| Ronin76 | Obwohl rechtlich legal, gibt es in Deutschland große Vorbehalte wenn ein 39-jähriger Mann eine Beziehung zu einer 16-jährigen Frau hat. Das führt zB dazu, daß ein Politiker nicht für einen Landtag kandidieren darf, weil dies angeblich Wählerstimmen kosten würde. Wir schreiben das Jahr 2011, und doch existieren Zustände wie anno 1950. Die Zeit ist in manchen Dingen stehengeblieben, oder ? [URL=http://www.taz.de/CDU-Nordchef-tritt-wegen-16-jaehriger-zurueck/!76258/]Der Fall Boetticher[/URL] |
| TheTurningPoint | Er hätte offen zu seiner Liebe stehen sollen, zumal wenn sie rechtlich legal war/ist. Vielleicht hätte sogar genau das zusätzliche Wählerstimmen gebracht, von wegen Aufrichtigkeit, eigenem Willen und so. Nun hat er beides verloren. |
| Kinch | [quote]Er hätte offen zu seiner Liebe stehen sollen [/quote] Aus taktisch politischen Kalkül heraus wäre das vielleicht klüger gewesen; man kann ihm aber imho nicht vorwerfen, dass er das nicht getan hat. Sein Liebesleben geht niemanden außer den direkt Involvierten etwas an. Mitleid kann ich für ihn dennoch nicht aufbringen; wer in der CDU ist muss eben mit sowas rechnen. |
| Ronin76 | [QUOTE] Er hätte offen zu seiner Liebe stehen sollen, zumal wenn sie rechtlich legal war/ist. Vielleicht hätte sogar genau das zusätzliche Wählerstimmen gebracht, von wegen Aufrichtigkeit, eigenem Willen und so. Nun hat er beides verloren. [/QUOTE] So hatte es ihm ja Carstensen laut Bericht geraten. Jedoch, wäre die mittlerweile eh längst Verflossene eine ungefähr Gleichaltrige gewesen, hätte es Niemanden interessiert. Daß er etwas Privates nicht veröffentlichen will, kann man ihm ja kaum verübeln, zumal es nicht um Illegalität geht und das eigentlich Niemanden etwas angeht. Ich finde es ja immer mega spießig wenn Kandidaten in Zeitungen ihre Lebensläufe veröffentlichen lassen, bzw die einfach ungefragt veröffentlicht werden. Haben denn Politiker kein Recht auf Privatsphäre, nur weil sie ständig in der Öffentlichkeit präsent sind ? |
| Evillight | [QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin76 [/i] [B].... Haben denn Politiker kein Recht auf Privatsphäre, nur weil sie ständig in der Öffentlichkeit präsent sind ? [/B][/QUOTE] Ja, aber als Volksvertreter sollte man sich an adäquate Sitten halten. Sodomie ist ja auch nicht mehr strafbar. Dennoch hätte ich meine Probleme damit, wenn mein Landesvater sonntags hierfür in den Streichelzoo geht. Hier haben wir es auch nur mit Legalität am Rande des Möglichen zu tun. Beide Seiten (inkl Umfeld) hätten die Beziehung gutgeheissen? Was sind das für Eltern, die ein 16-jähriges Kind, äh pardon eine "junge Frau" mit nem Enddreissiger verkehren lassen. [url]http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__182.html[/url] Schön jedenfalls, dass Vati und Mutti dafür waren und das keine Gegenleistungen flossen. 16-jährige stehen bekanntlich nun mal auf gestandene und solvente Herren. |
| Kinch | [quote]Dennoch hätte ich meine Probleme damit, wenn mein Landesvater sonntags hierfür in den Streichelzoo geht. [/quote] Und welche Probleme? [quote]Hier haben wir es auch nur mit Legalität am Rande des Möglichen zu tun. [/quote] Ja und? Auch 50 in einer 50er Zone zu fahren ist „Legalität am Rande des Möglichen“. [quote]Was sind das für Eltern, die ein 16-jähriges Kind, äh pardon eine "junge Frau" mit nem Enddreissiger verkehren lassen. [/quote] Eltern die denken, sie haben ihr Kind zu einem selbstverantwortlichen Menschen erzogen? [quote]Schön jedenfalls, dass Vati und Mutti dafür waren und das keine Gegenleistungen flossen. 16-jährige stehen bekanntlich nun mal auf gestandene und solvente Herren. [/quote] Möglicherweise ist nicht jeder Mensch so oberflächlich, wie du denkst. |
| Ronin76 | [QUOTE]Und welche Probleme?[/QUOTE] Vielleicht Eifersucht und die Angst verlassen zu werden. :D Er schrieb ja von seinem (allerliebsten ?) Landesvater. |
| Elementarsatz | [QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin76 [/i] [B]Obwohl rechtlich legal, gibt es in Deutschland große Vorbehalte wenn ein 39-jähriger Mann eine Beziehung zu einer 16-jährigen Frau hat. Das führt zB dazu, daß ein Politiker nicht für einen Landtag kandidieren darf, weil dies angeblich Wählerstimmen kosten würde. Wir schreiben das Jahr 2011, und doch existieren Zustände wie anno 1950. Die Zeit ist in manchen Dingen stehengeblieben, oder ? [URL=http://www.taz.de/CDU-Nordchef-tritt-wegen-16-jaehriger-zurueck/!76258/]Der Fall Boetticher[/URL] [/B][/QUOTE] Jeder wird an seinem eigenen Anspruch gemessen. Lolita-Beziehungen passen eben schlecht in das angebliche Profil der "wertkonservativen" Christdemokraten. |
| Kampfsau | [QUOTE]Er hätte offen zu seiner Liebe stehen sollen, zumal wenn sie rechtlich legal war/ist. Vielleicht hätte sogar genau das zusätzliche Wählerstimmen gebracht, von wegen Aufrichtigkeit, eigenem Willen und so. Nun hat er beides verloren.[/QUOTE] Ich verurteile diese Beziehung jetzt nicht, wie sollte ich das auch können? Schließlich war es 1. völlig legal 2. bestand für niemanden irgendein Zwang und 3. kann man als Außenstehender sowieso nicht beurteilen was zwischen den beiden war. Wenn man selber mit jemanden eine Beziehung hat und sich andere darüber das Maul zerreissen, dann mag man das schließlich auch nicht. Tja, ich finde auch er hätte offen dazu stehen sollen. Andererseits wäre es nicht das erste Mal, dass ein Politiker oder Karrieremensch eine Beziehung für seine Karriere aufgibt. Frag doch mal viele der ehrgeizigen jungen Menschen da draußen die Studieren oder sich grad irgendwo hocharbeiten. Da gibt es viele die sagen, für die Ausbildung und der Beruf der ihnen entspricht würden sie auch in Kauf nehmen, dass ihre Beziehung gefährdet wird. Wenn jemand seinen Studiengang oder seine Uni danach aussucht, wo er seinen Schatz am häufigsten sehen kann, kann dies sicherlich tuen aber es gibt auch genug Menschen, die ihre eigene Zukunft nicht völlig aus den Augen verlieren wollen. [QUOTE]Was sind das für Eltern, die ein 16-jähriges Kind, äh pardon eine "junge Frau" mit nem Enddreissiger verkehren lassen. [/QUOTE] Sollen jetzt auch die Eltern als schlechte Eltern in Misskredit gebracht werden? Mich würde das wohl auch sehr misstrauisch machen als Vater aber mir wäre durchaus bewusst, dass ich da eigentlich nichts großartig dran ändern könnte. Ich könnte z.B. nicht wirklich sagen dass eine solche Beziehung allein aufgrund des Altersunterschieds nicht ernstgemeint ist. Eine Mitschülerin von mir hat sich auch in einen mittdreißiger verliebt als sie so 16/17 Jahre alt war und war mit dem Herren auch ungefähr 5 Jahre zusammen. Und selbst wenn er es nicht ernst meinen würde, ich könnte nur versuchen ihr das auszureden. Außerdem kann man von jemanden der nur 2-3 Jahre älter ist, emotional und körperlich doch genausogut ausgenutzt werden. Darüber hinaus kann man einer 16 Jährigen sowieso nicht sagen was sie zu tun und zu lassen hat. Was soll man da als Eltern denn machen? Das Mädchen einsperren? Ihren Willen missachten? Die muss nunmal ihre eigenen Entscheidungen treffen oder Fehler machen. |
| Seneca | Sagen wir es mal so, ich kenne die Problematik weil ich in einer ähnlichen Situation bin und von beiden Seiten der Famillien zu häufig auf dem Thema herumgehackt wird, auch wenn der Herr Boetticher uns in Punkto Altersdifferenz noch mal um 9 Jahren getoppt hat. Was wir hier erleben ist typische Doppelmoral...entweder etwas ist legal und damit moralisch vertretbar oder nicht. Komisch käme ich mir allerdings schon vor mit einer Frau die DEFINITIV und im ganz bürgerlich familiären Sinne meine Tochter sein könnte...mein Vater war auch 23 als ich geboren wurde. Solange man rechtlich nicht belangbar ist kann man es moralisch auch nicht sein, wem das nicht passt der ändere etwas an der Gesetzeslage. Leerverkäufe an der Börse sind ja auch nicht illegal oder unmoralisch, nur desaströs. |
| Evillight | [QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin76 [/i] [B]Vielleicht Eifersucht und die Angst verlassen zu werden. :D Er schrieb ja von seinem (allerliebsten ?) Landesvater. [/B][/QUOTE] Ok, Du hast es nicht verstanden. Von einer Ablehnung der Person zu "allerliebst" zu kommen, ist mir aber ein zu hoher Logiksprung, als dass ichs versuchen wollte, Dir zu erklären. Wer als Landesvertreter die Menschen seines Landes zu vertreten hat, von dem erwarte ich Vorbildfunktion. Er hats bei seinem Rücktritt jedenfalls begriffen. @Kinch Klar, wenn sich ein 39jähriger an eine Schülerin ranmacht, ist dies sicherlich vergleichbar, wie nach StVo zu fahren und wahrscheinlich sind alle 16-jährige verantwortungsbewusst erzogene Menschen. Nach 'Pisa' können viele nicht mal richtig lesen und schreiben. Das da sicherlich nicht zwei ebenbürtige Kaliber aufeinandertrafen, sollte wohl klar sein. Aber schaffen wir wenigstens die Voraussetzungen dafür, den Kindern gleich mal die Verantwortung aufzulegen, falls was passiert. |
| Kinch | [quote]Klar, wenn sich ein 39jähriger an eine Schülerin ranmacht, ist dies sicherlich vergleichbar, wie nach StVo zu fahren [/quote] Dein Einwurf war, dass das Legalität am Rande des Möglichen sei; und ich wollte wissen, was daraus nun folgt. Dass das eine „minderwertige“ Legalität ist? [quote]und wahrscheinlich sind alle 16-jährige verantwortungsbewusst erzogene Menschen [/quote] Geht das bei dir eigentlich immer so? Entweder sind [i]alle[/i] 16 Jährige dumme oder [i]alle[/i] 16 Jährige reife Menschen? Dass einige reifer sein können als andere, ist in deinem Weltbild nicht vorgesehen? Dass du die Personen gar nicht kennst und menschlich daher nicht beurteilen kannst, dass ist für dich nicht vorstellbar, oder? |
| solipsismus | Ich finde die Beziehung allerdings problematisch, weil ich mir schon Gedanken mache, ob die 16-jährige sich damit wohlfühlt, aber [i]wenn[/i] nichts Illegales gelaufen ist, sehe ich genau so wenig ein, warum er zurücktreten sollte. |
| Kinch | [quote][i]Zitat von solipsismus [/i] Ich finde die Beziehung allerdings problematisch, weil ich mir schon Gedanken mache, ob die 16-jährige sich damit wohlfühlt, [/quote] Na ja, sie wird die Beziehung wohl nicht eingegangen sein, wenn nicht. Und sollte sie erst später erkannt haben, dass die Beziehung nicht möchte, kann sie diese ja auch einfach beenden. |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kinch [/i] [B]Na ja, sie wird die Beziehung wohl nicht eingegangen sein, wenn nicht. Und sollte sie erst später erkannt haben, dass die Beziehung nicht möchte, kann sie diese ja auch einfach beenden. [/B][/QUOTE]Hat sie ja offenbar auch! der Vorwurf der zum Rücktritt führte war ja nicht das da was ist...sondern das da letztes Jahr mal was war. Man nennt das auch "Leichen im Keller suchen". Ist ein probates Mittel um gefährliche Politiker, Kollegen oder Lebenspartner abzuservieren. man fuíndet doch bei jedem was...bei erfolgreichen frauen um die 40-50 tauchen dann z.B. Nacktbilder auf die mit 19 für irgendwelche Magazine gemacht wurden, damals aber keinen interessiert haben. Die Bildzeitung druckt ja täglich solche Bilder ab um die ganzen Frauen im Erfolgsfall später damit zu erpressen ;) |
| Kampfsau | [QUOTE]und wahrscheinlich sind alle 16-jährige verantwortungsbewusst erzogene Menschen. Nach 'Pisa' können viele nicht mal richtig lesen und schreiben.[/QUOTE] Ich kann die Logiksprünge nicht nachvollziehen. Zum einen unterstellst du 16 Jährigen pauschal, sie können nicht richtig lesen und schreiben, was an sich schon recht gewagt ist und falls nicht, dies doch genausogut ältere Leute betrifft. Und weiter stellt sich für mich irgendwie auch die Frage, was das jetzt mit Beziehungen zu tun hat. Es gibt auch 30 Jährige die sehr schlecht lesen und schreiben können, dürfen die auch keine Beziehungen nach ihrem eigenen Ermessen haben? Und was ist jetzt für dich die konkrete Konsequenz? Meinst du man sollte den Mann einsperren? Ehrlich gesagt, selbst wenn 16 Jährige oft unvernünftig sind und nicht viele Erfahrungen haben. Sie sind immer noch eigenständige Lebewesen, die selber über ihr Leben bestimmen können sollten. Wer mit 16 keinen eigenen Willen hat, der wird diesen niemals bekommen. Wer soll denn sonst über die Kinder entscheiden? Irgendwelche konservativen Eltern die angeblich viel besser wissen, was die "Kinder" wirklich wollen? Und wie soll man denn sonst Erfahrungen sammeln können und sich selber kennenlernen, wenn man nicht auch mal das tuen könnte, wonach man sich fühlt? Wir reden hier schließlich nicht von einer Vergewaltigung. Für mich sind 16 Jährige jedenfalls keine Kinder mehr. [QUOTE]Klar, wenn sich ein 39jähriger an eine Schülerin ranmacht, ist dies sicherlich vergleichbar, wie nach StVo zu fahren[/QUOTE] Leider merkst du selber nicht, dass deine Ablehnung keinerlei rationale Begründung hat. Früher vor vielleicht 60-70 Jahren, da hat man genauso über homosexuelle Beziehungen geredet. Einer der Vordenker bei der Computerentwicklung Alan Turing wurde damals in einer grausamen Therapie chemisch kastriert und in den Selbstmord getrieben. Und heutzutage darf eine 16 Jährige halt nicht mit einem über 30 Jährigen zusammensein. Die Leute finden es ja häufig schon seltsam, wenn der Altersunterschied bei 5 oder mehr Jahren liegt. Das ist einfach so eine anerzogene Grenze im Hinterkopf. Früher waren halt Unverheirate die Sex hatten verteufelt, Politiker die eine Scheidung hinter sich hatten, wurden unwählbar und heute hat man halt noch andere Grenzen im Kopf. |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kampfsau [/i] [B]Die Leute finden es ja häufig schon seltsam, wenn der Altersunterschied bei 5 oder mehr Jahren liegt.[/B][/QUOTE]Allerdings...bei meiner Partnerin und mir sind es 14 Jahre und selbst nach 3 Jahren ist das auf jedem Familientreffen und jedem Omabesuch wieder und wieder ein Thema. Ich habe ehrlich gesagt ganz klar den Eindruck dass die Welt derzeit wieder mit Vollgas auf die enge Mentalität der 50er zureitet... obwohl... bis in die 50er galt ja in D-land eine Frau mit 16 als uneingeschränkt ehefähig. Das Höhere Mindestalter kam ja erst nach der Pille. |
| hagzissa13 | [QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i] [B]Er hätte offen zu seiner Liebe stehen sollen, zumal wenn sie rechtlich legal war/ist. Vielleicht hätte sogar genau das zusätzliche Wählerstimmen gebracht, von wegen Aufrichtigkeit, eigenem Willen und so. Nun hat er beides verloren. [/B][/QUOTE] sehe ich genauso. |
| Julya | Ich finde es schlimm, daß ein Politiker in heutiger Zeit über eine [i]Liebe[/i] stürzen kann. Da alles legal war, geht das [b]niemanden[/b] außer die Beteiligten etwas an. Auch, wenn die Umstände vielleicht nicht ""normal"" waren, nehme ich ihm dennoch seine Worte ab. Da wird sehr viel Druck hinter sein und das tut mir menschlich für ihn leid. |
| Nix | Ich finde es peinlich, wenn ein fast 40jähriger Anwalt über seine Liebelei mit einer 16jährigen stolpert. Zum Fremdschämen. |
| Waldemar | Ja... sehr zum schämen. Oh man.. Was ein Dummgesülze ... Jeden seine Privatsache und solche "moralischen" Urteile sind noch viel mehr zum Schämen. |
| solipsismus | [quote][i]Original geschrieben von Kinch[/i] Na ja, sie wird die Beziehung wohl nicht eingegangen sein, wenn nicht. Und sollte sie erst später erkannt haben, dass die Beziehung nicht möchte, kann sie diese ja auch einfach beenden.[/quote] Das lässt außer Acht, dass es ein Machtgefälle zwischen den beiden gab. Das wäre schon der Fall, wenn es ich um Schüler/in und Lehrer/in handeln würde. So nett alle Beteiligten auch sind, Alter/Position können eine Person durchaus einen Vorteil in einer Beziehung einräumen (natürlich gibt es auch die Möglichkeit, dass eine jüngere Person in einer Beziehung die Fäden in der Hand hat, weil sie einfach reifer ist oder whatever) - in jedem Falle kann es Ungleichgewichte geben, die auf "natürliche" Art vorhanden sind, sobald es einen größeren Altersunterschied gibt. |
| Kinch | [quote]Das lässt außer Acht, dass es ein Machtgefälle zwischen den beiden gab. [/quote] Du meinst geben [i]könnte[/i]; wie es in der Beziehung letztendlich aussah, wissen wir nicht. Und eine Beziehung allein auf die Möglichkeit hin sie könnte dysfunktional verlaufen zu kritisieren, finde ich, ist einfach kein gutes Gesellschaftsmodell. Als Elternteil würde ich mir vermutlich auch entsprechende Gedanken machen, aber letztendlich versuchen abzuschätzen, ob mein Kind die Reife hat die Beziehung zu führen oder nicht. Als Außenstehender sehe ich absolut keinen Anhaltspunkt für eine Bewertung der Beziehung. Abhängigkeitsverhältnisse gibt es schließlich auch jenseits des Altersgefälle; überträgt man die Sichtweise, müsste man schließlich alle zwischenmenschlichen Beziehungen problematisch finden. |
| solipsismus | Der Mann müsste echt wahnsinnig gut in Psychologie sein, damit es keines gegeben hätte. |
| Kampfsau | [QUOTE]So nett alle Beteiligten auch sind, Alter/Position können eine Person durchaus einen Vorteil in einer Beziehung einräumen (natürlich gibt es auch die Möglichkeit, dass eine jüngere Person in einer Beziehung die Fäden in der Hand hat, weil sie einfach reifer ist oder whatever) - in jedem Falle kann es Ungleichgewichte geben, die auf "natürliche" Art vorhanden sind, sobald es einen größeren Altersunterschied gibt.[/QUOTE] Ja aber was ist das denn für eine Argumentation? Dürfen dominante Persönlichkeiten keine Beziehungen mit devoten Persönlichkeiten haben? Dürfen intelligente Partner nicht mehr mit weniger intelligenten Partnern zusammensein? Darf eine Ärztin nicht mehr mit einem Krankenpfleger zusammensein? Wenn man es aus der Perspektive des Machtgefälles sieht, so sind Männer in einer Hinsicht prinzipiell fast immer überlegen, nämlich der Körperlichen. Außerdem ist es doch das, wonach auch heutzutage viele Frauen streben. Sie suchen sich gezielt Männer, die in der Machthirachie besonders hoch stehen. Und wenn eine junge Frau einen älteren Mann schätzt, weil er eher Selbstbewusstsein und Macht ausstrahlt als ein junger Mann der vermutlich noch an seinem Schulabschluss arbeitet, so ist das ebenfalls ihre Sache und nichts Verwerfliches. Was soll man machen? Das Mädchen dazu zwingen auf unreife 17/18 Jährige zu stehen? |
| solipsismus | Ich finde alle von dir genannten Fälle nicht problematisch, so weit ich das überblicken kann. Sorry, hab' keine Energie, das weiter zu diskutieren. |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin76 [/i] [B]Obwohl rechtlich legal, gibt es in Deutschland große Vorbehalte wenn ein 39-jähriger Mann eine Beziehung zu einer 16-jährigen Frau hat. Das führt zB dazu, daß ein Politiker nicht für einen Landtag kandidieren darf, weil dies angeblich Wählerstimmen kosten würde. Wir schreiben das Jahr 2011, und doch existieren Zustände wie anno 1950. Die Zeit ist in manchen Dingen stehengeblieben, oder ? ...[/URL] [/B][/QUOTE] Naja, in einer scheinheiligen, scheinchristlichen Partei gelten halt (immer noch) andere Gesetze als im richtigen Leben. Schlimm wäre es nur, wenn er die Beziehung für sein poltisches Engagement abgewürgt haben sollte.... Ansonsten denke ich, dass 16 schon etwas anderes ist, als 14. |
| Kampfsau | [QUOTE]Ich finde alle von dir genannten Fälle nicht problematisch, so weit ich das überblicken kann. Sorry, hab' keine Energie, das weiter zu diskutieren.[/QUOTE] Die von mir genannten Fälle sind auch nicht problematisch. Nur wenn du damit kommst, die Beziehung sei vom Machtgefälle her zu einseitig, dann frage ich mich, ob die Tatsache dass Macht ungleich aufgeteilt ist ein Argument ist, Beziehungen kein Existenzrecht zuzugestehen. Vor allem da es zu keiner Vergewaltigung oder sonstigem Missbrauch gekommenzusein scheint. |
| Ronin76 | Es gibt soweit ich das zusammenfassen kann, außer vielleicht der Glaubwürdigkeit und dem erwarteten Bild eines CDU-Politikers keine rational überzeugende Argumente, die gegen eine Beziehung 16+39 sprechen. Ich halte es wie Seneca auch für einen Fakt, daß da aus politischen Gründen eine Leiche aus dem Keller geholt wurde. Vermutlich gibt es innerparteiliche Machtkämpfe, denn es wird inzwischen schon der angebliche Kumpel von Boetticher, der Ehemann von Familienministerin Kristina Schröder, Dr. jur. Ole Schröder, neben vielen anderen Kandidaten als möglicher Nachfolger und Folgekandidat erwähnt. Seine Dissertation "Recht der Vertriebsorganisation im deutsch-südafrikanischen Handelsverkehr" ist hoffentlich wasserdicht genug. ;) |
| Selene71 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kampfsau [/i] [B]Frag doch mal viele der ehrgeizigen jungen Menschen da draußen die Studieren oder sich grad irgendwo hocharbeiten. Da gibt es viele die sagen, für die Ausbildung und der Beruf der ihnen entspricht würden sie auch in Kauf nehmen, dass ihre Beziehung gefährdet wird. Wenn jemand seinen Studiengang oder seine Uni danach aussucht, wo er seinen Schatz am häufigsten sehen kann, kann dies sicherlich tuen aber es gibt auch genug Menschen, die ihre eigene Zukunft nicht völlig aus den Augen verlieren wollen. [/B][/QUOTE] Für mich ist auf jeden Fall mein Privatleben wichtiger als mein Job oder eine Karriere. Ich würde für meinen Beruf NIEMALS meine Beziehung aufs Spiel setzen. Denn für mich ist nichts wertvoller als eine harmonische und gut funktionierende Beziehung. Aber das weiß man erst, wenn man so eine führt. ;) |
| Wiwwelle | Ich finde es untragbar das erwartet wird das er öffentlich zu seiner Beziehung stehen sollte um glaubwürdig zu wirken. Muss in Zukunft, nur um glaubwürdig zu wirken für die Allgemeinheit, jeder seine privaten Beziehungen offenlegen? Wie muss man denken, das man tatsächlich glaubt , den Politiker vertraue ich jetzt weil er ganz offen und laut erzählt * Ich habe eine Beziehung zu einer 16jährigen jungen Frau* Wenn es der Öffentlichkeit und der Partei nicht passt , so muss man das Gesetz ändern und das Alter anheben wenn sich dann alle besser fühlen. In meinen Augen hat er diesbezüglich nichts falsches gemacht. Im übrigen mein Mann ist 62 Jahre und ich bin 38 Jahre könnte man auch als verwerflich oder gar pervers empfinden nicht wahr... |
| hagzissa13 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Wiwwelle [/i] [B]Im übrigen mein Mann ist 62 Jahre und ich bin 38 Jahre könnte man auch als verwerflich oder gar pervers empfinden nicht wahr... [/B][/QUOTE] Ja, könnte man. Tut das en gros der Leute hier aber nicht. Ich auch nicht. Und wenn ich die Kritiker (für die das natürlich ein gefundenes Fressen ist, um die eigenen Chancen auf den Sieg oder wenigstens auf mehr Wählerstimmen bei den Wahlen zu vergrößern) richtig verstanden habe, ging es ihnen auch weniger (ich sage nicht NICHT ;) ) um den Altersunterschied per se (da müßten dann auch Joschka Fischer etc. in der Kritik stehen), sondern um die Tatsache, daß die junge Frau eben dies war: sehr, sehr jung. Natürlich gibt es sehr reife junge Menschen, wo das kein Problem darstellt, aber es gibt eben auch - und darum gibt es ja sowas wie Jugendschutz - vermehrt (oder besser mehr als bei Erwachsenen) die Schutzbedürftigkeit eben aufgrund einer gewissen Unreife durch die Pubertät, die sich negativ bei einer solchen Beziehung auf den Heranwachsenden auswirken kann. Selbstverständlich muß das nicht sein, aber es kann. Wenn man das bestreitet, bräuchte es eben keine Gesetze zum Schutze von Jugendlichen in jeder Form. Ich kann mir in diesem Fall kein Bild darüber machen, ob die Kritik berechtigt ist, oder nicht, denn ich kenne die junge Dame nicht und auch den Herren nicht. Rein formal ist alles rechtens gelaufen, also dürfte sich eigentlich niemand beschweren. Ob die junge Dame reif für eine solche Beziehung ist, keine Ahnung. Wenn sie es nicht ist, ist die Kritik berechtigt, wenn sie es ist, unberechtigt. Natürlich kann man, und es werden hier auch hundertprozentig, einige argumentieren, daß das ja auch bei formal erwachsenen nicht geprüft wird/werden sollte, ob einer der beiden oder beide reif genug für eine Beziehung ist und das ist auch vollkommen korrekt, aber da liegt nunmal der Unterschied: Die junge Frau ist eben noch nicht ganz erwachsen, sondern heranwachsend, wodurch zu ihrem eigenen Schutz ein gewisses Augenmerk (was allerdings schon durch die Eltern gewährt werden sollte) walten gelassen werden sollte. |
| Kinch | [quote]Ich kann mir in diesem Fall kein Bild darüber machen, ob die Kritik berechtigt ist, oder nicht, [/quote] Doch eigentlich schon. Da die Kritiker — soweit ich das sehe — die Beziehung nicht beurteilen können, ist die Kritik in jedem Fall unberechtigt; unabhängig davon ob die Kritik zutreffend ist oder nicht. Es bleibt eine willkürliche Unterstellung ohne jeden objektiven Anhaltspunkt, ausschließlich aus einer gewissen Möglichkeit heraus. Wobei dir Kritik sich auch in zwei Teile untergliedert. Die hier auch häufigst vertretende Kritik ist ja eher, dass er eine Pflicht hätte sein Liebesleben öffentlich machen — das ist ja, wenn ich es richtig sehe auch deine Meinung. Und ich finde das im jeden Fall unberechtigt. Hier wird gefordert, dass man Einblicke in die Privatsphäre von Menschen erhalten soll, die einen nichts angehen. Ich finde das unverschämt und menschlich bedenklich; ohne dich persönlich kritisieren zu wollen. Die Sache wäre eine andere, wenn seine privaten Beziehungen direkt im Widerspruch etwa zu seinen Öffentlichen auftreten stehen würden; also wenn er etwa damit werben würde, gegen Beziehungen mit 16 Jährigen zu sein. Ein solcher Fall kann ich hier nicht wahrnehmen. |
| Ronin76 | [QUOTE]Im übrigen mein Mann ist 62 Jahre und ich bin 38 Jahre könnte man auch als verwerflich oder gar pervers empfinden nicht wahr...[/QUOTE] Ist er denn dein Vater ? ;) [QUOTE] Ob die junge Dame reif für eine solche Beziehung ist, keine Ahnung. Wenn sie es nicht ist, ist die Kritik berechtigt, wenn sie es ist, unberechtigt. Natürlich kann man, und es werden hier auch hundertprozentig, einige argumentieren, daß das ja auch bei formal erwachsenen nicht geprüft wird/werden sollte, ob einer der beiden oder beide reif genug für eine Beziehung ist und das ist auch vollkommen korrekt, aber da liegt nunmal der Unterschied: Die junge Frau ist eben noch nicht ganz erwachsen, sondern heranwachsend, wodurch zu ihrem eigenen Schutz ein gewisses Augenmerk (was allerdings schon durch die Eltern gewährt werden sollte) walten gelassen werden sollte. [/QUOTE] Erwachsen - nicht erwachsen. Was ist denn das wieder für ein autoritäres schwarz-weiß denken ? Jegliche Fremdeinmischung in gewaltlose Beziehungen stellt die Selbstbestimmung des Menschen in Frage und kann selbst eine Form von Gewalt sein. Wer außer jemand selbst kann denn überhaupt darüber entscheiden, ob genügend Reife für zB eine Beziehung besteht ? Niemand, denn es ist nicht sein Leben, sondern das eines anderen Menschen. Ich finde man sollte Kinder nicht wie Kinder, also unmündig, schwach und hilflos behandeln und erziehen, sondern als kleine, gleichberechtigte Menschen die ihren eigenen Willen haben. So werden sie am ehesten lernen andere Menschen, egal wie schwach oder fremdartig Diese sein mögen, zu respektieren. Durch Hierarchie lernen sie das mit Sicherheit nicht, es sei denn durch viel Selbstreflexion und nachträgliches Lernen aus Erfahrungen, was jedoch eher unwahrscheinlich ist, sonst würde die menschliche Welt heute anderst aussehen. |
| hagzissa13 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kinch [/i] [B]Doch eigentlich schon. Da die Kritiker — soweit ich das sehe — die Beziehung nicht beurteilen können, ist die Kritik in jedem Fall unberechtigt[/B][/QUOTE] Ja, aber genau da liegt ja die Krux: Soweit Du das sehen/beurteilen kannst. ;) Natürlich liegt die Vermutung nahe, daß es nur ein gefundenes Fressen der Wahlkonkurrenz ist, die, ohne sich ein Bild zu machen, in diese Kerbe haut, aber genau wissen tut dies eben keiner von uns.... Vom Gefühl her gebe ich Dir aber absolut recht. ;) |
| hagzissa13 | @ Ronin: Wenn Dein Sohn /Deine Tochter sich mit 12 (Du sprachst vom freien Willen des Kindes) entscheiden, Sex zu haben und schwanger zu werden, oder Drogen zu nehmen und zu saufen, dann stehst Du daneben und sagst: "Tja, ich bin vielleicht nicht damit einverstanden mein Kind, aber das ist Dein freier Wille und damit für mich in Ordnung." Das kannst Du mir doch nicht ernsthaft erzählen!? Du würdest Dein Kind nicht schützen wollen, weil Du der Meinung bist, daß das Kind die Konsequenzen dieser Handlungen selbst überschauen kann? Mutig. Das würde ja dann auch heißen, daß Du gegen jede Art von Jugendschutz bist? Sehe ich das richtig? |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Wiwwelle [/i] Ich finde es untragbar das erwartet wird das er öffentlich zu seiner Beziehung stehen sollte um glaubwürdig zu wirken. Muss in Zukunft, nur um glaubwürdig zu wirken für die Allgemeinheit, jeder seine privaten Beziehungen offenlegen? Wie muss man denken, das man tatsächlich glaubt , den Politiker vertraue ich jetzt weil er ganz offen und laut erzählt * Ich habe eine Beziehung zu einer 16jährigen jungen Frau* [/QUOTE]Mir ging es nicht darum, dass er das ungefragt herumposaunt. Aber wenn es Andere zur Sprache bringen, dann hätte er sagen können: "Ja, das ist so, das ist legal, und darüber hinaus ist es meine Privatsache!" Wenn er aber aus Karrieregründen die Beziehung kurzerhand beendet, dann könnte man den Eindruck gewinnen, dass er auch seine Wähler fallen lässt wie heiße Kartoffeln, wenn es seiner Karriere dient. [QUOTE]Wenn es der Öffentlichkeit und der Partei nicht passt , so muss man das Gesetz ändern und das Alter anheben wenn sich dann alle besser fühlen. In meinen Augen hat er diesbezüglich nichts falsches gemacht. [/QUOTE]Wenn mein - legales - Privatleben meiner Partei nicht passen würde, dann würde ich aus dieser Partei austreten. Für mich gibt es keinen Grund, warum er zurücktreten sollte, außer dass er mit dieser Partei nichts mehr zu tun haben will. [QUOTE]Im übrigen mein Mann ist 62 Jahre und ich bin 38 Jahre könnte man auch als verwerflich oder gar pervers empfinden nicht wahr... [/QUOTE]Warum sollte man? |
| Ronin76 | [QUOTE][i]Original geschrieben von hagzissa13 [/i] [B]@ Ronin: Wenn Dein Sohn /Deine Tochter sich mit 12 (Du sprachst vom freien Willen des Kindes) entscheiden, Sex zu haben und schwanger zu werden, oder Drogen zu nehmen und zu saufen, dann stehst Du daneben und sagst: "Tja, ich bin vielleicht nicht damit einverstanden mein Kind, aber das ist Dein freier Wille und damit für mich in Ordnung." Das kannst Du mir doch nicht ernsthaft erzählen!? Du würdest Dein Kind nicht schützen wollen, weil Du der Meinung bist, daß das Kind die Konsequenzen dieser Handlungen selbst überschauen kann? Mutig. Das würde ja dann auch heißen, daß Du gegen jede Art von Jugendschutz bist? Sehe ich das richtig? [/B][/QUOTE] Das sind hypothetische Suggestivfragen die ich nicht beantworten kann, da ich kein Kind habe. Ich kann jedoch berichten, was ich momentan darüber denke, und da nimmt die Selbstbestimmung des Menschen eine großen Platz ein. Wieso hast du nicht andere Möglichkeiten genannt, wie zB daß sich ein Kind dazu entscheiden möchte keine Drogen zu nehmen oder ein Musikinstrument zu spielen ? Ist für dich etwas Natürliches wie Sex und Schwangerschaft etwas Schlimmes ? Daß Menschen Drogen nehmen hat viel mit unserer kranken Gesellschaft zu tun, welche dadurch zB kompensiert werden soll. Permanenter Leistungsdruck, Unterdrückung und Gewalt durch Autorität, unbefriedigte Grundbedürfnisse. Drogen werden auch einfach ins Essen gemischt, wie zB Zucker, zuviel Kochsalz, Jodsalz und Mononatriumglutamat. Vor diesen vor allem in Lebensmitteln enthaltenen Drogen sollte man Kinder schon aufklären, man kann sie jedoch nicht verbieten. Da würden ja ganze Industriezweige wegbrechen und du wärst dann vielleicht arbeitslos. Nur eine gewalttätige Gesellschaft deren Teilnehmer keinen Respekt vor anderen Menschen haben benötigt einen Jugendschutz. Wer andere Menschen nicht respektiert, respektiert auch keine Kinder und Tiere. Anstatt an die wirklichen Ursachen heranzugehen, wird Symptompfuscherei betrieben, kommt dir ja vielleicht bekannt vor. Jüngere Menschen bedürfen schon eines besonderen Schutzes, solange der Schutz nicht selbst eine Form von Gewalt darstellt. Wenn zB eine Frau ihre Kinder entrissen bekommt, nur weil sie völlig verarmt ist, anstatt ihr genügend Geld für sich und die Kinder zu geben und Perspektiven zu bieten, läuft da definitiv etwas falsch. |
| Kampfsau | [QUOTE]Für mich ist auf jeden Fall mein Privatleben wichtiger als mein Job oder eine Karriere. Ich würde für meinen Beruf NIEMALS meine Beziehung aufs Spiel setzen. Denn für mich ist nichts wertvoller als eine harmonische und gut funktionierende Beziehung. Aber das weiß man erst, wenn man so eine führt.[/QUOTE] Für mich wäre es das auch, ich habe auch meinen beruflichen Weg so gestaltet, dass ich ausreichend Raum für eine solche Verbindung hätte und für jemanden der keine richtige Karriere hat und für den seine Arbeit keine Berufung ist, für den ist es wahrscheinlich leicht sowas zu sagen. Nur kann ich doch von meiner Sicht aus nicht über das Leben anderer urteilen. Ich frag mich z.B. ob ich mit fast 40 Jahren das. worauf ich die letzten 20 Jahre hingearbeitet hätte, für eine Frau aufgeben würde, die ich seit ein paar Monaten kennen würde. In diese Situation werde ich vermutlich nicht kommen aber wer sagt, für jede Beziehung die man hat, sollte man alles aufgeben und stehen und liegen lassen, der ist doch ehrlich gesagt ein bischen weltfremd. Vor allem weil man in dem Alter wahrscheinlich schon mehr als einmal geliebt und gelitten hat. [QUOTE]Selbstverständlich muß das nicht sein, aber es kann. Wenn man das bestreitet, bräuchte es eben keine Gesetze zum Schutze von Jugendlichen in jeder Form.[/QUOTE] Ja aber wenn ich damals mit 16 mit einer 30 Jährigen etwas hätte haben wollen, dann hätte es mich ziemlich angekotzt, wenn mir irgendjemand da hätte reinreden wollen, weil er aus irgendeinem Grunde zu wissen glaubt, was mir schadet, was gut für mich ist, für was ich reif genug bin und für was nicht. Und um es mal ein bischen vulgär auszudrücken aber ob mein Schw*** damals in einer 14 Jährigen oder 30+ Jährigen gesteckt hätte, ich glaube es hätte wichtigere Probleme in meinem Leben gegeben, die mich wirklich fertig gemacht haben, die aber völlig legal waren und von niemanden schlechtgeredet wurden. [QUOTE]Wenn Dein Sohn /Deine Tochter sich mit 12 (Du sprachst vom freien Willen des Kindes) entscheiden, Sex zu haben und schwanger zu werden, oder Drogen zu nehmen und zu saufen, dann stehst Du daneben und sagst: "Tja, ich bin vielleicht nicht damit einverstanden mein Kind, aber das ist Dein freier Wille und damit für mich in Ordnung." Das kannst Du mir doch nicht ernsthaft erzählen!? Du würdest Dein Kind nicht schützen wollen, weil Du der Meinung bist, daß das Kind die Konsequenzen dieser Handlungen selbst überschauen kann? Mutig.[/QUOTE] In der Hinsicht bin ich ausnahmsweise bei Ronin. Natürlich zerreisst es einem das Herz, wenn man erlebt wie das eigene Kind soetwas tut, man kann dem Kind auch sagen was man davon hält, dass man das nicht gut findet und es einen fertig macht, ihnen Unterstützung anbieten aber du kennst 12/13 Jährige schlecht. Ich glaube die meisten würden so ein grenzwertiges Verhalten von sich aus nicht aufweisen, das Ziel guter Erziehung ist es, dass die Kinder von selbst erkennen, wo soetwas hinführen kann. Schließlich hat nicht jedes 12 Jährige Kind die Absicht harte Drogen zu nehmen und von Sex sind viele auch noch zu verängstigt und falls nicht, dann wird das Kind sowieso seinen eigenen Willen durchsetzen. Eine Kollegin von mir ist damals mit 12/13 Jahren von zuhause abgehauen und hat zusammen mit Hausbesetzern und auf der Straße gelebt. Und die Eltern fanden das sicherlich nicht gut, nur was will man dagegen machen? Das Kind 24/7 überwachen? Einsperren?In die Geschlossene einweisen? Standpauken halten? Schläge anwenden? Die konnten gar nicht tuen, außer damit irgendwie zurechtkommen. Tja und meine Kollegin hat viele Dinge in ihrem jugendlichen Leichtsinn getan die ihr Leben auch heute noch beeinflussen aber alles in allem würde ich schon sagen, sie hat aus diesen Erfahrungen auch viele Lehren für ihr momentanes Leben gezogen. [QUOTE]Das würde ja dann auch heißen, daß Du gegen jede Art von Jugendschutz bist? Sehe ich das richtig?[/QUOTE] Ich antworte ebenfalls auf die Frage, auch wenn sie nicht an mich gestellt war. Ich finde der Jugendschutz in Deutschland ist übertrieben. Wenn man unter 10 Jährige noch nicht ungefiltert den Perversitäten unserer Gesellschaft aussetzen will, so finde ich das nachvollziehabr aber irgendwo muss das auch Grenzen haben. Ich denke, dass ab einem Alter von spätestens 14 Jahren nicht mehr wirklich ein Jugendschutz notwendig ist. Aber bei uns geht das sogar noch weiter, ab 16 werden viele noch von der Realität abgeschirmt, sogar mit 17 meinen andere, man müsste diese achso fragile Seele vor schlimmen Darstellungen schützen. Wir übertreiben es damit, junge Menschen wie Kinder zu behandeln. Meiner Meinung nach könnten man 14/15/16 Jährigen durchaus mehr Verantwortung übergeben, als man es momentan tut. Wenn man sie die Konsequenzen ihrer Handlungen spühren lassen würde und man ihnen dennoch etwas Raum für Fehler lassen würde, wäre man wohl erstaunt, wieviel diese "Kinder" im Stande sind zu leisten. |
| hagzissa13 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kampfsau [/i] [B]Wenn man sie die Konsequenzen ihrer Handlungen spühren lassen würde und man ihnen dennoch etwas Raum für Fehler lassen würde, wäre man wohl erstaunt, wieviel diese "Kinder" im Stande sind zu leisten. [/B][/QUOTE] Wenn sich Konsequenzen erst nach längerer Zeit ergeben, sind sie lernpsychologisch für den Allerwertesten. Das klappt schon bei Erwachsenen schlecht und bei Kindern, die Konsequenzen noch schlechter abschätzen können noch weniger. Und das ist der Punkt, wo ich sage, daß man als Eltern intervenieren sollte. Was kurzfristige Dinge und die generelle Aussage dieses Absatzes von Dir angeht: sehe ich genauso. Ach ja: Ich kenne 12-13jährige nicht? Täusch Dich mal nicht. Du kennst mich nicht ;) |
| Kampfsau | [QUOTE]Wenn sich Konsequenzen erst nach längerer Zeit ergeben, sind sie lernpsychologisch für den Allerwertesten.[/QUOTE] Sie sind nur solange "lernpsychologisch für den Allerwertesten", bist die Konsequenzen eintreffen. Darum ist es ja auch so ein Problem, dass man z.B. bei Straffälligen bis zum 14ten Lebensjahr keine effektive rechtliche Handhabe hat, ist ja auch ein Grund warum ich dafür wäre, Kinder schon früher Konsequenzen spühren zu lassen. Und ansonsten ist einem notorischen Schulschwänzer wohl auch nicht so bewusst was es heißt, in unserer Gesellschaft keinen guten Schulabschluss zu haben oder sie wissen zwar rein theoretisch was die Konsequenzen ihres Handelns sind, wissen aber nicht was diese tatsächlichen bedeuten, weil sie diese nicht am eigenen Leibe gespührt haben. Manche kann man vielleicht noch dazu bringen einsichtig zu werden und einen anderen Weg einzuschlagen, andere müssen erstmal so richtig gegen die Wand fahren, total am Boden sein, bevor sich in ihnen selber der Drang zur Veränderung entflammt. Ich bin da generell für mehr Freiheit und weniger Regulation in der Kindheit. [QUOTE]Das klappt schon bei Erwachsenen schlecht und bei Kindern, die Konsequenzen noch schlechter abschätzen können noch weniger. Und das ist der Punkt, wo ich sage, daß man als Eltern intervenieren sollte. Was kurzfristige Dinge und die generelle Aussage dieses Absatzes von Dir angeht: sehe ich genauso.[/QUOTE] Was verstehst du denn unter "intervenieren"? Ich glaube natürlich auch nicht, dass ein 12 Jähriger nur sinnvolle Entscheidungen trifft, ich meine selbst viele 18 Jährige treffen ihre Entscheidungen so, als wäre mit 25 oder 30 das Leben schon zuende. Nur dafür gibt es ja auch schon die Schulpflicht, es gibt Legalitätsgrenzen und per se finde ich es auch nicht verkehrt, dass man volle Erwachsenenrechte erst ab 18 bekommt, selbst wenn manche 15-16 Jährige in meinen Augen schon reif für diese wären. Es ist schwer die Grenze da zu finden. Ich meine ansonsten könnten Eltern doch alles für ihre Kinder entscheiden immer mit dem Hinweis darauf es seien schließlich Kinder, sie könnten die nachhaltigen Konsequenzen ihrer Taten nicht absehen und man selber als Eltern ist viel besser dazu geeignet die dauerhaft besten Entscheidungen zu treffen und interveniert dann schließlich. Aber hier geht es schließlich um eine 16 Jährige, die eine wenig sozialkonforme Liebschaft gewählt hat und was Emotionalität und Bindungen betrifft, so bin ich der Ansicht, dass da 16 Jährigen schon vollständige Autonomie zusteht. [QUOTE]Ach ja: Ich kenne 12-13jährige nicht? Täusch Dich mal nicht. Du kennst mich nicht [/QUOTE] Hast du eine widerborstige, schwer erziehbare Tochter in dem Alter? |
| Kampfsau | [QUOTE]Vergebung Bruder, aber ich verstehe das gerade nicht ganz: entweder gibt man für "Schatzi" seine "eh nicht vorhandene/gewollte" berufliche Zukunft auf, oder man hat eine berufliche Zukunft und dann aber kein Schatzi? [/QUOTE] Es muss nicht zwangsläufig so sein aber es könnte passieren, ich weiß es nicht genau. [QUOTE]Wenn jemand z. B. Germanistik studieren oder Bäcker werden will, kann er das aber in Hamburg genauso gut wie in Leipzig, es ändert nichts für die berufliche Zukunft, an welcher Uni man den Stoff für Germanistik studiert oder wo man die Bäckerlehre macht.[/QUOTE] Ob das wirklich immer so einfach ist, was ist z.B. wenn seine absolute Berufung das Auswärtige Amt oder der Beruf als Offizier bei der Bundeswehr ist? Dann wird er permanent auf Lehrgänge quer in Deutschland verteilt geschickt, wird alle 1-2 Jahre versetzt, ist bei Auslandseinsätzen teilweise ein halbes Jahr nicht im Land oder hat auch andere Dienstabschnitte im Rahmen der Nato in allen möglichen anderen Ländern. Es hat schon einen Grund warum die Scheidungsraten mit die höchsten von allen Berufen sind. Nur wenn der Beruf wirklich "Berufung" sein sollte, so wird der Mensch auch immer einen wichtigen Teil von sich selbst aufgeben, wenn er statt dessen sagen wir mal eine Banklehre macht oder im Altersheim arbeitet, weil er da so schön bei seinem Schatzi sein kann. [QUOTE]Aber den geliebten Partner, der das ganze Leben und die gemeinsame Zukunft "ist", den gibt es nur an einem Ort;-). Und: Karrieren gehen oft binnen 2 Stunden den Bach runter (sh. Bankenkrise *g*) - eine echte und tiefe Liebe aber bleibt über Jahrzehnte und wenns ganz gut geht, bis ans Lebensende ;-). [/QUOTE] Es kommt darauf an, so einfach ist das nicht. Eine Beziehung bei der man sich doch ganz sicher war, kann innerhalb von 3-5 Jahren auch mal enden. Und dann ist man einerseits seine Liebe los aber andererseits mitunter auch noch die Karriere an der man 20 Jahre gearbeitet hat. Da hängen doch noch ganz andere Dinge dran, der Lebensunterhalt, Rentenansprüche, persönliches Glück durch eine Arbeit die einem wirklich entspricht und das ist nun wirklich nicht unwichtig, wenn man mindesten 8 Stunden am Tag im Beruf verbringt. Und wenn man denn bereits über 40 ist, wird es verdammt schwer sich neu zu orientieren. Weißt du, ich persönlich würde meine Karriere nicht über die wahre Liebe stellen aber so wie es aussieht, müsste ich es wahrscheinlich auch nicht. Ich versuche nur die nachzuvollziehen die es tuen und Argumente für ihre Sichtweise zu finden. Darum würde ich z.B. auch nicht sagen, er hätte sich im Nachhinein soundso verhalten müssen. Es gibt tausende Gründe sich irgendwie zu verhalten. Und mal ehrlich, wer hat sich in Sachen Beziehungen noch nie wie ein Idiot verhalten und Dinge getan, die er im Nachhinein lieber nicht oder völlig anders getan hätte? |
| Julya | [QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i] Wenn mein - legales - Privatleben meiner Partei nicht passen würde, dann würde ich aus dieser Partei austreten. Für mich gibt es keinen Grund, warum er zurücktreten sollte, außer dass er mit dieser Partei nichts mehr zu tun haben will.[/QUOTE] [b]Das[/b] habe ich mir auch gedacht. Und ganz besonders als ich vorhin irgendwo auf ZDF von einem seiner Parteikollegen hörte, daß man [i]"ja schon viel früher sein Privatleben hätte durchleuchten müssen!"[/i] Sowas Widerwärtiges! |
| Odessa | Basti, danke für die Erläuterung... ich wollte nur sicher sein, daß wir da nicht (wieder mal, wie es im virtuellen oft ist bei uns, während es im realen nieee so ist und wunderbarst klappt *g*) aneinander vorbeireden;) Julya: diese Äußerungen sind es, die mich ebenfalls wütend machen. Es ist völlig okay für mich, wenn jemand - auch hier - sagt: "Ich könnte mir sowas für mich nicht vorstellen", ohne dabei abzuwerten was Andere, die es sich vorstellen können oder gar "haben", aber sehr gut für sich selbst leben. Eine persönliche MEINUNG zu äußern, nur auf sich selbst und das eigene Lebensmodell bezogen, ist natürlich legitim. Aber so dermaßen unverschämt, anmaßend und selbstherrlich sich öffentlich zu mokieren und sich zum Richter aufspielen über anderer Menschen privatestes Liebesleben - geht gar nicht, da schwillt mir regelmäßig der Kamm. Weißt Du, gestern sprach ich noch mit Marinus darüber, und er war so angewidert. Sagte nur sinngemäß: "keine Sau regt sich auf darüber, daß täglich deutsche 50jährige Touristen in Thailand 15jährige Mädchen in den Straßenpuffs missbrauchen. Kein Schwein interessiert sich dafür, wenn in der Nachbarsfamilie die Kinder durch die Wohnung geprügelt werden. Da sagen all diese ach so aufrechten hochmoralischen Bürger nur immer feige: da mische ich mich nicht ein, das ist deren Privatsache. Aber wenn ein älterer Mensch einen viel jüngeren Menschen wahrhaft liebt - dann ist das ein Kapitalverbrechen und die Scheiterhaufen werden angezündet. Versteh mir einer Deutschland..." - Dem konnte ich mich nur anschließen. |
| M. Marinus | Genau das. Wen bitteschön hat das zu kümmern, mit wem ein Politiker oder sonst ein Mensch eine legale Beziehung eingeht? Niemanden. Der Mann hat kein Verbrechen begangen und "moralisch fragwürdige" Beziehungen, wenn man diese denn für eine hält, kann es, wie etliche Vorschreiber schon erwähnt haben, überall geben, unabhängig vom Alter. Menschen, die sich von ihrem besoffenen Partner täglich verprügeln lassen, ihn aber trotzdem nicht verlassen, verstehe ich auch nicht und halte ich auch nicht für geistig sonderlich gesund, aber es ist jedermanns und jederfraus Freiheit und persönliches Recht, diese Beziehungen eingehen zu dürfen. Nur aufgrund der Tatsache, dass jemand Politiker ist, ein allgemeines Recht darauf abzuleiten, jede intimste Privatsache aus seinem Leben erfahren zu dürfen, halte ich für absolut vermessen. |
| Ronin76 | @Odessa [QUOTE] Vergebung Bruder, aber ich verstehe das gerade nicht ganz: entweder gibt man für "Schatzi" seine "eh nicht vorhandene/gewollte" berufliche Zukunft auf, oder man hat eine berufliche Zukunft und dann aber kein Schatzi? Wenn jemand z. B. Germanistik studieren oder Bäcker werden will, kann er das aber in Hamburg genauso gut wie in Leipzig, es ändert nichts für die berufliche Zukunft, an welcher Uni man den Stoff für Germanistik studiert oder wo man die Bäckerlehre macht. Aber den geliebten Partner, der das ganze Leben und die gemeinsame Zukunft "ist", den gibt es nur an einem Ort;-). Und: Karrieren gehen oft binnen 2 Stunden den Bach runter (sh. Bankenkrise *g*) - eine echte und tiefe Liebe aber bleibt über Jahrzehnte und wenns ganz gut geht, bis ans Lebensende ;-). [/QUOTE] Auch wenn das wohl an Kampfsau gerichtet war, möchte ich auch noch meinen Senf dazu geben. :p Für eine Frau ist es nicht immer ganz so kritisch auf ihre Karriere zu verzichten, denn leider gibt es Emanzipation nur in Ansätzen, und auch den mehr oder weniger selbsterwählten Trend unter den Frauen, daß sie zurück an den Herd drängen. Ein Mann wird im Gegensatz zu einer Frau viel mehr, bzw von vielen Menschen ausschließlich über seinen beruflichen und finanziellen Status definiert. Die erste Frage an einen Mann lautet fast immer sinngemäß: "Wo arbeitest du ?" und erst dann "bist du verheiratet ?", während bei einer Frau die Reihenfolge der Fragen gerade umgekeht ist. Beides kleingeistige Fragen aber so ist es nun mal. Es wäre also äußerst töricht für einen Mann wegen einer Partnerin oder einem Partner auf seine Tätigkeit oder Karriere zu verzichten, denn ist die erst mal weg, ist es auch ganz schnell die Partnerin. So haben schon viele Obdachosen- und Alkoholikerkarrieren begonnen. Wenn man(n) erst mal ohne Geld und Arbeit ist, steht man(n) ganz alleine da, und niemand interessiert sich mehr für Einen. Die meisten Frauen ziehen es nun mal vor sich von einem männlichen Partner aushalten zu lassen, anstatt selbst für für eine gemeinsame Existenz tätig zu werden. Im Prinzip ist das Prostitution unter dem Deckmantel einer Beziehung. An ewige und bedingungslose Liebe glaube ich nun mal nicht, so etwas ist wohl wie ein 6er im Lotto. [QUOTE] Ich selbst (47) habe einen 22jährigen Mann, der bereits mit Ende 15 von mehreren Gutachtern, u. a. für eine gerichtliche und psych./mediz. Entscheidung damals, bestätigt bekam, daß er auf dem geistigen und emotional/charakterlichen Reifestand eines durchschnittlichen End-Zwangzigjährigen sei. Entsprechend ist er jetzt, 7 Jahre später, auf dem Stand eines Mitt- bis Enddreißigers. [/QUOTE] Es gibt Leute die sagen zu mir, daß ich wie ein alter Mann wäre. Ich antworte dann, daß ich dies auch sei. Ich frage mich jedoch schon welchen Sinn solche Relativ-Gutachten haben sollen, die von der Meinung anderer Leute abhängig sind. Ist doch eigentlich so relevant und interessant wie ein Sack Bohnenstroh, wenn ich mir diese freche Bemerkung erlauben darf. :p Für mich liest sich das jedenfalls so als ob du den Altersunterschied zwischen euch über Gutachten relativierst und rechtfertigst. Diese Gutachten die du so oft erwähnst, sind nicht wirklich relevant. |
| Odessa | Ronin, das ist gar nicht frech was Du sagst, sondern sehr richtig. Denn ich selbst denke mir beim Schreiben oft genug "meine Güte, das klingt als würde ich mich rechtfertigen". Aber ich schreibe es deswegen, weil ich damit ein bisserl versuchen möchte, dieses unsägliche Argument zu entkräften, das viele Leute einem in solchen Diskussionen entgegenbringen: "Aber jemand mit 16 oder 20 KANN doch gar nicht die Reife eines 30- oder 35jährigen haben". Und als ich früher immer nur sagte "Doch, kann er, ich kenne sogar eine ganze Handvoll solcher Menschen", hieß es nur "jaja, red nur, das ist halt Dein Empfinden weil Du persönlich involviert bist, und sowas kann man sich ja auch einreden" - ich wurde nicht für voll genommen, und meine eigene Erfahrung in diesem Bereich wurde wieder nur abgewertet und verhöhnt, und mit ihr auch die Menschen, um die es ging (besagte 16- oder 20jährige). Wenn "man" aber gerade in diesem bürokratiegläubigen Land dann mit Fakten aufwartet wie erwähnten Gutachten, von in diesem Land für gewöhnlich ja sooo respektierten "Koryphäen" wie irgendwelchen Ärzten oder Professoren, gibt es meist wenigstens eine Handvoll Leute, die zumindest dann damit ANFANGEN, nicht von vornherein nur ihre vernichtende "Alles Deppen unter 18"-Weltsicht rauszuposaunen. Daß es für Leute wie Dich solche "Beweise" nicht braucht, weiß ich, und das schätze ich auch sehr an Menschen. |
| Kildare | Ich kann der Gleichung legal = moralisch akzeptiert nicht zustimmen. Es ist legal, seinen Ehepartner/ Partner zu betrügen. Als moralisches Verhalten empfindet das eine relativ große Anzahl von Leuten jedoch nicht. Genauso verhält es sich mit Beziehungen mit massivem Altersunterschied. Vollkommen legal - aber akzeptiert ist es noch nicht. Es hat diesen Ruch, dass entweder der ältere Partner den jüngeren dominiert oder dieser den älteren ausnutzt. Wie es eben gerade passt. Politiker ist kein Job, den man so einfach vom Privatleben trennen kann. Man sollte "Volksvertreter" sein - und damit man das sein kann, braucht man ein Volk, dass von einem Vertreten sein möchte. So ein Wähler macht sein Kreuzchen eben nicht nur wegen der hervorragenden Ausbildung einer Person, sondern auch, weil sie ihm als Person und Persönlichkeit entspricht. Die CDU-Stammwählerschaft ist nur bedingt für ihre Toleranz gegenüber kleinen Außergewöhnlichkeiten bekannt (wobei die Probleme geringer gewesen wären, wenn er 48 und sie 24 gewesen wäre...das ist fast wieder normal). Wer also Spitzenkandidat der CDU ist, zieht vielleicht wirklich nur Konsequenzen, wenn er diese Position aufgibt, weil er dem "Lebensbild" eines vorbildlichen CDU-Mitglieds nicht entspricht. Das Politik kein faires Geschäft ist, sollte hinlänglich bekannt sein. Ich persönlich sehe nicht, dass er irgendetwas verheimlicht hat. Er hat es nur nicht thematisiert, was man auch nicht muss. Man sagt ja auch nicht "Für das Jahr 2011 möchte ich die Wiedereinführung des 13. Schuljahres erreichen. Hierzu muss ich noch erzählen, dass ich im Jahr 1990 ein Verhältnis mit einer Lehramtsstudentin hatte, die Annemarie K. hieß und an der Universität Freiburg Germanistik und Anglistik studierte." Interessiert im Zweifelsfall keinen Wähler, mit wem man vor 21 Jahren zusammen war. Es sei denn...das alte Verhältnis hat so eine kleine Außergewöhnlichkeit, von der man weiß, dass sie anecken wird. Annemarie zufällig eine Cousine ersten Grades. Oder hat später das uneheliche Kind des Kandidaten bekommen und beide verheimlichen das seit circa 20 Jahren. Annemarie war früher Karl. Im Falle von Boettcher wusste er, dass sein Verhältnis nicht die Billigung seiner Wählerschaft, die auch 2010 schon seine Wählerschaft war, und seiner Partei (oder vor allem, ich kenne einige CDU-Wähler, denen genau wie mir der Beziehungsstatus ihre Kandidaten vollkommen am Allerwertesten vorbei geht und die sich nur sehnlichst wünschen, er würde Politik machen....) finden würde. Insofern musste er mit Turbulenzen rechnen, wenn seine Liebschaft öffentlich bekannt wurde. Er hat dann anscheinend weder etwas dafür getan, um das zu verhindern, noch den bereits beschriebenen, meiner Meinung nach sinnvollen Fluchtweg nach vorn angetreten und gesagt: "Es war so und das hat mit meiner Kandidatur ein Jahr später nichts mehr zu tun." Wobei daran eben der Punkt ist, es hat was damit zu tun, insoweit als seine Partei es nicht billigt. Mitarbeiter der katholischen Kirche sollten bevorzugt katholisch sein. Sie machen deswegen keine bessere Schreibarbeit, aber so ist das nunmal mit ideologisch geprägten Arbeitgebern. Auf die Frage, ob er denn nicht in die Politik gehen wolle, antwortete ein Bekannter von mir: "Ich habe mal einen SM-Club geleitet. Das tue ich mir nicht an." Für eine große Anzahl an Wählern ist eben wichtig, das ihr Politiker einem bestimmten Bild entspricht. Ich verstehe das insoweit, als das man sich für den "Beruf" Politiker nicht durch Studium oder Lehre qualifizieren kann. Also müssen Wähler und Parteien nach anderen Kriterien als nach reiner "Leistung" bewerten. Und hierbei ziehen sie auch seine Lebensführung heran, da man in dieser sehen sollte, ob er das, was er predigt, auch tut. (Oder sonst wenigstens erkennen kann, wie schamlos er heuchelt.) Wie geschrieben, mir persönlich ist es egal, mit wie vielen einwilligungsfähigen Frauen ein Politiker einvernehmlich geschlafen hat - wenn er denn sonst etwas vorbringt, was mir sinnvoll erscheint. Aber nach dem Medienecho und den Reaktionen, ist diese Ansicht nicht Allgemeingut. |
| Seneca | Und genau deshalb kann man sich auf Moral nicht verlassen. Es gibt ja auch zunehmend leute die ständig verlauten lassen es sei moralisch zu rechtfertigen einem Vergewaltiger die Eier abzuschneiden...Hier bei uns wurde gerade ein solcher vergewaltiger freigesprochen...im Revisionsverfahren nach Vrbüßen seiner vllen 5 Jahre. Die damalige Klägerin wird nicht belangt wegen "psychischer Probleme", nein besser...um ihre Haut zu retten hat sie Revision eingelegt...ist das moralisch? [url]http://www.stern.de/panorama/fuenf-jahre-unschuldig-im-gefaengnis-die-letzten-jahre-waren-die-hoelle-1702863.html[/url] |
| Odessa | Seni, ich weiß nicht... mit Moral würde ich wie gesagt niemals argumentieren, eher mit "Gefühlen", die ich nachvollziehen kann (oder auch nicht) oder mit dem, was eben für mich und meine von mir selbst vertretenen Werte gilt und was ich somit mental und emotional nachempfinden kann. |
| pulSar | Ist doch ganz einfach : [b]er war in der FALSCHEN Partei![/b] Wenn er z.B. in Berlin wäre beim Kollegen Pobereit äh Wovereit, dann hätte das doch niemanden gejuckt. Ich hab kein Mitleid und verwehre mich gegen die Übertragung, dass ich das auf alle anderen Beziehungen auch so anwenden würde. Und ja - interner Machtkampf - gar nicht politische Gegner mit anderem Parteibuch würd auch ich als Hauptursache sehen wollen. __ Dennoch gebe ich eine gewisse Schadenfreude zu. Alleine deswegen, weil diese Partei sonst immer gerne die Moral-Keule auspackt! Vergleiche : Person des öffentlichen Zeitgeschehens und Privatmann. |
| pulSar | [QUOTE]Aber nach dem Medienecho und den Reaktionen, ist diese Ansicht nicht Allgemeingut.[/QUOTE] Medien = Meute. Und nen CDU-Politker "schlachten" = gerne geschehen. Investigativ recherchiert haben die wohl weniger, als dass sie instrumentalisiert wurden. Natürlich ist das berechenbar. und? Soll ich jetzt weinen vor Mitleid weil "die Medien" so "unmoralisch" sind? Und die Moral von der Geschicht -- sowas wie Moral das gibt es nicht. |
| solipsismus | [quote][i]Original geschrieben von Pulsar[/i] Wenn er z.B. in Berlin wäre beim Kollegen Pobereit äh Wovereit, dann hätte das doch niemanden gejuckt.[/quote] Hast du gerade einen extrem beschissenen homophoben Witz gemacht? |
| Odessa | Pulsi: sehe ich das richtig - nur weil es ein CDUMann ist, darf man ihn wegen seines Privatlebens diffamieren, beleidigen und mit der Moralinkeule auf ihn eindreschen, während es, würde man es bei einem z. B. "grünen" oder "roten" Politiker machen, ein Aufreger für Dich wäre? Solch Meinung erklärte mir dann zumindest, wieso in dieser Republik die Politiker und ihre Arbeit nur danach beurteilt werden, welche "Farbe" sie vertreten, und daß Menschlichkeit, Anstand und Fairneß in der Beurteilung und auch im gezeigten Verhalten gegenüber einzelnen Politikern beliebig variabel sind, je nach Parteibuch. Kann ich persönlich so nicht teilen: entweder ist etwas "daneben" oder nicht, aber dann ist es bei einem "roten" genauso daneben wie bei einem "gelben" oder "schwarzen" :) |
| Seidenspinner | *edit* Muss mal meine Augen spülen. Lese schon Is, wo keine sind... */edit* |
| Kinch | [B]@Odessa[/B] Ich kann nicht für Pulsar sprechen: Aber wenn man einer Partei beitritt, von der man weiß, dass sie intolerant ist, dann sehe ich es tatsächlich auch als selbstverschuldet an, wenn man unter die Räder jener Intoleranz kommt. Es ist meiner Meinung nach ein gutes Recht eine Beziehung mit einer 16 Jährigen anzufangen, aber ebenso ist es ein gutes Recht einer Partei jemanden rauszuwerfen, der nicht nach ihren Vorstellungen lebt. Ich finde das rückständig und intolerant, aber legitim. [quote][i]Zitat von Odessa [/i] Solch Meinung erklärte mir dann zumindest, wieso in dieser Republik tatsächlich Politiker und ihre Arbeit nur danach beurteilt werden, welche "Farbe" sie vertreten [/quote] Warum nicht? Die Parteizugehörig sucht man sich schließlich aus. Ein NPD-Politiker ist mir schließlich auch nicht sympathisch. Es mag einige CDU-Politiker geben, die menschlich vielleicht sympathisch sind, aber die überleben in der Regel nicht den Selektionsprozess nach oben. (Der Vollständigkeitshalber sei erwähnt, dass ich in Deutschland keine Partei wirklich sympathisch finde; außer einige Nischen-Parteien die noch nicht die Chance hatten korrumpiert zu werden.) [B]@solipsismus[/B] [quote][i]Zitat von solipsismus [/i] Hast du gerade einen extrem beschissenen homophoben Witz gemacht? [/quote] Also ich würde sagen, es ist eine eher durchschnittliche homosexuell-averse Beleidigung gewesen. |
| solipsismus | @Kinch Für mich besteht da kein großer Unterschied, weil, unabhängig von der Umschreibung, für mich daraus ein untergründiger Hass oder mindestens laxe Ignoranz spricht, den bzw. die ich nicht in meinem Umfeld haben wöllte. |
| GISMO | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] [B]Pulsi: sehe ich das richtig - nur weil es ein CDUMann ist, darf man ihn also wegen seines Privatlebens diffamieren, beleidigen und mit der Moralinkeule auf ihn eindreschen,[...] [/B][/QUOTE] Nein, weil er ein CDU-Mann ist, kann er deswegen kein Mitleid empfinden und hegt Schadensfreude gegen ihn. [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] [b][...]während es, würde man es bei einem z. B. "grünen" oder "roten" Politiker machen, ein Aufreger für Dich wäre?[/b][/QUOTE] Der Unterschied liegt, glaube ich, darin, dass "grüne" oder "rote" Politiker zuletzt eher wenig repressiven Einfluss auf die moralische Gesetzesgestalung dieses Landes hatten. Welcher Partei haben wir denn primär die Novellierung des Sexualstrafrechts für Jugendliche zu verdanken, die Zensur angeblich gewaltverherrlichender Spiele und Filme? Eine weitere Spitze, wie ich finde, sind ja die Anstrengungen des Verbots der PID, und der gleichzeitigen Herabsetzung der Sozialbezüge behinderter Kinder, weil diese "weniger Bedürfnisse" hätten. Ich finde es da schon nachvollziehbar, eine Aversion gegen eine Partei als Ganzes und somit gegen die Mitglieder als Einzelne zu hegen, welche ja, ungeachtet der eigenen, persönlichen Ansichten für diese Partei arbeiten. [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] [b]Solch Meinung erklärte mir dann zumindest, wieso in dieser Republik die Politiker und ihre Arbeit nur danach beurteilt werden, welche "Farbe" sie vertreten, und daß Menschlichkeit, Anstand und Fairneß in der Beurteilung und auch im gezeigten Verhalten gegenüber einzelnen Politikern beliebig variabel sind, je nach Parteibuch.[/b][/QUOTE] Denke ich nicht. Ich denke, Menschen wägen schon im Einzelnem ab, ob ein Vorhaben un- oder sinnig ist, unabhängig ihrer Herkunft. Wenn es gerade kein Vorhaben zu bewerten gilt, muss man sich halt der letzten Erfahrungen, die man mit der Partei hatte, in Erinnerung rufen. Wenn es in den Nachrichten heißt, ein Mann aus der CDU muss wegen legaler Beziehung mit Minderjährigen gehen, kommt mir aufgrund der letzten Erfahrungen mit dieser Partei in den Kopf, dass der Mann Opfer der Leute wird, dessen Wählerstimmen er haben wollte. Ich glaube, dass dieser Umstand, ungeachtet der Legalität, ihn auf jeden Fall die Wahl gekostet hat, weil ich die Wählerschaft der CDU vorwiegend als übertrieben moralistisch betrachte. Das vorweggenommen gehe ich nicht davon aus, dass Böttcher das nicht gewusst hatte, und aufgrund Kandidatur diese eben hätte geheimhalten wollen. Um Details innerhalb der Beziehung geht es dabei nicht einmal, sondern nur um die Tatsache, dass seine Partnerin eine 16-jährige war. |
| Odessa | Kinch: ------------- Warum nicht? Die Parteizugehörig sucht man sich schließlich aus. Ein NPD-Politiker ist mir schließlich auch nicht sympathisch. -------------- Richtig. Aber mir geht es in meiner persönlichen Beurteilung von Politikern wie allen anderen Menschen in solchen Fällen darum, daß ich "Vergehen" (so sie welche sind) nicht mit zweierlei Maß messe. Das geht für mich persönlich halt überhaupt nicht, denn entweder ist etwas nach "Gesetz" und/oder einer sonstigen Instanz (mein ur-eigenes Gewissen/Ethik) "Unrecht" oder aber nicht. Oder, anders klargemacht worauf ich hinauswill: wenn ein Mann eine Frau verprügelt, ist es mir relativ egal, ob dieser Mann nun mir ansonsten sympathischer Wähler der Bayernpartei ist oder er die mir unsympathische NPD wählt - er ist ein Arschloch, das eine Frau verprügelt, und nur das hat mich zu interessieren in meiner - in dem Fall - "ablehnenden" Haltung ihm gegenüber. Und in der CDU zu sein heißt für mich auch nicht, daß man deswegen nicht lieben dürfe wen man will. Nirgendwo hat die CDU in ihren Statuten, daß manN sich nur in gleichaltrige Frauen verlieben dürfe, nirgendwo steht "christlich" für "Sex nur unter Menschen, die mindestens 20 sind", und christlich steht generell auch nicht dafür, daß man in anderer Leute Privatleben rumschnüffelt - im Gegenteil, predigt nicht gerade das Christentum immer "Nächstenliebe", "vorurteilsfreies Denken und Handeln" und "verzeihende Güte"? (Das ist, bitte zu beachten, nicht zynisch gefragt - ich kenne das Christentum nur sehr oberflächlich, glaube aber zu wissen, daß die genannten Dinge zumindest sehr prägend darin sind). edit weil zeitgleich und im Nachlesen mit Dir, GISMO: ich kann Deine Argumentation vom Gedankengang und der Logik, die sie hat, absolut nachvollziehen, wie auch die von Kinch Nur wie gesagt... ich selbst handhabe es nicht so, ich beziehe mich immer nur auf die jeweilige "Tat" (in Ermangelung eines besseren Wortes) eines Menschen. Die Partei würde für mich allenfalls dann eine Rolle spielen, wenn - wie schon in einem Vorbeitrag erwähnt - dieser Politiker bzw. seine Partei sich EXPLIZIT gegen Beziehungen mit großem Altersunterschied ausgesprochen hätten oder sie propagieren würden, daß 16jährige keinen Sex haben dürfen. Das hat aber noch nicht mal die CDU bisher vertreten, und so sehe ich hier keinen quasi "Interessenkonflikt" mit der eigenen Parteilinie bzw. einem hervorstechenden Partei-Ziel. |
| Kinch | [B]@Odessa[/B] [quote]Richtig. Aber mir geht es in meiner persönlichen Beurteilung von Politikern wie allen anderen Menschen in solchen Fällen darum, daß ich "Vergehen" (so sie welche sind) nicht mit zweierlei Maß messe. [/quote] Ja, natürlich. Aber so wie ich Pulsar verstanden habe, ging es ihm nicht darum, dass er die Affäre anders beurteilt, nur weil er CDU-Mensch war, sondern dass er sein [i]Schicksal[/i] anders beurteilt. Vielleicht eine etwas blöde Analogie, aber mir fällt gerade keine Bessere ein: Wenn jemand aus der NPD fliegt, weil herauskommt, dass seine Eltern jüdisch sind, dann habe ich mit ihm auch kein Mitleid. Natürlich ist es [i]per se[/i] nicht akzeptable, dass jemand in Deutschland aus einer Partei ausgeschlossen wird, weil er jüdisch ist. Aber ich bin ein großer Fan des Karmas: Wer Hass schürt muss nun einmal damit rechnen, auch jenen Hass zu schmecken. Es ist sicherlich ein Pauschal-Urteil, aber die CDU ist meines Empfindens nach generell sehr ablehnend gegenüber alternativen Lebensentwürfen. Es fällt mir schwer zu glauben, dass Boetticher wenn es einen anderen Parteikollegen, oder gar ein Politiker einer anderen Partei erwischt hätte, Probleme damit hätte, die Beziehung zu verurteilen. Es ist nur eine Spekulation von mir, aber ich schätze CDU-Politiker pauschal so ein. Insofern habe ich, genau wie Pulsar, kein Mitleid für sein Schicksal. [quote]Nirgendwo hat die CDU in ihren Statuten, daß manN sich nur in gleichaltrige Frauen verlieben dürfe, nirgendwo steht "christlich" für "Sex nur unter Menschen, die mindestens 20 sind", und christlich steht generell auch nicht dafür, daß man in anderer Leute Privatleben rumschnüffelt - im Gegenteil, predigt nicht gerade das Christentum immer "Nächstenliebe", "vorurteilsfreies Denken und Handeln" und "verzeihende Güte"? [/quote] Es steht nirgendwo in ihren Statuten, aber offensichtlich werfen die CDUler ihre Leute raus, sobald sie dies tun. Was sagt dir das über die CDU? Und nein: Das Christentum predigt das nicht. Würde die Bibel aus der Bergpredigt bestehen und die Christen sich darauf beschränken, sich an Jesus Lehren zu halten, dann ja. Aber das tun die wenigstens Christen (meiner Empfindung nach weniger als 1%). Die Basis des Christentums ist die Bibel und das ist eine willkürliche Sammlung von Schriften verschiedener Autoren über verschiedene Zeiten und du kannst aus der Bibel heraus jedes Verbrechen rechtfertigen. Das Christentum hat es Erfolgreich geschafft zu suggerieren, dass es eine systemimmanente „Nächstenliebe” hätte. Aber das trifft meines Wissens nach für keine einzige christliche Gesellschaft zu. |
| GISMO | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] [B]edit weil zeitgleich mit Dir, GISMO: ich kann Deine Argumentation rein vom Gedankengang und der Logik, die sie definitiv hat, nachvollziehen, wie auch die von Kinch. Nur wie gesagt... ich selbst handhabe es nicht so, ich beziehe mich NUR auf die jeweilige "Tat" (in Ermangelung eines besseren Wortes) eines Menschen. Die Parteizugehörigkeit würde für mich allenfalls dann eine Rolle spielen, wenn - wie schon in einem Vorbeitrag erwähnt - dieser Politiker bzw. seine Partei sich EXPLIZIT gegen Beziehungen mit großem Altersunterschied ausgesprochen hätten oder sie propagieren würden, daß 16jährige keinen Sex haben dürfen. Das hat aber noch nicht mal die CDU bisher vertreten, und so sehe ich hier keinen quasi "Interessenkonflikt" mit der eigenen Parteilinie bzw. einem hervorstechendem und prägnantem Partei-Ziel. [/B][/QUOTE] Ich denke, dieser ganze Zirkus beweist, dass die CDU bzw. ihre Wählerschaft bzw. die Mehrheit der Deutschen an sich sehr wohl gegen Beziehungen mit viel jüngeren Mädchen sind, und dies nur jetzt offen aussprechen. Das ist doch der einzige Grund, warum das so ein Skandal ist, oder? Der ganze Zirkus ist eine offene Aussprache gegen Beziehungen mit Minderjährigen. Die Medienhetze spricht da eine ganz deutliche Sprache. Jedenfalls kann man nicht jemanden aus dem Amt ekeln, und Morgen für mehr Toleranz für solche Dinge werben. Auch wenn ich soetwas der CDU und den heutigen Medien durchaus zutrauen würde. |
| Odessa | Okay, das ist eine gute Erklärung, Kinch und auch GISMO; so gesehen verstehe ich pulsars Antwort, so er sie auch so meinte, jetzt besser. Bei mir ist wohl einfach generell die Aversion gegen Menschen, die über anderer Leute Privatleben so dermaßen dreist, anmaßend und selbstgefällig "richten" wie es in dem Fall geschieht, sehr groß, und dieses Gefühl steht bei mir über allem Anderen - vielleicht weil ich selbst oft mit solchen Leuten zu tun hatte, durch die verschiedensten Kulturen und Religionen damals zu gewissen Zeiten meines Lebens, und ich weiß, wie verdammt bitter es ist und wie es einen zerreißen kann, auf der "Anklagebank" solcher Menschen zu sitzen: als ich als damalige Moslema einen Juden heiratete - "Schande, Todesurteil" für einige, auf beiden Seiten. Als ich als "auch" zu einem Viertel "Deutsche" einen Araber heiratete: "Kanakenschlampe, Araberhure, verpiss Dich". Als ich als damals 14jährige einen 30jährigen "rituell" heiratete: "Frühreife Lolita, Du gehörst ja in eine Erziehungsanstalt, wie krank ist das denn". Als ich als damals 45jährige meinen damals knapp 20jhr... usw. usw. Ich glaube, ich war niemals in irgendeiner Norm, die es in dieser Gesellschaft für Liebe/Ehen zu geben scheint, und empfinde deswegen wohl sowas wie Verständnis und Mitgefühl, sehe ich Anderen denen es ähnlich geht. |
| pulSar | Oh das gefällt mir. Ab sofort ist Kinch und Gismo mein Erklärsprecher. Sie haben mich nämlich durschaut und sich dabei so gewählt ausgedrück! [QUOTE]Also ich würde sagen, es ist eine eher durchschnittliche homosexuell-averse Beleidigung gewesen.[/QUOTE] Wobei vielleicht noch ganz dezent zu ergänzen wäre, dass ich nichts gegen Homosexuelle habe. Ich offenbare mich einfach mal : im Laufe der Zeit sammeln sich so endlos viele schlechte Bezeichnungen, Sprüche und Witze an - da kann man irgendwann gar nicht mehr anders. Einzig kenn ich es gar nicht (mehr), dass darauf tatsächlich reagiert wird... :-) [img]http://www.mupinfo.de/wp-content/uploads/2011/07/c_wie_zukunft.jpg[/img] einen hab ich noch dazu : [SIZE=4]C wie BungaBunga[/SIZE] |
| pulSar | [QUOTE]Unterdessen nähren neue Erkenntnisse über Facebook-Kontakte des Mädchens Spekulationen um eine Intrige, die zum Sturz des Spitzenpolitikers geführt haben könnte. Nach FOCUS-Informationen unterhielt die junge Frau seit geraumer Zeit regen Kontakt zu zwei Männern aus der Jungen Union (JU) in Schleswig-Holstein. Der eine kommt aus Kiel, der andere aus Plön.[/QUOTE] [url]http://www.focus.de/politik/deutschland/nach-ende-der-lolita-affaere-mutter-des-maedchens-verbietet-boetticher-kontakt_aid_657108.html[/url] [QUOTE]Eine ähnliche politische Sprengkraft besitzt der rege Kontakt des Mädchens zu dem JU-Mann aus Plön, den sie ebenfalls über Facebook kennenlernte. Ihm übergab sie nach FOCUS-Informationen Anfang des Jahres sogar Inhalte der delikaten E-Mail-Korrespondenz mit von Boetticher – streng vertraulich, zur Aufbewahrung. [/QUOTE] |
| Nitroglycerin | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kampfsau [/i] [B]Die Leute finden es ja häufig schon seltsam, wenn der Altersunterschied bei 5 oder mehr Jahren liegt. [/B][/QUOTE] Oh ja, das finden sie. Und da werden auch ganz andere Worte als "seltsam" gefunden. ^^ Meinen Partner und mich trennen 13 Jahre. Allerdings der umgedrehte Fall. ich bin diejenige welche, die älter ist. Als ich ihn kennenlernte war er noch 18, ich 31. Hey, sowas passiert eben. Das ist nichts, was man sich wünscht, forciert oder wovon man träumt. Das passiert eben, wenn sich 2 Menschen treffen und es passt. Das sind Geschichten, die das Leben eben schreibt. Komischerweise ist das "schlimmer" als wenn der Mann der ältere ist ^^ In meinem Bekanntenkreis gibt es einige Paare, die einen ordentlichen Altersunterschied haben. Bei 2 Paaren sind es gleich 18 Jahre. Aber wie gesagt, da ist der Mann der ältere und scheinbar ist die Toleranz gegenüber diesen Paaren weitaus höher. Blicke von aussen interessieren mich eigentlich nicht mehr. Man muss sich einfach davon lösen. Was kümmert es mich, was andere Menschen dadurch von mir halten? Wieso sollte ich dadurch ein schlechterer Mensch sein ? Innerfamiliär bin ich dadurch zum Teufel in persona mutiert. Man wird gemieden, totgeschwiegen und und und ..... @ Seneca Wenigstens werdet ihr noch zu Familienfeiern geladen ^^ Nach bald 3 Jahren kriegt mein Partner noch zu hören, ob er sich nicht schäme, so zu leben :rolleyes: und er solle das doch lassen. Als verbotene Liebe würde ich es dennoch nicht bezeichnen, denn verboten kann nur etwas sein, was man sich verbieten läßt. Und selbst wenn es missbilligend wahrgenommen wird küsst mein Partner mich mitten im Cafe oder nimmt meine Hand in der Innenstadt. ^^ Leben und leben lassen...wir sind auch nur Menschen |
| MephistoX | Eigentlich recht verwunderlich für die Christkleptokraten. Normalerweise verteidigen sie doch immer Leute, die mit Kindern vögeln. Die heutige Gesellschaft kriegt man so oder so nichtmehr umgepolt, da wird auf der einen Seite über viele Jahrzehnte ein christlicher 'Moralstandart' geschaffen, aber hinter den Kulissen gibt es dann die wildesten Sachen. Das einzige was uns da bleibt ist es, unsere eigene Gesellschaft zu erschaffen und darin zu leben. (was wir ja tun, nur leider ist die Welt groß und wir leben überall verstreut) Ich bin immer noch der Ansicht, dass monotheistische Religion eine schnell ansteckende und volksverblödende Krankheit ist. |
| David v. Weber | Ich finde Nix' Punkt beachtlich. Wer Jugendliche für so unreif hält, dass sie nicht wählen dürfen, der sollte sie auch nicht guten Gewissens vögeln. Im Übrigen: Kein Mensch hat ein "Recht" darauf, gewählt zu werden. Weder vom Wähler, noch (zuvor) von den Parteien. Wenn die CDU Herrn v. Boetticher nicht (mehr) als Spitzenkandidat haben will, dann ist das halt so. Für die Landtagswahl in MV muss im Wahlkreis Rügen nachgewählt werden. Dort tritt die CDU nicht an. Sie hat ihren Kandidaten rausgeworfen, weil herauskam, dass er ein paar Jahre lang in der DVU Mitglied war. Natürlich ist es nicht verboten, Mitglied in der DVU zu sein. Aber man kann nicht erwarten, dass die CDU einen Ex-DVU-Mann als Direktkandidaten aufstellt. |
| Scheol | [QUOTE]Ich finde Nix' Punkt beachtlich. Wer Jugendliche für so unreif hält, dass sie nicht wählen dürfen, der sollte sie auch nicht guten Gewissens vögeln.[/QUOTE] Dieses Thema zeigt wieder hervorragend wie gut es uns Deutschen doch geht. Eine 16 jährige kann durchaus selbst entscheiden mit wem sie ins Bett geht. Und mal was kontroverses: Ein bekannter von mir war 18 als er mit einer 12 (!) jährigen zusammenkam. Wäre das in der heutigen Zeit hätten vermutlich sämtliche Mütter- und Kinderschutzvereinigungen mit brennenden Fackeln vor seinem Haus gestanden. Das ist jetzt über 10 Jahre her und die beiden sind immer noch ein Paar. Lasst die Leute in Ruhe. Es ist auch wurscht was er mal gesagt hat, was er danach gemacht hat und was heute daraus wurde. Das Schlafzimmer meines Nächsten interessiert mich erst dann, wenn darin Brutalitäten stattfinden die man polizeilich unterbinden muss. Für alles andere gilt das Recht auf Privatsphäre. Das Mädchen war 16 verdammt. Wäre sie 7 Jahre alt gewesen hätte ich mitgekotzt. Aber so... [QUOTE]Natürlich ist es nicht verboten, Mitglied in der DVU zu sein. Aber man kann nicht erwarten, dass die CDU einen Ex-DVU-Mann als Direktkandidaten aufstellt.[/QUOTE] Selbst in der CDU muss es möglich sein nicht wegen so einem Firlefanz zu fliegen. Man kann eine Liebesbeziehung nicht mit der Mitgliedschaft in einer rechtsradikalen Partei vergleichen. Das Argument, dass es ihm hätte klar sein müssen weil er in der CDU ist lasse ich nicht gelten. Ich finde es einfach zu simpel. |
| Ronin76 | [QUOTE]Wer Jugendliche für so unreif hält, dass sie nicht wählen dürfen, der sollte sie auch nicht guten Gewissens vögeln.[/QUOTE] Interessant, da Wählen weitaus anspruchsloser ist als Sex. Die Intrige hatte also keinen Falschen getroffen, nur sein Nachfolger wird nicht gerade besser sein, wenn das in der CDU gängige Methoden sind. Im Falle des ehemaligen DVU Mannes, wird sich die CDU ihrer Vergangenheit etwas untreu: [QUOTE] Ende 1932 hatte sich Adenauer für eine Regierungsbildung von Zentrum und Nationalsozialisten in Preußen ausgesprochen. Am 29. Juni 1933, also kurz nach Hitlers Ernennung zum Kanzler, schrieb er in einem Brief: „Dem Zentrum weine ich keine Träne nach; es hat versagt, in den vergangenen Jahren nicht rechtzeitig sich mit neuem Geiste erfüllt. M.E. ist unsere einzige Rettung ein Monarch, ein Hohenzoller[,] oder meinetwegen auch Hitler, erst Reichspräsident auf Lebenszeit, dann kommt die folgende Stufe. Dadurch würde die Bewegung in ein ruhigeres Fahrwasser kommen.“ Er befürchtete, „wenn der revolutionäre Zustand nicht rechtzeitig in die Periode der neuen Ruhe und des neuen Aufbaus übergeht, dann kommt die Katastrophe“. [url]http://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Adenauer#Zeit_des_Nationalsozialismus[/url] [/QUOTE] [QUOTE]Man kann eine Liebesbeziehung nicht mit der Mitgliedschaft in einer rechtsradikalen Partei vergleichen.[/QUOTE] Natürlich nicht. Darf man auch nicht. Hat auch niemand getan. |
| Kinch | [quote]Wer Jugendliche für so unreif hält, dass sie nicht wählen dürfen, der sollte sie auch nicht guten Gewissens vögeln. [/quote] Und warum genau? Ich finde daran zwei Punkte kritisch: Erstens: Man kann ja durchaus auch der Meinung sein, dass politische Entscheidungen zu treffen ein größeres Maß an Bildung und Reife voraussetzt, als Sexualkontakte. Zweitens: Man kann ja der Meinung sein, dass die [i]meisten[/i] Jugendliche nicht reif genug sind, aber [i]einige[/i] schon. Da man nicht selektieren kann oder darf, wer wählen darf und wer nicht, spricht man sich eben für ein allgemeines Verbot aus. Da man aber selektieren kann mit dem wen man Geschlechtsverkehr hat, kann durchaus auch ruhigen Gewissens mit jenen verkehren, die man auch für reif genug hält, um sie auch wählen zu lassen. [quote]Im Übrigen: Kein Mensch hat ein "Recht" darauf, gewählt zu werden. Weder vom Wähler, noch (zuvor) von den Parteien. Wenn die CDU Herrn v. Boetticher nicht (mehr) als Spitzenkandidat haben will, dann ist das halt so. [/quote] Ja und? Hat jemand hier das in Frage gestellt? Darf man trotzdem eine Entscheidung beschissen finden und das auch begründen, obwohl die Entscheidung vielleicht juristisch legitim ist? [quote]Natürlich ist es nicht verboten, Mitglied in der DVU zu sein. Aber man kann nicht erwarten, dass die CDU einen Ex-DVU-Mann als Direktkandidaten aufstellt. [/quote] Ja und? Was heißt das? Wenn eine Partei Neo-Nazis raus werfen darf, dann auch … Schwule, Schwarze, Juden, sexuelle Minderheiten und Menschen die legitime Sexualkontakte führen? Oder kann man tatsächlich, den einen Rauswurf akzeptabel und einen anderen inakzeptabel finden? Nichts für ungut David, aber dein Beitrag negiert völlig die Existenz des Differenzierten Denkens. |
| Ronin76 | [QUOTE] Ja und? Was heißt das? Wenn eine Partei Neo-Nazis raus werfen darf, dann auch …Schwule, Schwarze, Juden, sexuelle Minderheiten und Menschen die legitime Sexualkontakte führen? Oder kann man tatsächlich, den einen Rauswurf akzeptabel und einen anderen inakzeptabel finden? [/QUOTE] Die CDU kann das anscheinend. Wir müssen unbedingt mal eine Wahlkampfveranstaltung von denen besuchen. ^^ |
| Scheol | Das geht dann aber satirisch. Alle mit Kajal und in voller Montur sowie Schilder mit der Aufschrift "Jesus rocks" und "Satan ist doof". Wenn 100 solcher Gestalten da aufkreuzen würden hätte das durchaus Unterhaltungswert. |
| David v. Weber | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kinch [/i] Zweitens: Man kann ja der Meinung sein, dass die [i]meisten[/i] Jugendliche nicht reif genug sind, aber [i]einige[/i] schon. Da man nicht selektieren kann oder darf, wer wählen darf und wer nicht, spricht man sich eben für ein allgemeines Verbot aus. Da man aber selektieren kann mit dem wen man Geschlechtsverkehr hat, kann durchaus auch ruhigen Gewissens mit jenen verkehren, die man auch für reif genug hält, um sie auch wählen zu lassen. [/QUOTE] Natürlich kann man das. Große Ausnahme und so. Ich sehe darin aber schon einen gewissen Wertungswiderspruch. [QUOTE] Ja und? Hat jemand hier das in Frage gestellt? Darf man trotzdem eine Entscheidung beschissen finden und das auch begründen, obwohl die Entscheidung vielleicht juristisch legitim ist? [/QUOTE] Auch das darf man selbstverständlich gut finden oder nicht. Ändert aber nix daran, dass nicht Kinch entscheidet, wer für die CDU in Schleswig-Holstein kandidiert, sondern die CDU in Schleswig-Holstein. Und wenn die meint, dass Herr v. Boetticher nicht der Richtige ist, um sie in die Wahl zu führen (z.B. weil er die Vorstellungen und Werte der CDU nicht verkörpert), dann ist das völlig legitim. [QUOTE] Ja und? Was heißt das? Wenn eine Partei Neo-Nazis raus werfen darf, dann auch … Schwule, Schwarze, Juden, sexuelle Minderheiten und Menschen die legitime Sexualkontakte führen? Oder kann man tatsächlich, den einen Rauswurf akzeptabel und einen anderen inakzeptabel finden?[/QUOTE] Das bleibt dir unbenommen. Mein Punkt damit war nur zu zeigen, dass "Aber es war doch legal!" kein fruchtbares Argument ist. Es ist ebenso legal, eine moralisch fragwürdige Beziehung zu einer Minderjährigen zu haben wie es legal ist, in der DVU gewesen zu sein. Legalität ist demnach nicht das entscheidende Kriterium. Es kommt nicht darauf an, ob die Liebe "verboten" ist, oder nicht. Sondern ob die CDU den Kandidaten will oder nicht. Und da sehe ich einfach das Problem nicht. [QUOTE]Nichts für ungut David, aber dein Beitrag negiert völlig die Existenz des Differenzierten Denkens.[/QUOTE] Öhm, danke. Ich bin mir schon bewusst, dass differenziertes Denken möglich ist. Ob es nun aber auch meine Intention war, einen differentierten und ausgewogenen Beitrag zu schreiben, der beide Seiten im Blick hat, abwägt und dann zu einem gütlichen Ergebnis kommt? Und: Muss ich das denn? |
| Scheol | [QUOTE]Es ist ebenso legal, eine moralisch fragwürdige Beziehung zu einer Minderjährigen zu haben wie es legal ist, in der DVU gewesen zu sein.[/QUOTE] Schon wieder! Ich geh' mal ein paar Eier warm stellen. |
| GISMO | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kinch [/i] [B]Und warum genau?[/b] [/quote] Wem man nicht zutraut, eine nach dem eigenem Interesse gerichtete Wahlentscheidung treffen zu können, dem kann auch nicht zutrauen, Sexualkontakte im eigenem Interesse zu führen, was einfach den Schluss nahe legt, hier wurde eine unmündige, weil nicht für sich selbst entscheidungsfähige Person, dazu überredet, Sex mit einem Älteren zu haben, der dazu befähigt ist. Ich finde auch nicht, dass zum Wahlurnengang ein großes Maß an Bildung und Reife nötig ist. Die Wahl ist doch ein Mittel zur Stärkung eigener Interessen und Durchsetzung von Überzeugungen, die man selbst für Richtig hält. Das wird 16-Jährigen einfach pauschal nicht zugetraut. Und dafür bedanken die sich dann später eben auch. |
| Ronin76 | [QUOTE] Die Wahl ist doch ein Mittel zur Stärkung eigener Interessen und Durchsetzung von Überzeugungen, die man selbst für Richtig hält. [/QUOTE] Kommt auf die Wahl an. Bei großen, politischen Wahlen stärkt ein Wähler damit vor Allem fremde Interessen und wundert sich dann, daß er nach der Wahl zB mehr Steuern zahlen muß. |
| Kinch | [quote]Natürlich kann man das. Große Ausnahme und so. Ich sehe darin aber schon einen gewissen Wertungswiderspruch. [/quote] Man kann der Meinung sein, dass 80% der Jugendlichen nicht reif genug sind und 20% schon. Ich sehe da keinen Widerspruch. Man kann auch der Meinung sein, dass Sexualkontakte oder Beziehungen für Jugendliche Möglich sind, wählen aber nicht. Auch da sehe ich keinen Widerspruch. [quote]Ändert aber nix daran, dass nicht Kinch entscheidet, wer für die CDU in Schleswig-Holstein kandidiert, sondern die CDU in Schleswig-Holstein. Und wenn die meint, dass Herr v. Boetticher nicht der Richtige ist, um sie in die Wahl zu führen (z.B. weil er die Vorstellungen und Werte der CDU nicht verkörpert), dann ist das völlig legitim. [/quote] Ja, ist nur eine Paraphrase deiner vorherigen Aussage. Da wir uns in dem Punkt einig sind, dass ich nicht entscheide, wer für die CDU kandidiert, können wir uns auch das Thread-Thema konzentrieren. [quote]Mein Punkt damit war nur zu zeigen, dass "Aber es war doch legal!" kein fruchtbares Argument ist. [/quote] Toll. Das war auch den meisten schon klar, oder? Die Legalität war ein Aspekt unter vielen. Du sagst hier absolut nichts neues, oder auch etwas, was im Widerspruch zu dem stehen würde, was ich oder andere hier schon genug geschrieben haben. [quote]Es ist ebenso legal, eine moralisch fragwürdige Beziehung zu einer Minderjährigen zu haben wie es legal ist, in der DVU gewesen zu sein. [/quote] Ah, jetzt kommen wir zum Kern. „Moralisch Fragwürdig”. Seltsamerweise ist genau das hier das Thema; viele argumentieren nämlich, warum das eben nicht moralisch fragwürdig ist. Aber das ist dir wohl kein Argument wert. Sondern du behauptest frech, das wäre allgemeiner Konsens und alle anderen hier, würden sich nur auf die juristische Legalität stützen. Es tut mir leid, für meinen Ton, aber ich habe einfach dafür kein Verständnis, wenn jemand alles ignoriert, was auf 6 Seiten Diskussion bereits erbracht wurde, nur um dann gegen Strohmann-Argumente zu argumentieren. Natürlich kann man etwas unmoralisch aber legal sein und natürlich kann man Menschen die den eigenen moralischen Ansprüchen nicht genügen, aus einer Gemeinschaft ausschließen. Das ist hier nicht das Thema und wird — wenn überhaupt — nur von einer Minderheit in Frage gestellt. Wenn du dich dazu äußeren möchtest, ob und wiefern man Sexualkontakte zu Minderjährigen durch soziale Ächtung gesellschaftlich Sanktionieren sollte, dann kannst du dich hierzu gerne äußern. Wenn nicht, dann hast du zum Thema schlich nichts beizutragen. Zumindest mir leuchtet nicht ein, wo uns hier jetzt Anektoden von gesperrten DVU-Kandidaten helfen sollte. [B]@GIZMO[/B] [quote][i]Zitat von GIZMO [/i] Wem man nicht zutraut, eine nach dem eigenem Interesse gerichtete Wahlentscheidung treffen zu können, dem kann auch nicht zutrauen, Sexualkontakte im eigenem Interesse zu führen, was einfach den Schluss nahe legt, hier wurde eine unmündige, weil nicht für sich selbst entscheidungsfähige Person, dazu überredet, Sex mit einem Älteren zu haben, der dazu befähigt ist. [/quote] Ja, die Meinung kann man haben; [i]muss[/i] man aber nicht. Wenn man aber sowas behauptet, wäre ich generell froh, wenn man es zumindest anflugsweise begründen würde. Von Boetticher habe ich jetzt auch keine allzugroße Meinung, wie ich bereits mal ausgesprochen habe. Aber ob dieser Punkt jetzt von ihm Heuchelei ist oder nicht, finde ich ist als Außenstehender nicht so einfach zu beurteilen. Jedenfalls muss man sich schon mehr Mühe damit geben, als ein Beweis durch Behauptung. Ich zum Beispiel, denke, dass es gerechtfertigt ist, dass Sexualkontakte zu — sagen wir — 12 Jährigen verboten ist, weil ich davon ausgehe, dass die meisten 12 Jährige nicht die nötige Reife bzw. Stärke besitzen, um sich den Annäherungen von deutlich Älteren effektiv zu [i]verweigern[/i]. Dass heißt nicht, dass ich denke, dass jeder Sexualkontakt zu einem 12 Jährigen Menschen für unmoralisch halte. Scheol hat dafür ja ein gutes Beispiel genannt. Ich denke deshalb in diesem Beispiel nicht, dass ich in dem Punkt hypokritisch bin, obwohl ich dafür bin, etwas zu verbieten, was ich nicht in jedem Fall für unmoralisch halte. Sondern ich denke, dass es nicht möglich ist, über das STGB die Lebenswirklichkeit aller Menschen vollumfänglich zu beschreiben. Deshalb ist es zum Glück auch so, dass Paragraphen je nach Kontext der Situation anderes gewertet werden müssen. Und woher will man wissen, ob hinter Boetticher nicht ähnliche Gedanken stehen? |
| duivelswîp | Für mich hat das nichts damit zutun, dass die [I]Zeit stehen geblieben[/I] zu sein scheint, sondern vielmehr damit, dass andere 'hohe Tiere' innerhalb der Schleswig-Holsteinschen CDU ganz andere innerparteiliche, politische und wirtschaftliche Interessen hatten. Ganz zufällig wird das Ganze wohl nicht an die Presse geraten sein - und ganz zufällig wird da wohl auch niemand nach etwas derartigem gesucht haben. An und für sich finde ich, ist aber nichts Verwerfliches an einer solchen Beziehung bis auf möglicherweise die beziehungsinterne Tatsache, dass es bei einem so großen Altersunterschied sehr unwahrscheinlich und kompliziert, nahe zu unlösbar, ist, diese Beziehung auf Augenhöhe zu halten. Abgesehen davon stellt man gerade bei einem so großen Alters- und wahrscheinlich auch Reifeunterschied auch vollkommen andere Ansprüche an eine Beziehung. Aber das sind meiner Ansicht nach Sachen, die wie gesagt nur die beiden Partner selbst und evtl. ihr unmittelbares Umfeld betreffen. Wenn sich jetzt irgendwelche erzkonservativen aalglatten Sakkoträger künstlich aufregen müssen, um ihre innerparteilichen oder anderweitigen Interessen durchzubekommen, ist das denke ich mal keine Frage von [I]Ethik[/I] bzw. [I]christlichen Werten[/I]. Finde es schade, dass die Presse da so mitzieht, aber okay - die stürzen sich eben auch auf alles, was gerade so auf dem Fleischmarkt rumliegt. |