| Demon17 | Die deutsche Sprache zum Beispiel ist durch ihre Grammatik und Effizenz hervorragend zum denken geeignet. Man kann hochkomplexe Zusammenhänge in endlosen Schachtelsätzen konzentriert darstellen, und einfach neue Worte erfinden, wie Schnellverschluss oder "alternativlos" wo andere Sprachen einen ganzen Halbsatz brauchen. Das ist natürlich total umständlich. Außerdem finde ich es gut, dass in Deutschland vieles funktioniert, was woanders überhaupt nicht funktioniert. Es ist ein effektives und relativ soziales Land, das die beste Mischung aus Eigen- und Gemeinschaftsverantwortung gefunden hat, so dass der Kompromiss zwischen Freiheit und Sicherheit gelungen ist. |
| weisskreutz | Ich schätze sehr, was Deutsche unter Freundschaft verstehen. Nicht wie die Amerikaner, die jeden gleich "friend" nennen, dem sie mal die Hand geschüttelt haben. Und auch nicht wie die Grünen (die ja keine Deutschen sind), die als "Freundinnen und Freunde" jeden bezeichnen, der ihnen ideologisch in den Kram passt. Nein, Deutsche nennen andere erst sehr spät Freund, dann ist es aber auch tief empfunden, und eine fast unverbrüchliche Verbindung zwischen Menschen. |
| Demon17 | Die Entideologisierung der Politik in den letzten Jahrzehnten. Diese ganzen Geisterdebatten, die Menschen irgendwelchen Gruppen, Klassen oder Schichten zurechneten und sie in Schubladen steckten ist stark zurückgegangen. Generell ist in der Politik eine größere Sachlichkeit eingekehrt, die es zuläßt fundiertes Detailwissen in die Debatten einzuführen anstatt mit ideologisierten Totschlagsargumenten andere Meinungen zu diffamieren. Dies ernöglicht endlich wieder intelligente Lösungen und es wird wieder deutlichm, dass eine inkompetente Moral ebenso amoralisch ist, wie eine kompetente Amoral. Zudem gefällt mir, dass Deutschland endlich diese Schuldkomplexe abgelegt und ein positives Verhältnis zu sich selbst gefunden hat. Ich führe das zu großen Teilen auf die Wiedervereinigung zurück. |
| Alterkelte | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]... Zudem gefällt mir, dass Deutschland endlich diese Schuldkomplexe abgelegt und ein positives Verhältnis zu sich selbst gefunden hat. Ich führe das zu großen Teilen auf die Wiedervereinigung zurück. [/B][/QUOTE] Hmm, naja.... Insgesamt kommt mir dieser Thread arg angestrengt vor. Nun, auf der rationalen Ebene erscheint mir die Bundesrepublik 2.0 ganz brauchbar. Auch wenn ich auf der emotionalen Eben gerne den Rheinbund der BR1.0 zurückhätte, aber egal. Insgesamt ist mir Deutschland wieder etwas zu protestantisch geworden (siehe angestrengt). |
| Waldemar | [QUOTE]Die Entideologisierung der Politik in den letzten Jahrzehnten. Diese ganzen Geisterdebatten, die Menschen irgendwelchen Gruppen, Klassen oder Schichten zurechneten und sie in Schubladen steckten ist stark zurückgegangen. Generell ist in der Politik eine größere Sachlichkeit eingekehrt, die es zuläßt fundiertes Detailwissen in die Debatten einzuführen anstatt mit ideologisierten Totschlagsargumenten andere Meinungen zu diffamieren. Dies ernöglicht endlich wieder intelligente Lösungen und es wird wieder deutlichm, dass eine inkompetente Moral ebenso amoralisch ist, wie eine kompetente Amoral. Zudem gefällt mir, dass Deutschland endlich diese Schuldkomplexe abgelegt und ein positives Verhältnis zu sich selbst gefunden hat. Ich führe das zu großen Teilen auf die Wiedervereinigung zurück.[/QUOTE] Deine neue großartige Satire gefällt mir... erheblich besser als die Spiegel links :) |
| Hugin & Munin | [QUOTE][i]Original geschrieben von Waldemar [/i] [B]Deine neue großartige Satire gefällt mir..[/QUOTE] Das Problem ist ja, das es keine Satire ist. Die Ideologisierung des Bürgers durch Politik und Medien läuft mittlerweile so subtil ab, das sie von vielen gar nicht mehr als solche erkannt wird. Das unterscheidet die BRD im Jahr 2012 z.B. von der DDR im Jahr 1980. Wer dort nicht gerade als Schüler und FDJler das volle Programm abbekam, wusste in der Regel sehr wohl in was für einem Staat er leben muss. Aber BTT: Was ich an Deutschland liebe ist die relative Gelassenheit der Menschen, die Vielfalt von Landschaften und Leuten und die relativ geringe Lautstärke der Menschen, was Kommunikation und Leben im Alltag angeht. Deutschland ist (sieht man mal von den üblichen Lärmquellen einer Industrienation ab) ein sehr leises Land und das gefällt mir. |
| Demon17 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Waldemar [/i] [B]Deine neue großartige Satire gefällt mir... erheblich besser als die Spiegel links :) [/B][/QUOTE] Ja gut, ein Typ der sich selbst redender Penis nennt, mag das satirisch finden ... ich halte es für interessant, nicht nur immer dieselbe verkrampfte Selbstkritik zu lesen. Das ist einfach lustfeindlich, aus meiner Sicht. |
| Waldemar | Nun, das ja keine persönlich Kritik an Deiner Person, Demon. Jeder nimmt, wie du richtig festgestellt hast, die Welt bzw sein ganz persönliches Umfeld und die ganzen Entwicklungen anders wahr. Positiv werde ich auch mal hin und wieder überrascht, denn die meisten sind doch hilfsbereiter als man es ihnen zutraut... |
| Demon17 | Vielleicht hätte ich die Frage auch anders stellen, oder ergänzen sollen. Warum hast Du eine positive Einstellung zu Deutschland, wenn Du eine hast? Da ist bei mir diese ganze Kritik entscheidend, die nicht vergleicht sondern am Ideal misst. Damit verglichen, ist aber alles Irdische schlecht. Mit anderen Worten, es ist egal, ob man das Land kritisch sieht oder nicht, Nationalist oder Internationalist ist, man wird sowieso in denselben Topf geworfen, solange man dieses Land mag. Wusstest Du übrigens das Deutschland Europas beliebtestes Reiseziel ist, noch vor den Sonnenländern? |
| Changeling II | ....die deutsche Sprache ist das wirklich einzige, was ich an Deutschland zu schätzen weiß -alles andere lehne ich kategorisch ab: die kleinbürgerliche deutsche Michel-Kultur ebenso wie den wahrhaft t(e)utschen Michel als solchen - sowie seine ver(d)erbten preußischen Tugenden: Obrigkeitsdenken, Untertanengeist, Dienstboten- Streber- und Leistungsmentalität bis zum (V)erbrechen, die Deutschland zur Verbrechernation Nr. 1 gemacht haben: denn das Dritte Reich, der ur-preussische "Führerstaat" Hitlers und die Massenvernichtung der Juden - sie alle wären ohne den wahrhaft t(e)utschen Michel-Geist nicht möglich gewesen...dieses schwammige "Volk" von untertänigen Memmen hat sich bislang noch immer bereitwillig jedem "Führer" untergeordnet, der auf der Bildfläche erschienen ist - der ihm dafür nur das Blaue vom Michel-Himmel versprechen musste! konsequenterweise haben sie dann ihren Michel-Himmler bekommen... .. |
| Demon17 | Ah, darauf habe ich gewartet. Als wäre die Diktatur in Mitteldeutschland nicht von friedlich demonstrierenden Menschen abgeschafft worden, als hätte sich dieses Land nicht von der Kernenergie befreit, die ihm von einigen "Eliten" aufoktroiert wurde, als ginge Deutschland nicht längst seine eigenen Wege, wenn die USA und europäische Nachbarn zum Krieg rufen. Als wenn nicht längst aufwendige Mediationsberfahren zur Umsetzung von Großprojekten eingeführt worden wären und man bezweifelt, dass sich in Deutschland überhaupt noch etwas großes bauen lässt, weil Bürgerbeteiligung und Rechtsstaat jahrzehntelange Planungsverfahren erfordern. Deine Kritik ist ein typisches Beispiel für die Unsachlichkeit, die daraus entsteht, wenn man Wissen und differenzierte Beobachtung durch Vorurteile ersetzt und die totale Freiheit des Einzelnen zum Maßstab nimmt, die keinerlei Rücksicht auf andere nimmt. Doch so eine Freiheit, wäre die Freiheit des Diktators. Jeder sachliche Vergleich mit anderen Ländern lässt sie in sich zusammenstürzen, wenn man den Zielkonflikt von Freiheit und Sicherheit berücksichtigt. Demokratie ist nun einmal die Kunst des Kompromisses. Das ist unromantisch, aber effektiv, was die Reduktion von Konflikten betrifft. Es wird immer Dinge geben, die andere besser machen, aber diese pauschale Verunglimpfung "des deutschen Michels" ist doch nur Ausdruck einer von Hass und Verachtung verzerrten Wahrnehmung. |
| Alterkelte | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Vielleicht hätte ich die Frage auch anders stellen, oder ergänzen sollen. Warum hast Du eine positive Einstellung zu Deutschland, wenn Du eine hast? Da ist bei mir diese ganze Kritik entscheidend, die nicht vergleicht sondern am Ideal misst. Damit verglichen, ist aber alles Irdische schlecht. Mit anderen Worten, es ist egal, ob man das Land kritisch sieht oder nicht, Nationalist oder Internationalist ist, man wird sowieso in denselben Topf geworfen, solange man dieses Land mag. Wusstest Du übrigens das Deutschland Europas beliebtestes Reiseziel ist, noch vor den Sonnenländern? [/B][/QUOTE] Gehe etwas stärker in die Regionen und ich bin bei dir..... Der Diskussionsansatz ist evtl. für den einen oder anderen eine, sagen wir inhaltliche Enttäuschung, denn vielen Zeitgenossen (die auch hier mitposten) ist Deutschland vermutlich nicht deutsch genug. Insofern ist dein Thread gut gemeint, aber du wirst es evtl. niemand Recht machen können. |
| Changeling II | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Ah, darauf habe ich gewartet. Als wäre die Diktatur in Mitteldeutschland nicht von friedlich demonstrierenden Menschen abgeschafft worden, als hätte sich dieses Land nicht von der Kernenergie befreit, die ihm von einigen "Eliten" aufoktroiert wurde, als ginge Deutschland nicht längst seine eigenen Wege, wenn die USA und europäische Nachbarn zum Krieg rufen. Als wenn nicht längst aufwendige Mediationsberfahren zur Umsetzung von Großprojekten eingeführt worden wären und man bezweifelt, dass sich in Deutschland überhaupt noch etwas großes bauen lässt, weil Bürgerbeteiligung und Rechtsstaat jahrzehntelange Planungsverfahren erfordern. Deine Kritik ist ein typisches Beispiel für die Unsachlichkeit, die daraus entsteht, wenn man Wissen und differenzierte Beobachtung durch Vorurteile ersetzt und die totale Freiheit des Einzelnen zum Maßstab nimmt, die keinerlei Rücksicht auf andere nimmt. Doch so eine Freiheit, wäre die Freiheit des Diktators. Jeder sachliche Vergleich mit anderen Ländern lässt sie in sich zusammenstürzen, wenn man den Zielkonflikt von Freiheit und Sicherheit berücksichtigt. Demokratie ist nun einmal die Kunst des Kompromisses. Das ist unromantisch, aber effektiv, was die Reduktion von Konflikten betrifft. Es wird immer Dinge geben, die andere besser machen, aber diese pauschale Verunglimpfung "des deutschen Michels" ist doch nur Ausdruck einer von Hass und Verachtung verzerrten Wahrnehmung. [/B][/QUOTE] Lies einfach nur mal "Der Untertan" von Heinrich Mann...dort erscheint "der Deutsche" so, wie er leibt und lebt...mit allen o.g. Eigenschaften: Radfahrer- und Untertanenmentalität, Katzbuckelei vor den Herrschenden, Arbeits- und latentem Größenwahn...die ganze Palette...und es ist weit mehr als nur eine böswillige Karikatur - sondern das 1:1 nach dem Leben modellierte Porträt eines wahrhaft te(u)tschen Michels... |
| Demon17 | Den habe ich vor ca. 35 Jahren gelesen Changeling II, Die Wilhelminische Ära ist nun bald 95 Jahre Vergangengenheit. Menschen entwickeln sich und in Deutschland hat sich da in den letzten 70 Jahren einiges getan. Heinrich Mann war übrigens ein deutscher Autor, der für seine Kritik an Deutschland in Deutschland bei vielen Menschen sehr beliebt war und immer noch ist. Du reduzierst Deutschland auf eine Karikatur, die geschaffen wurde um es zu verbessern, vergisst aber, dass es auch eine Arbeiterbewegung gab, die in Opposition zur Monarchie stand, die durchaus Erfolge bei der Schaffung menschenwürdiger Verhältnisse hatte, du vergisst, dass es ein liberales Bürgertum gab, wie z.B. die Familie Mann, das ebenfalls in Opposition zur Monarchie stand. Vielleicht weißt Du ja, warum wir heute Schwarz-Rot-Gold als Fahne haben und nicht Schwarz-Weiß. |
| Alterkelte | Nun, ich habe nichts gegen uneingestandene Homosexualität. Die Frage ist halt nur, ob man dieses "Ach-dann lieber doch nicht" auf über 1000 Seiten lesen will. Mann trennt das rote Meer, es gibt viele Fans, aber auch viele Kritiker. Mir bringt er wenig, da ich einfach nicht die Geduld habe, solch schwülstiges Zeug zu lesen. Charles Dickens und sein Scrooge halte ich für bedeutender, weil es soziale Dinge unterhaltsam aufgreift und nicht die Nabelschau eines grossbürgerlichen Schwallers ist. Franz Werfel hat sich damals in Santa Monica selbst getötet, weil er die Oberflächlichkeit Californiens nicht aushielt. Mann gefiel es dort, er stolzierte in seinem Exil de luxe herum wie Helmut Kohl. Es gibt viele Kritikpunkte an Manns schriftstellerischer Qualität. Oscar Maria Graf ist der weitaus bessere "Exilschriftsteller". [QUOTE]Vielleicht weißt Du ja, warum wir heute Schwarz-Rot-Gold als Fahne haben und nicht Schwarz-Weiß. _[/QUOTE] Die Fahne der Hambacher Kindsköpfe? |
| Demon17 | Die Fahne der Republik. Mir wären auch andere Farben recht, aber ich finde die Kombination optisch ansprechend, auch wenn ich das Gold und das Rot dunkler mag. Es geht halt um die Republik. Über Literatur mag ich jetzt nicht streiten, ich lese ja lieber Gedichte. |
| Ronin76 | Was ist mit Deutschland überhaupt gemeint ? Vom Gebiet her gibt es da immense Unterschiede: Rheinbund und Deutscher Bund (1806–1866) Norddeutscher Bund (1866–1871) Deutsches Kaiserreich (1871–1918) Weimarer Republik (1919–1933) Nationalsozialistische Diktatur (1933–1945) Alliierte Besatzung (1945–1949) Bundesrepublik Deutschland und DDR (1949–1990) Berliner Republik (1990–Gegenwart) Mit Kritik an den Beiträgen werde ich sparen, da ich sonst ab dem ersten Beitrag viel zu tun hätte. Ich lasse das dann lieber mal als subjektive, zum Teil undifferenzierte Sichtweisen stehen. |
| weisskreutz | [QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin76 [/i] Was ist mit Deutschland überhaupt gemeint ? [/QUOTE] Mit "Deutschland" ist idR die Deutsche (Kultur-)Nation gemeint, die sich auf einem als "deutsch" verstandenem Gebiet manifestiert. Eine administrative Zersplitterung ist dabei nicht schädlich, da sie geradezu zur deutschen Tradition und Kultur gehört. Schließlich verstehen sich die Deutschen seit dem 10ten Jhd. als solche, hatten aber lediglich für 12 Jahre (1933-45) einen zentralistischen Staat, der schon angesichts der gesamten deutschen (und zuvor auch der germanischen) Staatstradition, als eine sehr undeutsche Veranstaltung anzusehen war. Wahrscheinlich mussten die braunen Freunde deshalb ihr Deutschsein so sehr betonen; weil sie in Vielem so weit davon entfernt waren. A propos: Ich mag an Deutschland, dass Mülltauchen hier niemals ein Zeichen von Not, sondern lediglich ein politisches Statement ist. Und ich mag auch, dass solche Statements idR nur müde belächelt werden, und man den Handelnden nur diejenige Ernsthaftigkeit zugesteht, die sie wirklich verdient haben, und nicht diejenige, die sie sich anmaßen. |
| Changeling II | [QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin76 [/i] [B]Was ist mit Deutschland überhaupt gemeint ? Vom Gebiet her gibt es da immense Unterschiede: Rheinbund und Deutscher Bund (1806–1866) Norddeutscher Bund (1866–1871) Deutsches Kaiserreich (1871–1918) Weimarer Republik (1919–1933) Nationalsozialistische Diktatur (1933–1945) Alliierte Besatzung (1945–1949) Bundesrepublik Deutschland und DDR (1949–1990) Berliner Republik (1990–Gegenwart) Mit Kritik an den Beiträgen werde ich sparen, da ich sonst ab dem ersten Beitrag viel zu tun hätte. Ich lasse das dann lieber mal als subjektive, zum Teil undifferenzierte Sichtweisen stehen. [/B][/QUOTE] ...und vor 1806 gab es noch das Heilige Römische Reich Deutscher Nation...müsste man das nicht auch noch mitzählen...? da zumindest alles, was heute großkotzig als "deutsche Kultur" von den BRD-Kulturrevisionisten abgefeiert wird: z.B. Luther, die Reformation, (früh-)Aufklärung, (Kant), Goethes und Schillers Werke - zu 90% vor 1806 entstand, alle nachfolgenden "deutschen" Staaten nur Abspaltungen, Restbestände, bzw. -kurzlebige - Wiederbelebungsversuche darstellten...gab es "Deutschland" im heutigen Verständnis vor 1806 also noch gar nicht - dann besteht auch keine Veranlassung, Goethe und Schiller beispielsweise als "urdeutsche" Literaten einer übergreifenden "deutschen Kultur" zuzuordnen...und ein Verdienst des BRD-Regimes sind sie ganz sicher am allerwenigsten, da dieser hanswurstige "Staat", der nicht einmal ein - souveräner - Staat ist, ausser dem kalten Krieger Birne Kohl und der Hartz-IV Diktatur nichts weiter hervorgebracht hat, was in späteren Geschichtsbüchern jemals irgendwie für Schlagzeilen sorgen wird...und das, was man darüber sagen wird, wird dann eine ähnlich negative Bewertung erfahren wie die spanische Inquisition und Torquemada aus der Sicht des Historikers von heute... ...und selbst wenn Deutschland schon vor 1806 "Deutschland" war - dann zumindest ein anderes, das mit der spießbürgerlichen BRD ebenso wenig gemein hatte... ... |
| Demon17 | Die Schlacht auf dem Lechfeld 955 wird gemeinhin als Geburtsstunde der deutschen Nation bezeichnet. Seit 899 vielen permanent raubend und mordend ungarische Reiterstämme in Süddeutschland ein. Eine Allianz von Bayern, Franken, Schwaben, Sachsen und Böhmen, die ausschließlich aus freien gepanzerten Männern zu Pferd bestand und damit zum ersten mal dem typischen Bild des Ritters im Mittelalter entsprach, bedsiegte große Mengen leichter ungarischer Kavallarie, deren gefährlichste Waffe die Pfeilhagel waren, die sie aus großer Entfernung auf ihre Gegner abschossen. Die ungepanzerten Fußtruppen, aus denen germanische Kriegsverbände in der Regel bestanden, waren dieser Taktik nicht gewachsen. Das Heer Köing Ottos bestand aus ca. 10.000 Panzerreitern: 3000 Gefolge des Königs (Sachsen), 3000 Bayern, 2000 Schwaben, gut 1000 Franken, knapp 1000 Böhmen[1] Ohne die Bedrohung aus Ungarn und dem Sieg auf dem Lechfeld wäre das ostfränkischer Reich, also Deutschland oder die "Teutschen" , wie sich dessen Bewohner in Abgrenzug zu den Bewohnern des westfränkischen Reiches nannten, wahrscheinlich wieder in seine Stammesverbände zerfallen. 869 wurde König Otto zum Kaiser gekrönt. Das Reich wurde irgendwann im 15. oder 16. Jahrhundert Heiliges Römisches Reich Deutscher Nationen genannt. |
| SchwarzePest | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]als hätte sich dieses Land nicht von der Kernenergie befreit, die ihm von einigen "Eliten" aufoktroiert wurde,[/B][/QUOTE] Mit der Aussage würde ich noch ein paar Jahre warten. |
| weisskreutz | [QUOTE][i]Original geschrieben von SchwarzePest [/i] [B]Mit der Aussage würde ich noch ein paar Jahre warten. [/B][/QUOTE] Ja, wir werden noch lange Kernenergie nutzen. Die Anlagen stehen nur woanders, und wir zahlen den Import-Aufschlag. Schlimm wird auch der rapide Anstieg häuslicher Gewalt sein, wenn Adrian Gründenk seinen Frust nun an der Ehefrau und nicht mehr in den Brokdörfern und Gorlebens dieser Republik ablassen kann... oder sie machen von nun an vermehrt Urlaub in Frankreich und Tschechien, womit sie den deutschen Anteil an Ausländergewalt statistisch in die Höhe treiben werden. Wer weiß... |
| Demon17 | Das siehst Du falsch Weisskreutz, Deutschland exportiert enorm viel Strom, trotz der Abschaltung von 8AKW. Wenn die Winde wehen reicht es schon für 100%, doch bei den Nachbarn knallen die Sicherungen durch, weil niemand weiß, wohin so schnell mit dem vielen Strom. Siehe auch [URL=http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/oekostrom-anteil-steigt-schneller-als-geplant-a-873642.html]Spiegel[/URL] |
| weisskreutz | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Das siehst Du falsch Weisskreutz, Deutschland exportiert enorm viel Strom, trotz der Abschaltung von 8AKW. Wenn die Winde wehen reicht es schon für 100%, doch bei den Nachbarn knallen die Sicherungen durch, weil niemand weiß, wohin so schnell mit dem vielen Strom. [/B][/QUOTE] Zunächst brauchen wir keine 100%, wenn die Winde wehen. sondern wir brauchen sie [U]immer[/U]. Desweiteren ist das Problem nicht, dass Sicherungen rausfliegen, sondern dass es keine Leitungen gibt, die überhaupt irgendwo hin führen, wo Sicherungen rausfliegen könnten bzw. wo man den Strom dann auch braucht. Bedeutet: der Süden wird seinen Atomstrom zunächst weiterhin aus Fessenheim & Co bekommen, während die GrünInnen im Norden, ihres Demo-Spaß-Parks in Gorleben verlustig, sich gegen den Netzausbau querstellen, weil es nicht genügend Naziaufmärsche gibt, gegen die man das selbe tun könnte. |
| SchwarzePest | [QUOTE][i]Original geschrieben von weisskreutz [/i] [B]Zunächst brauchen wir keine 100%, wenn die Winde wehen. sondern wir brauchen sie [U]immer[/U]. [/B][/QUOTE] So siehts aus. Meine Mutter exportiert mit ihrer neuen Solaranlage 500% von ihrerm Strombedarf wenn die Sonne scheint. Nur leider gibt es an der Sonne keine Zeitschaltuhr. Und der Netzausbau ist nur der erste Schritt für unseren "Ökostrom". Der nächste notwendige Schritt lautet Speicherseen. Ich bin schon auf die Protestwellen gespannt wenn große Flächen in unseren Mittelgebirgen und Süddeutschland in Seen umgewandelt werden sollen. An die Kosten durch Umsiedlung, Baukosten, Flächenausgleich denken wir mal lieber nicht. Außerdem könnte es mit abschalten der 8 AKW schon wieder vorbei sein. Na, wer weiß warum? |
| Demon17 | Das glaube ich nicht, Kernkraftwerke lassen sich bei Flaute nicht so schnell hoch fahren. Nein Deutschland ist weltweit der größte Kohleverbraucher. Diese Energieform ist inzwischen billiger als Gas und bläst ordentlich CO2 und SO4 in die Luft. Außerdem können wir die besonders schwefelhaltige Braunkohle im Tagebau abbauen. Das sichert Arbeitsplätze in den neuen Bundesländern. Also wir machen AKWs und teure Gaskraftwerke dicht und gleichen die Einspeisungsschwankungen von Wind und Sonne mit Braunkohle aus, da kommt dann zwar auch keine bessere Ökobilanz bei raus, aber immerhin können wir dann hochmoderne Kohlekraftwerke an Schwellenländer exportieren, die sich auch einen Scheiß um die Luftreinhaltung kümmern. |
| Seidenspinner | Um zum Thema zurück zu kehren: Ich schätze die Direktheit der Deutschen. Wahrscheinlich mitunter auch deswegen besteht mein Freundeskreis fast nur aus Deutschen, obwohl ich seit je her in der Schweiz lebe. Hierzulande sind die Leute doch manchmal ziemlich hintenrum bei vordergründiger Höflichkeit. Die deutsche Sprache schätze ich ebenfalls, wobei ihre Komplexität und Vielseitigkeit den Nachteil mit sich bringt, dass sie schwer zu erlernen und noch schwerer zu meistern ist, was sich leider auch oft bei Muttersprachlern bemerkbar macht. ^^ |
| Alterkelte | [QUOTE][i]Original geschrieben von Seidenspinner [/i] [B]Um zum Thema zurück zu kehren: Ich schätze die Direktheit der Deutschen. Wahrscheinlich mitunter auch deswegen besteht mein Freundeskreis fast nur aus Deutschen, obwohl ich seit je her in der Schweiz lebe. Hierzulande sind die Leute doch manchmal ziemlich hintenrum bei vordergründiger Höflichkeit. Die deutsche Sprache schätze ich ebenfalls, wobei ihre Komplexität und Vielseitigkeit den Nachteil mit sich bringt, dass sie schwer zu erlernen und noch schwerer zu meistern ist, was sich leider auch oft bei Muttersprachlern bemerkbar macht. ^^ [/B][/QUOTE] Naja...weil man es nicht anders kann, ist man deshalb nicht gleich glaubwürdiger.... Da gibt es auch Ausnahmen, je weiter nördlich man in Taka-tuka-land äh Deutschland vordringt, desto weniger Komplex wird die Sprache. Das ist so auch das Phänomen Ina Müller. Die Frau versteht (nicht nur sprachlich) in Süddeutschland kein Mensch, weil sie ungezogen, prollhaft und völlig daneben ist. Die Nordmänner lieben diese grobe Frau. Keiner weiss warum. Oder die Geissens: typische NRW-bildungsflüchtlinge. Die wären in Süddeutschland eingegangen wie Primeln. Wenn ich etwas liebe, dann ist das Süddeutschland. Das sind richtige Mindgames, die da stattfinden. Olympische Spiele der Gehässigkeit....Eine böse intelleigenz ist da am Werk, ich mag das. Die Nordmänner sind mir zu simpel. Damit kann ich nix anfangen.... |
| SchwarzePest | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Das glaube ich nicht, Kernkraftwerke lassen sich bei Flaute nicht so schnell hoch fahren. Nein Deutschland ist weltweit der größte Kohleverbraucher. Diese Energieform ist inzwischen billiger als Gas und bläst ordentlich CO2 und SO4 in die Luft. Außerdem können wir die besonders schwefelhaltige Braunkohle im Tagebau abbauen. Das sichert Arbeitsplätze in den neuen Bundesländern. Also wir machen AKWs und teure Gaskraftwerke dicht und gleichen die Einspeisungsschwankungen von Wind und Sonne mit Braunkohle aus, da kommt dann zwar auch keine bessere Ökobilanz bei raus, aber immerhin können wir dann hochmoderne Kohlekraftwerke an Schwellenländer exportieren, die sich auch einen Scheiß um die Luftreinhaltung kümmern. [/B][/QUOTE] Oha, oha. Ab werden 2015 Kraftwerke für die Grundlast fehlen. Dann Deutschland als größter Kohleverbraucher. Wann soll das gewesen sein? 1943? China hat schon vor Jahren 5 mal mehr verbraucht. Tendenz? [SIZE=3]Täglich[/SIZE] steigend. Jeden zweiten Tag ein neues Kraftwerk. Und was soll der Hinweis, mit der besonders schwefelhaltigen Kohle? Jedes Kraftwerk wird auf eine bestimmte Kohlesorte ausgelegt, die sie später verbrennt. Demnach wird auch die REA ausgelegt. Und selbst bei Neubauten in Schwellenländern ist NOX und SOX Reinigung der Rauchgase normal. Nichts für Ungut. Ich seh die Energieprobleme als Techniker und nicht als wie jemand der parteipolitisch weitergebildet (oder verblendet?) wurde. In den letzten Jahren wurde schon enorm viel Geld verbrannt mit Ökoaktionismus. So wurde die CO2 Abscheidung und -Speicherung eingestampft, obwohl dies eine Teillösung für die weitere Energieversorgung hätte werden können. |
| Waldemar | Das finde ich positiv an Deutschland. Slogans werden immer geglaubt, wenn man sie nur oft und lange genug wiederholt. Das hat früher schon gut geklappt. Im schönen Lande der Dichter und Denker tendiert der "Nichtdenker" dazu, andere für sich "denken" zu lassen. Positiv emfpinde ich deutsche Musiker die "Schlaaand" ironisch auf den Punkt reflektieren.. Eins - zwei. Sonne - Licht. Fleiß ist Tugend, Wahrheit Pflicht. Zu Befehl. Jawohl mein Herr! Wir sind deutsche Roboter. Exakt - Intakt Drei – vier. Sternennacht. Arbeit fertig. Gut gemacht! Harte Ziele – hoch gesteckt Die Maschine läuft perfekt. Korrekt – Perfekt! Wir müssen uns vermehren. Die Welt zum Heil bekehren. Geboren, um zu dienen. Auferstanden aus Ruinen. Links – Rechts. Im Quadrat. Kindergarten – Zinnsoldat. Immer pünktlich – stets korrekt, weil in uns was Deutsches steckt. Korrekt – Perfekt! Fünf – Sechs. Überwacht! Stillgestanden – Gut gemacht! Links zwo – weitergehen. Deutscher Bürger – Dankeschön! Im Takt – Exakt! Wir müssen uns vermehren. Den lieben Gott verehren. Gezüchtet um zu siegen. Auserwählt und nie zufrieden. This is Deutsch. Eins – zwei. Auf und nieder. Drei – vier. Immer wieder Fünf – sechs Sieben – acht Wir sind Deutschland! Gut gemacht! Eins – zwei. Auf und nieder. Drei – vier. Immer wieder Stechschritt, Hofbräuhaus und die Sendung mit der Maus. lyrics by Eisbrecher [url]www.sweetslyrics.com[/url] |
| HuginNugin | Verrrrat! Wo ist Gruppenführer Fegelein????????????????? |
| M. Marinus | Mir gefallen einige Landschaften in Deutschland sehr gut, und es gibt nur wenige Länder die diese Vielfalt darin aufweisen. Du fängst oben in Kiel an am Meer, durchfährst flachste Heide, Hügellandschaften und Waldgebiete und landest irgendwann bei kilometerhohen eisbedeckten Berggipfeln und in Tälern, wo es mehr Seen als Einwohner hat. Was kanns Schöneres und für jeden Geschmack Passenderes geben? Die Sprache mag ich ebenfalls und die Dialektvielfalt ist etwas, was es so auch nicht überall gibt. Nicht zu vergessen schlussendlich die Backwaren, allen voran das Brot. Ich kenne kein Land, das Hunderte von Brotsorten hat und wo man an fast jedem Tankenshop sowas wie Kartoffelbrot mit Koriander oder Zwiebelbrot mit Kürbiskernkruste bekommt. |
| Demon17 | Ja das finde ich auch. Als Fahrer für EK habe ich mal Dialekte gesammelt. Wir haben damals Einzelhändler mit Haushaltswaren beliefert, die gab es ja überall. Wenn man bedenkt, dass es Länder ohne Schwarzbrot geben soll und wo nur schwer ein trinkbares Bier zu bekommen ist - das ist schon erschütternd. |
| M. Marinus | Seit ich bayerisches Bier kenne, frage ich mich das auch ständig - wie kann man nur die dünne bittere Plörre (trinken, die sich oberhalb des WWÄquators dreist "Bier" nennt :D ? Kleiner Scherz - ich bin überhaupt nicht der Biertrinker, dazu trinke ich es viel zu selten und wenn, dann fast immer ohne Alk. Das mit dem Brot ist wirklich übel, ich erinnere mich an meinen Schottlandurlaub und Aufenthalte als Kind in Italien, Frankreich und Osteuropa. So toll die Länder und die Menschen waren dort, aber überall gabs nur das labberige Weißbrot. Auf Dauer könnte ich das nicht haben, wäre mir zu fade. |
| Ronin76 | [QUOTE]Vielleicht weißt Du ja, warum wir heute Schwarz-Rot-Gold als Fahne haben und nicht Schwarz-Weiß. _[/QUOTE] Der Wir-Bezug ist verwirrend. Wir sind Deutschland ? Die Märzrevolutionisten waren die Vorreiter der deutschen Nationalbewegung, welche im Nationalsozialismus ihr jähres Ende fand. Schon Georg Herwegh der an der Märzrevolution in Baden beteiligt war, erkannte daß etwas schief lief: Achtzehnhundert vierzig und acht, Als im Lenze das Eis gekracht. Tage des Februar, Tage des Märzen, Waren es nicht Proletarierherzen. Die voll Hoffnung zuerst erwacht, Achtzehnhundert vierzig und acht? Achtzehnhundert vierzig und acht, Als du dich lange genug bedacht, Mutter Germania, glücklich verpreußte, Waren es nicht Proletarierfäuste, Die sich ans Werk der Befreiung gemacht Achtzehnhundert vierzig und acht? Achtzehnhundert vierzig und acht, Als du geruht von der nächtlichen Schlacht, Waren es nicht Proletarierleichen, Die du, Berlin, vor den zitternden, bleichen Barhaupt grüßenden Cäsar gebracht Achtzehnhundert vierzig und acht? Achtzehnhundert siebzig und drei, Reich der Reichen, da stehst du, juchhei! Aber wir Armen, verkauft und verraten, Denken der Proletariertaten – Noch sind nicht alle Märze vorbei, Achtzehnhundert siebzig und drei. |
| Scheol | Letzte Woche aß ich syrische Feinkost. Da war Humus in verschiedensten Varianten dabei. Später ging ich zum Griechen und aß ein Gyros. Bei der türkischen Backerei, 2km von mir weg, gibt es den weltbesten Börek. In Darmstadt geniales Sushi, welches ich manchmal selbst mache, wenn ich am Asia-Markt vorbeikomme. Im russischen Geschäft kaufe ich dann ab und an Pelmeni, die ich auch mal wieder selbst machen würde. Und ein "Fick Dich!" kann ich auch in mehreren Sprachen. Jap, ich liebe die Vielfalt an Deutschland. Ich muss nicht 20.000km reisen, um zu erfahren, was Cevapcici ist. Und "Essen" ist bei der Völkerverständigung seit Jahrtausenden Argument Nummer 1. Genauso wie ein "Fick Dich!" oder andere, beliebige Beleidigungen. In diesem Sinne: Amina koyim, suka bljad! Oder anders gesagt, beim Essen entspannt man sich und lacht gemeinsam, während man sich gegenseitig Wörter beibringt, die man eigentlich nicht kennen sollte. Schon dutzende Male erlebt und es als sehr entspannten, witzigen und unverkrampften Weg empfunden, sich gegenseitig zu öffnen. Zu proletenhaft? Mag sein, aber wenn man mal zusammen Tränen gelacht, spielt die Herkunft keinerlei Rolle mehr und man genießt zusammen den Kaffee aus Ecuador. |
| weisskreutz | Da hat einer wohl ne Claudia Roth gefrühstückt. Derart einfältig und unreflektiert ist Kulturrelativismus selten dargestellt worden... Chapeau! Übrigens: die weltbesten Börek macht sie- Claudia Fatma Roth- übrigens auch: [URL=http://www.youtube.com/watch?v=UpAUQY4Wwlo]siehe hier[/URL] |
| Scheol | Du kannst mit Zynismus nicht so umgehen, oder? |
| weisskreutz | Das kommt drauf an, von wem er kommt. Wenn die deine üblichen Ansichten in ihrer Kontinuität betrachte, muss ich eigentlich davon ausgehen, dass du das so wie du es geschrieben hast, auch wirklich so meinst. Aus dem Mund eines anderen, hätte es eine ironische Note gehabt. |
| Scheol | Muss ich jetzt wirklich erklären, wie man ein Funken Wahrheit mit der Locke eines Schalks würzt? Natürlich gab es solche Situationen. Das streite ich gar nicht ab. Und witzig finde ich sie immer noch. Aber davon auszugehen, dass dies der prägendste Eindruck in meiner Heimatverbundenheit ist, ist ja schon fast selbst ein Stück weit ironisch. ;) Den Zynismus findest du in der Wortwahl. Auf Nachtwelten werde ich nämlich immer etwas zynisch, weißt du? |
| Demon17 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin76 [/i] [B]Der Wir-Bezug ist verwirrend. Wir sind Deutschland ? Die Märzrevolutionisten waren die Vorreiter der deutschen Nationalbewegung, welche im Nationalsozialismus ihr jähres Ende fand. Schon Georg Herwegh der an der Märzrevolution in Baden beteiligt war, erkannte daß etwas schief lief: Achtzehnhundert vierzig und acht, Als im Lenze das Eis gekracht. Tage des Februar, Tage des Märzen, Waren es nicht Proletarierherzen. Die voll Hoffnung zuerst erwacht, Achtzehnhundert vierzig und acht? Achtzehnhundert vierzig und acht, Als du dich lange genug bedacht, Mutter Germania, glücklich verpreußte, Waren es nicht Proletarierfäuste, Die sich ans Werk der Befreiung gemacht Achtzehnhundert vierzig und acht? Achtzehnhundert vierzig und acht, Als du geruht von der nächtlichen Schlacht, Waren es nicht Proletarierleichen, Die du, Berlin, vor den zitternden, bleichen Barhaupt grüßenden Cäsar gebracht Achtzehnhundert vierzig und acht? Achtzehnhundert siebzig und drei, Reich der Reichen, da stehst du, juchhei! Aber wir Armen, verkauft und verraten, Denken der Proletariertaten – Noch sind nicht alle Märze vorbei, Achtzehnhundert siebzig und drei. [/B][/QUOTE] Diesem etwas verzagten Gedicht möchte ich den wohl weitaus bekannteren und auch im Nachhinein sehr prophetischen Aufruf von Georg Herwegh gegenüber stellen. Aufruf Reißt die Kreuze aus der Erden! Alle sollen Schwerter werden, Gott im Himmel wird's verzeihn. Laßt, o laßt das Verseschweißen! Auf den Amboß legt das Eisen! Heiland soll das Eisen sein. Eure Tannen, eure Eichen - Habt die grünen Fragezeichen Deutscher Freiheit ihr gewahrt? Nein, sie soll nicht untergehen! Doch ihr fröhlich Auferstehen Kostet eine Höllenfahrt. Deutsche, glaubet euren Sehern, Unsre Tage werden ehern, Unsre Zukunft klirrt in Erz; Schwarzer Tod ist unser Sold nur, Unser Gold ein Abendgold nur, Unser Rot ein blutend Herz! Reißt die Kreuze aus der Erden! Alle sollen Schwerter werden, Gott im Himmel wird's verzeihn. Hört er unsre Feuer brausen Und sein heilig Eisen sausen, Spricht er wohl den Segen drein. Vor der Freiheit sei kein Frieden, Sei dem Mann kein Weib beschieden Und kein golden Korn dem Feld; Vor der Freiheit, vor dem Siege Seh' kein Säugling aus der Wiege Frohen Blickes in die Welt! In den Städten sei nur Trauern, Bis die Freiheit von den Mauern Schwingt die Fahnen in das Land; Bis du, Rhein, durch freie Bogen Donnerst, laß die letzten Wogen Fluchend knirschen in den Sand. Reißt die Kreuze aus der Erde! Alle sollen Schwerter werden, Gott im Himmel wird's verzeihn. Gen Tyrannen und Philister! Auch das Schwert hat seine Priester, Und wir wollen Priester sein! Georg Herwegh, 1841 Aus der Sammlung Erster Teil |
| weisskreutz | Dann will ich auch mal ein Schönes hinzufügen, das stellenweise eine erstaunliche Aktualität zurückgewonnen hat: [B]Bundeslied vor der Schlacht[/B] (1813) Ahnungsgrauend, todesmutig bricht der große Morgen an und die Sonne, kalt und blutig leuchtet unsrer blutgen Bahn In der nächsten Stunden Schoße liegt das Schicksal einer Welt und es zittern schon die Lose und der ehrne Würfel fällt Brüder, euch mahne die dämmernde Stunde mahne euch ernst zu dem heiligsten Bunde treu so zum Tod, wie zum Leben gesellt Hinter uns, im Graun der Nächte liegt die Schande, liegt die Schmach liegt der Frevel fremder Knechte der die deutsche Eiche brach Unsre Sprache ward geschändet unsre Tempel stürzten ein unsre Ehre ist verpfändet deutsche Brüder, löst sie ein Brüder, die Rache flammt. Reicht euch die Hände daß sich der Fluch der Himmlischen wende Löst das verlorne Palladium ein Vor uns liegt ein glücklich Hoffen liegt der Zukunft goldne Zeit steht ein ganzer Himmel offen blüht der Freiheit Seligkeit. Deutsche Kunst und deutsche Lieder Frauenhuld und Liebesglück alles Große kommt uns wieder alles Schöne kehrt zurück Aber noch gilt es ein gräßliches Wagen Leben und Blut in die Schanze zu schlagen nur in dem Opfertod reift uns das Glück Nun, mit Gott, wir wollen wagen fest vereint dem Schicksal stehn unser Herz zum Altar tragen und dem Tod entgegen gehn. Vaterland, dir wolln wir sterben wie dein großes Wort gebeut Unsre Lieben mögen´s erben was wir mit dem Blut befreit Wachse, du Freiheit der deutschen Eichen wachse empor über unsere Leichen! Vaterland, höre den heiligen Eid Und nun wendet eure Blicke noch einmal der Liebe nach scheidet von dem Bütenglücke das der giftge Süden brach Wird euch auch das Auge trüber keine Träne bringt euch Spott werft den letzten Kuß hinüber dann befehlt sie eurem Gott Alle die Lippen, die für uns beten alle die Herzen, die wir zertreten tröste und schütze sie, ewiger Gott Und nun frisch zur Schlacht gewendet Aug und Herz zum Licht hinauf Alles Irdsche ist vollendet und das Himmlische geht auf Faßt euch an, ihr deutschen Brüder jeder Nerve sei ein Held Treue Herzen sehn sich wieder Lebewohl für diese Welt Hört ihr´s, schon jauchzt es uns donnernd entgegen Brüder, hinein in den blitzenden Regen Wiedersehn in der besseren Welt [I]Theodor Körner[/I] |
| weisskreutz | [QUOTE][i]Original geschrieben von Scheol [/i] [B]Muss ich jetzt wirklich erklären, wie man ein Funken Wahrheit mit der Locke eines Schalks würzt?[/QUOTE] Wie schon gesagt. Die Aussage war so [I]grün[/I], dass ich sie dir so auch abgenommen habe. [QUOTE]Natürlich gab es solche Situationen. Das streite ich gar nicht ab. Und witzig finde ich sie immer noch. Aber davon auszugehen, dass dies der prägendste Eindruck in meiner Heimatverbundenheit ist, ist ja schon fast selbst ein Stück weit ironisch. ;)[/QUOTE] Hab dich schon bemitleidet, dass das zu den prägenden Eindrücken gehört haben könnte ;) [QUOTE]Den Zynismus findest du in der Wortwahl. Auf Nachtwelten werde ich nämlich immer etwas zynisch, weißt du? [/QUOTE] Das erleichtert mich, ehrlich gesagt, dass du darin Zynismus verarbeitet hast. Unsere Gesellschaft krankt bedauerlicherweise an Leuten, die solche Aussagen 100%ig ernst meinen. Man will schmunzeln, und damit die/den eingearbeitete(n) Ironie/Sarkasmus/Zynismus würdigen, doch weiß man zu oft nicht mehr, ob es nicht eine ehrlich gemeinte Aussage ist... Jedenfalls: ich wandle hiermit meine eigene sardonische Aussage offiziell zu einem ehrlichen Lob deines Zynismus :) |
| Scheol | Ok. An Deutschland ist vieles schön. Die Natur, der noch vorhandene Lebensstandard, die Freiheit für sich selbst Entscheidungen zu treffen, das stellenweise sehr gute Essen, das schnelle Internet, die beste Synchronisierung von ausländischen Filmen, das nicht ganz marode Straßennetz und meine engsten Menschen und die beste Wirtschaftsform (die leider Stück für Stück zerstört wird). Damit mal zum Ernst. |
| Alterkelte | @Scheol teilweise hast du sogar Recht, wobei es mir bei Filmen, die durch Wenzel Lüdeckes Verballhornerfabrik genudelt wurden oft die Schuhe auszieht....... Insgesamt finde ich ein möglichst weltoffenes, demokratisches und prosperes Deutschland so schlecht nicht, auch wenn man solche beknackten Sprüche in jedem SPD-chat lesen kann. Aber gut, ein irrationales Deutschland das diesen Krieg ganz gleich gegen Wen......... wäre nicht mehr so schön. Denn Deutschland mit seiner Wirtshaus-und Esskultur,den Landschaften und den positiv oft überraschenden Leuten ist eindeutig für den Frieden gemacht. Sicher kann man Streiten, was man unter Frieden zu verstehen hat. Ja, auch das kann man hier. Wie schön ist das denn? |
| weisskreutz | Ich finde an Deutschland klasse, dass nur ein kleiner Teil der Bevölkerung das Bildzeitungsprinzip übernommen hat, demzufolge man annimmt ,durch das großflächige Zukleistern von Flächen mit bunten Bildchen, entlarve man sich nicht als lächerlich. |