| Cagliostro | Halten wir zunächst einmal fest, was war. Die DDR hat das von diversen Bombentreffern etwas lädierte berliner Statdschloss der Hohenzollern gesprengt. Hätte man vll. aufbauen können, oder auch nicht. Egal. Jedenfalls entstand dort die Volkskammer der DDR, ein geschichtlich durchaus wichtiges Gebäude. Doch man hat immer wieder Ausflüchte gefunden, warum man Erichs Glaspalast nicht wirklich haben wollte. Dies gipfelte darin, dass man das Volkskammergebäude für vakant erklärte. Revanchismus? Nun, ich bin nicht wirklich (in letzter Konsequenz) dem, wie auch immer gearteten linken Spektrum hold. Aber das unter dem Teppich verschwinden lassen der Volkskammer riecht doch sehr nach "Siegerjustiz". Es hat schon orwellsche Dimensionen, wenn man 40Jahre deutscher Geschichte einfach hinten runterfallen lässt. Das Stadtschloss braucht wirklich niemand. Schon gar nicht aus Sicht der Bundesländer, die ja wie immer solche Dinge bezahlen müssen. Wer will es wirklich haben, würde mich interessieren.......?????? |
| Elementarsatz | Vielleicht bin ich ja ein rettungsloser Ästhet, aber ich finde, dass bei städtebaulichen Fragen auch die Schönheit und nicht nur die Zweckmäßigkeit der jeweiligen Bauten eine Rolle spielen sollte. Und da ist es nun mal eine kaum zu bestreitende Tatsache, dass etwa 80 % aller Bauwerke, die im 20. Jahrhundert entstanden sind, hässlich wie die Nacht sind, während die Menschen sich bis zu dieser Zeit durch fast alle Jahrhunderte hindurch sehr gut darauf verstanden haben, schöne Bauwerke zu konstruieren. Was die DDR-Architektur angeht, dürfte der Kotzanfall/Gebäude-Quotient sogar noch höher, nämlich so bei ungefähr 95 - 99% liegen: Der Palast der Republik gehört zwar noch nicht zum Allerschlimmsten, ist aber doch ein Musterbeispiel sozialistischer Scheußlichkeit. Von daher finde ich es nicht schlecht, einen hässlichen sozialistischen Bonzenbau wie den Palast der Republik gegen ein ästhetisch ansprechendes (und an sich auch wesentlich älteres) Gebäude wie das Berliner Stadtschloss zu ersetzen. Sicherlich sollten ein paar historische Mahmale erhalten bleiben, die an die triste Geschichte der DDR erinnern, aber das müssen ja nicht gerade Gebäude von den Ausmaßen und der "sozialistischen Prachtentfaltung" (oxymeron, ich hör dir trapsen :D) wie das in Rede stehende sein. Grundsätzlich hoffe ich eh, dass das 21. Jahrhundert in ästhethisch-architektonischer Hinsicht ein glücklicheres Händchen haben wird als das 20. und man sich zunehmend auf ältere Bautraditionen zurückbesinnen wird. |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von Elementarsatz [/i] Vielleicht bin ich ja ein rettungsloser Ästhet, aber ich finde, dass bei städtebaulichen Fragen auch die Schönheit und nicht nur die Zweckmäßigkeit der jeweiligen Bauten eine Rolle spielen sollte. Und da ist es nun mal eine kaum zu bestreitende Tatsache, dass etwa 80 % aller Bauwerke, die im 20. Jahrhundert entstanden sind, hässlich wie die Nacht sind, während die Menschen sich bis zu dieser Zeit durch fast alle Jahrhunderte hindurch sehr gut darauf verstanden haben, schöne Bauwerke zu konstruieren. Was die DDR-Architektur angeht, dürfte der Kotzanfall/Gebäude-Quotient sogar noch höher, nämlich so bei ungefähr 95 - 99% liegen: Der Palast der Republik gehört zwar noch nicht zum Allerschlimmsten, ist aber doch ein Musterbeispiel sozialistischer Scheußlichkeit. [/quote] Naja, der Palast der Republik war zwar nicht gerade der Inbegriff baulicher Ästhetik...aber imperialistische Architektur - wie etwa der BRD-Reichstag - ist auch nichts anderes als ein hohler Protz- und Prachtbau, der das dahinterstehende System verherrlichen soll, ein Bonzenpalast...oder auch Albert Speers - größtenteils unverwirklicht gebliebene - Entwürfe von "Germania" den Nationalsozialismus und seinen faschistischen Größenwahn wiederspiegelten...die Architektur des Feudalismus, des Sozialismus/Kommunismus, des Faschismus sowie des Kapitalismus gleichen sich zumindest in diesem einen Punkte, dem Zwecke der Machtdemonstration gegenüber den Untertanen des jeweiligen Systems, ganz extrem... [quote]Von daher finde ich es nicht schlecht, einen hässlichen sozialistischen Bonzenbau wie den Palast der Republik gegen ein ästhetisch ansprechendes (und an sich auch wesentlich älteres) Gebäude wie das Berliner Stadtschloss zu ersetzen. [/quote] Dann willst du also einen hässlichen Bonzenbau gegen einen schönen (Schein-) Bonzenbau ersetzt wissen...? Denn es wäre dann ja nicht mehr das original-Schloss, sondern nur ein Nachbau auf dem alten Fundament...und daher ein potemkinsches Dorf, ein lächerlicher Versuch des Staates, die DDR-Vergangenheit, die seinen Herrschenden so gar nicht in ihr (kapitalistisches) Konzept passen will, auf eine solche Weise "ungeschehen" zu machen... [quote]Grundsätzlich hoffe ich eh, dass das 21. Jahrhundert in ästhethisch-architektonischer Hinsicht ein glücklicheres Händchen haben wird als das 20. und man sich zunehmend auf ältere Bautraditionen zurückbesinnen wird. [/B][/QUOTE] Das hoffe ich ebenfalls...aber da auch Architektur immer nur ein Spiegelbild von Herrschaftsverhältnissen- und Machansprüchen einer bestimmten Klasse, bzw. sozialen Kaste ist - man denke nur an die ägyptischen Pyramiden, die den gottgleichen Unsterblichkeitsanspruch der Pharaonen unterstreichen sollten - wird sich eine grundsätzlich andere Bauweise erst mit dem Siegeszug einer anderen Ideologie einstellen, der zunächst eine andere Denk-, Sicht- und Handlungsweise der Menschen vorrausgehen müsste... |
| Elementarsatz | [quote]Naja, der Palast der Republik war zwar nicht gerade der Inbegriff baulicher Ästhetik...aber imperialistische Architektur - wie etwa der BRD-Reichstag - ist auch nichts anderes als ein hohler Protz- und Prachtbau, der das dahinterstehende System verherrlichen soll, ein Bonzenpalast...oder auch Albert Speers - größtenteils unverwirklicht gebliebene - Entwürfe von "Germania" den Nationalsozialismus und seinen faschistischen Größenwahn wiederspiegelten...[/quote] Die Bauwerke und Entwürfe von Speer finde ich grausig, aber den Reichstag in seiner Gründerzeitarchitektur finde ich ansprechend. :) [quote]Dann willst du also einen hässlichen Bonzenbau gegen einen schönen (Schein-) Bonzenbau ersetzt wissen...? Denn es wäre dann ja nicht mehr das original-Schloss, sondern nur ein Nachbau auf dem alten Fundament...und daher ein potemkinsches Dorf, ein lächerlicher Versuch des Staates, die DDR-Vergangenheit, die seinen Herrschenden so gar nicht in ihr (kapitalistisches) Konzept passen will, auf eine solche Weise "ungeschehen" zu machen...[/quote] Mich interessiert eigentlich weder, dass der alte Bau aus der DDR stammt noch dass der Neubau (denn das ist er natürlich) von der Bundesrepublik erbaut wird. Für mich persönlich ist in diesem Fall tatsächlich ausschlaggebend, dass das Stadtschloss ästhetisch reiz- und wertvoll ist, während der Palast der Republik die reine Landschaftsverschandelung ist. Außerdem weiß ich nicht, ob du die politisch-ideologische Motivation, die hinter dem Neubau stecken mag, nicht doch übertreibst. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass für viele Menschen ähnlich wie für mich die ästhetische Vorliebe und der historische Reiz, einen recht alten Bau in gewisser Weise wiederzubekommen, ausschlaggebend gewesen ist. Übrigens wurde der Abriss des Stadtschlosses schon zu DDR-Zeiten bereut und zwischnzeitlich sogar ein Neubau in Aussicht gestellt. [quote]Das hoffe ich ebenfalls...aber da auch Architektur immer nur ein Spiegelbild von Herrschaftsverhältnissen- und Machansprüchen einer bestimmten Klasse, bzw. sozialen Kaste ist - man denke nur an die ägyptischen Pyramiden, die den gottgleichen Unsterblichkeitsanspruch der Pharaonen unterstreichen sollten - wird sich eine grundsätzlich andere Bauweise erst mit dem Siegeszug einer anderen Ideologie einstellen, der zunächst eine andere Denk-, Sicht- und Handlungsweise der Menschen vorrausgehen müsste...[/quote] Naja, ein bisschen vielleicht. Aber ich denke da nicht ganz so marxistisch und glaube nicht, dass der Geschmack ein bloßes Abbild der ideologischen Verhältnisse ist. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass sich der architektonische Geschmack mal wieder zum Besseren verändert, ohne dass wir deshalb erst Monarchie und ständische Gesellschaft zurückholen müssen. |
| Heph | Warum nicht das ganze Gebäude abreißen (wenn nicht schon geschehen) und einen Kleinen Park darauf setzen. In die Mitte könnte man ein Modell des alten Baus setzen und wäre die Aktion aus meiner sicht. Oder gibt es Probleme mit der Statik der angrenzenden Gebäude usw. und des Geländes die eine Überbauung notwendig machen? |
| Apex | Ich persönlich halte, aus historischer Sicht, es für einen großen Fehler ein historisches Bauwerk, ein Original abzureißen um eine Rekonstruktion, also eine Kopie zu erbauen. Das wäre ja, wie wenn ich den Mainzer Dom abreiße um die römische Siedlung zu rekonstruieren. Die Menschen haben ein Anrecht auf ihre Geschichte und zur Geschichte gehört eben, dass da die Volkskammer stand und das Stadtschloss eben gesprengt wurde. Ästhetik kann da meiner Meinung nach kein Argument sein, zumal ich Erichs Lampenladen hübscher fand, im Allgemeinen mag ich die, oft gescholtene, Architektur der Nachkriegszeit. Ob es eine Art von Siegerjustiz ist, wage ich nicht zu beurteilen...aber mir fällt durchaus auf, dass vieles was an die DDR erinnert auf einmal sang- und klanglos verschwindet. Gut finde ich das nicht... |
| Cagliostro | @Elementarsatz um ehrlich zu sein,finde ich die klassizistischen Bauten der Kaiserzeit sehr unrund und bisweilen lästig. Berlin ist voll davon, aber auch München. Schön ist es nicht wirklich. Von Klenze und Schinkel halte ich sehr wenig. Spätestens seit Speer wissen wir, dass ein Teil der Architekten kein Hirn und/oder kein Herz haben und bauen, was das Herrchen verlangt. Architekten sind mir daher suspekt. Manchmal ist mir so, als würden Professoren d.Architektur mit ihren Erstsemestern vor Sparkassenbunkern aus den 70ern stehen und sagen:"das ist schön!". Nein, nein so was passiert dann doch nicht... Zum anderen braucht man für den Stil des Klassizismus nicht extrem viel können. Man muss nur ein paar Winkel zusammenzählen können. Hauptsache quadratisch. Abgesehen von solchen Details. Nun, ich persönlich brache kein Stadtschloss im fernen Berlin, es geht mir ziemlich am Ärmel vorbei. Es hat für mich keinerlei moralisch-historische Bedeutung. Wohl könnte es aber sein, dass ich und viele anderen Menschen indirekt dafür bezahlen müssen, was ich nicht verstehe. |
| Demon17 | na einen rechteckigen Kasten weniger ist ja kein Verlust, vielleicht ein nostalgischer, aber sonst? Ich finde es ziemlich einfallslos das Stadtschloß zu kopieren. Eine postmoderne, architektonisch ansprechende Lösung wäre mir lieber. Allerdings weiß man bei diesen Entscheidungsprozessen leider nie was dabei herauskommt. Etwas Zukunftsweisendes vielleicht. ;) [Center][IMG]http://magazin.voestalpine.com/files/14991/articleImage.jpg[/IMG] [/Center] |
| Xenomorph | Besser ein hässliches Original erhalten, als es durch eine schöne Kopie zu ersetzen, das denke ich mir auch, denn etwas derartiges wäre höchst unhistorisch, da ein Versuch, die Geschichte im Sinne des Kapitalismus "zurechtzubiegen"...und diese Geschichte ist nun einmal so verlaufen, dass die SED-Regierung das Ding damals in die Luft gesprengt hat, um Platz für Honeckers Lampenladen zu schaffen...eine unwiderrufliche historische Tatsache - ob es uns persönlich nun passt oder nicht...es würde ja auch niemand ernsthaft auf den Gedanken verfallen, etwa die "Titanic" nachzubauen, nur weil die echte versunken ist...Honeckers Palast ist immerhin ein Gebäude von einigem historischen Wert, ein nachgebautes Schloss wäre das hingegen nicht...ich sehe den eigentlichen Grund für das Vorhaben auch nach wie vor darin, dass die BRD-Bonzen nicht so gerne an eine Zeit erinnert werden möchten, wo sie - als Kapitalisten und Plutokraten - mal nix zu melden gehabt haben...und diesen wenig geliebten Teil der Geschichte - zumindest optisch - gerne ungeschehen machen würden... |
| Demon17 | Historisch kann ein Gebäude in dem alter gar nicht sein. Es erinnert an die Bausünden der 70er. Außerdem ist so eon kaufhof-Gebäude ästhetisch nun wirklich kein Genuss. Ich fände diese moderne Lichtarchitektur viel interessanten, man könnte den gabzen Platz damit illuminieren, Vor allem wäre durch die Lichttechnik das Äußere des Gebäudes flexibel. Unterschiedliche Farben und Muster zu verschiedenen Anlässen usw. |
| Demon17 | [QUOTE]Weil man die Existenz eines möglichen anderen Weges, der vielleicht nicht richtig beschritten wurde, aber immer noch aktuell sein kann, leugnen und somit die bereits vorherrschende Geisteshaltung "Ja mei, es ist schlimm, aber man kann halt nichts dran ändern" durch das Erbringen des scheinbaren Beweises, dass es keine Alternativen gibt, und alle Versuche, eine zu entwickeln, gescheitert und untergegangen sind, festigen will. [/QUOTE] Hat der real existierende Sozialismus nichts ansprecchenderes hervorgebracht.? Die Zweckbauten werden auch bei kapitalistischer Historie ohne ideologische Hemmungen abgerissen wenn sie nicht mehr Zeckmäßig sind. Ich meine ein repräsentatives Gebäude, das für die nation steht jhat schon einen anderen ästhetischen Anspruch als der Palazzo Prozzo. Die mehrheit der DDR - Bürger hat gegen den Sozialismus entschieden, als sie die frei Wahl hatten, warum also eine eine Architektur die keinerlei wegweisenden Eigenschaften besitzt mühsam renovieren. Das ist Einheitsbrei ud Mittelmaß, davon bleibt genug erhalten, das muß man nicht auch noch konservieren... laßt uns zu neuen Ufern aifbrechen. Ein Haus aus Licht ließe sich ja problemlos der Zukunft anpassen. Falls es jemals einen neuen Sozialismus geben sollte, könnte es ja auch in Rot leuchten. Doch selbst die PDS kritisierte das Ulbricht/Honnecker-System als feudalistisch, wieso ihm ein Denkmal setzen? |
| Elementarsatz | [QUOTE][i]Original geschrieben von dasding [/i] [B]Sie haben sich gegen eine Parteiendiktatur, gegen ein in Bürokratie versinkendes System entschieden - nicht für Kapitalismus, Ausbeutung, Globalisierung und Hartz IV, [/B][/QUOTE] Die Bürger der DDR haben sich auch gegen ein vollkommen marodes, am Boden liegendes Wirtschaftssystem entschieden, andernfalls wäre es ihnen damals auch möglich gewesen, ohne Parteiendiktatur und mit eigenem Staat weiterzumachen und den Sozialismus fortzusetzen. Hätten sie das getan, dann würde die DDR sich zu unserer Zeit allmählich den Verhältnissen eines 3.-Welt-Landes annähern... Und nur am Rande: Selbst ein Hartz-4-Empfänger unserer Tage lebt wirtschaftlich in vieler Hinsicht besser als ein DDR-Bürger mit Gehalt. |
| Elementarsatz | [quote]Durch die Verzahnung mit der SU und den anderen soz. Staaten wäre ein solch eigener Weg kaum gangbar gewesen, außerdem wäre eine Fortexistenz eines isolierten soz. Wirtschaftssystems (das in diesem Fall sowieso nur rudimentär vorhanden war, eher einem zentral verwaltetem Kapitalismus glich und in der Tat weder effizient noch dauerhaft befriedigend sein konnte) in einer von Konfrontation mit dem Westen geprägten Weltsituation kaum möglich gewesen.[/quote] Auch wenn die SU nicht untergegangen wäre, wären die Bürger der DDR (hätten sie sich auch dann frei entscheiden können), Narren gewesen, wenn sie sich für die Fortsetzung der DDR und des Sozialismus entschieden hätten. [quote]Nun, so haben sie eben noch ein paar Jahre mehr, bevor dies für Gesamteuropa eintritt [/quote] Wann soll das passieren und auf welche Daten stützt du diese Behauptung? Ich halte das für vollkommen falsch. Eher ist zu erwarten, dass sich im Laufe des 21. Jahrhunderts die 3. Welt-Länder allmählich wenigstens in "2. Welt"-Länder umwandeln werden. Möchtest du eine Wette eingehen? Wenn ich Recht behalte, kriegst du in 60 Jahren eine Flasche Scotch von mir, wenn du Recht behältst, kriegst du in 60 Jahren einen halben Leib Brot von mir ;) [quote]Seht ihr, wie eine Diskussion über ein DDR-Gebäude zu viel umfassenderen Fragestellungen und Reflexionen führt? Das wäre ein weiterer Grund, es zu erhalten: Als Denkansporn, als Anlass, über andere, von der eigenen divergierende Realitäten zu reflektieren und zu diskutieren.[/quote] Es werden schon noch genug bauliche Überreste bestehen bleiben, die zum Nachdenken anregen können. Ich finde nicht, dass man unbedingt ein so großes, zentrales und hässliches Gebäude stehen lassen muss. Und demnächst regt eben das neugebaute Stadtschloss dazu an, über die Kaiserzeit und über den Sinn oder Unsinn von antikisierenden Neubauten nachzudenken. Ist doch auch was wert ;) [quote]Wenn du so weiter machst, wirst du mich, was menschenverachtenden Zynismus anbelangt, schon bald überflügeln.[/quote] Findest? Glaubst du, dass viele Hartz IV-Empfänger ihre persönliche wirtschaftliche Situation gegen die Situation eines kleinen Gehaltsempfängers in der DDR eintauschen würden? |
| Demon17 | [QUOTE]Findest? Glaubst du, dass viele Hartz IV-Empfänger ihre persönliche wirtschaftliche Situation gegen die Situation eines kleinen Gehaltsempfängers in der DDR eintauschen würden?[/QUOTE] Bei 7 Millionen insolventen Privathaushalten würde ich diesen Ball aber ganz flach halten Elementarsatz. |
| Elementarsatz | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Bei 7 Millionen insolventen Privathaushalten würde ich diesen Ball aber ganz flach halten Elementarsatz. [/B][/QUOTE] Und hinter einer solchen Situation steckt natürlich stets und ausschließlich der böse Staat und nie eigenes Verschulden, gell? |
| Demon17 | Bei mehr als 7 Millionen Schuldigen stellt sich halt irgendwann die Frage ob es nicht doch am System liegt. Ich weiß nicht wiviel Menschen in diesen Haushalten leben, aber wenn weit mehr als 10% der Bevökerung in Armut lebt sollte man vielleicht nicht ganz so unkritisch sein, wie Du es bist. |
| Elementarsatz | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Bei mehr als 7 Millionen Schuldigen stellt sich halt irgendwann die Frage ob es nicht doch am System liegt. Ich weiß nicht wiviel Menschen in diesen Haushalten leben, aber wenn weit mehr als 10% der Bevökerung in Armut lebt sollte man vielleicht nicht ganz so unkritisch sein, wie Du es bist. [/B][/QUOTE] Nun, wenn ich die Höhe von Hartz IV mit den anstehenden Ausgaben eines Haushaltes vergleiche, dann halte ich es schlicht für eine Tatsache, dass man in Deutschland von Hartz IV leben kann, ohne entweder in Not zu geraten oder sich zu verschulden. |
| Heph | Elementarsatz, Demon17 so wichtig das Thema "Harz4: ja/nein" sein mag in diesem thread aht es um etwas anderes nämlich um die Symbolträchtigen Baulichen Hinterlassenschaften der DDR spitze. Also entweder ihr macht über pn weiter oder macht ein eigenes Thema dafür auf. |
| Apex | Ja bitte, Diskussionen über Hartz-4, Privatinsolvenz etc. bitte woanders... |
| Elementarsatz | Einverstanden :) |
| CramBoy | Ich bin Eindeutig gegen den (Pseudo-)Wiederaufbau des Stadtschlosses und den Abriss des Palastes der Republik (auch wenn´s da wohl zu spät ist), weil: 1. Palast der Republik war ein Originalzeugnis einer geschichtlichen Epoche Deutschlands und hätte als solches erhalten werden müssen (wir haben derer schon genug im von uns angezettelten Krieg und im Wahn der 60er Jahre verloren, man sollte denken, die deutschen Denkmalschutzbehörden hätten dazugelernt) 2. Es handelt sich um keinen originalgetreuen Wiederaufbau des Stadtschlosses. Selbst wenn es ein solcher wäre, stellt sich da die Frage nach der Sinnhaftigkeit. Kann man in Berlin nur moderne Großkotzarchitektur a la Potsdamer Platz bauen oder historisierend? Fällt den Architekten keine neue gute Architektur ein? Es wird stattdessen angestrebt, nur einen Teil (soweit ich weiß 3 von 4 Seiten) der historischen Gebäudehülle zu kopieren (Nebenfrage: welche Bauweise? Modern oder originalgetreu?), welche ein modernes und kommerziell ausgerichtetes Inneres verhübschen sollen, dem allgemeinen Trend zum Konservativen entsprechend mit schön preusisch-biederer Fassadenarchitekur ummantelt. Komplett übersehen wird dabei, daß ein Gebäude, insbesondere ein Schloss auch aus dem Gebäudeinneren besteht und eben nicht nur aus Fassade. Manches hiervon läßt sich auch auf die Dresdner Frauenkirche übertragen. 3. Wenn schon Abreisen, gibt es noch mehr Vorschläge [URL=http://www.br-online.de/global/bildergalerie/bildergalerie.jsp?mode=tg&xmlFile=/repositories/bildergalerie/kultur-szene/070202-abreisskalender/index.xml&logo=bfs&back=/kultur-szene/artikel/0702/02-bausuenden/index.xml]Bausünden zum Abreisen[/URL] |
| Seneca | Der Palast der Republik war eine astbestverseuchte Hütte. Derer hat man seit den 90er viele abgerissen, einfach weil eine Sanierung unbezahlbar war. Und das ist simpel und einfach nachvollziebar. Selbst viele Krankenhäuser mussten in den 90er teiweise abgerissen und neugebaut werden...Ich hab mir genug Asbest dabei reingefahren um mitreden zu können. |
| Cagliostro | Welche Geschichtsklitterung aus dem Kohlschen/Merkelschen Arsenal kommt als nächstes? Die Wiederkehr Preussens als Bundesland? Nun, die Bundesrepublik ist die uneheliche Nachfolgerin der Fehlkonstruktion des deutschen Kaiserreichs der preussischen Könige, völkerrechtlich niemals wirklich zu hundert Prozent akzeptiert. Durch Lug und Trug zustandegekommen (Bismarck). Nachtigall ick hör dir trapsen...Diese Stadtschlossgeschichte ist ein kleines Mosaiksteinchen auf dem Weg zu neuem Preussentum. Tu Felix Austria, Hl. Leopold, steh mir bei! |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i] [B]Der Palast der Republik war eine astbestverseuchte Hütte. Derer hat man seit den 90er viele abgerissen, einfach weil eine Sanierung unbezahlbar war. Und das ist simpel und einfach nachvollziebar. Selbst viele Krankenhäuser mussten in den 90er teiweise abgerissen und neugebaut werden...Ich hab mir genug Asbest dabei reingefahren um mitreden zu können. [/B][/QUOTE] Nun, Asbest ist jedoch kein DDR-spezifisches Problem gewesen...soweit ich weiss, ist es in der BRD zumindest bis in die späten Siebziger verbaut worden...ich selber bin in eine Schule gegangen, wo später - lange nach meiner Schulzeit - etliche Räume wegen Asbestverseuchung geschlossen und saniert werden mussten...wer weiss, wieviel ich davon damals mitbekommen habe...? Danke, BRD... @Elementarsatz: Ich fürchte, du wirst es nie begreifen...ehrlich gesagt, ich finde deine andauernden Apologien auf den Hartz IV - Staat inzwischen höchst lächerlich...sicher genügt dieses staatliche Almosen, um das "Leben" eines Menschen als solches aufrecht zu erhalten...aber eben nicht mehr...und gerade dieses "Mehr" ist es, was das "Leben" überhaupt ausmacht und lebenswert macht...bei dir reduziert sich (menschliches) Leben offenbar allein auf eine Reihe organischer Vorgänge - atmen, trinken, essen, schlafen, scheißen - mehr bedarf es dazu nicht, um zu "leben" strenggenommen...aber mal ehrlich: Nennst du das "Leben"...? Bevor ich mich von diesem Staat auf eine Fress-und Ausscheidungsmaschine reduzieren lasse - gebe ich mir lieber gleich die Kugel... ...und dein Vergleich zwischen dem DDR-Arbeiter und dem Hartz IV - Menschen ist ebenso unhistorisch und unhaltbar wie alle anderen...in der DDR stand einfach kein - größtenteils ungenutzter - Warenüberschuss zur Verfügung, wie es im Kapitalismus der Normalzustand ist...es gab in der DDR einfach keinen überschüssigen - und dabei einem wachsenden Bevölkerungsanteil vorenthaltenen - Reichtum an Gütern wie er hier herrscht... |
| Cagliostro | @Xenomorph schöner Beitrag! Endlich mal was anderes hier im Forum, Danke! Die Frage ist, was würde denn mit dem Gebäude geschehen, wenn es denn fertig ist. Noch ein Museum in Berlin? "Rückgabe an die Hohenzollernbrut? Verwaltungszentrum für d. Stiftung preuss.Kulturbesitz? Altersruhesitz für alle Bundespräsidenten? (eine lustige Wohngemeinschaft Herzog und Köhler....) eine Kita? (ziemlich teuer, Eltern zahlen 3000EUR/Monat) wir wissen es nicht, es klingt aber alles nicht wirklich sinnvoll. |
| Hrefnadis | [url]http://www.n-tv.de/panorama/kultur/Wiederaufbau-auf-der-Kippe-article903088.html[/url] Ich wusste es! Die Krise hat auch ihre guten Seiten, man muss sie nur suchen!!! Und jetzt heisst es für die Schloss-Gegner nur noch: Abwarten und Daumen drücken! (Sind ja immerhin 80 Prozent der Berliner *hust*, aber die fragt ja keiner ... außer Forsa) |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von Hrefnadis [/i] [B][url]...(Sind ja immerhin 80 Prozent der Berliner *hust*, aber die fragt ja keiner ... außer Forsa) [/B][/QUOTE] Stimmt! Die Riefenstahl des Umfragewesens, Frau Noelle-Neumann hätte nichts getan, was der Stahlhelmfraktion der CDU zuwiderlief... |