| Mahsheed | Hat jemand je etwas von Stefan Zweig gelesen? Wenn ja was, und - hat es gefallen? Kennt jemand "Brief einer Unbekannten?" |
| DerVerlorene | [QUOTE] Kennt jemand "Brief einer Unbekannten?" [/QUOTE] Jau! Habe gerade unten dieses Buch zu meinen Lieblingsliebesgeschichten gezählt. Supertraurig, aber toll!! |
| Mahsheed | Wie fandest du das Verhalten der Dame? |
| ashipisburning | Vor ein paar Jahren habe ich "Die Welt von Gestern" gelesen. Ein schönes Buch, das auf wunderbare Weise die Atmosphäre eine vergangene Zeit - den Anfang des letzten Jahrhunderts -beschreibt. Und natürlich die "Schachnovelle". Aber die dürfte wohl allgemein bekannt sein. Hoffe ich zumindest. ;) |
| Pandora150 | Hat auch schone einer von euch die Schach novelle gelesen? Ich fand das Buch eigentlich ganz gut nur am Anfang ziemlich langweilig. Aber die Geschichte von Dr. B war schon sehr interesesant zu lesen. |
| Mahsheed | @ ashipisburning noch nicht gelesen ... nur angeschnitten @ Pandora Von der Schachnovelle habe ich eben eine kurze Zusammenfassung gelesen, aber sei dir sicher, dass ich das Lesen der gesamten Erzählung nachholen werde. Die Situation, eingesperrt zu werden mit einem Buch, das man aus der Lage heraus dann so detailiert studiert, ist mir schon etliche Male durch den Kopf gegangen ... Auch bei Büchern, die ich so wichtig, gleich doch aber auch entsetzlich langweilig finde, dass ich mir vorstelle, sie nur unter solchen Umständen mal wirklich durchzulesen. Das Ende der Geschichte kenne ich noch nicht. Was ist denn passiert, als er dann mit dem Meister gespielt hat? Ich weiß nur, dass sein Arzt davon abriet, noch mal Schach zu spielen ... |
| Pandora150 | @ Mahsheed Ich hoffe ich vertue mich jetzt nicht, da es schon länger her ist als ich das Buch gelesen habe. bei der Schachpartie am Ende des Buches spielt er dann gegen Czentovic. Czentovic cersucht ihn unter Druck zu setzen in dem er lange bei jedem Zug überlegt Dr B. wird dadurch immer nervöser und rastet schließlich aus. Und er sagte zu Beginn der Partie, das er nur eine spielen wird, da er wieder besessen wurde spielte er noch eine Partie. Weißt du wie er sich das Schachspielen beigebracht hat? Weil ich jetzt nicht weiß, ob ich das ins Ende mitreinschreiben muss. Ich lasse es jetzt erst mal aus. Dr. B. kam dann total durcheinander, weil er aus dem Gedächtnis eine Partie gespielt hat und die nicht mit der Partie, die er mit Czentovic spielt übereinstimmt. Daraufhin beendet er das Spiel und verabschiedet sich. Ich hoffe ich habe nichts falsches wiedergegeben sonst bitte ich, das andere mich verbessern. |
| Hirogen | aloha! also die schachnovelle hab ich gelesen, die war ganz interessant zu lesen, selbst für mich als antileser...und seit dem ich sie gelesen habe, spiele ich nur noch gegen mich selber schach... das schöne daran ist, dass man sich immer als gewinner fühlen kann... also wenn du was darüber wissen willst, dann gib mir einfach ein nacktes zeichen... mfG Hirohito |
| BlackDragon | Die Schachnovelle kann ich ebenfalls nur empfehlen. Und hat Stefan Zweig nicht auch "Sternstunden der Menschheit" geschrieben oder irre ich mich da? |
| DerVerlorene | [QUOTE][i]Original geschrieben von Mahsheed [/i] [B]Wie fandest du das Verhalten der Dame? [/B][/QUOTE] Ich meine, sie hätte sich zu erkennen geben sollen. Vielleicht hätte es ein Happy End gegeben. |
| autumnnight | @ schachnovelle.. hervorragend.. ich kann das so gut nachfühlen.. als ich vor vielen, vielen jahren meinen ersten gameboy kaufte, hatte ich bis zum umfallen super-mario gespielt.. und wenn ich dann später das spiel ausgeschaltet hatte, spielte vor meinen augen das spiel weiter.. ich sah mario hüpfen und laufen und purzelbäume schlagen.. fürchterlich.. überdosis.. und um nichts anderes geht es in der schachnovelle.. |
| Mahsheed | @ Pandora Ja, habe ich mitbekommen. Er war in Einzelhaft gefangen und hatte ein einziges Buch dabei, er hoffte, es sei ein spannendes, und war erst ziemlich enttäuscht darüber, dass es über das Schachspiel handelte. Weil er aber nichts anderes als dieses Buch in seiner Haft besaß, studierte er jedes Wort. Dann spielte er Schach, mit den Brotkrumen seiner Speise. Und als Laken nutzte er das Muster seines Bettstoffes. Und danke für die Darstellung ... Das alles klingt so mystisch und fantastisch, ein total genialer Schriftsteller. @ Hiri Das nackte Zeichen hast du ja erhalten. *blinzelt* Ich bin überrascht, dass du das Buch gelesen hast und freue mich zudem noch sehr, dass du dich hier gemeldet hast. @ DerVerlorene Ich fand es irgendwie .. unangenehm, was sie in diesem Brief geschrieben hat. Sie betonte zwar sehr oft, ihm keine Vorwürfe machen zu wollen, aber der gesamte Brief ist doch brennender Vorwurf. Es geht ja gar nicht anders, wenn sie ihm von dem Leid schreibt, das ihr - ja nur aus lauter Liebe zu ihm - entstanden ist. Dann ist da noch die Frage, ob sich der Mann überhaupt verstanden und erkannt gefühlt hat. Musste er sich nicht denken, dass sie sich in eine Wunschvorstellung verliebt hat? Und seie es wirklich so, dass er nach dem Lesen mit Liebe erfüllt war, dann war es doch eine unglückliche Liebe, weil sie für immer unerfüllt bleiben muss. Ein komischer, merkwürdiger Brief. Ich kann gar nicht ordnen, was ich darüber denken soll. @autumnight Das kenne ich auch. Und auch mir ging es bei einem Gameboy-Spiel so. Tetris ... Wenn ich unterwegs war und gar nicht spielte, sah ich gedanklich trotzdem Puzzelteile vom Himmel fallen. Und den Leuten auf den Straßen wich ich so aus, wie den falschen Steinen im Spiel ... seltsam. |
| Hirogen | [QUOTE][i]Original geschrieben von Mahsheed [/i] [B] ... @ Hiri Das nackte Zeichen hast du ja erhalten. *blinzelt* Ich bin überrascht, dass du das Buch gelesen hast und freue mich zudem noch sehr, dass du dich hier gemeldet hast. ...[/B][/QUOTE] dann folgen jetzt die von dir wehement geforderten, nackten tatsachen... mfG Hirohito |
| Mahsheed | Danke, ich werde sie zu würdigen wissen. :p |
| medievalklaus | Ich habe früher mal ziemlich viel von Stefan Zweig gelesen. "Brief einer Unbekannten" fand ich damals eine seiner interessantesten Geschichten. Habe es auch schon als 1-Person-Stück im Theater gesehen. Natürlich ist die Frau irgendwie psychisch gestört, aber erstens behandelt Zweig gerne solche Charaktere, und zweitens muss sie es sein, damit die Geschichte interessant wird bzw. so weitergeht, wie sie es tut. Sie kann sich nicht zu erkennen geben, weil dies die innere Logik und den Aufbau der Geschichte zerstören würde - nur ein tragischer Schluss passt hier. Übrigens sind manche Geschichten von Arthur Schnitzler relativ verwandt von der Art her. |
| Kaija | ich hatte mal ein buch über maria stuart gesucht und bei amazon.de stand bei der kritik nur gutes über dieses buch. dann ging ich in einen bücherladen und fand eine sonderbox mit vier ausgaben von stefan zweigs größten erfolgen. darunter auch maria stuart. ich hab mir die box gekauft und hab bis jetzt nur maria stuart von ihm gelesen,weil ich in letzter zeit nicht viel zum lesen komme und bei einem anderen dicken buch beschäftigt bin. aber das buch-maria stuart ist echt total klasse.das gefällt mir echt sehr gut. ich fands erstaunlich wie er die charkatäre elizabeth und maria beschrieben hat und das auch noch auf psychische ebene. ausserdem hat er unpateiisch geschrieben. |
| BlackElvenTear | "Die Schachnovelle" habe ich auch mit Begeisterung gelesen, tagelang immer wieder und wieder, bis ich das Gefühl hatte selbst bald durchzudrehen...sie hat mich sehr beeindruckt... |
| Mortitura | Wir lesen gerade die Novelle "Angst" von ihm. Fand es eigentlich ziemlich gut. Hat sonst noch jemand dieses Buch gelesen? Wie fandet ihr es? |
| PeKa | "angst" habe ich noch nicht gelesen. aber "ungeduld des herzens", ein etwas kitschig anmutendes kleines kunstmärchen hat mich an sissi erinnert. die "schachnovelle" natürlich, "die mondscheingasse" göttliche beschreibung eines irrtums bei der einschätzung von menschen. menschliche schicksale beleuchten und erklären wesenheiten die dadurch in einem anderen licht erscheinen. "briefe einer unbekannten" fand ich auch beeindruckend tut beim lesen schon weh. "verwirrungen der gefühle" handeln von der aufflammenden liebe eines studenten zu seinem professor. alle erzählungen lesen sich fließend sind vom anfang bis zum ende spannend. herrlich pathetisch geschrieben. jedes werk von zweig lässt sich genussvoll lesen. jeder griff zu einem buch von ihm ist wie eine garantie, dass es kein fehler sein kann das werk was man da in seinen händen hält zu lesen. |
| Wind | Habe auch die Schachnovelle gelesen, hat mir ganz gut gefallen... Ist schon etwas her, deshalb hoffe ich, dass ich den Titel meiner Lieblingsgeschichte richtig schreibe: Ziemlich gut fand ich "Die Legende der dritten Taube" :) Ansonsten habe ich vor, noch einiges mehr von ihm zu lesen... Liebe Grüße wind |
| Neurasthenio | Die Schachnovelle fand ich nicht schlecht, deutlich mehr angesprochen hat mich aber "Der Kampf mit dem Dämon", ein biographischer Essay über Hölderlin, Kleist und Nietzsche, der allein sprachlich schon selbst als Literatur gelten muß, von der äußerst gelungenen Einfühlung in die komplexen Persönlichkeiten der Beschriebenen einmal abgesehen. |