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  Forum: Filmpalast
    Thema: Der Wüstenplanet
TobeMentalEigentlich hätte ich es mir überlegen sollen, ob dieser Beitrag über die Desert Opera [i]Dune[/i] nicht im "Buchsalon" besser aufgehoben gewesen wäre. Es mag zwar erstaunlich vieles über den Originalroman zu besprechen geben, da dieser nicht nur das literarisch ausgefeilteste Werk eines Genres ist, sondern die 80er Jahre Filmadaption von David Lynch lässt da viel mehr Fragen offen:

1.) Wann erscheint endlich der Director's Cut von David Lynch, die er schon ewig lange ankündigt? Wird man da etwa gewaltig überrascht?

2.) Warum wurde sich nicht an die Romanvorlage gehalten? Wenn überhaupt...?

3.) Kann man diesen Film wirklich dermaßen hassen?

4.) Was bringt schon diese billige Miniserie (Verfilmung aller Romane!)?!


Mr. Herbert schrieb etwas, das man mit nichts anderem gleichsetzen könnte. Außer dem Detailreichtum zwischen dem Wüstenplaneten und "Der Herr der Ringe", kennt man wirklich nichts vergleichbares. Grund genug, sich an eine Verfilmung zu wagen, die jedoch von vielen Regisseuren wie Stanley Kubrick wegen der Komplexität der Struktur ablehnten, um das "Dune-Universum" artgerecht einzufangen. Immerhin galt der Roman bisher immer als unverfilmbar. Lynch wagte sich als erster Regisseur und Drehbuchautor an die Romanvorlage heran. Nach unzählig gezwungenen Umschreibungen war endlich das Drehbuch da. Kurz vor dem Finalcut musste Lynch (oder sonst jemand) wegen Überlänge noch einmal den Film schneiden. Heute sehen wir das, was damals zerstückelt wurde. Obwohl Lynch schon viele Storyelemente aus dem Buch änderte/hinzufügte.

Heute läuft der Film [b]im NDR um 0:50 Uhr[/b]. Ich finde, dass die "Ikone" von Lynch der Originalstory zumindest atmosphärisch nahe kommt. Aber mich würde es eher erfreuen, wenn der Regisseur endlich seine eigene Version zeigen darf...
Alyanderlynchs film finde ich nach wie vor beeindruckend und kann dir in puncto atmosphäre nur zustimmen. auch wenn dieses harkonnen-ekelpaket.... also das war bäh. naja.
leider ist es jahre her daß ich den roman las. daher kann ich über änderungen nicht viel sagen, es schien mir aus dem gedächtnis doch recht werkgetreu zu sein. auch über den director's cut wußte ich nicht bescheid. wäre in der tat interessant!!

die mini-serie ist allerdings verachtenswert. SEHR verachtenswert. und noch dazu lächerlich. *grummel*
DIE hab ich gehaßt!
TobeMental:)

Da muss ich dir zustimmen. Ich habe mir den Anfang des ersten Films der Miniserie angetan. Ich lag danach zwei Tage im Koma. ;)

David Lynch hatte viel Ärger mit den Produzenten. Zudem hatte er keine Rechte für den Finalcut. Lag wohl am De Laurentiis- Team, die so einen richtigen schmucken Kinofilm (also eher Mainstream) wollten. Lynch muss man für seine detailreiche Arbeiten kennen. Ich glaube, dass dieser Streifen viel positivere Kritiken bekommen hätte, wenn man Lynch seine Wunschversion abarbeiten ließ. Eigentlich wäre dieser Film zirka vier Stunden lang:

[quote]"Ich hatte Dune nicht im Griff", kommentierte Lynch später aus der Rückschau seine Dune-Erfahrung. "Ich machte den Film für die Produzenten, nicht für mich selbst. Deshalb ist das Recht auf dem Final Cut so wichtig. Nur eine Person kann der Filter für das Ganze sein. Ich glaube, daß wir alle im Leben unsere Lektionen zu lernen haben. Aber dreieinhalb Jahre, um diese Lektion zu lernen, das war einfach zu lang." Was Lynch an Dune vor allem interessiert hatte, waren die abstrakten Dinge, die Poesie. Und genau das blieb als erstes auf der Strecke. Lynch: "George Lucas hatte mich gewarnt. Er hielt Dune für unverfilmbar." Trotz allem hat Lynch diese Erfahrung nicht bedauert: "Es gibt viele Dinge in Dune, die mir sehr gut gefallen."


Womit er vor allem meint: viele Dinge, die gedreht, aber nicht verwendet wurden. Wie sehr David Lynch auch weiterhin an dem Stoff hing, zeigte sich, als er im September 1986 die ernsthafte Absicht äußerte, für die Videoauswertung eine vierstündige Dune-Fassung herzustellen, die sich von der Kinoversion radikal unterscheiden sollte: "Ich würde den Film gern mehr zu einer Art langem Gedicht machen, ihn ruhig an vielen Stellen abstrakt lassen, ohne erklärenden Dialog, und viel mehr auf Stimmungen achten."[/quote]

Die Geschichte der Verfilmung hätte mindestens alle grundlegenden Ereignisse und Beziehungen zum Roman gehabt.

Übrigens habe Lynch einen Kurzauftritt als Gewürzarbeiter. Kam mir aber noch nie vor die Augen...


[url]http://www.oliver-faulhaber.de/sf/dune/analysen/dunefisc.htm[/url]
Trinity GothHi!

Ich fand, die Miniserie gar nicht so schlecht und sie war in einigen Dingen sogar näher an den Romanen als der Film von Lynch.

Da Lynch 'Dune' für seinen schlechtesten Film hält, glaube ich nicht das er je eine Directors Cut heraus bringt!

Man kann kein Buch originalgetreu verfilmen, weil dies zwei grungverschiedene Medien sind. Man muss immer Zugeständnisse an das Medium machen.

Lynch's Filme kann man hassen...ich tue es übrigens nicht. Aber mögen tue ich ihn auch nicht besonders.

Die Miniserie wird fortgeführt und bringt die Fortsetzung auf den Bildschirm, die man sonst nicht gesehen hätte. Man muss es ja nicht anschauen ;)

Gruss
Trinity
TobeMentalDa wirst du sicherlich recht haben, man muss sie sich nicht anschauen. ;)

Ich rate daher immer wieder, die Winterabende mit dem Roman zu verbringen. Man kommt von der überragenden Geschichte einfach nicht los. Ich muss zugeben, dass ich erst durch den Film auf die Werke von Frank Herbert aufmerksam wurde. Ich las aber zuerst "Der Gottkaiser des Wüstenplaneten" mit Illustrationen von H.R. Giger (sehr ansehnlich), da der erste wie alle anderen Romane vergriffen waren. Habe zu Hause die Jubiläumsausgabe vom Heyne-Verlag. Später scheute ich mich nicht, die amerikanische Hardcover-Ausgabe zu bestellen.

Ich weiß nicht, wie Lynch definitiv zu seinem [i]Dune[/i]-Epos steht, da er anscheinend letztendlich nicht mehr viel zu sagen hatte (betrifft Link zum obigen Text). Mich würde ein Director's Cut schon ziemlich erfreuen, nicht nur wegen den eigentlichen Absichten des Regisseurs. Laut seinen Aussagen, soll sich seine vierstündige Adaption radikal vom Kinofilm unterscheiden. Beispielsweise wird die politische Heirat mit Irulan nicht gezeigt, wobei diese Szene gedreht wurde. Und nicht nur die fehlt, sondern zig Minuten anderen Materials.

Ich beurteile es für durchaus positiv, dass der Wüstenplanet als Film und Roman unterschiedlich ist. Wenn dies nicht wäre, so würde man den Roman womöglich vergessen wollen. Aber David Lynch hatte einen erstklassigen Designer (Ron Miller) engagiert, dessen Sandwurm sich sehr an die Illustrationen von [url=http://www.dunenovels.com/news/scrapbooksg1.html]John Schoenherr[/url] orientieren. Außerdem passt der viktorianische Stil sehr gut zu [i]Dune[/i]. Die Charaktere wirken im Film viel lebendiger und glaubhafter, als in dieser verschlafenen Serie.

Ich glaube eher, dass der erträumte Kassenerfolg schuld an allem war. Die Filmkunst war wohl eher sekundär, wenn obgleich mit aller Gewalt versucht wurde, die 52 Mio. $ wiedereinzuspielen...!
TobeMentalTja, anscheinend gibt es ziemlich wenige "Sandreiter" hier. :(

Ich hetze jedem noch einen Sardaukar inkl. Jäger-Sucher hinterher... :rolleyes:
deadsoulmöge der goldene pfad euch leiten...oder so ähnlich ;)

...ich bin ziemlicher Dune Fan.

Hab die Bücher, Lynchs Film, Die Fernseh-serie (bäh), die Computerspiele alle durch ;)
TobeMentalSubak ul Kuhar...? ;)

Ich liebe bereits den Roman und die Welt von [i]Dune[/i].


Jedoch habe ich noch nicht alle Romane bisher gelesen, da ich doch mehr am "Original" hänge. Die PC-Spiele kenne ich, habe sie aber nur einmal angetestet. Da waren Dune II und Dune 2000. Das 3D-Stragecial würde ich aber gerne einmal genießen, wobei ich die Spiele des Herstellers nicht so mag. Auch ansonsten interessieren mich die Spiele nicht so sehr.

Als Beweis für meine Liebe zu diesem Roman, MUSS ich mir demnächst die illustrierte und gebundene Ausgabe bei amazon.de bestellen. Kann ich nur jedem [i]Dune[/i]-Fan weiterempfehlen. Ist aber im amerikanischen Original. Mit leckeren hochauflösenden Farbmalereien von John Schoenherr. *lechz*

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