German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 
  Forum: Filmpalast
    Thema: V for Vendetta
Trinity GothAm Donnerstag ist es endlich soweit und V for vendetta läuft in Deutschland an. Ich werde Freitag im Kino seind und ich muß sagen ich bin sehr gespannt auf diesen Film. Mehr am Wochenende.

Gruß
Trin
nathanelund um was geht es in dem Film? Hab noch nie was davon gehört :D
SiriusIch hab den Trailer gesehen - sieht ein bisschen aus wie Batman auf XTC, haha. :D
Neee, wenn die Story passt, faschistisches Regime in Großbritannien, welches V ja bekämpft... Naja, könnte schon interessant werden, bin auch gespannt :)
NeurasthenioHier gibts ne gute Besprechung:
[url]http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22266/1.html[/url]
Pellinore[I]Guy Fawkes - The only man who entered parliament with honourable intentions[/I]

Nachdem das dritte Matrix-Ding fast für mein vorzeitiges Ableben durch eine gefährliche Mischung aus Entsetzen und tödlicher Langweile gesorgt hatte, war ich ein bißchen entsetzt, daß die Wachtel-Brüder sich der hervorragenden Comic-Vorlage angenommen hatten - der Trailer... nun gut... handlungs- und sinnentleertes Gewaltkintopp um seiner selbst Willen vor einem Orwell-Hintergrund, einen Fünfer für's Nickelodeon und wieder 'nen Freitagabend totgeschlagen - Großer Irrtum!

[I]V wie Vendetta[/I] ist ein ästhetischer, intelligenter, witziger, zynischer und spannender Film vor dem Hintergrund einer gar nicht mehr so unwahrscheinlichen totalitären Zukunft in einer wahrscheinlichen Optik, die den Zuschauer nicht mit aberwitzigen Techno-Gadgets erschlägt. Vogelgrippe und Product Placement als Beglaubigungsstruktur... die functionirt! Ausgezeichnet! Unbedingt ansehen! Großartiger Film!

[I]Remember, Remember The Fifth Of November[/I]

P.S.: Die Recension bei Heise ist ausgezeichnet!
Bloody AngelNaja ich entfand es genau andersrum.
Der ganze Film erinnerte mich stark an die Story von Equilibrium, nur das mir die Stimmung in Equilibrium besser gefiel.
In V for Vendetta gibt es auch sehr viele logische Fehler, die ich jetzt hier aber nicht aufzählen möchte da ich sonst wesentliche Dinge des Films verraten würde.
Eigentlich bietet der Film nichts neues, die darstellung eines mit dem Nazis vergleichbaren Regimes nur in der Zukunft.
Für mich wahr es einfache Kinounterhaltung, mehr aber auch nicht.

So long
Dark BlutsaugerIch werde mir den morgen mal anschaun. Ich bin auch sehr gespannt. Der Trailer war mal echt geil.:)
SiriusNa mal gucken, wenn ich morgen versehentlich am Kino vorbei komme, schau ich mal rein ;)
Timberwolf[b]"V" wie Verschwendetes Geld[/b] :rolleyes:

Also für mich war der Film nicht gerade berauschend. Die Hintergrundgeschichte finde ich wirklich spannend und viel versprechend. Man hätte viel aus ihr herausholen können... aber mir wirkte das ganze zu sehr wie die ewig selben Inhalte, die in einer neuen Verpackung präsentiert werden. Die Guy-Fawkes-Maske vermochte den typischen düsteren Helden mit seinen Klischees dahinter nicht zu verbergen. Die Hauptfigur wurde nicht sonderlich konsequent dargestellt: zu Beginn noch der verschroben intellektuelle Superheld verloren nach der Gewaltszene am Anfang seine verrückt-exzentrischen Charakterzüge plötzlich an Betonung... der Regierungspräsident des düsteren englischen Zukunftsstaats wurde so überzeichnet böse dargestellt, dass ich mir fast wie im Kasperle-Theater vorkam, wo man den Kindern ganz genau und unmissverständlich klar macht, wer der Bösewicht ist. Wenn die Welt doch nur so einfach wäre...

Mein Fazit: gute Unterhaltung, die den Eintrittspreis fürs Kino allerdings noch nicht wert ist.
DarkG0thIch werd da auch ma rein gehen,der Trailer sieht schon geil aus.
TrauerwesenAlso ich mochte den Film sehr. Sicherlich gab es vereinzelt Schwächen, aber da ich auch mehr Action erwartete, wurde ich beruhigt, dass es zwar weniger Szenen, aber hute gab. Gott sei Dank wurde hier mehr auf Dialoge und Symbolik gesetzt. Handlungsspielraum für gewisse Interpretationen blieben neben den offensichtlichen Dingen auch.
Und es war für mich zumindest alles mehr oder weniger schluessig.
Trinity GothLeider konnte ich den Film nicht sehen, weil das 'Mist Cinestar' keine OV zeigt in Düsseldorf und die Synchro verweigere ich. Falls jemand weiß wo der Film in Original läuft in der Nähe vom Ruhrgebiet, kann er sich mal bei mir melden.

Gruß
Trin
SiriusNun, ich muß zugeben, das ich am Anfang des Films dachte, das es sich wieder mal um so eine zweit- bis drittklassige Comicverfilmung a la "Batman" handelt, aber weit gefehlt!!
Die Story ist wirklich gut und auch recht spannend und erfreulicherweise drängt sich die stupide Action nicht zu sehr in den Vordergrund, wie es z.B. bei "Underworld 2" der Fall war.

Aber mal ehrlich, mit der Maske sieht der Typ einfach nur lächerlich aus

Ich hätte mir noch gewünscht, das man noch mehr Einblick in das Leben der Menschen in dieser totalitären Diktatur erhält, aber das hätte vermutlich den zeitlichen Rahmen vollends gesprengt.

Sehr interessant waren auch die Kulissen: Wohnungen eingerichtet im Stil der 50er oder 60er Jahre, also mit so richtig uralten Möbeln - aber dann plötzlich steht da der Plasma-Fernseher, Hi-Tec vom feinsten, quasi als Äquivalent zum Volksempfänger. Vielleicht war das aber auch nur einer der leider recht zahlreichen Logikfehler, wer weiß das schon so genau

Also ich fand den Film gut, ist wirklich sehenswert, wenn auch nicht der Überknaller der Saison (das hatte ich auch keinesfalls erwartet)

Fazit: Passt scho
Geb ich mal Note 2
Trauerwesen[QUOTE][i]Original geschrieben von Sirius [/i]
[B]
Aber mal ehrlich, mit der Maske sieht der Typ einfach nur lächerlich aus

[/B][/QUOTE]

Ohja, auch wenn man weiss, es ist Hugo Weaving, man sieht ihn ja nicht.
Gerade am Anfang fand ich es ein wenig grotesk, dass der da rumspricht, auch gestikuliert, aber man ständig dieses Grinsen der Maske sieht.

Hatte dem Film woanders auch eine glatte 2 verpasst.
TimberwolfDas Fehlen der Action bedeutet leider nicht mehr Tiefgang...

Mir gefiel sein anfänglicher Wortwitz. Ich war davon völlig verblüfft und positiv überrascht ob dieser sehr gewagten Sprache. Aber zugunsten des üblichen Publikums wurde dieser wohl nicht beibehalten.
SiriusDas stimmt, der anfänglich zur Schau gestellte intellektuelle touch des Hauptcharakters nahm im Laufe des Films fast linear ab... Zum Ende (große Kampfszene mit Mr. Creedy und seinen Helden) war das ganze Dialogtechnisch schon fast auf das übliche Proleten-Niveau abgerutscht.
MontroseAls ich mit einem Kumpel aus dem Film rauskam, hatten wir beide denselben Gedanken: Der Film hat eine schlechte Botschaft.


Vom Technischen gut gemacht, durchaus psychedelic, experimentell, spannend und action-beladen. Der Film erfüllt die Anforderungen guten Pop-Corn-Kinos.

Die Frage ist jedoch: wovon handelt der Film eigentlich? Ich halte die oben genannte Kritik von Heise für albernes Geschwätz. Wie bereits in Matrix gelang es den Wachtel-Brüdern auch in diesem Film, mit beliebig dahingeworfenen Anspielungen, Klischees (der pädophile Priester) und hochgestochener Wortwahl dem Publikum vorzugaukeln, die Auslösung von der Kulturmaschine ankonditionierter Betroffenheitsreflexe sei Aufklärung. Es ist genau das Gegenteil: Volksverdummung.

Soll das die "Lösung" aller Probleme sein: das britische Parlament in die Luft zu sprengen? Wo, so frage ich mich, sollen die Menschen ihre Standpunkte austragen, wenn nicht im Parlament?

Handelt V nicht genauso wie seine Widersacher, wenn er glaubt, durch Masken und Gewalt soziale Probleme zu lösen? Als in der Schlußszene das Volk in V-Masken gegen das Militär losmarschiert: war da das Volk nicht genauso entmündigt, entindividualisiert, fremdgesteuert und selbstentfremdet wie das Militär?

Kurzum: ich konnte in dem Film kein Gut und Böse entdecken, denn der "Gute" kam mir genauso beschissen, menschenverachtend, feige und verlogen (mit seiner samtenen Stimme) daher wie die "Bösen".

Die Macher des Filmes sind sich anders als die blinden Filmkritiker ihres Betruges bewußt. Dies zeigt sich daran, daß die Wachtel-Brüder ihre Filme zu immunisieren versuchen. War es in Matrix die Virtualität, die jegliche Kritik mangels realem Objekt ins Leere laufen ließ, so griffen die Macher diesmal zu einem anderen Trick. Die Filmautoren besaßen die Dreistigkeit, gleich ganz am Anfang des Filmes dem Publikum zu sagen: Was ihr sehen werdet, ist falsch. Dies geschah, als während des Hängens eine Frauenstimme sagte: "Aber Ideen kann man nicht lieben, sie haben kein Fleisch und Blut." Dies wird am Schluß aufgegriffen, als V vor seinem letzten Gewaltausbruch sagte "Ideen kann man nicht töten." Die Autoren waren sich sehr wohl bewußt, daß in dem Film nicht eine Seite, sondern beide Seiten falsch waren. Und sie gaben es zu, um einem möglichen Kritiker in diesem Punkt recht zu geben. Nichtsdestotrotz dürfte bei einer Vielzahl von Leuten diese Selbstnegierung nicht angekommen sein, was den Film gefährlich macht.

Was bewirkt der Film? Ich frage mich, ob die Wachtel-Brüder ihren persönlichen Triumph feiern, quasi in einem groß-angelegten Menschenexperiment, daß sie dem Publikum etwas Falsches vorführen können, ohne daß es die Menschen merken. Mir erscheint dies die plausibelste Erklärung. Eine andere Möglichkeit wäre, daß die Autoren in V hofften, daß das Publikum den Plan durchschaut und damit eine Lektion in medialer Manipulation bekommt. Wie die völlig naive Kritik von Heise zeigt, wäre das zweite Ziel glatt verfehlt worden: die Menschen erkennen die Lüge nicht.

Schlimmer noch, der Film leistet dem Totalitarismus vorschub, weil er falsche Warnsignale setzt. Er macht die Menschen glauben, Macht käme in fanatischen Reden, Religiosität, Menschenversuchen und düsteren Gassen daher. Aber schon Hannah Arendt betonte, daß das Böse mit freundlicher Gewöhnlichkeit daherkommt. Für die wirklichen Gefahren machen die Blödel-Streifen der Wachtel-Brüder blind.

Der Film ist schlecht.
TrauerwesenNunja, Montrose, im Endeffekt könnte man die Methode Vs auch als Kritik betrachten. Gut, es kommt nicht so deutlich heraus, eben weil es als Happy End dargestellt wird, aber für mich war es dennoch eine Kritik. Man hat das totaliäte System, aber genau derjenige, der dagegen angeht, benutzt Mittel, die man als Propaganda und Manipulation der Massen bezeichnen könnte. Begeisterung für etwas, und einfach mal mitmachen? Jawoll, das hatten wir bereits vor einigen jahrzehnten. Dann die Frage, letztenendes, ob er dann soviel besser ist als das, was er umwirft. Terrorismus gegen Misstände? Hm, klingt ähnlich wie "War against terror".
Gut, manch Zuschauer wird das evtl nicht rallen, manch Anarchie-Kids kommen sicherlich "Anarchie"-gröhlend aus dem Kino, der Spielraum ist vorhanden, den Film auch so betrachten zu können, aber der Zuschauer wird nicht dazu gezwungen, es zu tun. Das ist eindeutig ein Defizit des Films.

Zu diesem werk muss man aber noch hinzufügen, dass es sich hier um eine Comic-Verfilmung handelt, die Wacholder-Brüder also für den Inhalt nicht ganz so verantwortlich gemacht werden können. Gut, sie hätten manches deutlicher rausstellen können....
PellinoreDer Vorwurf an die Wermut-Brüder, ein Abziehbildchen von Realität verfilmt und deshalb einen schlechten Film gemacht zu haben, ist ein klein wenig unfair. Der Streifen mag in seiner charmanten Revolutionsromantik Anleihen bei Eisenstein nehmen, aber hier geht es nicht um die Reportage historischer Ereignisse oder ihre Darstellung aus einem gewiß tendentiösen Blickwinkel. Die Vorlage ist eine Persiflage, eine Überzeichnung, eine Reaktion auf den Kapitalismus und Demokratismus der 80er, der seine Versprechungen einem immer kleiner werdenden Kreis von Menschen gegenüber aufrecht erhalten konnte. Genausowenig wie der Comic ein fundiertes politisches Pamphlet, war Punk eine politische Alternative und die [I]Sex Pistols[/I] nicht das Gesangs- und Tanzensemble der Roten Armee. Und entsprechend fällt die Verfilmung aus. Überzeichnet. Auch wenn ab und an unsere Realität, die des 21. Jahrhunderts durchschimmert. Von der eher bizarren Geheimpolizei abgesehen, die klar Action-Kino ist, äußert sich die Unterdrückung durch gleich geschaltete Medien, die eine Mischung aus Propaganda-Hetze und idiotischer Actionunterhaltung bietet. Fast meint man eine Realität zu sehen, in der Springer SAT1 & PRO7 übernommen hat... soviel zur tatsächlichen Beglaubigungsstruktur der Geschichte. Daß V nicht viel mehr an Alternativen zu bieten hat, ist wiederum in der Struktur der Vorlage immanent. Die Karikatur hat Guy Fawkes und nicht Mahatma Gandhi als Vorbild gewählt und Aufklärung als Ausweg aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit hat seit 250 Jahren nur eher bedingt einer Realitätsprüfung standgehalten. In der konstruierten Realität der Filmwirklichkeit funktioniert es als Auflösung. Als Happy-End. Das als Kritik zu formulieren, setzt schlicht die falsche Erwartungshaltung voraus.
neutraler Engelich muss sagen ich bin noch nicht dazu gekommen den Fim zu sehen, was ich aber bestimmt nicht versäumen werde, und wenns nur drumm ist eure Theorien besätigt oder widerlegt zu sehen.

Aber noch kurz was anderes zum Thema totalitär-regime etc.

[QUOTE]Der ganze Film erinnerte mich stark an die Story von Equilibrium, nur das mir die Stimmung in Equilibrium besser gefiel.[/QUOTE]

Ist equilibrium nicht selbst eine Verfilming von Orwells 1984? Ich meine nicht eins zu eins, aber ich fand es schon sehr Merkwürdig, dass die Frau, welche Winston kennenlernt auch O'Brien heisst, genau wie der Typ, denn Winston im Buch kennenlernt, auch wenn sie nicht die genau gleichen Rollen haben und sonst auch das Ende ja nicht gleich ist... aber es hat trotzdem rech viele starke ähnlichkeiten..
(Ich habe das Buch schon gelesen und auch den Film gesehen, aber ich will jetzt nichts ausplaudern, was für andere sonst vielleicht noch eine Überraschung wäre)
naja aber Orwells Roman hatt wohl vielen anderen Werken als grundlage gedient..
fragmentIch war gestern abend in V wie Vendetta und es war der beste Film, den ich seit langem gesehen hab.
Vielleicht habe ich ihn anders gesehen, weil ich vorher die Heise Kritik gelesen habe oder einige Statements hier...aber ich fand ihn großartig.
Man kann den Film m.E. nicht in Kategorien einteilen...a la das war gut, das war schlecht, das war falsch...
Man muß ihn als Großes Ganzes sehen...ein Plädoyer für Freiheit.
Man kann diesen Film sicher auch mißverstehen.
Ich hatte zwischenzeitlich die Befürchtung, dass jeder Staatsfeind und Terrorist durch diesen Film bestärkt wird, aber wenn man zu Ende denkt und hinsieht ist das nicht das, was dieser Film sagt.

V ist kein Held...er ist ein Verrückter, der die Machthaber in diesem Staat aus Rache zu Fall bringen will. Er schreckt auch vor brutalen Methoden nicht zurück um Leute auf seine Seite zu ziehen bzw. ihnen zu spüren zu geben, was ihn antreibt.
Helden machen sowas nicht.
In V wie Vendetta geht es nicht um das Ausleuchten von gut und böse. Sie dienen nur als Grundlage und verschwimmen im Verlauf des Films zunehmend.

Alles was am Ende übrig bleibt ist die Richtigkeit der Idee...der Idee der Freiheit. Darum geht es in diesem Film.

Sicher ist die Umsetzung stellenweise etwas platt und einfach gehalten. Die Entwicklung einiger Charaktere wirkt auch etwas plump und zu geradlinig...aber das hat mich alles nicht gestört.

Wer einen Actionfilm sehen möchte, oder einen Scienes Fiction wird in V wie Vendetta gaube ich nicht auf seine Kosten kommen.
Für alle, die gern etwas für den Kopf haben ist der Film sehr empfehlenswert.
Montrose[QUOTE]Alles was am Ende übrig bleibt ist die Richtigkeit der Idee...der Idee der Freiheit. Darum geht es in diesem Film.[/QUOTE]Dieser Freiheit fehlt jedoch das Subjekt. Die zu befreienden Menschen werden in dem Film ziemlich trottelhaft dargestellt: wie sie in ihre Fernseher starren, wie sie in Kneipen hocken, wie sie Masken tragen und als sie diese abnehmen .... ziemlich gewöhnliche und sogar teilweise häßliche Gesichter erscheinen.

Freiheit schön und gut. .... aber für wen wozu?

Ich glaube, wenn man dem Film etwas Gutes abgewinnen will, darf man weder Heise glauben, der da einer kalkulierten "historischen" Fährte allzu bequem nachhechelt (zwei Klicks im Internet, um rauszufinden, wer da gehenkt wurde, aber nicht nachzudenken, ob solche Anspielungen wirklich sinnvoll sind) noch an die "Idee" glauben. Sondern es läuft dann eher in die Richtung, daß alle Beteiligten ---Regierung, Rächer und Volk---gemeinsam zu einer an sich lächerlichen Gesellschaft beitragen. Und diese Lächerlichkeit hat nichts mit Freiheit zu tun, denn auch das befreite Volk ist lächerlich, zumal es sich ja nicht selbst befreien konnte, sondern erst einen Maskenkasperl brauchte. Zur Freiheit ist dieses im Film gezeigte Volk gar nicht fähig.

Vielleicht macht die absolute Aussichtlosigkeit dieser Handlung seine Wirkung aus.
fragment[QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i]
Dieser Freiheit fehlt jedoch das Subjekt. Die zu befreienden Menschen werden in dem Film ziemlich trottelhaft dargestellt: wie sie in ihre Fernseher starren, wie sie in Kneipen hocken, wie sie Masken tragen und als sie diese abnehmen .... ziemlich gewöhnliche und sogar teilweise häßliche Gesichter erscheinen.
[/quote]

Ich würde das nicht trottelhaft nennen, sondern gewöhnlich.
Der gewöhnliche Mensch neigt ja erstmal dazu sich anzupassen und nicht sich aufzulehnen. Es ist angenehmer in den Fernseher zu starren und in Kneipen rumzuhängen statt sich aufzulehnen und möglicherweise sein Leben zu riskieren.
Das die Leute nicht zu Märtyrern und strahlenden Helden werden, sondern trotzdem eine Masse gewöhnlicher Menschen bleibt finde ich nur lebensnah. Trotzdem tragen sie die Idee mit sich und treten mit der Masse dafür ein.
Man könnte sicherlich wieder sagen "nur ein Bande von Mitläufern, die jemanden braucht, dem sie hinterherlaufen kann".
Und das ist wahrscheinlich nichtmal so falsch. Aber macht das den Gedanken der Freiheit falsch?

In V wie Vendetta wird, wie ich es interpretiere, mehr als in anderen Filmen auf den üblichen Heldenschmuß und Edelmanngehabe verzichtet.
Der "Held" des Films ist ein rachsüchtiger Einzelkämpfer, der den Umsturz nicht (nur) aus sozialem Verantwortungsgefühl bewirken möchte. Der gemeine Mensch wird nicht plötzlich zum strahlenden Überflieger sondern bleibt ein Herdentier, dass von wenigen Vorreitern "angeführt wird und was am Ende (für mich) das einzig Richtige bleibt ist der Gedanke der Freiheit.

[quote]
Freiheit schön und gut. .... aber für wen wozu?

[/QUOTE]

Ich glaube diese Frage mußt du dir stellen, nicht dem Regisseur oder Drehbuchautoren.
Creobotramich würde gerade interessieren, inwieweit der film sich an die comic-vorlage hält?
denn darin sind die charaktere m.m. sehr gut beschrieben bzw ausgearbeitet.
Trinity GothSo jetzt habe ich den Film endlich auch sehen können.

Ich habe seit längerer Zeit keinen so genialen Film mehr gesehen. Die Kritik bei Heise hat es wirklich getroffen. Ich muß erst einmal die Details des Films richtig verarbeiten um eine genauere Analyse abzugeben.

Ich bekomme seit gestern die 1812 Overtüre von Tschaikovsky nicht mehr aus dem Kopf ;)

Tipp: Schaut euch das Original an und ihr werdet den Film noch genialer finden.

Gruß
Trin
MontroseUnd nun?

Die eine bekommt diesen Dödel-Spruch nicht mehr aus dem Kopf, die andere nicht mehr Tschaikovski. Und wenn irgendwo eine Maske auftaucht, macht Ihr wahrscheinlich "wau wau", wie man das aus Tierkonditionierungsexperimenten a la Pawlow kennt.

Das mag sich schön anfühlen. Nichtsdestotrotz behaupte ich, daß die Aussage des Filmes falsch, und der vorauseilende Gehorsam Heises noch falscher ist.

Die versprochene, anderslautende Analyse liegt bislang nicht vor. Ich warte ...
Trinity Goth@Montrose: Du hast dir deine Meinung über den Film doch eh schon gebildet. Dann finde ihn scheiße und gut ist es - ich habe echt keine Zeit Analyse für Leute wie dich zu schreiben.

Moderatormodus ein: Dein Ton ist sehr beleidigend, deswegen dies ist die erste Warnung, bleib objektiv oder ich werde dir mit Freuden Schreibverbot für diesen Thread erteilen.

Gruß
Trin
Bloody AngelNa Na Trinity, wer wird denn hier gleich seinen Status als Forenmod ausnützen?!
MontroseGewalt ist keine Lösung, trinity. Gelöscht hast Du ja schon mehrfach "versehentlich" Beiträge von mir.

Richtig ist, daß Du eine Analyse versprochen hast. Und darauf warten wir.
[QUOTE]Ich muß erst einmal die Details des Films richtig verarbeiten um eine genauere Analyse abzugeben.[/QUOTE]


[QUOTE]Montrose: Du hast dir deine Meinung über den Film doch eh schon gebildet.[/QUOTE]
Willst Du mit jedem, der sich eine Meinung bereits gebildet hat, nicht mehr reden? Sprechen ist ja nicht nur dazu da, damit alle dasselbe sagen, sondern Austauch beinhaltet vor allem, unterscheidliche Sichtweisen einander mitzuteilen.

[QUOTE]Dann finde ihn scheiße und gut ist es[/QUOTE]
Ich finde ihn scheiße, weil dieser Film historische Fehlinformationen enthält und meines Erachtens Menschen manipuliert. Von daher kann ich es nicht gut sein lassen, sondern muß davor warnen.

[QUOTE]Ich habe seit längerer Zeit keinen so genialen Film mehr gesehen. Die Kritik bei Heise hat es wirklich getroffen.[/QUOTE]???


[u]Nun gut, mach ich halt die Arbeit wieder mal selber.[/u]

Heise schrieb:


[QUOTE]Wäre das Attentat gelungen, wäre neben der gesamten Königsfamilie auch das britische Parlament mit mehreren hundert Abgeordneten zum Opfer gefallen.[/QUOTE]
[QUOTE]wer dies für historische Worte hält und bei ihnen nicht vor allem an den 11.September 2001 denkt, wird "V for Vendetta" nicht verstehen.[/QUOTE][QUOTE]Die Einsicht in die grundsätzliche Relativität der Perspektiven, die Überzeugung, dass es über fast alles mehr als nur eine Wahrheit und jedenfalls sehr verschiedenen Ansichten gibt[/QUOTE]

Heise irrt in zweierlei Hinsicht. Erstens einmal, es gibt nicht über alles beliebige "Wahrheiten", die man ineinander vermischen könnte. Sondern, wie Heise sich selbst widersprechend zugeben muß, gibt es unstrittige historische Fakten. [url]http://www.gunpowder-plot.org/plot.asp[/url]

Wichtiger noch erscheint, daß Heise, wenn er Beliebigkeit propagiert, weder Achtung vor der einzelnen Meinung noch vor dem einzelnen Leben hegt. Nach Heise ist der 3000fache Mord am 11.9. durchaus akzeptabel, denn es gibt ja verschiedene Standpunkte.


[QUOTE]Doch die folgende, quasi-faschistische Diktatur durch eine "Norsefire" genannte Partei hat das nicht verhindert. Sie regiert als christlich-fundamentalistische Diktatur gottesfürchtiger alter Männer das Land.[/QUOTE][QUOTE]So blickt der Film auch zwischen die schönen Worte der Religion, hinter Kirchenpropaganda und unter die Soutanen der Priester. Der Erzbischof vergreift sich an kleinen Mädchen in rosafarbenen Kitschkleidern:[/QUOTE]
Heise unterschlägt, daß erst durch die Bilder dieses Filmes in Form von einer Hetzkampagne die Kirche als böse dasteht. Der Filmemacher schürt wie Goebbels gegen die Juden ("Jud Süß") Haß gegen eine Glaubensgruppe. Heise erkennt nicht, daß der Filmemacher nicht Aufklärer, sondern Mittäter ist. Der Filmemacher tut genau dies, was er anderen vorwirft.

[QUOTE]Wäre eine solche Szene im Hollywood der Gegenwart möglich? Der Beweis steht jedenfalls aus.[/QUOTE]Ist Provokation und Geschmacklosigkeit schon Kunst? Auch dafür steht der Beweis jedenfalls aus.

[QUOTE]V reflektiert allerdings die Motive und die Ethik seines Handelns. Sein Rechtsempfinden stagniert nicht auf dem Niveau des gerechten Zorns und rächenden Gerechtigkeitssinns.[/QUOTE]V reflektiert sie nicht. Das ist ja das gräßliche an dem Film. Leider hat Herr Heise kein Besipiel für diese "Reflektion". Der Kritiker erfindet etwas in den Film hinein, was dort gar nicht zu sehen ist.

[QUOTE]In einem Lager gefangen, am Kopf kurzgeschoren und dann allen möglichen "verschärften Befragungen" und Psychofoltern unterworfen, wie sie heute in Guantanamo Alltag sind. Neben den historischen sind auch die aktuellen KZ-Analogien offenkundig.

Zugleich erweist sich das Ganze, nachdem sie es überstanden hat, als [b]Foltern zu guten Zwecken[/b] - "Wer keine Furcht mehr hat, ist frei."[/QUOTE]Tja, wenn das so ist, warum macht Herrr Heise nicht selbst ein KZ auf?

[QUOTE]Man darf und muss darin wohl eher die Auseinandersetzung einer ungewöhnlich ernsthaften und klugen Schauspielerin mit ihrer Herkunft sehen.[/QUOTE]Heise argumentiert, daß der Film das KZ nicht verherrlicht, weil die Großeltern einer Schauspielerin im KZ umkamen. Dieser Logik kann ich nicht folgen. Denn erstens arbeiten Schauspieler für Geld und Ruhm, und nicht um politische Botschaften zu entsenden. Zweitens kommt kein Jude in dem Film vor, so daß bei der "jüdischen" Schauspielerin überheupt kein Gewissenskonflikt auftrat. Und drittens, wer behauptet, daß Abkömmlinge von Juden sich überhaupt für ihre Vergangenheit interessieren. Ich kenne zwei junge Frauen jüdischer Abstammung ..... und die setzen sich definitiv nicht mit der Thematik auseinander. Wiederum "sieht" Heise etwas, das außer ihm kein anderer Mensch sieht.

[QUOTE]das Haus in dem Tony Blair die Irakkriegsteilnahme beschloss, im Film einfach der Hort von Verlogenheit und Umdefinition eines einst freiheitlichen Symbols.[/QUOTE]Mit welchem Recht glaubt Heise, daß sein Standpunkt der Veruteilung Blairs der allein wahre ist. Oben noch erklärt Heise noch alles für beliebig, jetzt aber kennt er nur noch eine Wahrheit ... nämlich seine eigene.

[QUOTE]Die Explosionen ereignen sich zu den Schlägen und im Rhythmus von Tschaikowskis "1812". Ein erhabener Filmmoment, eine Bonfire Night der Bilder.[/QUOTE]Der Film verherrlicht und verharmlost Gewalt. Die U.S.A. hat nicht die Dreistigkeit, Bilder aus dem Irak mit Feuerwerk und Tschaikovsky zu verschönern. Von daher geht der Filmemacher sehr weit über das hinaus, was er bei anderen anprangert. Heise aber findet das so richtig schön ....

[QUOTE]die an Humanität - "Ich wage alles, was dem Menschen ziemt. Wer mehr wagt, der ist keiner" zitiert V "Macbeth"[/QUOTE]Nein, Humanität ist etwas anderes. Wer Shakespeare gelesen hat, weiß, daß Macbeth ein mehrfacher Mörder ist, der aus niedrigen Motiven handelt. Daß Heise ausgerechnet ein Zitat von Macbeth, mit dem Shakespare das Schauerliche dieser Person darzustellen versuchte, hier anführt, zeigt zweierlei zweifelsfrei:

1. Heise hat Shakespeares Macbeth niemals gelesen und kennt auch seine Handlung nicht.

2. Heise weiß nicht, was das Wort "Humanität" bedeutet.

Daß sich solch eine ungebildete Person erdreistet, ihre Kritik mit Worten wie "philosophische" und "jakobinisch" zu beginnen, ruft bei mir Brechreiz hervor. Muß man das wirklich ertragen, daß jeder dahergelaufene Möchtegern sich zum Kritiker aufspielt und hunderte von Lesern für dumm verkauft?

[QUOTE]am Ideal der egalitären Gesellschaft festhält, der Gerechtigkeit, an Richtig und Falsch als absolute Kategorien, ungeachtet persönlicher Affinitäten des Individuums, und die an ihre Ideen nicht nur glaubt, sondern sie liebt - "Ideas are bulletproof" sagt V einmal.[/QUOTE]Nanu? Erst propagiert Heise, daß es mehrere Wahrheiten gibt. Jetzt gibt es unumstößliche Wahrheiten, über die man nicht diskutieren kann. Aber damit stellt sich Heise doch genau auf dieselbe Stufe mit den "christlichen Fanatikern". Mit einem Unterschied: die "Fanatiker" haben wenigstens einen Standpunkt, während Heise von einer Seite zur anderen hüpft .... ein richtiger Wendehals, der Herr Heise.


Was will Heise eigentlich sagen? Seine Kritik ist wortreich, aber aufgrund der ständigen Widersprüche völlig substanzlos.
Bloody Angel[QUOTE]Der Film verherrlicht und verharmlost Gewalt. Die U.S.A. hat nicht die Dreistigkeit, Bilder aus dem Irak mit Feuerwerk und Tschaikovsky zu verschönern. Von daher geht der Filmemacher sehr weit über das hinaus, was er bei anderen anprangert. Heise aber findet das so richtig schön .... [/QUOTE]
Oh doch, genau das tun die USA. Gehört zwar nicht zum Thema, musste ich aber mal loswerden.
Trinity Goth[QUOTE][i]Original geschrieben von Bloody Angel [/i]
[B]Na Na Trinity, wer wird denn hier gleich seinen Status als Forenmod ausnützen?! [/B][/QUOTE]

Beleidigungen kann ich nicht durchgehen lassen und das weiß der kritisierte Herr auch. Das geschieht schließlich auch zu eurem Schutz.

@Montrose: Ich habe keinen Bock darauf mit dir zu diskutieren das mögen andere tun, passt nur auf wie du deine Posts formulierst, sonst bis du hier raus.
Trinity Goth[QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i]
[B]
Ich finde ihn scheiße, weil dieser Film historische Fehlinformationen enthält und meines Erachtens Menschen manipuliert. Von daher kann ich es nicht gut sein lassen, sondern muß davor warnen.
[/B][/QUOTE]
Oh, gefährlicher Film! Ausgerechnet du bist dieser Ansicht, das amüsiert mich jetzt doch. Das gehört aber nicht zur Diskussion dieses Films.

Allerdings wie wäre es Montrose, wenn du die Menschn mal selber denken lässt und zu eigenen Schlüssen kommen läßt?

Bemühe dich nicht denn mehr schreibe ich hier nicht - ich sehe ich werde wohl einen Teil dieses über zur oder lang in den Kaiser auslagern müssen.

Gruß
Trin
Montrose[QUOTE]Allerdings wie wäre es Montrose, wenn du die Menschn mal selber denken lässt und zu eigenen Schlüssen kommen läßt?[/QUOTE]Man sieht ja, was dabei rauskommt, wenn man die Leute "selber denken läßt".


[QUOTE]ich sehe ich werde wohl einen Teil dieses über zur oder lang in den Kaiser auslagern müssen.[/QUOTE]Keine schlechte Idee. Dann könnte man auch gleich mal über den Faschismus in "Matrix" diskutieren. Ist doch merkwürdig, daß die Jungs dort alle in SS-Mänteln rumlaufen, sich als Messias bezeichnen und reihenweise Leute umballern (achso, die sind ja alle virtuell .... na dann....).
jahb[QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i]
[B]Man sieht ja, was dabei rauskommt, wenn man die Leute "selber denken läßt".
[/B][/QUOTE]

Ja und in dem Film sah man ganz gut was passieren kann wenn man sie daran hindert.

Ich fand den Film auch genial. Speziell V's weise Worte.

Und bevor ich einen Film so ausdiskutiere wie es hier passiert muss ich mir doch mal wieder bewusst machen warum ich mir solche Filme angucke......
sadogoatFand den Film auch ziemlich gut. V ist halt ziemlich radikal, hat ja auch einiges durchgemacht. Mir hat sein Charakter durchaus gefallen (auch wenn sein Wortwitz tatsächlich abnimmt). Alle anderen Schauspieler fand ich auch sauber gespielt.
Über die Botschaft kann man wohl ewig diskutieren, denke mal auch das man den Film da nicht zu ernst nehmen sollte. V ist ne radikale Comicfigur und niemand dessen Handlungen zum nachmachen animieren sollen.
Habe seichtes Popcornkino erwartet (also nicht viel) und wurde eines besseren belehrt. Die Action war zwar sehr rar, aber dafür sehr gelungen.

soweit...
HomunculusAllen, die den Film mochten kann ich nur den ursprünglichen Comic "V for Vendetta" von Alan Moore empfehlen, der in den Achtzigern erschienen ist. Der Film hat wesentliche Elemente der Originalstory verändert, die Story ist im Comic noch wesentlich ausgefeilter, hätte sich aber aus genau diesem Grund auch nicht 1 zu 1 in nur 132 Filmminuten umsetzen lassen ;-) Infos zum Original-Plot und den Hintergründen liefert die Wikipedia.
Außerdem empfehlenswert: schaut den Film in Englisch, sobald die DVD da ist, denn er ist im Original wesentlich schöner, da sich viele Sachen einfach kaum übersetzen ließen.

LG,
Hom

German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 

German Gothic Board

Startseite Chat Grüße SchwarzKultur