| gloryous | Hallo ! Ich bin ein großer Mittelalterfan. Ich höre aber nicht nur gerne die musik und trage gerne mittelalterliche kleider :D , sondern lese auch gerne bücher , minnelieder etc. aus dieser zeit. z.Z. lese ich eine überarbeitete version von gottfiert von straßburgs "Tristan und Isolde" kann mir jemand weitere gut bücher empfehlen (auch sachbücher z.B. über die sparche)??? grüße , gloryous P.S.: wenn sich jemand mit mir über das thema unterhalten will , kann mir gerne ne PN oder email schicken!!! |
| Trinity Goth | Mhmm ..mal sehen... Erstmal zur Sprache Mittelhochdeutsche Wörterbücher: Kleines Mittelhochdeutsches Wörterbuch von Beate Hennig BuchTipp: Wolfram von Eschenbach - Parzival Hartmann von Aue - Iwein Hartmann von Aue - Erec Einen Online Sprachkurs und vieles schönes mehr findest du hier: [url]http://www.mediae.uni-essen.de/[/url] Gruss Trinity |
| Icaros | Hallo gloryous, als Kontrastprogramm zu "Tristan und Isolde" hätte ich das Nibelungenlied vorzuschlagen, das nicht gar so zuckersüß daherkommt wie Gottfried von Straßburg. Falls Du Splatter magst, kann ich Dir das "Rolandslied des Pfaffen Konrad" ans Herz legen - seitenlange Kampfpassagen, die vor Blut nur so triefen. Die altfranzösische Version entbehrt übrigens nicht eines gewissen Humors: "Roland war stark und Olivier schlau.":D Der namensgebende "Held" ist übrigens wirklich dumm wie ein Stück Brot! Und wenn's etwas Kritisches sein soll, gäb's da noch Wolframs "Willehalm", der mit religiös motivierter Diskriminierung und speziell den Kreuzzügen sehr hart ins Gericht geht: "da wart sölhiu riterschaft getan, sol man ir geben rehtez wort, diu mac vür war wol heizen mort." Im Internet gibt's noch [URL]http://www.mediaevum.de[/URL], eine sehr interessante Seite. An Sekundärliteratur könnte ich noch Werke von Joachim Bumke, Peter Johnson und Joachim Heinzle empfehlen. (Von Letzterem habe ich noch nichts gelesen, kenne ihn aber aus Seminaren und Vorlesungen, sodass ich ihn ruhigen Gewissens weiterempfehlen kann.) Gruß Icaros |
| Blooddragon | So, vor kurzem gelesen: Der Puppenspieler von Tanja Kinkel aus'm goldmann Verlag "Im Jahr1484 gibt der Papst das Signal zur Hexenverfolgung. UNd mitten in Deutschland muss ein Zwölfjähriger zusehen, wie seine Mutter auf dem Scheiterhaufen endet. Richard, Sohn eines schwäbischen Kaufmannes und einer schönen Sarazenin, werd diese Bilder für immer verfolgen -- bis in das Haus des reichen Jakob fugger, der den Neffen seiner Frau in seiner Familie erziehen läßt" Am Schluß des Buches wird erläutert das es die Hauptfigur nicht gegeben hat und das die sonstigen Ereignisse(welche recht ausfürhlich geschildert werden) etwas zeitlich gequetsch nud geschoben werden. Ein etwas langatmiges Buch: Die Säulen der Erde von Kenn Follet aus'm Bastei Lubbe Verlag. "England 1123-1173. Es ist eine Zeit der blutigen Auseinandersetzungen zwischen Adel, Klerus und einfachem Volk, das unteer Ausbeutung und Not leidet. Philip, ein junger Prior, dessen Eltern von marodierenden Söldnern abgeshclachtet wurden, träumt den Traum vom Frieden: die Errichtung einer Kathedrale gegen dei Mächte des Bösen. Er und sien Baumeister Tom Builder, dessen Stiefsohn Kack und die Grafentochter ALiena müssen sich in einem Kampf auf Leben und Tod gegen ihren Widersacher behaupten, ehe Kingsbridge Schauplatz des größten abendländischen Bauwerks, der >>Säulen der ERde<<, wird..." Über den Wahrheitsgehat dieses BUches weiß ich nicht, beide Bücher sind aber spitze... Blooddragon |
| gloryous | Hallo ! Erstmal vielen dank an alle ! Ich werde mal gucken wie ich mich durch all euere empfehlungen kämpfen werde. :D ich glaube ich werde zu wenig zeit haben um viel zu lesen, da in ca. 2 wochen die schule wieder anfängt. :( ich werde aber bestimmt nicht ganz darauf verzichten. @ Icaros was studierst du , dass du dich mit solchen themen beschäftigst? geschi , literatur , deutsch oder sowas? grüße , gloryous |
| ninfinity | Eine Autorin namens Rebecca Gablè kann ich nur empfehlen. Eins habe ich von ihr gelesen: "Das Lächeln der Fortuna". Sie bettet ihre Geschichten auch in wahre Geschehen ein, weil sie Mittelalter auch studiert hat. Andere kenne ich noch nicht, weil ich gerade die Bände von Diana Gabaldon lese (spielt im 18. Jahrhundert). "Die Säulen der Erde" ist auch sehr empfehlenswert. Gruß NiN |
| Missy Angeleye | Hallo! Hmm-die mittelalterliche Literatur hat mich auch sehr gefangen genommen! Hab zwar auch noch nicht so viel gelesen...aber Wolframs Parzival kann ich auch nur empfehlen!!!Hmm und Walther von der Vogelweide hat mich auch ziemlich beeindruckt-vor allem das Palestinalied;)! Und sooo finster war das Mittelalter ganet!!!Wenn man sich mal einige Werke genauer anschaut sieht man, wie komplex und vielseitig sie sind. Ok-größtenteils war dichten eine Gesellschaftskunst und man hatte sich gewissse Formen zu halten...aber trotzdem;)! Mittelalterliche Grüße Missy |
| Trinity Goth | @Gloryous: Wenn du was mit mittelalterlicher Literatur zu tun haben willst, empfehle ich dir Germanistik - Teilgebiet Mediävistik zu studieren. @Icaros: Splatter im Rolandslied :D Nette Umschreibung. Gruss Trinity |
| Icaros | @ gloryous Gar nicht mal so falsch. Neben Amerikanistik studiere ich als Hauptfach Germanistik, wobei ich mich dabei auf ältere (sprich: mittelalterliche) deutsche Literatur spezialisiert habe - auch "germanistische Mediävistik" genannt, wie Trinity Goth schon bemerkte. Mittelhochdeutsch ist halt eine tolle "Sprache", und von der Konstruktion her brauchen die Romane keinen Vergleich mit Werken der Neuzeit zu scheuen. @Trinity Goth Jede andere Umschreibung als "Splatter" ist bezüglich des Rolandsliedes nur als beschönend zu bezeichnen.:D "A spaltet B den Schädel." "Sie wateten knietief in Blut." Eben Splatter. Aber nichtsdestotrotz faszinierend; ich überlege, ob ich nicht über die Heidendarstellung im Rolandslied meine Magisterarbeit schreibe (und das Thema u.U. noch auf andere Werke zum Vergleich ausweite). Gruß Icaros |
| Icaros | Ich weiß zwar nicht, wie Dein Deutsch-LK war, aber von meinem unterscheidet sich das Germanistikstudium doch grundlegend – was aber am grundsätzlichen Aufbau geisteswissenschaftlicher Studiengänge liegen dürfte und weniger speziell am Deutschunterricht oder der Germanistik als solcher. Der Hauptunterschied liegt wohl im eigenständigen Lernen; man kriegt eben nichts mehr vom Lehrer (bzw. Professor) vorgesetzt (sobald man die Einführungsseminare hinter sich gelassen hat), sondern sucht sich die benötigte Sekundärliteratur für sein Referat (das von den meisten Lehrenden verlangt wird) und die übrigen nötigen Texte, deren Bearbeitung erwartet wird, selbst aus der Bibliothek zusammen. Im Endeffekt ist der einzige Druck, dem Du ausgesetzt bist, der, den Du Dir selbst bereitest (was nicht unbedingt wenig ist) – den Lehrenden ist es völlig egal, ob und wie viel Du machst, es ist ihnen egal, ob Du eine Klausur bestehst oder ob Du durch ein Seminar fällst. Mehr als einen Verriss Deines Referats oder Deiner Hausarbeit wirst Du in der Regel nicht erleben. Auch sind eigene Interpretationen nur noch sehr beschränkt möglich. Meistens musst man jede Aussage, die man bezüglich eines Themas macht, anhand von Sekundärquellen nachweisen. Aussagen wie „Ich finde das soundso.“ oder „Die Geschichte ist blöd, weil...“ sind in einem Germanistikstudium nicht möglich. Aber dafür gibt es auch kein „Laber-Syndrom“, wie ich es seit der fünften Klasse erlebt habe: Schwall etwas herum, interpretiere alles und jedes im Hinblick auf das Dritte Reich, und man hat seine zweistellige Punktezahl schon in der Tasche. Insgesamt sammelt man im Laufe des Studiums wesentlich mehr Hintergrundwissen, als man es je während der Schulzeit erhalten hat, wodurch die einzelnen Werke nicht mehr so isoliert dastehen und man trotz (bzw. gerade wegen) aller Sachlichkeit, die es im Unibetrieb gibt, ein besseres „Gefühl“ und Verständnis für Autor, Werk und Epoche erhält. Und noch eines: An der Uni wird man wird sich mit aller Macht der Unendlichkeit des Wissens bewusst (was mich zu Beginn ziemlich eingeschüchtert hat). So, das war zwar etwas Off-Topic, doch hoffe ich, die Frage zu Deiner Zufriedenheit beantwortet zu haben. Gruß Icaros PS: Zumindest an meiner Uni ist der Studiengang Deutsche Sprache und Literatur (=Germanistik)in drei Teile untergliedert: Linguistik, Ältere deutsche Literatur (= alles bis ca. 1500) und Neure deutsche Literatur (=alles ab 1500). In der Schule hatte ich lediglich letzteren Aspekt durchgenommen - nur um noch einen weiteren Unterschied zwischen Uni und Schule aufzuzeigen. |
| gloryous | Hallo ! Ich habe jetzt angefangen das „Ronaldslied“ zu lesen. Ich habe so ca. die ersten 50. Strophen zu lesen. Ist es normal , dass sich einige zeilen fast wört wörtlich oder zumindest inhaltlich in zwei aufeinander folgenden strophen wiederholen? Oder liegt das vielleicht an meiner ausgabe? Grüße , gloryous |
| Valraven | @Icaros: Schöne Erläuterung, dem kann ich nur zustimmen, ganz besonders im Zusammenhang mit der Unermesslichkeit des vorhandenen Wissens. Allerdings wird man dann doch mit verwunderten Blicken permenant gestreift, wenn man ausgestorbene Verben wie "turren" wieder einführt und die Verneinung mit "en/ne" und diese ausgiebig nutzt ^-^ Ich finde die ADL und die diachrone orientierte Linguistik viel interessanter als LW, obwohl ich das zu Beginn des Studiums niemals vermutet hätte.... |
| Icaros | Hallo gloryous, Die nahezu identischen Wiederholungen, die Dir aufgefallen sind, dürften die so genannte "Formelhaftigkeit" sein, die viele mittelalterliche Texte aufweisen, was mit dem Authenzitätsverständis des Mittelalters zusammenhängt. Dazu sind folgende Punkte festzuhalten: 1)Eine Großzahl der mittelalterlichen Texte wurde vor ihrer Verschriftlichung mündlich tradiert, und um diese Tradierung zu vereinfachen, wurden zwei Elemente als Gedächtnisstütze eingesetzt: Zum Einen die Reimform (Stab- oder Endreime) und zum Anderen die Formelhaftigkeit: Innerhalb eines Stückes gibt es Formulierungen, die (wenigstens innerhalb einer Passage) immer wieder auftauchen, quasi Bausteine, mit deren Hilfe das Haus "Roman" zusammengebaut wird. Im Falle des Rolandsliedes sind es Formulierungen wie "der mutige/Held Roland", "der schlaue Olivier" oder "der gerissene/verräterische Genelun", um nur einige zu nennen. 2)Im Mittelalter hat man mündlicher Tradierung einen höheren Wahrheitsgehalt zugesprochen als schrifltich niedergelegten Texten, die sich oft gegen das Vorurteil zu wehren hatten, "Lügengeschichten" zu sein. Das Resultat war, dass mittelalterliche Autoren Stilmittel mündlicher Erzähltradition in schriftliche Texte einbauten, um deren Seriösität und den Wahrheitsgeehalt ihrer Aussagen zu unterstreichen. Das Auftauchen dieser Stilmittel in Texten kann also auf zweierlei hinweisen: Entweder der Text entstammt mündlicher Tradierung, und/oder der Autor wollte seine Glaubwürdigkeit steigern. Im Falle des Rolandsliedes des Pfaffen Konrad bestehen allerdings auch noch weitere Möglichkeiten: Es ist ein reines Propagandamachwerk, eine einzige Hetzschrift gegen den Islam (der mutwillig und wider besseren Wissens völlig falsch dargestellt wird), deren Aufgabe die Legitimation von Kreuzzügen ist. Das Ziel der Schrift ist neben einer penetranten Karlsverherrlichung die völlige Indoktrination, der Leser/Hörer soll zu einem absoluten Hasser des Islam gemacht werden - und das funtioniert am besten durch ständige Repitition der entsprechenden islamfeindlichen und christenfreundlichen Stellen. So sah halt mittelalterliche Agitation aus. Nebenbei wurde das Rolandslied des Pfaffen Konrad von Heinrich dem Löwen in Auftrag gegeben (wenn ich mich nicht irre), der sich selbst als rechtmäßiger Nachfolger Karls des Großen betrachtete, sodass er ein Interesse daran hatte, den Glanz und Ruhm bis zum Erbrechen darzustellen, da beides auf ihn (als sein Nachfolger) zurückfiel. Er konnte sich auf diese Weise gewissermaßen im Glanz seines Vorgängers baden, um anschließend noch selbst etwas davon auszustrahlen. Diese letzten Theorien treffen natürlich nicht zu, wenn Du eine andere Version liest als die des Pfaffen Konrad. Gruß Icaros |
| gloryous | Hallo ! @Icaros danke für deine erklärung ! du hast echt ne menge ahnung. ich glaube du musst noch öfters für anfragen herhalten :) außerdem bekomme ich immr mehr interesse an dem thema und so ein studium klingt auch sehr spannend.bis jetzt hatte ich immer noch fächer wie chemie oder biochemie für mein studium im auge. was willst du später beruflich machen, welche möglichkeiten da man mit so einem studium? @ange foncé wiederholungen als stilmittel sind mir bestens bekannt(jahrelanger lateinunterricht :D ). in diesem text war es aber zeitweise sehr extrem , daher meine frage. aber auch dir danke für deine antwort. grüße , gloryous |
| Lady Diabolus | Hallo Gloryous! Ich kann dir die folgenden Bücher empfehlen : Paul Harding - Der Kapuzenmörder (Kriminalroman) Kurzbeschreibung: Ein Serienmörder treibt sein Unwesen. Er lauert Mätressen auf und schneidet ihnen die Kehle durch. im Jahre 1302 ist das in London noch nichts Beunruhigendes. Doch als es eine Lady aus besten Kreisen erwischt, wird die Sache ziemlich brisant für den Meisterspion Hugh Corbett von König Edward! Steven Runciman - Geschichte der Kreuzzüge "...Es gibt kaum ein anderes, ebenso grundgelehrtes wie anschaulich geschriebenes Buch, das auch einer breiteren Leserschicht eine lebendige Vorstellung dieser fernen Epoche vermitteln könnte. Ein aufregendes Kapitel Weltgeschichte, das immer wieder aktuelle Streiflichter aufleuchten läßt."(Süddeutsche Zeitung). Ken Follett - Die Säulen der Erde Beschreibung - siehe ein paar Beiträge weiter oben...*gg* Es ist echt ein gutes Buch in dem die Machenschaften der Kirche sehr hervorgehoben werden! Joachim Bunke - Höfische Kultur.Literatur und Gesellschaft im hohen Mittelalter. ...*gg* Ich glaub,dazu brauchts keine Kurzbeschreibung... ;) Grüßle, Lady D. |
| Icaros | Hallo gloryous, [QUOTE]du hast echt ne menge ahnung.ich glaube du musst noch öfters für anfragen herhalten :) [/QUOTE] Was die Ahnung angeht, da trügt der Schein, wie ich glaube. Es ist nur so, dass ich das Rolandslied zwei Semester in Folge durchgenommen habe, und ein bisschen ist eben hängen geblieben. Aber nichtsdestotrotz: Wenn Du Fragen hast, nur zu! [QUOTE]was willst du später beruflich machen, welche möglichkeiten da man mit so einem studium?[/QUOTE] Was meinen Berufswunsch angeht, schwanke ich noch ziemlich. Vielleicht schaffe ich's, als freiberuflicher Lektor und Übersetzer über die Runden zu kommen, vielleicht bleibe ich an der Uni und schließ dem Magister gleich einen Doktor an, oder aber ich entschließe mich nach dem (hoffentlich) bestandenen Abschluss für eine Ausbildung im Buchhandel. Die Möglichkeiten, die man grundsätzlich mit einem abgeschlossenen geisteswissenschaftlichen Studium hat, sind so vage wie vielfältig. Da es sich nicht um ein praxisorientiertes Studium handelt, an dessen Ende man zu Beruf XY befähigt ist, ist nur sehr schwer einzuschätzen, was später Dein Broterwerb sein wird. Viele Geisteswissenschaftler sind als Journalisten tätig, bei Verlagen oder auch selbständig - zwnagsweise, da die Berufsaussichten eher Düster sind. (Einer meiner Profs wollte mal von seinem Seminar wissen, was ein Keltologe mit Arbeit einen ohne fragt: "Kommt zu den Pommes noch Ketchup dazu?" Bitter, aber passend, wie ich meine.) Ich für meinen Teil sehe Universitäten nur sehr bedingt als Berufsausbilungsstätten an und bevorzuge doch lieber ihre eigentliche Bestimmung: Ursprünglich waren sie für Leute gedacht, die Wissenschaftler werden wollten oder die, von hehren Idealen getrieben, sich mittels konsequenter Wissensaneignung die Welt erklären oder zumindest ein Stück mehr verstehen wollten; man setzte keine wirtschaftlichen Maßstäbe an sie, mittels deren sie heute gezwungen sind, ihre "Effizienz" nachzuweisen und sich durch "Wirtschaftlichkeit" zu legitimieren. Dass es auch anders geht zeigen noch die Fünfziger, in denen z.B. Lehrer noch an Berufshochschulen ausgebildet wurden, und zwar besser als heute an Universitäten. (Denn schlimmer geht's nicht mehr; zwei meiner ehemaligen Mitbewohner haben u.a. Germanistik auf Lehramt studiert, und das besaß so rein gar keinen Bezug zur Schulpraxis, die sie früher oder später erfahren werden.) Gruß Icaros |
| rattentod | Schade dass hier niemand von Alfred Muschg "Der Rote Ritter" empfiehlt. Ein nettes Buch dass sich sowohl sprachlich als auch inhaltlich an den Parzivâl von Wolfram von Eschenbach hält. ISBN: 3-518-39920-9 ; 18,00 €, Suhrkamp Verlag Grüsse |
| Trinity Goth | Germanistik und langweilig...nich an unserer Uni, das is so beliebt das ab diesem Jahr ein NC drauf ist. @Icaros: Heidendarstellung im Rolandslied klingt interessant. Im Parzival ist auch eine interessante Sache. Meine Magisterarbeit wird vermutlich von 'Hollywood Rittern' handeln :) Mediävistik is nur mein Nebenfach. Eine Ausbildung im Buchhandel kann recht interessant sein in einer kleineren Buchhlung - ich hab das vor meinem Studium gemacht. Geisterwissenschaftler und Berufaussichten.....lach tot...deswegen studiere ich noch Informatik auch wenn ich es inzwischen hasse. Sorry, für das OT :) Grüsse Trinity |
| Icaros | Hallo Trinity, [QUOTE]Germanistik und langweilig...nich an unserer Uni, das is so beliebt das ab diesem Jahr ein NC drauf ist.[/QUOTE] Dass das Fach anscheinend nicht nur an meiner Uni so überlaufen ist, dürfte aber auch daran liegen, dass die Mehrzahl der Germanistikstudenten "halt studieren" wollen, ohne ein wirkliches Interesse an irgendeinem Thema aufzubringen. Und dann entscheiden sie sie sich eben für Germanistik, frei nach dem Motto: "Deutsch war schon in der Schule ein Laberfach, da klappt das an der Uni genauso - und schleißlich muss MAN ja studiert haben." [QUOTE]Im Parzival ist auch eine interessante Sache.[/QUOTE] Mmhh, das macht mich neugierig. Ist es nur eine explizite Stelle, oder zieht sich die Thematik durch das ganze Buch und wird immer wieder aufgegriffen? Auch ohne es gelesen zu haben, habe ich ehrlich gesagt etwas zu viel Ehrfurcht vor dem Buch, um es in meiner Magisterarbeit zu verwenden, da man sich speziell beim "Parcival" aufgrund seiner extremen Komplexität und der Unmengen an zu berücksichtigender Sekundärliteratur ziemlich reinreiten kann, wie ich glaube. Aber wer weiß, vielleicht wage ich es ja doch?! [QUOTE]Meine Magisterarbeit wird vermutlich von 'Hollywood Rittern' handeln[/QUOTE] Hört sich ganz nach einem Thema an, das sehr viel Spaß verspricht! Zwar war das teils mal wieder off-topic, doch hoffe ich, niemanden damit zu stören. Gruß Icaros |
| gloryous | Hallo ! Ich lese z.Z. immernoch am "rolandslied". es ist zwar das totale kontrastprogramm zu "tristan und isolde",was ich davor gelesen habe ,aber dennoch gut. Eine meiner lieblingsstellen ist z.B.: " ... Und haut ihm aus dem Kopf die beiden Augen Und schüttet das Gehirn ihm vor die Füße ... " :D ich bin gerade so bei der hälfte des buches, da kommt bestimmt noch was gutes. ;) ich habe aber noch ein paar fragen zu "tristan und isolde": 1. Tristan und Isolde werde doch so als DAS liebespaar gehandelt , so ähnlich wie romeo und julia. und es wird ja auch öfters im buch von wahrer minne und so gesprochen.Aber die beiden lieben sich doch nur wegen dem minnetrank und nicht aus echten gefühlen heraus. ich meine die beiden mochten sich doch vorher garnicht , da tristan ja isoldes onkel getötet hat . isolde wollte tristan doch sogar umbringen. wie passt das zusammen? 2. Im züchtigen Mittelalter war doch ehebruch und voreheliche sex die sünde schlechthin. in "tristan und isolde" wird aber andauernt geliebt , ob verheiratet oder nicht. tristan selbst ist doch auch unehelich und ein ehebrecher.dennoch werden alle diese ehebrecher als edle menschen bezeichnet. was soll diese doppelmoral? 3. Wie kommt es , dass gottfried von straßbrug in den buch so schlecht über gott spricht? ich beziehe mich auf die stelle wo isolde im münster auf die probe gestellt wird, ob sie nun eine ehebrecherin sei. und sie schafft es ja die probe vor gott zu bestehen ,indem sie eine list anwendet. gottfried kommentiert diese tatsache sehr gotteslästerlich.wie konnte er das in dieser zeit wagen? wer ahnung davon hat ,soll mir bitte helfen! liebe grüße, gloryous |
| Icaros | Hallo gloryous, mit Tristan und Isolde habe ich mich nicht so sehr auseinandergesetzt wie mit dem Rolandslied und habe sie lediglich in einem Lektürekurs, den ich nicht wirklich regelmäßig besucht habe, durchgenommen, doch hoffe ich mal, Dir wenigstens etwas helfen zu können. Wenn ich's in den nächsten Tagen noch mal schaffe, schaue ich genau nach, sodass dies jetzt meine spontane Reaktion ist: 1) Autorenintention und Breitenrezeption können sich durchaus unterscheiden. Das Nibelungenlied hat auch nichts Deutsches per se an sich; es wurde erst hineininterpretiert, wodurch es zu DEM deutschen Epos wurde. 3)Ich vermute, Du spielst auf den Vergleich an, dass Gott "windschaffen wie ein Ärmel" sei - nun, daran zerbrechen sich Mediävisten bis heute den Kopf, da sie es sich selbst nicht so wirklich erklären können. Dies liegt aber auch daran, dass "windschaffen" eine Wortschöpfung Gottfrieds ist und insofern die einzige Stelle, an der dieses Wort auftritt, was zur Folge hat, dass man nicht weiß, was es bedeutet. Es ist schlichtweg nicht übersetzbar. Das war jetzt zwar nicht so umwerfend informativ, aber ich hoffe, ich konnte wenigstens ein bisschen Licht ins Dunkel bringen. Gruß Icaros |
| gloryous | Hallo Icaros! Erstmal denke für deine antworten/erklärungen! wenn du die zeit findest und auch die lust dazu hast würde ich mich freuen , wenn du noch weitere antworten finden könntest. tritan und isolde interessiert mich -als mädchen :D - natürlich sehr. wenn nicht ist aber auch nicht schlimm.ich will dich auf keinen fall als mein persönliches literatur-lexikon missbrauchen ;) liebe grüße, gloryous |
| gloryous | Hallo ! Ich bin jetzt in der 12. klasse und muss eine facharbeit in diesem schuljahr schreiben. Ich habe mir überlegt , dass ich die entweder in kunst oder in deutsch mache. lieber würde ich sie in deutsch machen und zwar über mittelalterliteratur, mittelhochdeutsch, gottfried v. strassburg , walther v d vogelweide oder so. was meint ihr dazu? ist das ein gutes thema? ist es geeignet oder vielleicht doch zu schwer? ich möchte meinen lehrer erst fragen, wenn ich mir sicher bin und ein gutes thema weiß. die facharbeit zählt dann für eine klausur(ich hab GK).habt ihr einen themenvorschlag , der für mich interessant wäre? bitte schreib mir eure ehrliche meinung!(besonders würd ich mich freuen, wenn sich die ,die das schon an der uni machen , melden würden) schonmal jetzt danke! grüße , gloryous |
| gloryous | Hallo ! ich schreib einfach wieterhin, was ich so in hinsicht auf die MA-literatur mache. obwohl ich langsam das gefühl hab selbstgespräche zu führen :D bitte meldet euch und laßt mich nicht alleine in diesem tread! aber zurück zum thema: Ich hab das "Rolandslied" jetzt durchgelesen! ich saß heute SEHR lang beim arzt und hatte ca. 2std. wartezeit , die es zu füllen galt. ich hab dann auch nachdem ich mit roland fertig war mit parzival angefanden,da bin ich aber noch sehr weit am anfang. (was für ein männerverschleiß :D ) Das rolandslied fand ich ganz gut (und schön blutig :D ) das ende ist nur etwas komisch. es kam mir so vor als ob es einfach mittendrin endet, ohne einen richtigen schluß zu haben. karl will ja sterben , soll aber in gottes auftrag einen weiter krieg führen und beginn darauf zu weinen. schluß. (hab ich das so richtig verstanden???) kann mir die stelle bitte noch jemand erklären? grüße, gloryous |
| Icaros | Hallo gloryous, ich habe noch mal in meinen Aufzeichnungen zu Tristan und Isolde nachgeschaut und zu Deinen anderen Fragen leider nichts weiter gefunden. Allerdings ist mir zur zweiten "Tristan und Isolde"-Frage eingefallen: Selbst am ach so idealen Artushof gibt es Ehebruch, zumindest angedeuteten, da doch Lanzelot etwas mit Guinevere anfängt, falls ich mich nicht völlig täusche - wenigstens wird so etwas angedeutet; im Endeffekt verkommt der Artushof immer mehr und geht in letzter Konsequenz zu Grunde, was mit dem mittelalterlichen Selbstverständnis zusammenhöngen könnte, dass man in der Endzeit lebt und die Welt unmittelbar vor dem Untergang steht. Somit wird Ehebruch nicht nur in Tristan und Isolde "verharmlost", sondern ist viel eher ein gängiges Thema. Das war zwar jetzt keine Erklärung, warum sie gleichzeitig ehebrechen und tugendhaft sein können, dafür aber eine Erläuterung, dass dieser Umstand keine Einmaligkeit in volkssprachlicher mittelalterlicher Literatur darstellt. Ein anderer Gedanke, der mir gekommen ist, ist der, dass es unter Umständen einfach nur ein weit verbreiteter Volksglaube der heutigen Zeit ist, dass das Mittelalter ach so prüde gewesen sein soll - ähnlich der Vorstellung, dass man im Mittelalter glaubte, dass die Welt eine Scheibe sei - völliger Schwachsinn, das wusste man damals schon weitaus besser, und nur eine veschwindend geringe Anzahl an Personen vertrat diesen Humbug!:mad: Was die Facharbeit angeht, brauchst Du Dir thematisch keine Sorgen zu machen, da findest Du garantiert genug informationen - wenigstens in der Bibliothek des Fachbereichs Germanistik einer Uni. Ergiebige Themen, die Dir zur Verfügung stehen, sind zahlreich: Zu Tristan und Isolde gibt es auf jeden Fall etwas zu finden, zum Rolandslied oder zu Walther auch und zum Nibelungenlied und Parcival sowieso - bei letzteren dürftest Du von Informationen regelrecht überschüttet werden. Zu schwer ist das nicht, wie ich meine - vorausgesetzt, dass eine Facharbeit einer Hausarbeit an der Uni gleicht - da man lediglich Informationen zusammentragen muss und das eigene Denk- und Kombiniervermögen lediglich marginal beansprucht wird. Wenn ein mittelalterlicher Roman plötzlich abbricht, ist der Grund oft nur schwer zu ermitteln, meist liegt es jedoch am Ableben des Autors. Beim Rolandslied würde ich allerdings eine andere Möglichkeit favorisieren. Besagtes Stück stellt nämlich nur eine Episode eines größeren Karlszyklus dar, der in Schweden in Form der Karlusmagnussaga und in Frankreich als Chanson de Geste (wenn mich nicht alles täuscht) existiert. Insofern hat das Rolandslied weder ein "richtiges" Ende noch einen "richtigen" Anfang - eben weil es vorher und nachher noch weiter geht. Falls Du das Rolandslied des Pfaffen Konrad liest, könnte man das Ende ganz im Propagandazusammenhang des gesamten Romans betrachten: Durch den nicht geschilderten Kreuzzug, der eigentlich folgen müsste, ergeht eine Aufforderung an den Leser/Hörer, selbst zur Tat zu schreiten - aber das ist jetzt reine Mutmaßung meinerseits. So, ich hoffe mit meinen Ausführungen etwas geholfen zu haben. Gruß Icaros |
| gloryous | Hi Icaros ! Danke für deine hilfe! was die facharbeit betrifft sieht das so aus: sie soll ca. 8-12 dinA4 seiten in pc-schriftgröße 12 umfassen und eine eigene leistung zu einem thema beinhalten. eine art wissenschaftlich arbeit, die man selbst erarbeitet. in bio oder chemie können das auch keinere forschungen/versuche sein. ich muss halt nur ein thema selbst finden und dem lehrer vorschlagen.wenn das ok ist, darf ich anfangen. material finde ich bestimmt. ich war schon mal in der literatur- und sprachabteilung der büchrei in münster und habe viele sachen zu diesem themenbereich gefunden. ich habe eine ausgabe des rolandslied von wilhelm hertz , der es in der mitte es 19.jahrh. aus dem französischen übersetzt hat. ich möchte aber auch gerne mal ein buch in mittelhochdt. lesen, wenn ich mehr ahnung davon hab. gedichte von walther von der vogelweide (mit übersetzung) hab ich mir ausgelehen und werde mich in der nächsten zeit mal dran versuchen. grüße , gloryous |
| Demoness | Oha, ein Kollege ;) @ Icaros Ich studiere Ältere Anglistik als Hauptfach, also das englische Pendant zu germanistischer Mediävistik (wieso klingt das bei euch Germanisten nur immer so hochgestochen?;) ). Falls es auch mal Englisch (bzw. die deutsche Übersetzung) sein darf, kann ich nur die Werke von Geoffrey Chaucer empfehlen. Dabei sollte man sehr genau lesen, denn dann wird man allein in der Wortwahl sehr viel über mittelalterlichen Humor herausfinden :D Kann aber schwierig sein, ohne Vorwissen. Aber keine Angst, wenn man gut Englisch kann, ist Mittelenglisch gar nicht so schwierig zu verstehen. Auch sehr nett ist "Beowulf" - ein Heldenepos! MAcht Spaß zu lesen :) An historischen Romanen finde ich die Bücher von Rebecca Gablé sehr gut und vorallem weitgehend historisch korrekt. Ken Follett's "Säulen der Erde" fand ich persönlich toll. Zum Thema Beruf: Ich habe ja das gleiche Problem, nur dass ich mit meinem Hauptfach wohl eher nix anfangen können werde. Zumindest nicht, so wie ich es mir wünsche, an einer Universität als Lehrkraft. Ich denke es wird vermutlich auf die Medienbranche hinauslaufen ... der Doktor-Titel ist aber schon ziemlich fest eingeplant :cool: |
| Gwyar | Hallo, Falls Du Dich auch dafür interessierst: es gibt eine gute deutsche Übersetzung der 4 Zweige des Mabinogi, das sind walisische Sagen, das Buch heißt "Das Sagenbuch der walisischen Kelten" von Bernhard Maier. Mit Kommentar, Nachwort und Literatur. Und es ist auch recht blutig!!!! Besonders im Owein gibt es da schöne Stellen, aber der gehört nicht zu den 4 Zweigen und steht deshalb nicht im Buch :-(((... Gruß Gwyar |