| bloodflower7 | ich habe mir gestern nochmals das experiment angesehen und muss sagen das ich den film einfach ziemlich genial finde. er zeigt deutlich die böse natur des menschen und wer diesen film gesehen hat, sollte nicht behaupten wir menschen hätten keine böse, animalische und sadistische seite. was sagt ihr dazu ? |
| Megahn | Der Film ist IMHO, neben "Der Totmacher", der beste aus deutschen Landen. Ich find ihn richtig gut. Besonders fasziniert hat mich, wie ich gleichzeitg mit den Gefangenen eine instiktive Wut gegen die Wärter entwickelte... Liebe Grüße - Megahn |
| Brainslasher | Ich hab ihn mir gestern das erste mal angeschaut und war sehr begeistert! Also Echt! Ich hab mich da ziemlich reingesteigert und ich kann mir durchaus vorstellen, das es schon solche Experimente gab. |
| Pitch-Black | Der Forscherdrang machts möglich - die Probanden gehen sich gegenseitig an die Gurgel und schon steigt die Spannung. Die "77", stiftet Unfrieden in der simulierten Gefängnissituation - so lange - bis es eskaliert. Hab ihn mir gester auch noch mal angesehen. War damals im Kino, da wirkte er noch um einiges besser, beklemmender. Wie "77" (alias Moritz Bleibtreu) in die Blackbox eingesperrt wird und sich da mühsam wieder heraus kämpft. Toller Film - klasse gemacht, Kompliment an die Deutsche Filmkunst. |
| Rosenfeuer | ich find es einfach nur krass wie präzise sie die charakter ausgebaut haben und inwieweit sie sich zu richtigen psychopaten entwickeln. nicht vergessen es basiert auf einer wahren geschichte. ich finde es einfach interessant zu sehen wie siche in mensch in solchen situationen verändert, und was der film rüber bringt ist mehr als nur ein beklemmendes gefühl. |
| Selian | [QUOTE][i]Original geschrieben von Brainslasher [/i] [B]Also Echt! Ich hab mich da ziemlich reingesteigert und ich kann mir durchaus vorstellen, das es schon solche Experimente gab. [/B][/QUOTE] Der Story des Films basiert auf einem Experiment von Zimbardo, das es genauso gegeben hat. In dem echten Experiment eskalierte die Lage auch derart schnell das man sich schon nach 6 Tagen dazu entschloss, das Experiment abzubrechen, obwohl es eigentlich auf 14 Tage ausgelegt war. Wenn man sich den Verlauf des richtigen Experiments durchliest und einige Bilder von diesem Experiment anschaut, stellt man fest das der Film bis zu einem gewissen Punkt sehr nah am wirklichen Geschehen gehalten ist. [URL=http://www.prisonexp.org/german/indexg.htm]Das Stanford-Prison Experiment[/URL] Auf der verlinkten Seite ist das Experiment sehr ausführlich erklärt, ist zwar einiges zu lesen aber sehr interessant. Letztlich bin ich immer etwas skeptisch was solche Versuche angeht, denn die Realität läßt sich so nicht simulieren. Man kann zwar die Umgebung und die Umstände der Realität angleichen, das Wissen das es sich "nur" um ein Experiment handelt hat aber jede der Testpersonen zwangsläufig und inwieweit das die Handlungen bestimmt ist wieder eine Frage für sich. Der Film jedenfalls war wirklich gut gemacht auch wenn das Ende Hollywoodtypisch, dramatisch und übertrieben war. (Ja ich weiß, war ein deutscher Film) |
| bloodflower7 | ich kann mich euren beiträgen nur anschliessen. der film ist extrem genial aufgemacht. und ich finde die rollen wurden erstklassig besetzt. ich hatte währned des guckens teilweise echt das gefühl es wäre realität. und ich habe teilweise auch wut und agression mitgefühlt. muss der filmbranche auch ein kompliment machen. auf jeden fall erzeugt der film mehr als ein beklemmendes gefühl vorallem wenn man bedenkt das er auf wahren begebenheiten beruht ! irgendwie ja schon erschreckend zu was der mensch fähig ist wenn er unter solchen extrembedingungen leben muss. |
| raison d'être | Hmm.. wir haben ihn damals in der Schule mit dem Psychologiekurs im Kino gesehen und ich fand' ihn da schon mittelmäßig. Der Film beginnt in meinen Augen an sich ganz verheißungsvoll - wird dann mit der Dauer aber irgendwie immer schlechter, bis, was die Handlung betrifft, nur noch auf Spannung und Action wert gelegt wurde. Dadurch ist der Film auch psychologisch in meinen Augen schlicht und einfach als unrealistisch zu betrachten und Actionfilme gibt's auch bessere.. Bei "Das Experiment" sind mir so viele kleine Dinge aufgefallen, die mich einfach störten - das ist bei den meisten anderen Filmen nicht der Fall / soll heißen, ich bin an und für sich nicht so der Erbsenzähler. ;) Spätestens, als die ersten da wirklich fertig waren und der Professor es über den Monitor genau gesehen hat - jeder gesund denkende Mensch hätte solch ein Unterfangen [b]spätestens[/b] dann sofort abgebrochen. Und dann will der eine, welcher auch mit Moritz Bleibtreu und dem BW-Major in einer Zelle ist, dass Experiment doch verlassen und dann sagt der Professor, sie würden das bis morgen entschieden haben. Ziemlich unsinnig, denn er hätte eigentlich nur durchdrehen müssen, oder eben dieses simulieren und sie hätten ihn wohl kaum wieder zurückgeschickt. Zumal ich mir nicht vorstellen kann, dass in den Verträgen, die die unterschrieben haben, irgendwo kleingedruckt steht das sie eben doch nicht einfach so abbrechen können. Wie auch immer - weshalb sollte dieser Professor bewusst eine Freiheitsberaubung praktizieren - und überhaupt, naja egal. :D |
| Slartibartfast | [quote] Besonders fasziniert hat mich, wie ich gleichzeitg mit den Gefangenen eine instiktive Wut gegen die Wärter entwickelte... [/quote] Kann mich dem nur anschließen...ich bin normalerweise einer der sich von Filmen in Sachen Hassgefühl nicht so leicht beeindrucken lässt, aber das war einer der wenigen Filme die es geschafft haben mich richtig wütend zu machen. Natürlich sind einige Sachen sehr auf Action hin produziert, wie raison d'être schon gesagt hat, aber trotzdem kommt irgendwie eine beklemmende Atmosphäre rüber und vor allem stellte sich (zumindest bei mir) sehr schnell ein regelrechter Haß auf diesen machtgeilen, kleinkarierten Berus ein, und das macht den Film zusammen mit dem Wissen dass die Handlung doch auch trotz aller Übertreibungen und kleinen Fehlerchen vergleichsweise authentisch ist ziemlich intensiv. |
| Randy81 | [QUOTE][i]Original geschrieben von bloodflower7 [/i] [B]er zeigt deutlich die böse natur des menschen und wer diesen film gesehen hat, sollte nicht behaupten wir menschen hätten keine böse, animalische und sadistische seite. [/B][/QUOTE] was verstehst du unter böse? klar haben wir eine "böse" seite,eine animalische seite und unendlich viel andere seiten.......wahrscheinlich sind wir (also manche) nur zu stolz uns "morallose" (dunkle) gedanken etc. einzugestehen......erst in solchen extremsituationen können wir uns diesen stolz nicht mehr leisten...... ich halte sowieso nichts davon irgendetwas einseitig zu betrachten und es dann als komplette wahrheit anzusehen...... ich denke jeder mensch macht "gute" und schlechte "sachen" ....niemand ist immer nur gut oder immer nur böse etc. .....ich denke wir ordnen einfach gerne ein um es uns leichter zu machen z B "das ist ein netter mensch" etc. mfg randy |
| bloodflower7 | mit böse mein ich, dass jeder mensch, sobald er jeglicher zivilisation entzogen wird auch seine moral ablegt. er entdeckt seine macht wieder und wird zum "tier". im film sehr gut dargestellt durch berus. er ist einfach nicht mehr in der gesellschaft eingeschlossen und muss sich auch keinen werten mehr anpassen. dadurch schaltet sich die dunklen gedanken ein und er handelt instinktiv. und diese seite wird doch von vielen als die böse, dunkle seite bezeichnet. ich selbst sehe sie nicht als böse an, sondern als natürlich. jeder mensch hat zwei seiten. ich denke der film zeigt dies auch sehr gut. menschen die im leben in der gesellschaft keine macht haben, kein gutes ansehen haben, gehänselt werden etc. werden, wenn sie die chance haben, "böse"( wie z.b. berus). sie nutzen dann ihre macht über die anderen, in dem fall die gefangenen, aus und fühlen sich gróß. klar beruht der film auch viel auf action die spannungselemente. aber im großen und ganzen muss ich sagen, dass er doch überzeugt. die sache mit dem professort und dem abbruch des experiments fand ich auch ein bisschen fragwürdig, aber trotz allem bin ich der meinung es ist eine geniale deutsche produktion. |
| Slartibartfast | Wobei ich finde dass dieses "Durchbrechen der animalischen Seite" fast noch besser von dem Elvis-Imitator (ich glaub er hieß Eckert) dargestellt wird. Der macht am Anfang nur eher zögerlich mit, aber als er von seinen Kumpels die Anweisung kriegt doch mal härter zu den Gefangenen zu sein bringt er prompt nen "Beweis" dass er das kann und fühlt sich fortan so richtig wohl in seiner Rolle, später scheut er sich auch vor ner sexuellen Mißhandlung nicht. Über was ich mir nach dem Film auch Gedanken gemacht hab ist: Was würde ich in so einer Situation tun? Mal angenommen ich hätte plötzlich so eine Macht über andere Menschen, wie lange würden bei mir die moralischen Werte halten...? Klar, man denkt im ersten Moment immer "ich würd nie zu so nem Arschloch werden" aber ob das dann auch stimmt...? |
| bloodflower7 | Stimmt. Der Elvis-Imitator bringt dieses Durchbrechen auch gut rüber. Er tickt ja mit Berus total aus und bedient sich seiner dunklen Seite. Was ich nicht so ganz mitgekriegt habe: Hat der Elvis nun eigentlich die Wissenschaftlerin vergewaltigt/ missbraucht oder wurde er durch 77 und die anderen davon abgehalten ? Ich frage mich auch wie ich handeln würde. Man hat ja dann quasi vollkommene Macht über andere Menschen ? Und wer würde da nicht mal seine dunkle Seite sprechen lassen ? Es würde ja niemand mitkriegen. Aber letztendlich frage ich mich: was bringt es einmal richtig auszurasten wenn man nachher doch gefasst wird und im Knast landet ?? Aber es ist wirklich ne gute Frage. Ich wüsste nicht wie ich in so ner Situation handeln würde. |
| Slartibartfast | Ich glaub er is nich dazu gekommen, die Hose hatte er glaub ich schon runter aber dann gabs ja Krawall... Hmm ich weiss nicht ob du meine Frage so verstanden hast wie sie gedacht war...was ich mich NICHT frage ist ob ich mich da mal bewusst "ausleben würd", wenn ich die Chance dazu hätte, was ich mich frag ist ob (oder wie lang) ich es verhindern könnte, herablassend bzw. unfair zu den "Gefangenen" zu sein. So lang ich mich unter Kontrolle hab würd ich meine Moralvorstellungen wahren, so gut kenn ich mich dann doch noch dass ich das mit absoluter Sicherheit sagen kann. Aber dann ist immer noch nicht gesagt dass nicht irgendwann einfach "das Tier mit einem durchgeht"... |
| bloodflower7 | Das ist ne gute Frage ! Ich wüsste auch nicht wie lange mich meine Moral vom "Bösen" abhalten würde. Ich bin eigentlich schon in dem Sinne moralisch, dass ich nicht gleich jedem eins auf's Maul haue wenn ich die Gelegenheit habe. Aber in dem Experiment ist das ja ne ganz andere Situation... Ich habe keine Ahnung... |
| woolly | Ich habe mit zum Ersten mal "das Experiment"angeschaut und ich war während des Films ziemlich fansziniert, weil ich im Hintergedanken immer an das echte Experiment gedacht habe. Und wie schon vorhin gesagt wurde, habe ich auch gegen die Wärter einen richtigen Hass entwickelt. Doch das die das Experiment nicht abgebrochen haben, hat mich schon geschockt. Letztendlich waren die Wärter sogar bereit zu töten, und das fand ich schon ziemlich hart,. das menschen in so einer situation so weit gehen konnten. |
| bloodflower7 | Ich fand es auch ziemlich erschreckend, dass die Wissenschaftler das Experiment nicht abgebrochen haben. Denn damit haben sie ja selbst gezeigt das der Forschungsdrang für sie wichtiger ist als was da unten wirklich vorging. Die hatten ja schon mitbekommen, dass sich da im Gefängnis die Situation allmählich zuspitzt. |
| raison d'être | [QUOTE][i]Original geschrieben von bloodflower7 [/i] [B]Ich fand es auch ziemlich erschreckend, dass die Wissenschaftler das Experiment nicht abgebrochen haben.[/B][/QUOTE] Aber genau das, ist in meinen Augen die unrealistische Seite des Films und hierbei sollte mensch wirklich nicht vergessen, dass es ein Film ist und nicht mehr. Als eine psychologische Studie jedenfalls geht das bei mir nicht durch. Kein Wissenschaftler wäre meiner Meinung nach so dämlich und hätte so reagiert, wie die im Film. Mal ganz abgesehen davon, dass bei solchen Versuchen i.d.R. [i]immer[/i] unabhängige Beobachter vor Ort sind und zwar rund um die Uhr. Des weiteren ist es schon sehr komisch, dass der oberste Leiter des Projektes, während dieses läuft, da zu dieser Versammlung (?) fährt. Telefonische Erreichbarkeit hin oder her, wenn ich sowas leite und [b]verantworte[/b], dann bin ich vor Ort - nicht zuletzt im eigenen Interesse.. Aber nichts für ungut. |
| Selian | [QUOTE][i]Original geschrieben von bloodflower7 [/i] [B]Ich fand es auch ziemlich erschreckend, dass die Wissenschaftler das Experiment nicht abgebrochen haben. Denn damit haben sie ja selbst gezeigt das der Forschungsdrang für sie wichtiger ist als was da unten wirklich vorging. Die hatten ja schon mitbekommen, dass sich da im Gefängnis die Situation allmählich zuspitzt. [/B][/QUOTE] [b]Das echte Experiment wurde ja abgebrochen.[/b] An der Stelle verabschiedet sich der Film dann auch von der wahren Begebenheit. An sich für einen Film die typische und fast schon nötige Dramaturgie. Obwohl ich das in einem Film der auf Tatsachen beruht ziemlich überflüssig finde aber das ist ja Geschmacksache. |
| bloodflower7 | Das Ende finde ich viel zu sehr dramatisiert und ich kann mich raison d'être nur anschliessen. Jeder Wissenschaftler hätte das Experiment zu dem Zeitpunkt abgebrochen als im Gefängnis die Situation zu eskalieren drohte, aber man muss bedenken das ein nur ein FILM ist (siehe weiter unten in meinem Beitrag) ! Und natürlich wäre der Leiter des Projekts auch nicht einfach mal so verschwunden zu einer Sitzung. Aber das musste in dem Film ja geschehen, damit das dramatische Ende stattfinden konnte. Im realen Experiment lief das ja alles ein wenig anders ab. Aber ein Film lebt eben auch heutzutage nicht mehr ohne einen richtig dramatischen Höhepunkt und so ist es auch bei "Das Experiment". Allerdings muss man dazu sagen, dass der Film keinen Sinn gemacht hätte, hätten die Drehbuchautoren nicht ein solches Ende inszeniert. Wäre das Experiment auch im Film abgebrochen worden, wäre der Film wohl nicht so spannend und auch lehrreich in Bezug auf die menschliche "Urnatur"(bezeichne ich jetzt einfach mal so) geworden. Denn erst am Ende merkt man ja wozu sowohl die Wärter als auch die Insassen fähig sind. Klar wirkt der Film so ein wenig unrealistisch, aber es ist ja auch ein, in erster Linie, Unterhaltungsfilm und keine Dokumentation. Es ist klar, das der Film ab da die Authentik verliert. |
| Serena | mir hat der Film auch gefallen! war verbluefft als es ausartete *g* |