| Aza | Heute mittag ist eine Frau bei mir klingeln gekommen und wollte mir Putztücher verkaufen. Nachdem ihr Angebot abgelehnt wurde sagte diese Frau, sie würde bereits seit dem frühen Morgen erfolglos versuchen etwas zu verkaufen. Statt den erwarteten 1-2 Euro Bettelprämie fragte die gute Frau nach etwas zu essen. Ich bin geschockt. |
| Creobotra | geschockt, weil es vllt so selten vorkommt? man ist an das "haste mal ne mark" (ich weiss, euro..) gewöhnt, dass aber jemand nach essen fragt, ist wohl ne echte ausnahme. mir ist das samstag abends auch schon vorm supermarkt passiert, eine frau bat um lebensmittel, weil sie übers we in die notlage kam, und erst montags wieder was bekommt (k.a. was und woher jetzt genau). hat mich aber auch sehr überrascht. |
| Lacerta | Ich bin mir sicher, mich würde eine solche Situation ebenfalls erst einmal schocken, wo man diese Konfrontation mit dem Leid im sonst so sterilen Leben gar nicht gewohnt ist. Ähnlich verhält es sich mit einer Krankheit, einem Unfall oder psychisch, physischer erfahrener Gewalt, welche wie ein Blitz in unser halbwegs stabile Gefühlswelt treffen. Man kennt dies ja nicht.. Schockierend ist deine Begegnung zum einen, da man eine unbekannte Person vor sich stehen hat, welche in ihrem Bemühen Würde zu bewahren und sich mit dem Verkauf von Putzlappen zu verdingen gescheitert ist. Sie ist gezwungen zu betteln. Hätte sie nach Geld gefragt, bliebe ja noch Spielraum für eigene Interpretationen. Wofür braucht sie es, für Zigaretten, Alkohol? Und so teilt sie dir mit ihrem direktem Wunsch nach etwas Nahrung mit, dass sie Hunger leidet. Etwas das wir nicht kennen. In einer solchen Situation müssen wir natürlich Helfen. Natürlich ist neben dem selbstverständlichen nachgehen der Bitte, Platz für weitere Hilfe. Man kann Fragen stellen, Sorge äußern, sich um Adressen von Hilfsorganisationen bemühen und anbieten. Christliche Nächstenliebe tut allen Beteiligten gut. Dem Gebenden sowie dem Nehmenden. Man kann aber selbstverständlich nicht von allen alles abverlangen und jeder tut gut daran, wenn er gerade soviel geben wie er auch entbehren kann. Wir haben zwar wenig Zeit, müssen studieren, arbeiten oder uns einfach mal amüsieren. Aber ich denke gerade wir junge Partygängern, welche nur die eine Seite des Lebens kennen, sollten in Erwägung ziehen die nächste soziale Einrichtung oder Kirche aufzusuchen und mal nachzufragen ob unsere Hilfe gebraucht wird. Etwas, dass ich selbst nur am Rande kenne und ich deswegen dein Erlebnis als Denkanstoß zu Herzen nehme will. |
| hagzissa13 | Bei dem berühmten "haste mal ne Mark/nen Euro" bin ich recht stur, denn meiner eigenen Erfahrung nach werden dafür eh nur Alk, Ziggis und illegale Drogen gekauft. Wenn mich jemand um Nahrungsmittel bittet, sieht das ganz anders aus. Ich bin mit solchen Menschen auch schon einkaufen gegangen, denn ich war echt geschockt, daß man davon zu wenig haben kann. Es war eine 13- oder 14-jährige, die mir erzählte (ob es stimmt, weiß man nicht, aber sie brachte es sehr glaubwürdig rüber), daß ihre Mutter alles versäuft und somit zu wenig zum (Über-)leben bleiben würde. Klar, man kann konstatieren, das genug zum Leben da sein muß, es nur an der "falschen" Ecke ausgegeben wird, aber was kann das arme Mädel dafür? Ich bin mit ihr zu meinem Liebelingshändler gegangen und habe ihr Lebensmittel für ca. eine Woche gekauft, so richtig schön frisch und mit ein paar Schmankerln drin, was sie eben so mochte. Ihre Augen leuchteten und ich hätte sie am liebsten in den Arm genommen.... Das war damals in Kassel. Ich bin dort immer wieder einkaufen gegangen, habe sie aber leider nie wieder gesehen. Ich wüßte gerne, was aus ihr geworden ist...... |
| Ronin76 | [QUOTE]Christliche Nächstenliebe tut allen Beteiligten gut.[/QUOTE] Zwischen Christen vermutlich schon denn die stehen auf so etwas. Als Atheist wäre es jedoch das Letzte was ich mir wünschen würde. Christen haben zB folgende Motivation beim Thema Nächstenliebe: - Das eigene Ego durch das Geben aufputschen - Das Gewissen beruhigen - Das Gefühl der Überlegenheit durch Gönnertum geniesen - Erst etwas geraubt haben und dann gönnerhaft zurück geben [QUOTE]Bei dem berühmten "haste mal ne Mark/nen Euro" bin ich recht stur, denn meiner eigenen Erfahrung nach werden dafür eh nur Alk, Ziggis und illegale Drogen gekauft.[/QUOTE] Gutmenschen haben es so an sich daß sie andere Menschen gerne bevormunden. Das gibt auch ihnen das Gefühl der Überlegenheit. ZB zu meinen, intelligenter oder einfach nur besser zu sein. Wenn sich einer Drogen reinziehen will, soll er das tun. Es soll Menschen geben denen das gut tut. Vielleicht nicht körperlich aber psychisch. Soll doch ihre Entscheidung bleiben. Auch was sie mit Geld tun. |
| Lacerta | [QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin76 [/i] [B]Zwischen Christen vermutlich schon denn die stehen auf so etwas. Als Atheist wäre es jedoch das Letzte was ich mir wünschen würde. Christen haben zB folgende Motivation beim Thema Nächstenliebe: - Das eigene Ego durch das Geben aufputschen - Das Gewissen beruhigen - Das Gefühl der Überlegenheit durch Gönnertum geniesen - Erst etwas geraubt haben und dann gönnerhaft zurück geben [/B][/QUOTE] Ja ok, wenn du meinst. Und was macht dich besser? |
| Gothanthrop | [QUOTE][i]Original geschrieben von Lacerta [/i] Christliche Nächstenliebe tut allen Beteiligten gut[/QUOTE] [img]http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3e/BenPhelps.JPG[/img] [img]http://sharpiron.files.wordpress.com/2008/07/god-hates-you.jpg[/img] [img]http://farm4.static.flickr.com/3390/3644223202_725997acde.jpg[/img] [img]http://media.collegepublisher.com/media/paper247/stills/788aot79.jpg[/img] [img]http://bigroman.files.wordpress.com/2009/05/radical-christian.jpg[/img] [img]http://whatthe.blogetery.com/files/2008/05/god-is-a-republican-e.jpg[/img] [img]http://cache.daylife.com/imageserve/07Etgkk0Zw81J/340x.jpg[/img] |
| Lacerta | Ich bin kein gläubiger Christ, verteidige diesen aber, da mir das Ronin´sche Gegenmodel "Wenn sich einer Drogen reinziehen will, soll er das tun." keine erstrebenswerte Alternative erscheint. Zu konkreten Fragen will ich nach bestem Wissen gerne antworten. |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von Lacerta [/i] [B]Ich bin kein gläubiger Christ, verteidige diesen aber, da mir das Ronin´sche Gegenmodel "Wenn sich einer Drogen reinziehen will, soll er das tun." keine erstrebenswerte Alternative erscheint. Zu konkreten Fragen will ich nach bestem Wissen gerne antworten. [/B][/QUOTE] ...der Christ möchte doch auf gar keinen Fall in die in die Hölle kommen - sondern in den Himmel, weil es da um so vieles schöner ist - denkt der Christ...und darum möchte er zu allen "gut" sein...wobei diese "Güte" auch gerne mal Mord an Andersdenkenden, Kriege und Völkermorde mit einschliesst: "ihr habt die Bombe gesegnet, die auf Hiroshima fiel - auch mit Hitler und Mussolini habt ihr euch solidarisiert...egal wer gerade an der Macht ist - ihr seid immer dabei - ihr nehmt den Menschen das Denken ab, MIT EURER HEUCHELEI!" (Slime - "Religion") |
| Creobotra | [QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin76 [/i] Wenn sich einer Drogen reinziehen will, soll er das tun. Es soll Menschen geben denen das gut tut. Vielleicht nicht körperlich aber psychisch. Soll doch ihre Entscheidung bleiben. Auch was sie mit Geld tun.[/QUOTE] wer sich mit alk oder drogen vollpumpen will, macht das ohnehin. aber ich würde es genauso wie hag sehen, wenn sie es machen wollen, nicht mit meiner unterstützung und auf meine kosten. [QUOTE]Gutmenschen haben es so an sich daß sie andere Menschen gerne bevormunden. Das gibt auch ihnen das Gefühl der Überlegenheit. ZB zu meinen, intelligenter oder einfach nur besser zu sein. [/QUOTE] haben wir ein neues lieblingswort gelernt? schicke, einfache unterstellung, für die man sich wieder rechtfertigen müsste... |
| Ronin76 | @Lactera [QUOTE]Ich bin kein gläubiger Christ, verteidige diesen aber, da mir das Ronin´sche Gegenmodel "Wenn sich einer Drogen reinziehen will, soll er das tun." keine erstrebenswerte Alternative erscheint.[/QUOTE] Wenn du das für dich selbst entscheidest ist das ja auch akzeptabel, denn nur du kannst wissen was du benötigst und nur du solltest dein eigener Richter sein. Ich werde jedoch nicht so anmaßend sein, andere für ihr Handeln zu verurteilen und ihnen vorschreiben zu wollen wie sie zu leben haben. Ich weiß auch nicht was jemand tatsächlich denkt und fühlt und wieso er das macht. Die Grenze zwischen beurteilen und verurteilen ist ja sehr dünn. Meistens kann man jedoch nicht mal beurteilen da dies immer eigene Maßstäbe und Maßstäbe im Allgemeinen voraussetzt. Also so eine Art Schubladendenken, welches eine Logik zum Glauben erhebt. @Creobotra [QUOTE]aber ich würde es genauso wie hag sehen, wenn sie es machen wollen, nicht mit meiner unterstützung und auf meine kosten.[/QUOTE] Die Entscheidung steht dir natürlich frei. Nur weil jemand bettelt bedeutet daß ja nicht daß man ihm Geld oder Essen spenden muß. Wenn jemand das jedoch gerne macht ist das genauso legitim wie wenn jemand das ablehnt. Ein fiktiver gedanklicher Rollentausch wäre jedoch schon ab und zu hilfreich. So nach dem Motto: "Was würde ich tun, wenn ich der Bettler wäre, und wieso macht er das ?". Es ist sicherlich auch eine Entscheidung zwischen Polarisation und Harmonie. [QUOTE]haben wir ein neues lieblingswort gelernt? schicke, einfache unterstellung, für die man sich wieder rechtfertigen müsste..[/QUOTE] Nein Herr Oberlehrer, dieses Wort ist nicht neu gelernt worden, was Sie jedoch bemerkt hätten wenn Sie all meine Beiträge gelesen hätten. Es ist keine Unterstellung sondern ein sich sehr oft wiederholendes Verhaltensmuster und wurde damit zum Faktum. Ich habe auch keine bestimmte Person als Gutmensch bezeichnet sondern den Typus des Gutmenschen ein bisschen beschrieben. Das ist mir doch hoffentlich gestattet. [url]http://de.wikipedia.org/wiki/Gutmensch[/url] |
| Lacerta | [QUOTE][i]Original geschrieben von Xenomorph [/i] [B]...der Christ möchte doch auf gar keinen Fall in die in die Hölle kommen - sondern in den Himmel, weil es da um so vieles schöner ist - denkt der Christ...und darum möchte er zu allen "gut" sein...wobei diese "Güte" auch gerne mal Mord an Andersdenkenden, Kriege und Völkermorde mit einschliesst: "ihr habt die Bombe gesegnet, die auf Hiroshima fiel - auch mit Hitler und Mussolini habt ihr euch solidarisiert...egal wer gerade an der Macht ist - ihr seid immer dabei - ihr nehmt den Menschen das Denken ab, MIT EURER HEUCHELEI!" (Slime - "Religion") [/B][/QUOTE] Einer der höchsten Gebote, welche ein Christ zu befolgen hat ist die Vergebung. Jesus wusste darum, dass der Mensch mit Fehlern behaftet ist und oft genug zu Grausamkeiten neigt. Er selbst war es, der Verurteilt und ans Kreuz geschlagen rief: "Vater, vergib ihnen." Mit "Ihnen" meinte er jene, welche sich um ihr persönliches Seelenheil fürchteten, sollten sie Jesus den "Ketzer" laufen lassen da sich dieser als Sohn Gottes offenbart hat. Was uns Menschen manchmal vermeintlich als Richtig erscheint, kann sich am Ende als großer Irrtum herausstellen, ob dies nun Kriege sind oder der Mord an Andersgläubige. Es erschließt sich uns nicht immer, was Gott möchte und Jesus wusste auch dies, denn er fügte seiner Bitte hinzu: "Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!" Neben der Nächstenliebe gebot Jesus auch die Feindesliebe, wobei er darum wusste, dass die Feindesliebe das höchste zumutbare Gebot ist was man von einem Menschen abverlangen kann, so dass es keine allzu große Sünde ist, wenn man dagegen verstößt. Doch jedem kann und sollte vergeben werden, wenn er auch bereut. |
| Ronin76 | Und wieso meinen Christen daß sie das Prinzip der Vergebung und Nächstenliebe für sich gepachtet haben ? Auch der Islam und andere Religionen sowie auch Atheisten berufen sich manchmal darauf. Vergebung und Nächstenliebe hat ungefähr soviel mit dem Christentum gemeinsam wie Feuer mit Wasser. Und es sollte auf jeden Fall die Praxis von der Theorie unterschieden werden. Ich habe einschlägige Erfahrungen mit Christen gemacht, es wurde zum Teil mit Gewalt versucht mich zum Christen zu erziehen, und auch die Geschichte kann ein Lied vom Christentum berichten. Ich kenne aber auch die wenigen positiven Seiten des Christentums wenn man sie denn als das betrachten will. Diese Dinge benötigen jedoch nicht unbedingt eine Religion wie das Christentum, welches immer wieder diese Dinge für sich selbst pachten will und damit auch neue Anhänger wirbt. zB Solidarität, Gemeinschaftlichkeit, Sicherheit, Stärke durch die Gruppe, usw. Es ist geradezu entmutigend daß es auch heute noch so viele Menschen gibt welche an die fiktive Figur "Jesus von Nazareth" bzw "Jeshua ben Joseph" und andere Mythen glauben wollen. Die Ideale mögen ja teilweise ganz nett sein, aber je weiter man forscht, desto mehr löst sich so eine Religion in ihre Einzelteile auf. Und am Ende bleibt nur noch ein Berg Scherben aus Illusionen und Lügen. |
| Lacerta | [QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin76 [/i] [B]Und wieso meinen Christen daß sie das Prinzip der Vergebung und Nächstenliebe für sich gepachtet haben ? Auch der Islam und andere Religionen sowie auch Atheisten berufen sich manchmal darauf. [/QUOTE] Das Christentum ist seit über 1500 Jahren fester Bestandteil der deutschen Kultur gewesen. Das prägt und formt die Gesellschaft und wirkt bei der Erschaffung von Ideen, wie der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, mit. Die islamischen Länder haben die allgemeine Erklärung der Menschenrechte mit dem Entwurf ihres Pendant der "Kairoer Erklärung" abgelehnt. Auch ist es islamischen Hilfsorganisationen vollkommen fremd, Andersgläubige mit Hilfsgütern zu unterstützen. [QUOTE]Vergebung und Nächstenliebe hat ungefähr soviel mit dem Christentum gemeinsam wie Feuer mit Wasser.[/QUOTE] Manchmal wünsche ich mir, dass dem so wäre. Vor allem, wenn man von Resozialisierung spricht und Täter vorzeitig aus den Gefängnissen entlässt. Da geht mir die Nächstenliebe und die Sorge um meine Familie und Liebsten vor. Die USA haben da ihre eigene Handhabe mit Tätern, wobei dort wiederum der Calvinismus die Gesellschaft geprägt hat. Dieser sieht keine, bzw. nur eine begrenzte Versöhnung vor. In islamischen Staaten gilt teilweise oder ganz die islamische Rechtssprechung bei der Verurteilung von Dieben, Mördern, Ehebrechern und sonstigem. Inwieweit die Atheisten die Gesellschaft prägen werden kann ich noch nicht beurteilen. Dazu ist eine atheistische Gesellschaft viel zu heterogen als das man eine klare Prognose stellen könnte. Diese Entwicklung wird noch eine Weile andauern müssen, sind die Atheisten doch erst seit kurzem so richtig im kommen. Doch ahne ich nichts Gutes. [QUOTE]Ich habe einschlägige Erfahrungen mit Christen gemacht, es wurde zum Teil mit Gewalt versucht mich zum Christen zu erziehen, und auch die Geschichte kann ein Lied vom Christentum berichten.[/QUOTE] Zur Geschichte habe ich bereits was gesagt, doch würde mich interessieren, inwiefern dir Gewalt angetan wurde und wo man dich versucht hat unter Gewalt zu einem Christen zu erziehen? |
| Ronin76 | [QUOTE]Zur Geschichte habe ich bereits was gesagt, doch würde mich interessieren, inwiefern dir Gewalt angetan wurde und wo man dich versucht hat unter Gewalt zu einem Christen zu erziehen?[/QUOTE] Elternhaus und Schule. Christliche Schläge als Mittel zur Bestrafung und "Züchtigung" war damals normal. Von der elterlichen Seite wurde ich auch zur Teilnahme an wöchentlichen Gottesdiensten gezwungen. Dort wurde zB von den Obersten dazu aufgerufen daß Eltern ihre unfolgsamen Kinder mit Schlägen zu erziehen haben. So kam es dann auch vor daß ich mitten im Gottesdienst ins Treppenhaus gezerrt wurde wo es dann vom Vater eine Tracht Prügel gab. Weil ich zB den ganzen Müll gar nicht sehen und hören wollte und entsprechend genervt hatte. In der Schule wurde ich dann zum Religionsunterricht gezwungen. Später stand dann neben Religion noch das Fach Ethik zur Auswahl, doch meine Eltern bestanden auch weiterhin auf das christliche Fach "Religion" und von Ethik hatte ich damals auch kaum einen Schimmer. Später im ungefähren Alter der Pubertät wurde im Religionsunterricht dann der Spieß umgedreht und Religionslehrer wurden zum Opfer gemacht. Wutausbrüche, kaputte Regenschirme, Heulkrämpfe und Nervenzusammenbrüche waren die Folge bei den Lehrern und Pfaffen. Und das alles ganz ohne körperliche Gewalt. Das unsinnige Tischgebet zum Mittagessen war auch so ein Zwang. Es durfte nicht gegessen werden ohne vorher ein Tischgebet heruntergeleiert zu haben. Es war mir damals kaum möglich, mich dem Christentum zu entziehen. Irgendwann fing ich dann an immer mehr Fragen zu stellen, was ja im Christentum nicht gerade erwünscht oder gefördert wird. Und ab da fand der Spuk dann recht schnell sein Ende. Meine Eltern und im Prinzip meine gesamte Verwandtschaft verstehen das bis heute noch nicht. Meine Oma wollte mich noch bis vor wenigen Monaten über viele Jahre hinweg immer wieder "bekehren" und mein eigentlich intelligenter Vater kann sich bis heute nicht, emotional und rational vom Christentum lösen obwohl er eigentlich wissen sollte daß es ein großer Haufen Unsinn ist. Mein Wünsche und Glaubensansichten blieben stets unrespektiert, aber es wurde Respekt gegenüber dem Christentum gefordert. Heute habe ich nur noch minimale bis gar keine Kontakte mehr zu meiner Verwandtschaft und bin auch sehr froh darüber. [QUOTE]Inwieweit die Atheisten die Gesellschaft prägen werden kann ich noch nicht beurteilen. Dazu ist eine atheistische Gesellschaft viel zu heterogen als das man eine klare Prognose stellen könnte. Diese Entwicklung wird noch eine Weile andauern müssen, sind die Atheisten doch erst seit kurzem so richtig im kommen. Doch ahne ich nichts Gutes.[/QUOTE] Atheisten gab es auch schon in der Vergangenheit weitaus mehr als du vielleicht vermutest. Sie konnten sich jedoch nicht immer dazu bekennen, da es sonst als Sakrileg bestraft worden wäre. Und sei es nur per Ächtung. Auch in heutigen islamischen Ländern sind längst nicht alle Einwohner so islamisch wie man vielleicht glauben sollte. Laut den staatlichen Statistiken wird eh jeder Atheist grundsätzlich dem Islam hinzugezählt und andere Gruppierungen werden mit großer Wahrscheinlichkeit vermindert dargestellt. Das ist so ähnlich wie bei den Wahlergebnissen in Diktaturen (ca. 99% für Saddam Hussein oder die NSDAP). Ich kenne auch sehr viele Leute welche kontinuierlich, brav ihre Kirchensteuern bezahlen, obwohl sie sonst mit der Kirche oder Religion gar nichts am Hut haben. Einfach weil sie zu doof zum Austreten sind, oder aus erblichen Gründen Angst davor haben ! Auch diese Leute werden laut Statistiken dem Christentum hinzugezählt. Und nicht jeder Gläubige ist tatsächlich so gläubig wie es der Anschein erwecken soll. Beispiel Deutschland zu Heilig Abend: Die Kirchen zum Bersten voll, aber sonst das ganze Jahr über mit Christentum nichts am Hut gehabt. Schön die Taschen vollgestopft und sich (zB durch Aktien) an Anderen bereichert, aber dann in der Weihnachtszeit hier und da ein bisschen Geld spenden und einen auf Mitleid machen. |
| Aza | [QUOTE][i]Original geschrieben von Gothanthrop [/i] [B]...[/B][/QUOTE] Alter.... geh Feuerspucken du Spinner. Das ist ja sowas von am Thema vorbei... |
| Gothanthrop | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] [B]Alter.... geh Feuerspucken du Spinner. Das ist ja sowas von am Thema vorbei... [/B][/QUOTE] du opfa geh flennen sonst dizz ich disch und deine muddah. das war sowas von korrekt zitiert. |
| Demon17 | Wieso wird hier aus einem Thread über Menschen, die Hunger haben so ein beschissener Streit. Ihr habt doch alle keinen Respekt vor Menschen in ernsten Notlagen. Damit enpuppt sich jede Ideologie/Relligion als leeres Gerede. |
| noire désir | Warum führt ausgerechnet ein Thema, bei dem es um die Fähigkeit mizufühlen geht, wieder so auf die einfache Frage der Religionszugehörigkeit reduziert? Das hilft niemandem. Es geht doch darum jemandem zu helfen, der in einer Notlage ist und damit tut man sich dann offensichtlich doch recht schwer, weil man erst mal [i]wissen will[/i], warum jemand um Hilfe bittet und was sein Hintergrund ist und was für Probleme er vielleicht noch hat und so weiter und so fort. Das kann so weit gehen, daß man vor lauter wissen wollen vergißt zu helfen. Es ist auch sogesehen relativ egal, ob jemand "die Mark" für Alkohol, Zigaretten (also Drogen) oder wofür auch sonst braucht. Es ist doch meist so, daß er sie irgendwie braucht und man kann nunmal oft nicht wissen, wofür er es verwendet. Aber ist ein Drogenabhängiger zum Beispiel keiner Hilfe würdig? Ist auch nicht er in einer Notlage? Wenn man wirklich mitfühlend ist, würde man demjenigen wohl nicht nur einfach verschämt "ne Mark" zustecken, sondern vielleicht weitere Hilfe zumindest anbieten. Manchmal ist es schon hilfreich, demjenigen einfach mal sein Ohr zu schenken, sich mit ihm zu unterhalten, ihn also zunächst mal einfach wahrzunehmen - als Mensch mit Problemen. Aber mir scheint, daß genau das immer schwieriger zu werden scheint, weil wir uns natürlich viel lieber als getrennt vom anderen sehen. "Was kann ich schon dafür. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied" usw. Man kennt dieses unselige Mantra... Man ist geneigt zu sagen: Labert nicht rum, helft! :) |
| Kinch | [QUOTE][i]Original geschrieben von noire désir [/i] [B]Es geht doch darum jemandem zu helfen, der in einer Notlage ist und damit tut man sich dann offensichtlich doch recht schwer, weil man erst mal [i]wissen will[/i], warum jemand um Hilfe bittet und was sein Hintergrund ist und was für Probleme er vielleicht noch hat und so weiter und so fort. Das kann so weit gehen, daß man vor lauter wissen wollen vergißt zu helfen.[/B][/QUOTE] Also ehrlich: So ging es mir noch nie. Wenn – jetzt mal plakativ – jemand unterm Auto liegt, frage ich nicht nach seiner Lebensgeschichte. Wichtig ist halt nur, dass man die Notlagen, so man denn hilfwillig ist, entsprechend einschätzen kann. [QUOTE][i]Original geschrieben von noire désir [/i] Aber ist ein Drogenabhängiger zum Beispiel keiner Hilfe würdig? Ist auch nicht er in einer Notlage?[/QUOTE] Die Entscheidende Frage ist, ob ein Drogenabhängig, oder allgemein ein autodestruktiv Mensch, überhaupt Hilfe will. Gerade bei süchtigen ist das eher selten der Fall. Und Hilfe die im Grunde nur zur Beruhigung des Gewissens geleistet wird, ist ohnhine eine suspekte Sache. Man denke nur mal an die berühmte Entwicklungshilfe. |
| noire désir | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kinch [/i] [B] Die Entscheidende Frage ist, ob ein Drogenabhängig, oder allgemein ein autodestruktiv Mensch, überhaupt Hilfe will. Gerade bei süchtigen ist das eher selten der Fall.[/b][/quote] Natürlich will ein Drogenabhängiger zunächst vielleicht gar keine Hilfe. Das ist wahrscheinlich meistens so. Aber es ist in meinen Augen auch nicht die Frage, die ich mir zu stellen habe. Meine Aufgabe sehe ich darin, ihm meine Hilfe anzubieten, soweit es mir überhaupt möglich ist. Bei allem helfen ist es natürlich auch klar, daß niemand zur selbstlosen Hilfe verpflichtet ist. Jeder kann nur entsprechend seiner Möglichkeiten helfen. Und bevor man hilft ist es nicht unwichtig, sich auch um sich selbst zu kümmern. Wirklich helfen kann man wohl nur, wenn man sich zuvor auch um sich selbst kümmert. Aber es ist ja schon was gutes, überhaupt den Entschluß zu fassen, helfen zu wollen. Wenn man sich an diesen Gedanken gewöhnt hat, fället es irgendwann auch leichter, den Gedanken, den Wunsch, wirklih in die Tat umzusetzen. Also einfach blindlings in die Stadt zu rennen, um irgendwie helfen zu wollen, hilft auch nicht. ;) [b][quote]Und Hilfe die im Grunde nur zur Beruhigung des Gewissens geleistet wird, ist ohnhine eine suspekte Sache. Man denke nur mal an die berühmte Entwicklungshilfe. [/B][/QUOTE] Da hast du völlig Recht. Hilfe zur Selbsthilfe ist immer noch die beste Hilfe...Hilfe zur Gewissensberuhigung hat ist in meinen Augen auch keine echte Hilfe, weil es dabei doch wieder nur um darum geht, das eigene Ego zu putzen. Das ist wohl auch das häufigste Problem bei der Entwicklungshilfe. Neulich habe ich einen kleinen Bericht gesehen, wo Ralley-Dakar-Fahrer ihre Sonnenkollektoren, die sie auf dem Dach eines ihrer Autos gebaut haben, am Ende der Ralley den Menschen vor Ort zur Verfügung gestellt haben, womit sie nicht nur auch Abends bzw. Nachts Licht hatten, sondern auch Wasser pumpen konnten. Ich finde das hatte was. |
| ArrogantNick | Hi Aza,- ich kenne das auch. Hier vor dem Aldi stehen öfter mal ein paar Kids herum und fragen die Leute nach Lebensmitteln. Ich habe denen auch schon das Eine oder Andere zugesteckt. Mich hat das allerdings nicht sehr verwundert. Wenn ein Elternteil (oder beide) die Sozialhilfe/ALG.II versaufen oder sonstwie verdrogen, dann bleibt nichts mehr übrig um den Kühlschrank zu füllen. Ich habe versucht herauszufinden wie die Kids heißen oder wo sie wohnen, um ggf. das Jugendamt einschalten zu können. Aber die Kleinen sind vorsichtig, vermutlich sogar von den Eltern instruiert, was mich nicht wundern würde. Ich selbst kenne das Problem mit dem leeren Kühlschrank. Es gab Zeiten, da lebten mein Mann und ich von Sozialhilfe (1996-98), bzw. wir versuchten uns dort wieder heraus zu arbeiten. Wir hatten dann, durch Projekte in denen wir beide in Vollzeit arbeiteten, noch ca. 100 DM weniger in der Tasche, als den Sozialhilfesatz. Zusätzlich stotterten wir die Schulden meines Mannes ab, um den Offenbarungseid los zu werden, so dass er reguläre Arbeit finden konnte. Wir waren bettelarm und darauf angewiesen, dass unsere Familien uns etwas halfen. Dennoch kam es öfter vor, dass in der letzten Woche des Monats der Kühlschrank schlicht leer war und wir von Tütensuppen und Toastbrot lebten, wenn überhaupt. Das war einfach so und das mitten in Deutschland. Nein, schocken tut mich sowas nicht (mehr), aber es ist hart, das weiß ich aus Erfahrung. Grüßle Mischa |
| Aza | Ich kanns mir garnicht vorstellen, wie sowas zustande kommen kann. Bei Kindern liegt es auf der Hand, dass die Eltern versagt haben - klar. Aber das eine erwachsene Frau Klinkenputzen geht um was zu beissen zu bekommen. Unfassbar. Da fühlt man sich schon merkwürdig, wenn man sich ganz selbstverständlich am Kühlschrank bedient und mit Whisky und Zigarette im Garten sitzt. Ist das sowas wie ein Schuldgefühl? Traurig traurig. |
| hagzissa13 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin76 [/i] [B]Gutmenschen haben es so an sich daß sie andere Menschen gerne bevormunden. Das gibt auch ihnen das Gefühl der Überlegenheit. ZB zu meinen, intelligenter oder einfach nur besser zu sein. Wenn sich einer Drogen reinziehen will, soll er das tun. Es soll Menschen geben denen das gut tut. Vielleicht nicht körperlich aber psychisch. Soll doch ihre Entscheidung bleiben. Auch was sie mit Geld tun. [/B][/QUOTE] Stimmt, das kann jeder entscheiden, was er mit seinem Geld tun will. Aber bitte nicht mit meinem. Und wofür ich mein Geld ausgebe oder eben nicht, ist immerhin noch meine Sache, ne? ;) Ja, das ist natürlich voll die Bevormundung durch mich, den pöhsen, pöhsen Gutmenschen..... ich bevormunde Menschen in ihrem Vorhaben Drogen mit meinem Geld zu kaufen, indem ich ihnen mein Geld dafür verweigere.... welch pöhser Mensch ich doch bin. Mea maxima culpa...... oh.... scheiße, ich bin nicht mal gläubig.... so in Mist aber auch..... aber hey, was lese ich denn da von Dir, nachdem Creo schrieb, daß er es ähnlich handhabt, wie ich?: [quote][i]Original geschrieben von Ronin76[/i] [b]Die Entscheidung steht dir natürlich frei.[/b][/quote] Ja, wie nun, ich denke, ich bevormunde die Menschen damit? Jetzt doch nicht, oder wie? Oder Creo steht die Entscheidung frei, aber mir nicht, weil ich als Gutmensch doppelt gut sein muß , um den Neologismus wieder gerade zu biegen, oder wie? Na, wie denn nun? mein Goth, wie soll man sowas noch ernst nehmen..... :rolleyes: Ganz ehrlich, ich finde es echt schade, daß diese Diskussion hier schon wieder - wie eigentlich immer, wenn bestimmte Diskutanten mitreden - in diese Richtung (Religion und Kapitalismus, bzw. Gutmenschentum) mutiert. p.s.: Und was das "Faktum" angeht, bezüglich Deiner wiki-Quelle: Da steht nichts von Fakten, sondern von "abwertend gemeinte Bezeichnung" und "Kampfbegriff", soviel zum Thema Gutmensch = Fakt. ;) |
| ArrogantNick | [QUOTE][i]Original geschrieben von hagzissa13 [/i] mein Goth, wie soll man sowas noch ernst nehmen..... :rolleyes: Ganz ehrlich, ich finde es echt schade, daß diese Diskussion hier schon wieder - wie eigentlich immer, wenn bestimmte Diskutanten mitreden - in diese Richtung (Religion und Kapitalismus, bzw. Gutmenschentum) mutiert. [/QUOTE] Und warum steigst Du dann episch breit darauf ein und sabotierst somit mit Bausch und Bogen, meinen Versuch, das Ganze wieder etwas zum Thema zu lenken? Zum Zerhacken von Themen gehören immer mindestens ZWEI Parteien und eine Seite davon bist hier definitiv Du. Stimmt, das Gejammer darüber dann noch erst zu nehmen, fällt in der Tat schwer. .... |
| ArrogantNick | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] [B]Ich kanns mir garnicht vorstellen, wie sowas zustande kommen kann. Bei Kindern liegt es auf der Hand, dass die Eltern versagt haben - klar. Aber das eine erwachsene Frau Klinkenputzen geht um was zu beissen zu bekommen. Unfassbar. Da fühlt man sich schon merkwürdig, wenn man sich ganz selbstverständlich am Kühlschrank bedient und mit Whisky und Zigarette im Garten sitzt. Ist das sowas wie ein Schuldgefühl? Traurig traurig. [/B][/QUOTE] Hm.... kennst Du den Spruch: 'Not macht erfinderisch.' ? Mir fiele auf Anhieb so einiges ein. Vielleicht dass die ARGE der Frau die Bezüge gekürzt hat, warum auch immer und sie nun so versucht sich über Wasser zu halten. Vielleicht war sie auch noch gar nicht da und hat etwas beantragt. Viele Menschen schämen sich, Almosen (so empfinden sie es ja) vom Staat zu nehmen. Das würde auch erklären, warum die Frau nicht einfach zur Tafel oder in die Suppenküche geht, denn dort bekommt man immer etwas zu essen. Hast Du sie denn gar nicht danach gefragt? .... |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von Lacerta [/i] [B]Einer der höchsten Gebote, welche ein Christ zu befolgen hat ist die Vergebung. Jesus wusste darum, dass der Mensch mit Fehlern behaftet ist und oft genug zu Grausamkeiten neigt. Er selbst war es, der Verurteilt und ans Kreuz geschlagen rief: "Vater, vergib ihnen." Mit "Ihnen" meinte er jene, welche sich um ihr persönliches Seelenheil fürchteten, sollten sie Jesus den "Ketzer" laufen lassen da sich dieser als Sohn Gottes offenbart hat. Was uns Menschen manchmal vermeintlich als Richtig erscheint, kann sich am Ende als großer Irrtum herausstellen, ob dies nun Kriege sind oder der Mord an Andersgläubige. Es erschließt sich uns nicht immer, was Gott möchte und Jesus wusste auch dies, denn er fügte seiner Bitte hinzu: "Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!" Neben der Nächstenliebe gebot Jesus auch die Feindesliebe, wobei er darum wusste, dass die Feindesliebe das höchste zumutbare Gebot ist was man von einem Menschen abverlangen kann, so dass es keine allzu große Sünde ist, wenn man dagegen verstößt. Doch jedem kann und sollte vergeben werden, wenn er auch bereut. [/B][/QUOTE] Christentum war schon immer Verbrechertum im Religionsgewand...der Christ erkennt seine eigenen "Sünden" immer nur bei anderen, und projiziert sie auf sie, um sich vor seinem erfundenen Gott davon loszukaufen...warum sollte ich z.B. meine Feinde lieben...? wenn ich sie lieben würde oder könnte, wären sie nicht mehr meine Feinde - und das ganze Gutmenschendenken dahinter wäre hinfällig...Jesus, seine Existenz ist durch keine einzige historische Quelle hinreichend zu belegen...und selbst wenn er existiert hätte und seine in den Texten des NT überlieferte Geschichte im Großen und Ganzen gesehen die Wahrheit wäre: wenn man Gott - wie ich es tue - als reines Hirngespinst erkannt hat, kann es auch keinen "Sohn Gottes" mehr geben...wir brauchen keinen Gott - ich jedenfalls nicht..alles, was sich Christen als Vorzüge ihrer Religion anpreisen, findet sich auch in anderen Religionen...vergeben kann ich auch als Atheist - und zwar besser, weil ich es nicht muss und auch nicht jedem vergeben will...ob und wem ich etwas vergebe, diese Entscheidung bleibt allein bei mir, ich fälle sie für mich allein...und zwar nicht, um mir damit vor einem Gutmenschengott Pluspunkte und ein Ticket ins "Himmelreich" zu erkaufen...selbst wenn es dieses gäbe, ich würde dort nicht hinwollen - weil es dort mit Sicherheit viel zu viele Gutmenschen gäbe...und woher will so ein Jesusknilch wissen, ob ich weiss was ich tue...? ich weiss es gewiss besser als er es wüsste...aber es gibt noch weit mehr, was mir den wqahren Charakter der christlichen "Nächstenliebe" offenbart, als da wären: Anthropozentrismus: Das Christentum misst dem Menschen im Rahmen der - verfehlten - "Schöpfung" eine Sonderrolle und damit einhergehende Sonderrechte bei, die dieses Gekröse Mensch mitnichten verdient hat: auf Kosten des Menschen selbst wie auch zahlloser anderer Arten zu leben... Lebensfaschismus: Leben - natürlich nur das der auserwählten Herrenrasse Mensch - ist "heilig" - folglich wird sowohl der Suizid alsauch der Schwangerschaftsabbruch als "Sünde" angesehen, und von christlich indoktrinierten Machthabern verfolgt...selbst todkranken Menschen, die sich ausdrücklich den Tod wünschen, dieser Wunsch mit der Erklärung verweigert, jedes - menschliche -Leben sei von Gott und damit "heilig"..während auf der anderen Seite die Religion der Hammelfresser kein Problem mit der Ausrottung von Arten, mit Massentierhaltung und der Todesstrafe, also dem Mord an geistig und körperlich Gesunden hat...der Christ glaubt an Herrschaft und Unterordnung des Individuums unter die Gesellschaft und ihre "Moral", an das "Recht" der Obrigkeit und ihren Machtanspruch...es ist damit als antiemanzipatorische, faschistische Lügenreligion der Herrschenden anzusehen, deren eigentlicher Zweck darin besteht, dass die Untertanen mit stets frisch gewaschenem Gehirn den ihnen zudiktierten Aufgaben - für das Wohl von Kirche und Staat zu sorgen - ohne aufzumucken nachkommen... |
| Gothanthrop | [img]http://www.adl.org/hate_symbols/processed_new_images/aryan_nations.gif[/img] Bin schon gespannt, wann sich die [b]"Christian Aryan Nation"[/b] auch in Deutschland niederlässt (sollten sich die Drahtzieher nicht schon längst eingeschlichen haben), was völlig subtil von statten gehen wird, weil ja alle Finger auf den Islam zeigen, während dessen das Christentum durch Völkermord, Zwangschristianisierung, Einfluss auf Staat und Kapital, ihre bereits über Jahrhunderte ausgebaute Weltherrschaft weiter vorantreiben wird bis sich auch noch das letzte Volk dem einzig wahren Gott (und der einzig wahren Herrenrasse) unterworfen hat. [url]http://www.adl.org/learn/ext_us/Aryan_Nations.asp?LEARN_Cat=Extremism&LEARN_SubCat=Extremism_in_America&xpicked=3&item=an[/url] |
| Aza | Mischa: ich hab ihr was gegeben, wollte aber nicht noch nachbohren, warum sie in so einer misslichen Lage ist. Habe mir gedacht, die Situation ist so schon sehr unangenehm für sie, da wollte ich ihr das nicht auch noch zumuten. |
| Waldemar | [QUOTE]Mir fiele auf Anhieb so einiges ein. Vielleicht dass die ARGE der Frau die Bezüge gekürzt hat, warum auch immer und sie nun so versucht sich über Wasser zu halten. Vielleicht war sie auch noch gar nicht da und hat etwas beantragt. Viele Menschen schämen sich, Almosen (so empfinden sie es ja) vom Staat zu nehmen. Das würde auch erklären, warum die Frau nicht einfach zur Tafel oder in die Suppenküche geht, denn dort bekommt man immer etwas zu essen. Hast Du sie denn gar nicht danach gefragt?[/QUOTE] Hi Mischa, Gebe Dir hier recht, und frage mich auch, warum man nicht einfach mal nachfragt. Es kann vieles passiert sein. Eine hohe Stromnachzahlung kann schon den Supergau bedeuten. Man muss schon sehr gut wirtschaften können und sehr genau auf seine Ausgaben achten. Mir gehts nicht anders... Es ist ein ständiger Kampf über die Runden zu kommen, aber das kennst Du ja auch. Ich hatte Glück, dass ich zum großten Teil bei meiner Oma aufgewachsen bin. Sie hat mir viel beigebracht, denn sie war es aus dem schweren Kriegs und Nachkriegszeiten gewöhnt aus wenig viel zu machen. Und das kommt mir jetzt zugute.. Das können halt nicht alle, auch wenn man dazu gewungen ist. |
| Lacerta | [QUOTE][i]Original geschrieben von Xenomorph [/i] [B]Lebensfaschismus: Leben - natürlich nur das der auserwählten Herrenrasse Mensch - ist "heilig" - folglich wird sowohl der Suizid alsauch der Schwangerschaftsabbruch als "Sünde" angesehen, und von christlich indoktrinierten Machthabern verfolgt...selbst todkranken Menschen, die sich ausdrücklich den Tod wünschen, dieser Wunsch mit der Erklärung verweigert, jedes - menschliche -Leben sein von Gott und damit "heilig"..während auf der anderen Seite die Religion der Hammelfresser kein Problem mit der Ausrottung von Arten, mit Massentierhaltung und der Todesstrafe, also dem Mord an geistig und körperlich Gesunden hat...der Christ glaubt an Herrschaft und Unterordnung des Individuums unter die Gesellschaft und ihre "Moral", an das "Recht" der Obrigkeit und ihren Machtanspruch...es ist damit als antiemanzipatorische, faschistische Lügenreligion der Herrschenden anzusehen, deren eigentlicher Zweck darin besteht, dass die Untertanen mit stets frisch gewaschenem Gehirn den ihnen zudiktierten Aufgaben - für das Wohl von Kirche und Staat zu sorgen - ohne aufzumucken nachkommen... [/B][/QUOTE] Ich habe deine interessante Meinung zur Kenntnis genommen und kann diese in vielen Punkten nachvollziehen. Dennoch halte ich erstens den Atheismus für kein erstrebenswertes, erfüllendes "Lebensmodell" und zweitens ist dies hier wohl nicht der passende Thread zum Thema. |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von Lacerta [/i] [B]Ich habe deine interessante Meinung zur Kenntnis genommen und kann diese in vielen Punkten nachvollziehen. Dennoch halte ich erstens den Atheismus für kein erstrebenswertes, erfüllendes "Lebensmodell" und zweitens ist dies hier wohl nicht der passende Thread zum Thema. [/B][/QUOTE] ..schön und gut - nur ist der Atheismus kein "Lebensmodell" - sondern schlicht und einfach eine Tatsache, von der ich ausgehe, da Hinweise auf das Gegenteil nirgends erkennbar sind - und da ich einen Gottglauben im übrigen auch gar nicht für notwendig oder erstrebenswert halte... |
| Ronin76 | @hagzissa13 [QUOTE]Ganz ehrlich, ich finde es echt schade, daß diese Diskussion hier schon wieder - wie eigentlich immer, wenn bestimmte Diskutanten mitreden - in diese Richtung (Religion und Kapitalismus, bzw. Gutmenschentum) mutiert.[/QUOTE] Warum das wohl so ist ? Menschen werden nicht einfach so arm und obdachlos, so daß sie betteln müssen um zu überleben. Die andere Alternative wäre dann die sogenannte Kriminalität. Überleben wird also kriminalisiert und verboten. Erinnert irgendwie an Eugenik. Zwischen all diesen verschiedenen Themen und Religion und Kapitalismus besteht nun mal ein signifikanter Zusammenhang. |
| hagzissa13 | Ja, Du siehst es, egal was hier diskutiert wird, immer als Auswuchs von o.g.. Ich hingegen sehe eben auch andere Gründe. In dem Fall, den ich hier eingangs beschrieb, war es durchaus nicht so, daß man sich die Lebensmittel nicht hätte leisten können, sondern, daß die Mutter dieses Mädchens eben andere Prioritäten setzte, wofür sie das Geld ausgeben wollte. Ich meine, wofür diese Mutter ihr Geld ausgibt, bleibt ihr selbst überlassen. Daß ihre Tochter darunter leiden muß, da sie somit nicht genug hat zum Essen, finde ich für das Mädchen im Sinne der Fürsorgepflicht einfach nicht in Ordnung. Solche Fälle sind bestimmt nicht die Regel, aber wenn ich einem Bekannten, der beim (früher so genannten - heißt das heute auch noch so?) Sozialamt arbeitet glauben schenken darf, kommen solche Fälle durchaus häufiger vor... In einem Staat wie unserem empfinde ich es als eine Schande, wenn Menschen schreiben/sagen, daß sie trotz arger Sparsamkeit kein Geld fürs Essen haben. Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich ausreichend mit (Grund)nahrungsmitteln (es muß ja nicht gleich Hummer, Schampus und Kaviar sein) ausreichend eindecken zu können. Allerdings glaube ich nicht, daß der Kapitalismus an sich daran Schuld ist, sondern daß es viele Kofaktoren gibt, die da mit reinspielen, womit unsere Meinung bezüglich der Ursache etwas differieren. |
| Xenomorph | Armut ist ausschliesslich, zu 100% mit dem Kapitalismus erklärbar und auf diesen rückführbar...auch die sogenannten "Kofaktoren" wie z.B. Arbeitslosigkeit haben dort allein, beim kapitalistischen Herrschaftssystem, ihren Ursprung... ...es wäre für jeden möglich, sich mit allem zu versorgen...wenn es keinen kapitalistischen Staat, keine von diesem reglementierte und verwaltete Zuteilung gäbe...keine Amtsärsche und Bonzen, die sich als Herr über Leben und Tod aufspielen, indem sie darüber verfügen, ob jemand noch weniger bekommt als bisher, nur weil er sich dem Anpassungsdruck des Systems vielleicht nicht fügt, vielleicht nicht bereit ist, für noch weniger Geld als bisher den Rücken krumm zu machen... |
| Cagliostro | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] [B]Heute mittag ist eine Frau bei mir klingeln gekommen und wollte mir Putztücher verkaufen. Nachdem ihr Angebot abgelehnt wurde sagte diese Frau, sie würde bereits seit dem frühen Morgen erfolglos versuchen etwas zu verkaufen. Statt den erwarteten 1-2 Euro Bettelprämie fragte die gute Frau nach etwas zu essen. Ich bin geschockt. [/B][/QUOTE] Tja! Augen auf bei der Berufswahl! |
| Ronin76 | @hagzissa13 [QUOTE]Solche Fälle sind bestimmt nicht die Regel, aber wenn ich einem Bekannten, der beim (früher so genannten - heißt das heute auch noch so?) Sozialamt arbeitet glauben schenken darf, kommen solche Fälle durchaus häufiger vor... In einem Staat wie unserem empfinde ich es als eine Schande, wenn Menschen schreiben/sagen, daß sie trotz arger Sparsamkeit kein Geld fürs Essen haben. Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich ausreichend mit (Grund)nahrungsmitteln (es muß ja nicht gleich Hummer, Schampus und Kaviar sein) ausreichend eindecken zu können. Allerdings glaube ich nicht, daß der Kapitalismus an sich daran Schuld ist, sondern daß es viele Kofaktoren gibt, die da mit reinspielen, womit unsere Meinung bezüglich der Ursache etwas differieren.[/QUOTE] Dieser Staat ist auch zu einer Schande geworden was Gesetze und Politik betrifft. Das Sozialamt gibt es noch immer wurde aber vor 4 Jahren als Hartz IV durchgesetzt wurde von den Arbeitslosen getrennt. Heute haben nur noch Menschen mit anerkannter Behinderung und Krankheit einen Anspruch auf Sozialhilfe und damit brach die unterste soziale Absicherung für den Großteil der Gesamtbevölkerung (nicht nur für die aktuellen Arbeitslosen) weg. [url]http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialhilfe_(Deutschland)[/url] Die Würde des Menschen existiert seither nicht mehr und diese verfassungsfeindliche "Reform" ist vom BVG sogar bis auf ganz kleine Punkte wie zb die Diskriminierung von Kindern weil die weniger Leistungsanspruch haben und auf die Frage der Verwaltungsteilung legitimiert worden. Diese Urteile treten jedoch auch erst 2010 (über 4 Jahre später) in Kraft und Die Grundrechte haben seither keinerlei Geltung mehr. Die Langsamkeit der Gerichte und der Bürokratie wurde von den verantwortlichen kriminellen Unternehmern, Managern und Politikern (Hartz Kommission unter Gerhard Schröder) voll ausgenutzt. Das Unwesen des Großkriminellen Peter Hartz ist dir ja vielleicht bekannt. zB regelmäsige Bordellorgien auf Konzernkosten und diverse schwere Betrügereien. Eine Klage wegen Nötigung, Erpressung und Verfassungsfeindlichkeit würde in den meisten Fällen abgeschmettert werden. Widersprüche können eh nur bis zum regionalen Sozialgericht erhoben werden. War erst heute bei einer Anwältin für Sozialrecht, die war über einige Punkte vom SGB II und die mögliche Verfassungswidrigkeit nicht mal informiert. Eine Eingliederungsvereinbarung per Verwaltungsakt laut SGB II, § 15, Absatz 2, Satz 2, sah sie laut ihrer Aussage auch zum ersten Mal. Es wird dann immer dahingehend argumentiert daß zB ALG II auch an Leistungen geknüpft ist und damit das SGB II unanfechtbar und verfassungskonform sei. [QUOTE]Grundrecht Nr (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.[/QUOTE] Zwangsarbeit in Form von 2-Euro Jobs (Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung) ist auch völlig legitim solange es eine allgemeinnütze Arbeit darstellt. Als allgemeinnütz gelten zB sämtliche allgemeinnützen (privaten) Vereine (e.V.). Das sind gewinnorientierte Privatunternehmen die sich dann gerne unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit und dem nicht vorhandenen Allgemeinnutzen tummeln und zB Pflegeheime mit Fahrdiensten unterhalten. Eine Arbeitsgelegenheit ist auch nicht extra versichert und stellt kein Arbeitsverhältnis dar, jedoch fällt der ALG-II Empfänger aus der Statistik der Arbeitslosen raus. Das Unternehmen bekommt also eine fast kostenlose Arbeitskraft und die Bundesagentur für Arbeit kann ihre Statistiken beschönigen. Dies hat Tür und Tor für einen beinahe bodenlosen Billiglohnsektor zu menschenunwürdigen Bedingungen geöffnet. Davon ist auch der Erste Arbeitsmarkt stark betroffen, indem auch dort die Löhne stark purzeln und Arbeitsplätze vernichtet bzw in 2-Euro Jobs umgewandelt werden. Ist zwar offiziell nicht erlaubt aber wer kann das außer der Bundesagentur für Arbeit und den profitierenden Unternehmen schon kontrollieren. Zurück zur Ernährung.. Ein ALG-Empfänger bekommt bei vollem Regelleistungssatz und unter Ausschluß von Sanktionierungen € 4,35 je Tag für Lebensmittel berechnet und bewilligt. Der komplette Regelleistungssatz kann auch ganz gestrichen werden so daß nur noch der Anspruch auf Wohngeld bleibt welcher bisher noch unantastbar ist. Kann sich ja ändern wenn es nach der neuen Regierung geht. [url]http://www.gegen-hartz.de/hartzivregelleistung.php[/url] Noch spezieller aber 3 Jahre alte Zahlen (max 5% Abweichung): [url]http://www.die-soziale-bewegung.de/themen/algii/tagesbedarf.PDF[/url] |
| Ronin76 | Inzwischen sieht man immer mehr Menschen, die in Mülleimern wühlen. Meistens ist es die Suche nach Pfandflaschen- und Dosen, aus Aldi-Containern wird aber auch schon mal Obst und Gemüse containert, oder was eben sonst noch vorrätig ist. Die Lebensmittel sind ja meistens noch "geniesbar", da Aldi im Gegensatz zu Kaufland sehr strenge Qualitätsregeln hat. Gerade jetzt in der kühlen Jahreszeit sind die Container prima Kühlschränke und die Waren dadurch länger haltbar. Mir sind hier mindestens 3 Personen bekannt die das jeden Tag ganz gezielt machen und ihre Route abklappern. Alle sind kurz vor dem Rentenalter. |
| Stonehenge | Jemand der um etwas zu essen bittet würde ich auch viel lieber etwas geben, falls gerade möglich. Bei Leuten die um Geld betteln frage ich mitunter erstmal nach, wofür sie es benötigen. Hatte erst vor kürzerem den Fall daß ein Jugendlicher um Geld gebettelt hat, für Essen wie er sagte. Als ich dann eine Weile in der Tasche herumgekramt hatte, schließlich eine angefangene Packung Nüsse herausholte und ihm hinhielt, trollte er sich ohne anzunehmen schnell von dannen. Einem Drogensüchtigen Geld für Drogen oder einem Alkoholiker eine Flasche Schnaps zu geben, empfinde ich auch nicht als wirkliche Hilfe. Kurzfristig mag es ihn befriedigen, dauerhaft das Problem aber noch verschlimmern. Auch hier würde wenn dann Nahrungsmittel geben, da bei Leuten die jede Mark in Drogen umsetzen meist vorn und hinten nicht genug für Essen übrig bleibt. Dito Kindern. [QUOTE][i]Original geschrieben von ArrogantNick [/i] [B]Vielleicht dass die ARGE der Frau die Bezüge gekürzt hat, warum auch immer und sie nun so versucht sich über Wasser zu halten. Vielleicht war sie auch noch gar nicht da und hat etwas beantragt. Viele Menschen schämen sich, Almosen (so empfinden sie es ja) vom Staat zu nehmen. [/B][/QUOTE] Hmja für mich ists irgendwie schwer vorstellbar, daß jemand sich schämt vom Staat "Almosen" in Form von Existenzsicherung zu beziehen, aber sich leichter damit tut diese auf der Straße von Passanten zu erbetteln. Dann eher schon die komplizierte Antragsbürokratie, die in solchen Dingen nicht so fitte Menschen abschreckt. [QUOTE][B] Das würde auch erklären, warum die Frau nicht einfach zur Tafel oder in die Suppenküche geht, denn dort bekommt man immer etwas zu essen. [/B][/QUOTE] Bei der Tafel braucht man aber zumindest trotzdem einen Euro oder auch 1.50 um Lebensmittel zu bekommen, zumindest bei den Tafeln die ich kenne. Thema Nächstenliebe: Es ist richtig daß diese (auch) unabhängig vom Christentum gelebt werden kann, allerdings finde ich es als eine der positiven Seiten an der christlichen Lehre, es zur Maxime zu erheben. Bei vielem was in Kirche und Christentum so passiert ist und teils immer noch passiert fragt man sich aber schon, wo dabei die Nächstenliebe geblieben ist. Da werden teils verknöcherte sakrale Dinge für weitaus wichtiger genommen, zumindest macht es für einen halb-Außenstehenden den Eindruck. [QUOTE][i]Original geschrieben von Hagzissa [/i] [B]In einem Staat wie unserem empfinde ich es als eine Schande, wenn Menschen schreiben/sagen, daß sie trotz arger Sparsamkeit kein Geld fürs Essen haben. Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich ausreichend mit (Grund)nahrungsmitteln (es muß ja nicht gleich Hummer, Schampus und Kaviar sein) ausreichend eindecken zu können. Allerdings glaube ich nicht, daß der Kapitalismus an sich daran Schuld ist, [/B][/QUOTE] Hm in einigen Extremfällen mag es wirklich an Geld für Grundnahrungsmittel mangeln, ich kenne aber eine ganze Reihe Leute die eigentlich hinreichend Geld zum Leben haben, wo aber trotzdem nicht genügend für gesunde Lebensmittel übrigbleibt. Grund ist meist, daß eine Reihe von anderen Ausgaben wie beispielsweise Auto (-->großer Kostenfaktor!), Wohnkomfort, Handy-,Telefon- und Internetgebühren sowie zunehmend bisweilen auch private Altersvorsorge für unverzichtbar gehalten werden. Als Gründe vermute ich hier Indoktrination durch Werbung und Medien, gefühlten gesellschaftlichen Druck oder auch Bequemlichkeit, so daß sich Leute teils gar nicht vorstellen können daß es auch ohne einen Großteil des gewohnten Lebensstandard funktionieren würde. "Der Kapitalismus" (sinnbildlich zu verstehen) ist allerdings äußerst bestrebt daß diese Leute trotzdem ihre Konsumation nicht einschränken und lieber am Lebensnotwendigen sparen, notfalls sogar Schulden machen. Weil würden wirklich viele verzichten und sich auf weitgehend Selbstversorgung einschränken, würde das kapitalistische System beschleunigt auf den Zusammenbruch zusteuern, weil Wachstum eine der Grundvoraussetzungen für dessen Funktionieren ist und Rückgang bzw. Schrumpfung zum Kollabieren führen. Insofern hat es aber auch in beschränktem Maße jeder selbst in der Hand, dem kapitalistischen System zu entsagen, anstatt ihm einfach die Schuld an der Misere zu geben aber es weiter mitzutragen und zu nähren. [QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin [/i] [B]Inzwischen sieht man immer mehr Menschen, die in Mülleimern wühlen. Meistens ist es die Suche nach Pfandflaschen- und Dosen, aus Aldi-Containern wird aber auch schon mal Obst und Gemüse containert, oder was eben sonst noch vorrätig ist. Die Lebensmittel sind ja meistens noch "geniesbar", da Aldi im Gegensatz zu Kaufland sehr strenge Qualitätsregeln hat. Gerade jetzt in der kühlen Jahreszeit sind die Container prima Kühlschränke und die Waren dadurch länger haltbar. [/B][/QUOTE] Sofern die Container vor Kontaminationen einigermaßen geschützt stehen, sowie die entnommenen Lebensmittel sorgfältig auf etwaige Schimmelanhaftung benachbarter Reste kontrolliert und vor Verzehr gut durcherhitzt werden, sehe ich da nicht mal ein hygienisches Problem. Im Grunde nichts anderes, als wenn Aldi die abgelaufene Ware zur Tafel geben würde und sie von dort abgeholt. Diese Art der Ernährung ist nicht nur sparsam, sondern auch ressourcenschonend. Allerdings nur für begrenzt viele durchführbar, wobei das vielleicht trotzdem mehr ist als man denkt (habe neulich erst gelesen daß weltweit schätzungsweise 25-30% der Lebensmittel weggeworfen werden). Stone |
| Scheol | Mann, ja die meisten Christen putschen ihr Ego mit einem falschen Selbstgefühl auf. Ich kenne mich auf diesem Gebiet mehr als gut aus, und finde die meisten davon zum kotzen. Aber dennoch ist die Religion an sich gut. Punkt. Wer das anders sieht sollte mal die Bibel objektiv lesen. So, nun zum Thema. Da meine Mutter aus Selbstwillen herraus Menschen hilft, ist das mir alles andere als Fremd. Die Szene, in der sie vor dem Kühlschrank steht und Lebensmittel für Fremde einpackt ist mir mehr als vertraut und sehe ich oft. Und Kinder, die ganz verschämt sind, wenn sie mal eine "ganze Tafel" Schokolade geschenkt bekommen ist gleichsam traurig, wie häufig. Man stelle sich vor, es gibt Leute, die haben tatsächlich kein Geld. Trotz Arbeit. Wenn man sich mal mit Armut beschäftigt fällt einem auf, wie verbreitet sie doch ist. Ich bekomme jeden Tag Geschichten mit die mir das würgen in den Hals schieben. "Haste mal 'ne Mark" wird von mir grundsätzlich ignoriert. Da gibbet nix. Auch nicht wenn man mir hinterherläuft. Eine Ausnahme habe ich jedoch vor nicht allzulanger Zeit gemacht. Da kam ein Mann auf mich zu und sagte: "Ok, ich will's kurz machen. Ich habe dich nur angesprochen weil ich Geld will. Mir knurrt der Magen und ich weiß nicht weiter." Dem habe ich dann was gegeben, denn aus seinen Augen habe ich rauslesen können wie absolut peinlich ihm das war. Und sowas lässt mich dann verzweifeln. Denn meine paar Euro die er bekam werden ihm nicht weitesgehend helfen können... |
| Ronin76 | @Stonehenge [QUOTE] Jemand der um etwas zu essen bittet würde ich auch viel lieber etwas geben, falls gerade möglich. Bei Leuten die um Geld betteln frage ich mitunter erstmal nach, wofür sie es benötigen. Hatte erst vor kürzerem den Fall daß ein Jugendlicher um Geld gebettelt hat, für Essen wie er sagte. Als ich dann eine Weile in der Tasche herumgekramt hatte, schließlich eine angefangene Packung Nüsse herausholte und ihm hinhielt, trollte er sich ohne anzunehmen schnell von dannen. Einem Drogensüchtigen Geld für Drogen oder einem Alkoholiker eine Flasche Schnaps zu geben, empfinde ich auch nicht als wirkliche Hilfe. Kurzfristig mag es ihn befriedigen, dauerhaft das Problem aber noch verschlimmern. Auch hier würde wenn dann Nahrungsmittel geben, da bei Leuten die jede Mark in Drogen umsetzen meist vorn und hinten nicht genug für Essen übrig bleibt. Dito Kindern. [/QUOTE] Was berechtigt dich dazu so anmaßend zu sein ? Das sieht mal nach einen dicken Helfersyndrom aus, und da geht es um Bestätigung und Macht über andere Menschen. Derjenige der nach etwas fragt, hat schon seine Gründe dafür, und jetzt kommst du und meinst es besser zu wissen. Das erinnert mich doch gleich an die Caritas und wie die (christlichen) Heuchler alle heißen. Was glaubst du was passieren könnte wenn der Alkoholiker keinen Schnaps von dir bekommt obwohl du welchen dabei hast, aber er ist so durstig ? Und schon ist die Scheibe eingeschlagen, oder die Flasche gestohlen, damit das Bedürfnis auf schnellstem Weg befriedigt werden kann. Dieses Bedürfnis wolltest du ihm vorenthalten. Ach, und die armen Kinder, das ist ja mal wieder so ein tolles Totschlagargument um Eigeninteressen durchzusetzen. Dies alles beseitigt nicht die Ursachen ! [QUOTE]Dann eher schon die komplizierte Antragsbürokratie, die in solchen Dingen nicht so fitte Menschen abschreckt.[/QUOTE] Es soll Menschen geben, die sind nicht nur abgeschreckt, sondern gar nicht (mehr) dazu fähig. Das H4-System ist ganz gezielt auf Überforderung und Übervorteilung der Bedürftigen ausgerichtet. [QUOTE]Sofern die Container vor Kontaminationen einigermaßen geschützt stehen, sowie die entnommenen Lebensmittel sorgfältig auf etwaige Schimmelanhaftung benachbarter Reste kontrolliert und vor Verzehr gut durcherhitzt werden, sehe ich da nicht mal ein hygienisches Problem. Im Grunde nichts anderes, als wenn Aldi die abgelaufene Ware zur Tafel geben würde und sie von dort abgeholt. Diese Art der Ernährung ist nicht nur sparsam, sondern auch ressourcenschonend. Allerdings nur für begrenzt viele durchführbar, wobei das vielleicht trotzdem mehr ist als man denkt (habe neulich erst gelesen daß weltweit schätzungsweise 25-30% der Lebensmittel weggeworfen werden)[/QUOTE] Klingt ja sehr theoretisch. Das sind stinknormale Abfallcontainer, vor welcher Kontamination sollen die denn geschützt werden ? Wenn der Inhalt gärt und fault ist das nicht zu vermeiden, das ist eben das Risiko. Nur dazu kommt es meistens noch gar nicht, außer es hat hohe Außentemperaturen. Die meisten Lebensmittel sind gut verpackt und oberflächlicher Dreck lässt sich abspülen. @Scheol [QUOTE]Aber dennoch ist die Religion an sich gut. Punkt. Wer das anders sieht sollte mal die Bibel objektiv lesen.[/QUOTE] Laut der Bibel ist sie logischerweise gut. "Gut" ist vor Allem ein religiöser und dualistischer Begriff, der zB sehr gerne von Christen verwendet wird. Ihm steht der Begriff "Böse" gegenüber. In der Objektivität existieren religiöse und subjektive Begriffe wie "gut" und "böse" nicht. |
| Aza | Ich denke nicht, dass es anmaßend ist, wenn man wissen möchte wofür das Geld zur Verfügung gestellt wird. Es ist ja schließlich meines, für das ich gearbeitet habe. Außerdem geht es um Ehrlichkeit. Wenn ein Landstreicher zu mir kommt und sagt: "Haste mal n Pils?" Dann würd ich ihm eher das Geld geben, als wenn er mich bescheisst und sagt, er würde es für seine kranke Oma oder sonstwen brauchen. Ansonsten gibt es auch noch die Möglichkeit, dass man einen Job annimmt. Hierbei muss es ja nichtmal eine Vollzeitstelle mit 3000 Euro Brutto sein, doch arbeite ich persönlich lieber auf dem Bau, als dass ich betteln gehe. Besonders jungen Menschen gebe ich niemals Geld, da sie mit Leichtigkeit eine - wenn auch nicht besonders gut bezahlte- Tätigkeit finden können. |
| Ronin76 | Ja, so leicht wie sie auch Ausbildungsplätze bekommen. Und da ist ja bekannt daß die Nachfrage weitaus größer als das Angebot ist. Ich hatte neulich mit einer H4-Mutter gesprochen, ihre Söhne bekommen trotz guter Noten keinen Ausbildungsplatz, weil sie durch H4 stigmatisiert sind und von der Mittelschichtkaste abgelehnt werden. Geld wurde übrigens noch nie verdient. Sobald Menschen Geld haben, und zwar mehr Geld als Andere meinen sie gleich etwas Besseres zu sein. |
| Aza | Stigmatisierung durch die Mittelschicht? Woher soll jemand mit Personalverantwortung sehen, ob meine Eltern H4ler sind, oder der Mittelschicht zuzurechnen sind? Eine saubere Bewerbung, gescheite Noten und ein gewisses Maß an Flexibilität sind immer voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung. Der Beruf der Eltern wird heutzutage übrigens nicht mehr aufgeführt. Das wäre das einzige Indiz für den Entscheider, einen H4 Background zu erschließen. Wenn du auf das Thema Kleidung hinaus willst: Auch in der Metro gibts für 40 Euro nen Anzug mit Weste und 2 Hosen, der für jedes Bewerbungsgespräch ausreicht. Wenn du, Ronin aber mehr zu dem Thema weißt, würde ich mich über einen Erfahrungsaustausch sehr freuen. |
| Scheol | @Aza Du verdrängst wieder mal auf's herrlichste, das es Menschen gibt, die Vollzeit arbeiten und trotzdem nix zum beißen haben. Aber dich habe ich da schon längst aufgegeben... |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] [B]Heute mittag ist eine Frau bei mir klingeln gekommen und wollte mir Putztücher verkaufen. Nachdem ihr Angebot abgelehnt wurde sagte diese Frau, sie würde bereits seit dem frühen Morgen erfolglos versuchen etwas zu verkaufen. Statt den erwarteten 1-2 Euro Bettelprämie fragte die gute Frau nach etwas zu essen. Ich bin geschockt. [/B][/QUOTE] Es kommt immer darauf an, nun ich leide nicht am Sozialromantiksyndrom. Da ich weiss, dass Bettler in der Grossstadt meist Franchisenehmer grosser Bettelketten (Uni Sofia, Uni Bukarest) sind, gebe ich ihnen kein Geld. Ab und zu einen Schokoriegel oder einen Kaffeee... hab ich schon gegeben, ist auch kein Problem für mich. Aber es geht hierbei leider um grundsätzliches. Es ist eine Art Industrie unter der die "echten" Bettler leiden... Bei Leuten, die etwas an der Haustüre verticken, ist es auch so eine Sache. Der Mann von der Hamburg-Mannheimer oder die Frau von der GEZ sind höchst unerwünscht. Warum sollte das bei Putztüchern anders sein? Oder Electrolux, Tupperparties, Avon etc.etc. Sie kriegen auch selten den berühmten "Fuss in der Tür". ------------------------------------------------------------------- ..schön und gut - nur ist der Atheismus kein "Lebensmodell" - sondern schlicht und einfach eine Tatsache, von der ich ausgehe, da Hinweise auf das Gegenteil nirgends erkennbar sind - und da ich einen Gottglauben im übrigen auch gar nicht für notwendig oder erstrebenswert halte... @Xeno wie oft im Leben wurde aus dem, was einzelne Menschen GANZ GENAU wussten...eine Vorschrift, später eine Diktatur. Manchmal auch eine Vernichtungsmaschinerie, die z.B. "Bibelforscher" hinwegräumen wollte, da sie für den Volkskörper ja nutzlos seien.... Faschismus sitzt in den Köpfen, nicht in den Uniformen. |
| Aza | [QUOTE][i]Original geschrieben von Scheol [/i] [B]@Aza Du verdrängst wieder mal auf's herrlichste, das es Menschen gibt, die Vollzeit arbeiten und trotzdem nix zum beißen haben. Aber dich habe ich da schon längst aufgegeben... [/B][/QUOTE] Was hat das nun mit meiner Frage zutun? Anstatt polemisch daherzukommen könntest du einfach produktiv sein und mich aufklären. Aber streit suchen macht natürlich mehr spaß =) |
| Scheol | @Aza es gibt einen Post von mir, ein paar Zeilen weiter hinten, da habe ich alles nötige erklärt...so, jetzt habe ich dich genug an die Hand genommen ;) |
| Aza | Wenn du das Christenbashing meinst, dann kann ich damit nicht viel anfangen. Ansonsten bleibt immer noch die Frage offen, woran ein Personaler erkennen soll, dass die Eltern H4 sind, wenn ein Schüler mit guten Noten eine Bewerbung schickt. |
| Scheol | Böse Zungen behaupten das es da so Datenbanken gibt...und noch bösere Zungen behaupten, dass das Arbeitsamt den Datenschutz nicht so genau nimmt. Aber dafür habe ich keine Beweise, nur scheinen Kinder aus H4 Familien mehr Probleme zu haben als andere Kinder. Woher das wohl kommt?! Und du hast vermutlich nur die erste Zeile gelesen. Außerdem dürfte hier auf dem Board mittlerweile bekannt sein dass ich das Christentum meistens verteidige...nungut...lassen wir das |
| Aza | Was hat das Arbeitsamt bitte mit der Suche nach einem Ausbildungsplatz zutun? Wenn man wartet, bis die Jungs einem was vorschlagen, anstatt selber auf jobs.trovit.de, jobs.de, stepstone.de, monster.de icjobs.de et cetera nachzusehen, dann mag es sein. Ansonsten hat der Arbeitgeber nichts mit Arge und Konsorten zutun. Zauberwort: Proaktives Handeln und Eigeninitiative. |
| Scheol | Oh Gott...also nochmal... Ein Jugendlicher bewirbt sich um einen Ausbildungs platz. Soweit dürfte es noch verständlich sein. Der Arbeitgeber hat ein immanentes Interesse daran, für seinen Betrieb "den Richtigen" Bewerber zu finden. Da der Arbeitgeber, aus irgendwelchen Gründen gerne Informationen hätte, greift er auf Datenbanken zurück, die ihm so einiges über den jungen Mann/die junge Dame verraten. Das kann man auch, indem man sich bei der Arge über diese Person informiert. Was arbeitet der Vater, was die Mutter? Gab es große Lücken im Lebenslauf? Welchen Schulabschluss haben die Eltern, Geschwister etc. pp. Diese Datenbanken gibt es. Und es wird darauf zurückgegriffen. Desweiteren ist Google.de für den Arbeitgeber weitaus hilfreicher als icjobs.de für den Ausbildungsplatzsuchenden. Und mit ELENA geht das alles noch viel schneller von der Hand. Soviel zu den Großkonzernen und größeren Betrieben. Kleinere Betriebe stellen den Bruder des Cousins vom Schwager der angeheirateten Tante vom besten Freund der Nachbarin an. So war's schon immer. Haste kein Vitamin B, bleibste draußen. Ist dein Vater arbeitslos, sowieso. Und wenn dein Bruder noch ein Schulversager ist, und Frau Mama Schulden hat...na...wieviele Chancen hat so ein Bengel? |
| Blindflug | [QUOTE]Was arbeitet der Vater, was die Mutter? Gab es große Lücken im Lebenslauf? Welchen Schulabschluss haben die Eltern, Geschwister etc. pp. Diese Datenbanken gibt es. Und es wird darauf zurückgegriffen. Desweiteren ist Google.de für den Arbeitgeber weitaus hilfreicher als icjobs.de für den Ausbildungsplatzsuchenden. Und mit ELENA geht das alles noch viel schneller von der Hand. Soviel zu den Großkonzernen und größeren Betrieben.[/QUOTE] Bisschen viel Paranoia - oder? Mich würde ja mal brennend interessieren, welcher Personaler (und vor allem wie) an ELENA Daten kommen soll. Wenn ich einen Azubi suche achte ich auf die Art und Weise der Bewerbung (Form, Sauberkeit, Rechtschreibung), dann die Schulnoten. Wenns passt gibts ne Einladung zum Vorstellungsgespräch usw. Ich hab doch gar nicht die Zeit und Muße für zig Bewerber irgendwelche Daten rauszusuchen. |
| GISMO | @Scheol: Naja, das ist vielleicht bei Großkonzernen so, die anspruchsvolle Arbeiten vergeben. Für den gewöhnlichen Wald-und-Wiesen-Dienstleistenden überschlägt sich der Arbeitsmarkt noch immer gerne mit den schlechtbezahltesten Jobs die es gibt auf Erden. Wer sich unter diese Voraussetzungen übrigens nicht der lokalen, kleinen Hash-Dealer Bande anschließt, um sein Gehalt aufzubessern, ist einfach selber Schuld. |
| Creobotra | [QUOTE][i]Original geschrieben von Scheol [/i] Soviel zu den Großkonzernen und größeren Betrieben.[/QUOTE] gibt es dazu irgendwelche statistiken, berichte ect... ? leute aus personalabteilungen, die ich so kennengelernt hab, sprachen nur von den azubis selbst und kein wort über deren umfeld. [QUOTE]Kleinere Betriebe stellen den Bruder des Cousins vom Schwager der angeheirateten Tante vom besten Freund der Nachbarin an. So war's schon immer.[/QUOTE] dito dasselbe, ich mach ja für viele kunden die kampagnen, in denen sie azubis suchen. o-ton "wir hent nix zu verschenke an welle, die net schaff´mege" (das ist der dialekt hier, versteh ich auch nich) also auch keine bevorzugung. und von den kindern der besitzer weiss ich, dass sie das geschäft von der pike auf lernen. kann ja sein, dass es in anderen regionen anders gehandhabt wird. |
| Aza | Ich möchte dir gerne diese Ängste nehmen, Scheol. Erstens ist es nicht legal und zweitens bringt es dem Konzern nichts, den familiären Background der Bewerber so zu durchleuchten. Insbesondere in der Anonymität der heutigen Betriebe interessiert des Frau Mayer vom HR aus Braunschweig wenig, ob der Junior Controller in München, der in Düsseldorf interviewt wird, H4 Eltern hat. Es geht darum, dass die Attribute "matchen", d.h. Noten, Praktika, Sprachen, soziales Engagement des Bewerbers sollen mit den Erwartungen der jeweiligen Abteilung übereinstimmen. Ob Papa und Mutti arbeitslos sind, ist den Leuten wirklich völlig egal. Edit: Wieviel Chancen hat so ein Bengel? Ne Menge, sofern er es wirklich möchte. Aus privaten Gründen kann ich dir zahllose Beispiele nennen, wo mittellose Schüler und Studenten sich den Arsch aufgerissen haben und top Jobs bekommen haben. Es liegt aber an dem Bengel selber, ob er säuft und kifft oder bei Kaufland seine Studiengebühren verdient. |
| Ronin76 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] Stigmatisierung durch die Mittelschicht? Woher soll jemand mit Personalverantwortung sehen, ob meine Eltern H4ler sind, oder der Mittelschicht zuzurechnen sind? [/QUOTE] Spätestens beim Bewerbungsgespräch. In Personalbögen wird auch gerne nach "Tätigkeit der Eltern" gefragt. In Folge der Obrigkeitshörigkeit, die in der Schule konditioniert wird, werden solche Fragen von den meisten Menschen dann auch widerstandslos und gedankenlos beantwortet. [QUOTE] Eine saubere Bewerbung, gescheite Noten und ein gewisses Maß an Flexibilität sind immer voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung.[/QUOTE] Das ist nur die Verpackung. Die verschiedenen Kasten bleiben gerne unter sich und Gleiches gesellt sich gerne zu Gleichem. Oder meinst du vielleicht, daß du als Europäerin/Deutsche eine Anstellung in einer Moschee oder einem Islammarkt finden würdest, weil deine Bewerbung und Qualifikation perfekt sind ? [QUOTE] Der Beruf der Eltern wird heutzutage übrigens nicht mehr aufgeführt. Das wäre das einzige Indiz für den Entscheider, einen H4 Background zu erschließen. [/QUOTE] Im Bewerbungsschreiben meistens nicht, das wäre auch zu einfach. [QUOTE]Böse Zungen behaupten das es da so Datenbanken gibt...und noch bösere Zungen behaupten, dass das Arbeitsamt den Datenschutz nicht so genau nimmt.[/QUOTE] Viele Wohnungsvermieter rufen erst mal beim Arbeitsamt an und fragen, ob der/die Mietbewerber/-in dort registriert ist. Falls ja, gibt es keine Wohnung. Das Prekariat soll gefälligst auf der Straße und unter den Brücken krepieren. Die ARGEn haben natürlich ein Eigeninteresse daran, hier Auskunft zu geben, denn jeder Arbeitslose der obdachlos wird, ist bald ein Kostenfaktor weniger und sichert die Erfolgsquote der Angestellten bei der ARGE. [QUOTE]Zauberwort: Proaktives Handeln und Eigeninitiative. [/QUOTE] Bei dir ist wirklich Alles zu spät. Ein paar Zauberwörter aus dem Marketing des Arbeitsmarktes und die Welt ist wieder in Ordnung gell ? :rolleyes: So einfach kann die Welt sein.. die Aza-Wunderwelt. [QUOTE][i]Original geschrieben von Scheol [/i] Desweiteren ist Google.de für den Arbeitgeber weitaus hilfreicher als icjobs.de für den Ausbildungsplatzsuchenden. Und mit ELENA geht das alles noch viel schneller von der Hand. Soviel zu den Großkonzernen und größeren Betrieben.[/QUOTE] Jup so läuft das in vielen Konzernen und Betrieben. Yasni, Facebook, Myspace, etc sind auch gute Infoquellen. Ein Personaler wäre ja im Prinzip blöd, wenn er das nicht nutzen würde, denn Informationen bedeuten Macht. [QUOTE] Kleinere Betriebe stellen den Bruder des Cousins vom Schwager der angeheirateten Tante vom besten Freund der Nachbarin an. So war's schon immer. [/QUOTE] Oh ja, ich durfte solche Familien- und Inzuchtbetriebe auch schon erleben. Die gemäsigtere Variante ist, wenn nur das halbe Dorf im Betrieb beschäftigt ist. @Blindflug: Möglichkeiten die existieren, werden auch meistens genutzt. Der Zugriff zu Elena ist natürlich nicht immer gegeben aber es gibt ja genug andere Möglichkeiten. [QUOTE] Ich möchte dir gerne diese Ängste nehmen, Scheol. Erstens ist es nicht legal und zweitens bringt es dem Konzern nichts, den familiären Background der Bewerber so zu durchleuchten. [/QUOTE] Oh wie selbstlos, ich nahm das nicht als Ängste sondern als Erfahrungen wahr. Was legal ist, juckt Firmen nur wenig, es geht nur darum nicht erwischt zu werden. Und wie schon geschrieben, Wissen ist Macht. Alles lässt sich in irgendeiner Art und Weise früher oder später (gegen Jemanden) verwenden. Da gibt es zB "kreatives Kündigen" und im seit Jahrhunderten tobenden Arbeitskampf ist wirklich ALLES möglich. |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von Scheol [/i] [B]Oh Gott...also nochmal... ... Haste kein Vitamin B, bleibste draußen. Ist dein Vater arbeitslos, sowieso. Und wenn dein Bruder noch ein Schulversager ist, und Frau Mama Schulden hat...na...wieviele Chancen hat so ein Bengel? [/B][/QUOTE] Wann ist eigentlich Schluss mit dem abstrusen bürokratischen Bildungsfetisch und seinen Fehlentwicklungen? Nun,unabhängig von deren Bildung oder Nichtbildung, sind mir in vielen Betrieben komplette Vollidioten begegnet. Viel Menschenkenntnis hat der durchschnittliche Personaler somit vermutlich eh nicht. |
| Aza | Naja, man merkt schon, dass ihr beide in der letzten Zeit keinen näheren Kontakt mit Unternehmen hattet, bzw. dort gearbeitet habt. Es gibt heute keine Fragebögen mehr, wo nach den Eltern gefragt wird. Zum Thema "unter sich bleiben"... Was ist denn blos bei euch los? In den Betrieben arbeiten auch nur ganz normale Menschen, die Familie und Kinder haben. Teilweise aus der Mittelschicht, teilweise aus der Unterschicht hochgearbeitet. Mich geht es nichts an, aber es hilft, wenn man sich von der Vorstellung des bösen, Seelenleeren Unternehmens distanziert. Es ist defakto nicht so. Ihr könnt euch sicher sein, es interessiert keine Sau, was eure eltern machen. Thema Facebook & Co.: Wer freiwillig im Internet seine Daten publiziert, somit (thema facebook) sogar in jegliche kommerzielle Nutzung aller generierten Inhalte (Bild & Schrift) einwilligt, der kann sich nicht ernsthaft darüber beschweren, dass im Fall der Fälle mal der Name gegoogelt wird? |
| Scheol | Ja sicher, die ELENA Datenbank ist nur für Spaß. Da werden keine wichtigen Infromationen gespeichert und die werden auch nur benutzt um den Menschen "BILD der Frau"-Abos zu verkaufen *zyn* [QUOTE]Naja, man merkt schon, dass ihr beide in der letzten Zeit keinen näheren Kontakt mit Unternehmen hattet, bzw. dort gearbeitet habt.[/QUOTE] Naja, man merkt schon dass du keine Ahnung hast. Ich habe meistens eine 45 Stunden Woche....Prost... In jedem Bewerbungsgespräch das ich bis Mitte 20 führte wurde ich nach meinen Eltern und Geschwistern gefragt. Auch auf dem Personalbogen die ich für Ausbildungsplätze ausfüllen musste waren explizite Fragen in diese Richtung. Seitdem weiß ich was ein Feintäschner ist, den Beruf kannte ich vorher nicht mal weil man Vater für mich immer bei der TN gearbeitet hatte. Somit war ich das "Kind einer Arbeiterfamilie". Diese Information flossen definitiv in die Bewertung mit ein. Und nach meiner Schwester wurde ebenfalls gefragt. Schulabschluss, Ausbildung, Berufsstand, Art des Berufes. Man merkt dir schon an, dass du vieles aus der Realität verdrängst, mein Guter :cool: Und zu der Vetternwirtschaft. Mehr als einmal gesehen. Viele fähige Hände bekamen keine Ausbildung weil eben besagte Verkettung eintrat und lieber der Bengel mit Vitamin B genommen wurde. Wer das leugnet...nunja... Edit: Diese Datenbanken waren Phoenix mal ein 2 Stundenbericht wert...nur mal am Rande... |
| Ronin76 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] Naja, man merkt schon, dass ihr beide in der letzten Zeit keinen näheren Kontakt mit Unternehmen hattet, bzw. dort gearbeitet habt. Es gibt heute keine Fragebögen mehr, wo nach den Eltern gefragt wird.[/QUOTE] In wievielen Unternehmen hast du denn in letzter Zeit gearbeitet ? Scheol hat übrigens Kontakt zu einer Firma, bei mir ist das jetzt auch noch nicht so lange her. [QUOTE] Zum Thema "unter sich bleiben"... Was ist denn blos bei euch los? In den Betrieben arbeiten auch nur ganz normale Menschen, die Familie und Kinder haben. Teilweise aus der Mittelschicht, teilweise aus der Unterschicht hochgearbeitet. [/QUOTE] Normal = angepasst. Es gibt jedoch Menschen die sind unangepasst, also Misfits, und wollen sich nicht assimilieren lassen. Sie wollen aber trotzdem leben, was ihnen jedoch von den Normalen mit ihrem elitären Denken erschwert wird. Die Leute die du zur Mittelschicht zählst, weil sie sich angeblich hochgearbeitet haben, gehören jedoch auch zur Arbeiterklasse, dem Proletariat. Das Proletariat ist wieder in mindestens zwei Kasten gespalten: Das Prekariat (die Armen) und die vermeintliche Mittelschicht, welche keine ist. Man könnte sie auch Premium-Konsumenten oder Pro-Consumer nennen, da TV, Urlaub und Shoppen zu ihren Lieblingsinteressen zählt. Und ja, auch die bleiben gerne unter sich, oder hast du schon mal gesehen daß ein Obdachloser zusammen mit Premium-Konsumenten an einem Tisch oder auf dem Boden saß ? Also vergiß diese Anflüge von Sozialromantik es sei denn du hast da eine Vision. |
| Hellscream | [QUOTE]geschrieben von Aza Mich geht es nichts an, aber es hilft, wenn man sich von der Vorstellung des bösen, Seelenleeren Unternehmens distanziert. Es ist defakto nicht so. [/QUOTE] Ganz im Gegenteil die meisten Unternehmen unserer Zeit sind beseelt wie blutgeifernde Tiere. Zudem ist es kaum noch nötig dies zu verbergen. Immerhin hat man es vollbracht das streben nach der absoluten Gier als Naturgesetze des Marktes zur Geltung zu bringen. Das sonstige geschwabbelt deiner Glaubenssätze kannst du dir im übrigens bei mir sparen. Vorfälle wie die in diesen Thema behandelten werden sich wohl weiter häufen zu mindestens ist das sehr Wahrscheinlich, weil das Kapital in der Gesellschaft immer stärker in die Spitze der gesellschaftlichen Pyramide fließt, wo es bleibt. Und man belästige mich desweiteren nicht mit Obskuren Glaubensätzen eines Trickle Down Effect. Eher nehme ich die jungfräuliche Empfängnis ernst als dieses heillose Legitimations gerede. |
| Ronin76 | Etwas Trickle Down existiert doch, es sind die Reste einer Mahlzeit welche als Krümel und Knochen unter den Tisch fallen. |
| Scheol | [QUOTE]es sind die Reste einer Mahlzeit welche als Krümel und Knochen unter den Tisch fallen.[/QUOTE] Und dafür sind manche Menschen noch sooo dankbar, dass sie sie bis auf's Blut verteidigen. :rolleyes: |
| Odessa | Ob es hier so ganz reinpaßt, weiß ich nicht, aber ich kanns ja löschen wenn es wen stört. Was mich tierisch aufregt ist, daß viele Supermärkte und Gemüseläden ihren Bioabfall NICHT an Menschen weitergeben, die darum bitten für z. B. sich selbst oder, wie es Marinus und ich machen, für einen von ihnen betriebenen Gnadenhof, ein privates Tierheim und Ähnliches. Bestes Beispiel: der sich immer als sooo "nachhaltig", sozial und umweltverträglich hervortuende Tengelmann, der nicht weniger plakativ so werbende REWE sowie Aldi und Lidl. Wir baten bei diesen Märkten, mit dem Zeitungsartikel/Spendenaufruf für unseren Kaninchenhof in der Hand, um das Überlassen der BioAbfälle. Also all der Salatköpfe, Karotten, Äpfel, Kräuter und Gemüsestengel/-blätter, die nur wegen eines kleinen braunen Fleckchens oder weil sie nicht "schön glänzen", alle paar Stunden täglich entsorgt werden in die Biotonne. "Nein, das dürfen wir leider nicht", hieß es. Das Gesetz würde es verbieten, da es zu gefährlich wäre wenn man diese Nahrungsmittel - die vielleicht schon mit irgendeinem Schimmel oder sonstig schädlichen "Befall" belegt sein könnten - an Menschen weitergibt. Würden diese krank werden, würden sie dann den Supermarkt verklagen können von wegen "Ihr habt mich durch Euren Abfall krankgemacht". Versteh ich, ist mir völlig klar daß im Vollkasko-Advocart ist Anwalts-Liebling-Rundrumkondomstaat Deutschland sich leider niemand mehr traut, einem Anderen was zu geben was nicht wirklich 100% jeder Strafanzeige oder Schadenersatzklage standhält. Aber, großes ABER: wir sagten den Leuten, daß wir es ihnen auch gerne schriftlich geben daß wir NICHT die Lebensmittel selbst verzehren oder an andere Menschen weitergeben (selbst wenn wir es so handhaben - aber nur um die Geschäftsleitung aus dem Risiko und die Verantwortung allein auf uns zu nehmen). Daß wir sie nur für unsere Kaninchen verwenden und selbst da schauen wir drauf, daß nicht der Hauch von Schimmel etc. drauf ist weil wir unseren Tieren natürlich keine "Abfälle" geben, sondern nur Essen das noch in Ordnung ist. Und ein Apfel der noch um 17.30 im Verkaufsregal lag und aber um 17.55 kurz vor Ladenschluß und weil ein Feiertag am folgenden Tag ist, dann in den Biomüll wandert, IST noch in Ordnung. Doch selbst das interessiert nicht und so stehen wir fassungslos vor TONNEN täglich, Tonnen von immer noch hervorragendem Gemüse und Obst, das durchaus auch noch an Menschen abgegeben werden könnte. Erdbeeren, neulich kiloweise Spargel der lediglich an ein bis zwei Spitzen im "Pack" millimetergroße braune Flecken hatte, ganze Paletten voll Salat, den man teuer aus Italien ankarren ließ und der aber dann zu "lasch" aussieht nach Dauerkühlung im LKW und Umladen bei 30 Grad - es schmerzt mich, vor allem seit ich in bäuerlicher Umgebung lebe und sehe, wie hart Menschen dafür arbeiten müssen DASS dieses Gemüse und Obst geerntet werden kann. Und wie viele Bauern aufgeben müssen, weil sie die Arbeit nicht mehr schaffen allein oder weil ihnen Wetterkatastrophen jede Ernte verhageln drei Jahre in Folge. Dieses Essen, das was die Erde uns schenkt, einfach wegzuwerfen nur weil es ästhetischen Verkaufs-Richtlinien nicht mehr entspricht - unglaublich. Es gibt Ausnahmen, dankenswerterweise. So haben wir in Sauerlach einen großen Gemüsemarkt, der uns erfreut seine ganzen Bioabfälle überläßt und uns eine Generalerlaubnis erteilte, "alles mitzunehmen was tagsüber hinten und draußen steht", weil das "Abfall" wäre. Wir bekommen damit unsere Karnickel durch und haben, ganz ehrlich, auch selbst schon einige Male Erdbeeren, Pfirsiche, Wassermelonen, Spargel und Tomaten für uns mitgenommen, da sie einwandfrei in Ordnung waren und teilweise erst in dem Moment, als wir "einsammelten", vom Personal in Kisten zum Abfall gebracht und statt dessen dann gleich uns in die Hand gedrückt wurden. Was wir zuviel haben, geben wir unserem Tierheim weiter oder meinem Exmann, der sich nur noch vegetarisch/von Rohkost ernährt und auch mehr als dankbar dafür ist bei schmalem Gehalt (und teurer Miete), daß er sich ab und an wenigstens die Kosten für das frische Gemüse und Obst sparen kann. Wieso also nicht alle Märkte das so handhaben, ist mir ein Rätsel. Es ist meine ureigene Verantwortung zu entscheiden, was ich esse und wo ich es herbekomme. Und wenn mir ein Laden seinen Bioabfall gibt für meine Nager, sollte das ihm ebenfalls unbenommen bleiben. Kleiner Aufruf: wenn Ihr Euch im Supermarkt Bundmöhren kauft, also die "mit dem Grün noch dran" - werft es bitte NICHT in die Mülleimer die meist daneben stehen, sondern legt es unauffällig in die gleiche Kiste zurück. Es wird sich vermutlich schon in der nächsten Stunde ein glücklicher Hasen- oder Meerschweinbesitzer finden, der das Grün für seine Tiere braucht und es sich dann einfach in den Wagen legt und NICHT bezahlen muß, so keine Möhren mehr dranhängen. Und wenn Ihr Blumenkohl oder Kohlrabi entblättert - macht es genauso, auch das ist für viele Tierheime und ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter im wahrsten Wortsinn "gefundenes Fressen" für ihre Schützlinge aus den Nagerhäusern. So kann Jeder ohne Arbeit was dazu beitragen, daß der Biomüllberg kleiner wird und Menschen und Tiere wenigstens ein bißchen profitieren können von dem, was die Wohlstandsgesellschaft täglich wegwirft. |
| Ronin76 | Ich treff beim Containern manchmal so angebliche Kleintierbesitzer, welche Gemüse für ihre Tiere suchen. Aber ich glaub die schämen sich nur zuzugeben, daß sie es selbst essen. Fahren extra mit einem großen Kombi vor und klappern alle Supermärkte in der Umgebung ab. Kleintierfutter findet man während der Saison eigentlich auf Äckern und Wiesen und es gibt ja noch Schrebergärten. |
| Odessa | Das kann sein, fände ich furchtbar wenn es so wäre. Also daß man sich schämt dafür, einwandfreies Gemüse und Obst noch zu essen wenn es gut ist. Wir verwenden wie gesagt auch für uns selbst die Sachen, wenn genug davon da ist. Ich finde es eher sehr beschämend, daß wertvolle Nahrungsmittel weggeworfen werden nur weil sie irgendwelchen abartigen "Schönheitsvorschriften" oder EU-Normen nicht bis in den letzten mm entsprechen :.-( Was so nicht unbedingt stimmt, ist das mit dem Futter - Kaninchen brauchen z. B. Kräuter alle paar Tage, und in einer Großstadt findest Du die nicht frei/wildwachsend, z. B. Petersilie oder Salbei oder Kamille. Und wenn sie in Gärten wachsen, dann sind es ja private Gärten wo Du nicht eben mal drei Handvoll Petersilie oder Koriander ausrupfen darfst ;-). Aber die Kräuter sind eben sehr wichtig für Immunsystem und Magen-Darm bei vielen Nagern, sind auch vorbeugend Entzündungshemmer bei den zahnempfindlichen Chins und Hasenartigen, die öfters mal kleinere Verletzungen im Mundraum haben, wenn Heustengel oder Grashalme "schneiden" oder sich wo verpieksen. Gemüse: Brokkoli ist im Winter ideale zusätzliche Vitaminbomben-Nahrung für die Kaninchen wie meine, die z. B. auch dann frei rumlaufen draußen und ja eigentlich in "Freihaltung" generell leben, also noch den natürlichen Fellwechsel haben jahreszeitenbedingt. Frag mich nicht warum aber es gilt als ideales Winterfutter für die Tiere in der Zeit von wegen "Fettreserven" und Fell, und sie lieben es auch sehr. Aber Brokkoli kriegst Du halt auch nur, wenn Du selbst einen Garten hast und ihn ernten kannst - was bei uns hier, trotz unserer Weiden und Wiesen rund um den Hof, wegen acht Monaten Winter/Eis und auch fehlender Fläche (die Weiden sind für die Kühe im Sommer und da darf nichts gepflanzt werden) gar nicht geht. In Großstadtwohnungen - dito. Von daher würd ich das den Leuten schon glauben, weil jemand der seinen Tieren wirklich artgerechte Nahrung bietet, gerade bei Nagern drauf achtet daß sie abwechslungsreiche Grünkost und ausreichend Gemüse und ab und an Obst bekommen :-) Wegen der Mengen - wir haben ja derzeit acht Gnadentiere am Hof, und jeder von den Fellpopos frißt am Tag ungefähr zwei Karotten, jeden 2. Tag einen halben Apfel, jeden 3. Tag einen halben Topf Petersilie oder ein Büschel Salbei, täglich bestimmt 200 Gramm Heu und Frischgras und bei jeder Gelegenheit auch gute 50 Gramm Feldsalat (mehr geb ich ihnen nicht weil ungesund). Das läppert sich durchaus, wenn wir da bei unserem Sauerlacher Markt stehen und 1-2 Holzkisten zusammenklauben allein an diesen Sachen ;-)... Ich hoffe ja drauf, daß die endlich mal 10 kg Erdbeeren wegwerfen oder Bananen. DIE wären dann nämlich nur für mich, aber sowas von *g*.... |