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  Forum: Filmpalast
    Thema: Irreversible
CaranaldionMeinungen und Ansichten zu eben jenem Film, Wertungen und Urteile ?

Angeregt durch einen anderen Thread, der die Darstellung von Vergewaltigzunsszenen allgemein in Filmen diskutiert [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=33128](>>klick<<)[/URL] , möchte ich "Irreversible" zum Thema machen.

Ich finde diesen Film menschenverachtend und in der rübergebrachten Art & Weise sinnlos, eine (fragliche) Botschaft geght zwischen zuviel "shocking" und Geschlechtsorganen schlichtweg unter.
Es mag von der Grundidee her stimmen, dass die gezeigten aufnahmen einer Vergewaltigung durch ihre schockierende Direktheit und Unverhülltheit "wachrütteln" und sensibilisieren können, es wird in meinen augen in diesem Film aber eindeutig übertrieben damit, da man diesen Effekt auch mit weniger Schockeffekt hätte erreichen können meiner Meinung nach.

Auch die gezeigten Szenen mit Gewaltanwendung fand ich definitiv zu krass. Warum muss man so etwas in dieser Form schauspielerisch darstelllen ? Mir persönlich reichen da doch manche nachrichtenbilder, die dann zusätzlich (Zynismuss folgend) das Prädikat "authentisch" tragen (zynismus ende) .

Ehrlich gesagt finde ich es mehr als erschreckend, dass ich mir sowas aus der Videothek zum Wochenend-Zeitvertreib bei Chips & Cola holen kann .
h3artl3ss[QUOTE][i]Original geschrieben von Caranaldion [/i]
[B]Warum muss man so etwas in dieser Form schauspielerisch darstelllen ? [/B][/QUOTE]

Gegenfrage: Warum muss man es lassen? Dieser Film ist eindeutig für ein erwachsenes Publikum gemacht und jeder erwachsene Mensch sollte IMHO selbst entscheiden können, was er sich zumutet.

Ich habe mir den Film durchaus zur "Unterhaltung" angeschaut; nicht grade bei Chips und Bier, aber auch nicht zu irgendwelchen reinen Studienzwecken. Was allerdings nicht ausschließt, dass ich mir meine Gedanken über den Film gemacht habe. "Unterhaltung" ist für mich nicht ausschließlich sinnlose Berieselung.

Um das aber deutlich klarzustellen: Ich habe mich weder an der gezeigten Gewalt, noch an der Vergewaltigung in irgend einer Form aufgegeilt oder mich darüber amüsiert. Beide Szenen empfand ich als hart, allerdings passten sie in meinen Augen in den Gesamtkontext des Filmes (sei es nicht wegen der Dramaturgie, dann sei es zur Unterstützung der Atmosphäre) und deshalb haben sie eine Existenzberechtigung in diesem Werk.

Den Vergleich "Irreversible" <-> "Nachrichten" finde ich unangebracht. Ich nehme mir ganz einfach das Recht heraus, fiktive Kunstwerke auch als fiktiv zu betrachten und nicht ständig über das "Was wäre, wenn das echt wäre" nachzugrübeln. Sicher geschehen solche Verbrechen, aber hier ist halt faktisch nichts geschehen und deshalb kann ich am Konsum nichts verwerfliches finden.
Caranaldion[quote]Gegenfrage: Warum muss man es lassen? Dieser Film ist eindeutig für ein erwachsenes Publikum gemacht und jeder erwachsene Mensch sollte IMHO selbst entscheiden können, was er sich zumutet.[/quote]
Natürlich [i] sollte[/i] jeder Mensch das könen, ob er es am Ende aber auch wirklich kann, steht auf einem anderen Blatt (aber darauf auch noch Rücksicht zu nehmen, würde wirklich zu weit führen) .
Um auf Deine Einfgangsfrage zu antworten : Wenn diese Szenereie in einen Unterhaltungsartikel verpackt wird, verliert sie einen Teil des Schreckens und Grauens, weil es quasi verharmlost wird. Gegenargumentativ könnte man mit dem Lerneffekt kommen oder mit dem Augen öffnen, dazu siehe oben (eröffnungspost).
Hast du eine Antwort auf meine Frage ?

Ich gebe Dir recht, dass beide Szenen in das Setting des Filmes gepasst haben.

@ "fiktive Kunst"
Vergewaltigung ? Totschlag ? -->[b]fiktiv ?????????[/b]:eek:
Es geht mir nicht um den Punkt, was wäre wenn es real wäre, es stört mich ganz einfach massiv, daß man sich derartige sinnlose Gewaltaten, die im realen Leben verurteilt und als verwerflich angesehen werden, zur Abendunterhaltung reinpfeifen kann, und "irreversible" es in diesem Punkt m.E. mehr als überbtreibt .
h3artl3ss[QUOTE][i]Original geschrieben von Caranaldion [/i]
[B]@ "fiktive Kunst"
Vergewaltigung ? Totschlag ? -->[b]fiktiv ?????????[/b]:eek:
[/B][/QUOTE]

In diesem Film ist die Vergewaltigung eindeutig fiktiv, ja.
Monica Belucci hat keinen Schaden davon getragen.
ShinHotaiShojodas Vergewaltigung hart und schlimm ist, wissen wir doch alle und darüber braucht man auch gar nicht weiter zu diskutieren. Aber dieser Film ist einfach nur ekelhaft und unnötig. Ich meine, worum geht es da eigentlich? Eine Frau wird vergewaltigt und umgebracht und ihr Ex rächt sich an dem schwulen (!!!!!) Vergewaltiger, bzw. erwischt dann ja auch noch den Falschen soweit ich das mitbekommen habe. Ist ja bis dahin alles verschmerzbar, aber und das ist das große aber daran, muß die Vergewaltigungsszene 20 Minuten lang gezeigt werden, sozusagen als "Highlight" des Films? Ich arbeite gerade mit einigen Leuten zusammen, die auch filmen und dabei handelt es sich nicht unbedingt um Blümchenfilme, trotzdem wird da ein gewisser Anspruch an die Handlung gestellt. Bei Iirrivisable kam es mir so vor, als hätten die Macher sich mal eben dazu entschieden, den Fiilm SO zu machen, weil ihnen handlungstechnisch nichts anderes mehr einfiel und sie ja UNBEDINGT schockieren wollten.
8 Milimeter zum Beispiel, Monster oder einigen japanische Filme mit ähnlichen Themen sind sowohl von der Handlung als auch von der Inszenierung schockierend und doch ansprechend gestaltet und kommen ohne diese schon wirklich perversen und unnötigen Szenen aus, ach was red ich, eigentlich ist der ganze scheiß Film unnötig, da fragt man sich doch, wer sieht sich so was mit Wonne an?
Caranaldion@h3artl3ss

Können wir uns auf semi-fiktiv einigen ? Du hast wzar recht - die Schauspielerin trägt keinen Schaden davon, die Szenerie an sich ist aber nicht fiktiv.
Fuck up Evil[img]http://www.senseofview.de/gfx/logos/irreversible.jpg[/img]

meine Meinung :

"Selten hab ich einen Film gesehen, der mich so erschüttert hat wie dieser.
Die Atmosphäre des Films ist wohl unübertroffen, das ist wohl der Kamaraführung, aber besonders dem düsteren Score zu verdanken, von den Bildern, die der Zuschauer sieht mal ganz zu schweigen.

Zunächst versteht man die beiden Männer nicht, was sie so wütend macht und diese brutale Gewalt rechtfertigen würde, doch dann sieht man eine übel zugerichtete Frau und man ahnt Schlimmes.

Die Vergewaltigung, die man danach zu sehen bekommt ist wirklich übel und man hofft nur, dass die Szene bald beendet ist.

Die 3 Hauptdarsteller können alle überzeugen, und obwohl die gezeigte Gewalt wohl so ziemlich alles an Intensität übertrifft ist sie dennoch notwendig für die Wirkung des Films, auch wenn die überaus negative Darstellung der Schwulen in dem Club den Film etwas zweifelhaft aussehen lassen. "
Lucky_StrikeGenauso könnte man sich fragen, was das für Leute sind, die sich Splatter-Filme ansehen.
Ich halte sowohl das eine, als auch das andere Genre für äußerst fragwürdig und überflüssig, weil es unter dem Deckmantel der Abschreckung nur schlichte Instinkte befriedigt.
Desenganonach lesen dieses und des anderen threads habe ich mir den film jetzt endlich auch mal angesehen und fand ihn gar nicht soooooo schockierend. ich dachte nach euren äußerungen, dass es viel schlimmer sei.
ich fand den film echt super. bei der totschlagszene war ich allerdings froh, nicht gerade am essen zu sein...

die kameraführung fand ich echt klasse, sowie die idee, den film wie bei memento rückwärts laufen zu lassen.
die schauspiele waren klasse, ebenso die ganze athmo.

nach dem film hat man so eine hilflosigkeit. die welt dieser drei menschen ist total zerstört und man konnte ja ab dem punkt, wo man merkt, dass der film rücksärts läuft, nicht mehr auf eine besserung oder lösung hoffen.

ich gebe zu, dass die gewaltszenen wirklich hefig waren. aber sie machen nur einen kleinen teil des films aus! wer nur diese szenen sieht, hat den film nicht verstanden.
AngelusUmbraeGenau, die Gewaltszenen sind eigentlich eher "unterrepraesentierter" als ich dachte, wenn ich von den vielen Meinungen zu diesem Film ausgehe. Auch ist der Film stellenweise sehr langatmig und durch die Kamerafuehrung geht einiges unter (weniger "Gewackel" etc. waere mehr gewesen, ein Stilmittel verliert halt den Effekt durch uebermaessigen Einsatz). Von dem ganzen Aufruhr, den der Film in der Presse/Oeffentlichkeit verursacht hat, her gesehen, haette ich etwas anderes erwartet. Auch die wohl aeusserst real dargestellten Gewaltszenen konnten mich nicht recht ueberzeugen, dass dieser Film jetzt etwas aussergewoehnliches, nie Dagewesenes sein soll. Aber vielleicht hat mich die heutige Medienlandschaft auch nur zu desensibilisiert....
rever:endIch hab' mal gelesen, dass sich die Kameraführung dem Gemütszustand der jeweiligen Person im Bild anpasst, sicher bin ich da allerdings auch nicht.
Ansonsten ist es sehr schwer, etwas über diesen Film zu sagen: Die einen verabscheuen in wegen dessen ungekünstelter Gewaltdarstellungen, die anderen finden ihn aus genau diesem Grund so toll.
Ich auf jeden Fall finde, dass "Irreversible" ein zutiefst schockierender Film Film ist, nicht zuletzt wegen der genialen schauspielerischen Leistungen des Ehepaars Cassel & Bellucci.

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