| JohnSteed | Der Beitritt hätte global-strategischen Wert. Rußland verliert seine Macht um einiges, um Druck auf Westeuropa militärisch auszuüben. Bzw. kann der Westen quasi Druck auf Russland ausüben, ohne in einen neuen kalten Krieg einzusteigen, sodass Russland eines Tages vielleicht auch der EU angehören wird und will. Die Ukraine ähnelt kulturell der EU auf jeden Fall mehr als die Türken. Unter dieser Perspektive hätte ich gar keine Probleme mit dem Beitritt. Es gibt nicht viele sachliche Gründe für einen Beitrag der Türkei, "nur" politische. Die Bodenschätze der Ukraine, ihr Ruf als Kornkammer wären durchaus sachliche Gründe. Die EU hätte einen vernünftigen Zugang zum schwarzen Meer. Die Islamisierung Europas wird gestoppt. Rechtsstaatliche Kongruenz? ein hochtrabender Begriff. Ukraine ist wohl mittlerweile ein Rechtstaat, hat vielleicht nicht alle Gesetze.... Die Offenheit der Ukraine für westliche Muster ist grösser als in der Türkei. Bei Erdogan hat man immer das Gefühl, er will einen verarschen. Timoschenko meint das alles mit Demokratie ernst. Es gäbe noch einige Gründe, die Ukraine wäre der wichtigste und interessanteste Beitritt der nächsten 10,20 Jahre! Um ehrlich zu sein, die Türkei wäre keine Verbesserung. |
| xMoriturusx | [QUOTE][i]Original geschrieben von JohnSteed [/i] Die Ukraine ähnelt kulturell der EU auf jeden Fall mehr als die Türken.[/QUOTE] Türkische Dönerbuden und Gemüseläden ähneln dem europäischen Stadtbild auf jeden Fall mehr als ukrainische Borschtsch-Suppenstände. [QUOTE]Es gibt nicht viele sachliche Gründe für einen Beitrag der Türkei, "nur" politische.[/QUOTE] Es gibt nicht viele sachliche Gründe, auf JohnSteed-Beiträge zu antworten, "nur" polemische. [QUOTE]Die Bodenschätze der Ukraine, ihr Ruf als Kornkammer wären durchaus sachliche Gründe.[/QUOTE] Das Weltkulturerbe Tchernobyl nicht zu vergessen. [QUOTE]Die EU hätte einen vernünftigen Zugang zum schwarzen Meer.[/QUOTE] Den hat man bereits mit Rumänien samt Donaumündung (!) [QUOTE]Die Islamisierung Europas wird gestoppt.[/QUOTE] Und wer stoppt die imperialistische Europasierung der angrenzenden Nationen? [QUOTE]Ukraine ist wohl mittlerweile ein Rechtstaat, hat vielleicht nicht alle Gesetze....[/QUOTE] Dann sind sie vielen EU-Staaten ja Lichtjahre voraus. [QUOTE]Bei Erdogan hat man immer das Gefühl, er will einen verarschen.[/QUOTE] Dann steht eine Zwangsheirat mit Angie ja nichts mehr im Wege. [QUOTE]Timoschenko meint das alles mit Demokratie ernst.[/QUOTE] Berlusconi leider nicht. [QUOTE]Um ehrlich zu sein, die Türkei wäre keine Verbesserung. [/QUOTE] Das seid ihr euch ja einig, denn viele Türken würden dies auch über die EU behaupten. |
| Demon17 | Tja nun hat aber Timoschenko die Wahl verloren und ihr russlandfreundlicher Mitbewerber gewonnen. Insofern ist diese Option verspielt. Die Ukraine kann sich ja sowieso nicht einigen ob sie sich nun an Europa oder an Russland orientieren soll. Insofern wäre eine Brückenfunktion die optimale Rolle. Außerdem ist Russland ja auch ein Teil von Europa, vielleicht ist das alles nur eine Frage der Zeit. Momentan steht erstmal der Beitritt Islands und der jugoslawischen Nachfolgestaaten auf der Agenda. In erster Linie Kroatien und Serbien und dann wird man weiter sehen. Bevor die Wirtschaftskrise nicht überwunden ist, dürfte sich da sowieso nicht viel tun. |
| Dismas | Man darf sich fragen, ob man noch mehr Völkern wünschen soll, in die ochlokratischen Klauen der Herrschaft der Europäischen Kommission geraten. Schon gemerkt, daß die Strukturen der EU mit Demokratie so gar nichts mehr zu tun haben? |
| Scheol | Es gibt halt noch Menschen die eine Aufnahme in die EU für eine Auszeichnung halten. Und diese machen sich dann Gedanken darüber wer kompatibel genug ist, in den elitären Kreis aus Wirtschaftsverbrecher und Imperialisten zu gehören. Von mir aus kann die gesamte Welt der EU beitreten, ich würde die Türen aufhalten... |
| Demon17 | Die EU lässt sich nur in dem Maße demokratisieren, in dem die Mitgliedsstaaten Kompetenzen an die europäische Ebene abtreten und von Imperialismus kann nun wirklich nicht die Rede sein. |
| Scheol | @Demon17 Ich betrachte das alles aus der Sicht der Großkonzerne. Sicher mag auf politischer Ebene nicht alles verwerflich sein, aber Europa war und ist ein ganz gefährlicher Haufen. Alleine was deutsche Firmen in Asien und Afrika veranstalten kann man einfach nicht gutheißen. Diese Firmen kooperieren immer mit der jeweiligen Regierung und somit auch mit der EU. Und die EU soll ja, wenn eine gemeinsame Wirtschaftspolitik irgendwann mal verwirklicht ist, zum Großteil die Wirtschaftsmacht stärken und ein Gegenpol zu den USA werden. Wie das dann in der Praxis aussieht kann ich nicht sagen. |
| Scheol | Nachtrag: Den Gedanken der EU lehne ich nicht grundsätzlich ab. Ein vereintes Europa dient auch zur Friedenssicherung. Solange sich aber nicht auf eine gemeinsame Wirtschaftspolitik geeinigt ist wird dieses Projekt immer Rückschläge erleben. Und gerade was die Moral angeht müssen klare Gesetze geschaffen werden. Die hat Deutschland auch, nur werden sie nicht beachtet. Es ist ein Mammutprojekt was momentan schwer überschätzt wird da es quasi noch in den Kinderschuhen steckt... |
| Demon17 | Es dient vor allem der Angleichung der Lebensverhältnisse in Europa, nicht nur materiell. Es hat die Demokratisierung vieler Länder in Europa stabilisiert. Erst im Süden, dann im Osten. Außerdem ist der Euro nicht so schlecht, wenn man früher in Benelux auslieferte hatte man teilweise drei bis vier Währungen in der Tasche und musste dauernd an der Grenze warten. Großkonzerne sind Großkonzerne, ob mit oder ohne EU. Da hat die EU schon viel getan um Monopole zu vermeiden, die sich national viel leichter errichten lassen. Ist natürlich die Frage, ob durch die ständigen Erweiterungen die Integration leidet. Aber alleine die Tatsache, das Kriege zwischen Europäern praktisch nicht mehr durchführbar sind finde ich positiv. Wenn das mit den USA so weiter geht, brauchen wir da kein Gegengewicht mehr. Aber ohne EU würde Europa heutzutage ziemlich an den Rand gedrückt. Die einheitliche Wirtschaftspolitik ergibt sich irgendwann aus der einheitlichen Währung. Unsere Nachbarn können ihre Währungen nicht mehr abwerten. Da werden sie sich Deutschland schon anpassen müssen, was die Wettbewerbsfähigkeit angeht, sonst hätten sie permanenten Außenhandelsdefizite mit den entsprechenden Schulden. Sie meckern natürlich, aber der freie wirtschaftliche Wettbewerb ist zentraler Bestandteil der Regeln. |
| Aza | Bitte nicht. Die Ukraine ist noch Lichtjahre vom EU-Level entfernt. Die Kriminalität ist extrem, brutal und stetig anwachsend. Das hat noch sehr sehr sehr viel Zeit. |
| Nix | Warum nicht die Russen gleich mit aufnehmen? |
| Tiberon | Weil selbst wenn Europa wollte, auch die Russen interessiert sein müßten. Beides ist nicht der Fall. Rußland versteht sich in Gegenüberstellung mit Europa als mindestens! gleichwertig. Daher kann ich mir auf Basis der momentanen Entwicklungen eine EU mit Rußland beim besten Willen nicht vorstellen. Drum bin ich auch etwas skeptisch, was die Ukraine angeht - wäre es auch bei Weißrußland, die aber sind von dem Gedanken an die EU ja eh noch mindestens einen Diktator weit entfernt. Mal ehrlich, die Ukraine ist doch eigentlich kernrussisches Territorium - ethnisch wie historisch. Weder kann die Ukraine mit Ukrainern aufwarten, noch mit einer ukrainischen Geschichte. beides ist einfach ur-russisch. Solang die ganzen bunten Revolutionen von (ausländischen) NGO's getragen werden, und nicht vom Volk, sollte man imo von solchen Überlegungen Abstand nehmen. |
| Demon17 | Die EU hat sowieso ihre Möglichkeiten zur Zeit ausgeschöpft, was den Aufbau Osteuropas angeht. |
| Scheol | exakt, wenn das Projekt Erfolg haben will, sollte man ersteinmal schauen das sich die momentane Lage stabilisiert. Gerade was Spanien angeht. Ein Griechenland hat für viel Schwierigkeiten gesorgt, und es besteht die Gefahr das sich dies an anderen Orten wiederholen könnte. Wie gesagt, meiner Meinung nach ist die EU momentan zum scheitern verurteilt. Und wird hier das Augenmerk zu sehr und ausschließlich nur auf Ökonomie gelenkt, was wiederum zu Problemen führt. Geld ist nicht alles, aber das verstehen Politiker eben nicht. Man sollte sich erstmal um das kümmern, was man schon hat, und wenn man dann stark genug ist kann man über die Ukraine und über die Türkei und alle anderen reden. Und was die Paranoia und die Mißgunst gegenüber Rußlands soll habe ich nie verstanden. Vielleicht hatte ich mich zuwenig von Hollywood beeindrucken lassen. Die Russen sind nicht böser als andere Staaten auch. Ich muß sie nicht verwestlicht sehen. Wir sind nicht das Maß der Dinge. Soviel Egomasturbation muß echt nicht sein... |
| Nix | [QUOTE][i]Original geschrieben von Scheol [/i] [B] Ein Griechenland hat für viel Schwierigkeiten gesorgt, und es besteht die Gefahr das sich dies an anderen Orten wiederholen könnte. [/B][/QUOTE] Ein Lothar Matthäus hätte das auch nicht besser auf den Punkt bringen können. Und überhaupt. Weshalb man eine EU, die ohnehin gescheitert ist, erst stabilisieren sollte, bevor man sie endgültig platzen lässt, habe ich nicht verstanden. Auch die Sache mit der Ökonomie ist etwas gewagt, wenn man bedenkt, dass die EU aus einer reinen Wirtschaftsgemeinschaft hervorgegangen ist und gerade den Versuch darstellt, sich von den ausschließlich ökonomischen Zielen früherer Tage zu emanzipieren. - Naja, Hauptsache, der Ball ist rund. |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von Scheol [/i] [B]Nachtrag: ...Und gerade was die Moral angeht müssen klare Gesetze geschaffen werden. Die hat Deutschland auch, nur werden sie nicht beachtet. .. [/B][/QUOTE] Und darin steckt der Widerspruch. Du wirst Moral niemals in Gesetze reinschreiben können. Papier ist geduldig. Viele Fragen drängen sich dann auf: Wessen Moral? Wer wacht darüber? Kann zuviel Moral nicht die Menschen in ihrem Alltag nerven (siehe Deutschland). Die Frage der Moral ist zweitrangig. Wie immer. |
| Ronin76 | Kurze Zwischenmeldung: [URL=http://www.youtube.com/watch?v=oqJ6Qg3BSDk&feature=related]Kasachstan[/URL] will nun auch EU-Mitgliedsstaat werden und [URL=http://www.youtube.com/watch?v=gnDjpgOBE3g]Borat[/URL] ist der Kandidat fürs Europäische Parlament. |