| JohnSteed | Nun, die Diskussion geht schon etwas länger... Homeschooling wird von der Politik (in Deutschland) bisher abgelehnt, u.A. wegen des Arguments der Einflussnahme durch fundamentalistische Strömungen etc. Aber lassen sich Fundamentalisten von der Schulpflicht abschrecken? Kaum. Die Schule ist nicht die Lösung der Bildungsproblematik, eher das Problem selbst. Strukturell betrachtet kostet die Instiution Schule mehr, als sie bringt. Die "Süddeutsche" brachte es neulich mit einer Schlagzeile auf den Punkt: "Wir brauchen nicht mehr Abiturienten, sondern bessere!" Mit dem System, das wir gegenwärtig haben, wird dieser Anspruch kaum entwickelt werden. |
| JohnSteed | Brief an einen Verbandsfunktionär (Lehrer) Sehr geehrter Herr XXXXX, es bleibt fraglich, ob mit der Schulpflicht, auch "Kitapflicht" und ähnlich gruseligem aus dem 19.Jahrhundert, wirklich ein Staatskindertum erreicht werden kann, so wie es Ihnen vermutlich vorschwebt. Das Schulsystem, dass aus falsch verstandener "Gerechtigkeit" und "Demokratie" heraus die Starken ausgrenzt, hat sehr viel zur Eskalation der Situation beigetragen. Der habsburgisch-preussische Frontalunterricht ist einfach nicht mehr zeitgemäss, ebenso die Grundsätze des Berufsbeamtentums beim Lehrerberuf. Das zieht zuviele uninspirierte Bausparer,statt kreative Köpfe in diesen Beruf. Die Schulpflicht ist wie der "Nationalstaat" ein Krankheitsbild des 19.Jahrhunderts. Man wird früher oder später Homeschooling in Erwägung ziehen müssen. Wenn die Hirne der Menschen im globalen Wettbewerb unser grösster Rohstoff ist, dann wird man diese Hirne nicht mehr in den Massenkinderhaltung verdummen können, dies hätte ernsthafte wirtschaftliche Folgen! Mit freundlichen Grüssen xxxxx |
| Hellscream | Die Schulpflicht gehört zu unseren kulturellen Gütern und wir würden gut daran tun sie nicht wie etwa unser erstklassiges Universität System von Ideen korrumpieren zu lassen, deren Ideologische Ausläufer ekelerregend sind. In den meisten Fällen haben die Ablehnung der Schulpflicht schlicht Ideologische Gründe etwa die Ablehnung der Aufklärung, der Evolutionstheorie und dem generellen Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten oder der Ablehnung etwa des Grund Gesetzes. Das das derzeitige Schulsystem teilweise eine Katastrophe ist dabei klar, das auflösen der Schulpflicht und das ersetzen durch Heimunterricht wäre dagegen allerdings gerade zu ein Alptraum. Das Schulsystem stellt sicher das Kinder nicht isoliert im Milieu ihrer Eltern auf wachen und diesen hilflos ausgeliefert sind. Dadurch sichert sie unter anderem unsere Gesellschaftliche Grundordnung. Ich will keine Nazi Eltern in Deutschland haben die den Kindern nichts anderes vermitteln außer die Rassenlehre. Außerdem sichert eine Schulpflicht die soziale Kompetenz der Kinder in der späteren Gesellschaft. Das Schulsystem definiert minimale qualitäts Standards und sichert die Kinder gegen Ausbeutung etwa durch Kinderarbeit ab. Kinder aus Bildungschwachen Familien würden noch mehr benachteiligt, da deren Eltern die erforderlichen Leistungen nicht aufbringen können. Jeder Familie steht es frei privat Schulen zu wählen, die eine alternative zu den öffentlichen Einrichtungen darstellen. |
| Kinch | [QUOTE][i]Original geschrieben von JohnSteed [/i] [B]Aber lassen sich Fundamentalisten von der Schulpflicht abschrecken? Kaum.[/B][/QUOTE] Und worin das dann endet, kann man an dem Minderjährige Sänger Duo „Preußen Blau” sehen, die Hitler und die weiße Rasse besingen. [QUOTE][i]Original geschrieben von JohnSteed [/i] Die Schule ist nicht die Lösung der Bildungsproblematik, eher das Problem selbst. Strukturell betrachtet kostet die Instiution Schule mehr, als sie bringt.[/QUOTE] Hast du dazu eine Quelle? Wieviel würden uns Generationen von Analphabeten denn so kosten? [QUOTE][i]Original geschrieben von JohnSteed [/i] Die "Süddeutsche" brachte es neulich mit einer Schlagzeile auf den Punkt: "Wir brauchen nicht mehr Abiturienten, sondern bessere!" Mit dem System, das wir gegenwärtig haben, wird dieser Anspruch kaum entwickelt werden.[/QUOTE] Ich fände auch eine stärkere Selektion in unserem Schulssystem wünschenswert. Denke ich an meine Gymnasialszeit zurück, erinnere mich, dass deutlich mehr als die Hälfte meiner Mitschüler in meinen Augen nicht Abiturfähig waren und auf einer Hauptschule oder Realschule besser aufgehoben wären. Jedoch gab es keinerlei Selektionsmechanismus der das durchführte. In der Folge waren die Klassen circa 30ig Mann stark und in der Form ununterichtbar. |
| logic_system | Schulpflicht muss sein, nur sollten wir auf ein differenzierteres Schulsystem setzen und dann dort richtig selektieren. Die Forderung der Abschaffung von Schulpflicht scheint mir geradezu lächerlich. Nicht nur die möglichst vollständige Alphabetisierung ist essentiell für jede Gesellschaft, sondern auch eine breitgefächerte Bildung ohne ideologische Einfärbung. Ein ressourcenarmes Land wie Deutschland ist auf fähige, gut ausgebildete und gebildete Menschen (in Newspeak auch gerne Humankapital genannt) angewiesen. Und ich wüsste nicht, wo das Schulsystem die "Starken" ausgrenzt bzw. was die "Starken" denn überhaupt sein sollen. Es gibt genug Förderungsprogramme für Hochbegabte (z.B. Studienstiftung des deutschen Volkes). Meiner Meinung nach muss man in mehr Lehrpersonal investieren, um kleinere Klassenstärken zu gewährleisten und so die Einzelförderung der Gruppenbändigung voranstellen. Von Homeschooling halte ich jedoch rein gar nichts. Viele geistige und soziale Kompetenzen erwirbt man gerade in der Auseinandersetzung mit anderen Individuen. Das mit dem Frontalunterricht ist übrigens auch eine veraltete Klischeevorstellung, viele Lehramtsstudenten, die ich kenne, setzen auf ganz andere Unterrichtsmethoden. Im Einzelfall ist also der Lehrer, nicht das System schuld, auch wenn die Lehrpläne natürlich Frontalunterricht begünstigen. Im übrigen ist es ziemlich gewagt, die Schulpflicht als Ausgeburt des 19. Jahrhunderts umzudeuten und negativ zu brandmarken, zumal du nicht argumentierst sonder lediglich "meinst". Die Idee staatlicher Erziehung und Bildung gab es schon bei Platon. Überhaupt scheint mir der Brief extrem kleingeistig und zeugt nicht unbedingt von Kenntnis der Sachlage aus politischer, juristischer und vor allem auch historischer Perspektive. Ferner solltest du, John Steed, erstmal aufklären, in welchem Bundesland du überhaupt wohnst. Denn falls es dir entgangen ist: Bildung ist eben nicht die Sache des Bunds bzw. des "Nationalstaates" sondern der Länder. Und die Bildungs- bzw. Schulsysteme der 16 Bundesländer sind teilweise grundverschieden. Was stellst du dir denn überhaupt unter Homeschooling vor? Und wer soll sich das auf dem Niveau eines durchschnittlichen Gymnasiums überhaupt leisten können? |
| JohnSteed | @logic system Hui, du willst aber alles genau wissen......... Nun, ich lebe in einem "Bundesland", das keines ist, sondern für sich allein leben könnte und dies vielleicht auch will. Leider wird es von einer deutschnationalen Regierungspartei kujoniert, dass den Pseudoseparatismus für sich entdeckt hat. OK, ich befinde mich in Bayern. Mir schwebt eine Mischform vor, die sich vielleicht an der österreichischen Regelung orientiert, wonach Homeschooling in gewissen Grenzen durchaus möglich ist. Natürlich gibt der Staat die Regeln vor, ist ja quasi auch sein gutes Recht. Man hat halt an einem gewissen Lehrplan sich zu orientieren und eine externe Prüfung abzulegen. Darin sehe ich kein Problem. In Deutschland scheint es eins zu sein....... |
| logic_system | Und wofür? Was erwartest du dir von Homeschooling? |
| Kinch | [QUOTE][i]Original geschrieben von JohnSteed [/i] [B]Man hat halt an einem gewissen Lehrplan sich zu orientieren und eine externe Prüfung abzulegen. Darin sehe ich kein Problem.[/B][/QUOTE] Ok und dann schafft das Kind die externe Prüfung nicht, weil es nie wirklich unterrichtet wurde. Und dann? Bewirbt es sich bei einer Arbeitsstelle mit der phänomenalen Referenz 18 Jahre lang zuhause gewesen zu sein? Das Arbeitsleben ist für den dann gelaufen. Mehr als Arbeitslos sein kann er beim besten will nicht mehr. Na ja, er könnte später noch unbezahlt seine eigenen Nachkommen zu Hause unterrichten. („Und heute nehmen wir die Folgen 10 bis 15 von Galileo durch.”) |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von logic_system [/i] [B]Und wofür? Was erwartest du dir von Homeschooling? [/B][/QUOTE] Ganz Einfach. Mehr Individualismus. |
| logic_system | HÄ? Was hat das denn damit zu tun? |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von logic_system [/i] [B]HÄ? Was hat das denn damit zu tun? [/B][/QUOTE] Nun, die Neigung zu Staatskindertum und die Zwangsunterbringung in Kinderverwahranstalten, werden kaum freisinnig denkende Menschen hervorbringen. Die Absicht hierzu wird wohl auch nicht vorhanden sein. |
| logic_system | Aha.:rolleyes: |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von logic_system [/i] [B]Aha.:rolleyes: [/B][/QUOTE] Wenn du das eine oder andere nicht verstanden hast, kannst du mich gerne fragen. Nun, ich meine, dass der streng-monoton-kollektiv-denkende Mensch nicht automatisch einen Intelligenzanfall beweist....... Individualismus ist der bessere und sicherere Intelligenzbeweis. Wenn möglich.Überall und immer. |
| logic_system | Sorry, du bringst da ganz viele viele Dinge durcheinander, behauptest Sachen ohne sie zu belegen usw. Wer würde denn bei deinem Homeschooling die Ausbildung übernehmen und am besten eine gewährleisten, die bis zur Hochschulreife führt? |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von logic_system [/i] [B]Sorry, du bringst da ganz viele viele Dinge durcheinander, behauptest Sachen ohne sie zu belegen usw. Wer würde denn bei deinem Homeschooling die Ausbildung übernehmen und am besten eine gewährleisten, die bis zur Hochschulreife führt? [/B][/QUOTE] Nun, ich habe nicht gesagt, dass es keine staatlichen Vorgaben geben sollte (siehe Österreich). Wenn jemand die Prüfung nicht schafft, schafft er sie halt nicht. Pech gehabt! Wie dem auch sei: der Fetisch Hochschule ist nicht alles und wie die "SZ" sinngemäss bereits gesagt hat, wir brauchen nicht gaaanz viele Abiturienten, die nichts, aber auch gar nichts wissen, weder bildungstechnisch, noch menschlich. Dein Beweisefetisch in Ehren, aber auch das gegenwärtige System, das Dummköpfen das Abitur schenkt und sozusagen auch fördert, dass die falschen Leute, zur falschen Zeit, am falschen Ort, den falschen Beruf ergreifen, ist doch Beweis genug, dass nicht nur im Staate Dänemark einiges NICHT stimmt! |
| logic_system | Das ist kein Beweis, sondern eine Meinung. Ein Beweis müsste in sich schlüssig , an Fakten festgemacht und intersubjektiv nachprüfbar sein. So ist es einfach nur blabla. Nochmal: Wer bildet in deinem dir vorschwebenden System aus? Und warum sollte das von Vorteil für die Persönlichkeitsbildung sein, gar ein Mehr an Kreativität erzeugen? Wie sollen die Schüler notwendige soziale Kompetenzen erlernen? "Pech gehabt"? Dann sind die Schüler am Ende daran Schuld, dass ihre Eltern es verkackt haben, sie ordentlich auszubilden? Das ist wahrlich gerecht und ausgleichend! *g |
| JohnSteed | die Faktenreiterei langweilt mich. Übrigens auch ein Problem des Schulsystems. Inspiriert bist du scheins nicht wirklich...... Kannst du um die Ecke denken? Viel zu viele Gefahren ausserhalb des Erlaubten... |
| ÂmeNoir | Meiner Meinung nach wäre Zeit dafür, den Unterricht zeitgemäßer zu gestalten, das heißt den Unterrichtsstoff auf Sinnigkeit hin zu prüfen, was für's Leben lernen zu können und nicht für die Schule, zudem von dem üblichen Eintrichtern von Lehrstoff wegzukommen und hin zu gehirngerechtem Lernen. Ich halte den Kontakt mit anderen Schülern für wichtig, auch im Sinne von Projektarbeit und sozialem Miteinander usw. Als Problem sehe ich weniger in die Schule, sondern daß, was daraus gemacht wird. |
| JohnSteed | OK. Mal ein durchaus überlegenswerter Beitrag. Nun, ich denke, dass Klassen über 20 Schülern, vielleicht noch garniert mit irrationalen,ethnischen und religiösen Minderheiten, die im Grunde Mehrheiten sind, keine wirklich profunden sozialen Fertigkeiten hervorbringen. Denn "closed shops" sind nicht dafür bekannt, dass sie Varianten zulassen. |
| logic_system | Ja, kann ich. Übrigens die von dir angekrittelte "Faktenreiterei" und der Aufbau schlüssiger Argumente und Beweisketten ist ein Teil europäischer Denk- und Wissenschaftstradition und geht dem von dir kritisierten Schulsystem über 2000 Jahre voraus. Demzufolge sollte man es z.B. nicht so machen, wie ich im andern Thread ;) Aber das nennt man gewöhnlich Provokation |
| Hellscream | Eltern die meinen sie müssten aus ihren Kindern alles das machen was sie wollen, um ihre Ideologischen Impulsen und Neurosen nach zukommen und denen ihre Kinder allumfassend ausgeliefert sind, generieren also eigenständig denkende kreative Menschen? Das ist doch Schwachsinn. Viele Kinder kommen doch in der Schule überhaupt zum ersten mal in ihrem Leben mit anderen Milieus und Lebenswelten zusammen. Und selbst da bleibt man doch bemerkenswert oft unter seines Gleichen. Ich möchte außerdem wäre es doch kritisch zu sehen wie viele Eltern sich in allen Fächern akademisch geprüftes wissen korrekt und didaktisch überhaupt so aufbereiten können, wie das ansonsten nur ausgebildete Akademiker der jeweiligen Fächer können, die sich diese Fächer wohl gemerkt unter einander aufteilen? [QUOTE]geschrieben logic_system Übrigens die von dir angekrittelte "Faktenreiterei" und der Aufbau schlüssiger Argumente und Beweisketten ist ein Teil europäischer Denk- und Wissenschaftstradition und geht dem von dir kritisierten Schulsystem über 2000 Jahre voraus. Demzufolge sollte man es z.B. nicht so machen, wie ich im andern Thread Aber das nennt man gewöhnlich Provokation[/QUOTE] Das ist heute wirklich das bei weitem beste was ich von dir gehört habe. Ich kann mich da nur anschließen und ausdrücklich hinzufügen das es diese Tradition im Gegensatz zu vielen anderen diesen alters in meinen Augen verdient hat verteidigt zu werden. |
| logic_system | Ich hoffe mit dem letzten Satz dieses Postings siehst du auch meine anderen Beiträge unter einem anderen Licht ;) [quote] Das ist heute wirklich das bei weitem beste was ich von dir gehört habe. Ich kann mich da nur anschließen und ausdrücklich hinzufügen das es diese Tradition im Gegensatz zu vielen anderen diesen alters in meinen Augen verdient hat verteidigt zu werden.[/quote] Exakt. |
| JohnSteed | Das Schulsystem hochzuhalten, in einer Zeit, in der Jugendliche aus "Erwachsenenfilmchen" quasi noch am meisten "Lernen", das ist schon mutig. Um nicht zu sagen ideologisch. In dem Sinn, dass man sich auch zurecht lügen muss, was Milliarden für Beamtenpensionen verschlingt, aber keinen Gegenwert generiert. Lehrer haben morgens recht und nachmittags frei. Nun, dieser Spruch lässt sich - trotz aller Fakten- immer noch nicht widerlegen. Schon gar nicht, so lange Lehrer im Schutz des Beamtenstatus' tun und lassen können, was ihr geringer Intellkt hergibt. Vor allem mit 43 sozusagen mit Rückenschmerzen (wegen der sturen Wagenburgmentalität) in den Vorruhestand gehen....har har. Es sind die Protagonisten, die das System belasten. |
| logic_system | [quote]Nun, dieser Spruch lässt sich - trotz aller Fakten- immer noch nicht widerlegen[/quote] Doch, lässt er sich und zwar komplett. Es ist schon interessant, wie gerne hier am Intellekt anderer Menschen gezweifelt wird, von jemandem, der (ich zitiere hier mal Eins-Zwo) über "gefährliches Halbwissen" verfügt - mehr aber auch nicht. [quote] Das Schulsystem hochzuhalten, in einer Zeit, in der Jugendliche aus "Erwachsenenfilmchen" quasi noch am meisten "Lernen", das ist schon mutig.[/quote] Da meine Schulzeit erst vier Jahre her ist, nehme ich mir einmal das Recht raus mit meiner Meinung zu widersprechen: ich habe in der Schule relativ viel mitgenommen, auch wenn ich mich nicht angestrengt habe. In der Schülerzeitung, SMV etc. habe ich sehr sehr viel gelernt, was über normales Schulwissen hinausgeht. Die Schule hat mir nur den Weg gezeigt, zuhause habe ich dann das vertieft, was mich am meisten interessiert hat (in dem Fall Geschichte ;)). Aber viele wertvolle Erfahrungen möchte ich nicht missen und ohne meinen Geschichts-LK und meine überaus fähige Lehrerin (inhaltlich und didaktisch) würde ich jetzt auch nicht Geschichte studieren. Und wenn man nicht auf den Kopf gefallen ist, dann muss man sich auch nicht verbiegen, anpassen oder todbüffeln, um passabel durchzukommen. Erwachsenenfilme kucken wird nach dem drittenmal Wichsen an einem Tag glaube ich auch langweilig. |
| starfish | [quote]die Faktenreiterei langweilt mich.[/quote] schrecklich, diese vernünftigen menschen, die diskurse nich entlang irgendwelcher hirngespinste betreiben, sondern den tendenziösen und ideologisch geleiteten irrsinn immer wieder in die rationale wirklichkeit zurückholen. |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von starfish [/i] [B]schrecklich, diese vernünftigen menschen, die diskurse nich entlang irgendwelcher hirngespinste betreiben, sondern den tendenziösen und ideologisch geleiteten irrsinn immer wieder in die rationale wirklichkeit zurückholen. [/B][/QUOTE] Das Grundproblem an der Ideologie ist, dass sie die Wirklichkeit beherrscht, aber nicht die Wahrheit. Rationalismus ist genauso nur eine Ideologie, wie alle anderen Axiome, die Menschen für in Stein gemeisselt erklären. Wissenschaftlichkeit ist genauso ein Hirngespinst und ein Fetisch, wie alles anderel. |
| logic_system | Sagt wer und mit welcher Berechtigung? Jemand, der sich und sein intellektuelles Vermögen konstant selbst überschätzt bzw. anderen Kleingeistigkeit unterstellt und aus Ermangelung von belastbaren Argumenten nicht diskussionsfähig ist? Also bitte. |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von logic_system [/i] [B]Sagt wer und mit welcher Berechtigung? Jemand, der sich und sein intellektuelles Vermögen konstant selbst überschätzt und nicht diskussionsfähig ist? [/B][/QUOTE] Kleinkariert von allem und jedem eine "Berechtigung" zu verlangen. So als gäbe es Wahrheit nur mit Passierschein...... Selbstüberschätzung ist nicht allein mein "Problem". Es könnte sein, dass diejenigen, die sich hinter Fakten verstecken eher wenig Eigenpersönlichkeit haben. Man muss im Leben auch mal was behaupten können, statt jeden Hundedreck beweisen zu wollen. Es ist mir klar, dass in einer angstregierten Gesellschaft dauernd nach Bestätigungen gefragt wird. Wie diskussionsfähig ich sein mag, bestimmst du nicht wirklich, denn dazu müsstest du aus deiner 1+1=2 linearen kleinen Welt gedanklich ausbrechen können und vermutlich hat dir in der Schule keiner Beigebracht, wie das geht. An der Schule findet natürlich eine Beeinflussung der Menschen statt. Es werden nur Dinge gelehrt, die politisch als Allgemeingültig bestimmt werden. Der pervertiere Leistungsgedanke schafft in Bayern zum Beispiel den Typus des uninspirierten Musterschülers, während in NRW das Abitur möglichst breitfächig unters Volk gebracht wird, was auch nichts bringt. Aber selber denken ist in beiden Ländern verboten. Selbst denken, setzt Selbstbewusstsein voraus. Dies ist in der Schule nicht erwünscht. Das was man dort als Mobbing betrachten kann, ist in Wahrheit Bossing. Es sind die Lehrer, die die Menschen an der Rampe selektieren. Wer die Inhalte in Physik und Mathe bloody boring findet, was sie auch sind, wird ausgegrenzt und als dumm bezeichnet. |
| logic_system | [quote]Wie diskussionsfähig ich sein mag, bestimmst du nicht wirklich, denn dazu müsstest du aus deiner 1+1=2 linearen kleinen Welt gedanklich ausbrechen können und vermutlich hat dir in der Schule keiner Beigebracht, wie das geht.[/quote] Wie geht das denn? Erleuchte mich, du geistig hochflexibles Genie. Macht mich die Behauptung, der Himmel erscheine mir grün also zu einer freieren Persönlichkeit? Na dann gute Nacht |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von logic_system [/i] [B]Wie geht das denn? Erleuchte mich, du geistig hochflexibles Genie. Macht mich die Behauptung, der Himmel erscheine mir grün also zu einer freieren Persönlichkeit? Na dann gute Nacht [/B][/QUOTE] Wer wirft mir da Polemik vor? Wie dem auch sei: Sapere Aude! Nun, ich kann dir dabei nicht helfen. Es gibt keine emotionale, mentale Sicherheit. Man lernt diese auch nicht in der Schule. Die Schule ist ein Lebenswirklichkeitsferner Raum, indem man sich einbilden kann, jemand zu sein. Warte auf deinen ersten "richtigen" Arbeitsplatz! |
| logic_system | [quote]Die Schule ist ein Lebenswirklichkeitsferner Raum, indem man sich einbilden kann, jemand zu sein. Warte auf deinen ersten "richtigen" Arbeitsplatz![/quote] Hab ich schon. Und nun? Ich würde anhand des Gesagten dazu tendieren, dir zu unterstellen, dass du wohl mit der Schule persönlich ganz traumatische Erinnerungen verbindest, die mutmaßlich mit Ausgrenzung (oder gar Mobbing) und Scheitern zu tun haben. Dabei treten "Schule", "Klasse" und "Lehrer" als drei zentrale Punkte in Erscheinung. Doch gerade das Phänomen "Lehrer" und das Konzept von "Schule" und Bildung wirst du durch Home-Schooling mit staatlicher Kontrolle durch allgemeine Prüfungen nicht wegbekommen. Die eigenen vier Wände an Mamas Rockzipfel sind imho noch wesentlich lebenswirklichkeitsferner als der Schulalltag. In dem muss man sich - wie im Leben - halt durchsetzen können, die Mittel wie man das tut hängen natürlich ganz von der eigenen Kreativität und der eigenen Persönlichkeit ab. :p Meiner Lesart nach fühlst du dich als missverstandenes, unterschätztes Genie |
| Hellscream | [QUOTE]geschrieben JohnSteed Das Grundproblem an der Ideologie ist, dass sie die Wirklichkeit beherrscht, aber nicht die Wahrheit. Rationalismus ist genauso nur eine Ideologie, wie alle anderen Axiome, die Menschen für in Stein gemeisselt erklären. Wissenschaftlichkeit ist genauso ein Hirngespinst und ein Fetisch, wie alles anderel.[/QUOTE] Du scheinst eine ganze menge für in Stein gemeißelt zu halten wenn man sich dein geschriebenes hier mal ansieht. Ich frage mich wie das zu Stande kommt? Bis her entziehst du dich nur jeglicher Argumentation. Um hinterher auch noch von dir gibst das du ja keine Gründe dafür zu haben brauchst, weil das ja nur ein Fetisch sei, fraglich nur wie du selbst zu deinen Überzeugungen kommst? Eins muss dir klar sein, für mich als träger von so etwas wie einem Deutschen Bildungsverständnis ist es nicht ausreichend, wenn man einfach nur sagt „Das ist so, weil es so ist weil es so ist, weil es so ist, weil ich es will, weil ich ein Individuum bin, weil ihr alle Fetischisten und Ideologen seit.“ |
| logic_system | Amen |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von Hellscream [/i] [B]Du scheinst eine ganze menge für in Stein gemeißelt zu halten wenn man sich dein geschriebenes hier mal ansieht. Ich frage mich wie das zu Stande kommt? Bis her entziehst du dich nur jeglicher Argumentation. Um hinterher auch noch von dir gibst das du ja keine Gründe dafür zu haben brauchst, weil das ja nur ein Fetisch sei, fraglich nur wie du selbst zu deinen Überzeugungen kommst? Eins muss dir klar sein, für mich als träger von so etwas wie einem Deutschen Bildungsverständnis ist es nicht ausreichend, wenn man einfach nur sagt „Das ist so, weil es so ist weil es so ist, weil es so ist, weil ich es will, weil ich ein Individuum bin, weil ihr alle Fetischisten und Ideologen seit.“ [/B][/QUOTE] Das "deutsche Bildungsverständnis"? In welcher Einheit kann man Selbstgerechtigkeit messen? 1Deutsch 100 Deutschlein ??????????????? Nun, zeitweise galt es als allgemeines Verständnis des deutschen Bildungsbürgers, dass Juden, Tschechen oder Russen Untermenschen seien. Eine herzlose Bildung ohne emotionale Unterfütterung ist also Nonsens. |
| logic_system | Schonmal was von Humboldt gehört? |
| JohnSteed | Das war doch der, der jede Stadt bereist hat, um dort gegen Speis und Trank zu sagen, diese und jene Stadt sei eine der 32.ooo schönsten Städte der Welt. Nun, die Fähigkeit zur praktischen Diplomatie lernt man eben nicht in der Schule! |
| logic_system | Ahja |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von logic_system [/i] [B]Ahja [/B][/QUOTE] :D Genau! |
| logic_system | :rolleyes: |
| Kampfsau | [QUOTE]Das Grundproblem an der Ideologie ist, dass sie die Wirklichkeit beherrscht, aber nicht die Wahrheit. Rationalismus ist genauso nur eine Ideologie, wie alle anderen Axiome, die Menschen für in Stein gemeisselt erklären. Wissenschaftlichkeit ist genauso ein Hirngespinst und ein Fetisch, wie alles anderel.[/QUOTE] Rationalismus ist eine philosophische Sichtweise und es ist nunmal einer der wenigen wirklich ernstzunehmenden Versuche Erkenntnis zu erlangen die sich eben von reinen Postulaten unterscheidet. Natürlich kann man auch bei der Mystik und dem Aberglauben bleiben aber dann würde man bei uns immer noch Frauen verbrennen, weil sie rote Haare haben und ein halbes Dutzend Schweine schlachten, damit die nächste Ernte schön üppig wird. Also selbst wenn Rationalismus nur eine Sichtweise von vielen ist, warum sollte man ihr nicht den Vorang geben?Was wären denn die Alternativen? [QUOTE]Es könnte sein, dass diejenigen, die sich hinter Fakten verstecken eher wenig Eigenpersönlichkeit haben. Man muss im Leben auch mal was behaupten können, statt jeden Hundedreck beweisen zu wollen.[/QUOTE] Schön wäre es, selbst die beste aller Bildungen schafft es nicht, dass viele Menschen lieber dass sehen was sie wollen und nicht nüchtern einfach nur die Fakten. Selbst unter Professoren gibt es so ein Verhalten oft. [QUOTE]Es ist mir klar, dass in einer angstregierten Gesellschaft dauernd nach Bestätigungen gefragt wird. Wie diskussionsfähig ich sein mag, bestimmst du nicht wirklich, denn dazu müsstest du aus deiner 1+1=2 linearen kleinen Welt gedanklich ausbrechen können und vermutlich hat dir in der Schule keiner Beigebracht, wie das geht.[/QUOTE] Natürlich weiß man wie es geht einfach irgendwelche Behauptungen aufzustellen ist ja auch nicht schwer. Vor allem wenn man sich selbst nie hinterfragt und reflektiert. Was wichtig ist, ist alles zu hinterfragen, selbst das Schulwissen und das kann man in Fächern wie Politik und Geschichte durchaus. Nur gibt es eben Dinge, vor allem die Mathematik, die einfach hieb und stichfest ist. Und darum mag ich sie so sehr. "Ich weiß, dass ich nichts weiß", sagte Sokrates. Das ist zwar *ach du Schreck* auch Schulwissen. Tja, nur weil ein Gedanke vorher schonmal gedacht wurde, muss er ja nicht falsch sein. Und es ist schön dass du es selbst bestätigt, du bist wirklich nur diskussionsfähig, wenn man alle Formen der Logik ,Reflexion und Vernunft über Bord wirft.... Der größte Grund, warum Schüler aus der Schule nichts lernen ist, weil sie nicht über das Gelernte nachdenken und dieses nicht ernst genug nehmen. [QUOTE]Aber selber denken ist in beiden Ländern verboten. Selbst denken, setzt Selbstbewusstsein voraus. Dies ist in der Schule nicht erwünscht.[/QUOTE] Seit wann ist selber denken verboten? Wer kann das schon wirklich unterbinden? Kann überhaupt jemand irgendwem das Denken verbieten? Kann ich nicht denken, nur weil ich in der Schule eher zu den besseren gehört habe? [QUOTE]Wer die Inhalte in Physik und Mathe bloody boring findet, was sie auch sind, wird ausgegrenzt und als dumm bezeichnet.[/QUOTE] Dass Mathe und Physik langweilig sind, ist wie gesagt rein subjektiv. Man neigt ja als eingeschränkter Geist schnell dazu Wissen, dass einen überfordert, als unwichtig zu bezeichnen. Es gibt sie doch überall, die Leute die Ingenieure und Naturwissenschaftler als Barbaren bezeichnen, meist eben die Geistes- und Gesellschaftswissenschaftler und die Ingenieure und Naturwissenschaftler bezeichnen die Geistes- und Gesellschaftswissenschaftler als Laberköpfe ohne Substanz, die in der echten Welt nichts zustande bringen und die nur heiße Luft hervorbringen. Was soll man dazu halten? Mir ist das gleich, soll man doch machen was man will. Wer für Mathe und Physik kein Interesse zeigt, soll das halt durch seine 4 oder 5 in dem entsprechendem Fach zur Schau stellen und offen dazu stehen, dass man dieses Wissen nicht hat . Es gibt zwar eine Schulpflicht aber man muss diese ja nicht ernst nehmen und auch keinen Abschluss machen. [QUOTE]Es gibt keine emotionale, mentale Sicherheit. Man lernt diese auch nicht in der Schule.[/QUOTE] Descartes? Der radikale Zweifel? Sind wir nicht alle rosa Kaninchen? Aber wahrscheinlich sagt dir das nichts? So kann man natürlich argumentieren aber letztendlich ist man doch trotzdem in einer bestimmten Wahrnehmung gefangen, wenns einen stört, braucht man ja nichts mehr zu machen oder wird Aussiedler oder Obdachloser [QUOTE]Die Schule ist ein Lebenswirklichkeitsferner Raum, indem man sich einbilden kann, jemand zu sein. Warte auf deinen ersten "richtigen" Arbeitsplatz![/QUOTE] Ja sicherlich ist Schule nicht das Leben aber man muss die Institution Schule auch von dem Wissen das dort vermittelt wird unterscheiden. Dann wird man nämlich das Gute zu seinem eigenen Vorteil nutzen können und muss sich vom Schlechten nicht vereinnahmen lassen. Das ist wie bei allem im Leben. Man kann nicht immer nur das machen was einem selber am besten gefällt aber man sollte die Möglichkeiten die man hat, auch wirklich nutzen. Ich meine es ist doch wirklich so, dass die ganzen "Streber" alle nicht auf ihr Leben klarkommen ist doch meist eher ein Gerücht, dass sich die nicht so guten Leute einreden, um sich sagen zu können, sie sind diesen guten Schülern ja doch irgendwie überlegen. Es gibt immer Ausnahmen aber im Nachhinein sind die Leute die gut in der Schule sind, auch erfolgreich im Leben . Die werden Führungskräfte, übernehmen Verantwortung und sind auch die Leute, die die meiste Denkaufgaben übernehmen. Darum hatte ich nach der Schule mit dem Arbeitsleben keine wirklichen Probleme. |
| Aza | Welche Alternative gibt es denn zur Schule? Sicherlich gibt es sehr versierte, clevere Eltern die ihre Kinder in Mathematik, Englisch, Deutsch und Kunst gleichermaßen unterrichten können. Das dürften dann aber nur 0.1% der dt. Bildungselite sein. Ich hatte in der Schule auch meine Problemchen, aber gerade dadurch, dass man Reibungspunkte und Konflikte kennenlernt, wird man wenigstens ein ganz kleines Bisschen auf die Realität vorbereitet. In der Schule genießt man schon sehr viel Welpenschutz, in der Uni ein bisschen weniger. Im Job fällt er dann ganz weg und man kriegt richtig eins auf den Sack, mal ganz platt gesagt. Ich glaube, Homeschooling Absolventen werden hier noch massivere Probleme bekommen, wenn sie alltägliche Reibereien nur aus dem Fernsehen kannten. Bitte nicht falsch verstehen, ich finde die Idee nicht komplett scheisse. Nur gefährlich für die Kinder. |
| JohnSteed | Die Schule an sich habe ich nicht zur Disposition gestellt, aber sie wird irgendwann halt nur noch eine Alternative von Vielen sein. Wenn das Schulsystem (u.A. Abschaffung des Beamtenstatus' für Lehrer) reformiert wird, hat es in einer Konkurrenzsituation auch eine Chance. Alles wird privatisiert, die Post, die Bahn. Warum nicht die Schule? Sie wird dann besser werden, wenn sie sich in vielen Bildungsalternativen behaupten muss. Derzeit hat sie das Bildungsmonopol und naja, das merkt man auch. Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu bilden: Schule, Homeschooling, VHS oder ältere Geschwister. |
| Hellscream | Ahh ein Neoliberaler Padre. Er betet und betet und betet. Und ruft die Heilige Unsichtbare Hand um beistand an. |
| JohnSteed | Vor dem Neo müsste man erstmal liberal sein. Jenseits von gelb-blauen Hampelmännern ist dies durchaus etwas positives. Mir scheint im Alltag viel Liberalität zu fehlen. Die stringenten Lösungen bekommen meist den Vorzug. Aber es gibt eine Form von Radikalität, die entstammt der Angst. German Angst? |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] [B]Welche Alternative gibt es denn zur Schule? . [/B][/QUOTE] Es gibt kein Feld der Politik, das man nicht reformieren könnte.......... Denn der Reformbedarf in der Schule ist riesengross. Die Grundsätze des Berufsbeamtentums verhindern, dass staatliche Schulen selbst "heuern und feuern" können, ausgebrannte Beamte müssen sie mitschleppen. Oft können sie die Leute, die das Ministerium schickt, nicht aussuchen oder ablehnen. Diese Ausgebranntheit entsteht, weil der Beamtenstatus die falschen Leute anzieht, also Menschen, die nicht für den Lehrerberuf geeignet sind, die vermutlich wohl zu weich dafür sind. Zu idealistisch und zu sentimental. Mit solchen Leuten kann man keinen straffen Unterricht machen. Lebenserfahrung, wie z.B. bei Lehrern an beruflichen Schulen, die meist Handwerksmeister sind (also einen richtigen Beruf gelernt haben), zählt nicht an den Regelschulen. 23jährige Referendare haben oft schon Bundeswehr und Zivildienst ausgelassen, je nach Bundesland gibt es dann ein Pseudostudium "auf Lehramt" (Muharhar), studieren vor sich hin, warten auf das 27.Lebensjahr (Beamter auf Lebenszeit!-tun danach gar nix mehr) und haben definitiv wenig Lebenserfahrung und sind kaum als kreative Köpfe zu bezeichnen. Bausparermentalität eben. Wie soll daraus ein lebendiger Unterricht entstehen? Die Lehrpläne, die die jeweiligen Landesministerien herausgeben,sind ganz gewiss von der örtlich herrschenden Regierungskoalition beeinflusst. Aber was am meisten zählt, ist die Vorstellung von "sozialer Kontrolle". Diese ist generell als überholt zu bezeichnen, denn mit sozialer Intelligenz einzelner Individuen kann man mehr anfangen, als mit einer Hausmeistermentalität. Aber die Bildungsbeauftragten wollen es so. Die Eigenschaft, die die Stasi gross gemacht hat, ist also gängige Doktrin. Man erreicht mit sozialer Kontrolle nur, dass die Depperl das Leben, was sie eh vorhatten, nämlich als willenloses Häschen (auf Direktiven wartend) durchs Leben zu schleichen und die Outlaws drängt man von der Strasse. Das ist per Mobbing, oder besser gesagt Bossing. Man will also ein schlechtes Mittelmass produzieren, weil die Bildungspolitik in Deutschland die Chancengleichheit in der gleichgrossen Dummheit der Schüler sieht. Demokratie ist, wenn es allen gleich schlecht geht. Niemand darf in einer Neidgesellschaft über den Durchschnitt hinausragen. Es ist ein System, das permanent nach Eliten schreit und gleichzeitig die Einsteins verhindert, die es fordert. Homeschooling wäre in diversen Fällen eine Alternative, nämlich z.b. dort, wo Hochbegabte keine Lust oder auch keine Zeit haben, im Klassenverband zu warten, bis Lieschen Müller das metrische System verstanden hat. Wenn man nicht immer sich nach den Dümmsten orientieren würde, hätten Hochbegabte in Deutschland eine Chance, sie haben aber keine, weil die Politik das Märchen von der Chancengleichheit aufrecht erhalten will, um jeden Preis. Auch um den der Zerstörung von Intelligenz, zugunsten des Mainstreams. Das stört einfach. Es ist auch nicht sozial, wenn man ein "Genie" einbremst. Es wird immer Depperl geben, es wird immer so sein, dass XY im Grunde zu blöd ist für das Gymnasium, man ihn/sie aber mitzieht, weil der Pappi Gemeinderat ist oder was auch immer. Die Schule ist zwar ein Abbild der Gesellschaft, mit all ihren Riten und ihrer latenten Korruption, aber im gegenwärtigen Stadium lernt man ausser Schreiben/Rechnen nicht viel,was man für das Leben braucht. Im Gegenteil, die Schule hält die Menschen als eine Art Käseglocke von der Realität ab. |
| Mondenkind79 | [QUOTE]Also selbst wenn Rationalismus nur eine Sichtweise von vielen ist, warum sollte man ihr nicht den Vorang geben?Was wären denn die Alternativen?[/QUOTE] Genau daran krankt unsere Gesellschaft. Ich hatte an anderer Stelle schon einmal darauf hingewiesen, was es mit Menschen macht, wenn der Rationalität Vorrang gegeben wird. Hierzu noch ein Auszug von [URL=http://autismuskritik.twoday.net/stories/5261924/]autismuskritik[/URL]: [quote][...]das gehirn ist bei weitem nicht mit einem "rechner" zu vergleichen, sondern ist primär ein körperorgan, welches mit anderen körperorganen in ständiger interaktion steht und dabei zwar in gewissem sinne koordinierende funktionen erfüllt, aber deshalb nicht in einer wie auch immer geformten hierarchischen konstruktion gedacht werden darf - schon deshalb nicht, weil es keineswegs das einzige neuronale zentrum ist, welches existiert - stichwort enterisches nervensystem. das kopfhirn ist untrennbar mit den sinnlichen wahrnehmungen des gesamten körpers verbunden und zu seinem gesunden funktionieren - auch und gerade hinsichtlich der sog. rationalen vernunft - bspw. auf propriozeptive, kinästhetische und allgemein emotionale wahrnehmungen als basis des vernunftsprozesses angewiesen.[...] [...]wenn der objektivistische modus aus was für gründen auch immer innerhalb eines menschen auf dauer "geschaltet" ist und sich in einer wahrnehmungsmässigen monopolposition befindet, so lässt sich das aus vielen guten gründen als pathologisch, d.h. in ernstem sinne krankheitswertig, begreifen. betroffen ist in diesem falle immer die körperbasierte subjektivität eines menschen; die entsprechenden symptome lassen sich allgemein unter der rubrik beziehungskrankheiten erfassen. extreme beispiele, bei denen dieser modus fast materiell greifbar wird, sind zb. die kleine gruppe der autistischen savants (der erste teil des beitrags), aber ebenfalls - und gesellschaftlich relevanter - diejenigen, die sich als soziopathen begreifen lassen, und bei denen sich auch signifikante neurophysiologische veränderungen finden - fatale veränderungen, die u.a. eine fast völlig ausfallende angstwahrnehmung sowie empathieunfähigkeit mit sich bringen.[...] [/quote] |
| JohnSteed | @Mondenkind könntest du deinen Beitrag bitte etwas erläutern, da ich momentan zu unbegabt bin, deinen Ausführungen zu folgen. Danke! |
| logic_system | [quote]Das stört einfach. Es ist auch nicht sozial, wenn man ein "Genie" einbremst.[/quote] Derjenige ist selber Schuld, wenn er sich ausbremsen lässt. Ich hatte nie Probleme und fühlte mich nicht ausgebremst, da ich selber fähig dazu war, mir meine Lehrinhalte zu bestimmen und zu selektieren. Was mich mehr interessiert hat, habe ich vertieft, den Rest gelassen. Daher ist die Aussage [quote]hättenHochbegabte in Deutschland eine Chance, sie haben aber keine,[/quote] völliger Quatsch. Da ich selber technisch gesehen in diese Gruppe gehöre (mir daraus aber nicht wirklich was mache), wage ich diese Aussage mit Nachdruck anzuzweifeln. [quote]23jährige Referendare haben oft schon Bundeswehr und Zivildienst ausgelassen, je nach Bundesland gibt es dann ein Pseudostudium "auf Lehramt" (Muharhar),[/quote] Du beziehst dich sehr oft auf Hochbegabte, d.h. du zielst vor allem auf den Schultypus Gymnasium ab. Als in Bayern lebender Mensch sollte dir eigentlich geläufig sein, dass ein LAG-Studium umfangreicher ist als das normale Fachstudium, da man fachlich haargenau den gleichen Kram machen muss PLUS Psychologie, Didaktik und Pädagogik. Schreib erstmal Staatsexamen und bestehe das gut, dann darfst du dir diesen absolut unbegründeten Hochmut erlauben. Bundeswehr und Zivildienst werden von fast jedem ausgelassen. Jene, die da hinrennen dürfen, freuen sich meist über die geistige Totalbremse. Der Wiedereinstieg ins Studium wird da zur wahren Freude. [quote]Diese Ausgebranntheit entsteht, weil der Beamtenstatus die falschen Leute anzieht, also Menschen, die nicht für den Lehrerberuf geeignet sind, die vermutlich wohl zu weich dafür sind.[/quote] Komisch, dass sowas auch in den USA keine Seltenheit ist. Der Beruf an sich ist psychisch belastend, ganz egal ob die Person Beamter oder Angestellter ist. [quote]Zu idealistisch und zu sentimental. Mit solchen Leuten kann man keinen straffen Unterricht machen.[/quote] Wer hat nochmal den "preussischen" Frontalunterricht angeprangert? |
| Mondenkind79 | @JohnSteed Für ein Genie, wie du es bist, dürfte das aber doch ein Leichtes sein. ;) |
| starfish | gibs in diesem board eigentlich ignore-listen? das genie, das diesen irrsinn hier verbrochen hat, gehört zu den leuten, von denen ich nie wieder nen thread lesen will. |
| Kinch | @starfish Zum Ignorieren da klicken: [url]http://www.nachtwelten.de/vB/member2.php?s=&action=addlist&userlist=ignore&userid=56606[/url] |
| Kampfsau | [quote]Alles wird privatisiert, die Post, die Bahn. Warum nicht die Schule?[/quote] Bist du auch einer der Menschen die denken, Privatisierung ist das Allheilmittel der Menschheit gegen alle Probleme? Was Privatisierung wichtigster Lebensbereiche für Folgen hat, konnte man weltweit mehr als genug beobachten. Die Ergebnisse sind nicht zufriedenstellend, zumindest für den Großteil des Volkes. [QUOTE]Diese Ausgebranntheit entsteht, weil der Beamtenstatus die falschen Leute anzieht, also Menschen, die nicht für den Lehrerberuf geeignet sind, die vermutlich wohl zu weich dafür sind. Zu idealistisch und zu sentimental.[/QUOTE] Die falschen Leute? Wer will denn noch Lehrer werden, wenn der Job sich finanziell nicht auszahlt und keinerlei Arbeitsplatzsicherheit besteht? Mit der Lehrerausbildung kann man ja sooo leicht in die freie Wirtschaft... das Beamtentum ist nicht verkehrt, wenn man denn die richtigen Leute hat. besser als irgendwann wie nach dem zweiten Weltkrieg Metzger und Schuster auf die Klassen loszulassen. [QUOTE]Lebenserfahrung, wie z.B. bei Lehrern an beruflichen Schulen, die meist Handwerksmeister sind (also einen richtigen Beruf gelernt haben), zählt nicht an den Regelschulen.[/QUOTE] Was ist denn Lebenserfahrung?Ein Lehrer an der Berufsschule ist häufig beruflich ausgebildet. Aber wozu braucht ein Lehrer dieses Wissen? Er soll ja nicht seine eigenen Lebenserfahrungen und Ansichten vermitteln. Und sicher weiß man einige mehr zu schätzen wenn man als Elektroniker jahrelang Löcher in die Wände gebohrt hat, die Frage ist nur, ob es einem als Lehrer was bringt. [QUOTE]23jährige Referendare haben oft schon Bundeswehr und Zivildienst ausgelassen, je nach Bundesland gibt es dann ein Pseudostudium "auf Lehramt" (Muharhar), studieren vor sich hin, warten auf das 27.Lebensjahr (Beamter auf Lebenszeit!-tun danach gar nix mehr) und haben definitiv wenig Lebenserfahrung und sind kaum als kreative Köpfe zu bezeichnen.[/QUOTE] Jemand der mit 23 schon fertig studiert hat, hat zumindest eine direkte Entscheidung für ein nicht gerade leichtes Studium getroffen,dass er dann auch noch schnell und erfolgreich bestanden hat. Nur was lernt man in der Grundausbildung schon Großartiges, dass einem soviel als Lehrer weiterhilft? Stillstehen und Befehle befolgen? Offiziere und Feldwebel bilden selber aus aber erstens ist man selber nur in den Mannschaften und zweitens ist die Situation mit der in der Schule nicht vergleichbar. Natürlich fehlen ihm Erfahrungen die andere gemacht haben aber ich denke mir, dass jemand der mit 28 Jahren schon drei Jahre tatsächlich selbstständig als Lehrer arbeitet den Dreh weitaus besser raus hat, als jemand der erst mit 28 das Referendariat anfängt. |
| JohnSteed | Nun, der Beamtenstatus zieht sicherlich die falschen Leute an (Bausparer). Somitist eigentlich nicht gewährleistet, dass Menschen mit Lebenserfahrung Schüler auf das Leben vorbereiten... So wie Priester eher selten Liebesdinge beurteilen können...... Lehrer sind nicht hungrig und haben kein Interesse daran, dass die kleinen Monster etwas fürs Leben lernen, nicht für die Schule. |