| Torian | "Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt". -Franz Kafka Die Verwandlung meiner Meinung nach ein wirklich sehr schöne Einleitung zu Kafkas Werk die Verwandlung und im Grunde schreibt oder bessergesagt schrieb Kafka wirklich gut, wenngleich er zeitlebens Gefangen war in einer abhängigkeit von Hanf und einem immerwährenden Vater-komplex dessen schematik sich zwar nicht einzig aber doch prägnant durch all seine Werke zieht. Gleichwie ihr zu Kafka steht, ob ihr ihn nun mögt oder nicht, als Schulliteratur verhasst ist oder ihn mit Spannung gelesen habt stellt sich mir bei seinen Werken immer eine wichtige Frage.. soll man seine Werke lesen? Diese Äusserung ist jetzt vollkommen wertfrei und soll keine Diskussion über Kafkas Fähigkeit bzw seiner Unfähigkeit dienen (ich mag Kafka im Grunde) sondern die Frage auf einem anderen Punkt betrachten. Kafka selbst hielt nämlich seine Werke immer unter Verschluss und nach seinem Tod wurde sein letzter Wille missachtet, Kafka wünschte sich nämlich das seine Werke nie veröffentlich werden sollte, da sie sich ja grundlegend mit seinen eigenen direkten Problemen beschäftigen. Diesem letzten Willen ist man nicht nachgekommen sondern hat sieveröffentlicht.... hätte man das tun sollen? Auf der einen Seite steht der letzte Wille eines Mannes, der Wunsch seine Geheimnisse und Gedanken, sein Schaffen mit sich zu nehmen. Man beachtet hierbei das, wenn man seinem Wunsch nachgekommen wäre hätte uns nichts gefehlt, denn wie solle uns etwas fehlen was wir nie kannten? (bitte an dieser Stelle keine theologisch/philosophische Debatte) Andererseits haben viele Menschen durch die Veröffentlichungen etwas Gewonnen und die Welt wurde um ein bedeutendes Stück Weltliteratur reicher.... So frag ich mich immer ob ich seine Werke nun lesen darf oder nicht und gleichzeitig in meiner Eitelkeit ob sie andere lesen dürfen... Eure Kommentare dazu? Oder ist euch das so ziemlich egal? |
| bloodflower7 | Schwierige, aber gut berechtigte Frage :D Ich sehe das mit zwiespältiger Meinung: Sicherlich hätte man den letzten Willen Kafkas berücktsichtigen und respektieren sollen, denn wenn er nun mal wünschte das seine Werke nicht veröffentlich werden sollen, dann ist es so gewesen... andererseits wären damit, meiner Meinung nach, sehr gute, denkwürdige und aussagekräftige Werke eines genialen Kopfes einfach so unentdeckt geblieben. Für mich ist Kafka sehr wichtig und einer der kreativsten und genialsten Köpfe, die es gab und es wäre sehr schade, wenn seine Werke der Nachwelt nicht preisgegeben worden wären. Aber dennoch muss ich die Einschränkung machen, dass es wohl nicht in Ordnung war Kafkas letzten Willen zu missachten und einfach die Werke zu veröffentlichen... denn wie schon von Torian erwähnt, handeln die meisten seiner Werke von sehr Trotzdem komme ich zu folgendem Entschluss: Lest Kafka :) |
| Wolkenfelder | ... ich hab mal irgendwo gehört (weiss nicht mehr wo - sorry!) Kafka hätte das mit dem "nicht veröffentlichen" in einem "ich bin auch nur so ein armer Trottel der keine Ahnung hat, ich schreib so gern, aber natürlich ist es keine lesenswerte Sache" Zusammenhang gesagt. WENN dem so war (wie gesagt - da ich nicht mehr weiss woher ich das hab weiss ich auch nicht wie zuverlässig diese Quelle ist) Dann denke ich, dass es in Ordnung war seine Werke zu veröffentlichen, denn es gibt Leute die ihn gern lesen und denen er hilft...(und die anderen müssen es ja nicht) Aus genau dem Grund finde ich es aber auch definitiv falsch Kafka in der Schule zu lesen (als Pflichtlektüre mein ich) ich glaube Kafka würde es grauenhaft finden und genau das nicht gewollt haben, als er gesagt hat es solle nicht veröffentlicht werden, dass es Leute sich da durch quälen,denen es nichts bringt und die es nicht interessiert. |
| Sathana | Ich hab zwar nicht viel von ihm gelesen, aber die Bücher sind schon irgendwie abstrakt und interessant und auf alle Fälle lesenswert. Trotzdem bin ich der Meinung, wenn ein Mensch will, dass etwas, das von ihm stammt nicht veröffentlicht werden soll, dann sollte man das auch aktzeptieren, egal wie genial das ist... |
| Wolkenfelder | ... ich sagte, dass Kafka der Meinung war der Menschheit nichts zu sagen zu haben. Meine Meinung dazu ist, dass es ihm dann sicher nicht recht sei jemandem seine Texte aufzuzwingen, weil er das dann doch (mE offensichtlich) erst Recht nicht wollte... Das man in der Schule das liest was angeblich "gut" sein soll ist wohl wahr... manchmal gelingt es den Leuten Freude an der Literatur zu vermitteln, manchmal nicht. Das ist klar. Ich denke nur, dass jemand der seine Bücher (eigendlich) nicht der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen wollte davon verschont bleiben sollte von Generationen von Schülern als Zumutung und unverständlicher Schwachsinn eingestuft zu werden, da er sich ihrer Kritik eben eigendlich NICHT stellen wollte... (Äh versteht jemand was ich sagen will? Ich kann mich irgendwie im Dialog besser verständlich machen) |
| Desengano | also ich persönlich finde es nicht schlimm, dass man die kafka-bücher lesen kann. er war sowieso mir seinem selbstbewusstsein im minus-bereich und wie mcmaniac schon gesagt hat, muss man manche menschen zu ihrem glück zwingen (ich hab echt genau das selbe gedacht... voll lustig...). :rolleyes: naja und vielleicht wusste er, wenn er son geschiss drum macht, das sein freund (max brod hieß der, oder?!) es erst recht veröffentlicht? naja, aber da müsste man ihn fragen. und meine güte!! ich würde mich echt freuen, wenn jemand meine bücher in der schule lesen MÜSSTE (harrharr) und ich sogar mein eigenes wort hätte. da wurde "kafkaisch" doch tatsächlich lexikalisiert... *ächz* naja und wenn ich an seiner stelle es wirklich nicht gewollt hätte, das jemand meine texte veröffentlicht, hätte ich sie verbrannt. also so blöd kann doch keiner sein, das er wirklich glaubt, dass das dann keiner liest... nur weil ich das in mein testament schreibe... und schon gar nicht, wenn die ganzen leute vorher schon gesagt haben, dass das echt gut sei... aber darüber kann man auch schon wieder streiten.. :cool: |
| Desengano | hm. hab mich geirrt. das wort heißt "kafkaesk" und ist eine literarische ausdrucksform für "eine durch eine Lakonik der Bedrohnung geprägten und auf rätselhafte Weise unheimlich wirkende Schreibweise". *gg*klugscheiß* was das nun genau bedeutet, weiß ich auch nciht so richtig. wenn einem das gefühl vermittelt wird, was auch seine werke ausdrücken, oder so ähnlich. ist auf jeden fall neuer diskussionsstoff, was das nun genau bedeutet.. :rolleyes: |