| Icaros | Hallo alle miteinander, ich habe neulich Raymond Feists "Schlangenkrieg-Saga" begonnen, die zwar recht nett, doch sprachlich von etwas zu einfacher Machart ist. Der Hintergrund ist wirklich ansprechend, allerdings stilistisch meines Erachtens zu schlicht. Gibt es Fantasyromane, die inhaltlich durchaus in diese Richtung (High Fantasy) gehen, die aber zusätzlich noch mit einer merklich größeren Sprachgewandtheit daherkommen? Als Beispiele für den von mir erwünschten Stil wären Thomas Ligotti, Lovecraft oder Clark Ashton Smith zu nennen, wobei Letzterer dem angestrebten Endresultat am nächsten kommt, nur dass er eher Kurzgeschichten schrieb, die mir zusätzlich noch zu orientalisch sind. (Mit einem pseudomittelalterlichen mittel- und nordeuropäischen Hintergrund kann ich persönlich deutlich mehr anfangen.) Viele Grüße und schon einmal Danke im Voraus Icaros |
| Kappabani | Da fällt mir Erik Rücker Eddison ein: Der Wurm Ouroboros. Der dürfte dir Sprachlich bieten wonach du suchst - allerdings gehts da wirklich phantastisch zu, hat mehr was von grieschieschen Sagen - laß dich überraschen. Oder ließ Robert E. Howard im Orginal - der Erfinder von Conan. Jaja, du lachst jetzt aber vergiss die beknackten alten Übersetzungen in deutsch. Howard besaß ein ersztaunliches Historien Wissen und hatte nicht nur eine Bildgewaltige sondern auch, ähnlich wie Smith, etwas antiquiert wirkende Sprache. Viel Spaß! |
| Sternenstaub | Oder Ray Bradbury... :) |
| Kronos | Hi, also ich kann da mich da nur Kappabani anschließen. E. R. Eddison gehört, wie auch Tolkien, zu den begründern der "modernen Fantasy". Sein Sprachstil ist typisch (anspruchsvoll) für Fantasyautoren des beginnenden 20sten Jhd.!! Daneben wären noch William Morris (geb. 1834) und Edward John Moreton Drax Plunkett (geb. 1878), alias Lord Dunsany, zu empfehlen. Ein etwas ungewöhlicher Autor, aber sehr lesenswert, wäre noch Mervyn Laurence Peake. Seine Fantasy ist zwar nicht mit der kalssischen, z.B. E.R.E´s, zu vergleichen, ist aber von seiner Vielfalt, Detailtreue udn Tiefe fast ebenbürtig mit Tolkien. Seine psychologische Vielschichtigkeit gleicht der Kafkas. Dann mal viel Spaß beim lesen. Gruß Kronos |
| Kronos | Argh, sorry für die zahlreichen Buchstabendreher!!! Sehr peinlich!!*rotwerd* !! Bin heut noch irgendwie unfit!!! |
| Kappabani | @ Kronos Jop, Dunsany ist Klasse! :D Werd Freitag auf dem Schwarz Licht Festival- Villa - Leipzig die Story "Der Gibbelin Hort" von ihm lesen. Wenn du Lust auf vertonte Fatasy hast könntest du mal hier reinhören: [url]www.bifroest.com[/url] Unter anderem Gedichte von Robert E. Howard vertont. Gibt aber auch Anspilungen an viele andere Bücher. Mir ist auch noch was anderes eingefallen: wer des englischen mächtig ist sollte unbedingt mal EDMUND SPENSER lesen THE FEARIE QUEEN. Gibt eine schöne, modernisierte Version im Everyman Verlag - ISBN müßte ich gucken. Fantasy in reinkultur und alles auch noch in Reimen und von 1480-irgendwas. Kein Tippfehler, nochmal: 1480! |
| die Aversion | Einen wunderschönen Tag Euch allen, vielen Dank für die zahlreichen Hinweise - da werde ich mich erst einmal durcharbeiten müssen... wenn ich denn die Zeit dazu finde... Von Dunsany habe ich irgendwo noch ein Buch, wobei ich, ohne ihn gelesen zu haben, bei ihm eher den Eindruck hatte, dass er sehr folkloristisch angehaucht ist. Über die wohlwollenden Worte über Howard bin ich ehrlich gesagt etwas überrascht, da ich von ihm nur eine Kurzgeschichte kenne, die etwas...ähem... durchschnittlich... hüstel... ist (allerdings habe ich sie auf Deutsch gelesen), doch lasse ich mich gerne vom Gegenteil überzeugen... Dankende Grüße, Eure Aversion |
| Sybill | Grüße! Auch für den Fall, das ich mich wiederhole...Marc-Alastor E.E., gehobene Sprache, zwischen High und Dark Fantasy..., der einzige, der in all den Aufzählungen noch fehlt... Grüße Sybill |
| die Aversion | Hallo Sybill, hab Dank für den Hinweis, auch wenn ich Marc-Alastor E.-E.'s "Kriecher" bereits kenne - und ich noch nicht so recht weiß, wie ich letztlich zu ihm stehen soll. Vom sprachlichen Vermögen her liegt er definitiv über dem Durchschnitt gängiger High Fantasy, doch kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass er seinem eigenen Anspruch nicht gerecht zu werden vermag. Zweifelsohne weiß er mit Sprache umzugehen, doch ist er dermaßen fixiert darauf, wohlklingend und künstlerisch mit ihr zu spielen, dass er sich in Formulierungen und Ausdrücke versteigt, die seine eigene Kompetenz übersteigen - so erscheint es mir zumindest, wenn er einen von einem Baron angeheuerten Söldner als Lehnsmann bezeichnet und damit schlicht "Untergebener" meint, während er diverse rechtliche Implikationen (etwa die Belehnung mit Land und ein GEGENSEITIGES Treue- und Pflichtverhältnis), die die Bezeichnung mit sich führt, (wissentlich?) ignoriert. Ich habe mich übrigens mal auf die Suche nach dem angeblichen mittellateinischen Versepos gemacht, auf dem der Zyklus beruhen soll, und bin nicht fündig geworden - ein Umstand, der mich nicht wirklich verwundert, aber sicher eine schöne Vermischung der Sphären der Fiktion und Realität. Grüße, Deine Aversion |
| Sybill | Hi Aversion, also auch wenn ich nicht so bewandert bin mit mittelalterlichen Verhältnissen, so ist es meines Wissens durchaus möglich gewesen, das Söldner in den gesicherten Stand eines Lehnsmann erhoben werden konnten. Im Lexikon steht: Lehen (zu leihen; lateinisch feudum), Leihegut, das von dem so genannten Lehnsherrn einem Vasallen (Lehnsmann) zunächst auf Lebzeiten verliehen wurde; später wurden die Lehen erblich und damit faktisch zum Besitz des Vasallen. Das Leihegut konnte Land sein, ein Amt oder ein Recht, z. B. ein Zoll, dessen Erträge dem Vasallen zur Verfügung standen. Der Lehnsmann war dem Lehnsherrn zu „Rat und Hilfe”, z. B. zum Kriegsdienst, und zur Treue verpflichtet; der Lehnsherr war seinem Vasall ebenfalls zu Treue sowie zum Schutz verpflichtet. Microsoft® Encarta® Professional 2002. © 1993-2001 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. Nichts anderes gibt die Geschichte, die Du meinst vor. Ich sehe nicht, wo der Autor da etwas ignoriert. Ich muss aber auch sagen, das ich das allen nicht so spitzfindig sehe, denn es ist ein Fantasyroman, und selbst wenn ein Übertrag der Rechte und Pflichten auf eine ehemals käuflichen Krieger im Mittelalter nicht üblich war, sehe ich kein Hinderungsgrund, warum das nicht in einer fiktiven Welt möglich sein sollte. Ich habe mich bislang gut unterhalten und bin schon sehr gespannt auf den dritten Teil, wann auch immer der nun wieder erscheinen mag. Was den lateinischen Versband angeht, weiß ich auch nur, was ich auf seinen Seiten zu lesen bekam. Mich hat es spontan an den "Necronomicon" Mythos erinnert, aber auch das ist mir im Grunde egal, solange ich eine spannende Geschichte zu lesen bekomme, die noch dazu morbide genug ist...:D Grüße Sybill |
| die Aversion | Hallo Sybill, ich stimme dem Lexikonartikel durchaus zu und möchte mich jetzt auch nicht an dem einen Beispiel aufhängen - diese Szene war es eben, die mir hängenblieb und die natürlich die 'richtige' Deutung des Begriffes Lehnsmannes definitiv zulässt, doch hatte ich im Augenblick des Lesens ganz subjektiv den Eindruck, den ich spontan auch nicht textimmanent begründen könnte, dass der Autor simplifiziert und mit Begriffen um sich wirft, die 'irgendwie alt' klingen sollen, ohne dass deren ganze Bedeutungsbreite erfasst wird... Insofern bin ich argumentativ zweifelsohne in Nachteil... Auf den Vergleich mit dem Necronomicon bin ich noch nicht gekommen, aber stimmt schon, das passt. Und Deinem letzten Absatz vermag ich mich ohne Abstriche anzuschließen... Gruß, Deine Aversion |