| True Zombie | Wenn ich mir Hardcore, Punk, Metal,... so inhaltlich betrachte, aber auch Hip Hop, Dub, Reggae,... oder eben Dark Electro, Future Pop, EBM,... textlich unter die Lupe nehme, so wird da immer mit hohem moralischen Anspruch unsere gegenwärtige westliche Gesellschaft kritisiert. Es regiert der O-Ton wie beschissen doch alles sei und daß man damit nichts mehr zu tun haben will und sich deshalb distanziert und eine Kampfansage nach der anderen loslässt. Doch scheinen die alle wohl vergessen zu haben, wie gut es uns trotz allem geht und damit meine ich sogar daß es uns verhältnismäßig besser geht als zum Beispiel den Nachkriegskindern, die schon in einem Alter mit anpacken mussten, wo unsereins sich noch bequem mit dem Gameboy in der Hand auf dem Sofa wälzen konnte. Ich finde daß die Musik und auch der sonstige Ausdruck der Jugendsubkulturen zwar einerseits immer krasser und extremer wurde im Verlauf der letzten, sagen wir 30 Jahre, aber andererseits immer weniger Grund dazu besteht, aus einer wirklichen verlorenen und hoffnungslosen Perspektive heraus unser gegenwärtiges System für seine Bosheit zu kritisieren. Zumal dieses System trotz aller Mißstände immer noch humaner ist als man es gegenwärtig in China, dem Nahen Osten oder Nordafrika vorfindet. Unserer Kinder wachsen immer verwöhnter auf und ich glaube, daß die Jugend (sowohl meine eigene als auch die vor und nach mir) immer mehr Narrenfreiheit hat, da die Generationen unserer Eltern viel zu liberal dem gegenüber stehen, denn schließlich waren die ja selbst mal Rockabillys, Hippies, Popper,... Demzufolge wird der ganze einst so abgefuckt und undergroundig anmutende Jugendsubkulturenhaufen immer mehr zur bloßen Farce. Etikette zählt mehr als Inhalt. Aber welchen Inhalt sollte es schon noch geben, wenn ja eh alles in Butter ist. Also macht man aus der kleinsten Mücke nen Elefanten und eröffnet ein tiefgründiges dramatisches Metalcore-Epos über den Abschied von Crusty dem Clown, weil der Fernseher im Arsch ist, denn ansonsten kennt man ja keine Probleme groß... |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von True Zombie [/i] ... so wird da immer mit hohem moralischen Anspruch unsere gegenwärtige westliche Gesellschaft kritisiert. Es regiert der O-Ton wie beschissen doch alles sei und daß man damit nichts mehr zu tun haben will und sich deshalb distanziert und eine Kampfansage nach der anderen loslässt.[/QUOTE]Ist das nicht schon spätestens seit den Hippies so, dass die Jugend gegen die gegenwärtige Gesellschaft rebelliert? Und warum werden z.B. die Frühwerke von Friedrich Schiller dem "Sturm und Drang" zugeordnet? [QUOTE]Doch scheinen die alle wohl vergessen zu haben, wie gut es uns trotz allem geht und damit meine ich sogar daß es uns verhältnismäßig besser geht als zum Beispiel den Nachkriegskindern, die schon in einem Alter mit anpacken mussten, wo unsereins sich noch bequem mit dem Gameboy in der Hand auf dem Sofa wälzen konnte.[/QUOTE]Ich musste auch schon früh mit anpacken. Und ich glaube, das hat mir nicht geschadet. [QUOTE]Ich finde daß die Musik und auch der sonstige Ausdruck der Jugendsubkulturen zwar einerseits immer krasser und extremer wurde im Verlauf der letzten, sagen wir 30 Jahre, aber andererseits immer weniger Grund dazu besteht, aus einer wirklichen verlorenen und hoffnungslosen Perspektive heraus unser gegenwärtiges System für seine Bosheit zu kritisieren.[/QUOTE]Nunja, "The Who" haben schon in den 60ern etliche Gitarren zerdeppert, und an Jimi Hendrix kommt bis heute kaum Jemand heran. Und was die Perspektiven der heutigen Jugend betrifft, da kann man auch getelter Meinung sein. [QUOTE]Zumal dieses System trotz aller Mißstände immer noch humaner ist als man es gegenwärtig in China, dem Nahen Osten oder Nordafrika vorfindet. Unserer Kinder wachsen immer verwöhnter auf und ich glaube, daß die Jugend (sowohl meine eigene als auch die vor und nach mir) immer mehr Narrenfreiheit hat ...[/QUOTE]Ja, [b]Narrenfreiheit[/b] ohne Ende. Aber an der Freiheit, die Welt aktiv mitzugestalten, hapert es gewaltig. Da gab/gibt es wahrscheinlich sogar in DDR/China mehr Möglichkeiten. [QUOTE]Demzufolge wird der ganze einst so abgefuckt und undergroundig anmutende Jugendsubkulturenhaufen immer mehr zur bloßen Farce.[/QUOTE]In einer schalldichten runden Gummizelle kann man so lange toben, bis man irgendwann müde wird. [QUOTE]Aber welchen Inhalt sollte es schon noch geben, wenn ja eh alles in Butter ist.[/QUOTE]Die Frage danach, was außerhalb der Butter ist? Zu meiner Jugendzeit (tm) gab es ein - in Insiderkreisen sehr beliebtes - Buch über den [URL="http://www.fantasyguide.de/1746.0.html"]Sinn des Verzehrs von Birnen ...[/URL] |
| eine Andere | "Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer..." Sokrates irgendwas um 400 vor Chr Die "Rebellion" ordne ich eindeutig der Jugend ansich zu nicht den "tatsächlichen" Umständen. Meiner Erfahrung nach sind "auch" unter den "Angehörigen" einer Subkultur erschreckend viele, die gar keinen wieauchimmergearteten politischen Ansatz haben - der Anteil steigt prozentual zu der Größe der jeweilgen Szene.... Die Jugend sucht sich derweil einen anderen provokativeren Dresscode und Verhaltenscodex , um ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen sich von "den Anderen" abzugrenzen und um Zusammengehörigkeit zu zelebrieren... |
| Elementarsatz | Das Lustige an den "Subkulturen" ist die Tatsache, dass ihre Mitglieder sich besonders nonkonformistisch fühlen, in Wirklichkeit aber viel stärker uniformiert sind als die vermeintlichen StiNos. Ich habe jedenfalls nie Menschen getroffen, die sich untereinander so ähnlich waren - in ihrer Kleidung, ihren Ansichten, ihrem Habitus und ihrem Musikgeschmack - wie die Gothics, denen ich im RL begegnet bin. Auch der Stil in den Nebelpfaden, diese gruftig-theatralische Wehleidigkeit, ist im höchsten Grade einheitlich und austauschbar. Insofern sollten die "Szene"-Mitglieder sich einmal fragen, ob der echte Weg der Individualität nicht jenseits aller Szenen verläuft. |
| Kampfsau | Stimmt, dieses Abgrenzen von "den StiNos", dass man selber ja soviel tiefgründiger ist, auf mich wirkt das häufig auch nur wie das Bedürfnis, eigene Eitelkeiten zu befriedigen. Aber das ist wohl die Jugend. Man weiß nicht wo man hingehört und kaum jemand kann wirklich alleine leben. Das Bedürfnis nach Gemeinschaft ist nunmal menschlich und Gemeinschaft heißt nunmal auch immer ein wenig Anpassung. |
| eine Andere | ...ich habe bisher "Gruftis" tatsächlich nur von weitem gesehen.. kann dir aber aus eigener Erfahrung versichern, das es bei Automaten, Anarchisten, Antifaschisten, Polit-Punks, HClern, Metallern, Grindcorern Tierrechlern (und da auf ganz besonders eklige Weise) und Veganern genau dasselbe ist.... mich hat das immer Abgestoßen wenn diese Kreise "zu eng" und Elitär wurden.. Eine Anpassung an eine Gruppe ist ja in einem gewissen Maß und Alter durchaus artgerecht.- Aber nicht um jeden Preis oder als Machtmittel. Den Begriff der Individualität halte ich im übrigen für reichlich überstrapaziert - glaub mir, beim kacken gucken auch alle gleich. |
| True Zombie | Mir ging es ja auch in erster Linie um die sozialkritische Schiene, auf der nun schon jahrzehntelang musikalisch rumgereitet wird. Ich selbst schließ mich da ja auch mit ein als Musiker, weshalb ich später dann auch wieder mehr instrumental produzierte. Ich glaub so gut wie jeder Teenager lässt sich von so nen Anti-Texten gegenüber der Erwachsenenwelt beeindrucken und hält diese Musik dann für übelst tiefgründig. Jedoch muss ich aus persönlicher Erfahrung sagen, daß diese ganze Kritik-Leier auch nur eine weitere Masche ist, die sich in jene abgelehnte gesellschaftliche Verhältnisse sogar hervorragend zu integrieren weiß. Deshalb an alle jüngeren User hier: Nehmt diese Texte nicht allzuernst, mögen sie noch so derbe und tiefschürfend rüberkommen. Auch wenn das jetzt enttäuschend sein mag, aber die Leute aus deren Feder sie stammen sind auch nur stinknormale Otto-Normalverbraucher und denen die sie kritisieren nur allzu ähnlich. |
| Elementarsatz | Dass "Sozialkritik" von Punkern, Rappern etc. nicht unbedingt ernst zu nehmen ist, beweist sich spätestens dann, wenn diese Kritik nach allen Regeln des Kapitalismus vermarktet wird. Die Pose des Rebellen ist eben attraktiv. Es macht Spaß, auf das System zu schimpfen, sich für einen moralisch überlegenen Außenseiter zu halten, der klarer sieht als die oberflächlichen Normalo-Menschen usw. Darum zieht diese Pose auch sehr viele Heuchler an. Das gilt nicht nur für Popular Music. Denken wir an den heuchlerischen Al Gore, der Energie-Verzicht predigt und selbst den Lebensstil eines Millionärs mit Privatjet und mehreren Luxusvillen pflegt. Das heißt natürlich umgekehrt nicht, dass Gesellschaftskritik immer scheiße ist, oder dass die Gesellschaft toll ist, wie sie heute ist. Aber man muss aufpassen, dass man auf keine falschen Propheten reinfällt. Und man muss die eigene Einstellung immer wieder darauf hin prüfen, ob man es ernst meint, oder ob man nur Spaß am Hassen und Dagegensein hat. |
| eine Andere | Ich denke es ist grade für junge Menschen einfacher, "dagegen" zu sein als für etwas einzustehen, auch mangels Bildung (auch altersbedingt). Allerdings sind auch die meisten sog. Erwachsenen schon mit einfachsten pol. Entscheidungsprozessen überfordert. |
| True Zombie | Auch wenn ich im Anfangspost etwas hart ins Gericht gegangen bin mit den Jugendsubkulturen, so stellen sie für mich dennoch so etwas wie einen geheimnisvollen Schatz dar. Denn obwohl ich nun auch schon Mitte 30 bin, so hab ich dennoch keinen Bock auf jene Erwachsenenwelt und nutze so gut wie jegliche Möglichkeit die ich verwerten kann, um mir so etwas wie eine subkulturell anmutende Underground/Randgruppen-Zuflucht zu basteln. Ich bediene mich dabei szeneübergreifend an bereits bestehendem Material und versuche dem Ganzen meinen persönlichen Anstrich zu verpassen. Denn auf das eigentliche gelebte Szenen-Dingens egal in welcher Szene hab ich keinen Bock, da es wie hier schon erwähnt zu klischeehaft und vereinheitlicht rüberkommt. Somit bewege ich mich bewußtseinstechnisch in einer Art Zwischenwelt zwischen bestehenden und bereits untergegangenen Szenelandschaften und der gewöhnlichen Welt. Mir geht es dabei mittlerweile nicht mehr darum, um IN zu sein oder mich besonders cool zu fühlen, sondern mehr um diese (geheimnisvolle) Atmosphäre eines dünn besiedelten Niemandslandes, wo man von außen kaum registriert wird, so daß man sich in aller Ruhe in jene Welt vertiefen kann. |
| Demon17 | Ja vertief dich mal. Was ist eigentlich die "Erwachsenenwelt." Abends fernsehen im Sommer Würstchen grillen und sich die Musik vom Radio vorsetzen lassen? Das mit der Jugendsubkultur ist zwangsläufig jämmerlich, gemessen was da in den 70ern und 80ern gelaufen ist. Damals haben echte Veränderungen stattgefunden, die teilweise wieder rückgängig gemacht wurden. Ich meine welcher 14 Jährige kann heute schon in wenigen hundert Metern Entfernung in einem autononomen Jugendzentrum bis in die frühen Morgenstunden Musik aus aller Welt hören, während die Joints kreisen und das Bier der Gegend noch bitter und herb die Kehle herunter rann. Das Ganze wurde dann teilweise noch im Radio übertragen. Freejazz aus New York, yeah babe. Was haben wir heute? Heute müssen Jugendliche einen Perso mit sich führen, weil sie ab 18 das Lokal um Mitternacht zu verlassen haben und wozu? Um sich eine, nach sorgfältiger kommerzieller Auswahl zusammengestellte Musikmelange anzuhören, die einerseits noch eine Zielgruppe ansprechen soll und andererseits niemand abschreckenen darf, der sich vielleicht anschließen möchte. Egal was sie tun, es ist nichts Neues. Es war schon jemand da, hat alles vorstrukturiert und verdient nun sein Geld damit. Ich denke da an Schüler- und StudiVZ, Facebook etc. Das Internet war eine zeitlang der letzte Freiraum und ist nun auch nach Maßgabe der Marktwirtschaft gestaltet worden. Aber was kann die Jugend dafür? Sie werden ja immer weniger, die Gesellschaft vergreist und die Illusion grenzenlosen Überflusses haben sie nie gehabt. Wie soll echte Freiheit entstehen, wenn Vollbeschäftigung nicht mehr selbstverständlich ist und es mehr als eines Telefonanrufes bedarf um sich einen gut bezahlten Job zu besorgen, falls sich der Geldfluss nicht sowieso nebenbei aus den Freizeitaktivitäten ergibt? Die Jugendsubkultur von heute kann also gar nicht mehr als ein leises Echo der Vergangenheit sein. Die einzigen Freiräume, die noch temporär denkbar sind, müssten technologisch entstehen. So wie das Internet 5-15 Jahre zuvor. |
| Ronin76 | [QUOTE]Dass "Sozialkritik" von Punkern, Rappern etc. nicht unbedingt ernst zu nehmen ist, beweist sich spätestens dann, wenn diese Kritik nach allen Regeln des Kapitalismus vermarktet wird.[/QUOTE] Wer sich selbst so etikettiert, kann sowieso nicht ernst genommen werden. Diese Begriffe sind ja erst durch Marketing entstanden, nachdem Trends mit der Absicht aufgeschnappt wurden, sie kommerziell auszuschlachten. Heute gibt es eben Emos und andere modische Scheinidentitäten, welche klägliche Versuche sind, dem tristen Dasein einer heranwachsenden Arbeitsdrohne zu entkommen. Ein bisschen anderst sein und ausbrechen wollen, um am Ende doch an der nächsten Ladenkasse/Fabrik/Büro zu enden, und eine spießige, obrigkeitshörige und traurige Existenz zu führen. Subkulturen waren früher immer politisch motiviert, heute ist die Jugend jedoch weitgehend politikfremd und zu einer hirnlosen Konsummasse verkommen, die problemlos von Napf zu Napf geführt wird. Die meisten Subkulturler kommen heute sowieso aus der kleinbürgerlichen Mittelschicht und am arbeits- und BILDungsfreien Wochenende die üblichen Paarungsrituale zu pflegen, damit neue Sklaven entstehen können. Darum, und nur darum, ist ihnen dieses bisschen Freizeit gestattet, denn Kapitalisten benötigen stets Nachschub an frischen, unverbrauchten Humanressourcen. Wochenend-Grufties, Wochenend-Punks, Wochenend-Metaller, etc. |
| True Zombie | Wenn ich mir die Szenen von heute so anschaue, kann ich nur sagen, daß ich als stinknormaler Assi mit Hartz4 oder EU-Rente immer noch mehr eine gewisse "Rebellion gegen/Abkehr von dem System" darstelle. Da es in den eigentlichen Szenen ja sowieso nur noch um Äußerlichkeiten und nicht um Inhalte geht. Und wenn es um Inhalte geht, dann sind die eh nur ein billiger Abklatsch von den einstigen Originalen. Obwohl ich mich auch nicht gerade wohl fühle als Assi - zum einen wegen der Verachtung die mir entgegengebracht wird und zum anderen weil es extrem unbequem ist. Aber ich kann trotz allem stolz von mir behaupten, daß mein Leben eine facettenreiche Geschichte schrieb. Auch wenn es momentan beschissen ist, so wöllte ich mit niemandem tauschen. Geht sowieso nicht. |
| Kampfsau | [QUOTE]Ich glaub so gut wie jeder Teenager lässt sich von so nen Anti-Texten gegenüber der Erwachsenenwelt beeindrucken und hält diese Musik dann für übelst tiefgründig. [/QUOTE] Ein junger Mensch hat Hoffnungen und Träume und das ist auch gut so auch wenn es naiv ist. Daraus kann auch etwas Gutes erwachen, wenn es um sinnvollen Widerstand geht. Aber ich vermute mal, er wird oft eher genutzt, um irgendwelche Egobedürfnisse zu befriedigen. Das ist etwas das in unserer Gesellschaft propagiert wurde, das Individuum gegen die Masse. Ich meine auch wenn Punks, Rapper, Hip Hopper rebellieren. Sie stellen immer relativ kleine Gruppen da und auch unter diesen Kulturen gibt es immer wieder Splittergruppen. Und was ist leichter als andere zu kritisieren? In dem man andere schlecht darstellt, steht man selber besser da oder zumindest glauben das die Kritiker. Es ist einfach, es ist auch irgendwie unfair aber es ist halt eine einfache Methode, dem Selbstbild eines Teenies zu schmeicheln, der auch endlich mal schlauer als andere sein will, wo andere es bisher doch immer besser wussten. [QUOTE]Das mit der Jugendsubkultur ist zwangsläufig jämmerlich, gemessen was da in den 70ern und 80ern gelaufen ist. Damals haben echte Veränderungen stattgefunden, die teilweise wieder rückgängig gemacht wurden. Ich meine welcher 14 Jährige kann heute schon in wenigen hundert Metern Entfernung in einem autononomen Jugendzentrum bis in die frühen Morgenstunden Musik aus aller Welt hören, während die Joints kreisen und das Bier der Gegend noch bitter und herb die Kehle herunter rann. Das Ganze wurde dann teilweise noch im Radio übertragen. Freejazz aus New York, yeah babe. [/QUOTE] Das sind die Errungenschaften? Ich weiß mit ziemlicher Sicherheit ,dass es auch heutzutage 14 Jährige gibt, die Kiffen, Saufen und dabei Musik aus aller Welt hören. Okay, es wird nicht mehr im Radio ausgestrahlt aber nun ja. Für mich sind kiffende und versoffene Jugendliche kein Zeichen gesellschaftlichen Fortschrittes. Überleg mal, die 70er und 80er, die sind 30-40 Jahre her. Die damals 14 Jährigen sind mittlerweile zwischen 36-55 Jahre alt. Das sollten also mittlerweile jene Menschen sein, die in Politik und Wirtschaft den Ton angeben. Sie sollte diejenigen sein die unsere Gesellschaft maßgeblich gestalten. Nicht nur weil sie die wichtigen Positionen einnehmen, sondern weil sie zahlenmäßig auch eine wichtige Gruppe einnehmen. [QUOTE]Aber was kann die Jugend dafür? Sie werden ja immer weniger, die Gesellschaft vergreist und die Illusion grenzenlosen Überflusses haben sie nie gehabt. Wie soll echte Freiheit entstehen, wenn Vollbeschäftigung nicht mehr selbstverständlich ist und es mehr als eines Telefonanrufes bedarf um sich einen gut bezahlten Job zu besorgen, falls sich der Geldfluss nicht sowieso nebenbei aus den Freizeitaktivitäten ergibt? [/QUOTE] Sehen wir es mal so, ich würde mich noch eher zu den jungen Menschen als zu den alten Menschen zählen. Und natürlich ist es viel viel schwerer geworden, gerade für junge Menschen alleine über die Runden zu kommen. Aber so wie du die glorreiche Jugendkultur von früher darstellst kommt mir das eher wie eine wilde, hedonistische Sause vor. Die Umstände haben halt gepasst, die junge Generation nutzte die Vorteile und Sicherheiten der Gesellschaft, die ihnen die Elterngeneration offen legte billige Energie, kostenlose Bildung, Arbeitsmarktchancen etc. als Sicherheit um gegen die selben Eltern zu rebellieren. Nun da die damaligen Jugendlichen heute so alt sind,wie ihre Eltern damals , sollte man meinen sie haben es bis jetzt viel besser als ihre Eltern gemacht. Aber nein das haben sie nicht, das was sie nachwievor beherrschen ist die Kritik. Sie kritisierten als Jugendliche ihre eigenen Eltern, obwohl diese ihnen viel gegeben haben. Sie kritisieren die jetzigen Zustände, obwohl es am ehesten noch in den Händen ihrer Generation liegen würde, diese Zustände zu ändern. Denn lieber Demon, es ist deine Generation (falls du dich mit der Generation der 70er und 80er meintest) die die Gesetze beschlossen hat, die den armen 14 Jährigen heutzutage verbietet, in der Öffentlichkeit zu saufen und zu kiffen. Und jetzt kann man von einer zahlenmäßig unterlegenen Generation wie den heutigen Teenies nicht erwarten, dass sie die Gesellschaft umkrempeln. Eher noch habe ich die Hoffnung, dass die Jugend in Zukunft ein wenig pragmatischer denken und entscheiden wird. Es wird sich um ganz existenzielle Fragen handeln, mit denen man sich auseinanderzusetzen hat. Es wird eher um Kooperation der Generationen gehen, wenn man zurechtkommen will. Für eitle Rebellion oder Altersstarrsinn wird da nicht viel Raum bleiben. |
| True Zombie | Ich persönlich als 77er Jahrgang, hab das für mich eher so aufgefasst: Im Osten meiner Kindheit regierte sowas wie schmuddelige Armut und als ich in die Pubertät kam öffneten sich die Grenzen und ich hatte aufeinmal Zugang zu westlichem "Reichtum", den ich dann auch zelebrierte. Der aufkommende Techno/House/Trance war mein Soundtrack dazu. Doch gegen Ende der Pubertät erfolgte meine eigentliche friedliche Rebellion gegen diese kapitalistische Konsumwelt-Attitüde, indem ich mich als Punk/Grunge/Metal-Verschnitt der damaligen linken Szene anschloss. Letztlich kann man einfach sagen, daß die Jugendsubkulturen für Ost und West unterschiedliche Bedeutung haben und auch hatten. Ich will jetzt zwar nicht diskriminierend sein, aber es ist nunmal so. Denn wo der Westen in den 70er und 80er Jahren seine guten Wohlstandszeiten feierte rebellierte man eben als abgewrackter Punk, Skin, Goth,... Der Osten zu seiner Zeit war hingegen immer mehr dem Zerfall und der Armut ausgesetzt, weshalb man als damaliger Jugendlicher sich noch am ehesten durch so etwas abheben konnte wie auf reich und westlich zu machen. Übrigens so wie man das als Jugendlicher handhabte, so war man auch schon ansatzweise in der Kindheit drauf - zumindest ich. Ich kann aber trotzdem eine gewisse Parallele ziehen von dem wachsenden Wohlstand im Westen nach dem Krieg und der allgemeinen Freude darüber so wie des anschließenden Überdrusses - zu jenen Jahren im Osten während und nach der Wende. Der einzige Unterschied besteht darin daß der Aufbau Ost durch den Westen ab 1989 schneller vonstatten ging als der Aufbau West nach dem 2. Weltkrieg durch die Amerikaner. |
| Demon17 | [QUOTE]Aber nein das haben sie nicht, das was sie nachwievor beherrschen ist die Kritik. Sie kritisierten als Jugendliche ihre eigenen Eltern, obwohl diese ihnen viel gegeben haben. Sie kritisieren die jetzigen Zustände, obwohl es am ehesten noch in den Händen ihrer Generation liegen würde, diese Zustände zu ändern. Denn lieber Demon, es ist deine Generation (falls du dich mit der Generation der 70er und 80er meintest) die die Gesetze beschlossen hat, die den armen 14 Jährigen heutzutage verbietet, in der Öffentlichkeit zu saufen und zu kiffen. [/Quote] Wir haben eine Illusion gelebt, die sich heutzutage kaum noch über Jahrzehnte stabilisieren lässt. Den Suff kannst Du auch heute noch in jedem Sportverein kriegen und die Anzahl jugendlicher Kiffer reicht inzwischen um in ihrer Altersgruppe eine Volkspartei zu bilden. Es geht um die Inhalte. Die Subkultur ist inzwischen dermaßen durchkommerzialisiert, das niechteinmal ein Protest daran, wie Patti Smith ihn schon in den 70ern formulierte entsteht. Es ist nur alles seltsam kalt, gleichgeschaltet und uninspiriert. [Quote] Und jetzt kann man von einer zahlenmäßig unterlegenen Generation wie den heutigen Teenies nicht erwarten, dass sie die Gesellschaft umkrempeln. Eher noch habe ich die Hoffnung, dass die Jugend in Zukunft ein wenig pragmatischer denken und entscheiden wird. Es wird sich um ganz existenzielle Fragen handeln, mit denen man sich auseinanderzusetzen hat.[/Quote] Das ist es ja, unsereiner wurde mit existentiellen Fragen Mitte 30 konfrontiert. Ist es besser so, ich weiß nicht. Wer diesen Traum nie geträumt hat, dem fehlt ja nichts und vielleicht ist es besser so, denn diese Träume in die Politik zu übertragen heißt ja sie denselben Mechansismen zu unterwerfen, wie wir sie von den kommerziellen Zwängen her kennen. Vielleicht sind die Piraten Ausdruck dieser undefenierbaren Unzufriedenheit. Doch auch sie werden den Weg der Grünen gehen. Sie sind bereits viel angepasster als es die Grünen damals waren. Der anarchische Ansatz der ursprünglichen schwarzen Szene war ja sowieso antikollektiv und darauf angelegt, das Anarchie für alle mit den Menschen, so wie sie heute existieren nicht umzusetzen ist. Ich meine jetzt nicht die Spinner mit den Bomben, denn sie haben nicht mal im Ansatz kapiert, worum es geht. Es geht um die Befreiung des Menschen von der Knappheit der Waren und Dienstleistungen und der Orientierung am eigenen individuellen Willen und der Förderung des einzelnen bei der Umsetzung individueller Lebensgestaltung, die sich nicht am Profit oder am Machtgewinn orientiert. [Quote]Es wird eher um Kooperation der Generationen gehen, wenn man zurechtkommen will. Für eitle Rebellion oder Altersstarrsinn wird da nicht viel Raum bleiben.[/QUOTE] Na dann ist die schwarze Szene ja auf dem besten Wege staatstragend zu werden. Es gibt wohl keine andere Jugendsubkultur, in der das Alter zwischen 15-50 liegt. |
| Ronin76 | [QUOTE]Denn lieber Demon, es ist deine Generation (falls du dich mit der Generation der 70er und 80er meintest) die die Gesetze beschlossen hat, die den armen 14 Jährigen heutzutage verbietet, in der Öffentlichkeit zu saufen und zu kiffen.[/QUOTE] Von diesem Verbot bekomme ich hier nicht viel mit. Stell dir vor es ist Freitag abend so gegen 22 Uhr, und an fast allen Parkplätzen, Tankstellen, Treppen, Sitzbänken, und anderen Jugendtreffs stehen Gruppen von besoffenen und gröhlenden Jugendlichen. Der Boden voll mit weißen Plastikbechern, Plastiktüten, Vodkaflaschen, Energy-Drink Verpackungen, Bierflaschen, Six-Pack Kartonagen, und Scherben. Ist zwar keine Subkultur, außer die Gruppe der Jungalkoholiker ist inzwischen auch Eine. Was Anderes sieht man hier kaum, die Straße ist eben billiger als ne Kneipe. Man kann Verbote von Politikern nicht an einer ganzen Generation festmachen. Erst gestern musste ich mich wieder aufregen, weil ich nach 22 Uhr Bier kaufen wollte, was ja verboten ist. Hätte ich in einer Kneipe Bier bestellt, wäre das völlig legal gewesen, daran verdient der Staat auch deutlich mehr. Diese Gesetze dienen also nicht gerade dazu, Jugendlichen Dinge zu verbieten, sondern Allen. Bald muß man wohl einen Antrag stellen, wenn man furzen will, und dann noch CO²-Steuer dafür bezahlen. Es geht wie immer nur um Geld und Kontrolle, nicht um irgendwen, zB vor sich selbst, zu schützen. Das ist nur die passende Lüge dazu. [QUOTE]Es ist nur alles seltsam kalt, gleichgeschaltet und uninspiriert.[/QUOTE] Mir kommt das manchmal vor wie in einer leeren, stinkenden Bahnhofswartehalle, wo ein Kehrmichel lustlos seine Runden dreht, damit das Nötigste gemacht ist. Warten auf den großen Knall. [QUOTE]Na dann ist die schwarze Szene ja auf dem besten Wege staatstragend zu werden. Es gibt wohl keine andere Jugendsubkultur, in der das Alter zwischen 15-50 liegt.[/QUOTE] Unheilig for Präsident :p Die Punk-Szene ist inzwischen ungefähr gleich alt, vor ein paar Monaten hatte Normahl mal wieder ein Konzert gegeben, die sind auch schon um die 50. |
| Kampfsau | [QUOTE]Es geht um die Befreiung des Menschen von der Knappheit der Waren und Dienstleistungen und der Orientierung am eigenen individuellen Willen und der Förderung des einzelnen bei der Umsetzung individueller Lebensgestaltung, die sich nicht am Profit oder am Machtgewinn orientiert.[/QUOTE] Mal abgesehen vom letzten Nebensatz könnte man sich doch ernsthaft darüber streiten, ob nicht gerade das ein großes Problem unserer Gesellschaft darstellt. [QUOTE]Man kann Verbote von Politikern nicht an einer ganzen Generation festmachen. Erst gestern musste ich mich wieder aufregen, weil ich nach 22 Uhr Bier kaufen wollte, was ja verboten ist. Hätte ich in einer Kneipe Bier bestellt, wäre das völlig legal gewesen, daran verdient der Staat auch deutlich mehr.[/QUOTE] Und das, wo der Staat doch angeblich versucht, sein Volk mit billigem Alkohol ruhig zu stellen. [QUOTE]Diese Gesetze dienen also nicht gerade dazu, Jugendlichen Dinge zu verbieten, sondern Allen. [/QUOTE] Naja, wenn wie du schreibst, für Lokale kein Verbot besteht, ist es für Jugendliche viel schwerer an Alkohol heranzukommen. Schließlich ist es selten, dass jemand der nichtmal 16 oder 18 ist, in einem Lokal Alkohol ausgehändigt bekommt.Folglich hat dies Gesetz also durchaus eine Wirkung wenn es darum geht, Jugendliche vom Trinken abzuhalten. [QUOTE]Erst gestern musste ich mich wieder aufregen, weil ich nach 22 Uhr Bier kaufen wollte, was ja verboten ist.[/QUOTE] 15 Stunden Öffnungszeiten reichen scheinbar nicht aus . Nichtmal wenn man Schicht arbeitet ist das ein wirkliches Hindernis sich mit Alkohol einzudecken. Wenn man also zu blöd oder unstrukturiert ist, sich vorher einzudecken, dann trinkt man halt 9 Stunden ausnahmsweise keinen Alkohol. Und da du arbeitslos bist, vermute ich mal, dass du im Vergleich zu den meisten anderen Menschen über ziemlich viel Zeit verfügst. Spontan besaufen kann man sich dann auch schwerer oder Nachschub besorgen, wenn man doch mehr als gedacht getrunken hat. Ich finde von dem Gesetz sind gerade diese Menschen betroffen, die über ihr Verhältnis zum Alkohol noch einmal genauer nachdenken sollten. Andere werden es kaum als Problem ansehen. Aber genug von dem Thema, am Alkohol- und Drogenkonsum eine Bewegung zu beurteilen? Ist das nicht auch irgendwie ein Armutszeugnis? |
| Ronin76 | [QUOTE]Und das, wo der Staat doch angeblich versucht, sein Volk mit billigem Alkohol ruhig zu stellen.[/QUOTE] An Polizisten-Stammtischen wird viel erzählt, wenn der Pegel stimmt. Billig ist nun mal relativ. [QUOTE]Schließlich ist es selten, dass jemand der nichtmal 16 oder 18 ist, in einem Lokal Alkohol ausgehändigt bekommt.Folglich hat dies Gesetz also durchaus eine Wirkung wenn es darum geht, Jugendliche vom Trinken abzuhalten.[/QUOTE] Nein, denn wer unbedingt Alkohol trinken will, findet Möglichkeiten dies zu tun. Nicht selten werden dann die Getränke von Volljährigen besorgt oder gestohlen. Bei der heutigen 22 Uhr-Regelung, wird leider die Gieskanne eingesetzt, und jeder Bürger unmündig gemacht. Mal spontan ein Bier kaufen gehen, weil man gerade Lust darauf hat, oder es im preislich reduzierten Angebot ist ? Fehlanzeige. [QUOTE] 15 Stunden Öffnungszeiten reichen scheinbar nicht aus . Nichtmal wenn man Schicht arbeitet ist das ein wirkliches Hindernis sich mit Alkohol einzudecken. Wenn man also zu blöd oder unstrukturiert ist, sich vorher einzudecken, dann trinkt man halt 9 Stunden ausnahmsweise keinen Alkohol. Und da du arbeitslos bist, vermute ich mal, dass du im Vergleich zu den meisten anderen Menschen über ziemlich viel Zeit verfügst. Spontan besaufen kann man sich dann auch schwerer oder Nachschub besorgen, wenn man doch mehr als gedacht getrunken hat. Ich finde von dem Gesetz sind gerade diese Menschen betroffen, die über ihr Verhältnis zum Alkohol noch einmal genauer nachdenken sollten. Andere werden es kaum als Problem ansehen. [/QUOTE] Genug der sachlichen, vorurteilsfreien, und wohlbedachten Argumente. Du hast ganz richtig erkannt, daß ich zu blöd und unstrukturiert bin, mir innerhalb von 15 Stunden Öffnungszeit, Alkohol zu kaufen, weil ich arbeitslos bin. Hier sind es sogar bis zu 17 Stunden Öffnungszeit, ich habe also wirklich ein Problem ! Arbeitslose sind nun mal geistig behindert und brauchen darum Hilfe. Daher möchte ich dich bitten, mir das nächste Mal beim Bier organisieren zu helfen, ich bin um jede Unterstützung dankbar. :D Ich werde jetzt mal, bei einer Flasche Korn, genauer über mein Verhältnis zum Alkohol nachdenken. Prost ! |
| Kampfsau | [QUOTE]Nein, denn wer unbedingt Alkohol trinken will, findet Möglichkeiten dies zu tun. Nicht selten werden dann die Getränke von Volljährigen besorgt oder gestohlen.[/QUOTE] Nun, selbst Volljährige könnten dann nicht mehr den Stoff besorgen. Die Möglichkeit entfällt also. Und bei Diebstahl muss man ganz klar sagen, dass die Hemmschwelle schon deutlich höher liegt. Oder ist für dich jeder der gerne trinkt, ein potentieller Dieb? Folglich würde sich die Zahl der Trinkenden schon reduzieren. [QUOTE]Genug der sachlichen, vorurteilsfreien, und wohlbedachten Argumente.[/QUOTE] Das denke ich mir auch wenn ich sowas lese wie hier [QUOTE]An Polizisten-Stammtischen wird viel erzählt, wenn der Pegel stimmt. Billig ist nun mal relativ. [/QUOTE] oder generell mindestens jeder dritte Beitrag von dir. [QUOTE]Du hast ganz richtig erkannt, daß ich zu blöd und unstrukturiert bin, mir innerhalb von 15 Stunden Öffnungszeit, Alkohol zu kaufen, weil ich arbeitslos bin.[/QUOTE] Nein, du verwechselst da etwas. ARBEITSLOSE sind nicht unfähig sich rechtzeitig mit Alkohol einzudecken WEIL sie arbeitslos sind. DU bist unstrukturiert und unfähig dir rechtzeit Alkohol zu besorgen OBWOHL du arbeitslos bist und du wie viele andere eben keinen 8-12 stündigen Arbeitstag hast. [QUOTE]Arbeitslose sind nun mal geistig behindert und brauchen darum Hilfe.Daher möchte ich dich bitten, mir das nächste Mal beim Bier organisieren zu helfen, ich bin um jede Unterstützung dankbar. Ich werde jetzt mal, bei einer Flasche Korn, genauer über mein Verhältnis zum Alkohol nachdenken. Prost ![/QUOTE] Arbeitslose sind nicht automatisch Säufer aber jemand dem um 11 Uhr Nachts einfällt ,dass er doch mal ganz dringend was zu saufen braucht und angepisst ist, wenn er mal ein paar Stunden nichts trinken kann ist vielleicht näher an einem Alkoholproblem dran, als er das zugeben möchte. |
| Scheol | Als Musiker ist man immer (auf die ein oder andere Weise) kreativ und produktiv. Textlich sucht man sich natürlich etwas heraus, was man schon immer mal loswerden wollte aber nie so direkt gesagt hat. Oder etwas, was einen dauerhaft beschäftigt und verarbeitet werden will. Da wir unser Außen immer auf unser Innen projizieren, ist Rebellion etwas, dass wir dringend brauchen damit es weitergeht. Sollte irgendwann Rebellion und Kritik fehlen, haben wir ernsthafte Probleme. Hier wurde ja schon auf Jugendliche eingegangen. Ich glaube, die Jugend rebelliert nur noch Autoaggressiv, weil jeder Wunsch und Traum im Keim erstickt werden. Durch Massenmedien, durch Ohnmacht, durch ein Mangel an Selbstwert. Wenn ich davon überzeugt bin, nichts gestalten zu können, dann fange ich an zu Kiffen um den ganzen Scheiß zu ertragen. Zudem kommt, dass es sehr gut tun kann, sich selbst zu zerstören und dann dafür zu bemitleiden. Diese Form der Wehleidigkeit ist ein Armutszeugnis. Und zwar ein derbes. (Weswegen ich gegen THC bin) Ich weiß jetzt auch nicht, was Alkohol mit Jugendkultur zu tun hat. Alkoholkonsum ist eher etwas gesellschaftlich anerzogenes und zudem eine Form, sich lethargisch zu saufen. Prost! Ich sehe heute kaum noch Ideale. Sicher haben frühere Jugendbewegungen wie z.B. die 68er viel Mist verzappft, aber man lernt aus Fehlern und gute Ansätze hat es doch gegeben. So etwas ist heute undenkbar. Bevor man einen Fehler macht, macht man lieber gar nichts. Und um etwas anzupacken braucht man eben die Unterstützung. Menschen gehen eben nur dann ein Risiko ein, wenn sie Sicherheit haben. Klingt widersprüchlich, ist aber so. Wenn ich 1000 Leute im Rücken habe, dann lege ich mich leichter mit 10000 Leuten die vor mir stehen an, als wenn ich alleine wäre. Selbst wenn die Gewinnchancen genauso bei Null liegen. Diese Form der Gemeinschaft existiert nur leider nicht. Jeder ist dein Feind...und vergiss nicht zu kaufen. |