| Beowulf | Also ich sah just im Betreff genannten Film, und ich muss sagen: Er hat einen total makaberen Humor, geht Schamlos mit Tabuthemen wie sexuellem Missbrauch um, und stellt Perversionen fast aller Arten, und Sadismus dar. Kurz: Ich bin begeistert. Er ist wirklich ganz gut. Etwas zu schmalzig manchmal für meinen Geschmack, aber ansonsten zu empfehlen. |
| Xenomorph | Ich lese gerade das Buch von Michel Houllebecq. Das Buch finde ich absolut lesenswert: Zynisch, grotesk und schmutzig... Ich habe den Film dazu bislang nicht gesehen, bezweifle jedoch, dass er der Buchvorlage ebenbürtig ist, zumal es sich, wie ich gehört habe, um einen Film von einem deutschen Regisseur handelt (von wem weiß ich jetzt nicht), und mit deutscher Besetzung, was ich in diesem Fall für eine äußerst ungünstige Entscheidung halte, da ein deutscher Filmemacher diesen Stoff wahrscheinlich zu "deutsch"(sprich:zu ernst und moralisierend) interpretiert...Gestern habe ich noch einmal "Delicatessen" von Jean Pierre Jeunet/Marc Caro gesehen (lief sogar im TV)..."Elementarteilchen" wäre die perfekte Vorlage für einen Film von Jeunet gewesen, denn all seine Filme sind extrem antimoralisch und zynisch, genau wie Houllebecqs Bücher... |
| Beowulf | Ich fand den Film weder zu ernst, noch moralisierend, und finde generell, deutsche Filme selten zu ernst, noch moralisierend. Wenn ich an NVA, oder ähnliche Filme denke, neigen deutsche doch eher zur Selbstironie und Sarkasmus. Ein Film ist kein Buch, und ein Buch ist kein Film. Wenn man in einen Film geht, in der Erwartung ein Buch zu sehen, muss zwangsläufig enttäuscht werden. |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von Beowulf [/i] [B]Ich fand den Film weder zu ernst, noch moralisierend, und finde generell, deutsche Filme selten zu ernst, noch moralisierend. Ein Film ist kein Buch, und ein Buch ist kein Film. Wenn man in einen Film geht, in der Erwartung ein Buch zu sehen, muss zwangsläufig enttäuscht werden. [/B][/QUOTE] O.k., stimmt schon, beides ist irgendwo eigenständig, doch den Hang zum Moralisieren gibt es im deutschen Film, zumindest dem der Nachkriegsära, leider viel zu oft, wenn auch vielleicht nicht in diesem...Echte Antimoralisten unter den deutschen Filmemachern, die es wagen, wirklich alle Grenzen von "Anstand", "Sitte", "Moral", und "gutem Geschmack" hinter sich zu lassen, haben es im "modernen" Deutschland äußerst schwer, sie werden von den selbsternannten staatlichen Moralhütern wegzensiert und in Stücke gerissen, siehe z. B. Jörg Buttgereit... |
| destinysblood | [QUOTE][Ich habe den Film dazu bislang nicht gesehen, bezweifle jedoch, dass er der Buchvorlage ebenbürtig ist ... Gestern habe ich noch einmal "Delicatessen" von Jean Pierre Jeunet/Marc Caro gesehen (lief sogar im TV)..."Elementarteilchen" wäre die perfekte Vorlage für einen Film von Jeunet gewesen, denn all seine Filme sind extrem antimoralisch und zynisch, genau wie Houllebecqs Bücher... [/B][/QUOTE] das ist es auch, irgendwie geht dem film der ganze hintergrund verloren, es wird etwas blass schockiert und wird irgendwie miefig deutsch. ein bisschen krasser hätt ich mir des schon gewünscht...es blieb ein fader nachgeschmack. ich find houellebecq ja eigentlich fantastisch, wenn auch mittlerweile ein bisschne ermüdend...aber ich wusste, das wird seltsam, wenn moritz bleibtreu und ochsenknecht aufspielen...aslo ich weiß nicht...irgendwie oberflächlich |
| Aenwyn | So, dann werd ich auch noch meinen Senf dazu tun: Roehler trifft auf Houellebecq, das läßt Ausweglosigkeit pur im Kino erwarten, und so wurde ich denn auch vorgewarnt - nach dem Film brauche man jemanden, der einen in den Arm nimmt, meinte Elena. Die prominenten DarstellerInnen hatten mich jedoch neugierig gemacht, und so ging ich tapfer, mir ein eigenes Bild zu machen. Die Schauspielkunst ist denn auch in der Tat sehenswert: Allen voran Martina Gedeck, die schlicht atemberaubend ist. Moritz Bleibtreu darf souverän eine weitere Variation des Typs sensibler Macho, der ihn anfangs berühmt machte, ausleben. Tom Schilling ist mal wieder ein wundervoller verstörter Teenager, obwohl er gar nicht so viele Szenen hat, versteht er zu beeindrucken. Franka Potente spielt ausgesprochen zurückgenommen, und auch an den blassen Christian Ulmen gewöhnte ich mich im Laufe des Films, der Charakter schien wohl einfach so angelegt. Fazit: besser (und weniger deprimierend) als erwartet. |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aenwyn [/i] Fazit: besser (und weniger deprimierend) als erwartet. [/QUOTE] Das ist es ja gerade, was mir an dem Film nicht gefällt: Es hätte alles sehr viel auswegloser, düsterer und deprimierender sein müssen als man es dort gesehen hat...Der pure Nihilismus, der im Buch zum Ausdruck kommt, und den ich mir auf der Leinwand zu sehen gewünscht hätte, fehlt in dem Film einfach. Wirklich schade um den guten Stoff... |
| Schattenwesen | Ich habe mir den Film kürzlich angesehen und fand ihn okay. Er hat de facto keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, aber ich habe mich nicht gelangweilt. Das Buch habe ich bislang aus Zeitgründen nicht gelesen, muss also beim Vergleich leider passen. |
| Neurasthenio | Obwohl begeisterter Houellebecq-Leser muß ich sagen, daß mich der Film schon vom Kurzeindruck her in keiner Weise reizt. Das geht bei der Besetzung schon los, auch wenn ich spontan nicht sagen könnte, wen ich dort erwartet hätte - diese jedenfalls nicht. Man muß sich nicht alles geben. Ich denke, ich warte eher mal auf eine aussichtsreiche Theaterinszenierung. Von der Kampfzone hatte ich vor einiger Zeit eine gelungene gesehen - als Ein-Frau-Stück, das den Nerv des Buches besser getroffen hatte, als es ein Film wohl gekonnt hätte. |
| Birger Cassel | leider erst jetzt gesehen (im kino verpasst etc). kannte das hervorragende buch, und war gespannt auf die filmische umsetzung. ich war angenehm überrascht. klasse besetzt und authentisch gespielt (selbst bleibtreu-von dem ich nun überhaupt kein fan bin- hat grandios gespielt) ulmen hätte mehr bringen können, hat mir aber trotzdem recht gut gefallen. seine schauspielerische leistung wird meiner meinung nach eh stark unterschätzt. (ob er natürlich jemals seine leistung aus herr lehmann toppen kann, ist fraglich). überflüssig fand ich die besetzung des vaters durch uwe ochsenknecht. da hätte man (fast) jeden x-beliebigen akteur nehmen können. alles in allem eine sehr gut gelungene umsetzung eines fantastischen romans. |