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  Forum: Buchsalon
    Thema: Weimarer Phantastik
die AversionEinen wunderschönen guten Tag,

gibt es vielleicht den einen oder anderen Forenbenutzer, der sich mit der Weimarer Phantastik, also deutscher Phantastik, die zwischen 1900 und 1930 verfasst wurde, beschäftigt oder Romane/Kurzgeschichten entsprechender Autoren gelesen hat?

Autoren dieser Strömung waren Gustav Meyrink, H.H. Ewers, Hans Gustav Strobl oder Alexander M. Frey, um nur die bekanntesten zu nennen.

Speziell suche ich nach Geschichten der genannten Autoren, in denen (Halb-)Juden auftreten, um sie (die Geschichten) auf antisemitische Tendenzen hin zu untersuchen. Von Meyrink habe ich bereits genügend passende Texte gefunden, bei Ewers lediglich "Der Vampir", so dass ich Euch sehr verbunden wäre, wenn Ihr mir, sollten Euch Texte, die die genannten Kriterien erfüllen, bekannt sein, ihre Titel mitteiltet.

Viele Grüße,
Eure Aversion
Ãðàô Ëÿãóøguten Abend, dies ist mein erster posting, der forum ist klasse, ich fühle mich wohl
um meinen nick richtig sehen zu können, muss man bei Ansicht/Coldierung/kyrillisch(windows) tippen

die Aversion, sie sind das erste eingeborene Wesen, auf das ich treffe, das diesen Author kennt, bei mir auf der Schule kannten ihn nicht mal die Lehrer (die Schüler auch nicht), erstaunlicherweise kennen ihn recht viele russischsprachige Jugendliche, vor allem wegen einer Band namens Agata Kristi, die, z.B., eine seiner Geschichten musikalisch umgesetzt haben - die Story heißt "die Spinne", und ist genau das, was du suchst - am ersten Tag der jüdischen Woche - freitags, um sechs uhr abends, hängt sich in einem pariser Hotel stets jemand vor dem Fenster auf :) , eh, ich meine natürlich :( , dis wars eigentlich mit den juden, aber die geschichte kann schon deswegen recht heftig ausgelegt werden :eek:
und daaann gibt es einen Roman namens "Alraune", kann man im Internet oder in einer Bibliothek bestellen, ich glaube, die Romanheldin Alraune war jüdisch, kann es jedoch nicht garantieren (dies haben AgataKristiLeute auch sehr hübsch in ein elektroliedchen umgesetzt)
ich habe im Internet leider keine elektronischen Bücher von dem Typen gefunden, nur in russischer Übersetzung, der Typ sieht sich als der Nachfolger vom ETA Hoffmann und hat auch was drauf, eine hochqualifizierte Inspirationsquelle für jeden Goth
einen schönen Abend
KappabaniKann ich dir raussuchen.........aber du kannst dir auch einfach aus dem Surkamp Verlag das Buch "Die dunkle Seite der Wirklichkeit" - müßte so heißen - besorgen. Da geht es expliziet und ausführlich um diese Autoren, Herausgegeben von Franz Rottensteiner (ISBN: 3-518-37944-5<1200>).
Ganz besonders Frey, Ewers, Strobel und Meyrink aber auch Algernon Blackwood oder M.R.James.
Aber auch ganz allgemein um Phantstik in der Jahrhundertwende.


Seltsam das sich noch jemand für so antiquierte Texte interessiert. :rolleyes:
Empfele noch Kurd Laßwitz - Traumkristalle
die AversionHallo Ãðàô Ëÿãóø und Kappabani,

vielen Dank für Eure Antworten - ich hätte wirklich nicht gedacht, dass noch jemand auf den Beitrag reagiert...aber das Glück war mir hold. Weder '"Spinne" noch "Alraune" habe ich bisher gelesen, auch wenn ich von letztgenanntem Werk schon einiges gehört habe - so weiß ich nun, wem ich mich wohl eingehender widmen werde. Vielen Dank auch für den Verweis auf "Die dunkle Seite der Wirklichkeit", da mir diese Anthologie bislang genauso wenig geläufig war wie die "Spinne" - einen Blick werde ich sicherlich riskieren.

[QUOTE]Seltsam das sich noch jemand für so antiquierte Texte interessiert. :rolleyes:[/QUOTE]
Von Ewers habe ich bisher zu wenig (eine schmale Kurzgeschichtensammlung) gelesen, als dass ich mir eine adäquate Meinung über ihn bilden könnte, doch weiß Meyrink zweieflsohne zu gefallen - zumal Alter gewiss keinen Indikator für fehlende Qualität darstellt.

Besten Dank auch für den Verweis auf Kurd Laßwitz, der mir nur dem Namen nach etwas sagt, ohne dass ich ihm auch nur ein Werk zuordnen könnte.

Gruß,
Eure Aversion
KappabaniHi!
Für Kud Laßwitz einfach mal bei Ebay reingucken - gehen da meist für Schleuderpreise weg und für Meyrink und demnächst Strobl auf jeden Fall den Festa Verlag besuchen, die sind im runde die Underground Ikone für phantastik in Germany, einziger ernstzunehmender Konkurent ist da der Surkamp Verlag.

Viel Spaß beim lesen,
Cornelius.

[url]http://www.festa-verlag.de/[/url]
die AversionHallo Cornelius,

schön zu lesen, dass der Festa Verlag nicht nur mir etwas sagt - um den führt wirklich kein Weg herum, wenn es um anspruchsvolle Phantastik geht. Einen Autor wie Brian Lumley kann ich da wirklich verschmerzen, wenn er das nötige Geld einbringt, um etwa die Bizarre Bibliothek oder die Edition Metzengerstein (R.I.P.) zu finanzieren. Ansonsten hege ich nicht mindere Hoffnungen, was "Edgar Allan Poes phantastische Bibliothek" im Blitz-Verlag angeht: Ein Ligotti ist in der Reihe genauso veröffentlicht worden wie ein Alexander Moritz Frey - und außerdem ist Herausgeber Markus K. Korb ein durchaus versierter Mensch, was niveauvolle Phantastik betrifft. Spartenverlage sind mitunter schon eine tolle Sache, vor allem, wenn sie wie etwa Festa ein Verlagsethos aufweisen, das vielen der 'Großen' schon längst abgeht.

Zum Thema Laßwitz: Irgendwie habe ich immer Science Fiction mit ihm assoziiert - liege ich da vielleicht falsch?

Auch Dir viel Spaß beim Lesen (worin auch immer Du just schmökerst),
Deine Aversion
KappabaniMoin!
Kann dir nur herzlich zustimmen! :D
Festa Verlag: Jop, muß ja auch Goldesel im Verlagsprogramm haben um auch die schönen Bücher veröffentlichen zu können und nicht gleich pleite zu gehen wie es dem Storisende Verlag, zu meinem unermeßlichen Bedauern passiert ist.
Ich weis nicht ob dir Storisende was sagt? Die haben James Branch Cabell (in Hardcover, schwarze Deckel mit Golddruck und Schutzumschlag, super schöne Ausgaben) herausgebracht aber kein Schwein hats mitgekriegt und eigentlich hatten die vor das Gesamtwerk in einheitlichen Ausgaben rauszubringen.
Cabell ist einer der wurdenvollsten Gesellschatssatiriker den ich kenne. Kann ich dir nur aller wärmstens empfelen!!!!!!!
Zum einsteigen lohnen sich: Die Legende von Manuel und Jürgen.
Kriegst du meist für einen Euro bei Ebay.
Jürgen wurde 1919 wegen Pornographie verboten aber cabell gewann den Prozess. Der Lacher ist: er schreibt so eindeutig zweideutig das überhaupt kein Zweifel daran besteht das er beides meint.
Zu Laßwitz: Ist schon nicht ganz falsch. Laßwitz Roman "Auf zwei Planeten" ist sein bekanntestes Werk und das gehört zur SF aber seine Kurzgeschichten erinnern eher an einen E.T.A. Hoffmann, Jorge Luis Borges oder Mark Twain.
Hmm, deutsche phantastik? Hast du mal Robert Kraft gelesen?
Der war ein Verlagskollege von Karl May mit dem Unterschied das Robert Kraft der deutsche Jack London ist, nicht nur was das Todesjahr betrifft.
Kraft schrieb Lost Race, Detective und utopische Geschichten und alles mit einem Niveau das seinen Kollegen weit übersteigt und keinen Vergleich mit Schreibern wie Twain, London oder Talbot Mundy fürchten muß.
Besonders "Die neue Erde", ein Werk das er leider nicht vollenden konnte wegen eines Anfalls von Tod, ist nahezu unfaßbar genial. Er erschafft neue Mythen und erklärt damit gleichzeitig wie Kulturen und Mythen entstanden sein können, völlig nachvollziehbar. Wenn man seine Notizen liest zu den Büchern die er noch geplant hatte wird einem schwindelig wie genial der Typ war.

Naja, genug erstmal. :)
Schillernde Träume,
Cornelius.
die AversionHallo Cornelius,

weder Cabell noch Kraft sind mir bekannt - besten Dank also für die Empfehlungen, bin ich doch schon recht gespannt, sie mal selbst zu lesen (irgendwann...).

Übrigens bin ich zur Erkenntnis gelangt, dass ich Ewers nicht wirklich mag. Ich habe vor ein paar Tagen seinen "Zauberlehrling" fertig gelesen, und wenn in dessen Verlauf der Hauptcharakter (der zugegebenermaßen ambivalent gezeichnet ist) eine Frau vergewaltigt, diese unmittelbar darauf freiwillig mit ihm Sex haben möchte und dies auch hat, damit anschließend das Ganze als Initiation vom Mädchen zur Frau verklärt wird, empfinde ich das einfach nur als ganz gewaltig daneben und Frage mich, in was für eine (geistigen) Welt dieser Autor gelebt hat... Er hat zwar zeigfelsfrei das Talent, gekonnt eine Atmosphäre des Fanatismus und der Ekstase einzufangen, doch macht er dadurch schnitzer wie die obgenannte Szene nicht ungeschehen.

Es grüßt
Deine Aversion
Kappabani@ die Aversion
Ich kann dich schon verstehen. Ist mir auch mehr als Suspeckt und die Weimarar Phantasten sind teils auch mit Vorsicht zu genießen. Ich denke zum Beispiel auch an Thea von Harbou die so Werke wie Metropolis geschrieben hat.
Aber ich weis nicht ob dir der Fall bekannt ist: in Japan wurde auch eine Frau vergewaltigt die den Täter dann anschliesend heiratete. :eek:
Auch bei Entführungen spielt die Psyche manchem Opfer einen Streich indem es sich in den Täter verliebt.
Meine Meinung ist das der menschliche Verstand diese unerträglichen Taten dadurch zu "entschärfen" oder zu "relativieren" versucht. Eine Ex von mir wurde von ihrem Paps durch Liebesentzug gezwungen mit mir Schluß zu machen - auch nichts anderes als eine (emotionale) Vergewaltigung. Jetzt macht sie unsere Beziehung dafür verantwortlich das sie Ärger mit ihrem Paps hatte.
Nichts anderes.
Es kann aber auch sein das manche Autoren sich nur scheinbar der Politik ihrer Zeit beugen - nur um in Ruhe arbeiten zu können und in wirklichkeit schert es sie gar nicht was politisch läuft. Dieses Gefühl vermittelt mir z.B. auch H.P.Lovecraft.

Cabell und Kraft: Ja, ja, unbedingt lesen!!! :D
Nachher wirst du froh sein sie zu kennen. ;)

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