| ashipisburning | Ich dachte mir, daß es ganz interessant wäre statt Zitate aus einem Roman (so einen Thread gab es glaube ich schon mal) Romananfänge zu raten. Angeblich legen ja viele Schriftsteller besonders großen Wert auf die ersten Zeilen und oft entscheidet der Anfang ja auch, ob man ein Buch kauft und liest. Ich fange mal ganz einfach an. "Um meine Geschichte zu erzählen, muß ich weit vorn anfangen. Ich müßte, wäre es mir möglich, noch viel weiter zurückgehen, bis in die allerersten Jahre meiner Kindheit und noch über sie hinaus in die Ferne meiner Herkunft zurück." Wer's errät, darf den nächsten Romananfang vorgeben. P.S. Keinen Spaß macht es natürlich, wenn ihr einfach nur googelt :( |
| Sicarius | Grrr das kommt mir bekannt vor, entweder fangen hunderte so an oder ich habs grad erst gelesen ;) mal meinen schrank durchsuchen -.- |
| Sicarius | Harrr ich habs, Hermann Hesse - Demian. Wirklich Freude hatte ich an dem Buch nicht :/ Einige Charaktere waren sehr flach und die Verwirrungen in der Pubertät... naja. Einige philosophische Gedanken waren allerdings schon drin :P Ganz nett für Deterministen, aber mich grausts jetzt schon wenn ich irgendwann mal mit jemandem über das Buch reden darf, der alles absolut falsch verstanden hat und meint die Aussage des Buches wäre in etwa die Folgende:"Sei wer du bist und steh stolz zu deinem Lebensweg und was du mal wirst, egal was die anderen denken... und jetzt muss ich schnell weg sonst sieht mich noch jemand mit einem Gothic" ;) |
| Sicarius | Hier der neue Anfang: "In der folgenden Geschichte geht es um Magie, wohin sie verschwindet und - was vielleicht noch wichtiger ist - woher sie kommt. Es sollen die Gründe dafür dargelegt werden, ohne dass Anspruch auf vollständige Beantwortung der aufgeworfenen Fragen erhoben wird. Nun, vielleicht könnte dieses Buch zu erklären helfen, warum Gandalf nie heiratete und Merlin ein Mann war. Denn es ist auch eine Geschichte über Sex, wobei der Autor allerdings nicht die athletisch-gymnastische Variante Zähl-die-Beine-und-teil-die-Summe-durch-zwei im Sinn hat. Es sei denn, die Protagonisten geraten ausser Kontrolle. Was durchaus passieren könnte." |
| The Archer | Terry Pratchett, Das Erbe des Zauberers. Hauptsächlich aber geht es um die Welt... neues Rätsel: "Gott? Doch wohl mit 'dt'"? sagte der Empfangschef, ohne aufzusehen. "Mit Doppel-t", sagte der alte Mann entschuldigend. "Das ist ungewöhnlich", bemerkte der Empfangschef. "Ungewöhnlich? Es ist einzigartig." Und der alte Mann lächelte milde über seine Äußerung. |
| Atha | Sir Peter A. Ustinov - Der Alte Mann und Mr. Smith :) Nächstes: " Starker Rosenduft durchströmte das Atelier, und als ein leichter Sommerwind die Bäume im Garten hin und her wiegte, kam durch die offene Tür der schwere Geruch des Flieders oder der feinere Duft des Rotdorns." |
| Varda | Hi, erinnert mich an Effi Briest, aber es ist nicht aus Effi Briest. Bin wohl noch nicht belesen genug. ;) Seyd gegrüßt, Varda ps.: Ist es vielleicht trotz dem was von Fontane? |
| Atha | Nee, es ist nicht von Fontane. ;) |
| neptunia | atha, das bildnis des dorian grey? mist, ich find das verflixte ding nicht mehr ... |
| ashipisburning | Neptunia, ja, ist es. :) |
| Varda | So, jetzt hab ich auch noch einen. Ist vielleicht zu einfach, mal sehen. "Aber Euch ist auch wohl, Vater? Ihr seht so blass." "Ganz wohl, mein Sohn - was hattest du mir zu sagen?" So, mehr schreib ich erstmal nicht, sonst würde man es vielleicht sofort merken. Seyd gegrüßt, Varda |
| CarpeNoctem | Friedrich Schiller - Die Räuber :) "Mein" Anfang: "Der Schnee in den Bergen schmolz schon, und Bunny war seit ein paar Wochen tot, ehe uns der Ernst unserer Lage allmählich dämmerte. Er war zehn Tage tot gewesen, als sie ihn gefunden hatten, wissen Sie. Es war eine der größten Suchaktionen nach einem Vermissten in der Geschichte Vermonts..." |
| Atha | The Secret History??? Jetzt muss ich lügen, Tartt, der Vorname fällt mir nicht ein... " Diederich Heßling war ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete und viel an den Ohren litt. Ungern verließ er im Winter die warme Stube, im Sommer den engen Garten, der nach den Lumpen der Papierfabrik roch und über dessen Goldregen- und Fliederbäumen das hölzerne Fachwerk der alten Häuser stand. Wenn Diederich vom Märchenbuch, dem geliebten Märchenbuch, aufsah, erschrak er manchmal sehr." |
| CarpeNoctem | Jep, die Zeilen stammen aus "Die geheime Geschichte" von Donna Tartt |
| The Archer | Diederich klingt sehr nach dem "Untertan" - Heinrich Mann, wenn ich nicht irre. Der nächste Anfang: " 3. Mai, Bistritz. Abfahrt von München am 1. Mai um 8.35 Uhr, Ankunft in Wien früh am nächsten Morgen; wir hätten um 6.46 Uhr eintreffen sollen, doch der Zug hatte eine Stunde Verspätung. Budapest ist anscheinend eine herrliche Stadt, nach dem flüchtigen Eindruck zu urteilen, den ich vom Zug aus und nach einem kurzen Gang durch die Straßen gewinnen konnte." |
| Atha | @The Archer: Ich habe keine Ahnung, gibts nen klitzekleinen Tipp? Bitte? |
| Sternenstaub | Klingt irgendwie nach Dracula...:) |
| CarpeNoctem | Stimmt, jetzt, wo du es sagst... Ich kenne nur die englische Originalfassung, aber das ist eindeutig Stokers Dracula... |
| The Archer | Dracula ist richtig! :) Das nächste Rätsel bitte. |
| CarpeNoctem | Wer ist denn jetzt dran? Sternenstaub oder ich? Schließlich wars nicht meine Idee... |
| The Archer | Ich würde sagen, Sternenstaub ist dran. |
| neptunia | nö. ich. ich hab noch eins gut, weil "bildnis des doran grey" ja richtig war ... ;) "weit draußen in den unerforschten einöden eines total aus der mode gekommenen ausläufers des westlichen spiralarms der galaxis leuchtet unbeachtet eine kleine gelbe sonne." :) |
| The Archer | Das ist "Hauptsache, es geht weiter" von.... ;) Im Ernst: Unverkennbar "Per Anhalter durch die Galaxis" von Doug Adams. "Mancherlei Abstoßendes in dem, was ich zu erzählen habe, mag durch die Verhältnisse bedingt gewesen sein. Jahre hindurch lebten wir, aufeinander angewiesen, in der nackten Wüste unter einem mitleidlosen Himmel. Tagsüber brachte die brennende Sonne unser Blut in Gärung und der peitschende Wind verwirrte unsere Sinne." |
| neptunia | damned, das war schnell ... ;) |
| autumnnight | klingt nach 'der wüstenplanet' von frank herbert.. |
| The Archer | Leider nicht. Der autobiografische Roman spielt in der Wüste, aber auf diesem Planeten. |
| autumnnight | oh schade.. dann muss ich passen.. und ich sage nicht 'durch die wüst' von karl may.. |
| CarpeNoctem | Das einzige autobiographische Buch, dass in der Wüste spielt und mir dazu in den Sinn kommt, ist "Wüstenblume" von Waris Dirie... aber das wirds wohl kaum sein, oder? :D Ansonsten kann ich mich autumnnight nur anschließen - keine Ahnung... Tipp? |
| The Archer | Oje, ich hatte gehofft, das Buch sei bekannter. Der Autor war Brite und starb 1935 bei einem Motorradunfall. 1962 wurde das Buch sehr erfolgreich verfilmt (5 Golden Globes, 7 Oscars). Buch- und Filmtitel sind nicht identisch. |
| autumnnight | [SIZE=1]google hat es mir wunderfitz nun gesagt.. aber ich werde schweigen..[/SIZE] |
| Sternenstaub | ' Am Himmelfahrtstage, nachmittags um drei Uhr, rannte ein junger Mensch in Dresden durchs Schwarze Tor, und geradezu in einen Korb mit Äpfeln und Kuchen hinein, die ein altes häßliches Weib feilbot, so daß alles, was der Quetschung glücklich entgangen, hinausgeschleudert wurde, und die Straßenjungen sich lustig in die Beute teilten, die ihnen der hastige Herr zugeworfen. Auf das Zetergeschrei, das die Alte erhob, verließen die Gevatterinnen ihre Kuchen- und Branntweintische, umringten den jungen Menschen und schimpften mit pöbelhaftem Ungestüm auf ihn hinein, so daß er, vor Ärger und Scham verstummend, nur seinen kleinen, nicht eben besonders gefüllten Geldbeutel hinhielt, den die Alte begierig ergriff und schnell einsteckte. Nun öffnete sich der festgeschlossene Kreis, aber indem der junge Mensch hinausschoß, rief ihm die Alte nach: »Ja renne - renne nur zu, Satanskind - ins Kristall bald dein Fall - ins Kristall!« ' Viel Spaß beim Raten! |
| Atha | E.T.A. Hoffmann: Der goldene Topf Es eröffnet sich zu dieser unserer Zeit (von welcher man glaubt, daß es die letzte sei) unter geringen Leuten eine Sucht, in der die Patienten, wenn sie daran krank liegen, und so viel zusammen geraspelt und erschachert haben, daß sie neben ein paar Hellern im Beutel ein närrisches Kleid auf die neue Mode mit tausenderlei seidenen Bändern antragen können, oder sonst etwa durch Glücksfall mannhaft und bekannt worden, gleich rittermäßige Herren und adelige Personen von uraltem Geschlecht sein wollen; da sich doch oft befindet, daß ihre Voreltern Taglöhner, Karchelzieher und Lastträger; ihre Vettern Eseltreiber; ihre Brüder Büttel und Schergen; ihre Schwestern Huren; ihre Mütter Kupplerinnen oder gar Hexen; und in Summa ihr ganzes Geschlecht von allen 32 Anichen her also besudelt und befleckt gewesen, als des Zuckerbastels Zunft zu Prag immer sein mögen; ja sie, diese neuen Nobilisten, sind oft selbst so schwarz, als wenn sie in Guinea geboren und erzogen wären worden. |
| Nacktschnecke | @The Archer "Die sieben Säulen der Weisheit" von T.E. Lawrence |
| The Archer | Das war richtig, Nacktschnecke! Ich rätsle derweil an Athas Anfang herum - dem Stil und den Bandwurmsätzen nach dürfte das etwas älteren Datums sein, aber keine Ahnung, was. |
| Varda | Hi, Athas Anfang erinnert mich irgenwie an Simplicissimus. Weiß aber nicht, ob es stimmt. Dabei fällt mir gerade auf: Habe mit Schillers Räubern versehentlich den Anfang eines Theaterstückes und nicht eines Romans gewählt. ;) Seyd gegrüßt, Varda |
| Kronos | Ja, das is der Anfang von "Der abenteuerliche Simplicissimus" von Johann (Hans) Jakob Christoffel von Grimmelshausen!!! Ok jetzt ich mal: 1.: An einem Tag ist noch das Leben da. Zum Beispiel ein Mann, bei bester Gesundheit, nicht einmal alt, nie krank gewesen. Alles ist, wie es war, wie es immer sein wird. Er lebt von einem Tag zum anderen, kümmert sich um seine Angelegenheiten, träumt nur von dem Leben, das vor ihm liegt. Und dann kommt plötzlich der Tod. ..... 2.: Zwei Tote lagen schwarz im Januar Brasiliens. Ein Feuer, das seit zwei Tagen durch die Wildnis einer Insel sprang und verkohlte Schneisen hinterließ, hatte die Leichen von einem Gewirr blühender Lianen befreit und ihnen auch die Kleider von ihren Wunden gebrannt: Es waren zwei Männer im Schatten eines Felsüberhangs. Sie lagen wenige Meter voneinander entfernt in menschenunmöglicher Verrenkung zwischen Farnstrünken. Ein rotes Seil, das die beiden miteinander verband, verschmorte in der Glut. .... Grüße Kronos |
| flyingstyle | Ups, habe was zu nem alten Beitrag geschrieben -______----- einfach diesen Beitrag überlesen! die FLY |
| ashipisburning | @flyingstyle Man kann seine Beiträge auch wieder löschen. :rolleyes: @Varda Gegen Anfänge von Theaterstücken ist auch nichts einzuwenden. @Kronos Zwei Anfänge führt - glaube ich - nur zu Verwirrung. Den ersten habe ich erraten und werde dann ein neues Zitat hier reinstellen zu 1) Die Erfindung der Einsamkeit - Paul Auster Der neue Anfang: "Mein Vater ist vor einem Jahr gestorben. Ich glaube nicht an die Theorie, wonach man beim Tod seiner Eltern richtig erwachsen wird; man wird nie richtig erwachsen." |
| Ezekiel | Vielleicht "Bronsteins Kinder"? |
| The Archer | Houllebecq, Plattform. Hat mich ziemlich runtergezogen. Und der nächste: "Im achtzehnten Jahrhundert lebte in Frankreich ein Mann, der zu den genialsten und abscheulichsten Gestalten dieser an genialen und abscheulichen Gestalten nicht armen Epoche gehörte." |
| CarpeNoctem | "Das Parfum" von Patrick Süßkind Der nächste: :) "Ich bin an der Ostsee groß geworden. Wie meine Mutter, mein Großvater, dessen Eltern genau wie ihre, deren Eltern und so weiter und so weiter. Seit 500 Jahren waren meine Vorfahren Kapitäne und Kapitänsfrauen. Eine ganze Dynastie mit einem alten Familiennamen und einem festen Heimatort, wie sich das gehört: die Bradherings aus Wustrow auf dem Fischland. Meine Mutter kann von Glück sagen, dass sie ein Mädchen geworden ist. Einen Stammhalter hätten meine Großeltern allen Ernstes Sylvester getauft. Sylvester Bradhering vom Fischland. Das klingt wie ein Menüvorschlag." |
| The Archer | *g* Keine Ahnung, was es ist, aber es klingt wirklich wie ein Menüvorschlag. :D Gibt es eventuell Blaubären á la Moers zum Nachtisch? |
| CarpeNoctem | Nein, es tut mir leid, doch leider sind im Augenblick keine Blaubären im Haus. Ich bezweifle auch, dass es zur damaligen Zeit in dem Teil Deutschlands, in dem das Buch zum größten Teil spielt, möglich gewesen wäre, eine solch ungewühnliche Spezialität wie die Blaubären á´la Moers zu bekommen... ;) |
| CarpeNoctem | Hm... anscheinend kennt hier wirklich niemand das Buch... würde ein Tipp helfen? Oder soll ich gleich nen neuen Anfang posten? |
| CarpeNoctem | Auflösung: Bei dem scheinbar zu rätselhaften Anfang handelt es sich um "Meine freie deutsche Jugend" von Claudia Rusch, eine recht sarkastische Betrachtung der DDR aus der Sicht der Tochter einer Widerstandskämpferin - sehr amüsant... Neuer Anfang: (Hoffentlich ist das jetzt bekannter...) "Ich wurde zweimal geboren: zuerst, als kleines Mädchen, an einem bemerkenswert smogfreien Januartag 1960 in Detroit und dann, als halbwüchsiger Junge, in einer Notfallambulanz in der Nähe von Petoskey, Michigan, im August 1974." |
| Kaisho | "Middlesex" von "Jeffrey Eugenides" und meins: Damit wir uns nicht falsch verstehen:ich liebe die Gastronomie.Verdammt,ich arbeite immer noch in der Gastronomie-ein lebenslänglicher,klassisch ausgebildeter Chefkoch,der in gut einer Stunde wahrscheinlich in einer Vorbereitungsküche im Keller Knochen für ein demi-glace rösten und Rinderfilets parieren wird. |
| Lady Frances | Keine Ahnung :-) aber hier kommen meine beiden: 1. "An dem Morgen, als die letzte Lisbon-Tochter Selbstmord beging- diesmal war es Mary, und Schlaftabletten, wie Therese- kamen die beiden Notärzte am Haus an und wussten genau, wo die Messerschublade war, und der Gasofen, und die Decke im Keller von der es möglich war ein Seil anzubinden." 2."Mein Name war Salmon, wie der Fisch, Vorname Susie; und ich war vierzehn als ich am 6. Dezember 1972 ermordet wurde." Dann ratet mal schön |
| ashipisburning | @Kaisho Da hab ich leider auch keine Ahnung. @Lady Frances zu 1) Die Selbstmord-Schwestern, auch von Eugenides. ;) |
| Kaisho | 1 - Die Selbstmord-Schwestern 2 - In meinem Himmel ,Alice Sebold @Lady Frances, muss man nicht erst etwas eraten um etwas neues reinzustellen??? |
| The Archer | Ganz recht, ungelöst ist immer noch dein Rätsel (wobei ich dieses Buch nicht kenne): [QUOTE][i]Original geschrieben von Kaisho [/i] [B] Damit wir uns nicht falsch verstehen:ich liebe die Gastronomie.Verdammt,ich arbeite immer noch in der Gastronomie-ein lebenslänglicher,klassisch ausgebildeter Chefkoch,der in gut einer Stunde wahrscheinlich in einer Vorbereitungsküche im Keller Knochen für ein demi-glace rösten und Rinderfilets parieren wird. [/B][/QUOTE] |
| CarpeNoctem | Da muss ich leider auch passen, eine Autobiografie oder einen Roman über einen Chefkoch las ich bisher nicht... Tipp? |
| selana | ist mir auch vollkommen unbekannt |
| autumnnight | graham masterton . ritual [SIZE=8]???[/SIZE] |
| Kaisho | also der anfang "Damit wir uns nicht falsch verstehen:ich liebe die Gastronomie.Verdammt,ich arbeite immer noch in der Gastronomie-ein lebenslänglicher,klassisch ausgebildeter Chefkoch,der in gut einer Stunde wahrscheinlich in einer Vorbereitungsküche im Keller Knochen für ein demi-glace rösten und Rinderfilets parieren wird." ist aus: "Anthony Bourdain's - Geständnisse eines Küchenchefs"... mal schauen ob ihr das kennt "erbrochenes",sagt Jansen,"jeder Art von flüssigem Dreck - Blut,Exktremente und so weiter -, wird sehr wahrscheinlich getrocknet sein. Nebelt es einfach ein." |
| CarpeNoctem | Schon wieder keinen blassen Schimmer, sorry... |
| spinat | patrick lynch ground zero ? " Ich bin ein kranker Mensch...Ich bin ein böser Mensch. Ein abstoßender Mensch bin ich. Ich glaube, meine Leber ist krank." |
| The Archer | Fjodor Dostoevskij Aufzeichnungen aus dem Untergrund Ein weiteres Schmankerl der Weltliteratur: "Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt Belgae, aliam Aquitani, tertiam qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli appellantur." |
| DeepGreenSea | Julius Caesar: De bello gallico 'Es war schon dunkel, als ich in Bonn ankam, ich zwang mich, meine Ankunft nicht mit der Automatik ablaufen zu lassen, die sich in fünfjährigem Unterwegssein herausgebildet hat: Bahnsteigtreppe runter, Bahnsteigtreppe rauf, Reisetasche abstellen, Fahrkarte aus der Manteltasche nehmen, Reisetasche aufnehmen, Fahrkarte abgeben, zum Zeitungsstand, Abendzeitung kaufen, nach draußen gehen und ein Taxi heranwinken...' |
| DeepGreenSea | Kafka, Das Urteil (heißt aber 'Bendemann':)) Das ist schön, wollte vorhin auch erst was von Kafka nehmen... Und jetzt haben wir über Kreuz geraten. 'Plötzlich drängte Sabine aus dem Strom der Promenierenden hinaus und ging auf ein Tischchen zu, an dem noch niemand saß. Helmut hatte das Gefühl, die Stühle dieses Cafés seien für ihn zu klein, aber Sabine saß schon. Er hätte auch nie einen Platz in der ersten Reihe genommen. So dicht an den in beiden Richtungen Vorbeiströmenden sah man doch nichts...' |
| ashipisburning | Martin Walser: Ein fliehendes Pferd Habe ich zwar nicht gelesen ;), aber letzte Woche in die Finger bekommen. Und bei fast allen Büchern lese ich zumindest den ersten Satz (und hab' mich gleich erinnert)... [QUOTE]Über dem Atlantik befand sich ein barometrisches Minimum; es wanderte ostwärts, einem über Rußland lagernden Maximurn zu, und verriet noch nicht die Neigung, diesem nördlich auszuweichen. Die Isothermen und Isotheren taten ihre Schuldigkeit. Die Lufttemperatur stand in einem ordnungsgemäßen Verhältnis zur mittleren Jahrestemperatur, zur Temperatur des kältesten wie des wärmsten Monats und zur aperiodischen monatlichen Temperaturschwankung. Der Auf- und Untergang der Sonne, des Mondes, der Lichtwechsel des Mondes, der Venus, des Saturnringes und viele andere bedeutsame Erscheinungen entsprachen ihrer Voraussage in den astronomischen Jahrbüchern. Der Wasserdampf in der Luft hatte seine höchste Spannkraft, und die Feuchtigkeit der Luft war gering. Mit einem Wort, das das Tatsächliche recht gut bezeichnet, wenn es auch etwas altmodisch ist: Es war ein schöner Augusttag des Jahres 1913.[/QUOTE] Hm, das habe ich leider auch noch nicht gelesen, obwohl es doch so vielversprechend anfängt. (steht aber auf meiner "Muß-ich-unbedingt-lesen-Liste ;) |
| Kaisho | Robert Musil - Der Mann ohne Eigenschaften. " ich bin im krieg geboren. es war am 12 januar 1944 und europa ächzte unter der herrschaft des deutschen faschismus. die kriegwirtschaft hat die unteren bevölkerungssichten in den hunger getriben, und auch ich wurde als halb verhungerter kleiner wurm in die bahn geworfen. ungewollt und unentschieden, ob ich leben oder sterben sollt. |
| Ezekiel | Kein plan :D aber: *hochschieb* damit hier wieder was geht...:cool: |
| ashipisburning | [QUOTE][i]Original geschrieben von Ezekiel [/i] aber: *hochschieb* damit hier wieder was geht...:cool:[/QUOTE] Danke. Und da wir keine Auflösung bekommen und es anscheinend auch keiner weiß, poste ich mal ein neues Zitat: "Gebe der Himmel, daß der Leser, erkühnt und augenblicklich von grausamer Lust gepackt gleich dem, was er liest, seinen steilen und wilden Weg durch die trostlosen Sümpfe dieser finsteren und gifterfüllten Seiten finde, ohne die Richtung zu verlieren;" |
| The Archer | Was immer es sein mag, ich hasse solche Bandwurmsätze! ;) |
| Kaisho | [QUOTE][i]Original geschrieben von ashipisburning [/i] [B]Danke. Und da wir keine Auflösung bekommen und es anscheinend auch keiner weiß, poste ich mal ein neues Zitat: [/B][/QUOTE] sorry mein netz war am arsch...konnte deswegen nicht schreiben... mein altes zitat ist aus nie wahr ich furchtloser von inge viett... nur zu info... |
| Kaisho | ist das aus Lautreamont's - die gesänge des maldoror??? |
| ashipisburning | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kaisho [/i] ist das aus Lautreamont's - die gesänge des maldoror??? [/QUOTE] Ja. |
| Kaisho | "das die bruderschaft ihn so schnell finden würde hatte er sich nicht gedacht. er wusste zwar zu was sie im stande war, aber das... er hatte doch alles so gut geplant und trotzdem lag er jetzt hier, mit seinen eingeweiden in der hand und hauchte seine letzten atemzüge" |
| windprinzessin | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kaisho [/i] [B]"das die bruderschaft ihn so schnell finden würde hatte er sich nicht gedacht. er wusste zwar zu was sie im stande war, aber das... er hatte doch alles so gut geplant und trotzdem lag er jetzt hier, mit seinen eingeweiden in der hand und hauchte seine letzten atemzüge" [/B][/QUOTE] Ist es das Sakrileg von Dan Brown? |
| Ezekiel | jep ist aus sakrileg. da bin ich mir ziemlich sicher... |
| windprinzessin | Dann mach ich mal weiter: "Als es dunkel wurde, stach Gustave in See. Er zog es vor, während der Nacht zu reisen- da er sowieso nicht wusste, wohin die Fahrt gehen sollte, schienen die Sichtverhältnisse nebensächlich zu sein." |
| The Archer | Walter Moers, Wilde Reise durch die Nacht. :) [QUOTE]Nennt mich Ismael.[/QUOTE] |
| Atha | Moby Dick! :D |
| The Archer | Bingo, Atha. |
| Kaisho | "FALSCH" also ich vermute jetzt einfach mal das von euch keiner sakrileg gelesen hat... :D das buch das ich meine is 4 jahre älter... |
| Ezekiel | zur hölle ich habs gelesen und ich war mir ziemlich sicher aber was solls? :D |
| Kaisho | is ja egal... :p |
| Kaisho | mal nach oben schieb... wer will nen neuen anfang reinstellen??? |
| The Archer | Damit es weitergeht: [QUOTE]An einem Orte der Mancha, an dessen Namen ich mich nicht erinnern will, lebte vor nicht langer Zeit ein Junker, einer von jenen, die einen Speer im Lanzengestell, eine alte Tartsche, einen hagern Gaul und einen Windhund zum Jagen haben. [/QUOTE] |
| Kaisho | Miguel Cervantes Saveda - Don Quijote [QUOTE]Wir liegen neun Kilometer hinter der Front. Gestern wurden wir abgelöst. Jetzt haben wir den Magen voll weißer Bohnen mit Rindfleisch und sind satt und zufrieden.[/QUOTE] |
| The Archer | Erich Maria Remarque - im Westen nichts Neues [QUOTE]Mr. Und Mrs. Dursley im Ligusterweg Nummer 4 waren stolz darauf, ganz und gar normal zu sein, sehr stolz sogar. Niemand wäre auf die Idee gekommen, sie könnten sich in eine merkwürdige und geheimnisvolle Geschichte verstricken, denn mit solchem Unsinn wollten sie nichts zu tun haben.[/QUOTE] |
| Raeven | Harry Potter and the sorcerer's stone - J.K. Rowling |
| The Archer | Das ist richtig, das nächste Rätsel bitte. |
| Raeven | Na denn... [i]Als unseres Lebens Mitte ich erklommen, Befand ich mich in einem dunklen Wald, Da ich von rechten Wege abgekommen.[/i] |
| The Archer | Wie geil! Dante - die göttliche Komödie! Die erste Zeile beginnt bei mir etwas anders ("Als ich auf halbem Weg stand unseres Lebens"). Na denne: [QUOTE]In jenem Abschnitt des Buches meiner Erinnerung, von der nur wenig lesenswertes aufgezeichnet ist, findet sich eine Überschrift, die da lautet: Incipit vita nova. [/QUOTE] |
| Dusk`s Embrace | is das nich auch von dante? |
| The Archer | Jau. :) |
| Dusk`s Embrace | "das neue leben" ne? gut dann mach ich mal weiter "Hör zu, das war im vergangenen Winter; wir kannten uns noch nicht. Die Menschen sind zahlreich wie die Sterne. Ein Wunder, nicht wahr, dass unsere Wege sich kreuzten? Ein Wunder, oder vielleicht auch nicht. Da ist oft etwas, das wir nicht erkennen, und ein Zusammenhang, den wir erst später sehen. Das Licht eines Sternes erreicht uns erst Millionen Jahre, nachdem er erloschen ist, und in kleinen Dingen geht es ebenso, bloß finden wir es selten der Mühe wert, uns über Zweck und Ursache den Kopf zu zerbrechen" |
| Valraven | Hmm ist das aus "Die Entdeckung des Himmels" von Harry Mulisch? |
| Dusk`s Embrace | nein, ist es nicht. tip: der autor ist weiblich und sie liebt japan. |
| Gothic_Message | Ich weiß es leider auch nicht, aber damit das hier weitergeht, stell ich auch mal nen Anfang rein: Am nördlichen Rand eines Neubaugebiets, direkt neben dem Sankeien-Park, stand eine Reihe von jeweils 14-stöckigen Häusern mit Eigentumswohnungen. Obwohl der Gebäudekomplex erst kürzlich errichtet worden war,hatten fast alle Wohnungen bereits Käufer gefunden. |
| Dusk`s Embrace | schade dass es keiner kennt. es war "seidentanz" von frederice de cesco. ihre bücher sind wundervoll |
| BlackElvenTear | [QUOTE][i]Original geschrieben von Dusk`s Embrace [/i] [B]frederice de cesco. ihre bücher sind wundervoll [/B][/QUOTE] ...extrem langweilig wenn du mich fragst :D kôji suzuki - the ring "es ist abend. wang, der wasserverkäufer, stellt sich dem publikum vor." |
| endzeit3 | Berthold Brecht - der gute mensch von Sezuan Mein Anfang: Notiz in der "Berliner Zeitung": Am abend des 24. Dezember wurde der Jugendliche Edgar W in einer Wohnlaube der kolonie Paradies II im Stadtbezirk Lichtenberg schwer verletzt aufgefunden. Wie Ermittlungen der Volkspolizei ergaben, war Edgar W., der sich seit längerem unangemeldet in der auf Abriß stehenden Laube aufhielt, bei Bastelarbeiten unsachgemäß mit elektrischem Strom umgegangen. |
| die Aversion | Ich tippe mal auf Plensdorf: "Die neuen Leiden des jungen W". Stimmt's? |
| endzeit3 | Stimmt! |
| die Aversion | Na dann mal mein erster Buchanfang: Josef Mazzini reiste oft allein und viel zu Fuß. Im Gehen wurde ihm die Welt nicht kleiner, sondern immer größer, so groß, dass er schließlich in ihr verschwand. |
| Allerwerteste | Ransmayr? |
| die Aversion | Gaaanz heiß - und welcher seiner Romane beginnt mit den oben erwähnten Worten? So viele sind es ja nicht, die er geschrieben hat... Sei vielmals gegrüßt, Deine Aversion |
| Allerwerteste | Na, dann ist es wohl Die Schrecken des Eises und der Finsternis Ich habs aber noch nicht gelesen....gilt das trotzdem? Liebe Grüße |
| die Aversion | Es stimmt - und natürlich gilt es... aber wie bist Du drauf gekommen, wenn Du den Roman nicht gelesen hast? Nur mal so aus reiner Neugierde... Sei vielmals gegrüßt, Deine Aversion |
| Allerwerteste | Na ja... Gelesen habe ich von Ransmayr bis dato 'Die letzte Welt'. Aber ich kenne auch die Titel seiner anderen Romane und habe ein paar durchgescrollt. Der Name ließ ein leises Glöckchen läuten und die letzte Bestätigung holte ich mir bei Google. Merket also, Ihr Romananfängeposter: wer Personennamen im ersten Satz aufführt, ist leicht aufzuspüren... deshalb werde ich eben einen solchen Romananfang vermeiden. Liebe Grüße, |
| Allerwerteste | Hier also mein Romananfang: 'Als die Nacht mich freigab, war ich ein namenloses Etwas, ein unpersönliches Wesen, das die Begriffe "Vergangenheit" und "Zukunft" nicht kannte. Ich lag, vielleicht viele Stunden lang, vielleicht auch nur den Bruchteil einer Sekunde hindurch, in einer Art Starrheit, und sie ging dann in einem Zustand über, den ich jetzt nicht mehr beschreiben kann.' Da bin ich aber jetzt wirklich mal gespannt, ob das einer (er)kennt! Autor und Buch kann ich jedenfalls sehr empfehlen. |
| Kaisho | bin mir nicht ganz sicher... klingt nach nem buch von Leo Perut... aber den name weiß ich nicht mehr...die schulzeit is schon zu lange her... |
| Allerwerteste | Grmpf....so schnell? Hätte ich ja nicht vermutet. Leo Perutz stimmt. Aber eigentlich muss man ja auch den Titel raten. Liebe Grüße |
| Schlomo | Leo Perutz-St: Petri-Schnee Ui... mein Zitat "Im Jahre 1949 etwa fiel uns, einigen Freunden, eine bemerkenswerte Notiz aus der Zeitschrift "Die Natur", herausgegeben von der Akademie der Wissenschaften, in die Hände." |
| Emerald | ich glaube es ist von alexander solschenizyn das buch der archipel gulag. |
| Kaisho | na...gehts nicht weiter??? |
| Kaisho | hm...wenn es keinen stört mach ich mal weiter... |
| Kaisho | Wenn ich sterbe, Dann tu ich das selber. Niemand tut es für mich. Wenn es so weit ist, Dann sage ich "Fynn, stell mich hin." Und dann guck ich rum. Und dann lach ich. Dann fall ich hin Und bin tot. |
| Sternenstaub | 'Hallo Mr Gott, hier spricht Anna' |
| Kaisho | genau! :) |
| The Archer | Wenn sonst keiner will: [QUOTE]Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst des Kommunismus.[/QUOTE] |
| Dusk`s Embrace | ich tipp mal auf das Kommunisitische Manifest von Marx. ich habs aber noch nie gelesen..... |
| The Archer | Richtig, der nächste bitte. |
| Dusk`s Embrace | An die Wand gedrückt und von der Küche aus nicht zu sehen schlichen Lyra und ihr Damon durch den dämmrigen Speisesaal. |
| Schlomo | Philip pullman-der goldene kompass ich liebe das buch also "nimm du sraup in regt hand und dann dreh link." |
| Schlomo | also ja wenn des keiner kennt das war fremd küssen von steffi von wolff |
| +Liara+ | wenn sonst keiner will... [QUOTE]Der Tag war vergangen, wie eben die Tage so vergehen;[/QUOTE] |
| ashipisburning | Hesse: Der Steppenwolf Neues Zitat: "Der Zug hielt in Bazancourt, einem Städtchen der Champagne. Wir stiegen aus." |
| Dusk`s Embrace | *hochschieb* magst du nich nen tip geben oder gleich einen neuen anfang reinstellen? |
| Rosaceae_rosa | Da ashipisburning wohl keinen Tipp geben mag, tue ich es einfach mal: Es handelt von einem Krieg und spielt in Frankreich. ZUmindest glaube ich das. |
| ashipisburning | @Rosaceae_rosa Ja, soweit richtig weiter geht's wie folgt. "MIt ungläubiger Ehrfurcht lauschten wir den langsamen Takten des Walzwerks der Front, einer Melodie, die uns in langen Jahren Gewohnheit werden sollte." Und als Tip noch: Einige Käfer sind nach dem Autor benannt. |
| Rosaceae_rosa | Also gut ein Autor der sich mit Entmologie beschäftigte wär Ernst Jürgens, aufgrund seines Alters kommt es auch mit den Kriegen hin. Meines erachten habe ich von ihm auch im Geschichtsunterricht gehört gehabt, doch ich weiß nicht mehr in welchem Zusammenhang. Weiter weiß ich hier nun auch nicht. |
| Emerald | Ernst Jünger In Stahlgewittern In den Kreidegräben der Champagne Der Zug hielt in Bazancourt, einem Städtchen der Champagne. Wir stiegen aus. Mit ungläubiger Ehrfurcht lauschten wir den langsamen Takten des Walzwerks der Front, einer Melodie, die uns in langen Jahren Gewohnheit werden sollte. Ganz weit zerfloß der weiße Ball eines Schrapnells im grauen Dezemberhimmel. Der Atem des Kampfes wehte herüber und ließ uns seltsam erschauern. Ahnten wir, daß fast alle von uns verschlungen werden sollten an Tagen, in denen das dunkle Murren dahinten aufbrandete zu unaufhörlich rollendem Donner - der eine früher, der andere später? stimmts oder hab ich recht?^^ wer auch immer mag, kann den nächsten anfang schreiben... |
| Rosaceae_rosa | Gut dann mach ich mal weiter. " In solch einem Augenblick vermeint man immer, Schritte vom Gange her zu hören", dachte Bernard. Er hob den Kopf und lauschte. |
| Emerald | kennt denn keiner dieses buch? : Rosaceae_rosa Gut dann mach ich mal weiter. " In solch einem Augenblick vermeint man immer, Schritte vom Gange her zu hören", dachte Bernard. Er hob den Kopf und lauschte. |
| Mary Katherine | Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen. Manchmal, die Kerze war kaum gelöscht, fielen mir die Augen so rasch zu, daß keine Zeit blieb, mir zu sagen: Ich schlafe ein. Und eine halbe Stunde später weckte mich der Gedanke, daß es Zeit sei, den Schlaf zu suchen; ich wollte das Buch fortlegen, das ich noch in Händen zu halten wähnte, und das Licht ausblasen; im Schlaf hatte ich weiter über das eben Gelesene nachgedacht, dieses Nachdenken aber hatte eine eigentümliche Wendung genommen: mir war, als sei ich selbst es, wovon das Buch sprach - eine Kirche, ein Quartett, die Rivalität zwischen Franz I. und Karl V. Diese Vorstellung hielt noch einige Sekunden nach meinem Erwachen an; mein Verstand stieß sich nicht an ihr, doch lag sie mir wie Schuppen auf den Augen und hinderte diese zu erkennen, daß die Leuchte nicht mehr brannte. Dann wurde sie immer unbegreiflicher, wie nach der Seelenwanderung das in einer früheren Existenz Gedachte; das Thema des Buches löste sich von mir, ich war frei, mich damit zu befassen oder nicht; bald gewann ich mein Sehvermögen zurück und war höchst erstaunt, um mich her eine Dunkelheit vorzufinden, die für meine Augen, aber mehr noch vielleicht für meinen Geist angenehm und erholsam war, dem sie etwas Grundloses, Unbegreifliches, wie etwas wahrhaft Dunkles erschien. |
| Pellinore | Shabash! Ich hab' 'nen Moment gebraucht! Marcel Proust [I]A la recherche du temps perdu[/I] - Netter Einfall, Mary Kate! |
| Mary Katherine | Wunderschön, oder? Sogar das Abschreiben macht Spass. Darf ich nochmal? Um neunzehn Uhr Bordzeit stieg ich, vorbei an den Leuten, die den Schacht umstanden, über die Metallsprossen ins Innere der Kapsel hinab. Drinnen war gerade genug Platz, um die Ellbogen wegzuspreizen. Sobald ich das Ende in die Leitung geschraubt hatte, die aus der Wand hervorstand, blähte sich der Raumanzug auf, und von nun an konnte ich nicht die kleinste Bewegung mehr ausführen. Ich stand - oder hing vielmehr - im Luftbett, mit der Metallhülle in eins verfugt. Als ich den Blick hob, sah ich durch die vorgewölbte Scheibe die Wände des Schachtes und weiter oben Moddards darübergeneigtes Gesicht. Es verschwand sofort, und Finsternis brach herein, denn von oben wurde der schwere Schutzkegel aufgesetzt. Ich hörte den achtmal wiederholten Pfiff der Elektromotoren, die die Schrauben festzogen. Dann das Zischen der Luft, die in die Amortisatoren eingelassen wurde. Das Auge gewöhnte sich an die Finsternis. Schon sah ich den blaßgrünen Umriß des einzigen Kontrollanzeigers. »Fertig, Kelvin?« ertönte es in den Kopfhörern. »Fertig, Moddard« antwortete ich.»Sorg dich um nichts. Die Station empfängt dich dann«, sagte er. »Glückliche Reise!« |
| Pellinore | Ist 'ne Weile her, daß ich Proust das letzte Mal in der Hand hatte & französische Literatur ist nicht gerade meine starke Seite, aber zugegeben, die [I]Verlorene Zeit[/I] ist ein mächtiges Stück Literatur! Ach so... Stanislaw Lem, [I]Solaris[/I], wenn ich mich nicht irre... |
| Mary Katherine | Wie ist es damit? Es zieht mich stets dorthin zurück, wo ich einmal gelebt habe, zu den Häusern, der Gegend. Da ist zum Beispiel eines jener handtuchschmalen Backsteinhäuser, ehemals Besitz vornehmer Bürgerfamilien, in den East Seventies, wo ich Anfang des Krieges meine erste New Yorker Wohnung hatte. Nur ein Zimmer war das, vollgestellt mit Bodengerümpel: einem Sofa und Sesseln mit kratzigem Plüsch in jenem gewissen Rot gepolstert, das einen an heiße Tage in Zügen denken läßt. Die Wände waren verputzt und von einer Farbe wie ausgespiener Tabaksaft. Überall - selbst im Badezimmer - gab es Drucke römischer Ruinen voll altersbrauner Stockflecke. Das einzige Fenster ging auf die Feuertreppe hinaus. Dennoch erhoben sich meine Lebensgeister, sobald ich nur den Schlüssel zu dieser Wohnung in meiner Tasche spürte. Ungeachtet aller Trübseligkeit war es doch ein Heim, das mir gehörte, das erste, und meine Bücher waren da und Becher voller Bleistifte zum Anspitzen - alles, was ich, meinem Gefühl nach, brauchte, um zu dem Schriftsteller zu werden, der ich sein wollte. |
| Pellinore | Bismillah! Harte Nuß! Aber es waren einige Anhaltspunkte 'drin... Post-Zweiter-Weltkrieg, Amerikaner, vermutlich längere Zeit selbst in New York gelebt, auf jeden fall 50er! Beat-Autor? Kerrouac? Oder doch sogar Saul Bellow? ... [I]um zu dem Schriftsteller zu werden, der ich sein wollte.[/I] Die letzte citirte Zeile hat's dann letztendes ausgemacht - [I]it was still a place of my own, the first, and my books were there, and jars of pencils to sharpen, everything I needed, so I felt, to become the writer I wanted to be. [/I] - Truman Capote: [I]Breakfast at Tiffany's[/I]! Ich revanchiere mich, wenn ich wieder bei meinem Bücherregal bin... |
| Pellinore | So. Bücherregal in Reichweite - die Revanche, mit ein bißchen Herzblut von mir: [QUOTE]Anfang Juli, an einem außergwöhnlich heißen Tage, verließ ein junger Mann gegen Abend seine Dachstube, die er in einem Hause in der S.schen Querstraße als Untermieter bewohnte, trat auf die Straße hinaus und ging langsam, wie unentschlossen, in die Richtung zur Kukúkschkin-Brücke. Eine Begegnung mit seiner Wirtin auf der Treppe war ihm glücklicherweise erspart geblieben. Sein Stübchen lag unmittelbar unter dem Dach des hohen fünfstöckigen Hauses und glich eher einer Handkammer oder einer Art Schrank als einem Wohnraum. Seine Wirtin aber, von der er diese Kammer mit Mittagessen und Bedienung gemietet hatte, wohnte eine Treppe tiefer in einer separaten Wohnung, und jedesmal, wenn er auf die Straße hinausging, mußte er unvermeidlich an der Küche der Wirtin vorbeigehen, deren Tür fast immer sperrangelweit offenstand. Und jedesmal hatte der junge Mann im Vorbeigehen eine gleichsam schmerzhafte und feige Empfindung, deren er sich schämte und zu der er die Stirn runzelte. Er war bei der Wirtin stark verschuldet und fürchtete sich, ihr zu begegnen. [/QUOTE] Waidmannsheil...! |
| Mary Katherine | Schuld und Sühne, bzw. Verbrechen und Strafe von Fjodor M. Dostojewski. Hatte ich heute nachmittag auch in der Hand, war mir dann aber doch zu billig. kisskiss merricat |
| Pellinore | Billlliig! Ich... bin... entsetzt...! Nichtsdestotrotz, Ihr seid 'dran, Madame! |
| Mary Katherine | Ich habe dich ungern so lange auf eine Gelegenheit zur Satisfaktion warten lassen, aber Springsteen war in Düsseldorf und ich on fire. Dafür darfst du zweimal anlegen: Sie gingen und gingen und sangen das "Ewige Gedenken", und jedesmal, wenn sie innehielten, schienen die Füße, die Pferdehufe, die Windstöße den Gesang harmonisch fortzusetzen. Die Passanten ließen den Trauerzug vorüber, zählten die Kränze, bekreuzigten sich. Neugierige folgten der Prozession, fragten: "Wer wird beerdigt?" tja, wer eigentlich? dürfte kein problem sein für dich... Und, leider gerade nur in der bizarren Übersetzung zur Hand: [I] gez. der schnippel mod[/I] |
| autumnnight | kleiner moderativer regelhinweis: bitte nur immer einen romananfang.. denn derjeinige, der ihn erkennt, kann ja dann seinerseits einen romananfang abtippen.. wenn du zwei gleichzeitig reinschreibst, wie soll es da weitergehen, wenn user A den ersten weiss und user B den zweiten?? führt nur zu chaos.. |
| Pellinore | Hm. Ich scheine heute ja ein Talent zu haben, den Zorn der Moderatorn auf mich zu ziehen, wie? Ja, war nicht ganz einfach, da der Autor nicht ganz meine Tasse Tee ist, Nobelpreis hin oder her - aber gut - Das [I]Ewige Gedenken[/I] ist, wenn mich da nicht alles täuscht, ein Hymnus aus der orthodoxen Kirche. Nur welcher Klassiker fängt mit einem orthodoxen Trauerzug an? Batiushka Pellinore galoppierte trotz galoppierender Sackartigkeit zu seinen Ikonen - Dostoevski nein, [I]Woina i Mir[/I] historisiert viel zu sehr, Turgeniev? Nein... und dann fiel mir die David Lean Verfilmung ein... Zur letzten Ruhe gebettet wird Yuras alte Dame - es ist Pasternaks [I]Doktor Schiwago[/I]... Karascho, Marja Jekaterina, wollen 'mal sehen, diesmal mit weniger Herzblut, aber..: [I]Ich weiß kaum, wo beginnen, wenn ich zuweilen auch im Scherz Charley Furuseth alle Schuld gebe. Er besaß ein Sommerhaus in Mill Vallay, bezog es aber nur, wenn er sich die Wintermonate vertreiben und Nietzsche und Schopenhauer lesen wollte. Kam der Sommer, so zog er ein heißes, staubiges Dasein in der Stadt mit unablässiger Arbeit vor. Wäre es nicht meine Gewohnheit gewesen, ihn allwöchentlich zum Weekend zu besuchen, so hätte mich eben dieser Januar-Montagmorgen nicht auf den Wassern der Bucht von San Franzisko gesehen.[/I] Du siehst mich gespannt auf die bizarre Übersetzung warten... |
| autumnnight | [SIZE=1]zorn?? nö.. bin nicht zornig..[/SIZE] |
| Pellinore | Puuh! Und ich dachte, das Geräusch, daß ich da im Hintergrund höre, ist nicht das Schnappen einer Schere, sondern ein Messer, das gewetzt wird... |
| Mary Katherine | @mod: Stimmt, wo soll das hinführen? Zerfall! Mein Fehler. @pellinore: hm, ein halber Punkt für dich - ich musste ans Bücherregal, und zwar an das von meinem Bruder: Das Schiff, auf dem ich mich befand, bot alle Sicherheit. Die Martinez war einen neue Dampffähre, die ihre vierte oder fünfte Fahrt auf der Route Sausalito - San Franzisko zurücklegte. Aber der dichte Nebel... Viel weiter bin ich denn auch nie gelangt im Seewolf. aber ich erinnerte mich vage daran, ob der Erwähnung von Nietzsche und Schopenhauer in einem eher philosophiefernen Jungenbuch überrascht gewesen zu sein, was mir jetzt die Haut gerettet hat. So hier der neue Anfang, den ich - als milde Strafe für meinen terroristischen Akt von vorhin - gerne nochmal abtippe: - Un dann was sagen? Vielleich: "Vergeß, daß ihr Hunger hab, vergeß, daß euch von irgend'm rassistischen Bullen in 'n Rücken geschossen wurde - Chuck war hier? Chuck is nach Harlem gekomm..." - Nein ich werde Ihnen was sagen..." - "Chuck is nach Harlem gekomm un..." - Ich werde Ihnen was sagen... - Vielleich: "Chuck is nach Harlem gekomm un wird sich um die Angelegenheiten der schwarzen Gemeinde kümmern"? Das bringt die Sache ins Rollen. - Hih-hieeeeeeeeeeeehhhhhhhhhh! Es ist eine dieser widerlichen Alt-Gackerstimmen irgendwo da unten im Publikum. Ein Ton von so tief unten, unter so vielen Fettschichten hervor, daß er genau weiß, wie die Frau aussieht. Zweihundert Pfund, wenn sie ein Leichtgewicht ist. Gebaut wie ein Ölbrenner. Das Gegacker bringt die Männer in Fahrt. Sie stoßen diese dröhnenden Töne aus, die er so haßt. Sie lachen: "Hihhihhihi... annnnnhhhh-hanhhh... Das stimmt... Gib's ihm, Bruder...Yo..." |
| Pellinore | Mary Kate! Ich bin entsetzt! Der [I]Seewolf[/I] ist alles andere als"philosophiefern"! Nicht einmal "entfernt philosophiefern"! Laß' Dich durch das Garn und die Seehunde nicht täuschen - da schopenhauertst und nietzscht es ganz gewaltig, aber... ich schäme mich, es einzugestehen - ich fürchte, Du hast mich... der Autor dürfte Yankee sein und Zeitgenosse, wahrscheinlich wieder ein New Yorker, aber da hat's ja nun ein paar... klingt nicht nach Roth oder Auster und selbst die habe ich nur... eher überflogen... wahrscheinlich gibt's sogar 'ne Verfilmung... ich... ziehe... mich in die Ecke zurück, setze die Eselsmütze auf & schäme mich ein bißchen... |
| Mary Katherine | The Bonfire of the Vanities, Tom Wolfe. Falls du's nicht kennst, auf die Liste damit. Verfilmung gibt es zwar, ist aber forgettable. Shoot. |
| Pellinore | Die Eselsmütze fliegt durch die Luft, die Hände fahren unwillkürlich an die durchlöcherte Brust, während ich, going arse over tip, denke: "Diese Frau ist schneller als William H. Bonney!" und unsanft auf dem Boden der Tatsachen lande... Nun laß' einem Mann doch eine Chance! Nein, ich hab's nicht gelesen... steht, wenn Du's empfiehlst, auf der Leseliste. Nun, regeltechnisch gesehen bist Du immer noch 'dran, wenn ich das System richtig verstanden habe... ich hatte vorhin noch die Idee vielleicht Joe Conrad zu bemühen, aber nachdem Du den armen Jack London so verrissen hast... Nein, nein, nach Euch, Mary Kate! |
| Bronwyn | So lasset die Spiele doch beginnen! *ungeduldig rumzappelt* |
| Pellinore | Gweddol, Bronwyn, ar hyd y nos! Da Mary Kate offensichtlich noch ihren Triumph genießt... beuge ich die Regeln ein wenig... wo Bronwyn doch schon zappelt...: [QUOTE]Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Das selbige war im Anfang bei Gott, und so wäre es Aufgabe eines jeden gläubigen Mönchs, täglich das einzige eherne Faktum zu wiederholen, dessen unumstößliche Wahrheit feststeht. Doch [I]videmus nunc per speculum in aenigmate[/I], die Wahrheit verbirgt sich im Rätsel, bevor sie sich uns von Angesicht zu Angesicht offenbart, und nur für kurze Augenblicke (oh, wie so schwer zu fassende!) tritt sie hervor im Irrtum der Welt, weshalb wir ihre getreulichen Zeichen entziffern müssen, auch wo sie uns dunkel erscheinen und gleichsam durchwoben von einem gänzlich aufs Böse gerichteten Willen.[/QUOTE] Waidmannsheil! |
| Amygdala | Umberto Eco, Der Name der Rose... |
| Pellinore | Hm. Stimmt auffallend... |
| Amygdala | "It was a queer, sultry summer, the summer they electrocuted the Rosenbergs, and I didn't know what I was doing in New York. I'm stupid about executions. The idea of being electrocuted makes me sick, and that's all there was to read about in the papers - goggle-eyed headlines staring up at me on every street corner and at the fusty, peanut-smelling mouth of the subway. It had nothing to do with me, but I couldn't help wondering what it would be like, being burned alive all along your nerves. I thought it must be the worst thing in the world." |
| Pellinore | [I]All through the night...[/I], es scheint sich zu bewahrheiten... Ob's das Schlimmste auf der Welt ist, wie das Ehepaar Rosenberg auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet zu werden, und auch noch wegen Geheimnisverrat, den man gar nicht begangen hat, man könnte sich mit Plaths Sylvia trefflich 'drüber streiten - ist fast 'nen eigenen thread wert, wie? Nichtsdestotrotz, [I]The Bell Jar[/I] sollte die Antwort sein... Ich glaube, wir hatten noch keinen Versroman, oder? Mit nicht ganz soviel Herzblut wie für Dostoevskii: [QUOTE]Mir fehlt ein Held ein sonderbarer Fehler; Denn jährlich kündigt sich ein neuer an Und überfüllt mit Humbug die Journäler, - Doch schließlich ist er nicht der rechte Mann. Für diese Sorte ward ich nicht Erzähler, Und darum nehm' ich mir Freund... - [/QUOTE] |
| Bronwyn | Die Antwort lautet: Byron, "Don Juan" !!! Hier das nächste: "Auf halber Höhe der großen steinernen Treppe, die sich aus der dunklen Eingangshalle von Schloß Auchnasaugh mit ihrem Deckengewölbe erhebt,befindet sich ein großes farbiges Glasfenster. An der Spitze des gotischen Bogens ist eine runde Scheibe angebracht; sie zeigt einen sterbenden weißen Kakadu,dessen Brust von einem Pfeil durchbohrt ist. An ihrem Rand steht,eingewoben in spitze grüne Blätter und verschlungene Zweige,die Inschrift:"Moriens sed invictus." " @Pellinore Mae`n chwith gen I. I gweneud dim areithio Cymraeg. |
| Pellinore | Entschuldige mein poseurhaftes Gehabe, Bronwyn - mein Walisisch reicht auch bestenfalls nur, um mir einen Café zu bestellen oder Eisteddfodd annähernd fehlerfrei auszusprechen (Verbeugung, augenzwinkern) Wie auch immer, Sommer 1816, natürlich ist's Byron... und Dein neues Rätsel... auch wenn es sich wie ein [I]gothic[/I] geriert, es ist mit Sicherheit keiner, sterbende aber unbesiegte Kakadus... neinneinnein...! wesentlich älter als zwanzig Jahre dürfte der Text nicht sein. Auchnasaugh gält, Irland, Schottland oder romantische U.S. von A. - Schloß mit gälischem Namen, mit der Einleitung? 'was Phantastisches? Ein Krimi? - auf jeden Fall stirbt demnächst wer und es ist nicht der Papagei... - wenn es das ist, was ich meine, habe ich's auf alle Fälle nicht über die Rezension hinaus gelesen und kann bestenfalls einen educated guess abgeben - aber warten wir doch 'mal, vielleicht kennt's ja jemand mit Sicherheit... |
| Mary Katherine | Vraiment, Monsieur P., da zieht man sich mal zwei Tage ins richtige Leben zurück und findet das virtuelle hinterher in einem Zustand der Verrohung, der Verödung und - schlimmer - der Gewöhnlichkeit vor. Der Name der Rose! Da hätten Sie besser gleich die Bibel genommen, man hätte Ihnen zumindest einen Punkt für Frechheit zuschlagen können. Sollte ich mich so in Ihnen getäuscht haben? So finden Sie doch das Feuer Ihrer Jugend wieder, als man sich auch in prekären Lagen immer auf Ihre Kampfeslust verlassen und Ihren nächsten Winkelzug nie vorhersagen konnte. Ein neuer Anfang. Hihi. |
| Mary Katherine | Ahem...trust on Mary Katherine to embarrass herself... plath und byron habe ich in meiner emotionalen Aufwallung über das Eco-incident doch glatt übersehen. Also well done, boys. Wenn alle fertig sind mit mitleidig Lächeln können wir dann ja weitermachen. |
| Mary Katherine | Ich habe vor gefühlten siebzig jahren, also im Sommersemester 35 (nein, es war kalt - es muss das Wintersemester 35/36 gewesen sein) mal an einem "Female Gothic" betitelten Seminar teilgenommen, in dem ich fleissig mitnotiert habe, jung und - sigh - idealistisch, wie ich war. Und siehe da - es zahlt sich aus. Das Buch dürfte hoffich glaubich Caledonia sein, 1991, von Barker (ausführlicher sind meine notizen dann doch nicht, es war jedenfalls nicht Clive). Die heroine (J.) dürfte zu beginn schon tot sein, das ganze Buch dann eine Rückblende, typische gothic-erzähltechnik seit Horace Walpole etc blabla stimmt's? Wenn nicht, werde ich dem Herrn Moderator selbstverständlich umgehend mein Rücktrittsgesuch zustellen. Wenn ja, verlange ich keinen Triumphzug, denn gelesen habe ich es nicht. |
| Pellinore | ... und das erste, was mein Obst-Orakel spielt, als ich nach Hause in meinen Elfenbeinturm komme, ist [I]Proud Mary[/I]... [SIZE=1]ich schäme mich ein bißchen... non, non, abrutissement! Entièrement!... ich mag Eco wirklich... ich.. je suis eine miserable Kreatur[/SIZE] und bevor ich vollends anfange, wie Stepan Werchowenskij zu klingen, jetzt, da Ihr wieder da seid, Madame... (Hacken klicken, Verbeugung)... Herausforderung angenommen - Elspeth Barkers [I]O Caledonia[/I] war auch meine Vermutung, harren wir denn also Bronwyns Freigabe und Eurem anschließenden neuesten Rätsel! Winkelzüge? Ich? |
| autumnnight | [QUOTE][size=1][i]Original geschrieben von Mary Katherine [/i] ...dem Herrn Moderator...[/QUOTE] soweit ich weiss, bin nur ich mod hier.. also weit und breit nix mit herrn moderator.. *knurr*[/SIZE] |
| Bronwyn | Freigegeben! O Caledonia ist richtig -und ihr solltet es unbedingt mal versuchen,wunderbare Geschichte! Mary Katherine,Euer Zug. @Pellinore Und mein Walisisch ist praktisch nicht vorhanden :D An alle: Gehabt Euch wohl ! Gespannt harre ich der Dinge,die da kommen. |
| Mary Katherine | Ich bin am Zug, in der Tat, doch das ist leichter getippt als getan, wie ihr wisst. Ich habe lange gebraucht, um etwas zu finden, dass einerseits nicht völlig apokryph, andererseits aber nicht ergooglebar ist (es ist nicht so, dass ich euch nicht vertrauen würde - ich vertraue euch nur einfach nicht). Vielleicht sollten wir überlegen, die Regeln etwas zu erweitern oder einen neuen Thread "Roman-Stellen-Quiz" zu öffnen. Wenn man aus dem ganzen Buch zitieren dürfte, könnte man nur mogeln (mit google, also mooglen), wenn der volltext des buchs im internet ist. Gibt's natürlich auch genug, aber weit weniger als Romananfänge. also, here goes: Ich hatte Burton zuvor nicht gekannt, und hier werde ich ihn übrigens auch nicht mehr kennenlernen. Ich hatte ihn sogar mit jemand verwechselt, den ich schon in Rijeka aufgelesen hatte, der aber über Ljubljana fahren wollte, und ich ging über Triest. Burton war ein Maler aus New York, ich habe ein paar Tage später Englisch nicht ausstehen können, aber Burton hatte nicht eigentlich [I]Schuld[/I] daran. Ich war also dieser junge politisch engagierte Schriftsteller, (der nicht glaubte, dass es in Deutschland jemals gelingen würde), der sich gerade entschieden hatte, aus Deutschland wegzugehen, der nur noch einen Job suchte, um irgendwo (in Marokko) leben zu können (mindestens den Winter über). Und Burton war ein New Yorker Maler, der sein Geld in einer Werbeagentur machte. Er führte eine kleine, halbfertig geschnitzte Göttin mit sich, an der er mit einem scharfen Stilett schnitzelte, sobald irgendein Aufenthalt entstand. Burton hatte die Absicht, im Mund der Göttin später eine Glühbirne anzubringen, und das Ganze auf einer rotierenden Scheibe zu montieren. Er zeigte mir gleich die schöne braune Maserung des Holzes, in der eine hockende Frauengestalt angelegt zu erkennen war. |
| Amygdala | Bernward Vesper, Die Reise. Ich würde mir auch nicht vertrauen. |
| Pellinore | Antworten schreiben, wenn man im Bureau sitzt und dauernd das blödsinnige Telephon klingelt - Amygdala, Ihr wart 20 Minuten schneller als ich! Roman-Stellen-Quiz? Die schönsten, bewegensten, abenteuerlichsten Stellen aus 5000 Jahren Weltliteratur - unbedingt...! Außerdem benötigen wir dringend ein Gesangs-und-Tanzensemble der Board-Bücherwürmer und... Madame! Für Moogler haltet Ihr uns... ein wenig konstruktive Unaufrichtigkeit, vielleicht... aber Moogler... ich bitt' Euch'! Können diese Augen lügen? Mooglen? Na... das ist jetzt vielleicht ein wenig... unpassend... Aha. Nicht völlig apokryph... wäre ich bösartig, ich behauptete, das hier sei noch zwei Nummern apokrypher als Jesus Sirach, aber gut, less said, etc. However, ich finde die Romanstellen-Idee eigentlich sehr hübsch, ashipisburning bemerkte zwar in ihrer Ouverture, eine solche Stelle gäbe es schon, ich bin aber noch nicht 'drüber gestolpert... Was tuen wir da? P.S.: Ach Bronwyn, wir können uns da in Unkenntnis und heil'ger Einfalt getrost die Hände reichen |
| Mary Katherine | Pellinore! Ein aufrichtiges "Chapeau!" für Ihre schicke Schreibweise von Büro, gefolgt von einem unbehaglichen Nesteln an der Krempe für die sicherlich bewegenste Art, "bewegendsten" zu schreiben, die ich je durch mein beschlagendes Lorgnon betrachten durfte. Doch zur Sache gesprochen: Sie haben recht, mainstream ist was anderes. Umso bravo für Amygdalas goldrichtige Lösung, umso applaus für ihre offenbar an Dashiell Hammet geschulte [I]hardboiled delivery[/I] derselben. Zum Thema moogeln, Pellinore, ein offenes Wort: verarschen, mon cher, können Sie möglicherweise Ihre sicher formidable Grossmutter, nicht aber mich, ebensowenig wie Bronwyn, meinen walisischen Vasallen, von unser aller extraterrestrischer Übermutter Amygdala ganz zu schweigen. Also bitte wenden Sie den verschlagenen Blick ab, bevor mich noch die Ehrlichkeit übermannt und ich aufrichtig sage, was in Ihren Augen zu lesen steht. ok, wie gehen wir vor? Irgendjemand müsste den Thread gründen, oder das von ashipisburning überlieferte Wissen um einen schon existierenden Thread dieser Art nutzbar machen. Ansonsten erwarte ich Amygdalas neuen Romananfang. |
| Mary Katherine | äh...lieber mod, keine ahnung what the fuck da passiert ist, aber den vorletzten kannst du meinethalben gerne löschen. |
| Pellinore | Ich bitte, Madame, den orthographischen Lapsus zu entschuldigen, Umstände... unentschuldbar! Ich weiß... Den Titel [I]la belle dame sans merci[/I] habt Ihr Euch redlich verdient! Ich es hätte im übrigen sicher nie vermocht, meine gewiß formidable Ahnin zu[I]verarschen[/I], wie Ihr das ungewohnt gewöhnlich auszudrücken beliebt, ohne Gefahr zu laufen, mein wertloses Fell mit der Reitpeitsche gegerbt zu bekommen - aber [I]verschlagener Blick[/I]! Ma chére! Wie het ich daz verdienet? In meinen Augen lest Ihr das blanke Entsetzen! Eh bien! Wer von uns durchforstet 35 gewiß sehr interessante Seiten Beitrag für Beitrag? Ich habe heute Mittag bereits einmal die Suchfunction mit verschiedenen Stichworten bemüht & bin auf nichts dergleichen gestoßen - aber zugegeben verfüge ich auch nicht über die Fähigkeiten eines Continental Op und der Zustand meines Mandelkerns und des Rests von dies' Organ dürfte speciell nach einem Tag wie heute als eher besorgniserregend einzustufen sein. Aber, sei es wie es sei, Amygdala, wir warten auf Euer nächstes Rätsel! P.S.: Ohne übermäßig technokratisch wirken zu wollen, Madame, aber den doppelten Beitrag könnt Ihr selbst löschen - auf die zweite Schaltfläche von rechts in der Spalte, die mit dem Datum beginnt klicken (links neben dem goldenen Wort [I]edit[/I]) - der Beitrag öffnet sich erneut & in der ersten Zeile erscheint die hilfreiche Frage [I]Beitrag löschen?[/I] - der Rest dürfte selbsterklärend sein... P.P.S.: Die Synekdoche betrefflich der extraterrestrischen Übermutter entzieht sich mir offen gestanden - aber ich war in der Schule auch immer nur in Religion gut... |
| Bronwyn | @ alle Die Idee kam mir kürzlich auch in den Sinn,das man die Regeln in der Tat etwas erweitern könnte um ein Roman-Stellen-Quiz . Man wäre dann so frei, was von Nöten ist, vielleicht in einer Fußnote zu bemerken, um welche Art Rätsel es sich handelt ( Romanbeginn oder Roman-irgendwo-mitten-drin-Stellen-Dings). Ja, meine Stimme habt Ihr,edle Freunde. @Pellinore wie wahr Ihr sprecht. So lasset uns an den Händen halten und schämend in die Ecke starren:D Es ging aber auch wahrlich schnell mit dem Herausfinden des Romans. Da muß Schwarzmagisches im Spiel gewesen sein,wenn Ihr mich fragt. @Mary Katherine Mon amie, allerdings bin ich eher eine walisische Vasallin anstatt ein walisischer Vasall ;) @alle Gehabt euch wohl fürs erste, werte Gesellschaft, ich kann es nur in Ungeduld ertragen ,weiter raten zu dürfen ! |
| Amygdala | Verehrteste Mitspieler, es war nur die Aussicht auf die so treffend benannte hardboiled delivery, die meiner Recherche den nötigen Nachdruck verlieh. Und mit Schwarzmagie hat das sicherlich nichts zu tun, ich bin nur bemüht, dem in mich gesetzten Unvertrauen Genüge zu tun. Zudem kann ich versichern, dass ich weder extraterrestrisch noch mütterlich bin... a propos mütterlich: Hier der neue Romananfang. "Der Herbst kam, die Bäume färbten sich gelb, rot, braun; im schönen Tal war das kleine Badestädtchen wie von einer Feuersbrunst umkreist. In der Kolonnade promenierten Frauen und neigten sich dann und wann über die Sprudel. Es waren Frauen, die keine Kinder bekamen und hofften, in diesem Bad Fruchtbarkeit zu erlangen." |
| Pellinore | Wir wechseln uns dann mit der Eselsmütze ab, ja, Bronwyn? Ich darf, betreffelich des [I]faîtes votre jeux[/I] auf meinen bescheidenen [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=4820]archäologischen Fund[/URL] verweisen & erwarte gespannt ein abschließendes Votum mit einem ehrfürchtigen Seitenblick auf die weise & langmütige autumnight, die sozusagen als unbewegter Beweger (oder ist sie Atropos mit der Schere) die beiden literarischen Trampelpfade zusammenführen könnte, wenn's denn gewünscht ist? Amygdala, ich bin schrecklich ennuirt! Habt Erbarmen! Nachtrag - hatte sie bereits... In Dodge City hätten wir bestimmt eine Menge Freude gehabt, wie? Sei's 'drum... Ich kann mich um's verrecken nicht mehr 'dran erinnern, wie dieses böhmer Kurkaff hieß, oder ob Kundera es überhaupt benennt - ist 'ne Ewigkeit her, müßte aber [I]Der Abschiedswalzer[/I] sein... |
| Amygdala | Gelangweilt, bekümmert oder verärgert, werter P? Wenigstens einige Schätzwerte könnten doch abgegeben werden... wenn ich weiterhin milder Laune bin, spendiere ich sogar den zweiten Absatz. |
| Pellinore | Himmel hilf... gelangweilt, chére Amygdala, selbstverständlich, ich danke Euch für das Remedium - liege ich richtig? |
| Amygdala | In der Tat... und da mir gerade keine kreative Verwünschung einfällt, erwarte ich Euer Rätsel. |
| Pellinore | Nun, Amygdala, Ihr versprecht aber, mir die kreative Verwünschung um die Ohren zu hauen, wenn Euch eine einfällt? Mit einer Verbeugung: [QUOTE]Der Tag war am Erlöschen; kaum ließen die im Westen lagernden violetten Wolken die roten Strahlen hindurch, die sich auf den Dachsteinen der Türme und den leuchtenden Kuppeln des Klosters spiegelten. Man läutete den Abendgottesdienst ein; Mönche und Klosterdiener liefen auf den Steinplatten, die von der Klause des Archimandriten zum Gotteshaus führten, hin und her; rauschend fegte der lange, schwarze Mandyas hinter ihnen den Staub; und mit so dünkelhafter Miene stießen sie Gläubigen zur Seite, als sei dies ihr wichtigstes Amt. Unter dem Dunstschleier des Weihrauchs schien das flackernde Licht der Kerzen trüb und rot; die Kirchgänger drängten sich um die klammen Säulen, und das dumpfe, feierliche Raunen in der Menge, das von den Bögen wiederholt wurde, zeigte an, daß der Gottesdienst noch nicht begonnen hatte.[/QUOTE] Good hunting all who keep the jungle law... |
| Mary Katherine | Honi soit M. K.! Bronwyn sexuell brüskiert, Pellinore in seinem in den literarischen Salons des Landes zu recht berühmten Stilempfinden verletzt, Amygdalas Namen fälschlich der komischen Tussi mit dem Punkt an der Lippe aus Krieg der Sterne zugeordnet. Von den technischen Lapsi wohlwollend zu schweigen. Ich habe mich unmöglich gemacht. Eine Dame, Pellinore? Zu freundlich. Ein Bauerntrampel, mit gepuderter perruque zwar, aber ein Bauerntrampel. Sans merci ist nur die höfische Gesellschaft, also: Ins Wasser. |
| Pellinore | [I]Zu viel des Wassers hast du, arme Schwester![/I] Phantastisch mit Kräutern und Blumen geschmückt... neinneinnein! Hier, meine Hand, bevor ich in offene Gräber springen muß! Least said, soonest mended! Und, Madame, Ihr schuldet mir noch eine Antwort auf mein Rätsel... |
| autumnnight | [size=1][QUOTE][i]Original geschrieben von Mary Katherine [/i] äh...lieber mod, keine ahnung what the fuck da passiert ist, aber den vorletzten kannst du meinethalben gerne löschen. [/QUOTE] erledigt.. kannst aber auch selber machen: einfach auf "editieren" klicken und dann ist oben links ein kästchen wo "löschen?" steht, da klickst du drauf.. mona ps.: hier ist eigentlich das ding für die romananfänge.. das buchstellenratespiel gibt es ja schon.. bleibt doch bitte dann dabei.. würde ansonsten die beiden themen zusammenführen.. [/size] |
| Pellinore | Mächtige Mona Moderatorin, Herbstnacht, Atropos! Das war in etwa der Vorschlag, die beiden threads zum allgemeinen Literaturquiz zusammenzuführen, deswegen habe ich den anderen thread mühevoll versucht, der Vergessenheit zu entreißen, nur noch eine hohe Säule zeugte von verschwundner Pracht, etc. - aber ich meine, ein abschließendes Votum ist von den Mitspielern noch nicht abgegeben worden... Nichtsdestotrotz - Ich habe große Hochachtung vor Spielregeln - mein Zitat [I]ist[/I] der Anfang eines Romans! eigentlich eines Romanfragments, aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Tradition Lord Byrons. Dieses wäre dann der erste Hinweis... |
| ashipisburning | Warum soll man zwei Threads zusammenführen? Dies hier ist ein von mir eröffneter Thread für Roman- (bzw. Literatur-)Anfänge, wie der Titel und mein erstes Post auch schon sagt. Will man eine andere Art von Quiz - was spricht dagegen dies in einem anderen oder neuen Thread zu tun? |
| autumnnight | genau.. mein ich ja auch.. also bleibt es hier bei den anfängen.. dann verstehen wir das ja alles richtig.. dann löst mal das aktuelle rätsel....... ich weiss die lösung nämlich nicht..:( |
| Pellinore | [I]Nun knirscht die Zähne, schwellt die Nüstern auf, Den Atem hemmt, spannt alle Lebensgeister Zur vollen Höh![/I] - Ihr werdet mir doch nicht aufgeben, werte Mitspieler! Also noch ein oder zwei Hinweise zum mooglen, ich denke, da unser Autor nur sehr wenig Prosa geschrieben hat, einen Roman und ein Fragment, dessen Anfang zitiert wurde, ist es einfacher, über ihn auf die Lösung zu kommen: Daß er zweifellos in der Nachfolge von milor' anglais steht, habe ich schon erwähnt, auch wenn der Dichter selbst eines seiner lyrischen Werke damit betitelt, [I]der[/I] sei er gerade nicht (1832)! Seinen Tod fand er mit 27 Jahren am falschen Ende einer großkalibrigen Pistole, nachdem er, streng nach dem Clonmel-Code, das Los gezogen hatte, erst den zweiten Schuß abgeben zu dürfen... ein ähnliches Geschick hatte vier Jahre vorher auch einen von ihm sehr bewunderten Landsmann ereilt - sein Gedicht als Nachruf auf diesen Dichter mißfiel seinem eher despotischen Landesherren so sehr, daß unser Autor in den Kaukasus an die Front strafversetzt wurde... Das gesuchte Romanfragment entstand übrigens zwischen 1832 - 1834, der Autor hatte es also begonnen, als er gerade einmal 18 Jahre alt war... |
| Amygdala | Obwohl mir eine solche Biographie nur ein müdes Lächeln abringt - also bitte, erst Byron nacheifern und sich dann auch noch bei einem Duell erschießen lassen... ...entscheide ich mich mit der Hilfe von Moogle, unser aller wahrer extraterrestrischen Übermutter, für Michail Jurewitsch Lermontow, Wadim. Übrigens: Es ist nicht das falsche Ende, it is the business end. |
| Pellinore | Business end, eh? Hardboiled as usual, Continental Op... Wie auch immer, Hervorragend gemoogelt! Madame, auch wenn Ich eigentlich noch auf eine kreative Beschimpfung obendrein warte, die Bühne gehört natürlich Euch! |
| Mary Katherine | Kaum ins Leben zurückgefächert hat Marie Catherine die nächste Demütigung zu ertragen: ich kenne natürlich wieder nur Roger Vadim, der, glaubt man der Bardot, mit seiner großkalibrigen Pistole seinerzeit ziemlich wahllos in die Menge gefeuert hat. Die Zeit, bis Amygdala uns den Mandelkern rausbläst, könnten wir im "Zitate raten" thread verwirken. Ein Testballon startet in wenigen Minuten. |
| Amygdala | Ich und mein Drang zur Besserwisserei mal wieder... Nachdem ich Stunden um Stunden mein Talent perfektioniert habe, Bücher aus dem Regal zu ziehen, zu denen Moogle nur einen, aber wehe! einen Hinweis zuviel hergab, musste ich also in die tiefsten, finstersten Abgründe hinabsteigen und präsentiere hiermit, als Kontrast zur mütterlichen Schiene: "Es war Herbst. Sie fuhren durch üppige Felder, durch putzige alte Städte, durch Straßen, deren Bäume sich prächtig zu färben begannen. Sie sprachen wenig. Von den dreien wirkte der Vater offensichtlich am meisten angespannt. Hin und wieder warf er einen Gesprächsfetzen in das lange Schweigen, wahllose und unpassende Bemerkungen, die er anscheinend nicht unterdrücken konnte. Einmal wandte er sich herausfordernd an das Mädchen, dessen Gesicht er im Rückspiegel bemerkt hatte: "Du weißt ja, daß ich ein Dummkopf war. als ich heiratete, ein dummer Junge, der von Kindererziehung keine Ahnung hatte - von Vatersein."" Euer Zug. Und seid versichert, Maria Anadyomene, es waren nur die Hinweise auf des Autoren bemitleidenswerte Biographie, die das Moogeln ermöglichten, ansonsten weiß ich nichts über diesen Wadim... |
| Pellinore | 10 von 10 möglichen Humanisten-Punkten für die Anadyomene! Bravo, Amygdala, und wenn diese immens gelahrte Metapher nicht endgültig einen Vergleich mit Hammetts kleinem dicken Detektiv unmöglich macht, dann weiß ich auch nicht... Ich will's jedenfalls nie wieder tuen! Und was den [I]Wadim[/I] angeht, ist er Lermontovs ganz interessante Paraphrase auf Richard III. - [I]Ein Held unserer Zeit[/I] ist sicher die originellere Alternative - wenn man ein Faible für Protagonisten á la Byron hat... Nichtsdestotrotz - deutsche Nachkriegsliteratur, darum dürfte es sich wahrscheinlich handeln, obwohl ich für einen Moment an Werfel dachte... deutsche Nachkriegsliteratur! [SIZE=1] [I]Ich habe absolut keine Ahnung... was zum Teufel ist das, was Ihr da citirt...?[/I] [/SIZE] |
| Amygdala | Vergleicht ruhig weiter... ein zerknitterter Trench steht mir allemal besser als ein griechisches Nationalkostüm... Nein, deutsch ist das Werk nicht, und Nachkriegsliteratur nur in dem Sinne, als daß... sagen wir, die Monroe bereits tot war, als es erschien. Wenn mich meine Erinnerung nicht im Stich läßt, war das Werk Anfang der Achtziger lange Zeit auf der Spiegel-Bestsellerliste zu finden... Ich bin gespannt auf weitere Vermutungen. |
| Pellinore | Ich zweifle keinen Moment lang, daß Euch beides hervorragend stünde, Madame, aber - [I]tiefste, finsterste Abgründe[/I], in die Ihr hinabsteigen mußtet? Eine Anspielung auf den Tartarus, in den Ihr Eure literarischen Jugensünden geworfen habt? [I]Kontrast zur mütterlichen Schiene[/I] - nach 1962 erschienen, zumindest in den 80ern in's Deutsche übersetzt und verlegt - da der Autor kein Deutscher ist - Ihr seid eine Sphinx, Amygdala! Ich tappe immer noch im Dunkeln... |
| Amygdala | Also weiter... Das Buch ist unter einem Pseudonym erschienen, und das ist nicht das Einzige, das es mit der Geschichte von Esther Greenwood gemein hat. In der Originalausgabe ist das Pseudonym ein anderes als in der deutschen Ausgabe. Im Jahre der deutschen Erstausgabe ging der Friedensnobelpreis an 2 Personen. Und Tartarus, absolut! Ich würde nicht mal zugeben, daß ich dieses Buch besäße, wenn ich es besäße. Zum Glück ist es geliehen. |
| Pellinore | Vor dem nächsten Quartalsende grabe ich mich in ein ganz tiefes Loch & krieche erst einige Wochen nach dem Abschluß wieder heraus... höre mich, Israel (Faust trotzig erhoben)! Désolé... ich bin heute nicht wirklich zum Raten gekommen - nicht, daß ein Mittags-Raten etwas geändert hätte. Ich tappe immer noch völlig im Dunkeln - zwei Friedensnobelpreise auf einmal in den Achtzigern, das war '82 (Myrdal & Robles)... eine Gemeinsamkeit mit unserer Bekannten aus der [I]Glasglocke[/I]? Galoppierende Zwangneurosen? Zwei Pseudonyme? Und was war außer dem sicherlich sehr wertvollen Werk [I]Nur der Pudding hört mein Seufzen[/I] 1982 bei Spiegels in der Bestsellerliste...? Amygdala, der Ehrenpreis als Sphingis Khanum geht eindeutig an Euch... Ich habe nicht den blassesten Schimmer! |
| Amygdala | Welcher Pudding denn jetzt? Aber Pellinore, Ihr werdet die Flinte doch nicht gleich in selbigen werfen! 1982 ist zu spät. Die Familie in dem Roman hat dieselbe Religion wie einer der Nobelpreisgewinner. Es gibt eine Verfilmung, die vermutlich unsäglich ist, nicht daß ich sie gesehen hätte, und ein Lied. Wenn alle Stricke reißen, werde ich singen müssen. Das wollt Ihr nicht, Pellinore! Frisch gemoogelt! |
| Pellinore | Doch, Oh Königin der Rätsel, ich fürchte, das werdet Ihr müssen... bin ich eigentlich der einzige, der noch rätselt & der Rest der Bücherwürmer schickt sich Mitteilungen & beeimert sich - langsam komme ich mir irgendwie... dement vor... übersehe ich etwas wesentliches? Wie auch immer - 1982 ist zu spät. Bleiben die 70er mit ihrem Generalangriff auf den guten Geschmack & drei Friedensnobelpreisen in zehn Jahren, darunter einer für 'nen Moslem, zwei Juden, eine Protestantin, eine Katholikin & ein Marxist-Leninist & der hat ihn bekanntlich abgelehnt, den Friedensnobelpreis. Verfilmung & Song & 70er & Pseudonym... könnte natürlich 'was von Stephen King sein - vor allem wenn Ihr nicht zugeben wollt, daß das Büchlein Eures ist... Ich glaube, ich weine jetzt ein bißchen still vor mich hin... |
| Amygdala | *mi mi mi* I beg your pahardohoooooon... Und jetzt alle! |
| Pellinore | mimimimi... [I]I never promised you a rose garden...[/I] Gott der Gerechte! Ist das Hannah Green, [I]Ich habe Dir nie einen Rosengarten versprochen[/I]? |
| Amygdala | Das ist korrekt! Ich muß trotzdem weiterhin darauf bestehen, daß es wirklich nicht mein eigenes ist. Und ich habe es eher aus Langeweile als aus Begeisterung fertiggelesen. Her mit Euren finsteren, mooglesicheren Zeilen. |
| Mary Katherine | Gerechter, barmherziger Gott, Pellinore, einerseits möchte ich Sie an meinen Busen pressen, andererseits vom Hof jagen. Nicht, dass ich selbst allzu kurz vor der Lösung stand, aber einiges an nächtlicher Eingrenzungsarbeit ist nun doch dahin. Zumindest weiss ich jetzt, welche Filme in den Jahren 77 - 82 die Box-Office-Listen angeführt haben. Die hoffentlich kurze Wartezeit auf Ihr Rätsel überbrücke ich im Garten, wo ich den Rosen "mi mi mi" einer nach der anderen die Köpfe abschneiden werde. |
| Amygdala | Für so viel Mühe, Madame M-K: [IMG]http://www.virtualflorist.com/en/images/items/morticia60.jpg[/IMG] |
| Pellinore | Mary Kate, die wie Dietrich in Laurins Rosengarten einbricht... - nichtsdestotrotz ein ganz bezauberndes Bild - und gelöst hat das Rätsel letzlich ein Lied, was ich sehr poetisch finde! Mesdames, ich muß meinen Rüssel wieder in sehr prosaische Arbeit stecken & bitte, sich bis heute abend zu gedulden, denn ich möchte nicht riskieren, an die Wand genagelt zu werden, wenn ich jetzt noch anfange, Belletristik abzutippen, und belle... naja, einen Roman habe ich bei mir & da fließt lediglich sehr viel Blut im amerikanischen Bürgerkrieg & das möchte ich Euch denn doch nicht zumuten... Nachtrag: ... und wieder wart Ihr einen Herzschlag schneller als ich, chére Amygdala! Das grenzt schon an Magnetismus, nicht! Chapeau für die kopflosen Rosen! |
| Mary Katherine | Pansies! Rosemary! Violence! My wedding bouquet! |
| Pellinore | Hm. Diesmal Albees Ophelia-Variation? Das Thema scheint uns ja zu verfolgen, ma chére, wie? Nun, liebe Bücherwürmer, hier also, garantiert schießpulverfrei, fast ohne Seewasser und praktisch nicht schwarz-romantisch das versprochene Rätsel-Dîner für heute abend: [QUOTE]Colin beendete seine Toilette. Nach dem Bad hatte er sich in ein riesiges, weiches Frottiertuch gewickelt, aus dem nur seine Beine und sein Oberkörper heraussahen. Er nahm den Zerstäuber von der Glasplatte und sprühte wohlriechendes Öl auf sein helles Haar. Sein Bernsteinkamm teilte die seidige Fülle in lange orangene Strähnen, so wie die Gabel des fröhlichen Landmanns Furchen in die Aprikosenkonfitüre zieht. Colin legte den Kamm hin, griff zur Nagelschere und schnitt die Ränder seiner schlaffen Augenlider schräg, um seinem Blick Geheimnis zu verleihen. Er mußte die Lider häufig stutzen, denn sie wuchsen schnell wieder nach. Er knipste die kleine Lampe über dem Vergrößerungsspiegel an und hielt sein Gesicht dicht vor den Spiegel, um den zustand seiner Haut zu prüfen. Einige Pickel erhoben sich im Umkreis seiner Nasenflügel. Als sie im Vergrößerungsspiegel ihrer Häßlichkeit gewahr wurden, zogen sie sich behende unter die Haut zurück, und Colin schaltete befriedigt die Lampe aus.[/QUOTE] Wie immer, Gute Jagd! |
| Mary Katherine | Boris Vian, L'écume des jours, vom Übersetzer mit Betonschuhen im Hafenbecken versenkt. |
| Pellinore | Habe die Ausgabe seinerzeit auf der Buchmesse geklaut... Geschenkter Gaul, etc., aber Ihr habt natürlich Recht, Madame, die Übersetzung ist bescheiden, ich werde beim Stehlen wieder mehr auf Qualität achten müssen & natürlich, das Rätsel habt Ihr, hard-boiled, gelöst (tu quoqe?) - ich blase "Sau tot" über seiner Leiche und pfeife [I]J'attendrai[/I] hintendrein... |
| Amygdala | Abgesehen von der strahlenden Richtigkeit der Lösung: Well said! Gepriesen sei, was hard-boiled macht! |
| Mary Katherine | Du sagst es, Puppe. Die kleine Stadt Venice, California, hatte zu jener Zeit vieles, was sie zum idealen Ort für Leute machte, die gern traurig sind. Fast jeden Abend hing Nebel über der Stadt, an der Küste stöhnten die Ölfördertürme, das schwarze Waser der Kanäle schwappte gegen die Ufermauern, und Sandkörner prasselten gegen die Fensterscheiben, wenn Wind aufkam und über unbebaute Flächen und menschenleere Wege pfiff. In jenen Tagen starb der Pier von Venice, verendete im Meer. Die Knochen eines riesigen Dinosauriers, der Achterbahn, wurden vom Wechsel der Gezeiten zugedeckt. |
| Pellinore | Und in den Wracks der Wagen des Mitternachts-Zirkus, die im Hintergrund in der Bucht von San Francisco dümpeln, schläft vermutlich auch Rusty Regan seinen tiefen Schlaf... aber eigentlich ist [I]Der Tod ist ein einsames Geschäft[/I] (Ich kenn's nur im Original - Titel der deutschen Ausgabe bei Diogenes, 2000) auch nur Ray Bradburys Hommage an die großen des Genres. Wir sind aber verdammt hard-boiled dieser Tage... |
| Mary Katherine | Du sagst es, Puppe. |
| Mary Katherine | Und zerbrich' dir nicht dein hübsches Köpfchen übers Kochen, ich lass schon nichts anbrennen. |
| Mary Katherine | (Pellinore, ich flehe Sie an, wechseln Sie beim nächsten Rätsel den Modus! Ich neige zur Perseveration - und erwische mich immer häufiger mit den Füßen auf dem Schreibtisch und den Augen am Hintern meiner platinblonden Sekretärin mit den endlosen... Schnurrhaaren) |
| Pellinore | Hm. Erinnert mich an den Abend, als ich im Suff den Khaddish über den Tod einer Katze sang. Das Säugetier hatte seine neun Leben schneller aufgebraucht, als ein junger Kerl seine paar Kröten mit seiner ersten Freundin aus dem Westend. Ich kann nicht besonders gut singen. Und ich konnte die Katze nicht leiden. Keinen Zentimeter. Das Thema scheint in der Tat etwas beherrschendes zu haben. Als ich heute abend noch meine müden Knochen durch das Buchkaufhaus trug, dem ich nicht vertraue, prangten mir in der Größe einer Lichtspielhausleinwand Werbebotschaften entgegen, die mich zum Kauf von Lecture für die Urlaubsreise animiren sollten, die ich mir vermutlich nicht werde leisten können: Die Wendeltreppe entlang decorirt und wie Ikonen in Nischen aufgestellt, die Großen der abenländischen Criminalliteratur. Ich glaube nicht an Zufälle. Deshalb: [QUOTE]Leute anzukündigen und hereinzulassen, das war eine Aufgabe, die Baptiste Cormier, der außer seinem charakteristischen Vornamen das unverkennbare gehabe eines Butlers besaß, auf den Leib geschrieben. Allerdings hatte der Mann seit seinem letzten Posten viel von seiner Korrektheit eingebüßt. In diesem Augenblick lehnte er gegen den Türrahmen, blickte zur Decke und stocherte mit einem Streichholz in seinen Schneidezähnen. Plötzlich unterbrach er die Säuberungsaktion. „[I]Achtung![/I]“ brüllte er und nahm Haltung an. Die Gespräche verstummten, Bänke wurden gerückt, Stiefel scharrten über den Boden. Wir erhoben uns und knallten die Hacken zusammen. Der Chef der [I]Aufnahme[/I] kam herein. „Ich bitte Sie...Rühren!“ sagte er auf französisch mit starkem Akzent. [/QUOTE] Ich denke, ich werde mir jetzt einen Eimer Café kochen, nach langen Wochen zum ersten Mal das Bildverarbeitungsgerät wieder in Betrieb nehmen und mir [I]Dead Men Don't Wear Plaid[/I] ansehen. Ich denke, das brauche ich jetzt... P.S.: Ach so, wie war das... [I]I'm looking at you, Kate...[/I] - Ich habe Philip Marlowe immer wegen seines Stils und seiner Manieren bewundert, trotz oder gerade wegen so phantastisch memorabler Sentenzen wie [I]I don't mind if you don't like my manners, I don't like them myself. They are pretty bad. I grieve over them on long winter evenings. [/I] - aber das anbrennen, das hätte vermutlich nicht 'mal Sam Spade über sich gebracht... P.P.S.: Ich habe selbstverständlich keine generelle Aversionen gegen Katzen - meine Empfehlung an Eure platinblonde Sekretärin mit den endlosen... Schnurrhaaren. Ich sitze lächelnd an meinem Schreibtisch & bin entzückt über Eure Metonymie! |
| Mary Katherine | Leo Malet, 120 rue de la gare. Ebenfalls ziemlich hardboiled, dieser Nestor Burma, bien cuit, sozusagen. [I]Dead Men[/I] - Pellinore, Sie sind und bleiben ein Mann nach meinem und von Geschmack! You definitely need a cup of my famous Java... P.S.: Grüße sind ausgerichtet. SIe können sich jetzt offiziell du den Friends of Carlotta zählen. |
| Pellinore | I most definitely do! ... needing that Java of yours, I reckon'! Und jetzt bin ich offiziell F.o.C.? Das ehrt mich zwar und bitte meinen Dank & meine erneute Empfehlung an das Fräulein Haustier zu erneuern... aber - waren die Friends of Carlotta nicht... Wie auch immer, die Antwort ist natürlich richtig & ich darf an dieser Stelle die ganz hervorragende Comic, Verzeihung, Graphic-Novel-Umsetzung, von Tardi verweisen: [IMG]http://chezsandronclea.com/Images/AffichetteNestorBurma120RueGare.jpg[/IMG] und ein wenig zum graphic-novel-blättern einladen: [URL=http://www.cc.jyu.fi/~teeriss/tardi/tardipage1.htm]M'as Tu Vu En Cadavre[/URL] und jetzt werde ich mich auf die Weide treiben (wining and dining... in der Kantine, haha...!) und Eures neuesten Rätsels harren, chére Madame! |
| Mary Katherine | Vive la ligne claire! Sehr schön. Sind die Proust-Comics von Stephane Heuet bekannt? Wenn mein Herz ein Herz hätte, dies wäre sein Blut: My name is Mary Katherine Blackwood. I am eighteen years old, and I live with my sister Constance. I have often thought that with any luck at all I could have been born a werewolf, because the two middle fingers on both my hands are the same length, but I have had to be content with what I had. I dislike washing myself, and dogs, and noise. I like my sister Constance, and Richard Plantagenet, and Amanita phalloides, the death-cup mushroom. Everyone else in my family is dead. Moogle on, you crazy diamonds! |
| Amygdala | Ganz dreist ermoogelt: Shirley Jackson, We Have Always Lived In The Castle. Muss aber mit Erschrecken feststellen, daß meine Mittelfinger auch gleich lang sind, und ich Amanita phalloides höchstens noch Clostridium botulinum vorziehen würde. Schätze, ich sollte das mal lesen... |
| Pellinore | Schätze, das sollte ich auch 'mal lesen... da geht's ja zu wie bei Carters Angela... und chére Amygdala, habt Ihr auch zusammengewachsene Augenbrauen, wenn ich so dreist sein darf, zu fragen? Und nein, Mary Kate, die Proust-Comics kannte ich in der Tat noch nicht... fast wäre mir noch ein Chandler-Zitat entfleucht, aber ich sehe, we 're on a different tack again... |
| Mary Katherine | [I]Krrrrr- ack![/I] zerplatzt Mary Katherine's Bluse und sie verwandelt sich in Kanon den Unausstehlichen, einen missionarischen Eiferer. Wehe, wenn er ins Empfehlen gerät. Shirley Jackson lesen! [I]We have always lived in the castle[/I] übertrifft sogar noch ihren anderen Klassiker [I]The Haunting of Hill House[/I]. Beides Bücher, deren effizienteste Stellen ich mir nur flüchtig vergegenwärtigen muss, um in strahlendem Sonnenschein und Pelzmantel mit flächendeckender Gänsehaut dazustehen. Auf [I]The Haunting of Hill House[/I] beruht der Film [I]The Haunting[/I], der bisher noch jeden gestandenen Splatterfreund in meiner entourage in die Knie, bzw. vor Angst wimmernd hinters Sofa gezwungen hat, ohne dass auch bloss ein Tropfen Blut zu sehen wäre. Und gegen das Buch ist der Film a walk in the park. Shirley Jackson lesen! Entschuldigt. Amygdala, Rätsel, bitte! |
| Pellinore | Ich nehme an, Ihr meint natürlich die Wise-Verfilmung von '63, Madame... in der Tat verblüffend! Ich hatte eben diesen Film (mit der lachhaften deutschen Übersetzung [I]Bis das Gnu gefriert[/I] oder so ähnlich) neulich als besten [I]gothic[/I], den ich kenne, weiterempfohlen. Inshallah, Jacksons Shirley ist hiermit beim Buchversand unseres Vertrauens angefordert - soviel missionarischem Eifer, so prachtvoll vorgetragen, kann ich auf gar keinen Fall widerstehen... Äh ja, Amygdala, Rätsel bitte... |
| Mary Katherine | Hervorragende Form, Pellinore! Genau die Verfilmung meine ich. Von der neuen habe ich bei der Fernsehausstrahlung vor ein paar Wochen wenige Momente gesehen ... ein hässlicher Vorfall ... Baptiste musste das Betäubungsgewehr anwenden, so wütend war Madame. Der deutsche Titel ist lachhaft, aber er veruntreut nicht grob, oder? ([I]shivers[/I]) Hoffentlich haben Sie die Originalausgabe bestellt. Ich kenne die bei Diogenes erschienenen Übersetzungen nicht, mache mir aber doch Sorgen um Ms. Jacksons Rhythmen: No live organism can continue for long to exist sanely under conditions of absolute reality; even larks and katydids are supposed, by some, to dream. Hill House, not sane, stood by itself against its hills, holding darkness within; it had stood so for eighty years and might stand for eighty more. Within, walls continued upright, bricks met neatly, floors were firm, and doors were sensibly shut; silence lay steadily against the wood and stone of Hill House, and whatever walked there, walked alone. M.K. (nach Diktat zum Thermosthat) |
| Pellinore | So sehr ich [I]Diogenes[/I] als Verlagsanstalt schätze, wenn ich den Text im Original bekommen kann... ... zum Thermostat? Abgesehen, daß sich mir der Sinn der Signatur... entzieht... aber zum Thermostat? Ich befürchte seit geraumer Zeit, daß ich demnächst wie ein Statist in [I]Lawrence of Arabia[/I] crepire - Ihr habt, scheint's, wesentlich kälteres Blut als ich, Madame... Nichtsdestotrotz hoffe ich, Baptiste hat das Betäubungsgewehr sehr schonend applicirt! Rätsel, Amygdala, bitte! Ich beginne, irre zu reden... |
| Bronwyn | Mon Dieu, ein paar Tage nicht anwesend und schon seid ihr Jahrhunderte weiter!!! Dann warte auch ich geduldig ungeduldig auf das nächste Mirakel, liebe Mitrater/innen. Schönes Wochenende! |
| Amygdala | Zusammengewachsene Augenbrauen, also ich muß doch sehr bitten! Ich bin fast versucht, Euch weiterhin irre reden zu lassen (s.o.), aber fein, hier ein neuer Anfang: "Im Autobus der Linie S, zur Hauptverkehrszeit. Ein Kerl von etwa sechsundzwanzig Jahren, weicher Hut mit Kordel anstelle des Bandes, zu langer Hals, als hätte man daran gezogen. Leute steigen aus. Der in Frage stehende Kerl ist über seinen Nachbarn erbost." |
| Pellinore | Ts... Ts..., chére Amygdala - Ihr übertrefft Euch im Ausgraben von literatura obscura, ich muß sagen - Ihr habt das nicht ernsthaft gelesen, oder? Diese [I]Stilübungen[/I] von Raymond Queneau? Ihr seid eine sehr tapfere Frau... Oh, und ich bitte vielmals um Vergebung - nach Carterscher Mythographie hat natürlich nur der männliche [I]loup garou[/I] zusammengewachsene Augenbrauen... ich redete in der Tat irr' - wieder einmal [I]merci[/I] für Eure Erlösung vom ennui...! |
| Mary Katherine | Groovy, Amygdala. Keine Chance für M.K., though. Bei Queneau verstehe ich Bahnhof, höchstens noch Billardstock. Und wer Stil üben muss hat in der Regel keinen, n'est-ce pas? OK, beim zweiten Hinsehen fällt auf: non, ce n'est pas, ist eigendliesch sogar siemlischärr Dünnpfiff. Kommt in meinen gesammelten Aphorismen auf die B-Seite. Herrgott, Pellinore, so eilen Sie doch, merken Sie nicht, wie ich den Verstand verliere? Ein Rätsel! |
| Pellinore | Ich bin ja hier... Ich bin ja hier - allerdings, Hochachtung vor Spielregeln, etc.... ich erwarte noch Amygdala Garous Freigabe... |
| Amygdala | Doch doch, Pellinore, ich habe es gelesen... Sie fanden es schlimm? Dieses kleine, amüsante Werk? Ich habe neulich den 500seitigen, hochgelobten Debutroman eines zeitgenössischen amerikanischen... Amerikaners gelesen. [I]Das[/I] war schlimm. Freigegeben. Und zu der Augenbrauentheorie hätt ich gern eine Belegstelle. Verfilmung gilt nicht. |
| Pellinore | Soweit ich mich erinnere hat Angie am Drehbuch mitgeschrieben - zugegeben, ich meine, im Text steht's tatsächlich nicht - einigen wir uns auf "unentschieden"? Queneau? Nette Idee, mäßig originelle Umsetzung, ich meine, ich habe die paar Seiten nicht einmal zu Ende gelesen... Oh, bitte, und nicht den 500seitigen, hochgelobten Debutroman eines zeitgenössischen amerikanischen... Amerikaners als nächstes Rätsel! Quarter! Was auch immer es ist...! Right ho, eins nach dem anderen. [I]Total verdrogt[/I] ist mir als Textkritik für folgende Ouverture im Gedächnis haften geblieben und eigentlich mag ich [I]John Barleycorn[/I] gar nicht mehr hören, aber das ist eine andere Geschichte. Das Rätsel, Ihr Lieben, so schnell als möglich implementirt - das nimmt ja langsam Formen an wie bei Hölderlins daheim, das Irre-sein: [QUOTE]Auszug aus [I]Der Spiegelkrieg[/I] Von R.B. Tshimosha Zu den bedeutendsten Entdeckungen des letzten Jahrhunderts zählt zweifellos das Verfahren, Träume auf einem wiederabspielbaren Medium, einem mit [I]Phantasma-Flüssigkeit[/I] beschichteten, biomagnetischen Band, aufzuzeichnen. Diese Befreiung der Psyche wurde, in ihrer fortschrittlichsten Form, als... [/QUOTE] ... ja, als was wird diese Befreiung bezeichnet? Wie ich gestern abend festgestellt habe, gibt es eine eigene Website zu diesem Begriff, und das wäre etwas arg einfach, wie...? Gute Jagd, etc. ...! |
| Mary Katherine | Pellinore, auf ein Vurt: haben Sie Spione bei mir eingeschleust? Automated Alice wäre mein nächstes Rätsel gewesen. Jeff Noon, Pollen. Ich ziehe ernsthaft in Erwägung, meine Botschafter aus Ihrer Wohnung abzuziehen. |
| Pellinore | So, nachdem Kommissar Pellinore von der wochenendlich anstehenden Erschießung unfähiger Spione & ähnlicher kapitalistischer Soldempfänger & Läuse retournirt ist & noch ein bißchen mit dem Schuh auf dem Tisch herumgetrommelt hat, läßt das Außenministerium der Union der sozialistischen Elfenbeinturmstübchen verlautbaren: "Sjagadka? Rettsel? Da! Werno! Spion? Provokator? Paschjalsta? Njet! Bienne ge'chert Eich, Madame!" |
| Mary Katherine | Entzückend, Pellinore! Ich darf nicht vergessen, einen wie Sie auf die Einkaufsliste zu setzen. Besser, müssen Sie zugeben, könnte ich meinen Kapitalistensold nicht anlegen. Rettsel? Da! Pour les [I]snobs-d'europe[/I] parmi nous: ein leider nur zweihundertfünfundsiebzigseitiger Debütroman eines amerikanischen ... Schriftstellers. My legal name is Alexander Perchov. But all of my many friends dub me Alex, because that is a more flaccid-to-utter version of my legal name. Mother dubs me Alexi-stop-spleening-me!, because I am always spleening her. If you want to know why I am always spleening her, it is because I am always elsewhere with friends, and disseminating so much currency, and performing so many things that can spleen a mother. Father used to dub me Shapka, for the fur hat I would don even in the summer month. He ceased dubbing me that because I ordered him to cease dubbing me that. It sounded boyish to me, and I have always thought of myself as very potent and generative. I have many many girls, believe me, and they all have a different name for me. One dubs me Baby, not because I am a baby, but because she attends to me. Another dubs me All Night. Do you want to know why? I have a girl who dubs me Currency, because I disseminate so much currency around her. She licks my chops for it. I have a miniature brother who dubs me Alli. I do not dig this name very much, but I dig him very much, so OK, I permit him to dub me Alli. As for his name, it is Little Igor, but Father dubs him Clumsy One, because he is always promenading into things. It was only four days previous that he made his eye blue from a mismanagement with a brick wall. If you're wondering what my bitch's name is, it is Sammy Davis, Junior, Junior. She has this name because Sammy Davis, Junior was Grandfather's beloved singer, and the bitch is his, not mine, because I am not the one who thinks he is blind. Moogeln gildet nich. |
| Pellinore | Sabotage! In der gesamten Union der sozialistischen Elfenbeinturmstübchen ist in den Mittagsstunden die Kommunikation zusammengebrochen! Das tragbare Elektronengehirn [I]Rotes Obst des 22. Oktober[/I] konnte zwar in einem Satelliten-Elfenbeinturm an die herkömmlichen Verständigungswege angeschlossen werden – was kurzfristige Übermittlung von Nachrichten ermöglicht – allerdings arbeitet die Kunst- & Literatur-Sowchose Maxim Gorki jetzt unter erschwerten Bedingungen, Verlautbarungen der [I]Pochti-Prawda[/I] zufolge ist der rätselliterarische Fünf-Jahres-Plan allerdings nicht ernsthaft gefährdet (Mitschnitt aus einer inoffiziellen Sitzung des ZK – Kommissar P.: ... Ihr könnt schon mal die warme Unterwäsche einpacken, Ihr Contre-révolutionnaires, Ihr! Sibir! Die ganze Mischpoke! Und ich hoffe, Ihr mögt grün – so strahlt Ihr nämlich, wenn Ihr in den Uran-Minen zum ersten Mal in Eurer bedauerlichen Existenz etwas Produktives tut, Ihr... (wüste Flüche)) Offizielle Verlautbarung der Kunst- & Literatur-Sowchose Maxim Gorki (das aussschließlich aus Snobs von diesseits des Ural besteht): Wir dementieren jeglichen Versuch des sogenannten [I]moogelns[/I] - unter genannten erschwerten Bedingungen können wir lediglich mutmaßen, daß es sich beim Autoren um einen Dissidenten handelt, der dieser Tage beim Klassenfeind Unterschlupf gefunden hat. Wir arbeiten 'dran! VIVE LA RÉVOLUTION! Inoffizielle Verlautbarung von Kommissar P.: Ich? Käuflich? Aber zugegeben, besser könntet Ihr Euren Kapitalistensold wirklich nicht anlegen... |
| Mary Katherine | Im Osten nichts Neues? Die Technik marode, die Obrigkeit cholerisch und ineffizient? Prawda verlogen? Beruhigend. Dissident: Fehlanzeige, die Vermutung für den Autor jedoch ein Kompliment. Dieses hinreissende Approximativ-Englisch ist nur imitiert. Vive la Révolution? Bravo, Pellinore! Eine fantastische Idee für unsere diesjährige Mottoparty im Country Club. |
| Pellinore | Nach den brutalen Säuberungsaktionen dieses Wochendes... genug! Bevor die Revolution noch ihre Kinder frißt! Die bizarre Technik functionirt wieder & ich denke, es wird wieder Zeit, von der Revolutions-Romantik zur geläufigen sprachlichen zurückzukehren, bevor, wie war das? [I]Perseveration[/I]? einsetzt, zu der ich, zugegeben, bisweilen auch neige - wie auch immer, das moogeln war in der Tat nur zur Verificirung notwendig, ein Telephonat & Printmedia, die sich mit dem Thema Celluloid beschäftigen, haben diesmal ausgereicht, mußten ausreichen, denn der Text war bei allem Talent zum... sagen wir... organisieren, an einem Sonntag nicht wirklich aufzutreiben. In D.C. geboren, hm? Erklären wir Batja Jonathan Safran Foer zum Dissidenten h. c., und sei's 'drum! Des Rätsel Lösung lautet [I]Everything Is Illuminated[/I]! P.S.: Revolution als Motto für eine Festivitaet im Country Club? Unbedingt, Madame! Ich habe doch dieser Tage, sozusagen als Vorlage, eine wunderschöne Revolutions-Party in irgendeinem Film gesehen, die ich unbedingt einmal nachfeiern wollte... war das [I]Wayne's World[/I]? Oder [I]Panzerkreuzer Patjomkin[/I]? Ich weiß es beim besten Willen nicht mehr... |
| Mary Katherine | Die beiden kann ich auch nie auseinanderhalten. Panzerkreuzer Patjomkin ist der mit der Treppe, falls das hilft. Everything [I]is[/I] illuminated. |
| Pellinore | Ah ja, die Treppe... jetzt... in der Tat illuminirend! So. Rätsel. Für einen Moment habe ich mit Jasper Ffordes [I]Eyre Affair[/I] geliebäugelt... Neinneinnein. Wenn die Revolution mit dem Wochenende für beendet erklärt wurde, kehren wir doch zu meinen bewährten literarischen Brut- und Weidegründen retour. Versroman. Ich habe uns das Vorwort geschenkt, auch wenn Tucholsky es noch einmal im [I]Schloß Gripsholm[/I] so charmant citirt, wenn vielleicht auch gar nicht bewußt, obwohl... na, 1. Kapitel: [QUOTE]Mein Onkel – brav und hoch zu preisen – Scheint nun doch ernsthaft krank zu sein; Ein Grund, ihm Ehre zu erweisen, kein beßrer fiel ihm jemals ein. Sein Beispiel sei für eine andre Lehre; Doch, lieber Gott, welche Misere, Und keinen Fuß vors Haus gebracht! Welch niederträchtiges Erschleichen, Halbtote Mienen aufzuhell’n Die Kissen richtig hinzustell’n, Bekümmert die Arznei zu reichen, Zu seufzen, wo man denkt bei sich: Wann endlich holt der Teufel dich!“ [/QUOTE] Das Wild ist auf, Ihr Lieben! |
| Mary Katherine | Nach einem Gespräch des Buchhändlers mit der Raterin, ach was, der Rätin, wenn nicht der Rättin: Alexander Puschkin, Eugen Onegin. |
| Pellinore | Ein kurzes Auftauchen des Kopfes aus einem Meer von Arbeit, wie ein alter Seehund... die Flossen klatschen: “Richtig, richtig! Bravo!“ Der alte Seehund taucht wieder unter & hofft auf ein neues Rätsel... und einen Hering...! |
| Pellinore | ... und wartet immer noch auf Rätsel & Fisch... das arme Tier... Nun, da sich der Fürstin der Wale offensichtlich aufgemacht hat, um mit ihren Untertanen bei Neumond im April in den Gewässern vor Bikini zu sein, ergreife ich Gelegenheit und Leerstelle ein neues Rätsel zu stellen, sozusagen für's Wochenende als Fingerübung, auf daß wir daheim Gebliebenen nicht gänzlich aus der Übung kommen - á propos maritime Merkwürdigkeiten... [QUOTE]Anläßlich meiner erst wenige Monate zurückliegenden Heimkehr in die Vereinigten Staaten, nach einer Reihe erstaunlicher Abenteuer in den Südmeeren und andernorts, über die auf den folgenden Seiten berichtet werden wird, verschlug mich der Zufall in Richmond, Virginia, in die Gesellschaft einiger Herren, die das tiefste Interesse hinsichtlich aller Einzelheiten der von mir besuchten Himmelsstriche bekundeten, und die mir beständig dahingehend anlagen: es sei einfach meine Pflicht, meinen Bericht der Öffentlichkeit zu übergeben. Ich hatte jedoch diverse Gründe, ein solches Ansinnen abzulehnen; einige davon waren gänzlich privater Natur, und gehen Niemanden etwas an, außer mir selbst; was für andere nicht in dem Maße gilt. Eine Erwägung, die mich abhielt, war zum Beispiel die, daß ich für einen größeren Zeitraum meiner Abwesenheit keine Tagebuchaufzeichnungen geführt hatte, und befürchtete, ich möchte nicht imstande sein, aufgrund der bloßen Erinnerung eine so detaillierte & zusammenhängende Darstellung zu liefern, daß sie schon rein äußerlich den Anschein jener Wahrheit mache, der ihr in Wirklichkeit innewohne; lediglich abgesehen von denjenigen natürlichen & unvermeidlichen Übertreibungen, zu den wir alle hinneigen, sobald wir uns über Ereignisse verbreiten, die aufs mächtigste dazu angetan sind, die Bildkraft der Seele an- & aufzuregen.[/QUOTE] Mast- & Schotbruch, Ihr Bücherwürmer! |
| Mary Katherine | Sie irren, Pellinore, meine Untertanen sind mir schnuppe - sollen sie halt Thunfisch essen ist mein Motto. Ich war im denkbar Grünsten, hoch zu Ross, im verfluchten Land der Dänen, wo sogar die Briefmarken in verwackelter Videoästhetik gehalten sind. Ich hätte mich abmelden sollen, aber Sie wissen ja wie das mit Reisevorbereitungen ist: ein Maelstrom. Poe, Pym. |
| Pellinore | Daß etwas faul ist im Staate Dänemark, nun... und ich war schon in Sorge, chére Madame! Aah, und Ihr sozusagen als Marie Antoinette der [I]Odontoceti[/I], Mary Kate... Ihr wißt, wie so etwas endet... ! Ich bin mir nicht sicher, ob ich unter Meeressäugern einen wirklich guten Scarlet Pimpernel abgäbe - obwohl... sei's 'drum, Klio & ich mahnen zu Vorsicht! Indeß spricht der Seerabe [I]Ever right![/I] & dieses possierliche Geflügel wartet mit mir am Rande der Bühne auf Euer neuestes Rätsel! |
| Mary Katherine | Keine Sorge, Pellinore, alter Freund, Madame passt schon auf sich auf. Die grösste Gefahr, der ich ausgesetzt war, ging von einem Hengst aus, aber davon später weniger. Klio? Kartäuserkatze oder Narwal, nehme ich an, aber wie auch immer: gegrüßt sei sie. Meine Beziehungen zu Karlotta sind seit der Halsbandaffäre leider merklich abgekühlt. Quoth l'autrichienne: Der Zug hielt nur ganz kurz in N. Stefan hatte kaum Zeit, sich durch die Tür zu zwängen und abzuspringen, da zog die Lokomotive auch schon schnaufend an, und hinter ihm begannen die Räder zu rattern. Seit mehr als einer halben Stunde wurde er das beklemmende Gefühl nicht los, das Aussteigen zu versäumen, und dieses Problem überschattete alles, selbst den Zweck seiner Reise. Nun, da er der stickigen Wärme des Abteils entronnen, gierig die frische, fast schneidend kalte Luft einatmete, befreit und ratlos zugleich, kam er sich vor wie aus einem schweren Traum erwacht. Es war einer der letzten Februartage. Lichte Wolken mit weißglühenden Rändern bedeckten den Himmel. Vom Schmelzwasser unterspült, sackte der Schnee in den Schluchten und Mulden zusammen, gab Stoppelfelder und Gebüsch frei, morastige Wege und lehmige Hänge. Das Chaos - der Herold allen Wandels - war in das eintönige Weiß der Landschaft getreten. Der Ortsname in der ersten Zeile ist abgekürzt, mir sind die Konsonanten ausgegangen. So, nun aber au revoir - gleich kommt der Docteur Guillotin zum Café und will mir eine angeblich höchst zukunftsträchtige Erfindung vorführen. Hoffentlich ist es ein Dosenöffner für linkshändige Frauen, das wäre an der Zeit. |
| Pellinore | Wobei Nieczawy doch so viele schöne Konsonanten hat... Noch einmal Lem, chére Pani Maria? Sind wir da auf ein besonderes Faible gestoßen? [I]Das Hospital der Verklärung[/I] ist, wie auch immer, die Antwort auf Euer Rätsel. martyras ese moi, mousa! um Homer (zugegeben ein wenig arg) zu paraphrasieren, zur Zeugin habe ich sie angerufen, die Klio! Camaraderie zwischen ihr und mir, vermessen genug... aber die Muse als eines meiner Haustiere zu bezeichnen zu wollen, wäre denn doch etwas arg hybride, nicht? Sobald ich allerdings einmal einen Elfenbeinturm am Rande eines Fjords beziehe, werde ich... wen bittet man da... Gefjon? nun wen auch immer... bitten, eine Frau Narwal einzuladen, mein Gast zu sein, die ich dann mit Freuden Klio nennen werde! Übrigens sehr treffsicher, mir eine Karthäuser als Mitbewohnerin zuzudenken - gäb's eine, wäre es eine solche... Schau, Besuch vom guten Dr. Guillotin? Ich nehme an, der Dosenöffner, den er Euch praesentirte, war eher... pittoresque... aber zweifellos sehr human? Schon gut, ich schraube den Kontaktabnehmer von meinem Degen & gehe Pimpernellen pflücken... Karlotta hat Euch diese kleine affaire nicht vergeben? Das ist nicht schön von Ihr. Meine Empfehlung. |
| Mary Katherine | Ein Faible? Mitnichten. Ich war nur froh, in den Untiefen meines ...Billyregals ...etwas zu finden, das moogle nicht mit einer höhnisch fettgedruckten sechsstelligen Trefferzahl quittiert. Ich sage Ihnen, Pell, lassen Sie uns rübermachen in den Stellen-Thread, die Strukturen hier sind verkrustet, es gibt kein Neuland zu erobern. Die Antwort ist richtig. Passen Sie nur auf, dass die Kartäuser sich den Narwal nicht schnappt. Katzen lieben nun mal Fisch und halten die Theorie vom Wal als Säugetier normalerweise für Propaganda der Hundelobby. Marie P.S.: Muse? Schmuse! |
| Pellinore | Katzen & Norweger, wie (if we had dolphins, we'd eat 'em too)? Aber... der Palug-Katze würde ich's zutrauen, die nach dem Mabinogion einer der drei Flüche der Ynis Mon war, diese geradezu ahabsche Attacke auf den Wal... aber sei's drum! Ihr habt natürlich Recht, chére Marie... nachdem ich Euch noch einmal einladen darf, in die Bresche zu springen, weil ich mich auf diesen Romananfang schon lange freue, dann, rübergemacht, wenn Ihr erlaubt, als gälte es, das Tier Glatisant zu verfolgen! Höre ich da das Bellen von 30 Hunden? Wie auch immer, folgender Romananfang sind eigentlich drei und die gälischen Stellen vor einem irischen Publikum zu lesen wurde zu einer der schlimmsten Demütigungen, die ich je erfahren habe... [QUOTE]Ich steckte so viel Brot in den Mund, daß ich für drei Minuten zu kauen hatte, schaltete meine Fähigkeiten zu sinnlicher Wahrnehmung ab und zog mich in das Reich meiner Gedanken zurück, wobei Augen und Gesicht einen leeren und geistesabwesenden Ausdruck annahmen. Ich stellte Betrachtungen zum Thema meiner literarischen Freizeitgestaltung an. Ein Anfang und ein Ende pro Buch war ein Prinzip, mit dem ich mich nicht abfinden konnte. Ein gutes Buch kann drei völlig verschiedene Anfänge haben, die nur im vorrausschauenden Wissen ihres Verfassers zusammenhängen, oder mindestens hundertmal so viele Schlüsse.[/QUOTE] Ihr erlaubt doch, oder...? |
| Mary Katherine | So einer sind Sie. Pellinore, helfen Sie mir, eine ungünstige Konditionierung abzuschütteln. Wenn ich an Flann O'Brien denke, muss ich an Harry Rowohlt denken, was an sich nicht schädlich wäre. Vor einigen Jahren jedoch hat selbiger in einer Fernsehserie mitgewirkt, und der Schock saß tief. Seitdem kommt hinten unweigerlich Berta Griese ("R-r-r-rehlein...") raus, wenn vorne O'Brien eingefüllt wird. Eine unerfreuliche Sache. At Swim-two-birds. Schreiben Sie die Abschiedsworte an diesen Thread, Pellinore? Sie kannten ihn länger. Und vergessen Sie nicht, Amygdala und Bronwyn und alle anderen einzuladen, uns zu folgen. |
| Pellinore | [I]Es gibt von Art Cummings einen zehnteiligen Cartoon, und der geht so: Ein Indianer macht mit Lagerfeuer und Decke Rauchzeichen, und ein Cowboy sieht ihm dabei zu. Eine Squaw erscheint, und der Indianer geht mit ihr in die Büsche. Der Cowboy nimmt die Decke und macht ebenfalls Rauchzeichen. Eine Squaw erscheint und schlägt ihn zusammen. Am Boden liegend, denkt der Cowboy: „Something is always lost in translation“ So auch hier. Köstliche anglo-irische Nuancen und Aromata bleiben auf der Strecke, ohne daß der Leser, der das Original nicht kennt, sie auch nur vermißt. Die werden hier nachgereicht. [/I] schreibt Rowohlt im Nachwort meiner Ausgabe von [I]Durst[/I] und das ist eine so famose Übersetzer-Idee, daß man ihm die bedauerliche Episode mit dem Rotwild alle Mal vergeben mag, nicht wahr? Ich bin per se ein ausgenommen schlechter Hut- und Abschiednehmer und eigentlich, chére Marie, habt Ihr den Reigen mit Proust sozusagen eröffnet, aber bevor mich denn die 30 Hunde auch noch beißen, ziehe ich mein Taschentuch, winke mit einem Tränchen im Auge (links) dem thread Lebewohl, flüstere leise [I]Servus[/I] und bitte das Obst, ihn zu conserviren. Amygdala, Bronwyn & Ihr Übrigen, mit einer Verbeugung bitte ich Euch höflichst, zu folgen und diesen Pfad jüngeren Bücherwürmern zu überlassen, die in unsere Fußstapfen treten möchten. Unsere Bühne ist dieweil [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=4820&perpage=15&pagenumber=3]hier[/URL] bereitet. Und jetzt, da’s schon Mitternacht ist, [I]Sweets to the sweet! Farewell[/I] |