| Pirx | Hallo Bücherfans, sind die ostdeutschen utopischen Bücher, eigentlich ein Widerspruch zum Schwarzsein. Oder dürfen wir solche Bücher mit unserer Gesinnung vereinigen. Ich denke schon. Denn diese Bücher haben meinen Geist geöffnet und meinen Horiznt erweitert. Und ich bin stolz darauf. Leider sind diese Werke seit der Grenzöffnung nicht oder nur noch selten aufzutreiben. Es ist bedauerlich das uns solche Werke vorenthalten werden. Findet ihr nicht auch. Lasst uns gemeinsam dagegen etwas tun. Lasst uns Wege finden, diese Bücher wieder allen zugänglich zumachen. Übrigens, ich suche auch Leute, die solche Bücher haben, und sie abgeben wollen. Für umsonst, oder zu einem fairen Preis. Euer Pilot Pirx |
| Lucifer_Sam | Hallo Pilot Pirx, was heißt hier Gesinnung? Warum sollte sich irgendwer einen Zwang auferlegen, etwas abzulehnen, was er eigentlich mögen könnte? Ich finde, es ist eigentlich egal welche Literatur man liest - es hat nichts mit dem Schwarzsein zu tun. Es ist mehr eine Geisteshaltung; eine Überzeugung. Ich persönlich finde Science-Fiction paßt sehr gut zum sog. 'Schwarzsein'. Schließlich ist gute SF unter anderen Sozialkritisch; zeigt einem aber auch wie es sein könnte, wenn gewisse Entwicklungen ihren Lauf nehmen (im guten und im schlechten). Zu deiner eigentlichen Frage: :D Ich kenne keine Ostdeutsche SF (was wohl an den Gründen liegt, die du erwähnt hast) Stanislav Lem ist mir ein Begriff, dir anscheinend auch. Außerdem Strugatzky. Beide Autoren eröffnen einen andere Sichtweisen, lassen einen nachdenken - was will man mehr? |
| Cenobythe | Naja, selbst als Ossi fallen mir wenig utop. Literaten ein (auf Anhieb gerademal Lem - und der war Pole) - an welche hättest Du gedacht? Kleiner Tipp: In Antiquariaten (vorallem hier im Osten) bekommst Du solche Bücher schon fast hinterher geworfen. |
| dornrose | zum ersten abschnitt verzichte ich auf einen kommentar... für alle, die mal ins thema reinschnuppern möchten...es gibt mittlerweile ein lexikon der ostdeutschen sf. rose |
| TheTurningPoint | Hallo Pilot Pirx, [URL=http://www.spittel.de/sf/abc.htm]*HIER* ist eine Webseite zum Thema "SF in der DDR"[/URL]. Ich habe eine ganze Anzahl DDR-SF-Bücher - aber die behalte ich selbst, aus den schon von dir genannten Gründen. :) Besonders mag ich die Bücher von Johanna und Günter Braun und von Gert Prokop. Die sind so schön gegenwartsbezogen. Und "Peridorm" von Claus Nowak - das Buch habe ich damals in ein paar Stunden am Stück durchgelesen, sofort nachdem ich aus dem Buchladen kam. Sehr gut ist auch "Homo Sapiens 10-2" von Rainer Fuhrmann, wo die Erlebnisse eines auf ein Hundertstel verkleinerten (also ca. 2cm großen) Menschen beschrieben werden. Dann fällt mir noch "Das fremde Hirn" von Klaus Frühauf ein. TP |
| blackeyed | Besonders empfehlen kann ich ebenfalls Gert Prokop. Mein Liebling ist allerdings "Andymon". Hab grade keine Ahnung von wem das ist, aber ich schau bei Gelegenheit noch mal nach und laß es Dich wissen. Was die "Gesinnung" der Bücher angeht, findet man zugegebenermaßen auch arg eingefärbte SF, aber wenn man sich davon nicht irritieren läßt, kann man echte Perlen finden. Und sein wir mal ehrlich: Jedes Buch vermittelt mehr oder minder die Ansichten des Autors zu Ideologie, Gesellschaft oder persönlichen Vorlieben. Und deshalb liest man doch trotzdem weiter! |
| LadyGwendoline | Mir ist nicht ganz klar, was für Bücher du meinst! Ich selbst habe noch einige ostdeutsche Bücher, Schulbücher, Jugendliteratur und auch ernstere Werke! Kannst du mir nicht mal eine Liste von Werken schicken, die dich interessieren? [email]LadyGwendoline@web.de[/email] |
| Huldra | Gert Prokop gehörte damals auch zu meinen Lieblingsautoren. Ist nicht auch "Wer stiehlt schon Unterschenkel" von ihm? Ich fand die Geschichten um den kleinwüchsigen Detektiv klasse. Huldra |
| rattentod | Naja, Stanislaw Lem und Strugatzky sind ganz sicherlich nicht ostdeutsch und utopisch auch nicht gerade - die Romane sind nicht unbedingt bejahend und träumen auch von keiner grandiosen Zukunft. Abgesehen davon haben Sie ihren ganz eigenen Charme (Lem's Umgang mit Frauen "Sie trug eine Brilliantkette. Viel zu teuer. Keiner Frau sollte ein teures Schmuckstück trage") ... Ach weh, schade dass er nur noch Essays schreibt. Hohlbein hat lange Zeit in Weimar gelebt *SCNR* Grüsse ... |
| Huldra | Als Autoren fallen mir im Moment nur Alexander Kröger und Wolf Weitbrecht ein. Kröger wird meines Wissens nach immer noch verlegt, aber in wie weit das ältere oder neuere Sachen sind kann ich nicht sagen. Von Erik Simon gabs mal ein kleines Büchlein das hieß FREMDE STERNE. Gehört immer noch zu meinen Lieblingen. Huldra |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Huldra [/i] [B]Gert Prokop gehörte damals auch zu meinen Lieblingsautoren. Ist nicht auch "Wer stiehlt schon Unterschenkel" von ihm?[/B][/QUOTE]Ja. Der etwas seltsame Titel hat mich eine ganze Zeitlang davon abgehalten, in das Buch zu schauen oder es gar zu kaufen. Erst nachdem ich mal aus Langeweile in seinem Buch "Der Samenbankraub" geblättert hatte, bin ich so ganz langsam dahintergekommen, daß er wirklich sehr spannende Geschichten schreibt. Und als ich dieses Buch durchgelesen hatte, habe ich mir schließlich auch das Buch "Wer stiehlt schon Unterschenkel" gekauft und habe das nicht bereut. |
| Huldra | [QUOTE]Der etwas seltsame Titel hat mich eine ganze Zeitlang davon abgehalten, in das Buch zu schauen oder es gar zu kaufen.[/QUOTE] Also bei mir war es gerade andersrum. Der Titel hatte mich zum Kauf verlockt. Und wenn ich jetzt so darüber nachdenke, ist es keine schlechte Idee, die Bücher mal wieder zu lesen. Nur leider muß ich dafür diverse Umzugskisten duchwühlen. Kann also eine Weile dauern bis ich fündig werde. Ich tauch dann mal ab Huldra |
| LadyGwendoline | Na mein verehrter Pilot Pirx, da hat sich dein Thema etwas verselbstständigt! (scheiße, gibt es dieses komische Wort überhaupt?) Da das Thema immernoch aktuell ist, äußere ich mich ganz spontan auch noch mal dazu! Bekennt euch zur ostdeutschem Kultliteratur! Lest wieder die einzig wahren Helden wie Pittiplatsch, Alfons Zitterbacke, Ritter Runkel und die Digedags! |
| Huldra | Die Digedags als utopische Literatur? Warum eingentlich nicht. Und da eine der ersten Serien sogar im Weltraum spielte kann man sie wohl getrost als wissenschaftlich-phantastische Bilderbücher betrachten. |
| LadyGwendoline | Mein letzter Beitrag war auch mehr auf die ostdeutsche Literatur im allgemeinen bezogen. Ich denke, so gewaltfrei und trotzdem unterhaltsam, ist heute kaum noch ein Comic, oder? Hach ja, Ritter Runkel und Co. waren schon klasse! |
| Huldra | Sorry, ich konnte der Versuchung einfach nicht widerstehen, dort einen Zusammenhang herzustellen ;) Und du hast natürlich recht, Ritter Runkel [B]ist[/B] Kult. |