| imminent | Wes Cravens LAST HOUSE ON THE LEFT aus dem Jahre 1972 ist ein Terrorklassiker ohnegleichen, der vieles von Filmen wie zum Beispiel THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE (in der Rauhheit des Stils) oder I SPIT ON YOUR GRAVE (die Thematik an sich) vorwegnimmt. LAST HOUSE ON THE LEFT beginnt wie ein typisches Flower – Power – Movie seiner Zeit, um sich nach dem ersten Viertel der Spielzeit zu einem Rape & Revenge – Film zu steigern, der zu dieser Zeit in seiner Unerbittlichkeit ohne Beispiel ist. Zwei Mädchen wollen ein Rockkonzert besuchen, geraten allerdings stattdessen an Krug Stillo und seine Gang, welche nur aus sadistischen Gewaltverbrechern besteht. Wes Craven beschönigt nichts, sondern zeigt gnadenlos den Leidensweg der beiden Mädchen bis zu ihrem traurigen Ende. Nachdem die beiden getötet worden sind, sucht die Gang ein Nachtquartier. Ausgerechnet im Haus der Eltern der Mädchen finden sie Unterschlupf. Die Eltern bemerken allerdings, wen sie zu sich eingeladen haben und drehen den spiess um. Ihre Rache fällt bestialisch aus und ist genauso kompromisslos, wie die Gangster selbst es sind! LAST HOUSE ON THE LEFT trifft genau da, wo es dem Zuschauer so richtig weh tut. Oft wünscht man sich beim betrachten des Films, die Kamera würde wegblenden oder die beiden Mädchen endlich sterben, damit ihr in aller Deutlichkeit geschildertes Leid endlich ein Ende hat. Doch Craven zaudert nicht und hält gnadenlos drauf. Die Ausführlichkeit, mit der die Misshandlungen dargestellt werden, geht auch unter heutigen Gesichtspunkten weit über das Maß des erträglichen hinaus. Krug schlitzt seinen Namen in den Hals eines Todesangst erleidenden Mädchens. Er nötigt die Freundin, in ihre Hose zu urinieren. Er schießt ihr später nach einer Vergewaltigung in den Kopf. Ohne jede emotionale Regung. Die Rache der Eltern fällt ebenfalls sehr drastisch aus. Weesel, Krugs Stütze im Rausch des Verbrechens, kriegt seinen Penis abgebissen. Krug Stillo wird vom Vater gezeigt, dass eine Kettensäge nicht zu unterschätzen ist.... Am Ende bleibt für die Überlebenden des Massakers nur die Erkenntnis, das auch Träume sterben können und nur ein schmaler Grad besteht zwischen zivilisiertem und barbarischem Verhalten. Ich vermute, dass Wes Craven sich der Wirkung der von ihm für die Leinwand inszenierten Gewalt nicht bewusst war, denn sonst hätte er nicht solch einen erbarmungslosen Film geschaffen. Der Mensch ist ein Wesen voller Unberechenbarkeit. Wir können einerseits liebevoll Kinder erziehen und andererseits hasserfüllt Feinde töten. Nicht viel trennt uns davon, den Urinstinkten einfach Folge zu leisten, um alles zivilisierte abzulegen. LAST HOUSE ON THE LEFT ist Wes Cravens Regiedebut; somit wirkt der Film recht kantig und ungeschliffen. Dies kommt der Authentizität allerdings zugute, denn wie will man als Regisseur Gewalt spürbarer machen, als eine dokumentarisch anmutende Bildästhetik zu benutzen; frei von „Goldenem Schnitt“ und formvollendeter Bildgestaltung? LAST HOUSE ON THE LEFT wirkt in kaum einer Szene bildtechnisch durchdacht, hat aber auf der Haben – Seite David Hess zu verbuchen, dessen Darstellung des Krug Stillo ich einfach mal als enthusiastisch bezeichnen möchte. Selten wurde ein Gewalttäter schmieriger & mieser dargestellt als in Wes Cravens Terrorfilm. Es bleibt nur zu sagen, dass LAST HOUSE ON THE LEFT mehr als nur schwer verdaulich und von einem „Unterhaltungsfilm“ so weit entfernt ist, wie unsere gute, alte Sonne vom Planeten Pluto. So bissig, bösartig und verstörend kann Low - Budget - Kino sein! (quelle & text: ich) :) HARTER FILM! kontrovers & kompromisslos! ... |