| Nix | Gibt es unter unseren Bord-Cineasten schon Erfahrungsberichte betreffend diesen Film? Meinungen würden mich sehr interessieren. [URL=http://img827.imageshack.us/i/centurionmovienewposter.jpg/][IMG]http://img827.imageshack.us/img827/4688/centurionmovienewposter.jpg[/IMG][/URL] |
| Odessa | Hmmm bisher ging der völlig an mir vorbei - Umzug und trara... aber ich guck gleich mal nach Inhalten und so. Sieht sehr martialisch aus... ? |
| coma_black | Nach "Dog Soldiers", "The Descent" und "Doomsday" wieder ein klasse Film von Neil Marshall. Das bedeutet erneut, daß die Gewaltdarstellung nichts für Zimperliesen ist. Wer aber brachiale Action im historischen Gewand mag, kommt an diesem Film (ebensowenig wie am Endzeitstreifen "Doomsday") nicht vorbei. Die beiden Filme weisen darüberhinaus gewisse Parallelen auf, geht es doch beidesmal um den Kampf gegen wilde Barbaren jenseits des Hadrianswalles, die in "Centurion" weniger verrückt, aber keinesfalls unbedrohlich daherkommen. Historisch gesehen wandelt Marshall auf den Spuren der vermutlich in Schottland verschollenen 9. Legion, deren versprengte Überreste grausam von den Pikten gehetzt werden. Neben gut choreographierten Kämpfen bekommt man daher auch tolle Landschaftsaufnahmen geboten und obendrein die schnuckelige Olga Kurylenko als stumme Fährtensucherin. Wenn "King Arthur" oder "Robin Hood" action- und spannungstechnisch so abgegangen wären, hätte ihnen das jedenfalls gutgetan. Dann hätten sie aber vermutlich das Mainstreampublikum verfehlt... |
| Nix | Zimperliesen... schön. :D Film ist schon geordert. - Als guter Kritiker, als den ich Dich durchaus schätze, leg doch bitte noch ein paar Infos zu Doomsday nach! |
| coma_black | Doomsday hatte hierzulande massive Zensurprobleme: [url]http://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=3021169[/url] Aber wozu gibt es schließlich österreichische Online-Shops? ;) Im Wesentlichen ist Doomdsday so eine Art "Klapperschlange-meets-Mad-Max". Bei Neil Marshall macht soetwas dann gleich doppelt Spaß, weil er es schafft trotz relativ geringer Budgets (schließlich sind das britische Produktionen) seine Action-Szenen temporeich und gleichzeitig übersichtlich zu inszenieren (Ridley Scott kann das nicht!) sowie die Filme wesentlich teurer aussehen zu lassen, als sie tatsächlich waren. Desweiteren finde ich die gebotene Kompromißlosigkeit klasse. Es wird nicht versucht (wie z. B. im Kampf der Titanen) einen B-Movie mainstreamtauglich zu inszenieren und krampfhafaft auf A-Qualität zu trimmen. Marschalls Filme sind dreckig, zynisch und düster - mit einem Wort: die machen Spaß! (Sofern man keine große Filmkunst erwartet; insofern hoffe ich, daß Nix seine Investition nicht bereut). |
| Ardath Bey | Ach ja, die 9. Spanische. Der Film könnte durchaus putzig werden solange sie aus den Römern nicht wieder die ultra Killer-Zweikampfmaschienen machen wie in dem komplett hirnlosen Gladiator Film. |
| xMoriturusx | [QUOTE][i]Original geschrieben von coma_black [/i] Dann hätten sie aber vermutlich das Mainstreampublikum verfehlt... [/B][/QUOTE] Für genau jenes Publikum sind aber Filme wie Centurion oder Doomsday geschaffen und ich erkenne in diesem Unterhaltungskino ("brachiale Action im historischen Gewand") keinerlei cineastischen Wert. |
| coma_black | Für das Mainstreampublikum werden anspruchslose Gülle-Filme produziert, die ständig vorgaukeln, sie hätten irgendwelchen cineastischen Wert. Z. B. Dieser lahme Korn-Fruchtbarkeitsritus "Robin Hood", den man nebenbei auch noch zum Vordenker der Magna Charta hochstilisiert. Oder Camerons blaue Öko-Schlümpfe. Sowas ist m. E. ziemlich peinlich. Da finde ich einen Film wie Centurion, der auf solche krampfhaften Versuche, sich selbst zu einem politisch-philosophisch-religiösem Statement aufzublasen verzichtet, einfach ehrlicher. Und genau diese ehrlichen kleinen Drecksfilme kommen beim Mainstreampublikum eben nicht so gut an. Das sieht man schon daran, daß Centurion direkt auf DVD ausgewertet wird und Doomsday nur auf einschlägigen Festivals im Kino zu sehen war. |
| xMoriturusx | Auch wenn Doomsday in Deutschland keinen renomierten Verleih gefunden hat, wir reden dennoch über eine Produktion von immerhin 30 Millionen Dollar (im Vergleich zu den 200 Millionen Dollar von "Robin Hood" selbstverständlich peanuts), die zumindest in den USA und in England für seine Ambitionen erfolgreich angelaufen ist. Unabhängig davon hat mir der Film ebenso recht gut gefallen, ich sehe ihn aber nicht mehr an als das, was er ist und möchte Dir bezüglich der vergleiche zu Robin Hood etc. auch gar nicht widersprechen. |
| Vorwärts FDJ! | Dieses "10 kleine Römerlein"-Gebräu konnte mich auch nicht sonderlich vom Hocker reißen. Die Charaktere ziehen einfach nur blass am Zuschauer vorbei. Ein bisschen Gemetzel, animalische, gewaltbesessene Keltenbräute, wie man sie sich gelegentlich für's heimische Schlafzimmer wünscht, aber ansonsten fehlt's dem Ding doch klar an Tiefe und wirklicher Spannung. Zudem bezweifle ich, dass die Kelten/Pikten/Briganten tatsächlich so rothaarig waren, wie sie dargestellt wurden. Das ist IMO historisch nicht korrekt und geht eher auf spätere Wikingerbesiedelungen zurück. |
| Vorwärts FDJ! | [QUOTE][i]Original geschrieben von xMoriturusx [/i] [B]Für genau jenes Publikum sind aber Filme wie Centurion oder Doomsday geschaffen und ich erkenne in diesem Unterhaltungskino ("brachiale Action im historischen Gewand") keinerlei cineastischen Wert. [/B][/QUOTE] Nachdem ich gerade Doomsday gesehen habe, ist dem nichts mehr hinzuzufügen. Das ist einfach minderwertiger, spannungsloser, hanebüchener, eklektischer Mumpitz mit unpassender musikalischer Untermalung (nerviger Bombast-Rock zu mittelalterlichen Szenearien usw.). Da gibt es Low-Budget-Produktionen, die deutlich mehr zu bieten haben als dieses halbgare Pseudo-Adventure für 30 Millionen Dollar. Erinnerungen an den Gang-War-Streifen "Riffs" werden wach, gepaart mit etwas "Mad Max" und "Jabberwocky". Nur mit dem Unterschied, dass man bei Doosmday nicht mal ansatzweise lachen kann. Die Kombination aus mittelmäßigem Acting und dieser völlig deplazierten Musik ist einfach zum Augen rollen. Und dann diese aufgesetzte Coolness der Hauptakteurin... Oh wei, oh wei. Wenigstens konnte man noch bei Siouxsie mitgröhlen und ein paar Iros beim "Mittagessen" bewundern. Den Rest vergisst man besser schnell wieder. *g* [QUOTE][i]Original geschrieben von coma_black [/i] [B]Es wird nicht versucht (wie z. B. im Kampf der Titanen) einen B-Movie mainstreamtauglich zu inszenieren und krampfhafaft auf A-Qualität zu trimmen. [/B][/QUOTE] Das sehe ich ganz anders. Dieses Gefühl hatte ich schon zu Beginn des Films. Ein Mischmasch aus dieser amateurhaft anmutenden Filmreihe "28 Days Later/28 Weeks Later" und aufgesetzter Hollywood-Action. Alles gewürzt mit vertrauten Elementen, die der Zuschauer eben erwartet. Möchtegern-Söldner auf Dolph-Lundgren-Niveau, Mad-Max-Straßenkämpfe und 'ne Tussi, die glaubt, cooler zu sein als "Tankgirl" und Selene aus "Underworld" zusammen. Hau wech das Ding. |
| Nix | [QUOTE][i]Original geschrieben von Vorwärts FDJ! [/i] [B]Dieses "10 kleine Römerlein"-Gebräu konnte mich auch nicht sonderlich vom Hocker reißen. Die Charaktere ziehen einfach nur blass am Zuschauer vorbei. Ein bisschen Gemetzel, animalische, gewaltbesessene Keltenbräute, wie man sie sich gelegentlich für's heimische Schlafzimmer wünscht, aber ansonsten fehlt's dem Ding doch klar an Tiefe und wirklicher Spannung. [/B][/QUOTE] Nichts für Zimperliesen eben. Wenn sogar der Regisseur und sämtliche Kritiker anmerken, dass sich der Film ebensowenig um historische Genauigkeit bemüht, wie "Gladiator", käme ich mir blöd vor, auf das Fehlen von Realitätsbezügen hinzuweisen. Es geht um: Töten, Kaputtmachen, Rüben runter, Aufschlitzen und böses Aua. Kapiert? - So lasset das Blut spritzen, yeah! Gewalt, ich will G e w a l t !!!! Sorry, aber manchmal ist mir einfach danach... puh.:rolleyes: |
| xMoriturusx | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i] Es geht um: Töten, Kaputtmachen, Rüben runter, Aufschlitzen und böses Aua. Kapiert? [/QUOTE] Sage ich doch, genau das möchte der Mainstream anno 2010 sehen. Deine Frage nach Erfahrunsgberichten von Boardcineasten ist demnach völlig abstrus, denn die werden sich diesen Schmonk nicht ansehen, bestenfalls um darüber abzulästern, siehe FDJ! :D |
| coma_black | Wobei ich diese Haltung von "Cineasten" ziemlich elitär finde. Machen wir uns doch nichts vor: im Genre Abenteuerfilm (inklusive Fantasy, Krieg, Western, Actionfilm,...) gibt es doch bestenfalls eine handvoll Filme, die wirklich künstlerische Qualitäten vorzuweisen haben, etwa "Deliverance" oder "Lancelot du Lac" (letzteren gibt es dankenswerterweise in keinem Land der Welt auf DVD). Im Subgenre Endzeitfilm gibt es ebenso die stilprägenden Filme "Klapperschlange", "Warriors" und "Mad Max". Der Rest sind einfach nur endlose Variationen und Kombinationen der bekannten Versatzstücke. Man kann das nun beklagenswert finden und so wie die deutsche Kritikerelite seit Jahrzehnten den immergleichen Kanon der immergleichen "Meisterwerke" beschwören ("Rashomon", "Stalker", "Nosferatu", ...) und sich damit den Spaß am Film selbst kaputtmachen, weil ja zwangsläufig kein neues Produkt der Unterhaltungsindustrie die Qualität der Klassiker vorweisen kann und seit Einführung von Ton- und Farbfilm ohnehin alles nur noch schlecht ist. Oder aber man hakt der Reihe nach die "wichtigen" Filme zum Thema ab und erfreut sich trotzdem an den Variationen, Genrekreuzungen, an der Setzung neuer Schwerpunkte in den altbekannten Geschichten (schließlich kann man nahezu alle Abenteuerfilme auf die eine Geschichte des vaterlosen Helden und seiner Reise in die Mündigkeit reduzieren - was belegt, daß wir in dieser Hinsicht seit dem bis in die Steinzeit zurückverfolgbaren Herakles-Mythos stillstand haben). Ich habe jedenfalls kein Problem damit, zuzugeben, daß mich "Doomsday", die "Riffs"-Filme und ähnliche dreiste Plagiate mitunter glänzend unterhalten haben. Ein weiterer Punkt: Jede Zeit hat die für sie passenden Filme. Insofern ist es für mich auch ziemlich spannend, anhand der immer weiter umsichgreifenden Schwemme an ausgesprochenen Dumpfbackenfilmen (ob es sich um "Das Wunder von Bern" für sich intelligent dünkenden Dumpfbacken oder "Tekken" für tatsächliche Tiefflieger handelt, spielt dabei keine Rolle), Rückschlüsse auf den momentanen Zeitgeist zu ziehen. Es war für mich zum Beispiel auch äußerst aufschlußreich, den Robin Hood von heute - so eine Art Ernte-Tammuz, der im Wald die heilige Hochzeit mit der Frau aus dem Meer ("Marian") feiert und damit das Land spirituell erneuert - mit Costners Vokuhila-Teenager-Rebellen, Disneys schlauem Fuchs, den Errol-Flynn-Klassikern und dem Midlife-Crisis-Drama "Robin and Marian" (m. E. der beste Film zum Thema) zu vergleichen. Jede Zeitqualität hat ihren eigenen Robin Hood - und darum hat auch jede Generation ihre eigene Version von Mad Max, Snake Plissken, Luke Skywalker, kurz vom ewigen Helden. Solange die betreffenden Bearbeitungen nicht gerade wie der unerträgliche Murks Tekken daherkommen, finde ich es einfach unfair, sich mit Cineastendünkel darüber lustig zu machen. |
| coma_black | [IMG]http://www.filmofilia.com/wp-content/uploads/2010/02/centurion_olga_kurylenko-535x331.jpg[/IMG] (Zumindest eine glaubhaftere Keltenbraut als Keira Knightley) :D :D :D |
| Nix | [QUOTE][i]Original geschrieben von xMoriturusx [/i] [B]Sage ich doch, genau das möchte der Mainstream anno 2010 sehen. Deine Frage nach Erfahrunsgberichten von Boardcineasten ist demnach völlig abstrus, denn die werden sich diesen Schmonk nicht ansehen, bestenfalls um darüber abzulästern, siehe FDJ! :D [/B][/QUOTE] Ich halte weder Dich noch FDJ für einen Cineasten. :) Und dachte dabei eher an coma und Ardath. - Und welche Vorstellungen Du von Mainstream hast: der vielzitierte Sack Reis in China, der einfach nicht stehenbleiben will... Du verstehst? Sogar der interessiert mich mehr. Vielleicht wurde seine Geschichte schon verfilmt? Könnte Dich und FDJ interessieren. |
| xMoriturusx | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i] Ich halte weder Dich noch FDJ für einen Cineasten[/QUOTE] Ich glaube nicht, dass Du auch nur annähernd über meinen Filmgeschmack Bescheid weißt, denn über diesen habe ich mich hier noch nie geäußert. Es würde Dir auch NIX bringen, da Du wahrscheinlich nicht mitreden könntest. Also schön weiter Centurion schauen. |
| Nix | [QUOTE][i]Original geschrieben von xMoriturusx [/i] [B]Ich glaube nicht, dass Du auch nur annähernd über meinen Filmgeschmack Bescheid weißt, denn über diesen habe ich mich hier noch nie geäußert. Es würde Dir auch NIX bringen, da Du wahrscheinlich nicht mitreden könntest. Also schön weiter Centurion schauen. [/B][/QUOTE] Geschmack ist halt Glückssache. Und Du hast keines. Was gäbe es da groß zu erzählen? :D |
| Ardath Bey | So, hab den Film jetzt tatsächlich beim Videoabend gesehen. N.M. sollte bei Neu-Zeit und Zukunfts Filmen bleiben genauso wie Ridley Scott. Centurion ist Müll. Was soll das Ghetto-Gebrabbel in einem Historienfilm? Ist schon klar man kann nicht 100% geschichtlich richtig arbeiten und die Ausstattung zumindest war gut (Hosen hatten die Römer trotzdem nicht) aber die Handlung ist unterirdisch schlecht! "Ist sie ein Engel?" Man Marshall willst du mich verarschen? Diese super hirnlose und völlig unpassende Romanze in dem Film ist sowas von ein Schmerz-im-Arsch! Was soll das? Positiv aufgefallen ist allerdings die etwas glaubwürdigere Darstellung der Pikten. Das war ein Schritt in die richtige Richtung. FAZIT: Schicke Aufnahmen, komplett behämmerte Handlung von vorne bis hinten! Post Postingum: Putzig auch wie der Film es schafft die Römer als Opfer darzustellen obwohl es konkret anders herum ist! |
| Nix | Ich teile Deine Ansicht nicht ganz und habe mich gut unterhalten. Allerdings waren meine Ansprüche an den Film auch weniger hoch. |
| xMoriturusx | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i] [B]Ich teile Deine Ansicht nicht ganz und habe mich gut unterhalten.[/QUOTE] Passt zu Deinem Niveau. [QUOTE]Allerdings waren meine Ansprüche an den Film auch weniger hoch.[/QUOTE] gut relativiert. |
| Nix | Jeder sollte einen Stalker haben. Nimm das nächste Mal besser gleich zwei Pillen. |
| xMoriturusx | So interessant bist Du gar nicht. |
| Nix | Nu is gut. |