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  Forum: Filmpalast
    Thema: Babel
Distroia[I]Babel[/I] war nach [I]Amores Perros[/I] der zweite Film von Lejandro González Iñárittus den ich gesehen habe.


Wie bei [I]Amores Perros[/I] und [I]21 Grams[/I] besteht die Story aus drei seperaten Handlungssträngen, die mehr oder weniger miteinander verflochten sind. Da ist einmal das US-amerikanische Ehepaar Susan und Richard das gerade Urlaub in Marrokko macht. Gleichzeitig versucht ein taubstummes Mädchen in Tokio den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten und ihre Unschuld zu verlieren, wobei sie nicht gerade besonders wählerisch zu sein scheint. Und dann ist da noch die mexikanische Babysitterin von Susan und Richards Kindern, die nach Mexico fährt bei zur Hochzeit ihres Sohnes anwesend zu sein.

Wie es der Zufall (oder [I]Lejandro González Iñárittus[/I] ) so will, wird Susan bei einer Busfahrt durch die marokkanische Einöde von einem Zigenhirtenjungen angeschossen, der eigentlich nur ein bisschen mit der Waffe seines Vaters spielen wollte. Alle gehen natürlich von einem Terroranschlag aus und weil keine größere Stadt in der Nähe ist, muss Susan ins nächste Dorf gebracht werden, wo sie von einem Tierarzt notdürftig behandelt wird. Die Waffe war übrigens ein Geschenk des Vaters der Taubstummen Mädchens in Tokio. Und das war auch schon alles, was die Verbindung zwischen diesen beiden Handlungssträngen angeht.

Und die Babysitterin? Die fährt, wie gesagt, nach Mexico, zur Hochzeit ihres Sohnes. Und weil sie keinen findet, der auf die Kinder aufpasst nimmt sie diese kurzerhand mit. Auf dem Rückweg legt sich ihr Neffe mit ein paar Grenzbeamten an und sie flüchten mit dem Auto in die Wüste, wo er sie und die Kinder clevererweise absetzt um alleine vor der Polizei zu flüchten. Verbindung zum Rest der Story? Naja, es sind halt ihre Kinder von Susan und Richard und ab und zu telefoniert die Babysitterin mit den Eltern.


Da stellt sich doch zunächst mal die Frage, warum man drei Handlungsstränge in einem Film erzählt, wenn diese sowieso praktisch keinen Einfluss aufeinander haben. Wer schon einmal [I]Traffic[/I] von [I]Steven Soderbergh[/I] gesehen hat, weiß wie man dieses Stilmittel geschickt nutzen kann, um globale Zusammenhänge aufzuzeigen. Aus Babel hätte man ohne Weiteres drei kurze Filme machen können, wobei der über das Tokioter Schulmädchen in Sachen Banalität jeder Seifenoper hätte Konkurrenz machen können.

Woran es [I]Babel[/I] meiner Meinung nach total fehlt, ist eine geschickte subtile Art und Weise eine Message zu übermitteln. Stattdessen prügelt [I]Alejandro González Iñárritu[/I] dem Zuschauer seine Meinung immer wieder mit dem Holzhammer ein, sodass man gar keine andere Wahl hat, als ihm zuzustimmen. (jaja, wir sind alle nicht in der Lage zu kommunizieren. Ja ja, Marokkaner sind wirklich nette und hilfbereite Menschen und wir wüssten das alle, wenn wir nur ihre Sprache verstehen würden). Noch dazu wirken dadurch viele Details der Handlung sehr konstriert, denn es ist einfach zu offensichtlich was der Regisseur damit bewirken will. Ich denke da gerade an das Beispiel mit den Touristen die unbedingt die verletzte Frau zurücklassen wollten, weil es ihnen in dem Bus zu heiß geworden war - diese bösen egoistischen Franzosen aber auch!

Überhaupt versucht der Regisseur dem Zuschauer eine ganze Menge an Dingen zu sagen. Aber wirklich überzeugend rübergekommen ist bei mir zumindest überhaupt nichts. Was auch daran liegt, dass irgendwie ein roter Faden in der ganzen Geschichte fehlt. Es wird versucht auf so viele Dinge einzugehen - vielmehr als der Film überhaupt verträgt. Und das trotz seiner Länge. Da geht es um Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Kulturen, um familiäre Beziehungen, um politische Beziehungen und was weiß ich was nicht noch alles. Und meiner Meinung nach scheitert der Film daran, das alles unter einen Hut zu bekommen. Statt einem rundem Ganzen gibt es nur Bruchstücke die nicht so richtig zusammenpassen wollen.

Zumindest handwerklich fand ich den Film gelungen. Die Landschaftsaufnahmen waren nett anzuschauen, und vor allem die schauspierischen Leistungen waren wirklich gut. So waren die knapp zweieinhalb Stunden zumindest einigermaßen erträglich.

Und was ist bei mir am Ende hängengeblieben? Naja, ich weiß jetzt, dass die Kinder von marokkanischen Ziegenhirten gerne im Freien onanieren und dabei an ihre Schwester denken (danke für die Information). Und mir ist jetzt klar, dass man als taubstummes Schuldmädchen in Tokio ganz schöne Probleme mit der Kommunikation hat (wer hätte das gedacht) und dass Schulmädchen in Tokio manchmal keine Unterhöschen tragen (aber das hatte ich dank RTL2 vorher auch schon gewusst).

3/10
Desenganoalso ich fand den film einfach nur toll. ich hatte nicht das gefühl, dass der regisseur irgend etwas "sagen" wollte. denn dsa zeigt ja der film, geht vllt auch gar nicht. klar, der tokio-handlungsstrang war sehr hinzukonstruiert, aber das hat mihc nicht sosehr gestört.
ich glaub, ich habs hier schon 5mal reingeschrieben: ich bin eine sehr visuelle filmeguckerin. **g** wenn ich ne gute geschichte will, les ich ein buch.
die bilder von babel haben mich sosehr beeindruckt, dass es mir egal war, ob tokio nun passte oder nicht. denn auf die bilder dieses handlungsstrangs hätte ich ungern verzichten vollen. :)

also es hängt glaub einfach davon ab, was man filmen generell so erwartet. *gg*
vengeanceFand den Film auch mehr als gelungen. Ich finde, SO viel versucht der Regisseur nun auch wieder nicht mitzuteilen, aber das, was er mitteileilen will, geschieht auf einprägsame, erschreckende und nachdenkliche Art.

Die Geschichten sind nicht direkt miteinander verbunden, stehen sich aber gegenüber. So wird zum Beispiel der Gegensatz zwischen der hektischen modernen Welt Tokios und dem ruhigen Leben in Marokko immer wieder drastisch dargestellt.

Etwas aus dem Rahmen fällt in meinen Augen die Geschichte um die Frau in Mexico, die sich den zwei Kindern angenommen hat. Zwar hängt diese mit dem Paar in Marokko zusammen, jedoch kann ich eine unmittelbare (oder zumindest neue) Botschaft aus dieser Geschichte nicht ganz entnehmen.

vengeance
FayveAlso die verschiedenen Handlungsstränge sind alle mit einander verbunden und man sollte auch merken das der Film schon eine Botschaft besitzt.

Verbunden sind alle Handlungen durch die Pistolenkugel die Susan trifft. Der Japaner hat die Waffe nach einer Jagsafari in Afrika dort gelassen und diese Waffen kommt dann zu der Familie in Marokko, wo die Kinder mit dem Gewehr Schakale erlegen sollen aber dann aus Übermut Susan im Reisebus anschießen.
Susan und ihr Mann haben ihre Kinder in Amerika gelassen und wollten eigentlich über ihre Eheprobleme durch den Urlaub hin wegkommen. Da Susan angeschossen wird muss die mexikanische Haushälterin länger auf die Kinder aufpassen als geplant. Sie hat keine Aufenthaltsgenemigung für Amerika und fährt leichtsinnig zu der Hochzeit ihres Sohnes nach Mexiko und nimmt die Kinder dabei mit. Auf dem Rückweg muss sie die Kinder allein in der Wüste zurücklassen woraufhin sie dann aus Amerika ausgewiesen wird.
Das ist jetzt sehr grob wieder gegeben
verschiedenen Handlungen räumlich und zeitlich global vernetzt sind.

Über eine Pistolenkugel werden eine Reihe von Dramen verursacht, Chronologisch gesehen beginnt alles mit dem Selbstmord der Frau des Japaners durch eine Waffe. Das führt zu Schwierigkeiten in der Vater-Tochterbeziehung.
Die Tochter hat noch weitere Probleme, da sie taub ist sehen viele Männer/Jungen sie als Monster an und machen sich über sie lustig. Wenn sie von dem Polizisten Sex will ist es mehr als das. Sie will Verständnis und ehrliche Zuneigung.

Der nächste Schauplatz Marokko zeigt ebenfalls Probleme die unteranderem auf fehlender Verständigung beruhen. Susan und ihr Mann sind mitten im nirgendwo Menschen ausgeliefert deren Sprache sie nicht sprechen. Susans leben hängt von ihnen ab.

Ein weiteres Drama spielt sich zwischen Amerika und Mexiko ab. Mann sieht das Problem der Mexicaner die in Amerika das scheinbar gesegnete Land sehen und dann zwischen Pflicht und Neigung Fehler begehen.


Wenn man sich mal den Titel des Films voraugen führt müsste man drauf kommen das der Film etwas Aussagen will. Babel - eine Geschichte aus dem Alte Testament. Der Turmbau zu Babel: die Menschen wollten einen Turm bis zum Himmel bauen, was Gott bestaft in dem er den Menschen die unterschiedlichen Sprachen gab umso dafür zu sorgen das sie sich nie wieder so zusammen finden würden.
Und im Film entstehen eigentlich alle Probleme auf Grund von Unverständnis. In einer globalisierten Welt, in der Menschen auf der anderen Seite des Planeten nur einen Mauklick entfernt sind sind sich Menschen trotzdem nicht näher als vor der Globalisierung, auch wenn einem viele das weiß machen wollen.

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