| Aza | Wie haltet ihr es mit dem sog. Bildungstreik? Solidarisiert ihr euch mit den Studis oder seid ihr der Auffassung, die paar Euro Studiengebühren sind fair? |
| Evillight | Woran merkt man, dass ein Student streikt ? Man findet ihn schon vor 10 Uhr in der Uni! :D Zum Teil streikt man wegen der Verschulung des Studienganges, d.h. man muss plötzlich anwesend sein und hat ein straffen Zeitplan. Da fehlt natürlich die Möglichkeit der freien Entfaltung und für das Selbststudium in der Biblio-Theke, bzw für die Nebenjobs. Auch wenn ich den Leidensdruck hier erkenne, glaube ich auch, dass das Studium grds an der zielgerichteten Erreichung eines Bildungsziels ausgerichtet sein sollte. Bei den Studiengebühren finde ich die Regelung kostenfreie Grundstudiumszeit und Gebühren danach am sinnvollsten, die Studenten zu motivieren, den Abschluss zu forcieren. Letztlich ist auch die Überfüllung ein Thema, welches man dahingehend mit entspannen könnte. |
| Tapio Bearking | [QUOTE]Solidarisiert ihr euch mit den Studis oder seid ihr der Auffassung, die paar Euro Studiengebühren sind fair?[/QUOTE] Ich habe schon gegen Studiengebühren studiert, damals... gute alte Zeit... Sind die Gebühren fair? Nein! Weil: Die Gebühren kommen nicht den Studenten zugute, dass sie eine bessere und umfangreichere Ausbildung bekommen. Das Geld versickert irgendwo und ward nie wieder gesehen... |
| solipsismus | Da es schon bei studiengebührenfreien Themen Studenten gibt, die den Nebenjob irgendwie organisieren müssen, weil sie zu alt sind oder ihre Eltern irgendwie nicht genug, aber trotzdem zu viel verdienen, unterstütze ich definitiv die Streiks. Nicht zu reden von dem Bologna-Quatsch. |
| starfish | wer es ernsthaft hinkriegt, sich die inhalte der proteste auf die frage der studiuengebühren kurzzuignorieren, der soll sich doch bitte aus politischen themen raushalten. |
| Aza | Ich persönlich kann die Proteste in Deutschland nicht nachvollziehen. (Bin im Ausland unterwegs) 500 Euro pro Semester sind doch wirklich günstig und es kann sich auch jeder leisten. 1-2 mal kellnern im Monat und man hat die Studiengebühren locker drin. Im Vergleich: Mein MBA (Master) kostet an den günstigen Instituten 3000 Euro pro Semester, wobei man je nach Uni auch auf das doppelte kommt. (Keine int. Eliteuni) |
| solipsismus | @Aza Die Frage ist doch: muss etwas Gutes schlechter werden, nur weil es anderswo schon schlecht ist? Es wurde ja bereits auch bemängelt, dass die Studiengebühren eben nicht den Studierenden zu Gute kommen. Ist das bei deiner Universität wenigstens anders? |
| Aza | Für meinen Bachelor habe ich 1600 Euro im jahr (2 Semester) gezahlt. Die Uni hat insgesamt eine sehr gute Ausstattung... Die Uni Düsseldorf ist im Vergleich hierzu ein Bahnhofsklo. IdR sind wir 20-40 Studenten je Vorlesungen, jeder Raum hat Beamer, PC, Lautsprecher, WLAN etc... Was die Wirtschaftsstudiengänge angeht, halte ich den Bachelor (in Verbindung mit Pflichtpraktika wie z.B. in den Niederlanden) für super. Bei den Medizinern oder Ingenieuren sehe ich das ganze spektisch, da ich um eine Turbine zu bauen ja nunmal ALLES wissen muss. Bei den WiWis lässt es ich einfacher handhaben, da hat die einfache Führungskraft nen Bachelor und der Abteilungsleiter nen Master. Studiengebühren halte ich aber für richtig und wichtig... Ganz insbesondere wenn ich den Zustand dt. Unis betrachte. |
| solipsismus | Klingt, als würde es mit dem Geld bei dir laufen, wie es das soll. Aber das ist der Punkt: in Deutschland hat man anscheinend keine Fortschritte registrieren können, weil das Geld, das nun reinkommt, nicht etwa zusätzliches Geld ist, sondern Bund und Ländern erlaubt, sich aus der Finanzierung zurückzuziehen. Das kommt dann also weder den Unis, noch den Studenten zu Gute. Und was den Bachelor/Master angeht: davon abgesehen, ob die Zeiten angemessen sind (meines Erachtens nach nicht), haben Studenten in Deutschland nach wie vor das Problem, dass ihr Abschluss misstrauisch beäugt, wenn nicht sogar belächelt wird. Ob sie damit in anderen europäischen Ländern einen Vorteil haben, kann ich nicht beurteilen. Zur Richtig- und Wichtigkeit der Studiengebühren würde ich also konstatieren, dass nach dem jetzigen System -auch bei Erhöhung- nicht die Studenten/Universitäten, sondern nur Bund und Länder profitieren. |
| Aza | Ich finde den Bachelor bei gewissen Studiengängen eigentlich sehr gut.. In der Wirtschaft macht er imho sehr viel Sinn, da es so schon früh möglich ist, wertvolle Berufserfahrung zu sammeln.. Damit bin ich mit 25 wesentlich weiter und qualifizierter als der Uniabsolvent mit Ende 20. Bei Ingenieuren und Ärzten darf das Ganze schon bezweifelt werden.. Allgemein bin ich aber der Meinung, dass persönliches Engagement und Praktika wertvoller sind als der Name des Abschlusses. (Bachelor, Dipl Ing, Master, kfm. fh, magister, etc. pp.) |
| Kinch | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] [B]Allgemein bin ich aber der Meinung, dass persönliches Engagement und Praktika wertvoller sind als der Name des Abschlusses. (Bachelor, Dipl Ing, Master, kfm. fh, magister, etc. pp.) [/B][/QUOTE] Aha, also am besten gar keinen Abschluss machen, sondern sich engagieren(?) und gegen Nicht-Bezahlung Kaffee servieren (aka Praktika)? |
| Aza | Ich habe nirgendwo von unbezahlten Praktika gesprochen. 800-1500 im Monat sollten schon drin sein. Bzgl. der Namen der Abschlüsse: Ich meine hiermit, dass es ziemlich egal ist ob man Magister oder sonstwie heisst. Ich habe den Bachelor und war im Ausland unterwegs und habe so ziemlich jeden anderen Austauschstudenten nass gemacht, egal ob Magister oder Uni graduierender. Edit: Nass gemacht, da ich durch Praktikum und Projekte soviel erfahrener war, obwohl die Anderen teilw. 5 Jahre weiter waren als ich. (bzgl. der akademischen Laufbahn) |
| Kinch | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] Ich meine hiermit, dass es ziemlich egal ist ob man Magister oder sonstwie heisst. Ich habe den Bachelor und war im Ausland unterwegs und habe so ziemlich jeden anderen Austauschstudenten nass gemacht, egal ob Magister oder Uni graduierender.[/QUOTE] Ich habe den Eindruck, dass es bei Diskussionen um Uni-Abschlüsse fast ausschließlich darum geht das eigene Ego zu pushen. Aussagen a la: „Ich bin viel besser qualifiziert als ein XYZ” kommen nämlich mit Gewissheit. Ist nur 'ne Beobachtung. Persönliches Engagement ist ganz nett, aber ersetzen keine gute Ausbildung. Persönliches Engagement wird zumindest an unsere Uni immer weiter boykottiert. Ich habe noch pro Semester zwei Vorlesungen besucht, die nicht Scheinrelevant waren, aber die mich interessieren. Die Nachfolgenden werden das nicht mehr können; die studieren exakt soviel wie sie brauchen, um mit Abschluss wieder von der Uni gehen zu können. Meiner Meinung nach, sollte das nicht der Anspruch einer Universität sein. Im Übrigen hätte ich auch weniger studieren können und stattdessen ja Kellnern für die Studiengebühren (ich zahle hier keine, nur so 250 Semesterbeitrag). Wäre sicher auch besser, weils im Ausland auch so ist. Edit: [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] [B]Nass gemacht, da ich durch Praktikum und Projekte soviel erfahrener war, obwohl die Anderen teilw. 5 Jahre weiter waren als ich. (bzgl. der akademischen Laufbahn) [/B][/QUOTE] „Nassmachen” ist auch immer ne Frage des persönlichen Glücks. Wenn einer von der FH im Team ist der gerade ne Hashtable implementiert hat, kann er vielleicht auch mich „nassmachen” wenns im Projekt darum geht ne Hashtable zu implementieren. Wenns darum geht vierdimensionale Julia-quaternionen-Fraktale auf der CPU zu renden und zu visualsieren mache ich dann halt ihn nass. Was sagt sowas über die Güte der Ausbildung? Ich will da jetzt keine große Diskussion anleiern. Abschluss ist nicht alles. Aber es ist wirklich bezeichnet, dass sich solche Diskussionen meistens nur darum geht, dass man selbst ja besser sei als andere. |
| Aza | Du darfst ja auch nicht Bachelor und Unidiplom vergleichen. Das ist das Problem, was ich eben erwähnt habe. Bachelor werden praxisnah ausgebildet (zumindest da wo ich studiere) um zügig Erfahrungen zu sammeln. Wer eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, der macht den Master und hat hier die Möglichkeit, seine Interessen weiter zu vertiefen. Von besser oder schlechter rede ich nicht und habe das eben schon abgestritten, wo ich davon sprach das der Titel letztden Endes egal ist. Profilierung hab ich nich nötig, vor allem nicht auf nem anonymen Board. =) EDIT: Thema nassmachen: Ich Bachelor Fach X, Mitstudent Master, gleiches Fachgebiet (aber in Italien) Obwohl er eigentlich in wenigen Monaten eine Führungsposition bekleiden sollte/müsste, war ich fachlich um Lichtjahre besser als er. Obwohl wir das gleiche Fachgebiet studieren. |
| Kinch | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] [B]Du darfst ja auch nicht Bachelor und Unidiplom vergleichen. Das ist das Problem, was ich eben erwähnt habe.[/B][/QUOTE] Na ja, ich mache gerade einem Bachelor. Bisher war es möglich das zu studieren was man eben wollte. DA aber die Universtiät meinte, dass Studenten die mehr studieren als sie müssen, zu teuer sind, wird das eben ab sofort abgestellt. Unigebühren würden da mit Sicherheit auch wenig ändern. [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] Bachelor werden praxisnah ausgebildet (zumindest da wo ich studiere) um zügig Erfahrungen zu sammeln. Wer eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, der macht den Master und hat hier die Möglichkeit, seine Interessen weiter zu vertiefen.[/QUOTE] Master dürfen aber auch nicht alle machen. |
| Aza | Wer in seinem Spezialgebiet nicht im Stande ist einen gewissen Schnitt zu halten, sollte wohl auch keinen Master machen. Ansonsten gibt es super private Institutionen, wo es einen Master schon ab 10.000 Euro gibt. |
| Kinch | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] [B]Wer in seinem Spezialgebiet nicht im Stande ist einen gewissen Schnitt zu halten, sollte wohl auch keinen Master machen.[/B][/QUOTE] Wenn die Vorgabe ist, dass nur maximal 1/3 der Studierenden Master machen dürften, hat das nichts damit zu tun, wie gut man ist. Nebenbei ist ein gewisser Schnitt beim Bachelor zu halten, zumindest in meinem Studienfach ziemlich schwer. Der Notendurchschnitt von Klausuren ist in der Regel 3 und niedriger. [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] Ansonsten gibt es super private Institutionen, wo es einen Master schon ab 10.000 Euro gibt.[/QUOTE] Ja, schön für die. Wenn Bildung nur was für gut betuchte ist, schadet das allen. |
| Aza | Ich denke unsere Diskussion ist schwer zu führen, da wir grundverschiedene Fächer studieren und das noch in anderen Ländern. Von meinem persönlichen Standpunkt aus denke ich, dass 10.000 Euro für einen Master ohne Probleme und Hilfe der Eltern zu organisieren sind. Man muss es nur wollen, dann klappts auch damit =) Ein Meisterbrief im Handwerk kostet schließlich genausoviel, da meckert auch niemand. Wer mehr will muss auch mehr leisten. |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] [B]Ein Meisterbrief im Handwerk kostet schließlich genausoviel, da meckert auch niemand. Wer mehr will muss auch mehr leisten. [/B][/QUOTE]Ein Interessanter Punkt der bei der Diskussion um Studienbedingunge gerne unterschlagen wird. Das gleiche gilt übrigens für geprüfte Techniker, Schweissfachleute etc. |
| Aza | Jip. Mein Gefühl ist, viele Studenten möchten alles und das kostenlos. Wer zur Bildungs- und Einkommenselite gehören möchte, der soll doch auch bitte elitäres Engagement mitbringen. |
| solipsismus | Und elitäres parentales Einkommen bzw. den nötigen sozialen Hintergrund. Ja, das ist überspitzt, aber ich bin nicht bereit, mich für eine ungewisse Zukunft mit 30.000€ zu verschulden, nur damit ich überhautp studieren kann. |
| DarkHaze | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] [B]Jip. Mein Gefühl ist, viele Studenten möchten alles und das kostenlos. Wer zur Bildungs- und Einkommenselite gehören möchte, der soll doch auch bitte elitäres Engagement mitbringen. [/B][/QUOTE] Richtig! Die meisten Studenten studieren und sollten auch studieren, weil sie ein Elite-Einkommen erlangen möchten! Das sollte Fokus der Bildungspolitik sein! :P ... Aber mal im ernst und zum Thema als solches: Ich kann die Studenten nicht ernst nehmen, A) weil sie sich nahezu opportunistisch möglichst viele Themen aufhalsen (Studiengebühren UND Bachelor-Boykott UND Master-Beschwerden UND Raummangel UND schlechte Lehrequalität UND Rebellischer Geist: Gerne immer! Aber doch nicht so verkorkst und fehlgeleitet und bitte erst recht nicht rein ideologisch!itte erst recht nicht rein ideologisch! |
| Fuck up Evil | Es ist wirklich ein Dilemma, wenn die Studenten nur auf dem Campus-Gelände protestieren sieht der Otto-Normal-Bürger davon recht wenig und die Medien ebenso, wenn sie medienwirksame Aktionen durchführen, wie in Düsseldorf, die die Polizei auf den Plan rufen hagelt es Bußgeldbescheide. :rolleyes: Dazu kommt noch, dass die Studenten ja gegenüber streikenden Arbeitnehmern ( die meist in einer Gewerkschaft organisiert streiken) absolut kein Druckmittel zur Verfügung haben, ich denke daher sind auch bisher alle Studenten-Streiks ein Misserfolg gewesen... Streik gegen die Langzeitstudiengebühren : Gebühren kamen in der höchsten Form wie sie angekündigt wurden. Streik gegen allgemeine Studiengebühren : Gebühren kamen und werden wohl auch weiterhin bleiben. :rolleyes: |
| Aza | [QUOTE][i]Original geschrieben von solipsismus [/i] [B]Und elitäres parentales Einkommen bzw. den nötigen sozialen Hintergrund. Ja, das ist überspitzt, aber ich bin nicht bereit, mich für eine ungewisse Zukunft mit 30.000€ zu verschulden, nur damit ich überhautp studieren kann. [/B][/QUOTE] Leute mit dieser Einstellung dürfen sich aber auch nicht über suboptimale Bedingungen beschweren. @Haze: 13 Jahre schule + 3-10 Jahre Uni, da ist die Intention mehr zu verdienen doch völlig klar, oder nicht? Wer studieren geht hat imho immer die Absicht, ein besseres Einkommen zu erzielen und hat idR auch die Möglichkeit dazu. Sogar Bio oder Medizinabsolventen haben mitlerweile dank BCG und McKinsey die Möglichkeit mit Mitte 20 Einstiegssgehälter jenseits der 40 oder 50K zu erreichen. Dann sind die paar 10 tausend Euro auch schnell abgetragen. Bei entsprechender Leistung im Studium gibt es auch genug Unternehmen, die die Schulden übernehmen. Aber hierbei gilt natürlich: Nur wer bereit ist viel zu geben, kann später auch viel fordern. Ich kann keinen Dacia bezahlen und einen Mercedes fordern =) |
| Kinch | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] [B]Leute mit dieser Einstellung dürfen sich aber auch nicht über suboptimale Bedingungen beschweren.[/B][/QUOTE] Und zwar weil… [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] Aber hierbei gilt natürlich: Nur wer bereit ist viel zu geben, kann später auch viel fordern. Ich kann keinen Dacia bezahlen und einen Mercedes fordern =) [/QUOTE] Wer viel verdient zahlt sein Arbeitslebenlang auch viele Steuern. Seine Ausbildung ist da schnell wieder drinnen. Warum gibts wohl ne Schulpflicht? |
| Aza | Hier nochmal der Verweis zum Handwerk: Warum fordern Studenten ein kostenloses Studium + Bafög, wenn der Handwerker 10-15.000 Euro (Je nach Fachbereich) bezahlt? Mit der Steuer hast du sicherlich recht, aber es geht ja hier um den persönlichen Vorteil, nicht um den gesellschaftlichen. |
| Nnordy | [QUOTE]500 Euro pro Semester sind doch wirklich günstig und es kann sich auch jeder leisten. 1-2 mal kellnern im Monat und man hat die Studiengebühren locker drin.[/QUOTE] Manchmal frage ich mich, ob wir alle in der gleichen Welt leben. Ich persönlich kenne niemanden, der sich mit "1-2 mal kellnern im Monat" insgesamt 1400 Euro (immer diese 500 Euro-Augenwischerei. Es sind mitnichten "nur" 500 Euro, weil dazu auch noch Uni-Verwaltungsgebühren, Semesterticket und pipapo kommen, und dann ist man meist bei weit über 700 Euro. Soviel nur mal zum Grundsätzlichen.) mal so nebenbei verdienen kann. Ich könnte heutzutage nicht mehr studieren. Ich musste neben dem Studium jobben, und zwar nicht zu knapp, allein um leben zu können. Das Rhein-Main-Gebiet ist recht teuer, auch wenn man in einer WG lebt und sich keinerlei Luxus leistet. Mein Job war zwar fachbezogen, aber ich mußte auch mindestens 80h im Monat arbeiten, meist waren es mehr, und zwar unter der Woche und zwischen 7-19 Uhr, denn anders hatte der Verlag nicht geöffnet. Deswegen habe ich auch ein - entsprechend langes - Teilzeitstudium gemacht. Trotz meines 1er-Abis wäre ein Studium heute einfach nicht mehr drin - weil ich es mir schlichtweg nicht leisten könnte, denn meine Eltern konnten mich schon damals nicht unterstützen und heute auch nicht. Für einen Nebenjob bleibt meist keine Zeit beim Bachelor. Wie gesagt - wer 1400 Euro für billig hält, der hat wohl tatsächlich nie im Leben finanzielle Probleme erlebt. Und zwar solche, die wirklich an die Existenz gehen. Denn es gibt ja auch so Sachen wie Krankenversicherung und Rentenversicherung, die ebenfalls Geld von Dir wollen - ja, zum Teil auch als Student. Daher weiß ich, wovon ich rede. So oder so: Die Proteste sind meines Erachtens durch und durch berechtigt. Ich selbst bin sowohl 1997 als auch 2003 auf der Straße gewesen und habe mich engagiert. Ich sehe da eine ganze Generation von wirtschaftstreuen und unerfahrenen pseudoelitären Absolventen heranwachsen, die sich nicht organisieren können, weil sie das durch den verschulten Lehrplan niemals mußten, und denen zahlreiche wichtige soft skills abgehen, weil für die Ausbildung derselben schlicht die Zeit fehlt neben Veranstaltungen, Klausuren und Übungen. Und es ist absolut wahnwitzig, sich einzubilden, man könne ein Fach wie Germanistik in gerade 6 Semestern vermitteln. Nicht falsch verstehen: Ich halte den B.A. und den M.A. nicht grundsätzlich für schlecht, aber die Art der Umsetzung ist unterirdisch. Für Professoren und Studenten. Und die Gebühren kommen ja eben nicht den Studis zugute - bis dato habe ich nicht gehört, dass es keine überfüllten Hörsäle mehr gibt oder schlecht ausgestattete Gebäude usw. Da hat sich nix geändert. Und warum das weltweit anerkannte Diplom abgeschafft werden soll, werde ich auch nie verstehen. Deutsche Diplomingenieure gelten international als hoch qualifiziert und fachkompetent. Erschließt sich mir nicht, wieso man das auf den Müll wirft. Ich jedenfalls bin froh, noch meinen Magister gemacht zu haben, und für meinen M.A. mit Stolz. Auch, wenn er nur hintendran steht. ;) @Handwerk: Es geht darum, daß die meisten Studis zu Beginn ihres Studiums über keinerlei Einkommen verfügen. Der Handwerker schon. Mein Vater hat damals seinen Meister gemacht und während dieser Zeit seinen Job gehabt und Geld verdient, weswegen das kein Problem war. Zumal es zum Teil auch von der Firma übernommen wird, wenn man sich weiterqualifiziert. Bei Studenten ist das doch eine völlig andere Sachlage! |
| Aza | 1400€ = 140 stunden arbeiten = 12 stunden im Monat. Das sind nicht einmal 2 Tage Arbeit im Monat. Nicht machbar? Wohl kaum. Die paar Euro fürs Semesterticket sind doch wohl totaler Luxus. Bei den Bahn- und Spritpreisen kann man doch NOCH günstiger garnicht reisen. Edit: Zur Handwerkerdiskussion: Es steht jedem frei zuerst eine Ausbildung zu machen und dann am Wochenende sein Studium durchzuziehen. |
| coma_black | Man hätte die "neuen" Abschlüsse ja wenigstens Baccalaureus und Magister nennen können, um in der jahrhundertealten Universitätstradition zu bleiben ;) Der Studentenaufruhr ist berechtigt aus folgenden Gründen: a) Das Studium wird durch die Reformen zu verschult. Studium bedeutet aber eben gerade [I]nicht[/I] daß man sich an einer höheren Schule befindet, wo man Lehrpläne einzuhalten hat, sondern daß man eine gewisse (studentische) Freiheit genießt. Nur durch diese Freiheit ist eine individuelle Bildung möglich, da man so interessehalber auch mal "über den Tellerrand" blicken und fachfremde Veranstaltungen besuchen kann. In einem Studium, daß man mal eben "durchzockt", indem man nach und nach die benötigten Pflichtveranstaltungen abhakt kann man eben kein breites Wissensfundament aufbauen - Fachidioten sind das Endergebnis. Milder ausgedrückt: Bildung soll nicht einfach nur eine Ausbildung sein! b) Trotz Einführung von Studiengebühren hat sich die Qualität des Studiums verschlechtert. Die Verwendung der Gebühren erfolgt nach mitunter recht seltsamen Kriterien: einerseits finden sich Hörsääle mit zwei (!) Beamern, andererseits fehlt in Labors wichtiges Arbeitsmaterial, durch zuwenig Dozentenstellen sind die Fächer überlastet usw. Außerdem läßt die Transparenz, wie das Land die eingenommenen Gebühren auf die Universitäten / Hochschulen verteilt, sehr zu wünschen übrig. Zu wenig Dozenten führen weiterhin dazu, daß die Seminare hoffnungslos überfüllt sind. Um Abhilfe zu schaffen, werden Teilnehmerbegrenzungen eingeführt. Dadurch ist es dann wiederum nicht möglich, trotz Gebühren in der Regelstudienzeit fertig zu werden. Ein weiteres Ärgernis stellt es dar, wenn drei oder noch mehr Prüfungsrelevante Veranstaltungen am selben Tag zur gleichen Zeit stattfinden. Man könnte fast annehmen, dahinter stehe die Strategie, möglichst viele zahlende Studenten möglichst lange an der Uni zu behalten. Man hat also einerseits den ständigen Druck, möglichst schnell zu studieren, andererseits wird einem von der selben Stelle das zügige Studieren nahezu unmöglich gemacht - wenn der Spaß nichts kosten würde, wäre das wenigstens noch hinzunehmen. c) Durch die Verschulung des Studiums werden, selbst wenn man nicht alles besuchen kann (s. o.) die Stundenpläne ziemlich voll. Außerdem soll man noch zu Hause vor- und nachbereiten, Hausarbeiten schreiben und je nach Studiengang Exkursionen, Theaterstücke, Vorträge etc. pp. besuchen. Es wird daher auch immer schwerer, nebenher zu jobben, denn die Arbeitgeber verzichten inzwischen gerne auf Leute, die nur zu ausgewählten Tageszeiten erscheinen können. |
| Nnordy | @Aza: Ich HABE zuerst eine Ausbildung gemacht. Nur leider, leider muß man ja auch von irgendwas leben. Wenn man nicht im Hotel Mama wohnt, bekocht wird und die Wäsche gewaschen bekommt, kommen für ein Zimmer, Essen, Lehrmittel und auch mal ein paar neue Socken auch ein paar Hundert Euro zusammen. Aber klar, wer sich von Mama umsorgen lassen will, auch wenn man schon Mitte 20 ist, dem sei das gegönnt. Ich bin mit 18 von zu Hause ausgezogen. Das ist, was ich meine: Studenten bleiben ewig zu hause wohnen, manche auch durchaus freiwillig, weil's so bequem ist, nix kostet und die Eltern sich um alles kümmern. Das ist Unselbstständigkeit par excellence. Oder man hat reiche Eltern und die sponsern einem den Auslandsaufenthalt. Denn ehrlich, Aza: Bei deinem beeindruckenden Werdegang glaube ich kaum, daß Du aus einer armen Arbeiterfamilie stammst und die ganze Zeit knechten gehen mußtest, um dein Studium zu finanzieren. Deswegen finde ich es auch nicht verwunderlich, daß Du wenig Verständnis für die Streikenden hast. Aber das sei Dir unbenommen. Ich habe noch eineinhalb Jahre bei meinem alten AG gearbeitet, nach der Ausbildung und während des Studiums. Hatte den Nachteil, daß es Schichtarbeit war, großteils Nachtschicht, weswegen ich das auch nach einem Jahr geschmissen und mir was anderes gesucht habe. Kann keiner nachvollziehen, der nicht selber mal ein paar Monate so gearbeitet hat. Das geht wahnsinnig an die Substanz und soziale Kontakte gibts nicht mehr. Und so viel Geld, um mir Studiengebühren und die Lehrmittel leisten zu können, hatte ich trotzdem nicht. Die Meisterausbildung läuft parallel zum Job. Das heißt man hat ein regelmäßiges Einkommen, das je nach Branche zwar auch nicht üppig ist, aber eine Meisterausbildung ist auch nicht direkt mit einem Studium vergleichbar. Das ist, als wollte man Äpfel und Birnen vergleichen - meiner Meinung nach. Es sind völlig andere Voraussetzungen und Bedingungen. Am WE studieren? In welcher Welt lebst du denn? Hier - also in Deutschland - läuft der Unibetrieb UNTER der Woche. Also MO bis FR. Du kannst ja gern am SA und SO an die Uni gehen, da wird aber keiner sein... Phhh. Du sagtest doch, Du studierst/studiertest im Ausland. Ist es da nicht etwas schwierig, die Realität des in Deutschland Studierens zu beurteilen, so von außen? Ich will nur sagen: Ich habe in Deutschland studiert. Und ich kenne die Bedingungen, gerade in Unis wie bspw. Mainz, und die waren damals schon zum Kotzen. 400 Studenten in einem Raum, der für 100 ausgelegt war, waren keine Seltenheit. Und nach meinen letzten Informationen hat sich die Situation dahingehend "gebessert", daß es jetzt noch noch 300 auf 100 Plätze sind, weil die Leute, die es sich nicht leisten können weil sie keine reichen Eltern haben, nicht mehr studieren gehen. Dazu gibts übrigens auch eine Studie, die vor ich glaube 2 Monaten veröffentlicht wurde. Und dann sind wir bei sozialer Selektion. Hübsch, in einem aufgeklärten demokratischen Staat wie Deutschland, wo angeblich alle das Recht auf Bildung haben. Nur wer Geld hat, der hat halt Recht auf MEHR Bildung als derjenige, der kein Geld hat. P.S.: Lies doch mal W. v. Humboldt. Ja, das ist ein Pädagoge und ja, seine Ansichten laufen den Interessen der Wirtschaft diametral entgegen. Aber das muß ja nichts Schlechtes sein... :) |
| Kinch | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] [B]Es steht jedem frei zuerst eine Ausbildung zu machen und dann am Wochenende sein Studium durchzuziehen. [/B][/QUOTE] Am Wochenende!? Ich brauche für ein Übungsblatt in Computergraphik oder Mathe meistens ungefähr 20 Stunden (Hint: Zweimal kein Üblatt gemacht = Keine Klausurzulassung). Und ich bekomme eins pro Woche und pro Vorlesung. Nicht eingerechnet sind die Zeiten für Vorlesung und Tutorium. Was im Falle von Mathe zum Beispiel nochmal 10 Stunden die Woche waren (mit Anwesenheitspflicht). Wenn du dein Studium zeitgerecht fertig bekommst, wenn du am WE mal ein wenig was machst, wird mir klar, woher du deine Einstellung beziehst. |
| Aza | ICh habe einige Freunde und Familienangehörige die Mathematik und Informatik in Wochenendform studieren. Sicherlich ist es eine Mehrbelastung, aber durchaus machbar, wie die Abschlüsse in meinem Umkreis beweisen. Jeder von ihnen ist übrigens vollzeit tätig. Es geht eben nur ums persönliche Engagement. Anerkannte Möglichkeiten am WE Abschlüsse zu machen: FOM, HS Fresenius aber auch die Fernuni Hagen bieten gute und akkreditierte Abschlüsse an. Um nur 3 zu nennen. @Nnordy: Ich habe während meines (vollzeit) Studiums auch gearbeitet, sei es auf dem Bau, in der Gastronomie etc. Es tut mir leid, wenn ich teilweise überhebliche Texte geschrieben habe, ich bin nur total angenervt von dem Gejammer deutscher Studenten. |
| Tapio Bearking | [QUOTE]Es tut mir leid, wenn ich teilweise überhebliche Texte geschrieben habe, ich bin nur total angenervt von dem Gejammer deutscher Studenten.[/QUOTE] Ich kann das "Gejammer" gut verstehen. Immerhin sollen die Studenten dank des Bätschelohr für ein "Studium" zahlen, dass das Papier nicht wert ist, auf dem der Abschluss bescheinigt wird. |
| Kinch | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] [B]ICh habe einige Freunde und Familienangehörige die Mathematik und Informatik in Wochenendform studieren. Sicherlich ist es eine Mehrbelastung, aber durchaus machbar, wie die Abschlüsse in meinem Umkreis beweisen.[/B][/QUOTE] Es ist absolut nicht möglich hier einen regulären Abschluss zu bekommen, wenn man nur am Wochenende arbeitet. Was ich oben auch begründet habe. Es ist weder zeitlich noch von den Formalien her machbar, da es unter der Woche eine Anwesenheitspflicht gibt. Die Faktenlage kannst du ja gerne ignorieren, aber vermeide dann doch bitte das Diskutieren. |
| Aza | @ Tapio: Bei den Einstiegsgehältern liegen MBA Absolventen über dem Unidiplom. Bei guter Verhandlung und Erfahrung bekommt der Bachelor min. genausoviel wie der FHler Weiterhin darfst du nicht, wie ich bereits erwähnt habe Bachelor und UniDiplom vergleichen. Wenn du vergleichen möchtest, dann: Master mit Unidiplom Bachelor mit Diplom FH @ Kinch: Die FOM bietet MBA und MSc genauso an wie Bachelor abschlüsse. Und ich weiß 100%ig, dass diese Abschlüsse gleichwertig mit Vollzeitabschlüssen sind. Einer meiner Bekannten ist verbeamteter Lehrer => Fernuni Hagen. :p |
| Tapio Bearking | @Aza: Und? Heißt das, dass sie was können? Da brauch ich mich nur bei uns in der Firma umguggen. Alles mit Batchelor oder Master ist zu nix zu gebrauchen. Durch den Batchelor verliert das gute Diplom an Wert, da dank des Bürokratentums man keine Ahnung von seinem Fach haben muss, wenn man den Batchelor oder den Master hat. |
| Aza | Ich weiß nicht wie die Qualität der deutschen Bachelors ist. Ganz sicher weiß ich aber, dass ich bisher keinen Uniabsolventen getroffen habe (weder in Deutschland noch in meiner Zeit im Ausland), der in meinem Fachbereich nur ansatzweise so gut ausgebildet ist wie die BAs von meiner Uni =) EDIT: Aber nu hab ich auch die Nase voll von der Diskussion. Viel Erfolg noch =) |
| Tapio Bearking | [QUOTE]Ich weiß nicht wie die Qualität der deutschen Bachelors ist.[/QUOTE] Eben, das ist der Casus knackus. Der deutsche Bachelor ist nichts, niente, nada, Wert. Und jeder der in Deutschland ein solches Studium macht, sollte sich überlegen, ob er nicht besser das Geld gleich verbrennt. |
| GISMO | Warum eigentlich? Ist der Studiengang so anspruchslos oder der Arbeitsmarkt mit besser qualifizierten bereits derart überschwemmt, dass man sich locker eines Masters bedient als eines Bachelors? |
| Tapio Bearking | Ja, der Studiengang ist so anspruchslos. Es geht, grob gesagt, beim Bachelor nicht mehr um Prüfungen in einem bestimmten Fach. Du kannst also einen Bachelor in Elektrotechnik machen, sammelst aber die "Punkte" die du zum Bestehen brauchst im Pflegemanagement. Und nach drei Jahren hast du einen Abschluss als Elektrotechniker, kannst aber einen Widerstand nicht von einer Spule unterscheiden, dafür kannst du in Rekordzeit Windeln wechseln. DANKE EUROPA! |
| Aza | Das macht allerdings wenig sinn. Gut, dass es in anderen europäischen Ländern nicht so ausschaut |
| Kampfsau | [QUOTE]Eben, das ist der Casus knackus. Der deutsche Bachelor ist nichts, niente, nada, Wert. Und jeder der in Deutschland ein solches Studium macht, sollte sich überlegen, ob er nicht besser das Geld gleich verbrennt.[/QUOTE] Ich weiß nicht, ich halte diese Aussage für groben Unfug. Immer wird der Untergang des Abendlandes propagiert aber so kann man das einfach nicht sehen. Ich halte das Bachelor - Mastersystem per se nicht für so eine schlechte Idee. Ich halte sie sogar für ziemlich sinnvoll im Angesicht der Bedingungen denen wir uns in der Arbeitswelt gegenüber sehen. Wie sieht denn die Realität aus? BWL Studenten träumen immer von der großen Karriere,von Sportwagen, Luxusvillen und Dates mit Schönheitsköniginnen. Nur in Wirklichkeit wird doch ein Großteil der BWL Absolventen später als etwas besserer Sachbearbeiter beschäftigt. Einen Master braucht man doch eher dann, wenn man eine Karriere in Richtung Forschung und Wissenschaft anstrebt. Nur wieviele Leute dringen dann später in diesen Bereich vor? Nur die Besten werden dort landen. Für vieles braucht man einfach die richtige Persönlichkeit oder lernt es dann "on the job". In Medizin und Jura kann man sehr wohl daran zweifeln. Medizin ist aber auch ein Beispiel, dass nicht verändert wurde. Warum sollten 3-4 Jahre Lernen in anderen Fächern aber so wertlos sein? Es kommt einfach darauf an, wie man diese 3-4 Jahre strukturiert und nutzt. Und einen Job wird man so oder so bekommen müssen mit dem Abschluss. Was sollen die Arbeitgeber denn sonst machen? Es gibt eben kaum Master, man muss seinen Bedarf mit Bachelorn decken, was ja mittlerweile schon oft getan wird. [QUOTE]Dazu kommt noch, dass die Studenten ja gegenüber streikenden Arbeitnehmern ( die meist in einer Gewerkschaft organisiert streiken) absolut kein Druckmittel zur Verfügung haben, ich denke daher sind auch bisher alle Studenten-Streiks ein Misserfolg gewesen...[/QUOTE] Sie könnten ja nicht mehr studieren und statt dessen was anderes machen, wenn die Bedingungen so schlecht sind. Dann hätten die Firmen keine Absolventen mehr und die Unis leere Hörsääle. Nur so schlimm dass das Studieren unmöglich ist, ist es wohl auch nicht. [QUOTE]Leute mit dieser Einstellung dürfen sich aber auch nicht über suboptimale Bedingungen beschweren. @Haze: 13 Jahre schule + 3-10 Jahre Uni, da ist die Intention mehr zu verdienen doch völlig klar, oder nicht? Wer studieren geht hat imho immer die Absicht, ein besseres Einkommen zu erzielen und hat idR auch die Möglichkeit dazu. [/QUOTE] Mmhhh, so groß ist der Unterschied in den Verdiensten zwischen Studenten und z.B. Leuten mit beruflichen Weiterbildungen nichtmal in der Praxis. Vor allem durch die Steuerprogression. Vor allem im Mittelstand ist die Steuerbelastung sehr hoch. Was ich in dem Fall für wichtiger halte, ist dass man einen anderen intellektuellen Anspruch im Beruf sucht oder generell an interessanten Tätigkeiten interessiert ist.Siehe den Bereich Sozial- oder Geisteswissenschaften. [QUOTE]Sogar Bio oder Medizinabsolventen haben mitlerweile dank BCG und McKinsey die Möglichkeit mit Mitte 20 Einstiegssgehälter jenseits der 40 oder 50K zu erreichen. Dann sind die paar 10 tausend Euro auch schnell abgetragen. Bei entsprechender Leistung im Studium gibt es auch genug Unternehmen, die die Schulden übernehmen.[/QUOTE] Ja, am besten gehen alle die sich so aufregen zu McKinsey, die suchen ja aufgrund von Bewerbermangel händeringend Nachwuchs..... Bafög halte ich für gut zu bezahlen. Wenn man darüber hinaus nichts weiter beantragen müsste, wäre das für mich vertretbar. Aber mittlerweile sind viele von Bankkrediten abhängig. [QUOTE]Aber hierbei gilt natürlich: Nur wer bereit ist viel zu geben, kann später auch viel fordern. Ich kann keinen Dacia bezahlen und einen Mercedes fordern =)[/QUOTE] Ja, nur wer viel in den akademischen Nachwuchs investiert und diesen durch gute Bedingungen motiviert, kann später auch eine hohe Zahl qualifizierter Akademiker einfordern. [QUOTE]Hier nochmal der Verweis zum Handwerk: Warum fordern Studenten ein kostenloses Studium + Bafög, wenn der Handwerker 10-15.000 Euro (Je nach Fachbereich) bezahlt?[/QUOTE] Vielleicht haben aus eben diesem Grunde sich viele Handwerker die sich hätten selbstständig machen können, nicht selbstständig gemacht, weil die Kosten zu hoch waren ? Nicht jeder Handwerker hat ne 40 Stundenwoche und gute Verdienste.Wenn da dann noch eine Familie ist, ist es eben nicht mehr so einfach, den Meister zu machen. Man könnte den Spieß ja auch so drehen. Warum sollten die Handwerker für ihre Lehre eigentlich eine Vergütung bekommen? Oder noch besser, warum zahlen die nicht jeden Monat nochmal über 100 Euro Lehrgeld? Viele würden wohl ihre Ausbildungen abbrechen und ungelernt versuchen irgendwie zu arbeiten. Das Resultat wären dann viel weniger, voll qualifizierte Fachkräfte. [QUOTE]1400€ = 140 stunden arbeiten = 12 stunden im Monat. Das sind nicht einmal 2 Tage Arbeit im Monat. Nicht machbar? Wohl kaum.[/QUOTE] Steuern anyone? Das würde letzten Endes nochmal auf 4-5 Stunden mehr in der Woche hinauslaufen. Und das natürlich NEBEN den Lebenshaltungskosten. Gerade wenn man am Minium lebt, sind über 100 Euro mehr im Monat nicht gerade wenig. [QUOTE]Zur Handwerkerdiskussion: Es steht jedem frei zuerst eine Ausbildung zu machen und dann am Wochenende sein Studium durchzuziehen.[/QUOTE] Finanziell ist das sicher besser abgesichert aber mal im Ernst, das dauert doch ewig lange. Erstmal 2-3 Jahre Ausbildung, dann Arbeiten und sämtliche übrig bleibende Freizeit dann noch in ein WE Studium stecken, wobei dieses natürlich auch ungefähr doppelt so lange wie ein Vollzeitstudium dauert, also im Falle eines Bachelors, 6 statt 3 Jahre, was die Sache noch viel unattraktiver machen würde. Mal ehrlich, 6 Jahre können eine seeehr lange Zeit sein, in der man auf seine WE verzichtet. [QUOTE]Ja, der Studiengang ist so anspruchslos. Es geht, grob gesagt, beim Bachelor nicht mehr um Prüfungen in einem bestimmten Fach. Du kannst also einen Bachelor in Elektrotechnik machen, sammelst aber die "Punkte" die du zum Bestehen brauchst im Pflegemanagement. Und nach drei Jahren hast du einen Abschluss als Elektrotechniker, kannst aber einen Widerstand nicht von einer Spule unterscheiden, dafür kannst du in Rekordzeit Windeln wechseln. DANKE EUROPA![/QUOTE] Erstmal, wie redest du bitte über die Absolventen des Pflegemanagement? Als ob zur Pflege nur Windelnwechseln gehört. Als ob das z.B. das Einzige wäre, was z.B. Krankenschwestern lernen würden. Deren Ausbildung ist nämlich einer der anspruchsvollsten Ausbildungsberufen überhaupt. Und darüber hinaus hat ein jeder Studiengang eine Studienordnung mit verschiedenen Pflicht- bzw Wahlpflichtmodulen. Die Schwerpunkte die man dabei gewählt hat, sind nachher im Zeugnis für den Arbeitgeber einsehbar. Dann gibt es noch jede Menge Prüfungen, ich meine nicht, dass das was du hier behauptest der Realität entspricht. Vielleicht irre ich mich ja aber dann solltest du zumindest eine Quelle für diese Behauptung angeben. Es gibt dann ja Bachelor of Ars, of Science usw. Aber von jemandem der sagt der Bachelor ist nichts wert, kann man auch nicht unbedingt soviel Sachkenntnis erwarten |
| Aza | Kampfsau, ich danke dir für diesen - in jeder Hinsicht - wertigen Kommentar! |
| Hellscream | Mit grober Polizei Gewalt, Ignoranz und gegenseitigen Schuldzuweisungen winden sich nun die Verantwortlichen nun aus dem Schlamassel. Ich muss mich als Student leider fragen ob es erst Französische oder Griechische Zustände geben muss, bis sich dort etwas bewegt. Ich finde das verdammt traurig und finde es sagt mir viel über den Zustand dieser Gesellschaft aus. [url]http://www.bildungsstreik.net/[/url] Für mehr Informationen wenn es irgend jemanden hier interessiert. Nach folgendes sagt mir auch viel über die Zustände in der Gesellschaft aus. „Öffentliche Aufmerksamkeit verdient zudem das brutale Vorgehen der Frankfurter Polizei. Schon während der martialischen Räumung kam es zu sexistischen und gewaltsamen Übergriffen. Eine Spontandemonstration nach der Rämung wurde brutal verhindert, Student_Innen wurden geschlagen und in mindestens zwei Fällen sogar von Polizeifahrzeugen angefahren. Die Verletzungen waren teilweise so gravierend, dass 6 Demonstrant_Innen mit Platzwunden und sogar Knochenbrüchen im Krankenhaus behandelt werden mußten.“ [url]http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=7767&Itemid=1[/url] Natürlich keine neutrale Quelle. Könnte man meinen. [url]http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/campus/?em_cnt=2119826[/url] Das ist der Lohn der jenigen die Gesellschaftliches Engagement zeigen und ihre demokratischen Rechte in Anspruch nehmen. |
| Aza | Ich finde die Räumung mit Polizeieinsatz 100% gerechtfertigt. Friedlicher Protest hat meine volle Zustimmung und ist das gute Recht der Studis, auch wenn ich ihre Kritikpunkte nicht alle nachvollziehen kann. Sachbeschädigung in Höhe von mehreren 100.000 Euro rechtfertigt aber den Einsatz der Polizei. Selber schuld, wenn die sich so aufführen. Impressionen, die nichts mit akademischem Niveau zutun haben: [IMG]http://www.muk.uni-frankfurt.de/pm/pm2009/dok/264/casino1.jpg[/IMG] [IMG]http://www.muk.uni-frankfurt.de/pm/pm2009/dok/264/DSC00001.JPG[/IMG] Mehr auf der Unipage [url]http://www.muk.uni-frankfurt.de/news/hp/264-casino/index.html[/url] auf der rechten Seite "downloads" |
| Nnordy | Und hier mal was zur aktuellen Realtität in deutschen Landen (vor allem für dich, Aza): [url]http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,665039,00.html[/url] Ich sagte es bereits: MEHR Geld = MEHR Bildung. Dann kann man ja nur hoffen, daß Papi min. 100.000 Euro pro Jahr verdient, denn dann gibt's wahrscheinlich kein Problem. Vor allem, weil man es dann ja auch gleich im Ausland machen kann und sich dadurch widrige deutsche Verhältnisse erspart. Sorry, aber mich kotzt es an, daß manche Leute hier über Dinge reden, von denen sie keine Ahnung haben, weil sie die Verhältnisse nicht selber kennen. @Aza: Findest du auch den Einsatz von polizeilicher Gewalt, der zu Verletzungen bis zu Knochenbrüche bei Demonstranten führte, "absolut gerechtfertigt"? ich fühle mich irgendwie so ein bißchen an 68 erinnert. |
| Aza | Die (angeblichen) Verletzungen sind sicherlich nicht gutzuheißen und müssen sanktioniert werden. Nur geht es mir nicht in den Kopf, wie ich verbesserte Lehre fordern kann und dann einen Schaden von 100.000 Euro und mehr anrichten kann. Laut Dekan der Uni Frankfurt hätte er damit eine Vielzahl von Hilfskräften einstellen können. Es wird bessere Bildung gefordert aber gleichzeitig Geld von Studentenseite verbrannt. Zum Studium im Ausland: Das hatte nichts mit dem Einkommen meiner Eltern zutun. Jeder kann es schaffen, man muss es nur wollen. Überdies bin ich aber auch nicht mehr willens darüber zu diskutieren, da es immer Leistungsträger & Macher geben wird und Menschen die in Selbstmitleid versinken. Man entscheidet selber, wozu man zählt. Edit: Für mich ist dieses Gemecker eher Sozialneid als berechtigte Kritik. Im Ausland zu studieren ist ähnlich teuer wie in Deutschland. Ausnahmen sind UK und USA. 100.000€ jährlich sind da sicherlich nicht notwendig. 6.000 reichen -inklusive Wohnung, gebühren, bücher, notebook, reisen etc. oft aus. Edit 2: In Deutschland gibts den DAAD, Studibafög, private Stiftungen, eine Vielzahl von Unternehmensstipendien etc. pepe Außerdem gibt es im Ausland Unterstüzung vom Staat, die idR nicht zurückgezahlt werden muss. Aber: Nur bei guten Leistungen =) |
| Hellscream | Aza lebt schon in der Realität und zwar ausschließlich in seiner Realität. Und da lebt es sich anscheinend leicht. Mit dem was die meisten Menschen jeden Tag erleben und ertragen müssen hat das allerdings sehr wenig zu tun. [URL=http://www.youtube.com/watch?v=1qshb36_Vic]Hart aber gerecht?[/URL] |
| Fuck up Evil | die Graffiti, die ich im TV gesehen habe sind mir auch rätselhaft . . . was wollen Studenten mit solchen "Aktionen" bezwecken ? Ich bin selbst Studentin, distanziere mich aber möglichst weit von solchen Aktionen. Die Gebühren sind nun einmal da und die Studienbedingungen nun einmal auch, das kann man gut oder schlecht finden, in Deutschland wird man aber durch Demonstrationen etc. nichts daran ändern. Sad but true |
| Aza | Ich sehs mal pragmatisch: Hätte man die 4 Wochen Streik bei nem Nebenjob verbracht, hätte man ganz locker die Studiengebühren verdient und mit etwas Glück noch was für den Lebenslauf getan. Wobei ich im Prinzip gut finde, dass die Studis sich für ihre Ziele einsetzen. Nur die Methoden sind fragwürdig und div. autonome hätte der Asta besser im Vorfeld ausschließen sollen. @ Hellscream: Ich habs auch nicht leicht und arbeite hart und viel, ich heule nur nicht rum und nutze lieber die Möglichkeiten, die ich in Europa habe. Dazu zählt u.A. eine günstige aber sehr gute Bildung und Chancen auf einen befriedigenden und gutbezahlten Job. Wie ich schon unterstrichen habe seh ich die Möglichkeiten des Einzelnen nicht nur national. Vielmehr sollte man die Vorzüge der EU nutzen und einfach mal über den Tellerrand schauen. Wer hier mit seinem Abschluss keine guten Chancen hat, findet bei unseren europäischen Nachbarn 100%ig etwas. |
| Hellscream | Wenn man auf Missstände, Unrecht und eine über die Maßen verächtliche Praxis aufmerksam macht ist das also „heulen“ so ist das also. Ich vergaß wo ich mich befand. Man entschuldige mich. Wie komme ich Trottel eigentlich darauf, dass Dinge jenseits der individuellen Nutzenmaximierung hier noch irgend wenn interessieren. |
| Nnordy | Aza, was mich an deinen Äußerungen stört ist dieses strikte Schwarz-Weiß-Denken. Du unterteilst deine Welt also in Leistungsträger & Macher auf der einen SEite und Nichtstuer und Rumheuler auf der anderen. Auf der einen Seite stehen die Leute mit guten Noten und auf der anderen Seite die Luschen. Mensch, werde erwachsen, und lerne mal was wirklich Wichtiges: Nämlich, daß es nicht nur schwarz und weiß gibt. DAS wäre nämlich tatsächlich mal eine echte intellektuelle Leistung, auf die Du stolz sein könntest. Du wirfst hier Leuten Dinge vor, ohne deren REalität zu kennen. Und das ist, gelinde gesagt, mehr als nur arrogant, sondern komplett daneben. Btw: Ich - Abi mit 1,8, mußte während des Studiums immer min. 20h/Woche arbeiten. Hatte kein Geld, um mir einen Puffer aufzubauen und fein ins Ausland zu gehen. Stipendien etc. gibt es für einen minimalen Teil von Studenten (unter 10%). Und die Voraussetzungen, um da reinzukommen, kapiere ich bis heute nicht. Und ähnlich wie viele Abiturienten heute hatte ich keine Lust, mich mit einem "Bildungskredit" - den es, als ich mit dem Studium anfing, noch gar nicht gab - über Jahrzehnte zu verschulden. Ach so: Mein STudium hab ich mit 1,7 abgeschlossen, nächstes Jahr beginne ich - neben meinem Fulltime-Job - mit der Promotion. Reichtümer verdiene ich trotzdem nicht und dank Kurzarbeit reichts momentan hinten und vorn nicht. Bin ich jetzt ein Rumheuler, eine Lusche und ein Miesmacher, oder wie oder was? Aza, Du solltest eigentlich wissen daß "differenzieren" etwas ist, was man gelernt haben sollte, wenn man studiert hat. Sonst hat man irgendwann mal wirklich etwas ganz Entscheidendes verpasst. Gebildete Leute sind eines. INTELLIGENTE etwas anderes. |
| Aza | Ich habe niemanden persönlich angegriffen. Ich habe nur gesagt, dass ich es das Rumgeheule hasse. Du bist meiner Auffassung nach -so wie du es schilderst- ein gradliniger Typ der sich auch durch Job statt Promotion nicht abschrecken lässt etwas aus seinem Leben zu machen. Meine Kritik galt denjenigen, die wie jeder die Möglichkeit haben aber nichts draus machen. Mein Schwarz-Weiß denken sollte ich aber sicherlich nochmal überdenken, aber es ist zugegebenermaßen einfach, wenn man sich so daran gewöhnt hat es nicht zutun. =) |
| Arimahn | Meine persönliche Erfahrung bisher war, dass ich "eigentlich" keinen Grund hätte zu demonstrieren. Die Leute von meinem Institut tun ihr möglichstes um das System für alle Seiten akzeptabel zu gestalten. Ich kann in Thüringen dank BAföG und einer günstigen Wohnung sehr gut leben, sogar auf für Studenten überdurchschnittlichem Niveau. Über meine Freundin weiss ich allerdings, dass sowas nicht üblich ist. Sie hat in ihrem Studiengang deutlich mehr Probleme, weil ihre Leute die Organisation nicht hinbekommen. Der Stoff ist zu verdichtet, die Dozenten eher "Fachidioten". Ich habe auch Veranstaltungen die sich überschneiden, das sind allerdings nur Tutorien die "eigentlich" nicht wichtig sind. Ich bin mir jetzt schon ziemlich sicher, dass ich mein Studium nicht in der Regelstudienzeit schaffen werde. Ich bin mir grade nicht sicher wie viele Semester ich zusätzlich studieren darf aber ich glaube es waren nur 2 - Das dürfte knapp werden. Das ist auch mein größtes Problem im Moment: Falls ich mal ein Modul nicht bestehen sollte und ich es nachholen muss kann es sehr schnell passieren, dass ich mein Studium gar nicht mehr abschliessen kann. Eine völlig bescheuerte Regelung die wohl nur dem Aussieben dient. |
| ExiledArchangel | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] [B]Ich habe niemanden persönlich angegriffen. Ich habe nur gesagt, dass ich es das Rumgeheule hasse. Du bist meiner Auffassung nach -so wie du es schilderst- ein gradliniger Typ der sich auch durch Job statt Promotion nicht abschrecken lässt etwas aus seinem Leben zu machen. Meine Kritik galt denjenigen, die wie jeder die Möglichkeit haben aber nichts draus machen. Mein Schwarz-Weiß denken sollte ich aber sicherlich nochmal überdenken, aber es ist zugegebenermaßen einfach, wenn man sich so daran gewöhnt hat es nicht zutun. =) [/B][/QUOTE] Große Worte. Von jemandem, der das "Leben" nicht versteht, weil er es nicht als das begreift was es ist: als Irrtum. Wer nun aber annimmt, man müsse daher nun umso mehr und erst recht um Anerkennung durch andere bemüht sein, der erliegt einem weiteren, noch viel größeren Irrtum. Wer denkt, man "sei" erst jemand, nachdem man Schul- und Uniabschlüsse, akademische Titel oder den Meisterbrief in der Tasche sowie "Erfolg" in irgendeinem Job - natürlich in Form von Kohle, Kohle Kohle, vorzuweisen habe...der ist nur ein Würstchen, der das "Leben" als solches nicht verstanden hat. |
| Hellscream | Nein muss man wirklich nicht, jemand ist man immer, die Frage ist nur wie dieser jemand ist. Und die Frage warum jemand so ist, wie er ist, ist dabei nicht uninteressant. |
| Fuck up Evil | @ExiledArchangel Es gibt aber heutzutage genug Leute, die sich nahezu ausschließlich über das Einkommen definieren. Und diese Leute sind meist auch ziemlich glücklich damit. |
| ExiledArchangel | [QUOTE][i]Original geschrieben von Fuck up Evil [/i] [B]@ExiledArchangel Es gibt aber heutzutage genug Leute, die sich nahezu ausschließlich über das Einkommen definieren. Und diese Leute sind meist auch ziemlich glücklich damit. [/B][/QUOTE] Glaub ich nicht. Dass sie sich allein darüber definieren - ja. Dass es sie glücklich macht - nein. In unserer Nachbarschaft, da lebte früher mal ein Mann. Der war sehr reich. Es mangelte ihm an nichts - materiell gesehen. Ihm standen alle Wege offen, die in dieser Gesellschaft allein Leuten wie ihm offenstehen. Doch er endete als Alkoholiker. Einsam und verlassen. Ein Ende, das nur die Armen, also die Versager und Verlierer dieser Gesellschaft trifft, wie die "kleinen Leute" stets zu erzählen wissen, die nur dadurch zu kleinen Leuten wurden, indem sie die eigene Größe verleugnen und sich dieser Gesellschaft der kleinen Leute, die keine Größe zulässt und ihrer Sinnsubstitute bereitwillig annehmen. Doch gerade das, was die Menschen am meisten suchen - am allernötigsten ihrem Leben abgewinnen wollen - sind zweierlei Dinge, die womöglich, ja fast mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein- und dasselbe sind: "Sinn" und "Glück". Der Mann von nebenan - er hatte mehr als genügend Geld, um sich alle Träume zu erfüllen. Alle Träume, die die Gesellschaft denen anzubieten vermag, die all ihre Träume verloren haben. Er besaß etliche Autos und mehrere Häuser, einfach alles, was er sich nur wünschen konnte...wirklich alles? Es ist wie im Zirkus. Die Kinder, deren Taschengeld nicht für Eintrittskarten ausreicht - müssen draußen vor dem Zirkuszelt campieren und dürfen nicht zusammen mit den Kindern der Reichen die Vorstellung besuchen, dürfen dem bunten Treiben in der Manege, dem der Clowns und Dompteure, der Trapezkünstler und Hochseilartisten nur von ferne lauschen und in ihren Wunschträumen folgen...draußen vor dem Zirkuszelt. Doch was wird aus den anderen, sobald der letzte Artist die Manege verlassen hat - und auf den donnernden Applaus die - Stille folgt...? Sind diese Glücklichen, die Zirkusbesucher, auch danach noch glücklich...? wenn der käufliche Budenzauber der Mammonsanbeter verpufft ist...? Hat die Vorstellung ihnen das geben können, was sie suchen - "Sinn", bzw. "Glück"...? Bleibt nach dem käuflichen "Sinn" oder "Glück", das ja beides nicht ist, ein "mehr" zurück...? Oder sind diese Menschen, die nun aus dem Zirkuszelt strömen, noch genauso sinn- und glücklos, eher noch frustrierter und unzufriedener, wo sie nun schon nach dem nächsten "Kick", einer weiteren Vorstellung lechzen, die abermals den Geldbeutel des Zirkusdirektors klingeln lässt - so wie ein- oder zwei Stunden zuvor, als sie noch in freudiger Erwartungshaltung draussen vor dem Kassenhäuschen in der Schlange gestanden haben...? Sie träumen den Traum, den alle Traumlosen träumen - immer...den Traum vom Glück, das sich durch Geld und Mammonsknechtschaft verwirklichen lässt...so wie der reiche Mann von nebenan, der von der Welt verstossen als Alkoholiker starb. Sein Geldgott hat ihn betrogen. Das Dasein hat ihn betrogen. Die Natur hat ihn betrogen. Alle haben ihn betrogen und am allermeisten er sich selbst. Freud - Das Unbehagen in der Kultur. Dieser Text hat bereits aufgezeigt, warum der Traum vom Glück einer bleiben und ewig scheitern wird - es sei denn, es gelingt den Menschen irgendwann, die zwei wichtigsten von Freud benannten Faktoren, die jedwedes Glücklichseinwollen früher oder später zunichte machen - für immer zu eliminieren: Erstens. Die Abhängigkeit, die Bedingtheit des Menschen durch die Natur und aus der Natur heraus. Seine Sterblichkeit, sein Ausgeliefertsein an die Natur, an Alter, Krankheiten, Seuchen, Naturkatasprophen...zweitens das, was man etwas lapidar ausgedrückt als "Systemzwänge" bezeichnen könnte - also die Faktoren, die auf den Menschen "dank" der Gesellschaft, der "Kultur" und ihrer Dressur einwirken, seine Abhängigkeit von Arbeit, Geld, Kapital, Banken, Politik - um nur mal einige wenige "kulturelle" Faktoren anzuführen, die hier eine Rolle spielen...der zweite Komplex der bereits von Freud erkannten ewigen "Glückskiller" lässt sich womöglich korrigieren - durch die Abwendung von einer rein materialistisch orientierten, auf Profit und Reichtumsakkumulation ausgerichteten Gesellschaft hin zu einer, die die Bedürfnisse jedes Einzelnen respektiert und achtet...sehr viel schwieriger wird es hingegen, die Parameter zu ändern, die den Menschen zum Opfer von Leid und Tod infolge naturbedingter Gesetze machen... ohne tiefgreifende Eingriffe in die biologischen und womöglich sogar physikalischen Gesetze, an denen "Leben" wie wir es kennen als solches hängt, wäre das nicht erreichbar. Und nun: die Prophezeiung: Auftritt der organisierten Religionen und Kirchen. Sie versprechen bereits heute Rettung in der Not, treten als die großen Widersacher des käuflichen Glückes von Mammons Gnaden auf - indem sie vorgeben, die Antworten längst zu kennen auf alle Fragen, heucheln, dass sie das schaffen können, was alle Artisten, Clowns, Narren, Trapezkünstler, Hochseilartisten und Löwenbändiger dieser Welt mit ihrem Münzgeklingel nicht vermögen - und enttarnen sich hierbei sogleich als die größten Narren von allen. Sie versprechen Erlösung. Ihr Credo lautet: der Sinn besteht in Gott. Es ist daher unmöglich, ihn innerhalb dessen zu finden, was unser begrenzter Verstand als Leben bezeichnet. Der "Sinn" offenbare sich erst danach, in der Tranzendenz, nach dem "Übertritt" in das "wahre" Leben, nach der Vereinigung mit Gott. Das "Diesseits" sei nur ein "Test", um diejenigen auszuwählen, die sich seiner - Gottes - Gnade als würdig erweisen. Ihnen, und nur ihnen würde dereinst der "Sinn" offenbart werden, nach dem ja alle streben und den dennoch niemand zu finden vermag. Doch dieser "Test" müsse zu diesem einen Zwecke unbedingt erst bestanden werden. Es sei daher unbedingt vonnöten, alle Schikanen des leiblichen Daseins duldsam über sich ergehen zu lassen und auf das natürliche Ende dieser erbärmlichen Schmierenkomödie Leben zu warten... |
| Aza | Darf ich das nun so verstehen, dass Bildung und Einkommen ins Unglück führen? 40 Stunden arbeitet heute fast jeder, ist nur die Frage ob ich dafür 1000 oder 4000 Euro bekomme. Das ist das Thema Bildung & Engagement. Warum du in einem Thread, wo es eindeutig über angehende Akademiker geht über Bildung, Titel etc. negativ urteilst, kann ich nicht verstehen. Studenten haben nunmal den Anspruch sich überdurchschnittlich zu bilden. Ohne solche Leute gäbe es heute weder PKW noch Telefon. Aber ich schweife ab. Thema Glück: Ich bin sehr glücklich, und definiere weder mich über meinen Standard noch urteile ich über Andere auf Grund ihrer Bildung/Einkommen etc. Überdies schließt Einkommen und Ausbildung die soziale Kompetenz und das Glücklichsein an sich überhaupt nicht aus. Ich habe hier nur wieder das Gefühl einer aufkommenden Neiddebatte. Zum alten Mann: Du hast recht, dass sehr erfolgreiche Menschen häufig vereinsamen, dass ist dadurch bedingt, dass "oben" die Luft sehr dünn wird und wirkliche Freunde rar sind. Das der gute Mann Alkoholiker geworden ist, weil er reich war (geerbt oder erarbeitet ist ja nun egal) halte ich für eine Schlussfolgerung die zu kurz greift. Vielleicht ist seine Frau gestorben und er war nimmer glücklich? |
| Aza | Ich hoffe doch, dass verdientes Geld schnell wieder in den Kreislauf zurückfliesst, nur so funktioniert das System. Das Horten von Millionen halte ich für sehr verwerflich. Ich persönlich habe kein Problem mit dem System wie wir es haben. Sicherlich gibt es viele Dinge die man besser machen kann. Und es wäre natürlich super, wenn jeder alles haben könnte. So ist es aber nunmal nicht. Man muss sich eben einschränken, aber es geht noch viel viel schlechter. =) Es ist nun mal fakt, dass man für einen gewissen Lebensstandart arbeiten muss. Ob es einem gefällt oder nicht. Wem das nicht passt, der muss sich leider aufhängen, denn selbst um Dschungel muss man sich für sein Essen bewegen. |
| ExiledArchangel | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] Ich hoffe doch, dass verdientes Geld schnell wieder in den Kreislauf zurückfliesst,[/quote] Das tut es ja auch. Indem du Studiengebühren zahlst und danach deine Arbeitskraft an das System verschleuderst, dein Leben für andere Interesen hingibst, dein geliebtes Geld verdienst finanzierst du Krieg, Überwachung, Repression und Völkermord, wirst du zum Handlanger, zum Komplizen des Systems und Erfüllungsgehilfen seiner Interessen - und damit selbst zu einem Mörder. [quote] nur so funktioniert das System. Das Horten von Millionen halte ich für sehr verwerflich. [/QUOTE] "Das System" an sich ist verwerflich...und genau darum möchte ich gar nicht, dass es funktioniert...sondern seinen Tod. Ist jetzt alles klar oder gibt es dazu noch Fragen? |
| xxxzinixxx | ich werde es wohl nie verstehen, warum so viele leute denken, dass dann einfach keiner mehr was tut, wenn es kein geld mehr gibt... das ist... sorry... doch geradezu idiotisch! SO dumm sind die menschen nun auch nicht. |
| Aza | Ne ich hab garkein Interesse an solchen -imho sinnlosen- Diskussionen. Das System wie wir es haben ist eines der Besten der Welt, mit Karrierechancen und gemütlicher sozialer Hängematte für Leute wie dich. Gäb es das System nicht in dieser Form, würdest du nicht solchen Müll im Inet verbreiten... Vlt. sollte man doch etwas ändern.. hmmmm :D:D |
| Kinch | Ein schöner Artikel zum Thema: [url]http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1480/bolognese-mit-studentischem-hackfleisch[/url] [QUOTE] Eine weitere Novität des deutschen Bildungssystems ist dessen abnehmende soziale Durchlässigkeit. War es früher noch relativ einfach, auch als Arbeiterkind zu höchsten akademischen Weihen zu kommen, so ist der Zugang zum Akademikerkreis heute eher eine inzestuöse Veranstaltung. Wer hat, dem wird gegeben und ohne potente Eltern im Hintergrund ist ein Studium kaum noch möglich. Nicht nur die hohen Studiengebühren, die keinesfalls zu besseren Lernbedingungen geführt haben, sondern vor allem der massiv gestiegene Zeitdruck ist eine hohe Hürde für Studenten aus weniger vermögenden Familien. 45 Stunden Studium pro Woche, bei sechs Urlaubswochen im Jahr und einer Woche Krankheitsausfall, so sieht es die deutsche Bologna-Implementation vor – für Nebenjobs ist da kein Raum und auch Studenten mit Nachwuchs oder Erkrankungen werden von Bologna plattgebügelt.[/QUOTE] Bei uns wird die Bildung auch immer mehr beschnitten, bzw. durch ans Groteske grenzende Einschränkungen verunmöglicht. |
| Demon17 | Das Problem ist doch, dass die Anforderungen was die Inhalte betrifft erhöht werden, ohne das die Lehre verbessert wird. Es gibt immer irgendwelche standardisierten Leistungsvergleiche bei den Studenten. Doch wer bewertet die Quaulität und Anzahl der Dozenten pro Studenten? Es gibt englische Eliteunis da kommt ein Dozent auf drei Studenten. Bei uns sitzen sie in überfüllten Hörsaälen, es gibt kaum gute Tutoren und dann sollen die Leute in kürzester Zeit Weltspitze sein. Wobei dieses Kriterium an standardisierten Lehrinhalten gemessen wird, wobei die Stärke der deutschen Unis die Individualität war. Man konnte seine Studieninhalte in größerem Maße individuell gestalten und fand Nischen, wo man in kleinen Seminaren interessante Sachen machen konnte. |
| Kampfsau | [QUOTE]War es früher noch relativ einfach, auch als Arbeiterkind zu höchsten akademischen Weihen zu kommen, so ist der Zugang zum Akademikerkreis heute eher eine inzestuöse Veranstaltung. Wer hat, dem wird gegeben und ohne potente Eltern im Hintergrund ist ein Studium kaum noch möglich. [/QUOTE] Was meinst du eigentlich, wenn du von "früher" redest? Meinst du die Zeit in der noch nicht über 40 Prozent der Schulabgänger studieren durften? Oder meinst du die Zeit in den 50ern, wo man teilweise sogar teures Schulgeld bezahlten musste, damit die Schüler an eine Realschule gehen durften? Es war noch nie so einfach wie heutzutage, an eine Hochschule zu bekommen. Und auch die Finanzierung an einer staatlichen Hochschule ist für JEDEN zu schaffen, der die Bildung wirklich will. Die Leute die sagen es ist nicht möglich, haben sich einfach nur nicht informiert. Kinder von Hartz 4 Empfänger bekommen ca 600 Euro und mit Kindergeld fast 800 Euro. Damit sollte man locker die Gebühren zahlen können. Nach dem Studium werden erst nach 5 Jahren maximal 10.000 Euro fällig,das auch nur bei einem Mindestverdienst und auch in zinslosen Raten die man in JAHRZEHNTEN abstottern kann. Und das ist quasi ein billiger Neuwagen. Im Prinzip nichts, wenn man es mit der Bildung vergleicht, von der man bis zu seinem Tod profitieren kann. Ich weiß nicht, es ist sicherlich nicht optimal aber so furchtbar sind die Bildungsmöglichkeiten auch nicht. Was ich denke ist, dass die Schüler und Studenten einfach immer weniger mit Leistung zurecht kommen. Alle jammern immer darüber,dass sie sooo viel zu tun haben und nicht mit der Belastung zurechtkommen. Ich finde das aber ganz in Ordnung. Das Abitur wird einem quasi geschenkt, die Schüler müssen konsequent immer weniger leisten, damit immer mehr Jugendliche auf die Hochschule kommen. Das darunter die Leistungsfähigkeit der Studenten leidet, ist einfach logisch, da viele studieren dürfen, die das eigentlich gar nicht können. Trotzdem werden in einem Studium immer mehr Leute durchgewunken. Man darf in Klausuren z.B. 50 % Durchfallquote haben. Dann drehen die Professoren so lange an den Bewertungskriterien, dass z.B. eben 51% der Studenten weiterkommen, egal ob sie jetzt z.B. schlechter als Studenten von vor 5 Jahren waren. Und die haben dann nach 3-4 Jahren einen Studienabschluss, dürfen sich Akademiker schimpfen und haben trotzdem oft weniger drauf, als früher. Aber das ist ja logisch, wenn man einfach immer mehr Leute durchschleust. Es werden quasi Urkunden verschenkt und keine wirklichen Qualifikationen bescheinigt. |
| Kinch | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kampfsau [/i] [B]Was meinst du eigentlich, wenn du von "früher" redest?[/B][/QUOTE] Zur Klarstellung: Das war als Zitat gekennzeichnet, weil es ein Zitat ist. Es ist ein Zitat aus dem verlinkten Artikel. |
| ExiledArchangel | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kampfsau [/i] Es war noch nie so einfach wie heutzutage, an eine Hochschule zu bekommen. Und auch die Finanzierung an einer staatlichen Hochschule ist für JEDEN zu schaffen, der die Bildung wirklich will. Die Leute die sagen es ist nicht möglich, haben sich einfach nur nicht informiert. Kinder von Hartz 4 Empfänger bekommen ca 600 Euro und mit Kindergeld fast 800 Euro. Damit sollte man locker die Gebühren zahlen können. Nach dem Studium werden erst nach 5 Jahren maximal 10.000 Euro fällig,das auch nur bei einem Mindestverdienst und auch in zinslosen Raten die man in JAHRZEHNTEN abstottern kann. Und das ist quasi ein billiger Neuwagen. Im Prinzip nichts, wenn man es mit der Bildung vergleicht, von der man bis zu seinem Tod profitieren kann.[/quote] Ich will aber keine käufliche "Bildung"...weil es keine ist - und "früher" gab es auch noch weder Hartz IV noch Studiengebühren. Natürlich gab es Schikanen der Reichen am "niederen Volk" schon seit jeher und zu allen Zeiten...doch "früher" war so etwas wie zweckfreie Bildung, also zweckfrei im Sinne von nicht konkurrenz- und wettbewerbsorientiert - noch halbwegs im Bereich des Möglichen. [quote]Trotzdem werden in einem Studium immer mehr Leute durchgewunken. Man darf in Klausuren z.B. 50 % Durchfallquote haben. Dann drehen die Professoren so lange an den Bewertungskriterien, dass z.B. eben 51% der Studenten weiterkommen, egal ob sie jetzt z.B. schlechter als Studenten von vor 5 Jahren waren. Und die haben dann nach 3-4 Jahren einen Studienabschluss, dürfen sich Akademiker schimpfen und haben trotzdem oft weniger drauf, als früher. Aber das ist ja logisch, wenn man einfach immer mehr Leute durchschleust. [/B][/QUOTE] Sie hätten es mir "geschenkt"...ich habe in meiner Studienzeit nicht eine einzige Klausur oder Hausarbeit geschrieben, die auch nur halbwegs gut war - jedenfalls nicht in meinen Augen...doch sie wurden nie wirklich schlecht beurteilt...ich habe es dann aber aus eigenem Interesse beendet, diese Heuchelei... ihnen alles vor die Füße geschmissen - spätestens als Studiengebühren und Hochschulrat, also die neue Aufsichtsrat-Kamarilla, die jetzt dort das Sagen hat und den Speichel der Reichen leckt, dort Einzug gehalten haben, war es nicht mehr meine Baustelle...sie können ihre "Bildung" behalten - und alles andere auch, sie sich dorthin stecken, wo die Sonne niemals scheint... |
| Aza | Zum Thema früher war alles Besser: Kampfsau spricht da ein sehr richtiges und wichtiges Thema an. In meinem Freundeskreis sind ca. 90% Studierende, schaut man sich an wieviele der Eltern davon studiert haben, so sind es gerade 10%. Vor 30 oder 40 Jahren war es usus, nach der Volksschule arbeiten zu gehen (mit 14 oder 15 haben die Meisten eine Lehre angefangen). Herumpimmeln auf dem Gymnasium bis 18-20 Jahren war völlig undenkbar. Abitur gab es für die Jungs und Mädels die in jedem Fall Studieren wollten. So ergab es sich, dass eher 90% der Studi-Eltern Akademiker waren und nur 10% nicht studiert haben. Heutzutage is Bildung wirklich kaum eine Frage des Geldes, wie Kampfsau gut erläutert hat. |
| concrete.rage | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kampfsau [/i] Das Abitur wird einem quasi geschenkt, die Schüler müssen konsequent immer weniger leisten, damit immer mehr Jugendliche auf die Hochschule kommen[/QUOTE] Laber. Dat wat vor Jahrzehnten auf'm Gym unterrichtet wurde bekommen heute schon Realschüler eingebläut. Die Abiturienten von wat weiß ich waren dumm wie Brot. Englisch lernt man heute sogar schon in der Grundschule. Studenten von damals gehören in Weiterbildungsmaßnahmen! Viele Berufsgruppen wie Ärzte leben teilweise noch im Mittelalter. [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] Vor 30 oder 40 Jahren war es usus, nach der Volksschule arbeiten zu gehen (mit 14 oder 15 haben die Meisten eine Lehre angefangen). Herumpimmeln auf dem Gymnasium bis 18-20 Jahren war völlig undenkbar.[/QUOTE] Jo kla ... das erklärt die Uni-Hippie-Bewegung der 60/70er Jahre. |
| ExiledArchangel | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] Vor 30 oder 40 Jahren war es usus, nach der Volksschule arbeiten zu gehen (mit 14 oder 15 haben die Meisten eine Lehre angefangen). Herumpimmeln auf dem Gymnasium bis 18-20 Jahren war völlig undenkbar. Abitur gab es für die Jungs und Mädels die in jedem Fall Studieren wollten. So ergab es sich, dass eher 90% der Studi-Eltern Akademiker waren und nur 10% nicht studiert haben. Heutzutage is Bildung wirklich kaum eine Frage des Geldes, wie Kampfsau gut erläutert hat. [/QUOTE] Es ist für den keine Frage des Geldes der es hat. Oder sich dafür verkauft - wie bei allem, was käuflich zu erwerben ist und den Geist der Krämerei ausdünstet...genau wie bei der Prostitution. Der jede Form von Lohnsklaverei ja im Grunde gleichkommt. Wäre im übrigen durchaus möglich, dass Frauen demnächst - oder schon heute - auf den Strich gehen um überhaupt noch studieren zu können...und alles nur, damit der Arbeitsfetisch nicht untergeht. Denn wichtig ist ja allein, dass fremdbestimmte Arbeit für die Interessen anderer, für die meisten Menschen der Sinn des Lebens schlechthin, unangetastet bleibt. |
| Aza | herrlich wie pessimistisch du an die ganze Sache herangehst. Aber ich muss sagen, ich muss mich bei dir bedanken. So Nörgler wie du zeigen mir jeden Tag aufs Neue, wie schön und lebenswert mein Leben ist. =) |
| ExiledArchangel | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] [B]herrlich wie pessimistisch du an die ganze Sache herangehst. Aber ich muss sagen, ich muss mich bei dir bedanken. So Nörgler wie du zeigen mir jeden Tag aufs Neue, wie schön und lebenswert mein Leben ist. =) [/B][/QUOTE] Fein. Wie gut für dich, dass du das so siehst. Und erst recht für die, die davon profitieren. Denn glückliche Kühe lassen sich viel leichter melken. |
| xxxzinixxx | geld macht blind |
| Kampfsau | [QUOTE]Laber. Dat wat vor Jahrzehnten auf'm Gym unterrichtet wurde bekommen heute schon Realschüler eingebläut. Die Abiturienten von wat weiß ich waren dumm wie Brot.[/QUOTE] Das bezweifel ich irgendwie, mein Vater war Hauptschüler und er kommt mir mal überhaupt nicht beschränkt vor, was er ja sein müsste, wenn heutzutage schon Realschüler mehr wissen als Abiturienten früher. Ich arbeite an einer Schule und bin oft mit einer 10ten Klasse beschäftigt in der die Schüler alle ca 6-7 Jahre jünger als ich sind und selbst innerhalb dieser 6-7 Jahre sehe ich zwar keinen eklatanten aber doch merklichen Abklang des Anspruches. [QUOTE]Englisch lernt man heute sogar schon in der Grundschule. Studenten von damals gehören in Weiterbildungsmaßnahmen! Viele Berufsgruppen wie Ärzte leben teilweise noch im Mittelalter.[/QUOTE] Ein altes, humanistisches Gymnasium hat sehr wohl Fremdsprachen unterrichtet, es stellt sich nur die Frage ob Englisch dabei war. In den 40ern 50ern gab es ganz klar einen Mangel an qualifizierten Lehrern. Das hat aber generell nichts mit der Intelligenz der Schüler zu tun. Ich glaube heutzutage sind die Schüler auch nicht per se schlechter oder gar dümmer, sie werden nur weniger gefordert. Man hat leider nicht mehr so den Mut, einem Schüler mal nicht ein Abitur oder einen Realschulabschluss trotz weniger guten Leistungen zu verwehren. Generell kann man aber heute und damals schlecht vergleichen. Die alten vor 40 Jahren oder so jung waren sagen ja alle, sie waren soooo viel besser und schlauer als die heute unter 30 Jährigen. Heutzutage sind die Anforderungen vieler Berufe ja deutlich gestiegen.Vor allem für Berufe in technischen Bereichen. Ich denke vor 40 Jahren hatte man erstmal mehr junge Menschen zur Verfügung und es gab mehr einfache Tätigkeiten, die geringere Qualifikationen erfordern. Die mussten auch erfüllt werden. Die gibt es immer weniger und man kann es sich eben nicht erlauben, einfach mal 80 % der Schüler den Zugang zur Universität zu verwehren. [QUOTE] Ich will aber keine käufliche "Bildung"...weil es keine ist - und "früher" gab es auch noch weder Hartz IV noch Studiengebühren. [/QUOTE] Warum ist käufliche Bildung keine Bildung?Gibt es dafür einen Grund? [QUOTE]Natürlich gab es Schikanen der Reichen am "niederen Volk" schon seit jeher und zu allen Zeiten...doch "früher" war so etwas wie zweckfreie Bildung, also zweckfrei im Sinne von nicht konkurrenz- und wettbewerbsorientiert - noch halbwegs im Bereich des Möglichen.[/QUOTE] Warum ist sie heute nicht mehr möglich die zweckfreie Bildung?Du kannst doch immer noch quasi kostenlos und nicht zweckgebunden Wissen sammeln und dich bilden. Nur eben nicht an einer Hochschule. Aber warum sollte Bildung zertifiziert werden, benotet und kategorisiert? Wenn man ohnehin keinen Wert darauf legt, mit dem Wissen irgendwann Geld zu erwirtschaften macht das doch keinen Sinn? Es gibt in Zeiten der staatlichen Büchereien und des Internets endlose Möglichkeiten dazu. Eine Mitgliedschaft in der Bücherei ist bis 21 kostenlos, ab 21 kostet sie hier in Hannover 10 Euro pro Jahr also weniger als ein Euro pro Monat. Niemand sagt etwas gegen Menschen die sich bilden. Mann kann sich ja auch einen bequemen halbtagsjob suchen und sich in der vielen Freizeit weiterbilden. Nur wozu sollte der Steuerzahler einen Studenten bezahlen der niemals beabsichtigt irgendjemand anderen als sich selber mit seinem Wissen zu dienen? Ich glaube nämlich es geht hier vielen weniger darum zu arbeiten oder irgendwas zu erreichen, sondern man trauert einfach der alten Eierschauklerlangzeitstudentenzeit hinterher und die damit verbundene angenehme Existenz, die einem so durch die Mehrarbeit anderer subventioniert wurde. [QUOTE]Sie hätten es mir "geschenkt"...ich habe in meiner Studienzeit nicht eine einzige Klausur oder Hausarbeit geschrieben, die auch nur halbwegs gut war - jedenfalls nicht in meinen Augen...doch sie wurden nie wirklich schlecht beurteilt...[/QUOTE] Armer Mensch, ich weiß nicht, bist du vielleicht einfach schlauer als andere oder war das wirklich so leicht? Die Leute die etwas viel besser als andere können sind ja meist ohnehin der Ansicht, sie sind nie gut genug. [QUOTE]ich habe es dann aber aus eigenem Interesse beendet, diese Heuchelei... ihnen alles vor die Füße geschmissen - spätestens als Studiengebühren und Hochschulrat, also die neue Aufsichtsrat-Kamarilla, die jetzt dort das Sagen hat und den Speichel der Reichen leckt, dort Einzug gehalten haben, war es nicht mehr meine Baustelle...sie können ihre "Bildung" behalten - und alles andere auch, sie sich dorthin stecken, wo die Sonne niemals scheint...[/QUOTE] Wuhuu, ich bin erstaunt, du hast also erkannt, dass du nicht studieren musst ^^. [QUOTE]Jo kla ... das erklärt die Uni-Hippie-Bewegung der 60/70er Jahre.[/QUOTE] Ja klar, die konnten damals im Gegensatz zu den Hauptschülern die damals schon mitunter ein halbes Jahrzehnt richtig gearbeitet haben locker die Zeit opfern, an solchen Demos teilzunehmen und politisch aktiv zu werden und haben danach trotzdem gutbezahlte,sichere Posten bekommen. [QUOTE]Es ist für den keine Frage des Geldes der es hat. Oder sich dafür verkauft - wie bei allem, was käuflich zu erwerben ist und den Geist der Krämerei ausdünstet...genau wie bei der Prostitution. Der jede Form von Lohnsklaverei ja im Grunde gleichkommt.[/QUOTE] Ich weiß nicht was dein Problem ist, man muss doch nicht studieren um gebildet zu sein, wie ich es erklärt habe. Wozu braucht man einen Hochschulabschluss? Um sich darauf einen runterzuholen oder doch um damit Kohle zu verdienen? Wenn man studieren will, dann muss man Geld dafür bezahlen und kriegt danach halt Posten, mit denen man dauerhaft mehr Geld verdienen kann. Unser Wirtschaftssystem ist nunmal auf Geld ausgelegt. Trotzdem ist das ein freiwilliger Prozess, weil man sich ja selber dazu entscheidet, man bekommt etwas und muss dafür etwas geben. Man kann ja auch in die kanadische Wildnis einsiedeln, das geht auch und ganz ohne Geld [QUOTE]Wäre im übrigen durchaus möglich, dass Frauen demnächst - oder schon heute - auf den Strich gehen um überhaupt noch studieren zu können...und alles nur, damit der Arbeitsfetisch nicht untergeht. Denn wichtig ist ja allein, dass fremdbestimmte Arbeit für die Interessen anderer, für die meisten Menschen der Sinn des Lebens schlechthin, unangetastet bleibt.[/QUOTE] Möglich ist, dass sie Geld verdienen wollen aber eigentlich ist das nicht notwendig. Das ist nachwievor immer eine Übertreibung, weil man ja alles geschenkt bekommen will. Niemand muss sich prostituieren Was ist an Prostitution eigentlich so großartig anders, als an Putzen? Viele Studentinnen machen das nebenbei, weil man damit echt total gut verdienen kann und so für wenige Stunden in der Woche locker über 1000 Euro netto im Monat bekommen kann. [QUOTE]Fein. Wie gut für dich, dass du das so siehst. Und erst recht für die, die davon profitieren. Denn glückliche Kühe lassen sich viel leichter melken.[/QUOTE] Und wenn man so wie du lebt ist man glücklicher? Ich höre immer nur Beschwerden über alles und jeden. Jeder der die Welt anders wahrnimmt als du muss dumm sein. Das Bildungssystem ist sowieso das schlechteste, dass es geben kann. Wenn man dir dein Freizeitvergnügen Bildung nicht bedingungslos finanziert , bist du Opfer eines Unterdrückersystems? Du bist ein ganz Toller, der Fels in der Brandung in einem Meer aus Verblödung und Verblendung. Zu schade dass niemand schlau genug ist, deine Ideen für eine bessere Welt umzusetzen, wo diese doch so klar und nachvollziehbar und für jeden ersichtlich sind. |
| ExiledArchangel | @Kampfsau: Es war alles nichts - nichts für mich jedenfalls...ich habe dem Laden den Rücken gekehrt, [I]weil ich es so wollte[/I], hinterher ohnehin wieder im Regen stehen würde - oder irgendeiner Arbeit für Minderbemittelte nachzugehen gezwungen gewesen wäre. Also konnte ich auch gleich Schluss machen. Was ist daran verkehrt? und was ist verkehrt daran, dass ich dir nicht helfen will - und dieser Gesellschaft insgesamt nicht? Sie schuldet mir nichts, o.k. und ich ihr noch weniger...ich nehme mir nur das, was ich haben will - alles andere interessiert mich nicht. Ich war dort falsch, ganz einfach. Ich diene niemandem - ausser mir selbst vielleicht. Und du hast vollkommen Recht: Ich bin ein arrogantes, mieses, egozentrisches Charakterschwein - zugleich Quintessenz und Schattenseite des Menschenbildes, welches dein System als Ideal des "freien Menschen" anpreist...nur der Unterschied zwischen dir und mir ist, dass ich mich nicht schäme, das auch zuzugeben... |
| Kampfsau | [QUOTE]Es war alles nichts - nichts für mich jedenfalls...ich habe dem Laden den Rücken gekehrt, weil ich es so wollte, hinterher ohnehin wieder im Regen stehen würde - oder irgendeiner Arbeit für Minderbemittelte nachzugehen gezwungen gewesen wäre. Also konnte ich auch gleich Schluss machen.[/QUOTE] Wusstest du, dass es so sein würde?Woher wusstest du, wie genau dein Studium nach dem Studium aussieht?Oder war es deine Schwarzmalerei? Die wenigsten Menschen versagen wirklich bei etwas, die meisten Menschen geben nur lange auf, bevor es zur eigenen Niederlage kommt. [QUOTE]Was ist daran verkehrt? und was ist verkehrt daran, dass ich dir nicht helfen will - und dieser Gesellschaft insgesamt nicht? Sie schuldet mir nichts, o.k. und ich ihr noch weniger...ich nehme mir nur das, was ich haben will - alles andere interessiert mich nicht. Ich war dort falsch, ganz einfach. [/QUOTE] Verkehrt ist daran nichts. Warum sich durch ein Studium quälen, mit dem man sich nicht identifizieren kann? Also deine Entscheidung kann ich nachvollziehen, ist ja nicht so, dass ich aus Prinzip alles durchziehen würde was ich anfange und noch nie was abgebrochen hätte. Und wir nehmen ja alle was wir brauchen. Ich hätte ein kostenloses Studium liebend gerne angenommen. Nur ist mir eben bewusst, dass mein Leben wie ich es führe nicht selbstverständlich ist. Tag und Nacht arbeiten Männer und Frauen damit ich einen warmen Arsch, Strom, genug zu essen usw habe. Ich bedanke mich nicht immer dafür aber ehrlich gesagt, warum soll ich jammern, nur weil mir der Steuerzahler nicht alles für mich bezahlt? Ich zahle selber Steuern, damit ich Straßen nutzen kann, Krankenhäuser funktionieren, Menschen auch ohne Arbeit eine Lebensgrundsicherung bekommen usw. Ich verbringe einen nicht unerheblichen Teil meiner Zeit mit nicht immer angenehmer Arbeit, damit Menschen das bekommen, was sie brauchen. Es stört mich,dass Banken mit Milliarden finanziert werden, das Geld und damit quasi meine Lebenszeit und Arbeit verschwendet werden. Andererseits gibt es auch viele Dinge für die ich gerne bezahle. Darum würde ich nicht allein aus einer persönlichen Eitelkeit heraus studieren und andere Menschen dazu zwingen, für mich ihre Arbeit und Lebenszeit zu opfern. [QUOTE]und was ist verkehrt daran, dass ich dir nicht helfen will - und dieser Gesellschaft insgesamt nicht? Sie schuldet mir nichts, o.k. und ich ihr noch weniger...ich nehme mir nur das, was ich haben will - alles andere interessiert mich nicht.[/QUOTE] Naja, du hast dein Studium aufgegeben, insofern sitzt du der Gesellschaft nicht mehr auf der Tasche. Oder beanspruchst du Sozialleistungen? Ich kann dich verstehen, in dieser Gesellschaft läuft unheimlich viel falsch, es gibt Ungerechtigkeit ohne Ende nur du hast unrecht wenn du sagst du schuldest der Gesellschaft nichts. Die Gesellschaft hat dir und mir, bei allem was sie von uns nimmt, uns doch auch viel gegeben. Ich habe alle Zähne im Maul, ein gerichtete Fressleiste, erfreue mich generell einer guten Gesundheit, komme über öffentliche Verkehrsmittel und Autobahnen relativ schnell und sicher überall hin, muss mich zumindest die nächsten Jahre nicht darum sorgen, dass meine materielle Existenz bedroht ist. Es gibt eine kostenlose Schulbildung, das heißt ich kann lesen und schreiben, beherrsche zu einem gewissen Grade Fremdsprachen, habe grundlegende naturwissenschaftliche Kenntnisse usw. Das ist nicht selbstverständlich Trotz der Defizite des Bildungssystems, der korrupten Politiker und Wirtschaftsbosse und anderen Unzulänglichkeiten kann man einfach nicht sagen, wir haben nichts von der Gesellschaft bekommen oder dass wir nichts von ihr bekommen. Den das stimmt nicht. [QUOTE]Ich diene niemandem - ausser mir selbst vielleicht. Und du hast vollkommen Recht: Ich bin ein arrogantes, mieses, egozentrisches Charakterschwein - zugleich Quintessenz und Schattenseite des Menschenbildes, welches dein System als Ideal des "freien Menschen" anpreist...nur der Unterschied zwischen dir und mir ist, dass ich mich nicht schäme, das auch zuzugeben...[/QUOTE] Alles tut man letztendlich für sich selber und die Wege die man geht, die geht man nicht alleine, nur den letzten Weg muss man alleine zurücklegen... Ein einzelner Mensch ist so unheimlich schwach, immer wird man auch auf andere angewiesen sein. Wer kann schon wirklich alleine in der Wildnis überleben? Doch auch nur eine Minderheit der Menschen und selbst dann ist dieses einsame Leben ein steter Kampf ums überleben der beim ersten Zeichen von Schwäche verloren wird, eben weil einem niemand den Rücken frei hält. Wir schließen uns zusammen, damit wir es leichter haben und gegenseitig unsere Schwächen ausgleichen und von unseren verschiedenen Stärken profitieren. Ich weiß nicht wie es dir geht, vielleicht bist du kein Sklave, vielleicht brauchst du andere nicht oder hast keine Probleme damit von anderen zu nehmen. Ich bin schwach alleine, ich brauche andere Menschen, damit mir nicht langweilig wird, weil es faszinierende, tolle Exemplare dieser Rasse gibt. Ich brauche sie, damit ich auch mal schwach sein kann und auch,damit ich stark sein kann. Vertrauen ist ein tolles Gefühl. Ich lebe für meine Gefühle, das ist vielleicht primitiv aber wenn ich nur dafür leben würde, irgendwie meine biologischen Bedürfnisse zu befriedigen,damit ich nicht sterbe,dann kann ich mir doch gleich die Kugel geben. Auch wenn ich ganz genau weiß, dass meine Gefühle nicht rein und meine Liebe nicht selbstlos ist. Für was lebst du, warum plagst du dich noch über dieses Antlitz der Erde? |
| Aza | [QUOTE][i]Original geschrieben von ExiledArchangel [/i] [B]Fein. Wie gut für dich, dass du das so siehst. Und erst recht für die, die davon profitieren. Denn glückliche Kühe lassen sich viel leichter melken. [/B][/QUOTE] Weißte was, vielleicht solltest du dich mal melken lassen, dann wärste auch eventuell besser drauf =) Ansonsten kann ich die Kommentare von Kampfsau unterschreiben. |
| ExiledArchangel | @Gutmenschen: Irrtum. Ich schulde euch allen nichts...niemandem von euch...euer Leben ist mir völlig gleichgültig... ...ja, nur eine relevante Frage ist dabei: warum lebe ich noch und für wen eigentlich...oder sollte ich besser fragen: [I]wie lange noch[/I]...? ich habe keine Probleme damit, euch allen "auf der Tasche zu liegen"...das bricht mir nicht das Herz, ganz sicher nicht...Skrupel, nur sie allein sind ein Luxus, den ich mir nicht mehr gestatte - der einzige Luxus, den ich mir mittlerweile untersage... |
| xxxzinixxx | in welchem system würdest du nicht mehr so denken? |
| Aza | Ich stimme dir zu, Shadowflower wenn du sagst, dass der Druck die Kreativität beschneidet. In den wirtschaftlichen Studiengängen ist das imho weniger schlimm, da hier viele Studenten vom Naturell her sowieso auf Effizient getrimmt sind und lieber früher als später fertig werden möchten. Bei den Philosophen ist es sicherlich anders.. Aber auch hier kann man auf eine beträchtliche Studienzeit kommen: 3 J. Bachelor 2 Jahre Master 3 Jahre Promotion machen auch immerhin 8 Jahre um sich zu Bilden. Allgemein denke ich aber auch gerne an diese stereotypen Bilder von amerikanischen Colleges der Ivy-League und male mir aus wie schön man dort studieren und träumen kann =) |
| Aza | Hm ich möchte niemanden persönlich angreifen, aber bei all den Studentenparties (die jedem Studi gegönnt sind, darum gehts beim Studentsein ja schließlich auch) zweifel ich manchmal an der Härte des deutschen Bachelors. Aber um "richtig zur Ruhe zu kommen" brauch man sicherlich mehr als nur ein paar Tage und billigen Fusel. Man muss allerdings auch als Student damit leben lernen, dass es im Job idR noch ein bisschen stressiger wird. Allerdings hat man dann wenigstens genug Geld und muss keinen billigen Bourbon vom Lidl trinken sondern kann sich einen guten Singel Malt leisten =) |
| ExiledArchangel | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] [B]Hm ich möchte niemanden persönlich angreifen, aber bei all den Studentenparties (die jedem Studi gegönnt sind, darum gehts beim Studentsein ja schließlich auch) zweifel ich manchmal an der Härte des deutschen Bachelors. Aber um "richtig zur Ruhe zu kommen" brauch man sicherlich mehr als nur ein paar Tage und billigen Fusel. Man muss allerdings auch als Student damit leben lernen, dass es im Job idR noch ein bisschen stressiger wird. Allerdings hat man dann wenigstens genug Geld und muss keinen billigen Bourbon vom Lidl trinken sondern kann sich einen guten Singel Malt leisten =) [/B][/QUOTE] Partys interessierten mich nie. Weil es verlogener Unfug ist. Wozu soll ich mich in einen Haufen mir unbekannter Menschen stellen, mir einen hinter die Binde kippen, mich wie ein Idiot benehmen und auf Kommando "happy" sein - obwohl ich es nicht bin und auch nicht sein will? Mich kotzt dieses Leben einfach nur an und die Art der meisten Menschen ebenfalls. Partys - wozu muss ich mich zu so einer Selbsterniedrigung herablassen? Na klar - um bei anderen, bei Kommilitonen - ergo, meinen künftigen Widersachern auf dem kapitalistischen Arbeitsmarkt um Geld und Einkommen, die besten Karren, Häuser, Schnallen whatever, auch als Obermacker auf dem Mackerdamm und "toller Hecht" anzukommen, der um jeden Preis zum erlauchten Kreise der "Besseren" mit dazugehören will. Ich glaube dir daher gerne, dass das für dich sehr wichtig gewesen ist - schliesslich hat man mit aufpoliertem Ego in dieser Gesellschaft die weitaus besseren Karten. Aber mit dem Bachelor hast du schon Recht - das ist ja eine Ausgeburt des neuen Denkens, eine Farce der Verwertungsgesellschaft. Dieser Abschluss wurde - ebenso wie der nur wenig anspruchsvollere Master - nur geschaffen, um den kapitalistischen Arbeitgebern die "Vorsortierung" des Menschenmaterials zu erleichtern, um das Studium vollends dem Diktat der Verwertungsgesellschaft zu unterwerfen und europaweit vereinheitlichte Standarts bei den Abschlüssen zu schaffen, -die den Konzernen ermöglichen sollen, sich die "Rosinen" - also die ihren Zwecken am besten dienlichen Kandidaten - sofort und ohne Umschweife aus dem Kuchen zu picken, ohne lange nachgrübeln zu müssen... und um das Studium gleichzeitig drastisch zu verkürzen, damit die Wirtschaft schneller als bisher zu ihrem - selbstgegebenen - Recht kommt. |
| Kampfsau | [QUOTE]...ja, nur eine relevante Frage ist dabei: warum lebe ich noch und für wen eigentlich...oder sollte ich besser fragen: wie lange noch...? ich habe keine Probleme damit, euch allen "auf der Tasche zu liegen"...das bricht mir nicht das Herz, ganz sicher nicht...Skrupel, nur sie allein sind ein Luxus, den ich mir nicht mehr gestatte - der einzige Luxus, den ich mir mittlerweile untersage...[/QUOTE] Im Prinzip ist es mir ja auch egal, ob jetzt ein Mensch mehr oder weniger arbeitslos ist. Die richtigen Ausbeuter unseres Systems sind ganz andere Personen. Ich finde es nur erbärmlich sich über alles und jeden zu beschweren, keine konstruktiven Ideen zu haben und dabei nicht mal in der Lage sein, das eigene Leben unabhängig von anderen zu gestalten. |
| Kampfsau | [QUOTE]Weil durch "käufliche" Bildung immer mehr Abhängigkeit entsteht und immer weniger Selbstbestimmung. Das sieht man ja auch am Einfluss der Wirtschaft auf die Studiengänge und die Interessen werden ebenso mehr fremdbestimmt als selbstbestimmt. Das ganze Schulssystem ist danach aufgebaut ... eben für dieses bestehnde System ... für Fremdinteressen und es schafft im Grunde nur funktionierende Arbeitskräfte ... aber wenig Anregung für kreative Veränderungsprozesse im Gesamten.[/QUOTE] Natürlich stimmt das auch irgendwie. Trotzdem muss Bildung die etwas kostet nicht automatisch schlecht sein. Mitunter ist sie gerade deswegen gut und hochwertig. Für mich hat das bisherige System aber noch nicht den Eindruck gemacht, dass es materiell wirklich unmöglich ist, zu studieren. Jeder der fleißig oder schlau genug ist.kann sein Abitur machen, jeder darf studieren, die Studiengebühren halten sich in Grenzen. Es gibt relativ faire staatliche Finanzierungshilfen. Der Punkt bei uns ist eher, dass viele Menschen einfach zu träge sind, sich genau über die Möglichkeiten und Tatsächlichen Bedingungen der Finanzierung und Bildung zu informieren. Bildung heißt auch Entbehrungen auf sich zu nehmen. Der Mann aus dem Höhlengleichnis fand auch nicht seinen Weg durch das grelle Licht der Oberwelt, ohne Opfer und Anstrengungen zu bringen. [QUOTE]Bildung sollte für jeden möglich sein ... auch der Zeitrahmen sollte frei gestaltbar sein ... ebenso sollte sich jeder mehr nach seinen eigenen Schwerpunkten und Interessen bilden können und nicht durch zu viele fremdbestimmte Einflüsse. [/QUOTE] Bildung ist auch ohne Uni möglich.Ein volles Unistudium dauert 5-7 Jahre. Dann ist man Mitte bis Ende 20. Was macht man dann in den ganzen anderen Jahrzehnten in seinem Leben? Lernt man in diesen überhaupt nicht mehr dazu? Danach beginnt doch die wirkliche Freiheit. Ich kenne genug Leute die sich mit einem überlangen Studium einfach nur vor der Realität und der Verantwortung für ihr eigenes Leben fliehen wollten. Die Frage ist doch eher, ist jemand der für sein Studium ca 3 Jahre mehr als vorgeschrieben braucht, wirklich sooo sehr daran interessiert, Wissen anzustreben oder nur wenn er gerade Bock dazu hat und es nicht zu stressig ist? [QUOTE]Bildung wird in diesem kompremierten Maß immer mehr zu Informationen, die durch den Bildungstrichter aufgenommen werden ...[/QUOTE] Das ist auch ein Problem des wissenschaftlichen Fortschritts. Niemand kann wirklich überall solide Grundlagenkenntnisse haben. Man muss sich spezialisieren. [QUOTE]und es ist zu wenig Freiraum in der ganzen Informationsflut. Auch die Anwesenheitsplicht finde ich nicht sinnvoll ... das wird auch immer mehr fremdbestimmt.[/QUOTE] Anwesenheitspflicht halte ich auch nicht für sinnvoll aber auch eher, weil man die Zeit selber viel effektiver Nutzen könnte, auch um zu lernen. [QUOTE]Unter Leistungs- und Zeitdruck ist Bildung nur eine Ansammlung von Wissen ... weiter nix.[/QUOTE] Ohne jeglichen Bezug auf eine Anwendung in der realen Welt ist reines Wissen aber auch ziemlich wertlos meiner Meinung nach. Und Leistungs- und Zeitdruck ist per se auch nicht immer etwas schlechtes. Sicher können manche Menschen wie die alten Griechen vollkommen autonom über die krassesten Dinge nachdenken. Doch die meisten Menschen bringen ohne einen gewissen Druck überhaupt nichts zustande. Konkurrenz belebt das Geschäft und in den bedrohlichsten Situationen kommt man auf die besten Einfälle... Ich denke Pythagoras führte auch kein viel schlechteres Leben als ein Hartz 4 Empfänger. Er hatte viel Freizeit und hatte nichtmal Strom. [QUOTE]Und die Studiengebühren tragen zu diesem Druck weiter bei, das Bildung nicht Freiräume schafft, sondern auch immer mehr Beschränkungen im Wesen der Bildung selbst.[/QUOTE] Natürlich haben Freiräume viele Vorteile.Man kann bei vielen Dingen wirklich in die Tiefe gehen und auch länger wiederholen. Aber dieser Freiraum kann auch ausgenutzt werden. Und er wird auch sehr häufig ausgenutzt, Scheinstudenten die niemals die Absicht haben richtig zu studieren und nur die Vergünstigungen als Student anstreben. Leute die fast 10 Jahre an der Uni rumgammeln für einen mittelmäßigen Abschluss. Leute die bis 10 Uhr morgens schlafen und dann auch noch von hart arbeitenden Menschen finanziert werden. Das ist unfair und ich frage mich, warum man denn die Bildung so sehr von einem Zweck loskoppeln will? Wenn ich studieren will, dann doch nicht, weil mir das studieren selber soviel Spaß macht.Wenn ich lernen will, kann ich das immer. Wer sich für Kultur und Gesellschaft interessiert kann ja das studieren und dann versuchen diese Bereiche in unserer Gesellschaft zu beeinflussen.Wenn ich Medizin studiere, will ich irgendwann an echten Menschen rumschnippeln und nicht einfach nur Bücher über die Anatomie angucken. Ein Bauingenieur will irgendwann auch mal etwas schaffen und nicht nur konstrukte in seinem Geist entwerfen,genauso wie ein Sozialpädagoge keine Diskussionsmodelle zum Spaß lernt, sondern irgendwann mit echten Menschen arbeiten will. Ich schätze jetzt einfach mal, dass über 90% der Leute zweckgebunden studieren für die Zeit NACH dem Studium um z.B. mehr Geld zu verdienen oder bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Das ist doch ,was viele erst davon abhält zu studieren, weil sie eben den Bezug zu unserem eigentlichen Leben nicht erkennen. Druck ist auch schonmal eine gute Vorbereitung auf das richtige Leben. Ich weiß nicht was daran verkehrt ist, Leistung von Studenten zu erwarten. Jaja, sie können jetzt keinen faulen Lenz mehr schieben und sich alles so zurechtlegen im Studium, wie es ihnen selber am besten passt. Und ich habe nicht wirklich das Gefühl, die Bachelorstudenten sind jetzt alle so unkreative Bolzen die keine eigenständigen Ideen entwickeln können. Es gibt sehr wohl noch Schwerpunkte die man wählen kann. Und man muss sich nachwievor vieles eigenständig erarbeiten In sofern ist das BAchelor Mastersystem gar nicht sooo schlecht meiner Meinung nach. Denn dadurch entstehen viele neue Kombinationsmöglichkeiten . Man muss auch die Vorteile sehen, die gibt es nämlich auch. Nur weil es von vielen Hochschulen bisher miserabel umgesetzt wurde, ist das System selber nicht automatisch schlecht. |
| Kampfsau | [QUOTE]Stress ... Stress ... Stress ... das ganze Leben und Lernen unter Stress ... Arbeiten unter Stress ... das Leben könnte im allgemeinen viel stressfeier sein ...[/QUOTE] Das kann es in der Tat. Es ist aber in erster Linie wohl eher eine Frage der Ansprüche die man vor allem in materieller Hinsicht hat. Ich habe z.B. gerade einen total unstressigen Job der mir sehr viel Freizeit lässt und auch sehr wenig reglementiert ist. Nur ist die Bezahlung dementsprechend total mies und ich fühle mich unterfordert. Deswegen würde ich gerne mehr Geld verdienen, interessantere Aufgaben übernehmen und dafür auch mehr Stress und Arbeit in Kauf nehmen. Aber das auch nur, weil ich denke,dass ich mehr erreichen könnte. Studieren muss man ja auch nicht zwangsläufig. Gibt auch genug andere Möglichkeiten ein Auskommen zu finden. Was brauchen wir denn? Essen, Klamotten, eine warme bleibe und etwas Liebe. Das wars im Groben auch schon. Wenn man natürlich einem Eigentumshaus, dem BMW und anderen Statussymbolen hinterherjagd, muss man dafür natürlich auch mehr machen. [QUOTE]Partys interessierten mich nie. Weil es verlogener Unfug ist. Wozu soll ich mich in einen Haufen mir unbekannter Menschen stellen,[/QUOTE] Um Leute kennenzulernen? Du musst ja nicht hingehen aber Partys können sehr viel Spaß machen. [QUOTE]mir einen hinter die Binde kippen, mich wie ein Idiot benehmen und auf Kommando "happy" sein - obwohl ich es nicht bin und auch nicht sein will? Mich kotzt dieses Leben einfach nur an und die Art der meisten Menschen ebenfalls. Partys - wozu muss ich mich zu so einer Selbsterniedrigung herablassen? [/QUOTE] Du hast ja seltsame Vorstellungen. Aber darüber aufregen kann man sich nicht wirklich, du klingst einfach nur frustriert. [QUOTE]Na klar - um bei anderen, bei Kommilitonen - ergo, meinen künftigen Widersachern auf dem kapitalistischen Arbeitsmarkt um Geld und Einkommen, die besten Karren, Häuser, Schnallen whatever, auch als Obermacker auf dem Mackerdamm und "toller Hecht" anzukommen, der um jeden Preis zum erlauchten Kreise der "Besseren" mit dazugehören will. Ich glaube dir daher gerne, dass das für dich sehr wichtig gewesen ist - schliesslich hat man mit aufpoliertem Ego in dieser Gesellschaft die weitaus besseren Karten.[/QUOTE] Hast du eigentlich überhaupt irgendwelche sozialen Kontakte? Lässt dich überhaupt irgendjemand an seinen Gedanken teilhaben oder bist du dazu verdammt,dich gedanklich immer nur um dich selbst zu drehen? Du klingst wie eine gescheiterte Existenz die sozial keinen Anschluss findet, mit einem Mangel an Selbstbewusstsein und ohne Perspektive für die Zukunft. Dein angekratzes, unausgeglichenes und zutiefst verletztes Ich scheinst du selber mit einem Mantel aus Aroganz, Hass auf andere und deren Herabwürdigung verzweifelt schützen zu wollen. Wenn du meinst ich schreibe hier nur Schwachsinn, dann ist das "vielleicht" nicht wahr. Nur genauso wenig entsprechen dann auc deine Aussagen der Realität. |
| Aza | Archangel, entweder hast du alles in trockenen Tüchern und machst dir einen großen Spaß daraus alle hier zu verarschen (was ich bei einem anonymen Forum niemandem verdenken kann). Oder du bist einfach sehr verbittert und hast deswegen auch nicht den Spaß an Parties mit seinen Jungs/Mädels hat. Spaß mit Freunden ist eine Erniedrigung für dich? :D Vielleicht solltest du einfach mal hier im Forum Kontakte knüpfen und ein Bier/Wein/Wasser mit den Leuten trinken und merken, dass das Leben auch sehr schön sein kann. Auch wenn es gerade mies aussehen mag. Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass du es schaffst auch noch etwas positives und gutes in deinem Leben zu finden. Alles Gute |
| Arimahn | [QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i] [B]Das ist das Problem! ICH hab ja keinen Grund … MICH betrifft das ja nicht … wenn jeder nur für SEINE EIGENEN Interessen demonstriert … dieses Problem haben wir überall … dieses MICH betrifft das ja nicht … irgendwo in der Welt ist Krieg … aber MICH betrifft das ja nicht Und für Krieg hat jeder Staat genug Geld übrig … nur nicht für die Bildung Der Staat will Kontrolle … keine Freiheit für mehr Selbstbestimmung [/B][/QUOTE] Ja, das ist in etwa das Argument der Linken, die hier die Speerspitze des Streiks bilden. Die gleichen Leute die dann morgens um 12 Glühweinsaufend im besetzten Hörsaal rumlungern. Was ich damit meinte war, dass ich bisher keinen Grund gefunden habe mich lautstark zu beschweren. Die Misstände scheinen nicht so groß, wie manche sie gerne darstellen. Und, was viel wichtiger ist: [I]So lange es unter den Streikenden niemanden gibt der mir in einfachen Worten und gradeaus erklären kann, was alles Mist ist und wie es geändert werden soll werde ich da nicht mitmachen. [/i] |
| Captain Cute | Wenn etwas einigermaßen passabel ist sollte das wohl nicht bedeuten, dass man sich nicht dagegen wehren sollte wenn es schlechter wird oder irre ich mich da ? Wir reden hier die ganze Zeit über Wirtschaft oder Ingenieurswesen, wo man nach Abschluss seines Studiums wirklich nennenswerte Einkommensaussichten hat, aber wie steht es mit den Philosophen und Kunstgeschichtlern (und dem ganzen anderen Pack, dass sich zu fein ist um etwas zu leisten). Die dürfen nach dem Studium erst mal in Privatinsolvenz gehen, weil sie eben kein übermäßiges Gehalt beziehen können. Ganz davon abgesehen ist hier eine Verschulung nicht nur für die Studenten belastend, sondern schlicht und ergreifend schädlich, da besonders in kulturellen Themengebieten keine eierlegenden Wollmilchsäue gefragt sind, sondern wirklich eine Einnischung stattfinden muss. Nun könnte man argumentieren: Das könnte ja bei ausreichendem, persönlichem Einsatz auch geschehen, aber ist es wirklich Sinn eines Studiums die Leidensfähigkeit eines studierenden bis zum zerreißen auf die Probe zu stellen und somit eine kleine Leistungsfähige Elite zu schaffen oder ist es nicht doch besser einer großen Anzahl Leute ein Studium zu ermöglichen, dass sie zwar dann nicht zu solchen Übermenschen wie der eben erwähnten Elite werden lässt, sie aber dennoch über das Niveau hebt, welches sie ohne Studium erreichen könnten ? |
| Kampfsau | [QUOTE] Wir reden hier die ganze Zeit über Wirtschaft oder Ingenieurswesen, wo man nach Abschluss seines Studiums wirklich nennenswerte Einkommensaussichten hat, aber wie steht es mit den Philosophen und Kunstgeschichtlern (und dem ganzen anderen Pack, dass sich zu fein ist um etwas zu leisten). Die dürfen nach dem Studium erst mal in Privatinsolvenz gehen, weil sie eben kein übermäßiges Gehalt beziehen können.[/QUOTE] Es gibt verschieden, meiner Meinung nach aber äußerst humane Rückzahlungsmodalitäten. Maximal muss man ohnehin nur 10.000 Euro zurückzahlen. Die kann so ca 5 Jahre nach Beendigung der Förderungshöchstdauer beginnen. Das ist schonmal genug Zeit, sich im Beruf zu etablieren. Dann hat man 20 Jahre Zeit die Raten abzubezahlen. Die Raten haben eine Höhe von 105 Euro. Man kriegt auch einen Aufschub wenn man weniger als 1040 Euro netto verdient, bekommt man auch einen Aufschub.Diese Betragsgrenze erhöht sich dann nochmal wenn man Kinder oder einen Ehegatten hat. Also von wegen Privatinsolvenz, solange man einen Job bekommt sollte das eigentlich möglich sein das abzubezahlen.Dass die Schulden so untragbar sind sagen meist nur Leute, die sich einfach nicht informiert haben Und ob man einen Job kriegt oder nicht sollte man sich ja vor der Studienwahl überlegen. Ansonsten ist das der Preis den man dafür zahlen muss, wenn man ungeachtet jeder Jobaussicht studiert und quasi auf Staatskosten Jahrelang eher einem Hobby nachgeht. [QUOTE]Ganz davon abgesehen ist hier eine Verschulung nicht nur für die Studenten belastend, sondern schlicht und ergreifend schädlich, da besonders in kulturellen Themengebieten keine eierlegenden Wollmilchsäue gefragt sind, sondern wirklich eine Einnischung stattfinden muss.[/QUOTE] Ich frag mich jetzt ehrlich gesagt inwiefern eine eigene Schwerpunktwahl durch den Bachelor ausgeschlossen ist? Wenn ich mir z.B. die Unilüneburg und diesen komischen Leuphanabachelor ansehe, so ist doch nachwievor eine sehr individuell gestaltbare Studienplanung möglich. [QUOTE] Nun könnte man argumentieren: Das könnte ja bei ausreichendem, persönlichem Einsatz auch geschehen, aber ist es wirklich Sinn eines Studiums die Leidensfähigkeit eines studierenden bis zum zerreißen auf die Probe zu stellen und somit eine kleine Leistungsfähige Elite zu schaffen oder ist es nicht doch besser einer großen Anzahl Leute ein Studium zu ermöglichen, dass sie zwar dann nicht zu solchen Übermenschen wie der eben erwähnten Elite werden lässt, sie aber dennoch über das Niveau hebt, welches sie ohne Studium erreichen könnten ?[/QUOTE] Zweiteres ist wohl in vielen Wirtschafts, Ingenieurs und Naturwissenschaftsstudiengängen das Ziel der Bildungspolitik. Eben vermehrt Ingenieure und Naturwissenschaftler auszubilden, auch wenn das Niveau der Ausbildung insgesamt sinkt. Denn trotzdem wird wahrscheinlich auch nach einem Bachelor das theoretische Wissen eines Ingenieurs deutlich höher sein, als z.B. das eines gewöhnlichen Technikers. Andererseits, wenn ich ehrlich bin, wenn in kulturellen ,gesellschafts- und geisteswissenschaftlichen Studiengängen es eine intensivere Elitenbildung geben würde, wären auch deren Berufsaussichten auf dem Arbeitsmarkt deutlich besser, eben weil das Angebot nicht so Hoffnungslos über dem Bedarf des Arbeitsmarktes liegen würde. |
| Kampfsau | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kampfsau [/i] [B]Es gibt verschiedene, meiner Meinung nach aber äußerst humane Rückzahlungsmodalitäten. Maximal muss man ohnehin nur 10.000 Euro zurückzahlen. Die kann so ca 5 Jahre nach Beendigung der Förderungshöchstdauer beginnen. Das ist schonmal genug Zeit, sich im Beruf zu etablieren. Dann hat man 20 Jahre Zeit die Raten abzubezahlen. Die Raten haben eine Höhe von 105 Euro. Man kriegt auch einen Aufschub wenn man weniger als 1040 Euro netto verdient.Diese Betragsgrenze erhöht sich dann nochmal wenn man Kinder oder einen Ehegatten hat. Also von wegen Privatinsolvenz, solange man einen Job bekommt sollte das eigentlich möglich sein, das abzubezahlen.Dass die Schulden so untragbar sind sagen meist nur Leute, die sich einfach nicht informiert haben Und ob man einen Job kriegt oder nicht sollte man sich ja vor der Studienwahl überlegen. Ansonsten ist das der Preis den man dafür zahlen muss, wenn man ungeachtet jeder Jobaussicht studiert und quasi auf Staatskosten Jahrelang eher einem Hobby nachgeht. Ich frag mich jetzt ehrlich gesagt inwiefern eine eigene Schwerpunktwahl durch den Bachelor ausgeschlossen ist? Wenn ich mir z.B. die Unilüneburg und diesen komischen Leuphanabachelor ansehe, so ist doch nachwievor eine sehr individuell gestaltbare Studienplanung möglich. Zweiteres ist wohl in vielen Wirtschafts, Ingenieurs und Naturwissenschaftsstudiengängen das Ziel der Bildungspolitik. Eben vermehrt Ingenieure und Naturwissenschaftler auszubilden, auch wenn das Niveau der Ausbildung insgesamt sinkt. Denn trotzdem wird wahrscheinlich auch nach einem Bachelor das theoretische Wissen eines Ingenieurs deutlich höher sein, als z.B. das eines gewöhnlichen Technikers. Andererseits, wenn ich ehrlich bin, wenn in kulturellen ,gesellschafts- und geisteswissenschaftlichen Studiengängen es eine intensivere Elitenbildung geben würde, wären auch deren Berufsaussichten auf dem Arbeitsmarkt deutlich besser, eben weil das Angebot nicht so Hoffnungslos über dem Bedarf des Arbeitsmarktes liegen würde. [/B][/QUOTE] |
| Arimahn | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kampfsau [/i] [B] Ich frag mich jetzt ehrlich gesagt inwiefern eine eigene Schwerpunktwahl durch den Bachelor ausgeschlossen ist? Wenn ich mir z.B. die Unilüneburg und diesen komischen Leuphanabachelor ansehe, so ist doch nachwievor eine sehr individuell gestaltbare Studienplanung möglich. [/B][/QUOTE] Es wird ja immer von der Verschulung des Studiums geredet. "Natürlich" kannst du in der Oberstufe bestimmte Fächer wählen aber das Endprodukt ist doch nahezu immer das selbe. So ist es in den meisten Studiengängen auch. Abgesehen von ein paar Studiengänge -Psychologie unter anderem- gibt es z.B. nicht die Möglichkeit sich seine Credit Points in fachnahen Modulen zu holen; es muss alles exakt das abgehandelt werden was der Plan vorsieht. Das mag je nach dem wie viel Bock die Uni auf das Bachelor-System hat auch eine Auswahl bestimmter Module erlauben aber in den meisten Fällen ist es festgeschrieben. Es ist wirklich nichts anderes als eine Weiterführung der Schule mit mehr Selbstverwaltung. Ist das schlecht? Nicht unbedingt aber es hängt stark davon ab was die einzelnen Unis daraus machen. |
| ExiledArchangel | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] [B]Archangel, entweder hast du alles in trockenen Tüchern und machst dir einen großen Spaß daraus alle hier zu verarschen (was ich bei einem anonymen Forum niemandem verdenken kann). Oder du bist einfach sehr verbittert und hast deswegen auch nicht den Spaß an Parties mit seinen Jungs/Mädels hat. Spaß mit Freunden ist eine Erniedrigung für dich? :D Vielleicht solltest du einfach mal hier im Forum Kontakte knüpfen und ein Bier/Wein/Wasser mit den Leuten trinken und merken, dass das Leben auch sehr schön sein kann. Auch wenn es gerade mies aussehen mag. Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass du es schaffst auch noch etwas positives und gutes in deinem Leben zu finden. Alles Gute[/QUOTE] Nein danke. Wenn ich das gewollt hätte, hätte ich auch gleich einer Burschenschaft beitreten können - die machen ja nichts anderes als saufen und pimpern... ...aber nein, für mich ist das nichts...die Welt hat mich längst gewogen und für zu leicht befunden - und ich sie...ein fauler Kompromiss, in "gegenseitigem Einvernehmen"...denn die simple Wahrheit lautet: Sie (die Uni) wollte mich einfach nur loswerden, doch sie waren zu feige, es mir unverhohlen ins Gesicht zu sagen...ich habe ihnen den Gefallen getan, habe ihnen ihr Gewissen erleichtert indem ich gegangen bin...jetzt sind sie mich los - und diese Gesellschaft ist es ebenfalls... |