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  Forum: Des Kaisers Bart
    Thema: Anleitung zum Society-Exit
True ZombieSchritt 1: Gesellschaft ablehnen, alternatives Leben führen und Gesellschaft bekämpfen

Schritt 2: In die Gesellschaft zurückgeholt werden, um sich bekehren zu lassen, sich weigern und Bestrafung kassieren

Schritt 3: Endgültige Abkehr von der Gesellschaft

Der erste Schritt macht Spaß, der zweite Schritt ist belastend ohne Ende und ich hoffe der dritte Schritt ist die Erlösung.

(Angemerkt zu Schritt 1 sei, daß man als Linksautonomer den meisten Spaß hat und den meisten Bums dahinter hat. Zumindest war es Ende der 90er bei uns in Sachsen so. Und angemerkt sei auch, daß es noch ne Menge Zwischenstufen gibt, die ich nicht aufgezählt habe. Aber erfahrt es alles am Besten selbst am eigenen Leib)
SenecaHabe alle drei Punkte durch udn eines Gelernt...du kannst nicht entkommen, selbst im Knadische Busch kommt di9e Fortbehöder kontrollieren ob Du incht wilderst.

7 MIlliarden Menschen auf so einer kleinen Kugel kann man nicht aus dem Weg gehen daher:

4. Resistance is futile, give it up and be assimilated, don't be frightened [url=http://www.youtube.com/watch?v=ZDkejTcSlY4]beeing part of the collective is fun.[/url]
True ZombieJa, mag ja alles sein. Aber wenn dem so ist, so werde ich wieder Teil der Gesellschaft sein, aber mit einer Randposition und weitestgehenden Verzicht auf die Medien mit ihrer Hysterie ;)

(Übrigens mach ich mir mittlerweile nix mehr draus, wenn ich irgendwelche Stimmen höre, die mich Muckefuck nennen, weil ich 1. so gut wie keine Musik mehr anhöre und auch nur noch ab und zu was selber bastel (Mucke? Fuck!) und weil ich 2. süchtig bin nach Kaffee und Zigaretten, die ja letztlich irgendwo nen ähnlichen Geschmack und Geruch haben wie Malzkaffee (Muckefuck) *lol*)
Lazerta[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
[B]Habe alle drei Punkte durch udn eines Gelernt...du kannst nicht entkommen, selbst im Knadische Busch kommt di9e Fortbehöder kontrollieren ob Du incht wilderst.

7 MIlliarden Menschen auf so einer kleinen Kugel kann man nicht aus dem Weg gehen daher:

4. Resistance is futile, give it up and be assimilated, don't be frightened [url=http://www.youtube.com/watch?v=ZDkejTcSlY4]beeing part of the collective is fun.[/url] [/B][/QUOTE]
Bewundernswert, dass du es überhaupt versucht hast! Woran ist es denn genau gescheitert? Ich interessiere mich diesbezüglich aus persönlichen Gründen. Ich will in spätestens 10 Jahren einen Versuch wagen. Mir fehlen nur 15-150 Hektar geeignetes Land, Geld und Gleichgesinnte, welche an einem Aufbau eines autonomen Dorfes interessiert sind. Als erste Maßnahme werde ich einen 3 Meter hohen Wall um diesen errichten lassen. Für Nahrung, Kleidung, Kultur und Sicherheit wird selbst gesorgt. Der Import von Technologien, welche nicht selbst erstellt werden können, werden verboten. Bäume werden mit der Axt gefällt und Weizenfelder mit der Sense geerntet. Ansonsten ist jeder frei im tun und handeln.
Elementarsatz[QUOTE][i]Original geschrieben von Lazerta [/i]
[B]Bewundernswert, dass du es überhaupt versucht hast! Woran ist es denn genau gescheitert? Ich interessiere mich diesbezüglich aus persönlichen Gründen. Ich will in spätestens 10 Jahren einen Versuch wagen. Mir fehlen nur 15-150 Hektar geeignetes Land, Geld und Gleichgesinnte, welche an einem Aufbau eines autonomen Dorfes interessiert sind. Als erste Maßnahme werde ich einen 3 Meter hohen Wall um diesen errichten lassen. [/B][/QUOTE]
Um die, die draußen sind, am Reinkommen zu hindern oder umgekehrt?

[quote]Für Nahrung, Kleidung, Kultur und Sicherheit wird selbst gesorgt. Der Import von Technologien, welche nicht selbst erstellt werden können, werden verboten.[/quote]
Stelle ich mir etwas schwierig vor. Wenn ihr da drin kein Erzvorkommen habt, müsstet ihr zur Steinzeit zurückkehren. Aber auch Obsidian oder Feuerstein findet man nicht überall. Schon in der Steinzeit gab es Fernhandel...

Naja, ernsthaft. Diese Sehnsucht nach einem einfachen, ursprünglichen Leben kennt wohl jeder. Aber ich glaube, man unterschätzt die Tücken des einfachen, ursprünglichen Lebens.

Außerdem wäre ein Selbstversorgerdorf ja kein Ausstieg aus der Society, sondern eine Verkleinerung der Society. Einen Totalaussteig aus der Society kann ich nicht empfehlen. Der Mensch ist leider so gebaut, dass er alleine nicht glücklich wird. Ist ne fiese Fehlkonstruktion, aber leider eine Tatsache.
Lazerta[QUOTE][i]Original geschrieben von Elementarsatz [/i]
Um die, die draußen sind, am Reinkommen zu hindern oder umgekehrt? [/QUOTE] Wird primär als Sichtschutz dienen und sekundär als Schutz gegen äußere Eindringlinge. Wenn ich z.B. ein Hausschwein schlachten möchte, will ich keine Armada an Technokraten auf meinen Grundstück sehen, nur weil ich gegen die §§ 1 bis 4, 6 Abs. 1 bis 3, § 8 Abs. 1 und 3, die §§ 9 bis 12 Abs. 1, § 13 Abs. 1 bis 3, die §§ 15 bis 18, 20, 21 Abs. 1 und 2, § 22 Abs. 1, § 22a Abs. 1, 2 und 3 Satz 2, die §§ 28, 28a, 29 Abs. 1, 2, 3 Nr. 1 und Abs. 4, die §§ 29a bis 29c, 30, 31 Satz 2 und § 32 des Fleischhygienegesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. Juni 2003 (BGBl. I S. 1242, 1585), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 4. November 2004 (BGBl. I S. 2688, 3657) geändert worden ist, verstoßen habe.

Verstehst du worauf ich hinaus will? Es gibt noch tausende anderer Gesetze, Verordnungen, Satzungen, Bestimmungen, welche dein Leben, mein Leben, bis zum Erbrechen hindurch reglementieren. Wir sind doch ebenfalls nur Schlachtvieh, gemästet von der Kindheit an, weil das System mit der technologischen Entwicklung eben dies Erfordert! Selbst unser Tod wird verwaltet und auch die Beerdigung ist reglementiert. [url]http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/stadtgruen/gesetze/download/bestattungsgesetz.pdf[/url] Nicht mit mir! Der Staat gestattet uns ein freizügiges Leben, aber kein freies Leben. Wir dürfen uns nur in den Bereichen freizügig verhalten, welche das System nicht stören. Aber komm mal auf die Idee eine Demonstration unangekündigt zu veranstalten, dich nicht anzuschnallen, zu schnell zu fahren oder trotz Meinungsfreiheit gegen eine der zahlreichen Ausnahmen zu verstoßen, dann Gnade dir Gott und deinem Anwalt!


[QUOTE]Stelle ich mir etwas schwierig vor. Wenn ihr da drin kein Erzvorkommen habt, müsstet ihr zur Steinzeit zurückkehren. Aber auch Obsidian oder Feuerstein findet man nicht überall. Schon in der Steinzeit gab es Fernhandel...[/QUOTE]Es kann sein, dass ich mich missverständlich ausgedrückt habe. Ich schließe den Import von Technologien nicht kategorisch aus. Jedoch will ich nur auf Technologie angewiesen sein, die ohne äußere Hilfestellung in kleinen Gemeinschaften angewendet werden kann. Die organisationsabhängige Technologie ist dagegen eine Technologie, die von großen gesellschaftlichen Organisationen abhängig ist (z.B. Traktoren). Auf diese sollte verzichtet werden. Täte man dies nicht, wäre man weiterhin von großen Strukturen und somit Gesetzen abhängig und somit unfrei.

[QUOTE]Naja, ernsthaft. Diese Sehnsucht nach einem einfachen, ursprünglichen Leben kennt wohl jeder. Aber ich glaube, man unterschätzt die Tücken des einfachen, ursprünglichen Lebens.[/QUOTE]Diese Tücken machen das Leben erst lebenswert. Es muss eine befriedigende Erfahrung sein im Wettlauf mit den Jahreszeiten für ausreichende Nahrungsvorräte, Holz und Bekleidung zu arbeiten, weil man sonst erfriert und verhungert. Das wird der Moment sein, in der nicht Ämter und Behörden Macht über mein Leben haben und ich von diesen abhängig bin, sondern ich diese Macht über mein Eigen selbst in die Hand nehme! Diese Gesellschaft krankt doch gerade daran, dass sie keine realen Ziele, sondern nur künstliche Ersatzziele verfolgt (Sport, Karriere, Geld) und nie Befriedigung erfahren wird. Der moderne Mensch ist ruhelos und braucht tausende Interessen und Hobbys um sich ablenken zu können. Die Unterhaltungsindustrie boomt, Reiche wollen immer reicher werden und schwerreiche Sportprofis erkranken am Ende ihrer Karriere an Depressionen.

[QUOTE]Außerdem wäre ein Selbstversorgerdorf ja kein Ausstieg aus der Society, sondern eine Verkleinerung der Society. Einen Totalaussteig aus der Society kann ich nicht empfehlen. Der Mensch ist leider so gebaut, dass er alleine nicht glücklich wird. [/QUOTE] Deswegen sagte ich ja bereits, dass ich Gleichgesinnte suche, welche an einem grundlegenden Neuaufbau eines autonomen Dorfes interessiert sind. Möchtest du Elementarsatz ein Teil einer geschlossenen Gemeinschaft sein und erfahren was ein Leben in Glück und Einklang mit der Natur und ohne Zwänge bedeutet?
Elementarsatz[quote]Wird primär als Sichtschutz dienen und sekundär als Schutz gegen äußere Eindringlinge. [/quote]
Vielleicht solltest du dein Dorf auf Kamptschatka errichten und nicht im Taunus oder so.

[quote]Diese Tücken machen das Leben erst lebenswert. [/quote]
Ich weiß nicht. Ich kann deine Abneigung gegen Reglementierung, Bürokratie und "rat race" nachvollziehen, aber andererseits finde ich die Annehmlichkeiten der Zivilisation auch sehr nett. Zum Beispiel reisen zu können. Ereignisse mit einer Fotokamera festhalten zu können. Bei Zahnschmerzen zum Zahnarzt gehen zu können. Und so weiter.

Was willst du eigentlich bei einem Blinddarmdurchbruch oder bei Blutvergiftung machen? Sterben?
Lazerta[QUOTE][i]Original geschrieben von Elementarsatz [/i]
Vielleicht solltest du dein Dorf auf Kamptschatka errichten und nicht im Taunus oder so. [/QUOTE]Ich bin noch auf der Suche. Aber als Teil einer Gemeinschaft, heißt dies, werden wir uns alle einig werden müssen. Das Land sollte nach Möglichkeit in einem ausgewogenen Verhältnis fruchtbare Erde, Forst und Süßwasser bieten. Ich dachte mir, dass im Zuge des demographischen Wandels die Neuen Länder in Zukunft attraktiv werden könnten.

[QUOTE]Ich weiß nicht. Ich kann deine Abneigung gegen Reglementierung, Bürokratie und "rat race" nachvollziehen, aber andererseits finde ich die Annehmlichkeiten der Zivilisation auch sehr nett. Zum Beispiel reisen zu können. Ereignisse mit einer Fotokamera festhalten zu können. Bei Zahnschmerzen zum Zahnarzt gehen zu können. Und so weiter.[/QUOTE]Ja, mir wird es ebenfalls schwer fallen darauf zu verzichten. Es wird zu Anfangs eine Menge Überwindung kosten und ich stelle es mir wie kalten Entzug vor. Zur Zeit bin ich tatsächlich von Technologie abhängig. Fiele z.B. der Strom in meiner Stadt für zwei Monate oder mehr aus, ich würde wohl nicht unbeschadet überleben. Aber die Vorteile eines Lebens ohne Technologie werden langfristig überwiegen. Ich werde nach dem Entzug gar nicht das Bedürfnis nach Digitalfotos und Pauschalreisen haben. Da bin ich mir sicher.

[QUOTE]Was willst du eigentlich bei einem Blinddarmdurchbruch oder bei Blutvergiftung machen? Sterben?[/QUOTE]Erscheint uns der Tod nicht deswegen beängstigend, weil wir ein unerfülltes Leben leben und stets nach der absoluten Erfüllung suchen? Ich glaube, dass ich den Tod in einem Leben in völliger Freiheit werde akzeptieren können. Natürlich sagt es sich jetzt so leicht. Aber ich meine tatsächlich, dass ich dies tun werde. Ja, ich werde dann sterben. Das Risiko gehe ich ein.
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Lazerta [/i]
[B]Bewundernswert, dass du es überhaupt versucht hast! Woran ist es denn genau gescheitert? Ich interessiere mich diesbezüglich aus persönlichen Gründen. [/B][/QUOTE]Daran das ich ohne Krankenversicherung, denn wenn man sich komplett abmeldet hat man nun mal keine mehr, mal so richtig krank wurde, Du weisst schon, so was dass man mit Hausmitteln nicht wegbekommt und dann anfängt sich als Entzündungsherd durch deinen Körper zu fressen der Aufgrund von einer subsistenziellen Lebensweise eh schon geschwächt ist. Ich hab das zuerst 1998 mal gemacht im Rahmen eines Survival Projekts in Portugal und kürzlich mal 2008-2009 im Rahmen der Realitätsflucht.

Ich bin dann das letze mal irgendwann als ich mal nachts im Januar 2009 wirklich dachte ich muss sterben zurück gekrochen gekommen und hab irgendwie versucht wieder in die KV zu kommen und mich mit Wohnsitz zurückzumelden...und das war nicht leicht wenn man es nicht über die H4 Schiene macht.

Probier mal aus, ist eine Lehrreiche Erfahrung...geh mal los und melde Dich komplett ab. hat eine Gute freundin von mir vor Jahren auch getan...und dan im Ausland geheiratet um nicht auf der Strasse zu landen...wie gesagt, probiers mal, ist ganz leicht auf der Strasse zu landen.
Lazerta[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
[B]Probier mal aus, ist eine Lehrreiche Erfahrung...geh mal los und melde Dich komplett ab. hat eine Gute freundin von mir vor Jahren auch getan...und dan im Ausland geheiratet um nicht auf der Strasse zu landen...wie gesagt, probiers mal, ist ganz leicht auf der Strasse zu landen. [/B][/QUOTE]
Ich teile mit den linken Anarchisten nichts, selbst wenn ich mich als Anarchisten sehe. Ein Leben auf der Straße ist absolut nichts für mich und ich werde schon die nötigen Vorkehrungen treffen, damit ich nicht in solch eine Situation komme. Danke, dass du deine Erfahrungen mit mir geteilt hast. Werde nun wissen was ich in Zukunft definitiv meiden sollte.
SenecaWie kommst Du eigentlich auf die Idee daß ich was mit linken Anarchisten am Hut hatte, ich schrieb glaube ich explizit etwas von Survival- bzw. Subsistenzbewegung. Dem ganze zu Grunde lag übrigens tatsächlich diese "Ich kann auch ganz alleine, ich Brauch euch alle nicht" Hybris die ich hier bei manchen Kandidaten herauslese von denen ich aber nicht glaube das sie sich jemals mal von ihren Internet-Sofa erhoben haben um mal auszutesten was das heisst "von keinem abhängig zu sein", das heisst nämlich umgekehrt dann auch schnell verlassen zu sein wenn die Kräfte plötzlich schwinden. Das Naturgesetz verzeiht keine Schwächen, die Gesellschaft schon.
Elementarsatz[quote]Ja, mir wird es ebenfalls schwer fallen darauf zu verzichten. Es wird zu Anfangs eine Menge Überwindung kosten und ich stelle es mir wie kalten Entzug vor. Zur Zeit bin ich tatsächlich von Technologie abhängig. Fiele z.B. der Strom in meiner Stadt für zwei Monate oder mehr aus, ich würde wohl nicht unbeschadet überleben. Aber die Vorteile eines Lebens ohne Technologie werden langfristig überwiegen. Ich werde nach dem Entzug gar nicht das Bedürfnis nach Digitalfotos und Pauschalreisen haben. Da bin ich mir sicher.[/quote]

Hältst du es nicht für möglich, dass diese Einschätzung auf einer gewissen Naturverklärung beruht?

Ich könnte mir denken, dass diese Vorstellung vom ursprünglichen Leben in der Natur so lange faszinierend ist, wie sie als lockende Vision in der Ferne liegt, aber sich, einmal umgesetzt, ziemlich schnell als stumpfsinnig und eintönig erweist. Immer die gleichen Bäume, immer die gleichen Handgriffe, immer die gleichen Menschen... warum glaubst du, dass das noch nach 10 Jahren schön ist?

Und die Zivilisation reizt ja nicht nur durch Technologie, sondern zum Beispiel auch durch Bücher, Musik, Konzerte, Museen usw. Und eben auch dadurch, dass man zwar nicht immer Natur sieht, aber durch die Möglichkeit des Reisens sehr viel mehr von der Welt sieht als ein Naturmensch, der an einen Ort gebunden ist.

[quote]Erscheint uns der Tod nicht deswegen beängstigend, weil wir ein unerfülltes Leben leben und stets nach der absoluten Erfüllung suchen? Ich glaube, dass ich den Tod in einem Leben in völliger Freiheit werde akzeptieren können. Natürlich sagt es sich jetzt so leicht. Aber ich meine tatsächlich, dass ich dies tun werde. Ja, ich werde dann sterben. Das Risiko gehe ich ein.[/quote]
Es geht ja nicht nur ums Sterben, sondern auch darum, dass einem möglicherweise die Zähne aus dem Mund faulen. Und es gibt unzählige Krankheiten, an denen man schwer leidet, ohne zu sterben. Auch war es in der vormodernen Zeit normal, dass einem die Hälfte der eigenen Kinder in den ersten Jahren wegstarben. Nicht so schön, oder? Und ein Leben ohne effektive Verhütungsmittel... nun ja.

Nein, das Ideal völliger Autarkie halte ich für überzogen. Eher vorstellen könnte ich mir eine 80%ige Autarkie. Also irgendwo eigenes Gemüse und Getreide ziehen, vielleicht sogar, wenn man hart genug ist, eigene Kleidung weben und ohne Strom leben, aber das allernötigste eben doch von außen zuführen.
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Elementarsatz [/i]
[B]Nein, das Ideal völliger Autarkie halte ich für überzogen. Eher vorstellen könnte ich mir eine 80%ige Autarkie. Also irgendwo eigenes Gemüse und Getreide ziehen, vielleicht sogar, wenn man hart genug ist, eigene Kleidung weben und ohne Strom leben, aber das allernötigste eben doch von außen zuführen. [/B][/QUOTE]Mach 50% draus und wir reden von realistischen Vorstellungen. Autarkie im Sinne wie man es vielleicht aus Kanada kennt ist in D-land ist übrigens nun offiziell illegal.

Seit der Enführung des Plichtversicherungsgesetzes muss nämlich jeder Bürger dafür sorgen das er Sozialversichert ist.

Alleine die KV kostet aber als freiwillig Versichterter in der PKV schnell 280€ im Monat.

Dann wäre da noch die sache mit der Selbstversorgung...denn alles außer Gemüse fällt aus da man wirbeltiere in D-land nicht mehr einfach so töten darf...also nicht mit den Kanichenstall hinter Haus wie das Opa noch hatte.

Apropo Gemüse, ich habe 32m² bewirtschafbare Gartenfläche als Beete und 6m² als Treibhaus und kann damit gerade mal 25% meines Bedarf decken...den nicht überall ist das Klima optimal.

Wie gesagt, ich experimentiere, stelle aber fest das es nicht einfacher wird. Die Fallen werden auc in Brüssel gestellt und man begibt sich schnell in die Illegalität, Selbst das Sammeln von Fallholz im Wald bedarf einer Genehmigung und kosten bis zu 20€ für 2 Raummeter Holz. Als ich den Förster mal fragte ob er häufiger sammelscheine ausgiebt hieß es nur das das imem rhäufiger vorkommt. Mitlerweile werden den Sammlern vom Förster klare Areale zugewiesen. Das sieht dann praktisch so aus das er mit Dir raus fährt und sagt: "von dem Zaun hier bis zum Waldweg 150m diese Richtung kannste alles sammeln was am Boden liegt."

Ich hab mitlerweile herausgefunden wie Holzheizung warmhält...es ist die Arbeit: Sammeln und Kleinmachen, denn ohne Motorsägenschein muss man das mit Axt und Handsäge machen....wobei speziell mit der Axt mehr schiefgehen kann als mit der Motorsäge.

Vielleicht schreibe ich mal ein Buch:

Bär Grillt, Überleben in der Zivilisation.
True ZombieDie Rückkehr zur Natur im Sinne von Survival kann nur im Kollektiv gelingen, bzw. gelingt da besser, als auf eigene Faust allein im Wald zu sein. Ich machte schon ähnliche Erfahrungen wie Seneca. Letzten Endes findet man kaum noch Nahrung in der Wildnis und ist körperlich auch nicht abgehärtet genug, um die Kälte im Winter zu überleben. Da isses dann doch irgendwo klüger, den bequemen Platz einer Wohnung und den Gang zum Supermarkt vorzuziehen, auch wenn das ziemlich unromantisch ist. Aber was ich trotzdem jeden empfehlen kann: Verlasst die muffige Bude so oft es nur irgendwie geht und haltet Euch während allen Jahreszeiten viel draußen auf. Euer Körper und Euer Bewußtsein wird es Euch danken. Leider bin ich auch wieder zum Stubenhocker geworden und vermisse jene Zeit, wo ich täglich noch meine 20 Kilometer Wanderung geschrubbt hatte. Hoffentlich kommt so ne Phase mal wieder...
SenecaVergiss das Kollektiv, das Kollektiv ist die Gesellschaft in klein, persönlicher, böser, dreckiger denn ds KOllektiv weis sehr schnell wie man Dich am besten bei den Eiern packt um dich wieder auf Kollektivkurs zu bringen wenn Du anfängst individuell herumzuspinnen. Kollektiv macht ur Spaß wenn Du der unausgerufene Rudelführere bist, der Alpharüde dessen Autorität nicht angezweifelt wird und der alle Weibchen als Erster besteigt.

Dann bist du nämlich der [url=http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/7a/Rainer_Langhans_001.jpg/800px-Rainer_Langhans_001.jpg]Langhans[/url].

Machtausübung ist im Kollektiv eine wichtige Sache die sich ganz schnell einstellt.
True ZombieJa, stimmt auch irgendwie. Mit Kollektiv meinte ich auch eher nen Zusammenschluss von mehreren "individuellen Spinnern". Daß es jedoch auch in so nen Kollektiven zum Knatsch kommt, zeigte mir meine einstige Zeit im linken Spektrum, wenngleich mir die dortigen internen Konflikte immer noch lieber waren als es zum Beispiel bei Arbeitsverhältnissen der Fall ist, wenn z.B. Mobbing an der Tagesordnung steht. Und es ist mir jedesmal ne Freude, wenn ich ein Alphatier erwische, um es vom Thron zu kicken ohne dabei seinen Platz einzunehmen ;)
Lazerta[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
[B]Wie kommst Du eigentlich auf die Idee daß ich was mit linken Anarchisten am Hut hatte, ich schrieb glaube ich explizit etwas von Survival- bzw. Subsistenzbewegung. Dem ganze zu Grunde lag übrigens tatsächlich diese "Ich kann auch ganz alleine, ich Brauch euch alle nicht" Hybris die ich hier bei manchen Kandidaten herauslese von denen ich aber nicht glaube das sie sich jemals mal von ihren Internet-Sofa erhoben haben um mal auszutesten was das heisst "von keinem abhängig zu sein", das heisst nämlich umgekehrt dann auch schnell verlassen zu sein wenn die Kräfte plötzlich schwinden. Das Naturgesetz verzeiht keine Schwächen, die Gesellschaft schon. [/B][/QUOTE] Ok, habe dich falsch verstanden. Mit meiner Konzentration ist es um diese Uhrzeit und wenig Schlaf nicht gut bestellt. Um noch kurz auf deinen Beitrag einzugehen: Ich will nicht völlig alleine leben. Das habe ich wohl zu genüge gesagt. Eine kleine Gemeinschaft wäre nett und sehr wohl in der Lage die Schwäche eines Einzelnen aufzufangen.


[QUOTE]Hältst du es nicht für möglich, dass diese Einschätzung auf einer gewissen Naturverklärung beruht? Ich könnte mir denken, dass diese Vorstellung vom ursprünglichen Leben in der Natur so lange faszinierend ist, wie sie als lockende Vision in der Ferne liegt, aber sich, einmal umgesetzt, ziemlich schnell als stumpfsinnig und eintönig erweist. Immer die gleichen Bäume, immer die gleichen Handgriffe, immer die gleichen Menschen... warum glaubst du, dass das noch nach 10 Jahren schön ist? Und die Zivilisation reizt ja nicht nur durch Technologie, sondern zum Beispiel auch durch Bücher, Musik, Konzerte, Museen usw. Und eben auch dadurch, dass man zwar nicht immer Natur sieht, aber durch die Möglichkeit des Reisens sehr viel mehr von der Welt sieht als ein Naturmensch, der an einen Ort gebunden ist.[/QUOTE] Aus unserer Perspektive ist es natürlich schwer vorstellbar, ein solch primitives Leben zu führen, wo wir schließlich zwischen tausenden Warenangeboten, TV-Kanälen, Filmvorstellungen, Konzerten und Reisezielen wählen können. Aber dieses schier unendliche Angebot unserer Warenwelt mit Unterhaltungsangeboten, Konsum- und Luxusgütern ist womöglich wiederum ein Resultat eines wachsenden Bedürfnisses der Gesellschaft nach Betäubung. Eben weil die Zwänge, Ziellosigkeit, Unfreiheiten und steigenden Anforderungen sonst kaum zu ertragen wären. Manchmal erscheint es mir als ob diejenigen, welche sehr oft verreisen, vor irgendetwas zu fliehen versuchen. Kaum wieder zurück angekommen, sind sie unglücklich und planen schon gedanklich den nächsten Urlaub. Mag der Selbstversorger tatsächlich ebenfalls ein Bedürfnis nach Reisen haben? Ist das Reisen etwa genetisch in uns veranlagt oder leitet sich dieses Bedürfnis aus irgendwas anderem ab? Ich kann dies leider nicht mit Bestimmtheit sagen. Ich weiss nur, dass ich in Bezug auf die Natur seit meiner Kindheit nie Langeweile erfahren habe. Die Natur hat etwas beruhigendes an sich und ich würde gerne meine Abhängigkeit von Politikern, Maschinen, Anwälten und Ärzten gegen eine Abhängigkeit von der Natur eintauschen.
True ZombieWORD, Lazerta. Die Abhängigkeit von der Natur wäre mir auch lieber als die Abhängigkeit von unserer Wohlstandswelt und deren Verfechtern, eben aus jenem von Dir besagtem Grunde, weil sie etwas beruhigendes hat im Vergleich zum Zivilisations-Stress. Aber sie ist definitiv nicht komfortabler, weshalb Abhärtung der einzige Weg ist, um in der Natur klarzukommen. Ich empfehle als kleine vorbereitende Übung, soviel wie möglich zu stehen, um dem Druck der von oben ausgeht entgegenzuwirken. Und was auch wichtig ist: nur Wasser trinken statt Getränken. Es gäbe noch ne Menge anderer Tips, aber mach Dir selber mal ne Platte. Ich denke mal, Du kannst das auch ;)
LazertaDanke Zombie. Zumindest einer der mich versteht und mich nicht mitleidig für meinen Träume belächelt. Gute Nacht.
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von True Zombie [/i]
[B]WORD, Lazerta. Die Abhängigkeit von der Natur wäre mir auch lieber als die Abhängigkeit von unserer Wohlstandswelt und deren Verfechtern, eben aus jenem von Dir besagtem Grunde, weil sie etwas beruhigendes hat im Vergleich zum Zivilisations-Stress. Aber sie ist definitiv nicht komfortabler, weshalb Abhärtung der einzige Weg ist, um in der Natur klarzukommen. Ich empfehle als kleine vorbereitende Übung, soviel wie möglich zu stehen, um dem Druck der von oben ausgeht entgegenzuwirken. Und was auch wichtig ist: nur Wasser trinken statt Getränken. Es gäbe noch ne Menge anderer Tips, aber mach Dir selber mal ne Platte. Ich denke mal, Du kannst das auch ;) [/B][/QUOTE]Hey Zombie, Du hörst Dich an wie ein Kandidat für mein alljährliches [url=http://www.facebook.com/photo.php?fbid=122302604534882&l=198f189794]Terrorcamp[/url] im August mit den anderen Jungs.
Elementarsatz[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
[B]

Dann wäre da noch die sache mit der Selbstversorgung...denn alles außer Gemüse fällt aus da man wirbeltiere in D-land nicht mehr einfach so töten darf...also nicht mit den Kanichenstall hinter Haus wie das Opa noch hatte.
[/B][/QUOTE]
Also meine Vermieter halten sich Kaninchen, Wachteln und Hühner, und ich glaube, die killen die auch selbst. Muss Vater Staat ja nicht unbedingt hinter kommen, oder?

Und was das Sammeln von Holz angeht. Kann man da nicht kleine Nacht & Nebel-Aktionen veranstalten?

Frechheit siegt.
True ZombieWär ne coole Sache, Seneca. Die Atmosphäre auf dem Foto gefällt mir ganz gut. Jedoch muss ich erstmal wieder ne Menge tun, um an meiner Kondition zu arbeiten, um sowas gewachsen zu sein. Ich hab ganz schön abgebaut.
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Elementarsatz [/i]
[B]Also meine Vermieter halten sich Kaninchen, Wachteln und Hühner, und ich glaube, die killen die auch selbst. Muss Vater Staat ja nicht unbedingt hinter kommen, oder?

Und was das Sammeln von Holz angeht. Kann man da nicht kleine Nacht & Nebel-Aktionen veranstalten?

Frechheit siegt. [/B][/QUOTE]Ja klar, aber böse Nachbarn haben dicke Feldstecher hinter den Gardinen, ganz besonders im Ländlichen Raum wenn Sonderlinge in die Nachbarschaft ziehen.

Da kann es schon mal sein das Selbsternannte Umweltsherrifs Dich auf Schritt und tritt überwachen...ich hatte so eine Fall.

Die machen das jetzt sogar schon als [url=http://www.naturpark-mkw.de/component/eventlist/details/461-naturparadies-glimmerode]Geführte Wanderung[/url], musste immer online schauen wann Du Dich da herumtreibst und im Trüben fischst.

Der untere Absatz "wird vom NaBu betreut" bedeutet si viel wie... ist dummerweise kein Naturschutzgebiet, aber wir sorgen mit Feldstecher udn IPhone schon für Ordnung. Der Kleinkrieg zwischen Wildcampern und dem NaBu hat teileise schon Züge von Gorleben...da wurden Feldwege ausgebaggert und selbst Streifenwagen fuhren schon in ausgestreute Krähenfüße...umd wann immer jemand so dumm ist ein sichtbares feuer anzuzünden kassiert die Polizei alarmiert vom NABu binnen einer Stunden 100€ Busgeld ab.

Draussen in der freien naturm, ja da herrscht teilweise Krieg...gut wenn man einen Sammelschein in der Nähe hat, dann darf man auch das 20cm Messer von Rambo führen ;).
True ZombieHier mal ein paar Tips für ein naturnahes und antikapitalistisches Unabhängigkeitsgefühl:

- schaff Fernseher und Radio ab und lies keine Zeitung
- ernähre Dich nicht mehr von Junkfood und trinke nur noch Wasser gegen den Durst
- beschränke Dich beim Musikkonsum auf ein Minimum oder lass es ganz sein oder wenn Du Bock auf Musik hast, mach lieber selber welche anstatt nur anzuhören, jedoch ohne dabei nach Kohle und Berühmtheit zu streben
- versuch so viele Wege wie möglich zu Fuß zu gehen (mach am besten ne tägliche Wanderung zum Ritual, wobei Du die Länge immer mehr steigerst mit der Zeit)
- halte Dich viel in der Natur auf und erhasche den Spirit der dort herrscht
- verzichte auf den Wecker und steh auf, sobald Du wach wirst
- wasche Dich mit kaltem Wasser
- trage unauffällige, einfache, robuste Kleidung
- schaff Dir nicht unnötigen Krempel an und versuche mit wenig Geld auszukommen
- finde Gleichgesinnte

So, mehr fällt mir jetzt auf Anhieb auch nicht ein
SenecaDas ist jetzt ein bischen trivial Zombie, da hätten wir irgendwie mehr erwartet als grüne Öko-Propaganda mit ein bißchen Scientology von 1986...Ich schreib besser doch ein Buch.
True ZombieSeneca, so ungefähr lebte ich mal und es war wirklich ne gute Sache, die ich mir selber zusammenklamüserte. Den Bezug zu Scientology oder zu George Orwell's 1984 (nicht 1986) kann ich nicht sehen. Und was die Grünen anbelangt, so isses doch eine der wenigen Parteien, die irgendwie was nonkonformes verkörpern (solange sie in der Opposition sind, denn wenn man so an die rot-grüne Koalition zu Schröder's Zeiten zurückdenkt, war's dann ja auch nicht viel besser als CDU und FDP)
SenecaNein, ich meine einfach nur die Grünen von 1986, damals habe ich die das erste mal durch ihre naiven [url=http://www.youtube.com/watch?v=E0QXxafLyKM]Wahlspots[/url] im Fernsehen wahrgenommen. Das Ablehnen von Fernsehen und Co. hat was von Scientology.
Ronin76[QUOTE]4. Resistance is futile, give it up and be assimilated, don't be frightened beeing part of the collective is fun.[/QUOTE]
An diese eindrucksvolle Szene kann ich mich gar nicht erinnern, muß da wohl eingepennt gewesen sein. Ich bin gerade bei Schritt 2, weiß jedoch, daß nur der Tod mir die endgültige Abkehr von der Gesellschaft möglich macht. Ein weiteres Problem: Die Gefahr einer Reinkarnation.


[QUOTE]Die organisationsabhängige Technologie ist dagegen eine Technologie, die von großen gesellschaftlichen Organisationen abhängig ist (z.B. Traktoren). Auf diese sollte verzichtet werden. Täte man dies nicht, wäre man weiterhin von großen Strukturen und somit Gesetzen abhängig und somit unfrei.[/QUOTE]
Sehr gut erkannt. Dann müsste man nur noch verhindern, daß sich innerhalb der neuen Gesellschaft nicht die gleichen Strukturen bilden. Natürlich über Generationen hinweg. Ohne Verbote und Autorität wohl kaum zu regeln, denn es gibt selbst bei der besten Ideologie immer Abweichler. Sozusagen Gedankenmutanten (r)(c)(tm).


[QUOTE]Erscheint uns der Tod nicht deswegen beängstigend, weil wir ein unerfülltes Leben leben und stets nach der absoluten Erfüllung suchen?[/QUOTE]
Da steckt viel Sinn drin.


[QUOTE]
Dem ganze zu Grunde lag übrigens tatsächlich diese "Ich kann auch ganz alleine, ich Brauch euch alle nicht" Hybris die ich hier bei manchen Kandidaten herauslese von denen ich aber nicht glaube das sie sich jemals mal von ihren Internet-Sofa erhoben haben um mal auszutesten was das heisst "von keinem abhängig zu sein", das heisst nämlich umgekehrt dann auch schnell verlassen zu sein wenn die Kräfte plötzlich schwinden. Das Naturgesetz verzeiht keine Schwächen, die Gesellschaft schon.
[/QUOTE]
Es gibt hier sicherlich wenig Radikale, aber es gibt sie. Es gibt jedoch kein Naturgesetz, und die Gesellschaft verzeiht nur jenen, von denen sie profitieren kann. Hast du nichts, bist du nichts. Wissen und andere Fertigkeiten sind nun mal nicht gefragt, denn es geht primär immer nur ums Materielle, denn nur das füllt den Magen. Solange der voll ist, kann der Kopf leer bleiben.


[QUOTE]Immer die gleichen Bäume, immer die gleichen Handgriffe, immer die gleichen Menschen... warum glaubst du, dass das noch nach 10 Jahren schön ist?[/QUOTE]
Man sollte nicht von sich selbst ausgehen. Leben ist kein statischer Zustand.


[QUOTE]Nein, das Ideal völliger Autarkie halte ich für überzogen. Eher vorstellen könnte ich mir eine 80%ige Autarkie. Also irgendwo eigenes Gemüse und Getreide ziehen, vielleicht sogar, wenn man hart genug ist, eigene Kleidung weben und ohne Strom leben, aber das allernötigste eben doch von außen zuführen.[/QUOTE]
Es gibt offensichtlich genügend Menschen, die eine Sklavendasein bevorzugen und auch geniesen können. Autarkie ist eigentlich nur dann sinnvoll, wenn sie aus Überzeugung, schrittweise und in Gruppen umgesetzt wird.


[QUOTE]Machtausübung ist im Kollektiv eine wichtige Sache die sich ganz schnell einstellt.[/QUOTE]
Stimmt, interessant wird es allerdings wenn das Alpha-Tier auf die Führungsposition verzichtet und sich keiner mehr an die Position ran wagt. Ein Bekannter hatte diese Erfahrung gemacht, und in der Gruppe gab es dann reale Anarchie, was sehr harmonisch und produktiv war. Ein Psychologe konnte sich das Phänomen nicht erklären. :cool:
Hugin & MuninIch bin momentan teilweise bei Schritt 1, was bei mir in erster Linie berufliche Selbständigkeit bedeutet (die ich mir gerade aufbaue).
Natürlich kann man sich damit nicht völlig frei machen, aber man befreit sich teilweise von der in Deutschland üblichen Erwerbstätigkeit in einer Berufswelt, die mich zunehmend ankotzt.

Mal sehen wann ich dann mit Schritt 2 wieder in die Gesellschaft zurück komme.


[QUOTE][i]Original geschrieben von Lazerta [/i]
Ich will in spätestens 10 Jahren einen Versuch wagen. Mir fehlen nur 15-150 Hektar geeignetes Land, Geld und Gleichgesinnte, welche an einem Aufbau eines autonomen Dorfes interessiert sind. Als erste Maßnahme werde ich einen 3 Meter hohen Wall um diesen errichten lassen. Für Nahrung, Kleidung, Kultur und Sicherheit wird selbst gesorgt. Der Import von Technologien, welche nicht selbst erstellt werden können, werden verboten.[/QUOTE]

Ich halte das, bis auf ganz wenige Ausnahmen, für nicht machbar. Selbst für Menschen die (nach unseren jetzigen Verhältnissen) schon relativ asketisch leben.

Ich bin Natur und Trekking begeistert und habe so etwas ähnliches mal in kleinem Kreis auf dem abgelegenen Gartengrundstück (mit Fischteich und Bachgrenze) eines Freundes gemacht.
Wasser aus einem Bach (wurde gefiltert -> mit Technik die bei deiner Vorgabe verboten wäre), Plumpsklo, keine fliessend Wasser, keine Elektrizität.

Obwohl ich sicher keine verwöhnte Diva bin, hatte ich nach drei Wochen die Schnauze derart voll, dass ich mich schon darüber freute, dass mein Urlaub rum ist.
Und wir hatten noch modernes Equipment (Outdoorklamotten, gute Schlafsäcke usw.) dabei.

Bei deinem Vorhaben würde ich das vorher wirklich gründlich testen, über Zeitabschnitte von ein paar Wochen und mit den Leuten, die das auch machen wollen.
Vielleicht packt ihr es, aber ich denke das die Erfahrung für euch sehr ernüchternd sein wird.
Es wird ein hartes und (an heutigen Maßstäben gemessen) kurzes Leben werden.



[QUOTE]Ein weiteres Problem: Die Gefahr einer Reinkarnation.[/QUOTE]

Ja, die macht mir zur Zeit auch einige Sorgen.
Demon17Verhüllendes Schweigen an silbernen Wassern der Schwermut.
Ein kriechendes Wesen aus Kälte verstorbener Seelen,
im klammen Gefängnis erloschener Asche der Glut.
Befreit sind vergessene Ängste und gierig; sie stehlen
dem Leben die Hoffnung auf bessere Zeiten im Tod.
Die Sehnsucht nach Liebe zum Menschen ist längst schon verzweifelt
am Leid und der Lust der Erkenntnis, geboren aus Not.
Im nächtlichen Schatten erfroren, verloren, verteufelt,
verfemter Verächter des Lebens, verspottest den Tod.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Lazerta [/i]
Zumindest einer der mich versteht und mich nicht mitleidig für meinen Träume belächelt. Gute Nacht. [/QUOTE]@ Lazerta
Deine hier vorgestellten Gedanken erinnern mich an die Ideen des DDR-Regimekritikers Rudolf Bahro und sein nach der Wende gestartetes Modell-Projekt "LebensGut Pommritz":
[url]http://de.wikipedia.org/wiki/LebensGut[/url]

Vielleicht wäre das etwas für dich?
Lazerta[QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i]
[B]@ Lazerta
Deine hier vorgestellten Gedanken erinnern mich an die Ideen des DDR-Regimekritikers Rudolf Bahro und sein nach der Wende gestartetes Modell-Projekt "LebensGut Pommritz":
[url]http://de.wikipedia.org/wiki/LebensGut[/url]

Vielleicht wäre das etwas für dich? [/B][/QUOTE]
Schwer zu sagen. In der Richtung entspricht dies zwar meinen Vorstellungen, aber Alternativ scheint mir dieses Gut nicht zu sein. Auf Satellitenbildern sehe ich auf ihrem Grundstück asphaltierte Straßen, Autos, gerodete Flächen, Silos, Industrieanlagen, mit Maschinen bearbeitete Ackerflächen und eine Nähe zum Schienennetz. Laut ihrer Webseite soll man dort keine Harmonie erwarten, da sie sich als Gemeinschaft des Öfteren streiten und irgendwie wundert mich dies nicht. Dieses Projekt war sicherlich gut gemeint, aber mehr auch nicht. Ihr größter Fehler scheint mir, dass sie sich in Abhängigkeit von Technologie gebracht haben. Sie haben ihre Freiheit gegen Bequemlichkeit eingetauscht. Schade eigentlich.
ElementarsatzAlso generell finde ich, um das mal so festzuhalten, dass Geld immer noch der beste "society exit" wäre.

Ein dicker, fetter Haufen Geld, der fürs ganze Leben ausreicht. Einfältige Menschen würden es benutzen, um sich in irgendeine Schickeria einzukaufen - ich würde es nutzen, um mich vom allgemeinen Frondienst loszukaufen und einfach frei zu leben.
KampfsauJa mit Geld kann man sich von fast allen Zwängen freikaufen. Das Geldsystem ist ja so krank, dass Geld sich selbst vermehrt, einfach nur weil man Unmengen davon hat.

Naja, ansonsten war schon klar, was von diesem Thread zu erwarten war.

Man ist frustriert, weil die Gesellschaft nicht so ist, wie man sie gerne hätte und weil sie sich auch nicht von einem in die Richtung verändern lässt wie man sie gerne hätte

und ärgert sich dann auch, dass man die Tiere und das Land nicht so beanspruchen kann wie man das will und Regierungen und Nachbarn es aber tun.
bradóg[QUOTE][i]Original geschrieben von Lazerta [/i]
Diese Tücken machen das Leben erst lebenswert. Es muss eine befriedigende Erfahrung sein im Wettlauf mit den Jahreszeiten für ausreichende Nahrungsvorräte, Holz und Bekleidung zu arbeiten, weil man sonst erfriert und verhungert. Das wird der Moment sein, in der nicht Ämter und Behörden Macht über mein Leben haben und ich von diesen abhängig bin, sondern ich diese Macht über mein Eigen selbst in die Hand nehme![/quote]

Im Rhythmus der Natur leben, für sich selbst sorgen, an der Herstellung sämtlicher Utensilien und Nahrungsmittel mitzuwirken, das hat in der Tat was und zwar was Erfüllendes, im Gegensatz dazu, alles in irgendwelchen Geschäften fertig kaufen zu können und nur noch als Konsument zu gelten, der dann am meisten geschätzt wird, wenn er möglichst viel Kohle im Laden läßt und weiterhin fleißig konsumiert.

[quote]Diese Gesellschaft krankt doch gerade daran, dass sie keine realen Ziele, sondern nur künstliche Ersatzziele verfolgt (Sport, Karriere, Geld) und nie Befriedigung erfahren wird. Der moderne Mensch ist ruhelos und braucht tausende Interessen und Hobbys um sich ablenken zu können. Die Unterhaltungsindustrie boomt, Reiche wollen immer reicher werden und schwerreiche Sportprofis erkranken am Ende ihrer Karriere an Depressionen.[/QUOTE]

Meine Worte seit langer Zeit und dabei geht echtes Miteinander immer mehr verloren. Und all das wird irgendwann der Welt Untergang bedeuten, wenn sich da nicht bald mal was ändert. Ich frage mich zudem, wohin die eigentlich alle wachsen wollen ... immer höher, immer größer, immer weiter? Irgendwann überholen sie sich noch selbst. Zudem wird's langsam aber sicher unerträglich oberflächlich. Daher kann ich Deinen Wunsch sehr gut verstehen, denn ich habe schon lange keine Lust mehr, auf die herkömmliche Art zu leben und diesen ganzen Irrsinn mitmachen zu sollen ... totale Verblödung und am Leben vorbeigelebt. Aus Kindertagen kenne ich noch die Zeiten, wo man Holz gehackt, Gemüse und Obst im eigenen Garten anbaute, Zeit miteinander verbrachte, anstatt sich irgendwo zu vergnügen oder sich von irgendeinem Programm berieseln zu lassen und ich sehne mich immer mehr nach anno dazumal zurück. Die einfachen Dinge sind es gerade, die sehr interessant sein können, die dazu verhelfen, das gesamte Weltgefüge besser zu verstehen und die Beziehung zur Umwelt und Natur wieder herzustellen, die heutzutage oft völlig verloren gegangen ist. Wer weiß schon noch wie Erde riecht und sich anfühlt, wie etwas aus einem kleinen Samenkorn keimt, um uns irgendwann als Nahrung zu dienen oder in zig Jahren als knorriger Baum dazustehen, geschweige denn wie es ist, barfuß über Wiesen zu laufen, zu erleben, wie Honig, Käse, Kleidung etc. hergestellt wird, wie Tiere leben und den Umgang mit ihnen. Das irgendwo nachzulesen oder einen Film darüber anzusehen ist weit weniger, als all das mit eigenen Händen erschaffen zu haben, zu spüren, zu riechen und zu schmecken, für sich sich selbst zu sorgen, verantwortlich und kreativ zu sein, einfach selbst mitzumischen.

Ein Leben in Einklang mit der Natur ist kein Zuckerschlecken und durchaus auch körperlich anstrengend, jedoch befriedigend, da weiß man wenigstens für wen und was man das alles tut.
Die Anzahl derer, die aussteigen (wollen), steigt stetig an. Immer mehr haben die Nase von dem ganzen Gedöns voll und es gibt immer mehr, die einfach und möglichst unabhängig leben wollen oder es bereits tun. Neulich kam mir zu Ohren, daß es irgendwo in Deutschland ein ganzes Dorf gibt, daß sich vollkommen selbst versorgt. Dort gibt es weder Supermärkte, noch herkömmliche Läden. Zusammen wird hergestellt, was gebraucht wird. Früher ging es ja auch ohne den ganzen Schnickschnack, warum soll es heute nicht ebenso funktionieren. Mit Steinzeit hat das m. E. nichts zu tun, sondern mit zurück zur Natur, mit der Natur in Einklang leben und nicht gegen sie, weg von dieser Abgehobenheit, diesem künstlichen Konstrukt, das uns als Zukunft verkauft wird und nur in immer mehr Abhängigkeit führt, indem z. B. das Geld geheiligt wird und sowohl der Mensch, als auch die Natur nix mehr zählt. Wir kommen dennoch nicht um die Natur herum, sie ist unsere Lebensgrundlage, auch wenn Mensch sich noch so abstrakte Auswüchse ausdenkt, denn wir sind Teil der Natur, das kapieren leider nur die Wenigsten.

Im Amiland gibt's z. B. die Amisch ...

[URL=http://de.wikipedia.org/wiki/Amische]Amisch[/URL]

Die sind halt religiös angehaucht und in mancher Hinsicht auch extrem, darauf könnte man ja verzichten. Das Restliche finde ich jedoch gut.

Oder das hier in Wales ...

[url]http://www.simondale.net/house/index.htm[/url]
LaChatte[QUOTE][i]Original geschrieben von True Zombie [/i]
[B]Hier mal ein paar Tips für ein naturnahes und antikapitalistisches Unabhängigkeitsgefühl:

- schaff Fernseher und Radio ab und lies keine Zeitung
- ernähre Dich nicht mehr von Junkfood und trinke nur noch Wasser gegen den Durst
- beschränke Dich beim Musikkonsum auf ein Minimum oder lass es ganz sein oder wenn Du Bock auf Musik hast, mach lieber selber welche anstatt nur anzuhören, jedoch ohne dabei nach Kohle und Berühmtheit zu streben
- versuch so viele Wege wie möglich zu Fuß zu gehen (mach am besten ne tägliche Wanderung zum Ritual, wobei Du die Länge immer mehr steigerst mit der Zeit)
- halte Dich viel in der Natur auf und erhasche den Spirit der dort herrscht
- verzichte auf den Wecker und steh auf, sobald Du wach wirst
- wasche Dich mit kaltem Wasser
- trage unauffällige, einfache, robuste Kleidung
- schaff Dir nicht unnötigen Krempel an und versuche mit wenig Geld auszukommen
- finde Gleichgesinnte
[/B][/QUOTE]

einen grossen Teil von dem mache ich schon längst.

Allerdings bin ich bekennend dekadentes Zivilisationswesen, das heisst, das Ding mit dem kalten Wasser lass ich weg (und halte fliessend warmes Wasser nach wie vor für eine der grössten Leistungen unserer Kultur), und meine Wanderungen führen meist durch Stadtgebiet und nicht durch die unberührte Natur, von der es hier kaum was gibt.

Um unangenehmen Erscheinungen des Kollektivs zu entkommen, gibt es doch nix besseres als die eigene Wohnung, ich mach die Tür hinter mir zu und bin allein.

Das Schwierigste am Ganzen war, mir den Lebensunterhalt auf eine Weise zu verdienen, die mir gut gefällt und wo ich die Autonomie habe, die ich zum Arbeiten benötige, aber inzwischen hab ich mir das auch kreiert.

Ganz aus der Gesellschaft auszusteigen und in den Wald leben zu gehen hat für mich sehr wenig Reiz. Höchstens mal für eine Wochenende, oder so, oder mal eine Woche im Urlaub. Aber definitiv? Kalte Winter und Nächte, eintönige Ernährung, extrem aufwendiges Herstellen von Kleidung, Geschirr und Haushaltsgeräten? Verzicht auf Alltags- und Feiertagsdrogen? Verzicht auf Feste, Feiern, Freunde ausserhalb des engsten Kreises? nein danke.

aber dennoch wünsche ich allen viel Spass und Erfolg, die sowas vorhaben.;)

grüsse, barbara
Elementarsatz[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]

Ganz aus der Gesellschaft auszusteigen und in den Wald leben zu gehen hat für mich sehr wenig Reiz. Höchstens mal für eine Wochenende, oder so, oder mal eine Woche im Urlaub. Aber definitiv? Kalte Winter und Nächte, eintönige Ernährung, extrem aufwendiges Herstellen von Kleidung, Geschirr und Haushaltsgeräten? Verzicht auf Alltags- und Feiertagsdrogen? Verzicht auf Feste, Feiern, Freunde ausserhalb des engsten Kreises? nein danke.
[/B][/QUOTE]

Da muss ich der alten Miezekatze ausnahmsweise zustimmen.

Sich der Zivilisation vollkommen zu verweigern, ist auch keine Lösung. Die Kunst besteht darin, die Zivilisation auf richtige Weise zu nutzen und allen hässlichen Seiten aus dem Weg zu gehen.
hagzissa13[QUOTE][i]Original geschrieben von Elementarsatz [/i]
[B]Sich der Zivilisation vollkommen zu verweigern, ist auch keine Lösung. Die Kunst besteht darin, die Zivilisation auf richtige Weise zu nutzen und allen hässlichen Seiten aus dem Weg zu gehen. [/B][/QUOTE]



Sehe ich genauso. Und dabei stellt sich ja auch immer noch die individuelle Frage, was man als "hässliche Seite" empfindet.
Elementarsatz[QUOTE][i]Original geschrieben von hagzissa13 [/i]
[B]Sehe ich genauso. Und dabei stellt sich ja auch immer noch die individuelle Frage, was man als "hässliche Seite" empfindet. [/B][/QUOTE]
Absolut.

Ich empfinde so manches als hässlich. Das Rattenrennen der Karrieristen, das ewige Buhlen um Macht, Geld und Status, die Verblödungsindustrie der Medien und vieles andere.

Aber man kann ja fast allem, wie ich's genannt habe, aus dem Weg gehen.
Lazerta[QUOTE][i]Original geschrieben von Elementarsatz [/i]
[B]Absolut.

Ich empfinde so manches als hässlich. Das Rattenrennen der Karrieristen, das ewige Buhlen um Macht, Geld und Status, die Verblödungsindustrie der Medien und vieles andere.

Aber man kann ja fast allem, wie ich's genannt habe, aus dem Weg gehen. [/B][/QUOTE]
Wobei das Streben nach Macht, Geld und Status nicht die eigentliche hässliche Seite des Systems darstellt, sondern nur ein Symptom der tatsächlichen hässlichen Seite ist. Dieser kann man nicht aus dem Wege gehen. Die vielen linksextremen Gruppierungen z.B., welche auf sich durch ihr unangenehmes Verhalten aufmerksam machen, tun dies um ihr ungestilltes Bedürfnis nach Macht zu befriedigen. Der Fortschritt hat uns beinahe jegliche Möglichkeit geraubt uns durch wichtige Ziele selbst zu verwirklichen und Macht zu erfahren. Bedeutende Ziele, welche die Menschen vor der technisch-industriellen Revolution erfüllt haben, war das Streben nach Nahrung, Kleidung und Sicherheit. Heute sind es künstliche Ersatzziele in Form von Karriere, Sport, Aussehen, Materielles und Geld.
Eben weil diese Ziele unwichtig sind, wird der Mensch nie Befriedigung erfahren. Nur die Ablenkung von dieser Erkenntnis erleben wir als befriedigend. Die ganze Unterhaltungsindustrie baut darauf. Der Briefmarkensammler z.B. wird sich ein neues Sammelobjekt suchen, sobald er alle Briefmarken gesammelt hat. Der Wissenschaftler wird sich zwanghaft ein neues Forschungsobjekt suchen, sobald er etwas erforscht hat. Der Leser wird den nächste Roman in Angriff nehmen sobald er etwas zu Ende gelesen hat. Dies alles stellt nur unbefriedigende Ersatzziele dar. Auch das Streben nach finanzieller Sicherheit kann ein unbefriedigendes Ersatzziel darstellen. Wieso streben wir wohl nach ewiger Jugend und schieben unseren Kinderwunsch auf, vielleicht weil wir auf der ständigen Suche sind und unseren Alterungsprozess aufgrund unseres gefühlt sinnlosen Lebens nur schwer akzeptieren können? Ich meine schon.
Das Tragisch ist ja, dass wir auf allen Seiten von Zwängen umgeben sind und die meisten bereits verinnerlicht haben. Beispiele: Jeder Mensch hat ein Bedürfnis nach Macht und primitive Gesellschaften haben dieses Bedürfnis dadurch gestillt, indem sie ihren Trieben nachgingen und für sich autonom gesorgt haben. Ist heute z.B. jemand wütend, wird er bereits dadurch eingeschränkt, dass die moderne Gesellschaft körperliche Auseinandersetzung nicht zulässt und in vielen Situationen nicht einmal verbale Aggression erlaubt. Wenn man des Weiteren eilig irgendwohin will, oder aber man möchte langsam fahren, bleibt einem nichts weiter übrig als sich dem fließenden Verkehr anzupassen und die Verkehrszeichen zu beachten.
Auch kann der moderne Mensch seine Arbeit nur nach den allgemeinen Regeln des Arbeitgebers nachgehen auch wenn man eine andere Arbeitsweise vorziehen würde. Auf verschiedene Weise ist der moderne Mensch durch ein Netzwerk von direkten oder indirekten Vorschriften und Regeln gebunden, seine Triebe werden unterdrückt und damit die Selbstverwirklichung verhindert. Diesen Zwängen kann man als Mitglied dieser Gesellschaft nicht aus dem Wege gehen. Die meisten Vorschriften sind unverzichtbar, weil die industrielle Gesellschaft nur mit ihrer Hilfe funktioniert. Wir können zwar in diesem System alles tun was wir wollen, jedoch nur solange es UNWICHTIG ist. In allen WICHTIGEN Bereichen wird das System in zunehmendem Maße unser Verhalten bestimmen.
Elementarsatz[quote]Wobei das Streben nach Macht, Geld und Status nicht die eigentliche hässliche Seite des Systems darstellt, sondern nur ein Symptom der tatsächlichen hässlichen Seite ist. Dieser kann man nicht aus dem Wege gehen. Die vielen linksextremen Gruppierungen z.B., welche auf sich durch ihr unangenehmes Verhalten aufmerksam machen, tun dies um ihr ungestilltes Bedürfnis nach Macht zu befriedigen. Der Fortschritt hat uns beinahe jegliche Möglichkeit geraubt uns durch wichtige Ziele selbst zu verwirklichen und Macht zu erfahren. Bedeutende Ziele, welche die Menschen vor der technisch-industriellen Revolution erfüllt haben, war das Streben nach Nahrung, Kleidung und Sicherheit. [/quote]

Ich weiß nicht, was beneidenswert ist an einem Leben, das ständig bedroht ist von Hunger, Kälte, Krankheit, Wundbrand und zwischenmenschlicher Gewalt.

Und ich weiß auch nicht, was schlecht daran ist, dass Technik und Wissenschaft uns von einem Leben in ständiger Not befreit haben, und Freiräume geschaffen haben für Dinge wie Kunst, Musik, Literatur, Philosophie, Reisen, gutes Essen. Wenn ein Mensch deshalb der Langeweile anheimfällt, dann liegt das meines Erachtens an seiner eigenen Minderwertigkeit, an seiner inneren Leere und Schalheit. Ein begeisterungsfähiger Mensch, ein Mensch, der über Interessen verfügt, wird sich doch nicht langweilen, nur weil er vom täglichen Überlebenskampf befreit ist.

Im Übrigen: Vieles, was das "rat race" unserer Gesellschaft auszeichnet, ist auch in primitiven Gesellschaften bereits angelegt. Statusdenken, Hierarchien, Prestigeobjekte... das sind alles keine Erfindungen der modernen Gesellschaft.

Ich würde an deiner Stelle noch mal gründlich darüber nachdenken, ob deine Verklärung des Naturzustandes mehr ist als eine Phantasmagorie.
Stonehenge[QUOTE][B][i]Original geschrieben von TrueZombie [/i]
Schritt 1: Gesellschaft ablehnen, alternatives Leben führen und Gesellschaft bekämpfen[/B][/QUOTE]
Warum eigentlich die Gesellschaft bekämpfen, anstatt einfach auszusteigen nach dem Motto "Leben und leben lassen". Den Kampf würde ich als Aussteiger lediglich als Verteidigung in Betracht ziehen, falls die Gesellschaft mich bedrohen bzw. zum Aufgeben zwingen wöllte.

[QUOTE][B]Angemerkt zu Schritt 1 sei, daß man als Linksautonomer den meisten Spaß hat und den meisten Bums dahinter hat[/B][/QUOTE]
Wenn das alternative Leben langfristig funktionieren soll, brauchts denk erstmal die volle Kraft um das Überleben zu sichern bzw. eine tragfähige Grundlage zu schaffen. Mit Politkaspereien kann man sich ggf. später immer noch aufreiben, falls genügend freie Spitzen bleiben.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
[B]Autarkie im Sinne wie man es vielleicht aus Kanada kennt ist in D-land ist übrigens nun offiziell illegal.

Seit der Enführung des Plichtversicherungsgesetzes muss nämlich jeder Bürger dafür sorgen das er Sozialversichert ist.[/B][/QUOTE]
Wie will man das im konkreten Fall durchsetzen? Wird ein Bürger der keiner sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgeht und auch nicht genügend Geld aufbringt sich selbst krankenzuversichern, dann dazu gezwungen Hartz IV zu beantragen?

[QUOTE][B]Alleine die KV kostet aber als freiwillig Versichterter in der PKV schnell 280€ im Monat.[/B][/QUOTE]
Das ist ja sündhaft teuer! Es gab doch in der gesetzlichen KV so eine Art "Hausfrauentarif", zu dem man sich als maximal geringfügig Beschäftigter für grob gerundet 120 Euro/Monat krankenversichern kann. Oder ist das schon wieder veraltet?
Ich muß mich demnächst eh mal offiziell informieren, nach jetzigem Stand wird für mich die Frage wie weiter mit (oder ohne) Krankenversicherung in Kürze sehr aktuell.

[QUOTE][B]Dann wäre da noch die sache mit der Selbstversorgung...denn alles außer Gemüse fällt aus da man wirbeltiere in D-land nicht mehr einfach so töten darf...also nicht mit den Kanichenstall hinter Haus wie das Opa noch hatte.[/B][/QUOTE]
Nach meiner Wahrnehmung ist unter Selbstversorgergemeinschaften der Anteil an Vegetariern/Veganern etwas erhöht. Könnte vielleicht zu einem Teil da als Ursache mit reinfließen. Allerdings private Hasenhaltung existiert "auf den Dörfern" nach wie vor, wenn vielleicht auch nicht mehr so verbreitet wie früher (gegenüber DDR-Zeiten fallen ja z.B. schon die stolzen Abnahmepreise für Hasenfelle weg).

[QUOTE][B]Apropo Gemüse, ich habe 32m² bewirtschafbare Gartenfläche als Beete und 6m² als Treibhaus und kann damit gerade mal 25% meines Bedarf decken...den nicht überall ist das Klima optimal.[/B][/QUOTE]
Mal das Problem mit der Lagerung außen vor gelassen, würden demnach hochgerechnet weniger als 200 m² Gartenfläche ausreichen, um den Gemüsebedarf einer Person zu decken. Da reicht ein Schrebergarten schon weit.

[QUOTE][B]Ich hab mitlerweile herausgefunden wie Holzheizung warmhält...es ist die Arbeit: Sammeln und Kleinmachen, denn ohne Motorsägenschein muss man das mit Axt und Handsäge machen....wobei speziell mit der Axt mehr schiefgehen kann als mit der Motorsäge.[/B][/QUOTE]
Man sagt ja auch, ein Stück Holz hält dreimal warm: Beim aus dem Wald holen, beim Hacken und dann nochmal beim Verfeuern. Vor exzessivem Hantieren mit der Axt sollte man sich allerdings wirklich Gedanken machen, ob es eine gute Idee ist ohne Krankenversicherung zu leben. :)

[QUOTE][i]Original geschrieben von Lazerta [/i]
[B]Deswegen sagte ich ja bereits, dass ich Gleichgesinnte suche, welche an einem grundlegenden Neuaufbau eines autonomen Dorfes interessiert sind.[/B][/QUOTE]
Interesse hätte ich an sowas schon. Bin nur im Zweifel wie man so etwas anpacken müßte, damit es auch dauerhaft realisierbar wird.

[QUOTE][B]Ich dachte mir, dass im Zuge des demographischen Wandels die Neuen Länder in Zukunft attraktiv werden könnten.[/B][/QUOTE]
Endlich mal einer, der Bevölkerungsschwund & Alterung ebenfalls nicht als Drama begreift, sondern erkennt daß darin durchaus Chancen liegen. Was ist so verkehrt an weniger Menschen, dafür mehr Platz für Natur, Selbstverwirklichung, alternative Projekte und Lebensgemeinschaften...
OdessaDas ist ja sündhaft teuer! Es gab doch in der gesetzlichen KV so eine Art "Hausfrauentarif", zu dem man sich als maximal geringfügig Beschäftigter für grob gerundet 120 Euro/Monat krankenversichern kann. Oder ist das schon wieder veraltet?
---

Ja Hase... weiß ich schmerzlich, denn ich muß mich seit diesem Sommer selbst krankenversichern und das kostet mit Pflegeversicherung/Pflicht stolze 144 Euro monatlich, was der niedrigste Satz ist und das ab einem Einkommen von 400 Euro. Also wenn Du z. B. 405 Euro (damit über "400-Euro-Job-Pauschalgrenze") hast als Einkommen, mußt Du Dich davon mit 144 Euro und was über 1/3 von Deinem gesamten Einkommen sind, selbst krankenversichern. Während aber jemand, der z. B. 1200 Euro netto hat, nicht ebenfalls 1/3 - also 400 Euro - Beitrag zu zahlen hat.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Stonehenge [/i]
Warum eigentlich die Gesellschaft bekämpfen, anstatt einfach auszusteigen nach dem Motto "Leben und leben lassen". Den Kampf würde ich als Aussteiger lediglich als Verteidigung in Betracht ziehen, falls die Gesellschaft mich bedrohen bzw. zum Aufgeben zwingen wöllte.
...
Wenn das alternative Leben langfristig funktionieren soll, brauchts denk erstmal die volle Kraft um das Überleben zu sichern bzw. eine tragfähige Grundlage zu schaffen. Mit Politkaspereien kann man sich ggf. später immer noch aufreiben, falls genügend freie Spitzen bleiben.
...
...
Nach meiner Wahrnehmung ist unter Selbstversorgergemeinschaften der Anteil an Vegetariern/Veganern etwas erhöht. Könnte vielleicht zu einem Teil da als Ursache mit reinfließen. Allerdings private Hasenhaltung existiert "auf den Dörfern" nach wie vor, wenn vielleicht auch nicht mehr so verbreitet wie früher (gegenüber DDR-Zeiten fallen ja z.B. schon die stolzen Abnahmepreise für Hasenfelle weg).
...
Mal das Problem mit der Lagerung außen vor gelassen, würden demnach hochgerechnet weniger als 200 m² Gartenfläche ausreichen, um den Gemüsebedarf einer Person zu decken. Da reicht ein Schrebergarten schon weit.
...
Interesse hätte ich an sowas schon. Bin nur im Zweifel wie man so etwas anpacken müßte, damit es auch dauerhaft realisierbar wird. [/QUOTE]Die von dir genannten Punkte zeigen meines Erachtens schon eine erfolgversprechende Herangehensweise.

Ich bin auch des öfteren beim Herumschnüffeln in dieser Richtung, wenn sich Zeit und Gelegenheit ergibt.
Sehr interessant finde ich die Lebensgemeinschaft auf Schloss Tonndorf (etwa 20 km von meinem Wohnort entfernt), sowie die auf deren Seite zu findenden Texte, Videos, Links usw.:
[url]http://www.schloss-tonndorf.de[/url]

Ich habe im Frühjahr dort an einem Seminar teilgenommen, wo es um Fragen der Finanzierung und der rechtlichen Absicherung nach außen (Organisation in Form einer Wohnungsgenossenschaft plus diverser Vereine) und um auftretende Schwierigkeiten und Probleme und deren Lösung ging. Dabei wurden noch einige weitere Objekte/Grundstücke genannt, die sich für ähnliche Projekte eignen würden.

[QUOTE]Endlich mal einer, der Bevölkerungsschwund & Alterung ebenfalls nicht als Drama begreift, sondern erkennt daß darin durchaus Chancen liegen. Was ist so verkehrt an weniger Menschen, dafür mehr Platz für Natur, Selbstverwirklichung, alternative Projekte und Lebensgemeinschaften... [/QUOTE]Ich sehe darin auch viele Chancen. Wenn die Objekte für Immobilienhaie uninteressant sind, sind deren Preise nicht so hoch, und das Problem der Anfangs-Finanzierung wird geringer ...
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Stonehenge [/i]
[B]Wie will man das im konkreten Fall durchsetzen? Wird ein Bürger der keiner sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgeht und auch nicht genügend Geld aufbringt sich selbst krankenzuversichern, dann dazu gezwungen Hartz IV zu beantragen?[/B][/QUOTE]Genau darum geht es, entweder Familienversichert, Privatversichert, freiwillig gesetzlich H4 der Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz..und das wird schnell teuer weil man dann jeden Unversicherten Monat nachzahlen darf mit einen Mindestastz der je nach Kasse zwischen den 144 bis 280 Euro liegt da kommt man nur drumherum wenn man nachweisen kann im Ausland versichert gewesen zu sein, bzw in einen Land eine Wohnsitz hatzte iun dem keine versicherungspflicht besteht. Ist übrigens seit 2009 seit es das Plichtversicherungsgesetz gibt ein typisches Auststeiger- Rückkehrerproblem der Verstoß wird als Straftat verfolgt. Wer also nicht nach den Sozialgesetzen der BRD lebt ist automatisch ein Straftäter und wahrscheinlich auch Terrorist.[QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i]
[B]Das ist ja sündhaft teuer! Es gab doch in der gesetzlichen KV so eine Art "Hausfrauentarif", zu dem man sich als maximal geringfügig Beschäftigter für grob gerundet 120 Euro/Monat krankenversichern kann. Oder ist das schon wieder veraltet?
---

Ja Hase... weiß ich schmerzlich, denn ich muß mich seit diesem Sommer selbst krankenversichern und das kostet mit Pflegeversicherung/Pflicht stolze 144 Euro monatlich, was der niedrigste Satz ist und das ab einem Einkommen von 400 Euro. Also wenn Du z. B. 405 Euro (damit über "400-Euro-Job-Pauschalgrenze") hast als Einkommen, mußt Du Dich davon mit 144 Euro und was über 1/3 von Deinem gesamten Einkommen sind, selbst krankenversichern. Während aber jemand, der z. B. 1200 Euro netto hat, nicht ebenfalls 1/3 - also 400 Euro - Beitrag zu zahlen hat. [/B][/QUOTE] Hallo Odessa, dazu ein kleiner Tip. Ich habe mich auf 800€ Gleitzone einstellen lassen und betreibe nun Nebengewerbe anstatt mich komplett selbst zu versichern.
KV kostet nun lächerliche 58€ Arbeitnehmeranteil.
Selbst zum verminderten Satz (Härtefallregeleung) wollte meine GKV 203 € im Monat. Da war dann die Frage in Monaten ohne Einnahmen (eben wegen Krankheit) oft essen oder Krankenversicherugn zahlen...eigentlich irrsinnig...entweder Verhungern oder Behandlung...ich hab mch dann mal für's Essen und Tanken entschieden.

Ich fand dann eine Arzt der mich "einfach so" behandelt hat, also Blutuntersuchung und Antibiotikaverschereibung. Jener Arzt sagte dann auch ich soll den Scheiss lassen und zusehen da ich wieder in die gesetzliche KV komme da es mit mir physisch zusehends bergab gehe. (habe zuletzt 12 h täglich nur noch geschlafen und die wenigen Stunde wach sein hatte ich Kreislauf und Gleichgewichtsprobleme, an Arbeiten nicht mehr zu denken, selbst die notwendigsten Alltagsdinge wurden zur Qual so halbwegs fit bin ich eigentlich erst seit diesem September wieder)
OdessaHallo Seni, vielen Dank für den Tipp. Aber das haut bei mir nicht hin weil ich ja nirgendwo angestellt bin, nur freiberuflich durch Schreibaufträge Einkommen erziele. Was übrigens manchmal keine 50 Euro im Monat sind... Dir wünsche ich, daß Du weiterhin fit bleibst und nicht mehr sowas durchmachen mußt wie geschildert!
StonehengeWow, nach 1-2 Tagen so viele Antworten... :)

[QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i]
[B]Dass sich der Staat aus solchen Regionen zurückzieht. Weniger Schüler, weniger Schulen, lange Fahrtwege. Kaputte Straßen, nicht ausgebaute Autobahnen, weniger öffentliche Personenbeförderung, weniger kulturelle Angebote. Weniger Ärzte, schlechtere Gesundheitsversorgung. Bürgerferne Verwaltung, weniger Polizei... Mehr Natur und wieder heimisch gewordene Tierarten, aber dafür auch mehr Straftaten.[/B][/QUOTE]
Daß eine "Schrumpfungsentwicklung" auch Nachteile bringt, möchte ich nicht in Abrede stellen.
Je mehr jemand am zivilisatorischen Fortschritt hängt, umso drastischer werden diese spürbar werden. Letztlich kann man die Entwicklung zu mehr Freiheit und weniger Staat aber als eine konsequente Fortschreibung der ursprünglichen Ziele der Revolution von '89 sehen, mit der Entvölkerung tritt dann das ein was Ulbricht & Co durch repressive Maßnahmen lange Zeit zu verhindern gesucht haben.
Wem gutausgebautes Straßennetz, mehr Kultur statt Natur, ärztliche Versorgung usw. wichtiger sind, der zieht ja jetzt schon eher in die großen Städte oder gleich in den Westen. Dadurch werden ja z.T. überhaupt erst die entsprechenden Schrumpfungsprozesse eingeleitet, übrig bleiben perspektivisch nur die Alten die irgendwann nicht mehr da sind und eben die (vergleichsweise wenigen) Leute, die sich mit den gegebenen Verhältnissen arrangieren aus starkem Heimatgefühl oder weil sie ihnen genügend Positives abgewinnen können.

[QUOTE][B]Bis irgendwann auch die letzten der dort Gebliebenen wegzieht. [/B][/QUOTE]
Oder gestorben sind. In beiden Fällen würde ich das "danach" allerdings (vor Ort) nicht erleben. ;)
Ein komplettes Aussterben der Region halte ich allerdings für sehr unwahrscheinlich, nach einigen Generationen "Einschwingprozeß" dürfte sich die Bevölkerungsdichte irgendwo oberhalb der Kanadas einpegeln.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i]
[B]Ja Hase... weiß ich schmerzlich, denn ich muß mich seit diesem Sommer selbst krankenversichern und das kostet mit Pflegeversicherung/Pflicht stolze 144 Euro monatlich, was der niedrigste Satz ist und das ab einem Einkommen von 400 Euro. Also wenn Du z. B. 405 Euro (damit über "400-Euro-Job-Pauschalgrenze") hast als Einkommen, mußt Du Dich davon mit 144 Euro und was über 1/3 von Deinem gesamten Einkommen sind, selbst krankenversichern[/B][/QUOTE]
Mit der 400er Grenze kenne ich es genau andersherum: Bei gar keinem oder einem 400-EUR-Job (maximal 400 EUR Einkommen) ist man nicht krankenversichert, sondern muß die vollen ca. 144 EUR aus eigener Tasche bezahlen. Ab 401 Euro Angestelltenverhältnis hingegen ist man schon krankenversichert (übrigens auch renten- und arbeitslosenversichert), was bei 401 oder auch 600 Euro weit geringere Abzüge als die erwähnten 144 ergibt. Die von Dir erwähnte Unlogik, von "Nichts" mehr als von "Etwas" bezahlen zu müssen bleibt bestehen, ist aber denke ich nicht ganz ohne Kalkül angelegt worden. Schließlich drängt man damit die Leute eventuelle Reserven (schneller) zu verfrühstücken und (schneller) Hartz-IV zu beantragen, damit man sie auf den Ämtern gängeln kann und der Zustrom von Lohnsklaven an die Zeitarbeitsindustrie nicht so schnell versiegt.

Auch der Arbeitgeber spart bei 401 statt 400 übrigens an den Abgaben, daß sich trotzdem viele sträuben einen für 401 Euro einzustellen liegt an den erweiterten Rechten in Hinblick auf Krankengeld, Kündigungsschutz usw. was für den AG wieder gewisse Risiken ergibt.
Anders ist die Lage bei Selbständigkeit im Hauptgewerbe: Hier ist es unerheblich ob man unter oder über 400 Euro Einkommen erzielt, es werden dann wie von Seneca erwähnt bei geringem oder fehlendem Einkommen offenbar gewisse Mindestbeträge herangezogen, man muß also die rund 15%(?) von mindestens ca. 1300 bzw. 1900 Euro (mit/ohne Gründungszuschuß bzw. Härtefallregelung) bezahlen. Inwiefern es die Bürokratie zuläßt, während einahmefreier Zeiten die Selbständigkeit "ruhen zu lassen" um auf die 144 Euro herunterzukommen, wäre vielleicht mal eine interessante Frage.

Links:
[url]http://www.krankenversicherung-vergleich.de/magazin/freiwillige-krankenversicherung-ohne-eigenes-einkommen/[/url]
[url]http://www.experto.de/b2b/personal/lohn-und-gehalt/401-euro-job-viele-vorteile-fuer-arbeitnehmer.html[/url]
[url]http://de.wikipedia.org/wiki/Freiwillige_Krankenversicherung[/url]

[QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i]
[B]Ich bin auch des öfteren beim Herumschnüffeln in dieser Richtung, wenn sich Zeit und Gelegenheit ergibt.
Sehr interessant finde ich die Lebensgemeinschaft auf Schloss Tonndorf (etwa 20 km von meinem Wohnort entfernt), sowie die auf deren Seite zu findenden Texte, Videos, Links usw.[/B][/QUOTE]
Freue mich daß es ähnlich Interessierte gibt, zumal aus meiner Altheimat (Thüringen)! Von Schloß Tonndorf habe ich auch schon gehört, glaube bin durch die Agro-Gentech-Aktivitäten von M.Grolm darauf gestoßen. Wollte das eigentlich schon längst mal besuchen bzw. auch eins der dortigen Seminare, nur solang ich noch im Ausland arbeite krieg ich es einfach zeitlich nicht gebacken.

[QUOTE][B]Ich habe im Frühjahr dort an einem Seminar teilgenommen, wo es um Fragen der Finanzierung und der rechtlichen Absicherung nach außen (Organisation in Form einer Wohnungsgenossenschaft plus diverser Vereine) und um auftretende Schwierigkeiten und Probleme und deren Lösung ging.[/B][/QUOTE]
Ist auf jeden Fall ratsam, sich da vorher möglichst breit und eingehend zu informieren. Schon vor dem Kauf eines Objektes (durch mehr als eine Person) muß ja geklärt sein, wer juristisch als Eigentümer gilt (z.B. Genossenschaft o.ä.) und überhaupt in welchem rechtlichen Rahmen man das betreibt. Man sollte auch hinreichend Vorsorge für den Fall treffen, daß Zwistigkeiten auftreten, "Mitstreiter" krank werden oder wieder abspringen, widrigenfalls leicht das komplette Projekt in sich zusammenfällt und im schlimmsten Fall noch Schulden zurückbleiben.

[QUOTE][B]Ich sehe darin auch viele Chancen. Wenn die Objekte für Immobilienhaie uninteressant sind, sind deren Preise nicht so hoch, und das Problem der Anfangs-Finanzierung wird geringer.[/B][/QUOTE]
Wohl wahr, wenn es gelingt genügend handwerkliche Fertigkeiten zu vereinigen und ein gewisses Minimum an Finanzquelle zu erschließen, gibt es durchaus interessante Objekte wo man auch als (kleine Gruppe) Normalsterblicher einen Anschub hinbekommen könnte.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
[B]Ist übrigens seit 2009 seit es das Plichtversicherungsgesetz gibt ein typisches Auststeiger- Rückkehrerproblem der Verstoß wird als Straftat verfolgt.[/B][/QUOTE]
Aus Sicht der Krankenkassen kann man es irgendwie nachvollziehen, daß diese verhindern wollen daß sich jemand einfach lange Zeit nicht versichert, dann wenn er ernsthaft krank wird schnell eintritt und für einen Monatsbeitrag kostspielige Behandlungen in Anspruch nimmt. Allerdings eine derartige Kriminalisierung ist schon starker Tobak, im Vergleich mit Ländern z.B. wo das Gesundheitswesen aus Steuern finanziert wird!
Die Ungerechtigkeiten in der Finanzierung des Gesundheitswesens und überhaupt dessen zunehmend marktwirtschaftliche Ausrichtung sind aus meiner Sicht der Motor zu einer langfristig üblen Entwicklung. Bloß hier die Stoßrichtung zu ändern fehlt (noch) der politische Wille, als Einzelner kann man da wenig ausrichten.

Als einzige Selbsthilfemaßnahme sehe ich das Hinarbeiten auf einen Lebensstil, der "aus sich heraus" die Gesundheit möglichst weitgehend erhält und soweit man kann, dem medizinisch-pharmazeutischen Komplex aus dem Wege geht. Dann stört auch, um den Kreis zu schließen, die von Nix oben angesprochene Ausdünnung der Ärztedichte in ländlichen Regionen nicht so sehr.
Jemanden der schon chronisch krank ist wird das allerdings nicht sehr trösten. :( Ein Teufelskreis ist, daß viele chronische Krankheiten erst durch die fortschreitende Zivilisation verursacht werden, den Betroffenen aber gleichzeitig an diese fesseln.
OdessaMit der 400er Grenze kenne ich es genau andersherum: Bei gar keinem oder einem 400-EUR-Job (maximal 400 EUR Einkommen) ist man nicht krankenversichert, sondern muß die vollen ca. 144 EUR aus eigener Tasche bezahlen.
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Ja genau, nur daß die Grenze ÜBER 400 Euro geht, denn ich habe noch, mit dem angerechneten Unterhalt während der Trennung als "Einkommen", mehr als 400 Euro, und zahle trotzdem selbst die 144 Euro. Wer sonst, ich hab ja keinen Arbeitgeber, bin freiberuflich. Und: bei einem regulären 400-Euro-Job wie Marinus ihn hat im Hotel, zahlt der Arbeitgeber pauschal einen geringen Beitrag für Steuer und ich glaube sogar auch Krankenversicherung. Bin mir wegen der KV aber nicht sicher, weil bei Marinus dessen KV - als Student - über seinen Vater als Familienmitversicherung läuft. Wenn wir heiraten, läuft er dann bei mir und meinen 144 Euro im Monat mit. Du bist aber mit diesem 400 Euro Job nicht rentenversichert, also es werden keine Beiträge vom AG für die Rente einbezahlt und man erhält auch keine Arbeitslosenversicherung.

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Ab 401 Euro Angestelltenverhältnis hingegen ist man schon krankenversichert (übrigens auch renten- und arbeitslosenversichert), was bei 401 oder auch 600 Euro weit geringere Abzüge als die erwähnten 144 ergibt.
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Nein, das stimmt definitiv nicht, ich hab es doch so seit August und das bekam ich sowohl von der Krankenkasse als auch vom Rententräger und dann noch vom beratenden Notar bei der Scheidung so erklärt: ich zahle, seit ich eben ÜBER 400 Euro habe, erwähnte 144 Euro KV und Pflegeversicherung mit drin. Dieser Betrag ist der niedrigste, der so ist ab 401 Euro bis ich glaube 785 oder 850 (dann wirds prozentual höher). Die gesetzlichen bzw. BKKs sind da alle gleich, es ist ein einheitlicher Tarif. Aber es ist in meinen 144 Euro NUR Krankenversicherung und Pflege, ich bin NICHT rentenversichert und nicht arbeitslosenversichert. Bestätigte mir der Bescheid, den ich nach der Scheidung jetzt vom Rententräger bekommen habe, ja auch wieder. Es sind keine Rentenbeiträge einbezahlt seit meiner letzten Tätigkeit, das war die PSY 2006, wo ich reguläres Angestelltengehalt erhielt. Ich bin jetzt als geschiedene, nicht mehr familienmitversicherte, aber nur minimales Einkommen erzielende "Freiberufliche" (wäre nicht anders als Hausfrau, mit entsprechender Finanzsituation) as said nur - selbst - krankenversichert und das muß ich sein, das ist Pflicht in Deutschland und macht ja auch Sinn. Und wie gesagt - billigster Satz, errechnet nach meinem "Einkommen", sind diese 144 Euro, nur KV, nix Rente und ALV.
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i]
[B]
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Ab 401 Euro Angestelltenverhältnis hingegen ist man schon krankenversichert (übrigens auch renten- und arbeitslosenversichert), was bei 401 oder auch 600 Euro weit geringere Abzüge als die erwähnten 144 ergibt.
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Nein, das stimmt definitiv nicht, ich hab es doch so seit August und das bekam ich sowohl von der Krankenkasse als auch vom Rententräger und dann noch vom beratenden Notar bei der Scheidung so erklärt: ich zahle, seit ich eben ÜBER 400 Euro habe, erwähnte 144 Euro KV und Pflegeversicherung mit drin. Dieser Betrag ist der niedrigste, der so ist ab 401 Euro bis ich glaube 785 oder 850 (dann wirds prozentual höher). Die gesetzlichen bzw. BKKs sind da alle gleich, es ist ein einheitlicher Tarif.[/B][/QUOTE]
Ich schrieb ja auch, bei einem [b]Angestelltenverhältnis[/b] über 400 Euro ist man krankenversichert (schau mal den 2. von mir angegebenen Link). Die Unterhaltszahlung und freiberufliche Einkünfte zählen bei Dir zwar als Einkommen, aber nicht als Anstellung, und ist somit nicht sozialversicherungspflichtig.
Ein (unrealistisches) Beispiel vielleicht noch zur Verdeutlichung: Wenn ich eine große Menge Geld auf der Bank liegen hätte, die jeden Monat 401 Euro an Zinsen abwirft, so zählen die Zinsen als Einkommen. Die Bank wäre natürlich trotzdem nicht mein Arbeitgeber, der mich dann auch sozialversichern müßte.
Hoffe es ist jetzt klar wie ichs gemeint habe. :)
OdessaUups... okay, die Betonung lag auf Angestelltenverhältnis. Ganz klar mein "Überleser", sorry :D.
bradóg[QUOTE][i]Original geschrieben von Stonehenge [/i]
[B]Warum eigentlich die Gesellschaft bekämpfen, anstatt einfach auszusteigen nach dem Motto "Leben und leben lassen". Den Kampf würde ich als Aussteiger lediglich als Verteidigung in Betracht ziehen, falls die Gesellschaft mich bedrohen bzw. zum Aufgeben zwingen wöllte.
[/B][/QUOTE]

Grundsätzlich stimme ich Dir absolut zu, doch leider ist es so, daß man nicht einfach leben gelassen wird, so wie man es gerne hätte. Schon alleine die ganzen Vorschriften, Gesetze, Ge- und Verbote machen es schwierig, hinzu kommen noch Leutchen, auch aus dem Familien- und Bekanntenkreis, die nicht gönnen, die neiden, die enttäuscht oder verständnislos sind, "weil man so nicht lebt", dem Ausstieg entgegenwirken. Das macht es absolut nicht einfach.
Seneca@ Stonehenge

das mit der "gesundheitfördernden Lebensweise" macht dichv in keiner Weise immun gegen die Alljährlichen Grippewelle und all die anderen lieben Erreger die in der Luft rumsausen...wenn du täglich mit meschen zu tun hast ist es fast unmöglich nicht irgrendwann krank zu werden, udn nicht alle Keime lasse sich mit standard Antibiotika noch ausmerzen, die resistenten Erreger sind schon lange ein Problem...unsere Städtische Klinim in kassel hat ja schon berühmtheit erlegnt mit seinen multiresistenten krankenhauskeimen. Nun fang dir mal mehrer Stämme gleichzeitig ein oder steck dich kurz hintereinander an anderen Leute mit der selben Grippe an, die ja bei jedem Wirt mutiert...dann braucht du nur noch eine Bakterielle Infaktion der Nebenhöhlen die von den Ohren bis auf die Blase übergrift und das rundum freudlos Paket ist perfekt wie mir das passiert ist...peng und raus bist du auch dann wenn die vorher 30 jahren lang keinen Arzt brauchtest.
Stonehenge@Seneca:

natürlich kann man sich auch bei gesunder Lebensweise mal eine saftige Erkrankung einfangen, auch wenn in entvölkerten, abgeschiedenen Regionen der Kontakt mit Krankheitsüberträgern aus aller Welt etwas eingeschränkt sein dürfte.
Allerdings wenn ich nur einmal in 3 Jahren einen Arzt brauche, kann ich damit leben wenn der nächste irgendwo in 30..50 km Umkreis sitzt -- problematisch wird eine geringe Ärztedichte eher für diejenigen die regelmäßig mehrere Arztbesuche pro Quartal benötigen oder in Anspruch nehmen wollen. Den kompletten Verzicht auf Krankenversicherung möchte ich hierzulande auch niemandem guten Gewissens empfehlen, da dies doch ein ziemliches Risiko bedeutet wenns einen wirklich mal "erwischt".


@ Odessa:

Geht schon klar, bei mir fällt der Groschen auch allzuoft nur "pfengweis". :)


@bradog:

Natürlich wird man von verschiedenen Seiten auf Widerstände stoßen, wenn man sich ein Stück weit aus der "Leistungsgesellschaft" und damit verbundener Lebensweise verabschiedet. Ich meinte eben nur, daß ich den "Kampf" jedenfalls erstmal auf die Abwehr unmittelbarer Bedrohungen des Umsetzens meiner Entscheidung, sowie der dazugehörigen Lebensgrundlagen beschränken würde.
Gleichzeitig noch die ganze Gesellschaft verändern zu wollen oder gar, wie es beim Threadersteller einen leichten Anklang hatte, ein bißchen Randale zu veranstalten, wiegelt wahrscheinlich nur unnötig andere Leute gegen einen auf, die sonst eher kopfschüttelnd ihrer Wege gegangen wären. Was wiederum einen beizeitenen Niedergang des Projektes provozieren dürfte.

Was Vorschriften, Gesetze usw. anbetrifft: Vielleicht wär es gar nicht so verkehrt, auch einen in Rechtssachen beschlagenen Mitbürger zu finden, der einem solchen Vorhaben wohlgesonnen ist.

[Quote][b]7 MIlliarden Menschen auf so einer kleinen Kugel kann man nicht aus dem Weg gehen[/b][/Quote]
Da ist schon was dran. Und die einzige absolut gewaltfreie und für jeden selbst durchführbare Methode, etwas gegen ein weiteres Anwachsen dieser 7e9 zu tun ist, auf die "Erzeugung" eigenen Nachwuchses zu verzichten... damit löst sich bei "Zivilisationsflüchtigen" nebenbei noch das Problem fehlender bzw. zu weit entfernter Schulen in Wohlgefallen auf.
Ronin76Die Basis für Autonomie ist die Versorgung mit Lebensmitteln. Eine Stadt in England ist in dieser Hinsicht autonom und pflanzt sogar auf dem Friedhof Gemüse an, welches sich jeder nehmen darf. Die Gesundheit kommt bei dieser Ernährung jedenfalls nicht zu kurz und ist damit gleichzeitig Prävention vor vielen Erkrankungen. Interessanter Nebeneffekt dieser Aktion: Die Kriminalität ist deutlich gesunken.

[url]http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2011/12/todmorden-eine-stadt-dich-sich.html[/url]

[QUOTE]
Ein Rentner drückt das neue Gemeinschaftsgefühl so aus: "Es ist etwas nobles Lebensmittel anzupflanzen und es mit anderen zu teilen. Es gibt einem das Gefühl, wir machen etwas wichtiges, statt nur zu jammern, der Staat kümmert sich nicht um uns. Vielleicht sollten wir alle lernen, um uns selber mehr zu kümmern."
[/QUOTE]
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin76 [/i]
[B]Die Basis für Autonomie ist die Versorgung mit Lebensmitteln. Eine Stadt in England ist in dieser Hinsicht autonom und pflanzt sogar auf dem Friedhof Gemüse an, welches sich jeder nehmen darf. Die Gesundheit kommt bei dieser Ernährung jedenfalls nicht zu kurz und ist damit gleichzeitig Prävention vor vielen Erkrankungen. Interessanter Nebeneffekt dieser Aktion: Die Kriminalität ist deutlich gesunken.
[/B][/QUOTE]
Äußerst interessantes Projekt!
(übrigens: der Ortsname "Todmorden" in Verbindung mit Rückgang der Kriminalität hat mich erstmal zum Schmunzeln gebracht)

Was ich ebenfalls gut finde ist das in einigen ostdeutschen Kommunen begonnene Konzept der "Tafelgärten", wo Arbeitslose in vorher leerstehenden Kleingärten Obst und Gemüse anbauen und dieses dann über die Tafel an Bedürftige weitergeben. So vermindert man gleichzeitig die Bedürftigkeit von sich und Anderen und arbeitet etwas Sinnvolles!
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Stonehenge [/i]
Allerdings wenn ich nur einmal in 3 Jahren einen Arzt brauche, kann ich damit leben wenn der nächste irgendwo in 30..50 km Umkreis sitzt ...[/QUOTE]Wenn sich mehrere Leute zu einem gemeinsamen Projekt zusammenfinden, gibt es unter ihnen möglicherweise Jemanden, der Arzt ist oder sich mit den grundlegenden Hilfsmaßnahmen auskennt. Auf Schloss Tonndorf gibt es zum Beispiel eine Freie Hebamme. Und in der 1993 gewaltsam geräumten [URL="http://rosachalybeia.wordpress.com/2009/11/09/the-city-of-darkness-kowloon-walled-city/"]"Kowloon Walled City"[/URL] (Mein Dank für die Infos an [URL="http://rosachalybeia.wordpress.com/2011/05/20/gothic-friday-do-goth-yourself-die-kunst-der-zweckentfremdung/"]Rosa Chalybeia[/URL]) gab es recht viele Ärzte ohne Praxislizenz, zu denen wegen der günstigen Preise sogar Leute von außerhalb kamen. Ich finde solche Beispiele wie "Kowloon Walled City" sehr interessant. Die dort angewandten Formen und Wege des Zusammenlebens und Wirtschaftens, die sich sogar unter Extrembedingungen bewährten, sind es wert, dass man beim Aufbeu eigener Communities über sie nachdenkt.

[QUOTE]Natürlich wird man von verschiedenen Seiten auf Widerstände stoßen, wenn man sich ein Stück weit aus der "Leistungsgesellschaft" und damit verbundener Lebensweise verabschiedet. Ich meinte eben nur, daß ich den "Kampf" jedenfalls erstmal auf die Abwehr unmittelbarer Bedrohungen des Umsetzens meiner Entscheidung, sowie der dazugehörigen Lebensgrundlagen beschränken würde.[/QUOTE]Ich glaube auch, dass das schon genug Kräfte kosten wird. Da muss man es sich nicht noch unnötig schwerer machen.

[QUOTE]Gleichzeitig noch die ganze Gesellschaft verändern zu wollen ... wiegelt wahrscheinlich nur unnötig andere Leute gegen einen auf, die sonst eher kopfschüttelnd ihrer Wege gegangen wären. Was wiederum einen beizeitenen Niedergang des Projektes provozieren dürfte.[/QUOTE]Während es bei genügend eigener Toleranz für Andere durchaus sein kann, dass das Projekt - wie seinerzeit in Wörgl - viele Interessenten findet.

Bei der Beschäftigung mit wirtschaftlichen und sozialen Alternativen bin ich auf eine sehr interessante Sache gestoßen, die weniger eine "Anleitung zum Society-Exit" ist, sondern mehr eine "Anleitung zum Society-Aufbau":

[URL="http://opensourceecology.org/wiki/Main_Page/de"][b]Der Baukasten für das globale Dorf[/b][/URL]

Da wird der von Computer-Software bekannte Begriff der Open Source auf alle möglichen anderen Bereiche der Wirtschaft ausgedehnt. Leider sind nur wenige Seiten davon in Deutsch verfügbar. Aber dafür gibt es eine Menge an Bildern und Videos, die wahrscheinlich selbsterklärend sind. Viel Spaß beim Stöbern!

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