| Demon17 | Ich glaube es hackt nachdem Deutschland schon der Buhmann war, als es um den 750 Milliarden Retungsschirm ging, weil man darauf bestand, dass die Geretteten dann auch harte Sparmaßnahmen ergreifen, so wie sie der IWF von jedem anderen Schuldner weltweit auch verlangt, der auf die Nothilfe angewiesen ist, will die EU Kommission nun den Rettungschirm verdoppeln, schließlich wackeln ja auch Portugal, Spanien und eventuell Italien. Auf die Idee, dass ein geordnetes Insolvenzverfahren und ein Neubeginn mit einer eigenen Währung eine Alternative wäre, kommt die EU wohl nicht. Für Deutschland heißt das zu den ca 17000 -18000 Milliarden Staatsverschuldung kämen noch enorme Risiken hinzu. Denn glaube doch keiner, das findige Politiker nicht Wege fänden um sich vor der Rückzahlung der Schulden zu drücken. Also wäre in erster Linie Deutschland mit hunderten von Milliarden dran. Schließlich bürgt es ja. Für Griechenland und Irland. Der Hammer ist jetzt Luxemburgs Ministerpräsident Duncker will, das dieses frische Geld für die Pleitestaaten in Eurobonds aufgenommen wird. Bisher nimmt jedes Jahr einzeln die neuen Schulden auf. Deutscland zahlt ca. 2,5% für Staatsanleihen. Griechenland und Irland müssten am Markt 7-10% mehr dafür bezahlen, weil es ja riskant ist ihnen Geld zu leihen. So zahlen dann alle 6-7%. Das heisst wieder etliche zig Milliarden, die auf den Bundeshaushalt zukommen, der momentan zwischen 30-40 Milliarden jährlich für Zinsen ausgibt. Im Eurovertrag ist ausdrücklich eine Mithaftung der Mitgliedsstaaten für die Schulden anderer Mitglieder ausgeschlossen. Das ist eine der dreistesten Erpressungen in der Geschichte die momentan in der EU läuft. Das wird jeden von uns noch etliche tausend Euro jährlich kosten, wenn es so weitergeht und Merkel wieder dem Drängen der Franzosen nachgibt. Damit begänne nämlich der Einstieg in die Transferunion. Man kann ja nicht immer Schulden mit Schulden bezahlen ... dazu ein Artikel in der [URL=http://www.welt.de/wirtschaft/article11252294/EU-droht-zu-gigantischer-Transferunion-zu-mutieren.html]Welt[/URL] |
| Hugin & Munin | Der Euro war der Preis für die Wiedervereinigung, auf den vor allem Frankreich bestand. Den meisten Deutschen dürfte das gar nicht bewusst sein. Man wollte etwas haben, mit dem man nach der Übernahme der DDR den erneuten Aufstieg Deutschlands zu einer souveränen Mittelmacht eingrenzen oder verhindern konnte. Zumindest für Frankreich und Großbritannien ist das der Hauptgrund für das ganze EU, Euro, Maastricht und Lissabon gedöns. Es gibt eine nette Tabelle, die die durchschnittliche Wohlstandsentwicklung der europäischen Bevölkerungen nach der Euroeinführung darstellt und da ist Deutschland mittlerweile von der Spitze ins Mittelfeld abgestiegen. Sicher gab es auch bei uns Europrofiteure, aber der Durchschnittsbürger hat seither verloren. (wobei man fairer Weise sagen muss das es nicht nur am Euro, sondern auch an Arbeitsplatztransfers liegt). Was wohl nicht ganz geplant war ist das Ende wie wir es jetzt haben. Mittlerweile befinden sich fast alle in einer loose-loose Situation, ironischer Weise auch Frankreich. Momentan läuft alles auf eine Transferunion hinaus, wobei ich davon überzeugt bin, dass die Leidensfähigkeit, bzw. Willigkeit des Deutschen Volkes diesmal überschätzt wird. Auf Dauer wird sich eine Transferunion politisch bei den Geberländern (zu denen ja nicht nur die BRD gehören wird) nicht durchsetzen lassen. Sehr passend dazu eine Rede des MeP Nigel Farage, ich habe leider nur die englische Version gefunden, irgendwo müsste es auch eine mit deutschen Untertiteln geben. [URL=http://www.youtube.com/watch?v=-KAWXC5Z0wU]http://www.youtube.com/watch?v=-KAWXC5Z0wU[/URL] Und hier noch etwas älteres (etwas polemisch aufgebrezelt, wie ich finde, aber ganz lustig und vor allem zutreffend). [URL=http://www.youtube.com/watch?v=7jNKqiwgThI]http://www.youtube.com/watch?v=7jNKqiwgThI[/URL] Ich denke das wir uns, was den Euro und die EU in ihrer jetzigen Form betrifft, auf der Zielgraden zum Finale befinden. Meines Erachtens kommt daher auch der Terroralarm-Hype, man versucht verzweifelt (und leider erfolgreich) davon ab zu lenken, dass die Situation noch viel prekärer ist als im Frühjahr, wo wir uns kurz vor einer "Kernschmelze" des Systems befanden. |
| Demon17 | Also erstens war die Enfhrung des Euros ja nun schon lange geplant. Der Termin stand schon, als noch niemand eineWiedervereinigung für möglich hielt. Zweitens ist das Absinken der Durchschnittseinkommen primär auf die Wiedervereinigung zurückzuführen. Die Löhne und Gehälter sind heute im Osten noch niedriger als im Westen, auch wenn einige Regionen aufholen und andere im Westen schlapp machen. Es ist ja logisch, wenn ca. 25% mit anfangs niedrigen Einkommen hinzukommen, dass dann der Durchschnitt sinkt. Eine andere Ursache waren die wirtschaftspolitische Fehler, a) einen starken Anstieg der Staatsverschuldung und b) 10 Jahre mit niedrigen Wachstumsraten zur Folge hatten. c) Haben etliche europäische Nachbarn sehr über ihre Verhältnisse gelebt und sich auf Pump ein Wachstum genehmigt, für das wir jetzt bezahlen sollen. Irland zum Beispiel. Sicher, was die sensationsgeile Presse jetzt ablässt sind Horrorszenarien. Aber die Dreistigket mit der viele europäische Politker hunderte von Milliarden verlangen, für Länder wie Griechenland, die eindeutig betrogen haben, oder Irland, das mit seiner egoistischen Niedrigsteuerpolitik für Unternehmen anderen Europäern sehr geschadet hat, weil viele Konzerne ihre Gewinne dann dort versteuerten und dies immer noch tun, ist bodenlos. Ich lese Artikel, wo sich Journalisten Sorgen um die Sympathien der Europäer machen, falls Deutschland seine harte Haltung nicht aufgibt. Ich frage mich wieviel sind diese Sympathien Wert? 500 Milliarden oder 1000. Ganz abgesehen davon, dass der Staatsbankrott Europas ja dann auf Dauer abzusehen wäre. Schließlich haben wir momentan eine Niedrizinsphase. Was passiert wenn sich die Zinsen verdoppeln? Was immer noch nicht hoch wäre im Rückblick der letzten Jahrzehnte. Der Bund muss heute schon 30-40 Milliarden im Jahr für Zinsen aufbringen. Hinzu kommen jetzt ungewisse Risiken aus Europa. Das heißt dann 60-80 Milliarden Zinsen für die eigenen Schulden und nochmal eine vergleichbare Summe für Europa. Damit ginge dann die Hälfte des Bundeshaushaltes für Zinsen drauf. Solche Szenarien werden allmählich realistisch. Ich denke es ist besser die 200-300 Milliarden, die deutsche Banken bei den Wackelkandidaten im Feuer haben abzuschreiben und dafür zu sorgen, daß auch große Banken pleite gehen können, ohne dass das die gesamte Wirtschaft in die Krise gerät. Die USA sind inzwischen soweit und es ist höchste Zeit, dass auch Europa dieses Ziel erreicht. |
| xMoriturusx | Es lohnt sich folgenden Vortrag mal zu reflektieren: [url]http://www.youtube.com/watch?v=W4ED0o-mbjs&feature=related[/url] PS: Die Thread-Überschrift erachte ich als aüßerst unglücklich gewählt. |
| Zweiundvierzig | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Also erstens war die Enfhrung des Euros ja nun schon lange geplant. Der Termin stand schon, als noch niemand eine Wiedervereinigung für möglich hielt. [/B][/QUOTE] Hugin & Munin hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Recht. Die europäische Währungsunion ist ein Produkt politischer Erpressung von Seiten Frankreichs und Englands. Deutschland stand dieser, schon seit 1964 geplanten Einführung des Euros, immer skeptisch gegenüber. Nur hatte es keine andere Wahl als den Vorgaben eben genannter Staaten zuzustimmen. Die Wiedervereinigung Deutschlands ist eng mit der europäischen Währungsunion verknüpft. Die Währungsunion ist eine Art Versailles 2.0 wenn man es so sehen möchte. Ich dagegen würde den Euro für gut heißen, wenn doch nur alle anderen EU-Staaten eine ähnliche Stabilitätskultur wie Deutschland hätten. Klar, als Exportnation mag es Vorteile geben. Nur war dieses Land auch bereits vor der Einführung des Euro Exportweltmeister. Da liegt der Verdacht nahe, dass letztlich die Nachteile mehr als überwiegen. Eine Transferunion muss mit allen möglichen Mitteln verhindert werden. Ich hoffe, die im Zuge der Griechenlandkrise eingereichte Klage am BVG, wird bald zügig von den Richtern bearbeitet und jegliche EU-Finanzhilfe als verfassungswidrig erachtet. Das würde zumindest die deutschen Politiker vor einem Gesichtsverlust teilweise bewahren. EDIT: Hier ein paar Quellenangaben [url]http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,719608,00.html[/url] [url]http://de.wikipedia.org/wiki/Europäische_Wirtschafts-_und_Währungsunion#Der_Delors-Bericht[/url] |
| lizard | [QUOTE][i]Original geschrieben von xMoriturusx [/i] [B]Es lohnt sich folgenden Vortrag mal zu reflektieren: [url]http://www.youtube.com/watch?v=W4ED0o-mbjs&feature=related[/url] PS: Die Thread-Überschrift erachte ich als aüßerst unglücklich gewählt. [/B][/QUOTE] ich möchte jedem, der diesen thread liest(vor allem dir, demon), sehr stark ans herz legen, 90 minuten seines lebens zu investieren, um sich diesen vortrag anzusehen. mir hat er die augen geöffnet. |
| Zweiundvierzig | [QUOTE][i]Original geschrieben von lizard [/i] [B]ich möchte jedem, der diesen thread liest(vor allem dir, demon), sehr stark ans herz legen, 90 minuten seines lebens zu investieren, um sich diesen vortrag anzusehen. mir hat er die augen geöffnet. [/B][/QUOTE] Ein Vortrag eines sich wichtig nehmenden Doktors, welcher vom raffenden und schaffenden Kapital schwadroniert. Toll! Fein macht er das und dabei hält er sich auch noch für einen Pionier der Kapitalismuskritik. Dumm nur, dass ähnliche Thesen schon vor 70 Jahren von Menschen wie Gottfried Feder postuliert worden sind. Im letzten Teil des achtteiligen Videos kommt er zu der Erkenntnis, dass er keine Alternative kenne und nur der liebe Gott uns helfen mag. Klasse. Ich fühle mich irgendwie verarscht und um meine Zeit bestohlen! |
| Demon17 | Falls jemand seine Argumente schriftlich zusammenfasst beantworte ich sie gerne. Ich bestehe nac wie vor darauf, dass die Diskussion hier am Board nicht durch Youtube-links ersetzt wird. Die Einführung des Euros hatte für Deutschland durchaus Vorteile. Sonst wurde die D-Mark regelmäßig aufgewertet und die Industrie jammerte ständig überzu hohe Lohnkosten. Was natürlich falsch war, denn die Höhe der Lohnkosten im Vergleich zum Ausland hing in erster Linie vom Wechselkurs ab. Nun befindet sich Deutschland in einer komfortablen Lage. Man kann exportieren wie blöd und der Eurokurs steigt trotzdem kaum, weil es eben Länder wie Griechenland und Irland gibt. Man muss nur darauf achten, das diese Länder für ihre Fehler selber zahelen. Irland hat sich mit 4 Millionen Einwohnern zum Beispiel ein weitgehend unreguliertes Bankensystem geleistet, dessen Geschäftsvolumen selbst vom Staat nicht nehr abgesichert werden kann, da das Geschäftvolumen den Staatshaushalt um ein 15 Faches übersteigt. Wenn dann ein Großteil der Kredite platzt ... Aber lassen wir das. Alles worauf wir achten müssen ist die Selbstbeteiligung der Gläubiger an geplatzten Krediten der Eurostaaten durchzusetzen. Das macht die Kredite dermaßen teuer, dass sich viee Länder, die gerne auf Pump leben gar keine neuen Kredite mehr leisten können. Insofern ist auch ein geordnetes Insolvenzverfahren notwendig. Damit diese Länder dann ihre alte Währung wieder einführen können. Die können sie dann abwerten wie sie wollen. Das Risiko tragen wieder allein die Banken und andere Kapitalgeber, die ihne die Kredite gegeben haben. Damit würde der Euro dann auch wieder für Länder wie Schweden oder Dänemark interessant. Die Eurozone würde also nicht unbedingt kleiner werden, sondern wesentlich stabiler. Das Problem ist halt, daß die Kosten des ganzen Durcheinanders mindestens im dreistelligen Milliardenbereich liegen werden und nach oben offen sind. Da darf dann mal wieder der kleine Mann für Blechen, während Banken und Industrie die Vorteile genießen, wie hohe Zinsgewinne und Exportprofite. Denn es wird kaum zu Lohnsteigerungen kommen, die nicht wieder durch Steuern und Abgaben einkassiert werden. Schließlich muss die FDP ihre Klientel bedienen. Das waren bisher 10 Milliarden für die Ärzte und 1 Milliarde für die Hoteliers pro Jahr. Die Enführung eines Mindestlohnes wird jedoch verhindert und ab Janur haben zig Millione Osteuropäer damit die Möglichkeit sich zu Dumpingpreisen auf dem deutschen Arbeitsmarkt anzubieten. Damit wäre das "Jobwunder" dann auch am Ende. |
| Hugin & Munin | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] Nun befindet sich Deutschland in einer komfortablen Lage. Man kann exportieren wie blöd und der Eurokurs steigt trotzdem kaum, weil es eben Länder wie Griechenland und Irland gibt. [/QUOTE] Ich bin kein Freund des zerpflückens von anderen Beiträgen, aber da ich dieses WE nicht viel Zeit habe, möchte ich nur kurz auf dieses Argument eingehen, dass ja von Politik und Mainstreammedien rauf und runter gebetet wird, wenn es um die Vorteile des Euros für Deutschland geht: Wir sind Exportweltmeister, das stimmt. Waren wir aber mit der DM auch schon. Was seit der Euroeinführung passiert ist folgendes: Der Löwenanteil unserer Exporte geht in die EU und hier vor allem in den Euroraum. An Länder, die seit der Euroeinführung Schulden machen. Der Import deutscher Waren geschieht auf Pump. Mit Geld, dass man sich gerade auch bei deutschen Banken geliehen hat, das man nun nicht mehr zurück zahlen kann und das nun der Steuerzahler aufbringen muss um Banken zu retten. Ziemlich genau seit der Euroeinführung stagnieren in Deutschland die Löhne und Arbeitnehmerrechte werden ausgehöhlt (in der irrigen Annahme man könne sich einen Lohnstückkostenwettbewerb mit China und Osteuropa liefern) um Exportweiltmeister zu bleiben. Was bringt uns dieser WM Titel? Die Mittelschicht bricht nachweislich weg, die Bevölkerung wird immer ärmer und wir bekommen für unsere Waren (Sachwerte) entweder den schon seit Jahren überbewerteten und langsam wertlos werdenden US $ (grünes Papier für Autos und Maschinen) oder wir bekommen Euros, die wir aber (etwas populistisch ausgedrückt) vorher selbst in der EU verteilt haben. Sicher gibt es n Deutschland Profiteure davon: Konzerne und Banken. Das Argument, dass wir dank des Euro besser Exportieren können, hat (zumindest im Euroraum) ein wenig etwas von einer Milchmädchenrechnung. So als würde ein Eisverkäufer einen Sack 2 Euro-Münzen an Kinder verteilen und sich dann darüber freuen, dass er so viel Eis verkauft. Das kann auf Dauer natürlich nicht gut gehen und an dem Punkt stehen wir jetzt. PS: Die Youtube-Links sind sehr wichtig und mehr als aufschlussreich. Sie bringen eine Sicht der Dinge, die man in der Systempresse vergeblich sucht. Jemandem der nur die offiziell vorgekaute Meinung konsumiert, können Sie in der Tat die Augen öffnen, in diesem Fall über die EU(DSSR) oder den Euro. Als Stichworte empfehle ich Nigel Farage aber auch Prof. Max Otte. |
| ArrogantNick | [QUOTE][i]Original geschrieben von Zweiundvierzig [/i] [B]Hugin & Munin hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Recht. Die europäische Währungsunion ist ein Produkt politischer Erpressung von Seiten Frankreichs und Englands. (....) EDIT: Hier ein paar Quellenangaben [url]http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,719608,00.html[/url] (....) [/B][/QUOTE] Dieser Kohl offenbart sich mir immer mehr als skrupelloser, egomanischer Vollidiot, der nur eines wollte, als 'Kanzler der Einheit' in die Geschichtsbücher eingehen, koste es was es wolle - im wahrsten Sinne des Wortes. Da könnte ich langsam nur noch kotzen. Mal von der Abwicklung der Wiedervereinigung abgesehen, die alleine viel zu schnell erfolgte und ein totales Fiasko war. :mad: |
| Demon17 | Da ist was wahres dran, was du sagst, aber Du vereinfachst es zu sehr. Bei den Griechen stimm das so ungefähr, bei den Iran nun wirklich nicht. Die vier Millionen Leute können gar nicht so viel konsumieren, wie sie uns kosten würden, wenn wir deren Schulde tatsächlich bezahlen müssen. Du vergisst eines dabei, der Euro ist eine Konkurrenzwährung zum Dollar. Die Amis habe sich bei hohem Dollarkurs Geld geliehen und bei niedrigem zurück gezahlt. So hat Deutschland zum Beispiel den Vietnamkrieg mitfinantiert. Dasselbe Spiel machen Sie jetzt mit den Chinesen. Nun kann man sagen, wer denen Geld leiht ist selber Schuld, doch im internationalen Handel war der Dollar die einzige Währung. Das heisst, der gesamte internationale Warenaustausch war von den US amerikanischen Währungsmanipulatione betroffen. Die Wirtschaft musste sich für teures Geld gegen die Währungsschwankungen absichern. Wer das nicht tat konnte sehr schnell pleite gehen und es kam fast zwangsläufig zu Devisenspekulationen bei Banken und Unternehmen. Das hat sehr viele Jobs gekostet, vom kleinen Mittelständler bis zur Herstatt Bank. Ein Nein zum Euro bedeutet auch ein Ja zur uneingeschränkten amerikanischen Finanzhegemonie. Das kann nach der Erfahrungen der letzten Jahrzehnte niemand wünschen. Die Amis haben gerade erst vor zwei Jahren mit ihren gewissenlosen Spekulationen die größte Weltwirtschaftskrise seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts ausgelöst. Im übrigen ist China inzwischen Exportweltmeister der Anteil der Importe am Gesamtexport Deutschlands sinkt inzwischen und lag auch zu DM Zeiten bei 75%. Durch Russland, China, Indien und Lateinamerika ist eine Reduktion dieses Anteils auf 60% in Sicht. |
| xMoriturusx | [QUOTE][i]Original geschrieben von Zweiundvierzig [/i] Ein Vortrag eines sich wichtig nehmenden Doktors, welcher vom raffenden und schaffenden Kapital schwadroniert. Toll![/QUOTE] Ökonome, die etwas von Wirtschaft verstehen sollten man viel wichtiger nehmen, dann würden wir heute nämlich nicht in der akuten Scheiße sitzen, auf die zig Jahren hingearbeitet wurde. [QUOTE]Dumm nur, dass ähnliche Thesen schon vor 70 Jahren von Menschen wie Gottfried Feder postuliert worden sind.[/QUOTE] Dumm nur, dass schon vor 70 Jahren keine Konsequenzen gezogen wurden. [QUOTE]Im letzten Teil des achtteiligen Videos kommt er zu der Erkenntnis, dass er keine Alternative kenne[/QUOTE] Falsch. Die Regierenden kennen keine Alternative zur unsäglichen Markgläubigkeit. Europa schafft sich ab. [QUOTE]Ich fühle mich irgendwie verarscht und um meine Zeit bestohlen! [/B][/QUOTE] Danke für Deine Aufmerksamkeit. Und nun bekenne Dich brav zu Deinen konservativen Wurzeln: "Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund auf erfolgen. Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. Die neue Struktur muss davon ausgehen, das die Zeit der unumschränkten Herrschaft des privaten Kapitalismus vorbei ist." Ahlener CDU-Programm 1947 |
| Waldemar | Schön, dass es hier Menschen gibt, die die Wahrheit kennen. Denn die alte Bundesbank, mit ihren geldpolitschen Instrumenten zur einer der stabilsten Währungen der Welt (die DM) , war Frankreich und England schon immer ein Dorn im Auge. Und wie schon gesagt.. Deutschland wurde erpresst. Wie Hugin & Munin schon richtig erkannt ist, ist nicht der "Exportweltmeister" erstrebenswert, sondern eine ausgelichene Handeslbilanz. Das Ungleichgewicht der Zahlungsforderungen bzw. -Verpflichtungen an das Ausland ist immer ein Risiko. Das machte Deutschland schon immer Abhängig. Ausgelichenheit ist natürlich eher selten und schwer zu erreichen.. @AN Der Kohl ist derjenige ..der uns wirklich veraten, verkauft und betrogen hat.. bekommt dafür noch Auszeichnungen. Lächerlich... Und mit dieser Wiedervereinigung ging das "Elend" von Deutschland und die Talfahrt los. |
| xMoriturusx | [QUOTE][i]Original geschrieben von Waldemar [/i] Und mit dieser Wiedervereinigung ging das "Elend" von Deutschland und die Talfahrt los.[/QUOTE] Aber nicht nur für Westdeutschland, sondern auch für den vom westlichen [URL=http://www.youtube.com/watch?v=EVsqObrt1O8]Raubtierkapitalismus[/URL] geplünderten Osten. Eine Aneignung ist eben keine Vereinigung. Der Osten hätte souverän bleiben und einen demokratischen Sozialismus aufbauen müssen. Dann wüsste ich heute wenigstens auf welcher Seite ich leben würde. Aber wahrscheinlich wäre der Osten dann heute überbevölkert. :D |
| Hugin & Munin | [QUOTE][i]Original geschrieben von ArrogantNick [/i] Dieser Kohl... [/QUOTE] ... hat mit seinem Kabinett in diesem Land die Korruption auf breiter Front eingeführt. Ich will nicht bestreiten, dass es Filz und Klüngel schon vorher gab, aber das Kabinett Kohl hat hier eine neue Dimension eröffnet. Kohl gehört nicht als Ehrengast auf irgendwelche Veranstaltungen, sondern ins Gefängnis. Sein Amigo Franz Josef Strauß, der schlimmste Politverbrecher aus dieser Zeit, ist ja leider nicht mehr greifbar. Wenn die Leute das wahre Ausmaß der Verrats am Deutschen Volk wüssten, hätten wir schon in den 90er Jahren eine Revolution gehabt und ich möchte nicht ausschliessen, das man sich für H. K. eine besonders stabile Eiche im im Oggersheimer Forst ausgesucht hätte. Inzwischen ist dank Bertelsmann und Co. die Abtumpfung und Verblödung der Bevölkerung so weit fortgeschritten, das diese Gefahr gebannt schien - könnte man meinen. Dank Internet gibt es jedoch heute vielfältigere Aufklärungs- und Informationsmöglichkeiten, was unseren "Eliten" ein Dorn im Auge sein dürfte. |
| Ronin76 | [QUOTE]Wir sind Exportweltmeister, das stimmt. Waren wir aber mit der DM auch schon.[/QUOTE] Ein kurzer Blick zu den angenommenen Fakten: [QUOTE] Für das Jahr 2009 ist die Volksrepublik China mit Exporten im Wert von 840 Milliarden Euro Exportweltmeister. Deutschland folgt an zweiter Stelle mit Exporten im Wert von 816 Milliarden Euro. Deutschland war in den Jahren 2003 bis 2008 jährlich Exportweltmeister. [/QUOTE] Es wird angenommen daß China seinen Status als Exportweltmeister für 2010 nochmal kräftig ausbauen wird. [url]http://de.wikipedia.org/wiki/Exportweltmeister[/url] [url]http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/china-ist-exportweltmeister/[/url] |
| ArrogantNick | [QUOTE][i]Original geschrieben von Hugin & Munin [/i] [B](...) Dank Internet gibt es jedoch heute vielfältigere Aufklärungs- und Informationsmöglichkeiten, was unseren "Eliten" ein Dorn im Auge sein dürfte. [/B][/QUOTE] Och, an dieser 'Baustelle' wird ja bereits gearbeitet, Terrorangst soll's möglich machen. :rolleyes: Auswandern wird immer verlockender. Es fragt sich nur wohin.... . |
| Demon17 | [Quote]Aber nicht nur für Westdeutschland, sondern auch für den vom westlichen Raubtierkapitalismus geplünderten Osten. Eine Aneignung ist eben keine Vereinigung. Der Osten hätte souverän bleiben und einen demokratischen Sozialismus aufbauen müssen. [/Quote] Irgendwie haben die Leute ein kurzes Gedächtnis ,1990 hieß es, entweder die D-Markt kommt zu uns, oder wir kommen zur D-Mark. Auch zu einem demokratischem Sozialismus gehören Mehrheiten und die SED und Nachfolger war in freien Wahlen niemals mehrheitsfähig. Also was soll das Gewäsch. Solange die soziale Marktwirtschaft den höchsten Wohlstand schafft wollen die Menschen in solche Systemen leben. Es gibt ja keine attraktiven sozialistischen Systeme. Nach 40 Jahren Sozialismus war die DDR alles andere als attraktiv für die meisten Menschen und das lag nun wirklich nicht am Kapitalismus, sondern an 40 Jahren Misswirtschaft mit kaputten Straßen, verfallenen Altbauten und einem Telefonnetz von 1936, von den Umweltsünden mal ganz abgesehen. Es gab ja nichtmal Mobilfunknetze. Das Umstellung aufs Internet hätte der Sozialismus nie geschafft. Die DDR war ja schon mit de erhalt der Bausubstanz uund der Versorgung der Bürger mit den Notwendigsten überfordert und Trabbis im 3. Jahrtausend, also bei aller Nostalgie ... Das Land war ja organisatorisch nicht mal in der Lage einen einfachen, halbwegs modernen PKW zu entwickeln und zu produzieren. |
| xMoriturusx | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] Auch zu einem demokratischem Sozialismus gehören Mehrheiten und die SED und Nachfolger war in freien Wahlen niemals mehrheitsfähig.[/QUOTE] Ich spreche wohlkgemerkt nicht von der Realität 1990, sondern von einer Utopie. Was wir heute haben ist leider die Dystopie. [QUOTE]Solange die soziale Marktwirtschaft den höchsten Wohlstand schafft wollen die Menschen in solche Systemen leben.[/QUOTE] Die asoziale Marktwirtschaft hat global das größte Elend in der ganzen Menschheitsgeschichte erzeugt, es bedarf einer gehörigen Portion Ignoranz und Kurzsicht, nur weil sich dieser nicht vor der eigenen Haustüre abspielt sondern in fernen Ländern, die für deinen und meinen beschissenen Wohlstand krepieren. Die Akzeptanz der Plutokratie wird selbst unter Nicht-Sozialisten von Tag zu Tag größer und die BürgerInnen der ehemaligen DDR haben schnell gemerkt, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. [QUOTE]Es gibt ja keine attraktiven sozialistischen Systeme. [/QUOTE] Du sagst es, es gibt [b]noch[/b] keine sozioalistischen Systeme. Gute Entwicklungen dorthin gibt es derzeit jedoch in Lateinamerika. Und mit etwas Verstand auch bald in Europa. Ein demokratischer Sozialismus ist die einzige Alternative zur NWO. Auf deine einseitige und diffamierende Beurteilung der DDR werde ich als gebürtiger Westdeutscher hingegen nicht eingehen, dieses Recht gebührt mir nicht. |
| Demon17 | Den topien fehlt leider das Know How funktionierende Gesellschaften zu entwickeln. Sie sind gewachsen und niemand verfügt über das Wissen sie grundlegend zu verändern, ohne Not und Elend auszulösen. Es fehlt einfach de Wille der Menschen so zu leben. Im übrigen ist die Weltbevölkerung im Kapitalismus enorm gewachsen und die Wohlstandsszonen breiten sich immer mehr aus. Ich sehe keinen Grund schwarz zu sehen. Länder wie Brasilien, Indien und China sind, neben vielen anderen, auf dem besten Wege uns einzuholen. Das sind ca. 3 Milliarden Menschen, hinzu kommt mindestens noch eine Milliarde in kleineren Ländern. |
| xMoriturusx | Und die rapide wachsende Weltbevölkerung, die uns der Kapitalismus beschert haben soll, ist also ein Grund zum Jubeln und kein Problem. Aha. Nun, vielleicht geht das Züchten von neuen Arbeitssklaven ja demnächst noch zügiger, wenn die Pharma-Mafia ihr Klon-Patent durchgesetzt hat. Schöne neue Welt. :D [QUOTE]Den topien fehlt leider das Know How funktionierende Gesellschaften zu entwickeln.[/QUOTE] Der Status quo funktioniert offensichtlich nicht. |
| Demon17 | Die Weltbevölkerung wächst so rapide, weil es mehr Nahrung und weniger Krankheiten und Kriege gibt. Willst Du das dem Kapitalismus vorwerfen? Zumal es ja nicht die Länder mit dem entwickeltem Kapitalismus sind, deren Bevölkeung sich so rasant vermehrt. Irgendwo beginnt auch die Eigenverantwortung der Menschen. |
| xMoriturusx | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] Die Weltbevölkerung wächst so rapide, weil es mehr Nahrung und weniger Krankheiten und Kriege gibt.[/quote] Derzeit werden auf der Welt 40 Kriege/bewaffnete Konflikte ausgetragen und es besteht trotz steigender Nahrungsmittelproduktion effektiv für einen immer größern Teil der Menschheit Nahrungsmittelknappheit auf Grund ungleicher Verteilung. Laut UNICEF ist Kuba übrigens das einzige Land in Lateinamerika und der Karibik, in dem keine Unterernährung besteht, das nur mal so am Rande. [QUOTE]Willst Du das dem Kapitalismus vorwerfen?[/QUOTE] Ja, der Kapitalismus hat die 3. und 4. Welt zweifelsohne aus dem Gleichgewicht gebracht . [QUOTE]Zumal es ja nicht die Länder mit dem entwickeltem Kapitalismus sind, deren Bevölkeung sich so rasant vermehrt.[/QUOTE] Die Geburtenrate resultiert in erster Linie auf Industrialisierung und Gesellschaftsordnungen, in denen Kinder nicht mehr zur Altersvorsorge benötigt werden. Beides sind jedoch keine exlusiven Ansprüche des Kapitalismus. Auch in Indien geht derzeit die Geburtenrate zurück, bei längerer Lebenserwartung wird die Gesamtbevölkerung vorerst jedoch noch weiter ansteigen. [QUOTE]Irgendwo beginnt auch die Eigenverantwortung der Menschen.[/QUOTE] Mein Reden. Freiheit und Eigenverantwortung beginnt erst mit Chancengleichheit, Gleichberechtigung und Wirtschaftsdemokratie. Alles andere führt ausschließlich zu einem pervertierten Freiheitsbegriff des Kapitals. |
| Demon17 | [QUOTE]Derzeit werden auf der Welt 40 Kriege/bewaffnete Konflikte ausgetragen und es besteht trotz steigender Nahrungsmittelproduktion effektiv für einen immer größern Teil der Menschheit Nahrungsmittelknappheit auf Grund ungleicher Verteilung.[/QUOTE] Ich sprach von Kriegen, nicht von irgendwelchen Guerilla Bewegungen, oder Stammesfehden. [QUOTE]Laut UNICEF ist Kuba übrigens das einzige Land in Lateinamerika und der Karibik, in dem keine Unterernährung besteht, das nur mal so am Rande. [/QUOTE] Kuba isz ein gutes Beispiel, auch die gerechte Verteilung der Armut führt irgendwann zum Hunger. Große Teile des Ackerlandes liegen brach und mehr und mehr Privatwirtschaft (also Kapitalismus) wird zugelassen. [QUOTE]Die Geburtenrate resultiert in erster Linie auf Industrialisierung und Gesellschaftsordnungen, in denen Kinder nicht mehr zur Altersvorsorge benötigt werden[/QUOTE] Die Kindersterblichket sinkt halt durch die bessere Ernährung und Gesundheitsversorgung. Es gibt eine Phase, die Europa im 19. Jahrhundert hatte, in der die Bevölkerung rapide wächst, Deswegen duert es relativ lange bis ein breiter Wohlstand alle Schichten erreicht und doch ist es besser als die die Zustände im Feudalismus. [QUOTE]Freiheit und Eigenverantwortung beginnt erst mit Chancengleichheit, Gleichberechtigung und Wirtschaftsdemokratie.[/QUOTE] Auch die Paare in den Schwellenländer sind durchaus zur Empfängnisverhütung in der Lage, besonders wenn das von der Regierung und NGO's unterstützt wird. Wer 10 Kinder in die Welt setzt, darf sich halt nicht wundern wenn es Arbeitslosigkeit gibt. Du zäumst das Pferd von hinten auf. Du setzt einen entwickelten, demokratisierten Kapitalismus voraus und erklärst alle Menschen, deren Länder dieses Niveau noch nicht erreicht haben für unmündig. Das ist diese pervertierte Gutmenschenlogik, die die Lösung der Probleme an einen anonymen Staat, oder irgendein System deligiert, was regelmäßig schief geht. Du denkst zu statisch. Es gibt weder Gleichgewichte noch Gerechtigkeit, nur Dynamiken die man teilweise beeinflussen kann. Wer sie zu sehr beschneidet, erschafft ein verkümmertes System, das nicht zukunftsfähig ist. Man muss sich dieser Dynamiken vielmehr bedienen und der menschliche Egoismus ist nun einmal der Treibstoff dieser Dynamik. Das einzig gute an dieser Wirtschaftskrise ist, dass der angloamerikanische Neoliberalismus kräftig was auf die Schnauze gekriegt hat. Vielleicht lernen sie es ja noch ... |
| xMoriturusx | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Ich sprach von Kriegen, nicht von irgendwelchen Guerilla Bewegungen, oder Stammesfehden.[/quote] Meine Benennung unterliegt der allgemeingültigen Definition von "Krieg" und "bewaffneter Konflickt" der renomierten Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF) [QUOTE]Kuba isz ein gutes Beispiel, auch die gerechte Verteilung der Armut führt irgendwann zum Hunger. Große Teile des Ackerlandes liegen brach und mehr und mehr Privatwirtschaft (also Kapitalismus) wird zugelassen.[/QUOTE] Wie gesagt ist auf Kuba die Versorgung der Bevölkerung besser als in allen anderen lateinamerikanischen Ländern, die am Tropf der USA hängen. Nenne bitte 1 seriöse Quelle die das Gegenteil besagt. Was in Kuba an Privatwirtschaft betrieben wird lässt sich zudem nicht mit Kapitalismus gleichsetzen, sondern mit mehr Autonomie, sprich Demokratisierung, die leider erst vollständig umgesetzt werden kann, wenn die USA international entmachtet ist, denn nach mehr als 600 gescheiterten Anschlägen der CIA wäre auf Kuba ein demokratischer Sozialismus bis dato undenkbar. [QUOTE]Du setzt einen entwickelten, demokratisierten Kapitalismus voraus und erklärst alle Menschen, deren Länder dieses Niveau noch nicht erreicht haben für unmündig. Das ist diese pervertierte Gutmenschenlogik, die die Lösung der Probleme an einen anonymen Staat, oder irgendein System deligiert, was regelmäßig schief geht.[/QUOTE] Du setzt einen entwickelten, demokratisierten Kapitalismus als anstrebenswert voraus und ich nicht, darin liegt der einzige Unterschied zwischen Deiner und meiner Logik, denn Du erklärst alle Menschen, die unsere westliche Unkultur noch nicht erreicht haben als zurückgeblieben, nicht zukunftstauglich, und entmündigst sie, sich der Marktideologie zu entziehen. Du möchtest den anderen Ländern mit Deiner Kapitalismus-These ein Modell aufzwingen und nicht ich, der für eine freie und souveräne Entwicklung plädiert. Tatsächlich ist der 3. Welt nicht damit geholfen, dass deren Rohstoffe von amerikanischen und europäischen Konzernen erschlossen werden, sondern es wäre ihnen geholfen, wenn sie dies selber tun würden und dahingehend sogar unterstützt würden. Was haben Hunderstausend MC Donalds Kühe auf den abgeholzten Waldflächen in Brasilien bitte schön zu suchen? Ist dies nicht nahe zu grotesk in einem Land, in denen heute Millionen Menschen in Favelas leben. Traust Du den Menschen in Brasilien, die schon lange nicht mehr in der Steinzeit leben, nicht zu, dass sie die Flächen selber landwirtschaftlich erschließen könnten, wie sie es Generationen zuvor getan haben? Soll das etwa die gelobte Eigenverantwortung sein, von der Du gesprochen hast? |
| Demon17 | [QUOTE]Du setzt einen entwickelten, demokratisierten Kapitalismus als anstrebenswert voraus und ich nicht, darin liegt der einzige Unterschied zwischen Deiner und meiner Logik, denn Du erklärst alle Menschen, die unsere westliche Unkultur noch nicht erreicht haben als zurückgeblieben, nicht zukunftstauglich, und entmündigst sie, sich der Marktideologie zu entziehen. Du möchtest den anderen Ländern mit Deiner Kapitalismus-These ein Modell aufzwingen und nicht ich, der für eine freie und souveräne Entwicklung plädiert.[/QUOTE] Meinetwegen können sie leben wie sie wollen, doch ich habe nicht vor für den Ausgleich der Einkommensunterschiede zu bezahlen. Im übrigen ist Kuba nicht mehr weit vom Ende. Es verfällt doch alles. Ist nur eine Fage der Zeit. Ohne die Dollars und Euros der Touristen aus kapitalistischen Ländern wär es schon längs soweit. Auch halte ich den Kapitalismus, oder die soziale Marktwirtschaft nicht für das erstrebenswerte Endziel. Ich sehe mich als Postmaterialist und empfinde es als lästig über die Defizite des Materialismus überhaupt nachzudenken. Das setzt natürlich eine relativ sichere ökonomische Basis voraus, die ich zum Beispiel durch die Schuldenkrise einiger EU - Länder gefährdet sehe. |
| lizard | [QUOTE][i]Original geschrieben von Zweiundvierzig [/i] [B]Ein Vortrag eines sich wichtig nehmenden Doktors, welcher vom raffenden und schaffenden Kapital schwadroniert. Toll! Fein macht er das und dabei hält er sich auch noch für einen Pionier der Kapitalismuskritik. Dumm nur, dass ähnliche Thesen schon vor 70 Jahren von Menschen wie Gottfried Feder postuliert worden sind. Im letzten Teil des achtteiligen Videos kommt er zu der Erkenntnis, dass er keine Alternative kenne und nur der liebe Gott uns helfen mag. Klasse. Ich fühle mich irgendwie verarscht und um meine Zeit bestohlen! [/B][/QUOTE] ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, dir zu erklären, wieso dein beitrag falsch ist. ich versuche es einfach mal, mal sehen wie weiti ich komme: 1. auch ein "sich wichtig nehmender doktor" kann manchmal kluge und nützliche dinge sagen. es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass er ein paar kluge dinge sagt, denn er hat sich offensichtlich sehr lange mit dem thema beschäftigt. ich kann zB richard dawkins nicht leiden, weil er ein arrogantes arschloch ist, aber ich stimme mit dem kern seiner aussagen trotzdem überein. 2. der mann "schwadroniert" darüber, wie es sein kann, dass heutzutage bei 97% aller geschäftsabschlüsse geld für anderes geld gekauft wird. ich konnte mir vorher beim besten willen nicht erklären, wie es sein kann, dass weltweit einerseits die lebenslittelpreise steigen und andererseits tausende tonnen lebensmittel im lager vergammeln. jetzt verstehe ich es und es kotzt mich an. 3. hättest du, statt dich über die aufgeblasene persönlichkeit des mannes lustig zu machen, seinen inhalten zugehöert, hättest du verstanden, dass es durchaus lösungen für die probleme in der heutigen wirtschaft gibt. die meisten regierungen sind bloß zu kurzsichtig oder zu korrupt um sie durchzusetzen. . . . . |
| Demon17 | Mein lieber Lizard, mich kotzt das auch an. Das ist ja gerade das System des angloamerikanischen Finanzkapitalismus, das im Grunde kaum noch etwas produziert wird und irgendwelche fiktiven Finanzprodukte im Sekundentakt durch die Börsen der Welt ventiliert werden. Eine sinnentleertes Geldgeschiebe, dem die letzten Reste der Realwirtschaft in diesen Ländern weitgehend zum Opfer gefallen sind. Die Deindustrialisierung ist nirgendwo soweit fortgeschritten wie in den USA und England. Deutsche Finanzminister fluchen seit Jahrzehnten über diese Hedgefonds, die sie als Heuschrecken bezeichnen, die sich vom Staat billig Geld leihen, der Zinssatz mit dem die USA den Banken Geld leihen liegt zwischen 0-0,5%, um damit Unternehmen zu kaufen, diese auszuschlachten und ihnen dann noch die Übernahmekosten aufzubürden. Auf diese Weise wurden Millionen von Arbeitsplätzen vernichtet. Jeder weitsichtige Unternehmer legt natürliche Reserven an die nicht unbedingt in de Büchern auftauchen, weil man sie sonst versteuern müsste. Solche Unetrnehmen werden besonders gerne Übernommen, bei Aktengesellschaften oft geen den Willen der Belegschaft und des Managements um sie entsprechens Auszubeuten. Aber was soll man schon erwarten von einem System, in dem Vorstände an Quartalsgewinnen gemessen werden und die Zocker im Sekundentakt auf Bruchteile von Cent-Profiten spekulieren. Da kann doch gar keine Planung in Jahrzehnten mehr erfolgen. Das muss doch einehektische kurzatmige Profitorientierung zur Folge haben, die schon auf mittlere Sicht den Bestand eines Unetrnehmens gefährdet und jede mittelfristige Planung der hirnamputierten Hysterie der Finanzmärkte opfert. |
| Scheol | Nicht der Kapitalismus ist das Problem, sondern die Art wie man damit umgeht. Die momentane Attitüde ist mehr als mangelhaft. Neoliberales Denken zerstört vieles von dem, was aufgebaut wurde. Es ist völlig unlogisch, dass der Markt sich selbst kontrolliert. Das ist ein Irrtum. Dennoch kann man auch in einem Kapitalismus verantwortlich für soziales und Menschenrechte einstehen. Das dies momentan nicht geschieht sehen wir am Thread-Thema. Was bringt es, Milliarden zu verschieben, weitere Schulden zu machen und damit das ganze Gebäude zum wackeln zu bringen. Die Frage ist schnell beantwortet. Die Banken verdienen daran eine Menge Geld. Der Rest bleibt auf der Strecke. |
| JohnSteed | Alles aus einer Haltung des schwülstigen Deutschnationalismus zu sehen, ist ziemlich vorgestrig. Wir sind Europäer, keine Amerikaner, keine Asiaten. Nun, ich weiss wir sind wenige, aber vielleicht könnten wir mehr werden, wir die Europapatrioten. Irland ist Teil unserer Heimat, Teil unseres Landes. Teil unserer Kultur. Es darf nicht abstürzen! |
| Zweiundvierzig | Es ist nun der Zeitpunkt gekommen, wo es wirklich gefährlich wird. Die Anleger verlieren ihren Verstand. Fundamentaldaten interessieren nicht mehr. Es zählt nur noch die Psychologie. [url]http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,732143,00.html[/url] |
| Hugin & Munin | [QUOTE][i]Original geschrieben von JohnSteed [/i] [B]Alles aus einer Haltung des schwülstigen Deutschnationalismus zu sehen, ist ziemlich vorgestrig. Wir sind Europäer, keine Amerikaner, keine Asiaten. Nun, ich weiss wir sind wenige, aber vielleicht könnten wir mehr werden, wir die Europapatrioten. Irland ist Teil unserer Heimat, Teil unseres Landes. Teil unserer Kultur. Es darf nicht abstürzen! [/B][/QUOTE] Um Völker zu versklaven und jede Widerstandsregung zu brechen, ist es hilfreich ihnen ihre nationale Identität zu nehmen. Einem Einheitsbrei, denn ich dann noch nach belieben gegeneinander ausspielen kann und der nicht mehr weiss wo oben und unten ist, fällt es schwerer auf zu stehen und das bestehende System zu stürzen. Das wussten schon die Gründer der Sowjetunion und das weiss man natürlich auch in Brüssel. Und Völker versklaven - nichts anderes machen Banken und Regierungen derzeit mit den Völkern Europas. Die einen werden kaputt gespart und die anderen werden ausgequetscht. Wir sind keine Iren und Irland ist auch nicht Teil unserer Kultur, das ist Blödsinn. Und ich denke die Iren wollen auch gar nicht das wir Teil ihrer Kultur sind. Europa lebt von der Vielfalt und Eigenständigkeit seiner Völker und nicht von "Europatrioten". Die einzigen, die diesen Mist wirklich glauben sind m.E. in der Tat wir Deutschen - und damit wurde das Hauptziel der EU begründer ja auch erreicht. Nahezu alle Länder benutzen die EU mehr oder weniger offen zur Durchsetzung nationaler Interessen. Wer da die blaue Brille auf hat ist der Dumme. Und der Dumme darf in erster Linie zahlen. |
| Hugin & Munin | @ Zweiundvierzig US $ und Euro sind unrettbar verloren. Es geht nur noch darum, das unvermeidliche hinaus zu zögern um sich in eine günstige Ausgangsposition für das danach zu bringen und um dem jeweils anderen den schwarzen Peter für einen Crash zu zu schieben. Unter diesem Gesichtspunkt muss auch das Verhalten der angloamerikansichen Ratingagenturen gesehen werden. Nicht wenige US Bundesstaaten sind mindestens so pleite wie Irland oder Griechenland. Völlig unbeachtet von unseren Mainstreammedien hatten wir in den letzten Tagen in Irland übrigens einen Bankrun. Iren haben ihre Konten leer geräumt, da wurden dem Finanzsystem einige Milliarden Euro entzogen. Die meisten Banken in Europa sind mittlerweile Zombies, die auf der Stelle umfallen wenn es den Voodoopriester (die EZB) nicht mehr geben würde. |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von Hugin & Munin [/i] [B]Um Völker zu versklaven und jede Widerstandsregung zu brechen, ist es hilfreich ihnen ihre nationale Identität zu nehmen. Einem Einheitsbrei, denn ich dann noch nach belieben gegeneinander ausspielen kann und der nicht mehr weiss wo oben und unten ist, fällt es schwerer auf zu stehen und das bestehende System zu stürzen. ... [/B][/QUOTE] Nein, andersrum wird ein Schuh daraus, wir erleben derzeit die Wiederauferstehung des Krankheitsbildes des 19.Jahrhunderts, dem Nationalismus. Aber Deutschnationalismus ist Irrsinn. Es gibt keine deutsche Leitkultur, es gibt die sächsische,friesische oder bayerische Regionalkultur. Ein Vereinigtes Europa hätte den überaus grossen Vorteil, dass natürlich gewachsene Länder zu Verwaltungseinheiten gemacht werden könnten, keine Verwaltungsgemeinschaften mehr, wie z.B. Deutschland. Im vereinten Europa gäbe es dann die Bundesstaaten Katalanien, Schottland und Bayern und andere.... Das für das deutsche nationbuilding völlig ungeeignete Berlin wird dann noch benötigt, um die Stiftung Preussischer Kulturbesitz zu verwalten, zur Freude der dann ehemaligen süddeutschen Bundesländer. Das was wir gegenwärtig, namentlich seit der deutschen "Einheit" haben, ist der totale Einheitsbrei, nach der Konstituierung der Vereinigten Staaten von Europa wäre das Naturrecht: Selbstbestimmungsrecht der Völker wieder hergestellt. Der historische Irrtum von 1871 wäre dann etwas spät, aber immerhin getilgt. Durch das Keltentum sind die Iren Teil der bayerischen Kultur, in der Tat. Gesamtdeutschland, das sind eigentlich Slawen, die jedem, der es nicht hören will, mit auf den Weg geben, sie wären Germanen. Eine Lüge, die eben seit 1871 bei simplen Hirnen durchaus funktionert. |
| Demon17 | Vor zwei drei Wochen pumpte die Fed, die Zentralbank der USA nochmal 600 Milliarden in den Wirtschaftskreislauf umd den Dollar billiger zu machen. Der Euro stieg auf 1,40$. Ein zwe Wochen später gab Schäuble ein Interview, indem er sagte, dass die Gläubigerbanken der Krisenländer zur Begleichung deren Schulden mitherangezogen würden, falss diese Zahlungsunfähig würden und nur mit Steuergeldern anderer Euroländer über Wasser gehalten werden könnten. Das Ganze kostet Deutschland 6 Milliarden Kredithaftung und der Euro liegt wieder bei 1,30$. Wie gesagt eine komfortable Position, wenn alles klappt verdient Deutschland noch an den Krediten, da es Geld für ca. 2,5% leiht und für mehr als 5% verleiht. Der Euro ist noch lange nicht am Ende, aber wenn es so weitergeht wird der Yuan bald die Leitwählung der Welt. |
| Hugin & Munin | Das Problem ist, dass die P.I.G.S Staaten dieses Geld von sich aus aber nie zurück zahlen könnten. Sie können das nur, indem die EZB ihre Staatsanleihen aufkauft (die kein privater Investor mehr haben will) - mit Geld das aus dem nichts gedruckt wird. Das läuft exakt genau so wie bei der FED. Der Preis dafür wird weiterer Vertrauensverlust in den Euro und eine weitere Entwertung desselbigen sein. Und den Preis zahlen wir alle. Und zum propagandistisch ausgeschlachteten Exportaufschwung, den wir ja dem schwachen Euro verdanken: Auch hier das gleiche Spiel. Unsere Exportumsätze bestehen zum Großteil aus FORDERUNGEN an ausländische Schuldner. Sowohl Realwirtschaft als auch der Bankensektor verbuchen Forderungen, von denen nicht klar ist ob sie je zurück gezahlt werden, als Umsatz bzw. Guthaben. Alles eine große Luftnummer. |
| Demon17 | Wie sagte Göring doch als die totale Niederlage Deutschlands abzusehen war und er Karimhall sprengen ließ: "12 Jahre gut gelebt" So muß man das sehen. Im Momet haben wir eine reativ hohe Beschäftigung und wenn der große Crash kommt, sind sowieso alle Pleite und wir besinnen uns auf grundlegende Werte. Sie es mal so, verglichen mit Kapan, das nun seit Jahren Deflation und Minuswachstum erlebt, weil der Yen so astronomisch hoch bewertet ist, dass Sie beim besten Willen die Exporte nicht mehr steigern können, geht es uns doch gut. Ob und wie diese gigantische Kreditblase platzt bleibt abzuwarten. Durch den Euro werden die USA jedenfalls ihre Zeche weitgeend selber zahlen und die Rechnung der PIIGS Staaten wird mit Sicherheit in erster Linie von ihne selbst bezahlt. |