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  Forum: Buchsalon
    Thema: Nietzsche - "Vereinsamt"
arodHallo :)

ich bin 15 jahre alt und muss in Deutsch das Gedicht "Vereinsamt" von Nietzsche halten und danach den Text interpretieren, mit der damaligen Zeit in Verbindung bringen und was über den Autor erzählen.

Das Gedicht vorzutragen dürfte nicht das Problem werden, jedoch die Interpretation etc. dürfte ziemlich schwierig werden.

Könnt' ihr mir vielleicht ein wenig helfen?

Vielen Dank! :)

Andreas
lizardwie wäre es, wenn du uns das gedicht auch zugänglich machst, z.B. durch einen link?
GrauerWolf@arod
Erstmal vielen Dank fürs "Draufaufmerksammachen".
Wenn man bei Gugel "Nietzsche" und "Vereinsamt" eingibt ,
erscheint es gleich an erster Stelle.

Beim Lesen schaudert es mich, Nietzsche hat den ganzen Kosmos des modernen Menschen umfaßt, die Vereinsamung, die Entwurzelung, die Gottsuche - und sicher ganz viel Autobiographie, die Qual des Hellsichtigen Menschen, der weit, weit über die Köpfe seiner Zeitgenossen hinausdenkt und den es bei seinen Visionen fröstelt.
Bin jetzt müde, müßte mich nochmal hineinlesen und weiter drüber nachdenken.

Gruß

GrauWolf
arod[URL=http://home.arcor.de/handmann/g_vereinsamt.html]Hier[/URL] gibt's das Gedicht...:)
GrauerWolf@arod
Was ist denn Deine Meinung, wie wirkt es auf Dich?
arodAlso, ich finde das Gedicht irgendwie "faszinierend".
Die erste und die letzte Strophe ähnelt sich ja sehr, was das Gedicht auch noch irgendwie geheimnissvoll macht. Es scheint für mich so, als ob wirklich jeder Vers eine Bedeutung hat.

Friedrich Nietzsche ist ja auch ein Autor gewesen, der sehr sagen wir mal, "außergewöhnlich" gewesen ist.
Das ist eigentlich auch mein Problem. Das Gedicht mit dem Menschen Nietzsche in Verbindung bringen...

Viele Grüße

Andreas
arodKönnt' ihr mir nicht ein wenig helfen...? :(
GrauerWolf@arod
Ein bißchen helfen geht in diesem Fall wirklich genauso wenig, wie ein "bißchen schwanger" sein...

Ich habe drüber nachgedacht und es würde ein mehrseitiger Aufsatz dabei herauskommen. Ich würde eine Biographie von Nietzsche lesen, die Zeitgeschichte zu rate ziehen und mich dann immer wieder einlesen, bis mir das Gedicht zur zweiten Haut geworden ist.
Es gibt da keinen Königsweg, "Vereinsamt" ist wirklich eine harte Nuß.
Stürz Dich rein, bei "rororo" gibt es eine anständige Monographie über ihn.
Joachim Fernau hat mal gesagt, wen die Götter vernichten wollen, den lassen sie etwas durchschauen.
Nietzsche war ein Sehender und er ist darüber verrückt geworden.
GwethEinen Text von Nietzsche vollends zu verstehen, ist schwierig. Ich habe mal ein bisschen herumgesucht und finde, dass folgende drei Zitate von Nietzsche schon einiges zu einer groben Deutung beitragen können, bzw. vielleicht sogar dafür ausreichend sind.

"Die Tendenz der Herde ist auf Stillstand und Erhaltung gerichtet, es ist nichts Schaffendes in ihr."

"Insofern die Masse herrscht, tyrannisiert sie die Ausnahmen, so dass diese den Glauben an sich verlieren und Nihilisten werden."

"Jemand, der sich auf seinem Wege im Walde völlig verirrt hat, aber mit ungemeiner Energie nach irgend einer Richtung hin ins Freie strebt, entdeckt mitunter einen neuen Weg, welchen niemand kennt: so entstehen die Genies, denen man Originalität nachrühmt."
arod@GrauerWolf: Ich verstehe, dass man nicht ein "wenig helfen" kann. Danke für deine Anstöße, wo ich anfangen soll!

@Gweth: Vielen Dank für deine Mühe und die Zitate, die du herausgesucht hast.

Wenn ihr noch irgendwas zufällig finden solltet, was mir weiterhelfen könnte, könnt ihr es mir gerne schicken.


Viele Grüße

Andreas
GrauerWolf@arod
Gern geschehen, bin Dir auch wirklich sehr dankbar für den Hinweis auf das Gedicht, kannte bislang nur zwei Zeilen daraus.

@gweth
Vielen Dank für die Zitate.

P.S.: In Röcken bei Lützen bei Weißenfels gibt es eine Nietzsche -
Gedenkstätte (Geburtshaus), in Naumburg/Saale ein
Nietzsche - Haus, dort ist er aufgewachsen und unweit in
Schulpforte aufs Gymnasium gegangen.
Die bekannteste Nietzsche Gedenkstätte ist natürlich
diejenige in Weimar.
Nur für den Fall, daß Ihr mal in die Gegend kommt.
LaChatteNun, so mal ein paar spontane Gedanken - völlig unsortiert:

Es handelt von einem, der aus freiem Willen seine Heimat, die Wärme verlässt, und nun in der Kälte und Einsamkeit ist, die er nun verflucht. Er wird vermutlich einen Grund gehabt haben, die Heimat zu verlassen - Enge vielleicht, oder keine Entwicklungsmöglichkeiten, Abenteuerlust, was weiss ich, doch nun fehlt diesem Menschen der Rückhalt, und was noch bleibt, ist kalte, riesige Leere.

Er bereut und sieht nun die schönen, kuscheligen Seiten der Heimat, aber offenbar gibts kein Zurück - hat er sein Haus vielleicht verbrannt, als er es verliess? Alle Brücken abgebrochen?

Sein Herz blutet, doch er vergräbt es unter einer Schicht Eis, um den Schmerz nicht wahrzunehmen - ein sehr trauriges Gedicht, ein Gedicht vom Winter eines Menschen, der sich nur noch vage an den Frühling, die Gemeinschaft, die Freude erinnert und das doch schmerzlich vermisst und nie mehr zu erhalten glaubt...
GrauerWolf@La Chatte
Eher kalt, bei Nietzsche ist es eine geistige Reise,
die er schildert.
MileaHallo erstmal!
Ich muss zugeben, ich habe das Gedicht nicht gelesen, lese aber im Moment die Dionysos Dithyramben von Nietzsche. Eigentlich wollte ich hier nur mal deine Leherer kritisieren, da ich es für völlig überzogen halte, ein solch umfangreiches und kompliziertes Thema wie Nietzsche schon in der 9./10. Klasse zu behandeln.
So, werd mich jetzt mal ans lesen machen.
Grüße, Milea

p.s. hab mal interessehalber unsere Deutschlehrerin gefragt, die meinte, Nietzsche wird, wenn überhaupt, nur im Lk Deutsch in Verbindung mit einem anderen Autor erwähnt, da es schwer zu verstehen ist.

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