Wünsche usw. enden mit dem Tod. Zumindest so lange, bis ich keinen Gegenbeweis habe, ich lasse mich gern von einem Geisterbeschwörer vom Gegenteil überzeugen![/quote] Ich persönlich glaube auch nicht an ein Leben nach dem Tod, trotzdem möchte ich über den Verbleib meiner sterblichen Hülle selbst entscheiden. Und die meisten Menschen glauben an ein Leben nach dem Tod - die werden Dir sagen, daß sie sich erst davon überzeugen lassen, daß dem nicht so ist, wenn DU den Gegenbeweis bringst. Willst Du Deine Überzeugung über die der anderen stellen? Das tust Du nämlich mit Deinen Aussagen. [quote]entgegen deiner Unterstellung fordere ich weder Interesse noch Toleranz für Nekrophile[/quote] Oh verzeih, dann habe ich wohl folgende Aussagen Deinerseits falsch verstanden und missinterpretiert: [quote]Was die Taten angeht, würde ich sie aus Respekt vor den Gefühlen der Angehörigen ablehnen, aber nicht wegen des Toten. Der Körper ist nämlich nur ein Stück Fleisch, auch dein erlauchter. [/quote] [quote]Ja, du siehst das mit dem Körper jetzt im Leben anders als ich, aber wenn jemand tot ist, spielt das keine Rolle mehr. Das Brimborium drumrum ist für die Angehörigen, nicht für den Toten. Und mir persönlich ist es auch egal, was mit meinem Körper nach dem Tod passiert: Wenn mich dann noch jemand hübsch genug findet, um mit mir Sex zu haben, obwohl ich dann noch älter und häßlicher bin als jetzt, nehme ich das als Kompliment. :-) [/quote] [quote]Wie siehst du es, wenn die Angehörigen nie etwas davon erfahren (dann gibt es ja theoretisch keinen Geschädigten/kein Opfer)? [/quote] [quote]Wenn ein Nekrophiler irgend etwas Emotionales in den Körper eines Toten hineininterpretiert, ändert das nichts daran, daß es trotzdem nur ein Stück Fleisch ist. [/quote] [center][b]* ≈ * ≈ *[/center][/b] [quote][b]zum Willen des Sterbenden....meinst du, der merkt hinterher, wenn du ihm etwas versprichst (z.B. eine opulente Beerdigung) und das nicht einhältst? Nein, er stirbt glücklich und wird nie wissen, daß du ihn angelogen hast.[/quote][/b] Und wenn man sich nicht mal mehr darauf verlassen kann, was mit einem geschieht nach dem Tode - ICH würde sicherlich nicht friedlich sterben, wahrscheinlich wie die meisten Menschen auch.... Die größten Verbrechen der Erde, die, die Du unter den Lebenden so anprangerst und viel schlimmer findest als Nekrophilie, begannen mit Lug, Trug, gebrochenen Verbrechen und Respektlosigkeit. Soviel zum Thema. Deine scheinbare Respektlosigkeit macht mich echt fassungslos und traurig. Ja, wir sollten unsere Diskussion an dieser Stelle beenden. |
| Krang2 | Ja, ist wohl besser, du ziehst ja auch aus meinen Aussagen Schlüsse, die nicht darin enthalten sind, oder machst eigene Interpretationen bzw. stellst Dinge anders dar, als ich sie formuliert habe. Aber das scheint in diesem Forum wohl Gang und Gebe zu sein. Wenn es so klang, als wollte ich etwas rechtfertigen, liegt es vielleicht auch daran, daß ich auf meine Freunde nichts kommen lasse... |
| hagzissa13 | Dann sind wir uns ja einig. Carpe noctem. |
| Cagliostro | [QUOTE][i]Original geschrieben von Krang2 [/i] [B]Hallo, zum Willen des Sterbenden....meinst du, der merkt hinterher, wenn du ihm etwas versprichst (z.B. eine opulente Beerdigung) und das nicht einhältst? Nein, er stirbt glücklich und wird nie wissen, daß du ihn angelogen hast. .... [/B][/QUOTE] Es gibt keine Geisterbeschwörer. Literarischer Unsinn. Aber vielleicht solltest du dich mal mit einem Nekromanten unterhalten, der wird deine Theorie eher nicht stützen. |
| Krang2 | Ach übrigens, falls irgend ein Gothic, ob nekrophil oder nicht, der Ethik- und Rechtsdiskussion aus dem Wege gehen will, kann er auch hier bestellen [url]http://www.boneroom.com/bone/bone.html[/url] ;) |
| Demon17 | Seit der Renovierung, liegen in dem Club in den ich gleich fahre übrigens Skellette unter Plexiglas vor der Theke... aus Plastik, ich fände die Kombination eines menschlichen Skellettes mit einem Rinderschädel interessant. |
| Krang2 | Hallo, ja, schick mir ein Bild, wenn du die Chimäre fertig montiert hast, ein paar Bekannte von mir würden sich darüber sicher freuen...hehe! Aber Tierknochen kannst du dir selbst reinigen, da steht auf irgendwo auf dieser Seite auch eine Anleitung dazu. Die sind ja leichter zu beschaffen ... vom Schlachter oder von der Autobahn kratzen... Nur bei menschlichen Knochen wüßte ich nicht, wie man ansonsten rankommt, ohne sich strafbar zu machen, wenn man nicht (mehr) die richtigen Leute kennt, und menschliche Knochen sind doch am faszinierendsten. Das geht auch ohne Probleme durch den Zoll. Da du es erwähnst...Hier gab es auch mal eine Gaststätte mit Tischen in Sargform, unter dem Glas lagen Plastikmumien, die lebens -, nein, todesecht, nachgemacht waren. Ich weiß nicht, ob es die noch gibt. Als ich noch jung war, fanden einige Gothics, die ich kannte, Knochen, besonders Totenschädel ganz toll und wollten welche haben, aber die waren sicher nicht nekrophil.... und ich habe mich immer gefragt, was sie damit anstellen wollen, provozieren, Leute erschrecken, Wohnung verschönern...? |
| Demon17 | Das Frage ich mich auch gerade. Es ist halt ine Frage der Ästhetik und Skelette sind nun einmal soo asthetisch nun auch wieder nicht. Ich stehe da mehr auf Plastiken. So was ähnliches wie die ägyptischen Götter nur nicht so stilisiert, etwas moderner, europäischer. Nicht so glatt und etwas unfertig. Ist ja auch egal. Was ich witzig fände, wäre es einen alten Club so nach und nach in einen Friedhof bzw. in eine Gruft zu verwandeln. Wer mag kann sich dann auch einbalsamieren und im Glassarg ausstellen lassen. Das hätte bestimmt was. Man könnte den Gruftteil auch gleich zum chillen nutzen und ein paar alte Tänzer in Glas unter die Tanzfläche packen und geschickt beleuchten zum Beispiel. |
| Krang2 | Hallo, ich habe früher immer die Phantasie gehabt, mir eine Gruft einzurichten, in der dann Särge, Kerzenständer, schöne Vorhänge, Blumen und dergleichen Sachen herumstehen. Statuen, z.B. diese Engel auf Friedhöfen, finde ich auch schön. Aus Knochen kann man auch Windspiele basteln, usw. Aber es ist wie gesagt nur eine Vorstellung. Ja, sei froh, wenn du es "nur" ästhetisch findest. Wenn du eines Tages so eine Gruft als Gaststätte eröffnest, hast du schon einen Stammkunden: Mich! :D |
| hagzissa13 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Seit der Renovierung, liegen in dem Club in den ich gleich fahre übrigens Skellette unter Plexiglas vor der Theke... aus Plastik, ich fände die Kombination eines menschlichen Skellettes mit einem Rinderschädel interessant. [/B][/QUOTE] In unserem stehen auch Särge rum. Ich finde es putzig. :D Wollte eigentlich direkt mal "probeliegen", aber sie haben ihren letztendlichen Platz dort noch nicht gefunden und bis sie den haben, hat der Clubbetreiber sie vorerst mal wieder weggestellt. Schade, wäre schonmal ne gute Möglichkeit gewesen... Du weißt schon, wegen Ausland und so..... :( |
| Demon17 | Nun reg Dich nicht auf Hag. Drei Monate sitzt Du auf einer Backe ab. Falls den Taliban nichts neues einfällt müsstest Du ziemlich sicher sein. Es knallt zwar ständig, aber die Ausrüstung scheint mittlerweile einen annehmbaren Schutz zu bieten. Außerdem dürfte die neue Strategie, im Angriffsalle auch zurückzuschlagen, auf Dauer auch einen gewissen Abschreckungseffekt mit sich bringen. Ich wünsch Dir Glück. Christoph |
| Krang2 | Keine Sorge, falls sie doch getötet wird: Die Taliban stehen eher auf Esel und Ziegen als auf Leichen. |
| Demon17 | Das ist jetzt so eine Mischung aus Rassismus und Zynismus, gell? |
| Krang2 | Ja genau, um Humor zu haben, muß man nekrophil oder rassistisch sein. Das wolltest du doch damit sagen, oder? Hagzissa ist in ihrer Truppe sicher Härteres gewöhnt als meine Sprüche. Komisch nur, daß ich im richtigen Leben soviel vorbildlicher bin als die anderen um mich herum? |
| Demon17 | War jetzt nicht soo schlimm, aber ich mags halt nicht. |
| Krang2 | Tja, es juckt einfach, Sarkasmus gegenüber jemandem zu bringen, der an einem US-imperialistischen Angriffskrieg teilnimmt und dann den Obermoralisten spielt.... ...oder daß so ein Schwachkopf wie Fromm so inflationär zitiert wird: Nekrophilie als Charakterzug, so ein Blödsinn. Seit wann ist eine sexuelle Vorliebe ein Charakterzug? Ein Pluspunkt für Nekrophilie: Man muß sich nicht in solchen nutzlosen Diskussionen verwickeln lassen. Alles, was man sagt und tut, wird widerspruchslos hingenommen :D |
| Demon17 | [QUOTE]US-imperialistischen Angriffskrieg teilnimmt und dann den Obermoralisten spielt.... [/QUOTE] Ist ja nicht so, das die Leute sich danach drängeln. Es wird eher als notwendiges Übel in Kauf genommen. Außerdem gibt es alle möglichen Werte-Systeme. Insofern passt das schon zusammen was Hag sagt. |
| Krang2 | Ja, und dann muß ich noch sagen, daß zum eigentlichen Thema deines Beitrages kaum noch was geschrieben wird. Der Anlaß zu meinem Kommentar war doch ein Privatgespräch. Jetzt weiter über Sinn und Unsinn verschiedener Bundeswehreinsätze zu diskutieren gehört ja hier gar nicht rein. Aber ich werde mir jetzt mal einen Film anschauen, der mir empfohlen wurde, schau mal hier....dauert sicher Ewigkeiten, das Runterladen..........: [url]http://rapidshare.com/files/30541537/kissed.part1.rar[/url] [url]http://rapidshare.com/files/30541527/kissed.part2.rar[/url] [url]http://rapidshare.com/files/30541566/kissed.part3.rar[/url] [url]http://rapidshare.com/files/30541336/kissed.part4.rar[/url] [url]http://rapidshare.com/files/30541339/kissed.part5.rar[/url] [url]http://rapidshare.com/files/30541354/kissed.part6.rar[/url] [url]http://rapidshare.com/files/30541825/kissed.part7.rar[/url] |
| Demon17 | Ja bestimmt, vor allem wenn man 100 Sekunden warten muss, bevor der Download startet. Was ist denn der Inhalt. Afghanistan oder was Nekrophiles? |
| Gothanthrop | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Ja bestimmt, vor allem wenn man 100 Sekunden warten muss, bevor der Download startet. Was ist denn der Inhalt. Afghanistan oder was Nekrophiles? [/B][/QUOTE] ... etwas Nekrophiles [img]http://ecx.images-amazon.com/images/I/41YG00T1EJL._SS500_.jpg[/img] |
| Krang2 | Ja, mir wurde geschrieben, es sei ein Film über Nekrophilie, aber nicht so reißerisch wie Nekromantik, sondern psychologisch. Mal schauen. Ich dachte mir, ich setz den Verweis auch hier rein, vielleicht interessiert es ja jemanden, der hier zufällig mitliest....aber nicht meckern, wenn der Film Mist ist! |
| Demon17 | Also ich schau ihn mir mal an, schlimmer als das Fernsehprogramm heute kann er auch nicht sein. |
| Gothanthrop | Im deutschen TV läuft sowas ja auch nicht. |
| Krang2 | Gibt es eigentlich noch irgendwo die deutsche Version zum Runterladen? Soweit ich sehen konnte, war das die englische. Kann ich zwar auch ansehen, aber dann muß ich mich so konzentrieren. Gothantrop, kennst du dich aus, kannst du mir den Film empfehlen? Oder eher nicht? |
| Demon17 | Ja stimmt, da läuft eigentlich nur noch Werbung und amerikanische Krimis. Also irgendwie bekommt man ja ein Bild von einer ziemlich kaputten Gesellschaft... aber mit DSL light dauert der Download mindestens die ganze Nacht. |
| Gothanthrop | [QUOTE][i]Original geschrieben von Krang2 [/i] Gothantrop, kennst du dich aus, kannst du mir den Film empfehlen? Oder eher nicht? [/B][/QUOTE] Ja, selbstverständlich. Ich besuche gelegentlich "spezielle" Filmabende. Hier im Forum gibts noch einen Experten auf diesem Gebiet. Wir können ja mal PN's schreiben ;) |
| Krang2 | Noch einen Experten, meinst du Demon17? Oder mich? Ich freue mich, daß dieses Thema jetzt also einen Filmexperten sein eigen nennt und ich habe dir auch schon geschrieben, bevor du hier geantwortet hast. Was sagst du denn zu der Eingangsfrage dieses Beitrages? |
| Demon17 | Ey Rapidshare ist dochj bescheuert. Jetzt soll ich 13 Minuten warten, bis der nächste Teil frei wird. Also bis nächste Woche hab ich das Ding. :D |
| Krang2 | Die Dateien selbst sind alle in Ordnung, ich habe mir den Film gerade vollständig angesehen. Die Schauspielerin spielt wirklich überzeugend, und auch sonst gefällt er mir gut. Aber an Nekromantik kommt er trotzdem nicht ran :D |
| hagzissa13 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Krang2 [/i] [B]Keine Sorge, falls sie [Hagzissa] doch getötet wird: Die Taliban stehen eher auf Esel und Ziegen als auf Leichen. [/B][/QUOTE] Krang2, an dieser Stelle reicht es! [quote][b]Hagzissa ist in ihrer Truppe sicher Härteres gewöhnt als meine Sprüche.[/b][/quote] Vor allem bin ich in meinem Arbeitsumfeld deutlich niveauvolleres gewohnt.... Des weiteren wüßte ich nicht, woher ausgerechnet Du wissen solltest, was ich gewohnt bin und was nicht. Wenn man keine Ahnung hat - einfach mal den Mund halten! [quote][b]Komisch nur, daß ich im richtigen Leben soviel vorbildlicher bin als die anderen um mich herum?[/quote][/b] Im Netz wird ja bekanntlich in der Regel der wahre Charakter ausgelebt.... [quote][b]Tja, es juckt einfach, Sarkasmus gegenüber jemandem zu bringen, der an einem US-imperialistischen Angriffskrieg teilnimmt und dann den Obermoralisten spielt.... [/quote][/b] ... mich als "Obermoralisten" zu betiteln, nur weil ich es nicht in Ordnung finde, Leichen gegen den Willen des Verstorbenen zur Befriedigung sexueller Bedürfnisse zu verwenden.... ja, nee.... is klar.... :rolleyes: ... und da Du augenscheinlich wirklich weniger als gar keine Ahnung davon hast, was meine Aufgabe wo auch immer ist und über mich de facto rein gar nichts weißt, solltest Du Dich vielleicht einfach mal mit Deinen unqualifizierten Äußerungen über mich zurückhalten. Darum habe ich Dich an anderer Stelle schon einmal gebeten, aber Du benötigst anscheinend häufigere Wiederholungen solcher Bitten, bis gewisse zwischenmenschliche Standards jenseits persönlicher Beleidigungen und Unterstellungen angekommen sind..... |
| Demon17 | Also ich finde auh Krang, das ist absolut geschmacklos, gerade bei der Nekrophilie ist Ästhetik ein unbedingtes Muss um nicht in die Barbarei abzugleiten! [IMG]http://www.my-smileys.de/smileys3/naughty.gif[/IMG] |
| Demon17 | Also ich habe mir den Kissed jetzt mal angeschaut, nachdem ich das avi Format nach wmf konvertiert hatte war der 20 Zöller halbwegs voll, bei doppelt gezoomter Darstellung. Nach ca. 30 Minuten verspürte ich dann ein leichtes Unwohlsein in der Magengegend, so bei der Stelle, wo der Leichenbestatter die Leiche entsaftet und sie dann mit ihr zärtlich wird und ich fand RTL auf einmal gar nicht mehr so schlecht. Aber trotzdem danke Krang. Jetzt weiß ich wenigstens, dass ich nicht wirklich nekrophil bin. Dark Dreams demon17 |
| Krang2 | @Demon...das wundert mich jetzt aber, weil der Film im Gegensatz zu Nekromantik oder irgendwelchen Autopsiefilmen bei Youtube doch recht harmlos ist. Die Leichen wirken noch nicht mal richtig tot, ich meine, der Typ bei Saw4 sah besser aus.... und das im Film sind alles junge Männer, realistischer wären irgendwelche 70 bis 80-Jährigen gewesen...und man sieht ja auch nichts weiter, es wird immer abgeblendet, wenn`s interessant wird. Ich hoffe, du nimmst mir das jetzt nicht übel, ich hatte den Film vorher auch nicht gesehen, sonst hätte ich ja schreiben können, was drin vorkommt. Die Handlung war ein bißchen dürftig. @hagzissa, jaja ich habe keine Ahnung...... weißt DU überhaupt, für wessen und welche Interessen die Bundeswehr da unten ist? Was immer du da tust, du dienst diesen Leuten, das reicht mir, um mir von dir nichts sagen zu lassen. Deine niveauvollen Kollegen, meinst du die da?: [url]http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,445561,00.html[/url] Im Netz leben die Menschen nicht ihr wahres Ich aus, sondern eher, was sie gern darstellen würden. Ist zumindest meine Erfahrung. Ich lebe hier nichts aus, ich versuche jemanden zu finden, der meine Beiträge besser zu schätzen weiß. Und wem es nicht paßt, der braucht meine Beiträge nicht zu lesen. Mir passen so einige andere auch nicht. Wozu schreibst du überhaupt zu diesem Thema, wenn du DAVON keine Ahnung hast? |
| Krang2 | "Aber trotzdem danke Krang. Jetzt weiß ich wenigstens, dass ich nicht wirklich nekrophil bin." <-- Ja, da bist du nicht der erste, der das sagt. Es gibt ziemlich viele Leute, die sich in der ein oder anderen Form für den Tod oder Tote interessieren.... oder die Dinge, die damit zusammenhängen, faszinierend finden. Diese Tierbestattung am Anfang des Filmes ist unter Kindern auch verbreitet und muß nichts heißen .... Aber zu Nekrophilie ist das noch ein himmelweiter Unterschied. |
| Demon17 | Hallo Krang, Du beziehst Dich direkt auf Hagzissa und greifst sie teilweise persönlich an. Insofern ist es logisch das sie sich wehrt und da Angriff die beste Verteidigung ist ... ;) . Also in diesem Thread haben viele nichtnekrophile Ihre Meinung gesagt. Diskussionen leben nun einmal von unterschiedlichen Ansichten. Ohne die Leute, die das strikt ablehnen wär das Ding nach drei-vier Kommentaren in der Versenkung verschwunden. Was meinst Du warum ich so gerne auf Reizthemen herumreite? Das liegt voll in meiner Intention. Nur sollte es eben nicht persönlich werden, sondern bei einem lebhaften Austausch von Argumenten bleiben. Also zu dem Film. Die Schauspielerin gefällt mir. Die Bilder könnten noch wesentlich romantischer sein. Aber die Charaktere sind wirklich köstlich und mit viel Liebe und Kenntnis dargestellt. Vielleicht schon ein wenig zu viel Klischee, aber dadurch erkennen auch Aussenstehende wie ich eine selektive Typologie englischer Originale. Ich werde mir den Film bestimmt irgendwann zuende ansehen und mich ein bisschen abhärten. Mal sehen wie weit ich das nächste mal komme, bis sich wieder diese leichte Übelkeit einstellt. Es wäre wirklich schön wenn ihr Beiden euer Konfliktniveau etwas herunterfahren könntet. Es gibt übrigens auch den Thread: "Afghanistan, Rückzug oder Verstärkung?", wo Kommentare zum Einsatz der Bundeswehr wesentlich besser hineinpassen würden als hier. |
| Krang2 | Hallo, da ich diese BRD-Gesellschaft mitsamt ihrer Politikerkaste grundsätzlich ablehne, ist es für mich unsinnig, das Thema Afghanistaneinsatz einzeln rauspicken; ich habe das nur gebracht, weil mich Hagzissas Selbstgerechtigkeit in den ersten Antworten ein wenig gestört hat..... Mir fällt da gerade ein, daß ich vor etlichen Jahren mit meiner damals besten Freundin eine Liste mit Argumenten für Nekrophilie erstellt habe, wieder mal so aus Trotz und Provokation. Da stand dann unter anderem, daß man nicht genervt, beleidigt, enttäuscht usw. werden kann...schließt auch solche Streitereien mit ein. Aber sowas gehört hier auch nicht rein, oder? Der Film geht übrigens die ganze Zeit so weiter, mehr kriegst du nicht zu sehen... Aber wenn dich das Schauen Überwindung kostet, laß es doch, man muß sich nicht immer bis zum Ende durchquälen, ist immerhin vergeudete Lebenszeit. Ich habe mir so oft bei schlechten Horrorfilmen gedacht: "Warum hast du nicht nach 10 Minuten ausgeschaltet?", mittlerweile mache ich das auch. Was ist denn im Film klischeehaft? Ihre Entwicklung? Oder...? |
| Demon17 | Die Charaktere welche die Schauspieler darstellen sind ein wenig idealtypisch, aber sehr liebevoll gezeichnet. Das mit Hag habe ich so mitbekommen, sie hat sich dagegen verwahrt, das ihr Leichnam missbraucht wird. Das ist wirklich Ansichtssache Manche stört es nicht, das ihr Leichnam von Medizinstudenten zerschnippelt wird und manche sehr. Aber es hat nichts mit der BW in Afghanistan zu tun. Zumal sie Äztin ist und deutschen Ärzten im Kriegseinsatz zuletzt in russischer Gefangenschaft Vorwürfe deswegen gemacht wurden. |
| Krang2 | Das mit dem idealtypischen Charakter mußt du mir noch mal erklären, ich stehe gerade auf dem Schlauch. Gib mir ein Beispiel. Naja, Hagzissa hatte noch anderes geschrieben, aber das ist jetzt auch wirklich müßig, verbuchen wir es unter Wahrnehmungsunterschieden. Hast du den Film jetzt eigentlich schon zuende geguckt oder noch nicht? |
| Demon17 | Nein ich hatte noch keine Zeit. Ich meine zum Beispiel den Bestattungsunternehmer. Typ der sehr nette ältere Herr, Die Hauptdarstellerin: Typ romantisches junges Mädchen etc. alles mit einem sehr britischen Touch. Ich fand es nicht schlecht, aber es ist mir aufgefallen. Du ich will hier uch keine einseitigen Schuldzuweisungen aussprechen, aber es ist halt so ein typischer Kaisersstreit, der zu nichts führt. |
| Krang2 | Hallo, ach so, jetzt verstehe ich, worauf du anspielst. Naja, der Bestattungsunternehmer könnte auch glaubhaft einen Kinderschänder oder Kannibalen spielen. Es ist doch traurig, wie sehr man sich vom äußeren Schein beeinflussen läßt, aber es ist unleugbar. Die Hauptdarstellerin wirkt immer etwas abwesend, träumend. Ich frage mich sehr oft, inwieweit es nun richtig oder irreführend ist, aus der Ausstrahlung eines Menschen auf irgendwelche Charakterzüge zu schließen. Aber sexuelle Phantasien kann man zum Glück niemandem ansehen. |
| Demon17 | Ja es ist diese brave Oberfläche und der sich Abgründe auftun... ;) |