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  Forum: Filmpalast
    Thema: mux braucht dich!! ;-)
london_rainschon jemand was von mux gehört? seit heute in unseren kinos auf seiner mission zu bewundern ;) !!
selbst angeschaut hab ich den film "muxmäuschenstill" noch nicht, aber die nächsten tage wirds bestimmt. was ich bis jetzt über den film las, hat mich sehr neugierig gemacht. bereits meinungen dazu?

>> [url]http://www.muxmaeuschenstill.de/[/url] <<
Lestat van Szistaich hab den Film heute geschaut und muss sagen, dass er wirklich sehr gut ist.
Man sympathisiert wirklich sehr mit Mux, ist aber ständig im Konflikt mit dem Gewissen ob das OK ist was er macht.
Wenn ein Film für den deutschen Film steht dann dieser.

Schade, dass er wohl nicht in großen Kinos gezeigt wird.

Solltet ihr auf jeden Fall schauen.

Endlich mal eine Abwechslung zu dem kommerziellen Mist, den man vorgesetzt bekommt;)
ClytieIch hab zumindest die erste Hälfte des Films gesehen und kann zumindest demnach sagen, dass er anscheinend ganz gut gemacht ist und auch einen sinnigen Zweck verfolgt. Nachdem die Freundin von Mux aber mit dem Satz: "Nenn mich nicht immer Maus!" im Dunkel verschwand und man als Nächstes mitkriegte, dass da eine schreiende Frau offensichtlich vergewaltigt worden war, bin ich rausgegangen - es gibt Dinge, die ich mir nicht mehr antue, auch wenn ich weiß, dass es sich bei dem Film um eine Satire handelt - es gibt Grenzen.
Ich hatte von dem, was ich bis dahin gesehen hatte, den Eindruck, es handele sich um eine Art abgeschwächten zweiten Aufguss von "Mann beißt Hund", der auch durchaus lautere Ziele verfolgt, den ich aber auch unerträglich fand - entsprechend habe ich mich entschlossen, die zweite Hälfte des Films nicht zu sehen.

Mit Mux sympathisieren konnte ich übrigens kaum. Ich halte ihn für einen größenwahnsinnigen Klugscheißer, der von dem, was er vermitteln wil, nicht wirklich den Kern begriffen hat. Natürlich kennt jeder Gedanken, die in Richtung Selbstjustiz gehen, aber man kann niemanden dazu bringen, Verantwortung für sich und sein eigenes Leben bzw. auch für andere zu übernehmen, indem man ihm die Würde raubt und ständig schulmeisterlich maßregelt (wobei ich interessant fand, dass Gerd zeitweise nicht genau wusste, wen er filmen sollte - den eigentlichen "Täter" oder Mux, der sich ja ebenfalls schuldig gemacht hat). Was Mux an dem Verhalten der Menschen beanstandet, kann ich zwar nachvollziehen, aber so einfach ist die Sache halt nicht - was er tut, hat durchaus etwas mit einem totalitären System zu tun. Aber möglicherweise wollte der Film ja genau das deutlich machen.

Also alles in allem: Was der Film auch immer zeigen wollte - nix für mich, und übrigens nicht im Geringsten so witzig, wie es im Trailer rüberkommt.

Clytie.
Lestat van Szistaes ist natürlich richtig, dass die selbstjustiz die man bei mux sieht keinen richtigen weg darstellt. Es ist aber ein Gedankenspiel, was zeigen soll, dass auch drastische Maßnahmen zu einem Erfolg führen könnten. Wie soll man Kinderschänder, wie soll man Menschen bestrafen, die anderen Leid antun. Der Film spielt mit dem Gedanken, dass diese Menschen die Verantwortung übernehmen müssen, für das was sie tun. Man kann wohl nicht wirklich behaupten, dass 5Jahre Knast für eine Vergewaltigung eine angemessene Strafe wäre(ist meine Meinung).

Aus diesem Blickwinkel find ich die Geschichte sehr interessant, zeigt sie doch, dass Menschen mit den Konsequenzen ihres handels leben sollten. Natürlich kann so ein System nicht funktionieren und würde nur in Lynchjustiz enden.

kleiner nachtrag:
Gerad zum Endes des Films sieht man, dass Mux krank ist
-> Ich finde sehr schade, dass sein Streben nach Selbstverantwortung nicht für ihn selbst gilt.
(da ich nichts von dem Film verraten möchte, schreib ich mal keine Details)
Würde er selbst die Verantwortung für sich übernehmen, dann wäre der Film an einer anderen Stelle geendet(An der Parkbank).

Mux fordert er von der Gesellschaft, dass sie doch nach Kants kategorischen Imperativ handeln sollen(Kants Buch liegt sogar neben seinem bett) Was Mux aber nicht durchdringt ist, dass er keineswegs besser ist alle anderen. Denn er ist auch immer Täter. Würde man seine Handlungsweisen für die Allgemeinheit anwenden, würde es wirklich in einer Selbstjustiz enden, die jegliche Grundlage eines Rechtsstaates missen läßt
Serenahab gestern was drüber im Fernsehen gesehen...hat sich interessant angehört...mal schauen, ob ich ihn schaue ;)
Clytie//Es ist natürlich richtig, dass die selbstjustiz die man bei mux sieht keinen richtigen weg darstellt. Es ist aber ein Gedankenspiel, was zeigen soll, dass auch drastische Maßnahmen zu einem Erfolg führen könnten. Wie soll man Kinderschänder, wie soll man Menschen bestrafen, die anderen Leid antun. Der Film spielt mit dem Gedanken, dass diese Menschen die Verantwortung übernehmen müssen, für das was sie tun. Man kann wohl nicht wirklich behaupten, dass 5Jahre Knast für eine Vergewaltigung eine angemessene Strafe wäre(ist meine Meinung).//

Klar - das hab ich auch so gesehen. Im Grunde ist der Film ja auch durchaus geeignet, um so etwas rüberzubringen. Ich hab nur ganz persönlich ein Problem mit der Art der Darstellung - ich finde diese Art, Dinge aus der Perspektive eines rumrennenden Amateurkameramanns verwackelt präsentiert zu bekommen, schrecklich, vor allem deswgen, weil man so quasi in die Rolle eines anwesenden Zeugen versetzt wird, ohne auf das Geschehen Einfluss nehmen zu können oder vorbereitet zu sein auf das, was man zu sehen bekommt. Da wirken Gewaltdarstellungen viel stärker als ohnehin schon.
Dazu hab ich selber mal jemanden sehr gut gekannt, der sich mir gegenüber so herablassend-väterlich verhalten hat wie Mux seiner Freundin gegenüber ("Du bist meine Muse, Maus, du bist so wunderbar unschuldig, deswegen sollst du mich toll finden":rolleyes::rolleyes: ) - allein deswegen kam mir schon die ganze Zeit die Galle hoch. :mad: :mad:

Bin bei sowas halt ziemlich empfindlich - eine persönliche Sache eben. ;)

Clytie.
Lestat van Szistawie er kira behandelt hat, fand ich auch sehr ätzend. mag diese Art auch kein Stück

ich steh allerdings voll auf diesen "pseudo-dokumentationsstil"

Sind mir in der Regel lieber als aalglatte kamerafahrten.

magst du dann blairwitch 1auch nicht? also von der art der präsentation ?@ clytie
ashipisburningHabe heute auch den Film gesehen… :)

Mux: „Ich bin kein Held. Jedes Land hat die Helden, die es verdient. - Michael Schumacher ist ein Held. Er fährt schnell um die Kurven und zahlt seine Steuern anderswo. – Armes Land.“

Der Film übt Gesellschaftskritik und Mux sagt, die Gesellschaft habe ihre Ideale verloren. Aber wie diese Kritik geübt wird, ist das Spannende, wie Mux seine Ideale verwirklicht.
Als selbsternannter Weltverbesserer spielt er Racheengel, Polizist und Richter - von Gewaltenteilung also keine Spur. Mux terrorisiert seine Umwelt unter dem Deckmantel der Tugendhaftigkeit und Zivilcourage. Und natürlich wünscht man sich Zivilcourage. Aber wenn daraus, wie hier, Selbstjustiz wird, hm….
Mux ist romantisch und voller Ideale, aber ihm wird schmerzlich bewusst gemacht, daß nicht Viele seine Ideale teilen, schon gar nicht Kira, seine Auserkorene. Er fühlt sich fremd, fremd unter den Menschen und sucht nach Errettung und der hehren Liebe, die es scheinbar nicht mehr gibt, und wonach vielleicht auch die Romantiker suchten. So erinnert die Szene am See sehr daran, wie Heinrich von Kleist – auch so ein Zerrissener und „Fremder“- erst seine Freundin Henriette Vogel und dann sich selbst erschoß.
Was den Film aber meines Erachtens besonders gut macht, ist, daß man eben nicht sagen kann, Mux ist der Gute. Das ist er nämlich definitiv nicht. Und ich hatte auch keinerlei Sympathie für ihn. Er ist empört über die Welt und versucht dem mit seiner eigenen Auslegung von law and order zu begegnen. Aber eben nicht um der Sache willen oder aus moralischen Gründen, sondern um Geld zu verdienen, schließlich soll seine Ich-AG florieren. Und vor allem will er öffentliche Anerkennung und ist somit auch nicht besser als die Gesellschaft, die er bekämpft.
Mit einem hat er aber hoffentlich recht: ;)
„..irgendwann wird der Schwachsinn aufhören. Dann müssen sich die Robert Kochs, Dieter Bohlens und Stefan Raabs warm anziehen.“
Clytie@ Lestat: // magst du dann blairwitch 1auch nicht? also von der art der präsentation ?//

Ich muss zugeben, Blairwitch 1 nie ganz gesehen zu haben - ich kenn ihn aus Ausschnitten und fand das auch schon sehr schrecklich, obwohl es natürlich ziemlich genial gemacht ist von der Kameraführung her - man wird ja noch tiefer ins Geschehen eingebunden als Zuschauer.
Ich fürchte, für Gruselfilme bin ich nicht gemacht - oder für Filme, in denen es einem schwer gemacht wird, sich von dem Geschehen zu distanzieren.

Elephant dagegen konnte ich z.B. gut sehen - das, was da geschah, war zwar auch schlimm, aber die Wahl der Stilmittel war so, dass man das ganze von einer bestimmten distanzierten Warte aus "dechriffrieren" konnte, auch wenn der Blickpunkt des Betrachters ständig in großer Nähe zu den Protagonisten lag. Aber es war irgendwie sehr deutlich: Das Geschehen wird unscharf gezeigt, weil das Hauptaugenmerk den Tätern gelten soll, man "geht" hinter den verschiedenen Schülern, die dargestellt werden, deswegen in so geringem Abstand her, weil man so gezwungen ist, sie genau zu beobachten und ggf. sogar Parallelen zu Menschen herzustellen, die man selber kennt. Man war die ganze Zeit damit beschäftigt zu kombinieren und zusammenzupuzzlen, was der Film einem vermitteln soll.
Oder "Das fest" - ist auch in der gleichen Technik gefilmt, und damit hatte ich auch kein Problem.

Wenn das, was an Gewaltdarstellungen gezeigt wird, aber so derart echt wirkt, dass eine solche Distanz nicht mehr möglich wird, krieg ich ein Problem, wenn es sich um Gewaltdarstellungen handelt. Ich mag so etwas ohnehin nicht - ich habe aufgehört, Actionfilme zu sehen (von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen), und von Horrorfilmen kann ich nicht schlafen - obwohl ich immerhin den Exorzisten gesehen hab und den gar nicht so schlimm fand, und Carrie hab ich auch schon zweimal gesehen ;) Gewalt und Gruseliges gibt´s schon genug in den Nachrichten, und ich kenne ein paar Leute, die das, was in Filmen gezeigt wird, selber erlebt haben.

Das Problem ist also weniger die Präsentation des Geschehens, sondern eher das Geschehen selbst - ich will mir einfach so etwas nicht extra im Kino angucken.

Clytie.
ange gardienIch finde den Film sehr gut gemacht. Man darf ihn nur nicht zu ernst nehmen. Irgendwie eine Mischung aus rabenschwarzer Komödie und Drama. Im Prinzip ist Mux ein tragischer Held der seinen eigenen Idealen am Schluss nicht mehr gerecht wird und schließlich daran zerbricht.
Ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht. Die Sache auf der Parkbank fand ich schon ziemlich heftig.
Auf jeden Fall endlich mal wieder ein Film der sich aus der großen Masse abhebt.
SinRazielIch habe weder Muxmäuschenstill noch Mux gesehen oder auch nur jemals davon gehört.

Aber was ich so gelesen habe (Selbstjustiz für "böse" Menschen) klingt mir doch sehr nach The Boondock Saints (Der Blutige Pfad Gottes). Ist da was dran?

In diesem Sinne...

Raz
Toreliaich denke auch, dass mux wirklich krank ist.

es sieht zwar einerseits so aus, als wäre er nur ein hoffnungsloser idealist, allerdings merkt man doch im weiteren verlauf des films, dass es wirklich mehr ist als nur das.

grade an der stelle, als der graffitisprayer, den er "bestraft" hat, vor eine straßenbahn läuft, erkennt mux nicht, dass es seine eigene schuld ist, dass er, mux, selbst schuld ist am tod des sprayers, weil er ihm graffiti ins gesicht gesprüht hat, sodass er den zug nicht kommen sehen konnte.

im gegenteil, mux denkt, der straßenbahnfahrer sei schuld, weil er zu schnell gefahren sei.

im verlauf des films wird immer mehr deutlich, dass sein individualismus bereits die ausmaße einer krankheit erreicht hat.

der film ist auf jeden fall sehr sehenswert, also ins kino gehen lohnt sich... :)

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