| TobeMental | Hierzulande wird der aktuellste Streifen des polnischen Regisseurs [i]Roman Polanski[/i] vermutlich erst in den kommenden Wochen zu sehen sein. Aber wie findet ihr schon einmal die vorläufigen Informationen? Nach der eher "einfacheren" Verfilmung von [i]Die neun Pforten[/i], scheint Polanski bis dato mit "der Pianist" seinen aussagekräftigsten Film abgedreht zu haben. Für die Musik zeichnete sich wieder der Komponist Wojciech Kilar verantwortlich. Bin schon einmal auf den Score gespannt. :) Für [i]Bram Stoker's Dracula[/i] und den neun Pforten hat er eine wahnsinnig gute Musik geschrieben. Bestimmt auch für das neueste Werk... Was ist für euch der erste Eindruck des Films??? [url]http://www.thepianist-themovie.com/[/url] |
| FallenSisko | Ich hab ihn gestern abend in einer Premiere gesehen. Der Film ist weitaus besser als Schindler Liste. Und der hat schon 7? Oscars bekommen. In Schindler Liste wird man nicht so stark in die Story mit hereingezogen. Aber hier in "Der Pianist" ist der Zuschauer von Anfang an dabei. Der Film startet im September 1939 und schon die ersten Szenen machen einen klar das hier eine jüdische Familie aus ihrem normalen, ja harmonischen Leben gerissen wird. Diese jüdische Familie mag man ganz einfach von Anfang an. So erging es mir jedenfalls. Es gibt Geschwisterstreit und ein altes romatisches Ehepaar das für die Kinder sorgen will. Einfach alles stimmt. Bis die Deutschen kommen... Und dann beginnt ein 6 jähriger Kampf ums überleben im Getto. In der die Familie jeder Zeit und in jeden Moment mit dem Tod konfrontiert ist. Und der Zuschauer beginnt zu zittern um diese Famlilie. Und hofft für sie das sie überleben. Noch nie waren die Greueltaten des 2ten Weltkriegs so deutlich beschrieben wie hier. Der beste Film zu diesem Thema. Unbedingt anschauen. Dazu noch ein Zitat von Marcel Reich-Ranicki der auch im Warschauer Getto war "Was ich mir nie vorgestellt, was ich nie zu hoffen gewagt habe, das ist Polanski hier gelungen: Er hat den Alltag des Gettos, seine Atmosphäre so treffend und mit einer so überwältigenden Genauigkeit wiedergegeben, daß ich, diesen Film sehend, hier und da mit dem Verdacht kämpfen mußte, da seien authentische Dokumentaraufnahmen eingeblendet worden. Nein, da ist nichts übernommen, da ist alles rekonstruiert. Und Polanski hat es - das immer wieder verwendete Wort - hier sei es mir erlaubt: Er hat es meisterhaft gemacht" |
| TobeMental | Besser als Schindlers Liste...! In Cannes wurde der Film ja schon ausgezeichnet. Wenn ich mir das verallgemeinere, so hat Polanski doch seinen besten Film gedreht... ;) |
| FallenSisko | Warum ist der Film so schnell wieder aus den Kinos raus? Warum hat ihn sich kaum einer angeschaut? |
| TobeMental | Hm, gute Frage. Vielleicht liegt es daran, dass keine Panzer ganze Dörfer plätten. Oder kein Luftgeschwader bombadiert eine deutsche Hauptstadt. Keine Liebesszenen wie in "Pearl Harbor" sind zu sehen... Keine Ahnung, aber die Masse steht einfach mehr auf Action und einfache Unterhaltung. Etwas, was mich eher traurig macht, doch Filme wie "The Pianist" sind dafür umso niveaureicher und pathetischer. Die Mehrheit will solche Filme eh nicht verstehen... |
| HekateSelene | Hab den Film erst kürzlich gesehen und bin...erschüttert, fasziniert, geschockt, einfach alles. Genialer Film, aber eben nicht für die breite Masse, was ihn für mich nur noch interessanter macht! |
| Kemikaru | Für mich ist es einer der genialsten und realsten Filme über dieses Thema. |
| seelenmord | Der Film war okay - aber 'überwältigt' hat er mich nicht ... |
| Serena | da pflichte ich dir bei, liebe lumière...:( ...was waren wir entsetzt... |
| Schattenwesen | Das ist doch der Film, in dem der alte Mann in seinem Rollstuhl aus dem Fenster gestoßen wurde, oder? Der Film war krass, da stimme ich lumiere zu. Allerdings zog sich das Ende ziemlich in die Länge... |
| Serena | @Schattenwesen: jap, das ist der Film! |
| paranuit | die darstellung wirkt unglaublich authentisch. da sind so viele traumbilder dabei. bilder wie aus einem traum, traumatisierende effekte - wie der typ am ende in der geborgten uniform aus der ruine kraucht, zitternd, hände erhoben, völlig dürr, verwahrlostest haar, kalt gefrorenes gesicht - wie er in seinen zwei wohnungen wohnt ohne sich zeigen zu dürfen, und das über jahre - er sieht aus dem fenster seines wohnverstecks und sieht im nachbarhaus detonationen, feuersbrünste. der anblick erinnert mich an den zeitreisenden aus der alten verfilmung der zeitmaschine, der im aus seinem fenster heraus sieht, wie sich das geschäft gegenüber im laufe der zeit verändert, bis es schließlich im krieg zerstört und zu asche wird - die frau, die auf offener straße abgeknallt wird und noch im laufen zusammensinkt und in einer merkwürdig kauernden stellung am boden tot hocken bleibt. später begegnet man diesem anblick noch einmal, diesmal von ganz nahem, nicht mehr von weitem aus dem fenster heraus - alle möbel, jeder einrichtungsgegenstand wirkt echt, nicht gestellt, nicht künstlich, sondern wie aus der zeit gegriffen. - allein der bilder wegen könnte man den film mehrfach ansehen die anzahl der zuschauer sagt nie etwas über die qualität eines films aus. |