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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Aus alt mach neu - Frickadelle sei dank im Bauverband - Kündigung nach 34 Jahren
pulSarMal wieder so eine "richtig nette Meldung" über einen "richtig netten Fall" in Sachen Kündigung.

Nach dem Kassenbon (vor einiger Zeit) und Brötchen gibt es eine neue Futter-Falle, die Arbeitgeber meinen ihren Angestellten aufstellen zu müssen: die Frickadellen-Falle.

Ich verweise auf dem Artikel bei GMX - nicht zuletzt wegen der *hüst* Dynamik dort in den Kommentaren. Das geht mal richtig ab gerade.

Aber der Reihe nach und erstmal angeteasert:


[quote] Eine Sekretärin naschte vom Konferenzimbiss ein Fleischklößchen - und wurde deshalb nach 34 Jahren in der selben Firma gefeuert. Ein Gütetermin scheiterte, weil der Arbeitgeber nicht einlenken wollte.
[/quote]

(...)

[quote]Am Dienstag stand vor dem Arbeitsgericht ein erster Gütetermin an. "Bild" zufolge soll sich sogar die zuständige Richterin für Magdalene H. eingesetzt haben. Sie habe vorgeschlagen, die Kündigung in eine Abmahnung umzuwandeln, da es sich um keinen klassischen Diebstahl gehandelt habe.

Doch der Geschäftsführer des Bauverbands, Hermann Schulte-Hiltrop, soll vor Gericht hart geblieben sein. Er wird mit den Worten zitiert: "Nach außen wirkt das natürlich wie eine Bagatelle. Wir haben hier aber hochsensible Daten zu verarbeiten. Und wenn Sie jemandem nicht mehr vertrauen, macht das kein gutes Gefühl."

Für den Anwalt der Sekretärin komme eine Auflösung des Vertrags jedoch nicht in Frage: "Sie ist 59 und wird keinen neuen Job mehr bekommen." Der Prozess beginnt im Januar 2010.[/quote]

Bitte selbst lesen - ich hab nicht alles zitiert.

[url]http://portal.gmx.net/de/themen/beruf/karriere/9068250-Fristlose-Kuendigung-wegen-Frikadelle.html[/url]

Interessant ist die Position der Richterin, die versuchte, die fristlose in eine Abmahnung zu wandeln. Die wird wissen warum. Einerseits ahnte sie vielleicht, welche Wellen das schlagen könnte und andererseits sagt mir mein Rechtsverständnis, dass da erstmal ne Abmahnung folgen sollte. Es sei denn, es ist ein klasklarer Fall. In wie fern man aber von Diebstahl sprechen kann, ist fraglich und wird sich zeigen.

Was das "aus alt mach neu" soll?
[url]http://www.bauverbaende.de/wir-ueber-uns/team.html[/url]

DIE haben bestimmt heute bestimmt ihren Spaß mit ihrem Mail-Postfach und am Telefon.

Ich nominiere den Herrn Schulte-Hiltrop jedenfalls schon jetzt für den Pressesprecher. Den wie man Schlagzeilen macht, hat er ja schon gelernt... nur an der Richtung sollte noch ein klein wenig gearbeitet werden :-)
GothanthropUnd in Zeiten, in denen die Lebensgrundlage einer einfachen Familie auf's Spiel gesetzt wird, weil sich jemand erdreistet von den Abfällen eines Buffets zu naschen (ein Unding was heute alles an Nahrungsmitteln im Müll landet, weil die Augen des Bonzen oft viel größer sind als deren Mägen) wird noch ernsthaft über Abschaffung von Kündigungsschutz diskutiert ?
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von Gothanthrop [/i]
[B]Und in Zeiten, in denen die Lebensgrundlage einer einfachen Familie auf's Spiel gesetzt wird, weil sich jemand erdreistet von den Abfällen eines Buffets zu naschen (ein Unding was heute alles an Nahrungsmitteln im Müll landet, weil die Augen des Bonzen oft viel größer sind als deren Mägen) wird noch ernsthaft über Abschaffung von Kündigungsschutz diskutiert ? [/B][/QUOTE]

JA - NATÜRLICH! Weil eben dieser Kündigungsschutz, doch sowieso nichts ist denn eine Farce, die jeder Arbeitgeberar***, mit x-beliebigem Pillepalle aushebeln kann, wie man an dieser Meldung doch wohl deutlicher kaum sehen kann. :rolleyes:

....
Gothanthrop[QUOTE][i]Original geschrieben von ArrogantNick [/i]
[B]JA - NATÜRLICH! Weil eben dieser Kündigungsschutz, doch sowieso nichts ist denn eine Farce, die jeder Arbeitgeberar***, mit x-beliebigem Pillepalle aushebeln kann, wie man an dieser Meldung doch wohl deutlicher kaum sehen kann. :rolleyes:

.... [/B][/QUOTE]

NEIN - EBEN NICHT! Das ist altbekannt und wird bereits hilflos kritisiert, ist aber nicht der offizielle Grund einer neoliberalen Bestrebung den Kündigungsschutz gänzlich abzuschaffen. Natürlich ist es Volksverarsche, aber das Volk möchte verarscht werden, das zeigen die Wahlergebnisse.
pulSarDiese Akte ist noch nicht geschlossen!
Wo kann man eigentlich erfahren, wann solche Prozesse geführt werden?
Wäre doch mal ne Idee für nen Yaeh-Flashmob: vor dem Gerichtssaal (im?!) Frickadellen verschenken.

Ausruf:

[color=#ff9999][b]Frische Bagatellenbrötchen..
Frische Bagatellenbrötchen...[/b][/color]


Am Rande und natürlich berufskrank: während die meisten vor Unrecht aufschreien (vor einem Urteil, vor der Revision...) sehe ich hier ein ganz anderes Paradebeispiel:

Old-World-A...-Denke, die meint, man könne sowas "Hausintern" vor Gericht austragen zeigt seine ganz eigene Medienkompetenz. 123peoplesearch, facebook, google-news... bestimmt bald 1W20 Blogs und jede Menge Schaum vorm Mund beim Posten der Kommentatunten und -tussen. (sogar noch end-massiver als wir (alle) hier in unseren besten Monatszy.. äh. Zeiten!)

Ich werd es nie wissen, aber ich wette, die bekommen Drohanrufe und Mails noch und nöcher. Auch würden mich mal die Server-Stats des Verbandes interessieren. Aber bei so vielen "hochsensiblen Daten im Baubereich" sollte das (pauschal!) eh viel eher mal die Steuerprüfung interessieren. *lol*

Natürlich berührt das auch mein Gerechtigkeitsgen!
Aber ich reg mich dann wirklich auf, wenn die Sache entgültig durch ist. Vorher sehe ich das als eine Art [b]Experiment[/b]!

Was die Wellen angeht, die es schlägt, würd ich es physikalisch beschrieben als Resonanzkatastrophe bezeichnen... schon irgendwie abgefahren... sowas gab es früher nicht (zu offline-Zeiten) und schon gar nicht binnen Stunden teils Minuten an Echo.

DAS weckt bei mir ein klein wenig Hoffnung auf eine Art Selbstregulation der Öffentlichen Empörung in Härtefällen.... auch in diesen Zeiten und denen, die kommen mögen.
TöggelieMeine Mutter ist Hausleitung eines Alten - und Pflegeheimes, dort ist es ebenfalls so, dass es einem Angestellten nicht einmal gestattet ist, auf Bitten des Bewohners etwas zu kosten, was seiner Meinung nach etwas seltsam schmeckt oder aus welchen Gründen auch immer.
Lässt man sich nur einmal dabei erwischen, wird man gefeuert. Ähnlich ist es mit Geschenken, auch diese dürfen nicht angenommen werden, was sogar eine simple Tafel Schokolade einbezieht.
Das Beste an solchen Fällen ist: Speziell jetzt in diesem Altenheim, wurde der Chef vor wenigen Monaten am Flughafen verhaftet, als er sich mit 100 000 Euro, die er von einer Heimbewohnerin geklaut hatte, aus dem Staub machen wollte.

Tja...so viel zum Thema Auge um Auge - oder vielmehr: Fleischbällchen um Vermögen. :rolleyes:
Wahnsinn, mit was für einem extremen Maß da gemessen wird. Ein Obergauner ist Chef und wirft jemandem, der eine geschenkte Tafel Schoki annimmt, Vertrauensbruch vor. Verrückte Welt. [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/konfus/n010.gif[/img]


Ich verstehe allerdings auch nicht, wie man einen kleinen Happs mit einem mords Vertrauensbruch gleichsetzen kann. Mein bester Freund hat mir schon öfter was weggegessen...ich schätze, da müssen wir noch was klären. [img]http://www.cosgan.de/images/smilie/boese/e035.gif[/img] :D
pulSarBei GMX / Web.de wurde eben die Idee eines Flashmobs vor dem Verband ausgerufen. Da dort innerhalb Sekunden X neue Beiträge kommen, geht das aber etwas unter.

Auch haben wohl schon einige da angerufen oder es zumindest versucht (scheint recht dauer-besetzt) - und z.b. gefragt was die Bullette kostete und wann die Frau wieder eingestellt wird.




Tögg: armes, armes, verkorkstes §§§§-Deutschland!!!
Eigentlich ja Schilda... oder nicht?
LaChatteirgendwie klingt mir die Geschichte danach, als wollten sie diese Frau schon länger loswerden und haben nun einfach auf den erstbesten Anlass gewartet... auch wenn es sowas Lächerliches ist wie ein Brötchen zu essen, das nicht ihr gehörte.

Da wär doch eine Kündigung, einfach weil der Arbeitgeber es will - und natürlich mit angemessenen Kündigungsfristen - die deutlich sympathischere Variante.

grüsse, barbara
pulSarNachtrag:
DAS ist mal die Mega-Dynamik.

Scheinbar haben einige Leute angerufen und angeboten, Frickadellen zu Mittag zu liefern. Das Angebot muss wohl entnervt abgelehnt worden sein.


Gerüchtehalber soll auch gerade auf RTL ein Bericht dazu gekommen sein -- weiss es jemand? Ich hab kein TV.


Ui - scheinbar gab es schomal ne Frickadellen-Kündigung in dem Laden:
[url]http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/dortmund/2009/10/7/news-135960394/detail.html[/url]

[quote]Im Übrigen folgt noch ein weiteres Verfahren: Aus den gleichen Gründen hatte man noch einer weiteren Mitarbeiterin gekündigt - nach 24 Jahren Verbandsarbeit. Der Prozess ist noch anhängig.[/quote]
Gothanthrop[QUOTE][i]Original geschrieben von pulSar [/i]
Nachtrag:
DAS ist mal die Mega-Dynamik.
[/QUOTE]

Ja so gefällt mir das. Ein gutes Omen was uns hoffentlich nach 4 Jahren Kapitaldiktatur erwarten wird? Vielleicht siegt die Gerechtigkeit ja irgendwann doch noch einmal in diesem ethisch degenerierten Land? Ich hoffe, dass hier zu Lande bald auch Managerentführungen wie in Frankreich eingeführt werden :)
pulSarKüma: jou - hab eben noch einen Nachtrag rein editiert. Da ist noch ein weiterer Prozess anhängig mit einer Ex-Kollegin - ebenfalls wegen einer Frickadelle... ohhhh mann... *Kopf-auf-Tisch-patsch*

Ich weiss nicht, ob ich an Gerechtigkeit an sich glauben mag. Aber wenn man all die Stimmen liest und beachtet, welche Wellen das bereits schlägt, dann sieht man eben doch, dass es vielen aufstößt.

Und außerdem : ohne Hoffnung und einen gewissen Idealismus macht das alles eh keinen Sinn!
Und vor allem: ohne einen gewissen Spaß an der Real-Satire.

Zur Dynamik:
Gut - manche labern echt nur Mist oder wiederholen sich aber egal - es ist eine Grillen angestrebt und das freut mich am meisten : von Bagatellenbrötchen - schön, wenn man seine Wortschöpfung so herzhaft wiederfindet :-)
HrefnadisDas passt so richtig schön. Hab heute früh den Artikel in der Zeitung (ja, ich lese noch richtg vorhandene Papierzeitung gelegentlich) über den 60. Geburtstag des Deutschen Gewerkschaftsbundes gelesen. Oh, was wundert mich dessen Imageproblem nicht und was wundert mich ebenso nicht, dass ihm seine Mitglieder in Massen davon laufen.

Die Gewerkschaft der Zukunft ist ein Flashmob. Schnell, effizient, gut informiert .... und tödlich :D. Für diese Kündigung bestimmt. Ich bin gespannt, da könnte sich ein Präzedenzfall ankündigen.

Der öffentliche Zorn at work. Wo Recht und Gerechtigkeit möglicherweise auseinanderklaffen, könnte genau dieser Volkszorn regulierend eingreifen.

Allerdings die Frage an alle: Ist das nicht schon gewissermaßen Lynchjustiz?

Nachtrag: Wobei ich es natürlich gut finde, wenn sich der Volkszorn Gerechtigkeit zu eigen macht - was ist aber, wenn solche Dinge mal fehlgeleitet werden?
noire désir[QUOTE][i]Original geschrieben von Hrefnadis [/i]
[B]Die Gewerkschaft der Zukunft ist ein Flashmob. Schnell, effizient, gut informiert .... und tödlich :D. Für diese Kündigung bestimmt. Ich bin gespannt, da könnte sich ein Präzedenzfall ankündigen.[/b][/quote]
Also wenn man dem Problem mal auf den Grund geht, daß nämlich solche Mitarbeiter zu alt und damit einfach zu teuer und vermeintlich zu ineffektiv sind, weshalb es einfach nur darum geht, diese los zu werden, und wenn man das mit der neuen Protestform "flashmob" zusammenbringt, könnten die nächsten Jahre in dieser verstaubten Republik durchaus interessant werden. ;)

[b][quote]Allerdings die Frage an alle: Ist das nicht schon gewissermaßen Lynchjustiz? [/B][/QUOTE]
Nö. Es wird ja niemand exekutiert. ES tun sich nur Menschen zusammen, die mit etwas nicht einverstanden sind. Das nennt man Protest oder Demonstration.
Daß dabei vielleicht der ein oder andere aufwacht und merkt, daß er eventuell was nicht so ganz richtig gemacht hat, ist doch eine gute Sache! :)
pulSarJa - du hast schon recht. Sowas kann auch fehlgeleitet mächtig schief gehen. Jetzt nicht was Bulletten angeht sondern dann doch eher dumpfer und populistischer. Andererseits ist es wohl gerade die schiere Albernheit ich meine Unangemessenheit in dieser konkreten Angelegenheit, die die Leute auf die Palme bringt.

Gelyncht werden wird sicher nicht - eher noch gegrillt. In D-Dorf vor der Verbandszentrale - wann ist nicht klar.

Von wegen Flash-Mob: ich glaube, das ist auch immer mit einem gewissen Blödel- bzw Spaß-Faktor verbunden.... "und alle so YEAH!".

[img]http://www.simplygoodstuff.com/_images/string_mop.jpg[/img]

Ist ja schliesslich weder die Anti noch die Fa, die sich zu nem Überfall verabredet sondern eher so ne Idee im Raum -- und es hat was mit Essen zu tun und ist ne authentische Story.

Interessant auch an dem Beispiel mal den Redaktionen auf die Finger zu schauen und der Suchmaschine.
Gebt mal einfach bei news.google.de "Frikadelle" ein. Das ist schon witzig bis imposant irgendwie. Es sind im Moment 35 Nachrichten - heute früh waren es 2.

Voll das kleine Bulletten-Watergate
(okay - ganz klein aber heiss gekocht auf jeden Fall).

Lustig - die ganzen Symbolbilder, die sie auf die Schnelle finden und hochladen. Bei einem Artikel war es ein Käsebrot... hinsetzen, 6! Dennoch gilt: Käsebrot ist ein gutes Brot. Aber zurück zur Bullette und dem, was noch kommen mag.
Ronin76Daß das Essen einer Frikadelle nicht die Ursache der Kündigung ist, sollte wohl klar sein. Ein Bekannter von mir arbeitet in einem Versicherungsunternehmen und ist dort Betriebsratsvorsitzender. Neulich wurde ihm von einem befreundeten Kollegen welcher dort in der Poststelle arbeitet, "aus versehen" ein Brief falsch zugestellt. Dieser Brief war an die Geschäftsleitung adressiert und offenbar unverschlossen.

Im Inhalt des Briefes wurden die Geschäftsleitung dazu aufgefordert an Seminaren teilzunehmen die zB solche lustigen Namen hatten:

"Kreatives Kündigen von Angestellten"

Im Frikadellenfall ist die Betroffene 59 Jahre alt. Ein Alter in dem die Unternehmensleitung ihren Mitarbeitern gerne Abfindungen anbietet. Um zB den Personalbestand zu verkleinern und so die Fixkosten zu verringern. Eine im wahrsten Sinne des Wortes billigere Variante ist es, eine Banalität zum Kündigungsgrund zu erheben. Ist mir selbst auch schon passiert und eine äußerst gängige Praxis in Firmen und Unternehmen. Umso strenger und straffer ein Unternehmen geführt wird, umso leichter ist so etwas durchführbar, da es so sogar meistens die Akzeptanz der verbleibenden Mitarbeiter findet, welche nicht einmal erkennen daß sie sich damit auch selbst schaden.
Xenomorph...es wurden auch schon Leute gefeuert, weil sie nur einen Schluck Mineralwasser aus einer Flasche tranken, die dem Chef "gehörte"...doch niemandem gehört irgendetwas auf dieser Welt...und daher ist der Kapitalismus falsch...dem Chef gehört weder das Mineralwassser im Kühlschrank, noch die Arbeitskraft "seiner" Lohnsklaven - er, bzw. der Konzern, hat beides usurpiert...

..wahrscheinlich handelt es sich bei solchen "Diebstahls"-Vorwürfen ohnehin nur um Vorwände, die Chef/Konzernleitung dann als Begründung heranziehen, um bereits seit längerem unerwünschte Mitarbeiter loszuwerden...doch wie dem auch sei:

EIGENTUM IST DIEBSTAHL!
pulSarXeni - bist schon ein Original.

Darf ich Dir gerade was abgewandeltes aus Full Metal Jacket - gerne auch Marita Schreck - ins Ohr brüllen (aber net bös - klar).
[b]Es gibt viele Frikadellen aber die gehört mir![/b]

Update: man munkelt. die Mail-Adresse des Geschäftsführers sei momentan nicht mehr aktiv.

Derweil ist das Frikadellen-Watergate in den südlichen Nachbarländern angekommen -- wo man ein anderes Deutsch spricht -- jedenfalls heisst es da nicht Frikadelle.
Ronin76[QUOTE]EIGENTUM IST DIEBSTAHL![/QUOTE]
So ganz logisch ist mir das nicht. Denn Diebstahl setzt Eigentum voraus. Angenommen niemand hat ein Recht auf Eigentum und Alles gehört allen. Wie kann etwas gestohlen werden das allen und niemandem gehört ?

Ich denke daß Eigentum so wie auch Macht immer gewährt, geduldet und überlassen wird. Demnach müsste es lauten: Eigentum ist Überlassung.
pulSarLetztes Upd8 von mir (es sei denn es kommt ein Hammer):

[quote]Übrigens, der direkte Mail-Link geht nicht mehr (genauso wie die Durchwahl und die private Tel.Nr.)

Hat also irgendwie doch gewirkt, daß hier (und anderswo) die Daten mal online gestellt wurden.[/quote]

aus dem Web.de / GMX-"Forum". Unbesätigt - wer will, kann ja anrufen. Impressum ist auf der Seite des Verbandes vorhanden.

So kann's dann gehen -- in nichtmal 8 Stunden.
Demon17Bleiben wir doch sachlich, Die GL will die Sekretärin billig entsorgen. Selbst wenn sie den Fall verliert, muss sie höchstens einen halben Monatslohn netto pro Dienstjahr Abfindung zahlen. Die Sekretärin wird also nach 34 Dienstjahren 17 Monatslöhne, netto als Entschädigung erhalten, weil ja das Vertrauensverhältnis zerrüttet ist und dann hält das Arbeitsamt die Hand auf...

Im übrigen finde ich die Kritik von Nichtorganisierten am DGB zum kotzen. Wer keine Gewerkschaftsbeiträge zahlt, müsste eigentlich nach dem Gutdünken des Arbeitgebers bezahlt werden.
EvillightHab neulich einen ähnliche Fall beobachtet.
Ein Angestellter nahm Nahrungsmittel zu sich, welche für den Verzehr zahlender Kunden bestimmt waren.
Da gibts nur eins: SOFORTIGE FRISTLOSE KÜNDIGUNG!!

Es mag ja sein, dass der Koch die Suppe nur abschmecken wollte, aber was zuviel ist ist zuviel! Da muss man mit allen rechtstaatlichen mitteln ran, soweit ich die bisherige Rechtsprechung richtig verstanden habe. :confused:
HrefnadisSachlich *nick* hab grad ein bisschen rot in den Augen.

Sachlich ist dieser Fall in Deutschland sicher "lustig", aber er ist symptomatisch. Und das ist das Problem. Her mit den Flashmobs, mit allem, was darauf aufmerksam macht! Alleine in meiner direkten Verwandtschaft wurde bereits eine Dame in ähnlichem Alter und auch Dienstalter freundlich ein Auflösungsvertrag nahe gelegt. Man verwies sie auf die Möglichkeiten, ansonsten ihre Arbeitsbedingungen drastisch zu verschlechtern. Da sie eh gesundheitlich angeschlagen war und das niemals durchgehalten hätte, musste sie annehmen. Das dürfte ihr im Endeffekt ungefähr 15% ihrer Rente kosten.

Ein zweiter Fall ist noch krasser. 30 Jahre Betriebszugehörigkeit, großer deutscher Konzern mit Milliardengewinnen. Die betreffende Dame wird seit etwa 5 Jahren von einer Stelle in die andere versetzt mit stetig sich verschlechternden Bedingungen, man macht ihr buchstäblich das Leben zur Hölle, weil man eine Abfindung vermeiden will, sollte sie nicht von sich aus kündigen wollen. Das ging so weit, dass sie von einem tödlichen Verkehrs-Unfall (bei dem sie daneben stand) zur Arbeit erschien, auf ihrem Kostüm noch die Reste der Gehirnmasse des gerade Verstorbenen; auf ihre Bitte, ihr den Tag frei zu geben, wurde sie darauf verwiesen, dass dies nicht gehe, sollte sie trotzdem weg bleiben, würde das Arbeitsverweigerung darstellen und mit fristloser Kündigung geahndet.

Sie rief mich heulend an von der Arbeit - sie musste tatsächlich weitermachen, mit den Flecken auf den Klamotten.

Na danke, Deutschland.

Ich erschieß mich lieber, bevor ich alt werde.
HrefnadisDemon, ich bin nicht gewerkschaftlich organisiert, weil ich das als Studentin nicht brauche. Ich war es früher und auch eine der beiden Damen, die ich oben beschrieb, war viele Jahre im Betriebsrat. Hat es irgendwas gebracht? Nö.

Ich habe bei Streiks mitgemacht und bei Aussperrungen war ich dabei. Ich habe genug Demos für drei oder vier Leben mitgemacht. Was ist denn unterm Strich geblieben?

Nachtrag: Ich halte bezüglich den sich stetig insgesamt verschlechternden Arbeitsbedingungen in Deutschland nämlich nicht nur alleine die Arbeitgeber für "schuldig", sondern auch die Arbeitnehmer, die das alles so größtenteils einfach hinnehmen. Und da macht der DGB auch nicht so wirklich eine gute Figur finde ich, als Vertreter der Arbeitnehmer. Auch er hat diese Welle der Verschlechterungen nicht abgebogen. Wieviel ein aktives Gewerkschaftsleben ausrichten kann, sehe ich hingegen sehr klar in Frankreich. Sowas fehlt in Deutschland. Definitiv.
ApexIch bin nach der Ausbildung nie aus der Gewerkschaft ausgetreten, da sie mir in der Ausbildung viel geholfen hat, meine etwas "schwierige" Chefin im Zaum zu halten und die Seminare, gerade im Bereich Arbeitsrecht, doch sehr gut sind. Eine Sache ist mir immer im Kopf geblieben: "Nimm nie was mit, keine Büroklammer, keinen Krümmel, näh dir am Besten die Taschen zu, damit du nicht ausversehen was einsteckst."
Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste, lieber dreimal nachfragen, ob man mal ein Fleischbällchen probieren darf.
Zum Glück war ich bisher immer mit guten Chefs gesegnet, für die Geschäftsethik kein Fremdwort war (bis auf einmal, da hab ich das Arschloch dann aber auch in der Stoßzeit mit meiner Kündigung stehen lassen).
pulSarHeute ist "das gemeine Volk" Medien und man sieht am Beispiel, wohin das führt, wenn Chef meint, brutalst möglich dummdreist zu sein in seiner Argumentation.

Keinen Arsch hätt's interessiert, wenn die Frau Ex-Sektretärin nicht zur Blöd gegangen wäre und die Storry angeleiert hätte.

So aber gibt's nen Paradebeispiel von Donnerhall....


_____

Ich hatte 1997,1998 mal Einblick in Betriebklima, -Rat und auch Gewerkschaft -- war als Jugendauszubildendenvertreter im Betriebsrat und tangierte an und an die IG-Medien. Direkt danach wurde ich Unternehmer... nicht reich (alles andere als) aber seither bin ich auf der "bösen Seite" und hab vor allem eines nicht: nen Chef.

Mein Eindruck war bereits damals (ich war schon on und macht schon html), dass die Gewerkschaft ein Dinosaurier mit versauerten und verknöcherten Funktionären war, die nicht ganz so selten indirekt dazu beitrug, dass die richtig dicken Jobs flöten gingen - ins Ausland. Bevor Xeni weint: klar war es auch die Giert der jeweiligen Manager, im Ausland billiger drucken zu lassen. Aber das eiserne Verfechten der 35Stunden Woche war sicher mit ein Faktor.

Heute gibt es im Lande hier so gut wie keine lebende Druckbranche mehr!

Ich habe auch mitbekommen, wie damals schon mehrere Prozesse immer mitliefen - Arbeitsgericht. Änderungskündigungen und Kündigungen der unfeinsten Art. Der Betriebsrat ist ab 300 Leuten freigestellt. 1999 hatten sie den Laden dann bei 299. Änderungskündigungen mit 14 Tagen Widerspruchsfrist wurden in die Hauspost gelegt -- genau dann, als der betreffende Mann 3 Wochen in den Sommerurlaub fuhr....
Ein Abteilungsleiter erhielt ne Abmahnung - Achtung - wegen zu viel Überstunden (widerspricht dem Tarif). Nen Grund gefunden - die wollten mundtot machen und bekamen Aufruhr und gedrosseltes Arbeitstempo. Von Schwarzarbeit will ich nicht reden -- Azubi Druck und Satz war damals etwa so groß, wie ne Dorfdruckerei... da ging was ,-) Irgendwo mussten ja auch damals Plakate für Musik der schlimmsten Sorte gemacht werden.

Wir streikten auch mal für den Erhalt unserer Ausbilder als Vollzeit-Ausbilder. Erfolgreich. 85% waren in der Gewerkschaft. Das tat nach einem Tag sehr weh, da dort damals noch tagesaktuell eine Börsenzeitung gedruckt wurde.

Den Laden gibt es nicht mehr - eine große Frankfurter Traditionsdruckerei mit sehr gutem Ruf, guter Ausbildung (auf meinen früheren Ausbilder lass ich nix kommen) ging den Bach hinunter, weil sie im Krisenjahr 2000 meinten den ganzen Laden komplett umzuziehen in einen Neubau. DAS war dann der informelle Vorteil für mich, im Betriebsrat gewesen zu sein.

__________________

Der Fall hier erinnert mich von der Visage und Körpermasse des Chefs und der Sympatie her eher an den Laden, wo ich vor der Lehre Prakti war und am letzten Tag der Probezeit gekickt wurde... ich war beim Arzt, meldete das auch so an und wurde am Telefon gekickt mit den Worten "wir sind hier nicht auf der Sonneninsel und du brauchst nicht mehr zu kommen und hast Hausverbot".

Ich bekam aber noch Kohle also ging ich da hin, um meine Monatskarte als Beleg gegen Geld zu tauschen (stand mir zu - hatten die vergessen im Eifer).

Ich schlug ein wie eine Bombe, da man im Betrieb erzählte, ich sei einfach so weg geblieben....
Noch am selben Tag hatte ich nen neuen Job -- und der Lehrvertrag war auch unterzeichnet -- woanders.

Der selbe Chef hat in seinem Familienladen (damals, ist auch Geschichte) innerhalb von drei Jahren bei 8 Mitarbeitern 12 Neuzugänge gehabt - macht 150% Fluktuation. Er hat schon seinen eigenen Bruder verklagt und einen Geschäftspartner übelst abgezogen - ohne jede Vernunft:

Der Partner hatte ne Druckerei -- dummerweise anteilig -- wollte das Ding nach heftigem Streit dicht machen und nen coole Kellergewölbekneipe aufmachen (das Logo + Werbematerial kam dann irgenwie auch von mir *g*). Gute Druckmaschinen (eher die kleinen) + Weiterverarbeitung verkloppen. Der A...-Chef hatte das aber abgewickelt. Maschinen im Wert von über 60.000 DM für nicht mal ein Zehntel verkauft -- nur um den anderen zu ruinieren.
Das muss man sich so mal reinziehen -- auf mehr als 50.000 MArk-Eier einfach verzichtet, nur damit der "Gegner" hops geht...
Die Kneipe wurde kruz darauf dicht gemacht - ich hörte noch, dass der geprellte Druckerei-Meister menschlich reagierte und den anderen einfach umhaute. *Patzong* Drucker sind selten schmächtig und der eh nicht. Der Mann ist nicht mehr im Lande daher schreib ich das mit gutem Gewissen...
Ich hab mal Didgeridoo auf Papprollen gespielt bei dem - ich ahne, wo der jetzt ist (mit samt der GTO, die wohl seine eigene war).

"Kreatives Kündigen von Angestellten"
Ronin -- mich wundert nichts mehr -- gar nichts mehr in diesem Land!

Andererseits: so richtige Arschloch-Chefs haben irgendwann so viele Feinde gegen sich, dass es ihnen irgendwann um die Ohren fliegt. Sagen wir vorsichtig mal so: zumindest in der Medienbranche wo jeder jeden irgendwann kennt....
und wenn nicht kennt, dann zumindest mal von Skandalen hörte...
HrefnadisStimmt. Ich selbst habe ja auch so eine Kündigung, die in dieses Schema passt. Da war ich Leiterin des Innendienstes einer mittelständischen Großhandelsfirma. Ich wurde fristlos gekündigt wegen tadaaa "Geheimnisverrat". Und darauf bin ich stolz wie Oskar. Der Chef verschleppte gerade fröhlich die Insolvenz und zog die letzten liquiden Mittel aus dem Unternehmen. Da ich Unterschriftsvollmacht hatte und Einsicht in die Abrechnungen, wusste ich, was vor sich ging. Ein Sprecher der kleinen Belegschaft fragte mich, wann denn die Gehälter für den abgelaufenen Monat überwiesen werden würden (es war so um den 5. oder 6. rum). Ich bin schlecht im Lügen, deswegen gab ich ihm den gut gemeinten Tipp, er möge sich vielleicht einen neuen Job suchen. Prompt wurde ich gekündigt. Breit grinsend schlug ich beim Chef auf und erklärte ihm die Paragraphen zur verschleppten Insolvenz, daraufhin wurde ich bei vollem Gehalt frei gestellt bis zum Ablauf der regulären Kündigungsfrist. Unnötig zu erwähnen, dass ich bereits einen Anschlussjob hatte. Tja, Kollegialität zahlt sich nicht aus. Der Mitarbeiter, dem ich riet, er solle sich nicht auf die Lohnzahlungen verlassen, hatte mich sofort verpfiffen. Er ging dann mit den anderen in der Konkursmasse auf. Ich selbst war drei Monate früher draussen. :D Ohne einen Cent Verlust, versteht sich. Dennoch hat sich der "Geheimnisverrat" gelohnt, ich konnte wieder ruhig schlafen.
Demon17[QUOTE]Auch er hat diese Welle der Verschlechterungen nicht abgebogen. [/QUOTE] Ja stimmt, aber was kann der DGB dafür wenn Gerhard Schröder sich als Großkapi gibt? Im Grunde liegt es eindeutig an den politischen Mehrheitsverhältnissen, den Nichtorganisierten und an einigen Radikalen innerhalb der Gewerkschaften. Ich mache mir da keine Illusionen, Betriebsräte sind Politiker und mindestens 4 von 5 Jahren Zeitarbeit habe ich der Gewerkschaftspolitik der entsprechenden Betriebsräte zu "verdanken", die es vorzogen Zeitarbeiter zuzulassen als Einstellungsstops aufzuheben oder andere Lohngruppen einzuführen. Nur, es gibt keine Alternative!

Im Übrigen Hrefnadis, würde ich Dir empfehlen wieder in die Gewerkschaft einzutreten, falls Du mal an der Uni arbeiten solltest. Sonst wirst Du dich wundern, wenn Deine Rechte dort mit Füßen getreten werden, weil Du zum Beispiel erst klagen mußt um im Projekt Schwangerschaftsurlaub zu erhalten usw.

Erfahrungen mit dem "Verpfiffen werden" habe ich ebenso gemacht. Etwa bei dem Versuch einen Betriebsrat zu gründen. Ich sehe das illusionslos. Doch wie heißt es so schön: "Wissen ist Macht." Ich bin selbst ein Einzelkämpfer, aber gerade als solcher weiß ich eine funktionierende Organisation im Rücken zu schätzen.
HellscreamIch wurde auf der Arbeit die letzten Monate mit kostenlosen Kaffee, Getränken und jeden Montag zur Begrüßung mit Frühstück beglückt, dazu jeden Freitag Kuchen zum Abschied. Ja, es gibt schon glückliche Schweine. Ich werde es vermissen, aber bald muss ich wieder Studieren, ja das Leben ist hart. Da springt einem der krasse Unterschied direkt in das Gesicht. Da soll noch jemand nicht von einer zwei Klassen Gesellschaft reden. So oder so ich werde Gewinnen und überhaupt, soll man nach solchen Wahlen über Haupt noch Mitleid zeigen mit denen die nicht kämpfen für ihre Rechte, nicht in denn Gewerkschaften organisiert sind, ja nicht mal wählen gehen?
Xenomorph[QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin76 [/i]
[B]So ganz logisch ist mir das nicht. Denn Diebstahl setzt Eigentum voraus. Angenommen niemand hat ein Recht auf Eigentum und Alles gehört allen. Wie kann etwas gestohlen werden das allen und niemandem gehört ?

Ich denke daß Eigentum so wie auch Macht immer gewährt, geduldet und überlassen wird. Demnach müsste es lauten: Eigentum ist Überlassung. [/B][/QUOTE]

...nun, im großen gesehen bedeutet Eigentum der Besitzenden Enteignung der Nichtbesitzenden...wenn ich etwas besitze, es mir als Besitz gewährt wird - und solange es mir niemand streitig macht - kann ich darüber nach meinem Gusto frei verfügen...was aber in sehr vielen Fällen - für jemand anderen Zwänge und Unfreiheit schafft...das ganze System der Lohnarbeit basiert ja im großen genau darauf - dass die Klasse der Enteigneten nur noch ihre Arbeitskraft besitzt, über die sie dann ebenfalls - in Ermangelung materieller Besitztümer - nicht mehr frei verfügen kann, sondern genötigt ist, diese an die Eigentümer von Kapital und Produtionsmitteln zu verkaufen...es sollte vielleicht eher lauten: wo Eigentum gleichzeitig die Enteignung anderer bedeutet, sie deshalb keine gleichwertige materielle Lebensgrundlage mehr zur freien Verfügung haben - ist Eigentum Diebstahl...aber vielleicht nicht unbedingt bei Bouletten - die gehören dem, der sie isst :D ...aber gerade hier sieht man, wie perfide das in dieser Gesellschaft fest verwurzelte Eigentumsdenken genutzt werden kann, um Macht auszuüben - Macht über diejenigen, die nur über ihre Arbeitskraft als angeborenes Eigentum verfügen...wobei sie durch den Zwang zur Lohnarbeit auch hier noch ihres einzigen Besitzes beraubt werden können...
Ronin76[QUOTE]
Ein zweiter Fall ist noch krasser. 30 Jahre Betriebszugehörigkeit, großer deutscher Konzern mit Milliardengewinnen. Die betreffende Dame wird seit etwa 5 Jahren von einer Stelle in die andere versetzt mit stetig sich verschlechternden Bedingungen, man macht ihr buchstäblich das Leben zur Hölle, weil man eine Abfindung vermeiden will, sollte sie nicht von sich aus kündigen wollen. Das ging so weit, dass sie von einem tödlichen Verkehrs-Unfall (bei dem sie daneben stand) zur Arbeit erschien, auf ihrem Kostüm noch die Reste der Gehirnmasse des gerade Verstorbenen; auf ihre Bitte, ihr den Tag frei zu geben, wurde sie darauf verwiesen, dass dies nicht gehe, sollte sie trotzdem weg bleiben, würde das Arbeitsverweigerung darstellen und mit fristloser Kündigung geahndet.

Sie rief mich heulend an von der Arbeit - sie musste tatsächlich weitermachen, mit den Flecken auf den Klamotten.
[/QUOTE]
Die Dame ist wohl noch nie krank geschrieben worden.

[QUOTE]
Ich halte bezüglich den sich stetig insgesamt verschlechternden Arbeitsbedingungen in Deutschland nämlich nicht nur alleine die Arbeitgeber für "schuldig", sondern auch die Arbeitnehmer, die das alles so größtenteils einfach hinnehmen. Und da macht der DGB auch nicht so wirklich eine gute Figur finde ich, als Vertreter der Arbeitnehmer. Auch er hat diese Welle der Verschlechterungen nicht abgebogen
[/QUOTE]
Natürlich sind die Arbeitnehmer selbst schuld, nur das will ja niemand kapieren. Ein Unternehmer trägt nur soweit Verantwortung als daß er Keine hat, denn er ist nur am Gewinn interessiert. Von "meinen" über zehn ehemaligen Arbeitgebern war nicht ein Einziger dabei, der eine soziale Einstellung gehabt hätte. In einem System wo es nur um den finanziellen Gewinn des Unternehmens und den Wettbewerb geht, ist das wohl auch nicht möglich. Große Gewerkschaften sind schon lange korrumpiert, so nach und nach wurden immer mehr faule Kompromisse akzeptiert, anstatt wie früher in Spanien die Unternehmer und den Staat in die Knie zu zwingen.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i]
Im Übrigen Hrefnadis, würde ich Dir empfehlen wieder in die Gewerkschaft einzutreten, falls Du mal an der Uni arbeiten solltest. Sonst wirst Du dich wundern, wenn Deine Rechte dort mit Füßen getreten werden ...[/QUOTE]Ach was, man muss nicht unbedingt Beiträge für irgendwelche eingetragenen Organisationen abdrücken. Wenn sich die Belegschaft einer Firma wirklich einig ist, dann ist sie (trotz aller Unkenrufe) nicht so schnell totzukriegen, und solche fristlosen Entlassungen aus fadenscheinigen Gründen haben dann möglicherweise [URL="http://www.handelskraft.de/2008-06-20/peronalkarussell-bei-intershop-dreht-sich-wieder-einmal/"]unerwartete Folgen ...[/URL] :cool:
FeuerschattenHaha, der Witz war gut!
"Wenn sich die Belegschaft einer Firma wirklich einig ist"
So etwas wie Einigkeit gibt es in heutiger Gesellschaft nicht, in der sich jeder selbst der nächste ist und Eingeschüchtert vom Cheff zu offensichtlichen Gesetzesbrüchen nur noch ja sagt um seinen eigenen Hintern zu retten!
Es sollten Unterschriften zur unrechtmäßigen Weitergabe privater Daten rückwirkend mit einem Datum vergangenen Jahres geleistet werden und alle haben in Empörung aufgeschrien. Wenn der Cheff nicht anwesend war. 3/4 haben haben nach einem persönlichen Gespräch mit Cheffchen die Unterschrift geleistet. Von Einigkeit in der Verweigerung keine Spur! Das war so traurig.

In einem anderen Fall, den ich erleben durfte, sollten alle Labormitarbeiter unterschreiben, dass den im Versuch verwendeten Tieren kein Leid zugefügt worden sei. Dummerweise fand das zu Beginn des Kurses statt. Wer nicht unterschreiben wollte wurde mit Rausschmiss gedroht. Alle haben schlussendlich unterschrieben.

Wenn hier mal Einigkeit geherrscht hätte, hätten die Leiter seinerzeit nichts machen können. Sie hätten jeweils nicht die gesamte Belegschaft kündigen können.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Feuerschatten [/i]
Wenn hier mal Einigkeit geherrscht hätte, hätten die Leiter seinerzeit nichts machen können. Sie hätten jeweils nicht die gesamte Belegschaft kündigen können.[/QUOTE]Eben. Und darum versuchen sie, die einzelnen Mitarbeiter, Abteilungen, Niederlassungen usw. gegeneinander auszuspielen. Wenn die Belegschaft Interesse daran hat, dass das Unternehmen möglichst lange überlebt, dann sollte sie den Chefs klarmachen, dass das nur [b]miteinander[/b] geht, und nicht gegeneinander.

Die Belegschaft sollte sich aber auch darüber klar werden, welche Verfehlungen von Mitarbeitern nicht mehr tolerierbar sind (weil sie dem Unternehmen nachweislich schaden), und wo Abmahnungen oder Kündigungen gerechtfertigt sind.
ÂmeNoirHabt Ihr schonmal überlegt, daß gewisse Dinge, die in der Presse dargeboten werden, rein manipulativen Charakter und den Hintersinn haben könnten, Menschen gegeneinander aufzuhetzen oder von was Bestimmtem abzulenken? Da wird was in den Medien berichtet und alle stürzen sich mit riesen Empörung auf die Nachricht und der Hickhack geht los.

Grad was die Berichterstattung in der Bildzeitung und diverse andere Medien betrifft, selbst daß, was durch angeblich seriöse Fernsehsender berichtet wird, ist nach meiner persönlichen Erfahrung - wurde nach 21 Jahren Tätigkeit u. a. als Sekretärin der Bereichsleitung (in einem sehr bekannten Großkonzern) gekündigt, wegen angeblichem Stellenabbaus und obwohl meine direkten Vorgesetzten sehr mit mir zufrieden waren - alles andere als offen und ehrlich. Es ist wirklich interessant, Dinge am eigenen Leib erlebt zu haben und dann verfolgen zu können, was bzw. wie an die Öffentlichkeit berichtet wird. Der Begriff "Verfälschung" ist dafür eigentlich viel zu harmlos.

Ansonsten kam mir auch der - wohl manchem etwas abwegig erscheinende, abstrakte - Gedanke, daß Diebstahl nur dann möglich ist, wenn es persönliches Eigentum gibt. Würde allen alles gehören, wäre Diebstahl garnicht möglich. Xenomorphs Überlegungen finde ich sehr interessant.
pulSarDass Du es so derbe mitbekommen hast, tut mir leid! Das ist ja auch übel.. vor allem nach langer Zeit.

Solche Gedanken kamen mir noch nie... ne Quatsch. natürlich.

Aber in dem Fall gibt es nicht nur die eine Quelle sondern einen ganzen Strauß voll. Interessant ist viel eher, da es ja in der Storry noch im selben Verband eine zweite Kündigung aus dem selben Grund gab (Verfahren läuft), wer hier recherchierte und wer nur abschrieb. Die meisten berichteten über den zweiten Fall nicht - ergo unterstelle ich, dass sie einfach abegschreiben haben. Kommt oft vor in der Presse.

Dass "von etwas bestimmtem abegelenkt" werden sollte und deswegen so ein Artikel erschien, halte ich für vollkommen unrealistisch. Viel eher hat sich das "prima angeboten". Vor allem - in dem Fall hier - bezieht man sich ja auch die Begründung des Cheffs vor Gericht. Natürlich weiss niemand wirklich, was sonst alles vorgefallen war. Aber dass ist auch dahingehend irrelevant dass die Begründung als Solche so wie ausgesprochen wurde (Bagatellenblödchen) aktenkundig ist.

AmeNoir (ich schenk mir die Akzente): es gibt nicht DIE PRESSE. Es gibt Verlage und Verlagsgruppen.
DIE PRESSE an sich kann man nicht kontrollieren oder manipulieren - wohl aber einzelne Chefredaktuere. Traurig ist, dass viele einfach nur abschreiben. Das sag ich Dir als jemand, der aus der Lokalpresse kommt. Wobei da noch am ehesten selbst geschrieben werden muss einfach weil die Themen sonst keinen jucken...
____

Ansonsten finde ich das hier auch interessant, wie sich das bei uns entwickelte in der Diskussion. Überall sonst wurde nur gebasht, gepoltert, geprahlt und beleidigt -- und hier kann man noch was mitnehmen und von anderen erfahren. Wenn auch meist betrübliches....

Wir reden hier schon auf nem hohen Niveau. Wir reden wohl oft shice - aber auf einem hohen Niveau. *lach*
pulSarNachschlag: Damit Du nicht denkst, ich wäre voll auf der anderen Seite der Meinung zu Deiner Aussage - Ame. Ich bin mir zu 100% sicher, dass es in der MassenPresse vor allem aber im TV und auch den großen Portalen bestimmte Dinge gibt, die rein manipulativen Charakter haben. Nämlich rund um Terror und den iran. Aber das gehört hier nicht hin. Hier sind wir beim Arbeitsrecht und dessen Auswüchsen, welches ja aktuell auch politisch zur Debatte steht.

Mir scheint allerdings, als wäre das eher ein kurzer Aufschrei gewesen und ich warte noch auf den FlashMob oder wenigstens zwei drei Leute, die grillen werden....

Notiert: es handelt sich um kurzfristige Effekte.

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@TTP: zu der IntershopSache muss ich sagen, dass man beim lesen des von Dir verlinkten Artikels schlicht nicht weiss, was da abging. Und das Foto irritiert mich - war das nicht ein runder Turm? Ein glänzendes Zeichen des neue-Markt-Kapitalismusses mitten in der grauen Welt?

Und ja - @Tenor - Solidarität ist Wunschdenken. Die bringen die Deutschen Arbeitsschafe scheins wirkich nicht -- jedenfall, wenn man mal nach Frankreich schaut und vergleicht.

Krisenzeiten sind harte Zeiten.


Eins noch: ich glaube, in der IT gelten andere Regeln....
Waldemar[QUOTE]...nun, im großen gesehen bedeutet Eigentum der Besitzenden Enteignung der Nichtbesitzenden...wenn ich etwas besitze, es mir als Besitz gewährt wird - und solange es mir niemand streitig macht - kann ich darüber nach meinem Gusto frei verfügen...was aber in sehr vielen Fällen - [...] - Macht über diejenigen, die nur über ihre Arbeitskraft als angeborenes Eigentum verfügen...wobei sie durch den Zwang zur Lohnarbeit auch hier noch ihres einzigen Besitzes beraubt werden können...[/QUOTE]

Idee von Pierre-Joseph Proudhon. Mutualismus (Symbiose zum gegenseitigen Nutzen) So sollte das private Eigentum zum persönlichen Besitz an Produktionsmitteln ersetzt werden, durch eine Verfügung. Jeder soll nur soviel davon verfügen, wie er für die lebenserhaltende Arbeit für sich und seine Familie benötigt.

Arbeit wird unmittelbar untereinander ausgetauscht, aber mit der Grundannahme das Menschen gemeinschaftlich handeln. Karl Marx und Engels fanden seine Ideen scheisse. Er suchte einen dritten Weg zwischen Kommunismus und Kapitalismus..



Eigentum (Kapital) wird hier immer die größte Macht ausüben. Eigentum ist zwar bei uns nach der Eigentumsordnung gesetzlich geregelt, und versucht dem entgegen zu wirken. Eigentum verpflichtet und der Eigentumsgebrauch unterliegt nicht allein dem freien Belieben des Eigentümers; er unterliegt vielmehr auch dem grundrechtsbegrenzenden Gebot der Sozialpflichtigkeit.

Aber es werden die Grundproblem nicht gelöst. Eigentum ist ungleich verteilt. Desto unterschiedlicher verteilt, desto größer die Frage nach sozialer Gerechtigkeit und die Scheere zwischen Arm und Reich.

Das alles wird deutlich an der Finanzkrise. Wer profitiert und wer zahlt ist immer das gleiche Spiel..

Aber um das wirklich zu lösen, steht etwas im Weg, der Mensch..

Zum Kündigungsschutz, der ist einfach nur lächerlich. Es gibt in Deutschland kein Kündigungsschutz. Es gibt nur einen Preis, den man als Arbeitgeber bereit ist zu zahlen beim Arbeitsgericht, - und wer geschickt ist, bekommt hier jeden los, sogar ohne Abfindung. Somit jeder austauschbar.
ÂmeNoir[QUOTE][i]Original geschrieben von pulSar [/i]
[B]Dass Du es so derbe mitbekommen hast, tut mir leid!

Dass "von etwas bestimmtem abegelenkt" werden sollte und deswegen so ein Artikel erschien, halte ich für vollkommen unrealistisch. Viel eher hat sich das "prima angeboten". [/B][/QUOTE]

Das braucht Dir nicht leid zu tun, trotzdem danke für Dein Mitgefühl. Auch wenn die Zeit damals hart war, ist nun gute 4 Jahre her, sehe ich das als eine sehr bereichernde und interessante Erfahrung, mit allem was dazu gehörte.

Das mit dem Ablenken ist so eine Sache. Nachrichten werden u. a. auch ganz gezielt verbreitet, um Unfrieden zu stiften, im Sinne von Hetzkampagnen. Die Menschen stürzen sich darauf und sind empört über das "angebliche" Geschehen oder sensationslüstern bei der Sache, sie sind jedenfalls darauf konzentriert und damit auch sehr leicht manipulierbar, so daß andere Dinge, die vertuscht werden sollen, unbemerkt stattfinden können und kein Hahn danach kräht. Berichterstattung hat m. E. was von Taktik und Krieg.
Daß die Sache mit der Sekretärin passiert sein mag, streite ich nicht ab. Doch die Art wie darüber berichtet wird und auch was daraus gemacht wird, ist mir suspekt. Manches wird vielleicht garnicht berichtet, weil es nicht der Reißer ist, doch wichtig wäre, um sich ein Bild machen zu können oder aber auch völlig anders dargestellt, weil irgendjemand den Journalisten oder die - ich nenne sie der Einfachheit halber "Medien" - schmiert. Oder eine Sache wird von den Medien künstlich aufgepuscht, damit die Einschaltquoten oder die Stückzahlen an verkauften Zeitungen und Zeitschriften steigen, Stichpunkt "Sommerloch". Von neutraler, ehrlicher Berichterstattung kann zumeist nicht die Rede sein und das hat bereits so mancher bekannte Journalist an seiner eigenen Branche kritisiert.
FeuerschattenDas Prinzip "alles-gehört-jedem" ist in hiesiger Gesellschaft meiner Meinung und Erfahrung nach nicht umzusetzten.
Im Kleinen sehe ich das in meiner und anderer WGs. Die Räume und Gegenstände, die allen zur Verfügung stehen, werden nach Gebrauch nicht sauber gemacht, im Schadensfall nicht ersetzt, nicht wieder aufgeräumt. Außer wenn man jedem einzelnen Wohnmitglied immer wieder in den A. tritt und sie jedes Mal dazu auffordert. Nur ist das sehr anstrengend und der "Putzteufel" ist nicht sehr beliebt.
Wenn jetzt das Argument kommt, dass schlichtweg die WG nicht dir Richtige ist und man halt umziehen solle, dann sage ich, dass es kein Einzelfall ist, sondern in verschiedenen Stätdten weit verbreitet ist.

Im Großen sehe ich das in der Ex-DDR. Dort war vieles in Genossenschaften organisiert, z.B. Landwirtschaftsgeräte gehörten vielen, und nach Aussage von ehemaligen DDR-Bürgern hat sich auch da niemand dafür verantwortlich gefühlt.

Man erhält nur das, was einem persönlich gehört!
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von pulSar [/i]
Eins noch: ich glaube, in der IT gelten andere Regeln.... [/QUOTE]

Du bist leider damit gestrig.

Ich habe es auch noch so gelernt, dass man sich (Ehrensache) gegenseitig hilft wo man kann. Aber auch das wird immer weniger, einfach weil der Druck immer größer wird. Das Internet steht gerade erst am Anfang, markttechnisch. Auch wenn man das kaum glauben mag.

....

Was die Kündigung der Dame angeht,
das war mit Sicherheit vorgeschoben und ist im Übrigen tagtägliche Praxis.

....
pulSarIch bin doch eh gestrig *lach* -- als Biedermeier und außerdem bin ich schon eine Legislaturperiode lang über 30. Was will man da erwarten....

In der IT gelten dennoch andere Regeln als im Rest der Wirtschaftswelt. Alleine deswegen, weil die Ressourcen reine Hirnressourcen sind und gute Leute den Firmen einiges wert.

Dass dort solidarischer Friede mit Freude und Eierkuchen herrscht, hab ich nicht behauptet.

Dass jemand allerdings einen Crack wegen eines Bagetellenblödchens kicken würde, halte ich für unrealistisch. Sowas könnte schnell nach hinten losgehen und sich ggf. in den Logfiles niederschlagen... oder eben in dem, was die Konkurrenz entwickelt.

:-)
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von pulSar [/i]
Dass jemand allerdings einen Crack wegen eines Bagetellenblödchens kicken würde, halte ich für unrealistisch. Sowas könnte schnell nach hinten losgehen und sich ggf. in den Logfiles niederschlagen... oder eben in dem, was die Konkurrenz entwickelt.
[/QUOTE]

Du weißt aber auch nicht, weshalb diese Sekretärin [u]wirklich[/u] gefeuert wurde. Ich bin mal frech und gehe davon aus, dass die Bulette nur vorgeschoben war. Also war sie vermutlich kein Crack, eher ein Schreck (für wen auch immer). ;-)

....
pulSarNatürlich -- klar -- brauchmergarneddrüberredde...

Ich sag's mal so: der Cheffe da hat sich in seiner aktenkundigen Begründung grottendumm angestellt. Er hätte sich schlicht was stichhaltigeres aussuchen sollen. So aber hat er die Bluthunde gerufen.

In den Gazetten wird die Story im übrigen gerade reloaded...

Alles in allem ist das auch für Leute wie mich (das geben ich gerne zu) gefundenes Fressen. Ich hab da satirische Gedanken.

Schade nur, dass ich kein Budged hab für nen Videoclip. Da liegt "der Stoff" förmlich vor der Nase.

Frikadelle, Brotbeläge, Kassenbons... das ist doch alles Realsatire, wie sie sich der Titanic-Verlag nicht hätte besser ersinnen können. Oder etwa nicht?

[b]Was mich viel eher erschüttert, ist wie NAH dann doch das Thema hier am Einzelschicksal ist.
Damit hätte ich nicht gerechnet, dass hier gleich mehrfach eigene Leidensgeschichten auftauchen![/b]

Ihr seid wenn Ihr es so wollt in meinen Augen viel authentischer und glaubhafter als jeder Artikel !
Gothanthrop[SIZE=3]Altenpflegerin (58) wegen 6 Maultauschen gefeuert[/SIZE]

Wegen sechs Maultaschen im Wert von knapp vier Euro verliert die Altenpflegerin Waltraud B. (58) in Konstanz ihren Job. Das Arbeitsgericht Radolfzell am Bodensee entschied, dass die Mitarbeiterin eines Seniorenheims wegen Diebstahls zu Recht entlassen worden ist.

Die Frau, die 17 Jahre in dem Betrieb war, hatte die Maultaschen von der Verpflegung der Heimbewohner abgezweigt. [b]Die Essensreste wären nach ihrer Darstellung im Müll gelandet.[/b] Außerdem sei es gang und gäbe, übrig gebliebenes Essen zu verzehren.

Arbeitsrichterin Sabine Adam gab ihm recht und widersprach im Urteil den Angaben der Klägerin. Diese habe die gefüllten Teigtaschen in einer Tasche versteckt mit nach Hause nehmen wollen. Die 58-Jährige hatte dagegen gesagt, sie habe sich die Maultaschen im Heim aufwärmen wollen. Nach einem langen Arbeitstag und vor einer anschließenden Fortbildung habe sie keine Möglichkeit gesehen, ihren Hunger auf andere Art zu stillen.

Adam betonte, dass die Pflegerin damit gegen die ausdrückliche Anweisung des Arbeitgebers verstoßen habe. Es sei verboten gewesen, sich am Essen der Heimbewohner zu bedienen. Für das Personal werde täglich eine Extra-Verpflegung zum Preis von 3,35 Euro angeboten.

„Der einzelne Arbeitnehmer kann nicht seinen Willen nach Gutdünken und gegen ein bestehendes Verbot über denjenigen des Arbeitgebers stellen“, hieß es im schriftlichen Urteil.

Der Verteidiger der Altenpflegerin hatte den Standpunkt vertreten, angesichts der langen Beschäftigung der Altenpflegerin wäre eine Abmahnung ausreichend gewesen.

BILD live vor Ort ;)
Hrefnadis@Demon

Ich wieder in die Gewerkschaft. Naja. Was nützt mir die, wenn man an den Unis eh nur noch Zeitverträge kriegt? Und danach ähm ... Zeitverträge und dann wieder ... ähm Zeitverträge. Wer braucht denn Kündigungesschutz? Einfach Vertrag auslaufen lassen, fertig. Und da sagt auch keine Gewerkschaft was gegen. Von den Jungakademikern bis hin zum tiefsten post-Doc kriegt doch keiner mehr Festanstellungen. Vieles vom Lehrbetrieb wird inzwischen sowieso von Honorardozenten gestemmt, welche die Seminare quasi auf Zuruf übernehmen und bis auf diese keinerlei Bindung mehr an die Uni aufweisen.

Die Arbeitsbedingungen haben sich schlicht überall (außer vielleicht bei VW) drastisch verschlechtert. Und Sicherheiten? Ach iwo!

Da sind halt nur noch diese "Dinosaurier", die alten Festangestellten, die man so nicht raus kriegt. Außer man verführt sie mit Maultaschen oder Frikadellen natürlich. Um mal wieder aufs Thema zurückzukommen.

Mich kotzt es an, dass das alles auch noch RECHTENS ist.

Nachtrag: Meine Beschreibung des Unialltags beruht auf Beobachtungen in Berlin wohlgemerkt, an der LMU München sieht das bestimmt noch anders aus.
Ronin76Gerade habe ich diese Meldung in der Rheinischen Post gefunden:

[url]http://www.rp-online.de/public/article/beruf/arbeitswelt/772631/Anwalt-will-Berufung.html[/url]

Ein ähnlicher Fall: 58-Jährige Altenpflegerin nimmt 6 übriggebliebene Maultaschen mit nach Hause.

Aus eigener Erfahrung weiss ich daß die sonst im "Schweineeimer" oder im Abfall gelandet wären.
smart_hicksIch finde es absolut sinnvoll etwas zu essen - es handelt sich um ein natürliches Verlangen.

aber mal im Ernst: Was viele von euch erlebt haben, lässt mich nun endgültig an unserem gegenwärtigen Zeitgeist zweifeln. Wird die Wirtschaft nicht durch Gesetze im Zaun gehalten, werden Unternehmen schalten und walten wie sie möchten - wir hätten Verhältnisse wie im Industrialisierungszeitalter oder der dritten Welt, in der sich kein Unternehmer um das Wohl des Arbeitenden kümmert und Moral und Ethik hinten anstehen müssen (bzw. durch die Soziopathie des Kapitalismus erst gar nicht wahrgenommen wird). Die Gesetzgebung in unserem Land ist also gefragt und was kommt? Nur Blubberbläschen...
Mondenkind79Ich wünschte, all jene, die sich über diesen Fall so sehr aufregen (dass dies berechtigt ist, ist gar keine Frage), würden sich auch über die menschenverachtende Hartz4 Praxis so auslassen!
Aber die meisten der da geschehenden krassen Fälle finden ihren Weg ja gar nicht in die Massenmedien. Natürlich nicht, so funktioniert [I]divide et impera[/I].

Hier noch eine [URL=http://ad-sinistram.blogspot.com/2009/10/gepeinigte-peiniger.html][color=lightblue]andere Sichtweise[/color][/URL] zum Thema.
Ronin76Die Meisten kehren halt vorwiegend vor der eigenen Haustür. Es gab nur ganz wenige Benutzer die solche Themen überhaupt eröffnet hatten. Leute die sich auch in der Praxis mir der Materie auseinandersetzen müssen. Es ist ein unbequemes Thema das Vielen Angst macht. Sich eingestehen zu müssen daß nicht nur Arbeitslose Leistungsempfänger sind. Daß man vielleicht selbst ein Teil eines aggressiven Systems ist, welches sich schon immer auf Kosten von Schwächeren und Friedlichen bereichert hat. Daß man das selbst vielleicht aktiv unterstützt, dies aber nicht zugeben kann, solange man davon profitiert. Ein System das hauptsächlich durch Fressen und Zustimmung am Leben erhalten wird.

Wenn mal der Mittelstand vollends weggebrochen ist, wird das große Wehklagen einsetzen. Große und kleine Unternehmen verschwinden so nach und nach und die existenziellen Probleme der Bürger werden steigen. Noch ist kaum jemand betroffen und der Mehrheit geht es gut, das wird immer wieder deutlich. Nur ein zufriedener aber ängstlicher Bürger wählt CDU und FDP und giert nach mehr. Es wird hauptsächlich Besitz verteidigt. Der Eigene natürlich. Es macht Angst Besitz verlieren zu können. Niemand möchte ein Verlieren sein. Schon gar nicht in einer Gesellschaft wo sich alles nur um Status dreht welcher seinen Ursprung in der Sexualität hat. Die Menschheit befindet sich eben noch in der Pubertät.
Mondenkind79[QUOTE]Es ist ein unbequemes Thema das Vielen Angst macht.[/QUOTE]

Ja, das sicherlich. Anscheinend verdrängen es sehr viele. Zumindest habe ich es schon so erlebt. Oder es herrscht Desinteresse vor. Nach dem Motto "was interessieren mich die Anderen, hauptsache mir geht's gut". Wobei das aber auch vorgeschoben sein kann, um sich das unangenehme Thema vom Hals halten und weiter verdrängen zu können.

Wir sind so viele (ich meine jetzt alle, nicht nur Hartz4ler), wenn wir alle zusammen stehen würden, hätten die Machthaber gar keine Chance.
Die Sache ist ja, was würde denn tatsächlich verloren gehen, wenn es das derzeitige System nicht mehr gäbe (mal davon ab, dass das früher oder später, ganz zwangsläufig sowieso eintreffen wird)? Jede Menge unnütze Dinge könnten nicht mehr konsumiert werden. Dafür könnten die Menschen aber endlich anfangen, ihre wahren Bedürfnisse zu entdecken und müssten ihre innere Leere nicht mehr mit Ersatzbefriedigungen füllen.

Klar, wenn die Masse erst mal merkt, dass sie verarscht wurde, wird sie wieder mal von nichts gewusst haben wollen.
Es ist mir ein besonders großes Rätsel, dass selbst Hartz4 Bedürftige genau diese Parteien wählten. Nein, ich glaube nicht, dass Wahlen wirklich etwas verändern könnten, aber irgendwie hatte ich so eine ganz kleine Hoffnung, dass bei der vergangenen zumindest ein Zeichen gesetzt würde.
Stattdessen scheint die Lethargie immer größer zu werden.

Manchmal, wenn ich mit (noch) Arbeitenden über Hartz4 diskutiere, fühle ich mich echt wie in einer Matrix. Es scheint in unserer Gesellschaft tatsächlich Parallelwelten zu geben.

Edit: Irgendwie ist [URL=http://www.youtube.com/watch?v=S9U0tF4G0wM][color=lightblue]dieses Lied[/color][/URL] grad sehr passend.
Ronin76[QUOTE]
Wir sind so viele (ich meine jetzt alle, nicht nur Hartz4ler), wenn wir alle zusammen stehen würden, hätten die Machthaber gar keine Chance.
Die Sache ist ja, was würde denn tatsächlich verloren gehen, wenn es das derzeitige System nicht mehr gäbe (mal davon ab, dass das früher oder später, ganz zwangsläufig sowieso eintreffen wird)? Jede Menge unnütze Dinge könnten nicht mehr konsumiert werden. Dafür könnten die Menschen aber endlich anfangen, ihre wahren Bedürfnisse zu entdecken und müssten ihre innere Leere nicht mehr mit Ersatzbefriedigungen füllen.[/QUOTE]
Es ist schwer zu sagen was die wahren Bedürfnisse sind. Bei jedem ist das bis auf die Grundbedürfnisse anderst und die sind zB Nahrung, Sex, Schlaf und Sicherheit. Sex ist bei Vielen das unbefriedigste Grundbedürfniß und wird zB in der Pflege unter den ATLs völlig außer acht gelassen und nur mit "Sich als Mann oder Frau fühlen" umschrieben. Also ein impliziertes und duales Rollenverhalten.

Viele finden das System in Ordnung weil sie davon profitieren. Sie haben Angst etwas zu verlieren wenn sich etwas ändern würde. Dabei sehen sie meistens nicht daß man auch etwas dazu gewinnen kann, was vielleicht mehr wert ist. Mehr Wert als bloser Besitz und Geld. Das können zB befriedigte Grundbedürfnisse sein. Auch Sicherheit kann in einer an Besitz orientierten Gesellschaft nur äußerst ungenügend vorhanden sein. Denn Besitz ist flüchtig und kann jederzeit verloren gehen. Wer besitzt ist stets bestrebt noch mehr zu besitzen weil er befürchtet daß er den alten Besitz sonst verlieren könnte. Dieses Besitzdenken hat also sehr viel mit Angst und Unsicherheit zu tun.


[QUOTE]
Manchmal, wenn ich mit (noch) Arbeitenden über Hartz4 diskutiere, fühle ich mich echt wie in einer Matrix. Es scheint in unserer Gesellschaft tatsächlich Parallelwelten zu geben.
[/QUOTE]
Auf jeden Fall. Dieses Phänomen nennt sich auch "Entfremdung". Schon Karl Marx wusste davon zu berichten:

[url]http://de.wikipedia.org/wiki/Entfremdete_Arbeit[/url]
Mondenkind79Hallo Ronin,

ich musste jetzt erstmal nachschlagen, was ATLs sind, noch nie vorher gehört. Hast du mal in der Pflege gearbeitet?

In vielen Teilen der Welt ist es das Grundbedürfnis Nahrung das nicht befriedigt wird, bei uns Sex, da könntest du recht haben. Liegt wahrscheinlich daran, dass unsere Gesellschaft so übersexualisiert ist. Und vor allem wird Sex verfremdet, z.B. durch Hardcorepornos. Ich glaub einige, die mit solchen Pornos aufgewachsen sind, vermischen diese Simulationen mit ihrer Realität. Die Bilder bleiben ja irgendwo hängen.
Oft fehlt doch echte Nähe zwischen Menschen. Also ich denke, dass zwischenmenschliche Bedürfnisse, wie Liebe und Freundschaft, oft künstlich befriedigt werden. Zusammengehörigkeit, Zusammenhalt, das wird auch immer mehr zerstört zwischen den Menschen. Und die Möglichkeit, seine Fähigkeiten zu entdecken und auszuleben. Kreativ zu sein. Seinem eigenen Rythmus entsprechend leben zu können. Ich glaub nämlich, Menschen brauchen keinen Zwang, um etwas und sich zu entwickeln.

[QUOTE]Sie haben Angst etwas zu verlieren wenn sich etwas ändern würde. Dabei sehen sie meistens nicht daß man auch etwas dazu gewinnen kann, was vielleicht mehr wert ist.[/QUOTE]

Ja, weil sie es sich vielleicht gar nicht (mehr) vorstellen können. Ich weiß aber leider nicht, wie man ihnen das nahebringen könnte.
Das schlimme ist, dass das Besitzdenken sich ja längst nicht auf das Materielle beschränkt. Menschen sehen sich auch untereinander als Besitz, auch in Beziehungen. Oder als Objekte, die man für irgendwas benutzen/brauchen kann.

Ich meinte unterschiedliche Wahrnehmungen, die diese Parallelwelten schaffen. Resultieren aber wahrscheinlich aus dieser Entfremdung.
Ronin76[QUOTE]ich musste jetzt erstmal nachschlagen, was ATLs sind, noch nie vorher gehört. Hast du mal in der Pflege gearbeitet?[/QUOTE]
Hallo Mondenkind, du vermutest richtig.

[QUOTE]In vielen Teilen der Welt ist es das Grundbedürfnis Nahrung das nicht befriedigt wird, bei uns Sex, da könntest du recht haben.[/QUOTE]
Stimmt, ich hatte das auf Europa bezogen. Gibt ja sogar Statistiken und Studien die das Sexualverhalten der europäischen Länder und Bürger vergleichen. Laut Diesen hält sich Sex unter Paaren und Singles stark in Grenzen (max. 2x Woche bei Paaren und bei Singles noch deutlich weniger) und es klingt sogar glaubhaft. Wenn man jedoch die Leute danach frägt, wäre so gut wie Jeder/Jede mit mehr Sex einverstanden. Es gibt also eine gewaltige Differenz zwischen dem Ist-Zustand und dem Wollen.

[QUOTE]Liegt wahrscheinlich daran, dass unsere Gesellschaft so übersexualisiert ist.[/QUOTE]
Nein ich finde das Gegenteil ist der Fall. Sex ist immer noch ein Tabuthema mit großem Abschreckpotential. Angst vor Schwangerschaft, Geschlechtskrankheiten, HIV, als Schlampe zu gelten, als frigide zu gelten, als homosexuell und/oder pervers zu gelten, usw.
Die ganze Gesellschaft und der Mensch basiert jedoch auf Sexualität. Status, Geld und das Erscheinungsbild hat alles damit zu tun. Und all dies ist auch Teil der Entfremdung wovon die Pornoindustrie profitiert. Es gibt eine riesige Nachfrage nach Sex und die Filme und Hefte können das natürlich nur oberflächlich decken. Ich bin nicht der Ansicht daß die Pornoindustrie prägend ist sondern sie reagiert ausschließlich auf den Markt. Also auf die mehr oder weniger geheimen Wünsche des Konsumenten. Eine Wechselwirkung findet schon statt, das ist klar. Jede Fantasie ist teil der Realität. Sie kann zur Realität werden oder von der Realität inspiriert sein. Beides ist unweigerlich miteinander verbunden.

[QUOTE]Oft fehlt doch echte Nähe zwischen Menschen. Also ich denke, dass zwischenmenschliche Bedürfnisse, wie Liebe und Freundschaft, oft künstlich befriedigt werden.[/QUOTE]
Ok du nennst es künstlich, ich würde sagen es ist ungenügend. Es ist Teil eines Wandlungsprozesses, einer Entfremdung des Menschen von sich selbst. Eigentlich ist dieses Phänomen nur in stark industriealisierten Ländern zu beobachten. Pornographie ist ja letztendlich eine Ersatzbefriedigung und wirkt dadurch vielleicht oft minderwertiger.

[QUOTE]Zusammengehörigkeit, Zusammenhalt, das wird auch immer mehr zerstört zwischen den Menschen. Und die Möglichkeit, seine Fähigkeiten zu entdecken und auszuleben. Kreativ zu sein. Seinem eigenen Rythmus entsprechend leben zu können. Ich glaub nämlich, Menschen brauchen keinen Zwang, um etwas und sich zu entwickeln.[/QUOTE]
Die Menschen sind doch daran selbst verantwortlich. Es ist ja nicht so daß alles "von oben" dirigiert wird. Dies zu erkennen würde ich eigenverantwortliches Bewußtsein nennen. Die Menschen wollen Geld, sie wollen Industrie, sie wollen sehr mobil sein, sie wollen Statussymbole, sie wollen Macht, sie wollen Technik, usw. Das ist eben dann die Folge davon. Ich stimme dir voll zu daß Kreativität in unserem "deutschen" Umfeld nicht erwünscht ist. Ein Nachbar von mir ist Künstler (Malerei, Skulpturen) und kann dies voll bestätigen. Auch die Kunstszene ist rein finanziell und hierarchisch strukturiert. Wer ausstellen will braucht erst mal Beziehungen und meistens auch noch Geld. Erst vorhin hatten wir eine kurze Diskussion über Zwang in der Kunst. Wir waren beide der Ansicht daß Zwang die Kreativität blockiert und es schon einer großen Erfahrung und eines bestimmten Menschentypus bedarf um zB kurzfristige Auftragsarbeiten erledigen zu können, die dann auch dem Erschaffer/Künstler gefallen und bedriedigen.

[QUOTE]Das schlimme ist, dass das Besitzdenken sich ja längst nicht auf das Materielle beschränkt. Menschen sehen sich auch untereinander als Besitz, auch in Beziehungen. Oder als Objekte, die man für irgendwas benutzen/brauchen kann.[/QUOTE]
Das gefällt mir auch nicht. Solche hierarchischen Beziehungen sind fast überall zu beobachten. Das fängt schon bei den kopierten, stereotypischen Geschlechterrollen an, wo Mädchen sich als schwach und attraktiv darstellen und Jungs als stark und dominant. Das liegt aber auch stark an den Hormonen/Genen. Andererseits sind Menschen aber auch mitverantwortlich wenn sie sich als Besitz deklarieren lassen. Mir fallen da spontan Arbeitnehmer und Ehefrauen als betroffene Gruppen ein.
Mondenkind79Hallo Ronin,

dann haben wir also beide mal im sozialen Bereich gearbeitet. Was da heute so darunter verstanden wird, zumindest in der Sozialarbeit, hat aber mit "sozial" nicht mehr viel zu tun. Ist aber bezeichnend für die heutige Zeit, in der eben alles verdreht und immer mehr auf den Kopf gestellt wird. (Vielleicht ist das aber gar nicht so neu und ich empfinde es mittlerweile nur anders.)

Hm, dir geht es jetzt um die Quantität, ich meine allerdings mehr die Qualität von Sex, die auch oft nicht ausreichend befriedigt wird. In dem Sinne, dass man ja Sex haben kann, ohne dem anderen Menschen wirklich nahe zu kommen. Also rein auf den körperlichen Akt reduziert. Den anderen sozusagen lediglich als "Werkzeug" zu benutzen, um körperlich befriedigt zu werden.

Mit Übersexualisierung meine ich, dass wir regelrecht bombardiert werden mit Sex. Weil es sich gut verkauft. Werbung kommt kaum noch ohne aus und das Privatfernsehen sowieso nicht (das ich mir glücklicherweise nicht mehr geben muss, musste sozusagen im (un)freiwilligen Selbsttest feststellen, dass es tatsächlich die Seele fickt).
Das ist das Paradoxe, obwohl die Menschen in den westlichen Ländern überall Sex sehen und eigentlich doch so frei sein sollen wie noch nie (so wird es zumindest permanent suggeriert), haben sie ihn immer weniger selbst.
Allerdings gibt es da auch noch das krasse Gegenteil, nämlich Sexsucht. Jemand kann auch quantitativ viel Sex haben und dennoch unbefriedigt bleiben. Immer auf der Jagd nach dem nächsten "Kick", der dann doch ausbleibt. Weil bei diesen flüchtigen Abenteuern eben die Nähe fehlt. (Gut, etwas mehr steckt dann doch noch hinter Sexsucht, aber das würde jetzt hier den Rahmen sprengen.)

Bist du sicher, dass das noch ein so großes Tabuthema ist? Sicherlich, gewisse Zuschreibungen (der Mann muss ein immer könnender Hengst sein, die Frau am besten Heilige und Hure gleichzeitig) halten sich beharrlich in einigen Köpfen. Diese ganzen Rollenklischees, wie ein Mann oder eine Frau zu sein hat, nerven mich auch.
Was diverse Geschlechtskrankheiten betrifft, kommen mir so meine Zweifel, da ja doch recht viele bei Onenightstands auf Gummis zu verzichten scheinen.
Status und Geld – hat das nicht eher mit Macht, als mit Sex zu tun?
Mit der Wechselwirkung Pornoindustrie <--> Wünsche der Konsumenten magst du recht haben. Aber wenn ich jetzt mal von Jugendlichen ausgehe, die ihre ersten sexuellen Erfahrungen mit Pornos machen (und ich meinte ganz besonders diese Vergewaltigungspornos, von denen es immer mehr gibt) und dann ihre ersten richtigen Erfahrungen mit einem anderen Menschen, dann nehmen sie diese Bilder ja mit rein in die Beziehung.
Ja, das hängt alles mit der Entfremdung des Menschen von sich selbst zusammen und diese Entfremdung wird dadurch auch noch weiter forciert. Ein Teufelskreis.

Nein, man muss diesen Trends in der Tat nicht hinterherlaufen. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es nicht leicht ist, sich davon zu befreien. Gut, man muss es natürlich auch wollen...
Das mit deinem Künstler-Nachbarn kann ich gut nachvollziehen, bin mit einem Künstler in der Familie aufgewachsen. Sein Traum war es auch immer, von seiner Kunst leben zu können, was aber bis heute nicht klappt. Ich konnte dann im Laufe der Jahre auch feststellen, dass seine Kreativität immer mehr darunter litt, zumindest habe ich es so empfunden, wenn ich seine früheren Werke mit den späteren verglich. Wie es heute ist weiß ich aber nicht, dieser Mann interessiert mich nicht mehr.

Das fängt noch früher an, Familien sind auch schon hierarchisch strukturiert. Und ich würde behaupten, die allermeisten Eltern sehen ihre Kinder als Besitz an. Zudem Kinder (auch als spätere Erwachsene) ihre Eltern unter allen Umständen, seien sie noch so erbärmlich, achten und lieben sollen. Alice Miller hat sehr viel darüber geschrieben, wie viel Leid es über Menschen bringt, dass es immer noch ein gesellschaftliches Tabu ist, das "vierte Gebot" zu brechen. Ich kann ihr da aus eigener Erfahrung zustimmen und weiß, wie befreiend es ist, jemanden nicht mehr lieben zu müssen, der diese Liebe nicht verdient hat.
Ronin76[QUOTE]Hallo Ronin, dann haben wir also beide mal im sozialen Bereich gearbeitet. Was da heute so darunter verstanden wird, zumindest in der Sozialarbeit, hat aber mit "sozial" nicht mehr viel zu tun. Ist aber bezeichnend für die heutige Zeit, in der eben alles verdreht und immer mehr auf den Kopf gestellt wird. (Vielleicht ist das aber gar nicht so neu und ich empfinde es mittlerweile nur anders.)[/QUOTE]
Dieser sogenannte soziale Bereich war noch nie besonders sozial. Es geht wie überall nur um das große Geld. Darum werden ja auch immer mehr Einrichtungen privatisiert. Im Obdachlosenbereich werden sehr gerne 2-Euro Jobber für Fahrdienste, Küchendienste und alles Sonstige eingesetzt, die nicht mal einen Arbeitsvertrag haben, nicht als arbeitslos gezählt werden, und keine Arbeitsrechte haben. So ein Privatunternehmen mit Geschäftsführer ist darum als gemeinnützer e.V. registriert. Solche Unternehmen befinden sich auf dem gleichen sozialen Niveau wie Lidl-Stiftungen.

[QUOTE]Das ist das Paradoxe, obwohl die Menschen in den westlichen Ländern überall Sex sehen und eigentlich doch so frei sein sollen wie noch nie (so wird es zumindest permanent suggeriert), haben sie ihn immer weniger selbst.[/QUOTE]
Das meinte ich ja.

[QUOTE]Bist du sicher, dass das noch ein so großes Tabuthema ist? [/QUOTE]
Ich habe sogar den Eindruck daß die meisten Frauen total frigide sind und panische Angst vor Sex haben. Es gibt immer noch genügend Frauen die das Licht beim Sex ausmachen oder die Socken anlassen wollen. Die Differenz zwischen Medieninszenierung und Realität könnte gar nicht größer sein. Das Thema Selbstbefriedigung ist auch so ein Indikator. Welche Frau würde das schon zugeben, obwohl klar ist daß es alle bis auf die Frigiden machen ? Es gab dazu auch schon viele interessante Umfragen. Ein Dittel der Frauen war sogar so prüde daß sie die Aussage verweigerten.

[QUOTE]Was diverse Geschlechtskrankheiten betrifft, kommen mir so meine Zweifel, da ja doch recht viele bei Onenightstands auf Gummis zu verzichten scheinen.[/QUOTE]
Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten:
Entweder Geschlechtskrankheiten sind weitaus weniger infektiös und verbreitet als angenommen oder es gibt kaum One-Night-Stands. Vielleicht ist es auch eine Mischung aus Beidem.


[QUOTE]Status und Geld – hat das nicht eher mit Macht, als mit Sex zu tun?[/QUOTE]
Schon aber Sexualität ist die Basis der menschlichen Existenz. Macht zieht Sexualpartner geradezu magisch an. Macht suggeriert Sicherheit und erschafft den Rahmen um den Nachwuchs möglichst erfolgreich und unbeschadet aufziehen zu können.


[QUOTE]Das fängt noch früher an, Familien sind auch schon hierarchisch strukturiert. Und ich würde behaupten, die allermeisten Eltern sehen ihre Kinder als Besitz an.[/QUOTE]
Absolut. Kinder sind ursprünglich ein Teil der Eltern, da sie aus deren Zellen und Genen entstanden sind. Das wird einer der Hauptgründe für das Besitzdenken sein. Und es kann Eltern sehr verwirren und zornig machen wenn das eigene Fleisch und Blut beginnt sich dagegen zu wehren weil es einen eigenen Willen hat. Viele Eltern verkraften und verstehen diesen Lösungsprozeß nicht. Sie beginnen dann sich selbst und ihre Kinder zu hassen. Und die Ursache davon ist Angst und Egoismus. Die Angst davor allein gelassen zu werden. Wieder alleine zu sein. Eine intellektuelle Bekannte hatte mir mal vor vielen Jahren erzählt daß Eltern nur Kinder zeugen um ihre Ängste zu besiegen. Damals konnte ich sie nicht verstehen, erkannte diese Aussage jedoch als etwas sehr Ungewöhnliches und es ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Viele Jahre sind seither vergangen und ich meine nun zu verstehen was es bedeutet.


[QUOTE]Alice Miller hat sehr viel darüber geschrieben, wie viel Leid es über Menschen bringt, dass es immer noch ein gesellschaftliches Tabu ist, das "vierte Gebot" zu brechen. Ich kann ihr da aus eigener Erfahrung zustimmen und weiß, wie befreiend es ist, jemanden nicht mehr lieben zu müssen, der diese Liebe nicht verdient hat.[/QUOTE]
"4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren"

Das ist eine sehr christliche Sichtweise die aber auch in vielen anderen Religionen und Traditionen vorkommt. Die historische Ursache war ein Generationenvertrag zwischen den Eltern und dem Erstgeborenen. Nur Diesen betraf dieses Gebot, aber das wurde eben wie so vieles nicht beachtet und der historische Kontext ignoriert. Darum glauben Muslime bis heute daß sie kein Schweinefleisch essen dürfen und es gibt sicherlich noch viele andere Beispiele. Rationales und logisches Denken ist in Religionen ein Fremdwort. Aber zum Thema "lieben müssen": Liebe kann nicht erzwungen werden. Sobald dies versucht wird ist es keine Liebe mehr. Liebe bedeutet "bedingungslos". Aber auch dieses Verständnis ist verloren gegangen und hat sich verändert. Heute bedeutet Liebe "Geld".
Mondenkind79Deshalb meinte ich ja, wahrscheinlich nehme ich es jetzt nur anders wahr.
Sozialarbeit ist systemstützend, denn in einer auf Menschlichkeit basierenden Gesellschaft wäre sie ja gar nicht nötig. Deshalb stecke ich da auch gewissermaßen in einem Konflikt, denn würde ich arbeiten (mal die fehlenden Stellen beiseite gelassen), dann würde ich das mir verhasste System stützen. Aber diejenigen, die unter dem System leiden, sind ja [I]jetzt[/I] dennoch hier. Der einzige Bereich, in dem ich mir evtl. noch vorstellen könnte zu arbeiten (allerdings in geringerem zeitlichem Umfang, weil ich keine Lust habe, auszubrennen) wäre Mobile Jugendarbeit. Diese beziehen übrigens (zumindest die BAG) ganz klar Stellung [URL=http://www.bundesarbeitsgemeinschaft-streetwork-mobile-jugendarbeit.de/homepage/material/positeurojob.pdf][color=lightblue]gegen Ein Euro Jobs[/color][/URL].
Sozialarbeit hatte ursprünglich mal u.a. die Zielsetzung sozialpolitisch und gesellschaftlich Kritik zu üben, heute macht sie sich zur Handlangerin der herrschenden Ideologie. Wenn ich mir die Stellenanzeigen durchschaue, dann kommt mir regelmäßig das Kotzen! Besonders krass finde ich diese Privatunternehmen, die du ansprichst. Musste mich mal bei so einem Ausbeuterverein bewerben, meine Aufgabe wäre es gewesen "psychisch kranke" Jugendliche in unbezahlte Praktika zu vermitteln. :mad: Meine Erwähnung, dass ich parteilich für die von mir begleiteten Jugendlichen arbeite, scheint ausgereicht zu haben, um die Stelle nicht zu bekommen.

[QUOTE] Ich habe sogar den Eindruck daß die meisten Frauen total frigide sind und panische Angst vor Sex haben.[/QUOTE]

Junge Junge, du hast aber krasse Vorurteile gegenüber Frauen! Wie kommt's?

Die Ursachen für Lustlosigkeit können sehr unterschiedlich sein. Probleme in der Beziehung zum Beispiel oder mangelnde Kommunikation von sexuellen Bedürfnissen, sowie fehlendes Aufeinandereingehen. Da gehören aber immer beide Partner dazu. ;)
Und ganz und gar nicht zu unterschätzen ist die Pille als Lustkiller! Ich gebe mir diese Hormonbombe jetzt schon seit einer Weile nicht mehr.
Im Übrigen gibt es Lustlosigkeit genauso bei Männern, die reden da nur viel weniger drüber, weil sie ja dann als "unmännlich" gelten könnten. Womit wir wieder bei Rollenklischees wären.
Dieser Geschlechterkampf mit gegenseitigen Schuldzuweisungen führt jedenfalls zu nichts.

Was Selbstbefriedigung betrifft, da hab ich andere Erfahrungen. Ich denke schon, dass die meisten Frauen sich selbst befriedigen.
Du weißt ja, traue nie einer Umfrage/Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Ach ja, wenn eine Frau tatsächlich [I]panische Angst[/I] vor Sex hat, dann stecken da mit Sicherheit unverarbeitete sexuelle Gewalterfahrungen dahinter. Die aber wiederum auch das andere Extrem zur Folge haben können, nämlich Promiskuität.

Ja, natürlich, ohne Fortpflanzung keine Menschen.
Aber dass [I]Macht[/I] generell sexuell anziehend ist, halte ich für hanebüchenen Unsinn. Das funktioniert nur, so lange jemand die Mechanismen dahinter nicht durchschaut hat. In der Natur des Menschen liegt es keineswegs. Siehst du denn die Parallelen zum Herrschaftssystem nicht? Jemand, der sich von solchen Vorstellungen befreit hat, findet Macht nicht sexuell anziehend, weder in Form von eigener Macht(ausübung), noch in Form von Unterwerfung unter eine fremde Macht ([I]spielerische[/I] Formen mal außen vor gelassen).

[QUOTE] Kinder sind ursprünglich ein Teil der Eltern, da sie aus deren Zellen und Genen entstanden sind. Das wird einer der Hauptgründe für das Besitzdenken sein.[/QUOTE]

Nein. Die Ursachen hierfür liegen u.a. in der Hierarchisierung und Verdinglichung menschlicher Beziehungen. Gerade letzteres hat sich im kapitalistischen System immer mehr verstärkt.
Es gibt Studien über nicht-hierarchisch lebende Naturvölker, in denen Kinder eben [I]nicht[/I] als Besitz angesehen werden.

Wenn Eltern ihre Kinder hassen, hat das andere Gründe. Solche Eltern wurden in ihrer eigenen Kindheit misshandelt/missbraucht und geben dies an ihre Kinder weiter.
Die Ängste resultieren daraus, dass in jedem Menschen, der eine solche Vergangenheit nicht emotional verarbeitet hat, das kleine verängstigte, nicht wahrgenommene Kind schlummert (im übertragenen Sinne natürlich).
Das Thema ist aber vielleicht etwas zu komplex, um es hier ausführlich diskutieren zu können.

Ja, dieses 4. Gebot besteht so oder ähnlich tatsächlich in allen Teilen der Welt.
Und es ist leider sehr tief verwurzelt und hat sich teilweise von der religiösen Basis abgespalten. Mit wie vielen auch ansonsten kritischen Menschen ich schon geredet hab, die von ihren Eltern geschlagen wurden und dies dennoch nie in Frage stellen, geschweige denn daraus Konsequenzen ziehen würden…

[QUOTE] Liebe kann nicht erzwungen werden. Sobald dies versucht wird ist es keine Liebe mehr. Liebe bedeutet "bedingungslos".[/QUOTE]

So ist es.
Ronin76[QUOTE]Sozialarbeit ist systemstützend, denn in einer auf Menschlichkeit basierenden Gesellschaft wäre sie ja gar nicht nötig. Deshalb stecke ich da auch gewissermaßen in einem Konflikt, denn würde ich arbeiten (mal die fehlenden Stellen beiseite gelassen), dann würde ich das mir verhasste System stützen.[/QUOTE]
Diesen Konflikt hatte ich auch vor einigen Jahren. Ich habe mich gegen die Arbeit entschieden. Es betrifft ja nicht nur Sozialarbeit. Die Stellungnahme der BAG finde ich gut.

[QUOTE]Junge Junge, du hast aber krasse Vorurteile gegenüber Frauen! Wie kommt's?[/QUOTE]
Ich kann natürlich nur von meinen Erfahrungen mit Frauen berichten. Andere Männer haben jedoch ähnliche Meinungen. Ich kannte aber auch schon nymphomane und sehr libide Frauen und die nahmen sogar (meistens) die Pille. Diese Frauen sind jedoch selten und eher beziehungsunfähig. Ein Vorurteil wäre über etwas zu urteilen das man gar nicht kennt. Und ich schreibe nicht über Beziehungen sondern über das Vorfeld einer Beziehung und eben über Sex. Dazu bedarf es theoretisch keiner engeren Beziehung, aber das sehen die meisten Frauen wohl anderst. Die deutsche Kultur spielt da auch noch eine große Rolle. Wie war das nochmal mit den Geburtenraten.. ? Es ist schon paradox daß "Entwicklungsländer" dieses Problem nicht zu kennen scheinen. Bis auf China vielleicht aber die töten eben gerne die weiblichen Neugeborenen zur Bevölkerungskontrolle und weil die Frau in China wie in fast allen Länder der Erde als minderwertig gilt.


[QUOTE]Dieser Geschlechterkampf mit gegenseitigen Schuldzuweisungen führt jedenfalls zu nichts.[/QUOTE]
Daher orientiere ich mich auch an den Fakten und das sind meine persönlichen Erfahrungen.

[QUOTE]Was Selbstbefriedigung betrifft, da hab ich andere Erfahrungen. Ich denke schon, dass die meisten Frauen sich selbst befriedigen. Du weißt ja, traue nie einer Umfrage/Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.[/QUOTE]
Genau das schrieb ich ja (Zitat: Welche Frau würde das schon zugeben, obwohl klar ist daß es alle bis auf die Frigiden machen ?). Es ging ja in den Umfragen darum, ob Frau das auch zugeben kann. Männer haben da weniger Probleme und sind meistens auch stolz darauf. ;) Wieso also ist Frau verklemmter als Mann ? Es kann nicht nur auf das üblichen Rollenverhalten mit Verdeckungstaktik zurückzuführen sein, da die Umfragen anonym waren. Ich sollte mal selbst so eine Umfrage machen.. wie wärs, ich fange gleich bei dir an ?! :D


[QUOTE]Aber dass Macht generell sexuell anziehend ist, halte ich für hanebüchenen Unsinn. Das funktioniert nur, so lange jemand die Mechanismen dahinter nicht durchschaut hat. In der Natur des Menschen liegt es keineswegs. Siehst du denn die Parallelen zum Herrschaftssystem nicht? Jemand, der sich von solchen Vorstellungen befreit hat, findet Macht nicht sexuell anziehend, weder in Form von eigener Macht(ausübung), noch in Form von Unterwerfung unter eine fremde Macht (spielerische Formen mal außen vor gelassen).[/QUOTE]
Das eine ist Bewußtsein das andere ist Unterbewußtsein. Sexualität findet vorwiegend im Unterbewußtsein statt. Wenn dich zB ein Mann oder eine Frau sofort beim ersten Anblick erregt oder attraktiv wirkt, obwohl du diese Person überhaupt nicht kennst und noch nie gesehen hast, liegt das am Unterbewußtsein und an den Genen. Da spielt es dann auch keine Rolle ob die andere Person deutlich jünger oder älter ist. Printmedien (zB Titelseite eines Modemagazins) und Pornographie funktionieren auch nach diesem Prinzip.

Es liegt sehr wohl in der Natur des Menschen, der vom Affen abstammt. Auch bei Affenhäuptlingen ist dieses Verhalten sehr gut zu beobachten. Besonders bei Pavianen. Aber auch bei allen Tierarten die ein Alpha-Tier als hierarchischen Chef haben. Macht ist gleichbedeutend mit Dominanz und symbolisiert Stärke. Und Stärke signalisiert Schutz, Potenz und starke Gene. Der Mensch unterliegt genauso den Trieben und Naturgesetzen daß er sich bestmöglich vermehren möchte. Die Schwerpunkte sind allerdings schon etwas verschieden, da inzwischen auch Intelligenz eine große Rolle spielt. Körperliche Stärke ist zweitrangig geworden, aber die sexuelle Anziehungskraft ist immer noch überwiegend vorhanden. Geneigenschaften ändern sich erst im Bereich von Hunderttausend bis Millionen von Jahren signifikant, besonders was die Fortpflanzung anbelangt. Es benötigt also sehr viele Generationen damit sich da etwas verändert.


[QUOTE]Es gibt Studien über nicht-hierarchisch lebende Naturvölker, in denen Kinder eben nicht als Besitz angesehen werden.[/QUOTE]
Das Thema interessiert mich. Kannst du mir eine Quelle nennen ?


[QUOTE]Wenn Eltern ihre Kinder hassen, hat das andere Gründe. Solche Eltern wurden in ihrer eigenen Kindheit misshandelt/missbraucht und geben dies an ihre Kinder weiter.
Die Ängste resultieren daraus, dass in jedem Menschen, der eine solche Vergangenheit nicht emotional verarbeitet hat, das kleine verängstigte, nicht wahrgenommene Kind schlummert (im übertragenen Sinne natürlich).
Das Thema ist aber vielleicht etwas zu komplex, um es hier ausführlich diskutieren zu können.[/QUOTE]
Eröffne doch ein neues Thema dazu, aber nicht im Kaiser ;) Ist auch eine interessante Materie.
Mondenkind79Weißt du Ronin, es war wirklich interessant, mit dir über politische Themen (im weitesten Sinne) zu diskutieren. Da sehen wir sicher einiges ähnlich. Ich hätte das auch gerne noch intensiviert. Aber leider stößt deine Systemkritik halt an einem gewissen Punkt an ihre Grenzen, weil du auf einem Auge blind bist. Warum das so ist, musst du selbst ergründen, was aber auch die Bereitschaft dazu voraussetzt.

Mich wundert es überhaupt nicht, dass du offensichtlich immer bestimmte Frauen anziehst (in deinen Worten "frigide" oder "nymphomane, aber beziehungsunfähige" - zu den möglichen Ursachen dafür hab ich hier auch schon einiges angedeutet) und Frauen, die - jenseits deiner Kategorien - Lust empfinden können abstößt. Tja, und statt dich zu fragen, was das mit [I]dir[/I] zu tun haben könnte, hast du dir halt dein engstirniges Frauenbild zurechtgelegt. Das ist auch nichts anderes, als wenn Frauen aufgrund einzelner schlechter Erfahrungen mit Männern diese pauschal verurteilen und abwerten.

Schade übrigens, dass du auf so einige wichtige Punkte, die ich angesprochen habe, gar nicht eingegangen bist und nur einzelne herausgepickt hast. Das verhindert eine fruchtbare Diskussion (für beide Seiten).
Teilweise verdrehst du Dinge auch. Du meintest ja: "[...]daß die meisten Frauen total frigide sind[...]" und "[...]obwohl klar ist daß es alle bis auf die Frigiden machen". Aus deinen Aussagen folgt also, dass die meisten Frauen sich nicht selbst befriedigen. Darauf bezog ich mich. ;)

Ich finde es auf diese Weise jedenfalls zu mühselig, mit einem Mann, der solche vorgefertigten Denkschablonen im Kopf hat und nicht bereit ist über seinen Tellerrand hinauszuschauen, über Sex zu reden.

Da [I]mache[/I] ich lieber Sex. Auch gerne mit mir selbst. :D


P.S.: Du wolltest ja noch eine Quelle haben: "Kontexte und Hintergründe sexueller Gewalt an Kindern" von Waltraud Falardeau. Das Buch ist weiter gefasst, als es der Titel vermuten lässt. Du wirst es bestimmt in einer größeren gut sortierten Bibliothek finden (Landesbibliothek zum Beispiel, falls zufällig eine in deiner Nähe ist).

Und wenn du dir dann grad noch das eine oder andere Buch von der bereits erwähnten Alice Miller ausleihst, erübrigt es sich auch, dass ich einen neuen Thread eröffne. ;)
Ronin76Schade daß du es nicht verstanden hast und ich nicht mit deiner Denkschablone harmoniere. Ich bin offensichtlich auf einen wunden Punkt bei dir gestoßen. Du kannst mir nicht mal sagen welche Punkte dir wichtig waren, was soll ich da bloß von dir denken ? Wo dir Kommunikation doch angeblich so wichtig ist. Jetzt nachdem du mich so gut kennst und in deine Schublade gesteckt hast, möchte ich dich auch nicht weiter stören. Es benötigt schon Offenheit um über diese Themen zu diskutieren. Blockieren und Rückzug zähle ich nicht dazu. Das bestätigst mal wieder meine Theorie der verklemmten und frigiden Frau. Ich danke dir jedoch für die Literaturhinweise und deine Zeit.
Mondenkind79Setz dich doch mal für dich alleine damit auseinander, warum du weibliche Sexualität abwertest.


Im Übrigen, da du dich selbst ja als Anarchisten bezeichnest:

Sexismus ist mit Anarchismus nicht zu vereinbaren.
Ronin76Vielleicht bin ich ja gar kein Anarchist. Vielleicht haben sich die betroffenen Frauen selbst abgewertet. Vielleicht ist es nur ein Feststellung. Vielleicht bin ich ein Sexist. Aber ganz bestimmt hatte ich nicht behauptet daß alle Frauen so sind. Ich kann darin auch keine Abwertung erkennen. Ich akzeptiere die Dinge so wie sie sind. Du kannst mich jedoch gerne vom Gegenteil überzeugen. Allein von Worten lasse ich mich jedoch nicht überzeugen.
Manleyback to topic, please.... :)
Tapio BearkingDas Back to Topic wird präsentiert von...

Der CDU!

[url]http://www.focus.de/karriere/arbeitsrecht/kuendigung-gericht-weist-cdu-zurecht_aid_483801.html[/url]

Das C stand doch mal für christlich, oder? Wie war das mit Nächstenliebe und Vergebung?
Schön, dass sie vom Gericht abgewatscht wurden...

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