| Tapio Bearking | Guten Morgen, es gibt in letzter Zeit immer mehr Bestrebungen, den Namen "[URL=http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Petersen_(Pädagoge)]Peter Petersen[/URL] " aus der Öffentlichkeit, also von Schulen und Plätzen, zu verbannen. Ich sehe das als weiteren Versuch die eigene Vergangenheit in "Vogel Strauß" Taktik totzuschweigen, als sich mit ihr auseinanderzusetzen, auch wenn es zu Lasten des Vermächtnisses von einem der bedeutendsten Pädagogen und Schulreformer geht ([URL=http://de.wikipedia.org/wiki/Jena-Plan]Jena Plan[/URL]) Was wiegt schwerer, die Leistung eines großen Wissenschaftlers, oder das Totschweigen der Vergangenheit? Meiner Meinung nach sollte man hier aufklären, wer er war und was er geleistet hat, nämlich, das er sich für ein neues, besseres Schulmodell eingesetzt hat, anstatt nur auf die Zeit nach '33 zu schielen. MfG... |
| Hellscream | Da gibt es andere die es mehr Verdient hätten und keine Nationalsozialisten waren. Zudem von bedeutendsten Pädagogen kann überhaupt nicht gesprochen werden. |
| Evillight | Who to f... is Peter Peterson ? Ich glaube auch nicht, dass es nicht auch bessere Alternativen für die Benennung von Schulen gibt, als einen offenbar nicht ganz unbelasteten Soz-Päd. Das hat auch nicht unbedingt was mit 'Totschweigen' der Vergangenheit zu tun, sondern eher was mit einem gewandelten Wertesystem. Es hat sich ja auch kaum jemand darüber aufgeregt, dass im Osten die Schulen nicht mehr nach Hans Beimler und Kampfgenossen benannt sind. In Fachkreisen wird er sicherlich auch weiterhin einen Namen haben, politisch ist er aber wohl gebrantmarkt. |
| Demon17 | Es ist ja erstaunlich, das das den Leuten erst 65 Jahre nach dem NS-Regime auffällt. Villeicht liegt es ja an Wikipedia, das man sich so einfach über alles möglichen Leute erkundigen kann. Ich habe mir ja schon immer gedacht, dass die Pädagogik irgendwas mit Kollektivismus und Zwang zu tun hat. ;) |
| Hellscream | Was man der Pädagogik sicherlich nicht als ganzes vorwerfen kann. Aber da es sich hierbei ja wohl kaum um eine pädagogische Diskussion handelt, steige ich hier schon an dieser Stelle aus. Wenn es um Kollektiv Erziehung gehen soll empfehle ich mit aller Vorsicht denn hier „Anton Semjonowitsch Makarenko“ |
| Cagliostro | [QUOTE][i]Original geschrieben von Hellscream [/i] [B]Was man der Pädagogik sicherlich nicht als ganzes vorwerfen kann. Aber da es sich hierbei ja wohl kaum um eine pädagogische Diskussion handelt, steige ich hier schon an dieser Stelle aus. Wenn es um Kollektiv Erziehung gehen soll empfehle ich mit aller Vorsicht denn hier „Anton Semjonowitsch Makarenko“ [/B][/QUOTE] Herrlich, Genosse Politruk! So bauen wir den Sozialismus auf! "..........Sein zielorientierter Erziehungsstil sollte den Menschen zu einem wertvollen Mitglied der kommunistischen Gesellschaft machen; er verband seine Pädagogik mit den ideologischen Zielen der Sowjetunion. Zu seinen Werken gehören Pedagogičeskaja poėma (1933-1935; Die Straße des Lebens, ein Epos der Erziehung) und Kniga dlja roditelej (1937; Ein Buch für Eltern). Makarenko starb am 1. April 1939 in Moskau." Hmm, was ist überhaupt ein wertvolles Mitglied in einem kollektiven System. Wertvoll hiesse ja dann doch, dass jemand schlauer und besser ist, als die anderen Kulaken, die zu doof für den Sozialismus sind. Hmm, vielleicht sollten wir alle Doofen erschiessen??? Aber wer kauft dann die Prawda???????? |
| Ronin76 | [QUOTE]Ich habe mir ja schon immer gedacht, dass die Pädagogik irgendwas mit Kollektivismus und Zwang zu tun hat. ;)[/QUOTE] Du hast es auf den Punkt gebracht. Es ist eine Vergewaltigung. Was an diesem Altnazi so toll sein soll, würde ich schon gerne wissen. Revolutionär ist sein System jedenfalls nicht. Es bleibt Gewalt. |
| Hellscream | [QUOTE]Makarenko, Anton Semjonowitsch: Ein pädagogsches Poem/Der Weg ins Leben,Frankfurt am Main/Berlin/Wien, 1925-1935/1971 [I]"Im Himmel und in seiner Nähe, auf dem Gipfel des pädagogischen ,Olymp' galt jede pädagogische Technik in der eigentlichen Erziehung als Ketzerei. Im ,Himmel' wurde das Kind als ein Wesen betrachtet, das mit einem besonderen Gasgemisch gefüllt ist, für das man nicht einmal einen Namen ausgedacht hat. Übrigens war dieses Gas immer noch dieselbe altmodische Seele, mit der sich schon die Apostel abgegeben hatten. Es wurde angenommen (Arbeitshypothese), daß dieses Gas die Fähigkeit besitze, sich selbst zu entwickeln, man dürfe es nur nicht stören. Darüber wurden viele Bücher geschrieben, aber alle wiederholten im wesentlichen die Aussprüche Rousseaus: ,Habe Ehrfurcht vor dem Kinde...', ,Hütet euch vor der Natur im Wege zu sein...' Das Hauptdogma dieser Glaubenslehre bestand darin, daß bei einem so ehrfürchtigen und zuvorkommenden Verhalten zur Natur aus dem eben erwähnten Gas unbedingt eine kommunistische Persönlichkeit entstehen müsse. In Wirklichkeit jedoch wuchs unter diesen reinen Naturverhältnissen, was naturgemäß wachsen muße: gewöhnliches Unkraut.“[/I] [/QUOTE] |
| Cagliostro | @Helli Da ist ja das Buch Mormon noch spannend dagegen....:D |
| Demon17 | Mein lieber Hellscream, die Erziehung in der NS-Diktatur hat den hirnlosen Kadavergehorsam gefordert. Ich habe oft erlebt, das die folgende Generation die Ziele auswechselte, jedoch unbewusst in den alten Verhaltensmustern und Methoden verharrte ... und da liegt des Pudels Kern, Menschen haben nun mal nur ein beschränktes Repertoire an Verhaltensmustern entwickelt. Genau diese aber sind entscheidend und nicht die jeweils geltende Ideologie der Lehre. Außerdem, solange die Pädagogik davon ausgeht hyperkomplexe Systeme, wie sie Menschen nun einmal sind, zielgerichtet manipulieren zu können, solange kann man aus wissenschaftstheoretischer Sicht nur den Kopf schütteln. Ein weiterer Punkt, da wollen sie die Kinder immer sozialisieren und Devianz vermeiden, dabei haben sie keinen blassen Schimmer von Gesellschaftstheorie. Wie definieren sie dann Abweichung (Devianz)? Sie haben ein vorwissenschaftliches Verständnis von einer Gesellschaftshirarchie, die seit dem Ende der Monarchie einfach nicht mehr existiert. Da nützen auch keine Elitenkonzepte. Sie bringen es doch fertig dringend notwendige Reaktionen auf Umweltveränderungen als Fehlverhalten zu diskriminieren. Nein, auch Dein Makarenko mit seinen Gasen überzeugt mich nicht. Am Ende stehen alle in Reih und Glied und heben brav eine Extremität zum Gruß... |